Studier mal - Stadt Marburg

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Studier mal - Stadt Marburg
Studier mal

   Das Magazin Dezember 2020 / Januar 2021

Hexenverfolgung       100 Exponate im Rathaus   BiBaP-Großprojekt   Hilfe für Studierende
Neue Audiotour        Krippenausstellung        Neue Turnhalle      Corona-Nothilfefonds
Studier mal - Stadt Marburg
30.11. • Folge 12   Dialog und Vielffa
                                     alt in Marburg

14.12. • Folge 13   Marburg un
                             nd die Weihnachtszeitt

28.12. • Folge 14   Marburg im
                             m neuen Jahr

ȕȕ.01. • Folge 15   Marburg80
                            00 in 2022

2ƞ.01. • Folge 16   Gut älter werden in Marburg

   Hörr mal Marburg! Auf hoermalmarburg.de
   ode
     er auff allen gängigen Podcas
                             o    t-Plattformen
Studier mal - Stadt Marburg
Liebe Marburgerinnen,
liebe Marburger,
mit immer kürzer werdenden Tagen und immer                                        All dies können Sie auf den nächsten Seiten
kühlerem Wetter kehrt in Marburg langsam die                                      eingehend „studieren“.
Vorweihnachtszeit ein. Doch die Corona-Krise hält                                 Sie sehen also: Trotz der Krise gibt es bei uns
uns weiterhin fest im Griff und wird uns vermutlich                               immer etwas Neues – aber auch unsere Traditionen
auch die kommenden Wochen und Monate beglei-                                      bleiben uns erhalten. Auch in diesem Jahr finden
ten. Weniger Veranstaltungen, kein Weihnachts-                                    Sie die Krippenausstellung im Marburger Rathaus,
markt, wie wir ihn gewohnt sind, dafür aber ein                                   und damit ein bisschen Weihnachtsstimmung.
ausgedehntes Adventsleuchten: Vieles ist dieses                                   Es sind schöne Stücke des Kunsthandwerks,
Jahr ungewohnt, und stellt uns vor neue Heraus-                                   die Sie hier bestaunen können, aus aller Welt
forderungen. Doch auch wenn wir weiterhin                                         und in ganz verschiedenen Formen und Größen.
Abstand voneinander halten müssen, können                                         Da lohnt sich ein Besuch!
wir zumindest metaphorisch zueinanderstehen,                                      Ich wünsche Ihnen viel Freude mit unserem
indem wir uns an die Hygieneregeln halten und                                     Stadtmagazin, eine schöne Weihnachtszeit und
einander schützen.                                                                einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Einander schützen: Auch dieses Thema begleitet
uns in den kommenden Wochen. Wir starten eine                                     Ihr
Kampagne zum Thema Partnergewalt. Damit
wollen wir Aufmerksamkeit auf das Thema lenken,
denn wir müssen achtsam sein, um Opfer zu
schützen und zu unterstützen. Zusätzlich stehen                                   Dr. Thomas Spies
wir in einem Dialog, um Angebote zu vernetzen                                     Oberbürgermeister
und Konzepte weiterzuentwickeln.
Neben diesem wichtigen Thema steht in den
nächsten Wochen noch viele weitere an. So                                                                    Marburg im Dezember / Januar
schreitet unser BildungsBauProgramm „BiBaP“
voran. Ein Meilenstein war das Richtfest an der                                                              Fotokampagne
Schule am Schwanhof.                                                                                         Gesicht zeigen gegen Partnergewalt    4
Und auch unsere Reihe zu den Bürgerhäusern der                                                               Krippenausstellung im Rathaus         6
Außenstadtteile setzen wir in dieser Ausgabe fort.                                                           Audiotour zum Hexenjahr               8
                                                                                                             Richtfest für BiBaP-Großprojekt      10
                                                                                                             Jubiläum für die „Onleihe“           12
                                                                                                             Online Termine für das Stadtbüro     13
 Amtliche Bekanntmachungen der Stadt, wie Satzungen oder die
 Termine der Ausschüsse finden Sie auf                                                                          Leichte Sprache:
 ■ www.marburg.de/amtliche-bekanntmachungen                                                                  Hilfe beim Thema Gesundheit          14
                                                                                                             Zukunftsfragen bei Marburg800        16
Studier mal Marburg                                   Vertrieb: Beilage zur Oberhessischen Presse,
erscheint bis auf zwei Doppelausgaben jeweils         Versand und Auslage.                                   Seniorenbeirat sucht Unterstützung   18
vor Monatsbeginn, herausgegeben vom                   Jahresabonnement: 20,45 EUR (Bestellung beim
Fachdienst Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der      Presseamt, Tel. 06421 1346 oder 1378)                  Fördergelder für AquaMar-Sanierung   19
Universitätsstadt Marburg, Rathaus, 35035 Marburg     Verlag und Anzeigen: Marbuch Verlag GmbH,
Tel. 06421 201-1378, www.marburg.de,
studiermalmarburg@marburg-stadt.de
                                                      Ernst-Giller-Str. 20a, 35039 Marburg,
                                                      Tel. 06421/6844-0, Fax 6844-44,
                                                                                                             Bürgerhäuser: Dilschhausen           20
twitter: @stadt_marburg,                              E-Mail: feedback@marbuch-verlag.de
facebook: stadt.marburg,                              Druck: msi – media service international gmbh
                                                                                                             Stadtgeld für Nothilfefonds          22
instagram: @universitaetsstadtmarburg                 Gedruckt auf FSC-qualifiziertem Papier „2010FSC-
Redaktion: Birgit Heimrich, Heike Döhn                Zertifizierungsnummer SGS-COC-003171E – Mixed          Deutsch-Französische Freundschaft    24
Verweis: Fotos Fachdienst 13 Presse und Öffentlich-   Credit MaterialCertifikat“.
keitsarbeit, andere Fotos im Auftrag des FD 13        Redaktionsschluss für Nr. 01/2021: 7. Januar 2021      kurz & bündig                        25
Techn. Layout: Nadine Schrey                          Titelbild: Kampagne gegen Partnergewalt
Auflage: 14.500                                        Foto: authenticportrait.photography/Christian Griese
Studier mal - Stadt Marburg
Durch die Maßnahmen zur Bekämp-
                                                                                                fung der Corona-Pandemie verschärft
                                                                                                sich die Situation zusätzlich: Die Iso-
                                                                                                lation in der gemeinsamen Wohnung
                                                                                                und der Verlust von Möglichkeiten,
                                                                                                sich aus dem Weg zu gehen, fördern
                                                                                                das Risiko, dass die Gewaltspirale sich
                                                                                                schneller dreht: Gewaltausbrüche
                                                                                                werden häufiger, Gewaltformen hef-
                                                                                                tiger. Gleichzeitig fehlt Betroffenen
                                                                                                durch die sozialen Einschränkungen
                                                                                                ein wichtiger Anker: Der alltägliche
                                                                                                Kontakt mit Menschen, die auf Anzei-
                                                                                                chen von Gewalt aufmerksam werden
                                                                                                und Hilfe anbieten.

                                                                                                Hinschauen, helfen,
                                                                                                sich stark machen
                                                                                                Das Projekt „Marburg ohne Partner-
                                                                                                gewalt“ im Rahmen der EU-Charta zur
                                                                                                Gleichstellung von Frauen und Män-
                                                                                                nern startet daher eine Fotokampag-
                                                                                                ne mit dem Titel „Gesicht zeigen! Weil
                                                                                                Partnergewalt alle angeht“. Im Zen-
                                                                                                trum der Kampagne stehen Menschen
                       Die ersten Plakate der Fotokampagne zeigen die Teams der Rugby           aus unterschiedlichen Bereichen des
                       Union Marburg. (Fotos: authenticportrait.photography/Christian Griese)   Marburger Alltags, ihre Botschaften
                                                                                                richten sie an die Öffentlichkeit: Hin-
                                                                                                schauen, helfen, sich stark machen
        Kampagne gegen                                                                          gegen Partnergewalt.
                                                                                                „Uns alle geht Partnerschaftsgewalt
                                                                                                etwas an, nicht nur Betroffene oder
        Partnergewalt                                                                           Täter*innen!“, betont Janis Loewe
                                                                                                von der Koordinations- und Service-
                                                                                                stelle des Projekts. Wir alle haben
        ■ Plakate fordern zum „Gesicht zeigen“ auf                                              Freund*innen, Bekannte, Familie –
                                                                                                statistisch kennen wir alle jemanden,
        esicht zeigen gegen Partnerge-          sationen arbeiten schon lange Zeit              der in der Partnerschaft Gewalt aus-
    G   walt – das tun die Teams der Rug-
    by Union Marburg. Im Rahmen des
                                                daran, in der Öffentlichkeit mehr Be-
                                                wusstsein für geschlechterbezogene
                                                                                                übt oder davon betroffen ist.“
                                                                                                Bei der Auswahl der Motive fiel die
    Projekts „Marburg ohne Partnerge-           Gewalt, insbesondere Partnergewalt,             Wahl als erstes auf die Rugby Union
    walt“ startet eine große Fotokampag-        zu schaffen. Über 80 Prozent der Be-            Marburg. Und die Spieler*innen ha-
    ne und die Teams stehen im Zentrum          troffenen von Partnerschaftsgewalt              ben sofort begeistert zugesagt. Ge-
    der ersten Plakate.                         sind Frauen, jede vierte Frau erlebt
                                                im Laufe ihres Lebens sogenannte
    Die Plakate unter dem Motto „Gesicht        häusliche Gewalt. „Gewalt besteht
    zeigen! Weil Partnergewalt alle an-         nicht nur aus Schlägen oder anderen
    geht“ werden im Stadtgebiet aufge-          körperlichen Verletzungen. Gewalt
    hängt. Die Kampagne macht darauf            beginnt immer schon viel früher mit
    aufmerksam, dass Gewalt in Partner-         unverhältnismäßiger Kontrolle, ver-
    schaften keine Privatsache ist und es       balen oder psychischen Erniedrigun-
    in der Verantwortung aller liegt, da-       gen. Gewalt ist für Außenstehende al-
    gegen einzuschreiten. Sie soll außer-       so nicht immer leicht ‚sichtbar’“, sagt
    dem aufzeigen, was jede*r tun kann,         Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies.
    um diese Form der Gewalt früher             „Wir alle müssen sehr aufmerksam auf
    wahrzunehmen und möglichst auch             unser Umfeld achten, schon kleinere
    zu beenden.                                 Verhaltensänderungen wahrnehmen
    Die Universitätsstadt Marburg und           und im Zweifelsfall reagieren und
    viele weitere Initiativen und Organi-       eingreifen.“

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Studier mal - Stadt Marburg
Beratung und Hilfsangebote
 Unterstützung für von Gewalt Betroffene und Täter*innen gibt es an verschiedenen Stellen:

 Hilfe und Unterstützung für Frauen:
 ■ Bundesweites Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ mit kostenloser und anonymer Beratung in 17 Sprachen:
 08000116016, Online-Beratung über E-Mail oder Chat unter
 ■ www.hilfetelefon.de
 ■ In Marburg: Beratungs- und Interventionsstelle des Frauenhauses mit kostenloser, anonymer und vertraulicher
 Beratung unter (06421) 14830.
 ■ Der Verein Frauen helfen Frauen bietet Infos und Beratung unter
 ■ www.frauenhaus-marburg.de
 ■ In Notfällen die Polizei unter 110 anrufen.

 Hilfe und Angebote für gewalttätige oder -bereite Männer:
 Der Verein JUKO Marburg bietet unter (06421) 3078071 kostenlose und anonyme Beratung für Männer an, die in
 ihrer Partnerschaft gewalttätig sind oder befürchten, dies zu werden. Angeboten werden auch Verhaltenstrainings.
 Infos unter
 ■ www.juko-marburg.de

 Für gewaltbetroffene Männer sowie für Angehörige von Betroffenen:
 Die Beratungsstelle WeGe Marburg bietet bei Problemen im Gewaltkontext Informationen, psychosoziale Unterstüt-
 zung und Weitervermittlung an andere Beratungsstellen, anonym und kostenlos. Es wird je nach Beratungsbedarf
 ein individuelles Betreuungskonzept erarbeitet.
 Erreichbar ist sie unter (06421) 889910 oder gewaltberatung@juko-marburg.de. Eine offene Sprechstunde gibt es
 dienstags von 9.30 bis 11.30 Uhr, donnerstags von 15 bis 17 Uhr.

sichter der Kampagne sind die jewei-   Stadt Marburg: „Gute Ausstattung
ligen Teamsprecher*innen Elisa Ru-     von Beratungsstellen und Notunter-
dolph für die Damen und Nima Heida-    künften ist von grundlegender Be-
ry für die Herren. Das Fotoshooting    deutung, ebenso ein deutliches Han-
wurde von einem Fernsehteam be-        deln von Polizei und Justiz. Doch all
gleitet, das im Auftrag der Dokumen-   das muss ergänzt werden durch eine
tationsreihe „plan b“ im ZDF Aufnah-   couragierte und solidarische Stadtge-
men für eine Sendung über Partner-     sellschaft. Partnerschaftsgewalt kann
schaftsgewalt machte, die im No-       nur beendet werden, wenn sich alle
vember gesendet wurde. Plakatmo-       angesprochen und verantwortlich
tive mit weiteren Protagonist*innen    füreinander fühlen.“
sind aktuell in Arbeit.                Antwort auf Fragen wie „Wann muss
Dass die Kampagne direkt das soziale   ich die Polizei rufen“ sowie Leitfäden,
Umfeld anspricht und dieses in die     wie man im Notfall eingreifen kann,
Pflicht nimmt, lobt Dr. Christine       gibt es unter
Amend-Wegmann, die Leiterin des        ■ www.marburg.de/gesichtzeigen
Gleichberechtigungsreferats      der   ■ www.marburg.de/MRoP

                                                                                                                    5
Studier mal - Stadt Marburg
Aus Wenkbach stammt diese „naturnahe“ kleine Krippe. (Fotos: Stadt Marburg)

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       Krippen sorgen für                                                               gut geschützt hinter einer Plexiglas-
                                                                                        scheibe. Außerdem gibt es zum ersten
                                                                                        Mal ein Postkarten-Set mit Krippen-
       festliche Stimmung                                                               motiven für die Besucher*innen. Die
                                                                                        kann man zur Erinnerung mitnehmen
                                                                                        oder direkt vor Ort ausfüllen und in
       ■ 100 Ausstellungsstücke im Marburger Rathaus                                    den eigens bereitgestellten Weihn-
                                                                                        achtsbriefkasten einwerfen. Damit sie
        uch wenn die Corona-Pandemie         aus Bayern oder dem Erzgebirge –           verschickt werden können, wird es
    A   vieles, was uns in der Weihnachts-
    zeit lieb ist, unmöglich macht, so
                                             und ganz aus der Nähe, aus Weimar-
                                             Wenkbach. „Für viele ist diese Aus-
                                                                                        auch die Möglichkeit geben, Briefmar-
                                                                                        ken zu kaufen.
    wird es doch die traditionelle Krippe-   stellung ein fester Bestandteil der        Das Gästebuch zur Ausstellung ist in
    nausstellung im Rathaus geben – mit      Vorweihnachtszeit“, sagt Projektlei-       der Vergangenheit immer gerne ge-
    einem ausgeklügelten Hygienekon-         terin Marie-Christin Thomas vom            nutzt worden. In diesem Jahr wird es
    zept. Über 100 Krippen aus aller Her-    Fachdienst Kultur. „Gerade Kinder be-      an seiner Stelle Kärtchen geben, auf
    ren Länder werden für weihnachtliche     kommen ganz große Augen und stel-          die man seine Rückmeldungen, Wün-
    Stimmung sorgen.                         len viele Fragen.“                         sche und Anregungen schreiben
                                             Beliebt ist der Schnitzer Joachim Jäh-     kann. Die Kärtchen werden dann
    Eröffnet werden soll die Krippenaus-     nel, der auch in diesem Jahr an den        ebenfalls im Weihnachtsbriefkasten
    stellung durch Oberbürgermeister Dr.     Wochenenden in der Ausstellung sei-        gesammelt. Wie viel Freude die Besu-
    Thomas Spies am 4. Dezember, aller-
    dings wird diese Eröffnung nicht öf-
    fentlich sein. Vom 5. bis 18. Dezem-
    ber ist die Ausstellung dann aber je-
    weils von 14 bis 19 Uhr in Raum 1 des
    Marburger Rathauses zugänglich. Der
    Eintritt ist wie immer frei.
    Auch in diesem Jahr werden über 100
    Krippen aus verschiedenen Ländern
    und aus unterschiedlichen Regionen
    Deutschlands präsentiert. Die Krip-
    pen stammen zum Teil von weither,
    beispielsweise aus afrikanischen Län-
    dern wie Uganda oder Äthiopien, aus
    Israel, Russland, Thailand, Mexiko
                                                                                      Ganz schlicht gehalten ist diese südfranzösische Krippe.
    oder Polen. Sie kommen aber auch

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Studier mal - Stadt Marburg
Hinweis
     Die Ankündigung dieser Veran-
     staltungen basiert auf dem Stand
     zum Redaktionsschluss. Wegen
     der Corona-Pandemie kann es zu
     Veränderungen oder Absagen bei
     Veranstaltungen kommen. Ak-
     tuelle Informationen finden Sie
     unter
     ■ www.marburg.de

    cher an der Ausstellung haben, zei-                        Farbe nach Wahl aus
    gen Einträge im Gästebuch aus den                          unserer Aktionskollektion
    vergangenen Jahren: „Eine beeindru-
    ckende Ausstellung mit einmaligen
    Anregungen und wunderbaren De-                              35,90 €/ Stück
    tails. Wir sind begeistert!“ Oder:                          inkl. MwSt., ab 2 Stück.
    „Eine kleine Weltreise durch die Kul-                       Gültig bis 19.12.2020
    turen und Materialien. Vielen Dank
    fürs Zeigen, wahre Schätze sind da-
)
    bei. Sehr sehenswert.“                        Möbelstoffe - Polsterei - Sonnenschutz
    Um die Sicherheit aller Besucher*in-          Fußbodenbeläge - Tapeten - Gardinen
    nen zu gewährleisten, wird es am Ein-
    gang eine Aufsicht geben, die auf die         Emil-von-Behring-Straße 33 • 35041 Marburg-Marbach
    Einhaltung der Sicherheitsstandards           Tel.: 0 64 21/6 43 13 • www.loch-raumausstattung.de
    achtet und die Adressen zur eventuel-
                                                      Unsere Kundenparkplätze finden Sie zwischen
    len Kontaktverfolgung aufnimmt. Je                der Emil-von-Behring-Straße 23 und 29.
    nach Gefährdungslage durch die Co-
    rona-Pandemie wird die Zahl der Per-
    sonen, die sich gleichzeitig im Raum
    befinden, angepasst. Die Anzahl von
    sechs bis acht Personen wird grund-
    sätzlich nicht überschritten. Eine wei-
    tere Aufsicht befindet sich im Raum,
    der regelmäßig gelüftet wird.
    Die Besucher*innen der Ausstellung
    sollten ein bisschen Geduld mitbrin-
    gen, weil es wegen dieser Einschrän-
    kungen kleine Wartezeiten geben
    könnte. Weitere Informationen gibt
    es beim Fachdienst Kultur, Marie-
    Christin Thomas, (06421) 2014112,
    kultur@marburg-stadt.de.

          Schnitzer Joachim Jähnel ist vor Ort.

                                                                                                        7
Studier mal - Stadt Marburg
Interessierte jederzeit selbstständig
                                                                                            in die Geschichte der Hexenprozesse
                                                                                            eintauchen.
                                                                                            Der Autorin des Stadtspaziergangs
                                                                                            zum Hören ist es gelungen, das wahr-
                                                                                            scheinliche Wohnhaus der als Hexe
                                                                                            verbrannten Marburgerin zu identifi-
                                                                                            zieren, die 1655 denunziert wurde.
                                                                                            Zeugen behaupteten, dass Catharina
                                                                                            Staudinger kleine Kinder „tot gehext“
                                                                                            habe. Berichtet wurde vom Teufel
                                                                                            hinter ihrem Stubenfenster. Erzählt
                                                                                            wurde von krankmachendem Bier aus
                                                                                            ihrem Haus und von einer Frau, die
                                                                                            immer Schmerzen bekam, wenn sie
                   Gegenüber dem Schloss befand sich die Richtstätte am Rabenstein, wo
                   Catharina Staudingers Leben grausam beendet wurde. (Fotos: Kronenberg)   der Staudingerin auf der Gasse be-
                                                                                            gegnete. Jedenfalls reichten die Vor-
                                                                                            würfe aus, um die Schneiderwitwe

         Vom „Hexenhaus“                                                                    hinter Schloss und Riegel zu bringen.
                                                                                            Von ihrem Wohnhaus an der Ecke
                                                                                            Schlosssteig/Wettergasse führt der

         zum Folterkeller                                                                   Stadtspaziergang über die Neue
                                                                                            Kanzlei zum Schloss, wo sie zehn Mo-
                                                                                            nate im Gefängnis verbrachte – ver-
         ■ Neuer Stadtspaziergang zum Hören                                                 mutlich im Hexenturm. Und dort wird
                                                                                            die Atmosphäre mit knarzenden Tü-
       s ist ein Stadtspaziergang mit Gru-     dinger gelebt, die 1656 auf dem              ren und Riegeln so gut wiedergege-
    E  selfaktor: Ab sofort können sich
    Einheimische und Gäste mit einem
                                               Scheiterhaufen verbrannt wurde. Und
                                               hier startet auch der „Stadtspazier-
                                                                                            ben, dass man sich vorstellen kann,
                                                                                            wie kalt und dunkel die Tage in die-
    Audioguide auf die Spur der im 17.         gang zum Hören“, den die Journalis-          sem Gemäuer gewesen sein müssen.
    Jahrhundert als Hexe verbrannten           tin Gesa Coordes im Auftrag des städ-        Denn der Audioguide wurde von der
    Catharina Staudinger begeben.              tischen Fachdienstes Kultur konzi-           beauftragten Agentur Werkraum56
                                               piert und geschrieben hat. Zudem hat         eindrucksvoll in Szene gesetzt. Am
    An ihrem Beispiel erfahren die Hö-         der Historiker Dr. Ronald Füssel ein         Marburger Rathaus werden die Spa-
    rer*innen, wie eine Marburgerin zum        Faltblatt zur Hexenroute erstellt, das       ziergänger*innen sogar Zeugen des
    Opfer der Hexenhysterie wurde.             einen allgemeinen Überblick über die         Verhörs und der Verurteilung der an-
    Das „Hexenhaus“ steht an der Ecke          Geschichte und die Orte der Hexen-           geblichen Hexe. Dort ist der Folter-
    Schlosssteig/Wettergasse. Hier hat         verfolgung in Marburg gibt. Mit dem          keller in einer düsteren Szene mit
    die Schneiderwitwe Catharina Stau-         Audioguide und dem Faltblatt können          klirrenden Ketten und den originalen

      Facetten der Hexenhysterie
      Die Stadt Marburg hat das Jahr 2020 unter den Themenschwerpunkt „Andersartig. Hexen. Glaube. Verfolgung“ ge-
      stellt. In unterschiedlichsten Veranstaltungen wurde das Thema Hexen und Hexenverfolgung beleuchtet und auf-
      gearbeitet. Damit will die Universitätsstadt Marburg das Thema möglichst nachhaltig aufarbeiten sowie das Schicksal
      der Menschen schildern, die vor rund 350 Jahren der Hexenhysterie zum Opfer fielen.
      Dr. Ronald Füssel hat dazu eine wissenschaftliche Studie veröffentlicht, die als Stadtschrift unter dem Titel „Gefol-
      tert, gestanden, zu Marburg verbrannt. Die Marburger Hexenprozesse“ erschienen ist. Die Ergebnisse dieser Studie
      sind auch die Vorlage für die Hexenroute mit ihrem Audioguide. „Der Stadtspaziergang macht Marburg zu einem
      begehbaren Geschichtsbuch für Groß und Klein“, sagt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. Denn wenn Menschen
      aus der Geschichte lernen sollen, reiche es nicht, sie Daten aus Büchern auswendig lernen zu lassen. „Der Bezug
      zur Geschichte muss hergestellt werden – und dafür muss man mitunter das Buch verlassen und die Geschichte in
      die Lebenswirklichkeit holen.“ Die „Hexenroute“ eignet sich für Geschichtsinteressierte, für Erwachsene und Kinder.
      Und sie bietet einen spannenden Ausflug für die Familie.
      ■ Das Faltblatt „Marburger Hexenroute“ ist unter anderem in der Touristen-Information der Universitätsstadt Mar-
      burg kostenlos erhältlich. Der Audioguide „Die Hexenroute. Ein Stadtspaziergang zum Hören“ kann unter www.mar-
      burg.de/hexenroute heruntergeladen werden. Und die Stadtschrift „Gefoltert, gestanden, zu Marburg verbrannt“
      ist im Buchhandel sowie im Rathausverlag der Universitätsstadt Marburg zu bekommen.

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Studier mal - Stadt Marburg
SALE IM
                   Der Weg zur Richtstätte führte durch Weidenhausen und nah am Haus
                                                                                             UNI-SHOP
                   des Henkers vorbei – die heutige Kappesgasse hieß einst Henkersgasse.
                                                                                             bis zu 40% reduziert
Worten von Catharina Staudinger aus          ne Amtswohnung hatte. Meister
dem Folterprotokoll zu erleben.              Christoffel verbrannte, enthauptete
Wahrscheinlich handelt es sich bei           und erhängte mindestens 13 angeb-
dem Folterkeller um den heutigen Ge-         liche Hexen. Eine weitere Frau starb
wölbekeller des Rathauses.                   unter seiner Folter.
Auf dem Marktplatz wurde Catharina           Sportliche können den Stadtspazier-
Staudinger in einem öffentlichen             gang bis zum Rabenstein fortsetzen,
Schauspiel der Prozess gemacht. Da-          wo die angeblichen Hexen auf weithin
bei wurde das Geständnis vorgelesen,         sichtbaren Scheiterhaufen verbrannt
das man der Schneiderwitwe abge-             wurden. Besonders makaber: Sowohl
presst hatte. Sie wurde verurteilt, auf      die Kosten für die Tortur als auch die
den Karren des Scharfrichters gela-          Henkersmahlzeit und das Material für
den und begleitet von der johlenden          den Scheiterhaufen musste aus dem
Menge zum Richtplatz gebracht.               Vermögen der Hingerichteten bezahlt
Der Audioguide endet in Weidenhau-           werden. Im Fall von Catharina Stau-
sen in Höhe des Bootsverleihs. Wei-          dinger klappte das allerdings nicht.
denhausen war damals ein „Hotspot            Der Sohn der Witwe – Schneidermeis-
der Hexerei“: Sieben Frauen aus dem          ter Hans Henrich – weigerte sich, die
damaligen Gerberviertel wurden in            Gebühren zu bezahlen. Er hatte
Hexenprozesse verwickelt. Und in             nichts von seiner Mutter geerbt.
dieser Vorstadt im Dachgeschoss des          Wer dem Weg von Catharina Staudin-
Wohnhauses in der heutigen Kappes-           ger folgen will, kann den Audioguide
gasse 1 wohnte auch der Scharfrich-          herunterladen unter
ter „Meister Christoffel“, der dort sei-     ■ www.marburg.de/hexenroute

                                                                                             www.campusstore-
                                                                                             marburg.de

                                                                                             Oder vor Ort in der
                                                                                             Tourist-Information:

                                 Die Neue Kanzlei war der Sitz der Marburger Regierung,
                                 der die Indizien für angebliche Hexerei vorgelegt wurden.

                                                                                                                    9
Studier mal - Stadt Marburg
germeister und Baudezernent Wie-
                                                                                               land Stötzel. Dabei wird auch der Kli-
                                                                                               maschutz berücksichtigt. Die Schule
                                                                                               wird mit ihrer Sporthalle an das Fern-
                                                                                               wärmenetz der Biomasseheizanlage
                                                                                               in der Leopold-Lucas-Straße ange-
                                                                                               schlossen. Auf dem Dach wird eine
                                                                                               Photovoltaikanlage errichtet. Die
                                                                                               Flachdächer der Anbauten werden be-
                                                                                               grünt. Die Nord-, Ost- und Südfassa-
                                                                                               den sind als Wärmeverbundsystem
                                                                                               geplant. Und die Westfassade des Ge-
                                                                                               bäudes wird mit einer professionellen
                                                                                               Graffitiwand gestaltet.
                                                                                               „Diese Sporthalle ist für die Schule
                                                                                               am Schwanhof von besonderer Be-
                                                                                               deutung, da Bewegung und Angebote
                                                                                               der Abenteuerpädagogik zu ihrem
                                                                                               Profil gehören“, erläutert Stadträtin
                                                                                               Kirsten Dinnebier. Für die Schüler*in-
                                                                                               nen bieten Sport und Bewegung die
                                                                                               Möglichkeit, positive Erfahrungen
                             In der neuen Sporthalle der Schule am Schwanhof soll in Zukunft
                                                                                               zu sammeln, das Selbstwertgefühl
                             geturnt, getanzt und Theater gespielt werden. (Fotos: Coordes)
                                                                                               und Gruppenstrukturen zu stärken.
                                                                                               So wird das Lernen an der Schule am

          Sporthalle für                                                                       Schwanhof insgesamt unterstützt.

                                                                                               Integrierter Raum
          Schule und Vereine                                                                   für Kleingruppen
                                                                                               Eine Besonderheit ist ein zusätzli-
                                                                                               cher, rund 50 Quadratmeter großer
          ■ Richtfest für BiBaP-Großprojekt am Schwanhof
                                                                                               Raum in der Sporthalle, der sich ver-
                                                                                               dunkeln lässt. Damit wurde ein
          it dem Richtfest für die Turnhalle     für die Ganztagsangebote der Schule           Wunsch der Schule erfüllt, die den
     M    der Schule am Schwanhof er-
     reicht das Bildungsbauprogramm
                                                 genutzt werden kann. Zudem steht
                                                 der Neubau der Volkshochschule, Ver-
                                                                                               Raum für Kleingruppen nutzen möch-
                                                                                               te – etwa für Tanz, Yoga und Schwarz-
     BiBaP der Universitätsstadt Marburg         einen wie der Tischtennisabteilung            lichttheater.
     den nächsten Meilenstein. Nach den          des VFL Marburg sowie der von der             Mitte 2021 soll die neue Einfelder-
     Sommerferien 2021 soll hier Sport           Jugendhilfe organisierten „Sozialen           Halle am Schwanhof fertig sein. Dann
     getrieben werden.                           Gruppe“ zur Verfügung.                        wird das zentrale, lichtdurchflutete
                                                 Der Hintergrund: Die alte Turnhalle           Foyer über einen Windfang betreten.
     Gebaut wird aktuell auch an der             der ehemaligen Pestalozzischule aus           Die Halle selbst wird mit fest einge-
     Grundschule Marbach, den Kaufmän-           dem Jahr 1967 war dringend sanie-             bauten Geräten ausgestattet. Außer-
     nischen Schulen und der Elisabeth-          rungsbedürftig. „Dadurch wurde ein            dem sind getrennte Geräteräume für
     schule. „Die Sporthalle der Schule am       Neubau erforderlich“, erläutert Bür-          Schule und Vereine vorgesehen. Auf
     Schwanhof ist zentraler Bestandteil
     des Bildungsbauprogramms“, sagte
     Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies            Bildungsbauprogramm
     beim Richtfest für die neue Einfelder-
     Halle. Der Neubau ist mit rund 3,4            Das Bildungsbauprogramm BiBaP, das die Stadtverordnetenversammlung
     Millionen Euro eines der Großprojek-          2016 beschlossen hat, umfasst insgesamt 30 Baumaßnahmen. Die Priori-
     te des Programms, mit dem die Uni-            tätenliste der Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen wurde in einem
     versitätsstadt insgesamt 30 Millionen         breiten Beteiligungsprozess auf der Grundlage der Schulwünsche einer
     Euro innerhalb von fünf Jahren in die         Projektgruppe mit Eltern, Schulleitungen, Schüler*innen, Behindertenbei-
     Marburger Schulen investiert. Mit             rat, Magistrat und Verwaltung erstellt. Das 2017 gestartete Programm liegt
     rund 920 Quadratmetern ist die neue           immer noch im Zeit- und im Finanzplan. Weitere Informationen bietet ein
     Halle deutlich größer als die alte            neuer Podcast, nachzuhören unter
     Turnhalle. Die Förderschule erhält da-        ■ https://hoermalmarburg.de
     mit eine zeitgemäße Halle, die auch

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der Südseite befinden sich Umkleiden
mit Duschen und Toiletten für Lehr-
kräfte und Schüler*innen.
Doch auch an anderen Schulen wird
aktuell gearbeitet. Dazu gehört die
Grundschule Marbach, die im Rahmen
des Bildungsbauprogramms für rund
3,5 Millionen Euro erweitert wird. Da-
von soll vor allem das Ganztagsange-
bot profitieren, das von 95 Prozent
der rund 130 Kinder genutzt wird. Sie
können sich auf eine neue Cafeteria,
eine Küche, einen neuen Essensraum
mit großer Fensterfront sowie neue
Unterrichtsräume freuen.
Das neue zweigeschossige Gebäude                       Soll mehr Räume für die Elisabethschule schaffen: Block D wird aufgestockt.
entsteht gegenüber der alten Schule.
Die Cafeteria mit ihrem großen Spei-     sa sowie Neubauten für Block K und           Rahmen von BiBaP ist der Neubau der
seraum steht im Zentrum des Erdge-       Block B geben – die Vorplanungen             Mosaikschule, für den die Bedarfspla-
schosses. Im Obergeschoss ist Platz      laufen. Und an der Emil-von-Behring-         nung in 2021 startet. Am Gymnasium
für zusätzliche Unterrichtsräume mit     Schule sind die Sanierung von Block          Philippinum steht noch die Sanierung
Nebenräumen.                             A sowie eine neue Caféteria vorgese-         des Innenhofs an, der zu einem groß-
                                         hen. Ein weiteres Großprojekt im             zügigen, urbanen Platz werden soll.
Eine Million Euro für
die Elisabethschule
Rund eine Million Euro investiert die
Stadt am Gebäude D der Marburger
Elisabethschule. Der Trakt wird der-
zeit aufgestockt, um Platz für drei
neue Klassenräume zu gewinnen. Die
Erweiterung soll im zweiten Halbjahr
2021 abgeschlossen werden. Gebaut
wird auch an den Kaufmännischen
Schulen, wo die Toilettenanlagen sa-
niert werden. Die Maßnahme ist mit
710.000 Euro veranschlagt.
Weitere große und kleine BiBaP-Pro-
jekte stehen noch an: Voraussichtlich
im Herbst 2021 soll die Innenraum-
sanierung an der Otto-Ubbelohde-
Schule beginnen. Einschließlich eines
neuen Aufzugs sollen dafür 2,8 Milli-
onen Euro investiert werden. An der
Sophie-von-Brabant-Schule ist Ende
2021 die energetische Sanierung von
Block C sowie der Fensteraustausch in
einem Teil der Schule geplant.

Mosaikschule
ist Großprojekt
An der Käthe-Kollwitz-Schule soll ab
2022 das Containergebäude abgeris-
sen werden. An dieser Stelle soll ein
innovativer, zweigeschossiger Holz-
Modul-Bau mit vier Unterrichtsräu-
men, Nebenräumen und einem Auf-
zug errichtet werden. An der Erich-
Kästner-Schule soll es eine neue Men-

                                                                                                                                     11
Medienangebot in hoher Qualität und
                                                                                             Quantität anbieten.“
                                                                                             Die Nutzer*innen aus der Stadtbü-
                                                                                             cherei Marburg liegen mit 155.000
                                                                                             Mediendownloads im vergangenen
                                                                                             Jahr an dritter Stelle im gesamten
                                                                                             Verbund – Tendenz weiter steigend.

                                                                                             12.000 neue
                                                                                             Registrierungen
                                                                                             Das Ausleihen von eMedien erfreut
                                                                                             sich zunehmender Beliebtheit. Das
                                                                                             zeigte unter anderem auch die Aktion
                                                                                             „Onleihe für Hessen“, die vor dem
                                                                                             Hintergrund der Corona-bedingten
                                                                                             Einschränkungen im Frühjahr statt-
                                                                                             gefunden hat: Vom 29. März bis zum
                                                                                             3. Mai 2020 konnten sich alle in Hes-
                                                                                             sen wohnhaften Bürger*innen auch
                                                                                             ohne gültigen Büchereiausweis beim
                                                                                             OVH registrieren und die entspre-
                                                                                             chenden eMedien bis zum 24. Mai
                                                                                             kostenfrei nutzen. Der OVH verzeich-
                                                                                             nete im Rahmen dieser Aktion 12.000
                                                                                             neue Registrierungen.

                                                                                             Digitale Lernkurse
                                                                                             stehen zur Verfügung
                                                                                             Im Jubiläumsjahr hält das eLearning
                               Über die „Onleihe“ stehen den Nutzer*innen mehr als 230.000   Einzug beim OVH. Künftig wird es
                               digitale Medien zum Ausleihen zur Verfügung. (Foto: Batz)     möglich sein, digitale Lernkurse zur
                                                                                             privaten und beruflichen Aus- und
                                                                                             Fortbildung auszuleihen. Sprachen,
         „Onleihe“ feiert                                                                    Marketing, Bildbearbeitung und viele
                                                                                             andere Themen sollen ins Programm
                                                                                             aufgenommen werden.
         zehnten Geburtstag                                                                  Die Stadtbücherei Marburg bietet ei-
                                                                                             nen kostenlosen Online-Zugang für
                                                                                             die Dauer von vier Wochen zum Aus-
         ■ Beliebt: Digitale Medien in der Stadtbücherei                                     probieren der Onleihe an – unter
                                                                                             https://sb-marburg.lmscloud.net.
         und um die Uhr hat sie geöffnet –      einen kostenlosen Zugriff auf digitale       Ein Bibliotheksausweis und eine Re-
     R   die digitale Bibliothek der Stadt-
     bücherei. 24 Stunden am Tag können
                                                Medien wie eBooks, ePapers, eAudios
                                                und eVideos“, erklärt Stadträtin Kir-
                                                                                             gistrierung vor Ort sind dazu zunächst
                                                                                             nicht erforderlich. Die einmalige
     ihre digitalen Medien genutzt wer-         sten Dinnebier.                              Anmeldegebühr für Personen bis 18
     den. Das Angebot der Online-Auslei-                                                     Jahren beträgt 2,50 Euro, bei Perso-
     he – kurz: „Onleihe“ – erfreut sich zu-    Rund um die Uhr                              nen über 18 Jahren fünf Euro. Für In-
     nehmender Beliebtheit.                                                                  haber*innen der Ehrenamtscard ist
                                                Medien ausleihen                             die Anmeldung kostenlos.
     Vor zehn Jahren startete der Onlei-        Durch die beispielhaften Kooperatio-         Anlässlich des Jubiläums lädt der OVH
     heVerbundHessen (OVH) damit. Die           nen der hessischen Bibliotheken, die         zu einem Fotowettbewerb ein. Die
     Stadtbücherei Marburg gehörte zu           gemeinsame Finanzierung der Me-              Nutzer*innen können Fotos ihrer
     den 17 Gründungsmitgliedern.               dienlizenzen, die Entwicklung neuer          Lieblingsplätze zum Lesen von
     In der Stadtbücherei Marburg nutzen        digitaler Angebote und die gegensei-         eBooks beziehungsweise Hören von
     mehr als 3500 Personen regelmä-            tige Unterstützung beim technischen          eAudios einreichen. Weitere Informa-
     ßig dieses Medienangebot. „Der On-         Support können wir den Nutzer*in-            tionen gibt es unter
     leihe Verbund Hessen bietet den Nut-       nen der Stadtbücherei eine digitale          ■ https://jubilaeum.
     zer*innen öffentlicher Bibliotheken        24-Stunden-Bibliothek mit einem              onlineverbundhessen.de

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siert, dass sie auch per Mail möglich
                                                                                          sind. Das betrifft die Ummeldung der
                                                                                          Wohnung bei Umzug innerhalb Mar-
                                                                                          burgs, Abmeldungen ins Ausland und
                                                                                          Anträge für Untersuchungsberechti-
                                                                                          gungsscheine. Informationen, wie die
                                                                                          schriftliche Antragstellung funktio-
                                                                                          niert, sind online zu finden.
                                                                                          Trotzdem gibt es noch Lebenslagen,
                                                                                          für die ein persönlicher Besuch im
                                                                                          Stadtbüro weiter nötig ist – zum Bei-
                                                                                          spiel beim Zuzug nach Marburg von
                                                                                          außerhalb, bei Anträgen auf Perso-
                                                                                          nalausweise, Reisepässe und Kinder-
                                                                                          reisepässe oder auch bei Beglaubi-
                         Mit dem neuen interaktiven Online-Kalender können Bürger*innen   gungen. Dafür ist der neue Service da:
                         einen passenden Termin im Stadtbüro bekommen. (Foto: Döhn)       Im interaktiven Online-Kalender des
                                                                                          Stadtbüros können Bürger*innen nun
                                                                                          einen passenden Termin selbst aus-
     Jetzt online                                                                         wählen und belegen – möglich ist das
                                                                                          in 15-Minuten-Einheiten zu den übli-
                                                                                          chen Öffnungszeiten.
     Termine buchen                                                                       Verschiedene Wege führen zum Stadt-
                                                                                          büro-Online-Kalender:
                                                                                          ■ über das Portal digital.marburg.de
     ■ Neuer digitaler Service des Stadtbüros                                             ■ über www.marburg.de/stadtbue-
                                                                                          ro-corona und die jeweilige Dienst-
    ie Stadt Marburg hat den näch-            re Online-Dienste schon vor Corona          leistung,
D   sten digitalen Service gestartet:
Mit einem interaktiven Online-Kalen-
                                              so weit ausgebaut, dass ein persönli-
                                              cher Besuch in den Behörden in vie-
                                                                                          ■ über den Bürgerservice unter
                                                                                          www.marburg.de und die jeweilige
der können Bürger*innen passende              len Fällen überflüssig geworden ist.         Dienstleistung.
Termine im Stadtbüro selbst buchen.           Das macht sich in der Krise für die         Der Terminkalender öffnet sich nur bei
Der neue Online-Kalender gilt für die-        Bürger*innen bezahlt.                       den Dienstleistungen, bei denen die
jenigen Anliegen, die noch einen per-         Ob Meldebescheinigung, Bewohner-            persönliche Vorsprache überhaupt er-
sönlichen Besuch erfordern. Alles an-         parken, Urkunden oder Führungs-             forderlich ist. An den Öffnungszeiten
dere kann bequem von zu Hause im              zeugnisse, Hunde- oder Gewerbean-           des Stadtbüros ändert sich durch den
Portal digital.marburg.de oder per            meldung – das und noch viel mehr            neuen Online-Service nichts.
Mail erledigt werden.                         kann auf dem Portal digital.mar-            Weitere Informationen gibt es beim
                                              burg.de erledigt werden, durchgän-          Fachdienst Stadtbüro und Standesamt
Abstand halten für den Infektions-            gig vom Antrag bis zur Online-Bezah-        telefonisch unter (06421) 201-1820,
schutz ist das Gebot der Stunde. Das          lung, mit sicherem Abstand vom hei-         per E-Mail an stadtbuero@marburg-
gilt auch für die Besuche bei der             mischen Sofa aus.                           stadt.de und unter
Stadtverwaltung. Gut für die Men-             Zusätzlich hat das Stadtbüro einzelne       ■ www.marburg.de/
schen in Marburg: Die Stadt hatte ih-         Dienstleistungen aktuell so organi-         stadtbuero-corona

Über diesen QR-Code ist das Online-Portal
digital.marburg.de der Stadt zu erreichen.

                                                                                                                                   13
Hilfe beim
     Thema Gesundheit
                       Wen kann man fragen,
                       wenn man den Brief vom Krankenhaus
                       nicht versteht?
                       Wo gibt’s einfache Unterstützung,
                       wenn man gesünder essen will?

                       Dafür gibt es das Gesundheits-
                       Informations-Angebot am Richtsberg.
                       Die Abkürzung ist GIR.

              Freiwillige Unterstützer
              Dort gibt es Vorträge. Unterstützung. Und Beratung.
              Vom islamischen Kultur-Verein Hadara.
              Von der Stadt Marburg.
              Und von ehren-amtlichen Gesundheits-Lotsinnen
              und Gesundheits-Lotsen.
              ehren-amtlich bedeutet: Sie machen die Arbeit freiwillig.
              Sie bekommen dafür keinen Arbeits-Lohn.

                  Die 10 Gesundheits-Lotsinnen und
                  Gesundheits-Lotsen unterstützen Menschen
                  beim Thema Gesundheit.
                  Sie beraten die Menschen.
                  Zum Beispiel, wie sie gesünder essen können.
                  Sie gehen mit, wenn die Menschen zum Arzt müssen.
                  Oder ins Krankenhaus.
                  Oder in eine andere medizinische Einrichtung.

14
Leichte Sprache – regelmäßig hier im Heft: Leichte Sprache
  dient der Barrierefreiheit. Sie soll Menschen, die aus unter-
  schiedlichen Gründen über eine geringe Kompetenz in der deut-
  schen Sprache verfügen, das Verstehen von Texten erleichtern.
  Dafür werden Vorschläge der AG Leichte Sprache des Marburger
  Behindertenbeirats aufgegriffen.

                                           Und sie geben den Menschen Informationen
                                           über Gesundheit und über Krankheiten.
                                           Sie wollen den Menschen helfen.
                                           Damit sie wieder gesund werden.
                                           Und damit sie gesund bleiben.

                                           Beim GIR können Sie sich beraten lassen.
                                           Zum Thema Gesundheit. Zu bestimmten Erkrankungen.
                                           Oder wenn Sie ein medizinisches Problem haben.
                                           Zum Beispiel mit einer Behandlung. Mit Medikamenten.
                                           Oder wenn Sie den Brief vom Krankenhaus
                                           nicht verstehen.
                                           Die Fachleute in der Beratungs-Stelle helfen
                                           Ihnen gerne weiter.

                                           Das GIR bietet auch Kurse zu Bewegung
                                           und gesundem Essen an.

                                       Fachleute beraten
                                       Die Beratungs-Stelle ist jeden Mittwoch von 18 bis 20 Uhr
                                       und jeden Samstag von 14 bis 15 Uhr geöffnet.
                                       Adresse: Am Richtsberg 68, 35309 Marburg
                                       Die Beratung ist kostenlos.
                                       Bitte machen Sie vorher einen Termin.
                                       Telefon: 0 64 21 – 8 84 12 90
                                       Dort können Sie auch anrufen, wenn Sie mehr
                                       Informationen möchten.

Informationen auch auf der Internet-Seite
■ www.leichtesprache.marburg.de

(Fotos: Stadt Marburg, Pixabay, Shutterstock)

                                                                                                   15
Männer. Seit 2016 ist Hagner Stif-
                                                                                                       tungsprofessor für Soziales Bauen an
                                                                                                       der Fachhochschule Kärnten.

                                                                                                       Auftakt am
                                                                                                       12. Januar
                                                                                                       „Es ist einfach sinnstiftend, dass
                                                                                                       durch unsere Arbeit weniger Leute
                                                                                                       auf der Straße schlafen müssen“, sagt
                                                                                                       Hagner, der inzwischen sein sechstes
                                                                                                       Vinzi-Projekt umsetzt. „Das ist durch
                                                                                                       nichts auf der Welt ersetzbar.“ Es leb-
                                                                                                       ten nicht so viele Menschen auf der
                                                                                                       Straße, weil es an Plätzen fehle, son-
                                                                                                       dern weil es an Plätzen fehle, die die-
                                                                                                       se Menschen akzeptieren können, be-
                                                                                                       richtet er aus seiner Praxis. „Es geht
                                                                                                       hier um Menschen ganz am Rand der
                                                                                                       Gesellschaft.“ Ein Vinzi-Dorf besteht
                                                                                                       aus Ein-Raum-Minihäusern von sie-
                                                                                                       ben bis acht Quadratmetern für eine
                                                                                                       Person. Benannt wurde es nach den
                                                                                                       noch heute ehrenamtlich engagierten
                 Um Zukunftsfragen geht es in der Reihe „Marburg800 weiter denken“.                    Vinzenzgemeinschaften. Als Begrün-
                 (Fotos: Vinzi-Projekte 3, l. u. Matthias Katz, r. o. Ashwin Vaswani/beide unsplash)   der gilt Jurist Frédéric Ozanam. Er
                                                                                                       lebte zur Zeit der Industriellen Revo-
                                                                                                       lution und der Arbeiteraufstände in
          „Marburg800                                                                                  Paris. Neben seinem Engagement zur
                                                                                                       Behebung ärgster Not hat er Forde-
                                                                                                       rungen an die Gesellschaft gerichtet,
          weiter denken“                                                                               um die Lebenssituation armer Men-
                                                                                                       schen zu verändern.
          ■ Zukunftsreihe beginnt mit Thema Obdachlosigkeit

          ie wollen wir die Zukunft denken           zum Auftakt der Blick auf Marburg als
     W    und gestalten? Darum geht es
     auf dem Weg zum Stadtjubiläum ab
                                                     soziale Stadt und auf die Lebenssitu-
                                                     ation wohnsitzloser Menschen.
     Januar mit einer Reihe für Zukunfts-            ■ Häuser für die Unbehausten: Mit                 Als Planer gelte es, den Menschen als
     fragen und -perspektiven unter dem              Architekt Alexander Hagner hat Mar-               den Eremiten, zu dem er geworden
     Motto „Marburg800 weiter denken“:               burg800 für den Start am 12. Januar               ist, anzunehmen, erläutert Vordenker
     mit spannenden Formaten, promi-                 2021 ab 19 Uhr den international an-              Hagner. „Ich kann so jemanden nur
     nenten Gästen und Impulsen als Teil             erkannten Spezialisten für Soziales               abholen, wenn ich ihm einen Ort an-
     des Jubiläumsschwerpunkts „Mar-                 Bauen gewonnen. Wie er Lösungen                   biete, an dem er sich erst einmal zu-
     burg erfinden“.                                  verwirklicht, die den Bedürfnissen                rückziehen kann“, erklärt er. Die Uni-
                                                     der Menschen Rechnung tragen und                  versitätsstadt Marburg hat einen Run-
     Die Palette der Themen reicht vor dem           welche Erfahrungen er mit nieder-                 den Tisch von Verwaltung, sozialen
     Hintergrund einer 800-jährigen Ge-              schwelligen, alternativen Wohnange-               Trägern und Wohnungsbaugesell-
     schichte als Stadt von Wegen aus der            boten für Wohnsitzlose gemacht hat,               schaften zur Zukunft der Wohnungs-
     Obdachlosigkeit über Digitalisierung            das will der Wiener berichten und im              losenhilfe eingerichtet und berät dort
     bis zur Frage, wie wir uns ernähren             Austausch mit den Marburger*innen                 auch über alternative Wege aus der
     wollen oder zur Zukunft nach Corona.            besprechen.                                       Obdachlosigkeit.
     Denn, so die Idee des Stadtjubiläums,           Bekannt geworden ist Hagner durch                 Die Veranstaltung „Häuser für die Un-
     Marburg ist schon immer eine Stadt              das Pilotprojekt VinziRast-mitten-                behausten – Architektur für Obdach-
     der Welt- und Gesellschaftsdeutun-              drin, in dem vormals obdachlose                   lose“ zusammen mit der GeWoBau ist
     gen mit praktisch orientierter Anwen-           Menschen mit Studierenden unter ei-               für das Erwin-Piscator-Haus geplant
     dung. Für diese lange Tradition steht           nem Dach leben, sowie durch weitere               und wird online übertragen. Bei
     nicht zuletzt das Wirken der Heiligen           Vinzi-Projekte, wie das VinziDorf                 Änderungen aufgrund von Corona
     Elisabeth. Und so richtet sich bewusst          Wien für alkoholkranke obdachlose                 wird über das Internet informiert.

16
■ Welt neu denken: Um eine ganz
andere Zukunftsfrage geht es am 6.
                                           Marburg erfinden
Mai 2021 im Erwin-Piscator-Haus:           „Marburg erinnern“, „Marburg erleben“ und „Marburg erfinden“ – das sind
Professorin Dr. Maja Göpel, als Auto-      die drei Themen des Stadtjubiläums. Für den Blick in die Zukunft geht es
rin des Buches „Unsere Welt neu den-       mit der Stadtgesellschaft um die Frage „Wie wollen wir gut und glücklich
ken“ aus TV-Talks bekannt, Transfor-       zusammen leben?“ Dafür steht „Marburg erfinden“ mit kreativen und
mationsforscherin und Mitbegründe-         innovativen Wegen, im Dialog, mit Beteiligung. Die Projekte werden in
rin von „Scientists4Future“ spricht        „Studier mal Marburg“ in den nächsten Monaten vorgestellt. Ob im Zu-
über „Open Government, Digitalisie-        kunftslab die „Marburg-Typen“, Kunst im Stadtraum, Denkfabrik, Patch-
rung und Beteiligungskultur“. Als          workvorhaben oder die Reihe „Marburg800 weiter denken“ – es geht da-
Politökonomin fragt sie nach den           rum, mit allen Sinnen zu begreifen und Ideen zu entwickeln.
Grenzen des Wachstums und fordert,
die Diskussion um Digitalisierung und
Nachhaltigkeit zu verbinden. Die Ver-     muliert es der Publizist auf www.        2022 stattfindet, sei dieser bereits er-
anstaltung erfolgt in Kooperation mit     horx.com und fragt mit Ernsthaftig-      wähnt. Auf der gesperrten B3a soll es
dem Landkreis.                            keit und Humor: „Worüber werden wir      dann als Teil des großen Marburg800-
■ Zukunft nach Corona: Ganz frisch        uns rückblickend wundern?“.              Events „Tischlein deck dich“ beim
eingetroffen ist die Zusage von Zu-       Die Dynamik dieses Themas steht          Essen, Trinken, Diskutieren und In-
kunftsforscher Matthias Horx. Der         stellvertretend für die Reihe „Mar-      formieren auch um die „Zukunft der
Trend- und Zukunftsforscher, Autor        burg800 weiter denken“. Bewusst          Ernährung“ gehen – mit Genusspart-
des Buches „Die Zukunft nach Corona.      werden daher nicht alle Veranstaltun-    ner*innen aus der ganzen Region.
Wie eine Krise die Gesellschaft, unser    gen vorab festgelegt. Die Reihe eröff-   Was ist schon so gut, dass wir noch
Denken und unser Handeln verän-           net bis zum Sommer des Jahres 2022       viel mehr davon möchten? Und was
dert“ greift im Frühjahr in Marburg       somit die Möglichkeit, aktuelle Fra-     sollte eingeführt, verbessert, ausge-
ein Thema auf, das uns alle bewegt.       gen und Formen aufzugreifen – und        baut werden? Wieviel Zukunft kann
„Die Welt ,as we know it‘ löst sich ge-   das mit allen Sinnen.                    und muss Marburg schon heute ris-
rade auf. Aber dahinter fügt sich eine    ■ Ernährung: Und weil dafür bei-         kieren? „Marburg800 weiter denken“
neue Welt zusammen, deren Formung         spielhaft ein Höhepunkt steht, der am    möchte Denkanstöße geben.
wir zumindest erahnen können“, for-       Pfingstsonntag im Jubiläumsjahr           ■ www.marburg800.de

                                                                                                                             17
Magistrat sowie eine Person der Ge-
                                                                                                schäftsführung zur Seite. „Durch die-
                                                                                                se gemeinsame Arbeit stellen wir un-
                                                                                                sere fachlichen und persönlichen Er-
                                                                                                fahrungen in den Dienst älterer
                                                                                                Bürger*innen“, so Wölk. „Wir sind
                                                                                                Vermittler*innen zwischen der Stadt-
                                                                                                verwaltung und den älteren Men-
                                                                                                schen in Marburg. Als Interessenver-
                                                                                                tretung leiten wir ihre Sorgen und
                                                                                                Anregungen an die zuständigen Stel-
                                                                                                len der Stadt weiter.“
                                                                                                Die Beiratsmitglieder treffen sich
                                Im Alter gut leben in Marburg: Der städtische Seniorenbeirat
                                will als Interessenvertretung dazu beitragen. (Foto: Pixabay)
                                                                                                fünfmal im Jahr, um die Anliegen der
                                                                                                Senior*innen zu beraten und gemein-
                                                                                                sam Lösungen zu finden. Neu in dieser

         Mitmachen im                                                                           Wahlperiode ist, dass sich auch ältere
                                                                                                Marburger*innen, die nicht in einer
                                                                                                Organisation, einem Verein oder ei-

         Seniorenbeirat                                                                         nem Verband eingebunden sind, in ei-
                                                                                                ner gesonderten Wahlversammlung zu
                                                                                                Delegierten bestimmen lassen kön-
         ■ Delegiertenwahl im Februar 2021                                                      nen. Einzige geltenden Voraussetzun-
                                                                                                gen sind auch für „Nichtorganisierte“,
           elche Anliegen haben ältere          Seniorenbeirat aufstellen. Die neue             dass sie das 60. Lebensjahr vollendet
     W     Marburger*innen? Welche An-
     gebote bestehen für Ratsuchende
                                                Legislaturperiode ist von 2021 bis
                                                2026. Interessierte Marburger*innen
                                                                                                und ihren ersten Wohnsitz in der Stadt
                                                                                                Marburg haben.
     oder sind auszubauen? Das städtische       sind herzlich eingeladen, an der Ge-            Eine gesonderte Wahlversammlung ist
     Organ des Seniorenbeirats ist die In-      staltung ihrer seniorenfreundlichen             für Montag, 1. Februar, geplant. Men-
     teressenvertretung der Marburger Se-       Stadt mitzuwirken und um Fragen,                schen, die dann gewählt werden, neh-
     nior*innen. Im Februar 2021 findet          Belange und Perspektiven von älte-              men ebenfalls an der Delegiertenver-
     die Wahl der neuen Delegierten statt.      ren Menschen sichtbar zu machen.                sammlung am Montag, 22. Februar,
     Neu ist: Alle über 60-jährigen Mar-        Gewählt werden können sie nun auch              teil. Die bereits bekannte Entsendung
     burger*innen haben die Möglichkeit,        unabhängig von einer Vereins- oder              von Delegierten erfolgt wie gehabt,
     sich in den städtischen Seniorenbei-       Verbandsmitgliedschaft.                         durch eine interne Wahl je zwei dele-
     rat wählen zu lassen.                      Aktuell arbeiten im Seniorenbeirat              gierter Personen aus Vereinen, Ver-
                                                Marburgs 16 entsandte Mitglieder aus            bänden und Organisationen.
     „Wir brauchen freiwillige Mitstrei-        unterschiedlichen Seniorenvereini-              ■ Interessierte können ihren Antrag
     ter*innen, die bereit sind, sich ge-       gungen gemeinsam mit gewählten                  und auch Fragen zur Wahl richten an:
     meinsam mit uns für die Belange äl-        Vertreter*innen der Kommunalpolitik             Magistrat der Stadt Marburg, Alten-
     terer Mitmenschen einzusetzen“, be-        und der Marburger Wohlfahrtsverbän-             hilfe, Friedrichstraße 36, 35037 Mar-
     tont Joachim Wölk, Vorsitzender des        de eng zusammen. Aus der Stadtver-              burg, per E-Mail: altenhilfe@mar-
     Seniorenbeirats. Im Februar 2021           waltung stehen dem Gremium ein*e                burg-stadt.de oder telefonisch unter
     lassen sich Delegierte zur Wahl in den     Vertreter*in aus dem ehrenamtlichen             (06421) 201-1521.

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Komplex: Die Sanierung der Dachwerkskonstruktion. (Fotos: Fachdienst Städtische Bäder)        Auch der Eingangsbereich mit der Drehtür wird neu gestaltet.

                                                                                               Konzeption für die umfangreichen
            Fördergelder                                                                       und zudem sehr komplexen Sanie-
                                                                                               rungsarbeiten hatte bereits im Herbst
                                                                                               2019 begonnen. Die Kosten der Sa-
            für das AquaMar                                                                    nierung belaufen sich auf etwa 1,4
                                                                                               Millionen Euro. Die vorbereitenden
                                                                                               Arbeiten sind soweit abgeschlossen,
            ■ Sanierung kann nach Vorarbeiten beginnen                                         sodass die eigentliche Sanierung
                                                                                               starten kann.
         anierung des Daches, Neugestal-             können wir nun zügig mit der eigent-      Gefördert wird auch die Neugestaltung
      S  tung des Eingangsbereichs und
      Austausch von Wärmebänken: Um-
                                                     lichen Sanierung beginnen und hof-
                                                     fen, bis spätestens März nächsten Jah-
                                                                                               des Eingangsbereichs des AquaMar.
                                                                                               Aus sicherheitstechnischen und ener-
      fangreiche Sanierungsarbeiten ste-             res das Bad wieder komplett für den       getischen Gründen sind der Austausch
      hen im Marburger Sport- und Freizeit-          Badebetrieb freigeben zu können“,         der defekten Drehtür sowie die Erneu-
      bad AquaMar an.                                sagt Stadträtin Kirsten Dinnebier.        erung beziehungsweise Nachrüstung
                                                     Gleich drei Projekte werden aus dem       von zwei weiteren barrierefreien Türen
      Das Land Hessen unterstützt diese              SWIM-Programm gefördert. Schwer-          im Eingangsbereich erforderlich. Au-
      Maßnahmen mit Fördergeldern aus                punkt ist die Sanierung der Dach-         ßerdem sind die Oberflächen der Wär-
      dem Schwimmbad-Investitions- und               werkskonstruktion. Bei Kontrollen im      mebänke in der Aktionshalle mittler-
      Modernisierungsprogramm (SWIM).                September vergangenen Jahres wur-         weile in einem sehr schlechten Zu-
      Die Zuwendungsbescheide in Gesamt-             den erhebliche Schäden an der Dach-       stand, sodass sie ausgetauscht werden
      höhe von 398.000 Euro sind nun bei             balkenkonstruktion festgestellt, die      müssen. Auch hier unterstützt das
      der Stadt eingegangen. „Mit Hilfe der          eine sofortige Schließung der betrof-     Land Hessen mit einer Bezuschussung
      Zuwendung durch das Land Hessen                fenen Becken nach sich zogen. Die         aus dem SWIM-Programm.

                                                                                                                                                 19
Willkommen in Dilschhausen – der kleinste Stadtteil Marburgs ist ein wahres Naturidyll. (Fotos: Schwarzwäller)

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         Idylle und                                                                                1259 erstmals urkundlich erwähnt
                                                                                                   und war bis ins frühe 19. Jahrhundert
                                                                                                   in ein Ober- und ein Unterdorf geteilt,
         Pilgerherberge                                                                            die territorial und kirchlich unter-
                                                                                                   schiedliche Zugehörigkeiten hatten.
                                                                                                   Im Ort gibt es eine spätromanische,
         ■ „Mein Dorf in Marburg“: Dilschhausen                                                    heute evangelische Kirche aus Bruch-
                                                                                                   stein, die im 13. Jahrhundert erbaut
         ilschhausen ist der westlichste           stadtteilen bedarfsgerecht. In der              wurde und etwa gleichaltrig mit der
     D   der Marburger Stadtteile. Der Ort
     hat nicht nur eine Jahrhunderte alte
                                                   Reihe „Mein Dorf in Marburg“ werden
                                                   die Außenstadtteile und ihre Bürger-
                                                                                                   Elisabethkirche ist. Angebunden an
                                                                                                   den städtischen ÖPNV ist Dilschhau-
     Kirche zu bieten, sondern dient mit           häuser vorgestellt – diesmal Dilsch-            sen über die Buslinie 16.
     seinem Bürgerhaus auch öfters als             hausen, das mit gerade einmal rund
     Station für Pilger*innen.                     170 Einwohner*innen der kleinste                Mit der Feuerwehr
                                                   Außenstadtteil der Universitätsstadt
     Damit es für Gäste und die Dorfge-            und auch am weitesten von der Kern-             in einem Gebäude
     meinschaft noch attraktiver wird,             stadt entfernt ist. Bis ins Stadtzen-           Das Bürgerhaus ist mit der örtlichen
     wird das Bürgerhaus saniert.                  trum sind es etwa elf Kilometer.                Feuerwehr gemeinsam in einem Ge-
     Mit einem groß angelegten Entwick-            Der Stadtteil ist umgeben von Wie-              bäude untergebracht, die die Räume
     lungskonzept saniert die Stadt Mar-           sen, Feldern und Hügeln und wird                für Versammlungen, Fortbildungen
     burg die Bürgerhäuser in den Außen-           vom Wältersbach und Calderbach                  oder Feste nutzt. Außerdem wird das

               Das Bürgerhaus teilt sich das Gebäude mit der Feuerwehr.                            Der Veranstaltungsraum lädt zum Feiern ein.

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Dilschhausen ist der kleinste Außenstadtteil Marburgs.                        Der Dorfteich ist als Löschteich angelegt.

    Bürgerhaus von verschiedenen Verei-
    nen in Anspruch genommen, neben                Entwicklungskonzept
    dem Förderverein der Freiwilligen
    Feuerwehr auch vom Kirchenchor und             Marburg ist Universität, Marburg ist Stadt – und Marburg ist Dorf. Rund
    einem Damengymnastikverein.                    12.000 der Einwohner*innen Marburgs leben in den dörflichen Außen-
    Neben einem Veranstaltungssaal mit             stadtteilen. Die Bürgerhäuser sind dort oftmals Orte des Miteinanders. Des-
    holzgetäfelter Decke, der über einen           halb will die Stadt in den kommenden Jahren auf der Basis eines großan-
    Barbereich und einen Beamer verfügt            gelegten Entwicklungskonzepts die Bürgerhäuser in den jeweiligen Stadt-
    und Platz für etwa 100 Menschen bie-           teilen bedarfsgerecht sanieren, teilweise auch abreißen und neu bauen.
)   tet, gibt es noch einen kleineren              Eine gemeinsam mit Vertreter*innen aller Außenstadtteile erstellte Priori-
    Raum, der als Schulungs- und Jugen-            tätenliste teilt die Vorhaben ein, zunächst bis 2029. Voraussichtlich werden
    draum dient, eine Küche und ein WC.            die Maßnahmen insgesamt darüber hinausgehen. Das Gesamtvolumen der
    „Das WC ist unser großes Problem“,             Investitionen wird sich auf circa 15 Millionen Euro belaufen. Der Impuls für
    berichtet Ortsvorsteher Herrmann               das Entwicklungskonzept kam durch die Beteiligung der Stadt Marburg am
    Heck, es stehe bei den Sanierungs-             Dorfentwicklungsprogramm des Landes Hessen.
    wünschen oben auf der Liste. Es ver-
    fügt über keine Dusche, die aber für
    die Feuerwehr wichtig wäre – und für
    Übernachtungsgäste.

    An der Route des
    Elisabethpfads
    Dilschhausen liegt nämlich an der
    Route des Elisabethpfads. So kommt
    es auch vor, dass Pilger*innen auf
    dem Weg von oder nach Marburg im
    Bürgerhaus einen Zwischenstopp ein-
    legen. Manche bleiben nur für eine
    kurze Rast, „wir hatten aber auch
    schon einzelne Personen oder auch
    Gruppen von bis zu 20 Personen, die
    im Bürgerhaus geschlafen haben“,
    berichtet Heck. Mit Schlafsack und
    Isomatten ausgestattet, sind die Pil-
    ger*innen meistens sehr bescheiden,
    „aber eine Dusche möchten wir ihnen
    natürlich schon anbieten“.
    Die Sanierung wird neben der Toilette
    auch die Veranstaltungsräume und
    die Küche des Bürgerhauses umfas-
    sen. Vorgesehen sind die Arbeiten für
    den Zeitraum 2021 bis 2023. Ortsvor-
    steher Herrmann Heck sieht darin die
    Chance, das Dilschhausener Bürger-
    haus dann auch als Pilgerherberge
    bewerben zu können.

                                                                                                                                          21
verbergen sich mehr als 1.200 Mar-
                                                                                                    burgerinnen und Marburger, die zu-
                                                                                                    gunsten notleidender Studierender
                                                                                                    auf ihre 20-Euro-Stadt-Geld-Gut-
                                                                                                    scheine aus dem Corona-Hilfspaket
                                                                                                    „Marburg miteinander“ verzichtet ha-
                                                                                                    ben. „Die Spendenbereitschaft ist ein
                                                                                                    wichtiges Zeichen der Solidarität un-
                                                                                                    tereinander“, sagt OB Dr. Thomas
                                                                                                    Spies. „Diese schnelle und unbüro-
                                                                                                    kratische Hilfe im Zusammenwirken
                                                                                                    von Bürgerinnen und Bürgern, Stadt
                                                                                                    und Universität ist wirklich einzigar-
                                                                                                    tig“, sagt Universitätspräsidentin
           Viele Studierende sind durch die Corona-Pandemie in finanzielle Not geraten.              Prof. Katharina Krause: „In Marburg
           Deshalb hat die Philipps-Universität einen Nothilfefonds eingerichtet. (Foto: Pixabay)   besteht das Miteinander nicht nur aus
                                                                                                    Worten, sondern auch aus Taten.“
                                                                                                    Zu den Ideengeber*innen für den
          Stadt-Geld                                                                                Nothilfefonds zählt der Islamwissen-
                                                                                                    schaftler Albrecht Fuess. Ihm war auf-
                                                                                                    gefallen, dass eine Reihe von Studie-
          für Studierende                                                                           renden mit der Umstellung auf die
                                                                                                    Online-Lehre nicht mehr auftauchte.
                                                                                                    Es stellte sich heraus, dass sie nicht
          ■ Zeichen für ein starkes Miteinander                                                     an den virtuellen Veranstaltungen
                                                                                                    teilnehmen konnten, weil sie keine
         ie Marburger*innen haben                   die Pandemie in Not geraten sind. Da-           eigenen Laptops oder PCs haben. Bis
     D   24.600 Euro Stadtgeld für den
     Corona-Nothilfefonds der Philipps-
                                                    bei handelt es sich häufig um Hoch-
                                                    schüler*innen, die ihr Studium bislang
                                                                                                    zum Beginn der Coronakrise hatten sie
                                                                                                    die Computerräume der Universität
     Universität gespendet. Das Geld wird           über Nebenjobs in Cafés, Restaurants            nutzen können. Wenn dann noch die
     derzeit an bedürftige Studierende              und kulturellen Einrichtungen finan-             Nebenjobs wegbrächen, werde es für
     ausgeschüttet. Sie erhalten im Durch-          ziert haben. Diese Einnahmen sind               die Betroffenen eng.
     schnitt 312 Euro.                              durch die Pandemie weggebrochen.
                                                    Zumindest ein kleines Aufatmen ver-             Unterstützung durch
     „Es gibt Leute, die nicht wissen, wie          spricht der Nothilfefonds, den die
     sie die Krankenversicherung im näch-           Philipps-Universität als eine der er-           Familien fällt oft weg
     sten Monat zahlen sollen. Und es gibt          sten Hochschulen bundesweit wäh-                Gleich doppelt trifft dies auch viele
     andere, die ihre Miete schon seit vier         rend des ersten Lockdowns einrichte-            internationale Studierende, die bis-
     Monaten nicht mehr aufbringen konn-            te. 103.000 Euro wurden seitdem von             lang häufig auf Messen oder in Res-
     ten“, sagt Sophie Falschebner vom              Uni-Lehrkräften,        Beschäftigten,          taurantküchen gearbeitet haben, be-
     Team der Evangelischen Studieren-              Alumnis und Marburger Bürger*innen              richtet Falschebner. Bei ihnen sind
     dengemeinde (ESG). Die junge Frau              gespendet. Knapp ein Viertel des                nicht nur die Jobs, sondern auch die
     prüft im Auftrag der Universität die           Fonds – 24.590 Euro - wurde über das            Unterstützung durch die Familien oft
     Anträge der Studierenden, die durch            Stadt-Geld aufgebracht. Dahinter                komplett weggefallen: „Gerade in

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