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LERNENDE REGION
„WALDVIERTLER GRENZLAND“
www.lernen.waldviertlergrenzland.at
STRATEGIE
::Mensch::
::Land::
::Gesundheit::
::Erlebnis::
::Energie::A-3950 Gmünd, Schremserstr. 8/265, Tel: 02852/9025/25844, Fax: 02852/9025/25000, Mobil 0664/2022593
INHALTSVERZEICHNIS
1 AUSGANGSSITUATION 5
2 ALLGEMEINE DATEN DER REGION 6
2.1 AUFSTELLUNG DER 45 BETEILIGTEN GEMEINDEN 6
2.2 KARTE DES GEBIETES 8
3 CHARAKTERISIERUNG DER REGION 9
3.1 REGIONSBESCHREIBUNG UND REGIONALE DATEN 9
3.1.1 NATURRÄUMLICHE LAGE 9
3.1.2 BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG 10
3.1.3 BEVÖLKERUNGSPROGNOSE 11
3.1.4 ALTERSSTRUKTUR 11
3.1.5 BESCHÄFTIGUNG 12
3.1.6 LAND UND FORSTWIRTSCHAFT 13
4 ANALYSE DER BILDUNGSSITUATION 15
4.1 BILDUNG UND SCHULISCHE INFRASTRUKTUR IM WALDVIERTLER GRENZLAND 16
4.1.1 STEIGENDE SCHÜLERZAHL IN DEN NEUNZIGER JAHREN 17
4.1.2 SCHWERPUNKT DER AUSBILDUNG IM WALDVIERTEL BEI KAUFMÄNNISCHEN HÖHEREN SCHULEN,
BERUFSBILDENDEN MITTLEREN SCHULEN UND IN DER LEHRE 17
4.1.3 EINSEITIGE VERBESSERUNG DES ANGEBOTS AN BILDUNGSEINRICHTUNGEN 17
4.1.4 VERNACHLÄSSIGUNG DER TECHNISCH-GEWERBLICHEN HÖHEREN SCHULEN IM WALDVIERTEL 18
4.1.5 AUSHÖHLUNG DER TECHNISCHEN QUALIFIKATION AUCH IM MITTLEREN AUSBILDUNGSSEGMENT 18
4.1.6 IMPLIKATIONEN DER SCHULISCHEN AUSBILDUNGSSCHWERPUNKTE FÜR DEN ARBEITSMARKT 18
4.2 ANALYSE DES BILDUNGSANGEBOTES IN DER REGION WALDVIERTLER GRENZLAND 20
4.2.1 HÖHERE SCHULEN 20
4.2.2 FACHHOCHSCHULLEHRGÄNGE 21
4.2.3 FORSCHUNGSEINRICHTUNGEN 21
4.2.4 ÜBERBLICK ÜBER DIE ERWACHSENENBILDUNGSLANDSCHAFT 21
4.2.5 QUALIFIZIERUNGSVERBUND WALDVIERTEL 22
5 LISTE DER NETZWERKPARTNER 22
6 ORGANISATION DES NETZWERKES 23
6.1 PLENUM 23
6.2 STEUERUNGSTEAM 23
6.3 MANAGEMENT 23
6.4 STÄRKEN-SCHWÄCHENANALYSE/ CHANCEN - RISIKEN 24
6.5 TRENDHYPOTHESEN 27
7 ENTWICKLUNGSSTRATEGIE 28
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7.1 BILDUNG UND WISSENSCHAFT NACH DER NÖ-LANDESENTWICKLUNGSSTRATEGIE 28
7.1.1 ZUR LANDESENTWICKLUNG SIND INSBESONDERE FOLGENDE ZIELE ANZUSTREBEN: 28
8 ZIELE DER LERNENDEN REGION WALDVIERTLER GRENZLAND 30
8.1 ZIELE 30
8.1.1 MENSCH 30
8.1.2 LAND 30
8.1.3 GESUNDHEIT 31
8.1.4 ERLEBNIS 31
8.1.5 ENERGIE 32
8.1.6 ALLGEMEINE ZIELE 33
8.2 ANGESTREBTE RESULTATE AM ENDE DER PERIODE 34
8.3 ERFOLGSKRITERIEN 34
8.3.1 QUANTITATIVE KRITERIEN 34
8.3.2 QUALITATIVE KRITERIEN 34
8.4 BILDUNGSBEDARFSERHEBUNG 35
8.4.1 FRAGEBOGENAUSWERTUNG 35
9 BESCHREIBUNG DER SCHWERPUNKTTHEMEN 40
9.1.1 MENSCH 40
9.1.2 LAND 42
9.1.3 GESUNDHEIT 42
9.1.4 ERLEBNIS 43
9.1.5 ENERGIE 45
9.2 ERSTELLUNG INTERN, PROFESSIONELLE MODERATION, EXTERN 45
10 BESCHREIBUNG DES ENTWICKLUNGSPROZESSES 46
11 UMSETZUNG DER GRUNDLEISTUNGEN 47
11.1 ABSTIMMUNG DER BILDUNGSANGEBOTE / -TRÄGER 47
11.2 BILDUNGSINFORMATION 47
11.3 BILDUNGSMARKETING, MARKETING DER LERNENDEN REGION 48
11.4 BILDUNGSBERATUNGSANGEBOTE 48
12 THEMATISCHE SCHWERPUNKTE FÜR DIE UMSETZUNG (BEGRÜNDUNG,
BESCHREIBUNG) 48
13 ENTWICKLUNG KOOPERATIVER PROJEKTE 48
14 UMSETZUNG VON GENDER MAINSTREAMING 48
15 GEPLANTE EVALUIERUNG/MONITORING 49
16 BEILAGEN 50
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TABELLENVERZEICHNIS
TABELLE 1: KATASTERFLÄCHE, [QUELLE: AMT DER NÖ LANDESREGIERUNG, ABTEILUNG
RAUMORDNUNG UND REGIONALPOLITIK - NÖ STATISTIK, MARIA ENZERSDORF, 2000,
HTTP://WWW.NOEL.GV.AT] 7
TABELLE 2: BEZIRKSAUFTEILUNG EW UND FLÄCHE, WV-GRENZLAND, [QUELLE NÖ
LANDESREGIERUNG 1.1.2006, EIGENE DARSTELLUNG] 7
TABELLE 3: BEVÖLKERUNGSDICHTE, [QUELLE: STATISTIK NÖ, EIGENE DARSTELLUNG], JEWEILS
FÜR DIE GESAMTEN BEZIRKE 7
TABELLE 4: NATURPARKE IM LEADER GEBIET [QUELLE: WWW.NATURPARKE.AT] 9
TABELLE 5: [QUELLE: QUELLE: HTTP://WWW.NATURSCHUTZ.AT] 10
TABELLE 6: BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG, [QUELLE STATISTIK NÖ 2001, EIGENE DARSTELLUNG]
11
TABELLE 7: BEVÖLKERUNGSPROGNOSE, [QUELLE STATISTIK NÖ 2001, EIGENE DARSTELLUNG] 11
TABELLE 8: [QUELLE: AMS NÖ, HTTP://WWW.AMS.OR.AT/NEU/NOE/1400_4439.HTM] 13
TABELLE 9: ANZAHL DER BETRIEBE NACH BBK [QUELLE: LF3, DER GRÜNE BERICHT NÖ 2005,
STAND: OKTOBER 2005, EIGENE AUSWERTUNGEN] 14
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
ABBILDUNG 1: KARTE INKL. KLEINREGIONEN [QUELLE: NÖ-LANDESREGIERUNG, STAND 2006] 8
ABBILDUNG 2: KARTE DES GEBIETES [QUELLE: NÖ-LANDESREGIERUNG, STAND 2007)] 8
ABBILDUNG 3: ALTERSTRUKTUR [QUELLE REGIONALES STRATEGIEKONZEPT WALDVIERTEL 2005] 12
ABBILDUNG 4: UNSELBSTÄNDIG BESCHÄFTIGTE NACH SEKTOREN, [QUELLE STATISTIK NÖ] 13
ABBILDUNG 5: ALTERSVERTEILUNG 35
ABBILDUNG 6: BILDUNGSNIVEAU 36
ABBILDUNG 7: WOHNBEZIRK 36
ABBILDUNG 8: BRANCHENVERTEILUNG 36
ABBILDUNG 9: WEITERBILDUNGSMAßNAHMEN DER LETZTEN DREI JAHRE 37
ABBILDUNG 10: WEITERBILDUNGSTAGE PRO JAHR 37
ABBILDUNG 11: WEITERBILDUNGSMAßNAHMEN NACH DEN FÜNF STRATEGISCHEN FELDERN 37
ABBILDUNG 12: AUSGABEN FÜR EIN EINTÄGIGES SEMINAR 38
ABBILDUNG 13: HINDERUNGSGRÜNDE 38
ABBILDUNG 14: SCHULUNGSTRÄGER 39
ABBILDUNG 15: KURSZEITEN 39
ABBILDUNG 16: ANREISE 39
ABBILDUNG 17: STRATEGIEFELDER 40
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1 Ausgangssituation
Die Region Waldviertler Grenzland hat bereits schon seit der Periode LEADERII vielfältige Erfahrun-
gen bei der Implementierung von Projekten im Bereich Lebens Langem Lernen. So wurden neben
mehreren LEADER Qualifizierungsmaßnahmen auch ESF Ausbildungsverbünde installiert, Koopera-
tionen mit dem AMS aber auch Lehrgänge z.B. Telematik oder Tourismus organisiert und durchge-
führt.
Dadurch gibt es bereits ein vielfältiges Bildungs-Netzwerk von Bildungsträgern, Unternehmen und
öffentlichen Einrichtungen.
Die Lernende Region Waldviertler Grenzland orientiert sich an den fünf Grundprinzipien für Lebens-
langem Lernen, die von den ExpertInnen der Donau Universität Krems vorgeschlagen wurde.
Lebensphasenorientierung: LLL muss den unterschiedlichen Lebensverläufen der einzelnen Indivi-
duen gerecht werden. Es muss möglich sein, Bildungsprozesse in jeder Phase des Erwerbsund Le-
benszyklus (Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit, Phasen nicht bezahlter Arbeit, die für Lernprozesse
genutzt werden, Pension) aufzunehmen und ins Lernen (wieder-)einzusteigen. Ein wesentlicher Bei-
trag hierzu kann durch die Modularisierung des Bildungsangebots, d. h. mittels einer inhaltlichen und
zeitlichen „Portionierung“ von Bildungsabschnitten, geleistet
werden.
Lernende in den Mittelpunkt stellen: Die Ausrichtung des LLL am Individuum bedeutet einen Pers-
pektivenwechsel. Neue Lehr- und Lernmethoden und Lernarchitekturen müssen entwickelt, neue An-
gebote im Sinne einer zeitlichen und räumlichen Flexibilisierung von Lernen geschaffen werden. Die
sich wandelnde Rolle der Lehrenden als „learning facilitators“ erfordert die Entwicklung eines neuen
Selbstverständnisses und Aufgaben für Lehrende, verbunden mit einer entsprechenden Professionali-
sierung der Aus- und Weiterbildung.
Life Long Guidance: Als essentielles Element einer LLL Strategie wird die Bildungs-, Berufs- und
Karriereberatung betrachtet. Hierbei muss zum einen ein breiter Zugang zu der Beratungsdienstleis-
tung sichergestellt werden, d. h. das Angebot muss niederschwellig, unabhängig und anbieterüberg-
reifend sein. Zum anderen ist die Qualität der Beratungsdienstleistung zu verbessern, indem die Pro-
fessionalisierung der Berufs-, Bildungs-, und Karriereberatung vorangetrieben wird.
Kompetenzorientierung: Ein System des Lebenslangen Lernens benötigt Mechanismen, um an den
unterschiedlichen Kenntnissen und Fähigkeiten der Lernenden anknüpfen zu können. Vorhandenes
Wissen — egal ob formal, nicht-formal oder informell erworben —sichtbar zu machen, stellt dafür eine
wesentliche Voraussetzung dar. Die gegenseitige Anerkennung der erworbenen Zertifikate von Seiten
der verschiedenen Institutionen im Bildungsbereich eine weitere. Es muss sichergestellt werden, dass
repetitive Phasen in der Aus- und Weiterbildung vermieden werden. Eine stärkere vertikale und hori-
zontale Durchlässigkeit fördert zudem die berufliche Mobilität und reduziert individuelle, betriebliche
und volkswirtschaftliche Kosten.
Förderung der Teilnahme an LLL: Barrieren – sozialer oder wirtschaftlicher Art, Informationsdefizite
oder institutionelle Rahmenbedingungen in den Bereichen Arbeits-, Sozial- und Steuerrecht – die ei-
ner Beteiligung an Lebenslangem Lernen entgegenstehen, müssen identifiziert und abgebaut werden.
Daneben ist ein Anreizsystem zu schaffen, welches die Teilnahme an Lebenslangem Lernen fördert.
Als wesentlich wird auch eine stärkere Verzahnung und Kooperation zwischen den Bildungsbereichen
1
und unterschiedlichen Institutionen angesehen.
1
Vgl. Vorschläge zur Umsetzung einer kohärenten LLL-Strategie in Österreich bis 2010, Donau Uni-
versität Krems, 2005
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2 Allgemeine Daten der Region
Siehe Beilage Vereinsstatuten „Waldviertler Grenzland“ – Leistungseinheit Zum Ausbau Der
Eigenständigen Regionalentwicklung.
2.1 Aufstellung der 45 beteiligten Gemeinden
PLZ S/M/G ORT STRASSE EINW FLAECHE
3872 Marktgemeinde Amaliendorf Hauptstrasse 190 1168 8,038
3871 Marktgemeinde Brand-Nagelberg Hauptstr 117 1758 36,637
3861 Marktgemeinde Eggern Marktplatz 1 771 20,209
3862 Marktgemeinde Eisgarn Stiftspl 9 664 22,500
3950 Stadtgemeinde Gmünd Schremser Str 6 5724 25,105
3972 Marktgemeinde Bad Groß pertholz Bad Groß pertholz 138 1566 82,401
3950 Marktgemeinde Groß dietmanns Kirchenpl 1 2183 39,924
3922 Marktgemeinde Groß schönau Groß schönau 80 1271 41,959
3970 Gemeinde Moorbad Harbach Moorbad Harbach 22 703 35,515
3874 Gemeinde Haugschlag Haugschlag 10 517 22,656
3860 Stadtgemeinde Heidenreichstein Kirchenpl 1 4314 58,418
3942 Marktgemeinde Hirschbach Bahnstr 48 598 7,895
3945 Marktgemeinde Hoheneich Marktpl 91 1548 15,600
3932 Marktgemeinde Kirchberg am W alde Kirchberg am W alde 88 1438 37,783
3874 Stadtgemeinde Litschau Stadtpl 25 2362 81,053
3863 Gemeinde Reingers Reingers 81 705 24,921
3971 Marktgemeinde St Martin Sankt Martin 1 1156 49,348
3943 Stadtgemeinde Schrems Hauptplatz 19 5722 60,821
3970 Gemeinde Unserfrau Unserfrau 21 1017 40,191
3961 Gemeinde W aldenstein W aldenstein 49 1215 22,733
3970 Stadtgemeinde W eitra Rathausplatz 1 2831 52,530
Gmünd 39231 786,236
3813 Marktgemeinde Dietmanns Schulg 13-15 1184 6,869
3843 Marktgemeinde Dobersberg Schloß g 1 1734 47,600
3852 Marktgemeinde Gastern Hauptstr 19 1336 24,976
3812 Stadtgemeinde Groß -Siegharts Schloß pl 1 2945 44,278
3822 Marktgemeinde Karlstein a d Thaya W ilhelm Matzinger-Str 2 1524 48,869
3851 Marktgemeinde Kautzen W aidhofner Str 14 1230 35,419
3834 Gemeinde Pfaffenschlag bei W aidhofen aPfaffenschlag
d Thaya bei W aidhofen an der Thaya
981 110 29,680
3842 Marktgemeinde Thaya Hauptstr 32 1448 43,342
3902 Marktgemeinde Vitis Hauptpl 16 2617 55,520
3830 Stadtgemeinde W aidhofen a d Thaya Hauptpl 1 5766 46,036
3830 Gemeinde W aidhofen a d Thaya Kindergartenstr 5 1165 32,450
3844 Marktgemeinde W aldkirchen a d Thaya W aldkirchen an der Thaya 65 606 42,725
3841 Marktgemeinde W indigsteig Marktpl 4 1054 25,494
W a idhofe n 23590 483,258
3804 Stadtgemeinde Allentsteig Hauptstr 23 2069 71,628
3925 Marktgemeinde Altmelon Altmelon 60 908 38,334
3925 Marktgemeinde Arbesbach Hauptpl 35 1758 54,983
3903 Marktgemeinde Echsenbach Bachzeile 4 1241 23,136
3800 Marktgemeinde Göpfritz a d W ild Hauptstr 72 1797 60,590
3920 Stadtgemeinde Groß Gerungs Hauptpl 18 4745 105,881
3921 Marktgemeinde Langschlag Marktpl 37 1846 60,998
3911 Marktgemeinde Rappottenstein Rappottenstein 39 1756 65,715
3900 Marktgemeinde Schwarzenau W aidhofner Str 2 1508 28,127
3931 Marktgemeinde Schweiggers Schweiggers 74 2014 58,652
3910 Stadtgemeinde Zwettl Gartenstr 3 11511 256,070
Z we ttl 3 11 5 3 8 2 4 ,1 1 4
Ge sa mt 9 39 7 4 2 0 9 3 ,6 0 8
SEITE 6A-3950 Gmünd, Schremserstr. 8/265, Tel: 02852/9025/25844, Fax: 02852/9025/25000, Mobil 0664/2022593
Einwohnerzahl
LEADER Gebiet: 93974 (NÖ-Landesregierung Stand 1.1.2006)
Katasterfläche
Gesamtfläche des LEADER Gebiets 2093,61 km²
Die Tabelle bezieht sich auf den gesamten Bezirk Waidhofen/Thaya und den gesamten Bezirk
Zwettl.
Ge m e inde Ka ta ste rfla e che La ndw irt
Ja hr Ke nnza hl Be zirk ge sa m t Ba ufla e che scha ft W a ld
2000 309 Bezirk Gmünd 78623,6 658,72 32837,97 40379,8
Bezirk
2000 322 W aidhofen/Thaya 66909,51 638,39 43433,15 19693,88
2000 325 Bezirk Zwettl 139925,26 829,73 67790,13 63853,8
Tabelle 1: Katasterfläche, [Quelle: Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Raumordnung und Regio-
nalpolitik - NÖ Statistik, Maria Enzersdorf, 2000, http://www.noel.gv.at]
Aufteilung auf Bezirke im Leadergebiet Waldviertler Grenzland
Bezirk EW F läc he
G m ünd 39231 786,236
W a id ho fe n 23590 483,258
Z we ttl 31153 824,114
Tabelle 2: Bezirksaufteilung EW und Fläche, WV-Grenzland, [Quelle NÖ Landesregierung 1.1.2006,
eigene Darstellung]
Die Bevölkerungsdichte liegt bei durchschnittlich 42 Einwohner pro km², im Vergleich zu NÖ mit
81 EW/km² ist das Waldviertler Grenzland daher locker besiedelt.
Einw ohne r Fläche Dichte Da ue rsied- Da uersied- W a lda nte il
Bezirk (VZ 2001) (km²) (EW /km ²) lungsra um (km ²) lungsra um (%) (%)
Gmünd 40050 786 51 368,9 47 51
W a idhofe n 28197 669 42 465,42 70 29
Zw e ttl 45635 1400 33 730,54 52 46
Tabelle 3: Bevölkerungsdichte, [Quelle: Statistik NÖ, eigene Darstellung], jeweils für die gesamten
Bezirke
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2.2 Karte des Gebietes
Abbildung 1: Karte inkl. Kleinregionen [Quelle: NÖ-Landesregierung, Stand 2006]
Abbildung 2: Karte des Gebietes [Quelle: NÖ-Landesregierung, Stand 2007)]
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3 Charakterisierung der Region
3.1 Regionsbeschreibung und regionale Daten
Das LEADER Gebiet „Waldviertler Grenzland liegt im nordwestlichen Teil von Niederösterreich, es
umfasst die Bezirke Waidhofen/Thaya (ohne Raabs und Ludweis/Aigen), Gmünd und den nördlichen
Teil des Bezirks Zwettl.
Im Norden grenzt das Gebiet an Tschechien (Südböhmen- Böhmerwald) anschließend an die LAG
Waldviertler Wohlviertel. Im Westen liegt das Mühlviertel mit der LAG Mühlviertler Alm. Der Süden
grenzt an die LAG Leaderregion südliches Waldviertel - Nibelungengau.
Im Waldviertler Grenzland befinden sich sieben Kleinregionen. Bis auf die Gemeinden Raabs und
Ludweis/Aigen sind diese deckungsgleich mit dem LEADER-Gebiet.
Die Kleinregionen sind:
§ Zukunftsraum Thayaland
§ ASTEG
§ Waldviertler Hochland
§ Waldviertler StadtLand
§ Erlebnisregion Waldviertel/Nord
§ Kleinregion Schweiggers-Zwettl
§ Lainsitztal
3.1.1 Naturräumliche Lage
Nördlich der Donau erstrecken sich, ausgehend vom Weinsberger Wald und Freiwald im Westen, die
"Hochländer" (Kamp - Kremser Hochland, Lainsitz - Zwettler Hochland, Allentsteiger Hochland,
Oberes und Unteres Thaya Hochland), in die die Gmünder Senke und die Zwettler Mulde
eingebettet sind. Entlang des Bezirks Gmünd verläuft die Wasserscheide zwischen Donau und Elbe.
Natura 2000
Wesentliche rechtliche Grundlagen des Biotop- und Artenschutzes innerhalb der Europäischen
Union sind die Vogelschutzrichtlinie sowie die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie, auch FFH-Richtlinie
genannt.
Hauptziel der FFH-Richtlinie ist der Aufbau des europaweiten Schutzgebietsnetzes "Natura 2000". Mit
dem Schutzgebietsnetz sollen die natürlichen Lebensräume Europas dauerhaft gesichert werden. Die
im Rahmen der Vogelschutzrichtlinie ausgewiesenen Schutzgebiete werden in das Schutzgebietsnetz
"Natura 2000" integriert.
Im Waldvierteler Grenzland sind folgende Natura 2000 Gebiete vertreten:
Waldviertler Teich-, Heide- und Moorlandschaft
Naturpark
Naturparks sind Landschaftsräume, die sich wegen ihrer landschaftlichen Voraussetzungen für die
Erholung oder für die Vermittlung von Wissen über die Natur besonders eignen. "Naturpark" ist ein
Prädikat, das an Natur- oder Landschaftsschutzgebiete vergeben wird.
Bezirk Gemeinde Gebietsname Fläche [ha]
Gmünd Blockheide 105,6
Gmünd Heidenreichstein Heidenreichsteiner Moor 30,6
Bad Großpertholz Nordwald 525,6
Schrems Schremser Hochmoor 119
Waidhofen/Thaya Dobersberg Dobersberg 199,8
Tabelle 4: Naturparke im LEADER Gebiet [Quelle: www.naturparke.at]
Naturschutzgebiete
Ein Naturschutzgebiet dient der Erhaltung möglichst ursprünglicher Gebiete bzw. solcher von
besonderer naturwissenschaftlicher Bedeutung (z.B. Standorte seltener Pflanzen oder Tierarten). Im
Unterschied zu Landschaftsschutzgebieten sind Naturschutzgebiete meist kleinflächiger und ist hier
grundsätzlich jeder Eingriff verboten. Naturschutzgebiete genießen den strengsten Schutz und dürfen
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nur auf den öffentlichen bzw. dafür bestimmten Wegen betreten werden. Ausnahmen vom
Eingriffsverbot bestehen für die Jagd und die Fischerei; weitere Ausnahmen (z.B. Wiesennutzung)
können unter bestimmten Voraussetzungen bzw. Auflagen gestattet werden. Derzeit gibt es neun
Naturschutzgebiete im Waldviertler Grenzland.
Bezirk Gemeinde Gebietsname Fläche [ha]
Gmünd Gmünd Blockheide 105,6
Gmünd Lainsitzniederungen k.A.
Heidenreichstein Heidenreichsteiner Moor 30,6
Heidenreichstein Bruneiteich 60,3
Bad Großpertholz Karlstifter Moor 61
Litschau Rottalmoos 10,7
Schrems Schremser Hochmoor 119
Schrems Gebhartsteich 91,6
Zwettl Altmelon Meloner Au 163
Tabelle 5: [Quelle: Quelle: http://www.naturschutz.at]
Landschaftsschutzgebiet
Das Landschaftsschutzgebiet ist eine Schutzform, die der Erhaltung charakteristisch gestalteter
Kulturlandschaften und eines natürlichen, gesunden Lebensraumes für den Menschen dient. Die
landschaftliche Schönheit und ihre Eigenart soll im Interesse der Erholung, aber auch des
Fremdenverkehrs geschützt und das äußere Erscheinungsbild sowie der Erholungswert bewahrt
werden.
Landschaftsschutzgebiete im Waldviertler Grenzland sind in Bad Großpertholz, Dobersberg und
Dietmanns bei Waidhofen/Thaya.
Truppenübungsplatz Allentsteig2
Das entsiedelte Gebiet des Waldviertels, seit 1938 als Schießplatz der Militärs genutzt, hat sich v.a.
aufgrund der Tatsache, dass es nicht oder kaum landwirtschaftlich genutzt wird, zu einer mindestens
für Europa einzigartigen Naturlandschaft zurück entwickelt.
Seit der Öffnung großflächiger militärischer Sperrgebiete jenseits des einstigen "Eisernen Vorhangs"
wird die Bedeutung dieser Flächen als Rückzugsräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten erkannt.
So wurde in der ersten Hälfte der 1990er Jahre auch für den Truppenübungsplatz im Waldviertel eine
ökologische Zustandsanalyse und ein Maßnahmenkatalog erstellt. Mit einer Fläche von ca. 15.700 ha
(etwa so groß wie das Fürstentum Liechtenstein) stellt der Truppenübungsplatz zusammen mit
Gebieten entlang des Kamptales, der Wild, dem Raum Steinplattenwald - Geißruck -
Perneggergraben - Stockgraben, Oberer Molder Berg-Maria Dreieichen - Unterer Molder Berg -
Kuchlmais - Geiersdorfer Wald – Bergwald - Marital - Heidäcker bis einschließlich Plank am Kamp ein
Gebiet großflächig miteinander kommunizierender, wertvoller naturnaher Landschaften dar. Wegen
seiner Großräumigkeit, Unzugänglichkeit und seines enormen Anteils (45 %) an Brachflächen (wie sie
in der heutigen Kulturlandschaft praktisch nicht vorhanden sind), wird der Truppenübungsplatz
Allentsteig in Fachkreisen seit langer Zeit als Rückzugsgebiet für bedrohte Arten gesehen.
3.1.2 Bevölkerungsentwicklung
Das Waldviertel zählt zu den peripheren oder teilperipheren Gebieten. Die Bevölkerungsentwicklung
im Waldviertler Grenzland ist in den letzten Jahren rückläufig. Nur im Bereich einiger weniger
Gemeinden besteht aufgrund von Standortvorteilen in der Region eine geringe
Bevölkerungszunahme. Der allgemein rückläufige Trend der Bevölkerungsentwicklung ergibt sich aus
einer Kombination einer zunehmenden Landflucht, aufgrund der stetig abnehmenden Bedeutung der
Landwirtschaft als Erwerbsfaktor im Waldviertel und fehlender Beschäftigungsmöglichkeiten in
anderen Sektoren, sowie einer rückläufigen Geburtenbilanz. Eine Ausnahme bildet der Bezirk Zwettl
(gesamt), der als einziger Bezirk der Region eine positive Geburtenbilanz (+ 618) aufweist.
2
http://home.pages.at/bundesheer-infoecke/bericht-tuepla.htm
SEITE 10A-3950 Gmünd, Schremserstr. 8/265, Tel: 02852/9025/25844, Fax: 02852/9025/25000, Mobil 0664/2022593
Der Bezirk Gmünd im Bereich der Grenzregion zu der Republik Tschechien weist die größte negative
Veränderung der Bevölkerungszahlen mit einem Minus von 3 % auf, hier besteht sowohl eine
negative Geburtenbilanz als auch eine negative Wanderungsbilanz
Ge burte n- W anderungs-
Ve rände rung bilanz bilanz
Einw ohne r Einw ohner
Be zirk (VZ 1991) (VZ 2001) a bsolut % absolut absolut
Gm ünd 41.314 40.050 -1.264 -3 -841 -423
W a idhofe n 28.607 28.197 -410 -1 -939 529
Zw e ttl 46.247 45.635 -612 -1 618 -1.230
NÖ 1.473.813 1.545.804 71.991 5 -7.287 79.278
Tabelle 6: Bevölkerungsentwicklung, [Quelle Statistik NÖ 2001, eigene Darstellung]
3.1.3 Bevölkerungsprognose
Betrachtet man die Bevölkerungsprognose laut Statistik Austria für die nächsten 20 Jahre, so ergibt
sich für die Region Waldviertler Grenzland eine rückläufige Bevölkerungsentwicklung von ca. - 4,3 %,
wobei sich vor allem im Laufe des zweiten Jahrzehntes die negative Entwicklung verstärkt.
Der nordwestliche Bereich der Hauptregion mit den Bezirken Zwettl und Gmünd weist im Vergleich
zum nordöstlichen Teilbereich der Region (Waidhofen) eine verstärkte Bevölkerungsabnahme (~ - 9
%) auf.
W ohn- W ohn- W ohn-
be völkerung bevölke rung be völkerung Ve ränd. % Verä nd. %
Be zirk 2001 2011 2021 2001-2011 2001-2021
Gm ünd 39.989 38.258 36.413 -4,3 -8,9
W a idhofe n 28.144 27.792 27.115 -1,3 -3,7
Zw e ttl 45.587 43.800 41.720 -3,9 -8,5
NÖ 1.544.512 1.600.478 1.636.795 3,6 6,0
Tabelle 7: Bevölkerungsprognose, [Quelle Statistik NÖ 2001, eigene Darstellung]
Die Einwohner-Prognose 2035 zeigt für die Bezirke Waidhofen/Th mit -10%,
Zwettl mit -12% und Gmünd mit -13% eine dramatische Entwicklung. Verschärfend kommt hier noch
die Elitenabwanderung und die Überalterung der Region hinzu.
Die höher Ausgebildeten ziehen mangels geeigneter Arbeitsplätze in der Region und fehlender
rascher öffentlicher Verkehrsverbindungen in die Ballungsräume, die Tagespendeln ermöglich
würden, weg. Nach dem aktiven Erwerbsleben kommen im Alter Abgewanderte wieder ins Waldviertel
retour.
Laut einer Perspektivenstudie 2021 ist der Bezirk Gmünd „seniorfokusiert“ und die Bezirke
Waidhofen/Th und Zwettl als „bodenständig“ beschrieben.
3.1.4 Altersstruktur
Die Altersentwicklung in der Region lässt derzeit die höchste Bevölkerungsanzahl im Bereich der 30-
bis 40-Jährigen erkennen, wobei hier ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen
besteht. Aufgrund der verringerten Geburtenraten in den letzten Jahrzehnten ergibt sich jedoch in der
Folge ein Abfall der Bevölkerungszahlen im Bereich der 20- bis 30-Jährigen.
Betrachtet man die Veränderung der Altersverteilung im Waldviertler Grenzland in den nächsten 20
Jahren gemäß den Ergebnissen der Bevölkerungsprognose, so ergibt sich in den nächsten
Jahrzehnten eine starke Überalterung in der Region, die in Kombination mit einer negativen
Geburtenbilanz und einer Abwanderungstendenz zu einer starken Reduzierung der Erwerbstätigen
Bevölkerungsschicht führen wird.
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Abbildung 3: Alterstruktur [Quelle regionales Strategiekonzept Waldviertel 2005]
3.1.5 Beschäftigung
Die Indikatoren zur Arbeitslosigkeit geben einen Hinweis auf die Wirtschaftsentwicklung und –
strukturen. Hier liegt das Waldviertel mit 7% im Mittelfeld bzw. Durchschnitt Österreichs. Daran kann
gemessen werden, dass die Regionale Entwicklungsarbeit in LEADER+ der letzten Jahre bereits
Wirkung gezeigt hat.
Betrachtet man die Veränderung in den letzten fünf Jahren, so zeigt sich in allen Bezirken in den
Jahren 2000, 2001 eine Verbesserung der Arbeitslosenquote, in den darauf folgenden Jahren ergibt
sich wieder ein geringfügiger Anstieg.
Die Bezirke Waidhofen an der Thaya und Gmünd weisen die höchste Arbeitslosenquote mit 8,5 und
8,8 % auf. In Waidhofen an der Thaya hat sich im Verlauf der letzten Jahre eine stetige Verbesserung
der Situation der Arbeitslosen ergeben. Der Bezirk Gmünd weist nach einer stark positiven
Entwicklung zwischen 1998 und 2000 derzeit eine gewisse Stabilisierung jedoch auf hohem Niveau
auf.
Das Waldviertel zeichnet sich wirtschaftlich gesehen im allgemeinen durch ein geringes
Arbeitsplatzangebot und eine niedrige Arbeitsproduktivität aus. Im nordwestlichen Teil des
Waldviertels gibt es eine gewisse Konzentration der technischen Industrie, Lebensmittelproduktion,
Holz- und Bauindustrie. In fast allen Bezirken ist die Arbeitslosigkeit bei Frauen ein spezielles
Problem.
In der Region machen die männlichen Arbeitslosen mit über 50 % den größeren Teil der arbeitslosen
Bevölkerung aus. Im Bezirk Zwettl haben die männlichen Arbeitslosen sogar einen Anteil von 63 %.
Das selbe Bild bietet sich bei den Langzeitarbeitslosen. Hier besteht allerdings im Bezirk Waidhofen
an der Thaya ein höherer Anteil an langzeitarbeitslosen Frauen (53 %).
Positiv wirkte sich die vergleichsweise günstigere Entwicklung von Niederösterreich insgesamt aus.
Diese Entwicklung zeigt sich zwar vor allem in den Zentralräumen, aber über Nachfrage,
Multiplikatoren und zunehmendes Pendeln werden positive Effekte auch in Regionen des
Waldviertels übertragen.
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Im Waldviertel werden Arbeitsmarktungleichgewichte häufig durch Abwanderung und
Pendelwanderung ausgeglichen.
AMS Arbe itslose Arbe itslose Arbe itslose Arbe itslose Offe ne Arbe itslose n
Ja hr Ge schae ftsste lle ge sa mt ma e nnlich w e iblich Ausla e nde r Ste lle n quote [%]
2001 Gmünd 1267 657 610 71 34 8,1
2001 W aidhofen/Thaya 938 439 499 11 44 9,4
2001 Zwettl 927 619 309 26 79 5,9
2002 Gmünd 1420 786 633 88 49 9,3
2002 W aidhofen/Thaya 926 470 457 14 26 8,7
2002 Zwettl 963 626 337 27 75 5,6
2003 Gmünd 1330 731 599 76 35 8,8
2003 W aidhofen/Thaya 910 463 446 16 30 8,5
2003 Zwettl 947 602 345 23 79 5,5
2004 Gmünd 1322 711 611 84 31 8,7
2004 W aidhofen/Thaya 943 479 465 18 29 8,9
2004 Zwettl 941 609 332 30 87 5,5
2005 Gmünd 1524 822 702 100 40 9,6
2005 W aidhofen/Thaya 1017 524 493 21 16 9,1
2005 Zwettl 1044 681 363 36 51 5,8
Tabelle 8: [Quelle: AMS NÖ, http://www.ams.or.at/neu/noe/1400_4439.htm]
3.1.6 Land und Forstwirtschaft
Betrachtet man die Bedeutung der drei Wirtschaftssektoren im Waldviertler Grenzland anhand dem
Anteil unselbständiger Beschäftigter 2001 im Vergleich zu Gesamt-Niederösterreich, so ist auffällig,
dass der Anteil der unselbständig Beschäftigten in der Landwirtschaft mit 15 % wesentlich höher ist
als im Landesdurchschnitt.
Die traditionell hohe Bedeutung der Landwirtschaft besteht also trotz der allgemein rückläufigen
Anzahl der Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe noch immer.
Die weiteren wichtigsten Beschäftigungsfelder, mit jeweils über 10 %, bilden der Handel, der
öffentliche Dienst und das Bauwesen.
Abbildung 4: Unselbständig Beschäftigte nach Sektoren, [Quelle Statistik NÖ]
Die Land- und Forstwirtschaft stellt nicht nur einen wichtigen Wirtschaftssektor dar, sie begründet
auch die Existenz für andere Wirtschaftszweige des „Agrarkomplexes“ (Nahrungs- und Genussmittel,
Industrierohstoffe, Bio-Masse, Holzbe- und -verarbeitung, spezielle Dienste, Landesproduktenhandel,
Landmaschinenmechaniker,...)
Eine geringe Besiedlungsdichte und eine hohe Agrarquote sind wichtige EU-Regionalförderungs-
kriterien.
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Durch die noch sehr hohe Agrarquote in der Region und den sich fortsetzenden
„Strukturwandel“ im Agrarsektor wird es unter den gegebenen Bedingungen voraussichtlich
weiterhin zu einer starken Reduktion der Beschäftigten im Agrarsektor kommen.
Dies stellt eine enorme Herausforderung für den Arbeitsmarkt und die weitere wirtschaftliche
Entwicklung der Region dar.
Bezirks- Betriebe lt.
bauernkammer Agrarstruktur INVEKOS Veränderung
1999 1999 2004 2005in% zu 1999
Gmünd 2281 1748 1563 1542 -11,78
Waidhofen 1961 1620 1402 1392 -14,07
Zwettl 4404 3744 3310 3274 -12,55
Tabelle 9: Anzahl der Betriebe nach BBK [Quelle: LF3, Der grüne Bericht NÖ 2005, Stand: Oktober
2005, eigene Auswertungen]
Die Zahl der INVEKOS Betriebe, die im Vorjahr den Mehrfachantrag für Flächenprämienabgaben,
betrug in Niederösterreich rund 37.200. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber 1999 von 7.260
Betrieben oder 16,3 %. Regional ist diese Entwicklung sehr unterschiedlich. Die stärksten Rückgänge
3
waren in der Bezirksbauernkammer Waidhofen (-14,0 %) zu verzeichnen.
3
Der grüne Bericht NÖ 2006
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4 Analyse der Bildungssituation
Das Bildungsmuster hat sich in Österreich in den letzten Jahren stark verändert. Davon blieb auch das
Waldviertel nicht unberührt. Das Waldviertel weist allerdings einige Besonderheiten auf, die in der
Vergangenheit zum Teil besser mit den Arbeitsmarktsstrukturen korrelierten als heute und die heute
als Schwachstellen anzusehen sind.
In den letzten Jahrzehnten wurde vor allem das höhere kaufmännische Bildungswesen deutlich
ausgebaut. Jede Waldviertler Bezirksstadt weist nun eine Handelsakademie auf. Der Ausbau der
kaufmännischen und wirtschaftlichen höheren Schulen und die damit verbundene Ausweitung des
Qualifikationspotentials konnte bisher von der Wirtschaft nicht voll genutzt werden. Die
kaufmännischen und EDV-Kenntnisse der Jugend sind häufig vor Ort nicht einsetzbar, weil einerseits
die technische Infrastruktur (Leitungskapazitäten) für das Anbieten von Bürotätigkeiten
(Buchhaltung, Verrechnungswesen), von Call Centers etc. nicht ausreicht, andererseits und vor allem
nicht genügend Unternehmen vorhanden sind, die diese Qualifikation einsetzen können.
Der starke Bedeutungsverlust der industriell-gewerblichen Produktion im Waldviertel als
Arbeitgeber, vor allem in einigen traditionsreichen Schwerpunkten wie etwa (Kristall-) Glas, Papier, vor
allem Textilien und Bekleidung sowie generell im Bereich mittlerer Technologien erklärt den Wegfall
gewisser Ausbildungsbereiche. Das es nicht zur Substitution durch andere höhere technisch-
gewerbliche Bildungszüge gekommen ist, hängt mit den hohen Kosten derartiger Ausbildungsformen
zusammen.
Andererseits beeinträchtigen fehlende Möglichkeiten zur Qualifikation junger Arbeitskräfte im
technischen Sektor die Wachstumschancen des Waldviertels. Um dem zu begegnen werden keine
neuen Schulen benötigt. Eine Ergänzung des Bildungsangebotes in Anbindung an die vorhandenen
regulären Schulen (z.B. in Form von Kollegs) würde zunächst ausreichen. Dies ist in Form von
technischen Kollegs und Kursen, die das Nacherwerben von Qualifikationen auch für Berufstätige
erleichtern und Höherqualifikation zu Facharbeitern über Aufbaukurse bieten, gut vorstellbar, rasch
und mit relativ begrenztem Aufwand realisierbar.
Um wirtschaftlich wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen schon derzeit Betriebe zusätzlich zu
technischen Problemlösungen auch wirtschaftlich-kaufmännische Problemlösungen anbieten.
Das bedeutet, daß ganzheitliche Lösungen an Bedeutung gewinnen. Die Implikation dieser
Entwicklung für das Ausbildungssystem ist die Einbindung von Schnittstellenwissen in die
Lehrpläne. Das bedeutet, daß zwischen technischem, wirtschaftlichem und kaufmännischem Wissen
Brücken zu schaffen sind. Technische Ausbildung ist demzufolge um Kenntnisse im
Projektmanagement und wirtschaftliche Ausbildung um das Verständnis für technische oder
umweltorientierte Fragestellungen zu ergänzen.
Höhere technisch-kaufmännische Ausbildungsgänge sind im oberen Waldviertel besonders
vordringlich, weil dort die Schuldistanzen bisher prohibitiv wirken. Dazu könnten die vorhandenen
(räumlichen und personellen) Kapazitäten der höheren kaufmännischen Lehranstalten eingesetzt
werden.
In die technische Fachausbildung müßte nicht in jedem Fall von Grund auf neu investiert werden. Die
erforderlichen Lehrwerkstätten könnten auch durch Kooperationen mit leistungsfähigen lokalen
Produktionsunternehmen bereitgestellt werden. Besonders bietet sich dieses Vorgehen im
Schwerpunktbereich Holztechnik an, wenn die Bemühungen zur Erhöhung der Wertschöpfung in
diesem Bereich durch die Ansiedlung unternehmensnaher Dienstleistungen erfolgreich verlaufen.
Ähnliche Überlegungen gelten auch für den Bereich der Gesundheits- Sozial- und Pflegeberufe.
Als Alternative zur Ausbildung in Berufsbildende Mittlere Schulen für Sozialberufe ist die modulare
Aus- oder Weiterbildung Erwachsener, zum Teil auch älterer Personen möglich, wenn der
entsprechende schulpolitische Rahmen geschaffen ist.
Der Wellnesstourismus stellt eine spezifische Perspektive der Entwicklung für das Waldviertel dar.
Die erwartete zunehmende Nachfrage nach Arbeitskräften sollte durch lokales Angebot mit der
entsprechenden Qualifikation gedeckt werden können.
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Es zeigt sich, daß höher Qualifizierte in der Regel deutlich mobiler sind. Es ist daher nicht
auszuschließen, daß Absolventen solcher Aufbaulehrgänge nicht mehr für lokale Arbeitgeber zur
Verfügung stehen, weil sie außerhalb des Waldviertels attraktivere Möglichkeiten wahrnehmen.
Andererseits mußte festgestellt werden, daß die Ansiedelung neuer gewerblicher oder
industrieller Kapazitäten im Waldviertel durch den Mangel an ausreichenden Qualifikationen
gehemmt wird. Einer solchen Situation können die Gemeinden durch Schaffung eines Umfeldes für
ein attraktives Wohnangebot entgegenwirken. Dazu können Initiativen der Dorferneuerung und zur
attraktiven Gestaltung des Kerns der Städte beitragen. Dies wirkt dem Kaufkraftabfluß entgegen, weil
es interessanter und lustvoller ist, auf der österreichischen Seite einzukaufen.
Die Analyse der Arbeitsmarktstatistik zeigt im Waldviertel deutlicher als anderswo in
Niederösterreich ein Vorwiegen von relativ geringen oder wenig gefragten Qualifikationen und
damit eine ungünstigere Vermittelbarkeit von Arbeitslosen. Als begleitende Instrumente der
Arbeitsmarkpolitik wird Arbeitssuchenden Hilfestellung in der Phase der Aktivierung, Orientierung und
Qualifizierung geboten. Was die Qualifizierung betrifft sind möglicherweise ähnlich oder in Verbindung
mit den Ansätzen bei der primären technischen Ausbildung in den Bezirksstädten vermehrt Lehrgänge
zur beruflichen Höher- und Re-Qualifikation anzubieten, da die gegebenen räumlichen Distanzen
4
häufig ein Grund dafür sind, daß die bisher gebotenen Angebote nicht genutzt werden können.
Siehe auch Bildungsbedarfserhebung Kapitel 8.4.
Es ist festzuhalten, daß im Waldviertel ein verhältnismäßig geringes Angebot zur Weiterbildung für
Erwachsene besteht. Lediglich in den Bezirksstädten und größeren Gemeinden besteht ein besseres
Angebot. In dieser Region ist es vielfach notwendig, weitere Anfahrtswege zu Erwachsenen-
bildungseinrichtungen auf sich zu nehmen, um einen Bildungsanbieter zu erreichen, der Sprach und
EDV-Kurse anbietet oder auch Kurse zur Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung.
Die Quote der für Kurse im Waldviertel eingelösten AKNÖ-Bildungsboni betrug im Vorjahr rund 13%.
Auch die Möglichkeiten, um Kurse und Ausbildungen zur beruflichen Weiterbildung in der Nähe
des Wohnortes absolvieren zu können oder um im 2. Bildungsweg Bildungsabschlüsse erwerben
zu können, sind in dieser Region nur eingeschränkt gegeben – besonders im Vergleich mit anderen
Regionen (z.B. Industrieviertel). Als großes Defizit ist zu nennen, dass es in diesen Bezirken kein frei
zugängliches Angebot für Hauptschulabschlußvorbereitungskurse für ExternistInnen gibt (in
ganz NÖ gibt es überhaupt nur zwei Anbieter: in Mödling und in Krems).
Im Waldviertel gibt es also relativ wenige Erwachsenenbildungseinrichtungen, welche
Ausbildungen in verschiedensten Fachbereichen bieten. Davon sind zur Zeit nur 5 Bildungsträger vom
Land NÖ im Hinblick auf die Niederösterreichische-Bildungsförderung zertifiziert.
Die Bildungsstruktur der Bevölkerung im Waldviertel weicht in ihrer Verteilung zwischen den
Ausbildungstypen in vielen Bereichen vom Niederösterreich. Durchschnitt ab. So liegt der Anteil der
Personen mit Lehrausbildung in beinahe allen Altersgruppen teilweise deutlich über den Werten in
den anderen Bezirken. Wie in allen Regionen Niederösterreichs fällt zwar auch hier der stetig
steigende Anteil höherer schulischer Bildungsabschlüsse bei den jüngeren Altersgruppen auf, der
Anteil der Personen mit höherer schulischer oder akademischer Ausbildung liegt trotzdem in allen
Altersgruppen unter dem niederösterreichischen Durchschnitt. Ebenso muß festgehalten werden, daß
immer noch knapp 12%, d.h. mehr als jede/r Neunte der Altersgruppe 20-29, keinen über die
Pflichtschule hinausreichenden Bildungsabschluß vorzuweisen hat, was sich v.a. hinsichtlich
weiterführender Ausbildungsmöglichkeiten und einer nachhaltigen Arbeitsmarktintegration negativ
bemerkbar macht. Auch bei den Altersgruppen ab 40 liegt der Anteil der Personen mit Pflichtschule
5
als höchstem Bildungsabschluß teilweise deutlich über dem nö. Durchschnitt.
4.1 Bildung und schulische Infrastruktur im Waldviertler Grenzland
4
WIFO Studie 2003, Regionalpolitische Strategien für das Waldviertel
5
AK Broschüre „Bildung in NÖ 2008-09
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Die Zahl der Schüler in den diversen Bildungsbereichen und Schulformen hängt nicht nur von
demographischen Entwicklungen ab, sondern auch von bildungspolitischen Weichenstellungen und
Änderungen im Bildungsverhalten. Das Waldviertel folgt dem österreichischen Grundmuster im
Bildungsverhalten, hat aber gewisse Besonderheiten aufzuweisen.
4.1.1 Steigende Schülerzahl in den neunziger Jahren
Im Waldvierteler Grenzland kam es ebenso wie in Österreich zu einer Verlängerung der Ausbildung
über die Pflichtschule hinaus. Daher wiesen die Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS) sowie die
Akademien im Jahr 2000/01 höhere Schülerzahlen auf als zu Beginn der achtziger Jahre. Der Anstieg
in den Berufsbildenden Höheren Schulen ging im Walviertel, im Gegensatz zum
gesamtösterreichischen Trend, nur auf das Konto von Berufsbildenden Höheren Schulen für
wirtschaftliche Berufe sie konnten ihre Schülerzahl mehr als verdoppeln. In Berufsbildenden Höheren
technisch-gewerblichen Schulen hingegen schrumpfte die Schülerzahl, ebenso in Allgemeinbildenden
Höheren Schulen. Das ist der Wesensunterschied zum gesamtösterreichischen Entwicklungsmuster.
In den Berufsbildenden Höheren Schulen stieg österreichweit die Zahl der Schüler in den letzten 20
Jahren um gut 50%, in Niederösterreich um rund 30%. Aber auch AHS-Schülerzahlen entwickelten
sich in Österreich und Niederösterreich eher positiv, im Gegensatz zum Waldviertel.
Die Schülerzahl ist heute in allen Waldviertler Bezirken geringer als vor 20 Jahren, am stärksten
verringerte sich die Zahl in Horn (41,1%) und am geringsten in Zwettl (15,2%). Mit Ausnahme von
Berufsbildenden Höheren Schulen, Berufsbildenden Mittleren Schulen in Zwettl und Berufsbildenden
Pflichtschulen in Horn wiesen alle Schulformen im Waldviertel geringere Schülerzahlen auf als noch
vor 20 Jahren.
Eine Gegenüberstellung der Struktur der Schüler nach Schultyp und Regionen verdeutlicht, dass es
im Bereich der oberen Sekundarstufe keine räumliche Gleichverteilung der Schulen gibt. Die Stadt
Krems z. B. fungiert als regionales Schulzentrum für höhere Schulen. Rund zwei Drittel aller Schüler
hier gehen in Allgemeinbildende und Berufsbildende Höhere Schulen — der Österreichschnitt liegt bei
etwa 40%. Schüler pendeln aus den umliegenden Gemeinden und Bezirken in die Stadt Krems, um
eine höhere Schule zu besuchen.
4.1.2 Schwerpunkt der Ausbildung im Waldviertel bei kaufmännischen
höheren Schulen, berufsbildenden mittleren Schulen und in der Lehre
Im Vergleich zum Österreichschnitt (aber auch dem Niederösterreichs) hat das Waldviertler Grenzland
eine wesentlich stärkere Konzentration der Ausbildung auf Berufsbildende Mittlere Schulen und
Berufsschulen. Insbesondere in Gmünd gibt es überdurchschnittliche Anteile an Berufsbildenden
Pflichtschulen, im Bezirk Zwettl in besonders hohem Maße Berufsbildende Mittlere Schulen.
Während im Schuljahr 2000/01 in Niederösterreich 5,4% aller Schüler Berufsbildende Mittlere Schulen
besuchten, waren es im Waldviertel 6,8%, in Zwettl sogar 10,6%. Demgegenüber lag der Anteil an
Schülern in Berufsbildenden Höheren Schulen unter dem Niederösterreichwert, in Allgemeinbildenden
Höheren Schulen entsprach der Anteil etwa dem Niederösterreichwert.
Der allgemeine Trend zur Höherqualifizierung ist in Niederösterreich etwas schwächer als im
Österreichschnitt. Im Waldviertel ist er noch etwas schwächer. Er konzentriert sich im Bereich höherer
Schulen auf die kaufmännische und wirtschaftliche Ausrichtung und im technischgewerblichen Bereich
auf mittlere Fachschulen und die Lehre.
4.1.3 Einseitige Verbesserung des Angebots an Bildungseinrichtungen
Das Angebot an Bildungseinrichtungen, gemessen an der Anzahl der öffentlichen und privaten
Schulen, erhöhte in Niederösterreich um 1,6% auf 1.358 Schulen. Die Zahl der Klassen in öffentlichen
und privaten Schulen wurde in Niederösterreich um 5,6% auf 10.633 ausgeweitet. Eine vergleichbare
positive Entwicklung im Angebot an Bildungseinrichtungen hat das Waldviertel nicht vorzuweisen. Hier
verringerte sich die Zahl der Schulklassen zwischen 1980/81 und 2000/01 um 12% auf 1.731. Das
Waldviertel war von der Schließung von Klassen in allen Schulformen, in denen es zur
Auflösung von Klassen kam, überdurchschnittlich stark betroffen einzige Ausnahme waren
Berufsbildende Pflichtschulen. Des weiteren war das Waldviertel in allen Schulformen, in denen
zusätzliche Klassen geschaffen wurden, unterdurchschnittlich vertreten einzige Ausnahme
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Berufsbildende Höhere Schulen im kaufmännischen Bereich. Die große Bedeutung der
Berufsbildenden Pflichtschulen wirft ein Licht auf die Arbeitsressourcen, die dem Waldviertler
Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Dabei ist eine erhebliche regionale Konzentration gewisser
Ausbildungsformen zu verzeichnen.
4.1.4 Vernachlässigung der technisch-gewerblichen höheren Schulen im
Waldviertel
Das Angebot an Klassen in Berufsbildenden Höheren Schulen stieg in den letzten zwanzig Jahren
österreichweit um über 80%, in Niederösterreich um 75% und im Waldviertel um 76,3%.
Im Waldviertel wurden die zusätzlichen Klassen vor allem im Bereich der Berufsbildenden Höheren
Schulen für wirtschaftliche Berufe geschaffen, in den Berufsbildenden Höheren kaufmännischen
Schulen stieg die Klassenzahl um rund die Hälfte.
Die unterschiedliche regionale Investitionsstruktur im Bildungsbereich hat ein Auseinanderlaufen
der Qualifikationsstruktur der Jugend zur Folge. Während die Zahl der Schüler in Berufsbildenden
Höheren kaufmännischen Schulen österreichweit um rund ein Drittel stieg, erhöhte sie sich im
Waldviertel um rund die Hälfte. Dafür war das Muster im Bereich der technisch gewerblichen
Ausbildung umgekehrt: hier stieg die Schülerzahl in Niederösterreich um rund 28%, im Waldviertel
verringerte sich die Schülerzahl sogar um 1,7%
4.1.5 Aushöhlung der technischen Qualifikation auch im mittleren
Ausbildungssegment
Berufsbildende Mittlere Schulen verloren österreichweit in den letzten zwanzig Jahren zunehmend
an Bedeutung. Die Zahl der Schulklassen ging in Gesamtösterreich um 4,2% zurück, die Schülerzahl
um rund ein Drittel. In Niederösterreich blieb in dieser Periode die Klassenzahl annähernd konstant,
die Zahl der Schüler in dieser Ausbildungsform verringerte sich jedoch um gut 40%, insbesondere im
Bereich der land- und forstwirtschaftlichen Ausbildung; land- und forstwirtschaftliche
Sonderfachschulen gibt es in der früheren Form heute gar nicht mehr.
Da die land- und forstwirtschaftliche Ausbildung im Waldviertel in der Vergangenheit eine
vergleichsweise große Rolle spielte, führte die Streichung von Schulen in diesem Bereich zu
einer besonders starken Reduzierung der Klassenzahl nämlich zu einer Halbierung. Die Schülerzahl
ging um gut zwei Drittel zurück. Innerhalb der BMSen kam es zu einem Strukturwandel weg von
landwirtschaftlicher und technisch-gewerblicher Ausbildung hin zu kaufmännischer und Tourismus-
Ausbildung und zu Sozialberufen.
Innerhalb der Waldviertler Region wurden in den Bezirken Waidhofen/Thaya Klassen in BMSen
gestrichen, in Gmünd und Zwettl neue geschaffen.
4.1.6 Implikationen der schulischen Ausbildungsschwerpunkte für den
Arbeitsmarkt
Das Bildungsmuster hat sich in Österreich in den letzten Jahren stark verändert, davon blieb auch das
Waldviertel nicht unberührt. Das Waldviertel weist allerdings ebenso wie in der Vergangenheit einige
Besonderheiten auf, die in der Vergangenheit zum Teil besser mit den Arbeitsmarktsstrukturen
korrelierten als heute. Übereinstimmung mit Wirtschafts- und Arbeitsmarkttrends:
Der Bedeutungsverlust land- und forstwirtschaftlicher Produktion bzw. die Verschiebung von
traditioneller Produktion zu biologischem Anbau/Viehzucht spiegelt sich in dem teilweisen Wegfall der
Ausbildung im mittleren Qualifikationssegment und einer Verschiebung der Ausbildung zu Schulen mit
Maturaabschluß. Die Verknüpfung der landwirtschaftlichen Ausbildung mit der
Ernährungswissenschaft hat die Vermarktung der Produktion vor Ort vor Augen und steht damit
im Einklang mit dem Ausbau des Wellnessbereichs im Tourismus.
Die Entwicklung touristischer Infrastruktur wird von einem Ausbau der Ausbildung im kaufmännischen
und touristischen Bereich begleitet.
Das verstärkte Umweltbewußtsein und der Bedarf der Betriebe und der öffentlichen Verwaltung an
Know-how im Umgang mit Umweltproblemen des Alltags spiegelt sich im Aufbau einer Höheren Lehr-
Anstalt für Umwelt und Wirtschaft (Yspertal).
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Nachholbedarf in der IT-Infrastruktur:
Die starke Forcierung der kaufmännischen und wirtschaftlichen höheren Schulen und die damit
verbundene Ausweitung des Humankapitals wird von der Wirtschaft bis dato nicht optimal genutzt. Die
kaufmännischen und EDV-Kenntnisse der Jugend gehen häufig vor Ort verloren (Abwanderung in
Agglomerationszentren wie Wien und Linz), da die technische Infrastruktur für das Anbieten von
Bürotätigkeiten (Buchhaltung, Verrechnungswesen), von Call Centers etc. nicht ausreichend gegeben
ist. Das Waldviertel könnte von der allgemeinen Tendenz der Auslagerung von Tätigkeiten auf
spezialisierte Dienstleister profitieren, wenn es die technische Infrastruktur im Bereich der
Datenvermittlung verbessert (Unterversorgung mit Breitbandleitungen und der Funknetzanbindung)
und eine Informationskampagne über die gute kaufmännische und EDV-Qualifizierung ihrer Jugend
startet. Eine zentrale Waldviertel- EDV-Plattform, die nicht nur über die touristischen Angebote
sondern auch über die wirtschaftliche und betriebliche Ausstattung informiert und Kontakte zu
Betrieben und zur öffentlichen Administration ermöglicht, wäre eine Quelle des regionalen
„Empowerment“ (Identitätschaffendes Waldviertel Instrument).
Vernachlässigung der technisch-gewerblichen Ausbildung:
Der starke Bedeutungsverlust der industriell-gewerblichen Produktion im Waldviertel als Folge des
Schwerpunkts in „alten“ Industriebranchen wie dem Textil und Bekleidungssektor einerseits und dem
mediumtech Bereich andererseits mag der Auslöser für den Wegfall gewisser Ausbildungsbereiche
gewesen sein. Das es nicht zur Substitution mit anderen höheren technisch-gewerblichen Schulen
gekommen ist, mag mit den hohen Kosten derartiger Ausbildungsformen zusammenhängen. Das
Faktum des Qualifikationsdefizits junger Arbeitskräfte im technischen Wissensbereich, insbesondere
im Bereich mit wachsenden Beschäftigungschancen, beeinträchtigt die Wachstumschancen des
Waldviertels.
Zu geringer Ausbau der Ausbildung im Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich:
Angesichts der überdurchschnittlichen Steigerung des Anteils älterer Menschen im Waldviertel
und der touristischen Schwerpunktsetzung auf Mystik, Gesundheit, Kultur (häufig ältere
Personen) dürfte es zu gewissen Engpässen im Angebot qualifizierter junger Arbeitskräfte kommen,
die die Versorgung und Pflege dieser Personengruppen zum Ziel haben.
Um ein ausreichendes Pflegeangebot für ältere Arbeitskräfte sicherzustellen, muß aber nicht nur an
eine Ausbildung der Jugendlichen gedacht werden. Eine Alternative wäre eine modulare Aus- oder
Weiterbildung Erwachsener, zum Teil auch älterer Personen.
Mangelhafter Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes:
Obschon die Straßeninfrastruktur mit Ausnahme des Mangels einer effizienten N-S Verbindung
relativ günstig ist, vermerken Schulorganisatoren, daß ihr Einzugsbereich von Schülern durch die
mangelhafte Abstimmung öffentlicher Verkehrsträger sehr eingeschränkt ist. Das Waldviertel
versteht sich administrativ gesehen, gemäß Bewertung seitens Schuldirektoren, nicht als einheitliche
Region, sondern ist fragmentiert. Das führt dazu, daß bestimmte Schulen, die eine
Ausbildungsfunktion für das ganze Waldviertel wahrnehmen könnten (etwa im technischen Bereich
Karlstein, oder im Umweltbereich Yspertal), nur mit Hilfe eines Internats ausreichende Schülerzahlen
lukrieren können. Eine effizientere Organisation der Verkehrsinfrastruktur (Koordination der Fahrpläne
zwischen Post und Bahn sowie Durchfahrtsrechte für Busse aus einem anderen Postkreis) würde
Synergien ermöglichen und könnte zu einer Kostenreduktion für das Individuum, die Schulen und den
Staat führen. Zusätzlich, und vielleicht noch wichtiger, wird dadurch der Zugangsradius der Schüler
aus dem Waldviertel zu höheren technischen Schulen vergrößert.
Fokussierung auf Schnittstellen in der Ausbildung nur ansatzweise vorhanden:
Um wirtschaftlich wettbewerbsfähig zu bleiben müssen schon derzeit Betriebe zusätzlich zu
technischen Problemlösungen auch wirtschaftlich-kaufmännische Problemlösungen anbieten. Das
bedeutet, daß ganzheitliche Lösungen an Bedeutung gewinnen. Die Implikation dieser Entwicklung für
das Ausbildungssystem ist die Einbindung von Schnittstellenwissen in die Lehrpläne. Das bedeutet,
daß zwischen technischem, wirtschaftlichem und kaufmännischem Wissen Brücken zu schaffen
sind. Technische Ausbildung ist demzufolge um zumindest rudimentäre Kenntnisse im
Projektmanagement zu ergänzen und wirtschaftliche Ausbildung um das Verständnis für
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technische oder umweltorientierte Fragestellungen.
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Vgl. WIFO Studie 2003, Regionalpolitische Strategien für das Waldviertel
SEITE 19A-3950 Gmünd, Schremserstr. 8/265, Tel: 02852/9025/25844, Fax: 02852/9025/25000, Mobil 0664/2022593
Bildgsstruktur der Wohnbevölkerung im Waldviertel nach Altersgruppen
4.2 Analyse des Bildungsangebotes in der Region Waldviertler
Grenzland
4.2.1 Höhere Schulen
Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Gmünd
Realgymnasium mit Darstellender Geometrie oder ergänzendem naturwissenschaftlichem Unterricht
Schulzentrum Gmünd
Aufbaulehrgang für wirtschaftliche Berufe, Ausbildungsschwerpunkt Gesundheit – Wellness –
Freizeitmanagement
Schulzentrum Gmünd, Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Gmünd
Handelsakademie mit Fachrichtung Informationsmanagement und Informationstechnologie
Handelsakademie mit Fachrichtung Internationale Wirtschaft mit Fremdsprache(n) und Kultur
Höhere Technische Bundeslehranstalt Karlstein an der Thaya
Höhere Lehranstalt für Mechatronik, Ausbildungsschwerpunkt Automatisierung
BMS Edelhof
Landwirtschaftliche Fachschule
Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Waidhofen/Thaya
Gymnasium
Realgymnasium
Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Waidhofen/Thaya
Handelsakademie mit Fachrichtung Informationsmanagement und Informationstechnologie
Handelsakademie mit Fachrichtung Controlling und Jahresabschluss
Handelsakademie mit Fachrichtung Internationale Wirtschaft mit Fremdsprache(n) und Kultur
Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Zwettl
Realgymnasium mit ergänzendem Unterricht in Biologie und Umweltkunde, Physik und Chemie oder
mit Darstellender Geometrie
Gymnasium
Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Zwettl
Handelsakademie, Ausbildungsschwerpunkt Controlling und Jahresabschluss
Handelsakademie, Ausbildungsschwerpunkt Internationale Geschäftstätigkeit mit Marketing
Handelsakademie, Ausbildungsschwerpunkt Multimedia und Webdesign
Dislozierte Klassen der Höheren Technischen Bundeslehranstalt Krems/Donau in Zwettl
Höhere Lehranstalt für Informationstechnologie, Ausbildungsschwerpunkt System- und
Informationstechnik
Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe der Franziskannerinnen Zwettl
Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe, Ausbildungsschwerpunkt Humanökologie
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