Marte Meo: Eine videogestützte Beratungsmethode

 
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Marte Meo: Eine videogestützte Beratungsmethode
International Professional Journal of the Marte Meo Method
Internationales Journal der Marte Meo Methode

KLARA SCHLÖMER                                                  Juli 2014 | Art. 38G
Dipl. Sozialwissenschaftlerin
Marte Meo Licensed Supervisorin

Marte Meo:
Eine videogestützte
Beratungsmethode
                                  Résumé
                                  Die Marte Meo-Methode will ­Entwicklungsprozesse
                                  von Kindern anstoßen und unterstützen. Mithilfe
                                  von Videoaufnahmen wird ein neuer Blick auf be-
                                  kannte Situationen ermöglicht und es werden die
                                  natürlichen, entwicklungsunterstützenden Verhal-
                                  tensweisen der Erziehenden gefördert. Wichtig ist
                                  dabei der stets ressourcen- und ­lösungsorientierte
                                  Blick auf Kinder und Erwachsene.

                                  1. Einleitung
                                  Marte Meo bedeutet sinngemäß »aus eigener
                                  Kraft«. Auf allen Ebenen sollen Menschen ermutigt
                                  werden, ihre eigene Kraft zu nutzen, um Entwick­
                                  lungsprozesse von Kindern, Eltern und professio­
                                  nellen Kräften anzuregen.(1)
                                  Vor mehr als 30 Jahren entwickelte die Nieder­
                                  länderin Maria Aarts die videobasierte Beratungs­
                                  methode. Ausgangspunkt war ihre Tätigkeit in
                                  einer heilpädagogischen Einrichtung für Kinder
                                  mit erhöhtem Erziehungsbedarf. Ihr Anliegen war
                                  es, die Eltern aktiver in den Erziehungsprozess
                                  einzubinden. Sie baute auf der emotionalen Ver­
                                  bundenheit zwischen Eltern und Kindern auf und
                                  unterstützte gezielt vorhandene elterliche Fähig­
                                  keiten, die für eine positive Entwicklung von
                                  Kindern förderlich sind. Jahrelang beobachtete
                                  und analysierte sie, was zu einer guten Eltern-
                                  Kind-Beziehung beiträgt und was gegenseitiges
                                  ­Verstanden-Werden fördert. Zwei Grundsätze

                                         Juli 2014 | Art. 38G
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Marte Meo: Eine videogestützte Beratungsmethode
Klara Schlömer                                                       Eine videogestützte Beratungsmethode

prägen ihre Arbeit bis heute: »Nicht über Probleme          le bilden – in der Praxis eklektisch kombiniert – das
­sprechen, sondern Möglichkeiten suchen« und »In            theoretische Konzept der Methode.«(5)
 den Bildern zeigen, nicht erklären«.                       Für den Einsatz von Marte Meo in Kindertagesein­
                                                            richtungen sind folgende Grundsätze der Methode
Anstatt Ratschläge zu geben, galt es, in kurzen Video­      wesentlich:
aufnahmen alltäglicher Situationen detailliert zu er­
kennen, was positiv vorhanden ist und vor allem,            2.1. Die Basis für eine förderliche Entwicklung
was konkret getan werden kann. Mit ausgewählten             von Kindern ist die natürliche Interaktion von
Videoausschnitten wurde den Eltern bildhaft vor             Eltern/Erziehern mit den Kindern.
­Augen geführt, wie gut sie in diesen Situationen ihr       Ein Säugling ist vom ersten Tag seines Lebens auf
 Kind unterstützen. Sie wurden ermutigt, diese Ansät­       ­Interaktion angewiesen, um sich zu entwickeln und
 ze im Alltag verstärkt zu nutzen und Schritt für Schritt    zu lernen. Erwachsene reagieren darauf völlig »normal
 zu üben. So konnten sie ihre vorhandenen erzieheri­         und natürlich« mit einer Reihe von ­Grundmustern. Auf
 schen Fähigkeiten stärken und weiterentwickeln.             Äußerungen des Säuglings reagiert der einfühlsame
                                                             Erwachsene intuitiv: Er wendet sich dem Kind zu, ver­
 Maria Aarts gründete die erste Form einer Tages­            fällt in eine höhere Stimmlage, und ahmt die Laute
 betreuung für Kinder, die andernfalls stationär im          des Kindes nach oder benennt z. B. Tätigkeiten. Dem
 Heim untergebracht worden wären. 1985 wurde die             Kind gibt das die Sicherheit, dass sein Verhalten gut
 Methode – damals als »Orion Video Home Training«            ist, gesehen und anerkannt wird. Dies trägt zur Ent­
 bezeichnet, vom niederländischen Ministerium an­            wicklung seines Selbstbildes bei. Im gemeinsamen
 erkannt.(2) Die erfolgreiche Arbeit dieser Einrichtung      Genießen dieser Momente baut sich emotionale Bin­
überzeugte auch die deutsche Jugendhilfe: 1992 wur­          dung auf. Die Sprache wird angeregt und entwickelt,
den die ersten Teilnehmer aus Deutschland in der             und zwar nicht nur konkrete Worte, sondern gleichzei­
­Methode ausgebildet.(3)                                     tig Töne, Rhythmus, Sprachmelodie und Atmosphäre
 Um ihre Ideen und Ansätze weiterentwickeln zu kön­          sowie die damit zusammenhängenden Gefühle.
 nen gründete Aarts mit »Marte Meo International« ein
 eigenes unabhängiges Netzwerk. Über die ursprüng­
 liche Arbeit mit Familien hinaus wird Marte Meo in­        Marte Meo ermutigt Fachkräfte, ihre eigenen
 zwischen in nahezu allen sozialpädagogischen Tätig­        Fähigkeiten bewusst zu sehen, zu nutzen und
 keitsfeldern erfolgreich eingesetzt: bei Säuglingen,       gezielt weiterzuentwickeln.
 Kindern und Jugendlichen in Familien und pädago­
 gischen Einrichtungen bis hin zur Arbeit mit kranken
 und hilfebedürftigen alten Menschen.                       2.2. Marte Meo ist Entwicklungsunterstützung,
                                                            keine Therapie
                                                            Gerade Kinder mit besonderen Bedürfnissen können
2. Grundannahmen                                            von Marte Meo profitieren. Die Methode ersetzt aber
Maria Aarts entwickelte Marte Meo bewusst für den           keine notwendige Therapie. Zahlreiche Fallbeispiele
Alltag von Eltern. Auch in ihren Veröffentlichungen ist     zeigen, dass problematisches Verhalten oft wesent­
die »Alltagssprache« ein wichtiges Prinzip.(4) Daher        liche Ursachen in nicht gelungener Kommunikation
hat sie keine Darstellung der theoretischen Grundla­        hat bzw. durch eine bewusste Interaktion verbessert
gen verfasst. Sie arbeitet allerdings an vielen univer­     werden kann. Kinder mit besonderen Bedürfnissen
sitären Programmen mit und auch in Deutschland ent­         erfordern von den Erwachsenen erhöhte Erziehungs­
wickeln sich Initiativen, die Methode wissenschaftlich      fähigkeiten, die durch die Videoanalyse sichtbar und
zu fundieren. Im Lehrbuch der Marte ­Meo-Methode            erlernbar werden können. Entwicklungsunterstützung
heißt es zu den wissenschaftlichen Grundlagen für           beginnt immer mit den Fragen: Was kann das Kind
die Praxis: »Es handelt es sich dabei um die Entwick­       bereits? Was hat es noch nicht entwickelt und wie
lungspsychologie und hier speziell um die Bindungs­         kann dies gezielt unterstützt werden?
theorie und Säuglingsforschung, die sozial-kognitive
Lerntheorie, die Neurowissenschaften, die Kommuni­
kationstheorie, die Theorie der symbolvermittelten
Interaktion und die Systemtheorie. Diese Bestandtei­

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Marte Meo: Eine videogestützte Beratungsmethode
Klara Schlömer                                                    Eine videogestützte Beratungsmethode

2.3. Erzieherinnen und Erzieher bringen in            mit klarer Stimme in angepasster Tonlage und ­Tempo
der Regel eine hohe natürliche Interaktions­          sprechen, auf Augenhöhe den Kindern zugewandt
kompetenz mit. Mithilfe von Marte Meo werden          sein. Ziel der Arbeit mit Marte Meo ist, dass Erzie­
sie ermutigt, ihre eigenen Fähigkeiten bewusst        herinnen diese Fähigkeiten bewusst erkennen und
zu sehen, zu nutzen und gezielt weiterzu­             gezielt einsetzen.
entwickeln.                                           Die eigene Erziehungstätigkeit zu reflektieren und wei­
Positive Kommunikationselemente sind z.B. Kontakt     terzuentwickeln kann durch eine kollegiale ­Beratung
mit Kindern aufnehmen, sie freundlich anschauen,      mithilfe einer ausgebildeten Marte ­Meo-Fachkraft er­

Die Aufnahmen machen Feinheiten sichtbar.

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Marte Meo: Eine videogestützte Beratungsmethode
Klara Schlömer                                                   Eine videogestützte Beratungsmethode

                                                       folgen oder im Rahmen einer eigenen Ausbildung in
                                                       der Methode. In jedem Fall bedeutet es, sich darauf
 FALLBEISPIEL                                          einzulassen, einen Teilbereich der eigenen Tätigkeit
                                                       im wörtlichen Sinne sichtbar zu machen. Etwa fünf
 Ein völlig anderes Kind                               Minuten aus dem alltäglichen Umgang mit einzelnen
                                                       Kindern oder einer Gruppe, z.B. bei der Pflege, bei
 Eine besonders beeindruckende Entwicklung             Mahlzeiten, im Freispiel oder im Morgenkreis werden
 machte Leon, ein mehrfach behinderter Junge           gefilmt und später analysiert. Die Marte Meo-Blick­
 in einer integrativen Gruppe. Bei Eintritt in den     richtung befähigt Erzieherinnen zu sehen, in welchen
 Kinder­garten konnte der Dreijährige frei sitzen,     Momenten sie auf natürliche Art und Weise die Ent­
 bewegte sich aber nicht selbst fort. Vereinzelt       wicklung der Kinder unterstützen. Geschieht dies wie­
 gab er Töne oder Laute von sich. Die Eltern           derholt, kann das Gelernte für die Kinder zum festen
 ­hatten die Diagnose erhalten, ihr Kind würde         Bestandteil ihres Verhaltens werden.
  wohl nie laufen lernen.
                                                       2.4. Bilder sagen mehr als 1000 Worte
 Dass Leon mit Marte Meo begleitet wurde, ergab        Marte-Meo lebt von Bildern und Videoaufnahmen.
 sich durch Zufall. Eine Mitarbeiterin der Tagesein­   Eindrucksvolle Bilder von positiv erlebten ­Situationen
 richtung brauchte für ihre Marte Meo Ausbildung       bleiben haften und können immer wieder abgerufen
 entsprechende Videoaufnahmen. Eine ihrer Kolle­       werden. Das lebendige, unmittelbare und direkte
 ginnen war bereit, sich innerhalb einiger ­Monate     Miteinander von Kindern und Erwachsenen ist so in­
 mehrmals in der Arbeit mit einem Kind einige          tensiv nur im Bild spürbar. Die für Videoaufnahmen
 Minuten filmen zu lassen und diese Aufnahmen          notwendigen rechtlichen Voraussetzungen müssen
 gemeinsam zu analysieren. Aus der Kindergruppe        unbedingt vorher geklärt werden:
 wählte sie Leon aus, »weil er auf jeden Fall noch
 drei Jahre in der Einrichtung bleiben wird und ich    • Die Aufnahmen sind freiwillig.
 gern seine mögliche Entwicklung verfolgen und         •	Kinder dürfen nur gefilmt werden, wenn die Eltern
 unterstützen möchte«, so ihre Begründung.                ihr Einverständnis erklären.
                                                       •	Schweigepflicht und Vertraulichkeit müssen ge­
 Für die erste Videoaufnahme sollte die Erzieherin        währleistet sein.
 mit Leon allein im Raum sein, um Ablenkungen          •	Die Filmsequenzen werden nur im vorher abge­
 zu vermeiden und um Töne und Geräusche gut               sprochenen Rahmen gezeigt. Eine weitere ­Nutzung
 aufnehmen zu können. Als Ort wurde sein Lieb­            oder Veröffentlichung ist nur bei individuell erteil­
 lingsplatz gewählt: eine mit Haushaltsschwäm­            ter Erlaubnis möglich.
 men gefüllte Kiste, in der er gern saß und es
 offensichtlich genoss, wenn Erwachsene oder
 Kinder sich mit ihm beschäftigten.                    In kurzen Videoaufnahmen alltäglicher
 »Leider nimmt er von sich aus keinen Kontakt          ­Situationen gilt es zu erkennen, was positiv
 zu anderen auf und verhält sich überwiegend            ­vorhanden ist und was konkret getan
 passiv. Ich würde ihn gern mehr in die Gruppe           werden kann.
 integrieren,« so die Erzieherin.

 Die erste Filmaufnahme zeigt Leon, wie er inmit­      Die Analyse der Videosequenzen bringt eine Fülle von
 ten der Schwämme sitzt und sie mit seinen Hän­        Einsichten und Anregungen. Das eigene Auftreten und
 den bewegt, Die Erzieherin setzt sich zu ihm und      Verhalten zu sehen, zusammen mit der ­nachfolgenden
 beteiligt sich an diesem Spiel. Die Auswertung        Reaktion des Kindes oder einer Gruppe ist sehr ein­
 dieser Videoszene konzentrierte sich auf zwei         prägsam und motivierend. Die Analyse der Aufnah­
 Schwerpunkte: Was hat Leon schon entwickelt,          men bietet Möglichkeiten, die weit über eine normale
 welche Initiativen zeigt er im freien Spiel und was   Beobachtung hinausgehen. Man kann:
 lässt sich im Kontakt mit der Erzieherin erkennen?
                                                       •	einzelne Szenen wiederholt anschauen und immer
                                                          wieder Neues entdecken,

                                          Juli 2014 | Art. 38G
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Klara Schlömer                                                   Eine videogestützte Beratungsmethode

                                                        •	winzige Gesten und Bewegungen in Zeitlupe ge­
 Hierzu wurde deutlich:                                    nauer betrachten,
                                                        •	eindrucksvolle Szenen im Standbild gemeinsam
 1.	Leon zeigt spontane Initiativen: er bewegt so­        genießen,
     wohl mit den Händen als auch mit Beinen und        •	mit Nahaufnahmen besondere Eindrücke vergrö­
     Füßen die Schwämme, mal mehr, mal weniger             ßern und hervorheben.
     aktiv. Schwämme, die über den Rand fliegen,
     verfolgt er manchmal mit seinem Blick.             Möglichkeiten zum Einsatz von Marte Meo in ­Schulen
                                                        und Kindertageseinrichtungen wurden von Maria
 2.	Die Erzieherin beteiligt sich aktiv und begeis­    ­Aarts Schwester Josje Aarts erarbeitet.(6) Zwei Haupt­
     tert am Spiel. Sie spricht mit dem Jungen,         aufgabenfelder in Kindertagesstätten erfordern für sie
     lacht ihn an und gibt viele neue Anregungen        unterschiedliches Erzieherverhalten, um die Kinder in
     zum Spiel mit den Schwämmen. Er reagiert           ihrer Entwicklung fördern zu können: das freie Spiel
     einige Male auf ihre Ansprache und schaut zu       und strukturierte Situationen wie Regelspiele oder
     ihr, - aber meist erst dann, wenn diese bereits    Gruppenaktivitäten.
     wieder in eine andere Richtung sieht, so dass
     sich ihre Blicke nie treffen.
                                                        3. Entwicklungsförderung im freien Spiel
 Bereits wenige Bilder zeigten, was Leon in seiner      In der Regel erleben Kinder in Tagesstätten lange
 Entwicklung weiterhelfen könnte. Dazu sollte er        Phasen, in denen sie im freien Spiel allein oder mit
 die Möglichkeit bekommen in der »Marte-Meo-            anderen Kindern Materialien erkunden, ihre Fantasie
 Zeit«(*), zunächst mit dem Fokus auf: warten, fol­     ausleben, mit Begeisterung und Freude ihre Welt ent­
 gen und benennen.                                      decken und ihre Potentiale entfalten können. Dies
                                                        sollen Fachkräfte erkennen und sie darin unterstüt­
 Das bedeutete: die Erzieherin nahm sich nur für        zen. Wesentliche Marte Meo-Elemente hierfür sind
 ihn möglichst täglich etwa 10 Minuten Zeit für ei­     »warten – folgen – benennen«.
 nen intensiven 1:1 Kontakt. Sie begleitete ihn bei
 seinen freien Aktivitäten. Ihm zugewandt, ohne
 aber einzugreifen oder Vorschläge zu machen,           Problematisches Verhalten hat oft
 wartete sie, bis er eine Initiative zeigte. Dies be­   wesentliche Ursachen in nicht gelungener
 nannte sie sogleich mit Worten: »Ja, jetzt nimmst      Kommunikation bzw. kann durch bewusste
 du den Schwamm,«; »Du bewegst die Tür« und             Interaktion ­verbessert werden.
 wartete ab, ob er reagiert.
 Das sollte ihm helfen, sich selbst bewusster
 wahrzunehmen und seine eigene »Goldmine«(**)           3.1. Warten
 zu entdecken und zu aktivieren, was ihm sogleich       Zu dieser ersten Aufgabe ist ein von Maria und
 positiv bestätigt wurde. Gab er Töne oder Laute        ­Josje Aarts häufig genutztes Bild anregend: Jedes
 von sich, wiederholte die Erzieherin sie im glei­       Kind wird mit einer Goldmine geboren, die vielfälti­
 chen Tonfall, spiegelte seinen ­Gesichtsausdruck        ge Wachstums- und Entwicklungschancen enthält.(7)
 »jetzt schaust du mich an«, lachte ihn an und           Sie ergreifen die Initiative, nutzen ihre Energie und
 freute sich mit ihm »jetzt lächelst du« und be­         werden aktiv. Normal entwickelte Kinder sprühen oft
 nannte seine möglichen Gefühle: »Das gefällt dir,       vor Energie und Initiativen. Andere benötigen Unter­
 da freust du dich.«                                     stützung durch Erwachsene. Videoaufnahmen solcher
                                                         Situationen können zeigen, dass das gar nicht so
 Die in solchen Situationen entstandenen Film­           selbstverständlich ist. In bester Absicht beteiligen
 ausschnitte lassen förmlich spüren, wie er sich         sich die Erwachsenen sehr aktiv, machen Vorschläge,
 selbst immer mehr kennenlernte und sich zu­             bringen neue Ideen ein und gestalten das Spiel. Das
 nehmend auf seine eigene Weise und in seinem            Kind kann manchmal nur noch reagieren, und nutzt
 Tempo weiterentwickelte. Er betrachtete und             damit nicht seine eigene »Goldmine«. Besonders in
                                                         Phasen, in denen das Kind nichts tut oder sagt, ist
                                                         man geneigt, diese Lücke zu füllen. Für manches Kind

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Klara Schlömer                                                    Eine videogestützte Beratungsmethode

                                                        wäre es in dieser Situation förderlicher, wenn der Er­
                                                        wachsene »nur« neben ihm sitzt und ihm Zeit gibt für
 untersuchte Gegenstände in seiner Nähe, wurde          seine eigenen Initiativen, und seien sie noch so klein.
 auch körperlich aktiver und suchte von sich aus
 Kontakt zu Erwachsenen und Kindern. Ein ­halbes        3.2. Folgen
 Jahr nach Beginn der Marte-Meo-Begleitung              Den Initiativen des Kindes aufmerksam mit Blicken,
 konnte Leon einige Schritte laufen und gab viele       Gedanken und Gefühlen folgen heißt, es näher ken­
 neue Klänge/Worte von sich. Dass die Erzieherin        nenzulernen, aber auch, sich seinem Tempo anzu­
 Äußerungen und Laute von Leon bewusst wie­             passen. Folgt man dem Kind, fühlt es sich wahrge­
 derholte, fiel auch einigen Kindern auf, die das       nommen und bestätigt. In der freien Spielsituation
 sehr einfühlsam aufgriffen und auch »leonisch«         entscheidet das Kind über sein Tun. Nur so kann es
 mit ihm sprachen.                                      selbst – und der ihm folgende Erwachsene – heraus­
                                                        finden, was es wirklich interessiert, und man kann da
 Leons Mutter beschrieb in einem Gespräch ihre          ansetzen, wo das Kind steht. Einige Kinder wechseln
 Freude darüber, wie sie vom Kindergarten bei           häufig ihre Tätigkeit und können sich nicht intensiv
 diesem Prozess mitgenommen wurde und neue              oder über längere Zeit selbst beschäftigen. Folgt man
 Erziehungsfähigkeiten entwickelte:                     ihnen bewusst in ihrer Tätigkeit, können sie diese
 »Ich habe jetzt ein völlig anderes Kind. Er ist viel   Anteilnahme als Unterstützung erfahren.
 aktiver, natürlich auch nicht mehr so pflegeleicht.
 Er entwickelt sich jetzt von selbst weiter. Endlich
 kann ich für ihn nur noch Mutter sein, muss nicht      Erzieherinnen werden befähigt zu sehen, in wel-
 mehr gegen seinen Widerstand Gymnastikübun­            chen Momenten sie auf natürliche Art und Weise
 gen mit ihm machen, um seine Muskulatur zu             die Entwicklung der Kinder unterstützen.
 fördern. Ich traue ihm viel mehr zu, fordere ihn
 auch mehr und kann warten, wenn er etwas er­
 reichen möchte und nehme ihm nicht mehr alles          3.3. Benennen
 ab. Ich bin sehr stolz auf ihn.«                       Wenn Erzieher mit ermunternder Stimme und freund­
                                                        lichem Blick die Handlungen des Kindes benennen,
 Noten:                                                 aktivieren sie seine »Goldmine« und bestärken es in
 (*)	»Marte Meo-Zeit« ist »Entwicklungszeit«,          seinem Tun. Für das Kind kann dies auch bedeuten,
      sagt Maria Aarts. Dann werden keine Proble­       dass es selbst bewusster wahrnimmt, was es ­gerade
      me besprochen, sondern es ist hundertpro­         tut. Gleichzeitig erfährt es die passenden Worte –
      zentig Zeit zum Entwickeln.                       eine wesentliche Grundlage der Sprachförderung.

 (**)	Maria Aarts spricht häufig über »Gold­           Benennen ist oft besser als fragen. Eine häufige
       minen«; Goldminen, die Menschen von Natur        ­Situation: Ein Kind malt ein Bild, der Erwachsene
       aus mitbekommen haben. Auch im Interview          möchte Anteil nehmen und zeigt Interesse: »Was
       mit Prof. Dr. Gerald Hüther (Buch und Be­         malst du da?«. Auf Fragen wird eine Antwort erwartet,
       gleitungsDVD: Marte Meo: Eine Einladung           und gerade unsichere Kinder kann dies noch mehr
       zur Entwicklung***) geht es um dieses Thema.      verunsichern, abgesehen davon, dass zu Beginn des
       Mit Goldminen sind die speziellen Interessen      Malprozesses nicht jedem Kind bewusst ist, was es
       und Talente eines jeden Kindes gemeint.           malen möchte, sondern sich das Bild entwickelt.
 	Kinder brauchen es, dass Erwachsene ihre Ini­         ­»Benennen« wäre hier eine Alternative. In Video­
       tiativen wahrnehmen. Dies gelingt am besten        bildern ist gut zu sehen, wie sich das in Körperhal­
       in alltäglichen Spiel- und Lebens­momenten,        tung und Mimik von Kindern zeigt. Für unsichere Kin­
       vor allem in sog. »freien Alltagssituationen«.     der sind Fragen dann sinnvoll, wenn man weiß, dass
 	Deshalb wird bei der Arbeit mit Marte Meo              sie sie beantworten können, um dies dann deutlich
       den Eltern/Pädagogen geraten, die Initiativen      positiv zu bestätigen. Bei anderen Kindern helfen Fra­
       der Kinder wahrzunehmen und zu benennen:           gen dabei, wirklich etwas von ihnen zu erfahren oder
                                                          sich mit ihnen auf tiefer gehende Gespräche einzu­
                                                          lassen.

                                          Juli 2014 | Art. 38G
          © 2014, Marte Meo International | www.martemeo.com                                                       6
Klara Schlömer                                                         Eine videogestützte Beratungsmethode

                                                             ausgetauscht, ein gemeinsames Spiel kann sich ent­
                                                             wickeln. Mithilfe einer gezielten Förderung nach dem
      In dem Moment, in dem das Kind eine Initi-            Prinzip »warten-folgen-benennen«, ­konnten schon
       ative zeigt, soll man Wörter dazu geben. So           viele isolierte Kinder lernen Beziehungen aufzuneh­
       kann das Kind erfahren: Ich werde gesehen,            men und wirklich Spielpartner zu sein. Eine für ­solche
       was ich mache ist wichtig und wird respek-            Prozesse notwendige regelmäßige und intensive
       tiert. Es fängt an, seinen eigenen Initiativen        1:1-Begleitung ist im Kita-Alltag nicht mit jedem Kind
       zu trauen und wird befähigt zu sozialer Inter-        möglich und auch nicht notwendig.
       aktion.                                               Wenn keine zehn Minuten möglich sind, dann viel­
                                                             leicht fünf oder zwei. In vielen Alltagssituationen bie­
  (***)	Aarts, Maria; Hawellek, Christian; Rausch, Hilde­   ten sich Gelegenheiten dazu an. Jedes Kind möchte
        gard; Schneider, Marian; Thelen, Christa. Inkl.      wahrgenommen und beachtet werden. Dies gilt so­
        Interview Maria Aarts & Gerald Hüther. Buch          wohl für die »normalen« Kinder, als auch für die stil­
        + DVD. isbn 978-90-75455-31-1. Eindhoven:            len, unauffälligen, bei denen manchmal die Gefahr
        Aarts Productions.                                   besteht, dass sie übersehen werden.

                                                             4. Entwicklungsförderung in strukturierten
                                                             Situationen
Natürlich zeigen Kinder auch Initiativen, die man nicht      Im freien Spiel sollen die Initiativen des Kindes Vor­
gutheißen kann oder aus Sicherheitsgründen verbie­           rang haben. Andere Situationen sind deutlich struk­
ten muss. Hier wäre Benennen zur Unterstützung des           turiert und auf ein Ziel ausgerichtet. Hier ist von den
Verhaltens nicht angebracht: »Ich sehe, dass du gera­        pädagogischen Fachkräften Leitung gefordert.
de das Bilderbuch zerschneidest…«.                           Entwicklungsunterstützend wirkt hierbei, wenn Fach­
Ein nachvollziehbar ärgerliches »lass das« wird das          kräfte ihre eigenen Initiativen benennen. Begleitet der
Verhalten in der Regel stoppen. Wichtig wäre dann,           Erwachsene z.B. beim Wickeln seine Handlungen mit
dies kindgerecht zu begründen. Benannt werden                Worten, empfängt das Kind damit mehrere Botschaf­
könnte aber das Bestreben des Kindes, selbständig            ten. Es wird vorbereitet auf das, was kommt. Das
mit der Schere umgehen zu lernen. Als alternatives           macht den Erwachsenen vorhersehbar und gibt dem
Angebot, kann man etwas anderes anbieten, was es             Kind Sicherheit. Die parallel zur Handlung genann­
stattdessen schneiden darf.                                  ten Worte verbindet es z.B. mit den Körperteilen und
                                                             lernt sie immer besser kennen, bis es die Worte auch
Viele Kinder benennen spontan ihre Handlungen – ein          selbst benutzt. Die Betreuungsperson folgt z.B. auch
wesentliches Element ihrer Spielfähigkeit und Koope­         den Bewegungen und Blicken des Kindes und be­
rationsfähigkeit im Umgang mit anderen. Das macht            nennt seine Gefühle. Damit bekommt es Einsichten in
sie für ihre Spielpartner vorhersehbar, Ideen werden         seine eigene Gefühlswelt und lernt sich wieder besser
                                                             kennen. Benennen fördert darüber hinaus auch die
                                                             Aufmerksamkeit des Kindes. Im Video ist oft gut zu
                                                             sehen, wie ein Kind jede Bewegung, jedes Wort des
                                                             Erwachsenen mit weit geöffneten Augen verfolgt.
                                                             Leitung in strukturierten Situationen bedeutet Schritt-
                                                             für-Schritt anzugeben, was getan wird und gleich zu
                                                             bestätigen, wenn das Verhalten des Kindes in die
                                                             richtige Richtung geht. Es ist verblüffend, wie schon
                                                             wenige Wochen alte Säuglinge hierbei »mitmachen«
                                                             und kooperieren können.

                                                             Eine Hauptaufgabe von Erzieherinnen ist es, Kinder
                                                             allein oder in unterschiedlich großen Gruppen zu len­
                                                             ken und zu leiten. Das ist oftmals äußerst schwierig
Abwarten, welche Impulse vom Kind kommen.                    und anstrengend. Aber es ist notwendig, um Situatio­

                                            Juli 2014 | Art. 38G
            © 2014, Marte Meo International | www.martemeo.com                                                          7
Klara Schlömer                                                    Eine videogestützte Beratungsmethode

                                                         fühlt sich jedes Kind verstanden und gleichzeitig wird
                                                         das Einfühlen in andere gefördert. Kann ich Raum
                                                         geben für Beiträge der Kinder? Brauchen sie Zeit, um
                                                         Neues zu verarbeiten? Erfahrene Erzieher »kennen«
                                                         ihre Kinder und können positive Leitung im Voraus
                                                         geben: z.B. genau sagen, was ein Kind jetzt tun kann,
                                                         anstatt zu formulieren, was es nicht tun soll.

                                                         4.3. Erwünschtes Verhalten bestätigen
                                                         Erwünschtes Verhalten zu bestätigen wirkt äußerst
                                                         positiv und motivierend. Die gemeinsame Freude
                                                         ­darüber gibt sowohl den Kindern als auch den Erzie­
                                                          herinnen »emotionales Futter«. Besonders Kinder, bei
Mit dem Marte Meo-Blick die entscheidenden Bilder aus-    denen erwünschtes Verhalten nicht selbstverständlich
wählen.                                                   ist, hungern geradezu nach Zustimmung und Bestä­
                                                          tigung.

nen zu strukturieren und Kindern dabei zu helfen, ihr    4.4. Einen zentralen Fokus schaffen
Verhalten zu steuern und zu regulieren. Deshalb lohnt    Bei Gruppenaktivitäten ist sehr schnell zu sehen, ob
es sich, zu analysieren, was zu einem positiven Grup­    alle Kinder »dabei« sind. Um dies zu erreichen, hilft
penprozess beitragen kann. In der Entwicklung von        es, einen gemeinsamen Aufmerksamkeitsfokus zu
Marte Meo wurden als förderlich empfundene und er­       schaffen. Den erreicht man vor allem, wenn man sein
lebte Situationen in Kindertagesstätten, Schulen und     eigenes Handeln benennt, z. B. »Ich hole jetzt…« Das
Gruppen Bild für Bild betrachtet. Was genau trägt        hilft den Kindern, zu folgen. Bei Videoaufnahmen ist
dazu bei, dass die Atmosphäre bei gemein­samen           oft schön zu sehen, wie alle Augenpaare interessiert
Aktivitäten positiv ist, welches Verhalten zeigte die    in die gleiche Richtung schauen. Leicht ablenkbare
Erzieherin und wie reagierten die Kinder darauf? Was     Kinder brauchen vielleicht deutlichere Signale, um
half ihnen, aufmerksam zu bleiben? Aus diesen Ana­       sich zu konzentrieren.
lysen ergaben sich folgende Elemente, die zu einer       Marte Meo-Elemente wären hier: Informationen durch
positiven Leitung beitragen:                             besondere Betonung mit Stimme und Gestik »hoch­
                                                         heben, größer machen«. Andere Kinder brauchen
4.1. Einen klaren Anfang machen                          ­Unterstützung, um ihr Verhalten zu steuern: »Siehst
Bei strukturierten Aktivitäten in Gruppen ist es wich­    du Ellen, jetzt ist Sophie an der Reihe, ich bin ge­
tig, dass alle wissen und bemerken, wann die Aktivi­      spannt, was sie dazu sagt.«
tät anfängt. Kurze Laute oder Äußerungen wie »jetzt«,     Das gelingt Ellen vielleicht nicht sehr lange, aber
»also«, »hmm«, helfen Kindern dabei, sich bewusst         damit übt sie einen Moment lang, dem gemeinsa­
zuzuwenden und ihre Aufmerksamkeit zu steuern. Die        men Fokus zu folgen – was ihr dann positiv bestätigt
Bereitschaft der Kinder dazu ist umso größer, wenn        ­werden kann.
durch freundliche, ermunternde Blicke und Gesten
spürbar Kontakt zu ihnen geschaffen wird. Eine varia­
bel eingesetzte Stimme in kindgemäßem Tempo und          Eindrucksvolle Bilder von positiv erlebten
unterschiedlichen Höhen sowie attraktive Töne laden      ­Situationen bleiben haften und können immer
die Kinder zusätzlich zum Mitmachen ein und machen        wieder abgerufen werden.
das Ganze spannender als ein rein sachliches »heute
machen wir…«
                                                         5. Chancen entdecken
4.2. Sozial aufmerksam sein                              Marte Meo kann auf vielfältige Art und Weise in Kin­
Positiv leiten heißt auch, seinen Blick immer wieder     dertageseinrichtungen unterstützend eingesetzt wer­
durch die Gruppe gehen zu lassen. Wie reagieren die      den. Es gibt kein festes Schema, das abgearbeitet
Kinder? Die gleiche Situation kann völlig unterschied­   werden müsste. Welche Elemente wann, für wen und
liche Reaktionen auslösen. Werden diese benannt,         für welche Situation am sinnvollsten sind, hängt von

                                           Juli 2014 | Art. 38G
           © 2014, Marte Meo International | www.martemeo.com                                                     8
Klara Schlömer                                                        Eine videogestützte Beratungsmethode

der jeweiligen Fragestellung ab. Dies wird in der Aus­
wertung der Videoaufnahmen erarbeitet, dem wich­              Für die eilige Leserin zusammengefasst
tigsten Element des Marte Meo-Prozesses. Aus der              Marte Meo ist eine videobasierte Beratungs­
Fülle der möglichen Informationen werden mithilfe             methode, die vor mehr als 30 Jahren von der
von erfahrenen Marte Meo-Fachkräften die entschei­            Niederländerin Maria Aarts für die Arbeit mit
denden Bilder ausgewählt. Dabei wird immer von den            ­Eltern entwickelt wurde. Heute wird sie in
vorhandenen Ressourcen ausgegangen. Daraus wird                ­nahezu allen sozialpädagogischen Tätigkeits­
in der Regel ein Arbeitspunkt (z.B. länger warten, Ge­          feldern eingesetzt.
fühle benennen, Initiativen bestätigen), ausgewählt,            Marte Meo will Entwicklungsprozesse von
an dem für einige Zeit gezielt gearbeitet wird. Dies            ­Kindern und Erwachsenen unterstützen.
geschieht nach dem »3-W-Konzept« – Wann, Was,                    Dazu wird zunächst der Blick darauf gerichtet,
Wozu: Das heißt, in welchem geeigneten Moment                    ­welche Fähigkeiten beim Kind bereits vorhan­
kann was getan werden und wozu ist das für die                    den, welche noch nicht entwickelt sind und
Entwicklung der Kinder förderlich?                                wie diese unterstützt werden können. Bei den
                                                                  pädagogischen Fachkräften geht es darum, die
Der »Marte Meo Blick« bei einem Memoryspiel könn­                 natürlichen entwicklungsunterstützenden Ver­
te neben der Freude am Spiel und der Suche nach                   haltensweisen zu erkennen und zu fördern. Die
Bild-Pärchen bedeuten: In welchen Momenten kann                   Videoaufnahmen ermöglichen dabei eine neue
ich bei Kind A den Wortschatz erweitern, indem ich                Sichtweise auf alltägliche, bekannte Situationen.
selbst viel benenne und ihm »Worte geben«, Kind
B helfen, die Reihenfolge im Spiel zu beachten und
zu behalten, für Kind C Informationen »hochheben«,
damit es »dabei bleibt«, wenn es selbst nicht mehr          (6)	Aarts, Josje (2007): Marte-Meo-Methode für Schu-
an der Reihe ist und mit Kind D Spielfreude und                  len. Entwicklungsfördernde Kommunikationsstile
Spannung teilen und mit dazu beitragen, dass alle                von Lehrern – Förderung der Schulfähigkeit von
das gemeinsame Tun genießen. Dies kann den Unter­                Kindern. Eindhoven: Aarts Productions.
schied machen zwischen einem Mitspieler und einem           (7) Aarts, Josje (2011): Die Entdeckung der Goldmine
professionellen Begleiter. Insgesamt geht es nicht               - Was braucht das Kind für die Welt von Morgen?
um richtiges oder falsches Verhalten. Im Vordergrund             Marte Meo in Kindertagesstätten. In: Marte Meo
steht die Suche nach Chancen zur individuellen Ent­              Magazine, Juni 2011, Art. 12G, S1-8. Eindhoven:
wicklungsförderung.                                              Aarts Productions. (Website, Juli 2014: http://www.
                                                                 martemeo.com/de/magazine/day-care-centre/2012/
                                                                 all/Aarts/)
Noten:
(1)
   	Aarts, Maria (2009): Marte Meo – Ein Handbuch.         Literatur und Materialien:
     Eindhoven: Aarts Productions. S. 64.                   Aarts, Maria; Hüther, Gerald (2008): Fachtag Interakti-
( ) Ebd., S. 42.
  2
                                                            on und Entwicklung. Marte Meo-Praxis und Neurobio-
(3) Bünder, Peter; Sirringhaus-Bünder, Annegret; Helfer,   logie, ein Dialog zwischen: Maria Aarts und Prof. Dr.
     Angela (2009): Lehrbuch der Marte Meo-Methode.         Gerald Hüther. DVD. Eindhoven: Aarts Productions.
     Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. S. 13.
(4) Aarts, Maria (2009), S. 25.                            Informationen über Veranstaltungen, Aus- und Fort-
(5)	Bünder, Peter; Sirringhaus-Bünder, Annegret; Helfer,   bildungen in Marte Meo und lokale Ansprechpartner
     Angela (2009), S. 24.                                  finden Sie unter www.martemeo.com

                                           Juli 2014 | Art. 38G
           © 2014, Marte Meo International | www.martemeo.com                                                          9
Klara Schlömer                                                        Eine videogestützte Beratungsmethode

Weitere Informationen:
                                                              Schlüsselbegriff:
KLARA SCHLÖMER                                                Videogestützte Beratungsmethode
Dipl. Sozialwissenschaftlerin
Marte Meo Licensed Supervisorin                              Unterbegriffe:
                                                            	- Entwicklungsunterstützung
Sie unterrichtete mehrere Jahre in der Fachschule für       	- Erzieherverhalten
Sozialpädagogik in Erkelenz. In derzeitigen Themen­         	- Interaktion
schwerpunkte bei Fortbildungen sind Beobachtung,            	- Praxisbegleitung
Lerngeschichten und Marte Meo.                              	- Professionalisierung
                                                            	- Ressourcenorientiert
Prämienstr. 84,
D 41844 Wegberg | Deutschland
Tel.: (+49)-(0)24341632, oder: (+49)-(0)1704569748
E-Mail: klm.schloemer@t-online.de

Vita:
Klara Schlömer ist Diplom-Sozialwissenschaftlerin und ausgebildete Marte Meo Supervisorin. Sie unterrichtete viele
Jahre in der Fachschule für Sozialpädagogik in Erkelenz. Ihre derzeitigen Themenschwerpunkte bei Fortbildungen
sind Beobachtung, Lerngeschichten und Marte Meo.

  © 2014, Klara Schlömer

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  Für weitere Informationen, mailen Sie dem Herausgeber: aartsproductions@martemeo.com

  Die Erstveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Herder Verlags erschienen in dem Magazine
  ­»kindergarten heute« (Die Fachzeitschrift für Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern),
   Heft 6-7/2013, S. 8-13.
   Verlag Herder
   Website: www.kindergarten-heute.de

  Erstaufführung: Die Sektion »FALLBEISPIEL: Ein völlig anderes Kind«

  Zitierweise:
  Klara Schlömer, »Marte Meo: Eine videogestützte Beratungsmethode«, Marte Meo Magazine 2014, Art. 38G,
  S. 1-10.

                                           Juli 2014 | Art. 38G
           © 2014, Marte Meo International | www.martemeo.com                                                        10
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