ORAMO Shchedrin Beethovens Heiligenstädter Testament
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SympProgramm 2 3 Introduktion
Do 28 11 | 20 Uhr —–
Uraufführung am 18. Dezember 2008 in
der Münchener Philharmonie im Gasteig
Rodion Shchedrin (*1932)
›Beethovens Heiligenstädter Testament‹
BEETHOVEN IM HINTERGRUND
durch das Symphonieorchester des
Symphonisches Fragment für Orchester (2008)
Bayerischen Rundfunks unter der
Leitung von Mariss Jansons. In gut einem Jahr, am 17. Dezember 2020, kann Beethovens 250. Geburtstag
Uraufführung am 28. Januar 2015 in der Magnus Lindberg (*1958) gefeiert werden. Das allgemeine Musikleben stimmt sich auf diesen Tag
Royal Festival Hall London durch das ›Accused‹ – Three interrogations länger, intensiver und ideenreicher ein als die Christenheit auf die Weihnacht,
London Philharmonic Orchestra unter
für Sopran und Orchester (2014) die acht Tage danach anbricht. Am mächtigen Jubelcrescendo beteiligt sich
der Leitung von Vladimir Jurowski;
Solistin: Barbara Hannigan. I. Erster Teil das DSO nicht mit Beethoven-Zyklen der einen oder anderen Art. Das
II. Zweiter Teil Orchester umkreist den oft über die Maßen heroisierten Künstler von seiner
III. Dritter Teil
Wirkungsgeschichte und den Begleitumständen seines Schaffens her.
PAUSE
Als der russische Komponist Rodion Shchedrin von Mariss Jansons und dem
Uraufführung am 22. Februar 1878 in Pjotr Tschaikowsky (1840 –1893) Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks gebeten wurde, eine Art
Moskau unter der Leitung von Nikolai Symphonie Nr. 4 f-Moll op. 36 (1876–78)
Rubinstein. Petersburger Erstaufführung
aktuellen Prolog zu Beethovens ›Eroica‹ zu schreiben, setzte er sich mit dem
am 7. Dezember desselben Jahres unter I. Andante sostenuto – Moderato con anima ›Heiligenstädter Testament‹ auseinander, das Beethoven kurz vor den ersten
der Leitung von Eduard Nápravník. II. Andantino in modo di canzona Skizzen zu seiner Symphonie niederschrieb. Der verzweifelte Stoßseufzer,
III. Scherzo. Pizzicato ostinato. Allegro
mit dem er die Folgen einer fortschreitenden Ertaubung in Gedanken vor-
IV. Finale. Allegro con fuoco
wegnahm, mündete schließlich in den Willen zu einer neuen Kunst. Die
›Eroica‹ war ihr Initialstück.
SAKARI ORAMO
Anu Komsi Sopran Magnus Lindberg setzt in ›Accused‹ (Angeklagt), einem dreiteiligen Kom-
paktdrama mit Verhörsprotokollen als Text, in der Ära der Französischen
Revolution, also auch in Beethovens Zeit an und kommt mit Stasi-Protokol-
len von 1970 und dem Manning-Prozess von 2013 erst nahe an, dann mitten
in unsere Zeit. Musikalisch inspiziert er die Kehrseite von Beethovens
Symphonien, jenen »Volksreden an die Menschheit« (Theodor W. Adorno);
er thematisiert den Konflikt zwischen Macht und Menschlichkeit, zwischen
Staatsgewalt und individueller Aufrichtigkeit. – Wenn der Begriff der
»Schicksalssymphonie« auf ein Werk ganz und gar zutrifft, dann auf Tschai-
kowskys Vierte Symphonie, die mit ihrem finalen Drang ins Freie, unter die
Leute, eine kennzeichnende Idee Beethovens und seiner Dichterzeitgenossen
Dauer der Werke Shchedrin ca. 12 min | Lindberg ca. 40 min | Tschaikowsky ca. 42 min
wie Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Hölderlin aufgreift und
Konzert im Rahmen des Jubiläumsjahres BTHVN2020 mit freundlicher Unterstützung durch die
musikalisch variiert.
Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
Das Konzert wird von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und am 1. Dezember ab 20.03 Uhr
gesendet. UKW 89,6 | DAB+ | online | AppDer Text 4 5 Der gesungene Text
—–
LUDWIG VAN BEETHOVEN Magnus Lindberg ›Accused‹
›Heiligenstädter Testament‹ (Auszüge)
I. Teil
O ihr Menschen, die ihr mich für feindselig, störrisch oder misanthropisch haltet oder Question Comment vous portez-vous, Mademoi- Frage Wie ist Ihr Befinden, Mademoiselle
erkläret, wie unrecht tut ihr mir. Ihr wisst nicht die geheime Ursache von dem, was selle Théroigne de Méricourt? Théroigne de Méricourt?
Euch so scheint. Mein Herz und mein Sinn waren von Kindheit an für das zarte Réponse Je vous remercie, Monsieur, pas trop Antwort Danke, Monsieur, nicht allzu gut. Seit
Gefühl des Wohlwollens, selbst große Handlungen zu verrichten dazu war ich immer bien. Depuis que je languis derrière ces murs, je ich hinter diesen Mauern schmachte, bin ich
suis désolée. zutiefst betrübt.
aufgelegt. Aber bedenket nur, dass seit sechs Jahren ein heilloser Zustand mich befal-
Mes idées sont ce qu’elles sont, et pour les Meine Gedanken sind, was sie sind; Sie können sie
len, durch unvernünftige Ärzte verschlimmert, von Jahr zu Jahr in der Hoffnung contredire, il était inutile d’employer de si grands mit noch so viel Aufhebens und Gerede nicht
gebessert zu werden, betrogen, endlich zu dem Überblick eines dauernden Übels mots et de si grands gestes. widerlegen.
gezwungen. Mit einem feurigen, lebhaften Temperamente geboren, empfänglich für La vérité est que je ne suis qu’une citoyenne, Tatsächlich bin ich einfach nur eine Bürgerin, eine
die Zerstreuungen der Gesellschaft, musste ich früh mich absondern, einsam mein qu’une fervente patriote. glühende Patriotin.
Leben zubringen. Wollte ich auch zuweilen mich einmal über alles das hinaussetzen, Vous condamnez la république. C’est votre devoir. Sie verurteilen die Republik. Das ist Ihre Pflicht.
o wie hart wurde ich durch die verdoppelte traurige Erfahrung meines schlechten Moi je condamne la monarchie et je crois avoir Ich verurteile die Monarchie und glaube, Recht zu
raison. haben.
Gehörs dann zurückgestoßen. Und doch war's mir noch nicht möglich, den Menschen
Aussi ne puis-je souhaiter qu’une chose. C’est la Daher kann ich mir nur eins wünschen: Die
zu sagen: Sprecht lauter, schreit, denn ich bin taub! Ach, wie wär es möglich, dass ich
diffusion en Europe et dans tous les pays des Verbreitung der Grundsätze von [17]89 und die
dann die Schwäche eines Sinnes angeben sollte, der bei mir in einem vollkommene- principes de 89 et la reconnaissance des Droits de Anerkennung der Menschenrechte in Europa und
ren Grade als bei andern sein sollte, einen Sinn, den ich einst in der größten Vollkom- l’Homme. allen Ländern.
menheit besaß, in einer Vollkommenheit, wie ihn wenige von meinem Fache gewiss Et c’est ce que j’ai fait! Und genau das habe ich getan!
haben noch gehabt haben. […] Es fehlte wenig, und ich endigte selbst mein Leben. Quant à des crimes, je n’en ai pas commis, Verbrechen habe ich keine begangen,
Nur sie, die Kunst, sie hielt mich zurück. Ach, es dünkte mir unmöglich, die Welt eher et nul ne pourrait produire la preuve du contraire. und niemand wird je das Gegenteil
zu verlassen, bis ich das alles hervorgebracht, wozu ich mich aufgelegt fühlte, und beweisen können.
so fristete ich dieses elende Leben – wahrhaft elend, einen so reizbaren Körper [zu Aus: ›Les Confessions de Théroigne de Méricourt‹ von Aus dem Französischen von Andrea Kirchhartz
haben], dass eine etwas schnelle Veränderung mich aus dem besten Zustande in den Ferdinand de Strobl-Ravelsberg (1858–1914)
schlechtesten versetzen kann.
Geduld – so heißt es – sie muss ich nun zur Führerin wählen, langmütig hoffe und II. Teil
will ich ausharren, bis es den unerbittlichen Parzen gefällt, den Faden zu brechen,
vielleicht geht’s besser, vielleicht nicht, ich bin gefasst. Schon in meinem 28. Jahre Frage Sie sagten in Ihrer Vernehmung am 21. September 1970 aus, von Irmgard Meyer zwei bis drei
bin ich gezwungen, Philosoph zu werden, es ist nicht leicht, für den Künstler Exemplare der Zeitschrift ›Der Spiegel‹ erhalten zu haben. Warum haben Sie diese Exemplare entliehen?
Antwort Ich habe sie entliehen, weil sie mir von Frau Meyer angeboten wurden. Dazu erinnere ich mich,
schwerer als für irgend jemand. Gottheit, Du siehst herab auf mein Inneres, du
dass ich beim Durchblättern der Exemplare in Meyers Wohnung Artikel entdeckt hatte, die sich mit der
kennst es, du weißt, dass Menschenliebe und Neigung zum Wohltun drin hausen.
Verbreitung von Rauschgift – das war aus dem Titelblatt bereits ersichtlich – und mit der Verfolgung und
O Menschen, wenn ihr einst dieses leset, so denkt, dass ihr mir unrecht getan, und Ausrottung von brasilianischen Indianern befassten. Diese Artikel wollte ich zu Hause weiterlesen.
der Unglückliche, er tröste sich, einen seinesgleichen zu finden, der trotz aller Frage Welche Artikel der genannten Exemplare haben Sie noch gelesen?
Hindernisse der Natur doch noch alles getan, was in seinem Vermögen stand, um Antwort Weitere Artikel sind mir nicht mehr erinnerlich.
in die Reihe würdiger Künstler und Menschen aufgenommen zu werden. Frage Charakterisieren Sie Inhalt und Ziel der westdeutschen Zeitschrift ›Der Spiegel‹!
Antwort Ich sagte dazu bereits in meiner Vernehmung am 2. Oktober 1970 aus. Ich hatte Gelegenheit,
Heiligenstadt am 6. Oktober 1802 mich davon zu überzeugen, dass sich diese Zeitschrift kritisch mit innenpolitischen Fragen in West-
deutschland und mit politischen Fragen zahlreicher Staaten befasst. Wie ich in der genannten Verneh-
Ludwig van Beethoven
mung schon aussagte, war ich auch davon überzeugt, dass es sich beim ›Spiegel‹ um keine Zeitschrift
handelt, die einen ideologischen Kampf gegen die DDR führt.Der gesungene Text 6 7 Der gesugene Text
Frage Welche Artikel haben Sie in der Zeitschrift ›Der Spiegel‹ gelesen, die sich mit politischen Fragen in Answer I was. Antwort Das war ich.
sozialistischen Ländern befassten? Question Same age that PFC Manning was when Frage Dasselbe Alter wie PFC [Obergefreiter]
Antwort An derartige Artikel erinnere ich mich nicht. he started the IM chat with you? Manning, als er den Instant-Messenger-Chat mit
Frage In Ihrer Vernehmung am 2. Oktober 1970 sagten Sie aus, dass in der Zeitschrift ›Der Spiegel‹ auch Ihnen begann?
Veröffentlichungen erschienen, die sich kritisch mit verschiedenen gesellschaftlichen Verhältnissen in der Answer That is also correct. Antwort Das ist ebenfalls korrekt.
DDR auseinandersetzten. Welche Artikel haben Sie dazu gelesen? Question Now the day after your initial chat with Frage Am Tag nach Ihrem ersten Chat mit PFC
Antwort An solche Artikel erinnere ich mich nicht. PFC Manning you contacted law enforcement Manning haben Sie Vollstreckungsbehörden
Frage Wo befinden sich die von Ihnen entliehenen Zeitschriften ›Der Spiegel‹? because you were concerned about the type of kontaktiert, weil Sie beunruhigt waren wegen der
Antwort Ich habe diese an Frau Meyer zurückgegeben. Etwas anderes ist mir nicht erinnerlich. information that PFC Manning had shared with Art von Informationen, die PFC Manning Ihnen
Frage Wie gelangten Meyers in Besitz der Zeitschriften ›Der Spiegel‹? you? mitgeteilt hat?
Antwort Ich habe Meyers nicht danach gefragt. Answer Yes. Antwort Ja.
Frage Warum haben Sie Meyers nicht gefragt, woher sie diese Zeitschriften hatten? Question You were also concerned for PFC Frage Sie waren auch besorgt um PFC Mannings
Antwort Darauf weiß ich keine Antwort. Manning’s life? Leben?
Frage In Ihrer Vernehmung am 21. September 1970 sagten Sie über die Herkunft der Exemplare der Answer Yes. Antwort Ja.
Zeitschrift ›Der Spiegel‹ aus. Äußern Sie sich dazu nochmals! Question And based on your conversations you Frage Und aus Ihren Konversationen schlossen
Antwort Ich hatte vermutet, dass das Ehepaar Meyer durch ihre persönlichen Verbindungen zu West- determined that PFC Manning was young? Sie, dass PFC Manning jung sei?
berlinern in den Besitz der Zeitschriften ›Der Spiegel‹ gelangt sein könnten. Kurze Zeit nachdem Meyers in Answer Yes. Antwort Ja.
Berlin waren, habe ich Exemplare des ›Spiegels‹ bei ihnen in der Wohnung gesehen. Das ist lediglich eine Question You believed he was ideologically Frage Sie glaubten, er sei ideologisch motiviert?
Vermutung, die ich nicht näher begründen kann. Frau Meyer erzählte mir zu einem nicht mehr erinnerli- motivated?
chen Zeitpunkt des Jahres 1969, dass sie auf einer Durchreise in Prag im Jahre 1968 mehrere Exemplare Answer That was my speculation, yes. Antwort Das war meine Vermutung, ja.
›Der Spiegel‹ erhalten und mit in die DDR gebracht habe. Soweit ich mich erinnern kann – sie reiste nach Question You also saw him as well-intentioned? Frage Sie sahen ihn auch als wohlmeinend?
Budapest – fuhr sie gemeinsam mit ihrem Ehemann. Mir ist nicht bekannt, von wem und wie Frau Meyer Answer From his point of view, yes. Antwort Von seinem Standpunkt aus, ja.
diese Zeitschriften bekam und warum sie diese mit in die DDR brachte. Question You also saw him as idealistic? Frage Sie haben ihn auch als Idealisten gesehen?
Frage Mit welchen Personen haben Sie Gespräche zu Veröffentlichungen des ›Spiegels‹ geführt? Answer Yes, I did. Antwort Ja, das habe ich.
Antwort Darüber habe ich gelegentlich mit Irmgard Meyer gesprochen. Ich erinnere mich dabei an Arti- Question Now he told you during your conversa- Frage Erzählte er Ihnen in Ihrem Gespräch, dass
kel über die Verbreitung und Wirkung von Rauschgift in den USA und in Westdeutschland sowie über die tion that he wanted to disclose this information er diese Informationen zum öffentlichen Wohl
Verfolgung von Indianern in Brasilien. Andere Artikel, über welche wir gesprochen haben könnten, sind for public good? bekannt machen wolle?
mir nicht mehr erinnerlich. Answer That was an interpretation, yes. Antwort Das war eine Interpretation, ja.
Question Based on your conversation you saw Frage Kam Ihnen das auf der Grundlage Ihres
Unterzeichnet
something very familiar about that? Gesprächs sehr bekannt vor?
Ich habe das Vernehmungsprotokoll selbst gelesen. Der Inhalt desselben entspricht in allen seinen Teilen
Answer Yes. Antwort Ja.
den von mir gemachten Aussagen. Meine Worte sind darin richtig wiedergegeben.
Question You saw a young 22-year-old with Frage Sie sahen einen 22-Jährigen mit guten
Auszug aus dem Protokoll eines Stasi-Verhörs in der DDR (1960er | 70er-Jahre) good intentions, much like you were? Absichten, so, wie Sie einer waren?
Answer That was correct. Antwort Das ist korrekt.
Question You did not know PFC Manning, Frage Sie kannten PFC Manning nicht, ist das
III. Teil correct? korrekt?
Answer Not personally, no. Antwort Nicht persönlich, nein.
Question Mr. Lamo, in early 2000 you committed Frage Mr. Lamo, Anfang 2000 haben Sie eine Question The two of you never met in person? Frage Sie haben sich nie persönlich getroffen?
a string of attacks against several large companies, Reihe von Angriffen auf mehrere große Unterneh- Answer No. Antwort Nein.
correct? men begangen, ist das korrekt? Question He told you he believed he had made Frage Er hat Ihnen erzählt, er glaube, er habe
Answer A string of offenses, yes. Antwort Eine Reihe Straftaten, ja. a huge mess? Riesenmist gebaut?
Question In 2004 you pled guilty to computer Frage 2004 haben Sie sich des Computerbetrugs Answer Yes, he did. Antwort Ja, das hat er.
fraud? schuldig bekannt? Question And he confessed that he was emotio- Frage Und er gestand, emotional gebrochen zu
Answer Yes, I did. Antwort Ja, das habe ich. nally fractured? sein?
Question You were 22 years old at the time that Frage Sie waren 22 Jahre alt, als Sie sich schuldig Answer Yes. Antwort Ja.
you pled guilty? bekannten?Der gesungene Text 8 9 Der gesungene Text
Question He said he was talking to you as Frage Er sagte, er spreche zu Ihnen als jemand, Answer Something I could appreciate, yes. Antwort Etwas, das ich zu schätzen wusste, ja.
somebody that needed moral and emotional der moralische und emotionale Unterstützung Question And based upon what he saw, he told Frage Und er erzählte Ihnen, nach dem, was er
support? brauche? you he could not let information just stay inside? sah, könne er Informationen nicht einfach weiter
Answer Yes. Antwort Ja. vertraulich behandeln?
Question At this point he said he was trying not Frage Dabei sagte er, er versuche, nicht als Answer Yes. Antwort Ja.
to end up killing himself? Selbstmörder zu enden? Question He told you that he was bothered that Frage Er erzählte Ihnen, es beunruhige ihn, dass
Answer That is also correct. Antwort Das ist ebenfalls korrekt. nobody seemed to care? es allen egal zu sein schien?
Question He described himself as a broken soul? Frage Er hat sich als gebrochene Seele beschrie- Answer Yes, he did. Antwort Ja, das tat er.
ben? Question He told you that he preferred the Frage Er erzählte Ihnen, dass ihm die Wahrheit
Answer Yes, he did. Antwort Ja, das hat er. truth? lieber sei?
Question He said his life was falling apart and he Frage Er sagte, sein Leben zerfalle und er habe Answer Yes, he did. Antwort Ja, das tat er.
didn’t have anyone to talk to? niemanden zum Reden? Question He also told you that he was maybe too Frage Er hat Ihnen auch erzählt, dass er womög-
Answer Yes, he did. Antwort Ja, das sagte er. traumatized to really care about the consequences lich zu traumatisiert sei, um über die Folgen für
Question And he said he was honestly scared? Frage Und er sagte, er habe ehrlich Angst? to him? ihn nachzudenken?
Answer He also said that. Antwort Das hat er auch gesagt. Answer Yes. Antwort Ja.
Question He told you that he had no one he Frage Er sagte Ihnen, er habe niemanden, dem er Question He told you that he wasn’t brave. Frage Er erzählte Ihnen, dass er nicht mutig sei.
could trust? trauen könne? He was weak? Er sei schwach?
Answer Correct. Antwort Korrekt. Answer Yes. Antwort Ja.
Question He ended up apologizing to you on Frage Er hat sich schließlich mehrmals bei Ihnen Question And he told you too, he was hoping Frage Und er erzählte Ihnen auch, er hoffe, die
several occasions for pouring out his heart to you dafür entschuldigt, Ihnen sein Herz auszuschüt- that people would actually change if they saw the Menschen würden sich tatsächlich ändern, wenn
since you were total strangers? ten, da sie einander völlig fremd seien? information? sie die Informationen sähen?
Answer Correct. Antwort Korrekt. Answer Correct. Antwort Korrekt.
Question Now at one point he asked you if you Frage An einem Punkt fragte er Sie, wenn Sie Question And he told you that the information Frage Und er erzählte Ihnen, dass die Informa-
had access to classified networks and so on, Zugang zu geheimen Netzwerken usw. hätten, zu belonged in the public domain? tionen an die Öffentlichkeit gehörten?
incredible things, awful things, things that unglaublichen Dingen, furchtbaren Dingen, die an Answer Yes, he did. Antwort Ja, das hat er.
belonged to the public domain, not on some die Öffentlichkeit gehörten, nicht in den Darkroom Question At any time did he say he had no Frage Hat er Ihnen jemals gesagt, er empfinde
server’s dark room in Washington, DC. What irgendeines Servers in Washington, DC. Was Sie loyalty to America? keine Loyalität für Amerika?
would you do? Do you recall him asking you that tun würden? Erinnern Sie sich, dass er Sie das Answer Not in those words, no. Antwort Nicht in diesen Worten, nein.
question? gefragt hat? Question At any time did he say he wanted to Frage Hat er jemals gesagt, er wolle dem Feind
Answer Yes, I did. Antwort Ja, das tue ich. help the enemy? helfen?
Question He told you he thought that the Frage Er erzählte Ihnen, er glaube, die Informa- Answer Not in those words, no. Antwort Nicht in diesen Worten, nein.
information that he had would have impact on the tionen, die er habe, hätten Auswirkungen auf die Question At any time did he say the American Frage Hat er jemals gesagt, die amerikanische
entire world? ganze Welt? flag didn’t mean anything to him? Flagge bedeute ihm nichts?
Answer That is also correct. Antwort Das ist ebenfalls korrekt. Answer No. Antwort Nein.
Question He told you that he believed it was Frage Er erzählte Ihnen, dass er glaube, es sei
Aus der Mitschrift des Prozesses gegen Bradley (jetzt Aus dem Amerikanischen von Andrea Kirchhartz
important that the information got out? wichtig, dass die Informationen hinausgingen?
Chelsea) Manning (2013); Zeugenaussage von
Answer Correct. Antwort Korrekt.
Adrian Lamo am zweiten Tag
Question He told you he did not believe in good Frage Er erzählte Ihnen, er glaube nicht mehr an
guys versus bad guys anymore? die Guten gegen die Bösen?
Answer Yes. Antwort Ja.
Question He told you he thought he was maybe Frage Er erzählte Ihnen, er glaube, er sei
too idealistic? vielleicht zu idealistisch?
Answer Correct. Antwort Korrekt.
Question He told you that he was always a type Frage Er erzählte Ihnen, dass er immer ein
of person that tried to investigate to find out the Mensch gewesen sei, der versuche, die Wahrheit
truth? herauszufinden?Zu den Werken 10 11 Zu den Werken
»Was Beethovens Testament angeht – mich hat dieses dramatische Er-
eignis in seinem Leben immer interessiert«, bekannte Rodion Shched-
rin. »Und als Maestro Jansons und das Symphonieorchester des Bayeri-
SCHICKSAL?
schen Rundfunks bei mir ein neues Werk bestellten, entschied ich mich,
dieses berühmte historische Dokument als Grundlage zu nehmen.« Er Shchedrins Auftragswerk ist ein symphoni-
berücksichtigte dabei, dass Beethoven danach »doch die Kraft zum sches Fragment. Obwohl es auf die Dritte
Symphonie bezogen ist, reflektiert es vor
von Habakuk Traber Leben fand und an seiner Dritten Symphonie zu arbeiten begann«. Die
allem die tiefe Depression des Komponis-
Dramaturgie seines Werkes charakterisierte der russische Komponist ten [Beethoven], die durch den drohenden
als einen Weg »durch Finsternis zum Licht«. Dieser Ideengang wird im Verlust seines Gehörs ausgelöst und wohl
allgemeinen Beethovens Fünfter Symphonie zugeschrieben, deren Or- durch eine unglückliche Liebesaffäre noch
chesterbesetzung Shchedrin für sein zwölfminütiges Werk übernahm. verstärkt wurde. Shchedrin nimmt das
›Heiligenstädter Testament‹ als Ausgangs-
punkt für seine Konzertouvertüre, die ihre
Von den schwer lastenden Akkorden des Anfangs – einer anderen Art, Botschaft als Weg »Vom Dunkel zum
musikalisch das Schicksal zu benennen (beschreiben)? – bis zum äthe- Licht« (Shchedrin) entfaltet. Das zwölf-
rischen Schluss mit aufwärts tragendem Hornsolo führt Shchedrin sein minütige Stück gleicht einer Symphoni-
Stück auf verschlungenen, aber zugleich klaren Pfaden. Motive, The- schen Dichtung.
men und Gesten erscheinen, entwickeln, steigern und verändern sich, Michael Cookson
verklingen, werden von anderen abgelöst und schließlich auch mitein-
ander konfrontiert und kombiniert. Nach dem Ausschwingen der ver-
fremdeten Glockenschläge zu Beginn melden sich hohe Holzbläser-
klänge mit Drang zur Dissonanz: In diesem Tonspektrum lag der
gefährdete Bereich von Beethovens Gehör. Melodisches erscheint – be-
fremdend zu hören – zuerst in den Pauken. Anspielungen an das lyri-
sche, »nachgelieferte« Thema aus dem Kopfsatz der ›Eroica‹, die stürmi-
schen Bewegungen zu Anfang ihres Finales werden angedeutet; ihre
kurzen, scharfen Eröffnungsakzente melden sich im Schlussteil als
Alternativen zu den quasi bleiernen Anfangsakkorden Shchedrins:
Beethoven scheint durch, wird aber nicht wörtlich zitiert. Der Wechsel
der Ereignisfelder und die Art, wie sich musikalische Gedanken entfal-
—–– Ludwig van Beethovens ›Heiligenstädter Testament‹ ist ein erschüttern- ten, miteinander verschränken, verschwinden und leicht verwandelt
Rodion Shchedrin des Dokument. Er verfasste es als 31-Jähriger während des Aufenthalts wieder erscheinen, betonen das Prozesshafte des symphonischen Den-
›Beethovens Heiligenstädter in dem Heilbad nahe Wien, doch zu lesen bekam es außer ihm nur die kens, wie es Beethovens Komponieren auszeichnete. Und wie zur Be-
Testament‹ Nachwelt. Zwar adressierte er es an seine Brüder, aber er schrieb es nie stätigung von dessen Devise, man solle »immer das Ganze vor Augen« Rodion Shchedrin
Besetzung ins Reine und sandte es nie ab. Es diente ihm wohl vor allem zur Selbst- haben, ist mit dem Verklingen der ersten Akkorde bereits der Schluss
Piccoloflöte, 2 Flöten, 2 Oboen, klärung. Als Folge seiner fortschreitenden Ertaubung, die nach damali- vorgezeichnet – und zugleich der innere Gegensatz: denn das Ende
2 Klarinetten, 2 Fagotte, 3 Hörner,
gen Kenntnissen nicht aufzuhalten war, aber sich noch im Anfangssta- wirkt erhebend, der Anfang dagegen bedrückend.
2 Trompeten, 3 Posaunen,
Pauken, Streicher dium befand, befürchtete er eine wachsende gesellschaftliche Isolierung
und Schaden an seinem Ansehen als Komponist. Nur die Kunst habe ihn Angeklagt!
vom Selbstmord abgehalten, bekannte er in jenem Schriftstück von er- Einer anderen Art von »Schicksal« und Verantwortung widmet sich Ma-
heblicher pathetischer Höhe; in ihr sah er seine Sendung; es sei ihm gnus Lindberg in seiner Komposition ›Accused‹ aus dem Jahr 2014. Der
»unmöglich, die Welt eher zu verlassen, bis ich das alles hervorgebracht, Komponist zählt zu den Exponenten jener finnischen Aufbruchsbewe-
wozu ich mich aufgelegt fühlte«. Schon zwölf Tage nach Abfassung des gung in der Musik, die in den späten 1970er-Jahren begann, in den
›Testaments‹ kündigte er seinem Verleger »Werke in einer ganz neuen 1980er-Jahren Fahrt aufnahm und überregional Aufsehen erregte. Bis
Manier« an. Sie bewegen sich im Vorfeld seiner Dritten Symphonie, der heute profitiert das internationale Musikleben von diesem »Wunder«,
Bild oben: Das ›Heiligenstädter Testament‹ in ›Eroica‹, dem entscheidenden Durchbruch zu der neuen Kunst, wie sie das sich entschlossener Initiative und einer Bildungsarbeit verdankt,
Beethovens Handschrift, 1802 (Ausschnitt) ihm vorschwebte. die Breitenwirkung und Spitzenförderung ideal miteinander verbindet.Zu den Werken 12 13 Zu den Werken
—–– Für Künstler wie Lindberg sind gesellschaftliches und musikalisches
Magnus Lindberg Engagement nicht voneinander zu trennen. Die Künstler wollen in die
›Accused‹ Gesellschaft wirken; und dazu gehen sie auf deren Fragen und unter-
Besetzung schwellige Probleme ein, nicht analysierend, sondern kultivierend.
Sopran solo Lindberg rief mit Freunden – Komponist(inn)en wie Interpret(inn)en
3 Flöten (3. auch Piccolo), – die Bewegung ›Korvat auki!‹ (Ohren auf!) und das besetzungsflexible
2 Oboen, Englischhorn, 3 Klari-
Ensemble ›Toimii‹ (Handlungen) ins Leben, um neuer Musik adäquate
netten, Bassklarinette, 2 Fagotte,
Kontrafagott, 4 Hörner, 3 Trom- Darstellung und größtmögliche Verbreitung zu sichern – in Finnland
peten, 3 Posaunen, Tuba, Pauken, und über Finnland hinaus. So wirkte die Musikszene in die Gesellschaft
Schlagwerk (Glockenspiel, Spiral- hinein. Lindberg griff in seiner energiegeladenen, nuancenreichen
feder, Große Trommel, 2 hängende Kompositionsweise konträre ästhetische Strömungen seiner Zeit auf –
Becken, Crotales, Schellenbaum, von der musique concrète instrumentale über den Spektralismus, die
Bongos, Tenortrommel, 2 Chinesi-
sche Becken, Tamtam), Harfe,
New Complexity bis zum Punkrock – und verstand die heterogenen An-
Celesta, Streicher regungen in einen Stil einzuschmelzen, der von Anfang an unverwech-
selbar sein eigener war. Bei allen Wandlungen und Entwicklungen, die
er durchlief, blieb seine musikalische Persönlichkeit stets erkennbar.
In seiner gut 40-jährigen Komponistenlaufbahn schrieb der heute
61-Jährige keine Oper. Das mag – nur scheinbar paradox – daran liegen,
dass seine Musik seit jeher durch und durch dramatisch ist. Den weit-
aus größten Teil schrieb er für Instrumente, für Ensemble oder Orches-
ter. Für Singstimme und Orchester gibt es bisher nur ein einziges Werk:
›Accused‹, vor fünf Jahren komponiert und Anfang 2015 uraufgeführt.
Es ist ein Musikdrama, in ihm kommen das menschliche und das musi- ›Ecce homo‹, Gemälde von
kalische Engagement des Komponisten besonders deutlich überein. Den Lovis Corinth, 1925 (Ausschnitt)
Text nahm er nicht aus der großen Literatur, sondern aus den Schre-
ckenskammern politischer Unterdrückung: aus Verhörsprotokollen. Sie Fragen; aber diese sind mit inquisitorischer Schärfe und dem Unterton ›Accused‹ trägt den Untertitel »Drei Verhöre
stammen aus drei historischen Situationen, Sprach- und Kulturräumen: der Bedrohung gestellt: Jeder in der DDR wusste, was ihm nach solchen für Sopran und Orchester«, es bezieht für
die Freiheit der Rede, für Menschenrechte
aus dem Frankreich zur Zeit der Revolution, aus der DDR Anfang der Treffen auf der Skala von verschärfter Haft über gesellschaftliche Aus-
und Demokratie Stellung. Das mehrspra-
1970er-Jahre, aus der jüngsten Vergangenheit der USA. grenzung bis zur Zuarbeit für den Geheimdienst bevorstehen konnte. chige Werk verwendet direkte Mitschriften
Die Verhörte argumentiert defensiv: Es sei ihr nicht bewusst, dass sie von Verhören und Gerichtsverhandlungen,
Lindberg ordnete die drei Verhörsprotokolle nicht nur in chronologi- mit der Lektüre des kritischen Periodikums ›Der Spiegel‹ etwas Unrech- in denen ein Individuum vom Staat wegen
scher Reihenfolge, sondern auch in einer dramaturgischen Entwicklung tes oder gar Staatsgefährdendes getan habe. Handlungen gegen das System angegriffen
wurde. Lindberg wendet sich den Fällen mit
an: Von Mal zu Mal schwindet der verbale Anteil der Verhörten, im äu-
Magnus Lindberg Empathie und Teilnahme zu, er macht dabei
ßeren Zuschnitt der Texte setzt sich die Macht direkt spürbar durch, Im dritten Satz, dem Verhör des autistischen Hackers Adrian Lamo, dem die Konfrontation zwischen Staat und Indi-
wird der mutige und ehrliche Einzelne zunehmend deutlich zum Opfer sich Bradley Manning, damals Obergefreiter der US-Armee, nach dem viduum immer mehr zu einer musikalischen
der Staatsraison. Im ersten Satz gibt die französische Revolutionärin Whistleblowing über Gräueltaten von US-Soldaten im Irak anvertraut Angelegenheit. Die Sängerin kämpft gegen
Anne-Josèphe Théroigne de Méricourt auf die Frage des Verhörenden hatte, formuliert der Beamte praktisch ein Geständnis vor; der Befragte das Orchester in ganz ähnlicher Weise an,
wie die Angeklagten gegen den Staat und
nach ihrem Befinden eine konzentrierte, klare und unmissverständliche antwortet in der Regel mit »Ja«, gegen Ende auch mit einem (auswei-
sein politisches System kämpften. Der Part
Antwort. Dem möglichen Ansinnen, dass sie ihren Standpunkt wider- chenden) »Nein«. Das Ganze ist eine vollkommen einseitige Angelegen- des Orchesters reflektiert die Spannungen
rufe, entgegnet sie mit dessen Bekräftigung und mit dem Wunsch nach heit, nicht weit von der Praxis entfernt, Angeklagte ein vorgefertigtes in der Gesellschaft, und die Sopranistin
»Anerkennung der Menschenrechte in Europa und allen Ländern«. Sie Schuldbekenntnis unterschreiben zu lassen, ohne ihnen die Gelegen- übernimmt die Rollen sowohl der Verfolger
wie der Angeklagten.
geht in die Offensive und deutet an, dass eigentlich nicht sie, sondern heit zu geben, es richtig zu lesen. Manning wurde damals zu 35 Jahren
ihre Verfolger auf die Anklagebank gehören. – Im zweiten Stück, einem Haft verurteilt, die Staatsanwaltschaft hatte 60 beantragt. Im Gefängnis Saara Vuorjoki, 2015
Stasiverhör wegen Lektüre der »Westpresse« aus dem Jahr 1970 oder ließ der ehemalige Obergefreite eine Geschlechtsumwandlung vorneh-
1971, nehmen die Antworten äußerlich zwar mehr Raum ein als die men, weil er sich zeit seines Lebens als Frau gefühlt habe. Barack ObamaZu den Werken 14 15 Zu den Werken
begnadigte Chelsea Manning 2017 nach sieben Jahren hinter Gittern. eigenen Kapitel im Epos dieses Satzes aus. Ein Drittel seiner Dauer ver-
Im Mai 2019 wurde sie in Beugehaft genommen, weil sie nicht gegen streicht, ehe das fällige Seitenthema erscheint. Es vereint burleske
Wikileaks aussagen wollte. Adrian Lamo starb 2018 an unerklärbaren (Holzbläser) und ruhig gesangliche Elemente (Violoncelli). Kaum haben
Verletzungen. sich diese Elemente enger verzahnt, antwortet ihnen das Hauptthema
im Dialog und gewinnt rasch die Oberhand. Das weitere Geschehen
Die Geheimdienstprosa ist hässlich, trivial und abstoßend; vom literari- trägt es allein, auch die große Durchführung, die sonst der Konfronta-
schen Standpunkt aus gleicht sie einer Wüstenei. Zum Drama wird sie tion und Verarbeitung aller Themen vorbehalten ist. Nur das Motto
in ›Accused‹ erst durch die Musik. Sie macht die menschliche Tragödie, fährt dazwischen. Es setzt die Marksteine der Form und lenkt die Ent-
die sich in und mit den Verfolgten abspielt, erlebbar, bringt zum Vor- wicklungen auf die Höhepunkte des Satzes hin.
schein, was hinter den Worten steckt und was sie bewirken. Lindberg
meidet einen vordergründigen Realismus. Es gibt nur eine menschliche Der erste Satz nimmt fast die halbe Aufführungszeit der gesamten Sym-
Stimme in diesem dreiteiligen Drama; die Sopranistin singt sowohl die phonie ein. Ihm gegenüber wirken die mittleren Stücke, das Andante
Fragen der Verhörenden wie die Antworten der Verhörten. Die beiden und das Scherzo, wie Intermezzi, wie Nachgedanken zu dem, was sich
Anne-Josèphe Théroigne de Méricourt,
Gemälde von Antoine Vestier, ca. 1789 Rollen sind zum Teil durch wiederkehrende Anfangswendungen und zuvor ereignete. Sie durchstreifen die Assoziationsräume, die das Sei-
kennzeichnende musikalische Gesten voneinander abgesetzt, entschei- tenthema des Kopfsatzes mit seinem Doppelcharakter eröffnete. Ge-
dend aber bleibt: Sie beide bilden zusammen die menschliche Tragödie, sanglich ist der zweite, ruhige Satz gehalten, »nach Art einer Canzona«,
Anne-Josèphe Théroigne de Méricourt die hier verhandelt wird. eines (italienischen) Liedes oder Ständchens. Die burleske Komponente
Pjotr Tschaikowsky, 1874
schloss sich während der französischen im Seitengedanken des Kopfsatzes führt das Scherzo aus. »Zuerst spie-
Revolution den Jakobinern an. Sie for-
Der Sopranistin wird stimmlich alles abverlangt vom tiefsten, dunklen len nur die Streicher, durchweg gezupft; im Trio setzen die Holzbläser
derte unter anderem die Bewaffnung der
Frauen. Ihr Engagement brachte sie mehr-
Register bis in die allerhöchsten Höhen, von feinster Modulation bis zur ein und spielen ebenfalls allein; es folgt das Blech, wieder allein. Am
fach in Haft, in der sie verhört wurde: Bewegung am Rande des Aufschreis. Sie steht unter ständiger Span- Ende antworten alle drei Gruppen einander mit kurzen Phrasen. Ich
durch Vertreter der alten Monarchie in nung. Arnold Schönberg nannte Musik einmal den Notschrei der erwarte davon eine interessante Wirkung.« (Tschaikowsky)
Frankreich, nach der Flucht aus Frankreich Menschheit; sein Schüler Alban Berg formte aus diesem Grundgedan-
durch Beamte des österreichischen Kaisers
ken die Expressivität seiner Opern. In Magnus Lindbergs ›Accused‹- Als »Bild von volkstümlicher Feiertagsstimmung« bezeichnete Tschai-
und durch diesen selbst, schließlich durch
die Girondisten, die für die Phase des Drama findet diese engagierte Ästhetik ihre Fortsetzung. Die Klagmas- kowsky das Finale, »doch das unerbittliche Schicksal erscheint von
Terreur verantwortlich waren. sen des Orchesters, die Lindberg in Bewegung setzt, bedrängen Solistin Neuem« in Gestalt des Mottos. Feststimmung verbreitet das vitale erste Was ist für diese Symphonie zu erwarten?
wie Auditorium gleichermaßen als spürbare Sinnbilder der Bedrückung. Thema. Anderes vermittelt die Melodie, mit der es sich abwechselt. Das Wird sie noch lange am Leben bleiben,
nachdem ihr Autor das seinige beendet
In dunkel fahlen Passagen scheint die Musik sich für Momente aus dem Volkslied, dem sie entstammt, erzählt von Mädchen, die um eine junge
hat? Ich weiß nicht. Alles was ich weiß, ist,
schrecklichen Tun und Treiben zurückziehen zu wollen. Die Wirkung Birke tanzen, Zweige brechen, zu Kränzen flechten, diese aufsetzen und dass ich im Augenblick, vielleicht mit der
der drei Szenen entsteht nicht allein durch die enorme Kraft, die sich in dann in den Bach werfen. Diejenigen, deren Kränze schwimmen, wer- Blindheit eines Vaters, unfähig bin, Fehler
dieser Komposition ganz Lindberg-typisch äußert, sondern auch in den den, sagt das Lied, binnen Jahresfrist heiraten; geht der Kranz unter, an meiner jüngsten Schöpfung zu sehen.
Wechselbädern, durch die sie sich, ihre Interpreten und ihre Hörer bedeutet das (vorerst) Ehelosigkeit. Die Birke war ein weit verbreitetes Ich bin auch überzeugt, dass sie in Bezug
auf Technik und Form einen Fortschritt in
führt. Am Ende schimmert vorsichtige Hoffnung – in der Vokalise der Symbol für junge Weiblichkeit. Tschaikowsky-Forscher brachten das
meiner Entwicklung darstellt, die äußerst
Solistin und den beruhigten Klängen und Linien des Orchesters. Liedzitat – es wird in zwei Zyklen variiert und durchgeführt – mit An- langsam vorangekommen ist. Trotz meiner
tonina Miljukowa in Verbindung, die Tschaikowsky gegen seine homo- reifen Jahre bin ich weit davon entfernt,
—–– Schicksalssymphonie: Tschaikowskys Vierte sexuelle Veranlagung am 18. Juli 1877 heiratete. Mit der Niederschrift die Grenze meiner Fähigkeiten erreicht zu
Pjotr Tschaikowsky Tschaikowskys Vierte Symphonie beginnt wie ihre Nachfolgerinnen mit des Finales begann er vier Tage nach dem Eheversprechen. Der Ehever- haben. Vielleicht hänge ich deshalb so
Symphonie Nr. 4 am Leben.
einem Motto. Es sei »der Kern der ganzen Symphonie und deren Haupt- such endete im Desaster. Im zweiten Variationenzyklus eskaliert das
Besetzung gedanke« erläuterte der Komponist gegenüber seiner Mäzenin und Ver- Liedchen und wandelt seinen Charakter. Posaunen und Trompeten don- Pjotr Tschaikowsky an Nadeschda von
Piccoloflöte, 2 Flöten, 2 Oboen, Meck, 11. Januar 1878
trauten Nadeshda von Meck. »Es ist Schicksal, die schicksalhafte Ge- nern es im Kanon heraus. Es wird in den Sog des Schicksalsmotivs ge-
2 Klarinetten, 2 Fagotte, walt, die uns hindert, mit Erfolg um unser Glück zu kämpfen, die rissen, noch ehe dieses selbst wieder erscheint. Manche deuteten die
4 Hörner, 2 Trompeten,
eifersüchtig darüber wacht, dass Zufriedenheit und Frieden niemals Mutation der Volksweise und die Wiederkehr des Mottos als klang-
3 Posaunen, Tuba, Pauken,
Schlagwerk (Triangel, Becken, vollständig oder unumwölkt erscheinen, die wie ein Schwert des Damo- lichen Widerschein von Tschaikowskys Ehekatastrophe. Das Ende der
Große Trommel), Streicher kles über unseren Häuptern hängt und unablässig die Seele vergiftet.« Symphonie stützt die simple Deutung nicht. Seine Steigerung hält ver-
Dem Motto folgt ein ausgedehnter Symphoniesatz. Sein Hauptthema schiedene Motive – Lied, Finalthema, Motto – in kräftiger, aber kunst-
wird vorgestellt, entwickelt, durchgeführt und dehnt sich zu einem voller Balance: Die Symphonie führt ins Offene.17 Die Künstler
—––
Die Künstler
SAKARI ORAMO
ist Chefdirigent des BBC Symphony Orchestra, des Royal Stockholm
Philharmonic Orchestra und des Ostrobothnian Chamber Orchestra.
2015 wurde er von der Royal Philharmonic Society als Dirigent des
Das
Jahres ausgezeichnet. 1998 bis 2008 war er Musikdirektor des City of
Birmingham Symphony Orchestra, von 2004 bis 2018 Chefdirigent der
West Coast Kokkola Opera. Nach einem Jahrzehnt als Chefdirigent
Konzert
ernannte ihn das Finnische Rundfunk-Symphonieorchester 2012 zum
Ehrendirigenten. Als Gastdirigent steht er am Pult führender Orchester
in Europa und den USA. Mit dem BBC Symphony Orchestra setzt er sich
für zeitgenössische und selten gespielte Musik ein. Mit dem Orchester
im
und dem Klarinettisten Martin Fröst unternahm er eine Konzerttour-
nee durch Spanien. Gastspielreisen mit seinem Stockholmer Orchester
führten ihn nach Japan und in die Schweiz.
Radio
ANU KOMSI
ist auf Opern- und Konzertbühnen gleichermaßen zu Hause; sie tritt
regelmäßig in Europa und den Vereinigten Staaten auf. Als Kammer-
musikerin ist sie mit Werken von der Renaissance bis zur Moderne zu
hören. Ihr Repertoire umfasst über 60 Opernrollen, darunter Lulu,
Olympia, Micaëla, die Königin der Nacht und die Sopranrolle in Sir
George Benjamins ›Into the Little Hill‹, die für sie komponiert wurde.
In jüngerer Zeit übernahm sie die Titelrollen in ›Lady Sarashina‹ von
Aus Opernhäusern, Péter Eötvös und in Heinz Holligers ›Schneewittchen‹. Als Solistin tritt
Philharmonien
sie mit weltweit führenden Orchestern auf. Im März 2019 führte sie
und Konzertsälen.
eine Tournee mit dem Ensemble Modern unter Sir George Benjamin
Jeden Abend.
u. a. in die Wigmore Hall, die Kölner Philharmonie und die Elbphil-
harmonie Hamburg. Beim DSO Berlin gastierte sie zuletzt 2013 in Sir
Roger Norringtons Vaughan-Williams-Zyklus.
Das DEUTSCHE SYMPHONIE-ORCHESTER BERLIN
hat sich in den über 70 Jahren seines Bestehens durch seine Stilsicher-
heit, sein Engagement für Gegenwartsmusik sowie durch seine CD- und
Rundfunkproduktionen einen international exzellenten Ruf erworben.
Konzert Gegründet 1946 als RIAS-, wurde es 1956 in Radio-Symphonie-Orches-
Sonntag bis Freitag ter Berlin umbenannt. Seinen heutigen Namen trägt es seit dem Jahr
20.03 Uhr 1993. Ferenc Fricsay, Lorin Maazel, Riccardo Chailly und Vladimir
Oper Ashkenazy definierten als Chefdirigenten in den ersten Jahrzehnten die
Samstag Maßstäbe. Kent Nagano wurde 2000 zum Künstlerischen Leiter beru-
19.05 Uhr fen. Von 2007 bis 2010 setzte Ingo Metzmacher mit progressiver Pro-
grammatik Akzente im hauptstädtischen Konzertleben, Tugan Sokhiev
bundesweit und werbefrei folgte ihm von 2012 bis 2016 nach. Seit 2017 hat der Brite Robin
DAB+, Kabel, Satellit, Online, App
deutschlandfunkkultur.de
Ticciati die Position als Chefdirigent des Orchesters inne. Das DSO ist
ein Ensemble der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH.Das Orchester 18
—––
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Chefdirigent und 1. Violinen Bratschen Flöten Hörner
Künstlerischer Wei Lu Igor Budinstein Kornelia Paolo Mendes
Leiter 1. Konzertmeister 1. Solo Brandkamp Solo
Marina Grauman Annemarie Solo Bora Demir
Robin Ticciati
1. Konzertmeisterin Moorcroft Gergely Bodoky Solo
Byol Kang 1. Solo Solo Ozan Çakar
Ehemalige
Konzertmeisterin N. N. Upama Muckensturm stellv. Solo
Chefdirigenten stellv. Solo stellv. Solo
N. N. Barnabas Kubina
Ferenc Fricsay † stellv. Konzertmeisterin Verena Wehling Frauke Leopold Georg Pohle
Lorin Maazel † Olga Polonsky Leo Klepper Frauke Ross Joseph Miron
Riccardo Chailly Isabel Grünkorn Andreas Reincke Piccolo
Antonio Adriani
Vladimir Ioana-Silvia Musat Lorna Marie Hartling
Ashkenazy Oboen
Mika Bamba Henry Pieper Trompeten
Kent Nagano Thomas Hecker
Dagmar Schwalke Birgit Mulch-Gahl Solo Joachim Pliquett
Ingo Metzmacher Solo
Ilja Sekler Anna Bortolin Viola Wilmsen
Tugan Sokhiev Falk Maertens
Pauliina Quandt- Eve Wickert Solo
Marttila Solo
Ehrendirigenten Tha s Coelho Martin Kögel
Nari Hong stellv. Solo Heinz
Günter Wand † Viktor Bátki Radzischewski
Nikolaus Kneser Isabel Maertens stellv. Solo
Kent Nagano
Michael Mücke Violoncelli Max Werner Raphael Mentzen
Mischa Meyer Englischhorn
Elsa Brown Matthias Kühnle
Ksenija Zečević 1. Solo
Valentin Radutiu Klarinetten
Lauriane Vernhes Posaunen
1. Solo Stephan Mörth
Solo András Fejér
2. Violinen Dávid Adorján Solo
Solo Thomas Holzmann
Andreas Schumann Solo Andreas Klein
Stimmführer Adele Bitter Solo
Mathias Donderer Richard
Eva-Christina Obermayer Susann Ziegler
Schönweiß Thomas Rößeler stellv. Solo Rainer Vogt
Stimmführerin Catherine Blaise Bernhard Nusser Tomer Maschkowski
Johannes Watzel Claudia Benker- Bassposaune
stellv. Stimmführer
N. N.
Schreiber Bassklarinette
Clemens Linder Leslie Riva-Ruppert Tuba
Matthias Roither Sara Minemoto Fagotte Johannes Lipp
Stephan Obermann Karoline Zurl
Eero Lagerstam Kontrabässe Solo Harfe
Tarla Grau Peter Pühn Jörg Petersen Elsie Bedleem
Solo Solo Solo
Jan van Schaik
Ander Perrino Douglas Bull
Uta Fiedler-Reetz
Bertram Hartling
Cabello stellv. Solo Pauken Der perfekte Ein- oder Ausklang
Solo Hendrik Schütt Erich Trog
Kamila Glass Christine Felsch Markus Kneisel Solo ist 3 Minuten von der Philharmonie entfernt.
Marija Mücke stellv. Solo Kontrafagott Jens Hilse
Elena Rindler Gregor Schaetz Solo
Matthias Hendel
Schlagzeug
Ulrich Schneider
Roman Lepper
Rolf Jansen 1. Schlagzeuger QIU Restaurant & Bar im The Mandala Hotel am Potsdamer Platz
Emre Erşahin Henrik Magnus Potsdamer Strasse 3 | Berlin | 030 / 590 05 12 30
Schmidt www.qiu.de
stellv. 1. Schlagzeuger
Thomas Lutz—–
Konzertvorschau KONZERTEINFÜHRUNGEN
Zu allen Symphoniekonzerten in der Philhar-
So 1. Dez | 17 Uhr | Villa Elisabeth monie – mit Ausnahme der Casual Concerts –
Kammerkonzert findet jeweils 50 Minuten vor Konzertbeginn
Werke von Saunders, Schubert, C. Schumann u. a. eine Einführung mit Habakuk Traber statt.
ENSEMBLE DES DSO
KAMMERKONZERTE
Mi 4. Dez | 20 Uhr | Philharmonie Ausführliche Programme und Besetzungen
Reger Fuge über ein Thema von Beethoven unter dso-berlin.de/kammermusik
Rachmaninoff Rhapsodie über ein Thema von Paganini
für Klavier und Orchester KARTEN, ABOS UND BERATUNG
Schostakowitsch Symphonie Nr. 5 Besucherservice des DSO
VLADIMIR ASHKENAZY Charlottenstraße 56 | 2. OG
Behzod Abduraimov Klavier 10117 Berlin | am Gendarmenmarkt
Öffnungszeiten Mo bis Fr 9 – 18 Uhr
So 8. Dez | 20 Uhr | Philharmonie Tel 030. 20 29 87 11 | Fax 030. 20 29 87 29
Mozart Violinkonzert Nr. 5 tickets@dso-berlin.de
Lully ›Marche pour la cérémonie des turcs‹
Boccherini Violoncellokonzert Nr. 7
Schubert Symphonie Nr. 5
IMPRESSUM
ANDREA MARCON
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Sergey Malov Violine und Violoncello da spalla
in der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH Berlin
im rbb-Fernsehzentrum
So 15. Dez | 20 Uhr | Philharmonie Masurenallee 16 – 20 | 14057 Berlin
Carter Adagio tenebroso aus der ›Symphonia: Tel 030. 20 29 87 530 | Fax 030. 20 29 87 539
sum fluxae pretium spei‹ info@dso-berlin.de | dso-berlin.de
Bruckner Symphonie Nr. 8
ROBIN TICCIATI Chefdirigent Robin Ticciati
Orchesterdirektor Alexander Steinbeis
Orchestermanager Sebastian König
So 22. Dez | 12 Uhr | Haus des Rundfunks
Künstlerisches Betriebsbüro
rbbKultur-Kinderkonzert – Open House ab 10.30 Uhr
Moritz Brüggemeier, Annegret Eberl
Tschaikowsky Auszüge aus ›Der Nussknacker‹
Orchesterbüro Konstanze Klopsch, Marion Herrscher
KARSTEN JANUSCHKE
Marketing Tim Bartholomäus
Christian Schruff Moderation Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Benjamin Dries
Musikvermittlung Lea Heinrich
Di 31. Dez | 15 + 19 Uhr | Tempodrom Programmhefte | Einführungen Habakuk Traber
Mi 1. Jan | 18 Uhr | Tempodrom Notenarchiv Renate Hellwig-Unruh
Silvester- und Neujahrskonzerte Orchesterwarte Burkher Techel M. A.,
CRISTIAN MĂCELARU Shinnosuke Higashida, Kai Steindreischer
Karen Gomyo Violine
Texte | Redaktion Habakuk Traber
Artisten des Circus Roncalli
Redaktion Benedikt von Bernstorff | Redaktionelle Mitarbeit
Daniel Knaack | Artdirektion Preuss und Preuss GmbH
Fr 10. Jan | 20.30 Uhr | Heimathafen Neukölln
Satz Susanne Nöllgen | Fotos Alexander Gnädinger (Titel),
Kammerkonzert Frank Eidel (DSO), Benjamin Ealovega (Oramo), Ville Paul
Werke von Andre, Beethoven Paasimaa (Komsi), Peter Andersen (Shchedrin),
ADAMELLO QUARTETT DSO-Archiv (sonstige)
© Deutsches Symphonie-Orchester Berlin 2019
Mi 15. Jan | 20 Uhr | Haus des Rundfunks
Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble
Festival ›Ultraschall Berlin‹
der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH Berlin.
Ammann ›glut‹
Geschäftsführer Anselm Rose
Nemtsov ›dropped.drowned‹
Gesellschafter Deutschlandradio, Bundesrepublik
Widmann Violinkonzert Nr. 2
Preis: 2,50 ¤
Deutschland, Land Berlin, Rundfunk Berlin-Brandenburg
MARC ALBRECHT
Carolin Widmann ViolineSie können auch lesen