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Kirche und (Ganztags-)Grundschule als Partner
Praxishilfe für die Kooperation von Kirche, Kinder- und Jugendarbeit
und Grundschulen in Baden-Württemberg
Weitere Informationen: www.ganztag-bw.de 1Redaktion (v.l.n.r.):
Dr. Wolfgang Ilg, Achim Wicker, Oliver Pum, Kerstin Sommer, Christian Schuhmacher
Kirche und (Ganztags-)Grundschule als Partner – Praxishilfe für die Kooperation von
Kirche, Kinder- und Jugendarbeit und Grundschulen in Baden-Württemberg
Herausgeber
• Diözese Rottenburg-Stuttgart (Ordinariatsrätin Ute Augustyniak-Dürr)
• Evangelische Landeskirche in Württemberg (Oberkirchenrat Werner Baur)
Impressum • Erzdiözese Freiburg (Ordinariatsrätin Susanne Orth)
• Evangelische Landeskirche in Baden (Oberkirchenrat Prof. Dr. Christoph Schneider-Harpprecht)
Die Praxishilfe online: Redaktion
www.ganztag.de Dr. Wolfgang Ilg/Oliver Pum (Redaktionsleitung), Christian Schuhmacher, Kerstin Sommer, Achim Wicker.
Weitere Beiträge von Eva Graf, Dr. Wolfhard Schweiker, Maike Schweizer und Katja Stange.
Sofern die Beiträge nicht namentlich gekennzeichnet sind, werden sie vom Redaktionsteam verantwortet.
Namentlich gekennzeichnete Artikel geben die Meinung der Verfasserin/des Verfassers wieder.
Bildmaterial
Titel: Stephanie Hofschläger, pixelio.de; Seite 2: Eberhard Fuhr; Seite 44: Dan Race, fotolia.de;
DVD „Blickwinkel” des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR); Bildmaterial aus den Projekten
Layout, Satz, PrePress
Büro für Öffentlichkeitsarbeit Marko Junghänel, München, www.marko-junghaenel.de
Druck
Ilda-Druck, Gräfelfing
Kostenloser Download, ergänzendes Material und Bezug der Praxishilfe unter www.ganztag.de
Alle Rechte vorbehalten. 1. Auflage, Stuttgart, April 2015
2Kirche und (Ganztags-)Grundschule als Partner Praxishilfe für die Kooperation von Kirche, Kinder- und Jugendarbeit und Grundschulen in Baden-Württemberg
»» Inhalt
» Head
Inhalt
Die Welt anschauen! – D Tischtennis und Schach AGs _______________________ 29
Geleitwort der kirchlichen Bildungsverantwortlichen ________ 6 E Bläserklasse ____________________________________ 30
F AMICi Theaterprojekt ____________________________ 31
Kirchen haben einen hohen Stellenwert – G Singen und Sprechen _____________________________ 32
Information Geleitwort Kultusminister Andreas Stoch _________________ 7 H Kinder der Welt _________________________________ 33
Text I Kirchenmäuse AG _______________________________ 34
Die neuen Regelungen zur Ganztagsgrundschule ___________ 8 K Schulfrühstück im Café Morgensonne _______________ 35
Eine Ganztagsgrundschule findet Partner ________________ 10 L Leseomis an der Grundschule ______________________ 36
Was brauchen Schulen, damit Kooperation gelingt? ________ 11 M Schulsanitäter an der Grundschule –
Praktische Schritte zu einer Kooperation mit Ersthelfer von morgen ____________________________ 37
(Ganztags-)Grundschulen ____________________________ 12 N Raum für Ruhe _________________________________ 38
Zuständigkeiten im System Ganztagsgrundschule __________ 13 O Konfi 3 ________________________________________ 39
Mit vereinten Kräften – Personen in der Ganztagsschule ____ 14 P Sternsinger AG _________________________________ 40
Rechtliche Fragestellungen im Überblick _________________ 16 Q Weißt du, was ich glaube? Eine Entdeckungsreise
Ausschnitte aus den Rahmenvereinbarungen _____________ 18 durch Judentum, Christentum und Islam _____________ 41
Finanzierung ______________________________________ 20 R Wie werden wir eine starke Klasse? –
Ganztagsangebote an der Förderschule: Ein Tag der Orientierung für die Grundschule _________ 42
Starthilfen ins Leben ________________________________ 22 S werde WELTfairÄNDERER! _______________________ 43
Mit FSJ und BFD an der Ganztagsgrundschule ____________ 23 T Pfadfinder AG __________________________________ 44
U Ferienspaß für Kinder ____________________________ 45
Praxisbeispiele _____________________________________ 24 V Schulkindbetreuung des Caritasverbandes ____________ 46
A Freizeit AG ____________________________________ 26
B Gemeinsam für unsere Kinder – Ansprechpartner in Diözesen und Landeskirchen,
Jungschar Rasselbande und Jugendbegleiter ___________ 27 Material und Literatur _______________________________ 47
C Komm runter und sing mit! _______________________ 28 Das Wichtigste in Kürze ______________________________ 48
4 Weitere Informationen: www.ganztag.de»» Zusatz-Projekte im Internet und
geografischer Überblick
Zu den braun gedruckten Praxisprojekten finden Sie
Beschreibungen im Internet unter www.ganztag.de
a „Chor, Chor, Chor“ – Kinderchorprojekt Schopfheim
b „Rythm in the classroom“ – Angebot der Familien- d
bildungsarbeit Ulm I p
q
c Senioren spielen mit Grundschülern Tischtennis – O Q h
Backnang
d Theater AG – Weinheim B
e „Sport der Dich bewegt“ – Kindersportgruppe H
f
Köngen T E
f Stille Pause – Sulzfeld i c
g Projekt SKYWALKERS – Aitrach D
P
h Kinder begegnen Menschen im Alter – Dossenheim s G
S
i „Freiwilligendienste 2020“ – FSJ/BFD in kirchlichen K
Arbeitsfeldern R N e l
k Abenteuer Bibel – Dossenheim (in der Karte bei V L
Buchstabe h zu finden) b
l KiBiWo: Kinderbibelwoche – Geislingen
m Schülerkirchentage – Ladenburg (in der Karte bei
n r
Buchstabe Q zu finden)
F
n „Wer ist stärker?“ – Ein Menschenschattenspiel zur M
S
Weihnachtsgeschichte – Hugstetten
g
o Gottesdienst auf dem Schulhof – Ladenburg (in der
A
Karte bei Buchstabe Q zu finden) U
p Weihnachtsmusical – Schriesheim a
C
q „Mit Anton auf Entdeckungsreise gehen“ –
Mannheim
r Familientreffen am Sonntag – Freiburg
s „Die coolen Kids“ – Baden-Baden
Weitere Praxisbeispiele in „Lebens-Werte entdecken“ (Stuttgart
2012) bzw. im Internet: www.kirche-jugendarbeit-schule.de
In Baden-Württemberg nehmen circa 440.000 junge Menschen an mehr als 30.000 regelmäßigen außerschulischen Gruppenangeboten der evangelischen
und katholischen Jugendarbeit teil. Zusätzlich zu den regelmäßigen Angeboten sind knapp 770.000 Teilnahmen an über 21.000 Einzelangeboten zu
verzeichnen. Etwa 130.000 ehrenamtlich Mitarbeitende engagieren sich in der kirchlichen Jugendarbeit. Mehr als ein Viertel der ca. 4.000 allgemeinbildenden
Schulen in Baden-Württemberg kooperiert inzwischen mit kirchlicher Jugendarbeit (Statistiken der Kirchen 2014). Die oben aufgeführten Praxisbeispiele
erheben somit weder inhaltlich noch regional einen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern geben einen kleinen Einblick in mögliche Kooperationsideen.
Weitere Informationen: www.ganztag.de 5»» Die Welt anschauen
Kirche in der Schule – geht’s nicht auch Angeboten und vielem mehr bieten sie sich als außer-
weltanschaulich neutral? schulischer Partner an vielen Orten für die Kooperation
Geleitwort der an.
kirchlichen Bildungs- Wer schon einmal eine Bergtour unternommen hat, der Seit dem 1. August 2014 ist eine neue Form der
verantwortlichen weiß, wie sich dabei der Blick auf die Welt verändert. Von Ganztagsgrundschule in Baden-Württemberg gesetzlich
oben sieht manches ganz anders aus, als wenn man mitten ermöglicht worden. Dabei spielt die Zusammenarbeit mit
drin steckt – zwischen den Häusern oder im Gewühl der Partnern im Gemeinwesen eine wichtige Rolle. Mit der auf
Straßen. Der Wanderer wird sich eingestehen: Einen ein- Seite 18 in Auszügen abgedruckten Rahmenvereinbarung
zigen richtigen, „neutralen“ Blick gibt es nicht. Je nach bekräftigen das Kultusministerium, die beiden katho-
Standpunkt sehen die Dinge unterschiedlich aus. Wichtig lischen Diözesen und die beiden evangelischen Landes-
ist es, sich den eigenen Standpunkt klar zu machen, ihn kirchen in Baden-Württemberg ihren Willen zu einer
bewusst einzunehmen, und von daher auch um andere engagierten Zusammenarbeit im Bereich der Ganz-
Anschauungen zu wissen, sie zu respektieren und wert- tagsgrundschulen. Kirchliche Angebote haben ein er-
zuschätzen. kennbares Profil. Die Pluralität der Schülerinnen und
So ist es auch mit der „Weltanschauung“, die wir als Schüler, auch ihre unterschiedliche religiöse Prägung
Kirchen vertreten: Die christliche Perspektive ist keine und Beheimatung wird bejaht und beachtet. Bei dezidiert
neutrale Sicht der Dinge. Sie sieht die Welt als Gottes bekenntnisgebundenen Angeboten wird auf Freiwilligkeit
gute Schöpfung und jeden Menschen als einzigartiges und Wahlfreiheit der Schüler und Eltern geachtet.
Geschöpf Gottes. Der Mensch mit seiner unantastbaren Kooperationen zwischen Schule und außerschulischen
Würde steht im Mittelpunkt dieser Sicht. Nicht das was er Partnern basieren auf guten Kontakten. Alle wirkliche
leistet macht ihn „wertvoll“. Er ist geliebt: Von Gott, vom Kooperation beginnt mit Begegnung und braucht Per-
Mitmenschen, hoffentlich auch von sich selbst. Mit dieser sonen, die Vertrauen in das Miteinander einbringen.
„Weltanschauung“ ermuntern wir die Christinnen und Wir ermutigen dazu, die Zusammenarbeit vor Ort auf
Christen in den Gemeinden dazu, die Lebenswelten um vielfältige Weise – und wo immer möglich: in ökume-
sich herum, auch die der Schule, anzuschauen und sich nischer Gemeinsamkeit – aufzubauen. Unser Dank gilt
engagiert in diese Lebenswelten einzubringen. allen, die kirchliche Bildungsangebote in der Kooperation
Das baden-württembergische Schulgesetz formuliert: mit Schulen aufbauen und damit umsetzen, was Kirche
„Die Schule hat den in der Landesverfassung verankerten prägt: Die Welt anschauen, um die Menschen mit den
Erziehungs- und Bildungsauftrag zu verwirklichen. Über Augen Gottes zu sehen.
die Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten
hinaus ist die Schule insbesondere gehalten, die Schüler Ordinariatsrätin Ute Augustyniak-Dürr
in Verantwortung vor Gott, im Geiste christlicher Diözese Rottenburg-Stuttgart
Nächstenliebe, zur Menschlichkeit und Friedensliebe (...) Oberkirchenrat Werner Baur
zu erziehen und in der Entfaltung ihrer Persönlichkeit Evangelische Landeskirche in Württemberg
und Begabung zu fördern.“ Die Kirchen bringen sich in Ordinariatsrätin Susanne Orth
die Umsetzung dieses Erziehungs- und Bildungsauftrags Erzdiözese Freiburg
engagiert ein. Mit ihrem Netz von Kirchengemeinden, Oberkirchenrat Prof. Dr. Christoph Schneider-Harpprecht
Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit, musikalischen Evangelische Landeskirche in Baden
6 Weitere Informationen:
Weitere www.ganztag-bw.de
Informationen: www.ganztag.de»» Kirchen haben einen hohen Stellenwert
Ganztagsschulen eröffnen vielfältige Möglichkeiten,
auf Schülerinnen und Schüler sowie deren Interessen
und Begabungen individuell einzugehen. Der erweiterte
Zeitrahmen in der Ganztagsschule schafft zusätzliche Geleitwort des
Lern- und Entfaltungsmöglichkeiten für die Kinder und Kultusministers
weist den Weg zu größerer Chancengerechtigkeit. Damit des Landes Baden-
geht auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf Württemberg
einher. Denn aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung
ist es heute notwendig, verlässliche ganztägige Bildungs-
und Betreuungsangebote bereitzustellen.
Der von der Landesregierung im neuen § 4 a des Schul-
gesetzes verankerte Ausbau der Ganztagsschulen an
Grundschulen und Grundstufen der Förderschulen ist mir
persönlich ein besonders wichtiges Anliegen. Die neuen
Ganztagsschulen sollen sich überdies in den Sozialraum
öffnen und außerschulische Partner und deren Kenntnisse
und Fähigkeiten in den Ganztagsbetrieb einbeziehen.
Dadurch sollen sich die Schulen entsprechend der kon-
kreten Situation vor Ort, den Belangen der Schülerinnen
und Schüler und gemäß dem Schulprofil entwickeln Ich freue mich sehr, dass die Kirchen hierzu bereit sind
können. Mit dem neuen Instrument der Monetarisierung und danke ihnen herzlich dafür.
von Ganztagsschul-Ressourcen schaffen wir dazu die
notwendigen Voraussetzungen.
So besteht auch für die Kirchen, die bereits die Rahmen-
vereinbarung „Kooperationsoffensive Ganztagsschule” Andreas Stoch MdL
mit dem Land unterzeichnet haben und die auch Minister für Kultus, Jugend und Sport
traditionell an den Schulen einen hohen Stellenwert haben, des Landes Baden-Württemberg
die Möglichkeit, sich als außerschulischer Partner an den
Ganztagsschulen zu engagieren und den Schülerinnen
und Schülern Angebote zu machen. Kooperationen sind
nicht nur an Ganztagsschulen möglich; auch über andere
Programme wie z.B. das Jugendbegleiter-Programm bieten
sich Kooperationsmöglichkeiten. Entscheidend für den
Erfolg der Kooperation sind nicht zuletzt die ganz
konkreten Bedingungen vor Ort, das Aufeinander-
Zugehen sowie das Engagement aller Beteiligten.
www.ganztag-bw.de
Weitere Informationen: www.ganztag.de 7»» Die neuen Regelungen ...
Am 16. Juli 2014 hat der Landtag von Baden- • Es gilt Schulgeldfreiheit. Für Mittagessen kann
Württemberg das Gesetz für die Ganztagsgrundschule und ein Entgelt erhoben werden. Ebenso können bei
die Grundstufen der Förderschulen verabschiedet. Damit zeitlich oder inhaltlich über den Ganztagsbetrieb
Zitat ist die Ganztagsschule kein Schulversuch mehr, sondern hinausgehenden Angeboten Entgelte erhoben werden.
„Zu einem zeitgemäßen verbindlich im Schulgesetz verankert. Das neue Konzept Mindestens ein kostenloses Angebot muss jederzeit
evangelischen Selbstver- wurde in enger Abstimmung mit den kommunalen sichergestellt werden.
ständnis zählt die Landesverbänden entwickelt. Es zeichnet sich dabei durch • Der Schulträger beantragt die Einrichtung einer
Bereitschaft und seine Flexibilität aus. Schulträger und Eltern können wählen Ganztagsschule auf Basis eines pädagogischen
Fähigkeit, mit Offenheit zwischen der verbindlichen Form der Ganztagsschule, an Konzepts, eine Zustimmung der Schulkonferenz zum
und klarer Identität den der alle Kinder einer Schule teilnehmen, und der Wahlform, Antrag ist notwendig.
interreligiösen Dialog bei der die Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind anmelden.
zu suchen. Wir bejahen Außerdem gibt es vier verschiedene Zeitmodelle, die sich Mittagspause in der Ganztagsschule
die religiöse Vielfalt, den Bedürfnissen vor Ort anpassen. • Die Gesamtverantwortung für die Aufsicht über die
die es an Schulen gibt. Mit der Schulgesetzänderung möchte die Landesre- Schülerinnen und Schüler liegt grundsätzlich beim
Im gemeinsamen gierung einen flächendeckenden Ausbau von Ganztags- Land.
Nachdenken über grundschulen voranbringen. Jedes Kind soll die Möglich- • Die Schulträger übernehmen die Bereitstellung,
wesentliche Fragen keit haben, eine Ganztagsschule in erreichbarer Ent- Ausgabe und Beaufsichtigung im Speiseraum für alle
des Lebens besteht die fernung besuchen zu können. Dabei wird angestrebt, Schülerinnen und Schüler.
Stärke evangelischer dass sich bis 2023 rund 70 Prozent der Grundschulen • Die Kommunen übernehmen eine Kostenbeteiligung
Jugendarbeit. Antworten und Grundstufen der Förderschulen an dem neuen bei der Aufsicht. Monetarisierungsmittel (siehe Seite
auf solche Fragen werden Ganztagsschulprogramm beteiligen. Rund 158 Millionen 20/21) können für die Mittagspause nicht eingesetzt
durch Menschen mit Euro investiert das Land im Endausbau dafür. werden.
erkennbarem Profil Mittelfristig ist daran gedacht, Ganztagsangebote auch
erlebbar.“ an den weiterführenden Schulen auszubauen. Andere Betreuungsprogramme
Gottfried Heinzmann, Mit der Änderung des Schulgesetzes wurde somit seit Die bestehenden Betreuungsprogramme werden bis
Leiter des Evangelischen dem Schuljahr 2014/2015 ein neuer Rahmen für die Ende des Schuljahres 2014/2015 wie bisher vom Land
Jugendwerks in Ganztagsgrundschule gesetzt. In einem gemeinsamen bezuschusst. Neuanträge auf Förderung des Landes sind
Württemberg (EJW) Eckpunktepapier des Landes Baden-Württemberg und ab dem Schuljahr 2015/2016 nicht mehr möglich. Für
der kommunalen Landesverbände zur Ganztagsschule die bestehenden Förderungen des Landes wird seitens
wird beschrieben, was die Voraussetzungen für den des Landes ein Bestandsschutz ausgesprochen. Dieser
Ganztagsbetrieb sind. Hier die wichtigsten Stichpunkte: gilt für den Status quo. Sofern ein Schulträger für eine
• Rhythmisierter Ganztagsbetrieb ist an drei oder Schule den Antrag auf Einrichtung als Ganztagsschule
vier Tagen mit jeweils sieben oder acht Zeitstunden nach dem neuen Konzept stellt und diese genehmigt wird,
möglich, der Schulträger kann sich für eine dieser werden die Betreuungsprogramme nicht mehr vom Land
Formen entscheiden. bezuschusst.
• Ganztagsschule gibt es entweder in der verbindlichen Weiterhin möglich ist das Jugendbegleiterprogramm.
Form für alle Schülerinnen und Schüler einer Schule Hier besteht die Möglichkeit, eine Aufwandsentschädigung
oder in der Wahlform. für Ehrenamtliche auszubezahlen. Ebenfalls können
8 Weitere Informationen:
Weitere www.ganztag-bw.de
Informationen: www.ganztag.de»» ... zur Ganztagsgrundschule
Kooperationen mit gemeinnützigen Organisationen
durch ein eigenes Kooperationsbudget gefördert werden.
Weitere Informationen unter www.jugendbegleiter.de
Weitere Betreuungsangebote außerhalb des Ganztags- Zitat
betriebs obliegen dem Schulträger. „Mit ihrem Bildungsver-
ständnis und ihren Prin-
Beteiligung außerschulischer Partner zipien kann katholische
In der Gesetzesbegründung zur Ganztagsschule heißt es Jugendarbeit Schule
unmissverständlich: „Ganztagsschule kann nur gelingen, aktiv mitgestalten.
wenn außerschulische Partner sich einbringen.“ Und weiter Daher sollten wir
ist im Gesetzestext zu lesen, Ganztagsschulen „ … sollen Ganztagsschulen als
… mit außerschulischen Partnern zusammenarbeiten.“ Chance begreifen und
Mit dieser „Soll“-Bestimmung war sich der Gesetzgeber bewusst Kooperationen
durchaus bewusst, dass es auch einer entsprechenden mit Schulen erproben.“
Ressourcenausstattung bedarf, denn die in der Ulrich Müllerschön,
Ganztagsschule benötigte Verlässlichkeit kann nicht Diözesanleiter
allein durch Ehrenamtliche geleistet werden. Um BDKJ/BJA Diözese
eine Einbindung der außerschulischen Partner in die Rottenburg-Stuttgart
Ganztagsschule zu fördern, hat das Land im Juni 2014 eine
Rahmenvereinbarung „Kooperationsoffensive Ganztags-
schule“ mit den kommunalen Landesverbänden, der
Jugendarbeit, den Kirchen und zahlreichen anderen
außerschulischen Partnern abgeschlossen. Die Kirchen
haben zusätzlich eine eigene Vereinbarung mit dem Land
abgeschlossen. Die wichtigsten Punkte der Rahmen-
vereinbarungen sind auf Seite 18 und 19 dieser Praxishilfe Jugendarbeit arbeitet nach Prinzipien wie Partizipation,
abgedruckt. Freiwilligkeit, Lebensweltorientierung und Fehler-
Die Träger der Kinder- und Jugendarbeit sowie die freundlichkeit. Kinder- und Jugendarbeit steht für
Religionsgemeinschaften, denen nach Artikel 12 Abs. einen wertschätzenden Umgang mit allen Kindern und
2 der Landesverfassung als „verantwortliche Träger der Jugendlichen, knüpft an deren Interessen an und unter-
Erziehung“ eine wichtige Stellung zukommt, bringen für stützt damit die Entwicklung sozialer und personaler
die Kooperation mit Ganztagsgrundschulen wichtige Kompetenzen.
Voraussetzungen mit: Angebote für Kinder und Jugend- Mit der Ganztagsschule stehen wir alle vor einer großen
liche gehören zu ihren genuinen Aufgaben, für die gesellschaftlichen Herausforderung. Die Kinder- und
sowohl haupt- als auch ehrenamtlich Mitarbeitende Jugendarbeit und die Religionsgemeinschaften können
nach verlässlichen Qualitätsstandards geschult werden; sich mit ihren Potenzialen hervorragend einbringen
Ehrenamtliche zum Beispiel im Rahmen der bundesweit und somit einen wichtigen Beitrag leisten, diese
gültigen Jugendleitercard (Juleica). Die Kinder- und Herausforderung zu meistern.
www.ganztag-bw.de
Weitere Informationen: www.ganztag.de 9»» Eine Ganztagsgrundschule findet Partner
Formen der Ganztagsschule • Der Schulträger beantragt nach Zustimmung der
Grundschulen, die Ganztagsschule werden wollen, Schulkonferenz auf Grundlage des pädagogischen
können zwischen der verbindlichen Form (alle Schüler- Konzeptes der Schule ein Modell des Ganztagsbetriebs.
Zitat innen und Schüler nehmen teil) oder der Wahlform • Bereits eingerichtete Ganztagsschulen an Grund-
„Der Lebensraum (individuelle Anmeldung der Schülerinnen und Schüler schulen und den Grundstufen der Förderschulen
Schule erfährt eine für ein Schuljahr) wählen. können bei ihrem bisherigen Konzept bleiben oder die
Bereicherung, wenn neue Form beantragen.
kirchliche Kinder- und Termin der Antragsstellung • Die Schulleitung beschließt die Kooperation mit
Jugendarbeit sich Der Antrag der Grundschule muss immer bis Oktober außerschulischen Partnern und entscheidet jährlich
mit ihrem reichen des vorherigen Schuljahres gestellt werden (für das darüber, wie viele Lehrerwochenstunden dafür in
Erfahrungsschatz in Schuljahr 2016/2017 ist dies dann folglich der 1. Oktober Geldform (Monetarisierung) verwendet werden.
ganzheitlicher Bildung 2015). • Der außerschulische Partner muss sich klar sein, in
darin einbringt.“ welcher Form seine Beteiligung stattfinden soll.
Ulrike Bruinings, Ablauf des Antragverfahrens • Die vom Kultusministerium bereitgestellte Muster-
Landesjugendpfarrerin • Grundlage des Antrags ist das pädagogische vereinbarung wird angepasst und unterzeichnet.
der Evangelischen Konzept der Schule. Das Konzept wird von der
Landeskirche in Baden Gesamtlehrerkonferenz erarbeitet.
• An dieser Stelle ist vom außerschulischen Partner zu
klären, ob er in die Entwicklung des pädagogischen
Konzeptes einbezogen werden kann.
10 Weitere Informationen:
Weitere www.ganztag-bw.de
Informationen: www.ganztag.de»» Was brauchen Schulen, damit Kooperation gelingt?
Motivation und Begeisterung der Kirchengemeinde oder des Jugendverbandes ge-
Am Anfang steht eine Idee: Finden sich auf beiden Seiten meinsam aufgebaut, Projekte zusammen entwickelt und
Menschen, die sich für die Idee und eine Kooperation kontinuierlich begleitet.
begeistern lassen, kann daraus ein gutes Projekt werden – Verabredungen, wie Informationen ausgetauscht wer- Zitat
das zeigen vielfältige Erfahrungen. den sowie regelmäßige Austauschtreffen zwischen den „Die kirchlichen Jugend-
beteiligten Partnern sorgen dafür, dass die Kooperation verbände leisten wert-
Strukturelle Verankerung gelingen kann. volle Bildungsarbeit.
Sowohl auf der Seite der Kirchengemeinden und Was läge da näher, als
Jugendverbände wie auch auf der Seite der Schule braucht Kontinuität und Regelmäßigkeit von diesem Angebot
es ein klares „Ja“ zur Kooperation. Wichtig ist, dass die Vitale Kooperationen leben davon, dass Angebote auch Schulen profitieren
verantwortlichen Gremien das Vorhaben unterstützen. nicht nur einmal durchgeführt werden und dann wieder zu lassen? Mit dem
Die Stellenbeschreibungen der kirchlichen Mitarbei- verschwinden. Kinder und Jugendliche, die positive Kooperationsprojekt
tenden sollten das Arbeitsfeld der Kooperation mit Schule Erfahrungen in den Angeboten machen, werden für „Bringt Farbe in die
klar benennen und Ressourcen dafür bereithalten, damit nachfolgende Aktionen werben oder selbst weiter daran Schule” des BDKJ
auch bei anstehenden Stellenwechseln die Kontinuität teilnehmen. bringen wir zwei
gewährleistet werden kann. wichtige Bildungsträger
Alle am Projekt Beteiligten sollten in der Gesamtlehrer- in eine fruchtbare
konferenz, im Schulsekretariat und beim Hausmeister Zusammenarbeit.”
vorgestellt werden. Paul Rögler, BDKJ-
Diözesanleiter
Gemeinsamer Blick auf die Zielgruppe
Aus entwicklungspsychologischer Sicht wächst mit
zunehmendem Alter der Kinder und Jugendlichen das
Bedürfnis nach selbstbestimmten Aktivitäten. Das non-
formale Bildungsverständnis der Kinder- und Jugendarbeit
kann diesem Bedürfnis nachkommen.
Wenn sich die beteiligten Partner von dem Ziel leiten
lassen, wie Kinder und Jugendliche von der geplanten
Kooperation profitieren, was sie brauchen, was ihnen
gut tun könnte, wenn ihre Interessen in den Mittelpunkt
gestellt werden, entstehen Projekte, die gut angenommen
werden.
Verlässlichkeit und Kommunikation
Grundsätzlich braucht eine Kooperation zwischen Kirche
bzw. kirchlicher Jugendarbeit und Schule verlässliche
Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner. Gute Ko-
operationen werden auf Grundlage der Vorüberlegungen
www.ganztag-bw.de
Weitere Informationen: www.ganztag.de 11»» Praktische Schritte zu einer Kooperation mit
(Ganztags-)Grundschulen
1. Klärung des eigenen Bildungsverständnisses 5. Konzept für das Angebot erarbeiten
• Welche Angebote machen wir für Kinder und • Inhalte und Ziele der Partner definieren
Jugendliche? • Zielgruppe bestimmen
Zitat • Was lernen Kinder und Jugendliche bei unseren • Zielsetzung festlegen
„Klasse, wenn die Angeboten? • Bedarf feststellen
kirchliche Kinder- und • Wie lernen sie das? • Kooperationsform finden (Art, Dauer und Häufigkeit
Jugendarbeit auch an der der Maßnahme)
Grundschule erlebbar 2. Entscheidungsfindung • Verantwortlichkeiten festlegen
wird. Als stellvertretende • Anfrage der Schule oder Idee des kirchlichen Partners
Schulleiterin bin ich über • Klärung der eigenen Positionen. Welche Risiken sehen 6. Planungsphase
Kooperationen dankbar wir in einer Kooperation? Was darf nicht passieren? • Konzept mit den Beteiligten besprechen; bei größeren
– unsere Türen stehen • Klärung der eigenen Erwartungen. Was versprechen Projekten: eigene Projektgruppe gründen
offen.“ wir uns von der Kooperation? Welche Chancen sehen • Einbindung von Ehrenamtlichen
Karin Wagner, wir? • Konkretisierung der Projektidee, Planungsschritte
Konrektorin an
der Grundschule 3. Partner im Sozialraum finden 7. Kooperationsvereinbarung treffen
Sommerhofen, • Mit wem haben wir Kontakt im Sozialraum (z.B. • Auf der Homepage des Kultusministeriums stehen
Sindelfingen Vereine, Jugendtreffs, andere Konfessionen …)? Mustervereinbarungen für außerschulische Partner
• Welchen (ökumenischen) Partner wollen wir mit ins und Einzelpersonen zum Download bereit:
Boot nehmen? www.ganztagsschule-bw.de
4. Ansprechpartner finden und Absprachen treffen 8. Durchführung des Angebots
• Mit welcher Schule möchten wir kooperieren? • Kommunikation auch während des Projekts mit allen
• Wer spricht wen an? Partnern
• Gibt es geeignete Personen an der Schule (Religions- • Öffentlichkeitsarbeit (Schulrundbrief, Schwarzes Brett,
lehrkräfte, Elternvertreter/innen, …) mit denen wir Gemeindebrief, lokale Zeitung)
zusammenarbeiten können?
• Wer trifft verbindliche Absprachen? 9. Evaluation
• Gemeinsame Interessen finden • Haben wir unser Ziel erreicht?
• Identifizieren der Win-Win-Situation in der • Was müssen wir für die Zukunft bedenken?
Kooperation
12 Weitere Informationen:
Weitere www.ganztag-bw.de
Informationen: www.ganztag.de»» Zuständigkeiten im System Ganztagsgrundschule
Wer ist wofür zuständig? Wer verfügt über welche Kom- Landeskirchen und Diözesen (Fachstellen)
petenzen? Das sind die ersten Fragen, wenn man sich als • unterstützen die Entwicklung neuer Kooperationen
Kirchengemeinde oder Jugendverband für die Beteiligung zwischen Kirchengemeinde, Jugendarbeit und Schule
an einer Ganztagsgrundschule entschieden hat. durch Schaffung neuer hauptamtlicher Stellen zur Zitat
Damit man gleich die kürzesten Entscheidungswege Unterstützung und Begleitung „Ich mache das gerne,
findet und keine Zeit verliert, hier das „Who is Who?“ der • unterstützen Projekte durch Fördermittel weil ich wichtig finde,
Zuständigkeiten. • unterstützen ihre Einrichtungen, Kirchengemeinden dass die Kinder mal raus
und (Jugend-)verbände durch Beratung und kommen, wenn sie den
Land Information ganzen Tag in der Schule
• erlässt neues Schulgesetz, auf dessen Grundlage Ganz- • vertreten die Interessen der Kirchen auf politischer so viel sitzen. Sie lernen
tagsschulen eingerichtet werden Ebene bei uns ja auch ganz viel,
• entscheidet über die Zulassung von beantragten • bieten Aus- und Fortbildungsangebote für Ehren- aber verpackt in tolle
Ganztagsschulen amtliche in der Ganztagsschule an Spiele wie zum Beispiel
• weist zusätzliche Lehrerwochenstunden zu beim Baummemory, das
• ist verantwortlich für die Aufsicht in der Mittagspause Dekanatsbeauftragte Kirche und Schule/ wir als lustiges Suchspiel
Schulpastoral, Jugendreferenten, … gestalten. Hier in der AG
Kommune / Schulträger • beraten Kirchengemeinden, Jugendverbände, Schule, … sind auch viele Kinder,
• beantragt die Einrichtung von Ganztagsschulen beim • entwickeln, initiieren und begleiten neue Kooperationen die sonst sicher nicht bei
Land zwischen Kirche und Schule den Pfadis wären.“
• übernimmt koordinierende Funktion • sind kompetente Ansprechpartner und Anwalt des Lena, FSJlerin der
• leitet im Rahmen der Monetarisierung erhaltene Mittel Themas vor Ort Evang. Kirchengemeinde
des Landes an die Schulen weiter Rötteln
• ist zuständig für das Mittagessen und die Beaufsichti- Kirchliche Partner vor Ort: Kirchengemeinde,
gung im Speiseraum Jugendverbände, …
• sind Bildungspartner und Ansprechpartner für
Schulleitung / Schulkonferenz Angebote an Schulen
• erstellt pädagogisches Gesamtkonzept und setzt es nach • bieten Schulen Zusammenarbeit an
Genehmigung der Ganztagsschule um • sind Vertragspartner der Schulen und schließen
• entscheidet über Zusammenarbeit mit außerschulischen Kooperationsverträge ab
Partnern • koordinieren den Einsatz der Haupt- und Ehren-
• geht auf potenzielle außerschulische Partner zu, um amtlichen und garantieren Verlässlichkeit des Angebots
diese für eine Kooperation zu gewinnen • bemühen sich um den Brückenschlag zwischen Schule,
• entscheidet, ob und in welchem Umfang Lehrer- Kirchengemeinde, Jugendverband und Gemeinwesen
wochenstunden monetarisiert werden
www.ganztag-bw.de
Weitere Informationen: www.ganztag.de 13»» Mit vereinten Kräften ...
Kirchliches Engagement in der Ganztagsschule geht nur während der Unterrichtszeit mit Schülerinnen und
im engen Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt. Hier Schülern lesen üben – oder Studierende, die mit
decken sich die Erfahrungen aus dem Projekt „Kirche und Schülerinnen und Schülern Tischtennis spielen etc.
Zitat Schule“ (2012−2015) in der Diözese Rottenburg-Stuttgart
„Wir als Kirche haben mit dem Projekt „In Bewegung“ der Evangelischen
spezielle Kompetenzen – Landeskirche in Baden sowie der Studie „Jugend zählt!“:
ich denke an die „Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die Vorbereitung
Vermittlung gemein- und die Durchführung der lokalen Kooperationsprojekte
schaftsstiftender Werte ohne das große Engagement der vielen Ehrenamtlichen
oder an die Gestaltung nicht in diesem Umfang möglich gewesen wären.
von Ritualen − die Allerdings wurde an allen Standorten das Engagement der
wir umso stärker in beruflich Mitarbeitenden vor Ort gebraucht.“1
die Schulgemeinschaft Die größte Herausforderung besteht darin, Ehrenamtliche
einbringen sollten, je zu gewinnen, die bei regelmäßigen wöchentlichen Ange-
mehr Zeit unsere Kinder boten mitarbeiten können. Mit Blick auf die Zeiten am
dort verbringen. Meiner frühen Nachmittag sind viele Erwachsene berufstätig
Erfahrung nach sind die und die Schülerinnen und Schüler sind selbst noch in
Schulen offen dafür und der Schule. Bei Angeboten die vor Beginn der Schule
froh, wenn wir mit im (Frühschichten, Frühstück, …), nur wenige Male oder über
Boot sind.“ einen begrenzten Zeitraum durchgeführt werden, ist dies
Ulrike Engel, einfacher.
Schuldekanin
Ehrenamtliche gewinnen
Schaut man auf die bisherigen Kooperationen mit
Schulen, so sind es ganz unterschiedliche Personen, die
als Ehrenamtliche gewonnen werden. Ganz wichtig ist
hierbei, dass die neuen Ehrenamtlichen sich ihre Aufgaben
selber suchen und im Engagement gleichberechtigte
Partner sein wollen. • Gruppen von Ehrenamtlichen, die sich die Angebots-
• Jugendleiter einer Jugendgruppe oder eines Jugend- zeiten das Schuljahr über aufteilen und somit nur
verbandes, die einmal in der Woche oder im Monat ein an einer überschaubaren Zahl von Terminen präsent
Angebot oder ein Projekt durchführen sein müssen. In mehreren Projekten sind dies zum
• Jugendverbände bilden Schülermentoren aus, die im Beispiel die Zeiten zwischen Schulferien, die jeweils ein
Ganztagsbereich Angebote durchführen Ehrenamtlicher abdeckt
• Menschen, die eine besondere Gabe einbringen, wie • Menschen, die sich bislang noch nicht in der Kirchen-
zum Beispiel die „Lese-Omis“, die einmal pro Woche gemeinde engagieren, aber sich für ein bestimmtes
Projekt oder eine Aufgabe mit Schülerinnen und
1
Quergedacht – Projekt „In Bewegung“: Kooperation von Gemeinde, Schülern gewinnen lassen
Jugendarbeit und Schule, Karlsruhe 2014, S. 28
14 Weitere Informationen:
Weitere www.ganztag-bw.de
Informationen: www.ganztag.de»» ... Personen in der Ganztagsschule
Wichtig sind dabei neben einer ansprechenden Öffent- Hauptamtliche sind wichtig
lichkeitsarbeit vor allem die persönliche Ansprache und Eine verlässliche Kooperation von Kirche, Jugendarbeit
die Sicherstellung der Begleitung der Ehrenamtlichen. und Schule braucht hauptamtliche Brückenbauer, unter
anderem um Ehrenamtliche zu begleiten, zu unter- Zitat
stützen und gegebenenfalls auch zu schulen. Oft sind „Ganztagsschule als
es Hauptamtliche, die mit den Schulen die Rahmen- Teil der Gesellschaft
bedingungen aushandeln und sich um Finanzierung und – Gesellschaft als Teil
Vernetzung kümmern. der Ganztagsschule:
Wichtige Brückenbauer sind Pfarrerinnen und Pfarrer, Außerschulische
Mitarbeitende im pastoralen Dienst sowie Religionslehr- Kooperationspartner
kräfte. Sie sind in den Schulen meist schon bekannt. ein MUSS für jede
Für Beratung und Begleitung bieten die Kirchen Un- Ganztagsschule“
terstützung auf überörtlicher Ebene an, z.B. durch die Johanna Lohrer,
„Dekanatsbeauftragten Kirche und Schule“ beziehungs- Vorsitzende des
weise die „Dekanatsbeauftragten für Schulpastoral“. Landesschülerbeirats
Ansprechpartner in den Diözesen und Landeskirchen Baden-Württemberg
finden Sie auf Seite 47.
Den meisten Ehrenamtlichen ist es wichtig, dass sie ihr
Ehrenamt als sinnvoll empfinden, dieses gestalten können
und weitreichende Mitbestimmungsmöglichkeiten haben.
Das Ehrenamt in der Schule trifft weitgehend auf bezahlte
Tätigkeiten. Nachdem es durch das Jugendbegleiter-
programm bereits seit Längerem möglich ist, Ehrenamt
auch monetär zu würdigen, bietet sich durch die Moneta-
risierung von Lehrerwochenstunden nun auch die
Möglichkeit, qualifiziertes Ehrenamt entsprechend zu
honorieren.
www.ganztag-bw.de
Weitere Informationen: www.ganztag.de 15»» Alles, was Recht ist ...
Rechtliche Grundlagen der Ganztagsgrundschule Gleichermaßen sind die eingesetzten Personen der
Den rechtlichen Rahmen der Ganztagsgrundschule kirchlichen Kooperationspartner gesetzlich unfallver-
bilden § 4a des Schulgesetzes (vgl. www.landesrecht-bw.de) sichert, soweit es sich nicht um Honorarkräfte handelt,
Zitat sowie die Verordnung des Kultusministeriums über die die im Rahmen ihrer Selbständigkeit für die Kooperation
„Der Landesschulbeirat Ganztagsschulen an Grundschulen und Grundstufen von tätig werden.
(LSB) begrüßt, dass Förderschulen (GTVO) vom 6. Oktober 2014. Der Haftpflichtversicherungsschutz muss mit der zu-
sich die Kirchen als Die beiden Landeskirchen und Diözesen sind Unter- ständigen Versicherung geklärt werden. Es kann jedoch
Teil der kooperativen zeichner der „Kooperationsoffensive Ganztagsschule“. Da- angenommen werden, dass in den meisten Schadensfällen
Verantwortung für rüber hinaus haben sie eine eigene Rahmenvereinbarung zur die jeweiligen Sammelversicherungsverträge Haftpflicht-
Ganztagsbildung und Ganztagsgrundschule mit dem Land Baden-Württemberg versicherungsschutz bieten.
als Kooperationspartner vereinbart (siehe Seite 18). Für die Kooperation von Einzel-
auf Augenhöhe ins- personen und Vereinen bzw. Verbänden stehen Muster- Aufsichtspflicht
besondere mit den vereinbarungen unter www.ganztagsschule-bw.de bereit. Die an dem außerunterrichtlichen Ganztagsangebot
Fragen der Lebens- und teilnehmenden Schülerinnen und Schüler unterliegen
Werteorientierung für Wer kann kooperieren? durchgehend der Aufsichtspflicht der Schule (vergleiche
die betreffenden Kinder Grundsätzlich kommt jeder als Kooperationspartner in § 41 des Schulgesetzes). Unbeschadet der Gesamtverant-
im Ganztagsbetrieb Betracht, der persönlich und fachlich geeignet ist, bereit wortung wird die Aufsichtspflicht der Schule während des
der Schulen einbringen ist, am Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule mit- Ganztagsangebots durch die kirchlichen Partner für die
wollen.“ zuwirken sowie die Schulordnung und die gesetzlichen Schule ausgeübt.
Ingeborge Schöffel- Regelungen − insbesondere zur Verschwiegenheit und
Tschinke, zum Datenschutz − wahrt. Steuerrecht
Vorsitzende des Innerhalb der Landeskirchen und Diözesen sind die Umsatzsteuer (USt)
Landesschulbeirats etwa 4.000 örtlichen Kirchengemeinden sowie vielfältige Die Zusammenarbeit von Kirche und Ganztagsschule
Baden-Württemberg weitere Einrichtungen und Organisationen tätig, bei- unterliegt der USt. Leistungen im Rahmen der Jugendhilfe
spielsweise Jugendverbände und Jugendwerke, Familien-
bildungsstätten, Kirchenmusikverbände, Einrichtungen
der Erwachsenenbildung, Hilfswerke, Caritas und
Diakonie. Kooperationspartner der Schulen können alle
Organisationen sein, die unter dem Dach der Landes-
kirchen bzw. Diözesen arbeiten.
Versicherungsschutz
Schülerinnen und Schüler, die an einem von der
Schulleitung als schulische Veranstaltung genehmigten
Angebot in Verantwortung eines kirchlichen Partners
teilnehmen, sind durch den zuständigen Träger der
gesetzlichen Schülerunfallversicherung versichert. Dies
gilt auch für die Wege zu außerschulischen Lernorten.
16 Weitere Informationen:
Weitere www.ganztag-bw.de
Informationen: www.ganztag.de»» ... Rechtliche Fragestellungen im Überblick
sind aber USt-frei nach § 4 Nr. 25 UStG, wenn sie durch Regelungen bzgl. der Vorlage eines Führungszeugnisses
Einrichtungen mit sozialem Charakter erbracht werden. enthalten.
Um die Steuerbefreiung in Anspruch nehmen zu können,
müssen die Inhalte der erbrachten Leistungen durch die Infektionsschutzgesetz Zitat
Kirche als Leistungserbringerin konzipiert werden. Fehlt Der Kooperationspartner ist für die Einhaltung der „Ich bin dieses Jahr zum
dieses Merkmal, kann es sich bei den erbrachten Leistungen Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) ersten Mal in der AG
um eine reine Personalgestellung handeln. Diese ist eine verantwortlich. Regelungen hierzu sind in der Muster- dabei. Ich finde die Spiele
sonstige, nicht steuerbefreite Leistung mit der Folge, dass vereinbarung enthalten. toll, die wir machen und
der Leistende die USt abzuführen hat – auch wenn auf der dass wir auch schon
gestellten Rechnung keine USt ausgewiesen wurde. Weltanschauliche Positionierung gebacken haben.“
Die Diözesen und Landeskirchen in Baden-Württemberg Mira, 8 Jahre,
Körperschaftsteuer (KSt) sind weltanschaulich positioniert, in ihren Angeboten Teilnehmerin der
Körperschaften, die ausschließlich gemeinnützigen, an der Ganztagsschule aber stets für alle Kinder offen. Pfadi-AG
mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienen sind von Die christliche Prägung kann beispielsweise in Liedern
der KSt befreit. Gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 9 Satz 2 KStG ist mit christlichen Inhalten, biblischen Geschichten,
die Steuerbefreiung aber insoweit ausgeschlossen, als ein Vorbereitung auf Feste wie Weihnachten oder Ostern,
wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb unterhalten wird. Gebeten, Segen u. Ä. zum Ausdruck kommen.
Kirchliche Angebote im Rahmen der Ganztagsschule Nach Auffassung des Bundesverfassungsgerichts soll
sollten regelmäßig steuerbegünstigt sein. Im Zweifel ist die Schule ihre eigene weltanschauliche Neutralität nicht
aber für den Einzelfall zu untersuchen, ob ein nicht KSt- dadurch wahren, dass sie religiös-weltanschauliche
steuerbegünstigter wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb Bezüge aus dem Schulleben verbannt (Sterilität), sondern
begründet wird. Ist dies tatsächlich der Fall, sind die dadurch, dass sie religiös-weltanschauliche Pluralität für
Einnahmen der KSt zu unterwerfen, wenn sie (einschließ- alle Bekenntnisse aktiv fördert (vgl. BVerfGE 41, 29, 93,1
lich USt) 35.000,- Euro im Jahr übersteigen. und 108, 282).
Für kirchliche Angebote sind Toleranzgebot, Plurali-
Einkommensteuer (ESt) tätsoffenheit sowie die Unterstützung des Bildungsauftrags
Soweit die Einnahmen aus der nebenberuflichen Tätig- der Schule selbstverständlich. Ausschreibungen sollen
keit als Betreuer nicht 2.400,- Euro im Jahr übersteigen, transparent sein und klar benennen, inwiefern Angebote
sind sie regelmäßig steuerfrei (§ 3 Nr. 26 EStG). Auf den religiös geprägt und insofern weltanschaulich nicht
Lohnsteuerabzug kann ggf. verzichtet werden (R 3.26 neutral sind.
LStR 2015 Abs. 10).
Ausführliche steuerrechtliche Informationen der Kanzlei Monetarisierung
Bacher & Partner finden Sie unter www.ganztag.de/steuer. Das Finanzierungsmodell der Monetarisierung ist neu.
Es wird auf Seite 20 und 21 erläutert. Bei den Praxis- Monetarisierun
g
Prävention vor sexualisierter Gewalt beispielen gibt ein Button den Hinweis, welche Art von möglich
Die Präventionskonzepte der jeweiligen Landeskirchen/ Projekten sich für die Monetarisierung eignet – wichtigstes
Diözesen bzw. Jugendverbände sind zu beachten. In Kriterium dafür ist die Regelmäßigkeit des Angebots.
der Mustervereinbarung des Kultusministeriums sind
www.ganztag-bw.de
Weitere Informationen: www.ganztag.de 17»» Ein guter Rahmen, der Freiraum lässt ...
2014 wurde die Rahmenvereinbarung „Kooperations- Personal zur Durchführung der vertraglich vereinbarten
offensive Ganztagsschule“ zwischen Kultusministerium Bildungs- und Betreuungsangebote zur Verfügung. Die
und einer Vielzahl von Partnern unterzeichnet, darunter Angebote außerschulischer Partner im Rahmen der Ganz-
Zitat auch die katholischen Diözesen und die evangelischen tagsschule sind schulische Veranstaltungen. Es gelten die
„Das System Schule Landeskirchen. Im Jahr 2015 wurde zusätzlich eine eigene diesbezüglichen Haftungsbedingungen.
muss auch aus Sicht Rahmenvereinbarung zwischen Kultusministerium und Inhalt und Umfang des Angebots sowie die Höhe der
von Kindern und den Kirchen abgeschlossen. Zentrale Punkte werden im Honorierung bzw. Aufwandsentschädigung werden im
Jugendlichen betrachtet Folgenden abgedruckt, die vollständigen Texte sind zu Wege der vertraglichen Einzelvereinbarung zwischen
werden. Deshalb gehört finden unter: www.ganztag.de/rahmenvereinbarung Schule und außerschulischen Partnern geregelt.
es selbstverständlich Weiterhin bestehen andere Möglichkeiten der Kooper-
dazu, dass Schülerinnen Rahmenvereinbarung Kooperationsoffensive ation zwischen Schule und außerschulischen Partnern
und Schüler den Lebens- Ganztagsschule (Auszüge) wie z.B. im Rahmen Kooperation Schule − Verein,
raum Schule mitgestalten Im Bewusstsein der Bedeutung einer ganzheitlichen Jugendbegleiter-Programm, Einbindung der Schüler-
– und dass sie auch mal Bildung ist es (...) unerlässlich, dass möglichst alle die mit mentorenprogramme etc.
aus der Schule raus der Bildung junger Menschen betrauten gesellschaftlichen
kommen. Mit der neuen Kräfte und Partner zusammenwirken. Ganztagsschule in
Rahmenvereinbarung diesem Sinne ist Teil der Ganztagsbildung. Rahmenvereinbarung der Kirchen (Auszüge)
wird dieser Ortswechsel Ganztagsschulen in Baden-Württemberg sind Orte der Ausgangspunkt des kirchlichen Engagements sind die
durch die Kooperationen Ganztagsbildung, an denen Schule, Familie und außer- Schülerinnen und Schüler. Kirchliche Kooperations-
mit außerschulischen schulische Bildungspartner als erweiterte Verantwortungs- angebote sind von einem ganzheitlichen Blick auf das
Partnern möglich.“ gemeinschaft zusammen in den Sozialraum wirken. Kind auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes
Kerstin Sommer, Schulen gehen dabei Bildungspartnerschaften mit außer- geprägt. In besonderer Weise setzen sich die Kirchen
Vorsitzende des schulischen Partnern ein, wobei Lernorte die Schule als für Fragen der Lebensorientierung und der sozialen
Landesjugendrings auch außerschulische Lernorte sein können, abhängig Verantwortung ein, sie legen daher besonderen Wert auf
Baden-Württemberg von den pädagogisch-didaktischen Anforderungen des personale und soziale Kompetenzen, partizipative Betei-
Angebotes bzw. Möglichkeiten der außerschulischen ligung der Kinder und Jugendlichen sowie auf verlässliche
Partner. Die Schulleitung trägt die Gesamt- und Letztver- Beziehungen.
antwortung für das gesamtpädagogische Konzept und Für Kooperationsprojekte können sowohl Räume der
dessen Ausgestaltung an der Schule. Schule als auch der Kirchen (z. B. Gemeindehaus, Jugend-
Durch die Kooperationsoffensive Ganztagsschule räume, Kirchengebäude) für das Ganztagsangebot genutzt
werden vielfältige gesellschaftliche Akteure, deren Kom- werden.
petenzen, Erfahrungen und Wissen zum Wohle der
nachwachsenden Generationen in die Ganztagsschule Rahmenbedingungen
eingebunden. Um die Qualität der Ganztagsangebote zu sichern,
Die unterzeichnenden Organisationen, Institutionen, sollen die eingesetzten Personen der kirchlichen Partner
Verbände und Vereine führen die außerunterrichtlichen möglichst über einen Nachweis ihrer Qualifikation
Bildungs- bzw. Betreuungsangebote in Abstimmung mit verfügen, beispielsweise die bundesweit anerkannte
der Schule durch. Sie stellen in diesem Zeitraum das Jugendleitercard Juleica. Alternativ kann auf Personen
18 Weitere Informationen:
Weitere www.ganztag-bw.de
Informationen: www.ganztag.de»» ... Rahmenvereinbarungen zur Kooperation
mit langjähriger Praxiserfahrung zurückgegriffen werden. heitlichen Bildungsansatzes erwünscht. Insbesondere
Einbezogen werden sollen, soweit möglich, auch Mit- Religionsunterricht, Schulpastoral bzw. Schulseelsorge,
arbeitende der freiwilligen Dienste (BFD, FSJ, FÖJ usw.) Angebote der Kinder- und Jugendarbeit, die Jugend-
sowie Schülermentorinnen bzw. Schülermentoren aus sozialarbeit einschließlich der Schulsozialarbeit, Hilfen Zitat
weiterführenden Schulen. Die Einzelheiten werden vor zur Erziehung, Migrationsarbeit, Flüchtlingshilfe sowie „Ich bin als Schulseel-
Ort zwischen Schule und kirchlichem Partner vereinbart. Schul- und Schülergottesdienste stellen selbstverständliche sorgerin sozusagen
Die eingesetzten Mittel aus der Monetarisierung von Vernetzungsbereiche dar, unbeschadet der Verantwortung Brücke zwischen unserer
Lehrerwochenstunden werden in der Regel als Pauschal- der genannten Bereiche für ihr jeweiliges Arbeitsfeld. Kirchengemeinde und
leistung an den kirchlichen Partner gezahlt. Diese regeln Darüber hinaus wird seitens der kirchlichen Partner, unserer Schule. Mit dem
den Einsatz und die Vergütung der entsprechenden je nach örtlichen Gegebenheiten, die Vernetzung mit Projekt „Mit Anton auf
Personen (beruflich Tätige, ehrenamtlich Tätige oder anderen Formen kirchlicher Angebote hergestellt, Entdeckungsreise“ wird
Honorarkräfte) eigenständig. beispielsweise zu Kindertagesstätten in kirchlicher Trä- der Kontakt zwischen
gerschaft, kirchlichen Jugendverbänden, kirchlichen Fa- Schule und Gemeinde
Angebote kirchlicher Partner an der Ganztagsschule milienangeboten usw. gefördert. Die Kinder
Grundsätzlich sind kirchliche Angebote an der Sofern außerschulische kirchliche Angebote, beispiels- kommen begeistert zu
Ganztagsschule in großer Breite möglich, sie beinhalten weise Vorbereitungsgruppen auf die Erstkommunion den Ministranten und
beispielsweise Gruppenspiele, soziale Gruppenarbeit, bzw. Angebote im Rahmen von „Konfi 3“ während der nehmen an unseren
Sport, Tanz, Erlebnispädagogik, Projektarbeit, Sucht- und Ganztagszeiten stattfinden, können daran teilnehmende Ferienfreizeiten teil.“
Gewaltprävention, Basteln, Kunst, Musik und ähnliche Schülerinnen bzw. Schüler für diesen Zeitraum von der Lydia Stollmayer,
Aktivitäten. Die Kirchen wirken mit ihren Ganztagsangeboten Schulpflicht befreit werden. Schulseelsorgerin an
im Sinne des Schulgesetzes am staatlichen Erziehungs- und Die kirchlichen Partner bemühen sich, je nach ört- der Pfingstbergschule in
Bildungsauftrag mit. Danach ist in der Ehrfurcht vor Gott, lichen Gegebenheiten, um interreligiöse Kontakte und Mannheim
im Geiste der christlichen Nächstenliebe, zur Brüderlichkeit Kooperationen. Sie unterstützen Ansätze des interreli-
aller Menschen und zur Friedensliebe, in der Liebe zu Volk giösen Dialogs an der Schule.
und Heimat, zu sittlicher und politischer Verantwortlichkeit, Im Sinne der Gemeinwesenorientierung suchen und
zu beruflicher und sozialer Bewährung und zu freiheitlicher unterstützen die kirchlichen Partner nach Kräften auch
demokratischer Gesinnung zu erziehen. Dies erfolgt auf die Kooperation mit anderen gesellschaftlichen Akteuren.
der Grundlage christlicher und abendländischer Bildungs- Je nach örtlichen Möglichkeiten und Bedürfnissen
und Kulturwerte. Für solche Angebote können staatliche bringen sie sich, entsprechend der Rahmenvereinbarung
Mittel aus monetarisierten Lehrerwochenstunden einge- „Kooperationsoffensive Ganztagsschule”, auch in die
setzt werden. Darüber hinaus sind kirchliche Angebote mit Koordination von Ganztagsangeboten ein.
weltanschaulich-religiöser Prägung auf freiwilliger Basis
möglich.
Besondere Arbeitsformen und Vernetzungen
Die Vernetzung der Ganztagsangebote kirchlicher
Partner mit anderen Formen der Kooperation der
Kirchen in Bezug auf die Schule ist im Sinne eines ganz-
www.ganztag-bw.de
Weitere Informationen: www.ganztag.de 19»» Finanzielle Klarheit ...
Eine wichtige Errungenschaft der neuen Ganztagsgrundschule liegt in der Möglichkeit der „Monetarisierung“ von
Lehrerwochenstunden. Einige Klärungen sind hierzu notwendig:
Zitat Zeitphasen eines „Ganztags“
„In meiner Arbeit als Exemplarisch wird hier mit dem Wochenplan einer Ganztagsgrundschule in Wahlform gearbeitet, die einen
Dekanatsbeauftragte für Zeitumfang von 8 Zeitstunden an 4 Wochentagen hat.
Schulpastoral erlebe ich,
wie Kirche und Schule Uhrzeit Angebot Mo Di Mi Do Fr
sich gegenseitig auf sehr
7.45 – 12.15 Unterricht wird wie bislang durch Lehrkräfte abgedeckt
wertvolle Art bereichern.
Von etlichen Schulen,
bei denen sich Kirche
nun schon länger vor
Ort zeigt, bekomme ich
12.15 – 13.15 Mittagspause Gesamtverantwortung beim Land, mit kommunaler
die Rückmeldung, wie
Kostenbeteiligung (keine Mittel aus der Monetarisierung!)
das Miteinander, das
13.15 – 15.45 Angebote durch Lehrkräfte Ganztagsbetreuung [kein
Wir-Gefühl in der Schule und außerschulische Partner • durch Lehrkräfte Ganztag]
sehr positiv beeinflusst • durch außerschulische Partner
wird. Ganz oft höre ich
von Schulleitungen: 15.45 – 17.00 gegebenenfalls Anschlussangebote werden gegebenenfalls (wie bisher) durch
‚Die Kirche schafft eine Anschlussbetreuung die Kommunen bereitgestellt und finanziert
Gemeinschaft hier an der
Schule … dazu hätten Die „Währung“ Lehrerwochenstunden
wir oft gar nicht die Stellt eine Grundschule auf Ganztagsbetrieb nach dem Schulgesetz um, erhält sie für die zusätzlich abzudeckende Zeit
Kapazität.’“ (gelb unterlegt) weitere Lehrerwochenstunden (LWS). Die Anzahl, die für jede Gruppe zugewiesen wird, hängt vom
Alexandra Hintz-Müller, Zeitkonzept der Ganztagsgrundschule ab. Ab 25 Schüler wird eine Gruppe berechnet, ab 29 Schüler zwei Gruppen, ab
Dekanatsbeauftragte 54 Schüler drei Gruppen usw. (immer in 25er Schritten). Die Hälfte der zusätzlichen LWS kann monetarisiert werden.
für Schulpastoral im Pro monetarisierter LWS erhält die Schule 1.800,- Euro zur Weitergabe an außerschulische Partner.
Dekanat Freiburg
Berechnung der zusätzlichen Lehrerwochenstunden und der Monetarisierungsmittel
Ganztagskonzept zusätzliche Lehrerwochenstunden monetarisierbar pro Gruppe
pro Gruppe
3 Tage à 7 Zeitstunden 6 3 x 1.800,- Euro = 5.400,- Euro
3 Tage à 8 Zeitstunden 9 4,5 x 1.800,- Euro = 8.100,- Euro
4 Tage à 7 Zeitstunden 8 4 x 1.800,- Euro = 7.200,- Euro
4 Tage à 8 Zeitstunden 12 6 x 1.800,- Euro = 10.800,- Euro
20 Weitere Informationen:
Weitere www.ganztag-bw.de
Informationen: www.ganztag.deSie können auch lesen