KULTUR WUPPERTAL 2018/19 - STADT WUPPERTAL

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KULTUR WUPPERTAL 2018/19 - STADT WUPPERTAL
KULTUR
       WUPPERTAL
       2018/19

STADT WUPPERTAL
KULTUR WUPPERTAL 2018/19 - STADT WUPPERTAL
02   STADT WUPPERTAL / KULTUR WUPPERTAL 2018/19                                                                                                                   03

                                                                                            INHALT
                                                                                            Grußwort                                                             04
                                                                                            Tanztheater Wuppertal Pina Bausch,                                  06
                                                                                            Pina Bausch Zentrum und Pina Bausch Foundation
                                                                                            Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester                             11
                                                                                            Historische Stadthalle                                              20
                                                                                            Von der Heydt-Museum und Von der Heydt-Kunsthalle                   24
                                                                                            Historisches Zentrum Wuppertal und Stadtarchiv                      28
                                                                                            Kulturbüro                                                           32
                                                                                            Musikhochschule                                                      47
                                                                                            Bergische Musikschule                                               48
                                                                                            Stadtbibliothek                                                      51
                                                                                            Bergische Volkshochschule                                           54
                                                                                            Der Grüne Zoo Wuppertal                                             56
                                                                                            Skulpturenpark Waldfrieden                                          60
                                                                                            Kinder- und Jugendkultur                                            62

           IMPRESSUM
           HERAUSGEBER
           Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal
           Geschäftsbereich Kultur und Sport & Sicherheit und Ordnung
           REDAKTION
           Kulturbüro
           Für den Inhalt der einzelnen Berichte sind die jeweiligen Kultureinrichtungen verantwortlich.
           FOTOS
           David von Becker (1), Bergische VHS (2), Marco Borggreve (1), Karola Brüggemann (1), Klaus Dilger (1), Manfred Esser (1), Jens Grossmann (2), Daniel
           Häker (1), Mat Hennek (1), Gregor Hohenberg (1), Wil van Iersel (1), Katja Illner (1), Milan Nowoitnick Kampfer (1), Süleyman Kayaalp (1), Kinder-
           museum (1), Oliver M. Klamke (1), Uli Kopka (1), Michael Kozinowski (1), Diedrich Kranz (1), Karl-Heinz Krauskopf (3), Lars Langemeier (2), Claus
           Langer (1), Martin Mazur (1), Luis Molinero/stock.adobe.com (1), Müllers Marionetten Theater (1), Abdoul Mujyambere (1), Gerd Neumann (17), Tina
           Niedecken (1), Bettina Osswald (2), Claudia Philipp (1), Petra Prossinger (2), Michael Richter (3), Jens Roetzsch (1), Barbara Scheer (1), Claudia Scheer
           van Erp (2), Uwe Schinkel (6), Joachim Schmitz (1), Anna Schwartz (3), Andrè Scollick (3), Sala Seddiki (1), Dirk Sengotta (1), Willi da Silva Borges (1),
           Wolf Sondermann (1), Maria Spätling (1), Stadtbibliothek (4), Bettina Stöß (1), Michael Stratmann (1), Uwe Stratmann (1), Mary Thamm (1), Klaus
           Tüller (1), VG Bildkunst Bonn 2019: Tony Cragg, Eva Hild, Christiane Löhr, Markus Lüpertz, Joan Miró (Seiten 60-61), Von der Heydt-Museum (1),
           Peter Wieler (1), Wuppertal Institut (1), Antje Zeis-Loi (19), Julia Zymla (1)
           GESTALTUNG
           Stadt Wuppertal, Medienzentrum, Gerd Neumann
           DRUCK
           Ley + Wiegandt GmbH + Co KG
           AUFLAGE
           1.000 Exemplare 2019

           Titelseite: Lichtinstallation von Gregor Eisenmann|Hauptbahnhof Elberfeld|2018|Foto: Gerd Neumann
           Innenseite: Lichtinstallation von Gregor Eisenmann|Viertelklang Vohwinkel| 2018|Foto: Gerd Neumann
KULTUR WUPPERTAL 2018/19 - STADT WUPPERTAL
04   STADT WUPPERTAL / KULTUR WUPPERTAL 2018/19                                                               05

                       LIEBE FREUNDINNEN UND FREUNDE
                       DER KUNST UND KULTUR IN WUPPERTAL,

                       in Wuppertal sind Kunst und Kultur eine der wichtigsten Lebensadern der                     Gegenwärtig sind es die im Kulturbericht vorgestellten öffentlichen wie in unterschiedli-
                       Stadt, sie prägen die städtische Entwicklung in Vergangenheit und Gegenwart                 chen Trägerschaften organisierten Kultureinrichtungen und die Szene der selbstorgani-
                       und sind die Basis für unsere Zukunft. Kunst und Kultur sind der individuelle               sierten Künstler*innen und Zusammenschlüsse, die durch alle künstlerischen Sparten und
                       Fingerabdruck, die unverwechselbare Identität Wuppertals, und deshalb gilt                  oft in interdisziplinären Projekten zusammenarbeiten und die unverwechselbare Kultur
                       es, diese zum Gemeinwohl und zur Imagebildung der Stadt weiter zu stärken                   dieser Stadt prägen. Sie alle gewährleisten gemeinsam die kulturelle Grundversorgung der
                       und weiter zu entwickeln.                                                                   Stadt in einer Balance aus Sub-, Hoch- und Eventkultur. Das vielfältige Angebot und der
                                                                                                                   oft niederschwellig wie interkulturell gestaltete Ansatz führen zu einer aktiven, kreativen
Die politische Bedeutung von Kunst und Kultur kann daher nicht oft und vehement genug heraus-                      und verbindenden Teilhabe sowie einer möglichst großen Identifikation vieler Zielgruppen
gestellt werden, dies insbesondere auch vor dem Hintergrund gesellschaftlicher, demografischer,                    mit Wuppertal und seinen Kulturschaffenden und -einrichtungen.
wirtschaftlicher und technologischer Entwicklungen mit regionalem, nationalem wie gleichfalls
europäischem und globalem Fokus.                                                                                   In diesem Zusammenhang kommt auch dem Kulturbericht eine besondere Bedeutung
                                                                                                                   zu. Seit nunmehr zehn Jahren ist er das Medium der Kulturverwaltung, die jährlichen
Denn Kunst und Kultur leisten jenseits ihres Selbstzwecks wesentliche Beiträge zur Bewältigung des                 Aktivitäten der einzelnen Kultureinrichtungen und ausschnitthaft der Freien Szene zu do-
kontinuierlichen Wandels, dem eine Zivilgesellschaft – gerade aktuell – unterworfen ist. Sie wirken                kumentieren und in Zahlen zu bilanzieren. In der letzten Zeit hat sich vermehrt unter den
positiv auf zivilgesellschaftliche Strukturen einer Stadt, indem sie Themen, die dieses Zusammen-                  Beteiligten die Frage gestellt, welche Aufgaben soll und kann der Kulturbericht zukünftig
leben auch in der Verantwortung für nachfolgende Generationen prägen, aufgreifen und sich mit                      erfüllen. Soll er alleine ein Rechenschaftsbericht der Kulturverwaltung sein, oder sollte er
diesen künstlerisch auseinandersetzen, wie z.B. der Interkulturalität, Diversität, Stadtteilentwicklung            nicht deutlicher als bisher ein werbewirksames Instrument für die Kunst und Kultur in
oder wie generell Fragen nach gesellschaftlichem Miteinander, oder zukünftigem Leben unter der                     Wuppertal sein? Dafür müsste er allerdings konzeptionell, finanziell und redaktionell auf
Maxime der Nachhaltigkeit.                                                                                         neue Füße gestellt werden. Dies möchte ich gerne mit den Beteiligten des Kulturberichts
                                                                                                                   in einem gemeinsamen Gespräch im Herbst 2019 diskutieren.
Aus diesen Gründen stellen Kunst und Kultur für Wuppertal eine zentrale Grundlage für eine wei-
terhin prosperierende Entwicklung dar. In diesem Sinne ist die Förderung von Kunst und Kultur                      Kunst und Kultur in und für Wuppertal zu fördern und zu stärken ist eine gemeinsame Aufgabe in
mit ihren unterschiedlichen Akteur*innen als Investition in die Zukunft Wuppertals zu verstehen.                   Gegenwart und Zukunft für unsere Stadt!

                                                                                                                                                                                                 Matthias Nocke
                                                                                                                                                                                                  Kulturdezernent
KULTUR WUPPERTAL 2018/19 - STADT WUPPERTAL
06   STADT WUPPERTAL / KULTUR WUPPERTAL 2018/19                                                                                   07

                                                                                          WUPPERTAL|WELTWEIT
                                                                                          71 Aufführungen mit 11 verschiedenen Stücken bestritt das Ensemble des Tanztheater während der Spielzeit

      TANZTHEATER WUPPERTAL PINA BAUSCH                                                   2018/19 in Wuppertal und bei Gastspielen in Tel Aviv, São Paulo, Athen, Hamburg, London, Antwerpen und Pa-
                                                                                          ris. Die neue Intendantin Bettina Wagner-Bergelt setzte sofort viele kreative Impulse: Im Rahmen der 2013/2014

                PINA BAUSCH FOUNDATION                                                    initiierten Reihe Underground belebten Mitglieder des Ensembles erneut das Schauspielhaus mit work in pro-
                                                                                          gress-Arbeiten von Rainer Behr und Pablo Aran Gimeno, sowie einem Workshop der afrikanischen Choreogra-

                   PINA BAUSCH ZENTRUM                                                    phin Nora Chipaumire und einer VR-Produktion von Fabien Prioville. Tänzer*innen des Ensembles und Gäste
                                                                                          realisierten in der Reihe Tanzen mit... zahlreiche Workshops für tanzbegeisterte Menschen aus Wuppertal und
                                                                                          Umgebung. Das Educationprogramm belebt Schulzeit und Ferien mit Angeboten für Kinder und Jugendliche
                                                                                          im Rahmen von SUCHEN & FINDEN.

                                                                                          In der Spielzeit 2019/20 werden 11 Stücke gespielt, mit 32 Vorstellungen im Opernhaus Wuppertal, außerdem zwei
                                                                                          Neuauflagen der Reihe Underground mit sieben neuen Produktionen im Schauspielhaus, am Standort des zukünftigen
                                                                                          Pina Bausch Zentrums sowie im Glaspavillon im Skulpturenpark.

                                                                                          Im Juni 2020 gibt es eine Premiere mit dem Titel Begegnungen|Encounters, die fünf Choreograph*innen und
                                                                                          Tänzer*Innen mit dem Ensemble zusammenführt: Sidi Larbi Cherkaoui, Richard Siegal, Monika Gintersdorfer/
                                                                                          Knut Klaßen, Helena Waldmann und Rainer Behr.

                                                                                          Gastspielreisen führen das Ensemble 2019/20 nach Catanzaro, Tel Aviv, Charleroi, London und Paris. Im Rahmen
                                                                                          einer Nordamerikatournee präsentiert das Ensemble neun Aufführungen von Palermo Palermo in Los Angeles,
                                                                                          Berkeley und Chicago.

                                                                                                                                                                                            40 Jahre „Café Müller“
                                                                                          CAFÉ MÜLLER 40 JAHRE
                                                                                          Anlässlich des 40. Jubiläums des Stücks Café Müller und parallel zu den Aufführungen des Doppelabends Café Mül-
                                                                                          ler|Das Frühlingsopfer mit dem Sinfonieorchester Wuppertal unter der Leitung von Henrik Schäfer zeigte die Pina
                                                                                          Bausch Foundation im November 2018 die Ausstellung CAFÉ MÜLLER 40 JAHRE, in der über 100 Fotos und Videos
                                                                                          der Uraufführungsserie sowie eine Installation des Bühnenbildes im ehemaligen Schauspielhaus Wuppertal gezeigt
                                                                                          wurden. Das Team des Pina Bausch Archivs beschäftigte sich intensiv mit der Entstehungs- und Aufführungsgeschich-
                                                                                          te und den im Archiv vorliegenden Materialien wie Fotos, Filmaufnahmen, Regiebüchern und Programmheften. Mit
                                                                                          Ausstellungen wie diesen möchte die Pina Bausch Foundation den der Öffentlichkeit zugänglichen Bereich des Archivs
                                                                                          stetig erweitern.
Probe Neueinstudierung
„Er nimmt sie an der Hand und führt sie in das Schloß, die anderen folgen“
Stephanie Troyak und Maik Solbach
KULTUR WUPPERTAL 2018/19 - STADT WUPPERTAL
08   STADT WUPPERTAL / KULTUR WUPPERTAL 2018/19                                                                                      09

                                                                                                                                                                                    INTERKULTURELLE BEGEGNUNGEN
                                                                                                                                                                                    Im Jahr 2018 hat die Foundation eine besondere Zusam-
                                                                                                                                                                                    menarbeit mit der École des Sables (Senegal) und dem
                                                                                                                                                                                    Sadler’s Wells London initiiert, bei der Tänzer*innen
                                                                                                                                                                                    aus verschiedenen afrikanischen Ländern das Stück
                                                                                                                                                                                    Le Sacre du printemps von Pina Bausch einstudieren
                                                                                                                                                                                    werden. Parallel dazu wird eine neue Kreation entste-
                                                                                                                                                                                    hen, bei der Germaine Acogny, Gründerin der École
                                                                                                                                                                                    des Sables, und Malou Airaudo, Tänzerin der ersten
                                                                                                                                                                                    Stunde im Tanztheater Wuppertal, ein gemeinsames
                                                                                                                                                                                    Duett choreografieren und aufführen werden, in dem
                                                                                                                                                                                    die beiden ihr tänzerisches Erbe erforschen und ihre
                                                                                                                                                                                    Erfahrungen teilen. Vorstellungen finden vom 9. bis
                                                                                                                                                                                    zum 12. April 2020 im Wuppertaler Opernhaus statt.
                                                                                                                   Mohamed Y. Shika|École des Sables

                                                                                                                   KÜNSTLERISCHER NACHWUCHS UND VERMITTLUNG
                                                                                                                   Insbesondere im Hinblick auf das zukünftige Pina Bausch Zentrum richtet sich das Augenmerk von Tanztheater und
                                                                                                                   Foundation auf die Entwicklung und Erprobung neuer Formate für den künstlerischen Nachwuchs und tanzbegeis-
                                                                                                                   terte junge Menschen.

                                                                                                                   PINA BAUSCH FELLOWSHIP
                                                                                                                   Die Kunststiftung NRW und die Pina Bausch Foundation haben 2019 zum vierten Mal das Pina Bausch Fellowship
„Er nimmt sie an der Hand und führt sie in das Schloß, die anderen folgen“                                         for Dance and Choreography vergeben. Das international ausgeschriebene Stipendienprogramm soll Tänzer*innen
                                                                                                                   und Choreograph*innen eine Möglichkeit geben, neue Erfahrungen zu machen und sie zu neuen Ausdrucksfor-
                                                                                                                   men ermutigen, um ihre individuelle künstlerische Handschrift zu entwickeln. 2018 und 2019 haben sich rund 300
                                                                                                                   Künstler*innen aus über 40 Ländern und mit einer Altersspanne von 19 bis 71 Jahren beworben. Die MEET THE FEL-
                                                                                                                   LOWS!-Veranstaltung, bei der sich jeweils die neuen Stipendiat*innen offiziell in Wuppertal vorstellen und die alten
NEUEINSTUDIERUNGEN UND WEITERGABEN                                                                                 Stipendiat*innen von ihren Fellowship-Aufenthalten berichten, fand 2019 als Ausblick auf das Pina Bausch Zentrum
Neben häufig gespielten Stücken aus dem Repertoire von Pina Bausch und Neukreationen setzt Bettina                 erstmals im ehemaligen Schauspielhaus statt.
Wagner-Bergelt – Intendantin des Tanztheater seit Januar 2019 – den Fokus verstärkt auf die Neuein-
studierungen bzw. Rekonstruktion von Stücken, die viele Jahre ruhten. Als einer der Höhepunkte der                 Auch MEET THE FELLOWS! 2020 wird rund um den 1. Februar 2020 wieder im ehemaligen Schauspielhaus stattfin-
Spielzeit 2018/19 können die Aufführungen im Mai 2019 von Er nimmt sie an der Hand und führt sie                   den. Alle Informationen zu den Fellows gibt es auf fellowship.pinabausch.org.
in das Schloß, die anderen folgen gelten. Das Stück – am 22. April 1978 im Schauspielhaus Bochum ur-
                                                                                                                                                                                                       Gruppenfoto, MEET THE FELLOWS! 2018 & 2019
aufgeführt und seit 29 Jahren nicht mehr gespielt – steht für einen neuen methodischen Ansatz in Pina
Bauschs frühen Arbeiten, der für alle weiteren Stücke prägend sein sollte. Josephine Ann Endicott und
Hans Dieter Knebel, beide aus der Besetzung der Uraufführung 1978, leiteten die Proben der aufwändigen
Neueinstudierung, assistiert von Bénédicte Billiet. Für die Schauspielrollen konnten zwei ausdrucks-
starke Theater- und Film-Schauspieler*innen gewonnen werden: Johanna Wokalek übernahm die Rolle
von Mechthild Großmann und Maik Solbach die Rolle von Vitus Zeplichal. 2019/20 steht Blaubart als
große Neueinstudierung 42 Jahre nach der Uraufführung auf dem Programm.

Die Einstudierung der Stücke von Pina Bausch mit Kompanien weltweit ist ein wesentlicher Teil der
Arbeit der Foundation: 2018 zeigte das Ballet de l’Opéra de Paris das Stück Orpheus und Eurydike.
Nach der Einstudierung von Le Sacre du printemps 2017 nahm das English National Ballet das Stück
im Frühjahr 2019 wieder auf. Weitere Projekte sind für 2019/20 geplant: Das Semperoper Ballett tanzt
Iphigenie auf Tauris (Premiere am 5. Dezember 2019), Le Sacre du printemps wird an das Opera Ballet
Vlaanderen (Premiere am 16. Juni 2020) weitergegeben.
KULTUR WUPPERTAL 2018/19 - STADT WUPPERTAL
10     STADT WUPPERTAL / KULTUR WUPPERTAL 2018/19   11

SUCHEN & FINDEN
Das Jugendprojekt des Tanztheater Wuppertal: Ab der Spielzeit 2019/20 bietet das Programm verschiedene Formate

                                                                                                                                              WUPPERTALER
von Schulkooperationen mit allen Schultypen zu Themen der kommenden Spielzeit. Tänzer*innen aus dem En-
semble und Gäste unterschiedlicher Genres arbeiten mit den Jugendlichen. Das Spektrum reicht von Schnupper-
workshops über wöchentliche Tanzprojekte bis hin zu interdisziplinären Kooperationen und choreographischen

                                                                                                                                              BÜHNEN UND
Ferienprojekten.

PINA BAUSCH ZENTRUM

                                                                                                                                              SINFONIEORCHESTER
Am 17. Dezember 2018 hat der Rat der Stadt Wuppertal den Weg für die Planung und Errichtung des Pina Bausch
Zentrums freigemacht. Am ehemaligen Schauspielhaus soll mit Unterstützung von Bund und Land ein Gebäude-
komplex mit rund 16.000 m² Bruttogeschossfläche entstehen, der dem Tanztheater Wuppertal Pina Bausch und der
Pina Bausch Foundation mit ihrem Archiv ein Zuhause gibt, Produktionen aus aller Welt Raum für Proben und
Aufführungen bietet und die Stadtgesellschaft aktiv miteinbezieht.

Die einzelnen Planungs- und Bauabschnitte sollen nach und nach von einer Ratskommission freigegeben werden.
Wenn sich nach der Planungsphase die Annahmen bestätigen, dass alle Kosten gedeckt sind, kann mit dem Bau
begonnen werden.

Die Investitionskosten für die Modernisierung des Schauspielhauses, die Errichtung eines Neubaus und die Umge-
staltung der Außenanlagen betragen zum heutigen Stand 58,4 Millionen Euro; dazu kommen fünf Millionen Euro
Einrichtungskosten.

Schon lange vor der Eröffnung des Hauses wird das Pina Bausch Zentrum inhaltliche Aktivitäten starten und somit
als Institution sichtbar werden.

KONTAKTDATEN
Tanztheater Wuppertal Pina Bausch GmbH    Pina Bausch Zentrum                          Pina Bausch Foundation
Kurt-Drees-Straße 4                       Projektbüro im Rathaus Wuppertal-Barmen      Fingscheid 5
D-42283 Wuppertal                         Johannes-Rau-Platz 1                         D-42285 Wuppertal
                                          D-42275 Wuppertal
POSTANSCHRIFT
Postfach 201813
D-42218 Wuppertal                        Zuschauer*innen

Telefon   +49 202 563-4253                Telefon   +49 202 563-6384                   Telefon   +49 202 261 588-0
Telefax   +49 202 563-8171                Telefax   +49 202 563-8012                   Telefax   +49 202 261 588-99
E-Mail    info@pina-bausch.de             E-Mail    info@pinabauschzentrum.de          E-Mail    foundation@pinabausch.org
www.pina-bausch.de                        www.pinabauschzentrum.de                     www.pinabausch.org
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Spielzeit 2018/19                            Aufführungen        Zuschauer*innen
Aufführungen in Wuppertal                                 30                22.295
Aufführungen im Rahmen von                                41                 47.076
internationalen Gastspielen
Gesamt                                                    71                69.371

                                                                 Zuschauer*innen
Underground                                                                     400
                                                                 Teilnehmer*innen
Diverse Workshops                                                               322
Jugendprojekte im Rahmen von                                                     33
Suchen&Finden Berufskolleg Kohlstraße
Alte Feuerwache Sommerferienprojekt                               voraussichtlich 12
                                                                                                                                                                               „Richard III“
KULTUR WUPPERTAL 2018/19 - STADT WUPPERTAL
12      STADT WUPPERTAL / KULTUR WUPPERTAL 2018/19                                                                                13

                                                                                                                                             AUCH DIE „LEICHTE MUSE“ KAM NICHT ZU KURZ
                                                                                                                                             Die darauffolgende Wiederaufnahme der Rocky Horror Show brachte das
                                                                                                                                             Opernhaus und sein standesgemäß verkleidetes Publikum ein weiteres und
                                                                                                                                             letztes Mal beim „Time Warp“ zum Kochen. Gefühliger wurde es dann bei Franz
                                                                                                                                             Lehárs Das Land des Lächelns, das szenisch mit der original in Hongkong ange-
                                                                                                                                             fertigten Ausstattung aufwarten konnte und musikalisch beim 1. Kapellmeister
                                                                                                                                             Johannes Pell, einem ausgewiesenen Operettenexperten, in sachkundigen Hän-
                                                                                                                                             den lag. Mit Sangmin Jeon und Ralitsa Ralinova in den Hauptrollen erfreute
                                                                                                                                             sich das Publikum an einem veritablen Traumpaar der Operette.

                                                                                                                                                                                               INTERNATIONALE KOOPERATIONEN
                                                                                                                                                                                               Die erste der beiden Koproduktionen der vergangenen Spielzeit mit der Lon-
                                                                                                                                                                                               doner English National Opera war die sehr zu Unrecht seltener gespielte
                                                                                                                                                                                               Luisa Miller von Giuseppe Verdi, die in einer psychologisch tiefgründigen
                                                                                                                                                                                               Inszenierung der Regie-Entdeckung Barbora Horáková Joly – Gewinnerin
                                                                                                                                                                                               des Londoner Opera Awards 2018 in der Kategorie „Newcomer“ – und unter
                                                                                                                                                                                               dem energiegeladenen Dirigat von Generalmusikdirektorin Julia Jones mit
                                                                                                                                                                                               einer Sängerriege überzeugen konnte, die wieder Beifallsstürme hervorrief.

                                                                                                                      „Luisa Miller“

WUPPERTALER BÜHNEN STEHEN FÜR QUALITÄT UND INNOVATIONSFREUDE                                                                                 DER BLICK AUF DEN ZUSTAND DES KONTINENTS EUROPA
In der Spielzeit 2018/19 stellten die Wuppertaler Bühnen in allen drei Sparten – Oper, Schauspiel und Sinfonieorches-                        Für großes überregionales Aufsehen sorgte Play* Europe-
ter – ihre hohe Qualität und ihren Mut, neue Wege zu beschreiten, unter Beweis. Opernintendant Berthold Schneider,                           ras 1&2 von John Cage, eines der radikalsten Musikthea-
Schauspielintendant Thomas Braus und Generalmusikdirektorin Julia Jones wirkten mit ihrer Innovationsfreude und                              terwerke der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und eine
einem klaren künstlerischen Statement in die Stadtgesellschaft hinein und präsentierten ein Progr amm, das so vielfäl-                       Mammutaufgabe für jedes Theater, bei dem das Theaterkol-
tig ist wie die Stadt Wuppertal und ihre Bevölkerung. Zum Saisonstart wurden Oper und Schauspiel in der jährlichen                           lektiv Rimini Protokoll unter der Regie von Daniel Wetzel
NRW-Kritikerumfrage der „Welt am Sonntag“ in mehreren Kategorien zu den besten Häusern in NRW gekürt. Das                                    seinen vielbeachteten Einstand auf der Opernbühne gab.
Sinfonieorchester konnte mit der Uraufführung eines Konzerts für Schlagzeug und vielen weiteren überwältigenden                              Der Blick auf den Zustand des Kunstwerks Oper weitete
Klangabenteuern seine überregionale Strahlkraft unterstreichen. Darüber hinaus setzten alle drei Sparten weiter auf                          sich auf die Analyse des Zustands des Kontinents, auf dem
ein breitgefächertes Vermittlungsprogramm für Menschen jeden Alters, das die Relevanz von Kultur in die Lebenswirk-                          die Oper entstand: auf Europa.
lichkeit der Menschen integriert.
                                                               OPER WUPPERTAL 2018/19                                                                                                                                                                       „Play* Europeras 1&2“
                                                               Opernintendant Berthold Schneider setzte auch in seiner dritten Spiel-
                                                               zeit auf eine Mischung aus Altbewährtem in neuer Durchleuchtung und           TRIUMPH DES HAUSENSEMBLES                                       DAS FESTIVAL HAT SICH ETABLIERT
                                                               Zeitgenössischem, das die Tradition nicht außer Acht lässt. Das junge         Die zweite Kooperation mit der English National Opera galt      Das Festival Sound of the City ist mittlerweile im Kulturleben
                                                               und exzellente Ensemble hat sich konsolidiert und bleibt konstant, was        dann einer der beliebtesten Opern schlechthin: Mozarts          Wuppertals fest verankert und verschränkt die Musik der Oper
                                                               äußerst positive Auswirkungen auf die Qualität der Vorstellungen hat.         Die Hochzeit des Figaro wurde in der Regie des englischen       und der Stadt in immer neuen Lesarten. Diese Spielzeit tauchte
                                                                                                                                             Schauspielregisseurs Joe Hill-Gibbins und dem minimalis-        die Oper gemäß dem Konzept der Komponistin und DJane Al-
                                                               Die Eröffnung der Opernspielzeit war ungewöhnlich: Jules Massenets            tischen, aber flugfähigen Bühnenbild von Johannes Schütz        exandra Holtsch in wechselnden Formationen unter dem Motto
                                                               Werther wurde nicht im Opernhaus dargeboten, sondern in halbsze-              zu einer witzigen und tiefgründigen Studie über mensch-         „wuppertal@night“ in verschiedenen Clubs (unter anderem
                                                               nischer Version im erstklassigen Rahmen der Historischen Stadthalle           liches Begehren, in der erneut das Hausensemble glänzte.        U-Club, Mauke, LOCH und Marlene) im Wuppertaler Nachtle-
                                                               Wuppertal mit Videoprojektionen von fettFilm. Unter der Stabführung           Angeführt von Sebastian Campione als Figaro wurden die          ben auf, bevor dann beim Abschlussabend im Opernhaus Mus-
                                                               des Altmeisters für französisches Repertoire John Nelson konnte die           Rollendebütant*innen Ralitsa Ralinova (Susanna), Iris Marie     sorgskis Eine Nacht auf dem kahlen Berge und Strawinskys
                                                               Oper Wuppertal mit einer beinahe gänzlich aus dem eigenen Ensem-              Sojer (Cherubino) und Simon Stricker (Graf) vom Wupperta-       Les Noces mit den vorangegangenen nächtlichen Erfahrungen
                                                               ble stammenden Besetzung aufwarten, die frenetisch bejubelt wurde:            ler Publikum gefeiert. Generalmusikdirektorin Julia Jones       gekreuzt wurden. Das Festival Sound of the City kann dank der
              Sangmin Jeon und Catriona Morison in „Werther“   Sangmin Jeon als überschwänglicher Werther und Catriona Morison als           führte das Sinfonieorchester Wuppertal zu einer federnden       Förderung durch das Programm Neue Wege des Landes NRW
                                                               zutiefst anrührende Charlotte überzeugten auf ganzer Linie.                   und in der Spannung nie nachlassenden Interpretation.           für drei Jahre weitergeführt und ausgebaut werden.
KULTUR WUPPERTAL 2018/19 - STADT WUPPERTAL
14    STADT WUPPERTAL / KULTUR WUPPERTAL 2018/19                                                                     15

FULMINANTER SPIELZEITABSCHLUSS
Für das Saisonende hat sich die Oper Wuppertal noch einmal ins Zeug gelegt. Mit Erich Wolfgang Korngolds Die tote
Stadt wurde ein Schlüsselwerk des frühen 20. Jahrhunderts beinahe 100 Jahre nach seiner Uraufführung zum ersten
Mal in Wuppertal gezeigt. Das Orchester, dem das Stück fast Unmenschliches abverlangt, meisterte die Mammutaufgabe
unter der Stabsführung des 1. Kapellmeisters Johannes Pell souverän, und mit der Tenor-Entdeckung Jason Wickson
und der expressiven Sopranistin Susanne Serfling hatte man als Gäste zwei Hauptdarsteller*innen gefunden, die ihren
anspruchsvollen Partien nichts schuldig blieben. Das international renommierte Regieteam Immo Karaman / Fabian
Posca erarbeitete in einem an eine Pathologie erinnernden Raum eine psychologisch tief ausgelotete Studie über Trauer
und Verlust, die niemanden unberührt ließ.

Nicht weniger aufwändig, aber ganz anders geartet war dann der wirkliche Spielzeitabschluss, der mit der Communi-
ty-Oper Das Labyrinth des britischen Komponisten Jonathan Dove begangen wurde. Das Stück, das auf Anregung von Sir
                                                                                        Simon Rattle im Auftrag der Berliner Phil-
                                                                                        harmoniker und des London Symphony
                                                                                        Orchestra beim Festival d’Aix-en-Proven-
                                                                                        ce szenisch uraufgeführt wurde, tourt nun
                                                                                        durch Europa und gelangte nach Stationen
                                                                                        in Paris und Lissabon nun nach Wupper-
                                                                                        tal. Die Komposition richtet sich ausdrück-
                                                                                        lich an Laien, nur in Teilen des Orchesters
                                                                                        und bei den Gesangssolist*innen kommen
                                                                                        Profi-Musiker*innen unterstützend zum
                                                                                        Einsatz. Der eigens für die Aufführung ins
                                                                                        Leben gerufene Projektchor setzte sich aus
                                                                                        über 70 Erwachsenen und über 140 Kin-
                                                                                        dern und Jugendlichen zusammen, die von                                                                                                                „Der zerbrochne Krug“

                                                                                        verschiedenen Schulen und Musikschulen             SCHAUSPIEL WUPPERTAL 2018/19
                                                                                        kamen. Chordirektor Markus Baisch über-            Im zweiten Jahr seiner Intendanz konnte Thomas Braus mit seinem Team und Ensemble an die
                                                                                        nahm die musikalische Leitung eines spek-          Erfolge der vorausgehenden Spielzeit anknüpfen und die Publikumsresonanz steigern.
                                                                                        takulären Abends, der unter die Haut ging.
                                                                                                                                           Unter dem Motto Aufbruch bewegten sich die Stücke und Themen im Kraftfeld „Utopie – Dystopie
                                                            „Die Hochzeit des Figaro“
                                                                                                                                           – Anarchie“. Gleich mit der ersten Premiere, Der zerbrochne Krug von Heinrich von Kleist in der
                                                                                                                                           Regie von Marcus Lobbes im Opernhaus, wurde die Welt des Dorfrichters Adam aus den Angeln
                                                                                                                                           gehoben. In einem Kampf um die beste Geschichte und die Deutungshoheit über das Geschehen
                                                                                                                                           traten alle Figuren in der Adam & Eve-Show auf, moderiert von Gerichtsrat Walter. In dem lie-
                                                                                                                                           bevoll detaillierten zweistöckigen Bühnenbild von Pia Maria Mackert wurde das Verbrechen an
ANGEBOTE FÜR GROSS UND KLEIN                                                                                                               den verschiedenen Tatorten – von Mädchenkammer bis Hühnerstall – wie bei einem gerichtlichen
Eine Möglichkeit, das junge Ensemble der Oper                                                                                              Lokaltermin nachgespielt. Die, die am längsten schwieg, Eve, hatte das letzte Wort und offenbarte
sowie die Pianisten hautnah zu erleben, boten                                                                                              den eigentlichen, skandalösen Kern der Tat.
die Liederabende im Kronleuchterfoyer. Dort
nahm auch Dörte aus Heckinghausen in ihrer                                                                                                 Im Theater am Engelsgarten eröffnete die junge Regisseurin Kristin Trosits die Saison mit einem
Bühnenschau die Geschehnisse der Wupperta-                                                                                                 tiefsinnigen, komödiantischen Doppelabend von Theresia Walser: Ein bisschen Ruhe vor dem
ler Bühnen unter die Lupe. Oper von Anfang                                                                                                 Sturm / Nach der Ruhe vor dem Sturm. An der Glaubwürdigkeit von Hitlerdarstellungen auf
an, eine neue Reihe für das jüngste Publikum                                                                                               der Bühne und im Film entzündete sich die Debatte, wie viel Realismus möglich und wie viel
ab zwei Jahren, wurde mit der Premiere von                                                                                                 Regietheater nötig ist. Aus den Hitler- und Goebbels-Großmimen des ersten verwandelten sich
Kleines Stück Himmel aus der Taufe gehoben.                                                                                                die abgefrühstückten Traumschiff-Diven des zweiten Teils.
Kindern im Kita-Alter und ihren erwachsenen
Begleiter*innen bot sich im Theater am Engels-                                                                                             Das Lebensgefühl einer chancenlosen jungen Generation befragte John Osborne im England der
garten eine erste Begegnung mit dem Genre                                                                                                  Nachkriegszeit mit Blick zurück im Zorn. Die junge Münchner Regisseurin Mirjam Loibl stellte
Musiktheater, die sofort alle Anwesenden in                                                                                                sich dieser radikal desillusionierenden Perspektive mit Blick auf das Heute und ein durchaus
ihren Bann zog.                                                                                                                            gebildetes Prekariat, das in der Dauerschleife seiner immergleichen Erzählungen gefangen bleibt.
                                                 „Kleines Stück Himmel“
KULTUR WUPPERTAL 2018/19 - STADT WUPPERTAL
16      STADT WUPPERTAL / KULTUR WUPPERTAL 2018/19                                                                                              17

Das Familienstück Drei Haselnüsse für Aschenbrödel ließ
bei Jung und Alt die Herzen aufgehen. Auf der Basis des
tschechisch-deutschen Märchenfilms mit Kultstatus schuf
Regisseur Henner Kallmeyer eine freche und poetische
Spielfassung, und das Sinfonieorchester Wuppertal spielte,
dirigiert von Johannes Pell, mit viel Hingabe die bekann-
ten Melodien: Der Grundstein für eine kontinuierliche
Zusammenarbeit von Schauspiel und Sinfonieorchester
                                                                                                            „Im Schatten kalter Sterne“
ist gelegt!
                                                                     Neben John Osborne galt es auch Franz Xaver Kroetz wie-
                                                                     derzuentdecken: Sein Stück Der Drang feierte im März
                                                                     2019 im Theater am Engelsgarten Premiere und vereinte
                                                                     komödiantische, volksstückartige, gesellschaftskritische
                                                                     und poetisch-traurige Momente. Im Mai bündelte das
                                                                     Schauspielensemble alle Kräfte und brachte in der Regie
                                                                     von Henri Hüster und der Ausstattung von Hanna Rode
                                                                     William Shakespeares Richard III in der Versübersetzung
                                                                     von Thomas Brasch ins Theater am Engelsgarten: dabei
                                                                     den gesamten Zuschauer- und Bühnenraum bespielend
                                                                     und große, suggestive Bilder kreierend. Eine Neuinsze-
                                                                     nierung von Else Lasker-Schülers selten gespieltem Dra-
                                                                                                                                                                                                                                                        Generalmusikdirektorin Julia Jones
                                                                     mentext IchundIch anlässlich des 150. Geburtstags der
                                                                     großen Wuppertaler Dichterin in den Riedel-Hallen sowie                   SINFONIEORCHESTER WUPPERTAL 2018/19
                                                                     Roland Topors poetische Farce Ein Winter unterm Tisch                     Die Spielzeit 2018/19 hat wieder einmal bewiesen, dass auf das Sinfonieorchester Wuppertal Verlass ist. Raffiniert zusammen-
                                                                     im Theater am Engelsgarten (Regie: Schirin Khodadadian)                   gestellte Programme, spielfreudige Orchestermusiker*innen und eine Generalmusikdirektorin, die dem Orchester mit ihrer
                                „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“
                                                                     krönten den Abschluss der Saison 2018/19.                                 unverkennbaren Handschrift ein persönliches Profil verleiht, sind die Qualitätsmerkmale des Wuppertaler Klangkörpers.
Während das Familienstück ab Dezember die Opernbühne                                                                                           Beheimatet in der Historischen Stadthalle Wuppertal – einem der besten Konzertsäle Europas – genießt das Sinfonieorchester
eroberte und das Publikum verzauberte, bereitete das En-             Thomas Melles Bilder von uns in der Regie von Henri                       Wuppertal auch bei Veranstaltungen an anderen Orten in der Stadt und Umgebung einen hohen Publikumszuspruch.
semble schon die nächste Premiere im Großen Haus vor:                Hüster wurde aus rund 40 Produktionen von einer Fach-
Im Schatten kalter Sterne von Christoph Nußbaumeder,                 jury unter die zehn herausragenden Inszenierungen NRWs                    SINFONIEKONZERTE
ein erst im Herbst 2018 uraufgeführtes Schauspiel, das am            gewählt. Unter dem Motto Vorsicht, zerbrechlich! fand                     Generalmusikdirektorin Julia Jones setzte auch in dieser Spiel-   Die für ihre Interpretation der Gustav Mahler’schen Rückert-Lieder
Beispiel vollautonomer Kampfdrohnentechnologie die ethi-             das NRW-Theatertreffen 2019 in Münster statt, wohin das                   zeit auf die Neugier des Wuppertaler Publikums. Mit dem           umjubelte Mezzosopranistin Catriona Morison setzt zur großen Kar-
schen Konflikte bei der Anwendung von Künstlicher Intel-             Schauspielensemble im Juni zu einem Gastspiel reiste.                     Chant funèbre von Igor Strawinsky im 1. Sinfoniekonzert           riere an, sie bleibt Opernhaus und Orchester gleichwohl verbunden
ligenz durchspielt, erlebte im Februar 2019 seine NRW-Pre-                                                                                     brachte Jones ein erst kürzlich wiederentdecktes Werk als         und wird in der kommenden Spielzeit zurückkehren. Ebenfalls für
miere. In der Regie von Esther Hattenbach und mit sehr               Mit dem beliebten Improvisationsformat Schnappschuss                      Wuppertaler Erstaufführung in die Historische Stadthalle          eine Wiedereinladung empfahl sich der junge Geiger Kerson Leong
präsentem Video- und Musikkonzept wurde der Aufstieg                 eroberte das Ensemble neue Spiel-Räume in der Stadt und                   Wuppertal. Exzellente Solisten auf selten zu erlebenden So-       mit Béla Bartóks 2. Violinkonzert. Teo Gheorghiu als Solist in Mau-
und Ausstieg des Softwareentwicklers Dr. Wolfgang Anders             trat beispielsweise im Grünen Zoo Wuppertal, im Poli-                     loinstrumenten wie der Cembalist Mahan Esfahani, Frederic         rice Ravels Klavierkonzert G-Dur und George Gershwins Rhapsody
im Haifischbecken eines großen Rüstungskonzerns gezeigt.             zeipräsidium in Barmen und im U-Club auf. Hier gibt es                    Belli an der Posaune oder Wu Wei mit seiner exotischen Sheng      in Blue waren Teil des von John Nelson geleiteten 3. Sinfoniekonzerts,
                                                                     mittlerweile eine überaus treue Zuschauer-Fangemeinde,                    begeisterten die Zuhörer*innen ebenso wie die Schlagzeuge-        das außerdem mit den Symphonic Dances from „West Side Story“
                                                                     die sich auf jedes neue Abenteuer gerne einlässt. Beiträge                rin Vivi Vassileva, die in der zweiten Saison in Folge für ste-   für einen Rekord sorgte: das am besten besuchte Sinfoniekonzert
                                                     „Der Drang“
                                                                     zu den Jüdischen Kulturtagen, zur Abschiedsmatinée für                    hende Ovationen sorgte. Selten ist eine Uraufführung wie die      der letzten fünf Jahre!
                                                                     Enno Schaarwächter, zum Festakt anlässlich des Geburts-                   des Schlagzeugkonzerts Oraculum op. 72 von Oriol Cruixent
                                                                     tages Else Lasker-Schülers, zum 90. Stadtgeburtstag und                   derart begeistert aufgenommen worden.
                                                                     zum Ball der schönen Künste in der Stadthalle runde-
                                                                     ten das Schauspielprogramm ab und unterstrichen den                       Ein besonderer musikalischer Höhepunkt war der Auftritt           Als Gastdirigentin konnte Julia Jones Ariane Matiakh, die neue
                                                                     Gedanken der allseitigen Vernetzung. Nach erfolgreicher                   von Artur Pizarro mit dem 4. Klavierkonzert von Ludwig            Generalmusikdirektorin der Staatskapelle und der Oper Halle,
                                                                     Bewerbung im Förderprogramm Neue Wege des Landes                          van Beethoven im 6. Sinfoniekonzert. Ein sichtlich beweg-         gewinnen, und neben John Nelson ihre Kollegen Rory Macdonald
                                                                     NRW gründete das Schauspiel Wuppertal in Kooperation                      tes und beseeltes Publikum dankte ihm und Generalmu-              und Tung-Chieh Chuang.
                                                                     mit Glanzstoff – Akademie der inklusiven Künste e. V. und                 sikdirektorin Julia Jones für ein herausragendes Konzerter-
                                                                     unter künstlerischer Leitung von Bardia Rousta ein inklu-                 lebnis. Auch hier wird es in der nächsten Saison zu einem
                                                                     sives Schauspielstudio, das im Herbst 2019 eröffnet wird.                 freudig erwarteten Wiedersehen kommen.
KULTUR WUPPERTAL 2018/19 - STADT WUPPERTAL
18           STADT WUPPERTAL / KULTUR WUPPERTAL 2018/19                                                                                                              19

     UPTOWN CLASSICS                                                                                                                                       ORGEL-AKZENTE                                                                              DAS EDUCATION-PROGRAMM
     Das von Generalmusikdirektorin Julia Jones vor zwei Jah-                                                                                              In Zusammenarbeit mit der Historischen Stadthalle Wupper-                                  Alte wie neue Zuhörer*innen mit Angeboten für alle Alters-
     ren neu eingeführte Konzertformat Uptown Classics er-                                                                                                 tal und den Wuppertaler Orgeltagen wurde die „Königin der                                  und Kenntnisstufen für die Musik des Sinfonieorchester Wup-
     freute sich großer Beliebtheit. In dieser Reihe verwandelt                                                                                            Instrumente“, wie Wolfgang Amadeus Mozart die Orgel einst                                  pertal zu begeistern, ist das Anliegen der musikvermittelnden
     das Sinfonieorchester Wuppertal jeden Raum in einen                                                                                                   bezeichnete, in insgesamt vier Orgel-Akzenten aus verschiede-                              Abteilung des Orchesters. Im Vordergrund stehen dabei oft das
     Konzertsaal. Ob in Kirchen – die Friedhofskirche und die                                                                                              nen Perspektiven und in facettenreichen Programmverknüp-                                   persönliche Kennenlernen sowie der Blick hinter die Kulissen.
     Immanuelskirche sind feste Partner dieser Konzertreihe                                                                                                fungen neu beleuchtet. In Kombination mit Alphorn oder bei                                 So können von Kindergartengruppen bis hin zu VHS-Fortbil-
     –, im Hörsaal der Bergischen Universität Wuppertal oder                                                                                               weihnachtlichen Festklängen zusammen mit Trompete und                                      dungen oder Altenheimausflügen Menschen im Probenbesuch
     auch im WSW Bus-Betriebshof Varresbeck: Das Sinfonieor-                                                                                               Sopran lockten die insgesamt drei Orgel-Akzente nicht nur die                              mit dem Orchester auf Tuchfühlung gehen. Alle Schulkonzerte
     chester Wuppertal lud das Publikum zu Konzerten in die                                                                                                Orgelliebhaber*innen in die Historischen Stadthalle Wuppertal.                             werden in Klassenbesuchen durch die Musiker*innen des Sin-
     verschiedenen Stadtteile ein. An zwei Konzertterminen                                                                                                 Ein besonderer Gast nahm beim 3. Orgel-Akzent an der Sau-                                  fonieorchester Wuppertal vorbereitet. In der Gesprächsreihe
     verließ das Orchester die Stadtgrenze. Im LWL-Industrie-                                                                                              er-Orgel Platz: Vincent Dubois, Titularorganist der Kathedrale                             Ohrenöffner gibt es oft unbekannte und manchmal ungeahn-
     museum Henrichshütte Hattingen und im Historischen                                                                                                    Notre-Dame in Paris, feierte im Februar sein Wuppertaler Debüt.                            te Einblicke in die Funktionsweise des Orchesterapparates.
     Bürgerhaus Langenberg spielte sich das Orchester in die                                                                                                                                                                                          2019 freute sich das Orchester besonders auf die Zusammen-
     Herzen der Bürger*innen im Bergischen Land. Dabei haben                                                                                                                                                                                          arbeit mit der Bergischen Musikschule Wuppertal bei der Aus-
     die Besucher*innen dieser Konzertreihe die Möglichkeit,                                                                                                                                                                                          richtung des Familienmusikfestes, bei dem nach Herzenslust
     die Musiker*innen des Sinfonieorchester Wuppertal besser                                                                                                                                                                                         gelauscht, probiert und gestaunt werden konnte.
     kennenzulernen, denn hier präsentieren sie sich aus dem
                                                                                                                                     „Uptown Classics“
     Orchester heraus als Solist*innen. Keine Frage also, dass die                                                                                                                                                                                    FAMILIENKONZERTE
     Reihe Uptown Classics in der folgenden Spielzeit – unter                                                                                                                                                                                         Packende Werke, Leinwandübertragung via Live-Kameras
     anderem auch an zwei neuen Spielorten – fortgesetzt wird.                       CHORKONZERTE                                                                                                                                                     und Moderatoren, bei denen der Funke der Begeisterung über-
                                                                                     Gemeinsam mit dem Konzertchor der Volksbühne Wuppertal                                                                                                           springt, blieben auch in der Spielzeit 2018/19 der Garant für
                                                                                     und dem Chor der Konzertgesellschaft Wuppertal bringt das                                                                                                        abwechslungsreiche und populäre Familienkonzerte. Beson-
                                                                                     Sinfonieorchester Wuppertal die lokalen Stärken der Stadt auf                                                                                                    ders beim traumhaft schönen Weihnachtskonzert mit der Ge-
                                                                                     die Bühne und präsentiert große chorsinfonische Werke an                                                                                                         schichte von Aschenputtel stürmten so viele Kinder wie selten
                                                                                     Feiertagen wie dem Totensonntag, am 1. Weihnachtstag und                                                                                                         zuvor die große Bühne, um das Mitspielstück zu präsentieren.
                                                                                     an Karfreitag. In der Saison 2018/19 standen unter anderem                                                                                                       Ferner entführte Juri Tetzlaff sowohl die kleinen als auch die
                                                                                     Wolfang Amadeus Mozarts Große Credo-Messe, Georg Fried-                                                                                                          großen Besucher*innen nach Frankreich, um die Musik unse-
                                                                                     rich Händels Dettinger Te Deum und Johann Sebastian Bachs                                                                                                        rer Nachbar*innen zu entdecken. Und Ralph Caspers eröffnete
                                                                                                                                                                                                             3. Schulkonzert „Mozart buchstabieren“
                                                                                     Matthäus-Passion auf dem Programm der Chorkonzerte.                                                                                                              das Familienmusikfest 2019 mit einem Programm mit Musik
                                                                                                                                                           SCHULKONZERTE                                                                              von Pjotr Iljitsch Tschaikowski und wusste das Publikum im
                                                                                     KAMMERKONZERTE                                                        Aufgrund der stets hohen Nachfrage bot das Sinfonieorchester                               ausverkauften Großen Saal zu begeistern.
                                                                                     In der Kammerkonzertreihe präsentieren die Musiker*innen des          Wuppertal in der Spielzeit 2018/19 von vornherein vier Schul-                                                                         Mitspielstück im Familienkonzert

                                                                                     Sinfonieorchester Wuppertal ihr Können und ihre künstlerische         konzerttermine mehr an als in den Jahren zuvor. Neben dem
                                                                                     Wandlungsfähigkeit in kleinen Besetzungen. Dabei liegt die            Klassiker Karneval der Tiere überzeugte besonders Christian
                                                                                     Programmgestaltung allein in den Händen der Musiker*innen.            Schruff mit seinem Bizet-Programm viele Schüler*innen und
                                                                                     Einen großartigen Auftakt der Kammerkonzertreihe bescherte            Lehrer*innen. Außerdem gab Stephanie Riemenschneider ihr
                                                                                     die Kombination von Antonio Vivaldis Le quattro stagioni mit          Wuppertaler Debüt mit neuem Konzept und einer mitreißenden
                                                                                     Astor Piazzollas Las cuatro estaciones porteñas. Und auch die         Moderation. Ihr Programm trug den Titel Mozart buchstabieren.
                                               6. Kammerkonzert „Johannes Brahms“
Yusuke Hayashi, Vera Milićević und Hikaru Moriyama vom Sinfonieorchester Wuppertal   kammermusikalische Hommage an Johannes Brahms zum Sai-
                                                                                     sonausklang wurde vom Publikum gefeiert.
     SONDERKONZERTE
     Mit den „traditionellen“ Konzertreihen hört das Programm des Sinfonieorchester Wuppertal noch lange nicht auf. Zahlreiche
     Sonderkonzerte lockten in der Spielzeit 2018/19 unterschiedlichste Besucher*innen in die Historische Stadthalle Wuppertal.                                                                                                                                          KONTAKTDATEN
     Neben dem Benefizkonzert zugunsten der TelefonSeelsorge Wuppertal und dem närrisch-fröhlichen Rosenmontagskonzert                                                                          Besucher*innen 16/17    Besucher*innen 17/18     Besucher*innen 18/19    Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH
     im Opernhaus sorgte insbesondere das Neujahrskonzert für ein heiter-schwungvolles Klangerlebnis „à la française“ mit einer                           Oper                                                30.486                  30.267                  30.055     Kurt-Drees-Straße 4
     Auswahl aus den schönsten und eingängigsten Werken Jacques Offenbachs, dessen Geburtstag sich 2019 zum 200. Mal jährt.                               Schauspiel                                           21.155                 26.667                  28.720     D-42283 Wuppertal
                                                                                                                                                          Sinfonieorchester                                   42.448                   40.117                 42.602
     Das Filmmusikformat Hollywood auf dem Johannisberg brachte als Abschlussveranstaltung des Familienmusikfestes die Hits
                                                                                                                                                          Education / Theaterpädagogik                         *3.289                 *4.859                  **9.763
     aus den bekanntesten Blockbustern zu Gehör und ließ die unvergesslichen Leinwandhelden lebendig werden.                                              Kooperationen / Gastspiele                            9.428                  5.302                   4.862     Telefon   +49 202 563-7600
     Erstmalig versammelte Julia Jones zahlreiche Menschen in der Historischen Stadthalle Wuppertal zum gemeinsamen Singen beim                           Gesamt                                            106.806                 107.212                 116.002      Telefax   +49 202 563-8078
     Sonderkonzert Halleluja! Wuppertal singt! Zum Abschluss der Saison verabschiedete sich das Sinfonieorchester Wuppertal unter                                                                                                                                        E-Mail: info@wuppertaler-buehnen.de
                                                                                                                                                           * In den Sparten Oper und Schauspiel
     Leitung des 1. Kapellmeisters Johannes Pell in die Sommerpause mit einem Konzert unter freiem Himmel auf dem Laurentiusplatz.                         ** In den Sparten Oper, Schauspiel und Sinfonieorchester                                                      www.wuppertaler-buehnen.de
20   STADT WUPPERTAL / KULTUR WUPPERTAL 2018/19                                                                                                   21

                        Im Jahr 2018 wurden in der Historischen Stadthalle Wuppertal insgesamt 561 Veranstal-
                        tungen mit rund 188.000 Gästen durchgeführt, darunter 165 kulturelle Veranstaltungen.

                        Saisonhöhepunkt war das Stiftungskonzert zum 30. Jubiläum des Klavier-Festival Ruhr, das
                        eine beeindruckende Riege internationaler Stars auf der Bühne des Großen Saals vereinte. Ihre
                        Geburtstagsgrüße überbrachten unter anderen die Pianist*innen Martha Argerich, Elena Bashkiro-
                        va, Khatia Buniatishvili und Gerhard Oppitz, Geigerin Anne-Sophie Mutter und die Sänger*innen
                        Juliane Banse und Matthias Goerne. Thomas Quasthoff, Frank Chastenier und Till Brönner sorgten
                        dafür, dass auch der Jazz bei dieser besonderen Geburtstagsfeier nicht zu kurz kam.

                                                                                                                  30 Jahre KFR-Stiftungskonzert|© Foto: Peter Wieler

                        Mit vier weiteren Konzerten setzte das weltgrößte Klavier-Festival 2018 einen Schwerpunkt in der
                        Historischen Stadthalle: Hélène Grimaud präsentierte Woodlands and beyond, ein Konzertprojekt
                        mit Naturfotografien ihres Lebenspartners Mat Hennek. Sir András Schiff spielte eine Auswahl
                        von Gipfelwerken der Klavierliteratur, Igor Levit sprang mit einem furiosen Konzert für den er-
                        krankten Maurizio Pollini ein und Frank-Peter Zimmermann und Martin Helmchen nahmen das
                        Publikum mit auf eine tiefgründige Erkundung der Beethoven-Sonaten.

HISTORISCHE
 STADTHALLE
                                                          Hélène Grimaud|Deutsche Grammophon|© Foto: Mat Hennek
22                STADT WUPPERTAL / KULTUR WUPPERTAL 2018/19                                                                                                                23

                                                                                                                                                                                     Auch der künstlerische Nachwuchs stand im Mit-
                                                                                                                                                                                     telpunkt zahlreicher Veranstaltungen: Beim Video-
                                                                                                                                                                                     clip-Dancing Dance4Fans zeigten hunderte Akteur*in-
                                                                          Auryn Quartett |© Foto: Manfred Esser                                                                      nen, dass sie sich hinter den Profis nicht zu verstecken               Dance4Fans|© Foto: Willi da Silva Borges

                                                                                                                                                                                     brauchen. Im Rahmen des Landeswettbewerbs Jugend
                                                                                                                                                                                     musiziert fanden Wertungsspiele mit jungen Solist*in-
                                                                                                                                                                                     nen und Ensembles aus ganz NRW in der Historischen
     Peter Bruns |© Foto: Jens Roetzsch
                                                                                                                                                                                     Stadthalle statt. Drei SingPause-Konzerte brachten
                                                                                                                                                                                     2.600 Kinder aus den 12 teilnehmenden Grundschulen
     In der Kammermusik-Reihe Saitenspiel spielten u.a. das Auryn Quartett                                                                                                           auf die Bühne. Besondere Formate für Familien, Schul-
     und der Cellist Peter Bruns im Mendelssohn Saal. Bayer Kultur präsentierte                                                                                                      und Kindergartenkinder komplettierten das Angebot.
     im Klavierzyklus Martin Stadtfeld, Tzimon Barto, Olga Scheps, Ragna
     Schirmer und Sophie Pacini. Die Wuppertaler Bühnen luden mit einer
     konzertanten Aufführung der Literaturoper Werther zur gemeinsamen
     Saisoneröffnung von Oper und Sinfonieorchester ein.                                                              Martin Stadtfeld|© Foto: Marco Borggreve|Sony Classical

                                                                                                                                                                                                                                                                                             SingPause|© Foto: Antje Zeis-Loi

                                          Bekannte Entertainer wie Kaya Yanar, Urban
                                          Priol, Johann König, Michael Mittermeier, Ha-
                                          gen Rether, Eckhart von Hirschhausen, Max
                                          Raabe und Helge Schneider waren 2018 in der
                                          Historischen Stadthalle zu Gast. Singer-Song-                                                                                                                               Ü30 Christmas Party|© Foto: ue30-wuppertal.de
                                          writerin Katie Melua gab ein stimmungsvolles
                                          Winterkonzert vor ausverkauftem Haus.

                                                                                                                                                                                                                                                                                             Tango-Ball|© Foto: Michael Huette

                                                                                                                                                                                     Katie Melua|© Foto: Mary Thamm          Kulturelle Eigenveranstaltungen waren die Musikalische Kaffeetafel – sechs Konzerte
                                                                                                                                                                                                                             in Kooperation mit der Hochschule für Musik in Wuppertal – und die Orgel-Akzente
                                                                                                                                                                                                                             (in Zusammenarbeit mit den Wuppertaler Bühnen und den Wuppertaler Orgeltagen).
                                                                                                                                                                                                                             Hier wurde mit Orgel & Karneval, Orgel & Chor, Orgel vierhändig sowie Orgel, Sopran
Max Raabe|© Foto: Gregor Hohenberg                                                                                                                                                                                           & Trompete wieder ein abwechslungsreiches Programm geboten.

                                                                                                                                                                                      Veranstaltungsart                           VA 2016 VA 2017 VA 2018                   Besucher*innen
                                          Wolfgang Niedecken|© Foto: Tina Niedecken
                                                                                                                                                                                      Kongresse/Tagungen                                 76           83              84                  13.211
                                                                                                                                                                                                                                                                                                         KONTAKTDATEN
                                                                                                                                                                                      Gastron./gesell. Veranstaltungen                  106          104              89                  28.962
                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Historische Stadthalle Wuppertal GmbH
                                                                                                                                                                                      Ausstellungen/Messen/Börsen                        12             9             19                  18.968         Geschäftsführerin: Silke Asbeck
     In der Reihe Rock meets Classic präsentierte The Bowl zwei Konzertaben-                                                                                                          Fernsehen/Rundfunk/Film/CD/Foto                    74           65              61                      421        Johannisberg 40
     de mit Weltstar Albert Hammond, dem Sinfonieorchester Wuppertal und                                                                                                              Kulturelle Veranstaltungen                        166          188            165                 115.580          D-42103 Wuppertal
     amici del canto. Weitere Highlights für die reifere Jugend waren die Band
                                                                                                                                                                                      Sonstige Veranstaltungen                           16             9             21                   4.707
     Barclay James Harvest, Wolfgang Niedeckens BAP sowie die Konzerte von                                                                                                                                                                                                                               Telefon     +49 202 245890
                                                                                                                                                                                      Trauungen, Hochzeitsfeiern                         44            51             64                   4.654
     Peter Kraus, Mary Roos und den Höhnern.                                                                                                                                                                                                                                                             Telefax     +49 202 455198
                                                                                                            Albert Hammond|© Foto: David von Becker                                   Führungen                                          49           56              58                   1.047         E-Mail      info@stadthalle.de
                                                                                                                                                                                      Gesamt                                           543           565            561                 187.550          www.stadthalle.de
24   STADT WUPPERTAL / KULTUR WUPPERTAL 2018/19                                                                                           25

                                                                                             PAULA MODERSOHN-BECKER – ZWISCHEN WORPSWEDE UND PARIS
                                                                                             Paula Modersohn-Becker (1876-1907) war die Herbstausstellung (9. September 2018 bis 24. Februar
                                                                                             2019) gewidmet. Schließlich besitzt das Museum mit 22 Gemälden ein großes Konvolut an Arbeiten
                                                                                             der deutschen Künstlerin. Das liegt daran, dass August von der Heydt, Mäzen des Museums, schon
                                                                                             früh die Werke der Malerin schätzen lernte. Bereits 1909, zwei
                                                                                             Jahre nach ihrem Tod, erwarb der Bankier sein erstes Gemälde
                                                                                             von ihr: das Stillleben mit Rhododendron.
                                                                                             Die Ausstellung im Von der Heydt-Museum präsentierte Moder-
                                                                                             sohn-Beckers eindrucksvolle Porträts, Selbstporträts, Stillleben
                                                                                             und Landschaften im Kontext der Pariser Avantgarde. Anhand von
                                                                                             Werken anderer Künstler*innen belegte die Schau, wie sich Moder-
                                                                                             sohn-Becker durch Werke von Auguste Rodin, Aristide Maillol, Paul
                                                                                             Cézanne und Paul Gauguin beeinflussen ließ und trotzdem ihren
                                                                                             ganz eigenen Stil entwickelte.
                                                                                             Aus der Sammlung des Von der Heydt-Museums wurden mehr als
                                                                                             80 Bilder und Skulpturen gezeigt. Hinzu kamen rund 30 Leihgaben
                                                                                             u.a. aus Worpswede, Bremen und Amsterdam. Die Ausstellung war
                                                                                                                                                                                                                  Ausstellungseröffnung
                                                                                             in Kooperation mit dem Rijksmuseum Twenthe in Enschede/Niederlande entstanden. Sie war so                        „Paula Modersohn-Becker“,
                                                                                             beliebt bei den Besucher*innen, dass sie nicht, wie ursprünglich geplant, am 6. Januar endete, son-                       September 2018

                                                                                             dern bis zum 24. Februar verlängert wurde und am Ende mehr als 50.000 Besucher*innen zählte.
                                                                                             Ein umfangreiches Rahmenprogramm aus Abendgesprächen, Lesungen und Themenführungen
                                                                                             begleitete die Ausstellung. Ein Highlight war eine Lesung der Schauspieler*innen Verena Gütner
                                                                                             und Robert Levin, die Passagen aus dem Briefwechsel zwischen Paula Modersohn-Becker und
                                                                                             Otto Modersohn vortrugen.

                                                                                                                                         WELCOME PARTY – SAMMLUNGSPRÄSENTATION
                                                                                                                                         Parallel zu der Ausstellung von Paula Modersohn-Becker eröffnete eine neue Samm-
                                                                                                                                         lungspräsentation unter dem Titel Welcome Party im Mezzanin, die bis 25. August 2019
                                                                                                                                         zu sehen war. Sie präsentierte eine kleine Auswahl von Werken, die in den vergangenen
                                                                                                                                         Jahren Eingang in die Sammlung gefunden haben, darunter größere Grafik-Konvolute
                                                                                                                                         von Tony Cragg, Karl Kunz, Jochen Stücke, Rolf Escher und Wolfgang Schmitz sowie
                                                                                                                                         Gemälde von Corinne Wasmuht, Driss Ouadahi, Cornelius Völker, Werner Haypeter
                                                                                                                                         und Fotografien von Tobias Zielony sowie Anne und Patrick Poirier.
                                                                                                                                         Immer wieder schenken Bürger*innen „ihrem“ Museum Kunstwerke. Auf diese Weise
                                                                                                                                         wächst die Sammlung des Von der Heydt-Museums seit dem Ende des 19. Jahrhunderts
                                                                                                                                         kontinuierlich. Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, Plastiken und Skulpturen be-
                                                                                                                                         kannter Künstler*innen, aber auch Bücher, Zeitschriften sowie kunstgewerbliche Ge-
                                                                                                                                         genstände bereichern die Sammlung. Das Museum nimmt diese Objekte auf, verwahrt

            VON DER HEYDT-MUSEUM                                                                                                         sie sorgfältig, erforscht sie und präsentiert sie von Zeit zu Zeit der Öffentlichkeit. Das
                                                                                                                                         Museum entwickelt sich so zum ästhetischen Archiv einer Stadtgesellschaft – und das
                                                                                                                                         über mehrere Jahrhunderte hinweg.

            VON DER HEYDT-KUNSTHALLE
                                                                                             Ausstellungseröffnung „Blockbuster“, 2018

                                                                                             BLOCKBUSTER – MUSEUM
                                                                                             Vom 7. Oktober 2018 bis zum 17. März 2019 stand die Sammlung des Von der Heydt-Museums im Mittelpunkt einer ganz be-
                                                                                             sonderen Ausstellung: Blockbuster – Museum. Sie versammelte nicht nur Highlights mit Werken von Beckmann, Kokoschka,
                                                                                             Bacon und Picasso, sondern gab auch einen Einblick hinter die Kulissen eines Museums und zeigte, wie eine Ausstellung ent-
                                                                                             steht und wer daran mitarbeitet. Anhand ausgewählter Meisterwerke aus der reichen Museumssammlung hat die Ausstellung
                                                                                             das Ineinandergreifen unterschiedlichster Menschen und ihrer Ansichten im täglichen Museums- und Ausstellungsbetrieb
                                                                                             erfahrbar gemacht. Zu sehen waren rund 130 Gemälde, Grafiken und Plastiken sowie eine Reihe aufschlussreicher Materialien
                                                                                             und Objekte aus dem Museumsbetrieb. Die Ausstellung führte durch elf Räume, die thematisch strukturiert waren. Große
                                                                                             Kunst und die Reflexion über den Kunstbetrieb standen so nebeneinander wie zwei Ausstellungen.

Blick in die Ausstellung von Bogomir Ecker in der Von der Heydt-Kunsthalle, 2018
26      STADT WUPPERTAL / KULTUR WUPPERTAL 2018/19                                                                                    27

PETER SCHENCK – DER BERÜHMTESTE ELBERFELDER, DER JEMALS IN VERGESSENHEIT GERIET                                                   MUSEUMSPÄDAGOGIK UND VON DER HEYDT-ATELIER
Eine (Wieder-)Entdeckung konnte das Von der Heydt-Museum vom 14. April bis 25. August 2019 präsentieren. Die Kunstge-             Alle Kursteilnehmer*innen, egal ob Jung oder Alt, konnten sich über die neuen Atelierräume am Wall freuen. Der Kunst- und
schichtsschreibung zählte Peter Schenck stets zu den Niederländern, geboren wurde er jedoch in Elberfeld. Zu seinen Lebzei-       Museumsverein hatte 2018 den Um- und Ausbau des Museumsateliers vorangetrieben. Nach 20 Jahren intensiver Nutzung wa-
ten, in der Hochblütezeit europäischer Bildkunst, erzielte er beachtliche Erfolge als Druckgrafiker, Verleger und Hofgraveur.     ren die Räume stark renovierungsbedürftig. Das komplette Erscheinungsbild ist nun aufgefrischt und die Räume wurden den
Besonders bekannt war er zu seiner Zeit für seine Porträts, Landkarten und Stadtansichten. Leider ist Peter Schenck in den        Bedürfnissen moderner Museumspädagogik angepasst. Mit einem
vergangenen Jahrhunderten jedoch beinahe in Vergessenheit geraten. Die Ausstellung des Von der Heydt-Museums rückte               kleinen Fest wurde das Atelier im Oktober 2018 offiziell eingeweiht.
diesen bislang wenig beachteten Künstler erstmals wieder ins Rampenlicht. Sie zeigte 75 Werke Schencks und stellte diesen         Das Vermittlungsangebot des Von der Heydt-Museums richtet sich an
etwa 41 Kunstwerke, Gemälde und Grafiken von Zeitgenossen gegenüber, um seine Bedeutung angemessen zu würdigen.                   alle Altersgruppen. Spezielle Kinderführungen, Programme für alle
                                                                                                                                  Schulformen und Angebote für die ganze Familie werden regelmäßig
                                                                                                                                  im Museum und wurden bis Februar 2019 in der Von der Heydt-Kunst-
                                                                                                                                  halle veranstaltet. Oft finden die Kinderführungen parallel zu denen
                                                                                                                                  der Erwachsenen statt. Auch Führungen für Demenzkranke werden
                                                                                                                                  regelmäßig angeboten. Ein neues Vermittlungsprojekt startete im
                                                                                                                                  Frühjahr 2019. Im Rahmen des Formats Kultur macht stark. Bünd-
                                                                                                                                  nisse für Bildung erhielt die Kunstvermittlung des Museums eine
                                                                                                                                  Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
                                                                                                                                  (BMBF) und des Deutschen Museumsbunds für das Projekt Museum
                                                                                                                                  macht stark. Unter dem Motto Bei uns ist Kunst überall bekamen 14
                                                                                                                                  Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahren, die nach der Schule vom Nachbarschaftsheim e.V. betreut werden, die Möglichkeit,
                                                                                                                                  die Kunst in ihrem Stadtteil Elberfeld kennenzulernen.

                                                                                                                                                                            DER KUNST- UND MUSEUMSVEREIN WUPPERTAL
                                                                                                                                                                            Der Kunst- und Museumsverein Wuppertal (KMV) versteht sich als Förderer des Von der
Ausstellungseröffnung „1919-2019 – hundert Jahre Moderne im Von der Heydt-Museum“ (l.) und „Peter Schenck“ (r.).
                                                                                                                                                                            Heydt-Museums und der Von der Heydt-Kunsthalle. Seit Jahrzehnten erwirbt er bedeutende
                                                                                                                                                                            Kunstwerke, die als Dauerleihgabe die renommierte Sammlung des Museums bereichern
1919-2019 – HUNDERT JAHRE MODERNE IM VON DER HEYDT-MUSEUM – SAMMLUNGSPRÄSENTATION                                                                                           und ergänzen. Der Verein richtet regelmäßig die überaus erfolgreiche Veranstaltung Kunst-
Die Sammlungspräsentation, die vom 14. April bis 22. September 2019 in der zweiten Etage des Von der Heydt-Museums                                                          hochdrei aus – in Kooperation mit dem Von der Heydt-Museum, dem Literaturhaus e.V. und
präsentiert wurde, war die letzte von Museumsdirektor Dr. Gerhard Finckh kuratierte Ausstellung, bevor er Ende April                                                        der Hochschule für Musik und Tanz Köln/Wuppertal. Kunsthochdrei findet mehrmals im
2019 in den Ruhestand ging. Nicht streng, aber doch annähernd in chronologischer Ordnung präsentierte die Ausstellung                                                       Jahr statt, so auch 2018 und 2019, und verbindet bildende Kunst, Literatur und Musik. Eine
Highlights der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, beginnend mit Carl Hofer, Otto Dix und Karl Röhrig über die Surrealisten                                                 zentrale Aufgabe sieht der Verein in der Förderung der Kunstvermittlung und Museumspä-
und die Kunst des Informel hin zu Zero, der Konkreten Kunst, zur neuen Figuration der 80er und 90er Jahre, zu Tendenzen                                                     dagogik. Er zählt mittlerweile mehr als 2.100 Mitglieder. In einer Mitgliederversammlung
der Farbfeldmalerei und zu den allerneuesten Erwerbungen des Museums, etwa von Julio Rondo und Bogomir Ecker. Die                                                           mit Feierstunde verabschiedete der KMV am 29. April den langjährigen Direktor des Von
Ausstellung umfasste so ca. 130 Gemälde, Arbeiten auf Papier und Skulpturen und lieferte einen gut nachvollziehbaren                                                        der Heydt-Museum, Dr. Gerhard Finckh. 450 KMV-Mitglieder waren ins Museum gekom-
Abriss der Kunstgeschichte der vergangenen 100 Jahre. Sie belegte wieder einmal eindrucksvoll, wie qualitativ hochwertig                                                    men, um sich persönlich von Finckh zu verabschieden. In teils sehr persönlichen Reden
die Sammlung Von der Heydt ist.                                                                                                                                             ließen Oberbürgermeister Andreas Mucke, Kulturdezernent Matthias Nocke, Kunstmäzen
                                                                                                                                                                            Eberhard Robke, Bildhauer Tony Cragg und der KMV-Vorstandsvorsitzende Dr. Joachim
AUSSTELLUNG IN DER VON DER HEYDT-KUNSTHALLE                                                                                                                                 Schmidt-Hermesdorf die 13 Jahre mit Dr. Finckh Revue passieren und bedankten sich für
Bogomir Ecker – Was das Foto verschweigt war der Titel der Herbstausstellung in der Von der Heydt-Kunsthalle vom                                                            sein Engagement. Das Duo Canaille du Jour begleitete den Abend musikalisch. Als Überra-
23. September 2018 bis 17. Februar 2019. Das Besondere daran war, dass sie als Doppelausstellung an zwei Standorten in                                                      schungsgast rezitierte Schauspielerin Mechthild Großmann ein Gedicht von Bertolt Brecht.
                                                                                                                                                       Dr. Gerhard Finckh
Wuppertal konzipiert war: Während die Von der Heydt-Kunsthalle sich vornehmlich Eckers Auseinandersetzung mit der
Fotografie, seinen frühen Nachtfotos und den „Tableaus“ widmete und diese in Wechselwirkung zu einigen ausgewählten
Objekten brachte, setzte der Skulpturenpark Waldfrieden parallel ausschließlich das skulpturale Werk in Szene. So bekamen         KONTAKTDATEN
die Besucher*innen beider Ausstellungen einen guten Überblick über das Schaffen des Düsseldorfer Bildhauers und konnten           Von der Heydt-Museum
ihn gleichzeitig von einer ganz neuen Seite kennen lernen.                                                                        Turmhof 8
                                                                                                                                                       VON DER HEYDT-MUSEUM                                                                 2016      2017         2018
Bogomir Ecker ist eigentlich bekannt für seine skulpturalen Interventionen im Stadtraum, für raumfüllende Installationen          D-42103 Wuppertal
und hintergründige Objekte. Doch seit Jahren setzt er sich als Bildhauer auch mit der Rolle der Fotografie auseinander. Her-                           Besucher*innen                                                                    106.000    127.000   118.000
ausragende Bilder aus seiner Sammlung anonymer Pressefotos hat er in großformatigen „Tableaus“ zueinander in Beziehung            Telefon   +49 202 563-6231				                         Führungen Erwachsene                               1.865     1.925        1.417
gebracht. In diesen nun erstmals so umfassend ausgestellten Werken kombiniert er jeweils 20 bis 28 dieser Fotos, wobei der        Telefax   +49 202 563-8091
                                                                                                                                                                                         Führungen Kinder                                    363        433         400
Bezug zum eigentlichen historischen Ereignis verloren geht und stattdessen durch Gegenüberstellungen neue Erzählungen             E-Mail    von-der-heydt-museum@stadt.wuppertal.de
und Zusammenhänge konstruiert werden.                                                                                             www.von-der-heydt-museum.de                            Besucher*innen Von der Heydt-Kunsthalle            5.200     5.100     3.800
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