Service-Orientierung bei den Versicherten - Die neue e-card ist da - mit Foto! - Sozialversicherung
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SERVICE- D I G I TA L E G E S U N D H E I T S V E RWA LT U N G
ORIENTIERUNG
Service-Orientierung
bei den Versicherten
Die neue e-card ist da – mit Foto!
Seit Oktober 2019 versendet die Sozialversicherung eine und treibt damit die Weiterentwicklung des österrei-
chischen Gesundheitswesens einen weiteren Schritt
neue Generation von e-cards mit Foto der Karteninhaberin
voran. Bis Ende des Jahres 2021 werden bereits mehr
bzw. des Karteninhabers. Bis 31. Dezember 2023 werden als die Hälfte aller e-cards ausgetauscht sein.
alle alten Karten gegen neue e-cards mit Foto ausgetauscht, Rund 85 Prozent aller Karteninhaber bekommen
wenn keine Ausnahme zutrifft. Der Kartenkörper wird mit automatisch eine neue e-card mit Foto, ohne etwas
zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet. dafür tun zu müssen, weil die Sozialversicherung
die Fotos aus bestehenden Registern zur Verfügung
Das erste Stecken einer e-card vor genau 15 Jahren gestellt bekommt. Bis 31. Dezember 2023 müssen
hat einen Modernisierungsprozess für das heimi- alle alten e-cards gegen neue e-cards mit Foto aus-
sche Gesundheitswesen und darüber hinaus für ganz getauscht sein, sofern keine Ausnahme besteht. Wei-
Österreich in Gang gesetzt. Für die Versicherten ist terhin e-cards ohne Foto erhalten alle Personen unter
es inzwischen selbstverständlich, dass beim Besuch 14 Jahren. Von der Fotoregistrierungspflicht ausge-
einer Einrichtung des Gesundheitswesens die e-card nommen sind zudem Personen über 70 Jahre sowie
als Schlüssel zu den Leistungen vorgelegt wird – Personen in Pflegestufe 4 oder höher.
egal ob es sich um eine Arztordination, eine Am-
bulanz oder ein Spital handelt. Im Laufe der Jahre Sicherheitsmerkmale
hat die Sozialversicherung zusätzlich zum Kranken- der neuen e-card
scheinersatz im e-card-System viele weitere Dienste Zusätzlich zu den bereits am Chip vorhandenen elek-
entwickelt – alle mit dem Ziel, die Arbeit für die tronischen Signaturen erhält die neue e-card auch am
Versicherten und die Kommunikation zwischen den Kartenkörper weitere Sicherheitsmerkmale und Neu-
Vertragspartnern moderner und effizienter zu ge- erungen.
stalten. UV- und Infrarot-Farben: Bestimmte Elemente, wie
Seit Oktober 2019 wird eine neue Generation von z. B. das Logo der Sozialversicherung, werden nur
e-cards ausgegeben, die auch mit einem Foto der unter UV- bzw. Infrarotlicht sichtbar.
bzw. des Versicherten ausgestattet ist. Die Sozial- Irisdruck: Dieses spezielle Effektdruckverfahren mit
versicherung hat dieses herausfordernde Projekt mit Farbverlauf ist ein auch bei Geldscheinen üblicher
ihren Expertinnen und Experten sowie dem Karten- Kopierschutz.
produzenten AUSTRIACARD zeitgerecht umgesetzt Guillochen: Muster aus feinen, ineinander ver-
schlungenen Linien sind ein schwer zu fälschendes
Merkmal.
Mikrotext: Zwischen den einzelnen Guillochen-Lini-
en ist immer wieder das Wort „Sozialversicherung“
als Mikrotext aufgedruckt.
Lasergravur: Das Foto wird durch Lasergravur in
Schwarz-Weiß auf der e-card aufgebracht. Dadurch
kann es nicht verfälscht oder abgelöst werden und
bleibt auch bei starker Abnutzung der Karte erkenn-
bar.
Die neue e-card-Generation ist darüber hinaus NFC-
fähig. NFC steht für „Near Field Communication“.
Die neue e-card kann ausschließlich von dazu be-
rechtigten Kartenlesern in Zukunft auch kontaktlos,
also ohne Steckvorgang ausgelesen werden kann. Die
neue, NFC-fähige Generation der Kartenlesegeräte
wird ab dem Jahr 2022 ausgegeben.
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So kommt das Foto auf die e-card
Wer schon einen österreichischen Reisepass besitzt, hat
damit auch bereits ein behördlich registriertes Foto und
muss gar nichts tun, damit die neue e-card automatisch
zur rechten Zeit kommt. Dasselbe gilt für Besitzer eines
österreichischen Personalausweises oder Scheckkarten-
führerscheins. Versicherte, von denen ein Foto im Frem-
denregister gespeichert ist, sind ebenfalls abgedeckt.
Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren brauchen
ebenfalls nichts zu tun: Sie erhalten in jedem Fall
eine e-card ohne Foto, auch wenn eines aus einem
Dokument zur Verfügung steht.
Außerdem sind folgende Personengruppen von der
Verpflichtung, ein Foto für die e-card zu bringen,
ausgenommen:
l Personen, die im Ausstellungsjahr ihrer neuen e- Österreichische Staatsbürger können das Foto zu
card das 70. Lebensjahr vollenden oder bereits einer Dienststelle der Sozialversicherung bringen
vollendet haben – das geht bei rund 195 Stellen in ganz Österreich
l Personen, die in Pflegestufe 4, 5, 6 oder 7 einge- und zusätzlich in manchen freiwillig teilnehmenden
stuft sind Gemeinden auf dem Gemeindeamt oder dem Ma-
Für diese Personen gilt: Liegt bereits ein Foto aus gistrat. Für Versicherte ohne österreichische Staats-
Reisepass, Personalausweis, Scheckkartenführer- bürgerschaft sind die Landespolizeidirektionen für
schein oder dem Fremdenregister vor, wird dieses die Fotoregistrierung zuständig. Alle Registrierungs-
automatisch auf die e-card übernommen. Liegt kein stellen stehen ab 1. Jänner 2020 zu ihren jeweiligen
Foto vor, wird eine e-card ohne Foto ausgestellt. Per- Öffnungszeiten zur Verfügung. Auf www.chipkarte.
sonen, die von der Fotopflicht ausgenommen sind, at/foto wird zeitnah zum 1. Jänner 2020 eine Regis-
können freiwillig ab 1. Jänner 2020 ein Foto für die trierungsstellen-Suche nach Postleitzahl angeboten.
e-card zur jeweils zuständigen Registrierungsstelle
bringen. Ein freiwillig abgegebenes Foto löst jedoch Datenschutz wird großgeschrieben
keinen vorzeitigen Kartentausch aus. Die neue e-card Ist aus einem der Dokumente ein Foto vorhanden,
kommt wie gewohnt, kurz bevor die alte abläuft. erhält das e-card-System dieses verschlüsselt vom
jeweiligen Register und leitet es dem Kartenprodu-
Fotoregistrierung ab 1.1.2020 möglich zenten weiter. Dieser entschlüsselt es für die Karten-
Jene 15 Prozent der Versicherten, von denen kein Foto produktion und löscht es im Anschluss unwiderruf-
in den Registern vorhanden ist und die auch nicht un- lich. Das e-card-System selbst speichert keine Fotos!
ter die erwähnten Ausnahmen fallen, müssen ein Foto Auch auf der neuen e-card sind weder medizinische
zur zuständigen Stelle bringen. Der beste Zeitpunkt Daten noch das Foto gespeichert. Die e-card ist wei-
dafür ist drei bis vier Monate vor dem Ablaufdatum terhin eine Schlüsselkarte. Sie ermöglicht den Zu-
der aktuellen e-card, das auf der Kartenrückseite auf- gang zum e-card-System und zur elektronischen Ge-
gedruckt ist. Die Fotoregistrierungsstellen stehen ab sundheitsakte ELGA.
1. Jänner 2020 zur Verfügung. Mehr Infos siehe www.chipkarte.at/foto.
e-Medikation läuft in ganz Österreich
Unerwünschte Wechselwirkungen von Medikamen- Die e-Medikation, eine Funktion der elektronischen Gesundheits-
ten sind ein nicht zu unterschätzendes Risiko für Pati-
akte ELGA, steht nun flächendeckend in allen Bundesländern
entinnen und Patienten. Zwei Millionen Menschen in
Österreich nehmen regelmäßig fünf oder mehr Me- bei Ärztinnen und Ärzten sowie in Apotheken zur Verfügung.
dikamente ein. Dabei können statistisch gesehen drei Ziel dabei ist es, unerwünschte Wechselwirkungen und
gemeinsam eingenommene Arzneimittel bereits drei Mehrfachverschreibungen von Medikamenten zu vermeiden,
Wechselwirkungen auslösen, fünf Arzneimittel lösen
die Patientensicherheit zu erhöhen und durch einen verbesserten
bereits zehn Wechselwirkungen aus (Quelle: Univ.-
Prof. Dr. Eckhard Beubler). Besonders rezeptfreie Informationsfluss die medizinische, therapeutische und pflegerische
Medikamente können eine überproportional hohe Betreuung von Patientinnen und Patienten zu unterstützen.
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Rate an Wechselwirkungen verursachen. Mengenmä- gesamte e-Medikationsliste für eine Wechselwir-
ßig betrachtet ist jede zweite Arzneimittelpackung, kungsprüfung oder Beratung abgerufen werden und
die in der Apotheke verkauft wird, ein rezeptfreies es können auch rezeptfreie Medikamente eingetragen
Präparat. werden.
Die e-Medikationsdaten werden zentral und ver-
So funktioniert e-Medikation schlüsselt im Verantwortungsbereich der Sozialversi-
Kassenärzte sind verpflichtet, verordnete Medika- cherung gespeichert. Wichtig dabei ist, dass auf der
mente in der e-Medikation zu speichern. Besteht ein e-card selbst keinerlei Medikationsdaten gespeichert
aufrechtes Behandlungsverhältnis und haben sich die sind.
Patienten nicht von ELGA bzw. dieser ELGA-Funk-
tion abgemeldet, können die behandelnden Ärztin- Über das ELGA-Portal
nen und Ärzte die e-Medikationsliste ihrer Patienten schnell und sicher zu den
einsehen und auf dieser Grundlage neue Verordnun- eigenen Gesundheitsdaten
gen auf eventuelle unerwünschte Wechselwirkungen Bürgerinnen und Bürger können die e-Medika-
prüfen. Damit haben sie eine bessere Entscheidungs- tionsliste auch selbst über das ELGA-Portal auf
grundlage für Diagnostik und Therapie. Die neu ver- www.gesundheit.gv.at abrufen. Voraussetzung dafür
ordneten Medikamente werden in der e-Medikation ist eine Anmeldung mit Handysignatur oder Bürger-
gespeichert und die Patientin bzw. der Patient erhält karte. Außerdem unterstützen die ELGA-Ombuds-
ein Rezept mit einem eindeutigen Code. stellen die ELGA-Teilnehmer bei der Wahrnehmung
Durch Scannen des Codes auf dem Rezept kann die und Durchsetzung ihrer Rechte im Zusammenhang
Apotheke die Abgabe der verordneten Medikamente mit ELGA sowie in Angelegenheiten des Daten-
in der e-Medikation ihrer Kunden speichern. Wenn schutzes.
die e-card in der Apotheke gesteckt wird, kann die Dagmar Riedl (SVC)
MeineSV – eine digitale Erfolgsstory
MeineSV – das Online-Service-Portal der Sozialver- nen zu jeder Zeit und überall in Anspruch genommen
sicherung für über 8,7 Millionen Versicherte – ist die werden. Das Serviceportfolio reicht vom Einreichen
zentrale Stelle im Internet, wenn es um Ihre Sozial- der Wahlarztrechnung über die Antragstellung zur
ersicherung geht. Die derzeit rund 60 Services kön- Selbstversicherung bis hin zur Beantragung der Kos-
tenrückerstattung für Heilbehelfe. Außerdem gibt
MeineSV einen Überblick über den Versicherungsda-
tenverlauf und alle Arztbesuche und informiert über
die Höhe des derzeitigen Pensionswertes.
Das Online-Portal präsentiert sich seit Mitte Juni
im neuen Design. Eine Art modern strukturiertes
Armaturenbrett (Dashboard) bietet allen Versicher-
ten unkompliziert und einfach einen Überblick über
vielfältige Serviceangebot. Die Versicherten können
sich darüber hinaus nun auch ihre ganz persönliche
Serviceauswahl zusammenstellen und haben so die
meistgenutzten Services schnell und klickbereit zur
Verfügung. Das spart Zeit bei der Erledigung aller
Versicherungsleistungen.
Die Zugriffszahlen auf das
Online-Portal MeineSV sprechen für sich
Im Jahr 2017 konnten auf dem Online-Portal bereits
1,4 Millionen Besuche verzeichnet werden. Mit ei-
ner verstärkten Informationsoffensive konnte im
Jahr 2018 die Zahl der Zugriffe deutlich gesteigert
werden, sie lag bei 2,4 Millionen. Im ersten Halb-
jahr 2019 besuchten rund 870.000 Versicherte das
Service-Portal.
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Informationsoffensive zu MeineSV goes App
MeineSV – moderne und Um auch jüngere Zielgruppen, die nicht
zielgruppenspezifische Ansprache über den PC auf die Services zugreifen, zu
Schwerpunkte der Kampagne in den Jahren 2018 und erreichen, wurde im Jahr 2018 auch ver-
2019 waren gezielte Bewerbungsmaßnahmen einzel- mehrt auf Apps gesetzt. Mit der neuen
ner Services in spezifischen Zielgruppensegmenten „MeineSV Check“-App ist es seither
wie Familienmanagern, Studierenden, Young Profes- möglich, den Versicherungsdatenauszug
sionals oder Ärzten. Highlights waren u. a. diverse am Smartphone herunterzuladen. Um die
Podcasts zu MeineSV sowie die Ausstrahlung von Kostenerstattung für Wahlarztrechnungen
Spots im Radio der ORF-Enterprise, die Social- zu erleichtern, steht die App „MeineSV Cash“ zur
Media-Aktion für Familienmanager auf Facebook Verfügung.
und Instagram gemeinsam mit der Zeitschrift „Miss“, Die beiden Apps wurden im Jahr 2018 über 45.000
ein Spot zur Wahlarztkostenrückerstattung in Ordina- Mal heruntergeladen. Im Jahr 2019 konnten bisher
tionen oder die Kooperation mit Österreichs Start-up- rund 65.000 Downloads verzeichnet werden.
und Innovationsplattform „der brutkasten“.
Zudem wurden zahlreiche Veranstaltungen und Ausblick
Tagungen wie etwa z. B. die „Gewinn“-Messe Der weitere Ausbau des Online-Portals MeineSV in
besucht, um interessierten Besuchern die Handy- Richtung Personalisierung und Servicequalität ist be-
Signatur, die Voraussetzung für die Nutzung von reits in Planung. Demnächst sollen auch die Services
MeineSV und zahlreichen weiteren e-Services ist, in einer App gebündelt in den App Stores zur Verfü-
auszustellen. gung stehen.
Elektronisches Kommunikationsservice
Mit eKOS, dem elektronischen Kommunikations-
service, bietet die Sozialversicherung ihren Versi-
cherten seit Beginn des Jahres 2019 ein attraktives
Service für elektronische Zuweisungen an, das dar-
über hinaus als komplett digitalisierter Prozess auch
für Zuweiser und Leistungserbringer viele Abläufe
vereinfacht. Durch eKOS werden sehr komplexe
Vorgänge verschiedener Rollen (Vertragspartner,
Sachbearbeiter der Sozialversicherungsträger, Insti-
tute bzw. Leistungserbringer, Patienten) vereinfacht
und mit einer neuen Datenqualität ausgestattet. Das
Projekt eKOS wurde im Jahr 2018 zusammen mit
allen beteiligten Partnern und Stakeholdern mit dem
Ziel ins Leben gerufen, das neue Leistungsange-
bot der Sozialversicherung sichtbar zu machen. Für
Patienten, Ärzte und Institute wurden umfassende
Informationsmaterialien wie Folder und für Ordi-
nationen Plakate, Aufsteller, Informationskärtchen
und eKOS-Sticker entwickelt, zudem wurde unter
www.sozialversicherung.at/ekos eine sogenannte
„Landingpage“ mit Informationen für alle Zielgrup- einen elektronischen Prozess abzulösen. Es besteht
pen erstellt. jedoch für die Patienten weiterhin die Möglichkeit,
Bislang war es vor Inanspruchnahme bestimmter auf Wunsch ein „Informationsblatt zur e-Zuweisung“
Leistungen (z. B. CT, MRT) nötig, persönlich eine ausgedruckt zu bekommen.
Bewilligung bei der zuständigen Krankenkasse ein- Mit 1. Jänner 2019 starten die ersten Zuweisungs-
zuholen. Mit dem elektronischen Kommunikations- arten: Computertomographie, Magnetresonanztomo-
service eKOS schickt der Vertragsarzt die Zuweisung graphie, nuklearmedizinische Untersuchung, human-
direkt an die Krankenversicherung. Die Einholung ei- genetische Untersuchung, klinisch-psychologische
ner allfälligen Bewilligung erfolgt dabei automatisch. Diagnostik und Knochendichtemessung. Weitere
Ein Ziel ist es, langfristig alle Papierformulare durch Leistungsarten sollen folgen.
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Vorteile von eKOS l Der Status der persönlichen e-Zuweisung kann je-
l eKOS ist ein kostenfreies Service der Sozialversi- derzeit im Service-Portal www.meinesv.at eingese-
cherung. hen werden. Hier können auch Zuweisungen von
l Zuweisungen erfolgen künftig elektronisch, da- Wahlärzten zur Bewilligung eingereicht werden.
durch ersparen sich Patienten Zeit und Wege – „die l Sie ersparen sich den Weg zu Ihrer Krankenkasse.
Zuweisung läuft und nicht der Patient“. l Auf dem Informationsblatt zur e-Zuweisung ist ein
l Patienten erfahren sofort, ob ihre Behandlung be- Gültigkeitsdatum aufgedruckt. Wenn ein Termin inner-
willigungspflichtig ist oder nicht. halb dieses Zeitraums vereinbart wird, verlängert sich
l Die Einreichung bei der zuständigen Krankenkasse die Gültigkeit des Antrags auf insgesamt drei Monate.
erfolgt automatisch. Katrin Trawnitschek (Hauptverband)
ELGA – eine Pionierleistung
ELGA steht für „elektronische Gesundheitsakte“.
Es ist ein Informationssystem, das Bürgerinnen und Bürgern
und berechtigten Gesundheitseinrichtungen – Ärztinnen
© ELGA GmbH
und Ärzten, Spitälern, Pflegeeinrichtungen und Apotheken –
den Zugang zu Gesundheitsdaten erleichtert. ELGA ver-
netzt elektronisch nur solche Daten, die bereits jetzt verteilt
bei den Gesundheitsdiensteanbietern vorhanden sind.
Patientinnen und Patienten können nun auf dem Was können e-Befunde?
ELGA-Portal unter www.gesundheit.gv.at (Einstieg E-Befunde sind ärztliche und pflegerische Entlas-
mit Handysignatur) erstmals ihre eigenen Gesundheits- sungsbriefe, Pflegesituationsberichte sowie Labor-
daten einsehen und verwalten – egal wann und egal wo und Radiologiebefunde. Diese e-Befunde sind in
sie gerade sind. Dort (oder über die ELGA-Ombuds- einem standardisierten Format (HL7 CDA) für
stellen) können Bürgerinnen und Bürger ihre ELGA- zehn Jahre abrufbar. Zur benutzerfreundlichen Ver-
Gesundheitsdaten einsehen und managen, ihre ELGA- wendung haben die e-Befunde eine österreichweit
Teilnahme regeln, die Zugriffsrechte verwalten und im einheitliche Struktur mit definierten medizinischen
Protokoll nachprüfen, wer wann welche Informationen Inhalten. Sie sind für die Bildschirmarbeit optimiert
abgerufen hat. Zudem erhält die behandelnde Ärztin und interaktiv.
bzw. der behandelnde Arzt (28 Tage ab Kontakt) die
Vorbefunde, die Entlassungsberichte und die aktuelle Wo steht ELGA jetzt?
Medikation ihrer bzw. seiner Patienten als unterstützen- Die schrittweise Umsetzung von ELGA hat be-
de Entscheidungsgrundlage für die weitere Diagnos- reits im Dezember 2015 begonnen. Die Einfüh-
tik und Therapie. Somit kann ELGA die Behandlung rung von e-Befunden in den öffentlichen Kranken-
und Betreuung durch einen besseren Informationsfluss anstalten ist bereits flächendeckend erfolgt. Die
unterstützen. ELGA steht als modernes und sicheres österreichweite Anbindung der ärztlichen Ordinati-
Informationssystem allen Bürgern und Patienten des onen mit Kassenvertrag und der Apotheken an die
österreichischen Gesundheitssystems zur Verfügung. e-Medikation wurde im Herbst 2019 erfolgreich ab-
Wer nicht teilnehmen möchte, kann sich abmelden. geschlossen.
Bund, Länder und Sozialversicherung als ELGA-
Systempartner finanzieren gemeinsam die Errich- Wie geht es weiter?
tung dieser zentralen Infrastruktur. Mit ELGA ist Zukünftig soll ELGA als Infrastruktur für nationale
Österreich auf internationaler Ebene Vorreiter. e-Health-Projekte wie z. B. den elektronischen Impf-
pass genutzt werden. Die bestehenden Funktionen
Aktuelle Kennzahlen zu ELGA (Stand: November 2019) von ELGA werden laufend verbessert und weiterent-
Monatliche Besuche auf dem ELGA-Portal 8.000 wickelt. Auch neue Funktionen wie Patientenverfü-
e-Befunde gesamt (seit Start von ELGA) 31 Millionen gungen, Bilddaten oder der Datenaustausch in Pri-
Neue e-Befunde pro Monat 950.000 märversorgungsnetzwerken sind in Planung. Darüber
Abrufe von e-Befunden pro Woche 75.000 hinaus werden zukünftig weitere Gesundheitseinrich-
Abmeldungen 290.000 (= 3,3 Prozent Abmeldungsrate) tungen wie Labors, Radiologieinstitute und Privat-
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krankenanstalten an ELGA angebunden. ELGA kann
dann noch besser in der medizinischen, pflegerischen
und therapeutischen Behandlung und Betreuung un-
terstützen – vor allem dann, wenn mehrere Gesund-
heitseinrichtungen oder Berufsgruppen entlang einer
© shutterstock, ELGA GmbH
Behandlungskette zusammenarbeiten. Dies führt
nicht nur zu einer Steigerung der Behandlungsquali-
tät, sondern auch zu einer Erhöhung der Patientensi-
cherheit sowie zu mehr Patientenautonomie.
Mag. Pia Maria Dragon (ELGA)
Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie
Im Jahr 2016 hat die Trägerkonferenz im Hauptver- Alle Kinder und Jugendlichen sollen die Chance haben, gesund
band als Weiterentwicklung der „Strategie der österrei- aufzuwachsen. Daher ist der Sozialversicherung die frühzeitige
chischen Sozialversicherung zu bestimmten Aspekten
der Kinder- und Jugendgesundheit“ 2012 ein „Maß- Gesundheitsförderung und die gesundheitliche Begleitung vom
nahmenpaket Kinder- und Jugendlichengesundheit Kindesalter bis ins Erwachsenenalter ein besonderes Anliegen.
2020“ beschlossen. Das Maßnahmenpaket erstreckt
sich über die Jahre 2016 bis inklusive 2020 und seine FamilyApp
Schwerpunkte orientieren sich an der „Zielsteuerung- Die „FamilyApp“ wurde vom Bundesministerium
Gesundheit“ und dem Projekt der Gesundheitsreform. für Familien und Jugend ins Leben gerufen und von
Dieses Maßnahmenpaket wurde kontinuierlich weiter- diesem in Kooperation mit dem Hauptverband ent-
entwickelt, sodass zahlreiche Initiativen und Projekte wickelt. Mithilfe dieser App erhalten interessierte
in den letzten Jahren umgesetzt werden konnten. Personen, insbesondere Eltern, praxisnahe Unter-
stützung bei der Erziehung und im Familienalltag.
SV-Infopoint Neben zahlreichen Serviceleistungen inkludiert die
Im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit bietet App Ratschläge für Schwangerschaft, Geburt und
die Sozialversicherung eine Vielzahl an Angeboten das Leben mit Kindern. Die Organisation des Fami-
an. Um Kindern und deren Eltern die Suche nach den lienalltags wird durch eine Wegweiserfunktion inklu-
für sie passenden Angeboten zu erleichtern, hat der sive 70 Erinnerungsmöglichkeiten erleichtert. Bereits
Hauptverband der österreichischen Sozialversiche- in der App installierte wichtige Notfallnummern
rungsträger auf seiner Website einen „SV-Infopoint“ können direkt durch Antippen in der App gewählt
zur Kinder- und Jugendgesundheit eingerichtet. Hier werden. Diese standardmäßig eingepflegten Num-
finden sich innerhalb weniger Klicks das gesuchte mern können durch weitere wichtige Telefonnum-
Angebot zu spezifischen Themen sowie Kontakt- mern, wie die des Kinderarztes, individuell erweitert
möglichkeiten. Mithilfe dieser Seite kann jeder, der werden. Die FamilyApp wurde unter Mitwirkung
Informationen oder Hilfe benötigt, über eine zentra- der österreichischen Sozialversicherung ausgebaut,
le Anlaufstelle, diese auch schnellstmöglich und un- verschiedene „Leuchtturmprojekte“ der Sozialversi-
kompliziert aufrufen und wird mittels direkter Links cherung wurden integriert. Diese Leuchtturmprojek-
zu den entsprechenden Themen oder Kontakten wei- te umfassen die Gratiszahnspange, die neue Kinder-
tergeleitet. Rehabilitation, die „Frühen Hilfen“, das Rauchfrei-
© Michael Seirer
12/2019 S O Z I A L E S I C H E R H E I T 493Sie können auch lesen