MACHT STARK - Das Magazin der Gewerkschaft vida.
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Das Magazin der Gewerkschaft vida.
Das Magazin der Gewerkschaft vida.
Ausgabe 4/2020 – 1/2021 www.vida.at
DABE I SE IN
MAC H T ST ARK
gewerkschaftvida
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Seite 28 und 29IN DIESER AUSGABE CARTOON
Reinhard Trinkler
COVERSTORY
› Starke Mitbestimmung
› Gastkommentar aus Europa
› Nachgefragt – mit Gewinn
Seiten ………………….…………… 4–9
REPORTAGE
› Arbeitsalltag zu Corona-Zeiten
› Zu Besuch im Spital und Pflegeheim
Seiten …………………………… 14–17
MELANGE
Bunt Gemischtes aus der vida
Seite ……………………………… 20–21
VIDA-GENERATIONEN-TALK
Betriebsrat trifft Jugendvertrauensrat
Seite …………………………………… 25
GEWINNSPIELE ………... 8, 19, 24, 26–27
IMPRESSUM …………………........... 27
Das Magazin der Gewerks
chaft vida.
Das Magazin der Gewerks
t
Ausgabe 2/2020 www.vida.a
chaft vida.
Bild: Mike Mareen – Adobestock.com
ZUSAMMENHALT STE
MIT ABSTAND DAS BE
h
gewerkschaftvida
Gemeinsam stark durc
die CoronaKrise.
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29
Seite 28 und
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DAS GEFÄLLT UNS … NICHT 2 020 war ein bewegtes Jahr. Corona
hat uns alle vor neue Herausfor
derungen gestellt. Der Einsatz deiner
W ie unverschämt kann man sein? Laudamotion-Besitzer und Ryanair-Boss
O’Leary gönnt sich in der Corona-Krise eine Jahresgage in Höhe von 3,5
Millionen. Davor wollte der irische Milliardär die Laudamotion-FlugbegleiterIn-
Gewerkschaft war mehr denn je ge-
fragt! Wir brauchen auch in Zukunft
sichere Jobs, faire Löhne, gute Arbeits
nen in Wien mit einem Grundgehalt unterhalb der Mindestsicherung abspeisen. bedingungen und soziale Sicherheit.
Und auch außerhalb Österreichs werden die Beschäftigten vom „Dagobert Duck Dafür kämpfen wir als mutige Gewerk-
der Billigluftfahrt“ mit Jobverlust bedroht, wenn sie keine schmerzhaften Ge- schaft Tag für Tag mit BetriebsrätIn-
haltseinbußen in Kauf nehmen! Aber das gefällt uns: Laudamotion ist mit der nen u nd JugendvertrauensrätInnen.
Klage gegen die Betriebsratswahl abgeblitzt! Denn nur gemeinsam sind wir stark!
Was deine vida 2020 bewegt und er-
Schau vorbei auf gewerkschaftvida reicht hat, erfährst du auf:
Kommentiere, teile, like oder schicke uns eine Nachricht! vida.at/jahresbilanz
2INTERVIEW
sonst wird es keine Gerechtigkeit in
der Arbeitswelt geben können.
Magazin: Warum ist Mitbestim-
mung im Betrieb so wichtig für jeden
Einzelnen?
Roman Hebenstreit: Die Mitbestim-
mung im Betrieb ist mit dem Betriebs-
Bild: www.stefanjoham.com
rätegesetz seit 1919 gesetzlich veran-
kert. Und das ist gut so, immerhin
verbringen wir einen erheblichen Teil
unserer Lebenszeit in der Arbeit.
Durch Mitbestimmung, durch das
Wirken der BetriebsrätInnen sind Ar-
beitnehmerInnen an den Entschei-
„Gemeinsam aufstehen und dungsprozessen beteiligt und können
die Rahmenbedingungen ihres Ar-
beitsalltags mitgestalten. Demokratie
mutig in die Zukunft gehen“ beginnt im Betrieb!
Im Gespräch mit vida-Vorsitzendem Roman Hebenstreit Magazin: Was nimmt sich die
Gewerkschaft vida vor, was wünschst
du dir für 2021?
Magazin: Wir blicken auf ein Zehntausende Kurzarbeitsvereinba
Jahr zurück, das es in sich hatte. Was rungen abschließen und damit Ar- Roman Hebenstreit: Wir fordern wei-
nimmst du aus 2020 mit? beitsplätze sichern. Da hat es enorme ter ein, dass die Regierung ihr Ver-
Überzeugungsarbeit und starken Ein- sprechen „Niemand wird zurückgelas-
Roman Hebenstreit: 2020 war ein satz gebraucht. Wir haben in den sen. Koste es, was es wolle“ einhält.
Jahr, wie wir es uns weder vorgestellt KV-Verhandlungen, die in der Krise Wir brauchen Jobs und Einkommen,
noch gewünscht hätten. Die Corona- denk bar herausfordernd waren, hö- von denen die Menschen gut leben
Krise bedeutete für viele Unsicher- here Ein kommen erreicht und Co können, und wir brauchen lebenswer-
heit, Einkommenseinbußen bis hin zu rona-Prämien für Beschäftigte in sys- te Arbeitsbedingungen. Dafür kämp-
Jobverlust. Vor allem Beschäftigte in temrelevanten Berufen erkämpft. Sie fen BetriebsrätInnen in den Betrieben
der Luftfahrt oder im Tourismus wa- leisten seit Monaten Großartiges und und wir als Gewerkschaft, wo wir kön-
ren stark betroffen. Gleichzeitig haben das muss auch honoriert werden. nen. Fest steht, 2021 wird herausfor-
viele mit ihrer Arbeit unser Land am dernd. Es braucht weiter unseren Mut,
Laufen gehalten, in den Spitälern, im Magazin: Immer mehr Arbeit- für die Rechte der arbeitenden Men-
Verkehr, im Handel oder in der Rei geber sehen, dass sie die Krise nur schen einzustehen, die Stimme zu er-
nigung. Für mich war Solidarität so mit ihren Beschäftigten stemmen heben, Unrecht anzuprangern und wo
präsent wie selten zuvor. Zusammen- können. Aber nicht alle … es notwendig ist, auch Widerstand zu
halt, Rücksichtnahme und Unterstüt- organisieren. Eines ist unumgänglich
zung haben an Bedeutung gewonnen. Roman Hebenstreit: Ja, leider nehmen dabei: Wir müssen mehr werden. Nur
Nie waren gewerkschaftliche Solidari- einige Unternehmen die Krise als Vor- so können wir den Verteilungskampf
tät wichtiger und die Rechte und Inte- wand, um die Mitbestimmung der Be- gut bestehen. An dieser Stelle bedanke
ressen der Beschäftigten schutzwür- schäftigten einzuschränken. Fälle wie ich mich bei allen BetriebsrätInnen,
diger als im letzten Jahr. Laudamotion oder Veloce zeigen, dass FunktionärInnen, MitarbeiterInnen
die betriebliche Mitbestimmung im- und Mitgliedern für die Treue und
Magazin: Was hat die Gewerk- mer wieder mit Füßen getreten wird. Unterstützung. Wir brauchen euch –
schaft vida beschäftigt und erreicht? Doch 2020 hat auch gezeigt, dass Mit- denn gemeinsam sind wir stärker. Ich
wirkungsrechte für die Beschäftigten wünsche uns allen ein gutes und vor
Roman Hebenstreit: Die letzten Mo- unverzichtbare Werkzeuge des sozia- allem gesundes 2021!
nate haben gezeigt, wie wichtig eine len Ausgleichs und Friedens in unse-
funktionierende Sozialpartnerschaft rem Land sind. Genau um jene, die sich
WRAP
www.vida.at
ist. Gerade in Krisenzeiten braucht es nicht wehren können, zu schützen, Unser Vorsitzender
-WORD
starke Gewerkschaften und Betriebs brauchen wir die Allianz zwischen Ge- im Video-Talk: VIDEO
rätInnen. Gemeinsam konnten wir werkschaft und Betriebsrat. Denn vida.at/mitreden
3COVERSTORY
Wusstest du, dass ...
... ArbeitnehmerInnen das Recht darauf
haben, einen Betriebsrat zu wählen?
Und auch Lehrlinge sind stark im Betrieb
vertreten, und zwar vom Jugendvertrauensrat.
Ihnen allen zur Seite steht die Gewerkschaft.
Bild: Lisa Lux
4WIR HALTEN
ZUSAMMEN UND
BESTIMMEN MIT
Für eine bessere Arbeitswelt.
Seite an Seite, Tag für Tag, im ganzen Land, im Einsatz
für ArbeitnehmerInnen. Die BetriebsrätInnen sind die starke
Stimme im Betrieb. Doch immer wieder gibt es Arbeitgeber,
die dem Recht auf Mitbestimmung im Weg stehen.
Wir schützen und unterstützen all jene, die aufstehen,
zusammenstehen und für andere einstehen.
F
ür Eva ist klar, ihre Kolleginnen Kollektivverträge eingehalten werden.
und Kollegen brauchen jeman- Sie verhandeln Betriebsvereinbarun-
den, auf den sie sich verlassen gen, machen Vorschläge für bessere
können. Jemanden, dem sie sich an- Arbeitsbedingungen, sorgen sich um
vertrauen können. Jemanden, der ihre den Schutz der Beschäftigten und ha-
Rechte im Betrieb vertritt. Als Be- ben dabei stets ein offenes Ohr für die
triebsrätin sorgt sie sich um ihre Kol- Anliegen ihrer KollegInnen. Vor allem
legInnen. „Das ist für mich selbstver- in den letzten Monaten waren Be-
ständlich. Denn für mich ist das kein triebsrätInnen stark gefordert. „Coro-
Beruf, sondern vielmehr Berufung!“, na hat uns alle vor eine harte Probe
erzählt Eva, die auch starken Einsatz gestellt!“, sind sich Eva und Roman
bei unserem Covershooting zeigt. Ihr einig.
zur Seite steht Roman, der sich auch
seit vielen Jahren als Betriebsrat für DURCH DIE KRISE
seine KollegInnen engagiert. Rund um die Uhr beantworten sie
Fragen ihrer KollegInnen und versu-
(M)EINE BERUFUNG chen der Ausnahmesituation Herr
Eva und Roman sind zwei von Tau- bzw. Frau zu werden. Sie versuchen,
senden BetriebsrätInnen, die sich in rechtlich auf dem Laufenden zu blei-
den Betrieben für sichere Arbeits ben, informieren und beraten die Be-
plätze, faire Einkommen und soziale legschaft, suchen nach individuellen
Gerechtigkeit einsetzen. Zu ihrem Job Lösungen, verhandeln Kurzarbeits-
gehört es, darauf zu achten, dass das modelle, und während sie das alles
Arbeitsrecht und die bestehenden tun, behalten sie einen kühlen Kopf,
5COVERSTORY
Monaten betreibt die zu Ryanair ge-
Das Magazin der Gewerkschaft vida.
hörende Laudamotion skrupellose
Das Magazin der Gewerkschaft vida.
Ausgabe 4/2020 – 1/2021 www.vida.at
Dumpingpolitik in unserem Land.
Um die Beschäftigten einzuschüch-
tern und verschlechternde Bedin-
gungen durchzusetzen, bricht der
Konzern immer wieder österreichi-
sche Gesetze. So zum Beispiel im
DABEI SEINRK kritischen Infrastruktur und haben Herbst 2019, als das Unternehmen
MACHT STA die Bevölkerung mit ihren Essenslie- die durchgeführte Betriebsratswahl
ferungen versorgt. Viele Jahre davor für nichtig bezeichnete und vor Ge-
waren sie aus arbeitsrechtlicher Sicht richt ging. Die Klage wurde heuer ab-
ungeschützt auf den Straßen unter- gewiesen, die Ryanair-Tochter muss
wegs. Deshalb hat sich 2017 eine 21.800 Euro Strafe zahlen. Dass der
Gruppe engagierter FahrerInnen zu- Betriebsrat vom Konzern nicht an
gewerkschaftvida
sammengeschlossen und mit Unter- erkannt wurde, hatte in der Corona-
stützung der vida den ersten Be- Krise zu mehreren rechtlichen Folge
www.vida.at
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zahlt sich aus!
Seite 28 und 29
triebsrat bei Foodora (heute Mjam) problemen geführt, etwa bei der
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gegründet. Die nächste Etappe haben Kurzarbeit, aber auch bei der Anmel-
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Und sie haben die Herausforderun- Branche erreicht. Damit gibt es nicht kannten Betriebsrat. Wie es in dieser
gen in diesem Jahr gut gemeistert. nur eine faire Bezahlung, sondern vor Sache weitergeht, bleibt spannend.
Das zeigt eine Umfrage von ÖGB und allem auch sozialrechtliche Absiche-
Arbeiterkammer. Nur neun Prozent rung. Und ein Jahr später kämpfen WELLE DER SOLIDARITÄT
der rund 2.000 befragten Betriebs- wir wieder gemeinsam: Der Kurier- Spannend bleibt es auch bei einem
ratsvorsitzenden gaben an, dass in ih- dienst Veloce setzte im November Kärntner Betriebsratsvorsitzenden,
rem Unternehmen Beschäftigte ge- sieben Beschäftigte vor die Tür, nach- der von einem Tag auf den anderen
kündigt wurden. Dagegen wurde bei dem sie drei Tage zuvor eine Be entlassen wurde. Warum? Der Be-
61 Prozent der Unternehmen sehr triebsversammlung einberufen hat- triebsrat ist Mediziner im Kranken-
stark auf Kurzarbeit gesetzt. Lohn- ten, um einen Betriebsrat zu gründen. haus Spittal an der Drau und hat zu
und Arbeitszeitverkürzungen konn- Für vida ist klar: Das ist eine Motiv- Beginn der Corona-Pandemie in ei-
ten dank dem Einsatz der Betriebsrä- kündigung, gegen die wir rechtlich nem Schreiben an schwangere Kolle-
tInnen großteils vermieden werden. vorgehen werden. Es ist unfassbar, ginnen seine Sorgen bezüglich der
Das zeigt, dass die Sozialpartner- wie Betriebe immer wieder versu- Gefahren am Arbeitsplatz zum Aus-
schaft gerade in schweren Zeiten bes- chen, ihre Beschäftigten kleinzuhal- druck gebracht. Daraufhin hat der
tens funktioniert. Doch die Zeiten ten, und das nur, weil man Angst hat, Dienstgeber beim Arbeits- und Sozi-
bleiben herausfordernd. Bei vielen dass sie mitreden und Probleme an algericht die Entlassung beantragt,
Betrieben stehen Einsparungen oder die Öffentlichkeit bringen. Trotz der was österreichweite Empörung und
Umstrukturierungen auf dem Pro- Kündigung, die die KollegInnen übri- Solidarität für den Betroffenen ausge-
gramm. Gerade jetzt sind starke Be- gens per E-Mail erhalten hatten, fand löst hat. Monate später hat sich her-
triebsrätInnen wichtig. Denn wenn es am 7. Dezember die Betriebsver- ausgestellt, dass die Sorgen des Be-
im Betrieb einmal nicht so gut läuft, sammlung statt – einer Betriebsrats- triebsrats alles andere als un be-
wenn Arbeitgeber versuchen, den wahl steht nichts mehr im Weg. Es ist gründet waren. Die Regierung hat be-
Druck auf die Beschäftigten abzuwäl- aber traurig, dass Beschäftigte im 21. kannt gegeben, dass Schwangere in
zen, sorgen BetriebsrätInnen dafür, Jahrhundert um Mitsprache in den Kontaktberufen ab Mitte Dezember
dass die Rechte und Interessen ihrer Betrieben kämpfen und deswegen vorzeitig freigestellt werden können.
KollegInnen nicht unter die Räder um ihre Jobs fürchten müssen. Grund dafür sind gesicherte wissen-
kommen. schaftliche Erkenntnisse, dass schwan-
BODENLOS UND GESETZESWIDRIG gere Dienstnehmerinnen besonders
MIT VOLLER KRAFT Einschüchterungstaktik spielt auch gefährdet sind, schwer an COVID zu
Apropos Räder: In der Corona-Krise bei Laudamotion eine große Rolle. erkranken. Wir haben von Anfang an
ist eine „junge“ Berufsgruppe deut- Die Fluglinie hat uns in den letzten gefordert, bei Schwangeren auf Num-
lich sichtbar geworden, die Fahrrad- Jahren auf Trab gehalten und sich mer Sicher zu gehen. Der Betriebs-
botInnen. Denn insbesondere wäh- sprichwörtlich eine bodenlose Frech- ratsvorsitzende muss deswegen mit
rend des Lockdowns zählten sie zur heit nach der anderen geleistet. Seit seinem Dienstgeber vor Gericht strei-
6COVERSTORY
ten. Abgesehen davon, dass es aus un-
serer Sicht nie ein Entlassungsgrund
sein kann, wenn ein Betriebsrat sei-
nen Verpflichtungen nachkommt, sozialer Sicherheit. Hier bedarf es un-
hatten wir mit unseren Forderungen ser aller Solidarität. Denn je mehr
leider recht, und es wäre gut gewesen, Mitglieder im Betrieb organisiert sind,
man hätte früher auf uns gehört. desto stärker ist auch die Stimme des
Darüber freut sich auch unser Cover- Betriebsrats im Einsatz für mehr Ge-
LAUT UND ERFOLGREICH Model Justin – er ist seit Kurzem Ju- rechtigkeit!
Gehört hat die Politik beim Thema gendvertrauensrat.
BR-Nachwuchs. Worum geht es? Die
schwarz-blaue Regierung wollte 2018 SOLIDARISCH IN DIE ZUKUNFT
die Institution „Jugendvertrauensrat“ Zurück zu Eva und Roman und all den
ersatzlos streichen. Doch das wollten anderen BetriebsrätInnen in unse-
WIR SIND DA
sich Jugendvertrauensräte, Lehrlinge rem Land. Wie das Jahr 2021 wird, BetriebsrätInnen und Jugendvertrau-
und die Gewerkschaft nicht gefallen was nach Corona kommt, das wissen ensrätInnen sind wichtig, damit die
lassen. Gemeinsam haben wir an ei- wir nicht. Was wir wissen: Wir als Ge- Rechte der ArbeitnehmerInnen und
nem Strang gezogen und mit der werkschaft vida werden auch in Zu- Lehrlinge im Betrieb eingehalten
Kampagne „JVRbleibt“ gekämpft – kunft Menschen unterstützen, die es werden. Wir unterstützen sie dabei.
mit Erfolg. Das Regierungsvorhaben wagen, sich für andere einzusetzen.
wurdeBekannt aus „KaisJugendvertrau-
abgeblasen, Denn am Ende des Tages geht es um Erfahre mehr: vida.at/betriebsrat
Blues“, neben
ensräte werden auch demin„TZukunft für Gerechtigkeit. Was in stürmischen Hilf uns, noch stärker zu werden:
in vielen weitere
Lehrlinge im Betrieb da sein, Jugend- Zeiten bleibt, ist das Bedürfnis nach vida.at/mitgliedwerben
liche dürfen weiter mitbestimmen. guter Arbeit, fairem Einkommen und
GASTKOMMENTAR
Gastbeitrag von Evelyn Regner
Gewerkschafterin und Abgeordnete zum Europäischen Parlament
Mehr Demokratie am Arbeitsplatz
Mehr Mitbestimmung der ArbeitnehmerInnen in Europa
I n den 1990er Jahren mach-
te der Europäische Bin
nenmarkt die Europäische
sionspräsident Jean-Claude
Juncker Hoffnung, dass unter
seinem Vorsitz den Interessen
Transformations- und Umstruk
turierungsprozesse, die gewal
tigen Umbrüche in der Ar
Betriebsratsrichtlinie* für der ArbeitnehmerInnen wieder beitswelt, die bestehenden
grenzüberschreitende Konzer- mehr Beachtung geschenkt Probleme in den globalen
Bilder: zVg
ne – auch für jene mit Sitz in werden würde. Die Mitbestim- Wertschöpfungs- und Liefer-
Drittländern – notwendig. mung wurde zum Teil der Euro- ketten und die Diskussion um
Doch während die Freiheiten päischen Säule sozialer Rech- europäische Mindestlöhne
für Unternehmen stets zuneh- te. Das Unternehmenspaket, machen deutlich, wie immens
men, werden die Interessen das 2019 angenommen wurde, wichtig eine europarechtliche
GUT ZU WISSEN
der ArbeitnehmerInnen wei- war eine der konkreten Initia- Verankerung der Mitbestim- *Die Europäische Union
terhin stiefmütterlich behan- tiven, durch die die bestehen mung ist, damit nicht über hat 1994 eine Richtlinie
delt. Altbekannte Schlupf den ArbeitnehmerInnenrechte die Köpfe der Belegschaft zum Schutz der Interessen
löcher im europäischen Recht nun besser geschützt werden. hinweg, sondern gemeinsam von ArbeitnehmerInnen in
führen dazu, dass die Mitbe- Was jedoch dringend erfor mit ihnen die Weichen für europaweit tätigen Unter-
stimmung systematisch aus- derlich ist, wären europaweite eine arbeitnehmerfreundli- nehmen verabschiedet und
gehöhlt wird. Nach einem Mindeststandards für die Ar- chere, ökologische und nach- damit grünes Licht für den
langjährigen Stillstand gab beitnehmerInnenbeteiligun- haltige Unternehmenspolitik Europäischen Betriebsrat
2017 der damalige Kommis gen. Gerade die aktuellen gestellt werden können. gegeben.
7COVERSTORY
NACHGEFRAGT
MITBESTIMMEN KÖNNEN WIR ALLE
Warum ist Mitbestimmung im Betrieb wichtig? Wofür lohnt es sich zu kämpfen? Und was
leisten Betriebsrat und Jugendvertrauensrat Tag für Tag? Das vida-Magazin hat sich umgehört
und vida-Mitglieder gefragt.
Eva Eberhart
NORDSEE Betriebsratsvorsitzende
„Als Betriebsratsvorsitzende kämpfe ich für die
Gleichberechtigung aller KollegInnen beim
Einkommen – unabhängig von Geschlecht,
Herkunft, Religion, sexueller Orientierung und
sozialer Schicht. Außerdem kämpfe ich für
gleiche Chancen bei der Weiterbildung und für
zusätzliche Sozialleistungen. Wir haben zum
Beispiel erreicht, dass alle Beschäftigten
zusätzlich 100 Euro Trinkgeld als Corona-Zulage
bekommen, also auch jene, die keinen Anspruch
Melanie Lakits
laut KV haben. Das ist einer von vielen Gründen,
ÖBB-Lehrling und Jugendvertrauensrätin
warum es sich kämpfen lohnt!“
„Schon immer gibt es gewisse Regeln auf
Roman Gutsch dieser Welt. Regeln, nach denen wir
Caritas Socialis Betriebsratsvorsitzender Menschen aufwachsen und leben. Regeln
werden bestimmt, aber wir dürfen eines
„Der Betriebsratsalltag besteht aus vielen kleinen
nicht vergessen: Man kann Regeln auch
Hilfestellungen: ein Gehaltszettel muss kontrol-
ändern, und hier ist es wichtig mitzube-
liert und ein Zuschuss aus dem Betriebsratsfonds
stimmen, laut zu sein und auch schon in
ausbezahlt werden. Bei diesem täglichen Klein-
jungen Jahren aufzustehen und seine
Klein darf das große Ziel der Mitbestimmung und
Meinung zu vertreten!“
der Interessendurchsetzung der arbeitenden
Menschen nicht aus den Augen verloren gehen.
Starke Betriebsräte machen die Wirtschaft
demokratischer und damit menschlicher. KollegIn-
nen zu mobilisieren, sie für die Gewerkschaft zu
werben und zu ermutigen, aktiv für ihre Rechte
zu kämpfen, gehört daher ebenso zur Betriebs-
ratsarbeit.“
alle Bilder: zVg
MACH MIT UND GEWINNE
Warum ist für dich Mitbestimmung
wichtig? Ferdinand Jascha
Schicke ein E-Mail mit dem Betreff SIMACEK Betriebsratsvorsitzender
„Mitbestimmen“ an presse@vida.at. „Ich bin seit dem Jahr 1996 als Betriebsrat tätig, doch so ein
Mit ein bisschen Glück gewinnst Jahr wie 2020 hat es noch nie gegeben. Da mein Telefon nie
Symbolbild
du eines von drei Samsung Galaxy abgedreht ist, haben mich natürlich gerade dieses Jahr Kollegin-
Tablets.
nen und Kollegen angerufen und von ihren Sorgen erzählt. Und da
Einsendeschluss ist der 31. Jänner 2021. Ziehung erfolgt unter Ausschluss des gab es viele, denn die Corona-Maßnahmen der Regierung waren
Rechtsweges. Die GewinnerInnen werden schriftlich verständigt. Die Preise
können nicht in bar abgelöst werden.
sehr sprunghaft. Ich vertrete 1.600 Beschäftigte im Bereich
Reinigung. Gerechtigkeit ist mir dabei das Allerwichtigste!“
8GEMEINSAM STARK AUFGESTELLT
BetriebsrätInnen und JugendvertrauensrätInnen kämpfen Seite an Seite
mit der Gewerkschaft für sichere Arbeitsplätze, faire Löhne und
soziale Gerechtigkeit. vida schützt und unterstützt die Stimme der
ArbeitnehmerInnen und Lehrlinge im Betrieb.
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Zahlen teilweise gerundet, Stand September 2020, Bild: meshmerize – AdobeStock.com
100 BR-Körperschaften
in Kärnten
4.150 BR & JVR
1.090 BR-Körperschaften
in Österreich
ArbeitnehmerInnen aus 75 Berufsgruppen und über
100 Nationen vertritt vida von der Lehre bis in die Pension.
9 vida-Landesorganisation unterstützen BR.
1 vida-Jugendabteilung steht JVR zur Seite. #vidagemeinsamstark
9KOMMENTAR
Wir halten zusammen
Rudolf Srba
Bild: Pixel-Shot – AdobeStock.com
Vorsitzender der vida-PensionistInnen
„Wer soll das be- SOLIDARITÄT LEBEN
AUCH BEI DEN PENSIONEN
zahlen? Wer hat
das bestellt? Wer
Bild: www.stefanjoham.com
hat so viel Pinke-
pinke? Wer hat so
viel Geld?“ So
Z
lauten die ersten entrales Prinzip unseres Pensi- den Fokus auf die Pensionsanpassun-
Zeilen eines be- onssystems ist, den Lebensstan- gen der letzten zehn Jahre. Leben wir
kannten Karnevals- dard durch die Pensionsleistung auf- immer wieder mit den Gedanken, mit
liedes, das auf die in der Nachkriegszeit rechtzuerhalten. Dabei ist zu be - der Pensionsanpassung wird die In-
überforderte Kaufkraft der Menschen an- achten: Die Pensionsleistung ist eine flationsrate abgegolten, so muss be-
spielt. Bedingt durch die Corona-Pande- Versicherungsleistung. Gehen wir ein merkt werden: „Weit gefehlt!“ Es gab
mie wird dieser Liedtext wieder zu hoher wenig ins Detail. immer wieder Deckeln, Einschleifun-
Aktualität kommen. Und die Antwort auf gen, Fixbeträge usw. Nur in den Jah-
die Frage(n) wird die übliche sein: Ar- EINE REFORM JAGT DIE ANDERE ren 2015 und 2016 gab es 1,7 Pro-
beitnehmerInnen, Familien, Pensionis- Das österreichische Pensionssystem zent bzw. 1,2 Prozent für alle. Eine
tInnen, Klein- und Kleinstunternehmer. basiert auf dem Umlageverfahren. Regierung hat zwei Möglichkeiten,
Sie alle werden am meisten betroffen Das bedeutet, dass die Pensionsversi- Pensionen anzupassen: nach sozialen
sein. Bei den Pensionen werden bereits cherungsbeiträge, die von der beruf- Gesichtspunkten und nach versiche-
erste Schritte gesetzt. Die dem Gesetz- lich aktiven Bevölkerungsgruppe b e- rungsmathematischen. Eine Durch-
geber nahestehenden Seniorenvertreter zahlt werden, direkt an die Pensions- mischung ist wichtig. Gleiche prozen-
verabschieden sich von der Vertretung bezieherInnen ausbezahlt, also um- tuelle Erhöhungen führen zum Aus-
der PensionistInnen. So sagt sich der gelegt werden. Unser Pensionssystem einanderdriften von Mindest- und
Seniorenbund: „Herr Bundeskanzler ist sehr komplex und nicht immer Höchstpensionen und zu einer ten-
sprich, wir folgen dir!“ leicht zu durchschauen. Reformen, denziellen „Überversorgung“ der Be-
Wir sind Gewerkschaft, und wir werden Reformen und noch einmal Refor- zieherInnen hoher Pensionen, also
gemeinsam daran arbeiten, dass es nicht men – seit der Einführung der Pensi- im Ergebnis zu einer gewissen Entso-
die Gesundheit ist und auch nicht die onsversicherung im Jahr 1906 wur- lidarisierung der Pensionsbeziehe-
Pflege, die auf der Strecke bleiben. Ganz den die gesetzlichen Bestimmungen rInnen.
im Gegenteil: Klatschen und Absingen immer wieder geändert – meist zum
von populären Liedern werden uns nicht Nachteil der zukünftigen Pensions- GERECHTIGKEIT FÜR JEDES BÖRSEL
alleine weiterbringen. Gerade der Ge- bezieherInnen. Der Weg, der die letzten zehn Jahre
sundheits- und Pflegebereich ist auch beschritten wurde – also geringe An-
für uns PensionistInnen sehr wichtig. IMMER WIEDER ANPASSEN passung, meist sogar unter der Infla-
Alles, was nach Corona kommt, werden Kommen wir zur Pensionsanpassung. tionsrate, bei höheren Pensionen –,
wir nur gemeinsam stemmen können. Von 1960 bis in die 1980er-Jahre führt zum Kaufkraftverlust der Pensi-
Mit WIR ist die Gesellschaft gemeint. stand der Kampf um einen angemes- onen. Bei der Pensionsanpassung für
Mitglied in einer Gewerkschaft zu sein, senen Anteil der PensionistInnen am 2021 wird bei Pensionen ab 2.333
ist ein starkes Zeichen in Richtung einer enormen Wirtschaftsaufschwung im Euro nicht einmal mehr die Inflation
besseren Gesellschaft. Eine solidarische Vordergrund, wobei schon in diesen abgegolten. Sosehr es zu begrüßen ist,
Gesellschaft, die die Last nicht auf Zeiträumen der Stellenwert der Pen- dass kleinere Pensionen stärker ange-
Einzelne abwälzt. Das Zusammenhalten, sionsanpassung politisch extrem hoben werden – denn hinter jeder
das jetzt so wichtig ist, muss auch nach hoch besetzt war. Seit Mitte der Acht- kleinen Pension steht ein Mensch,
der Krise passieren. Wir dürfen nicht zigerjahre hat sich der Fokus, aber bei dem es oft um die Existenz geht –,
die VerliererInnen dieser Krise sein. auch die politische Bedeutsamkeit so darf man aber auch die Mittel-
Wenn wir uns zum Schluss noch einmal des Themas, stark gewandelt: Wir ha- schicht nicht vergessen. Für die, die
die Frage stellen, wer das bezahlen soll, ben es durchgängig mit dem Ziel der viel in das System einbezahlt haben,
dann muss die Antwort jene sein: die, Eindämmung der Pensionskosten zu muss es auch Solidarität geben.
die sich das auch leisten können. Die, tun, und es geht in der Debatte vor-
die bisher wenig für die Gesellschaft dergründig eher darum, welchen An- Da schau rein
geleistet haben, die Reichen und die teil die vermeintlich glücklichen Alt- vida.at/pensionistinnen
Superreichen! PensionsbezieherInnen an der Re - Hier findest du viel Wissenswertes
form mitzutragen haben. Legen wir auch zum Thema Pensionen.
rdolf.srba@vida.at
10VIDA PENSIONISTiNNEN
GESUNDHEIT GEHT VOR
Gesundheit höchstpersönlich an. Vie-
„Gesundheit ist nicht alles,
le Faktoren wirken von außen, wie
aber ohne Gesundheit Arbeitslosigkeit, familiäre Konflikte
Bild: Robert Kneschke – AdobeStock.com
ist alles nichts.“ oder Umwelteinflüsse. Studien haben
nachgewiesen, dass es einen direkten
Zusammenhang zwischen der Ge-
D ieses bekannte Zitat stammt von
Arthur Schopenhauer. Der deut-
sche Philosoph erkannte schon als
sundheit eines Menschen und seiner
Bildung bzw. seiner finanziellen Mög-
lichkeiten gibt. Der Erhalt oder das
Medizinstudent, dass Gesundheit das Wiedererlangen von Gesundheit ist
höchste Gut des Lebens ist. Und auch nicht zuletzt gebunden an das Ver-
die vida-PensionistInnen widmen ständnis von Gesundheit, von regel-
sich diesem wichtigen Thema. sundheit stärken und die flächende- mäßigen Vorsorgeuntersuchungen,
ckende Gesundheitssysteme gewähr- der richtigen Arztwahl und den be-
FÜR UNS ALLE leisten, die hochwertige Leistungen zahlbaren Möglichkeiten, die die
Der Begriff „Gesundheit“ wurde 1948 für alle bieten. Medizin zu bieten hat. Insbesondere
in der Verfassung der Weltgesund- Menschen, die unter Armut leiden,
heitsorganisation WHO definiert. GEMEINSAM SCHAFFEN sind benachteiligt. Deshalb wollen
„Gesundheit 2020“ heißt das aktuelle Doch wie lässt sich Gesundheit über- wir, die vida-PensionistInnen, in den
Konzept der WHO für eine Gesund- haupt definieren? Der Besitz des nächsten Wochen und Monaten ge-
heitspolitik in der Europäischen Re- bestmöglichen Gesundheitszustan- meinsam Projekte ins Leben rufen, die
gion. Es wird darin erläutert, wie gute des bildet eines der Grundrechte je- die Gesundheit fördern und schützen.
Gesundheit allen zugutekommt. Es des menschlichen Wesens. Nahezu
soll Maßnahmen in allen Bereichen all unsere Lebensumstände wirken Bleibt gesund! Wir freuen uns auf
von Staat und Gesellschaft unterstüt- direkt oder indirekt auf unsere Ge- eine gemeinsame Zukunft!
zen, die Gesundheit und Wohlbefin- sundheit ein. Eine gesunde Lebens-
den der Bevölkerung verbessern, die weise trägt zur Erhaltung der Gesund- Helene Starzer
Ungleichheiten im Gesundheitsbe- heit bei. Wer permanent Raubbau am Stv. Vorsitzende der vida-Bundes-
reich abbauen, die die öffentliche Ge- eigenen Körper betreibt, greift seine pensionistInnen
ERSTE FRAU
D ie vida-Pen-
sionistIn-
nen sind in ganz
PensionistInnenvertreterin in der
(B)VAEB. In unserer vida ist sie seit
2011 aktiv. Besonders am Herzen
Österreich stark liegt Helene die Betreuung der vida-
vertreten. Vom Mitglieder. „Vor allem in dieser her-
Bodensee bis ausfordernden Zeit ist eine starke Ge-
zum Neusiedler werkschaft enorm wichtig“, ist H
elene
DA SCHAU HER
Bild: BVAEB
See sind Frauen überzeugt. „Gemeinsam mehr wer- NEUE WEBSITE – EIN GEWINN
Das neue Jahr bringt deinen vida Pensionis-
und Männer für den, gemeinsam aktiv bleiben“, so lau-
tInnen und dir eine neue Website.
unsere Gewerk- tet das Motto für 2021. Von Gesund- Auf einen Blick, mit wenigen Klicks findest
schaft im Einsatz. In Wien wurde jetzt heit und Pflege über Pensionen bis du dich bei uns schnell zurecht. Dich
erstmals eine Frau zur gf. Vorsitzen- hin zu Digitalisierung: Die vida-Pen- erwarten viel Wissenswertes, Ratgeber,
den der vida-PensionistInnen ge- sionistInnen setzen große Schwer- Serviceangebote und zum Start auch ein
wählt. Wir gratulieren Helene Starzer punkte und sind weiter stark im gan- tolles Gewinnspiel. Wir verlosen gemeinsam
an dieser Stelle herzlich. Helene war zen Land aktiv. Eine große Rolle dabei mit der ÖGB-Kartenstelle Freikarten für die
fast 40 Jahre lang in der Versiche- spielen die Ortsgruppen – heute und Sommerfestspiele Mörbisch 2021.
rungsanstalt für Eisenbahnen und morgen, weiß Helene, und betont: Auf dem Programm steht der große
Bergbau (VAEB), heute BVAEB, tätig, „Ich freue mich darauf, die Zukunft Musical-Klassiker „West Side Story“.
zwanzig Jahre davon im Büro des Ge- unserer Bewegung mit euch gemein- Gleich reinklicken und mitmachen:
vida.at/pensionistinnen
neraldirektors. Seit 2010 ist Helene sam zu gestalten!“
11VIDA PENSIONISTiNNEN
AUS DEN ORTSGRUPPEN
TERMINE UND SPRECHTAGE
• Programm: ACHTUNG: 3.5., 10 Uhr, Volksheim,
Liebe Kollegin, lieber Kollege, liebes Mitglied! Aufgrund nicht absehba- 3130 Herzogenburg.
Deine Gesundheit liegt uns am Herzen. Daher finden derzeit keine
rer Maßnahmen im Zuge
großen Mitgliederversammlungen und -ehrungen statt. Neue
Termine werden zeitgerecht an dich geschickt bzw. auf unserer
der COVID-19-Pandemie SCHWARZENAU: Mitglieder-
Website bekannt gegeben. Selbstverständlich stehen wir für Informationen zu geplan- versammlung und Ehrung:
telefonische Auskünfte zur Verfügung und sind auch per E-Mail ten Veranstaltungen di- 27.3., 13.30 Uhr, Ka
erreichbar. Persönliche Vorsprachen bitte telefonisch vereinbaren. rekt bei den Veranstaltern minstube Zlabinger, 3900
Kontaktdaten deines vida-Landessekretariats findest du auf anfragen. Schwarzenau.
vida.at/landesorganisationen
WIEN-NORD-NORDWEST-
Das Team der vida-PensionistInnen erreichst du unter: PENS.: nach Vereinbarung • OBERÖSTERREICH
Tel.: (01) 53444-79081 Tagesfahrten: 10.2. Glas-
E-Mail: pensionistinnen@vida.at museum, 10.3. Amethyst- ATTNANG-PUCHHEIM-PENS.:
Website: vida.at/pensionistinnen
welt Maissau, 14.4. Schalla Di (werktags) 9–11 Uhr,
Wir bedanken uns für deine langjährige Treue und freuen uns
burg, 12.5. Straussenland, G e we r k s c h a f t s bü ro,
auf ein Wiedersehen. 9.6. Kittenberger Gärten • Brucknerstr. 3, 4800 Att
Abfahrt 8.30 Uhr DION nang-Puchheim, Tel./Fax
Wien, Praterstern, Nord- 07674/642 09 • Stamm
bahnstraße 50 • Anmel- tische: jeweils 1. Do (werk-
WIEN Z E N T R A L D I E N S T- P E N S . : dung und g enaue Daten bei tags), 14 Uhr, GH Fellner
Nächste voraussichtliche Ver Heinz Steindl, Tel. 0660/ in Vöcklamarkt sowie GH
WIEN-FRANZ-JOSEFS-BF.- sammlungen: 2.2., 2.3., HdB 574 29 54, E -Mail: hans. Reiter in Pinsdorf.
PENS.: jeden 3. Fr 11–13 Uhr, Praterstern, 1020 Wien • He- steindl@aon.at.
Bf. Wien-FJB, 1. Stock, So- ringsschmaus: 17.2., Infos auf
zialraum oder nach tel. Ver- penszentraldienst.vida.at. WIEN-WEST-PENS.: Di 9–11 STEIERMARK
einbarung 0664/614 56 88. Uhr, 1050 Wien, Margare-
KWD-WIEN-PENS.: Nächste tengürtel 66, Tel. 0664/ BRUCK AN DER MUR: Sprech
WIEN-SÜDOST-PENS.: Di Versammlungen: 15.1., 5.3., 614 56 86 • Nächste Ver- tage jeden Mittwoch,
9–11 Uhr, 1100 Wien, 7.5., 2.7., 3.9. und 5.11., sammlungen: Informatio- sonst telefonische Ver
Jagdgasse 1b • Zugbegleiter- jeweils 14 Uhr, Gemeinde- nen zu nächsten geplan- einbarung bei Kollegen
Treffen: jeden 1. Di 15 Uhr, zentrum, Schulgasse 1, ten Terminen direkt beim Hans Haberl, Tel. 0664/
GH Lendl, 1100 Wien, Rei- 2104 Spillern. ACHTUNG: Veranstalter. 494 79 57.
singergasse 8 • Verschieber- Termine finden nur statt,
und Weichenwärtertreffen: wenn es COVID-19 zulässt. GRAZ: Sprechtage Di und
am letzten Do jeden unge- NIEDERÖSTERREICH Do, 9–11 Uhr, Waagner-
raden Monats (ausgen. FLORIDSDORF-PENS.: jeden Biro-Straße 30b (Bahn
Juli), 15 Uhr, GH Mayer, Ei- 1. Di 14–16 Uhr (ausge- OG-Veranstaltungen fin- Bistro), 2. Stock, Zimmer
chenstraße 14, 1120 Wien. nommen im Juli am 6.7. den nur statt, wenn es 212, Tel. 0664/614 57 46.
und im August am 3.8.), COVID-19 zulässt.
PENZING: Di 9–11 Uhr, Bf. 1210 Wien, Nordbahnan-
Penzing, Tel. 930 00- lage 9, 1. Stock, Tel. 0664/ GMÜND: Mitgliederversamm KÄRNTEN
13468 • Nächste Versamm- 978 65 35 (nur während lung und Ehrung: 19.3., 14
lungen: Im Jänner findet der Sprechstunden erreich- Uhr, Kulturhaus Gmünd, St. VEIT/GLAN: Sprechtage
keine statt, nächste Ter- bar). Aufgrund von CO- 3950 Gmünd. ( jeden 1. Montag im Mo-
mine werden rechtzeitig VID-19 keine Mitglieder- nat, ausgenommen Feier
bekannt gegeben. versammlungen bis auf GÖPFRITZ: Mitgliederversamm- tage): 5.10., 2.11., 7.12.,
Weiteres. lung und Ehrung: 26.3., 14 jeweils von 9 bis 11 Uhr,
WIEN-WEST-II-PENS.: Infos Uhr, Gasthaus Wildrast, Karl-Wagner-Platz 1, 9300
und Anmeldung bei Heinz MEIDLING-SIMMERING-PENS.: 3800 Göpfritz. St. Veit/Glan, Tel. 0664/
Gutleb, Tel. 01/665 60 29 Di 9.30–11 Uhr, 1050 614 52 66, E-Mail: region.
oder 0650/705 21 00, E- Wien, Margaretenstraße HERZOGENBURG: Mitglieder s t v e i t - f e l dk i r c h e n @
Mail: heinz.gutleb@aon.at. 166, Tel. 0664/614 56 89 versammlung und Ehrung: vida.at.
12VIDA PENSIONISTiNNEN
AUS DEN ORTSGRUPPEN
GEBURTSTAGE Jahren im wohlverdienten legen Hubert Ernst zur
Ruhestand. Anton Dock- Pensionierung mit 65 Le-
90 Jahre: Josef Jost, OG ter, Herbert Kejzer, Josef bensjahren gratuliert.
Arnoldstein, Friedrich Kulmer, Erwin Kemmer,
Schwarz, Franz Brunner, Helmut Demmel, Hubert
Fritz Krejcarek
beide OG-Zentrum-Eisen- Ernst, Erich Peer, Franz KÄRNTEN
bahnerheim. Zach, Johann Riederer und
Albert Tiran sind seit der OG Villach-Süd/Arnold-
80 Jahre: Fritz Krejcarek, Lehrzeit in besonderer stein/Gailtal: Johann Lu-
OG Kleinreifling, Siegfried Freundschaft miteinander massegger übernimmt den
Präsent, OG Neumarkt i. Siegfried Präsent verbunden. Sie treffen sich OG-Vorsitz von Johann
Stmk., Anton Novak, OG alljährlich zu einem Jahr- Haberle. Johann, wir be-
Villach-Süd/Arnoldstein/ gangstreffen und unter- danken uns auf diesem
Gailtal, Helmut Lichtblau, nehmen eine gemeinsame Wege für deine lang jährige
Hermine Wastel, Friderike Reise ins Ausland. Diesmal Tätigkeit und wünschen
Kroneder, Ingrid Tamchina, wurde dem jüngsten Kol- dir alles Gute.
alle OG-Zentrum-Eisenbah
Anton Novak
nerheim.
STEIERMARK
OG Graz: Der Lehrlings-
jahrgang 1970 bis 1974
der ÖBB-Lehrwerkstätte
Josef Jost Graz ist nach nunmehr 50 ÖBB-Lehrlingsjahrgang am „Pensionsbankerl“
IM AKTIVSTAND VERSTORBEN: Svejda Eveline, 1230 Wien, 1960 Bizjak Wilhelm, 9581 Ledenitzen, 1935
Tomaselli Otmar, 6710 Nenzing, 1964 DI Blaschek Manfred, 1100 Wien, 1940
Beisteiner Petra, 2821 Lanzenkirchen, 1969 Wagenleitner Johann, 4971 Aurolzmünster, 1962 Bloo Martin, 4690 Schwanenstadt, 1935
Dincic Ranko, 5020 Salzburg, 1959 Zeppetzauer Werner, 5101 Bergheim, 1961 Bösinger Anton, 4910 Ried/Innkreis, 1937
Grimm Michael, 7122 Gols, 1975 Brandstaetter Adolf, 9500 Villach, 1939
Gruber Adrian, 4020 Linz, 1999 IM RUHESTAND VERSTORBEN: Brandstetter Reinhard, 1110 Wien, 1955
Haspel Christian, 1030 Wien, 1961 Brandtner Johann, 2402 Haslau/Do., 1952
Heigl Johannes, 3100 St. Pölten, 1959 Ablinger Ludwig, 4800 Att.-Puchheim, 1935 Dr. Bratschitsch Wilhelm,
Hemetsberger Andrea, 5310 Mondsee, 1971 Andreitschitsch Hermann, 8053 Graz-Neuhart, 1930
Hochkofler Robert, 9587 Riegersdorf, 1964 9020 Klagenfurt, 1941 Braun Wilhelm, 6020 Innsbruck, 1926
Huber Ilse, 3910 Zwettl-Niederöster., 1960 Aschauer Heinz, 3950 Gmünd, 1944 Brezina Kurt, 1050 Wien, 1929
Idinger Bernhart, Aschbacher Werner, 8833 Teufenbach, 1952 Briksi Walter, 4020 Linz/Donau, 1940
7083 Purbach/Neusiedler See, 1966 Asperger Johann, 9020 Klagenfurt, 1928 Bruckner Johann, 3362 Mauer-Öhling, 1935
Joosten Johan, 1030 Wien, 1961 Auer Josef, 9500 Villach, 1930 Brunner Josef, 6370 Kitzbühel, 1929
Kopp Ursula, 1110 Wien, 1973 Auhuber Gerd, 9500 Villach, 1968 Brunnsteiner Margaretha,
Loncar Muniba, 4030 Linz, 1962 Aumair Friedrich, 4621 Sipbachzell, 1938 3352 St. Peter/Au, 1921
Muschett Josef, 9586 Fürnitz, 1966 Burian Herbert, 1200 Wien, 1943
Pairik Igor, 1050 Wien, 1973 Balcar Herbert, 2700 Wr. Neustadt, 1927
Peitler Rudolf, 8046 Stattegg, 1959 Bankl Johann, 6020 Innsbruck, 1926 Cakir Cengiz Cahit, 1020 Wien, 1958
Pröll Peter, 4170 Haslach/Mühl, 1967 Bartik Milan, 1100 Wien, 1933 Christ Ewald, 1110 Wien, 1962
Riedl Andreas, 8020 Graz, 1968
Fortsetzung auf Seite 22
Bäumel Hubert, 3100 Stattersdorf, 1928 Christian Anton, 1070 Wien, 1955
Rohatsch Herbert, Baumgartner Franz, 9800 Spittal/D., 1939 Cibulka Wolfgang, 8020 Graz, 1941
2223 Hohenruppersdorf, 1964 Berner Franz, 8083 St. Stefan/Rosental, 1932
Schober Dieter, 2824 Seebenstein, 1973 Besler Iman, 1210 Wien, 1945 Dalak Hasan, 1020 Wien, 1940
Schwitzer Leopold, 6020 Innsbruck, 1960 Binder Hans, 6020 Innsbruck, 1940 Danner Gerald, 8950 Stainach, 1940
Sirsch Herbert, 2263 Dürnkrut, 1968 Binder Helmut, 2320 Schwechat, 1940 Danner Hilde, 4020 Linz, 1930
Stampfer Christian, 9701 Rothenthurn, 1975 Birngruber Johann, Danzinger Willibald, 1150 Wien, 1934
Steiner Thomas, 6141 Schönberg/Stubt., 1978 4261 Rainbach/Mühlkreis, 1935 Darmstädter Josef, 1200 Wien, 1925
13REPORTAGE
„ARBEITEN AM LIMIT“
Der Kranken- und Pflegebereich nähert sich der Belastungs
grenze. Wie ist die Situation in Österreichs Spitälern und
Pflegeheimen? Beschäftigte erzählen aus ihrem ganz „normalen“
Bild: anuchit2012 – AdobeSteock.com
Corona-Arbeitsalltag. Das vida-Magazin hat zugehört.
14REPORTAGE
„nur mit keinen italienischen Ver-
hältnissen“ konfrontiert zu werden.
Die Erzählungen und Berichte aus
Kliniken, in denen Betten für Inten-
sivpatienten fehlen, Pflegekräfte am
Ende sind, Menschen ohne ihre An-
gehörigen sterben, gingen um die
Bild: triocean – AdobeStock.com
Welt. Im Falle Österreichs fehle es
aber vor allem am Personal für die In-
tensivstationen – ganz nach dem
Motto: „Bevor uns die Betten ausge-
hen, geht uns das Personal aus.“ Inte-
ressantes Detail, das auch Ines betont:
Es gab – zumindest in ihrem Betrieb
– immer genug Kolleginnen und Kol-
legen, die sich freiwillig für den
E s ist kurz vor sieben Uhr morgens.
Ines sitzt erschöpft auf einem Ses-
sel im Krankenhaus. Der Nachtdienst
sagt sie. Was sie meint? Seit Monaten
arbeiten Krankenhausbeschäftigte im
Akkord, für Verschnaufen bleibt fast
Dienst in COVID-19-Stationen ge-
meldet haben.
der Krankenpflegerin ist gleich vor keine Zeit.
BESTER SCHUTZ FÜR ALLE
über, die Nacht war wieder sehr an-
Dabei ist es längst nicht nur der Job,
strengend. „Locker war der Job nie,
POSITIV UND TROTZDEM den das Virus beeinflusst. Kranken-
aber Corona hat die Situation ver-
IN DIE ARBEIT? pfleger Manfred, der gemeinsam mit
schärft. Und das, was die letzten Wo-
Und Arbeiten trotz positivem Corona- Ines Nachtdienste schiebt, wohnt ge-
chen und Monate passiert ist, bringt
Test, wie es durch die Medien geis- meinsam mit seinen Kindern, seiner
uns an die Grenze des Belastbaren“,
terte? „Bei uns ist das zwar nicht vor- Frau und den Schwiegereltern in ei-
gekommen bis jetzt, aber wenn die nem Haus. „Man hat Angst, dass man
Personaldecke dünn ist, dann wird das Virus mit nach Hause nimmt, ganz
auf so etwas zurückgegriffen“, erzählt klar. Aber wir können nichts tun, als
die 32-jährige Mutter einer Tochter, uns bestmöglich zu schützen“, so der
die die Entscheidungen der Politik 40-Jährige. Das Thema Schutz war
hinsichtlich der Pandemie nicht im- aber gerade am Beginn der Pandemie
mer verstanden hat. „Leider hat die alles andere als selbstverständlich. Es
Verordnung es tatsächlich zugelassen, fehlte an Masken, Handschuhen und
dass positiv auf Corona getestetes Per- Desinfektionsmitteln. Mittlerweile
sonal weiterhin am Patienten arbeiten fühlen sich Manfred und seine Kolle-
darf. Das ist neben der psychischen gInnen gut geschützt. „Man muss
Komponente, nämlich zu wissen, das ganz einfach sagen, dass die Pande-
Virus in sich zu tragen und trotz größ- mie eine Überforderung für alle Be-
ter Vorsicht und Schutz ausrüstung reiche war. Da sind Fehler passiert,
andere möglicherweise anzustecken, über die man hinwegsehen kann.
auch medizinisch gesehen ein Risiko Man darf sie aber nicht wieder ma-
Bild: ugljesaras – AdobeStock.com
für die Beschäftigten und die Patien- chen. Das ist leider passiert. Die Re-
ten in den Krankenhäusern.“ gierung versucht selbst in der Krise
zu sparen, und das geht nicht. Der
ES FEHLT AN MENSCHEN Schutz der Beschäftigten muss an
In den Krankenhäusern kämpft man erster Stelle stehen“, stellt der Kran-
seit Monaten gegen das Virus, um kenpfleger klar und betont, dass es
15REPORTAGE
sonst. „Der Schutz vor Corona be-
ginnt und endet ja nicht an der Tür
zum Pflegeheim, sondern ist allge-
genwärtig“, erklärt sie. Ihre Mutter ist
62 Jahre alt und damit noch nicht Ri-
sikoperson. „Ich mache mir trotzdem
Sorgen um meine Mama, aber wir tra-
Bild: Photographee.eu – AdobeStock.com
gen eben auch im Auto Masken.“ Man
trifft sich zwar in den eigenen vier
Wänden, doch umarmt hat sie ihre
Mama schon seit März nicht mehr.
Gleiches gelte für ihre Kolleginnen
und Kollegen. „Wir haben ein gutes
Klima und herzen uns auch immer
wieder einmal in der Arbeit, aber das
geht im Moment überhaupt nicht“,
erzählt die in Wiener Neustadt leben-
de 37-Jährige.
nicht nur an den Beatmungsplätzen das Personal stoße jedoch an seine
einer Klinik einen Unterschied macht, Grenzen. „Niemand ist vor Unfällen MEHR PERSONAL, BITTE
ob ein einzelner Patient kommt oder oder plötzlichen Krankheiten gefeit. Wie im Krankenhaus ist auch im Pfle-
mehr als 100 gleichzeitig erscheinen. Es kann jeden treffen, der rasch eine geheim Corona allgegenwärtig und
Und es ist für die Gesundheit und da- Intensivbehandlung benötigt“, be- auch der Gedanke daran, sich mit dem
mit die Funktionskraft eines ganzen tont der Krankenhausbeschäftigte in Virus zu infizieren. Das Gefühl? Im-
Hauses nicht relevant, ob diese Pati- Bezug auf die Bettenkapazitäten der merhin arbeiten die Pflegekräfte zu
enten schwer krank sind oder nur Spitäler. einem überwiegenden Teil mit Men-
leichte Symptome zeigen. Allein schon schen über 65 Lebensjahren und so-
das Risiko einer Verseuchung ganzer SEIT MONATEN NICHT UMARMT mit mit Risikopersonen: „Ganz ein ko-
Stationen, die Gefahr, dass die Lage Szenenwechsel: Während für Ines misches. Du verlässt dich drauf, dass
kippen könnte, verändert alles im All- und Manfred der Dienst endet und bei den Tests alles richtig gemacht
tag eines Krankenhauses. sie schlafen gehen, ist Svetlana gerade wurde und alles, was du über falsche
auf dem Weg in die Arbeit. Sie ist Pfle- Ergebnisse bei Testungen gelesen
ES KANN JEDEN TREFFEN geassistentin und nicht alleine im hast, Gerüchte sind. Du schützt so-
Die zweite Welle ist aufgrund der um Auto. Die gebürtige Slowakin arbeitet wohl dich und vor allem andere Men-
ein vielfaches höheren Zahl der Neu- mit ihrer Mutter gemeinsam und sie schen“, erzählt Svetlana, die auch
infizierten auch nicht mit der im fahren oft gemeinsam. Die beiden schon einmal Kontaktperson war, da-
Frühjahr zu vergleichen. Zwar habe sind sich einig: Corona hat alles ver- mals aber sowieso dienstfrei hatte. Die
man in den vergangenen Monaten ändert. Der Arbeitstag beginne ge- Belastung für Pflegepersonal ist nicht
weitere Beatmungsgeräte beschafft, danklich schon eine Stunde früher als nur wegen Corona hoch. „Corona hat
Problemstellen aufgezeigt. Es bleibt
aber keine Zeit, darüber zu reden. Wir
können nur hoffen, dass die Pandemie
bald vorübergeht und endlich mehr
Personal zur Verfügung steht. Das
würde vieles erleichtern“, sagt die
Pflegeassistentin, die an Situationen
denkt, wo einem dementen Menschen
nicht verständlich zu machen ist, dass
er jetzt Masken tragen muss. „Du
kannst einem Demenzkranken aber
Bild: ActionGP – AdobeStock.com
nicht die ganze Zeit hinterherrennen.“
Svetlana weiß über den Personalnot-
stand in den Heimen Bescheid. „Die
Kolleginnen und Kollegen haben teil-
weise keine Zeit zu verschnaufen. Es
braucht hier dringend Anpassungen,
16REPORTAGE
bevor sich das Personal für eine ande-
re Branche entscheidet. Die Politik
darf die Beschäftigten nicht ihrem
Schicksal überlassen.“ Auch sie ist
Bild: Quils – AdobeStock.com
kurz davor, die Branche zu wechseln.
Aber nicht, weil ihr der Job keinen
Spaß macht, sondern weil keine Zeit
bleibt, für die Bewohnerinnen und
Bewohner im Heim da zu sein. „Ich
habe mich für den Beruf entschieden,
weil ich gerne mit alten Menschen ar-
beite, aber wir arbeiten teilweise wie
in Schichten und am Fließband.“
derungen im Dienstplan und äußerst heimen oder Krankenhäusern, mobi-
WIR SIND KEINE HELDEN flexible KollegInnen, die jederzeit le Pflege und Betreuung oder Ret-
Plötzlich läutet das Handy – es ist einspringen, um die BewohnerInnen tungssanitäterInnen, alle machen
Svetlanas Chefin, die ihr erzählt, dass zu schützen. Planungssicherheit gibt ihre Arbeit sehr gerne und stehen
der jüngste Corona-Test einer Kollegin es seit Monaten nicht. Dauerzustand gerne im Dienst für die Menschen.
– das Pflegepersonal wird wöchentlich dürfe das keiner werden. In diese Wir sind auch keine Helden. Wir alle
getestet – positiv ist. Da Svetlana Kon- Richtung geht auch ihr Appell an die machen nur unsere Arbeit, wünschen
taktperson ist, muss sie heute zu Hau- Politik. „Ich spreche, so denke ich, für uns aber, dass die Regierung uns end-
se bleiben. Was das heißt? Starke Än- alle, egal ob Beschäftigte in Pflege lich hört.“
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der. Sie plant schon ihren
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und 150 Euro für Lebens- Ausschluss des Rechtsweges. Die
mittel aus“, erzählt Mari- GewinnerInnen werden schriftlich
verständigt. Die Preise können nicht
anne. „Da zählt jeder Euro, in bar abgelöst werden.
den man sparen kann. Und
19Sie können auch lesen