Extra.stark! ROTKREUZMAGAZIN MECKLENBURG - VORPOMMERN - Rotkreuz-magazin in M-V - DRK ...

 
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extra.stark!
                                                             RUBRIK

   ROTKREUZMAGAZIN MECKLENBURG - VORPOMMERN          2019 | Nr.1
                                                    JAHR GA NG 20

                                                       1999 –
                                                              2
                                                                 01

                                                      20 Jahre
                                                                  9

                                                    Rotkreuz-
                                                    magazin
                                                     in M-V
Rotkreuzmagazin extra.stark! Ausgabe 1 | 2019   1
Extra.stark! ROTKREUZMAGAZIN MECKLENBURG - VORPOMMERN - Rotkreuz-magazin in M-V - DRK ...
EDITORIAL | INHALT

VERK AUF EN UND WO HNEN                                                                            Liebe Leserinnen, liebe Leser,

                                                                                                   ich freue mich, Ihnen eine gute Nachricht überbringen zu kön-             kamen neue hinzu, die uns bis heute die Treue halten. Mit den auf-

BLEIBEN, GEHT DAS?
                                                                                                   nen: Unser Rotkreuzmagazin „extra.stark!“ feiert einen runden             lagenstärksten Ausgaben haben wir 37.000 Leser erreicht.
                                                                                                   Geburts­tag. Vor zwei Jahrzehnten hatten sich sechs DRK-Kreis-            Selbstkritisch haben wir das Magazin viermal unter die Lupe ge-
                                                                                                   verbände zusammengeschlossen, um vierteljährlich ein eigenes              nommen und das Layout sowie redaktionelle Inhalte an neue Lese­
                                                                                                   Mitgliedermagazin herauszugeben, das dem Wunsch nach mehr                 gewohnheiten angepasst. Inzwischen haben die fleißigen Magazin­
                                                                                                   Regionalität gerecht werden sollte. Ich gehörte damals zu den             macher und ihre Unterstützer Erfolgsgeschichte geschrieben.
> IMMOBILIENVERKAUF                                                                                Initiatoren und Mitbegründern der Herausgebergemeinschaft                 Unsere Förderer und aktiven Mitglieder schätzen die Informationen

    mit Absicherung                                                                                des DRK-Landesmagazins und kann mich noch gut daran erin-
                                                                                                   nern, wie die Kreisverbände Rügen, Neubrandenburg, Mecklen-
                                                                                                                                                                             zur Arbeit des Roten Kreuzes in ihrer Region, zur Verwendung der
                                                                                                                                                                             Mitgliedsbeiträge und Spenden sowie die Berichterstattung über

> KAUFPREIS                                                                                        burg-Strelitz, Uecker- Randow, Stralsund und Nordvorpommern               engagierte Rotkreuzhelfer und tolle Projekte. Mein größter Wunsch

    als finanzielle Grundlage
                                                                                                   die erste Ausgabe mit eigenen Artikeln füllten. Wir waren bundes-         ist es, dass sich den derzeit neun Mitgliedern der Herausgeber-
                                                                                                   weit die Pioniere dieser Idee, die mit großem Enthusiasmus ein-           gemeinschaft die DRK-Kreisverbände Bad Doberan, Güstrow,

            ... ist die Basis für einen abgesicherten                                              fach angefangen haben. Das war auch nötig, denn Erfahrungen
                                                                                                   aus anderen Landesverbänden gab es dazu nicht. In den Folge-
                                                                                                                                                                             Schwerin, Ludwigslust und
                                                                                                                                                                             Uecker-Randow        anschlie-
                        Lebensabend im eigenen Heim.                                               jahren konnten wir neben weiteren Kreisverbänden auch etliche             ßen, damit unser erfolg-
                                                                                                   Gesellschaften des DRK-Landesverbandes dafür begeistern, sich             reiches Magazin in ganz
Nutzen Sie daher die Möglichkeit zum völlig unverbindlichen,                                       uns anzuschließen. Dazu gehören die vier Krankenhäuser, der               Mecklenburg-Vorpommern
                                                                                                   Blutspendedienst, die Pflegeeinrichtungen, die Freiwilligendienste,       präsent ist – authentisch
seriösen und direkten Gespräch. WIR NEHMEN UNS ZEIT FÜR SIE.                                       das Bildungszentrum und die Sozialen Betreuungsdienste.                   und extra stark.
                                                                                                   Von Anfang an war es unser Ziel, möglichst umfassend, aktuell
BERNDT IMMOBILIEN l Bahnhofstr. 9 l 18528 Bergen auf Rügen

                                                                                                                                                                                                                                                  Foto: Matthes Trettin
                                                                                                   und transparent über die Arbeit des Roten Kreuzes zu berichten.           Herzlichst Ihr
Tel. 03838 / 82 79 030 l Fax 03838 / 82 79 039                                                     Dabei ist viel Herzblut aller Beteiligten in diese Publikation ge-        Gerhard Konermann
                                                                                                   flossen. Leider ist es uns nicht immer gelungen, den Wünschen
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                                                                                                                                                                             Vorstand des DRK-Kreisverban-
                                                                                                                                                                             des Rügen-Stralsund e. V.
                                                                                                   aller Partner gerecht zu werden, weshalb einige Kreisverbände
                                                                                                                                                                             Mitglied der Herausgeber­
                                                                                                   die Herausgebergemeinschaft verlassen haben – andererseits                gemeinschaft

SAUBERE LEISTUNG. REINES GEWISSEN.
Gebäudereinigung • Glasreinigung • Unterhaltsreinigung • Garten- und Landschaftspflege              10                                              17                                                  22
                                                                                                   04 |	Aktuelles aus den                         16 |	Jugendrotkreuz bildet                        24 |	Blutspende:
                                                                                                         DRK-Kreisverbänden                              Notfalldarsteller aus                              Honorarärztin mit Herzblut dabei
                                                                                                   06 |	20 Jahre Rotkreuzmagazin in M-V:    17 |	Kinder: Mit Opa Ecki in der Werkstatt              25 |	Neue Wege zur Imbissversorgung
                                                                                                         Vom Infoblatt zum Mitgliedermagazin 18 |	Betreutes Wohnen:                                        von Blutspendern
                                                                                                   08 |	Im Interview:                             Assistenz­systeme für ein                          26 |	Hilfe für schwerkranke Menschen:
                                                                                                         Vizepräsidentin Dr. Gabriele Kriese       selbstbestimmtes Leben                                   Junger Syrer unterstützt Hospiz
                                                                                                                                                   19 |	Betreutes Reisen:                            27 |	Soziale Betreuungsdienste:
                                                                                                   09 |	DRK-Bildungszentrum:
                                                                                                                                                         Urlaub für Menschen mit Handicap                   Warmes Herz und viel Verständnis
                                                                                                         Cornelia Wilke setzt auf Qualität
                                                                                                                                                   20 |	Pflege: 20 Jahre                             28 |	Freiwilligendienste:
                                                                                                   10 |	Wasserwacht: Wer rettet mit?
                                                 IBR GmbH Hauptsitz                                                                                     „Haus Sonnenhof“ in Velgast                         Einsatzstellenkonferenz
                                                                                                   12 |	Tagebuch:                                                                                    25 |	Ratgeber: Organspendeausweis
                                                 Spülfeld II 03, D-18546 Sassnitz OT Mukran                                                        21 |	DRK-Wohnanlagen:
                                                                                                         Ein Tag als Azubi in der Kita
                                                 Tel.: 03 83 92 / 69 30, Fax: 03 83 92 / 3 31 11                                                         Ehrenamtler bereichern Alltag                30 |	Menschen, die aktiv helfen
                                                 ibr-gmbh@ibr-vorpommern.de                        14 |	Porträt: Praxisanleiterin
                                                                                                                                                   22 |	DRK-Krankenhaus:                             31 |	Engagieren in M-V,
                                                                                                         Jacqueline Biemann
                                                 Mehr auf WWW.IBR-VORPOMMERN.DE                                                                          Neue Intermediate-­Care-Station                    Rätsel, Impressum

                                                              2                                    Rotkreuzmagazin extra.stark! Ausgabe 1 | 2019                         3
Extra.stark! ROTKREUZMAGAZIN MECKLENBURG - VORPOMMERN - Rotkreuz-magazin in M-V - DRK ...
AKTUELLES AUS DEN DRK-KREISVERBÄNDEN                                                                                                                                                                                                                                                        AKTUELLES AUS DEN DRK-KREISVERBÄNDEN

                                                       Alles klar zum Saisonstart                             Ehrung langjähriger Mitglieder                                                                                   Global Challenge:
                                                       Noch sind die Wachtürme in Warnemünde                  Rund 50 Rotkreuzmitglieder wurden kürzlich im                                                                    Gesundheitsmanagement
                                                       und Markgrafenheide geschlossen, doch                  Kulturhaus Leyerhof für 60, 50, 40 und 25 Jahre                                                                  für Mitarbeiter
                                                       die Vorbereitungen für die Badesaison laufen           aktives, ehrenamtliches Engagement geehrt.                                                                        47 Teams mit je sieben Startern des DRK-Kreis-
                                                       bereits auf Hochtouren. Im März nahmen zehn            Werner Kuhn, Präsident des DRK-Landesverban-                                                                      verbandes Rügen-Stralsund begeben sich in
                                                       Mitglieder der DRK-Wasserwacht Rostock an              des, erinnerte daran, warum das Rote Kreuz so
   Neue Lösungen                                                                                                                                                                                                                diesem Jahr für hundert Tage auf eine virtuelle        Erste Hilfe
                                                       einem internen Rettungscopter-Lehrgang teil,           wichtig ist und welche besonderen Aufgaben zu                                                                    „Global Challenge“-Reise rund um die Welt. Die
   im Hausnotruf                                       um sich vor Beginn des regulären Stranddienstes,       erfüllen sind. Sehr herzlich bedankte er sich für                                                                                                                        bei Fahrradunfällen
                                                                                                                                                                                                                                Global Challenge ist ein freiwilliges Projekt
   Im DRK-Kreisverband Nordwestmecklenburg             der im Mai beginnt, im Umgang mit diesem               die wichtige und unermüdliche Unterstützung der                                                                   im Rahmen des betrieblichen Gesundheits­               Was ist bei einem Unfall zu tun? Das so wichtige
   e.V. sind in den letzten Monaten 108 Neu­           modernen Rettungsmittel fit zu halten. Neben           freiwilligen Helfer und Förderer. Gemeinsam mit                                                                   managements. Ziel des Programms ist es,                Erste-Hilfe-Wissen sollte regelmäßig aufgefrischt
   anschlüsse im Hausnotruf installiert worden.        dem Fliegen wurde auch das Abwerfen der                Kreisgeschäftsführer Hans-Henry Hiller überreichte                                                                das Bewusstsein für die eigene Gesundheit              werden. Am 1. Mai 2019 von 11 bis 17 Uhr
   Mit der zunehmenden Digitalisierung steht das       Schwimmhilfen trainiert.                               er als Anerkennung Urkunden und die dazu                                               Rügen-                     zu stärken. Gezählt werden Schritte und                haben alle Interessierten die Gelegenheit, zentrale
   Hausnotrufteam vor großen Herausforderungen.        Text: Julia Junge | Foto: Stefanie Kasch               gehörigen Spangen an die Ausgezeichneten.                                            Stralsund                    sportliche Aktivitäten per App.                        Erste-Hilfe-Inhalte zu üben und mit Rotkreuzlern ins
   Smart-Home – technische Systeme zur Vernet-         www.drk-rostock.de                                     Text: Katja Mann | Foto: Walter Scholz
                                                                                                                                                                                                                               Text: Christian Rödel                                   Gespräch zu kommen. Im Rahmen des Fahrrad-
   zung ferngesteuerter Geräte und Installationen –                                                           www.drk-nvp.de                                                                                                    Foto: © Tomasz Zajda / Fotolia.com                     festes der Stadtwerke Greifswald, das auf dem
   wird zunehmend auch bei der Betreuung älterer                                                                                                                      Nordvorpommern                                            www.drk-ruegen-stralsund.de                            Gelände des Möwencenters Greifswald (Lomo-
   oder hilfebedürftiger Menschen eingesetzt. Zur                                                                                                                                                                                                                                      nossowallee 58) stattfindet, hat das DRK einen
   Präsentation der modernen Anwendungen wird                                                                                                                                                                                                                                          festen Platz gefunden und bietet verschiedene
                                                                                                                                               Rostock
   demnächst eine Musterwohnung im Betreuten                                                                                                                                                                                                                                           Mitmach-Aktionen an.
   Wohnen eingerichtet.                                                                                                        Bad Doberan                                                                                                                                             Text: Franziska Krause | Foto: Julius Krause
   Text: Bernd Helms | Foto: pflegedienst.de                                                                                                                                                                                                                                           www.drk-ovp-hgw.de
                                                                                                                                                                                                              Ostvorpommern-
   www.drk-nwm.de                                                                                                                                                                                                Greifswald

                                                                                        Nordwestmecklenburg                                               Güstrow                   Demmin

                                                                                                         Schwerin                                                                                                                  Uecker-Randow
                                                                                                                               Parchim
                                                                                                                                                                                           Neubrandenburg
   DRK-Kita war Podium                                                                                                                                                                                                                                                                 Neuer Geschäftsführer im
   für Gespräch zur                                                                        Ludwigslust                                                                                                                                                                                 Kreisverband Demmin
   Kinderbetreuung                                                                                                                                                                                                                                                                     Zum Jahresende beendete Bärbel Jahn ihren
                                                                                                                                                                       Mecklenburgische
    In der DRK-Kneipp-Kita „Neddelradspatzen“ in                                                                                                                                                                                                                                       Dienst als Geschäftsführerin des DRK-Kreisver-
                                                                                                                                                                          Seenplatte
    Banzkow waren Ministerpräsidentin Manuela                                                                                                                                                                                                                                          bandes und verabschiedete sich in den Ruhe-
    Schwesig, Sozialministerin Stefanie Drese,                                                                                                                                                                                                                                         stand. Ihr Nachfolger ist Ralf Stoeck. Er ist seit
    Landrat Stefan Sternberg sowie weitere Politiker                                                                                                                                                                                                                                   35 Jahren Mitglied des DRK Kreisverbandes,
    zu Gast, um über die Kinderbetreuung im                                                                                                                                                                                                                                            in dem er als Krankentransporteur, Rettungs­
    ländlichen Raum zu diskutieren. Thematisiert                                                                                                                                                                               Zum dritten Mal verlieh die Arbeitsagentur Neubran-     assistent und seit 1991 als Rettungsdienstleiter
    wurden vor allem die gerade in Kraft getretene                                                            Den Hospizgästen im Neustrelitzer „Luisen­                                                                       denburg den Inklusionspreis an Unternehmerinnen         tätig war. Der 55-Jährige qualifizierte sich zum
    Beitragsbefreiung für Geschwisterkinder, die                                                              domizil“ steht Dank Spenden der Aktion „Hand                                                                     und Unternehmer, die vorbildlich Menschen mit Be-       Verwaltungsmanager und Sozialbetriebswirt.
    ab 2020 geplante Abschaffung der Eltern-Kita-­                                                            in Hand für Norddeutschland“ in Höhe von                                                                         hinderung einstellen und ausbilden. Der Preis richtet   Bereits seit 2012 arbeitet er in der Geschäfts­
    Beiträge sowie Fragen der Fachkräftegewinnung                                                             41.000 Euro nun eine Wohlfühloase zur                                                                            sich an Betriebe und Unternehmen in der Mecklen-        leitung des Verbandes.
    und Mitarbeiterfürsorge.                                                                                  Verfügung. Eine völlig neue Ausstattung mit                                                                      burgischen Seenplatte, die mit innovativen Konzepten    Text: Sylvia Reinhardt | Foto: Eric Höbel
   Text und Foto: Barbara Arndt                                                                               Sitzwanne und Regendusche ermöglicht ihnen                                                                       barrierefreie Arbeits- und Ausbildungsplätze für        www.demmin.drk.de
    www.drk-parchim.de                                                                                        eigenständiges und selbstbestimmtes Baden in                                                                     Menschen mit Behinderung schaffen oder erhalten
                                                                                                              angenehmer Atmosphäre. Außerdem konnten                                                                          und ihnen so ein selbstbestimmtes Erwerbsleben
                                                                                                              moderne Beschattungsanlagen für die zehn                                                                         ermöglichten. Zu den Preisträgern 2018 gehört auch
                                                                                                              Terrassen des Hauses realisiert werden.                                                                          der DRK Kreisverband Neubrandenburg e.V.
                                                       Benefizaktion ermöglicht                                                                                          Inklusionspreis
                                                                                                              Text: Sascha Zwerg | Foto: Stefanie Engel                                                                        Text: Kathleen Kleist | Foto: Katrin Klatt
                                                       Wohlfühloase                                           www.drk-msp.de
                                                                                                                                                                         für das Rote Kreuz                                    www.neubrandenburg.drk.de

                                                                               4                                      Ausgabe 1 | 2019 Rotkreuzmagazin extra.stark!     Rotkreuzmagazin extra.stark! Ausgabe 1 | 2019                                    5
Extra.stark! ROTKREUZMAGAZIN MECKLENBURG - VORPOMMERN - Rotkreuz-magazin in M-V - DRK ...
LANDESWEIT                                                                                                                                                                                                                                                                                         LANDESWEIT

     20 JA HRE ROTK REUZM AG A ZIN IN MECK LENBURG -VORPOMMERN                                                                                             und Neu­brandenburg. Als Mitinitiator des damaligen Mitglieder-          Qualität und es wuchsen auch die Ansprüche des Redaktions-

          Vom Infoblatt zum modernen
                                                                                                                                                           magazins der drei benachbarten Kreisverbände erinnere ich mich,          teams an die eigene Arbeit, die bis heute regelmäßig selbst­
                                                                                                                                                           dass unsere Mitglieder immer wieder berechtigte Kritik über man-         kritisch unter die Lupe genommen wird. Das hat letztendlich
                                                                                                                                                           gelnde Informationen zur Tätigkeit ihrer Kreisverbände übten. Sie        immer wieder zu neuen Ideen und Konzepten geführt.

              Mitgliedermagazin
                                                                                                                                                           wollten aber nicht nur eine regelmäßige Berichterstattung über           Unser Magazin bildet heute nicht nur die Rotkreuz-Arbeit im
                                                                                                                                                           die Verbandsarbeit, sondern beanspruchten auch Transparenz               DRK Landesverband Mecklenburg-Vorpommern ab, sondern
                                                                                                                                                           über die Verwendung der Mitgliedsbeiträge.                               informiert ebenso über die Tätigkeit des Bundesverbandes und
                                                                                                                                                           Die ersten Auflagen sind mit 6.000 Exemplaren zu beziffern und           weltweite Aktivitäten des Roten Kreuzes. Besonders gern gele-
   ALS IM JAHRE 1999 IN MECKLENBURG-VOR-                                                                                                                   waren recht laienhaft gestaltet. Denn schließlich hatte keiner der       sen werden Beiträge über engagierte Menschen und Rotkreuz-
   POMMERN DAS ERSTE EIGENE ROTKREUZ­                                                                                                                      Protagonisten das journalistische Handwerk erlernt. Dies änderte         teams, deren Leistungen und Initiativen wir auf vielfältige Weise
                                                                                                                                                           sich schlagartig, als der Kreisverband Rügen sich beteiligte und         vorstellen und würdigen.
   MAGAZIN GEDRUCKT WURDE, GEHÖRTE
                                                                                                                                                           die Herstellung in Kooperation mit der Firma rügendruck gmbh in          Ich halte unser Mitgliedermagazin für unverzichtbar und wünsche
   HARRY JUST – DAMALS GESCHÄFTSFÜHRER                                                                                                                     Putbus sowie die Versandvorbereitung durch die Rügener Behin-            deshalb den engagierten Machern weiterhin Entschlossen-
   DES DRK-KREISVERBANDES NEUBRANDEN-                                                                                                                      dertenwerkstätten organisierte. Unser Beispiel machte Schule im          heit, Ausdauer, journalistisches Feingefühl und Mut zu gesell-
                                                                                                                                                           Landesverband. Weitere Kreisverbände traten der Herausgeber-             schaftskritischen Themen, um dieser wichtigen Publikation
   BURG – ZU DENJENIGEN, DIE SICH FÜR DIE
                                                                                                                                                           gemeinschaft bei und der Landesverband sowie seine Tochterge-            eine Zukunft zu geben. Selbstverständlich werde ich die weitere
   IDEE EINER REGIONALEN ROTKREUZ-PUBLI-                                                                                                                   sellschaften unterstützten das Projekt. Heute beträgt die Auflage        Entwicklung von „extra.­
                                                                                                                                                                                                                                                           stark!“ interessiert verfolgen, vielleicht
   KATION STARK GEMACHT HATTEN UND IN DIE                                                                                                                  26.000 Exemplare.                                                        manchmal an die Anfänge zurückdenken und mich auf jede
   TAT UMSETZTEN. IM FOLGENDEN BEITRAG                                                                                                                     Doch das war nicht alles: Mit der redaktionellen Federführung            neue Ausgabe freuen.                                    Text: Harry Just
                                                                                                                                                           wurde die Journalistin Christine Mevius betraut und Burkhard
   SCHILDERT ER DAS WERDEN UND WACHSEN
                                                                                                                                                           Päschke vom Kreisverband Rügen vertrat die Belange der Her-
   DES HEUTIGEN MAGAZINS „EXTRA.STARK!“                                  Harry Just gehörte zu den Initiatoren des Rotkreuzmagazins in M-V.                ausgebergemeinschaft – die richtige Entscheidung. Mit kritischem
                                                                         Foto: Christine Mevius
   AUS SEINER SICHT.                                                                                                                                       Sachverstand haben beide „die Zulieferer“ von Texten und Fotos
                                                                                                                                                           aus den Kreisverbänden in die Pflicht genommen und für eine rei-
   Zum 20-jährigen Bestehen des Landesmagazins gratuliere ich            zieht den Vergleich mit einer aktuellen Ausgabe, ist die innovative               bungslose Organisation und Produktion gesorgt.
   der Herausgebergemeinschaft sehr herzlich. Über den beacht-           Entwicklung von Inhalt und Layout auf den ersten Blick festzu-                    Dass die Beiträge qualitativ immer besser wurden, ist vor allem
   lichen Zeitraum von zwei Jahrzehnten ist ein ansprechendes            stellen. Im Besonderen fallen die Veränderungen des redaktionel-                  der Tatsache zu verdanken, dass sich alle Mitglieder des Redak-
   Magazin entstanden, das den Leserinnen und Lesern, in be-             len Konzeptes auf. Die meisten Themen widerspiegeln jetzt nicht                   tionsteams in Seminaren und Workshops das Einmaleins der
   sonderer Weise aber den Rotkreuzmitgliedern, viermal jährlich         nur Belange einzelner Kreisverbände, sondern es wird über den                     redaktionellen Arbeit angeeignet haben. Das war nicht einfach,
   Auskunft über unsere Verbandsarbeit gibt. Es ist über die Jahre       Tellerrand hinweg geschaut. Damit richten wir den Blick auf die                   denn es gab kaum jemanden, der hauptberuflich für die Presse-
   ein Format entstanden, das Anerkennung verdient. Den Kinder-          gesamte Rotkreuzarbeit in unserem Land.                                           und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich war. Es gab nur ein Ziel
   schuhen längst entwachsen, ist das Magazin Spiegelbild des            Das Magazin präsentiert sich heute in moderner und profes­                        und das lautete: Wir wollen ein eigenes Magazin und wir wollen,
   Leistungsspektrums unserer Rotkreuzverbände im gesamten               sioneller Machart. Doch der Weg bis hierhin gestaltete sich nicht                 dass es gut wird!
   Bundesland und wichtiger Ratgeber zugleich.                           einfach. Vorläufer war ein Regionalmagazin, herausgegeben von                     Und ich finde, es ist gut geworden und eine großartige Erfolgs-          Im Jahr 2014 feierten die Magazinmacher den 15. Geburtstag der Publikation.
                                                                                                                                                                                                                                    Foto: Helmut Wachtel
   Hält man eine der ersten 16-seitigen Ausgaben in der Hand und         den DRK-­Kreisverbänden Mecklenburg-­Strelitz, Uecker-Randow                      geschichte. Von Jahrgang zu Jahrgang verbesserte sich die

                                                                     6                                     Ausgabe 1 | 2019 Rotkreuzmagazin extra.stark!   Rotkreuzmagazin extra.stark! Ausgabe 1 | 2019                        7
Extra.stark! ROTKREUZMAGAZIN MECKLENBURG - VORPOMMERN - Rotkreuz-magazin in M-V - DRK ...
INTERVIEW                                                                                                                                                                                                                                                                                                      DRK-BILDUNGSZENTRUM

      IM G ESPR ÄCH MIT DR. G A BRIELE K RIESE                                                                                                                                                           ENG AGIERTE MITA RBEITER SE T ZEN AUF Q UA LITÄT

            DRK-Vizepräsidentin                                                                                                                                                    An Cornelia Wilke führt kein Weg vorbei
              kommt aus M-V                                                                                                                                                                        QUALITÄT WIRD BEI CORNELIA WILKE SEIT VIELEN JAHREN BESONDERS
                                                                                                                                                                                                 GROSS GESCHRIEBEN. ALS BEAUFTRAGTE FÜR QUALITÄTSMANAGEMENT IST
    DR. GABRIELE KRIESE ENGAGIERT SICH SEIT 2011 EHREN-                                                                                                                                           SIE DAFÜR VERANTWORTLICH, DASS VORSCHRIFTEN UND STANDARDS IM
   AMTLICH ALS VIZEPRÄSIDENTIN DES DRK-LANDESVERBAN-                                                                                                                                                   DRK-BILDUNGSZENTRUM TAGTÄGLICH EINGEHALTEN WERDEN.
     DES UND IM PRÄSIDIALRAT DES BUNDESVERBANDES.

                                                                                                                                                          Foto: Christine Mevius
   AM 30. NOVEMBER 2018 WURDE SIE ZUR VIZEPRÄSIDENTIN                                                                                                                              Cornelia Wilke war von 1993 bis 2000 beim DRK-Landesver-                  Auch ihre Erfahrungen, die
                                                                                                                                                                                   band beschäftigt, danach wurde das DRK-Bildungszentrum                    sie in den 25 Jahren ihrer
   DES BUNDESVERBANDES GEWÄHLT – ALS ERSTE FRAU AUS
                                                                                                                                                                                   ihr Arbeitgeber. Von Beginn an war sie unter anderem für die              Tätigkeit beim Roten Kreuz
    DEN NEUEN BUNDESLÄNDERN, DIE BEKANNT DAFÜR IST,                                                                                                                                Fort- und Weiterbildung zuständig. „In den ersten Jahren,                 gesammelt hat, gibt Corne­
     DASS SIE OFFEN UND KLAR IHRE MEINUNG VERTRITT.                                                                                                                                als es unsere Einrichtung in Teterow noch nicht gab, war es               lia Wilke gern an andere
                                                                                                                                                                                   schwierig, Räumlichkeiten für die Qualifizierungen zu finden.             weiter. Nicht mit erhobenem
   Frau Dr. Kriese, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch                 In M-V sind wichtige Projekte auf den Weg gebracht                                                      Deshalb schauten wir uns vor Ort um und nutzten sogar Ho-                 Zeigefinger, sondern freund­
   zur Wahl in Ihr neues Amt. Aber heißt das, dass Sie nun                 worden, die von Fördermitteln abhängig sind. Welche                                                     tels für unsere Seminare,“ erzählt sie von den Anfängen ihrer             schaftlich, kollegial und ver­-
   Ihren Platz im Präsidium des Landesverbandes räumen?                    Perspektive haben sie?                                                                                  Tätigkeit für das heutige, moderne Bildungszentrum in Te-                 ständnisvoll. „Ich unterstütze
   Vielen Dank für die Glückwünsche! Aber ich werde mich wegen             Ja, wir sind zum Beispiel stolz auf unsere Ehrenamtskoordinatoren,                                      terow. Um maßgeschneiderte Qualifizierungen für möglichst                 alle gerne, die mit ihren Pro-
   des neuen Amtes hier in Mecklenburg-Vorpommern nicht aus                die in der gesamten Region die Arbeit der freiwilligen Helfer in                                        viele Teilnehmer zu entwickeln, analysierte Cornelia Wilke                blemen zu mir kommen“,
   der Verantwortung stehlen. Vielmehr möchte ich die Erfahrun-            unterschiedlichsten Bereichen mitorganisieren und mitgestalten.                                         den Fortbildungsbedarf in den Kreisverbänden. Neben den ob-               sagt sie und freut sich, dass
   gen, die ich jetzt auf Bundesebene sammeln kann, in die Arbeit          Wir freuen uns über die wunderbaren Ergebnisse unseres                                                  ligatorischen Tagesveranstaltungen gab es bald Angebote in                die Geschäftsleitung ihr viel
   unseres Landesverbandes einbringen.                                     Projekts „Schule und DRK“, das im letzten Jahr über 23.000                                              den Bereichen Wundmanagement, Sterbebegleitung sowie die                  Verständnis und Vertrauen
   Welche neuen, zusätzlichen Aufgaben erwarten Sie?                       Kindern und Jugendlichen eine interessante und sinnvolle Frei-                                          Ausbildung zum Fachwirt für Altenpflege. Yoga-Kurse und die               entgegenbringt, wenn es
   Selbstverständlich u. a. die Teilnahme an den Präsidiumssit-            zeitgestaltung ermöglicht hat. Auch das Projekt „Schwimmen-                                             Ausbildung von Yogalehrern gehörten ebenfalls dazu. Diese be-             darum geht, neue Dinge am         Cornelia Wilke (62) ist eine kleine
                                                                                                                                                                                                                                                                                               zierliche Frau, die es liebt, dicke
   zungen des Bundesverbandes. Die Arbeit dort finde ich wichtig,          lernen im Kindergarten“, das bundesweite Beachtung findet,                                              geisterten die sportlich aktive Frau auch ganz persönlich, und            Bildungszentrum zu etablie-
                                                                                                                                                                                                                                                                                               Handbücher zu schreiben.
   weil zum Beispiel die strategischen Ziele des Roten Kreuzes             wird mit großem Engagement fortgesetzt. Solche Projekte be-                                             sie wurde selbst Yogalehrerin, Lehrberaterin und Dozentin für             ren oder auf die Qualitäts­
   bis 2030 festgelegt werden und auch die Aufsicht über den               dürfen eines erheblichen Aufwandes. Deshalb müssen wir uns                                              Erwachsenenbildung mit IHK-Abschluss. Doch damit nicht ge-                sicherung zu achten.
   hauptamtlichen Vorstand beim Präsidium liegt. Als Vizepräsi-            nun darauf konzentrieren, diese wichtigen Angebote über den                                             nug: Sie setzte sich abermals auf die Schulbank und absolvier-            Im Jahr 2012 hat die langjährige Mitarbeiterin den Bereich Fort-
   dentin bin ich zudem für die Erfüllung spezieller Aufgaben in der       Zeitraum der Projektphasen hinweg zu sichern. Erfolgreiche,                                             te die Ausbildung zum Qualitätsmanager und internen Auditor.              und Weiterbildung an jüngere Mitarbeiter abgegeben. Denn sie
   Wohlfahrt- und Sozialarbeit zuständig.                                  nachhaltig wirkende Projekte, die nutzbringend für die Gesell-                                          „Das war notwendig, weil Bildungseinrichtungen nur noch                   ist heute nicht nur Qualitätsbeauftragte, sondern gleichzeitig
   Gibt es eine Aufgabe, die Ihnen besonders am Herzen liegt?              schaft sind, müssen zuverlässig und langfristig durch den Staat                                         öffent­
                                                                                                                                                                                         liche Förderungen erhalten, wenn sie zertifiziert sind“,            auch für die Planung und Statistik sowie den Datenschutz an
   Bundesweit engagieren sich im DRK über 425.000 Ehrenamtler              gefördert werden. Gleichzeitig geht es hier auch um Bürokratie-                                         begründet die Rotkreuzmitarbeiterin ihren Entschluss und fügt             der Einrichtung zuständig. Besonders viel Spaß macht ihr das
   sowie 170.000 hauptamtliche Mitarbeiter. Diese bringen sich             abbau. Dafür will ich gern meine Stimme erheben.                                                        hinzu: „Außerdem finde ich es toll, dass ich hier jederzeit die           Schreiben von Qualitätshandbüchern. „Ich mag es, feste Struk-
   mit viel Herzblut in die Arbeit unseres Verbandes und zum               Sie engagieren sich mit viel Elan und Freude für das                                                    Möglichkeit habe, mich zu qualifizieren und dafür auch die Un-            turen in bestimmte Bereiche hineinzubringen und diese in Texte
   Wohle der Menschen ein. Meine Aufgabe sehe ich darin, alles             Rote Kreuz. Gibt es Dinge, die Sie ärgern?                                                              terstützung der Geschäftsführung bekomme.“                                zu fassen, die für alle Mitarbeiter nachvollziehbar sind“, erklärt
   dafür zu tun, dass sich ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen             Leider gibt es die. Dazu gehören beispielsweise anonyme Briefe,                                         Mit dem nötigen theoretischen Wissen ausgestattet, begannen               die erfahrene Mitarbeiterin.
   verbessern und damit die Tätigkeit vor Ort erleichtert wird.            in denen Unwahrheiten behauptet werden und gegen die wir                                                Cornelia Wilke und das gesamte Leitungs- und Mitarbeiterteam              Cornelia Wilke, die im letztem Jahr übrigens ihr 25-jähriges
   Wie wollen Sie das erreichen?                                           uns dann mit Gutachten verteidigen müssen, die mehrere zehn-                                            das Qualitätsmanagementsystem am Bildungszentrum aufzu-                   Dienstjubiläum hatte, strahlt Begeisterung aus, wenn sie von
   Ich möchte bei allen Gelegenheiten, die sich mir bieten, die            tausend Euro kosten. Andererseits wirft man uns vor, zu hohe                                            bauen und ein entsprechendes Handbuch zu schreiben. 2006                  ihrer Arbeit und ihren Kollegen spricht. Eine bessere berufliche
   Arbeit des DRK stärker ins Bewusstsein der Politiker rücken.            Honorare für die Fortbildung unserer Erzieher ausgegeben zu                                             erfolgte erstmalig die erfolgreiche Zertifizierung. „Ich habe immer       Tätigkeit kann sie sich nicht vorstellen. Auch wenn sie seit vie-
   Denn mir ist aufgefallen, dass viele die Sonderstellung des DRK         haben, die allerdings nur einen Bruchteil der Kosten für unnütze                                        den Ehrgeiz, was ich tue, gut zu machen“, sagt die engagierte             len Jahren dafür täglich mit dem Auto 160 Kilometer fahren
   als Nationale Hilfsorganisation noch gar nicht richtig wahrge-          Gutachten ausmachen. Wir haben in M-V über 90 tolle DRK-                                                Mitarbeiterin, die noch heute für die ständige Fortschreibung des         muss. „Ich möchte diese Arbeit einfach nicht mehr missen
   nommen haben. Das betrifft beispielsweise den Umgang mit                Kitas. Und ich finde, dass unsere Erzieher die besten Dozenten                                          Handbuches sorgt. „Für mich ist es gleichzeitig ein wichtiges             und will jeden Tag mein bestes für unsere Einrichtung tun“,
   dem Rettungsdienst und die ständige Kürzung von Fördermit-              verdient haben, die uns zur Verfügung stehen – auch wenn                                                Ordnungssystem. Jeder, der neu im Bildungszentrum anfängt,                sagt die kleine quirlige Frau, an der man nicht vorbeikommt,
   teln. Obwohl die Wohlfahrtsverbände ganz wichtige Aufgaben              deren Honorare in seltenen Fällen etwas höher ausfallen.                                                bekommt von mir erstmal eine Einweisung zu unseren Quali-                 wenn es um die Qualität am Bildungszentrum geht.
   für den Staat und dessen Bürger erfüllen, wird es ihnen oftmals                              Für das Interview bedankt sich Christine Mevius                                    tätsanforderungen – da führt kein Weg dran vorbei“, sagt sie                                                      Text und Foto: Christine Mevius
   sehr schwer gemacht.                                                                                                                                                            schmunzelnd.

                                                                       8                                  Ausgabe 1 | 2019 Rotkreuzmagazin extra.stark!                            Rotkreuzmagazin extra.stark! Ausgabe 1 | 2019                         9
Extra.stark! ROTKREUZMAGAZIN MECKLENBURG - VORPOMMERN - Rotkreuz-magazin in M-V - DRK ...
WASSERWACHT                                                                                                                                                                                                                                                             WASSERWACHT

                                                                                                                                                                                                                                          1 Technik-Freunde unter sich: Yannick Opätz
                                                                                                                                                                                                                                          und sein Kollege Jörg Braun nutzen gern die
                                                                                                                                                                                                                                          moderne Rettungstechnik. Beide sind ausgebil-
                                                                                                                                                                                                                                          dete Drohnenpiloten. | Foto: Franziska Krause
                                                                                                                                                                                                                                          2 In Warnemünde kommen seit letztem Sommer
                                                                                                                                                                                                                                          zwei „Rescue Water Crafts“ zum Einsatz. |
                                                                                                                                                                                                                                          Foto: Stefanie Kasch
                                                                                                                                                                                                                                          3 Thomas Rohleder ist beim Test der Technik
                                                                                                                                        2                                                                                                 in seinem Element. | Foto: Franziska Krause

                                                                                                                                        Die Gründe für das Engagement an der Küste sind vielfältig:               vielfältige Einsatzmöglichkeiten gerüstet und überzeugte Vertreter
                                                                                                                                        „Es ist eine Kombination aus Ehrenamt und Auszeit vom Arbeits­            der DRK-Wasserwachten bei einer Vorführung. Auch in Warne-
                                                                                                                                        alltag sowie ein Erfahrungsaustausch mit anderen Rettungs-                münde setzt die Wasserwacht seit August auf neue Wasserfahr-
                                                                                                                                        schwimmern. Gleichzeitig kann ich mein Wissen inklusive Tipps             zeuge mit Blaulicht. Zwei „Rescue Water Crafts“ wurden dort
                                                                                                                                        und Tricks an junge Retter weitergeben. Ich sehe, wie unerfahrene         in Betrieb genommen. Sie sind mit speziellen Rettungsschlitten
                                                                                                                                        Rettungsschwimmer mit bestimmten Situationen umgehen und                  ausgestattet und besonders für schwierige Einsatzlagen geeig-
1                                                                                                                                       kann ihnen Hinweise für ihre eigene Sicherheit beim Schwimmen             net. Ein weiterer Anziehungspunkt bleibt für die Einsatzkräfte die
                                                                                                                                        oder der Wasserrettung geben. Jeder sollte selbst erleben, welche         Rettungsdrohne. Yannick Opätz und Dirk Junghans haben im
                                                                                                                                        Unterschiede es dabei im Binnenland und an der Ostsee gibt“, so           letzten April die Ausbildung zum Piloten absolviert. „Wir hatten
                                  GU T G ERÜSTE T FÜR DIE NEUE SAISON                                                                   Dirk Junghans. Dieses Wissen erfahrener Kräfte ist unerlässlich.          täglich einen Trainingsflug und sogar einige Einsätze“, so die

                                      Wer rettet mit?
                                                                                                                                        „Denn das Aufgabenspektrum der Rettungsschwimmer erweitert                Ehrenamtler.
                                                                                                                                        sich stetig vor allem dadurch, dass sie zunehmend ins Geschehen           „Die Rahmenbedingungen vor Ort müssen stimmen. Ob Technik,
                                                                                                                                        des öffentlichen Rettungsdienstes integriert werden“, so Thomas           Unterkunft oder der Kontakt zur Gemeinde – viele Kleinigkeiten
                                                                                                                                        Pohlers, Landesleiter der DRK-Wasserwacht.                                sorgen am Ende dafür, dass sich die Rettungsschwimmer wohl-
       FÜR DEN EINSATZ AN DEN STRÄNDEN UND BADESTELLEN IN M-V WERDEN AB MAI WIEDER                                                      Auch Yannick Opätz gibt sein Wissen gern weiter. Und er mag               fühlen und auf ein Wiedersehen freuen“, so Thomas Powasserat

           ZAHLREICHE RETTUNGSSCHWIMMER GESUCHT. AUFGRUND DER BESONDEREN                                                                die Abwechslung zum Großstadtleben. „Es wird nie langweilig.              vom DRK-Landesverband. Für die beiden Rettungsschwimmer ist
                                                                                                                                        Brenzlige Situationen lassen den Adrenalinspiegel ab und zu mal           das so. „Es ist jedes Jahr eine einmalige Zeit“, meinen sie.
       ATMOSPHÄRE IN DEN RETTER-TEAMS DER DRK-WASSERWACHT UND MODERNER TECHNIK
                                                                                                                                        nach oben schnellen. Außerdem arbeiten wir den ganzen Tag an                                                              Text: Franziska Krause
          GELINGT ES JEDES JAHR, MEHR ALS 1.300 RETTUNGSSCHWIMMER ZU GEWINNEN.                                                          der frischen Luft und sind für unsere Mitmenschen da“, sagt er.
                                                                                                                                        Doch was er am meisten schätzt, passiert nach dem Wachdienst
                                                          Dirk Junghans aus Jena kommt jedes Jahr mehrmals an die Ost-                  am Strand: „Nahe des Hauptturmes haben wir unsere Rettungs-
                                                          see. Ob Karlshagen, Glowe oder Zingst – für ihn ist sein Dienst               schwimmerunterkunft. Viele Freizeitaktivitäten finden dort gemein-
                                                          als ehrenamtlicher Rettungsschwimmer selbstverständlich. In                   sam statt. Wir kochen zusammen, reden, schauen Filme und vie-
                                                          Glowe übernimmt der 46-Jährige darüber hinaus als Wachleiter                  les mehr. Während der wundervollen Dienstzeit an der Küste lernt
                                                          und Pilot der Rettungsdrohne Verantwortung. Seit 2016 ist auch                man Menschen fürs Leben kennen, Menschen, mit denen man
                                                          Yannick Opätz aus Berlin im Sommer für vier bis sechs Wochen                  sich gut versteht“, so der junge Berliner. Dirk Junghans pflichtet
                 Das DRK bewacht                          als Rettungsschwimmer im Einsatz. „Für mich heißt das: Raus                   ihm bei: „Gemeinsam nach dem Wachdienst etwas zu unterneh-
                  14 Badestrände                          aus der Großstadt, rein in den schönen Ort Zingst und an die                  men oder einfach mal die Seele am Strand beim Sonnenunter-

               an der Ostseeküste in                      wundervolle Ostsee“, so der 19-Jährige. Mittlerweile sind an der              gang baumeln zu lassen, machen den Wachtag besonders.“
                                                          Küste Wasserretter aus dem gesamten Bundesgebiet vertre-                      Neben der guten Atmosphäre im Team sind moderne Technik und
              Mecklenburg-Vorpommen
                                                          ten, denn mit den Kräften vor Ort allein wäre die Absicherung                 Ausstattung entscheidend. „Seit Jahren investiert die Wasser­
                  Weitere Infromationen finden Sie        der Rettungstürme nicht zu leisten. 1.380 Rettungsschwimmer                   wacht in neue und innovative Produkte, die unsere Rettungs-
                  unter: www.wasserwacht-mv.de
                                                          waren 2018 in ganz Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz. Etwa                    schwimmer begeistern“, so Thomas Pohlers. Ab dieser Saison
                                                          75 Prozent derer, die in den Ostseebädern Dienst leisteten, kamen             kommt auf der Insel Usedom ein so genannter „Rescue Runner“
                                                          aus anderen Bundes­ländern oder anderen Ländern, wie Polen.                   zum Einsatz. Das in Schweden produzierte Wasserfahrzeug ist für           3

                                                     10                                 Ausgabe 1 | 2019 Rotkreuzmagazin extra.stark!   Rotkreuzmagazin extra.stark! Ausgabe 1 | 2019                        11
Extra.stark! ROTKREUZMAGAZIN MECKLENBURG - VORPOMMERN - Rotkreuz-magazin in M-V - DRK ...
TAGEBUCH                                                                                                                                                                                                                                                                                                 TAGEBUCH

                        EIN TAG A LS A ZUBI IN DER K INDERTAGESSTÄT TE

               Von ersten Schritten und
                 großen Fortschritten
        IN DER DRK KITA GREIFSWALD KÜMMERT SICH EIN 24-KÖPFIGES TEAM LIEBEVOLL
    UM DIE BETREUUNG DER JÜNGSTEN – EINER VON IHNEN IST RUNE POSLEDNIK. IM LETZTEN
        SEPTEMBER HAT ER SEINE AUSBILDUNG ZUM ERZIEHER BEGONNEN – EIN BERUF,                                                                                   Beim Musizieren ist der Auszubildende in seinem Element.
           IN DEM HÄNDERINGEND NACHWUCHS GESUCHT WIRD. „EXTRA.STARK!“ HAT
                       DEN JUNGEN MANN EINEN TAG LANG BEGLEITET.                                                                                                                                                                            Tisch decken und Obst schneiden – auch die Versorgung
                                                                                                                                                                09 :45 UH R                                                                 der Kinder ist eine wichtige Aufgabe des Azubis.

                                                                                                                                                               Zeit für die Obstpause. Jedes Kind bekommt einen Teller mit
                                                                                                                                                               gesunden Leckereien, die die Eltern mitgebracht haben.
                                                                                                                                                                                                                                            11 :15 UH R
                                                                             08 :30 UH R                                                                                                                                                    Es gibt Mittagessen und anschließend folgt der Mittagsschlaf.
                                                                             Jetzt geht es auf die Spiele-Wiese. Bausteine, Holzeisenbahn                       10 :15 UH R                                                                 Der Auszubildende nutzt die Gelegenheit, um sich Notizen zu
                                                                             oder Autos – jedes Kind findet hier etwas, das ihm Spaß macht.                    Gleich geht es nach draußen. Bis alle Kinder eingepackt und                  machen, denn aus der Stralsunder Berufsschule bringt er zahl-
                                                                             „Die kleine Lilou hat heute die Bausteine so richtig für sich entdeckt“,          vor Wind und Wetter geschützt sind, kann schon einmal eine                   reiche Aufgaben mit.
                                                                             freut sich der Auszubildende.                                                     halbe Stunde vergehen. Rune Poslednik hilft beim Anziehen.
                                                                                                                                                                                     „Wir gehen möglichst jeden Tag an die frische
                                                                                                                                                                                     Luft“, sagt Inge Peukert. Heute ist es jedoch          14 :00 UH R
                                                                             09 :00 UH R                                                                                             so nass, dass sich die Erzieher für eine Spa-          Nach zweistündiger Pause ertönen die ersten Kinderstimmen.
                                                                             Nach dem Aufräumen folgt ein kleines Sportprogramm. Rune                                                 zierfahrt mit dem Wagen entscheiden. Dabei                                 ziehen, frisieren – wieder unterstützt
                                                                                                                                                                                                                                            Toilette, waschen, an­
                                                                             Poslednik gibt mit der Trommel den Takt an, dazu wird ge-                                                entdecken die Kinder, welche Pflanzen blü-            Rune Poslednik seine Schützlinge auf dem Weg in die Selbst-
                                                                             krabbelt, gelaufen, gehüpft. „Es ist erstaunlich, wie schnell sich                                          hen, reden über die Farben der Autos und           ständigkeit. Zum Kaffee kommen erneut alle am großen Grup-
                                                                             die Kinder weiterentwickeln. Vor einigen Wochen hat Lilou ihre                                                 erweitern so spielerisch den Wortschatz.        pentisch zusammen.
                                                                             ersten wackligen Schritte gemacht – heute läuft sie mir davon.
   Mit Freude dabei: Der 23-Jährige ist mit seiner Entscheidung für          Diese Fortschritte machen die Arbeit so besonders“, sagt er.                                                            Bei einer Spazierfahrt erkundet
   die Ausbildung und das DRK als Praxisbetrieb sichtlich zufrieden.
   „Hier habe ich es sehr gut getroffen. Es ist ein tolles Team und
                                                                                                                                                                                                     die Gruppe ihre Umgebung.              14 :30 UH R
   ich wurde herzlich aufgenommen“, berichtet er.                                                                                                                                                                                           Den Kindern werden verschie­dene Spiel- und Lernangebote ge-
                                                                             09 :15 UH R                                                                                                                                                    macht. Anschließend geht es noch einmal an die frische Luft.
                                                                             Es hat geschneit. Die Erzieher gehen darauf ein und die Kinder                                                                                                 Nach und nach werden die Kinder von ihren Eltern abgeholt.
                                                                             sollen versuchen, Wattebällchen zu formen und wegzupusten.
    08 :00 UH R                                                              Inge Peukert erklärt dem Ausbildenden den pädagogischen
   Für Rune Poslednik beginnt der Arbeitstag. In der Mäuse-­ Hintergrund der Übung. Das Pusten hilft bei der Sprachent-
   Gruppe sind die Kinder gerade beim Frühstück. Der 23-Jährige              wicklung – denn die Mundbewegungen werden auch beim                                                                                                                                 16 :00 UH R
   hilft ihnen beim Essen und fühlt sich sichtlich wohl. „Kinder be-         Bilden von Lauten benötigt. Anschließend wird gesungen und                                                                                                                         Feierabend für Rune Poslednik. Die Spät-
   reiten mir viel Freude. Wenn ich merke, dass sie glücklich sind           Rune Poslednik begleitet die Kinder auf der Gitarre. „Schnee-                                                                                                                      schicht bleibt noch im Dienst, denn die Kita
   und sie lachen sehe, weiß ich, dass ich hier richtig bin“, erzählt        mann, Schneemann, kalter Mann“ klingt es durch die Räume.                                                                                                                          ist bis 18 Uhr geöffnet.
   er. Erzieherin Inge Peukert bespricht mit ihm die Aufgabenvertei-                                                                                                                                                                                                            Text und Fotos: Franziska Krause
   lung. Während der Auszubildende den Kindern bei der Toilette
   und dem Händewaschen hilft, strahlt er Sicherheit und Ruhe aus.

                                                                        12                                     Ausgabe 1 | 2019 Rotkreuzmagazin extra.stark!   Rotkreuzmagazin extra.stark! Ausgabe 1 | 2019                           13
Extra.stark! ROTKREUZMAGAZIN MECKLENBURG - VORPOMMERN - Rotkreuz-magazin in M-V - DRK ...
PORTRÄT                                                                                                                                                                                                                             PORTRÄT

                                                                                                     STERNBERGERIN ALS BESTE PR A XISA NLEITERIN GEEHRT

          Lernen vom Profi:                                                                        Immer mit dem Herzen zu
                                                                                                    den Menschen sprechen
          Azubi Lea Grüning
          schätzt Praxis­anleiterin
          Jacqueline Biemann,
          die mit immensem Wissen
                                                                                                 JACQUELINE BIEMANN (44) LEBT IHRE BERUFUNG IN DER PFLEGE – MIT EMPATHIE
          und großer Leidenschaft
          den Pflegeberuf (vor-)lebt.                                                           FÜR DIE IHR ANVERTRAUTEN ÄLTEREN MENSCHEN. UND FÜR DEUTLICH JÜNGERE.
                                                                                                      DIE STERNBERGERIN IST DEUTSCHLANDS BESTE PRAXISANLEITERIN.

                                                                                        Es ist früh am Morgen. Im DRK-­Senioren­
                                                                                        zentrum Sternberg wartet eine Menge
                                                                                        Arbeit. Ein herzliches „Guten Morgen“ gilt
                                                                                        jedem Bewohner. Jacque­
                                                                                                              line Biemann
                                                                                        kommt mit einer Auszubildenden herein.
                                                                                        Beide sind bestens vorbereitet: Ein akri-
                                                                                        bisch aufgestellter Plan soll umgesetzt
                                                                                        werden. Grund- und Behandlungspfle-
                                                                                        ge, Hilfe beim Ankleiden, dazu immer ein
                                                                                        liebes Wort. Es folgt die Dokumentation,
                                                                                        bereits gemäß eines neuen Systems,
                                                                                        welches mehr Zeit lässt, um für die alten
                                                                                        Menschen da zu sein, sie zu unterstützen
                                                                                        und zu begleiten, um Wohlbefinden und
                                                                                        Lebensfreude zu schenken.
                                                                                        Ganzheitliche Pflege geht weit über das
                                                                                        Fachwissen hinaus, hat Lea Grüning ge-
                                                                                        lernt. Die 20-Jährige absolviert in Kürze
                                                                                        ihre Abschlussprüfung und muss unter                                    Geschäftsbereichsleiter Alexander Plass freut sich mit Jacqueline Biemann
                                                                                                                                                                                         über die Auszeichnung als beste Praxisanleiterin.
                                                                                        Beweis stellen, was sie gelernt hat bei
                                                                                        Jacqueline Biemann, die nach einem              tend für eine Vielzahl von Schüler­innen         diese motivierende Gabe an junge Men-
                                                                                        eigenen Konzept Lernende im regulären           und Schülern, die „ihre“ Praxisanleiterin        schen weiter.“
                                                                                        Pflegebetrieb begleitet. Sie ist Praxisan-      beim Deutschen Verein zur Förderung              Jacqueline Biemann kümmert sich um
                                                                                        leiterin, und zwar die beste in Deutsch-        pflege­
                                                                                                                                              rischer Qualität anmeldeten und            FSJler, Praktikanten, Azubis. Sie hilft bei
                                                                                        land. Im November wurde sie für ihre            stolz über die Auszeichnung von Jacque-          Hausaufgaben, fiebert bei Prüfungen mit
                                                                                        herausragende Tätigkeit und ihr Engage-         line Biemann mit dem Siegfried-Huhn-­            und ist so etwas wie eine „Vertrauens­
                                                                                        ment geehrt. Und dafür, dass sie selbst-        Ehrenpreis sind. Unter fast 500 Nomi-            lehrerin“, die lobt, aber auch ihre Kritik
                                                                                        los ihr umfassendes Wissen weitergibt,          nierten hat sich die zweifache Mutter            ehrlich und offen anbringt, wenn das nötig
                                                                                        in jeder Situation Tipps parat hat und es       durchsetzen können.                              ist. Vor allem aber ist sie ein Geschenk
                                                                                        vermag, Begeisterung für den schweren,          „Wir haben vieles richtig gemacht“, sagt         für die Senioren, die auf die verantwort-
                                                                                        aber dankbaren Pflegeberuf zu wecken.           Alexander Plass, Geschäftsbereichslei-           liche Fachkraft regelrecht warten. Egal,
                                                                                        „Sie ist die Beste. Sie ist immer für uns       ter Pflege und Senioren, anerkennend             ob sie allein zum Dienst kommt oder
                                                                                        da, weiß so viel und zeigt es uns. Sie ist      und lobt das Engagement seiner Mitar-            wieder mit einem jungen Menschen, der
                                                                                        einfach ein herzensguter Mensch“, be-           beiterin. „Sie macht die beste Werbung           der Pflege ganz sicher gut tun wird.
                                                                                        schreibt Lea ihr Vorbild. Die angehende         für den Pflege­beruf. Sie spricht mit dem                         Text und Fotos: Barbara Arndt
                                                                                        Pflegefachkraft macht das stellvertre-          Herzen zu unseren Bewohnern und gibt

                               14       Ausgabe 1 | 2019 Rotkreuzmagazin extra.stark!   Rotkreuzmagazin extra.stark! Ausgabe 1 | 2019                      15
Extra.stark! ROTKREUZMAGAZIN MECKLENBURG - VORPOMMERN - Rotkreuz-magazin in M-V - DRK ...
JUGENDROTKREUZ                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            KINDER

                            RE A LITÄTSN A HES TR AINING FÜR DIE HELFER

                   JRK bildet Notfalldarsteller aus
        IN DER ERSTE-HILFE-AUSBILDUNG SORGEN QUALIFIZIERTE NOTFALLDARSTELLER FÜR
       REALITÄTSNAH GESCHMINKTE WUNDEN UND ANDERE VERLETZUNGSMUSTER. EBENSO
           WICHTIG IST DIE SZENISCHE GESTALTUNG VON NOTFALLSITUATIONEN, DAMIT DIE
       HELFERTEAMS DIE RICHTIGEN LEBENSRETTENDEN MASSNAHMEN EINLEITEN KÖNNEN.

   Notfalldarsteller sind ausgebildete Schminker und Mimen, die
   in etwa mit Maskenbildnern und Schauspielern am Theater zu                                                                                                                                                                                                                                                                                          Ehrenamts-Opa Ecki
   vergleichen sind. Die Darsteller bekommen Verletzungen ge-                                                                                                                                                                                                                                                                                          und seine kleinen
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      „Holz­arbeiter“ treffen
   schminkt, die von der Beule über den Knochenbruch bis hin                                                                                                                                                                                                                                                                                           sich regelmäßig in
   zu blutigen Fleischwunden reichen. Damit alles täuschend echt                                                                                                                                                                                                                                                                                       der Werkstatt.
   aussieht, benutzen die Schminker unterschiedlichste Tinkturen,
   Pasten sowie andere Hilfsmittel. Hinzu kommen jahrelange Er-
   fahrungen bei Übungseinsätzen und Wettbewerben, wodurch                                                                                                                                                                                                     PENSIONIERTER PÄ DAGOGE IN K ITA TÄTIG
   sie ihre Techniken Stück für Stück perfektionieren. „Bei solchen
   Zusammenkünften lohnt es sich für die Jüngeren immer, den so-
   genannten alten Hasen mal über die Schulter zu schauen, um
                                                                                                                                                                                                                                                          Mit Opa Ecki lernen Kinder
   sich Tricks und Kniffe abzulauschen“, sagt JRK-Landesreferent
   Martin Pötzsch.
                                                                                                                                                                                                                                                               in der Werkstatt
   Doch das Schminken ist dabei nur eine Sache. Ebenso wich-
   tig sind gut ausgebildete Mimen. Sie müssen vor allem lernen,                                                                                                                                                                    HOLZBEARBEITUNG IM VORSCHULALTER IST RICHTIG GUT, UM KONZENTRATION UND
   wie sich Verletzte oder kranke Menschen bei unterschiedlichs-                                                                                                                                                                     MOTORIK ZU FÖRDERN. ECKHARD WENDT, PENSIONIERTER LEHRER FÜR TECHNIK
   ten Krankheitsbildern verhalten und diese möglichst realitätsnah
                                                                                                                                                                                                                                        UND WERKEN, UNTERSTÜTZT ALS EHRENAMTLER DIE DRK-KITA BANZKOW.
   darstellen. Schwierig einzuordnen sind für die Ersthelfer oftmals        Fähigkeiten in der Praxis anwenden. Dafür bieten wir im JRK
   Aussagen von Verletzten, die unter Schock oder Drogen ste-               etliche Möglichkeiten. Denn die Schminker und Mimen kommen
   hen. Deshalb müssen die Mimen bestimmte Verhaltensmuster                 beispielsweise bei Großübungen unterschiedlichster Einsatzkräf-                                                                                   Ritzeratze, ritzeratze – langsam fressen sich die kleinen Zähne           Er ist auch ein Profi, ein Holzprofi. Und von Profis lernen macht
   und Gesten einstudieren, die entsprechende Hinweise dazu                 te, Kreis- und Landeswettbewerben sowie bei Präsentationen im                                                                                     einer Säge durch eine Holzleiste. Diese liegt in einer Lade, die          schlau! Insofern ist er für uns wirklich ein Geschenk.“
   geben. Ihr Handwerk lernen die Notfalldarsteller in Kursen, die          Rahmen öffentlicher Veranstaltungen zum Einsatz“, erklärt Martin                                                                                  Leopold mit der linken Hand festhält. „Ist noch nicht durch“,             Zugute kommen dem Pensionär aus dem nahe gelegenen
   regel­mäßig vom Jugendrotkreuz angeboten werden. „Wer diese              Pötzsch, der gemeinsam mit der JRK-Landesleitung dafür sorgt,                                                                                     sagt er erstaunt und blickt seinen Helfer fragend an. „Noch ein           Consrade definitiv seine beruflichen Erfahrungen. Als Lehrer für

                                                                                                                                                          Fotos: Zollstock: cocoparisienne , Nägel: StockSnap – pixabay.com
                                            Ausbildung mitgemacht           dass regelmäßig Kurse für Notfalldarsteller stattfinden. Jedes                                                                                    paar Mal“, ermuntert Opa Ecki den Vierjährigen. „Kinder sind              Technik und Werken sowie viele Jahre lang als Fachberater für
   Die Ersthelfer wissen dank
   perfekt geschminkter                       hat, möchte natürlich         Jahr wird ein Grund- sowie ein Aufbaukurs angeboten. Aber auch                                                                                    voller Ungeduld. Sie wollen immer gleich ein Ergebnis sehen.“             Werken hat er Generationen von Kindern unter anderem den
   Wunden und realitäts-                            die erworbenen          in ihren Gruppenstunden, Ferienlagern und bei anderen gemein-                                                                                     Seine Hand führt behutsam die rechte von Leopold. Und siehe               Werkstoff Holz nähergebracht. Heute entstehen unter seiner
   naher Darstellungen
   der Mimen genau,                                                                  samen Unternehmungen üben die Jugendrotkreuzler                                                                                          da: „Geschafft!“ Bjarne, Elisabeth und Malo haben ihre Leisten            Anleitung kleine Bilderrahmen oder die besagte Schatztruhe.
   was zu tun ist.                                                                      das Schminken und Mimen – und haben garantiert                                                                                        schon fertig. Jetzt geht es daran, sie zusammenzufügen. „Zu               Zwei Kindergruppen fiebern den Vormittagen im Werkstattraum
                                                                                          immer viel Spaß dabei.                                                                                                              einer Schatztruhe“, schwärmt Elisabeth. Die Sechsjährige weiß             regelmäßig entgegen. „Das macht einfach nur Spaß. Die Kinder
                                                                                                                Text und Fotos: Christine Mevius                                                                              schon ganz genau, was sie darin aufbewahren wird. Das hat                 sind neugierig und unglaublich fröhlich. Wohltuend“, sagt
                                                                                                                                                                                                                              sie aber nur Opa Ecki verraten.                                           Eckhard Wendt. Auf dem Nachhauseweg sinniert er, was als
                                                                                                                                TERMINE 2019                                                                                  Der heißt eigentlich Eckhard Wendt und kommt wöchentlich in               nächstes ausprobiert wird. Daheim hält er mit seiner Frau, die
                                                                                                          Grundkurs Notfalldarstellung                                                                                        die Banzkower DRK-Kneipp-Kita. Ehrenamtlich unterstützt der               auch im Lehrerberuf tätig war, regelmäßig einen „kleinen päda­
                                                                                                              29. bis 31. März 2019 im DRK-­                                                                                  70-Jährige nun schon im dritten Jahr das Kita-Team um Mandy               gogischen Rat“ ab, um sein Ehrenamt weiter zu intensivieren.
                                                                                                                     Bildungszentrum Teterow                                                                                  Döscher. „Es ist wunder­bar, dass wir ihn haben. Die Kinder sind          Sein Engagement ist längst Dorfgespräch. Eltern und Angehö-
                                                                                                           Aufbaukurs Notfalldarstellung                                                                                      hellauf begeistert. Und mächtig stolz, wenn sie wieder ein klei-          rige der Kita-Kinder freuen sich, dass viel, viel mehr Mädchen
                                                                                                               29. Nov. bis 01. Dez. 2019 im                                                                                  nes Werkstück fertiggestellt haben. Herr Wendt macht das ganz             und Jungen als die acht Enkel von Opa Ecki von seinen groß­
                                                                                                              DRK-­Bildungszentrum Teterow                                                                                    toll.“ Ines Müller, Kita-­Bereichsleiterin beim DRK-Kreisverband          artigen Erfahrungen und seiner Liebenswürdigkeit profitieren
                                                                                                                                www.jrk-mv.de                                                                                 Parchim, ergänzt: „Opa Ecki ist ja nicht irgendein Ehrenamtlicher.        können.                                Text und Foto: Barbara Arndt

                                                                       16                                 Ausgabe 1 | 2019 Rotkreuzmagazin extra.stark!                                                                       Rotkreuzmagazin extra.stark! Ausgabe 1 | 2019                        17
Extra.stark! ROTKREUZMAGAZIN MECKLENBURG - VORPOMMERN - Rotkreuz-magazin in M-V - DRK ...
BETREUTES WOHNEN                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       SOZIALE DIENSTE

                             MODERNSTE TECHNIK IM BE TREU TEN WOHNEN                                                                                                                                                                                      BE TREU TES REISEN

                                 Assistenzsysteme für                                                                                                                                                                                  Urlaub für Menschen mit
                             ein selbstbestimmtes Leben                                                                                                                                                                                    einem Handicap
             MOBILE DATENÜBERMITTLUNGSGERÄTE GEHÖREN ZU UNSEREM ALLTAG. NICHT NUR                                                                                                                              EINMAL IM JAHR ORGANISIERT DER DRK KREISVERBAND DEMMIN ERLEBNISREICHE
           JÜNGERE PROFITIEREN VON HANDYS, TABLETS & CO. AUCH ÄLTEREN HILFEBEDÜRFTIGEN                                                                                                                                  UND ERHOLSAME FERIEN FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNG.
               MENSCHEN ERÖFFNET DIE HOCHMODERNE TECHNIK NEUE MÖGLICHKEITEN.

         Der Hausnotruf wird von vielen älteren und pflegebedürftigen                oder die Wohnungstür geöffnet werden. So bleibt gehbehinder-
         Menschen genutzt. Bisher beschränkte sich der Einsatz auf ein               ten oder körperlich geschwächten Menschen der mühsame Weg
         Empfangsgerät, welches in der Wohnung installiert und mit einem             zur Tür erspart, um den Pflegedienst bzw. Angehörige hineinzu-
         Telefonanschluss verbunden wird, sowie den dazugehörenden                   lassen.
         Notrufknopf. Dieser wichtige Knopf sollte natürlich immer griffbe-          Ein anderer Sensor unter dem Bett kann Fußbewegungen regist-
         reit sein, also am Handgelenk oder Halskette getragen werden.               rieren. Wird der Fuß aus dem Bett auf den Boden gestellt, schal-
         Wird er betätigt, meldet sich die Notrufzentrale und nimmt ein Ge-          tet sich die Nachttischlampe ein, um Stürzen vorzubeugen.
         spräch mit dem Hilferufenden auf. Eine für den Anrufer festgelegte          Sicherheit wird auch in anderen Bereichen groß geschrieben.
         Handlungsanweisung sorgt für schnelle Hilfe.                                Schaltet der Bewohner zum Beispiel in der Küche den Herd mit
         Wie in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens hat sich die             dem Mittagessen an, geht ins andere Zimmer, schaut Fernsehen                                                      Besuch der Brauerei auf dem Wasserschloss Mellenthin.                   Ein Spaziergang bei gesunder Ostseeluft tut der Seele gut.
         Technik auch in diesem Bereich rasant weiterentwickelt. Smart               und schläft dabei ein, merkt ein Sensor, dass sich einige Zeit in der
         Home – technische Verfahren zur Erhöhung der Sicherheit und                 Küche nichts mehr bewegt und löst akustischen sowie visuellen                                                     Im vergangenen Juni erholten sich 32 Menschen mit Behinde-              Im Hotel brauchte niemand schwere Koffer auf das Zimmer
         effizienten Energienutzung auf der Basis vernetzter und fernsteu-           Alarm aus. Reagiert der Bewohner darauf nicht, dann wird der Herd                                                 rung und ihre Betreuer eine Woche lang im Ostseebad Zinno-              zu tragen. Das übernahm der Gepäckservice. Ausflugsziele,
         erbarer Geräte – erhöhen die Wohn- und Lebensqualität. Speziell             automatisch abgeschaltet und Hilfe alarmiert. Sensoren können                                                     witz auf der Insel Usedom. Nur 80 Meter von Strand und Pro-             Abendveranstaltungen und andere gemeinsame Unternehmun-
         für die ältere Generation werden „Altersgerechte Assistenzsyste-            sogar erkennen, ob eine Tablettenbox geöffnet wurde oder nicht.                                                   menade entfernt, wohnten sie im barrierefreien Hotel „Casa              gen wurden nach den besonderen Bedürfnissen der Teilneh-
         me für ein selbstbestimmtes Leben“ angeboten. Vorwiegend in                 Ein akustisches Signal erinnert an die Einnahme der Medikamente.                                                  Familia“. Für Halbpension sowie benötigte Pflegehilfsmittel und         mer organisiert und gestaltet. So erlebten sie zum Beispiel eine
         Wohnräumen installiert, erleichtern sie den Alltag. Sie arbeiten mit        Der Nutzer kann selbst bestimmen, was in ausgewählten Situ-                                                       Pflegedienste vor Ort war gesorgt, sodass den langersehnten             Inselrundfahrt, eine Führung durch das Ostseebad Zinnowitz,
                 verschiedenen Sensoren, die Bewegung, Rauchbildung                  ationen geschehen soll, genau abgestimmt auf seine persön-                                                        Ferien nichts mehr im Wege stand.                                       besuchten die Bernsteinstherme und das Museum, das Was-
                         oder das Öffnen einer Tür bzw. eines Fensters re-           lichen Wünsche und ganz individuellen Bedürfnisse. So kann                                                        Marlis Kaatz, Leiterin vom Behindertentreff in Altentreptow, und        serschloss Mellenthin sowie die dortige Brauerei, den Botani-
                            gistrieren. Beispielsweise kann in Kombination           eine optimale Begleitung und Unterstützung in einem selbstbe-                                                     Sylvia Reinhardt vom DRK Kreisverband Demmin begleiteten                schen Garten und auch eine Rundfahrt auf dem Achterwasser
     Kontakt beim
  DRK-Kreisver   ba  nd       mit einer Fernbedienung, die in der Jackenta-          stimmten Leben erreicht werden.                                                                                   die Reisegruppe. „Ich kenne einige Teilnehmer schon lange und           und Strandspaziergänge durften sie genießen. Ein weiterer Hö-
                     bu rg:
Nordwestmecklen                sche getragen wird, das Licht eingeschaltet           Der DRK Kreisverband NWM e. V. betreibt zwei Wohnanlagen                                                          konnte deshalb sehr gut auf ihre Befindlichkeiten eingehen. Das         hepunkt war ein Abstecher in das benachbarte polnische Swi-
      Bern d Helm  s                                                                 für Betreutes Wohnen in Herrnburg und Boltenhagen. In allen                                                       ist uns wichtig, denn gemeinsame Aktivitäten schaffen soziale           nemünde. Auch die Abende waren von gemeinsamen Erlebnis-
                     95 - 0
Telefon: 038 81 / 75                                                                 46 Wohnungen gehört der Hausnotruf zur Grundausstattung.                                                          Kontakte, fördern das Wohlbefinden, bringen Freude und stär-            sen geprägt. Dazu gehörten der Auftritt eines Shanty-Duos mit
  b.helms@drk-nw .dem                                                                Zukünftig werden die Hausnotruf-Mitarbeiter „Altersgerechte                                                       ken das Selbstvertrauen“, erzählt Marlis Kaatz.                         bekannten Liedern, ein unterhaltsamer Abend mit Conférencier
                                                                                     Assis­tenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben“ anbieten und                                                    Wichtig ist in jedem Fall eine gut durchdachte Organisation,            Lothar Wolf sowie Spieleabende.
                                                                                     installieren. Für so manchen älteren Menschen ist es kaum vor-                                                    wenn man mit Menschen verreist, die ein Handicap haben.                 Die Lebensqualität und Integration für Menschen mit Behinde-
                                                                                     stellbar, wie diese Systeme funktionieren. Deshalb wollen die                                                     Das fängt schon bei der Anreise zum Ferienort an. Und so                rung entscheidend zu verbessern, ist eine wichtige Aufgabe der
                                                                                                                                                                     Foto: jo_pictures – pixabay.com

                                                                                     Mitarbeiter eine freigezogene Wohnung im Betreuten Wohnen                                                         wurden die Reiselustigen bei Bedarf von zu Hause abgeholt               Gesellschaft, die den Demminer Rotkreuzmitarbeitern beson-
                                                                                     als Musterwohnung mit den genannten Assistenzsystemen                                                             und zu den Treffpunkten in Malchin, Stavenhagen und Alten-              ders am Herzen liegt.
                                                                                     ausrüsten. Realitätsnah lassen sich so Situationen demonstrie-                                                    treptow gefahren. Von dort ging es mit dem Bus vom Behin-               Text und Fotos: Sylvia Reinhardt
                                                                                     ren, in denen die Systeme zum Einsatz kommen können.                                                              dertenverband Neubrandenburg e. V. weiter ins Urlaubsdomizil.
                                                                                     Altersgerechte Assistenzsysteme bieten vor allem eins:
                                                                                     Mehr Sicherheit für den Bewohner und damit die Chance, den
                                                                                     Lebensabend möglichst lange in der eigenen Häuslichkeit zu
                                                                                     genießen.                  Text: Yvonne Zierow | Foto: Annette Broose
         Bernd Helms auf dem Weg zum nächsten Hausnotruf-Kunden.

                                                                                18                                   Ausgabe 1 | 2019 Rotkreuzmagazin extra.stark!                                     Rotkreuzmagazin extra.stark! Ausgabe 1 | 2019                      19
PFLEGE                                                                                                                                                                                                                                                                                       DRK-WOHNANLAGEN

                             20 JA HRE „ H AUS SONNENHOF“ IN V ELG AST                                                                                                                                             TOLLE SACHE:

          Von liebevoller Pflege, abwechslungs­                                                                                                                                            Ehrenamtler bereichern
         reichen Angeboten und Wertschätzung                                                                                                                                                Alltag der Bewohner
      DER DRK KREISVERBAND NORDVORPOMMERN BETREIBT SEIT 1998 EINE STATIONÄRE                                                                                    IN DER DRK-WOHNANLAGE „UNS HÜSUNG“ IN KLÜTZ BRINGT EIN 29-KÖPFIGES TEAM
    PFLEGEEINRICHTUNG FÜR GEISTIG UND KÖRPERLICH SCHWERSTBEHINDERTE MENSCHEN.                                                                                 ENGAGIERTER HELFER VIEL ABWECHSLUNG UND FREUDE IN DEN ALLTAG DER BEWOHNER.
                                                                                                                                                                                 DAZU GEHÖRT AUCH HILDBURG ENDERLEIN.

                                                                                                                          das Singen, Bewegung                Hildburg Enderlein hatte seit 1978 als Physiotherapeutin in               sondern berichtet ihnen auch gern von ganz persönlichen Er-
                                                                                                                          nach Musik und unter­               der Pflegeeinrichtung gearbeitet. Zunächst im Schloss Both-               lebnissen. Diese bringt sie von ihren Pilgerreisen durch Frank-
                                                                                                                          schiedliche Bastel­mög­             mer, später am jetzigen Standort in Klütz. Als sie sich 2005 in           reich, Spanien, Italien und Portugal mit oder von dem abgele-
                                                                                                                          lichkeiten wie das Fer-             den Ruhestand verabschiedete, verließ die damals 60-Jährige               genen Bergbauernhof, auf dem sie hin und wieder als Freiwillige
                                                                                                                          tigen von Kollagen. Auch            jedoch nur ihren Arbeitsplatz. Der Kontakt zu Einrichtungs-               arbeitet. So hält sich Hildburg Enderlein fit und schöpft Kraft,
                                                                                                                          einige kleinere haus­wirt­          leiterin Renate Peth, den Mitarbeitern und Bewohnern ist bis              die sie auch dazu nutzt, allwöchentlich Freude in den Alltag
                                                                                                                          schaft­liche      Tätig­keiten      heute geblieben.                                                          der Menschen zu bringen, die auf sie und ihre Geschichten
                                                                                                                          können die Bewohner                 „Wir freuen uns sehr, dass Frau Enderlein uns mit zusätzlichen            warten. Die zierliche, weißhaarige Seniorin hat immer wieder
                                                                                                                          unter Anleitung über-               Angeboten unterstützt“, sagt Renate Peth, die sichtlich stolz             viel Freude daran, über ihre bunte und vielfältige Erlebniswelt
                                                                                                                          nehmen.        So     räumen        auf alle ehrenamtlichen Helfer ist, zu denen unter anderem ei-            zu berichten. Sie gestaltet ihre Stunden sehr lebhaft und setzt
                                                                                                                          sie beispielsweise den              nige ehemalige Mitarbeiter, Angehörige und aktive Mitbürger               unterschiedliche Reize, damit möglichst alle mitmachen kön-
                                                                                                                          Wäschewagen gemein-                 aus der Region gehören. „Über 1.000 Stunden Zeit spenden                  nen. Zu Ostern, das weiß die Ehrenamtlerin schon heute, wird
                                                                                                                          sam aus oder decken                 sie gemeinsam jedes Jahr für unsere Bewohner. Sie helfen zum              sich vieles um Meister Lampe und die Bräuche drehen – ein-
   Sven Winter arbeitet mit einem Bewohner in der Bastelwerkstatt. Andrea Heitmann zeigt die von Bewohnern                die Tische. „Diese Ein-             Beispiel bei Festen und Feiern, Umzügen, Ausflügen und ande-              gebettet in Gedichte und Lieder, die an frühere Zeiten erinnern
   erstellten Fadengrafikbilder.
                                                                                                                          beziehung in kleine täg-            ren Anlässen. Dafür kann man ihnen gar nicht genug danken“,               und manche Bewohner anregen, aktiver zu sein als sonst.
   „Hast du mir was mitgebracht?“, empfängt Ole (Name geändert)                 liche Aufgaben ist für sie eine wichtige Wertschätzung“, erklärt              berichtet die Leiterin, die bereits seit Juni 2001 auf ihre Ehren-        „Dass ich das alles noch machen kann, empfinde ich als ab-
   freudig Andrea Heitmann. „Heute leider nicht, aber ein anderes               Andrea Heitmann. Sven Winter ist der Leiter der Ergotherapeu-                 amtler zählen kann. Dazu gehören auch wechselnde Paten-                   solutes Geschenk. Durch meine eigenen Unternehmungen be-
   Mal“, entgegnet die 50-jährige Leiterin der Pflegeeinrichtung                ten. Der 47-Jährige arbeitet unter anderem mit den Bewohnern                  schaften mit der Klützer DRK-Kita und der Schule.                         komme ich immer neue Motivationen, für andere da zu sein“,
   lächelnd. „Unsere Bewohner leben hier in einer familiären Atmos­             in einer kleinen Bastelwerkstatt, wo fortlaufend jahreszeitliche              Hildburg Enderlein kommt schon seit 18 Jahren konsequent                  erzählt Hildburg Enderlein. Und dann erwähnt sie noch voller
   phäre. Viele sind seit dem Kindesalter bei uns. Sie haben, wie wir           Dekorationen für das ganze Haus und die Bewohnerzimmer                        einmal in der Woche zum Vorlesen und Erzählen – immer am                  Begeister­
                                                                                                                                                                                                                                                 ung die anstehende Individualreise mit ihrem Sohn
   alle, ihre speziellen Bedürfnisse und Wünsche – und wir versuchen,           angefertigt werden. „Alles dient zur Förderung der kognitiven                 gleichen Tag, zur selben Zeit. „Das ist mir wichtig, denn so kön-         nach Namibia. Die Freude darüber ist ihr schon jetzt anzu-
   ihnen diese nach unseren Möglichkeiten zu erfüllen“, erklärt sie.            Fähigkeiten und Beschäftigung unserer Bewohner“, erklärt er                   nen sich die älteren Menschen auf unser Treffen einstellen“,              merken. Die schönsten Erlebnisse wird sie ganz sicher in tol-
   Zurzeit leben hier 70 Bewohner in drei Wohnbereichen mit                     und fügt hinzu: „Wenn jemand für sich sein möchte, haben wir                  sagt sie und fügt hinzu:. „Wie viele Bewoh-                               len Geschichten verpackt mit nach Hause bringen und den
   jeweils zwei Wohngruppen für 12 Personen. In jedem Bereich                   einen Snoezel-Raum. Hier herrscht eine besondere Atmosphäre                   ner kommen, spielt keine Rolle. Wichtig                                                       Bewohnern erzählen, die jeden Freitag auf
   gibt es Einzel- und Doppelzimmer mit dazugehörigen Dusch-                    zur Entspannung für die behinderten Menschen. Durch ver-                      ist, dass es eine schöne Veranstal-                                                                 sie warten.
   bädern, Teeküchen und angrenzenden Aufenthaltsräumen.                        schiedene Lichteffekte, ruhige Musik, entspanntes Liegen auf                  tung ist, die allen gefällt“, sagt die                                                                       Text und Foto: Christine Mevius
   Je Wohn­bereich steht zudem ein großes Pflegebad zur Ver-                    dem Wasserbett oder Fühlen an einer Tastwand kommt es zu                      78-Jährige, der es nicht schwerfällt,
                                                                                                                                                                                                                                                                                Hildburg Enderlein erfreut jede
   fügung. In der hauseigenen Küche sorgen Mitarbeiter für das                  konzentrierten Sinneswahrnehmungen. Das bereichert das                        andere dafür zu begeistern, weil es                                                                               Woche die Bewohner mit ihren
   leibliche Wohl der Bewohner. Hier wird täglich frisch gekocht                Leben unserer Bewohner“, erklärt Sven Winter.                                 ihr selbst Spaß macht. Sie ent-                                                                                    Geschichten. Die großen Bild­
                                                                                                                                                                                                                                                                                     bände wecken besonders
   und gebacken.                                                                Die Pflegeeinrichtung erhält viel Unterstützung – unter anderem               führt ihre Zuhörer nicht nur                                                                                                 viele Erinnerungen.
   In dem großzügig angelegten Gebäude mit hellen Fluren und                    von der Gemeinde Velgast, insbesondere der Feuerwehr, den                     in die Welt der Märchen,
   Räumen können sich die Bewohner frei oder in Begleitung be-                  DRK Ortsvereinen Marlow und Grimmen, z. B. beim Besuch des                    Sagen und Volkslieder,
   wegen. Sie werden von 68 Mitarbeitern rund um die Uhr liebe-                 Vogelparks und Schwimmbads, oder aus Ribnitz, wenn der
   voll gepflegt und betreut. Zu ihnen gehören qualifizierte Pfleger,           Shanty-Chor zu Besuch kommt. „Viele Außenstehende sind
   Heilerzieher, Sozialpädagogen, Ergotherapeuten, Betreuungs-                  positiv beeindruckt, wenn sie am Tag der offenen Tür oder bei
   kräfte und Hauswirtschaftspersonal.                                          anderen Besuchen feststellen, dass es hier so heimisch ist“,
   Den Alltag der Menschen mit Behinderungen bereichern viele                   erzählt Andrea Heitmann und verweist auf einen wichtigen Leit-
   verschiedene Angebote, die sie je nach ihren Fähigkeiten und                 spruch, der eine Wand schmückt.
   Fertigkeiten nutzen können. Dazu zählen neben Spaziergängen                                                           Text und Fotos: Katja Mann

                                                                           20                                 Ausgabe 1 | 2019 Rotkreuzmagazin extra.stark!                                                                        21
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