Internationale Jugendarbeit in der AWO und im Jugendwerk der AWO - Bilanz 2018
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Impressum AWO Bundesverband e. V. Blücherstr. 62/63 10961 Berlin Telefon: (+49) 30 – 263 09 – 0 Telefax: (+49) 30 – 263 09 – 325 99 E-Mail: info@awo.org Internet: awo.org Verantwortlich: Wolfgang Stadler, Vorsitzender des Vorstandes Ansprechpartnerin: Christin Lübbert E-Mail: christin.luebbert@awo.org Satz/Layout: textsalz - Linda Kutzki Bildnachweise: Alle Fotos AWO Bundesverband, mit Ausnahme von: S. 7: Riccardo Piccinini – stock.adobe.com S. 8 und S. 19: Landesjugendwerk der AWO Thüringen S. 17: AWO Integrations-gGmbH S. 18: AWO Kinderhaus du Bonheur S. 21: Bezirksjugendwerk der AWO Hannover S. 23: fotofabrika – stock.adobe.com S. 25: Bundesjugendwerk der AWO S. 26: weyo – stock.adobe.com © AWO Bundesverband e. V., Berlin. Das Copyright für Texte und Bilder liegt, soweit nicht anders vermerkt, beim AWO Bundesverband e. V. Abdruck, auch in Auszügen, nur mit ausdrücklicher vorheriger Zustimmung des AWO Bundesverband e. V. Alle Rechte vorbehalten. Mai 2019
Inhalt
Inhalt
Grußwort 5
Internationale Begegnungen in Trägerschaft der AWO
und der AWO Jugendwerke 6
Zugänge zum Jugendaustausch verbessern und gesellschaftliche Teilhabe fördern 6
Zahlen und Fakten 9
Projektbeispiele 16
„Setze deinen ökologischen Fußabdruck für eine gemeinsame europäische
Zukunft!“ - Trilateraler Jugendaustausch zum Thema Nachhaltigkeit und
Umweltschutz 16
„Zusammenleben - Vivre ensemble“ - Deutsch-französisches Musikprojekt
mit CD-Produktion 18
„UpToDate“ - Eine deutsch-französische Jugendbegegnung rund um
Smartphone & Social Media 19
Beratungs- und Unterstützungsangebote des AWO Bundesverbandes
und des Bundesjugendwerkes der AWO 20
Information und Beratung zu Begegnungspädagogik und Fördermitteln 20
Vermittlung von ausländischen Partnerorganisationen über Netzwerkarbeit 21
Weiterentwicklung der Internationalen Jugendarbeit im Verband 22
Fachlicher Austausch zu Themen der Internationalen Jugendarbeit 22
Strategische Ansätze 23
Schlussbemerkung 26
Anhang 27
2 3Grußwort
Liebe Freundinnen und Freunde,
wir blicken zurück auf ein Jahr mit zahlreichen Umgesetzt werden die Begegnungen von Trägern
Projekten, die junge Menschen aus Deutschland, und Einrichtungen aus den unterschiedlichsten
Frankreich, Polen, Tschechien, Israel, Rumänien, Arbeitsfeldern der AWO, u. a. Jugendmigrations-
Tunesien, Südafrika, Mexiko und Bosnien-Herze- dienste, Hilfen zur Erziehung, Kita, Hort und offene
gowina zusammengebracht haben. Die Teilneh- Jugendarbeit, sowie von den Jugendwerken der
menden dieser internationalen Begegnungen AWO. Als AWO Bundesverband unterstützen wir die
haben sich mit den unterschiedlichsten Themen Träger und Fachkräfte bei der Konzeptentwicklung
befasst, unter anderem auch mit aktuellen gesell- und Fördermittelakquise, damit sie Angebote für
schaftlichen Herausforderungen wie zum Beispiel Kinder und Jugendliche entwickeln und tragfähige
dem Klimawandel, dem gesellschaftlichen Zusam- internationale Projektpartnerschaften aufbauen
menhalt, der Zukunft der Europäischen Union können. Darüber hinaus fördern wir die interne
sowie Demokratie und Menschenrechten. In die- Vernetzung von Projektträgern und Neueinstei-
sen Begegnungen konnten sie einander kennen- ger*innen und schaffen auch Zugänge zu externen
lernen, andere Kulturen entdecken und im inter- Vernetzungsangeboten.
kulturellen Dialog neue Erfahrungen machen.
Dabei bauen wir auf eine enge Zusammenarbeit
Wie sehr sich junge Menschen in ihrem Engage- mit den bilateralen Jugendwerken und Koordinie-
ment auch europaweit und international vernet- rungszentren, dem Bundesministerium für Fami-
zen, zeigt nicht zuletzt die Klimastreik-Initiative lie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Natio-
der schwedischen Umweltaktivistin Greta Thun- nalen Agentur für Erasmus+ JUGEND für Europa. Im
berg, die viele junge Menschen in Europa und der Dialog gestalten wir die Umsetzung der Programme
Welt inspiriert hat und somit zu einer internatio- und neuer Entwicklungslinien in der internationa-
nalen Bewegung geworden ist. len Begegnungsarbeit.
Internationale Jugendbegegnungen greifen das Die vorliegende Bilanz zur Internationalen Jugend-
Interesse von Kindern und Jugendlichen an Aus- arbeit in der AWO und ihren Jugendwerken ist die
tausch und Vernetzung auf. Sie erweitern ihren zweite Ausgabe, mit der wir Ihnen unsere Aktivitä-
Lebensraum und öffnen ihn für neue Erfahrungen ten zur Förderung der Internationalen Jugendar-
und Perspektiven. Das Besondere an diesen beit im Verband und in den Jugendwerken vorstel-
Begegnungen ist die Bewegung, die von ihnen len möchten. Sie erhalten außerdem eine Übersicht
ausgeht: Die Teilnehmenden besuchen einander, über alle Projekte aus dem vergangenen Jahr und
sie verlassen bekanntes Terrain und erleben, dass einen Einblick in beispielhafte Projekte, die hof-
sie über die Unterschiedlichkeit und Grenzen hin- fentlich zum Nachahmen inspirieren.
weg, gemeinsame Interessen, Träume und Sorgen
teilen. Sie erweitern ihren eigenen Horizont, nicht
nur räumlich, sondern auch persönlich. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!
Viele junge Menschen haben aufgrund unter- Wolfgang Stadler
schiedlichster Benachteiligungen keinen Zugang Vorsitzender des Vorstandes
zu internationalen Projekten. Mit ihrem Angebot
an internationalen Begegnungen, wollen die AWO
und ihre Jugendwerke alle Kinder und Jugendli-
chen erreichen, unabhängig von ihrem sozialen
Hintergrund.
4 5Internationale Begegnungen in der Trägerschaft der AWO und des Jugendwerks der AWO
Internationale Begegnungen in Trägerschaft
der AWO und der AWO Jugendwerke
Die Aktivitäten der AWO und der AWO Jugendwerke chen als gemeinsamen Lebensraum, in dem und
im Bereich der internationalen Jugendarbeit sind für den sie sich aktiv engagieren können. Europäi-
eng mit ihren Werten der Solidarität, Toleranz, sche und internationale Zusammenhänge verlie-
Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit verknüpft. ren hier an Abstraktion. Die jungen Menschen ler-
Kindern und Jugendlichen wird durch Angebote nen, sich dialogbereit in einer globalisierten,
des Jugendaustauschs ermöglicht, einen niedrig- vernetzten Welt zu bewegen. Dank ihrer Erfahrun-
schwelligen Zugang zu internationalen Projekten gen im internationalen Kontext tragen sie ihre
zu erhalten. Sie erleben kulturelle Vielfalt und pro- wertschätzende Haltung gegenüber Diversität und
bieren, sich in einer internationalen Kinder- bzw. ihre Kompetenzen zum Dialog und zur Verständi-
Jugendgruppe zu verständigen. In diesem gung in unsere durch Vielfalt geprägte Gesell-
geschützten Rahmen erschließen sie neue Pers- schaft. Angesichts der zunehmenden Komplexität
pektiven auf die anderen wie auch auf sich selbst. unserer Welt und den vielen Formen des Aus-
Dies eröffnet ihnen auch neue Gestaltungsspiel- tauschs und der Begegnung, ob beruflich oder pri-
räume. Sie begreifen und erleben Europa durch vat, sind diese Erfahrungen für junge Menschen
die Begegnung mit anderen Kindern und Jugendli- heute unverzichtbar.
Zugänge zum Jugendaustausch verbessern und
gesellschaftliche Teilhabe fördern
Der AWO Bundesverband und das Bundesjugend- gen von jungen Menschen mit unterschiedlicher
werk der AWO setzen sich dafür ein, dass alle Kin- sozialer Herkunft ermöglichen, Kontakte zwischen
der und Jugendlichen an internationalen Begeg- Organisationen mit Interesse an diesem Themen-
nungen teilnehmen können. 1 Besonders die feld herstellen und junge Menschen ansprechen,
Zugangschancen von benachteiligten Kindern und die kaum Zugang zu deutsch-französischer, euro-
Jugendlichen sollen erhöht werden. Um dies zu päischer und internationaler Mobilität haben. Die
erreichen, bedarf es geeigneter Rahmenbedin- Lenkungsgruppe, in der der AWO Bundesverband
gungen hinsichtlich der inhaltlichen, organisato- mitwirkt, hat den Auftrag, die Implementierung
rischen und finanziellen Förderrichtlinien. Denn dieser Strategie fachlich zu begleiten.
inhaltliche Vorgaben, verwaltungstechnische
Abläufe und die Fördersätze haben einen unmit- Darüber hinaus ist der AWO Bundesverband Mit-
telbaren Einfluss auf die Plan- und Umsetzbarkeit glied in der AG Inclusion des Nationalen Beirats für
der Projekte, die sich an benachteiligte junge das Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION. Im Jahr
Menschen richten. 2018 widmete sich die AG in zwei Sitzungen (März
2018, Bonn und Sept. 2018, Berlin) der Entwick-
Mit dieser Zielsetzung arbeitet der AWO Bundes- lung von Ansätzen zur Umsetzung der Nationalen
verband in verschiedenen Gremien, Arbeitsgrup- Diversitäts- und Inklusionsstrategie für die Pro-
pen und Netzwerken mit. Er ist Mitglied im Beirat grammumsetzung in Deutschland.
des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW),
der einmal jährlich tagt (Juni 2018, Berlin), sowie Die Strategie ist im Februar 2018 vom Nationalen
in der durch den Beirat eingesetzten Lenkungs- Beirat für Erasmus+ und JUGEND für Europa (der
gruppe zur Strategie des DFJW zur Förderung von Nationalen Agentur für das Programm Erasmus+
„Diversität und Partizipation“ (Dez. 2018, Berlin). JUGEND IN AKTION) vorgelegt worden. Sie beschreibt
Das DFJW ist von der positiven Wirkung internatio- das Prinzip, die Vielfalt junger Menschen im Kontext
naler Mobilität auf die gesellschaftliche und beruf- grenzüberschreitenden Lernens als Lernansatz zu
liche Integration junger Menschen mit besonde- sehen. Dazu sollen strukturelle Rahmenbedingun-
rem Förderbedarf überzeugt. Mit der Strategie gen so verändert werden, dass die aktive Ansprache
„Diversität und Partizipation“ will das DFJW mehr aller jungen Menschen in ihrer individuellen Unter-
Vielfalt im Jugendaustausch erreichen, Begegnun- schiedlichkeit besser als bisher erfolgen kann. Die
1 Die AWO hat auf den Bundeskonferenzen 2012 in Bonn und 2016 in Wolfsburg Beschlüsse zur Stärkung der
Internationalen Jugendarbeit und Verbesserung der Zugänge für Jugendliche mit geringeren Chancen gefasst.Internationale Begegnungen in der Trägerschaft der AWO und des Jugendwerks der AWO
Strategie schließt die Ansprache und Aktivierung Beitrag betont die BAGFW, dass die Programme wie
von engagierten Fachkräften in der Kinder- und Erasmus+ oder Europa für Bürgerinnen und Bür-
Jugendhilfe ausdrücklich ein. Sie sollen animiert ger, die den Austausch europäischer Bürger*innen
werden, das Lernen durch grenzüberschreitende und von Organisationen verschiedener Länder för-
Mobilität als ein zentrales Lernfeld der Persönlich- dern, konkret zum europäischen Zusammenhalt
keitsbildung aller jungen Menschen zu erkennen und zu einer Stärkung der EU beitragen. Es wird
und Projekte zu entwickeln, die alle jungen Men- aufgezeigt, dass durch die direkten Begegnungen
schen einbinden oder ihnen zu Gute kommen. Vorurteile abgebaut und europäische Werte wie
Solidarität, Toleranz oder kulturelle Vielfalt erleb-
Die Sitzung der AG Inclusion im September 2018 bar werden. Zudem wird hervorgehoben, dass
fand in der Bundesgeschäftsstelle des AWO Bun- gegenseitiges Lernen den Horizont öffnet, neue
desverbandes in Berlin statt. Ein besonderer Fokus Einblicke ermöglicht und erheblich die Qualität
lag insbesondere auf der Frage nach der Verbesse- etwa des Bildungssektors und der europäischen
rung der Zugänge zu Erasmus+ für Fachkräfte und Jugendarbeit erhöht. Neben diesem Konsultati-
Jugendliche mit geringeren Chancen. onsbeitrag wurden im Rahmen der BAGFW Ände-
rungsanträge zum Vorschlag der EU-Kommission
Im Rahmen der Bundesarbeitsgemeinschaft der für eine Verordnung zur Einrichtung von Erasmus+
Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) beteiligte sich der für die neue Förderperiode ab 2021 erarbeitet. Die
AWO Bundesverband an einer öffentlichen Konsul- Schwerpunkte der Änderungsanträge beziehen
tation der Europäischen Kommission zu den sich hauptsächlich auf eine stärkere Inklusion
EU-Fonds im Bereich Werte und Mobilität. In ihrem sozial-benachteiligter junger Menschen.
6 7Internationale Begegnungen in der Trägerschaft der AWO und des Jugendwerks der AWO
Zahlen und Fakten
Im Jahr 2018 wurden insgesamt 35 bi- und trilate- unter auch junge Menschen mit Migrationshinter-
rale Kinder- und Jugendbegegnungen, 4 Fachkräf- grund, mit Fluchterfahrung oder mit verschiedenen
teaustausche und 2 Vorbereitungstreffen von Trä- Benachteiligungen, vor allem soziale und finanzi-
gern, Einrichtungen und Jugendwerken der AWO elle Hindernisse, bildungsbezogene Schwierigkei-
erfolgreich durchgeführt. Die meisten Begegnun- ten sowie aus marginalisierten Stadtvierteln oder
gen fanden mit Frankreich (11 Begegnungen, dem ländlichen Raum.
2 Vorbereitungstreffen), Tschechien (11 Begegnun-
gen) und Polen (8 Begegnungen) statt. Darüber Die internationalen Begegnungen finden zu ganz
hinaus wurden auch Projekte mit Israel (3 Begeg- unterschiedlichen Themen statt, zu denen sich die
nungen), Rumänien (2 Begegnungen), Bosni- Kinder und Jugendlichen im Rahmen von Work-
en-Herzegowina, Tunesien, Südafrika und Mexiko shops, Diskussionen und Besichtigungen austau-
umgesetzt. Sie wurden durch den AWO Bundesver- schen. Auch 2018 war die Themenpalette inhalt-
band und das Bundesjugendwerk der AWO als Zen- lich breit gefächert. Es fanden Begegnungen statt
tralstellen begleitet und über die bilateralen zu Europa, Vielfalt und gesellschaftlichem Zusam-
Jugendwerke und Koordinierungszentren geför- menhalt, digitalen Medien, Umwelt, Konsum und
dert, z. T. auch aus Mitteln des Auswärtigen Amts. Nachhaltigkeit, Demokratie, Workcamps, den
Menschenrechten, Tanz und Gesang, Kunst, Musik,
Darüber hinaus wurden weitere Projekte über Astronomie und Sport.
Erasmus+, das EU-Programm für allgemeine und
berufliche Bildung, Jugend und Sport, umgesetzt.2 Der Zugang zur Sprache des jeweiligen Partner-
Über Erasmus+ JUGEND IN AKTION wurden insge- landes wurde in vielen Projekten durch die Integ-
samt 15 vorwiegend multilaterale Projekte durch- ration von Sprachanimationen in das tägliche
geführt. Davon 7 Jugendbegegnungen und 5 Fach- Programm niedrigschwellig und spielerisch unter-
kräfteaustausche im Bereich Jugend (jeweils stützt. Dies hilft den Teilnehmenden, Sprachbarri-
Leitaktion 1) sowie 2 Projekte zur Entwicklung eren und Hemmungen abzubauen und über die
neuer pädagogischer Ansätze im Bereich Kita und non-verbale und verbale Kommunikation
der Arbeit mit Jugendlichen, die sich nicht in Aus- gemeinsame Anknüpfungspunkte für eine Begeg-
bildung, Arbeit oder Schulung (NEET 3) befinden nung zu finden. Angeleitet wird dies in der Regel
(jeweils Leitaktion 2). Im Bereich der beruflichen durch die Sprachanimateur*innen, die auf den
Aus- und Weiterbildung wurde über das Programm reichhaltigen Methodenpool der bilateralen
Erasmus+ Berufsbildung ein Projekt zur Umset- Jugendwerke und Koordinierungszentren zurück-
zung von Praktika im Bereich Kita für Berufskolleg- greifen.
Studierende realisiert.
Neben den Jugendbegegnungen und Fachkräfte-
Im Jugendbereich richten sich die Projekte vorwie- austauschen wurden 2018 auch deutsch-französi-
gend an junge Menschen, die bisher noch nicht an sche und europäische Freiwilligendienste organi-
internationalen Kinder- oder Jugendbegegnungen siert.4 Der Deutsch-Französische Freiwilligendienst,
teilgenommen haben. Die Gruppenzusammenset- der vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW)
zungen sind teils homogen, teils heterogen; je koordiniert wird, wurde bei 2 Trägern umgesetzt.
nachdem, ob bereits eine feste Gruppe an Teilneh- Der Europäische Freiwilligendienst, der 2018 in ein
menden besteht oder das Projekt frei ausgeschrie- eigenständiges EU-Programm überführt wurde,
ben wird. Die Bandbreite der im Jahr 2018 erreich- dem „Europäischen Solidaritätskorps“ (ESK), wurde
ten Zielgruppen war sehr vielfältig: Kinder aus der von 4 AWO Trägern und 4 Jugendwerken der AWO
Kita und dem Hort, Jugendliche aus Jugendzentren koordiniert und in verschiedenen Einsatzstellen der
und Wohngruppen sowie Schüler*innen unter- Verbände umgesetzt. Eines der Jugendwerke koope-
schiedlicher Schulformen und Studierende; dar- rierte hierbei mit Kita-Einrichtungen der AWO.
2 Erasmus+ Projekte sind nicht teil des Zentralstellenverfahrens im AWO Bundesverband e.V., sondern werden von
den Trägern direkt über die jeweiligen Nationalagenturen für Erasmus+ beantragt und abgerechnet.
3 NEET steht für „Not in Education, Employment or Training“, übersetzt: „Nicht in Ausbildung, Arbeit oder Schu-
lung“, und bezeichnet die Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener, die keine Schule besuchen, keiner
Arbeit nachgehen und sich nicht in beruflicher Ausbildung befinden und dies auch nicht unmittelbar anstreben.
4 Die internationalen Freiwilligendienste sind nicht teil des Zentralstellenverfahrens im AWO Bundesverband e.V.
Die Träger führen diese Programme in direkter Zusammenarbeit mit den jeweiligen Förderer- und Koordinie-
rungsstellen durch.
8 9Internationale Begegnungen in der Trägerschaft der AWO und des Jugendwerks der AWO
Tabellarische Übersicht der Projekte
1. Internationale Begegnungen - Zentralstellenverfahren des AWO Bundesverbandes
Begegnungen gefördert durch das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW)
Projektträger Partnerland Format Thema Land Stadt Datum
1 AWO Bezirksverband Frankreich Jugend Meine Zukunft in Europa D Westerstede Feb.
Weser-Ems e.V. begegnung (Teil 1)
2 AWO Kinderhaus du Frankreich Vorberei- Vorbereitungstreffen zur D Saarlouis Feb.
Bonheur e.V. tung Kinderbegegnung Zusam-
men leben - Vivre ensemble
3 AWO Kinderhaus du Frankreich Kinder Zusammen leben - Vivre D, F Diverse Feb.
Bonheur e.V. begegnung ensemble Orte in der
Grenzregion
4 urban-social gGmbH Frankreich, Jugend Fair und tolerant. Kulturen D Berlin März
Polen begegnung vereinen sich im gemeinsa-
men Spiel
5 AWO Bezirksverband Frankreich Jugend Meine Zukunft in Europa F Cahors Mai
Weser-Ems e.V. begegnung (Teil 2)
6 Landesjugendwerk Frankreich Jugend Up to date - eine D Bad Juli
der AWO Thürin- begegnung deutsch-französische Blankenburg
gen e.V. Begegnung rund um
Smartphone und Social
Media
7 Bezirksjugendwerk Frankreich Jugend Unsere Welt ist in Bewe- SRB Mali Idos Juli
der AWO Hanno- begegnung gung - eine Begegnung zu
ver e.V. den Themen Zukunft und
Vielfalt mit Workcamp-
Elementen
8 Jugendwerk der AWO Frankreich, Workcamp Values and nature - source HUN Hortobágy Aug.
Württemberg e.V. Ungarn of self-development,
creativity and cooperation
9 Kreisjugendwerk Frankreich, Jugend Recycling, Upcycling F Poullan- Aug.
der AWO Karlsruhe- Georgien begegnung sur-Mer
Stadt e.V.
10 Landesjugendwerk Frankreich, Jugend Vergangenheit, Gegenwart, Be Brüssel Aug.
der AWO Saarland e.V. Belgien begegnung Zukunft (Teil 1)
11 urban-social gGmbH Frankreich, Jugend Demokratie und Jugend: UKR Kiew Okt.
Ukraine begegnung Kiew - Hauptstadt der
Ukraine - zwischen Auf-
bruch und Neubeginn,
Jugendkultur im Kontext
von Projektarbeit
12 Landesjugendwerk Frankreich, Jugend Vergangenheit, Gegenwart, F Corcieux Nov.
der AWO Saarland e.V. Belgien begegnung Zukunft (Teil 2)
13 Landesjugendwerk der Frankreich Vorberei- Vorbereitungstreffen zur MKD Prilep Nov.
AWO Thüringen e.V. tung trilateralen pädagogischen
Fortbildung
Begegnungen gefördert durch ConAct - Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch
Projektträger Partnerland Format Thema Land Stadt Datum
14 AWO Ortsverein Israel Jugend Music units ISR Haifa Okt.
Friesack e.V. begegnungInternationale Begegnungen in der Trägerschaft der AWO und des Jugendwerks der AWO
Begegnungen gefördert durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW)
Projektträger Partnerland Format Thema Land Stadt Datum
15 urban-social gGmbH Polen, Russ- Jugend Tanz und Gesang verbindet. D Berlin April
land begegnung Kommunikation, Partizi-
pation und Integration der
Jugendlichen in Berlin
16 urban-social gGmbH Polen Jugend Gut zu tanzen, ist eine gute PL Zielona Góra Mai
begegnung Kunst
17 urban-social gGmbH Polen Jugend Lächeln Jäger - Freude hat PL Zary Juli
begegnung viele Gesichter
18 urban-social gGmbH Polen, Weiß- Jugend Gemeinsam ein Ziel - D Berlin Juli
russland begegnung Gemeinsam ein Projekt.
1. Kunstprojekt Länderbär
19 Bezirksjugendwerk Polen, Jugend Menschenrechte in PL Sorkwity Juli
der AWO Hanno- Ukraine begegnung Deutschland, Polen und
ver e.V. Ukraine
20 AWO Integrations-gG- Polen, Bul- Jugend Setze deinen ökologi- D Duisburg Juli
mbH garien begegnung schen Fußabdruck für eine
gemeinsame europäische
Zukunft!
21 urban-social gGmbH Polen, Weiß- Jugend Gemeinsam ein Ziel - D Berlin Okt.
russland begegnung Gemeinsam ein Projekt. 2.
Kunstprojekt Länderbär
22 urban-social gGmbH Polen Jugend Lass uns unsere Heimat in PL Nowa Sól Okt.
begegnung einer Kultur ohne Grenzen
kennenlernen
Begegnungen gefördert durch Tandem - Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch
Projektträger Partnerland Format Thema Land Stadt Datum
23 AWO Regionalverband Tschechien Jugend Europa erleben D Gallentin- Juli
Bad Doberan e.V. begegnung Bad Kleinen
24 AWO Regionalverband Tschechien Jugend Begegnen - Verstehen - D Kühlungs- Juli
Bad Doberan e.V. begegnung Handeln born
25 AWO Vogtland Bereich Tschechien Jugend Deutsch-tschechisches D Netzschkau Juli
Reichenbach e.V. begegnung Handballferiencamp
26 AWO Vogtland Bereich Tschechien Jugend Deutsch-tschechisches D Netzschkau Aug.
Reichenbach e.V. begegnung Volleyballferiencamp
27 AWO Vogtland Bereich Tschechien Jugend Erlebniswoche - Sport D Limbach Sept.
Reichenbach e.V. begegnung
28 AWO Vogtland Bereich Tschechien Jugend Sport-Aktiv-Woche im D Netzschkau Sept.
Reichenbach e.V. begegnung Vogtland
29 AWO Vogtland Bereich Tschechien Jugend Astronomie und Raumfahrt D Netzschkau Sept.
Reichenbach e.V. begegnung selbst erlebt
30 AWO Vogtland Bereich Tschechien Jugend Wiedersehen nach einem CZ Kladno Sept.
Reichenbach e.V. begegnung Jahr
31 AWO Vogtland Bereich Tschechien Jugend Erlebniswoche im Schul- D Netzschkau Okt.
Reichenbach e.V. begegnung landheim
32 AWO Vogtland Bereich Tschechien Jugend Sport-Aktiv-Woche im D Netzschkau Okt.
Reichenbach e.V. begegnung Vogtland
10 11Internationale Begegnungen in der Trägerschaft der AWO und des Jugendwerks der AWO
33 AWO Vogtland Bereich Tschechien Jugend Kreativität und Sport D Limbach Okt.
Reichenbach e.V. begegnung
Begegnungen gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen, Jugend (BMFSFJ)
Projektträger Partnerland Format Thema Land Stadt Datum
34 AWO Sozialdienst Tunesien Jugendbe- Merhaba bikum - Herzlich D Stavenhagen Aug.
gGmbH Demmin gegnung willkommen
2. Internationale Begegnungen - Zentralstellenverfahren des Bundesjugendwerks der AWO
Begegnungen gefördert durch ConAct - Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch
Projektträger Partnerland Format Thema Land Stadt Datum
1 Bezirksjugendwerk Israel Fachkräfte- Vielfalt und Teilhabe in der D Essen und April
der AWO Nieder austausch deutschen Gesellschaft Umgebung
rhein e.V.
2 Landesjugendwerk Israel Fachkräfte- Kulturelle und religiöse D Magdeburg Dez.
der AWO Sachsen- austausch Herausforderungen für die
Anhalt e.V. Bildungsarbeit in Israel und
Deutschland
Begegnungen gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen, Jugend (BMFSFJ)
Projektträger Partnerland Format Thema Land Stadt Datum
3 Jugendwerk der AWO Mexiko Jugend Jugendbegegnung mit dem MEX Palo Alto, April
Württemberg e.V. begegnung Schwerpunkt interkulturel- St. Ana,
les Lernen, globales Lernen La Resolana,
und Integration benachtei- Gualadajara
ligter Menschen
4 Bezirksjugendwerk Rumänien Jugend Jugend aktiv - Aschenberg ROU Cluj Napoca April
der AWO Nordhessen begegnung trifft Cluj
e.V. (Fulda)
5 Bezirksjugendwerk Südafrika & Fachkräfte- InterCoolTour - Empower- D Stuttgart, Juli
der AWO Württemberg Mexiko austausch ment & Partizipation in der Horn am
e.V. Jugendarbeit. Ein inter- Bodensee,
kulturelles Lernprojekt in Altensteig
Baden-Württemberg
6 Bezirksjugendwerk Bosnien Her- Fachkräfte- Vielfalt gemeinsam erleben. BiH Brcko Aug.
der AWO Hessen- zigonwina austausch Interkultureller Austausch
Süd e.V. - D/BiH
7 Bezirksjugendwerk Rumänien Jugend Dein Europa! Zukunft der D Fulda Okt.
der AWO Nord begegnung Jugend in Rumänien und
hessen e.V. (Fulda) DeutschlandBeratungs- und Unterstützungsangebote des AWO Bundesverbands und des Bundesjugendwerks der AWO
3. Erasmus+ Mobilitätsprojekte (außerhalb der Zentralstellenverfahren)
Erasmus+ Berufsbildung - Nationale Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung
Projektträger Partnerland Format Thema Land Stadt Datum
1 Berufskolleg der AWO Schweden Leitaktion Praktika von Studieren- SWE Lidingö 2018
1: Praktika den des AWO Berufskollegs
Bielefeld in schwedischen
Kindertageseinrichtungen
und Grundschulen
Erasmus+ JUGEND IN AKTION - Nationale Agentur JUGEND für Europa
Projektträger Partnerland Format Thema Land Stadt Datum
2 AWO SANO Nordsee Rumänien, Leitaktion Health, integration and D Schillig Nov.
gGmbH Haus Schillig Belarus, 1: Jugend- refugees - AWO North sea
Ukraine begegnung goes to Europe - Part 1 We
meet each other
3 Kinder- und Jugend- Kroatien Leitaktion Vielfalt statt Einfalt - Ent- HRV, "Sibenik, "Sept.,
zentrum 'die9' 1: Jugend- wicklung und Etablierung D Herford" Nov."
(AWO Ostwestfalen- begegnung gemeinsamer Jugendpro-
Lippe e.V.) jekte
4 Landesjugendwerk Frankreich, Leitaktion Vergangenheit, Gegenwart, BE Brüssel Aug.
der AWO Saarland e.V. Belgien 1: Jugend- Zukunft (Teil 1)
begegnung
5 Landesjugendwerk Frankreich, Leitaktion Vergangenheit, Gegenwart, F Corcieux Nov.
der AWO Saarland e.V. Belgien 1: Jugend- Zukunft (Teil 2)
begegnung
6 Jugendwerk der AWO Spanien, Leitaktion Not a brick in the wall ES Burgos März
Württemberg e.V. Italien, 1: Jugend-
Deutschland, begegnung
Ungarn,
Litauen
7 Jugendwerk der AWO Polen, Leitaktion Message in Media HUN Veszprem April
Württemberg e.V. Italien, Grie- 1: Jugend-
chenland, begegnung
Deutschland,
Litauen,
Türkei
8 Jugendwerk der AWO Tschechien, Leitaktion Think and Act CZ Nachod Aug.
Württemberg e.V. Deutschland, 1: Jugend-
Griechen- begegnung
land, Lett-
land, Polen,
Ukraine
9 Jugendwerk der AWO Jordanien, Leitaktion EVS Study visit and networ- FIN Metsäkar- Feb.
Württemberg e.V. Ägypten, 1: Fach- king seminar tano
Libanon, kräfteaus-
Deutschland, tausch -
Marokko, Study Visit
Portugal,
Spanien,
Ukraine,
Litauen,
Schweden,
Dänemark,
Finnland
12 13Beratungs- und Unterstützungsangebote des AWO Bundesverbands und des Bundesjugendwerks der AWO
10 Jugendwerk der AWO Slowakei, Leitaktion Games 4 Life I. GR Thessaloniki März
Württemberg e.V. Tschechien, 1: Fach-
Italien, kräfte-
Deutschland, austausch
Rumänien, - Training
Grie- Course
chenland,
Bulgarien,
Spanien,
Portugal
11 Jugendwerk der AWO Polen, Por- Leitaktion Conversation - Poetry Slam ROU Cluj Napoca April
Württemberg e.V. tugal, Bul- 1: Fach-
garien, Grie- kräfte-
chenland, austausch
Lettland - Training
Course
12 Jugendwerk der AWO Slowakei, Leitaktion Games 4 Life II. CZ Rejvíz Juli
Württemberg e.V. Tschechien, 1: Fach-
Italien, kräfte-
Deutschland, austausch
Rumänien, - Training
Grie- Course
chenland,
Bulgarien,
Spanien,
Portugal
13 Jugendwerk der AWO Slowakei, Leitaktion Creative Learning SVK Trstená Sept.
Württemberg e.V. Estland, 1: Fach-
Italien, kräfte-
Deutschland, austausch
Lettland, - Training
Bulgarien, Course
Spanien,
Niederlande
14 AWO Begegnungs- Italien, Leitaktion Be the Change – Förde- Div. Länder 2016-
zentrum e.V. (AWO Ungarn, 2: Strategi- rung von Unternehmertum Div. Orte 2018
Kreisverband Spree- Slowenien, sche Part- durch intergenerationalen
Wuhle e.V.) Malta nerschaft Austausch
15 AWO KiTa Ringelblume Dänemark, Leitaktion Pedagogical and Cultural "In 2018: NOR, D" 2016-
und AWO KiTa Brühler Norwegen 2: Strategi- Approach to Inclusion of "In 2018: Bergen, 2018
Gartenzwerge (AWO sche Part- Foreign Cultures Erfurt"
AJS gGmbH) nerschaftBeratungs- und Unterstützungsangebote des AWO Bundesverbands und des Bundesjugendwerks der AWO
4. Internationale Freiwilligendienste (außerhalb der Zentralstellenverfahren)
Deutsch-französischer Freiwilligendienst (DFFD) - Deutsch-Französisches Jugendwerk
Akkreditierte(r) Träger/ Sitz Format Aufnahme Entsendung Partnerländer
Einrichtung
1 AWO Kinderhaus du Homburg DFFD Frankreich
X
Bonheur e.V. (Saar)
2 AWO Landesverband Berlin DFFD Frankreich
X X
Berlin e.V.
Europäisches Solidaritätskorps (ESK) - Nationale Agentur JUGEND für Europa
Akkreditierte(r) Träger/ Sitz Format Aufnahme Entsendung Partnerländer
Einrichtung
3 AWO Bremer Bremerhaven ESK Italien, Russland
X X
haven e.V.
4 AWO Kreisverband Singen ESK Spanien, Rumänien
X
Konstanz e.V.
5 AWO Pirnaer Werk- Pirna ESK Uganda, Russland
stätten (AWO Sonnen- X
stein gGmbH)
6 Bezirksjugendwerk Frankfurt am ESK Frankreich, Spanien, Italien,
der AWO Hessen-Süd Main Bosnien-Herzegowina,
X Norwegen, GB, Russland
7 Jugendwerk der AWO Stuttgart ESK Belgien, Bulgarien,
Württemberg Dänemark, England,
Estland, Finnland,
Frankreich, Griechenland,
Irland, Kroatien, Litauen,
Luxembourg, Niederlande,
X X Österreich, Polen, Portugal,
Rumänien, Schweden,
Slowenien, Slowakei,
Spanien, Tschechien, Türkei,
Ungarn, Ukraine
8 Kreisjugendwerk der Karlsruhe ESK Ungarn, Spanien, Frankreich,
AWO Karlsruhe-Stadt Ukraine, Türkei, Slowenien,
in Kooperation mit Russland, Tschechien,
X X
der AWO Karlsruhe- Belgien, Schweden, Polen
Stadt
9 Landesjugendwerk Erfurt ESK Estland
X
der AWO Thüringen
14 15Projektbeispiele
Projektbeispiele
Die Projektträger der hier vorgestellten Projekte sind in den Arbeitsfeldern Jugendmigrationsdienste, Kita,
offene Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit verortet und spiegeln damit auch die Bandbreite der Pro-
jektträger in der AWO und den AWO Jugendwerken wider. Die Kurzberichte veranschaulichen beispielhaft,
wie sich Kinder- bzw. Jugendbegegnungen mit einer thematischen Ausrichtung gestaltet lassen.
„Setze deinen ökologischen Fußabdruck für eine gemeinsame
europäische Zukunft!“ - Trilateraler Jugendaustausch
zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz
Träger: AWO-Integrations gGmbH Duisburg Durch den trilateralen Jugendaustausch wurde
den Jugendlichen ihr eigenes Konsumverhalten
Vom 23. bis zum 28. Juli 2018 organisierte der verdeutlicht. Gemeinsam wurden Strategien ent-
Jugendmigrationsdienst in Kooperation mit den wickelt, dies im Kleinen zu verändern.
Integrationsagenturen der AWO-Integrations
gGmbH eine trilaterale Jugendbegegnung unter Durch den interkulturellen Austausch der Jugend-
dem Motto „Setze deinen ökologischen Fußab- lichen sind Freundschaften und Begegnungen
druck für ein gemeinsames Europa“. gelungen, für ein gemeinsames Europa zu sensibi-
lisieren. Die Jugendlichen haben von ihren Her-
Durch die Kooperation mit der bulgarischen Nicht- kunftsländern berichtet und informiert. Zum
regierungsorganisation Amalipe5 aus Varbitsa Abschluss hat ein Teilnehmer mit Fluchterfahrung
und der Stiftung Borussia6 aus Olsztyn/Allenstein alle Jugendlichen zu sich in Duisburg nach Hause
in Polen konnten Jugendliche aus Deutschland, eingeladen. Die Kontakte untereinander bestehen
Polen und Bulgarien eine aufregende Woche erle- aktuell noch. Es konnten durch die Begegnung
ben. Die Teilnehmenden kamen in Duisburg Stereotype abgebaut werden. Dies berichteten die
zusammen, um sich zum Thema Nachhaltigkeit zu Jugendlichen in den Reflexionsrunden. Die Inhalte
informieren und auszutauschen. der Begegnung wurden im europäischen Sinne auf
Bulgarisch, Polnisch, Deutsch und auch Englisch
Der ökologische Fußabdruck diente hierbei als vermittelt.
Symbol für den Ressourcenverbrauch eines Men-
schen. Und es ging darum, zu zeigen, dass jede*r Durch den Jugendaustausch sind Freundschaften
Einzelne diesen aktiv steuern kann, ob beim Fort- zwischen den jungen Menschen aus Bulgarien,
bewegen, der Ernährung oder beim Einkauf. Dem- Polen und Deutschland entstanden. Ebenfalls wird
entsprechend ging es mit Fahrrädern aus der die Kooperation mit den Partnerorganisationen
AWO-Fahrradwerkstatt durch die Stadt. Getagt auch künftig weiter fortgesetzt und intensiviert.
wurde im Beratungscafé auf dem AWO-Lernbau- Finanziert wurde der Jugendaustausch durch Mit-
ernhof Ingenhammshof. tel des Deutsch-Polnischen Jugendwerks sowie
aus Eigenmitteln der AWO-Integrations gGmbH.
5 Amalipe ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich für die Integration der Roma-Minderheit und für mehr
Toleranz einsetzt.
6 Die Stiftung Borussia setzt sich für Toleranz und Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen und
Religionen ein.Projektbeispiele
Für eine Institution ist die Kooperation auf euro- • in der Förderung der Partizipation und des
päischer Ebene mit den Partnerorganisationen ein ehrenamtlichen Engagements
essenzieller Lernprozess für alle Seiten. Das beson-
dere Interesse bei der internationalen Jugendbe- • in der Förderung der interkulturellen Öffnung
gegnung lag für uns als AWO und interkulturellen Sensibilität auf beidsei-
tiger institutioneller Ebene als auch bei den
• in der Auseinandersetzung für ein gemeinsa- Jugendlichen selbst
mes Demokratieverständnis
Aussagen der Jugendlichen zum Austausch:
• im Abbau von Vorurteilen und Stereotypen
Armin (20 Jahre alt Jugendlicher mit Flucht
erfahrung aus Duisburg):
„Ich finde, dass der Austausch
wunderbar war und außerdem
habe ich viel gelernt. Dabei
habe ich mich gut gefühlt und
habe sehr nette und freund
liche Menschen aus anderen
Ländern kennen gelernt.
Ich wünsche mir dass dieser
Austausch wieder stattfindet.“
Yusef (20 Jahre alt aus Duisburg):
„Alle haben sich gut miteinan-
der verstanden, auch wenn sie
nicht dieselbe Sprache gespro-
chen haben.“
16 17Projektbeispiele
„Zusammenleben - Vivre ensemble“ -
Deutsch-französisches Musikprojekt mit CD-Produktion
Träger: AWO Kinderhaus du Bonheur Die Kooperation zwischen diesen beiden Einrich-
(AWO Saarland) tungen besteht bereits seit 2012. Seitdem organi-
sieren sie jährlich deutsch-französische Begeg-
Diese deutsch-französische Begegnung für Kinder nungen im Grenzraum oder auch andernorts in
im Alter von 6-14 Jahren fand unter dem Titel Deutschland bzw. Frankreich. Viele der Kinder, die
„Zusammenleben - Vivre ensemble“ an mehreren dort betreut werden, kennen sich bereits, andere
Terminen von Februar bis Juli 2018 an unter- werden neu in die Projekte aufgenommen. Die
schiedlichen Orten in der Grenzregion Saarland/ thematische Ausrichtung der Begegnungsprojekte
Grand-Est statt. orientiert sich stets an den Interessen der Kinder.
In allen Projekten haben die Kinder immer begeis-
Im Laufe der verschiedenen Treffen lernten die tert gesungen und so entstand ihrerseits der
Kinder singen, studierten gemeinsam Lieder in Wunsch, im Rahmen der für 2018 vorgesehenen
beiden Sprachen ein und lernten sie zu verstehen; Begegnungen eine eigene CD zu produzieren.
sie bereiteten sogar eigene Liedtexte mit vor. In
den Liedern setzten sie sich mit den Themen Viel- Das Projekt schloss mit einem musikalischen
falt, Freundschaft und Zusammenhalt auseinan- Familienfest im AWO Kinderhaus du Bonheur in
der. Sie interpretierten auch das Lied „Ensemble“ Homburg (Saar) ab, auf dem die Kinder aus beiden
(auf Deutsch „Zusammen“) des berühmten fran- Einrichtungen ausgewählte Lieder vor ihrem
zösischen Sängers Jean-Jacques Goldman. Insge- deutsch-französischen Publikum sangen und
samt 21 Lieder wurden schließlich im Tonstudio gemeinsam ihren Erfolg feierten. Gefördert wurde
mit dem Künstler und Produzenten Herry Schmitt das Projekt u. a. durch das Deutsch-Französische
aufgenommen und als CD produziert. Jugendwerk.
Die insgesamt 30 Kinder, die an der Begegnung
teilgenommen haben, haben allesamt verschie-
denste kulturelle Hintergründe. Sie werden vom
AWO Kinderhaus du Bonheur (AWO Saarland) bzw.
dem Verein ACLEF - Association Culture Loisirs
Enfance Familles (Francas Meurthe-et-Moselle) -
den beiden Projektträgern - betreut.Projektbeispiele
„UpToDate“ - Eine deutsch-französische Jugendbegegnung
rund um Smartphone & Social Media
Träger: Landesjugendwerk der AWO Thüringen in Es gelang bei allen Beteiligten, den persönlichen
Kooperation mit dem AWO Kreisverband Rudol- Blickwinkel auf eigene und vermeintlich fremde
stadt | Mobile Jugendarbeit Bad Blankenburg Identitäten zu erweitern. Die entdeckten Berüh-
rungspunkte zwischen dem eigenen Alltag im Thü-
Als eine bilaterale Jugendbegegnung unterstützt ringer Wald oder in einer Stadt am geografischen
vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) Rand der Europäischen Union wirken nachhaltig.
verbrachten jeweils 10 Jugendliche im Alter von Die Erfahrungen der Teilnehmenden in der Gruppe
14-17 Jahren aus der Normandie (Maison Pour werden beständig genutzt, als Beispiele eigene
Tous Léo Lagrange7) und Thüringen (LJW AWO Thü- Vorannahmen über Personen zu überprüfen und
ringen & AWO KV Rudolstadt) zehn gemeinsame zu korrigieren.
Tage im Juli 2018 in Bad Blankenburg und Erfurt.
Als Ergebnis der guten Erfahrungen, hoher Motiva-
Inhalt der Jugendbegegnung war der Einfluss von tion aller Beteiligten und dem Wunsch der Teil-
(Sozialen) Medien in einer Lebensphase intensiver nehmenden, Jugendliche und Fachkräfte aus
Identitätsbildung. Begegnungen und gemeinsame einem dritten Land einzuladen, führte „UpToDate“
Workshops online/offline im ländlichen und städ- zu einem deutsch-französisch-mazedonischen
tischen Raum unterstützten die Einnahme ver- Begegnungsprojekt mit Laufzeit über die kom-
schiedener Perspektiven sowie die Kommunika- menden zwei Jahre. Zur Implementierung inter-
tions- und Diskursfähigkeit als ein Grundelement nationaler Jugendarbeit im ländlichen Raum geht
demokratischen Miteinanders. Es entstanden u. a. den Jugendbegegnungen eine Fachkräftemaß-
Youtube-Clips unterschiedlicher Genres. nahme voran.
Eingebettet in die Jugendbegegnung war ein
öffentlichkeitswirksamer niederschwelliger
Aktions- und Begegnungstag im Jugendhaus Bad
Blankenburg. Jugendliche von „UpToDate“ stellten
gemeinsam mit täglichen Jugendhausbesuchen-
den und Aktiven des lokalen Ehrenamt-Netzwerks
Sitzmöbel aus Paletten und Traktorreifen für den
Jugendplatz der Stadt her.
Für „UpToDate“ wurde die Zielgruppe der jungen
Menschen aus dem ländlichen Raum gezielt avi-
siert. Dies gelang durch eine hervorragende
Kooperation innerhalb unseres Verbandes, deren
Ausgangspunkt die Teilnahme der mobilen
Jugendarbeiterin an einem Training zur internati-
onalen Jugendarbeit im Dezember 2017 bildete8.
Die Antragstellung, Organisation, inhaltliche Gestal-
tung und Begleitung lag beim Landesjugendwerk;
die Arbeit mit den Jugendlichen im Vorfeld der
Begegnung, die lokale Vernetzung und der Aktions-
tag wurde durch die mobile Jugendarbeit vor Ort
koordiniert.
7 „Maison Pour Tous Léo Lagrange“ ist ein Stadtteilzentrum in Cherbourg-En-Cotentin, Département Manche,
Frankreich. Die Partnerschaft besteht seit mehreren Jahren.
8 „No Borders More Skills“ fand als multilaterales Training in Förderung von ERASMUS+ mit dem Veranstalter
„Maison Pour Tous Léo Lagrange“ aus Cherbourg-En-Cotentin, Frankreich und dem Landesjugendwerk AWO
Thüringen als ein Kooperationspartner statt.
18 19Beratungs- und Unterstützungsangebote des AWO Bundesverbandes und des Bundesjugendwerkes der AWO
Beratungs- und Unterstützungsangebote des
AWO Bundesverbandes und des Bundesjugendwerkes der AWO
Der AWO Bundesverband und das Bundesjugendwerk der AWO unterstützen die Initiativen ihrer Gliede-
rungen, internationale Kinder- und Jugendbegegnungen zu organisieren. Diese Unterstützung umfasst
Angebote der Information, Beratung, Qualifizierung und Vernetzung, welche sich sowohl an Neueinstei-
ger*innen als auch an erfahrene Projektträger richten.
Information und Beratung zu Begegnungspädagogik und Fördermitteln
internationalen Begegnungen fort. Interessierte
und Projektträger informierten sich über Sonder-
ausschreibungen, Bezugsmöglichkeiten pädago-
gischer Materialien oder über weitere Kanäle zur
Gewinnung zusätzlicher Teilnehmender für ihre
Begegnungen. Diese Beratung und Begleitung
steht grundsätzlich allen interessierten Gliederun-
gen, Einrichtungen und Jugendwerken der AWO
laufend offen.
Ferner wurde 2018 das Ziel verfolgt, weitere
Zugänge zu Fördermitteln zu schaffen. Bisher
wurde das Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION
in der AWO und den Jugendwerken wenig genutzt.
In ihrer Funktion als Zentralstellen haben der AWO Die umfangreichen Anträge, die für eine Förderung
Bundesverband und das Bundesjugendwerk der eingereicht werden müssen, stellen für viele eine
AWO die Aufgabe, Anträge und Verwendungsnach- Hemmschwelle dar. Erasmus+ bietet jedoch gute
weise der Projektträger zu prüfen sowie die von Fördermöglichkeiten für internationale Begeg-
den Förderinstitutionen bewilligten Fördermittel nungen, die die kulturelle Diversität fördern und
an die Projektträger weiterzuleiten. sich an Jugendliche mit geringeren Chancen rich-
ten. Im Rahmen des Vernetzungstreffens zur Inter-
Um aktuelle Entwicklungen innerhalb der stark nationalen Jugendarbeit in der AWO und im
ausdifferenzierten Förderlandschaft zu begleiten Jugendwerk der AWO wurde daher neben Work-
und diese gemeinsam mit den Projektträgern
innerhalb des Zentralstellenverfahrens strukturiert
umsetzen zu können, nahm der AWO Bundesver-
band 2018 an den Tagungen der Pädagogischen
Mitarbeiter*innen des Deutsch-Französischen
Jugendwerks, DFJW (März 2018, Schmöckwitz;
Oktober 2018, Sommières) teil sowie an den Zent-
ralstellenkonferenzen des Deutsch-Polnischen
Jugendwerks, DPJW (Oktober 2018, Spandau) und
des Bundesministeriums für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend (Juni 2018, Köln).
Positive Entwicklungen gab es 2018 durch die Erhö-
hung des Budgets des DPJW für das laufende Jahr
sowie durch die Beschlüsse zur Erhöhung der För-
derpauschalen des DPJW und zur Erhöhung des Bud-
gets des DFJW – beides mit Wirkung zum 01.01.2019.
Der AWO Bundesverband setzte seine Arbeit im
Bereich Information und Beratung von Projektträ-
gern zur pädagogischen Konzeption und Organi-
sation sowie der fördertechnischen Umsetzung derBeratungs- und Unterstützungsangebote des AWO Bundesverbandes und des Bundesjugendwerkes der AWO
shops zu den Fördermöglichkeiten über die bilate- Prioritäten und die spezifischen Förderbedingun-
ralen Jugendwerke und Koordinierungszentren gen des Programms im Bereich Inklusion und
ein Erasmus+ Workshop angeboten. Eine Pro- Diversität ein. Dabei gab sie hilfreiche Tipps für die
grammreferentin der Nationalen Agentur Eras- Antragstellung und stellte die Unterstützungsan-
mus+ JUGEND für Europa führte in die inhaltlichen gebote von JUGEND für Europa vor.
Vermittlung von ausländischen Partnerorganisationen
über Netzwerkarbeit
Der AWO Bundesverband unterstützte auch 2018 Im deutsch-französischen Kontext gibt es drei ver-
Projektträger bei der Suche nach Partnerorganisa- schiedene durch das Deutsch-Französische
tionen im Ausland. Er greift dabei auf die tragfähi- Jugendwerk (DFJW) initiierte regionale Netzwerke,
gen Netzwerke der bilateralen Jugendwerke und deren Fokus insbesondere auf der Entwicklung von
Koordinierungszentren zurück, die einen guten Begegnungsprojekten für benachteiligte Jugendli-
Pool an verlässlichen Projektpartnern bieten. Der che liegt:
Besuch von Netzwerktreffen und die Nutzung von
Online-Datenbanken sind einander ergänzende • Netzwerk „Diversität und Partizipation“
Strategien und Instrumente, um bei der Suche zwischen Berlin/Brandenburg und
nach einer geeigneten Partnerorganisation fündig Paris/Ile-de-France: www.di-pa.org
zu werden.
• Netzwerk „Route NN“ zwischen
Um bestehende Kontakte zu diesen Netzwerken zu Nordrhein-Westfalen und
pflegen, nimmt der AWO Bundesverband jährlich Hauts-de-France: www.routenn.org
an den Tagungen der bilateralen Jugendwerke und
des Bundesministeriums für Familie, Senioren, • Netzwerk „Diversität und Partizipation“ zwi-
Frauen und Jugend teil. schen Hamburg und Marseille. Dieses Netzwerk
wurde am 13. Juli 2018 mit einer Auftakt-
Um darüber hinaus weitere Netzwerke zu erschlie- veranstaltung in Marseille ins Leben gerufen
ßen, besuchte der AWO Bundesverband die Auf- (französischsprachige Pressemitteilung).
taktveranstaltung des Projekts „Vision:Inclusion“
der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit Der AWO Bundesverband informierte über ent-
IJAB e.V. (Nov. 2018, Berlin). Diese Veranstaltung sprechende Termine der Netzwerktreffen, die allen
diente dem Aufbau eines internationalen Netz- Interessierten aus der AWO und dem Jugendwerk
werks von Trägern, die ihre Jugendbegegnungen der AWO offen stehen. Die jährlichen Netzwerk-
stärker für Jugendliche mit Behinderungen öffnen treffen ermöglichen den Teilnehmenden einen
wollen. Über seine Teilnahme an dem Treffen fachlichen Austausch und das Matching mit einer
knüpfte der AWO Bundesverband Kontakte zu Pro- französischen Partnerorganisation. Beim Treffen
jektträgern der inklusiven und diversitätsbewuss- des Netzwerks „Diversität und Partizipation“ Ber-
ten Internationalen Jugendarbeit, auf die zukünf- lin/Brandenburg - Paris/Ile-de-France im Novem-
tig zur Umsetzung von Projekten zurückgegriffen ber 2018 in Torcy war das Bezirksjugendwerk der
werden kann. AWO Hannover vertreten.
20 21Weiterentwicklung der Internationalen Jugendarbeit im Verband
Weiterentwicklung der Internationalen Jugendarbeit im Verband
Der AWO Bundesverband und das Bundesjugendwerk der AWO begleiteten 2018 die weitere Umsetzung
der Beschlüsse zur Stärkung der Internationalen Jugendarbeit, die auf den Bundeskonferenzen der AWO
2012 und 2016 und auf der Bundesjugendwerkskonferenz 2018 gefasst wurden. Sie bekräftigen das
Bestreben, die Internationale Jugendarbeit innerhalb der AWO und den Jugendwerken weiterzuentwi-
ckeln. Zugleich stellen sie Forderungen nach außen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die
erfolgreiche Umsetzung von internationalen Begegnungen für benachteiligte Jugendliche.
Fachlicher Austausch zu Themen der Internationalen Jugendarbeit
Das 2017 initiierte gemeinsame Vernetzungstref- Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ein-
fen des AWO Bundesverbands und des Bundesju- führte. Er stellte zudem Ideen für Globales Lernen
gendwerks der AWO zur Internationalen Jugendar- in internationalen Begegnungen vor, z. B.
beit wurde 2018 fortgeführt (August 2018, Berlin). Zukunftswerkstätten zu den Entwicklungszielen
Es brachte erneut aktive Projektträger und interes- der Agenda 2030, die Beschäftigung mit dem
sierte Neueinsteiger*innen aus der AWO und den europäischen Kolonialismus und seinen Folgen
Jugendwerken zusammen, um fachliche Impulse sowie Migration als globales Phänomen. Auch die
aus dem Arbeitsfeld weiterzugeben, aktuelle För- Methodenboxen für Globales Lernen, die bei AWO
derinformationen zu vermitteln und den gegen- International zum Einsatz in Jugendprojekten
seitigen Austausch über laufende Aktivitäten und bestellt werden können, wurden präsentiert.
Erfahrungen im Bereich der Internationalen
Jugendarbeit zu fördern. Auf den Impulsvortrag aufbauend entstand eine
rege Diskussion darüber, wie die Themen des glo-
Ein inhaltlicher Schwerpunkt des Treffens lag auf balen Lernens, z. B. die wirtschaftliche Ungleich-
dem Thema „Globales Lernen in internationalen heit und Solidarität zwischen dem globalen Nor-
Jugendbegegnungen“. Eingeladen war ein Kollege den und dem globalen Süden, für die Arbeit mit
von AWO International e. V., der in die gemein- benachteiligten Jugendlichen aufbereitet werden
same Handelspolitik der EU und ihre Herausforde- können und sollten. Dabei wurde die ganze Kom-
rungen für den globalen Süden sowie in die plexität dieser Frage deutlich, als sich zeigte, dass
es bereits innerhalb der EU und selbst innerhalb
Deutschlands große soziale und wirtschaftliche
Ungleichgewichte gibt.Weiterentwicklung der Internationalen Jugendarbeit im Verband
Im Rahmen des Vernetzungstreffens wurden auch deutsch-israelischen Fachkräfteaustausch. In der
Projekte beispielhaft vorgestellt. In Form eines Diskussion wurde u. a. besonders deutlich, wie
Interviews gaben die Kolleg*innen des AWO Kin- sorgfältig solche Begegnungen vorbereitet und
derhaus du Bonheur und des Jugendwerks Sach- begleitet werden müssen und welche Rolle die
sen-Anhalt einen Einblick in ein deutsch-franzö- Kommunikation zwischen den Partnerorganisati-
sisches Musikprojekt für Kinder und in einen onen spielt.
Strategische Ansätze
Zur Weiterentwicklung der Internationalen gungen für die Träger, Jugendbegegnungen durch-
Jugendarbeit bedarf es weiterer Bemühungen zur zuführen. So erschwert der steigende Eigenanteil
Entwicklung strategischer Ansätze. Die Beschlüsse der Projektträger an den Gesamtkosten, internati-
zur Stärkung der Internationalen Jugendarbeit der onale Begegnungen überhaupt durchführen zu
Bundeskonferenzen der AWO aus den Jahren 2012 können.
und 2016 waren eine wichtige Weichenstellung.
Ausgehend von diesen Beschlüssen wurden bereits In dem Beschluss „Internationale Jugendarbeit im
verschiedene Aktivitäten initiiert, die die Zugänge Jugendwerk der AWO“ (Beschluss A17) wird der
zu Information, Beratung, Weiterbildung und Ver- besondere Wert der Internationalen Jugendarbeit
netzung im Bereich der Internationalen Jugendar- in den Jugendwerken unter Bezug auf die im
beit erleichtern. Grundsatzprogramm verankerten Werte wie Soli-
darität und Emanzipation hervorgehoben. Die
Auf der Bundesjugendwerkskonferenz im Mai 2018 Jugendwerksgliederungen verpflichten sich, den
in Bremen wurden zwei Beschlüsse zur Internatio- Wert dieser Arbeit insbesondere angesichts des
nalen Jugendarbeit gefasst. Mit dem Beschluss zunehmenden nationalstaatlichen Denkens anzu-
„Internationale Jugendarbeit ausreichend för- erkennen und auch in Zukunft qualitativ hoch-
dern“ (Beschluss A16) wird die Bundesregierung wertige und pädagogisch fundierte Internationale
aufgefordert, den Jugendverbänden eine ausrei- Jugendarbeit anzubieten.
chende finanzielle Förderung für internationale
Jugendbegegnungen zur Verfügung zu stellen, die Neben den politischen Beschlussfassungen wur-
Förderkriterien des Kinder- und Jugendhilfeplans den weitere Aktivitäten initiiert und fortgeführt.
flexibler zu gestalten und die Antrags- und Nach- Der AWO Bundesverband veröffentlichte zum ers-
weisführung zu vereinfachen. Zudem wird gefor-
dert, die Angebote der internationalen Jugendar-
beit auszubauen und diese mehr Jugendlichen
zugänglich zu machen. Der Beschluss ist eine
Reaktion auf die zunehmend schwierigen Bedin-
22 23Weiterentwicklung der Internationalen Jugendarbeit im Verband
ten Mal einen gemeinsamen Bilanzbericht 2017 zur Mit Blick auf die Gewinnung von Teamer*innen wurden
Internationalen Jugendarbeit in der AWO und im konkrete Ideen entwickelt, wie z. B. die Rekrutierung
Jugendwerk der AWO. Ziel war es, den Jugendaustau- von ehemaligen Teilnehmenden als Teamer*innen.
schaktivitäten aller Akteure aus der AWO und dem Wichtig sei es, Mitarbeiter*innen und Ehrenamtliche zu
Jugendwerk mehr Sichtbarkeit zu verleihen, sowohl finden, die „Feuer fingen“. Auch Arbeitskreise zu inter-
innerhalb als auch außerhalb des Verbandes. Über nationalen Themen (AK Europa oder AK Internationales)
diese neue Publikation soll auch langfristig zur Stär- böten einen guten Rahmen, um die internationale
kung der arbeitsfeldübergreifenden Vernetzung der Arbeit besser zu implementieren. Jedoch müsse darauf
Träger beigetragen werden. geachtet werden, diese Gruppen für Neueinsteiger*in-
nen offen zu halten. Daneben könne auch die projek-
Berichte ersetzen jedoch nicht die persönliche Begeg- tübergreifende Arbeit helfen, neue Mitstreiter*innen zu
nung, bei der Wissen, Erfahrungen und Kompetenzen gewinnen. Auch die Unterstützung durch die Geschäfts-
ausgetauscht werden. Daher spielten die Netzwerkak- führung wurde als wichtige Voraussetzung für die Ver-
tivitäten im Jahr 2018 eine ganz besondere Rolle für ankerung des Arbeitsfeldes und die Gewinnung von
die strategische Entwicklung der Internationalen Teamer*innen hervorgehoben.
Jugendarbeit in der AWO und den Jugendwerken. Das
Vernetzungstreffen der AWO und Jugendwerke zur Das Bundesjugendwerk veranstaltete im Rahmen
Internationalen Jugendarbeit diente nicht nur dem eines Forenwochenendes einen Workshop zur Inter-
fachlichen Austausch, sondern auch der Reflexion von nationalen Jugendarbeit (September 2018, Bielefeld),
strategischen Prozessen. bei dem es darum ging, die Internationale Jugendar-
beit in den Jugendwerken weiterzuentwickeln und
Im Zentrum der Diskussion stand die Frage nach der die Position der Internationalen Jugendarbeit zu stär-
Gewinnung und Qualifizierung von Teamer*innen. Es ken. Es wurde diskutiert, wie die Sichtbarkeit der
wurde herausgearbeitet, dass die Teamer*innen päda- Maßnahmen inner- und außerhalb des Verbandes
gogische Erfahrung, Sprachkenntnisse, interkulturelle gefördert sowie die Kommunikation und Kooperatio-
Sensibilität und Flexibilität benötigen sowie die Bereit- nen zwischen den im Jugendaustausch aktiven Glie-
schaft, Neues zu lernen. Auch sei es hilfreich, wenn sie derungen und Akteur*innen intensiviert werden
selbst bereits über eigene internationale Erfahrungen kann. Darüber hinaus gab es einen Austausch zur
als Teilnehmende*r an einer Jugendbegegnung, eines Frage nach den Standards in der Ausbildung von Tea-
Fachkräfteaustausches oder einer Fortbildung für Tea- mer*innen.
mer*innen verfügen. Strategisch mache es Sinn,
heterogene Teams mit unterschiedlichen Kompetenzen Weitere strategisch wichtige Neuerungen im Jahr 2018
zu bilden, so dass weniger erfahrene Teamer*innen an war die Erstellung der Internetseite zu Kinder- und
Erfahrenere andocken könnten. Besonders wichtig für Jugendreisen, Freizeiten und Bildung für die Akquise
eine funktionierende Zusammenarbeit im Leitungs- von Teilnehmenden für offen ausgeschriebene Kin-
team seien Vorbereitungstreffen, um unterschiedliche der- und Jugendbegegnungen. Diese kann von allen
pädagogische Ansätze aufzudecken und eine gemein- Jugendwerksgliederungen genutzt werden und steht
same inhaltliche und methodische Basis zu entwi- auch den Gliederungen und Einrichtungen der AWO
ckeln. Je nach vorhandenen sprachlichen Kompeten- offen. Gehostet wird die Seite vom Landesjugendwerk
zen der Teamer*innen und Teilnehmenden werde auch der AWO Württemberg.
der zusätzliche Einsatz von Dolmetscher*innen emp-
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