Agiplanquadrat - agiplan GmbH

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Agiplanquadrat - agiplan GmbH
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                                 agiplanquadrat

                                 Ausgabe 11
                                 Januar 2019

Innovationenschaffen
Interview: Innovationsmanagement in der Logistik / Die wichtigsten Logistik-Startups / Startup-Corner / Von Big Data zu Big
Knowledge / Projekt Amprion / Werkstrukturplanung inspiriert durch die Natur / Bio-inspirierte Werkstrukturplanung / Smart
Handwerk / Logistikimmobilien in der Stadt / Wertschöpfungskette Ostbrandenburg / EU-Kohäsionspolitik
Agiplanquadrat - agiplan GmbH
agiplanquadrat › Ausgabe 11 › Januar 2019

            INNOVATIONEN SCHAFFEN
            Liebe Leserinnen und Leser,                                  Industrieunternehmen möglich ist. Als zukunftsweisend
                                                                         stufen wir auch Initiativen wie den Digital.Hub Logistics in
            aus Gesprächen mit unseren Kunden aus Industrie,             Dortmund ein (Seite 7), der Unternehmen bei der digitalen
            Dienstleistung und öffentlicher Hand erfahren wir, wie       Transformation tatkräftig unterstützt.
            intensiv sie sich mit den Möglichkeiten und dem Nutzen
            der Digitalisierung beschäftigen.     Besonders unsere       Für die aktuelle Ausgabe unseres agiplanquadrats
            mittelständischen Partner geben Daten- und Informati-        sprachen wir mit Vertretern großer Industrie- und Logis-
            onstechnologien einen hohen Stellenwert. Die digitale        tikunternehmen zum Thema „Innovationen schaffen“ und
            Transformation in den Unternehmen umfasst dabei die          erfuhren, auf welche Weise dort technologische und zu-
            gesamte Wertschöpfungskette vom Lieferanten bis zum          kunftsfähige Entwicklungen vorangetrieben werden (Seite
            Kunden. Im Rahmen des Wandels entstehen moderne              6). Werfen Sie zudem einen Blick auf die Startup-Land-
            Geschäftsmodelle, über die wir unter anderem in dieser       schaft der Logistik: Auf den Seiten 12 bis 14 geben wir
            agiplanquadrat-Ausgabe berichten.                            Ihnen einen Überblick über ausgewählte, spannende
                                                                         Logistik-Unternehmen. Nicht zuletzt hält unser Heft wie
            Neben dem Innovationsmanagement, das immer stärker           immer interessante Projektberichte und Beiträge aus der
            in den Fokus rückt, entwickeln sich auch Kooperationen       agiplan-Themenwelt für Sie bereit.
            mit externen Partnern als Erfolgsmodell: In den vergange-
            nen Jahren positionierte sich beispielsweise eine Vielzahl   Lassen Sie sich inspirieren!
            kleiner Unternehmen mit kreativen Geschäftsideen aus
            der Logistik am Markt. Diese Startups bieten mit ihrem       Ihr
            digitalen Knowhow spezialisierte Lösungen, die Prozesse      Dr. Christian Jacobi
            vereinfachen, Arbeitsweisen verbessern sowie Effizienzen
            und Qualitäten anheben. Dadurch werden sie zu einem
            attraktiven Partner, auch weil die Startup-Kultur manche
            PS schneller auf die Straße bringt, als es gewachsenen

                                                                                                          Dr. Christian Jacobi
                                                                                                          Geschäftsführender Gesellschafter
                                                                                                          T: +49 208 9925-250
                                                                                                          cjacobi@agiplan.de
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                                     INN                       UE
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                                      LOG                             NT                           INE
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                                                   A                                LO
                                                       RTU                             G   IST
                                                           P   S IN                            IK 6
                                                                       DEU
                                                                             TSC
                                                                                  HLA
                                                                                      ND
                                                             STAR                             12
                                                                 TUP
                                                                             COR
                                                                                   NER
                                 VON B                                                   14
                                       IG      DATA Z
                                                      UB       IG KNO
                                                                     WLEDG
                                                                                    E 16
                              NEUES ZENT
                                             RALLAGER FÜ
                                                                  R AMPRION 2
                                                                             0

               WERKSTRUKTURPLAUNG INSPIRIERT DURCH DIE NATUR 22

                                                                 WERK 26
                                     SZENTRUM          SMART HAND
                     DIGITALISIERUNG
                                                                               28
                                                                   D E R STADT
                                                        ILIE  N IN
                                        IK     IMMOB
                                 LOGIST                                             RG 3
                                                                                        0
                                                                           NBU
                                                                  RA   NDE
                                                   TE    OSTB                               32
                                           G  SKET                               OL  ITIK
                                  Ö   PFUN                                   NSP
                              TSCH                                  ÄSIO
                           WER                               OH
                                                         EU-K

Ergänzungen zu unseren Artikeln finden
Sie auch digital auf unserer Website
  www.agiplan.de
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agiplanquadrat › Ausgabe 11 › Januar 2019

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            NEUE PUBLIKATION
            STADT DER ZUKUNFT – Auf dem Weg zur neuen Smart City

            Deutschland und seine Städte in 2030: Wie werden unsere Ballungsräume in gut zehn Jahren aussehen – wie werden
            die Menschen leben und arbeiten? Werden neue Technologien das Gewohnte auf den Kopf stellen, unsere Lebens-
            weise radikal ändern und Geschäftsmodelle sowie unternehmerisches Handeln umkrempeln? Vieles ist denkbar in
            der Stadt der Zukunft.

            In einer neuen Broschüre mit dem Titel „STADT DER ZUKUNFT – Auf dem Weg zur neuen Smart City“ skizzieren wir
            anhand von laufenden Trends, bekannten urbanen Problemen und aktuellen Technologien, wie unsere Städte in gut
            zehn Jahren aussehen können. Entscheidende Stellschrauben, mit denen sich die Zukunft urbaner Räume gezielt
            gestalten lässt, sind dabei die Themen Mobilität, Logistik, Klimaschutz, Produktion und Digitalisierung.

            Das Magazin steht Ihnen zum Download auf unserer Website zur Verfügung:
            www.agiplan.de/stadtderzukunft
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TERMINE
LogiMAT 2019

19. bis 21. Februar, Messe Stuttgart
Besuchen Sie uns am Stand: Halle 1, Stand B20

agiplan ist auch im kommenden Jahr als Aussteller auf Europas größter Fachmesse für Intralogistik vertreten.
Sie möchten uns dort treffen? Kein Problem: Gastkarten können Sie bei uns online anfordern!
www.agiplan.de/gastkarten-logimat-2019

  	Treffen Sie agiplan-Geschäftsführer Dr. Christian Jacobi zudem als Moderator des Fachforums „Automatisch auf
    der Überholspur?“, am 19.02, 13:00 Uhr, Forum B, Halle 3.

28. Deutscher Materialfluss-Kongress 2019

21. bis 22. März, TU München

Der 28. Deutsche Materialfluss-Kongress des Verein Deutscher Ingenieure (VDI) widmet sich der digitalen Transforma-
tion in der Logistik: Welche Chancen und Herausforderungen bringt sie für die Intralogistik? Mit welchen Technologien
gelingt es, kundenindividuell gestaltete Produkte effizient zu realisieren? Wie sind komplexe Supply Chains mit immer
kürzer werdenden Lieferzeiten zu vereinbaren? Die Anforderungen an die logistische Leistung von Unternehmen sind
enorm gestiegen und mit ihnen der Bedarf nach schlüssigen Konzepten unter Einbezug digitaler Technologien.

agiplan-Geschäftsführer Dr. Christian Jacobi gibt am ersten Veranstaltungstag eine Einführung in die Sequenz
„Kreativ denken – praxisnah handeln: Neue Wege in der Intralogistik“ (21.3., 10.15 Uhr).
An Tag zwei moderiert Dr. Jacobi die Sequenz „Urbane Produktion und Logistik“, in der agiplan-Senior Consultant
Dr. Sebastian Stiehm das Thema „Die bewegte Stadt: Freie Fahrt für die urbane Produktion und Logistik“ beleuchtet
(22.3., ab 11.00 Uhr). Co-Autor ist agiplan-Principal Nomo Braun.

Weitere Veranstaltungen finden Sie unter
    www.agiplan.de/events
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            INNOVATIONSMANAGEMENT
            IN DER LOGISTIK
            Deutschland ist Innovationsweltmeister. Keine Nation         Eines dieser Unternehmen ist die Beumer Group, ein in-
            ist so innovationsfreudig wie die deutsche und investiert    ternational führender Hersteller von Intralogistiksystemen
            entsprechend in Forschung und Entwicklung. Zu dieser Ein-    in den Bereichen Fördern, Verladen, Palettieren, Verpa-
            schätzung kam jüngst das Weltwirtschaftsforum in seinem      cken, Sortieren und Verteilen. Hier verantwortet Johannes
            globalen Wettbewerbsbericht. Innovationsfreudig – das        Stemmer seit eineinhalb Jahren als Director Digital Trans-
            heißt also die Einstellung stimmt schon mal. Aber wie in-    formation den gleichnamigen Geschäftsbereich. Seine
            novativ handelt Deutschland tatsächlich? Zum Beispiel in     Aufgabe ist es, innovative Ideen ans Licht zu bringen und
            der Logistik, die seit einigen Jahren durch den boomenden    die Digitalisierung im Unternehmen voranzutreiben. Dafür
            Onlinehandel, den Wunsch nach individualisierten Pro-        etablierte er ein klassisches Vorschlagswesen und einen
            dukten und nach immer kürzeren Lieferzeiten vor gewal-       halbjährlich stattfindenden Pitch-Day, bei dem Mitarbeiter
            tige Herausforderungen gestellt wird. Neben Startups, die    ihre Ideen und Visionen vorstellen und bei einer mögli-
            moderne Lösungen am Markt positionieren (vgl. Seite 12),     chen Umsetzung eingebunden werden. Auf diese Weise
            treiben auch größere Player die Branche aktiv voran. Uns     schlägt er zwei Fliegen mit einer Klappe: Der Konzern
            interessiert, wie Logistikunternehmen in Deutschland Inno-   profitiert von der Kreativität seiner Mitarbeiter und schafft
            vationen managen und welche Hürden sie dabei nehmen          durch das Beteiligungssystem gleichzeitig attraktive und
            müssen. Darüber haben wir mit Verantwortlichen dreier An-    faire Anreize.
            bieter von Logistik- und Produktionslösungen gesprochen.
Agiplanquadrat - agiplan GmbH
„Für uns steht zu Beginn der Bewer-                                             7
                                                tung einer Idee immer die Frage, welches
                                                Problem diese Innovation eigentlich löst.“
                                                Johannes Stemmer
                                                Director Digital Transformation
                                                Beumer Group

                                                                         Digital.Hub Logistics

                                                                         Der Digital.Hub Logistics in Dortmund berät Unterneh-
                                                                         men bei der digitalen Transformation und beim Aufbau
                                                                         digitaler Geschäftsmodelle im Bereich der Logistik. Er ist
                                                                         Teil der Digital Hub Initiative des Bundesministeriums für
                                                                         Wirtschaft und Energie (BMWi) mit bundesweit zwölf Hubs,
Von der Idee in die Umsetzung                                            in denen Unternehmen, Gründer und Forscher digitale
                                                                         Lösungen für Produktion, Handel und Dienstleistungen
Mehr als 140 Themen umfasst derzeit der interne Ideen-                   entwickeln. Träger des Digital.Hub Logistics sind die
pool der Beumer Group, neun von ihnen sind als relevant                  Effizienz-Cluster Management GmbH, bei der die agiplan
deklariert und werden konkret verfolgt: „Für uns steht zu                Mehrheitsgesellschafterin ist, die Fraunhofer-Institute für
Beginn der Bewertung einer Idee immer die Frage, wel-                    Materialfluss und Logistik IML sowie für Software- und
ches Problem diese Innovation eigentlich löst“, erklärt                  Systemtechnik ISST und die Duisburger Hafen AG. Der
Stemmer. Geht bei Beumer eine disruptive Innovation                      Hub stärkt das gewachsene und dynamische Ökosystem
in die Umsetzung, wird dies mitunter auch durch externe                  der digitalen Logistik im Ruhrgebiet – bestehend aus For-
Unternehmen vorangetrieben. Eine gut durchdachte Ent-                    schung und Lehre, Industrie und Mittelstand, Netzwerken
scheidung: „Pro Jahr streben wir im großen Themenfeld                    und Testbeds – und ergänzt es um die Bereiche Smart
der Logistik drei Ausgründungen als eigenständige GmbH                   Talents, Kapital und Start-Ins. Damit schafft der Digital.
an, bewusst abseits des Tagesgeschäfts. Dadurch wollen                   Hub Logistics ein interessantes Umfeld für Unternehmen,
wir uns für die Zukunft breiter aufstellen“. Weiterhin setzt             die neue digitale Produkte an den Markt bringen wollen.
Beumer auf die Unterstützung des Digital.Hub Logistics in
Dortmund (siehe Kasten), in dem die Beumer Group Evo-                    Weitere Informationen erhalten Sie
lution angesiedelt ist, um Innovation und Minimum Viable                 beim Digital.Hub Logistics:
Products (MVP, funktionsfähige Produkte mit minimalem
Entwicklungsaufwand) an Kundenproblemen zu validieren.                   Digital.Hub Logistics Agency
Der Hub begleitet Firmen bei der Digitalen Transformation.               0231 9743 616
                                                                         info@digitalhublogistics.de
                                                                         www.digitalhublogistics.de
Agiplanquadrat - agiplan GmbH
agiplanquadrat › Ausgabe 11 › Januar 2019

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                                                   „Um auch in Zukunft wettbewerbs-
                                            fähig zu bleiben, muss sich der Mittelstand
                                            stets neu positionieren und die Digitalisie-
                                            rung für sich nutzen.“
                                            Markus Schmermund
                                            Vice President Intralogistics Solutions
                                            Linde Material Handling GmbH
Agiplanquadrat - agiplan GmbH
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Keine Frage des Wollens                                         schauend und nachhaltig optimieren. Digital vernetzte
                                                                Fahrzeuge werden unsere Branche noch einmal radikal
Markus Schmermund ist als Vice President Intralogistics         verändern. Software wird die Flotte so steuern, dass alle
Solutions bei der Linde Material Handling GmbH tätig,           Aufträge in optimaler Reihenfolge mit idealer Geschwin-
einem der weltweit größten Hersteller von Gabelstaplern         digkeit, höchster Effizienz und maximaler Sicherheit aus-
und Lagertechnikgeräten. Er sieht in der Digitalisierung        geführt werden“, sagt Schmermund.
keine Frage des Wollens mehr, sondern des Müssens:
„Wir können nur erfolgreich bleiben, wenn wir uns von           Rahmenbedingungen schaffen
einer erfolgreichen Industrienation zu einer erfolgreichen
Digitalnation wandeln. Dynamische und innovative mittel-        Um die Digitalisierung entscheidend voranzutreiben, sieht
ständische Unternehmen sind der Erfolgsfaktor der deut-         Schmermund auch die Bundesregierung in der Pflicht,
schen Wirtschaft. Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig           einen entsprechenden rechtlichen und institutionellen
zu bleiben, muss sich der Mittelstand stets neu positionie-     Rahmen zu schaffen. Hier mangle es noch an Durch-
ren und die Digitalisierung für sich nutzen. Dies ist nur mit   schlagskraft, kritisiert er. Dennoch sei ein Wandel zu
einer offensiven Vorgehensweise möglich.“                       verzeichnen, da die Politik erkannt hat, dass sie die für
Neben Staplern und Geräten bietet Linde seinen Kunden           die Rechtssicherheit relevanten Rahmenbedingungen für
gesamte Intralogistiklösungen an, wie Automatisierung           Investitionsentscheidungen festlegen muss.
und Flottenmanagement. Die Digitalisierung spielt dabei
eine wichtige Rolle, u.a. um eine der größten Schwach-
stellen der innerbetrieblichen Logistik zu beheben: Die
Intransparenz. „Nur so lassen sich Prozesse voraus-
Agiplanquadrat - agiplan GmbH
agiplanquadrat › Ausgabe 11 › Januar 2019

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                         „Wir erhoffen uns durch das
                   Knowhow, in Zukunft KI vermehrt in
                   unsere Produkte zu integrieren.“
                   Michael Bernas
                   Leiter des Bereiches Research Agile Systems
                   Festo AG & Co. KG

           Bei der Festo AG & Co. KG fließen rund acht Prozent des        interessant, die den Ausfall von Maschinen vorhersagt:
           jährlichen Umsatzes in den Forschungs- und Entwick-            „Sie kennt den gesunden Zustand einer Anlage und
           lungsbereich, in dem die Digitalisierung eine entschei-        detektiert durch Echtzeit-Analyse von Sensordaten jede
           dende Rolle spielt. Das Unternehmen ist weltweit im Be-        Anomalie. Sie liefert frühzeitige und präzise Prognosen,
           reich der Fabrik- und Prozessoptimierung aktiv. Innovativ      stellt Diagnosen und gibt Handlungsempfehlungen.“
           zu sein, ist also Programm. Festos Blick geht dabei auch       Dazu gehört der BionicWorkplace, ein mit Assistenzsys-
           in Richtung künstliche Intelligenz (KI). „Um dieses Thema      temen und Peripheriegeräten ausgestatteter Arbeitsplatz,
           kommt man heutzutage nicht mehr herum“, erklärt Micha-         der sich durch Machine-Learning-Algorithmen kontinu-
           el Bernas, Leiter des Bereiches Research Agile Systems.        ierlich weiter optimiert. Gesteuert und trainiert werden
           Ein Grund, warum Festo zuletzt das Unternehmen Resolto         die Maschinen durch einen Mitarbeiter. Durch diese
           übernommen hat, das sich auf Produktionslösungen mit           Mensch-Roboter-Kollaboration gelingt die Fertigung von
           künstlicher Intelligenz spezialisiert hat. „Wir erweitern so   individuellen Produkten bis zur Losgröße 1. Allen neuen
           unsere KI-Kompetenz und möchten sie vermehrt in unsere         Entwicklungen voran steht aber auch bei Festo die Frage,
           Produkte integrieren“, sagt Bernas.                            ob eine innovative Idee realisiert wird oder nicht. Um dies
                                                                          zu entscheiden, setzt das Unternehmen eine Reihe von
           Echtzeit-Analyse und Sensordaten                               Tools und Analysemethoden ein, wie einen Future-Radar,
                                                                          Trend- und Technologie-Scouting oder den Gartner Hype
           Auf der diesjährigen Hannover Messe stellte die Festo          Cycle. „Oft kommt bei uns auch die produktunabhängi-
           AG eine Reihe von Projekten vor, die auf KI-Technologie        ge Betrachtung zum Einsatz. Heißt, wir probieren Dinge
           basieren. Im Hinblick auf eine effizientere Produktion ist     schnell und einfach aus“, sagt Bernas.
           für Michael Bernas eine von Resolto entwickelte Software
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Fazit

So vielgestaltig die Digitalisierung ist, so unterschied-
lich wird sie in Produktions- und Logistikunternehmen
gemanagt und gelebt. In einem Feld, in dem der Akti-
onsradius für Innovationen noch nicht abgesteckt und
die Möglichkeiten scheinbar unbegrenzt sind, ist es
sinnvoll auf Partnerschaften zu setzen, d.h. viele Ide-
engeber und spezialisiertes Knowhow von Startups
einzubinden. Mit diesem breiten, kooperativen Ansatz
hat die deutsche Wirtschaft gute Chancen, den Titel
Innovationsweltmeister langfristig zu verteidigen.
agiplanquadrat › Ausgabe 11 › Januar 2019

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              LOGISTIK-STARTUPS IN
              DEUTSCHLAND
              In einer Techmap hat agiplan Startups und Spin-Offs
              der Logistikbranche zusammengestellt.

              Für die Techmap “Logistics Startups” identifizierte
              agiplan mehr als 80 Unternehmen mit deutschen Wurzeln.
              Sie stammen aus den Bereichen Transport und Logistik-
              dienstleistung inkl. Frachtvermittlung, dem Supply Chain      Falls wir Ihrer Meinung nach,
              Management und Tracking, zunehmend auch aus der               ein Startup hinzufügen sollten,
              Intralogistik, der Last-Mile-Delivery und des HR / Service.   freuen wir uns über eine E-Mail
                                                                            an info@agiplan.de.
              Die Techmap steht auf unserer Internetseite als Grafik
              und Datei zum Download bereit.

Grafik: agiplan GmbH
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        „Als Logistikberater beobach-
ten wir, wo Innovationen stattfinden.
Logistik-Startups sind spezialisiert
genug, um sich in einem komplexen
Sektor wie der Logistik behaupten zu
können. Gleichzeitig werden sie für
Großunternehmen, aber auch den
Logistik-Mittelstand als schnelle und
agile Think-Tanks attraktiv.“
Dr. Christian Jacobi, Geschäftsführender Gesellschafter agiplan GmbH
                                                                       Das Poster und viele Infos finden Sie
                                                                       auf unserer Themenseite:

                                                                          www.agiplan.de/logistik-startups
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            STARTUP CORNER
            Unternehmen sind gefordert innovativ zu sein. Der technologische
            Fortschritt auf der einen sowie die gestiegene Nachfrage nach in-
            dividuell gestalteten Produkten und immer kürzeren Lieferzeiten
            auf der anderen Seite treiben diese Entwicklung voran. Aus diesem
            Bedarf heraus hat sich in den vergangenen Jahren eine Vielzahl
            kleiner Unternehmen mit innovativen Geschäftsideen entwickelt. Sie
            bieten mit digitalem Knowhow spezialisierte Lösungen an, die Pro-
            zesse vereinfachen, Arbeitsweisen verbessern und Qualitäten anhe-
            ben. Wir stellen Ihnen vier dieser Startups exemplarisch vor.

            Wegbereiter für die neue Intralogistik                        Pickkosten reduzieren mit Robotern

            Das Startup Picavi setzt ganz auf Pick-by-Vision. Über eine   Magazinos Ziel ist es, die Pickkosten zu senken. Dafür
            Datenbrille empfängt der Kommissionierer Informationen,       entwickelt und baut das Unternehmen wahrnehmungs-
            eingeblendet in sein Blickfeld, was auch als Augmented        gesteuerte, mobile Roboter für die Intralogistik. Mit dieser
            Reality unterstützte Kommissionierung bezeichnet wird.        Technologie können über 2D- und 3D-Kameras einzelne
            Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten liefert Picavi alle       Objekte im Regal identifiziert und lokalisiert, sicher ge-
            Elemente für ein ausgereiftes Ökosystem. Software, Da-        griffen und schließlich präzise an ihrem Bestimmungsort
            tenbrillen und der Picavi Power-Control sind aufeinander      wieder abgelegt werden. Das Startup mit Sitz in München
            abgestimmt. Daraus ergibt sich ein schnellerer und vor        wurde 2014 von Nikolas Engelhard, Frederik Brantner
            allem zuverlässiger Materialfluss. Die Datenbrille wird       und Lukas Zanger gegründet und ist mittlerweile stark
            zum persönlichen Assistenten und sorgt für effiziente         gewachsen. Mit mehr als 80 Mitarbeitern stellt es sogar
            Wege und möglichst fehlerfreies Picking. Gleichzeitig hat     eines der größten Advanced-Robotic-Teams in Europa.
            der Mitarbeiter beide Hände frei und braucht nicht mehr       Vier Standard-Lösungen gehören zum Repertoire von
            manuell zu scannen – denn der Scanner ist bereits in der      Magazino: Toru, Soto, Kado und Acros.
            Brille integriert.
                                                                          www.magazino.eu
            www.picavi.com
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Bewerbungsdaten analysieren

Das Startup MotionMiners steht für effizientere Prozesse
in Produktion und Logistik. Dafür gibt das Unternehmen
seinen Kunden die Möglichkeit, manuelle Prozesse
automatisch zu analysieren. Mithilfe von Sensoren und
Machine-Learning-Algorithmen werden zuverlässige
Daten zu Ergonomie, Produktivität und Effizienz erhoben.   Software für intuitive Fabrikplanung
Mit ihnen lassen sich im zweiten Schritt Verbesserungs-
potenziale aufdecken. Dafür werden die Bewegungen          visTABLE ermöglicht eine intuitive Fabrikplanung. Mit
und Aktivitäten der Mitarbeiter mit Hilfe von Wearables    Hilfe der Software können Nutzer ihre Fabrik digital
komplett anonymisiert aufgezeichnet. Funksender, die im    optimieren, bewerten und visualisieren. Durch eine in-
System an neuralgischen Punkten angebracht werden,         tegrierte Planungsfunktion werden Fabriklayouts sofort
liefern zusätzliche Informationen. So ist es möglich die   validiert. Diese Transparenz garantiert gleichzeitig die
Arbeitssituation und den ausgeführten Prozess genauer      notwendige Planungssicherheit für ein effizientes und
zu untersuchen. Der Motion-Mining-Algorithmus findet       zielorientiertes Anpassungsmanagement. Ausgerüstet mit
anschließend innerhalb der Daten spezielle Muster und      unterschiedlichen Tools bewertet visTABLE jeden Ände-
liefert automatisch die gewünschten Analyseergebnisse.     rungsvorschlag bezüglich Materialfluss, Flächenbedarf
Diese reichen von Effizienz- bis hin zu ergonomischen      und Sicherheitsabstand nahezu in Echtzeit. Die sofortige
Kennzahlen.                                                Darstellung des Layouts klärt viele praktische Bedenken
                                                           vor der Umsetzungsentscheidung.
www.motionminers.com
                                                           www.vistable.de
agiplanquadrat › Ausgabe 11 › Januar 2019

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            VON BIG DATA
            ZU BIG KNOWLEDGE
            Industrie 4.0 ist ein facettenreicher Begriff: Die Digitalisie-   bessere Vorhersagen über zukünftige Ereignisse zu tref-
            rung von Industriebetrieben findet sowohl durch Einfüh-           fen. Unternehmen können dadurch vorausschauend auf
            rung digitaler Tools und Endgeräte (Tablets, Datenbrillen         Marktveränderungen, Abrufschwankungen, technisch
            etc.), als auch durch Analyse und Auswertung komplexer            bedingte Ausfälle oder sonstige Umstände reagieren.
            Daten statt. Zu den größten Potenzialen, welche die               Darüber hinaus helfen die Erkenntnisse, (dynamische)
            Digitalisierung bietet, gehört die Nutzung von Big Data.          Prozesse dahingehend zu steuern, dass bestimmte Ereig-
            Große Datenvolumen in immer kürzerer Zeit (bis hin zur            nisse bewusst eintreten bzw. vermieden werden.
            Echtzeit) zu erheben und zu analysieren, ermöglicht es,

            1990                            2000                        2010                           2020
            sporadisch, einzelne            häufig neu hinzukommen-     Ständig neu                    Strom von Livedaten aus immer
            Aktualisierungen                de Daten, regelmäßige       hinzukommende Daten            neu hinzukommenden Quellen
                                            Aktualisierungen
            Textdateien,                                                Soziale Netzwerke, Navigati-   IoT Sensordaten, Car Streaming
            Kleine Tabellen,                Datenbanken, Webseiten,     onsdaten, Sprachstreaming,     Daten, Healthcare Streaming Daten,
            Bilder                          Weblogs, Dokumentenar-      Videostreaming, Verteilte      Machine2Machine Kommunikati-
                                            chive, MP3, Videodateien,   Datenbanken, Handy- und        onsdaten
                                            Mobilfunkdaten              Gerätedaten, App-Daten

                   0,0025 ZB

                                                       0,8 ZB                         4,5 ZB

                                                                                                                   160 ZB
            Durch immer neue Technologien und Systeme haben sich Daten in den ver-
            gangenen Jahren in vielerlei Hinsicht verändert. Big Data steht nicht nur für die
            Vergrößerung von Datenmengen (Volume), sondern auch für eine Veränderung
            der Dateneigenschaften, die sich u.a. in der Aktualisierungs- und Fließgeschwin-
            digkeit (Velocity) und der Variantenvielfalt (Variety) ausdrückt.
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Data Mining – Von Big Data                                    2. Predictive Analytics – Wissen, was passieren wird
zu Big Knowledge                                              Basierend auf der ersten Analysestufe richten die Pre-
                                                              dictive Analytics ihren Blick auf die Zukunft: Aus Erfah-
Um aus Big Data Erkenntnisse zu ziehen, ist eine ent-         rungswerten der Vergangenheit lassen sich Voraussagen
sprechende technische und kognitive Rechenleistung            ableiten, welche Ereignisse wahrscheinlich eintreten
erforderlich, d.h. Speicher- und Arbeitskapazität müssen      (Output), wenn bestimmte Einflussfaktoren (Input) verän-
in ausreichendem Maße vorhanden sein, zudem ist die           dert werden. Mit Hilfe von Modellen und Simulationen
Datenauswertung ausschließlich durch den Einsatz von          werden verschiedene Zukunftsszenarien durchgespielt
Algorithmen zu bewerkstelligen. Nur so ist es möglich, eine   und untersucht, wie sich Maschinen und Prozesse bei
Vielzahl von Variablen in komplexe Zusammenhänge zu           veränderten Umständen verhalten. Beispiel: Wie oft fällt
bringen und die Datenmenge in angemessener Zeit zu ver-       die Maschine aus, wenn ich meine Produktionsleistung
arbeiten. Eine weitere Voraussetzung für den Erfolg durch     um einen bestimmten Prozentsatz erhöhe?
Big Data ist eine saubere Struktur und Syntax (Tidy Data):
Die Daten müssen sowohl quantitativ (auf ein notwendiges      3. Prescreptive Analytics – Wissen, was zu tun ist
Maß), als auch qualitativ bereinigt und aufbereitet werden    Die aufwändigste, zumeist aber auch nutzbringendste
(Beheben von Datenlücken, einheitliche Schreibweise, Ent-     Stufe im Prozess des Data Mining sind die Prescriptive
fernen von Dubletten, korrekte Verknüpfungen). Technisch      Analytics. Hier ändert sich die Perspektive dahingehend,
sauber trainierte Modelle können ungenaue Prognosen           dass ein konkretes Ziel ausgegeben und mit Hilfe von
liefern, wenn die Daten unsauber sind.                        Algorithmen analysiert wird, inwiefern bestimmte Ein-
                                                              flussfaktoren gesteuert werden müssen, um das Ziel zu
Im Prozess des Data Mining werden durch Machine Le-           erreichen. Der Output ist demnach als Ziel definiert und
arning Algorithmen Prozess- und Stammdaten analysiert         das System gibt Handlungsempfehlungen aus für die
und Erkenntnisse in drei Dimensionen gewonnen:                Veränderung des Inputs. Beispiel: Wie sind mein Produk-
                                                              tionssystem und die Wartung auszulegen, damit meine
1. Descriptive Analytics – Wissen, was passiert ist           Maschinen in Summe nicht mehr als 20 Minuten pro Wo-
Die erste Analysestufe beschreibt Ereignisse, die in der      che ausfallen?
Vergangenheit eingetreten sind und identifiziert Zu-
                                                                                              Prescreptive
sammenhänge und Einflussfaktoren dafür. Aus diesen                                            Analytics
Erkenntnissen lassen sich ggf. erste Optimierungsmaß-
nahmen ableiten, die zudem als Grundlage für weitere
                                                                        Predicitve
Analysen dienen. Beispiel: Eine Datenanalyse ergibt,                    Analytics
dass ein Zusammenhang zwischen einem verwendeten
Rohstoff eines bestimmten Lieferanten und einer erhöh-
ten Ausschussrate beim Fertigprodukt besteht. Daraufhin                                          Descriptive
                                                                                                 Analytics
wechselt der Produzent den Rohstofflieferanten.
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                                                            Optimierungsalgorithmen &
                                                            Handlungsempfehlungen
                                                            Algorithmische Suche nach idealen
                                                                                                       Reinforcement Learning &
                                                            „Eingangsdaten“ für ein Modell zum
                                                                                                       Echtzeitsteuerung
                                                            Erreichen einer Zielvorgabe.
           Modellevaluation & -anwendung                                                               Modellerweiterung: Eigenständiges
           Überprüfung der Prognose-                                                                   Lernen und Verbessern von Modellen
           qualität von Modellen durch                                 5                               durch immer neue Daten (in Echtzeit).
           Veränderung von Daten. Ggf.
           Nachbesserung des Modells.
                                                                       Prescriptive Analytics      6
                                                                       Wissen, was zu tun ist

                                                4                           Mehrwert
                                                Predictive Analytics
                                                Wissen, was
                                                passieren wird
           Modellbildung
           Statistische Modelle und         3                              Descriptive Analytics
                                                                           Wissen, was
           Simulationen ermöglichen
                                                                           passiert ist                1    Datensammlung, Berei-
           Vorhersagen über                                                                                 nigung & Aggregation
           Ereignisse.                                                                                      Für eine nutzbringende
                                                                       2                                    Analyse müssen die
                                                                                                            Daten in ausreichender
                                                                                                            Menge, Qualität und
                                                                                                            Granularität bereitstehen.
                                                             Explorative Datenanalyse
                                                             Statistische Verfahren und
                                                             Visualisierungen erkennen Da-
                                                             tenstrukturen und beschreiben
                                                             Zusammenhänge zwischen
Grafik: agiplan GmbH                                         Variablen.
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ANWENDUNGSBEISPIELE
 Instandhaltung & Wartung                                           ptimierte Lagerhaltung
                                                                     O
    von Maschinen                                                    & mehr Service
 in verändertes Schwingungsverhalten oder abweichen-
E                                                                  Die Analyse von Kundenverhalten und Erkenntnisse über
der Energiebedarf können Indikatoren für einen anste-              den Verschleiß technischer Produkte machen es möglich,
henden Maschinenausfall sein. Sie ermöglichen eine                 Ersatzteile im Lager dann abrufbereit zu haben, wenn sie
frühzeitige Wartung der Anlagen. Darüber hinaus können             benötigt werden. Lieferzeiten verkürzen sich dadurch.
identifizierte Einflussfaktoren, die zum Maschinenausfall
führen, aktiv gesteuert werden, um diesen zu vermeiden.              Beherrschen von Losgröße 1
 Qualitätskontrollen                                              Machine Learning macht eine dezentralisierte, selbst-
                                                                   steuernde Fertigung in kleinen Stückzahlen möglich.
 urch das Erkennen von Schwachstellen in Produktions-
D                                                                  Intelligente Produkte bahnen sich automatisch den effizi-
abläufen, z.B. durch Sensortechnik an Maschinen, Fehl-             entesten Weg durch die Fertigung. Unternehmen können
produktionen (Ausschuss) zu vermeiden.                             damit flexibel auf individuelle Kundenwünsche eingehen.

                                                                     ...
                                                                                    ig Data Analysen finden viele weitere
                                                                                   B
                                                                                   Anwendungsmöglichkeiten zur Optimierung
                                                                                   von Produktions- und Logistikprozessen.

            „Big Data Projekte sind Lang-                                          Wir informieren Sie gern dazu und freuen uns
    läufer, Unternehmen sollten sich daher                                         über Ihren Anruf unter 0208 9925-247.
    jetzt bereit machen, ihre Daten und
    Prozesse darauf auszurichten. Die ver-
    trauensvolle Zusammenarbeit mit einem
    Partner gibt dabei viel Sicherheit.“
    Danilo Saft, Senior Consultant und Data Science Experte bei agiplan                            Danilo Saft
                                                                                                   Senior Consultant
                                                                                                   T: +49 208 9925-247
                                                                                                   dsaft@agiplan.de
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            Projekt

            NEUES ZENTRALLAGER
            GARANTIERT NETZAUSBAU
            Das neue Logistikzentrum von Netzbetreiber Amprion stellt Materia-
            lien für den Ausbau und die Instandhaltung seines gesamten Über-
            tragungsnetzes bereit und erfüllt damit eine wichtige Funktion in der
            Energiewende. Die Planung des neuen Zentrallagers in Bergheim
            bei Köln übernahm agiplan. Amprion konnte sein neues Logistikzen-
            trum schließlich planmäßig in Betrieb nehmen.

                 www.agiplan.de/amprion
21
Logistik für den Netzausbau                                 stücks standen dabei vor allem die Zukunftsfähigkeit und
                                                            Erweiterungsmöglichkeiten der Anlage im Mittelpunkt.
Der Netzausbau hat im Zuge der Energiewende eine            Christoph Eiserloh, Senior Expert: „Wichtig war uns eine
entscheidende Bedeutung: Der Ausstieg Deutschlands          vorausschauende, ganzheitliche Planung über alle Pha-
aus der Kernenergie hat die Erzeugerlandschaft verän-       sen. Vom ersten Konzept über die Feinplanung, die Aus-
dert und eine Vielzahl Erneuerbarer Energien (EE) in das    schreibungen bis zum Umzug und zur Inbetriebnahme. So
Versorgungsnetz aufgenommen. Mit der Folge, dass            konnten wir garantieren, dass alle Schnittstellen während
Strom zum Teil weite Strecken vom Erzeuger zum Ver-         der Realisierung sauber ineinandergreifen.“ Die Bauaus-
braucher zurücklegen muss, z.B. die im Norden erzeugte      führung wurde von Amprion selbst übernommen.
Windenergie, welche den verbrauchsstarken Süden und
Westen der Republik versorgt. Eine Herausforderung, der
sich auch Netzbetreiber Amprion stellt. In den kommen-
den Jahren baut Amprion rund 2.000 km neue Leitungen.
Für solche Großprojekte ebenso wie für die Instandhal-
tung bestehender Anlagen errichtete Amprion nun ein
neues Logistikzentrum in Bergheim, welches agiplan                     „Wir haben eine Punktlandung
geplant und in der Realisierung begleitet hat.
                                                                hingelegt, was Termine und Kosten
Aus drei wird eins                                              angeht. Mit dem neuen Logistik­
                                                                zentrum sind wir nun gut gerüstet für
Das neue Materiallager entstand auf einem 13 ha großen
Grundstück und besteht aus einer etwa elf Meter hohen
                                                                den weiteren Ausbau und natürlich
Halle mit einer Grundfläche von 4.500 m2 für Lager und          für den sicheren Betrieb unseres
Büro sowie einem Freilager von insgesamt rund 13.500            Leitungsnetzes.“
m2. Die Investitionen in Bau und Technik beziffert Ampri-
on mit rund 10 Millionen Euro. Am neuen Standort wurden         Detlef Schulz, Leiter Logistik bei Amprion
drei bisherige Lager von Amprion zusammengeführt. Alle
regionalen Betriebsstätten werden nun zentral von Ber-
gheim aus versorgt, um die 11.000 km Höchstspannungs-
leitungen von Niedersachsen bis an die Alpen sicher im
Betrieb zu halten und zu warten.
Dem Neubau auf der grünen Wiese war eine zweijähri-
ge Planungs- und Bauphase vorausgegangen, die von
agiplan ausgeführt und begleitet wurde. Neben einer
                                                                                                        Christoph Eiserloh
optimalen Nutzung des von Amprion erworbenen Grund-
                                                                                                        Senior Expert
                                                                                                        T: +49 208 9925-583
                                                                                                        ceiserloh@agiplan.de
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            WERKSTRUKTURPLANUNG
            INSPIRIERT DURCH DIE NATUR
            Flächenlayouts mit optimaler Funktionalität für
            maximale Wertschöpfung

            Neue Produkte und Märkte, Wachstum, Innovationen,           wird die maximale Wertschöpfung und Produktivität einer
            Kapazitätsanpassungen, veränderte Fertigungstiefen,         Fabrik gewährleistet. Über Jahre hinweg bewährten sich
            digitale Technologien, neue Produktionskonzepte oder        dabei klassische Planungsmethoden, wie das Dreiecks-,
            die Konsolidierung von Standorten: Die Gründe für die       Kreis- oder Reihenfolgeverbesserungsverfahren und sind
            Auseinandersetzung mit Strukturen und Layouts sind          auch heute noch überwiegend das Mittel zum Zweck. Je-
            vielfältig. Unabhängig davon, ob es sich um ein komplett    doch entwickelte sich die Methodik in der Fabrikplanung
            neues Werk (Greenfield) oder um die Reorganisation in       weiter und lässt sich dabei von der Natur inspirieren.
            gewachsenen Strukturen (Brownfield) handelt – die Werk-     Grund dafür: Die Tierwelt geht oft logisch und sehr effi-
            strukturplanung bietet die Chance, Funktionen neu zu        zient vor, z.B. bei der Errichtung ihres Baus oder der Ver-
            ordnen und ein Unternehmen zukunftsfähig auszurichten.      sorgung einer Gemeinschaft. Die bio-inspirierten Ansätze
                                                                        vergleichen Fabriken mit komplexen Systemen wie Termi-
            Produktivität durch Logik                                   tenhügeln, Bienenstöcken oder Spinnennetzen, in denen
                                                                        ebenfalls Wachstums- sowie Input- und Output-Prozesse
            Ziel einer Werkstrukturplanung ist die Entwicklung eines    stattfinden. Analog dazu kann das Layout eines Werks
            Flächenlayouts mit optimaler Funktionalität. Denn nur so    geplant werden.

                                                                       Bienenwaben-Verfahren
23

                                               Fibonacci-Verfahren

                        Online-Broschüre
                        „Bio-inspirierte Layoutplanung“
                        In unserer Online-Broschüre „Bio-inspirierte Layoutplanung“
                        stellen wir verschiedene bio-inspirierte Planungsmethoden
                        wie das Bienenwaben-, das Fibonacci- oder das Spinnen-
Spinnennetz-Verfahren   netzverfahren vor und erörtern diese gegenüber den klassi-
                        schen Methoden.

                        Download unter:
                        https://www.agiplan.de/bio-inspirierte-fabrikplanung/
agiplanquadrat › Ausgabe 11 › Januar 2019

            1. Modularisierung der Arbeitsbereiche                              2. Ermittlung der Flächenbilanz
24
                                                                                                      Büroflächen
                                                                                       Logistik
                                                                                                                         Technik/
                                                                                                                         Nebenfläche

                                                                                Montage                             F&E/QM

                                                      Montage

                                                                                                  Flächenbilanz     Sozialbereiche
                                                                                Produktion

            Auf dem Weg zum Ideallayout einer Fabrik geht agiplan in drei Schritten vor.

            Von innen nach außen
                                                                             agiplanquadrat spezial
            Ob klassische oder bio-inspirierte Methodik – die                „Werkstrukturplanung“
            Vorgehensweise von agiplan in einer Werkstrukturpla-
            nung ist stets „von innen nach außen“. Das heißt, wir            Weitere Informationen sowie unser agiplanquadrat
            entwickeln im ersten Schritt ein Ideallayout, das sich           spezial zum Thema Werkstrukturplanung steht online
            ausschließlich an den Anforderungen aus Produktions-             zum Download bereit. Wir zeigen Ihnen den Weg
            und Logistikprozessen bemisst. Alle wertschöpfenden              zum optimalen Fabriklayout bei einer Neuplanung
            Tätigkeiten, wie Montage, Produktion oder Logistik,              oder im Bestand!
            werden dabei sinnvoll, d.h. entsprechend den Kriterien
            eines optimierten Materialflusses, in Beziehung ge-              Download unter:
            setzt. Erst im zweiten Schritt passen wir das definierte         www.agiplan.de/werkstrukturplanung
            Ideallayout an die Gegebenheiten eines Grundstücks
            oder Gebäudes an, wobei wir darauf achten, das Ide-
            allayout bestmöglich auf den Standort zu übertragen
            und möglichst viele Lösungsansätze der Idealstruktur
            zu übernehmen. Ausgangspunkt jeder Planung ist für
            uns die jeweilige Unternehmensstrategie.
3. Anordnung der Funktionsbereiche
                                                                                                                               25

Werkstrukturplanung mit agiplan – hier entsteht Ihr Mehrwert:
   Alle Fachdisziplinen an einem Tisch                      Zukunftsstrategien. Durch unseren geschulten Blick von
Fabrikplaner, Produktionsexperten, Logistiker und Archi-    außen sind wir in der Lage, Positionen innerhalb eines
tekten arbeiten Hand in Hand. So stellen wir sicher, dass   Unternehmens neutral zu bewerten und zu priorisieren.
neue Ideen entstehen, bei gleichzeitiger Planungseffizi-
enz und ständigem Abgleich mit der Realisierbarkeit.            Wir füllen Ihre Datenlücken
                                                            Sind Datenpunkte nicht vorhanden oder können nur sehr
   gedacht. getan. – Unsere Machbarkeitsgarantie            aufwändig erhoben werden, füllen wir „weiße Flecken“
Unsere Arbeit ist geprägt vom Willen zur Umsetzung:         mit Hilfe von Benchmarks oder auf Basis unserer Erfah-
praxistauglich und ergebnisorientiert.                      rung und können so eine Projektverzögerung verhindern.

    60 Jahre Erfahrung                                         Aktuelle Planungsmethodik
Unsere Erfahrung aus mehr als 1.000 Fabrikplanungspro-      Wir orientieren uns stets an den neusten Erkennt-
jekten fließt in die Entwicklung jedes Layouts ein.         nissen der Fabrikplanung, z.B. der bio-inspirierten
                                                            Layoutgestaltung.
   Geschulter Blick von außen
Die Unternehmensstrategie ist Ausgangspunkt für jede
Planung. Wir setzen uns mit der Tradition genauso ausei-
nander wie mit den langfristigen Visionen und konkreten                                             Steffen Koch
                                                                                                    Mitglied der Geschäftsleitung
                                                                                                    T: +49 208 9925-552
                                                                                                    skoch@agiplan.de
agiplanquadrat › Ausgabe 11 › Januar 2019

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            Projekt

            SYNERGIEN NUTZEN IM
            „DIGITALISIERUNGSZENTRUM SMART
            HANDWERK“
            Die Digitalisierung des Handwerks ist ein wichtiger Baustein zur Stär-
            kung des Wirtschaftsstandorts Paderborn-Lippe. Im Auftrag der Kreis-
            handwerkerschaft entwickelte agiplan ein Konzept, das auf ein Netz-
            werk aus Forschung, Innovation und Bildung setzt.

                                               Fortschritte live erlebbar
             Erste Einordnung zum              und Best-Practices             Personal und Fortbilder        Erfolge kommunizieren
             Digitalisierungsstand             zugänglich machen, Um-         zu bestimmten Themen           und Umsetzbarkeit
             ermöglichen                       setzbarkeit nachweisen         ausbilden                      darstellen

                    Diagnos-          Infor-        Demon-           Konzi-        Qualifi-         Umset-        Kommu-
                    tizieren          mieren        strieren         pieren        zieren           zen           nizieren

                               Informationsangebote            Unterstützung bei der          Unterstützung bei der Um-
                               zur Orientierung und            Bestimmung von indi-           setzung von identifizierten
                               Transfer von Wissen             viduellen Einführungs-         Optimierungsmaßnahmen
                               bereitstellen                   maßnahmen

           Die Befähigungskette gruppiert potenzielle und dem jeweiligen Betrieb angepasste Maßnahmen.
27
Mit über 2.400 Unternehmen und mehr als 20.000 Be-             Herausforderungen und Potenziale auf und leitet aus
schäftigten ist das Handwerk in den Kreisen Paderborn          ihnen konkrete Maßnahmen zur Befähigung von Hand-
und Lippe ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und fester         werksbetrieben für mehr Digitalisierung ab. Das Konzept
Bestandteil des unternehmerischen Mittelstandes. Das           zielt vor allem auf die effiziente Nutzung von Synergien
Handwerk steht – wie die Wirtschaft insgesamt – vor der        ab: Zusammen mit ansässigen Akteuren aus Forschung,
Aufgabe, Trends wie die Digitalisierung in Wert zu setzen,     Innovation und Bildung, u.a. am Innovation Campus Lem-
um Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zu erhöhen.            go, sollen auf verschiedenen Stufen des Prozesses Hand-
Die Region Ostwestfalen-Lippe will ihre Handwerksbe-           werksbetriebe über vorhandene Chancen aufgeklärt und
triebe fit für die Digitalisierung und damit attraktiver für   mit ihnen individuelle Maßnahmen umgesetzt werden.
den fachlichen Nachwuchs machen. Das Besondere
am Standort: Mit dem Innovation Campus Lemgo (siehe
Kasten) trifft das Vorhaben auf ein einzigartiges Gelegen-
heitsfenster zur Einbindung des Handwerks in ein Netz-
werk aus Forschung, Innovation und Bildung, welches ein
hohes Transferpotenzial bietet.
                                                                         Mit dem Innovation Campus Lemgo entsteht
Im Auftrag der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe                     derzeit ein neues, ergänzendes und zukunftswei-
als Treiber der Digitalisierung des Handwerks ent-                       sendes Ökosystem für die digitale Wirtschaft. Der
wickelte agiplan ein Konzept für die Errichtung eines                    Campus im ostwestfälischen Lemgo zeichnet sich
„Digitalisierungszentrums Smart Handwerk“. Es greift                     aus durch ein Kooperationsnetzwerk aus Hoch-
die spezifischen standort- und branchenabhängigen                        schulen, Berufskollegs und Technologiezentren,
                                                                         die sich am Standort ansiedeln und die Forschung
                                                                         im Bereich der Digitalisierung und Industrie 4.0
                                                                         vorantreiben sollen. agiplan hat die Machbarkeit
                                                                         des Projektes festgestellt und eine Kommunikati-
                                                                         onsstrategie entwickelt.

                                                                         Weitere Informationen finden Sie auf:
                                                                         www.agiplan.de/innovation-campus-lemgo

                                                                                                     Dr. Claudia Schulte
                                                                                                     Mitglied der Geschäftsleitung
                                                                                                     T: +49 208 9925-355
    www.agiplan.de/smart-handwerk                                                                    cschulte@agiplan.de
agiplanquadrat › Ausgabe 11 › Januar 2019

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            WIE RENTABEL SIND LOGISTIK-
            IMMOBILIEN IN DER STADT?
            Wie wirtschaftlich ist es, eine mehrgeschossige Logistikimmobilie
            in der Stadt zu betreiben? Welche Anforderungen müssen urbane
            Bestandsimmobilien erfüllen, um als City-Logistik Fulfillment Center
            genutzt werden zu können? agiplan testete zusammen mit verschie-
            denen Projektpartnern ein digitales Bewertungstool, das die Wirt-
            schaftlichkeit von Logistikimmobilien in der Stadt untersuchen soll.

            Innerstädtische Logistikhubs entlasten                        Die agiplan GmbH ist diesen Fragen im Rahmen ihrer Zu-
            den Straßenverkehr                                            sammenarbeit mit dem Immobiliendienstleister JonesLang
                                                                          LaSalle (JLL) nachgegangen. Dazu initiierten die Partner
            Ein zentrales Problem, das den Ruf nach innerstädtischen      das Projekt „LogLab“ mit dem Ziel, anhand einer realen
            Logistikkonzepten lauter werden lässt, ist die Überlas-       Bestandsimmobilie, dessen Nutzbarkeit als Logistikcenter
            tung des Straßenverkehrs. Der Bevölkerungszuwachs in          zu testen. Für eine leerstehende Karstadt-Filiale in Berlin
            Städten und der boomende E-Commerce führen zu einem           wurden verschiedene Prozesse, Lager- und Kommissio-
            erhöhten Aufkommen von Lieferverkehren der Kurier- und        niersysteme analysiert, um zu ermitteln, welche sich am
            Paketdienstleister. Ein möglicher Lösungsansatz liegt im      besten für ein mehrgeschossiges Objekt eignen. Darüber
            Betrieb innerstädtischer Logistikhubs, von denen aus Kon-     hinaus untersuchten die Projektpartner, darunter Logistik-
            sumenten per Lastenfahrrad, Elektrofahrzeug oder durch        dienstleister und Online-Händler, mit Hilfe eines digitalen
            Roboter beliefert werden könnten. Dadurch werden nicht        Bewertungstools, wie wirtschaftlich die Nutzung der Immo-
            nur Straßen entlastet – auch die Onlinehändler profitieren:   bilie als Logistikhub ist: Durch Eingabe einer Vielzahl von
            Die Nähe zu ihren Kunden macht es möglich, kürzere Lie-       Variablen, z.B. Mietpreis, Fläche, Anzahl der Etagen, Lohn-
            ferzeiten und Same-Day-Delivery anzubieten.                   kosten, Fuhrpark etc. errechnet das Programm die Kosten
                                                                          pro Pick für verschiedene Lager- und Kommissioniersyste-
            Doch wie rentabel ist der Betrieb eines innerstädtischen      me und liefert einen Wert, mit dem sich Logistikimmobilien
            Logistikhubs? Welche Anforderungen müssen städtische          vergleichen lassen.
            Immobilien erfüllen, damit sich entsprechende Logistikpro-
            zesse realisieren lassen? Und kann Logistik effizient über
            mehrere Etagen erfolgen?
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               „Bei der Untersuchung städtischer Logistikimmobilien
        spielen zwei Perspektiven eine Rolle: Auf der einen Seite steht
        die Finanzierbarkeit bzw. Wirtschaftlichkeit des Objekts für den
        Investor. Auf der anderen Seite werden Vergleichswerte für
        den operativen Bereich im Hinblick auf eine mehrgeschossige
        Lagerhaltung entwickelt“.
        Dr. Christian Jacobi, Geschäftsführender Gesellschafter agiplan GmbH

Die Ergebnisse von LogLab:

  	   Mehrgeschossigkeit führt zu keiner Steigerung der operativen Kosten.
       Die Wahl des Logistikprozesses beeinflusst die Kosten maßgeblich.
       Die Supply Chain wird nicht verändert, sondern ergänzt.
       Ökologisch verträgliche Auslieferung wird ermöglicht.
       Die Verkehrsbelastung steigt nur minimal.

www.agiplan.de/loglab
agiplanquadrat › Ausgabe 11 › Januar 2019

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            Projekt

            REGIONALE POTENZIALE
            GENERIEREN ÜBERREGIONALE
            WERTSCHÖPFUNG
            Für die Region Ostbrandenburg als Teil des Nord-Ostsee-Korridors
            (TEN-V ) entwickelte agiplan ein Konzept zur Steigerung der Wertschöp-
            fung mit dem Ziel, den Nord-Ostsee-Raum wirtschaftlich zu stärken.

                                                                                                             Talinn

                                                                                Ostsee

                                                                                             Warschau

            Ostbrandenburg als Teil der Wertschöpfungskette entlang des TEN-V-Korridors „North Sea-Baltic“

                 www.agiplan.de/wertschoepfungskonzept
31
Ostbrandenburg nimmt einen besonderen Stellenwert in            stellen und damit zu einer interregionalen Wertschöpfung
der regionalen Entwicklung der nord-östlichen Ostseere-         beizutragen. Zentrale Ergebnisse sind zwei konkrete
gion ein. Ein Großteil der überregionalen Ost-West-Ver-         Ansiedlungsstrategien, in denen der Kooperationspartner
kehre fließt dort entlang. Frankfurt (Oder) hat dadurch         JLL expandierende und ansiedlungswillige Unternehmen
eine wichtige verkehrliche Scharnierfunktion Richtung           identifiziert.
Nord-Ost-Europa. Das von Partnern verschiedener An-
rainerstaaten des Baltikums, Skandinaviens sowie Polen
und Deutschland gemeinschaftlich gegründete Projekt
NSB CoRe (North Sea Baltic Connector of Regions)                    Leistungen von agiplan
zielt darauf ab, die Entwicklung des Wirtschaftsraums
Nord-Ostsee voranzutreiben. Dazu sollen unter ande-                   	Regionalanalyse zur Identifikation von Schwer-
rem neue Geschäftsmodelle sowie Ansiedlungs- und                       punktbranchen und Standortvorteilen
Wertschöpfungskonzepte entlang des Nord-Ostsee-Kor-                   	Exogene Bewertung unter Berücksichtigung
ridors des Transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V)
                                                                       von Markttrends
entstehen. Ein Fokus liegt dabei auf Ostbrandenburg und
Frankfurt.                                                            	G egenüberstellung endogener und exogener
                                                                       Faktoren in einer SWOT-Analyse
Übergreifende Potenziale                                              	Herausstellung regionaler Potenziale

Wie sollte sich die Region Ostbrandenburg mit der Stadt
                                                                      	Ableitung spezifischer Ansiedlungsansätze zur
Frankfurt (Oder) langfristig entwickeln, um als Teil der               Steigerung der Wertschöpfung
Wertschöpfungskette entlang des TEN-V-Korridors „North
Sea-Baltic“ einen positiven Effekt auf die regionale Ent-
wicklung des Nord-Ostsee-Raumes zu haben? Mit dieser
Frage beschäftigte sich die agiplan GmbH im Auftrag der
Investor Center Ostbrandenburg GmbH. Fünf übergrei-
fende Potenziale für neue Wertschöpfungsketten wurden
dabei ermittelt: Neben einem Ausbau von Infrastrukturen,
der Intensivierung von Kooperationen vor allem mit Ak-
teuren der Wissenschaft und der Vermarktung Ostbran-
denburgs als wichtige Transportdrehscheibe bieten die
Logistik und die Mikroelektronik als identifizierte Leitbran-
chen die Möglichkeit, die Region zukunftssicher aufzu-

                                                                                                      Nomo Braun
                                                                                                      Principal
                                                                                                      T: +49 208 9925-366
                                                                                                      nbraun@agiplan.de
agiplanquadrat › Ausgabe 11 › Januar 2019

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            EU-KOHÄSIONSPOLITIK MACHT
            INNOVATIONEN MÖGLICH
            Die Europäische Kommission setzte mit der Veröffentlichung des Ent-
            wurfs für den EU-Haushalt 2021-2027 ein klares Signal: Auch nach
            2020 wird die EU der gemeinschaftlich finanzierten Kohäsionspolitik
            den höchsten Stellenwert einräumen. Bei der Bewerbung um Förder-
            mittel ist vor allem die inhaltliche Ausrichtung ausschlaggebend.

            Ziel der Strukturförderung ist es, innovative Projekte mög-   Ebenfalls steht fest, dass die Europäische Union die
            lich zu machen, neue Märkte zu erschließen, Arbeitsplät-      Strukturfonds umfassend modernisieren wird. Vor allem
            ze zu schaffen und dabei die strukturellen Unterschiede       die Vergabe soll deutlich einfacher und unkomplizierter
            zwischen den einzelnen Regionen Europas auszuglei-            werden. Hierzu sind bereits zahlreiche Vereinfachun-
            chen. Insgesamt sind für die nächste Förderperiode            gen durch die Europäische Kommission vorgeschlagen
            rund 331 Milliarden Euro veranschlagt. Viele Regionen in      worden.
            Deutschland profitieren stark von den Strukturfondsmit-
            teln und sind durch sie in der Lage, ihre regionalen Stra-
            tegien langfristig mit konkreten Projekten umzusetzen.

            Jedoch soll Deutschland für den nächsten Zeitraum bis
            2027 rund ein Fünftel weniger Geld zur Verfügung ste-
            hen. Nach Plänen der EU-Kommission würden nur noch                    „Entscheidend für den Erfolg
            15,7 Milliarden Euro eingeplant und damit 4,1 Milliarden
            Euro weniger als noch im aktuellen Finanzrahmen. Wer
                                                                          einer Förderung aus den Strukturfonds
            sich um Fördermittel aus dem Strukturfonds bewirbt, muss      ist, dass sich die Beantragenden auf
            sich entsprechend strategisch aufstellen. Dabei sind vor      die richtigen Inhalte fokussieren – und
            allem die richtigen Inhalte maßgebend.
                                                                          zwar die, die durch den Strukturfonds
                                                                          abgedeckt sind.”
                                                                          Dr. Claudia Schulte, Mitglied der Geschäftsleitung agiplan GmbH

                 www.agiplan.de/eu-kohaesionspolitik
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Europäische Ausrichtung
                                                             Gerade für Städte und Kommunen gilt es, sich bereits jetzt
Fünf Ziele leiten die EU-Investitionen in den Jahren 2021-   zu diesen Themen langfristig auszurichten, denn sie sind
2027. Der Schwerpunkt der Investitionen in die regionale     in vielen Regionen Deutschlands eine wichtige Finanzie-
Entwicklung wird sehr deutlich auf den ersten beiden         rungsquelle für die Umsetzung von regionalen Strategien.
Zielen liegen. Entsprechend dem relativen Wohlstand
der Mitgliedstaaten werden 65 bis 85 Prozent der Mittel      agiplan berät bei der Bewerbung um Fördergelder und
diesen Prioritäten zugewiesen:                               zeigt, wie Regionen am besten vom Strukturfonds profitie-
                                                             ren können. Neben der Erarbeitung von Programmen und
  	Ein intelligenteres Europa durch Innovation,             Strategien umfasst dies die Entwicklung und Optimierung
    Digitalisierung, wirtschaftlichen Wandel sowie           von Monitoring- und Controllingsystemen zur Überwa-
    Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen.             chung der Zielerreichung und planmäßigen Umsetzung
                                                             von Programmen.
  	Ein grüneres, CO2-freies Europa, welches das
    Übereinkommen von Paris umsetzt und in die
    Energiewende, in erneuerbare Energien und in
    den Kampf gegen den Klimawandel investiert.

  	Ein stärker vernetztes Europa mit strategischen
    Verkehrs- und Digitalnetzen.

  	Ein sozialeres Europa, das die Europäische
    Säule sozialer Rechte umsetzt und hochwer-
    tige Arbeitsplätze, Bildung, Kompetenzen,
    soziale Inklusion und Gleichheit beim Zugang
    zu medizinischer Versorgung fördert.

  	Ein bürgernäheres Europa durch Unterstützung
    lokaler Entwicklungsstrategien und nachhalti-
    ger Stadtentwicklung in der gesamten EU.

                                                                                                    Dr. Claudia Schulte
                                                                                                    Mitglied der Geschäftsleitung
                                                                                                    T: +49 208 9925-355
                                                                                                    cschulte@agiplan.de
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        Impressum
        agiplanquadrat ist das Kundenmagazin der agiplan GmbH, Kölner Straße 80-82, 45481 Mülheim an der Ruhr
        Druckauflage 4.500 Exemplare sowie als PDF unter www.agiplan.de

        Herausgeber:
        Dr. Christian Jacobi, Geschäftsführender Gesellschafter, agiplan GmbH, E-Mail: cjacobi@agiplan.de

        Koordination & Redaktion:
        Verantwortlich: Jens Hüsgen, Leiter Marketing und Kommunikation, agiplan GmbH, E-Mail: jhuesgen@agiplan.de
        Britta Watterodt, Consultant Marketing und Kommunikation, agiplan GmbH, E-Mail: bwatterodt@agiplan.de
        Jan Filipzik, Freier Redakteur
        Jens Herr, Kommunikationsdesigner, agiplan GmbH, E-Mail: jherr@agiplan.de

        Bildnachweis:
        Innenseiten: Amprion (S.20), fotolia/WavebreakMediaMicro (S.27)

        Druck:
        Limego GmbH, 45899 Gelsenkirchen
        www.limego.de
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                 agiplan GmbH
                 Kölner Straße 80-82
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                 www.agiplan.de

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