Mobilität im Wandel 05/2021 - Rhön-Gutschein - IHK Fulda
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
05/2021
Mobilität im Wandel
Rhön-Gutschein Gesundheit und Werte Fuldaer Wirtschaftstag
Zusammenhalt in Fulda Fuldaer Unternehmen Anna und Nils Schnell
und der Rhön stärken mit Prädikat ausgezeichnet über den Sinn der ArbeitGeschäftsführung erweitert
André Kirschbaum ist neu im Führungsteam der
PRC TREUHAND & REVISION GMBH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
FULDA – Seit mehr als 25 Jahren leitet Wirtschafts- kompetenten Partner in unserem Team zu wissen“, so
prüfer und Steuerberater Wendelin H. Priller als Wendelin H. Priller. Der Seniorgesellschafter steht in
geschäftsführender Gesellschafter die Wirtschafts- einem zeitlich begrenzten Umfang den Mandanten
prüfungsgesellschaft PRC TREUHAND & REVISION auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite.
GMBH bzw. ihre Vorgängergesellschaft.
Die PRC Treuhand & Revision GmbH als überregio-
Die Wirtschaftsprüfer, v. li.: Eberhard Lindig, Wendelin H.
Weitere Geschäftsführer sind seit 2014 der Dipl.-Be- nal tätige Gesellschaft mit jetzt vier Berufsträgern
Priller, Stefan Amberg und André Kirschbaum.
triebswirt (FH) Wirtschaftsprüfer Stefan Amberg so- zählt zu den bedeutenden Wirtschaftsprüfungsge-
wie, neu seit dem 1. Februar 2021, der Wirtschaftsprü- sellschaften in der Region.
fer André Kirschbaum, M.Sc. Zu André Kirschbaums das spezialisierte Team komplexe Beratungsleistun-
Tätigkeitsschwerpunkten gehört die Prüfung und Nach einer strategischen Neuausrichtung in 2014 gen unterschiedlichster Art an.
Beratung von Kommunen und kommunalen Einrich- führt die Gesellschaft alle klassischen Prüfungsleis-
tungen, von Gesellschaften, Vereinen und Stiftungen tungen aus, wie bspw. die gesetzlichen Jahresab- Die PRC Treuhand & Revision GmbH ist im Herzen
im gemeinnützigen und kirchlichen Bereich sowie schlussprüfungen für mittelgroße und große Kapi- von Fulda in der Lindenstraße 22 in einer denkmal-
von Unternehmen im Gesundheits- und Sozialwe- tal- und Personengesellschaften. Ein weiterer Fokus geschützten Villa ansässig – im Kanzleiverbund mit
sen. „Mit der Erweiterung unseres Führungsteams liegt auf der Prüfung von gemeinnützigen Einrich- Rechtsanwälten und weiteren Steuerberatern. Infol-
wird zugleich ein Generationswechsel eingeleitet. tungen, Kommunalen Gebietskörperschaften und gedessen kann ein anspruchsvoller Mandantenkreis
Wir freuen uns, mit André Kirschbaum einen jungen, Betrieben. Mit breitgefächertem Know-how bietet qualifiziert betreut werden.
Weiteres Wachstum erfordert eine personelle Verstärkung des Teams. Die PRC freut sich über Bewerbungen von Prüfungsmitarbeitern!
Lindenstraße 22 | 36037 FULDA | Tel. 0661 9527490 | www.prc-wp.deEditorial
Die Zukunft der
Mobilität hat begonnen
Ja, die deutsche Automobilindustrie hat den Wandel hin zu Elektromobilität und
Foto: privat
zur Nutzung der Wasserstofftechnologie ein stückweit verschlafen. Aber die heimi-
schen Hersteller holen schnell auf gegenüber ihren asiatischen und amerikanischen
Mitbewerbern. Der Mobilitätswandel ist eine große Chance für die deutsche Wirt-
schaft, den dringend notwendigen Umbau- und Erneuerungsprozess voranzutreiben
und zu bewältigen.
Von diesem Umwälzungsprozess sind auch die meisten Unternehmen in der Region
Fulda direkt oder indirekt betroffen. Die Megatrends Industrie 4.0 und Digitalisierung
sind durch die Corona-Pandemie aus dem Schatten der Medienberichterstattung her-
ausgetreten und für jeden Einzelnen persönlich greifbar und spürbar. Videokonferen-
zen und leistungsfähige Internetanbindungen - auch im privaten Bereich - sind jetzt
selbstverständlich. Eine ähnliche Entwicklung wird es auch bei der Mobilität geben.
Photovoltaikanlagen auf gewerblichen und privaten Gebäuden sind nicht mehr
länger nur attraktive Geldanlagemodelle. Der eigentliche Vorteil für Verbraucher
besteht darin, den erzeugten grünen Strom für Elektrofahrzeuge und im eigenen Haus
zu nutzen. Günstiger geht nicht. Ich bin mir sicher, dass diese privaten und gewerb-
Michael Döppner,
Vizepräsident der IHK Fulda lichen Insellösungen immer mehr zunehmen. Und natürlich wird es hier vernetzte
Modelle zwischen privatem und gewerblichem Bereich geben. Schon jetzt stellen
Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern Wallboxen für zu Hause zur Verfügung.
Gerade dieses vernetzte Denken und Handeln ist der Schlüssel für die erfolgreiche
Bewältigung des Mobilitätswandels. Photovoltaik und Windenergie können genutzt
werden, um damit aus grünem Strom grünen Wasserstoff zu erzeugen. Die Akzep-
tanz für solche Technologien wächst, wenn die Menschen am eigenen Geldbeutel
erfahren, dass sich der Klimawandel lohnt und nicht frustriert werden durch von
EEG-Umlagen und Co. in die Höhe getriebenen Strompreisen. Regionale Insellö-
sungen, die zum Teil auch abseits und unabhängig von öffentlichen Stromnetzen
entstehen, umgehen diese Hemmschwellen und zahlen sich direkt aus. Vernetztes
Denken und Handeln wünsche ich mir auch beim ÖPNV. Car-Sharing, On-Demand-
Angebote und ÖPNV müssen so intelligent miteinander kombiniert werden, dass
den Menschen im ländlichen Raum ähnliche Angebote zur Verfügung stehen wie
in den Ballungsräumen.
So verstanden zahlt sich die neue Mobilität gleich mehrfach aus. Sie macht unsere
ländlichen Lebensräume noch attraktiver und stoppt die Landflucht, was sich letzt-
endlich positiv auf den Fachkräftemangel auswirkt. Denn die Erreichbarkeit unserer
Unternehmen – auch für Auszubildende – wird deutlich verbessert. Nicht zuletzt
sichert und schafft sie Arbeitsplätze. Denn der Mobilitätswandel bietet gerade für
unsere flexiblen kleinen und mittleren Unternehmen gute Zukunftschancen.
Ihr
Michael Döppner
Wirtschaft Region Fulda 05/2021 1Inhalt
14 Editorial
1
3
Die Zukunft der Mobilität hat begonnen
Aus den Betrieben
Rund um die Unternehmen der Region
Regionalwirtschaft
10 Serie: Nachhaltigkeit
Meilenstein und Herzenswunsch
Mobilität im Wandel
Wie sind die heimischen Unternehmen für den Mobilitätswandel aufgestellt? 11 #Fulda4Future: Schnell. Einfach. Digital.
Titel: Joachim Schüler, Grafik Design 25 Bilanz der ersten digitalen Bildungsmesse
19
12 Serie: Made in FD
Foto: Rhöntravel
Vorgestellt: Wese Umzüge
13 News aus der regionalen Wirtschaftsförderung
Drei Innovationen aus Fulda
Schwerpunkt: Mobilität im Wandel
14 Status Quo der Region Fulda
16 „Der Schiene gehört die Zukunft“
Die Deutsche Bahn als Transportmittel: Dr. Klaus Vornhusen im Interview
Regionale Solidarität stärken 18 Fahrzeuge als digitales Asset begreifen
Mit aktuell 40 Partnern geht Mitte Mai der Rhön-Gutschein an den Start. Mit neuen Technologien in die mobile Zukunft
30
Bericht
Foto: www.mowomind.com
19 Serie: FD wird digital
Digitaler Rhöngutschein startet Mitte Mai
Wirtschaftsjunioren Fulda
26 Update Corona – Wege aus dem Drama
Zweite digitale WJ Podiumsdiskussion
Aus der IHK Arbeit
29 #FDChancennutzer*innen
In der Krise Mut machen und Erfahrungen teilen
„Sinn spielt eine wichtige Rolle“
Anna und Nils Schnell referieren am 28. Fuldaer Wirtschaftstag. 31 Fuldaer Wirtschaftstag 2021
32
„Blick über den Tellerrand“ kann Arbeitskultur proaktiv verändern
32 Ausgezeichnetes Ergebnis
Grafik: Peter Link
Sieben Prädikate „Gesund arbeiten in FD“ verliehen
Service
21 Verlags-Sonderveröffentlichungen:
Leasing-, Geschäfts- und Nutzfahrzeuge
27 Neues aus Berlin und Brüssel
28 Veranstaltungskalender
34 Kurznachrichten
37 Bücher
38 Arbeitsjubiläen
39 Handelsregister
44 Zum Schluss
Anerkennung für Vorbilder 44 Impressum
Sieben Unternehmen erneut mit dem Prädikat „Gesund arbeiten in FD“ ausgezeichnet. 44 WRF: Schwerpunktthema 6/2021
Beilagen: A
utohaus Fulda Krah + Enders
2 Wirtschaft Region Fulda 05/2021 Deisenroth + SöhnePersonalien
r R+S Group
r VTL
Werbefotografie. Für Ihr Unternehmen.
Neue Gesellschafterstruktur Verstärkung auf
mit langfristiger Ausrichtung Führungsebene
Foto: R+S Group AG
Foto: VTL
Ralph Burkhardt, Vorstandsvorsitzender Neues Führungs-Trio: Axel Vetter, Johanna
der R+S Group AG Birkhan und Andreas Jäschke (v. li.)
Fulda. Die R+S Group hat ihre Gesellschafter- Fulda. Seit Anfang April ist Axel Vetter
struktur neu ausgerichtet. Neben der Haspa Mitglied der Geschäftsleitung und Prokurist
BGM aus Hamburg, einer Tochtergesellschaft der VTL Vernetzte-Transport-Logistik GmbH.
der Hamburger Sparkasse, wurde die Deutsche Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist der Ausbau
Beteiligungs AG (DBAG) neuer mehrheitlicher des Unternehmensnetzwerkes - sowohl natio-
Partner und hat mit einem zweistelligen Mil- nal als auch international. Zudem wird er die
lionen-Eigenkapitalzufluss Anteile des Unter- Vertriebsaktivitäten für VTL und deren Part-
nehmens erworben. Die Konzernvorstände ner vorantreiben.
Ralph Burkhardt und Rudolf Menningen, die „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit
sich ebenfalls mit Kapital beteiligten, machen Axel Vetter, der mehr als 25 Jahre Logistiker-
den Gesellschafterkreis komplett. Ende März fahrung mitbringt“, so Geschäftsführerin Jo-
wurden die Verträge unterzeichnet. hanna Birkhan. Und Geschäftsführer Andreas
„R+S hat sich sehr gut für eine erfolgreiche Jäschke, der sich am Jahresende in den Ruhe-
Zukunft aufgestellt und wird aufgrund der er- stand verabschiedet, betont: „Bis dahin haben
heblichen Kapitalzuführung durch die Gesell- wir noch einiges vor.“ Denn so lange will das
schafter zusätzlich gestärkt“, so Haspa BGM Trio intensiv den weiteren Ausbau und die
Geschäftsführer Carsten Röhrs, der den Prozess digitale Transformation der Kooperation vor-
gemeinsam mit der R+S Group AG gesteuert antreiben.
hat. Vorstandsvorsitzender Ralph Burkhardt ist
stolz auf die neue Entwicklung und vergleicht
Axel Vetter hat in verschiedenen Unternehmen
und Bereichen der Logistikbranche langjährige
EINE HAND
die vergangenen drei Jahre mit einem an- Erfahrung auf Fach- und Führungsebene ge- WÄSCHT DIE
spruchsvollen Hürdenlauf: „Durch die enga- sammelt. Besonderes Augenmerk legt der ge- ANDERE.
gierte Teamleistung aller Kolleginnen und Kol- lernte Speditionskaufmann und systemische
legen ist es gelungen, vergangene Muster zu Coach auf die Kommunikation mit Netzwerk-
Wir produzieren
durchbrechen und die R+S Group AG für die partnern, Kunden und Mitarbeitenden.
Hygienehinweise:
nächsten Jahre zukunftssicher aufzustellen.“ www.vtl.de vom klassischen Flyer über
www.rs-group.de Abstandsaufkleber bis hin zu
großen Hinweisplakaten.
www.DIELDRUCK.de
T 0661 95 25 41 61
Wirtschaft Region Fulda 05/2021 3Aus den Betrieben
r FD/Methcon
Vom Fachwerk- zum Fertighaus
Rund 8000 Besucher
pro Tag auf HM21 145 Jahre Rensch-Haus GmbH
Kalbach-Uttrichshauen. Im Jahr 1876 übernahm Georg Rensch einen kleinen
Foto: digitales.hessen
Zimmereibetrieb. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Unternehmen zu einem
modernen Fertighaushersteller mit rund 250 Mitarbeitenden und feiert in diesem
Jahr 145. Geburtstag. WRF sprach mit Martin Rensch, der seit 1996 Geschäftsführer
des Unternehmens ist.
Herr Rensch, wie hat alles angefangen?
Zu Beginn hat mein Ur-Urgroßvater - wie damals üblich – Fachwerkhäuser
und landwirtschaftliche Bauten gefertigt. 1896 trat sein Sohn Balthasar die
Nachfolge an und führte die Firma durch die Wirren des Ersten Weltkrieges.
Im Jahr 1923 übernahm mein Großvater Johannes im Alter von 18 Jahren
den Betrieb und weitete nach dem Zweiten Weltkrieg das Geschäft in den Großraum
Frankfurt aus. Als frischgebackener Handwerksmeister stieg mein Vater Helmut 1961
Christof Füller im virtuellen Talk in die Firma ein. Ergänzend zu Zimmerei und Treppenbau machte er ab 1967 den
mit Hessens Digital-Ministerin Professor Fertighausbau zum Schwerpunkt der Firma, die damit bundesweit bekannt wurde.
Dr. Katrin Sinemus 1996, im Jahr unseres 120. Firmenjubiläums, übergab mein Vater die Geschäftsfüh-
rung an mich. In den ersten Jahren unterstützt von meinem Vater, führe ich seit dieser
Fulda. Hannover. Unter dem Motto „Smart. Fle- Zeit das Unternehmen.
xible. Digital.“ wurde Mitte April die erste rein
digitale HannoverMesse veranstaltet. Auch Was waren wichtige Ereignisse in Ihrer Unternehmensgeschichte?
FD/Methcon war gemeinsam mit dem Land Wichtig waren die schwierigen Jahre des Zweiten Weltkrieges und das anschließende
überregionale Wachstum - sowohl in den Großraum Frankfurt als auch bundesweit.
Hessen beteiligt. „Nachdem wir schon 2019 auf
In baulicher Hinsicht war die Erweiterung unseres Betriebsgeländes Ende der 1970er
dem Gemeinschaftsstand Digitales Hessen prä-
Jahre ein Meilenstein unserer Firmenhistorie. Unter der Regie meines Vaters errich-
sent waren, wollten wir dieses Mal die virtuelle teten wir eine neue Produktionshalle und ein größeres Bürogebäude. 2006 moder-
Ausgabe der Ausstellung kennenlernen“, er- nisierten und vergrößerten wir unser Ausstattungszentrum. Ganz aktuell haben wir
klärt Christof Füller, Geschäftsführer des Bera- unsere Produktionshalle erweitert. Auf mehr als 10.000 Quadratmetern ist dort unser
tungsunternehmens für smarte und digitale Plattenbearbeitungs- und Abbundzentrum untergebracht.
Produktentwicklungsprozesse. Nicht zuletzt waren und sind die Entwicklung unserer neuen Wandsysteme
„Zudem war es uns wichtig, als Start-Up auch thermo-around aktiv und thermo-around natur, unsere Smart-Home-Lösung
in der Pandemie Präsenz zu zeigen“, so Füller RENSCH-HAUS i-tec® sowie die stetige Entwicklung neuer Haus- und Wohnkonzepte
weiter. Mit der Gesamtbilanz von rund 8000 wichtige Ereignisse unserer jüngeren Unternehmensgeschichte.
Online-Besuchern täglich zeigte sich das Un-
Was planen Sie für die Zukunft?
ternehmen zufrieden. Allerdings sei die virtu- Unser Fokus liegt auf der kontinuierlichen Optimierung aller Unternehmensprozesse,
elle Ausgabe kein Vergleich zur Pre-Corona um Qualität, Service und Kundenorientierung immer weiter auszubauen. Gerade in
Weltmesse, da der persönliche Kontakt zu den der aktuellen Situation ist uns die ständige Pflege und Optimierung unserer Homepage
Besuchern einfach gefehlt habe. Im Rahmen und des Social-Media-Auftritts wichtig, ebenso wie der Ausbau und die Verdichtung
der Eröffnung, informierte sich die Hessische unserer Vertriebsstandorte. Stolz sind wir auch auf die zahlreichen Auszeichnungen
Ministerin für Digitale Strategie und Entwick- und Zertifikate, die wir in den letzten Jahren erhalten haben. Sie sind für uns Ehre
lung, Professor Dr. Kristina Sinemus, über das und Ansporn zugleich, unser Unternehmen auf dem bisher erreichten hohen Niveau
Portfolio von FD/Methcon und diskutierte mit zu festigen und weiter auszubauen. Denn wir wollen auch in Zukunft ein verlässlicher
den Geschäftsführern Christof Füller und Mar- Partner für unsere Kunden sein.
cel Drexler über die Herausforderungen eines www.rensch-haus.com
Start-Ups am Standort Hessen.
Foto: Rensch-Haus GmbH
Weitere Themen im Dialog mit den Kunden
waren die Digitalisierung von Entwicklungs- Das Firmengelände
und Fertigungsprozessen, die Einführung von von Rensch-Haus
Standards und deren Auswirkung auf die Me- in Kalbach-
thodik sowie die Organisation einheitlicher Uttrichshausen
Datenströme und -informationen – Stichwort:
Produkt-Daten-Management (PDM).
www.fdmethcon.de
4 Wirtschaft Region Fulda 05/2021Aus den Betrieben
SERIE Junge Unternehmer: RegioPoint Fulda
„Jeder Tag ist aufs Neue spannend“
Fulda. In einer Serie gibt WRF Existenzgründer*innen und jungen Unternehmer*-
Lasern • Kanten • Schweißen • Zerspanen • Fahrzeugbau
innen die Möglichkeit, sich zu präsentieren. In dieser Ausgabe stellen wir den
RegioPoint Fulda vor. WRF sprach mit Inhaber Marco Boche. Laserschneiden • Kanten
Zerspanen • Schweißen
Herr Boche, was genau machen Sie?
Der RegioPoint ist ein Marktplatz für spannende, stilvolle, innovative
oder einfach leckere Produkte aus der Region Fulda. Unter unserem Dach Oberkalbacher Str. 45
werden Produkte regionaler Erzeuger und Dienstleistungen verschiedens- 36148 Kalbach
ter Branchen vereint, die für Qualität, Nachhaltigkeit und Leidenschaft stehen. Ich Tel. (0 97 42) 81 00-0
hatte schon länger die Idee, einen Mix aus regionalem Einzelhandel, Event-Location,
Gastronomie und Tourist-Information zusammenzubringen. Im Dezember 2019 habe wehner-metalltechnik.de
ich ein Objekt in der Löherstraße gekauft und mir diesen Traum erfüllt.
Was war Ihr bislang
Foto: RegioPoint
spannendstes Projekt?
Bei uns ist jeder Tag aufs Neue spannend.
Vom Konzept über den Umbau bis zur
Eröffnung mitten im ersten Lockdown
sind insgesamt nur zweieinhalb Monate
vergangen. Unser erstes Online-Konzert
mit der Band „Undercover-Beer“ hatten
wir im Mai. Im September war mainto-
wer, das Boulevardmagazin des Hessi-
schen Rundfunks zu Gast bei RegioPoint.
Im Dezember wurden wir vom City-
sens
Osthes
Marketing der Stadt Fulda als „Schöns-
ha ft
Wirtsct dich!
tes Schaufenster“ ausgezeichnet. Wir
sind mit fünf Händlern – wir nennen es
brauch
Pioniere – gestartet, aktuell sind es 101.
Nicht zuletzt beschäftige ich mittlerwei-
Bei „Inseldenker“ Marco Boche le fünf Mitarbeitende und einen Azubi.
kommt keine Langeweile auf Langeweile hat bei uns keine Chance.
E RSF E L D
DH •H
BA
Welche Qualifikationen bringen Sie mit?
•
Ü
DA
NF
Hauptsächlich fußt mein Erfolg auf vielfältiger Lebenserfahrung. Vor rund zehn
FUL
ELD
Jahren habe ich mein Hobby Mittelalter-Inszenierung zum Beruf gemacht und meine
• R HÖ N
erste Firma gegründet. Ich bin Vollblutverkäufer und liebe es, meinen Kund*innen
G
ein „Erlebnis“ mit auf den Weg zu geben. Außerdem kann ich Menschen gut begeis-
•K
ER
N
SB
I
ZI
EL GTA
tern, komplizierte Dinge auf das Wesentliche herunterbrechen und kombinieren - L • V OG
eine wichtige Zutat für das Erfolgsrezept des RegioPoints. Zudem trete ich gerne
als Netzwerker und Vermittler auf.
Warum sind Sie Unternehmer geworden?
Ich liebe das selbstständige Arbeiten. Ich kann sozusagen auf allen Positionen
spielen, ohne mich zu erklären zu müssen. Ich möchte eigenverantwortlich ent-
scheiden und dabei auch das Risiko tragen. Als Unternehmer kann ich meine ganze
Kreativität ausleben, ohne an einen Fahrplan gebunden zu sein. Jetzt scannen und mit
www.regiopoint.de dem Recruiting starten!
Wirtschaft Region Fulda 05/2021 5Aus den Betrieben
r Schmitt‘s Delikatessen
Sachverstand im Arbeitsschutz
Georg Storch übernimmt
Delikatessen-Treffpunkt sifar GmbH feiert zehnten Geburtstag
Eichenzell. Ob auf Baustellen, im Anlagenbau oder im Büro: Die sifar GmbH berät
Foto: Schmitt’s Delikatessen
in allen Fragen rund um den Arbeits- und Gesundheitsschutz. WRF sprach mit
Geschäftsführer Marco Farnung, der das Unternehmen 2011 gründete.
Herr Farnung, wie hat alles angefangen?
Im April 2011 wurde ich von der Industrie- und Handelskammer Fulda als
Sachverständiger für Arbeitsschutz im Hoch- und Tiefbau öffentlich vereidigt
und bestellt. Wenig später habe ich das sachverständigen- und ingenieurbüro
farnung - kurz sifar – gegründet, denn Sachverständige sollten objektiv, neutral und
unabhängig sein. Glücklicherweise sind mir aus meiner vorangegangenen Tätigkeit
zahlreiche Kunden treu geblieben. So beispielsweise Alstom, der zu dieser Zeit füh-
rende Hersteller von Gas- und Dampfturbinen. Über die Betreuung des Standortes in
Mannheim bin ich ins Revisionsgeschäft eingestiegen und begleite seither Turbinen-
Win-win für Georg Storch (li.) Revisionen in Deutschland, Holland, Russland und der Schweiz.
und Sonja von Keitz
Was waren wichtige Ereignisse
Foto: sifar
Fulda. Seit ersten Mai ist Georg Storch neuer in Ihrer Firmengeschichte?
Inhaber von Schmitt’s Delikatessen in Fulda. Wichtig war zunächst der Ge-
Der Inhaber des Traditionsgasthofs „Zum winn von Mitarbeiter*innen wie
Hirsch“ und von „Schoppe’s Feinkostmanufak- beispielsweise meiner Prokuris-
tur“ in Thalau, hat das Unternehmen von Son- tin Monika Stuch und meiner
ja von Keitz übernommen, die nach zehn Jah- Assistentin Jasmin Rippert.
ren Geschäftsbetrieb im März die Schließung Mittlerweile hat sifar insgesamt
des Delikatessen-Treffpunkts ankündigte. „Als 28 Beschäftigte, darunter eine
Auszubildende.
ich in den regionalen Medien gelesen habe,
Als weiteren Meilenstein konnten
dass ein Nachfolger gesucht wird, musste ich
wir den Energieversorger TenneT
nicht lange nachdenken“, erklärt Georg Storch. als Kunden gewinnen. Mittler-
Weitergehen soll es einfach so, wie bisher. weile sind wir in puncto Ar-
„Was gut ist, das ändert man nicht“, bringt beitsschutz größter Dienstleister
Storch es auf den Punkt. des Stromerzeugers und haben
Sonja von Keitz, die künftig kürzertreten will, gemeinsam mehr als 60 Projekte
arbeitet als leitende Angestellte weiter. „Sie verwirklicht. Besonders spannend
bleibt ganz klar das Gesicht von Schmitt’s Michael Konow überreichte die war der Bau einer rund 230 Ki-
Delikatessen“, erklärt Storch. Das Ladenlokal, Jubiläumsurkunde an sifar-Geschäftsführer lometer langen Stromleitung aus
Catering und der Online-Shop bleiben beste- Marco Farnung Wahle in Niedersachsen bis nach
Mecklar in Nordhessen. Die Trasse
hen. „Ich möchte nur noch ein bisschen was
überträgt bis zu 380.000 Volt und ist eines der größten Onshore*-Projekte von TenneT.
drauflegen“, so der neue Chef. Das Angebot
Weitere wichtige Geschäftskunden sind unter anderem Opel, BP, P&G oder John Deere.
wird um einen Frischfisch-Verkauf und zusätz- Ebenfalls ein wichtiges Ereignis – aber auch zugleich ein Kraftakt – war 2017 unsere
liche Schmankerl aus Schoppe’s Feinkostma- Umfirmierung in die sifar GmbH. Wir haben uns – unter anderem in der Außendar-
nufaktur erweitert. Hausgemachte Pasta-Ge- stellung - einmal komplett neu erfunden und unser Unternehmen nach ISO 9001
richte und frische Salate oder Canapés stehen zertifiziert.
weiterhin auf der Karte. „Es ist einfach toll,
dass es weitergehen kann – besonders für mei- Was planen Sie für die Zukunft?
ne Stammkunden. Gerne bin ich weiter mit an Aktuell haben wir die Digitalisierung im Fokus. Das ist ein aufwändiger Prozess,
Bord“, freut sich Sonja von Keitz. in dem wir aber bereits gut vorangekommen sind. Zudem steht der Neubau unserer
www.schmitts-delikatessen.de Firmenzentrale in Eichenzell auf unserer ToDo-Liste. Hier planen wir unter anderem
eine Trainingshalle für Rettungsübungen. Damit sind wir gut gerüstet, um einer der
größten Dienstleister für Arbeitsschutz in Deutschland zu werden.
www.sifar.de
*„Onshore“-Windparks erzeugen Strom aus Windkraft an Land.
6 Wirtschaft Region Fulda 05/2021Aus den Betrieben
r Commerzbank
Positive Bilanz im
Marktbereich Fulda
Fotos: Commerzbank AG
Anzeigen
IN DER WIRTSCHAFT
REGION FULDA
Marktbereichsleiter Andreas Hose (li.) und Die osthessische Wirtschaft gezielt erreichen!
Firmenkundenbetreuer Frank Schneider
Fulda. Die Commerzbank Fulda blickt trotz der
Herausforderungen durch die Pandemie positiv
Jürgen Fröhlich Telefon: 06656 503777
Mobil: 0160 99503777
auf das vergangene Geschäftsjahr zurück. 2020
stand vor allem die Unterstützung der Unter-
Ich berate Sie gerne! E-Mail: juergen.froehlich@gmx.net
nehmer- und Firmenkunden im Fokus des Kre-
ditinstituts. „Als Hausbank pflegen wir zu vie-
len Unternehmen langjährige Beziehungen. Wir
kennen ihre Geschäftsmodelle gut und konnten
sie so schnell unterstützen“, sagt Frank Schnei-
der, Firmenkundenbetreuer der Commerzbank
• Eventsicherheit
Fulda. Insgesamt stellte die Commerzbank bun- • Werk- und Objektschutz
desweit 7,7 Milliarden Euro KfW-Coronakredite • Empfangsdienste
bereit, davon 126 Millionen Euro in der Nieder- • Sicherheitsberatung
lassung Bad Homburg, zu der auch Fulda ge- Noch mehr Sicherheit für Ihr
hört. Der Trend zur Digitalisierung wurde durch Ihr Event ist es Ihnen wert. Unternehmen unter:
Corona noch einmal beschleunigt. „Viele Fir- Uns auch. www.fair-guards.de
men erledigen immer mehr Finanzgeschäfte on-
line“, berichtet Schneider. So wurden 2020 be-
reits 50 Prozent mehr digitale Geldmarktkredite
abgeschlossen als im Vorjahr.
Im Privatkundengeschäft stieg die Zahl der Ban-
king-App-Nutzer im Marktbereich Fulda 2020
um 27 Prozent. „Insgesamt konnten wir 145
neue Kunden gewinnen und betreuen aktuell
24.660 Privat- und Unternehmerkunden“, so
Hose. Nicht zuletzt betrug das Neugeschäft mit
Baufinanzierungen 23 Millionen Euro - 41 Pro-
zent mehr als im Vorjahr. Im Segment Firmen-
kunden wird die Commerzbank weiterhin den
deutschen Mittelstand, Großunternehmen sowie
Auslandskunden mit Geschäftsbezug zu Deutsch-
land betreuen. „Wir bleiben die führende Bank
für den Mittelstand und auch in Zukunft ein
starker und verlässlicher Partner für die Wirt-
schaft hier in der Region“, so Frank Schneider.
www.commerzbank.de
Lesen Sie mehr in unserem E-Paper.
Wirtschaft Region Fulda 05/2021 7Aus den Betrieben
Auszeichnungen für die Region
Die mittelständischen Unternehmen der Region sind top. Ein Beleg dafür sind die
zahlreichen Auszeichnungen, mit denen viele Betriebe aus dem Verantwortungsbereich
der Industrie- und Handelskammer Fulda häufig mehr als einmal geehrt werden.
Fulda. So nachhaltig wie seine Botschaft
Foto: creart Neidhardt Werbe GmbH
war auch die Begeisterung der Jury für
den creart CoffeeCup-Kalender, der beim
diesjährigen Gregor Calendar Award mit Silber ausgezeichnet
wurde. Das Außergewöhnliche daran ist der Bedruckstoff aus
recycelten Einweg-Pappbechern. Das Team der creart Neidhardt
Werbe GmbH präsentierte ein kreatives Konzept mit gelungener
Symbiose aus Kalendarium, Motiven und produktionstechni-
schen Finessen. Seit fast zwei Jahrzehnten punktet die Werbe-
agentur regelmäßig bei dem internationalen Wettbewerb, der als
einer der bedeutendsten in der Printmedienbranche gilt. Insge-
samt wurden rund 600 Kalender aus Deutschland, Europa, Israel
und Japan eingereicht.
Prokurist Torsten Gröger (li.) und Grafikdesignerin Monika Perle www.creart.de, www.coffeecup-paper.de
freuen sich über die Auszeichnung Schauen Sie das Video dazu in unserem E-Paper.
Fulda. Das Magazin Focus hat gemeinsam mit dem „Institut für
Foto: Jumo
Management- und Wirtschaftsforschung“ die Ausbildungsqua-
lität in den 20.000 mitarbeiterstärksten Unternehmen Deutsch-
lands untersucht. Dabei erzielte die Jumo GmbH & Co. KG in der
Branche „Messtechnik“ den zweiten Platz und erhielt als eines
von 800 Unternehmen das Siegel „Deutschlands beste Ausbil-
dungsbetriebe“. Für das Ranking wurden unter anderem struk-
turelle Unternehmensdaten, Ausbildungsquote und -erfolg oder
die Vergütung untersucht. Grundlage der Untersuchung waren
Fragebögen und die Auswertung von Online-Nachrichten und
Social-Media-Quellen. Aktuell absolvieren bei Jumo mehr als
100 junge Menschen in zehn verschiedenen Berufen eine Aus-
Im Bereich Messtechnik gehört die Jumo zu Deutschlands besten bildung.
Ausbildungsbetrieben www.jumo.de
Fulda. Für die Initiative „Saisongarten“ wurde tegut kürzlich
Foto: tegut
mit dem Umwelt- und Naturschutzpreis Fulda 2020 ausge-
zeichnet. Ziel der Initiative ist es, möglichst nah am Wohnort
der Menschen, die sich wieder selbst versorgen wollen, ökolo-
gisch bewirtschaftete Garten- und Ackerflächen gemeinsam mit
Partnern*innen aus der Landwirtschaft bereitzustellen. Tegut
will die dabei entstehenden Gemeinschaften unter den Selbst-
versorgern – angefangen bei Urlaubsvertretungen zum Gießen
bis hin zum Erntedank – fördern und begleiten. Den mit der
Auszeichnung verbundenen Geldpreis möchte das Unternehmen
an die Gesellschaft zurückgeben und verschenkt aus diesem
Grund eine 40 Quadratmeter große Gemüseparzelle inklusive
Betreuung an einen Kindergarten oder eine Grundschulklasse.
www.tegut.com
Umwelt- und Naturschutzpreis Fulda für tegut Saisongärten Lesen Sie mehr in unserem E-Paper.
8 Wirtschaft Region Fulda 05/2021Aus den Betrieben
„Jubiläumsfeier wird nachgeholt“
10 Jahre Robert Gross photography
Fulda. Von Innen- und Außenaufnahmen über Portraits bis hin zu Produktfotos:
IND
Seit zehn Jahren ist Robert Gross hinter der Kamera für seine Kunden unterwegs.
WRF sprach mit dem Profi-Fotografen über spannende Aufträge und seine
W I R S
Wünsche für die Zukunft.
D I E I D E E
T ER
Herr Gross, wie hat alles angefangen?
DA HIN
Angefangen hat alles 2007 mit meinem Studium zum Fotodesigner in
Stuttgart. Danach habe ich noch drei Jahre lang in Stuttgart als Assistent
bei Jürgen Altmann gearbeitet. 2010 habe ich mich in Fulda selbstständig
gemacht, ein Jahr später kam dann das Studio in der Buttlarstraße hinzu, in dem ich
seit April genau 10 Jahre tätig bin. Das Studio hat die perfekte Lage und ich habe
mich von Anfang an sehr wohl hier gefühlt.
IDEENAGENTUR .DE
Was waren wichtige Ereignisse in Ihrer Firmengeschichte?
Das Wichtigste kam gleich zu Beginn meiner Selbstständigkeit, denn da bin ich
zweifacher Vater geworden. Grundlegend ist es aber schwierig, einzelne Dinge her-
vorzuheben, denn wichtig sind sie mir alle gewesen. Wenn mein Job mich allerdings
quer durch Europa bringt oder in einen Helikopter, um von dort aus bei geöffneter
Tür Luftaufnahmen zu machen, dann sind das auf jeden Fall Highlights, an die
ich mich sehr gerne zurückerinnere. Aber vor allem sind es auch die Unternehmen
AZ_sa_IHK_05-2021_59x94mm_NB.indd 2 21.04.21 16:22
hier in der Region Fulda, mit denen ich seit Jahren zusammenarbeite. Ich freue
mich immer, Menschen
Foto: Robert Gross
wiederzusehen oder
neue Bekanntschaften
zu machen. Manchmal
entstehen sogar Freund-
schaften daraus.
Was planen Sie
für die Zukunft?
Ich möchte mein Portfolio Vermietung von
stets erweitern. Neben
Fotografie in sämtlichen
Arbeitsbühnen
Bereichen bieten wir Staplern, Kranen
auch 360 Grad-Rund- Beratung • Service
gänge, Videos und Schulung • Vermietung
LiveStreams an. Doch vor T 0800 / 5118110
allem gilt es, erst einmal E arbeitsbuehnen@wemo-tec.com
gesund durch diese merk-
würdige Zeit zu kommen,
um dann hoffentlich
bald wieder „normal“
weiterleben zu können.
Denn eine Jubiläumsfeier
würde ich auch gerne
noch nachholen.
www.robertgross.com
Normalerweise hinter der Kamera: Robert Gross
Wirtschaft Region Fulda 05/2021 9Regionalwirtschaft
Meilenstein und Herzenswunsch
Serie Nachhaltigkeit in der Region (5)
Seit Jahresbeginn produziert
E
national anerkannter Waldschutz- und Auf-
forstungsprojekte gemacht. Bei dem gängigen
die RhönSprudel Gruppe an den Verfahren der Klimagas-Substitution werden s ist selbstverständlich
Standorten in Ebersburg und Bad Emissionen, die aktuell noch nicht ganz ver-
mieden werden können, durch CO2-reduzie- für uns, Maßnahmen und
Liebenwerda klimaneutral und mit
ausgeglichener CO2-Bilanz.
rende Klimaschutzprojekte ausgeglichen.
Ziele zum besonderen
Weitere Maßnahmen geplant Schutz der Umwelt und
„Dieses Ziel lag uns schon seit einigen Jahren
am Herzen“, erklärt Christian Schindel, ge- Auch wenn ein großes Ziel erreicht wurde, die der natürlichen Ressourcen
schäftsführender Gesellschafter der Rhön-
Sprudel Gruppe. „Die Geschäftsgrundlage un-
Anstrengungen sollen über alle Standorte der
Gruppe fortgesetzt werden. „Insgesamt setzen
zu verfolgen.
serer Brunnenbetriebe ist das natürlich reine wir in Zukunft noch stärker auf erneuerbare
Mineralwasser. Deshalb ist es selbstverständ- Energien und stehen wir in den Startlöchern Landwirte bei der Reduktion des Düngemitte-
lich für uns, Maßnahmen und Ziele zum be- zur Inbetriebnahme weiterer Photovoltaikanla- leinsatzes. Eine weitere Maßnahme ist die För-
sonderen Schutz der Umwelt und der natürli- gen, die den Bedarf des Standortes an fossilen derung eines Demo-Hofes zum Erhalt des Öko-
chen Ressourcen zu verfolgen“, so Schindel Energieträgern nochmals deutlich reduzieren Siegels. Nicht zuletzt setzt sich die
weiter. Nach der erfolgreichen Zertifizierung und sogar die umliegende Region mit Energie Unternehmensgruppe für ökologische Projekte
des Energiemanagements arbeitete das Unter- versorgen werden“, so Schindel weiter. Im Be- und namhafte Initiativen wie beispielsweise
nehmen gezielt an der Senkung des Energie- reich des Umweltmanagements legt die Rhön- das Biosphärenreservat Rhön ein und unter-
und Ressourcenverbrauches und optimierte Sprudel Gruppe besonderen Wert auf Boden- stützt international anerkannte Klimaschutz-
die energetische Situation der Brunnenbetrie- und Gewässerschutz und unterstützt regionale projekte.
be. Im Sommer 2020 legte das Unternehmen
einen Nachhaltigkeitsbericht für das Stamm-
r WRF
haus in Weyhers vor. Nach erfolgreicher Um-
setzung zahlreicher Maßnahmen und Investi-
tionen produziert das Unternehmen seit
Anfang 2021 klimaneutral.
Herausforderung angenommen
Zentraler Baustein der Energieeffizienz ist das
betriebseigene Blockheizkraftwerk in Wey-
hers, mit dem 90 Prozent des Energiebedarfs
am Stammsitz abgedeckt wird. Am Standort
Bad Liebenwerda wird die – hauptsächlich für
die Produktion genutzte – Wärme über
Dampfkessel erzeugt. Eine Photovoltaikanla-
ge liefert zusätzlichen grünen Strom. Die
Spitzenlasten deckt Öko-Strom der Rhön-
Energie Fulda ab, der zu 100 Prozent aus er-
Foto: RhönSprudel
neuerbaren Energiequellen gewonnen wird.
Den letzten Schritt zum klimaneutralen Pro-
duktionsprozess hat der Mineralbrunnen zu
Jahresbeginn durch die Unterstützung inter- Die RhönSprudel-Gruppe gehört zu den Top Ten der deutschen Markenbrunnen
10 Wirtschaft Region Fulda 05/2021Regionalwirtschaft
#Fulda4Future: Schnell. Einfach. Digital.
Digitale Bildungsmesse mit mehr als 34 Stunden Live-Streams
Mehr als 4300 registrierte
Fotos: Landkreis Fulda
Teilnehmer*innen und 163 beteiligte
Unternehmen: Die Bilanz der ersten
digitalen Bildungsmesse live aus der
IHK Fulda hat die Erwartungen der
Veranstalter erfüllt. Dauerhaft
online waren am Freitag 1700,
am Samstag 700 Teilnehmende.
Die Live-Streams wurden am ersten
Tag durchschnittlich von 400 bis
600 Personen verfolgt.
Talkrunde mit Bildungsmanager Markus
„Aktuell haben es Schülerinnen und Schüler in Feuerstein, Gabriele Leipold, Geschäfts-
führerin der Kreishandwerkerschaft Fulda,
der Berufsorientierung besonders schwer“, so
IHK-Hauptgeschäftsführer Michael
IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Konow. Das Konow und Ulrich Nesemann vom
Online-Programm der diesjährigen Bildungs- Landkreis Fulda (v. li.)
messe sollte die durch Corona entstandenen
Nachteile kompensieren.
Mit dem Ziel, Unternehmen und junge Men- „Das, was hier in nur vier Monaten aus dem Bo- Optimierungsmöglichkeiten sieht Michael Ko-
schen auf einer digitalen Plattform zur Berufso- den gestampft wurde, ist beachtlich. Wir hoffen, now noch in der direkten Kommunikation zwi-
rientierung zusammenzubringen, starteten im mit den auf www.berufsorientierung-fulda.de schen potenziellen Azubis und Unternehmen:
vergangenen Dezember der Fachdienst Kommu- dauerhaft verfügbaren Unternehmensprofilen „Hier gab es während der Messe noch viel Zu-
naler Arbeitsmarkt und das Bildungsbüro des und Streaming-Beiträgen einen nachhaltigen rückhaltung“. Dennoch setzen die Verantwortli-
Landkreises Fulda ein gemeinsames Projekt mit Beitrag zur Berufsorientierung in der Region chen auf eine nachhaltige Nutzung der digitalen
Kreishandwerkerschaft, IHK, Bundesagentur für leisten zu können“, so Ulrich Nesemann, Fach- Plattform zur Berufsorientierung auch nach der
Arbeit, Region Fulda GmbH, Stadt Fulda und dienstleiter Kommunaler Arbeitsmarkt Land- Pandemie. www.berufsorientierung-fulda.de
dem Staatlichen Schulamt Fulda. kreis Fulda.
r WRF
Vom Live-Stream bis zum Support: Die technische Umsetzung wurde mit Bravour gemeistert
Wirtschaft Region Fulda 05/2021 11Regionalwirtschaft
Individuelle Lösungen aus einer Hand
Serie „made-in-fd“ (78) – vorgestellt: Wese Umzüge
Die Erfolgsgeschichte begann 1984,
Foto: Wese Umzüge
als sich der heutige Seniorchef
Artur Wese mit einem Lkw aus dem
Fuhrpark des Kaufhauses Kerber
selbstständig machte und fortan
die Möbelauslieferung für Kerber
übernahm. Aus dem Ein-Mann-
Betrieb des gelernten Schreiners in
Großenlüder hat sich mittlerweile
ein leistungsfähiges mittelständi-
sches Unternehmen entwickelt.
Damit ist Wese Umzüge ein Parade-
Für alle Transportaufgaben gut gerüstet: Wese-Umzüge im Gewerbegebiet Großenlüder-Müs
beispiel für Unternehmensgründung
und -entwicklung „made-in-fd“.
Individualität hat hohen Stellenwert gerüstet. Der Großteil der Kundenaufträge be-
wegt sich im nationalen Bereich, doch ein bis
Stolze Unternehmensentwicklung „Unser Fokus liegt klar auf dem Umzugsge- zwei Mal monatlich ist die Firma Wese auch
schäft. Wir führen sowohl Firmen- als auch im Ausland unterwegs.
Zu Beginn der 90er Jahre erweiterte Wese die Privatumzüge durch“, berichtet Markus Wese
Unternehmenstätigkeit schrittweise von der und führt weiter aus: „Wichtig ist für uns eine Neuer Firmensitz in der Region
Möbelauslieferung hin zu kompletten Umzü- Angebotsabgabe exakt nach Kundenwunsch,
gen. Der heutige Inhaber Markus Wese stieg denn jeder Umzug ist so unterschiedlich wie Im Jahr 2019 wurde der neue Unternehmens-
1991 in das Familienunternehmen ein. Nach die Menschen selbst.“ Es werden Komplettlö- sitz im Gewerbegebiet Großenlüder-Müs bezo-
kontinuierlichem Wachstum beschäftigt das sungen aus einer Hand angeboten und der gen. Neben einer neuen Lagerhalle mit einer
Unternehmen heute 18 Mitarbeitende. Mit Kunde entscheidet letztlich über den Service- Fläche von 700 Quadratmetern entstanden ein
dem breit aufgestellten Fuhrpark vom Klein- umfang. „Mittels Laptop und einer selbst ent- Bürogebäude und eine große Stellfläche für
transporter mit 3,5 Tonnen bis zum komplet- wickelten Software ermitteln wir beim Kun- den Fuhrpark. „Das Baugrundstück ist bisher
ten Möbelzug mit einem Gesamtgewicht von den den Umzugsaufwand und können ihm zu 50 Prozent ausgelastet. Mittelfristig planen
über 33 Tonnen ist die Firma Wese auf alle direkt vor Ort ein faires Preisangebot vorle- wir die Erweiterung der Lagerkapazität um
Transportaufgaben bestens vorbereitet. Bis zu gen“, sagt der Firmeninhaber stolz. 1200 Quadratmeter“, berichtet Markus Wese.
sechs Fahrzeuge werden im Umzugsbereich Auch für Umzüge in obere Stockwerke ist das Die beheizbare Halle dient vorwiegend zur
eingesetzt, die weiteren fahren für das Stück- Team von Markus Wese mit drei Möbelaufzü- Möbellagerung von Privatkunden, aber auch
gutgeschäft. gen für verschiedene Anforderungen optimal im gewerblichen Bereich werden beispielswei-
se Messemöbel oder Akten eingelagert.
W ichtig ist für uns
eine Angebotsabgabe
Seit Sommer 2020 kommen auch Wechselbrü-
cken für kurzfristige Lagerungen zum Einsatz,
um die Güter nur einmal „in die Hand neh-
men zu müssen“ und die logistischen Abläufe
weiter zu optimieren.
exakt nach Kunden- In unserer Serie stellen wir inhaber-
r Michael Kiel,
www.region-fulda.de
wunsch, denn jeder Um- geführte mittelständische Familien-
unternehmen vor, die das Erfolgs-
zug ist so unterschiedlich geheimnis von „made-in-fd“ sind.
12 wie die Menschen selbst.Markenkampagne
Markenkampagne
Region Fulda
Region Fulda
Neu: Gründerregion Projekt „Dirt Torpedo“
Magazin „Mittendrin!“ macht sich fit geht in heiße Phase
Unter dem Titel „Mittendrin! leben und arbei- Gesund leben und arbeiten trotz der aktuellen Die Fuldaer Adrian Fleck, Daniel Klassen und
ten in der Region Fulda“ ist unter Federfüh- Corona-Pandemie? Dieser Frage ging die On- Martin Will und weitere neun Team-Mitstrei-
rung der Region Fulda GmbH ein hochwertiges line-Veranstaltung „Gründerregion Fulda ter stehen mit zwölf weiteren Teams im Finale
92-seitiges Standortmagazin mit Geschichten macht sich fit!“ der Region Fulda GmbH auf des von Elon Musk ausgerufenen Wettbewerbs
und Informationen aus und über die Region den Grund. Als Experte gab der ehemalige zur Entwicklung der „weltschnellsten“ Tun-
sowie einem angegliederten Unternehmens- Profisportler und jetzige Business- und Ge- nelbohrmaschine (WRF berichtete). Nun geht
verzeichnis entstanden. sundheitscoach Sascha Wingenfeld Modera- das Projekt „Dirt Torpedo“ in die heiße Phase.
„Das Magazin soll für die beteiligten Unter- tor Sven Aschenbrücker sowie 30 Teilneh- „Aktuell befindet sich ein Großteil der Bautei-
nehmen zu einem Werkzeug für ihr Personalre- merinnen und Teilnehmern wertvolle Tipps le in der Fertigung, unter anderem bei regio-
cruiting werden“, so Projektmanager Christian und Hinweise. Im Rahmen der Veranstaltung nalen Partnerunternehmen wie FFT, Wasser-
Vey. Angesprochen sind natürlich auch Ta- wurden zudem zwei prämierte Ideen aus dem mann Technologie, Paul Himmelmann und
gungsgäste und Touristen, die so einen profes- Ideenwettbewerb der Hochschule Fulda vor- Pappert Hydrocut“, erklärt Martin Will.
sionellen Einblick in die Region erhalten. Die gestellt. Pia Henning hatte mit „HobbyPaket“ Parallel zur Montage des Bohrers im Indus-
Startauflage von 15.000 Exemplaren wird an die Idee, dass sich interessierte Menschen re- triepark West beginnt die Testung einzelner
alle kommunalen Informationsstellen, die be- gelmäßig an neuen Aktivitäten austesten Baugruppen der Maschine. Darüber hinaus
teiligten Unternehmen sowie die Hotels der können und ihre Erfahrungen in einer Com- laufen auch bereits die Vorbereitungen für
Region verteilt. Gleichzeitig gibt es auch eine munity teilen. Sofia Koermandy hingegen den Finalwettkampf in der Mojave-Wüste auf
Online-Version, die unter www.mittendrin- will in den nächsten Monaten mit ihrer Idee Hochtouren. Dinge wie Transport und Einfuhr
fulda.de zum Download bereitsteht. „Khurt“ einen Joghurt, der auf Kartoffelprote- der Maschine in die USA müssen organisiert
inen basiert, entwickeln und somit ein neues werden. „Wir liegen voll im Plan“, zeigen sich
Lebensmittel kreieren. die Fuldaer optimistisch.
www.dirt-torpedo.de
Wirtschaft Region Fulda 05/2021 13Mobilität im Wandel
STATUS QUO
DER REGION FULDA
Gerade in ländlichen Regionen ist Mobilität eine Teclac: Kunststoff im Elektroauto
wichtige Voraussetzung für gesellschaftliche und Das zur Werner-Gruppe zählende Unternehmen Teclac betreibt im
wirtschaftliche Teilhabe. Ob Antriebstechnik oder Industriegebiet Fulda-West eines der modernsten Lackierwerke Euro-
pas. Eigentlich, so Pressesprecher Kai Diegelmann, sollte der Wandel
Mobilitätsverhalten: Hier steht die Wirtschaft der
hin zur Elektromobilität dem Unternehmen in die Karten spielen,
Region vor großen Herausforderungen. Wie sind weil durch die geforderte Gewichtsreduzierung auch der Bedarf an
heimische Unternehmen für diesen Prozess aufgestellt? lackierten Kunststoffbauteilen und -baugruppen zunehme. Aller-
dings sei der Herstellermarkt aktuell komplett im Umbruch und er-
fordere neue Akquisestrategien. Teclac sei hier bei den VW ID-Mo-
Werner Schmid: E-Bike statt Auto dellen und den BMW-i-Modellen bereits gut aufgestellt. Allerdings
Ein wesentlicher Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg der Region bleibe die Frage der mittelfristigen Absatzentwicklung spannend,
Fulda war die Nähe zur Automobilwirtschaft. Sei es als Zulieferer weil diese von der Nachfrage der Endverbraucher abhänge.
oder im Engineering-Bereich - mehr als 10.000 der gut 90.000 sozi-
alversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse hängen direkt
Wagner Fahrzeugteile: Universell aufgestellt
oder indirekt von Deutschlands einstiger Vorzeigebranche ab. So hat
sich die Werner Schmid GmbH mit ihren rund 300 Mitarbeitenden, „Die Transformation zum Elektro-Fahrzeug stellt natürlich für die
die Metall- und Kunststoffpräzisionsbauteile für die Automobilindu- ganze Branche eine große Herausforderung dar. Bei Wagner Fahr-
strie, aber auch für die Lüftungsindustrie und die Mess- und Regel- zeugteile ist der Verbrennungsmotor nach wie vor das größte Markt-
technik fertigt, mittlerweile umgestellt: „Wir liefern auch Bauteile für segment. Inzwischen wird jedoch erfolgreich an verschiedenen Neu-
den Antriebsstrang, von daher wirkt sich der Wandel hin zu mehr projekten außerhalb des Verbrenners gearbeitet“, sagt Dr. Stephan
Elektro-Mobilität schon klar auf die Nachfrage aus. Um dem gerecht Wagner, geschäftsführender Gesellschafter von Fahrzeugteile Wag-
zu werden, arbeiten wir seit Jahren aktiv am Einstieg in den E-Mobi- ner. Statt Motor-Teile werden in der Frankfurter Straße jetzt auch
litätssektor und haben auch einige Projekte für E-Autos gewinnen Getriebe- und auch Lenkungskomponenten gefertigt. Darüber hinaus
können“, sagt Geschäftsführer Matthias Hauß. hat das Unternehmen ein starkes Standbein im Lkw-Sektor und be-
Einen starken Wachstumsmarkt stellten zudem die E-Bikes dar. Hier liefert die Hersteller von Baumaschinen und Schiffsmotoren. „Mit
dehnte die Werner Schmid GmbH im vergangenen Jahr ihre Kapazi- unserem modernen Maschinenpark, hohen Qualitätsstandards und
täten in der Kunststofffertigung aus und entwickelte sich technisch qualifiziertem Personal sind wir universell aufgestellt und können
weiter. Produktionsschwerpunkte schrittweise verlagern oder für andere
14 Wirtschaft Region Fulda 05/2021Foto: faber14 – stock.adobe.com
Branchen produzieren. Beispielsweise fertigen wir seit einigen Jahren gäste und Anwohner. Es zeichne sich ab, dass es im ÖPNV bei der
Drehteile für Jumo“, erklärt Dr. Stephan Wagner. Neubeschaffung eine feste Quote für Elektro- und Wasserstofffahr-
zeuge geben werde. Insgesamt so Thomas Lang, Geschäftsführer der
RhönEnergie Bus GmbH, werde der ÖPNV beim Wandel zur nachhal-
Zufall: Bereit für den Wandel
tigen Mobilität eine zentrale Rolle einnehmen. Der Bus sei das um-
Der Mobilitätswandel macht natürlich auch nicht vor der Transport- weltfreundlichste Verkehrsmittel. Der Energieversorger verfolgt im
wirtschaft halt. So beschäftigt sich der Logistik-Experte Zufall in Ful- Bereich der Mobilität eine Doppelstrategie. Auf der einen Seite werde
da schon seit 2016 mit dem Thema Elektromobilität im Schwerlast- der technologische Wandel vorangetrieben. Dazu zähle auch das
verkehr und arbeitet hier eng mit der Hochschule Fulda zusammen. Thema E-Car-Sharing. Im Rahmen eines Pilotprojekts startet die
Im Rahmen eines Forschungsprojektes hat nach den Worten von Pro- RhönEnergie zusammen mit der Stadt Fulda in den kommenden Mo-
kurist Holger Hamperl der E-Lkw seinen ersten Test teilweise bestan- naten mit den ersten fünf Fahrzeugen. Auf der anderen Seite gehe es
den. Strom- und Dieselkosten liegen zwar dicht beieinander, aber das aber auch um einen attraktiveren ÖPNV zum Beispiel durch bedarfs-
Transportmittel sei noch nicht praxistauglich für den Speditionsver- gerechte On-Demand-Lösungen wie etwa eine vernetzte Mobilität im
kehr. Die Reichweiten gasbetriebener Lastkraftwägen seien ebenfalls ländlichen Raum mit Rufbussen und Anrufsammeltaxis, die über ei-
gut, während das Tankstellennetz aber aktuell für durchgetaktete Be- nen cleveren Algorithmus mit dem ÖPNV verknüpft würden.
gegnungsverkehre noch ungeeignet sei. Dem Thema Wasserstoff steht
Zufall offen gegenüber - hier beteiligt sich der Logistiker an der Hy-
Edag: Treiber des Mobilitätswandels
Wheels-Initiative der Stadt Fulda und ist auch eingebunden in die
Bestrebungen zur Schaffung einer Wasserstofftankstelle in der Regi- „Als Engineering-Unternehmen zählen wir zu den Treibern des Mo-
on. Holger Hamperl: „Wir würden gerne mal einen von einer Wasser- bilitätswandels", betont Christoph Horvath, Pressesprecher der Edag-
stoff-Brennstoffzelle angetriebenen LKW testen. Wir bleiben an dem Gruppe. „Wir arbeiten sowohl an der Entwicklung und Integration
Thema unbedingt dran, denn es ist uns sehr wichtig.“ alternativer Antriebstechnologien in neue Fahrzeuggenerationen so-
wie an ganzheitlichen Mobilitätskonzepten wie dem Edag CityBOT.
Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit dem Thema vernetzte Mo-
RhönEnergie: Clever und umweltfreundlich
bilität im Sinne der Smart City und natürlich auch dem autonomen
Auch für die RhönEnergie Fulda, die aktuell die Stadt- und Über- Fahren und den Zukunftsfeldern Software und Digitalisierung. Wir
landbuslinien bedient, wird Elektromobilität immer wichtiger. Dafür sehen im Mobilitätswandel für uns und den Standort Fulda große
sprächen der hohe Wirkungsgrad und insbesondere die positiven Ei- Zukunftschancen. Deshalb engagieren wir uns auch sehr für die
genschaften in Bezug auf Sauberkeit und Lautstärke für Fahrer, Fahr- Schaffung eines Wasserstoffkompetenzzentrums in Fulda.“
r Christoph Burkard,
www.region-fulda.de 15Mobilität im Wandel
„Der Schiene gehört die Zukunft“
Dr. Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter
der DB für Hessen über die Mobilität der Zukunft
Autonomes Fahren, Hyperloop lein 2021 fließt eine Rekordsumme von rund
Foto: privat
12,7 Milliarden Euro von DB, Bund und Län-
und E-Auto - Konzepte gibt es viele, dern – 1,39 Milliarden allein in Hessen – in
wie Deutschland die Verkehrs- Modernisierung, Instandhaltung sowie Neu-
und Ausbau und attraktivere Bahnhöfe. Zu
und Klimawende gestalten kann. Ihrem Beispiel: Die Strecke zwischen Hanau
Sicher ist: Der Bahn als grünstem und Fulda ist eine der wichtigsten und auch
der am stärksten befahrenen in Deutschland.
Verkehrsträger kommt eine
Auf den vorhandenen Gleisen verkehren Tag
besondere Rolle zu. für Tag zwischen 250 und 300 Züge. Wir
brauchen schlichtweg mehr Platz. Mit Aus-
err Dr. Vornhusen, kann die Bahn als
H und Neubau lösen wir den Engpass auf, erhö-
schienengebundenes Mobilitätssystem hen Kapazitäten und Pünktlichkeit und ver-
im Markt der Zukunft noch wettbe- kürzen überdies noch die Fahrzeiten für die
werbsfähig zu selbstfahrenden Autos Kunden.
und Flugzeugen sein?
Absolut! Wir haben die besten Voraussetzun- Die Digitalisierung führt in etlichen Branchen
gen dafür. Die Zukunft liegt in der Elektromo- Dr. Klaus Vornhusen zu massiven Neuerungen. Wie nutzt die DB die
bilität und alternativen Antrieben. Da ist die Chancen, die sich daraus ergeben?
Bahn mit Abstand Vorreiter. 90 Prozent der Fahrgäste mit batteriebetriebenen Kleinbus- Nochmal ein Blick auf den DB Navigator: Was
Verkehrsleistung werden auf der Schiene be- sen flexibel von Start zu Ziel. Auch hier: kei- 2009 klein anfing, ist heute für unsere Kun-
reits elektrisch erbracht – über 60 Prozent üb- ne Zukunftsmusik, sondern bereits gelebte den der ultimative digitale Reisebegleiter und
rigens mit Ökostrom. Wir erleben gerade eine Praxis. Generalschlüssel zur öffentlichen Mobilität.
Renaissance der Schiene. Wer heute klimabe- 100 Millionen Zugriffe hat die App heute –
wusst reisen will, setzt sich in den Zug und Wie tragen Ausbaustrecken, beispielsweise pro Monat! Im Betrieb steht das System Bahn
wartet nicht auf elektrisch oder gar autonom von Hanau nach Fulda, zu mehr Attraktivität vor einem Technologiesprung, den wir aktiv
fahrende Autos. Und bequem ist es auch, weil für Reisende bei? mit dem Programm „Digitale Schiene
ich die Reisezeit so nutzen kann, wie ich es Mit unseren Investitionen in die Infrastruktur Deutschland“ antreiben. In der ersten Stufe
möchte. schaffen wir die Voraussetzung für mehr Ver- sind wir dabei, zeitnah unsere Leit- und Si-
kehr und eine noch bessere Pünktlichkeit. Al- cherungstechnik zu digitalisieren, wobei das
Wie müssen Angebote in Zukunft aussehen, europaweit einheitliche European Train Con-
damit mehr Menschen auf die Bahn umsteigen?
W
trol System (ETCS) zum Einsatz kommt. Auf
Der Schlüssel heißt vernetzte Mobilität, also dieser Basis werden wir in der zweiten Stufe
Angebote clever zu kombinieren. Dank digi- das volle Potenzial ausspielen können: Züge,
taler Tools wie unserer App DB Navigator er heute klima- die in kürzeren Abständen fahren, die wir in
wird es auch immer leichter, dies im Alltag zu
nutzen. Eine Bahnreise beginnt ja nicht am
bewusst reisen will, setzt Echtzeit automatisiert steuern und die ihre
Umwelt durch Sensorik erkennen. Damit kön-
Bahnhof, sondern schon auf dem Weg dort- sich in den Zug und nen wir mehr Züge fahren und die Pünktlich-
hin. Mitfahrgelegenheiten oder Dienste für keit steigern – ohne den Bau eines einzigen
Elektrofahrzeuge müssen wir eng mit dem wartet nicht auf elektrisch neuen Gleises. In Summe: Der Schiene gehört
ÖPNV verknüpfen. Seit Anfang April ist bei-
oder gar autonom die Zukunft!
spielsweise unser On-Demand-Shuttle Hei-
nerLiner in Darmstadt unterwegs und bringt fahrende Autos.
r Interview: Martin Räth,
www.ihk-fulda.de
16 Wirtschaft Region Fulda 05/2021Sie können auch lesen