Hoga aktiv - DEHOGA Berlin
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
hoga aktiv
10 | 2020
Das Magazin für Berliner Gastgeber
Editorial:
Was ist das
neue Gemeinsam?
Gibt es in Zukunft noch apaleo:
Live Kommunikation? Ein komplettes
Das Event der Zukunft Umdenken kann den
ist virtuell und real ganzen Betrieb rettenHeute nach Italien, morgen nach
Frankreich und dann nach Panama.
Berlins Gastronomie macht es möglich.
n Si e sic h durch
Probier e
ltig e K u lin arik der
die vielfä S ie die
d t est e n
#berlinisst Stadt un reisträger
innen u n d P
BerlinerMeisterkoeche Preisträger e i ste r köche.
e r M
berliner-meisterkoeche.de der BerlinINHALT
© visitBerlin; Foto: Dirk Mathesius
visitBerlin Convention Partner e.V.
© Bernhard Moser
6 14 17
AKTUELL DEHOGA BERLIN-PARTNER
Editorial: Was ist das neue Gemeinsam? 4 SIGNAL DUNA:
Wechselfrist für Kfz-Vericherung 18
Gibt es in Zukunft noch Live-Kommunikation? 6
30 Jahre DSH:
Hotels als Berufung 20
WIR IN BERLIN apaleo:
Umdenken kann
Berliner Hoteliers zeigen sich besorgt, den ganzen Betrieb retten 22
aber hoffnungsvoll 8
OpenTable:
Hickhack um Heizpilze und Zelte 10 Interview mit Daniel Simon 24
„TOP-Ausbildungsbetrieb“: Hildebrandt & Bartsch:
Erste Berliner Ausbildungsbetriebe Wohlbefinden aus der Luft 26
erhalten Qualitätssiegel 12 Nachhaltige Textilbeschaffung 27
Fairmas: Zwischenbilanz der Belegungsrate 14
visitBerlin: NEWS 28
Kampagne sensibilisiert für Corona-Regeln 15
flagship-Auszeichnung
für das Restaurant Christopher's 17 MITGLIEDER
Jubiläen im November, Neue Mitglieder 32
SOCIAL MEDIA 16 2020 – Year of Imagination34
Impressum
Herausgeber: Hotel- und Gaststättenverband Berlin e. V. (DEHOGA Berlin), Christian Andresen (Präsident), Lutz Freise (Schatzmeister), Thomas Lengfelder (Hauptgeschäftsführer),
Keithstraße 6, 10787 Berlin, Telefon +49 30. 318048-0, Telefax +49 30. 318048-28, info@dehoga-berlin.de, www.dehoga-berlin.de; Redaktion: Peggy Mayer, +49 30. 318048-16,
projekte@dehoga-berlin.de · Verantwortlich für den Inhalt: HOGA Berlin Service GmbH, Thomas Lengfelder (Geschäftsführer)
Verlag und Gesamtherstellung: TMM Magazine GmbH, Franklinstraße 11, 10587 Berlin, www.tmm.de; hogaaktiv@tmm.de, Tel: +49 30. 2359951-71, Fax: +49 30. 2359951-88
Geschäftsführer: Jürgen H. Blunck, Layout: Astrid Güldemann, Titelbild: © pixabay/Alexandra Koch
Erscheinungsweise: 11 Onlineausgaben und 6 Printausgaben. Der Bezugspreis ist im Verbandsbeitrag enthalten. Namentlich gekennzeichnete Artikel sind Ausdruck grundsätzlicher
Meinungsfreiheit; sie geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion bzw. des Herausgebers oder des Verlages wieder.
Erfüllungsort und Gerichtsstand ist der Sitz des Verlages. Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 1. Januar 2020
hoga AKTIV 10 | 2020 3EDITORIAL
Was ist das neue Gemeinsam?
© The Student Hotel Berlin
Liebe Mitglieder des DEHOGA Berlin,
liebe Leserinnen und Leser,
ziemlich deutlich hat der Herbst an die Tür geklopft und Namensnachverfolgung
stand dann prompt mitten im Raum. Nun ist sie da, die Jah-
reszeit mit den Farben ringsum, die an Kardamom, Safran, Beim Bußgeld für Namens-Falschangaben in Restaurants
Chili, Senf, Curry und Kurkuma denken lassen. Ich mag den waren sich glücklicherweise Bund und Länder einig. Gäste,
Wechsel der Jahreszeiten und freue mich nun auf lange die falsche Kontaktdaten eintragen, müssen demnach künf-
Spaziergänge, warme Suppen und urgemütliche Abende zu tig mit einer Strafe rechnen. Für „Helene Fischer“, „Tupac
Hause, an denen man nicht mehr die Befürchtung hat, ir- Shakur“ und „Thomas Gottschalk“ können Behörden nun
gendetwas in dieser großen Stadt zu verpassen. Und doch ein Mindestbußgeld von 50 Euro verhängen (in anderen
werden wir alle in diesem Herbst mehr draußen sein als je Bundesländern sind das deutlich mehr). Aber schon drängt
zuvor, denn unter freiem Himmel sehen Experten ein gerin- sich die Frage auf, wer das kontrollieren kann und darf?
geres Infektionsrisiko. Also bleiben Stühle und Tische der Beim „Gastro-Gipfel“ Ende September, an dem Wirt-
Restaurants und Cafés vor der Tür. Spätestens jetzt flammt schaftssenatorin Pop, die Bezirksbürgermeister sowie
das Thema Heizpilze auf, denn kein Gast möchte zähne- Christian Andresen und Thomas Lengfelder als Präsident
klappernd essen und trinken. Noch herrscht in Berlin Un- bzw. Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Berlin, teilnah-
einigkeit in Sachen Heizpilze. Lediglich die Bezirke Charlot- men, beschlossen die Bezirke verstärkte Kontrollen der
tenburg-Wilmersdorf und Reinickendorf dulden sie. Nach Ordnungsämter auch mit dem Schwerpunkt Anwesen-
dem gegenwärtigen Stand sollen in den heitsdokumentation. Gut so. Schauen wir gespannt auf die
zehn anderen Stadtbezirken Wärmequel- Umsetzung.
len wie Infrarot oder Elektrostrahler er-
laubt werden. So ein Flickenteppich aus Einigkeit herrschte beim „Gastro-Gipfel“ zudem bei die-
© pixabay/Harald Landsrath
unterschiedlichen Bestimmungen in der sen Aussagen:
Stadt verkompliziert die schwierige Lage • Die erteilten Genehmigungen für die Außenflächen
zusätzlich. Mein Standpunkt: Wir leben werden bis zum 31. März 2021 verlängert.
gegenwärtig in einer Ausnahmesituation, • „Einhausungen“ auf genehmigten Flächen werden
da gehören Ausnahmen zum Alltag. Ein geduldet.
lautes Ja für Heizpilze im Winter 2020/21! • Bei den Anträgen auf Nutzung der Außenflächen sollen
schnelle, unkomplizierte Genehmigungsverfahren
Neue Lage – neue Regeln gewährleistet werden.
Gut ist, dass weitere Gespräche vereinbart wurden.
Nachdem am 6. Oktober die zweite Berliner Corona- Die Zeit braucht politische Signale und Entscheidungen.
Ampel auf Rot sprang (neben der Zahl an Neuinfektionen
hat auch der sogenannte Reproduktionswert den Grenz- Feste feiern!
wert überschritten), wurden die Pandemie-Regeln erneut
verschärft. Die nächtliche Sperrstunde gilt überall, wo es Am ersten Oktober-Wochenende war ich auf dem Schöne-
Alkohol gibt, also auch in den Restaurants und Bars. Das berger Kürbisfest und auf dem Rummel. Das hat viel Spaß
erschwert die prekäre wirtschaftliche Lage vieler Betriebe gemacht und zeigte, dass sich die Ideenarbeit um Hygiene-
noch einmal, besonders die der Barbetreiber. Justiz konzepte lohnt: Es gab Zugangskontrollen, Laufwege, Ab-
senator Behrendt kündigte hier Hilfe an. Die Corona-Zah- standsmarkierungen, Regelungen zur Maskenpflicht. Ehr-
len sind gnadenlos. Vorerst gelten die neuen Regeln bis lich, manchem Fest tut es auch ganz gut, wenn sich nicht
zum 31. Oktober. Wir Tausende drängeln. Es war gemüt-
alle gemeinsam haben lich und machte Hoffnung, dass
es in der Hand, wie es Vorerst gelten die neuen Regeln wir trotz aller Reglementierungen
danach weitergeht. Was bis zum 31. Oktober. Feste gemeinsam feiern können.
hilft gegen individuel- Ein wichtiges Gefühl in Zeiten, in
len Leichtsinn und Igno- Wir alle gemeinsam denen wir Distanz halten. Ich hof-
ranz? Kontrollen. Sonst fe sehr, dass die erprobten Kon-
braucht man auch keine
haben es in der Hand, zepte auch für die Weihnachts-
Regeln. wie es danach weitergeht. märkte greifen.
4 hoga AKTIV 10 | 2020© pixabay/Alexandra Koch
Zu den verschärften Regeln im Kampf gegen die Corona-
Pandemie gelten auch die Obergrenzen von Personen bei
privaten Feiern. Statt bisher 25 sind es nun nur noch 10 –
Regeln kennen, beachten und umsetzen!
auch das gilt vorerst bis zum 31. Oktober. Nach Auskunft
der Senatsverwaltung gilt diese Höchstgrenze auch für
Veranstaltungen (wie z. B. Hochzeits-, Trauer- und Geburts- Der Weg zurück zu unserer Freiheit
tagsfeiern) in der Gastronomie und Hotellerie, mit dem Un-
terschied, dass wir Hoteliers und Gastronomen inzwischen In diesen Zeiten voller Distanz sollten wir die Welt von mor-
viele Erfahrungen gesammelt haben, WIE die Regelun- gen fest im Blick haben: Die Zeiten ohne Corona-Virus, mit
gen umgesetzt werden. Jeder Betrieb hat sein Hygiene alt-neuer Gemeinsamkeit und Geselligkeit. Hände schütteln
konzept. Das ist ein wichtiges und gutes Argument gegen- und Menschen, die uns nah sind, umarmen. Distanz darf
über unseren Gästen: Kommen Sie zu uns, feiern Sie in nicht zu einem bestimmenden Lebensgefühl werden.
unseren Restaurants! Diese neuen Festlegungen betreffen Zu dieser Zukunftssicherung gehören für mich Ausbildung
ausschließlich private Feiern, im klassischen Konferenz-, und Mitarbeiterentwicklung. Ich bin sehr froh, dass in un-
Tagungs- und Seminarbereich sind weiterhin Veranstaltun- serem Haus zwei Auszubildende am 1. Oktober ihre Leh-
gen bis 1.000 Personen im Innenbereich und 5.000 im Frei- re begannen: ein Koch und eine Hotelfachfrau. Das ist ein
en möglich. Selbstverständlich gelten auch dabei die all- wichtiges Statement. Genauso wesentlich ist die Weiter-
gemeinen Abstandsregeln, wobei es nach Auskunft der entwicklung unserer Mitarbeiter*innen. Wir haben in der
Senatsverwaltung jetzt zulässig ist, bis zu sechs Perso- Vergangenheit so oft geklagt, dass wir keine Zeit für Fort-
nen an einem Tisch zu platzieren, ohne dass der Mindest- bildung haben, weil so viel zu tun ist. Jetzt haben wir diese
abstand eingehalten werden muss. Die bisher aus dem Zeit. Die kann man sehr gut nutzen für Trainings und Wei-
Gastronomiebereich bekannte Regel wurde somit auf den terbildungen. Der DEHOGA Berlin bietet auch in dieser Zeit
Konferenzbereich übertragen. (Online)- Seminare an.
Maskenpflicht Wie war oder wird Ihr erster Urlaub?
Wegen zuletzt stark gestiegener Corona-Infektionszahlen Mindestens einmal im Jahr sind wir auch Gäste – im ei-
gilt in Berlin künftig eine Maskenpflicht in Büro- und Verwal- genen Urlaub. Der ist in Corona-Zeiten anders. Schicken
tungsgebäuden. Wer regt sich darüber eigentlich noch auf? Sie uns eine E-Mail mit Ihren Urlaubsplänen oder -erlebnis-
Wir haben das bei uns im Haus sehr früh eingeführt und sen. Fotos sind ausdrücklich erwünscht. Wandern in den
es ist einfach eine Sache der Akzeptanz und Gewöhnung. Bergen, faulenzen im Wellnesstempel, klettern in der Sächsi
Mediziner*innen arbeiten stundenlang mit einer Maske vor schen Schweiz, Kultur in Hamburg, werkeln im Garten …
Mund und Nase und jammern auch nicht. Hier ordnet sich wir freuen uns auf Ihre Post unter: projekte@dehoga-berlin.de,
auch die neue Sensibilisierungs-Kampagne der Senatsver- Stichwort: Gastgeber-Urlaub. Auch Tipps werden gern
waltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe und visitBerlin genommen.
ein. Wir alle wollen gemeinsam, dass Berlin gut über Herbst Eine Auswahl aus den Zuschriften werden wir in den nächs-
und Winter kommt. Kurz gesagt: Klappe zu – Maske hoch. ten Ausgaben von hogaAKTIV veröffentlichen.
Fazit:
Wichtig ist, dass wir als Gastgeber die Regelungen im All-
tag beachten und umsetzen. Ja, die verändern sich, da sind
wir gezwungen, am Ball zu bleiben. Aber wer würde von
sich sagen, dass er nicht flexibel ist? Die Mitglieder des
DEHOGA Berlin sind via Homepage des Verbandes, News-
letter und hogaAKTIV stets aktuell und rechtssicher infor-
miert. Bei Akut-Fällen gibt’s auch telefonische Auskunft und
– wenn notwendig – Hilfe. Wir alle arbeiten gemeinsam da-
für, die Ausbreitung des Corona-Virus zu bekämpfen und
unseren Gästen Sicherheit zu garantieren. Bei aller Ange-
spanntheit sollten wir uns die Gemeinsamkeit bewahren
und darauf das erste warme Getränk dieses Herbstes trin-
ken!
Ihr Philip Ibrahim
General Manager im The Student Hotel Berlin
© The Student Hotel Berlin
und Mitglied des Präsidiums des DEHOGA Berlin
hoga AKTIV 10 | 2020 5AKTUELL
Gibt es in Zukunft noch
Live Kommunikation?
Das Event der Zukunft ist virtuell und real!
G
ecancelte Events und geschlossene Locations – Professionell und sicher
wer dieser Tage in der Veranstaltungsbranche
tätig ist, braucht starke Nerven. Millionen Jobs „Die Menschen sind verunsichert. Die Infos zu den Ver-
stehen auf dem Spiel, der sechstgrößte Wirtschaftszweig ordnungen ändern sich teilweise stündlich und meist sind
Deutschlands kurz vor dem Zusammenbruch. Wie kämpft diese seitenlang. Dazu kommt, dass die Zulässigkeiten
sich eine Branche, deren Grundkonzept die Begegnung ist, der Bundesländer nicht ganz klar sind und das Beamten-
aus der Corona-Krise? deutsch“, so Stephan Mahnecke, Vorstand der Party Rent
Gruppe & Vorstandsvorsitzender des visitBerlin Conven
tion Partner. Vor allem mit professionellen Hygienekon-
zepten will man der Verunsicherung entgegenwirken und
das Überleben der Branche sichern. „Wir, als sechstgröß-
te Branche in Deutschland, müssen jetzt zusammenhal-
ten und unsere Kunden aufklären und abholen. Mit einem
Hygienerahmenkonzept sind B2B-Events sicher. Jetzt gilt
es die Kunden davon zu überzeugen“, betont Mahnecke.
Stephan Mahnecke, Vorstand Partyrent Gruppe
und Vorstandsvorsitzender visitBerlin Convention Partner e.V .
Maskenpflicht, Abstandsregeln, Kontaktbeschränkungen –
nicht nur im Privaten, auch im Beruflichen bringt die Coro-
na-Pandemie große Herausforderungen mit sich. Während
Kurzarbeit, Homeoffice und Zuschüsse in einigen Branchen
die größten Schäden bis hierher abfangen konnten, sieht es
für die Veranstaltungswirtschaft noch immer und auf unge-
wisse Zeit ziemlich düster aus. Wie keine andere Branche
ist sie auf sozialen Kontakt angewiesen. Die aktuellen Maß-
nahmen zur Eindämmung von COVID-19 machen ein wirt-
schaftliches Agieren an vielen Stellen allerdings unmöglich.
Ohne ein maßgeschneidertes Hilfsprogramm
der Regierung droht zehntausenden Soloselbst
ständigen und klein- sowie mittelständischen
Unternehmen die baldige Pleite. Damit steht aber
nicht nur ein wirtschaftlicher Sektor vor dem
Kollaps, sondern auch ein wichtiger Teil der Kultur.
Mitgliedertreffen von visitBerlin Convention Partner e. V. –
Vorbereitungen laufen
6 hoga AKTIV 10 | 2020AKTUELL
visitBerlin Convention Partner e.V.
Mitgliedertreffen von visitBerlin Convention Partner e. V.
In Zusammenarbeit mit dem Berliner Senat, visitBerlin und Die Krise als Chance
anderen Verbänden hat der visitBerlin Convention Partner
e.V. ein Hygienerahmenkonzept abgestimmt, welches ste- Ein dauerhafter Verzicht auf den persönlichen Kontakt ist kei-
tig nach den neuesten Bestimmungen aktualisiert wird. ne Option, der Mensch braucht den „live Moment“. Social
Gemeinsam mit den Mitgliedern des Vereins und anderen Media-Aktionen, virtuelle Events und Live-Streams helfen
Mitwirkenden erarbeitet der Verband derzeit eine Art "Werk- und finden Anklang bei Kunden und Publikum. „Aber das
zeugkoffer", um nützliche Tools für die Durchführung von si- monatelange Zuhausebleiben hat die Menschen hungrig
cheren und hygienekonformen Veranstaltungen zu gewähr- gemacht nach Live-Momenten. Unsere Kunden wünschen
leisten. Außerdem wurden für öffentliche Events weitere vermehrt Konzepte, die diese Erfahrung auch jetzt mög-
Lockerungen beschlossen. Mahnecke hierzu: „Auf Privat- lich machen“, so Kaspar Althaus, CEO aveato Catering &
feiern kommen sich die Menschen viel näher. Man kennt Schatzmeister visitBerlin Convention Partner, „Daher ist es
sich, hat sich gern, nimmt sich in den Arm. Im beruflichen keine Frage ob live oder virtuell, sondern welche Kombinati-
Kontext ist man von vornherein eher auf Distanz. Da las- on der beiden für die einzelnen Events optimal ist!“
sen sich die Maßnahmen wesentlich einfacher umsetzen.“ So ist die Krise auch Chancengeber und Motor für neue, inno-
vative Ideen. Etablierte Bereiche müssen verlassen und neue
Wege und Räume erschlossen werden. Auch Mahnecke
sieht hier großes Entwicklungspotential und verweist auf
Colja M. Dams, geschäftsführender Gesellschafter der VOK
DAMS Agentur. Auch dieser sieht die Zukunft in einem
„Die Menschen sind verunsichert. Mix aus virtueller und persönlicher Live-Erfahrung. „Hybrid
Die Infos zu den Verordnungen Events sind Format der Zukunft. Mit einer Kombination von
live und virtuellen Teilnehmern. „Alt“ und „neu“ werden
ändern sich teilweise stündlich über diesen Weg harmonisch ineinander verschmelzen“,
erklärt Dams. „Es werden sich offene Hybrid Event-Kon-
und meist sind diese seitenlang. zepte durchsetzen, welche führende Anwendungen inte-
Dazu kommt, dass die Zulässigkeiten grieren. Das platte Übersetzen von Live-Formaten in den
digitalen Raum wird nicht funktionieren. Teilnehmer verglei-
der Bundesländer nicht ganz klar chen nicht live und virtuell – sondern möchten ein Erlebnis
sind und das Beamtendeutsch …“ und sind Spannung gewöhnt.“
Stephan Mahnecke www.convention-partner.com
hoga AKTIV 10 | 2020 7WIR IN BERLIN
Berliner Hoteliers zeigen sich besorgt,
aber hoffungsvoll
Der Shutdown und die derzeitige Situation stürzen das Gastgewerbe
in die tiefste Krise der Nachkriegszeit.
T
rotzdem oder gerade deshalb ha- Hygienekonzept erarbeitet worden. „So bie-
ben die meisten Hoteliers in den ver- ten wir z. B. einen persönlichen Hygiene
gangenen Wochen die Wiedereröff- assistenten an, der während Events auf die
nung gewagt – so wie auch Robert Petrovic, Einhaltung aller Auflagen achtet und für die
General Manager im The Ritz-Carlton, Ber- Desinfektion von Arbeitsmaterialien sorgt“,
lin. „Unser Re-Opening wurde sehr po- erklärt Petrovic. Um gerade jetzt besonde-
sitiv von unseren Gästen aufgenommen re Anreize zu schaffen, habe das Haus am
und wir durften direkt nach der Ankündi- Potsdamer Platz nicht nur maßgeschneiderte
gung ein Buchungsplus für die ersten Wo- Angebote je nach Zielgruppe aufgelegt, son-
chen von rund 15 Prozent verzeichnen. dern werde auch die Terrasse den gesamten
Wir hatten dafür gemeinsam mit der Flying Winter öffnen.
Steps Academy in Berlin ein besonderes
Video produziert, das offensichtlich den Blau und Grün sind gefragt
Nerv der Zeit getroffen und unseren Gäs-
ten Lust auf einen Besuch bei uns gemacht Eine Maßnahme, die auch Stefan Athmann
hat“, freut sich Petrovic. Die Belegung sei seinen Gästen im Schlosshotel Berlin by
zwar weit hinter den Vorjahreszahlen zurück, Patrick Hellmann in der Brahmsstraße anbie-
dennoch sei er vorsichtig optimistisch. Ge- tet. „Wir werden eine Art Hütte auf der Ter-
meinsam mit der Firmenzentrale sei in den rasse errichten, um eine Alternative zum
Monaten der Schließung ein umfangreiches Restaurant anbieten zu können“, erklärt der
erfahrene Hotelier, der neben dem Haus
im Grunewald auch das Hotel Bristol Berlin
„Unser Re-Opening am Kurfürstendamm als General Manager
leitet und so die Unterschiede zwischen einem
wurde sehr positiv Hotel im Grünen und einem in der City kennt.
„Ich würde mir von der Politik wünschen,
von unseren Gästen allen Gastronomen einen Anreiz wie z. B.
aufgenommen˝ einen Zuschuss zu geben, einen Außen
bereich zu schaffen, der wintertauglich ist,
um sich über die kalte Jahreszeit zu ret-
ten“, schlägt er vor. Während das Bristol bei
der Belegung noch hinter dem Vorjahr liegt,
waren die letzten September-Wochenenden
im Schlosshotel fast ausgebucht. „Blau und
Grün zieht“ – so der Hotelier und meint damit,
dass die exponierte Lage des Hotels am Wald
und Wasser gerade jetzt lieber gebucht werde
als z. B. das Bristol am Kudamm. Gerade im
Letzteren würden die ausländischen Touris-
ten sowie die Geschäftsreisenden fehlen. ➝
© Ricarda Spiegel
www.schosshotelberlin.com
www.bristolberlin.com
Robert Petrovic, www.ritzcarlton.com
General Manager im The Ritz-Carlton Berlin www.regenthotels.com/regent-berlin
8 hoga AKTIV 10 | 2020WIR IN BERLIN
20 Prozent. Da ist noch deutlich Luft nach oben,
aber für den Start sind wir schon mal ganz zu-
frieden“, erklärt Geißelmann. Sein Hygiene
konzept sei unaufgeregt erlebbar. „Angefan-
gen beim Doorman, der die Koffer in Emp-
fang nimmt, bis hin zum Room Service, der
auf Wunsch Speisen auf die Zimmer bringt.
Durch die Zusammenarbeit mit branchenfüh-
renden Experten wie Cleveland Clinic sowie da-
raus entwickelten Servicemaßnahmen können
wir den erforderlichen Schutz bieten; das ver-
sprechen wir mit unserem Clean Promise Sie-
gel“, erläutert Geißelmann. Um nicht nur Be-
sucher, sondern auch Berliner anzusprechen,
bietet er seit Anfang Oktober im Restaurant
„Charlotte & Fritz“ jeden Sonntag einen soge-
nannten „Sunday Family Lunch“ an. Außerdem
gibt es die „Personal Havens“: kunstvoll ge-
© privat
staltete Packages, die inspirierende und intime
Stefan Athmann, Momente für die Gäste des Hotels kreieren wie
Schlosshotel Berlin by Patrick Hellmann die „Dichter Lounge“ oder das Champagner-
Tasting mit dem Sommelier des Hauses.
Wie auch die meisten der anderen Hoteliers
„Ich würde mir von der Politik wünschen, legt Claus Geißelmann den derzeitigen Fokus
allen Gastronomen einen Anreiz wie z. B. auf den nationalen und lokalen Markt. Aus die-
sem Grunde bieten auch viele Berliner Hotels
einen Zuschuss zu geben, einen Außen in dem „Erlebe Deine Stadt!“ Herbstspecial
von visitBerlin den ganzen Oktober attraktive
bereich zu schaffen, der wintertauglich ist, Packages für Berliner an.
um sich über die kalte Jahreszeit zu retten“ von Martina Reckermann
Der Spa-Bereich sei hier auch noch geschlos-
sen, weil der wirtschaftliche Nutzen zu gering
sei – so Athmann. Für das Schlosshotel prak-
tiziert der 49-Jährige ein besonderes Hygiene-
Konzept. „Wir vergeben time slots. So hat
jedes Zimmer die Möglichkeit, für anderthalb
Stunden den gesamten Spa alleine zu nutzen,
was sehr gut ankommt.“
Hygienekonzept
ist unaufgeregt erlebbar
Auch in der früheren Wirkungsstätte Athmanns,
dem Regent Berlin, in dem seit Juni 2019
Claus Geißelmann die Geschicke des Hau-
ses an der Charlottenstraße in Mitte leitet,
© Regent Berlin
werden seit Mitte September wieder Gäs-
te empfangen. „Wir sind wirklich sehr glück-
lich darüber, dass wir das Haus wieder öffnen
konnten. Die Mitarbeiter*innen haben darauf Claus Geißelmann, Regent Berlin
gewartet, aber auch unsere Stammgäste
haben immer wieder nachgefragt, wann
sie bei uns buchen können. Wir haben seit
„Wir sind wirklich sehr glücklich darüber,
Mitte September eine Belegung von über dass wir das Haus wieder öffnen konnten."
hoga AKTIV 10 | 2020 9WIR IN BERLIN
Hickhack um Heizpilze und Zelte
D
er prächtige Altweibersommer kam Berlins Gast- Uneinheitliche Regelungen
wirten und Hoteliers nach dem pandemiebedingten
Spätstart gerade recht. Die lange Outdoor-Saison Während in Reinickendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf
sorgte endlich für Umsatz. Dennoch: der Herbst ist gekom- mit ca. 2.500 Lokalen der Einsatz dieser Geräte von den
men und gibt der Branche berechtigten Anlass zur Sorge. Behörden gestattet wurde, hagelte es harsche Kritik aus
den von Grünen Politikern regierten Stadtbezirken wie
Wenn im Außenbereich die Freisitze wegbrechen und zeit- Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte. „Jedes Gramm Koh-
gleich im Gastraum nur ein reduziertes Platzangebot zur lenstoffdioxid, was zusätzlich in die Luft gepustet wird,
Verfügung steht, fürchten viele Betreiber um ihre Existenz. bringt uns näher an den Rand der Katastrophe“, argu-
Die Lage ist prekär. Vier von fünf Betrieben haben Kurz mentierte Monika Hermann, Stadtbezirksbürgermeisterin
arbeit angemeldet, jedes dritte Unternehmen muss Entlas- von Friedrichhain-Kreuzberg, gegenüber der Tageszeitung
sungen vornehmen und jede zweite fürchtet die Insolvenz. „Morgenpost“. Auch ihr Amtskollege aus Mitte, Stephan
Angesichts dieser angespannten Lage hatte der DEHOGA- von Dassel, lehnte die Heizpilze strikt ab. Er favorisierte mo-
Bundesbranchenverband bereits im August für ein zeitwei- derne Lüftungsgeräte in Restaurants und Bars. Wirtschafts
ses Comeback der Heizpilze plädiert. senatorin Ramona Pop, äußerte sich diesbezüglich differen-
zierter. Gastbetriebene Heizpilze lehnte sie zwar ebenfalls
ab, verwies jedoch auf elektrische Geräte mit Ökostrom
Der Herbst hat begonnen. Berlins Gastronomen hoffen mittels oder Infrarotwärme.
„Wärmequellen“ auf eine Verlängerung der Outdoor-Saison.
© Marion Schlag
10 hoga AKTIV 10 | 2020WIR IN BERLIN
Ärger mit Behörden
Eine weitere und vor allem umweltfreundliche Alternative
wäre zudem, dass das am Spreeufer angemietete Areal
mit einem hochwertigen Zeltaufbau und Glasfenstern zu
überdachen. Die Gäste wären vor Kälte geschützt und der
notwendige Luftaustausch zwecks Aerosolreduzierung könn-
te schnell vonstattengehen. Das Mieten eines solchen Zel-
tes bis zum kommenden Frühjahr würde etwa 30.000 Euro
kosten. Eine hohe Investition, die Gastronom Brinkmann
aber zwecks Arbeitsplatzerhalt seiner 60 Mitarbeiter*innen
ins Auge gefasst hat. Doch auch hier blockte die Behör-
de und lehnte den Antrag ab. Die Begründung: Die „Ein-
hausung“ (so im Amtsdeutsch) von Schankgärten würde
die Optik des Straßenbildes belasten und denkmalschutz-
rechtliche Belange berühren. „Es ist ein Unding“, ärgerte
sich der Wirt. „Geschätzt jeder dritte Gastro-Betrieb in der
Stadt ist durch die Corona-Krise in seiner Existenz bedroht.
© Marion Schlag
„Wir kämpfen um unsere Existenz
und wir sind einfallsreich“
StäV-Gastronom Jörn Peter Brinkmann (l.) und DEHOGA Berlin-
Hauptgeschäftsführer Thomas Lengfelder testeten den neuen, mit Pellets StäV-Gastronom Jörn Peter Brinkmann
beheizbaren Terrassenstrahler.
Da die Unterstützung der Politik begrenzt ist, bedarf es des Die Berliner Politik, die stets verspricht, die Gastrono-
Einfallsreichtums der Lokalbetreiber, um individuelle Lösun- men in der aktuellen Situation zu unterstützen, zeigt in der
gen für ihre Location über den Herbst und Winter zu finden. Praxis kein Verständnis für unsere Notlage.“ Jörn Peter
Jörn Peter Brinkmann, Geschäftsführender Gesellschafter Brinkmann will gegen die Entscheidung klagen. Der
des Kultlokals „Ständige Vertretung“, kurz StäV genannt, DEHOGA Berlin sagte Unterstützung zu. Hauptgeschäfts-
hat in diesem Sinne gehandelt. Weil in den Innenstadt führer Thomas Lengfelder verwies auf den von Wirtschafts-
bezirken bereits seit 2009 Heizstrahler komplett verboten senatorin Ramona Pop einberufenen Gastro-Gipfel vom
sind, kaufte er im Baumarkt sechs gasbetriebene Geräte für 29. September 2010 mit Branchevertretern, Bezirksbürger-
den Außenbereich. Richtig teuer sind die dazu gehörigen meistern, Bezirksstadträten sowie den Geschäftsführern
Gasflaschen von 30 Euro pro Stück, die lediglich für einen von IHK, visitBerlin und DEHOGA Berlin. Danach wurde
Tag reichen. Auf der Suche nach einer umweltfreundlichen Einigkeit u. a. dahingehend erzielt, dass „Einhausungen“
Alternative wurde Brinkmann aber fündig und schaffte zu- auf genehmigten Flächen geduldet werden. Beim The-
sätzlich drei CO2-neutrale Terrassen-Strahler mit kosten- ma Außenflächen stimmte die Runde unter Beachtung der
günstiger Pellet-Feuerung zum Grundpreis von 2.500 Euro Brandschutzregeln für „Wärmequellen“. Eine Formulierung
je Gerät an. Ein optischer Eye-Catcher ist die große Glas- mit diversen Interpretationsmöglichkeiten je nach Stadt-
röhre, in der sich in kürzester Zeit eine dekorative Flamme bezirk. Der Branchenverband plädierte berlinweit für unbü-
entwickelt und behagliche Wärme mit bis zu drei Metern rokratische, finanziell stemmbare und vor allem schnelle
Heizleistung spendet. „Wir kämpfen um unsere Existenz Entscheidungen im Interesse der etwa 19.000 Gastrono-
und wir sind einfallsreich“, kommentierte der rührige StäV- miebetriebe. Für die hat sich seit der kürzlich eingeführten
Chef seinen Einsatz. Allerdings steckt er in der Zwickmüh- Sperrstunde zwischen 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr die Situation
le, denn er weiß noch nicht ganz genau, ob die behördliche noch einmal dramatisch verschärft. Außerdem ist der ableh-
Genehmigung zur Geräteaufstellung überhaupt kommt. An- nende Behördenbescheid gegenüber dem StäV angesichts
dererseits muss er den Platzverlust ausgleichen, schließ- bereits bestehender „Einhausungen“ von Schankgärten
lich müssen, bedingt durch die Abstandsregelungen, die In- direkt am Alexanderplatz und damit ebenfalls im Bezirk Mitte
nenplätze halbiert werden. gelegen, nicht nachvollziehbar.
von Marion Schlag
hoga AKTIV 10 | 2020 11WIR IN BERLIN
Ausbildungsqualität auch in Zukunft wichtig
Erste Berliner Ausbildungsbetriebe erhalten Qualitätssiegel
„TOP-Ausbildungsbetrieb“
A
usbildung ist in der aktuellen Situation kein leichtes Alle TOP-Ausbildungsbetriebe verpflichten sich zur Einhal-
Unterfangen. Und auch wenn nicht absehbar ist, wie tung der dazugehörigen zwölf Leitsätze für eine Ausbildung
die meisten der Betriebe durch diese schwierigen mit hoher Qualität. Dazu zählen u.a. Kriterien wie eine an-
Zeiten kommen, eins ist sicher, irgendwann geht es wei- gemessene Einarbeitungszeit, die Betreuung durch einen
ter und dann wird das Thema Fachkräftesicherung vielleicht „Paten“ sowie eine Ausbildung auf fachlich wie mensch-
noch wichtiger sein als zuvor. lich hohem Niveau. Ein besonderes Augenmerk legt das
neue Gütesiegel auf Wertschätzung, gegenseitigen Res-
Eine gute Ausbildungsqualität kann einen positiven Beitrag pekt und eine offene Gesprächskultur.
dazu leisten, den Fachkräftenachwuchs von morgen zu si- Das Feedback der Auszubildenden zur Einhaltung der Leit-
chern. Das haben insbesondere die Betriebe erkannt, die sätze im Ausbildungsbetrieb ist das Kernelement im Zer-
sich auf den Weg gemacht haben, sich mit dem neuen tifizierungsprozess des neuen DEHOGA-Siegels. Mit der
DEHOGA Qualitätssiegel zertifizieren zu lassen. In Berlin Zertifizierung erhalten Betriebe zudem u.a. Zugriff auf ein
sind es mit Stand September 2020 insgesamt 21 Betrie- Auswertungstool und eine Best Practice Datenbank, die bei
be, die mit dem Siegel verbundenen Kriterien erfüllt haben der Qualitätssicherung unterstützen sollen. Zudem kann die
(bundesweit ca. 180 – weitere 100 befinden sich im Zertifi- Zertifizierung beim jeweiligen Ausbildungsmarketing der
zierungsprozess) Betriebe hilfreich sein.
Wir gratulieren allen Betrieben zu dieser Aus-
Berliner TOP-Ausbildungsbetriebe (A-Z) zeichnung und wünschen weiterhin viel Erfolg!
25hours Hotel Bikini Berlin
Albrechtshof Hotel Betriebs GmbH In den nächsten Ausgaben werden wir Betriebe
centrovital und ihre Auszubildenden vorstellen, die das Siegel
„TOP-Ausbildungsbetrieb“ erhalten haben.
Citylight Hotel GmbH
Hilton Berlin
Holiday Inn Berlin Centre Alexanderplatz Das Siegel TOP-Ausbildungsbetrieb
Hotel am Steinplatz Die bundeseinheit-
Hotel Berlin, Berlin liche Auszeichnung
wurde aus den ver-
Hotel Bristol Berlin
schiedenen regionalen
ibis Berlin Hauptbahnhof Qualitätsinitiativen he-
Mercure Hotel & Residenz Berlin Checkpoint Charlie raus entwickelt. Dem
Startschuss zu TOP-
Mercure Hotel MOA Berlin Ausbildungsbetrieb
Mövenpick Hotels Dtl. GmbH ist ein intensiver Ent-
wicklungsprozess vor-
NH Collection Berlin Friedrichstrasse ausgegangen, getragen
Novotel Berlin Am Tiergarten durch die 17 DEHOGA-Landesverbände und kon-
Wer, w
tinuierlich begleitet durch einen Beirat.
Novotel Suites, Ibis und Ibis Budget Berlin City Potsdamer Platz
Informationen, Leitsätze und Teilnahmebedingun-
PACE Paparazzi Catering & Event GmbH gen zur Zertifizierung TOP-Ausbildungsbetrieb
Pullman Berlin Schweizerhof stehen auf der Homepage www.topausbildung.de
bereit. Bewerbern, die sich für einen der sechs
Sheraton Berlin Grand Hotel Esplanade Ausbildungsberufe im Gastgewerbe interessieren,
Sofitel Berlin Kurfürstendamm bietet das neue Onlineportal eine wertvolle Orien-
tierungshilfe bei der Suche nach Betrieben mit ho-
THE MANDALA HOTEL
her Ausbildungsqualität.
HEN
„...DENN WIR STE
ZUB
VON UNSEREN A
12 hoga AKTIV 10 | 2020Wer, wenn n i c h t w ir ?
G–
S TEH EN FÜ R TOP-AUSBILDUN
„...DENN WIR SE LBST BESTÄTIGT
E N A ZU BIS
VON UNSER
So geht Azubi-Marketing heute.
e n S i e m i t !
Mach P-Ausbildung ist
Das neue Qualitätssiegel “TOP-Ausbildungsbetrieb”
mit dem Win-Win-Faktor!
Eine TO
r alle!
Mit der Initiative schafft der DEHOGA erstmals eine bundesweit einheitliche
ein Gewinn fp
Zertifizierung für einen hohen Ausbildungsstandard. Lassen Sie Ihren Betrieb
zertifizieren und heben Sie sich mit dem Qualitätssiegel als attraktiver
Ausbildungsbetrieb hervor.
www.topausbildung.de/mitmachen
Haben Sie Fragen zum neuen Qualitätssiegel? Eine Initiative des
Rufen Sie uns gerne an unter 030. 318048 - 25 oder
senden Sie uns eine E-Mail an info@topausbildung.de!WIR IN BERLIN
Zwischenbilanz der Belegungsrate
im Corona-Jahr 2020
Ein Einblick abseits vom Mittelwert –
wer führt, wer ist Schlusslicht?
D
er Informationswert eines Durchschnittes ist natur-
gemäß eingeschränkt. Bestes Beispiel waren die
deutlichen Unterschiede bei der Belegungsrate und
Preisentwicklung in den Sommermonaten, die die getrenn- Gästestruktur direkt sichtbar
te Auswertung der Ferienhotellerie und der Stadthotellerie in der Hotelperformance
sichtbar machte.
Die folgende Auswertung bezieht sich ausdrücklich auf den Reine Messestädte hatten es mit Corona mehr als schwer.
Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. September – inklusive Durch Absagen, Verschiebungen und jetzt den Digitalisie-
der Wochen mit dem Vermietungsverbot an Touristen. rungskonzepten blieb der Messegast den Hotels fern. Das
Schließlich belastet der Totalausfall erheblich die Jahres Gleiche galt für Konferenzen. Der negative Effekt auf die
bilanz und wie viele Hotelbetriebe durch den coronabeding- Leistungsbilanz zeigt sich deutlich bei der Segmentierung
ten Umsatzrückgang von einer drohenden Insolvenz be- der Benchmarkdaten deutschlandweit in Hotels „ohne Kon-
droht sein werden, wagt noch keiner zu schätzen. ferenzraum“, „weniger als 6“ und „mehr als 6“. Die Kom-
Durch die auflaufende Betrachtung zum 30. Septem- bination mit den zusätzlich fehlenden ausländischen Tou-
ber glätten sich zwar saisonale Unterschiede, doch sicht- risten schiebt München auf den letzten Platz im Ranking.
bar bleibt das Trennende – je nach gewählter Segmentie- Berlin liegt irgendwo dazwischen mit 39,5 % Belegung
rung mal stärker, mal weniger stark, aber immer deutlich (– 51,0 %), 87,60 € ADR (– 12,3 %) sowie 34,60 € RevPar
wie die Grafik zeigt. Die Besonderheit für Berlin und Ham- (– 57,1 %).
burg – beide Städte gehen zweimal ins Rennen: Beim Ran- Die Entwicklung der B- und C-Destinationen verhielt sich
king der A-Destinationen sowie beim Ranking der Bundes- analog. Wer eine diverse Gästestruktur hatte, der kam bes-
länder. Im Ranking der Bundesländer, erhielt die Hauptstadt ser zurecht. Auf den preissensiblen privat Reisenden war
als Schlusslicht die rote Laterne. Tatsächlich ist Schleswig- am ehesten Verlass. Eine Umstand, den vermutlich Nürn-
Holstein jedoch „nur“ führend beim geringsten negativen berg als eine der Top deutschen Messestädte vor zu gro-
Wachstum der Belegung – Mecklenburg-Vorpommern ge- ßen negativen Bewegungen beim ADR-Wachstum (– 1,7 %)
bührt der 1. Platz beim Ranking bei der absoluten Bele- bewahrte. Zum Vergleich, Hannover gab um – 16,9 % bei
gungsrate (58,4 %) sowie bei der Wachstumsrate der Zim- der Zimmerrrate nach.
merpreise (+ 17,0 %), gefolgt von Brandenburg (+ 10,8 % der
tzter P latz : Wachstumrate
ADR) und Schleswig-Holstein (+ 5,2 % ADR). 1. & le VJ
gu ng Ja n . – Sep. 2020 zum
in % Bele
39,8 57,9 39,6 45,1 35,0 44,8 35,4 52,0 28,6 41,1 37,4 42,5 39,6
–44,6 –18,5 –51,0 –42,8 –53,3 –34,5 –47,6 –25,4 –53,8 –43,9 –48,1 –41,9 –48,0
t)
m ein n rg he
n en uh
e
ec
k dt tel
s
tel
s ne 6
sa t rli bu sd r b sta oh ls
e
ols Be ün
c e rls Lü
o o ra
(g H am Dr Ka ar
m *H *H lan
d eh
nd g- H M D d3 d5 h dm
hla swi lan lan tsc n
sc hle h h u hla Wachstum-
ut tsc tsc De tsc
De Sc u u rate OCC
De De De
u
OCC
Bundesland A-Dest. B-Dest. C-Dest. Kategorie Konferenzräume
Jan–Sep 2020
DEHOGA Berlin angeschlossene Unternehmen können sich immer tagesaktuelle Auswertungen von der Verbands-Website downloaden:
www.dehoga-berlin.de/brancheninfos/daten-fakten/fairmas-cityreport/
Fairmas GmbH, EUREF-Campus 13, 10829 Berlin, Tel: 030. 322940520, Fax: 030. 322940521 office@fairmas.com www.fairmas.com
14 hoga AKTIV 10 | 2020WIR IN BERLIN
Kampagne sensibilisiert für Corona-Regeln
Plakate und Anzeigen sollen Berliner*innen und ihre Gäste
für Hygienemaßnahmen gewinnen
S
teigende Infketionszahlen durch angemessenes Ver- Die Kampagne startete Mitte September zunächst auf digita-
halten verringern. So lautet das Ziel der aktuell lau- len Werbetafeln, unter anderem an der Warschauer Straße,
fenden Sensibilisierungskampagne für die Corona-Re- am Rosenthaler Platz, am Hackeschen Markt, am Alexan-
geln. Nach einem Sommer mit vergleichsweise niedrigen derplatz und an der Kastanienallee. Inzwischen wurde die
Infektionszahlen hat sich die Dynamik in den letzten Wo- Kommunikation schrittweise auf Online-Anzeigen und Soci-
chen erneut beschleunigt. Um die Ausbreitung des Corona- al-Media-Aktivitäten ausgeweitet. Geplant ist außerdem, mit
Virus möglichst wieder einzuschränken, hat die Senatsver- Promotern an ausgewählten Orten vertreten zu sein, um für
waltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe gemeinsam die Regeln zu sensibilisieren. Für Gastronomen produzier-
mit dem DEHOGA Berlin und visitBerlin Mitte September te Werbemittel wie Bierdeckel können als kostenloses Star-
eine neue Kampagne ins Leben gerufen. Alle Berliner*innen ter-Kit über die Webseite about.visitBerlin.de bestellt werden.
und Besucher*innen sollen dafür sensibilisiert werden, Auf der Webseite stehen ebenfalls die Kampagnen-Motive
Berlin als sichere Destination zu erhalten auch im eigenen kostenfrei zum Download zur Verfügung. Zusätzlich wer-
Interesse. den die zentralen Akteure gemeinsam mit den entsprechen-
den Branchenvertretern direkt und persönlich angesprochen.
„Maske auf. Sonst Lokal zu“ – so lautet einer der gewollt So soll weiterhin die Gesundheit aller Berliner*innnen und
frechen Sprüche der Kampagne. Statt auf erhobenen Zeige Besucher*innen geschützt werden.
finger setzen die Plakate und Motive auf trockenen Humor
und die bekannte „Berliner Schnauze“. Der Ansatz hinter
der berlinweiten Kampagne: nur gemeinsam kann das In-
fektionsgeschehen eingeschränkt und damit das vielfältige about.visitberlin.de
Angebot der Stadt erhalten werden.
(v.l.n.r.) Burkhard Kieker, Ramona Pop
und Christian Andresen
© visitBerlin; Foto: Dirk Mathesius
hoga AKTIV 10 | 2020 15#socialmedia
The Cube am Hauptbahnhof. Könnte auch
ein Hotel sein. Zumindest ein Anziehungs-
punkt aus Glas und Spiegel.
Berliner Kampagne…
Christian Andresen mal mit dem
Roller unterwegs. Nachhaltig,
keine nervige Parkplatzsuche und
zudem viel schneller …
Die Ausgaben der hogaAKTIV stehen auch online
auf dehoga-berlin.de zur Verfügung
dehoga_berlin – werde Follower!
16 hoga AKTIV 10 | 2020WIR IN BERLIN
Restaurant Christopher‘s erhält
flagship-Plakette
A
m 1. September erhielten Christoph Kümper und Küchenstile wie dem Deutschen, Portugiesischen, Spani-
David Monnie, die beiden Betreiber des Fine- schen, Japanischen bis hin zum Marokkanischen. All die-
Dining-Restaurants „Christopher‘s“ in der Charlot- se Aromen bringt der begabte Koch, der zuvor Erfahrun-
tenburger Mommsenstraße lang erwarteten und ersehnten gen bei Dieter Müller, Nils Henkel, Daniel Boulud und André
Besuch: Bernhard Moser, Leiter der Fachgruppe flagship des Chiang sammeln konnte. Natürlich wird die Übergabe auch
DEHOGA Berlin war zu Besuch, um die begehrte Plakette lukullisch gefeiert: bei wachsweichem Ei in Backkartof-
für „Leading Restaurants of Berlin – certificate of excel- fel in vegetabil schmeckender Frankfurter Sauce, heraus
lence“ zu überreichen. Die Aufnahme in die Gruppe ist ge- ragendem geräucherten Aal mit knackigen Birnenstückchen
bunden an Bewertungen der wichtigsten Restaurant- und knackigen Bohnen und Tomatensalat mit Pfirsich, Yuzu
guides, so benötigt man zusätzlich zur Mitgliedschaft im und Olivenöl, bei frischem, mit Parmesan überbackenem
DEHOGA Berlin entweder 1 Stern im Guide Michelin, Kabeljau in einem Waldpilzsud nehmen wir erfreut zur Kennt-
15 Punkte im Gault&Millau oder mindestens 3 F im Fein- nis, dass Berlin mittlerweile in der Weltspitze der gastro
schmecker. nomisch wichtigen Großstädte angekommen ist.
„Das Christopher’s gehört schon lange zu den ganz ex- Auch der Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-
zellenten Adressen Charlottenburgs, ich freue mich sehr, Wilmersdorf Reinhard Naumann freut sich über die DEHOGA
dass nun auch diese Perle ihre herausragende Stellung mit Berlin-Auszeichnung: „Charlottenburg wird immer mehr zum
der flagship-Plakette nach außen kommunizieren kann. kulinarischen Hotspot Berlins. Dass das Christopher’s nun bei
Denn flagship-Gastronomen zählen zu den innovativsten uns ist, ist ein weiteres Indiz dafür. Ich freue mich sehr über
Fine-Dining-Restaurantbetreibern Berlins“, freut sich diese Entwicklung!“, verrät er uns im persönlichen Gespräch.
Bernhard Moser. Kümpers Gerichte passen extrem gut zu von Bernhard Moser
Berlin, bedient er sich doch auf wunderbare Weise trendiger www.christophers.online
© Bernhard Moser
Christopher Kümper und Bernhard Moser (Festivalleiter eat! Berlin & Unterstützer des DEHOGA Berlin)
hoga AKTIV 10 | 2020 17DEHOGA BERLIN-PARTNER
Kfz-Versicherung: Wechselfrist naht
SIGNAL IDUNA erneut fairster Kfz-Versicherer
D
er Herbst naht und damit auch das
Fristende für alle, die zum 1. Janu-
ar 2021 ihre Kraftfahrtversicherung
wechseln möchten. Darauf weist die SIGNAL
IDUNA hin, gerade von FOCUS MONEY zum
neunten Mal in Folge mit dem Titel „Fairster
Kfz-Versicherer“ ausgezeichnet.
„Ihre KFZ-Versicherung
einfach wechseln –
das war noch nie so einfach”
Für die Autoversicherung wurden die Produkt-
Linien Basis und Premium entwickelt. Für zu-
sätzliche Flexibilität in der Gestaltung des ge-
wünschten Versicherungsschutzes sorgen
wählbare Bausteine.
Basis bietet einen im Marktvergleich günsti-
gen Grundschutz gemäß den Empfehlungen
der Verbraucherorganisationen. Premium ist
auf eine besonders leistungsstarke Absiche-
rung ausgelegt. Highlights des Premium-An-
gebotes sind z. B. die auf 24 Monate verlän-
gerte Neu- und Kaufwert-entschädigung, die
Absicherung von Eigenschäden bis zu einer
Höhe von 50.000 Euro sowie ein umfassen- Weitere Infos
des Absicherungspaket für Fahrzeuge mit
E-Kennzeichen. über alle SIGNAL IDUNA Geschäftsstellen und Vertretungen
oder unter www.signal-iduna.de/autoversicherung-wechseln
Achtung: Die Kündigung eines Altvertra-
ges muss bis spätestens zum 30. November
beim Versicherer eingetroffen sein, damit ein
Wechsel zum Jahresbeginn 2021 wirksam
werden kann.
18 hoga AKTIV 10 | 2020IM
KÜHLHAUS
BERLIN
KUNST
HANDWERK
DESIGN
SONDERAUSSTELLUNGEN
HAWK-GESTALTUNG UND
HAUS BRANDENBURG
12.—15.
NOVEMBER
Gestaltung: www.grossstadtzoo.de
Objekt + Foto: Birgit Borstelmann
2020
WWW.ZEUGHAUSMESSE.DEDEHOGA BERLIN-PARTNER
Hotels als Berufung
30 Jahre Hotelerfahrung im Innenausbau
D
ie Firma DSH GmbH wurde 1990 von Dr. Dietmar Als langjähriger Partner des DEHOGA Berlin konnte die Firma
Dressler gegründet und ist seit nahezu 30 Jahren so in der Hauptstadt viele Spuren hinterlassen, so im The
auf den gehobenen Hotelinnenausbau spezialisiert. Westin Grand Berlin, Hilton Berlin, Pullman Schweizer-
hof Berlin, Hotel am Steinplatz Autograph Collection, KPM
Die langjährige Hotelerfahrung stellt sicher, dass sowohl Hotel Berlin, The Ritz-Carlton Hotel Berlin, Sofitel Gendar-
die Wünsche der Gäste, als auch die Anforderungen der menmarkt und Sofitel Kurfürstendamm.
Hotellerie Berücksichtigung finden. Durch die Übernahme Durch die Erfahrung im hochwertigen Hotelinnenausbau ist
von Geschäftsanteilen und den Eintritt in die Geschäfts die Firma auch im größeren Umfang für Boardinghauspro-
führung durch die Töchter des Gründers, wurde die Grundla- jekte sowie gehobene Eigentumswohnungen beauftragt
ge für die zukünftige erfolgreiche Firmenentwicklung gelegt. worden.
Das Fundament der Firmen-
tätigkeit bilden die Entwürfe
renommierter Hotelarchitek-
ten, sowie eigene Konzep-
te mit innovativen Lösun-
gen. Besondere Beachtung
findet die Einhaltung des
vorgegebenen Zeit- und
Budgetrahmens. Hierdurch
hat sich die Firma über Jah-
re hinweg einen Namen so-
wohl in der Kettenhotellerie
als auch bei den Privathotels
gemacht. Dieses wird auch
ermöglicht durch eigene
Produktionskapazitäten in
der Metall-, Glas- und Holz-
bearbeitung.
Mitte der neunziger Jahre
wurde die Tätigkeit zu-
nehmend internationali-
siert und Projekte in Frank-
reich, Benelux, Schweden,
Dänemark und der Schweiz
realisiert. Als Generalunter-
nehmer wurde das Waldorf
Astoria Trianon Palace Ver-
sailles erfolgreich saniert.
www.dsh-hotelprojects.com
20 hoga AKTIV 10 | 2020DEHOGA BERLIN-PARTNER
hoga AKTIV 10 | 2020 21DEHOGA BERLIN-PARTNER
Ein komplettes Umdenken
kann den ganzen Betrieb retten
apaleo-Gründer Uli Pillau über die langanhaltende Talsohle bei den Buchungs-
anfragen und wie Hotels in Zukunft trotzdem Gewinne erwirtschaften können.
Herr Pillau, es gibt aktuell täglich neue Entwicklungen meisten fallen einfach weg. Auch Geschäftsreisen werden
in der Corona-Krise und Änderungen, nach denen sich zukünftig sicherlich nicht mehr im gleichen Rahmen statt-
Hotel und Gastronomie richten müssen. Wie sehen Sie die finden, da viele Firmen vermehrt auf Online-Meetings set-
momentane Lage? zen. In anderen Marktbereichen gibt es ähnliche Entwick-
Uli Pillau: Die Unsicherheit für die Hoteliers in Deutsch- lungen.
land, in Europa und auch weltweit ist sicherlich gerade das
Schlimmste. Dass zum Beispiel TUI auf Grund der Reise- Und wie wirkt sich das auf den gesamten Markt aus?
warnung der deutschen Bundesregierung kurzfristig alle Es gibt sicher einige Hotels, die auf Grund ihres Produktes
Mallorca und Spanienreisen umbuchen oder absagen muss- oder ihrer Lage gut aufgestellt sind. Auch in den großen
te, solche Ereignissen kommen plötzlich und unerwartet. Weltstädten wird die Belegung irgendwann wieder akzep-
Niemand ist dagegen gefeit in der momentanen Situation. table Höhen erreichen. Doch die überwiegende Anzahl
von Hotels wird kämpfen müssen. Vielen bleibt
nur, ihr Geschäftsmodell wirklich drastisch zu
verändern. Die Alternative ist die Schließung
des Betriebs oder der Verkauf. In den Nachrich-
ten liest man fast täglich über Insolvenzen in
der Hotel- und Gastronomiebranche.
Kann man hier generalisierte Aussagen treffen?
Das ist so natürlich nicht möglich. 5-Sterne-Häu-
ser haben andere Voraussetzungen als Budget
Hotels. Motel One wird in 2020 voraussichtlich
einen Verlust von 80 Millionen Euro machen.
Laut dem Gründer Dieter Müller erlebt die Grup-
pe so etwas zum ersten Mal. Doch es gibt et-
was, das allen gemein ist: Ingo Peters, Direktor
des Vier Jahreszeiten Hotels in Hamburg, sag-
te kürzlich in einem Interview, dass die deutlich
niedrigere Belegung, sie dazu zwingt, komplett
umzudenken. Eine Belegung wie in diesem Jahr
© apaleo
Uli Pillau ist für die meisten Häuser einfach nicht mehr
kostendeckend. Allgemein sagt man, dass je
nach Hotelart ein Minimum von ungefähr 60 bis
Welche Veränderungen sehen Sie mittel- und langfristig 65 Prozent Belegung nötig ist, um zumindest die Kosten
bei der Buchungsnachfrage? zu erwirtschaften. Erst danach macht man Gewinne. Die
Viele Märkte werden lange brauchen, um wieder zu dem größten Kostentreiber sind die Pacht und natürlich die Per-
Status von vor der Krise zu kommen. Und manche Seg- sonalkosten.
mente werden das wahrscheinlich nie wieder erreichen.
Hoteliers bleibt nichts anderes übrig, als jetzt radikal neue Wie lange wird dieser Trend voraussichtlich anhalten?
Wege zu gehen. Der gesamte Event- und Konferenzmarkt, Das ist sehr schwer vorauszusagen. Viele auf den Hotel-
auf den sich viele Hotels vor allem in den Städten konzen- markt spezialisierte Analysefirmen prognostizieren aber,
trieren, wird in der Zukunft sicher anders aussehen. Sehr dass für 2020 und die Folgejahre an den meisten Orten und
viele Messe- und Veranstaltungsfirmen erfinden sich ge- Städten noch mit Belegungen deutlich unter 50 Prozent ge-
rade neu. Großveranstaltungen wie Konzerte oder Sporte- rechnet werden muss, oft sogar eher in die Richtung 30– 40
vents werden aus Sicherheitserwägungen auf einige Zeit Prozent. Dass viele Betriebe dadurch gezwungen sein wer-
nicht mehr so stattfinden können wie wir es kannten, die den zu schließen, das tut mir in der Seele weh. Ich bin seit
22 hoga AKTIV 10 | 2020DEHOGA BERLIN-PARTNER
weit über 30 Jahren in der Hotelbranche, habe eine Ausbil- Welchen positiven Ausblick können Sie uns bieten?
dung und die Hotelschule absolviert, arbeite seit langer Zeit Da ich selbst als Hotelier gearbeitet habe, fühle ich mit der
eng auf der Softwareseite weltweit mit Ketten und Hotels ganzen Industrie. Ich bin aber auch ein großer Optimist und
zusammen und zähle etliche Hoteliers zu meinen Freunden. sehe positiv in die Zukunft. Eine solche riesige Krise birgt
Was gerade passiert, ist mit nichts zu vergleichen, was wir immer auch große Chancen, wenn man sich auf die neu-
bisher kannten. en Gegebenheiten einlässt. Um uns herum verändert sich
gerade alles in einer viel höheren Geschwindigkeit als bis-
Welche Alternative empfehlen Sie, her gewohnt. Die Schwachstellen in den Industrien sind so
wenn man eine Schließung noch umgehen kann? sichtbar wie nie. Mit neuen Situationen, schnell lernen um-
Es gibt in einer Reihe von Ländern innovative Vorreiter für zugehen, das kennen wir aus der Software-Entwicklung
neue Hotelmodelle, die andere Wege gehen, oft durch Leute sehr gut. Wir erfinden uns in unseren Start-up Firmen tag-
und Konzepte getrieben, die bereits in anderen Industrien täglich neu. Deshalb kennen wir auch die Wege, die die Ho-
erfolgreich waren. Sie setzen zum Beispiel auf voll automa- tellerie in die Zukunft bringen kann.
tisierte Hotels, die mit wenigen oder keinen Mitarbeitern
vor Ort auskommen können. Solche Hotels arbeiten bereits
mit Belegungen von 20, 30 oder 40 Prozent durchaus profi-
tabel und produzieren deutliche Gewinne.
Gibt es Hotelketten in Deutschland, Uli Pillau ist Unternehmer und Angel Investor. Er ist
die das bereits für sich nutzen? Gründer von apaleo, einem in München ansässigen
Hier kennen wir Limehome, Stayery oder Cosy, die auch Start-up-Unternehmen, das eine Cloud-Plattform der
unsere Kunden sind. Sie haben bereits bei ihrem Aufbau die nächsten Generation für die Hotellerie entwickelt. Zu-
komplette Riege an veralteten Legacy-Technologien igno vor war Uli am Aufbau mehrerer sehr erfolgreicher
riert und setzen auf moderne Cloud-Plattformen, die ihre Softwareunternehmen im Hotel- und Reisebereich be-
Konzepte auch wirklich unterstützen. teiligt, u.a. Fidelio Software, heute das weltweit füh-
rende Property Management System für Hotelketten
Für neue Hotelgruppen und Hotels scheint das schlüssig. und Hotels. Anschließend leitete er IDeaS, ein Unter-
Aber was hilft den bestehenden Hotelbetrieben, nehmen, das die erste wissenschaftliche Revenue Ma-
die aktuell in Schwierigkeiten sind? nagement Software für die Hotellerie anbietet, die sich
Je länger man mit seinem Betrieb erfolgreich gearbeitet schnell zum Standard Yield & RMS System für Hotel-
hat, desto schwieriger ist es, seine Arbeitsweise zu ändern. ketten und Hotels auf der ganzen Welt entwickelte.
Für ein traditionelles Hotel ist ein komplettes Umdenken si-
cher ein schmerzhafter Prozess. Doch als Alternative zur Über apaleo GmbH
Schließung oder zum Verkauf für die meisten der einzige apaleo ist die offene Software-Plattform für die Hotel-
Weg. lerie, die es jedem Betrieb ermöglicht, sich einen indi-
viduellen Technologie-Stack mit Property Management
Was genau schlagen Sie vor? und integrierten Zahlungssystemen sowie kostenlo-
Ein erster Schritt könnte sein, sämtliche F&B-Outlets und ser Integration von Drittanbieter-Applikationen und In-
Restaurants zu schließen oder an dritte Betreiber zu geben. house-Lösungen zusammenzustellen. Basierend auf
Außerdem alle alten Technologie-Systeme mit hohen War- der Infrastruktur von apaleo kann jedes Hotel das idea-
tungs- oder Vertragskosten sofort zu kündigen und abzu- le Gästeerlebnis und die optimale Mitarbeitererfahrung
schalten. Das alles jedoch nicht willkürlich und aktionistisch, verwirklichen. Erfahren Sie mehr unter
sondern mit einem Plan, ein neues Produkt für einen verän-
derten Markt zu schaffen und neue Zielgruppen anzuspre- www.apaleo.com/de
chen. Freigewordene, vorhandene Räumlichkeiten kann man info@apaleo.comapaleo.com/de
neu definieren und wichtige Bausteine, die man für den Be-
trieb noch benötigt – wie das Housekeeping – outsourcen.
Das alles mit dem Ziel im Kopf: Wie kann ich mein Hotel
mit einer fortlaufenden Belegung von unter 40 Prozent mit
Gewinn betreiben? Aus meiner Erfahrung heraus besteht
der einzig mögliche Schlüssel in der Automatisierung über
Technologie. Das erfolgreiche Hotel der Zukunft wird ein
von Technologie getriebenes Hotel sein. Es wird nicht je-
dem leicht fallen, sein Hotelkonzept, das über Jahrzehnte
hinweg so gut funktioniert hat, hinter sich zu lassen in allen
Bereichen komplett neu zu denken. Doch dieser Weg kann
den ganzen Betrieb retten.
hoga AKTIV 10 | 2020 23Sie können auch lesen