Denn es ist uns unmöglich, nicht von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben!
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Hilfskomitee AQUILA e.V. Nr. 1 (127)
Unterstützung der Missionsarbeit Januar - März 2023
der Gemeinden in
Kasachstan, Kirgistan, Moldawien,
Sibirien, Ukraine und Usbekistan
Denn es ist uns unmöglich, nicht von dem zu reden,
was wir gesehen und gehört haben!
Apostelgeschichte 4,20
Leitartikel: Offene Türen nutzen
Geschichtsartikel: Glaube, Reichtum und Verlust
Kindergeschichte: Das Abenteuer am SonntagVorwort
In diesem Heft: Impressum
Herausgeber:
Artikel.............................................................................. Seite. .... Karte
Leitartikel
Hilfskomitee Aquila e.V. „Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich,
Liebigstr. 8, D-33803 Steinhagen
Offene Türen nutzen.....................................................................................4
Telefon: 05204-888003 nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass
Reiseberichte e-mail: info@hkaquila.de
Gott sei Dank, wir leben..............................................................................6.............. 2,3 www.hkaquila.de eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn!“
Vom Ausgegrenzten zum Volk Gottes....................................................8...........2,4,5 1. Korinther 15,58
Wer andere tränkt, wird selbst gestärkt.............................................. 11..................7 Erscheint viermal jährlich
Mission der Gemeinden
Spendenkonto:
M
Entdecke die Bibel...................................................................................... 12....2,4,5,7,8
Hilfskomitee Aquila e.V. it diesem mutmachenden Appell schließt Paulus den Gedanken
„Entdecke die Bibel“ in Schulen in Gagausien.................................. 13..................5
Nachrichten aus Tscherkassy (UA)......................................................... 14..................3 Sparkasse Bielefeld über den Sieg Jesu Christi über Sünde und Tod, den er durch
IBAN: seinen Kreuzestod und seine Auferstehung errungen hat. Diese Tatsache
Auf den Spuren der Geschichte DE76 4805 0161 0044 1124 80 macht jedem, der auf der Seite dieses Siegers steht, auch die eigene Auf-
Glaube, Reichtum und Verlust................................................................ 16..................6 SWIFT-BIC: SPBIDE3BXXX erstehung sicher. Von dem erhabenen Sieg und dem großen Ziel her, soll
Kindergeschichte Ansprechpersonen: nun das gesamte Leben des Geretteten bestimmt und gestaltet werden.
Das Abenteuer am Sonntag.................................................................... 28 Damit motiviert Paulus seine Leser, sich mit aller Kraft für das Werk des
♦ Steinhagen:
Kurzberichte Jakob Penner Herrn einzusetzen.
Nachrichten aus der Schule..................................................................... 30..................4 Eduard Ens Das „Werk des Herrn“ war für Christus selbst mit Tragen schwerster
Zum Dienst zurückgekehrt...................................................................... 30..................4 Andreas Penner Lasten und mit blutigem Schweiß verbunden. Auch für seine Nachfolger
Lehrerseminar im Februar........................................................................ 30..................4 kann das Werk des Herrn harte Arbeit bedeuten. Es kann dabei auch zu Lebensmittel werden verteilt, UA
Kinderheim, Kasachstan........................................................................... 31..................8 ♦ Neuwied:
Nikolaj Zuravlev Anfechtungen kommen, die schon der Prophet Jesaja kannte: „Ich aber
Rehabilitationszentrum RTI..................................................................... 32..................8 hatte gedacht: Ich habe mich vergeblich abgemüht und meine Kraft umsonst
Tel.: 0 26 31 - 95 52 79
Dankesbriefe.............................................................................. 33....... 2,5,7,9 und nutzlos verbraucht!“ (Jesaja 49,4). Bleibt nicht all unser Einsatz ver-
♦ Frankenthal: geblich? Nein, wir dürfen es wissen, gerade von der Auferstehung her, dass
Meldungen, Gebetsanliegen.................................................................. 36..................1 Jakob Dyck nichts, was wir für den Herrn tun, vergeblich ist. Das „Werk des Herrn“ ist
Tel. 0 62 33 - 48 05 42
nämlich ein Wirken Christi selbst, in das er seine Gemeinde hineinnimmt.
Titelbild: Auch dieser kleine Bruchteil von dem umfassenden Werk des Herrn,
Kinder in der Ukraine freuen sich von dem auf den folgenden Seiten berichtet wird, soll sowohl zum Dank
über eine Weihnachtsüberraschung als auch zum Einsatz bewegen.
Für die Tage der Erinnerung an die Passion und die Auferstehung Christi
wünschen die Mitarbeiter des Hilfskomitee Aquila den Lesern und Unter-
stützern einen von Gottes Geist geöffneten Blick für das Werk des Herrn.
Im Freizeitlager Chisenau, MD
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Weihnachtsfeier in Podwinogradowo, Ukraine Hilfspakete in der Ukraine
2 Aquila 1/23 Aquila 1/23 3Leitartikel Leitartikel
schrieb ihnen: „ich will euch nicht Der wirtschaft- das Neue Testament in deutscher
nur im Vorbeigehen sehen“. liche Zerfall der Übersetzung heraus. Vor 200 Jahren
Es kann segensreich sein, Reisen ehemaligen So- druckte die russische Bibelgesellschaft
durch sich öffnende Länder zu ma- wjetunion führte das erste Neue Testament in Rus-
Offene Türen nutzen chen. Man muss jedoch betonen, dass zur großen Not für sisch und vor 146 Jahren wurde die
Viktor Fast, Aquila-Missionstag 29. Oktober 2022 Paulus nicht ständig von Ort zu Ort die Bevölkerung, russische Bibel zum ersten Mal voll-
reiste, heute hier, morgen da, mor- sodass humanitäre ständig gedruckt. Diese und ähnliche
gens hier, abends dort. So etwas ist Hilfe aus Deutsch- Jubiläen erinnern uns daran, wie Gott
Viktor Fast zwar aufregend und intensiv, aber es land sehr wichtig sein Wort über Jahrhunderte hinweg
ist wichtig, den einzelnen Menschen wurde. Diese Hil- vorbereitet hat. Heute ist dieses Wort
Betet zugleich auch für uns, damit Gehörlose in Usbekistan oder Einhei- Zeit zu widmen. Die Brüder aus den fe machte es den in vielen Übersetzungen, in großen
Gott uns eine Tür öffne für das Wort, mische in Kirgistan auf das Evangeli- Ländern, über die auf dem Missions- Gläubigen mög- Auflagen und mit unterschiedlichen
um das Geheimnis des Christus aus- um reagieren, oder wie Leute sich be- tag berichtet wurde, würden sicher lich, Lebensmittel Erklärungen zugänglich.
zusprechen, um dessentwillen ich kehren, aber das ist noch lange nicht sagen: „Wir brauchen Mitarbeiter und Mit den Möglichkeiten, die man hatte, wurde Literatur in den Osten geschickt
und Kleidung an Doch es geht nicht nur darum, die
auch gefesselt bin, damit ich es so das eigentliche Ziel. Eine Reise kann nicht nur Besucher auf Durchreise.“ Bedürftige zu ver- Bibel zu lesen, um etwas über die Ge-
offenbar mache, wie ich reden soll. uns nicht nur formen, sondern uns Manche Türen sind heute weit und Hilfe. Wir brauchten geistliche Bü- teilen. Die wirtschaftliche Situation schichte zu erfahren. Es geht vielmehr
Kolosser 4,3–4 auch zeigen, wie cher, wir lernten Kopierer und Com- war damals schlimmer als heute in darum, „das Geheimnis des Christus“
andere Menschen puter für die Massenevangelisation zu der Ukraine. zu verstehen und anderen zugänglich
Offene Türen für Reisen
leben und wie das nutzen. 1989 druckten wir zum ersten Durch diese Hilfe konnten da- zu machen. Als Prediger müssen wir
V or 20 Jahren sah ich einmal am Evangelium in an-
Flughafen in Astana einen al- deren Kulturen
ten Mann. Ich glaubte in ihm einen wirkt. In 1. Korin-
Mal mit einem 9-Nadel-Drucker DIN mals in Kasachstan unterschied-
A4-Einladungsplakate und klebten lichste Menschen, wie Direktoren,
sie an Straßenpfosten. Das Druckbild Journalisten der kommunistischen
es aussprechen können. Es geht nicht
um kluge Predigten, sondern um die
Verkündigung des Geheimnisses des
Christen zu erkennen, und so setzte ther 16,7–9 spricht war sehr einfach und primitiv, aber Zeitungen oder Hochschuldozenten Christus, das Jesus in Matthäus 11, 28
ich mich im Wartesaal neben ihn Paulus über offene die Gemeindehäuser füllten sich mit erreicht werden, einfach weil auch ausspricht: „Kommt her zu mir alle,
und sprach ihn an. Er war mit seinen Türen: interessierten Menschen. sie Hilfe brauchten. Die schwierigen
86 Jahren allein aus Deutschland „Denn ich will Um damals den Gemeinden in Umstände öffneten Türen, und es Wir müssen uns den Bedingungen
nach Kasachstan geflogen, um dort euch jetzt nicht der Sowjetunion zu helfen, wurde im wurden so viele Menschen erreicht,
drei Monate lang die Gemeinden zu nur im Vorbeige-
anpassen und uns nicht in Ruhe
Sommer 1990 das Hilfskomitee Aqui- wie man es sich heute gar nicht mehr
besuchen, die er aus früheren Zeiten hen sehen, son- la gegründet. Es ist keine Missionsor- vorstellen kann. zurücklehnen
dern ich hoffe, ei- ganisation oder Institution, sondern Viele von uns begeisterten sich
Es ist wichtig, den Menschen nige Zeit bei euch Grenze von Transnistrien nach Moldau, eine (noch) offene Tür eine Initiative eifriger Geschwister damals für die Evangelisation. Diese die ihr mühselig und beladen seid, so
zu bleiben, wenn zur Unterstützung der Gemeinden in Begeisterung wünsche ich auch heute will ich euch erquicken!“ Dies sind
Zeit zu widmen der Herr es zulässt. Ich werde aber bis vielversprechend geöffnet. Nutzt sie der ehemaligen Sowjetunion bei ihren allen, obwohl sich die Zeiten geändert Worte, die belebend und aufrüttelnd
Pfingsten in Ephesus bleiben; denn und plant genügend Zeit ein, um Evangelisationsaufgaben. Dies fand haben. Wir müssen unser Leben und sind und die das Geheimnis Christi
kannte. Nun aber hatte er die Nach- eine Tür hat sich mir aufgetan, weit den Menschen nahezukommen und durch verschiedenste Hilfsgüter, die unseren Dienst den Bedingungen ausmachen: Worte, die vor Tausenden
richt erhalten, dass sein Bruder ver- und vielversprechend; und es gibt möglichst wesentlich zu helfen! Organisation von Transporten und anpassen, doch wir sollen uns nicht von Jahren geschrieben wurden, und
storben sei, so dass er seine Besuchs- viele Widersacher.“ Ein Hindernis beim Reisen stellt und die Vermittlung von Kontakten in Ruhe zurücklehnen oder nur noch heute noch ewiges Leben bewirken.
reise unterbrach und zurück nach Solche Türen können an ver- oft die Sprachbarriere dar. Manchmal statt und führte zu dauerhaftem für irdische Dinge und Bequemlich- Es ist wichtig, das Geheimnis
Deutschland flog. Diese Begegnung schiedenen Orten zu finden sein, wie hört man gerade die Jüngeren sagen: Segen. Benannt ist das Hilfskomitee keiten arbeiten. Dieser Missionstag Christi in Weisheit weiterzugeben,
hat mir gezeigt, dass man nicht jung zum Beispiel jetzt in der Ukraine, in „Wir können nicht Russisch“ oder Aquila nach dem Helfer des Apostels ist ein Aufruf zu gehen, zu reisen besonders denen gegenüber, die
sein muss, um zu reisen. Usbekistan und sogar gelegentlich „Wir können nicht Usbekisch oder Paulus, denn es besteht aus vielen und auch für länger zu bleiben. Türen außerhalb der Gemeinde sind. Wir
Wozu überhaupt reisen? Es ist auf einem Bergpass zwischen Russ- Kasachisch“. Man kann immer etwas Helfern, die meist nebenberuflich werden geöffnet, wir können reisen sollten die Zeit nutzen, da wir nicht
zwar beeindruckend zu sehen, wie land und Georgien, wie im Septem- lernen, was man noch nicht kann! dem Herrn dienen. um Länder und Leute zu besuchen, wissen, wie lange die Türen für die
ber, als sich dort Und es gibt auch andere Wege, um aber vor allem um Verkündigung noch offen stehen
eine große Anzahl Menschen zu erreichen, zum Beispiel das Evangelium zu werden. Unsere Worte sollten immer
Männer drängte, durch Gesten, Körpersprache oder verkünden. „in Gnade sein und mit Salz gewürzt,
die wegen der mithilfe technischer Mittel. Und die damit wir wissen, wie wir jedem ein-
Offene Türen um
Mobilisierung aus Tatsache, dass man begonnen hat, zelnen antworten sollen“.
das Geheimnis
Russland flohen. eine fremde Sprache zu erlernen, kann Wir beobachten heute viele offene
des Christus
Paulus war fast manche Türen schon weit öffnen. und vielversprechende Türen für die
auszusprechen
drei Jahre in Ephe- Verkündigung. Auch Widerstände
Wie das Hilfskomitee Aquila of-
sus und beschrieb
die Türen dort als
fene Türen nutzte
V or 570 Jahren
begann Gu-
und Schwierigkeiten können das vie-
lerorts nicht verhindern. Wir sollten
weit und vielver-
sprechend. Er trug E s gibt viele offene Türen in ver-
schiedenen Teilen der Welt. Vor
jedoch auch Sorge 33 Jahren, als in der Sowjetunion
tenberg erstmals
mit dem Druck
der lateinischen
diese Zeiten wahrnehmen. Vom Geist
Gottes geleitet können wir von Tag zu
Tag leben und das Wort verkündigen.
um die Gemeinde die Freiheit zur Evangelisation „aus- Bibel. Vor 500 Jah- Mögen wir dafür Gottes Gnade und
Gespräche bei Tee kosten Zeit, sind aber sehr wertvoll
in Korinth und brach“, benötigten wir in Kasachstan Gottes Wort wird auch unter Roma gepredigt
ren gab Luther Weisheit erhalten!
4 Aquila 1/23 Aquila 1/23 5Reiseberichte Reiseberichte
Wir sprachen auch Menschen auf wurde die Schule als Festung genutzt
Gott sei Dank, wir leben der Straße an und jeder hatte ein of-
fenes Ohr. Bruder Igor erzählte, dass
und dadurch zerstört. Wir konnten
aus Zeitgründen nicht alles verteilen
Besuch und Aufbau neuer Kontakte in der Ukraine im Januar 2023 es vor dem Krieg anders war. Die und die restlichen Lebensmittelpa-
Menschen lebten für sich, niemand kete und anderen Sachen wurden im
wollte Kontakt zu den Nachbarn Bethaus abgeladen. Abends besuchten
A uch in diesem Jahr hat das Hilfs-
komitee Aquila wieder Fahrten
in die Ukraine organisiert. Zwei
ser Witwen war der älteste Sohn im
Krieg gefallen und der zweite Sohn
wurde kürzlich einberufen. Dies ver-
oder anderen Menschen haben. Sie
waren verhärtet und sehr böse. Wenn
man bei jemandem am Tor klopfte,
wir eine Gebetsstunde. Das Thema
war „Evangelisation“ und es wurden
viele Nöte ausgesprochen. Ein älterer
Gruppen waren diesmal unterwegs, deutlicht, dass auch in den westlichen konnte man sehr schlechte Erfah- Mann stand auf und erzählte, dass
eine größere reiste nach Transkar- Regionen, wo kein Krieg herrscht, rungen machen. Entweder wurde er mit einem Bruder seinen Kame-
patien und die zweite, bestehend aus Leid und Not vorhanden ist. nicht geöffnet, man ließ den Hund raden in Kiew besucht hatte. Der
Alexander Turkiewicz und Johann Trotz der Rückeroberung einiger los oder im schlimmsten Fall wurde Kamerad war ungläubig, hörte aber Kein seltener Anblick: Häuser, die Spuren der Kämpfe aufweisen, die hier gewütet haben
Dirksen, machte sich auf den Weg in Gebiete werden immer noch Rake- sogar geschossen. Die Not hat vieles zu, als die Brüder sprachen. Er hatte
ten abgeschossen, die zum Teil auch verändert. Jetzt wurden wir überall eine Bitte: Er ist gehbehindert und bis Neujahr fast 50.000 Kilometer und besuchten am Abend die Ver-
Einschläge verursachen und Häuser eingeladen, sogar in Garagen, die für wohnt in einem Hochhaus. Er bat die zurückgelegt. sammlung. Später besuchten wir eine
und Leben zerstören. Am 3. Januar den Winter in ein oder zwei kleine Gemeinde, für ihn zu beten, dass er Wir fuhren anschließend nach ältere Schwester und verbrachten
besuchten wir eine Familie mit 14 Zimmer umgebaut wurden. Nach einen Rollstuhl bekommen könnte. Butscha, wo wir Wasilij Sulakov tra- den Abend im Haus von Iwan und
Kindern in Welyka Dymerka und dem Gespräch beteten wir immer Nach der Versammlung wurde ihm fen. Er brachte uns 150 Lebensmit- Lena Bud in Gemeinschaft mit den
wollten dort einen Kontakt aufbauen, zusammen und alle waren offen für dieser Wunsch erfüllt. Gott hatte telpakete, die von Mennoniten aus Geschwistern.
um auch in dieser Region humanitäre das Gebet. Geheizt wurde mit einem schon vorgesorgt, denn wir hatten Kanada für Bedürftige in der Ukraine Am 7. Januar fuhren wir nach
Hilfe zu leisten. Der älteste Sohn der Ofen, wie wir ihn noch aus Kasach- gepackt wurden. Kowel zum Bruder Wadim Abramt-
Familie ist 21 Jahre alt, der Jüngste nur stan kannten und der „Burschuika“ Wir besuchten schuk, um unsere Ladung abzugeben
wenige Monate. genannt wurde. Viele Häuser wurden eine Familie, die und den Anhänger mitzunehmen.
Am Mittwoch, den 4. Januar, zerstört, auch ein Bethaus in Bogda- uns erzählte, wie Nachmittags machten wir uns auf
waren wir mit einigen erwachsenen nowka. es ihnen ergangen den Heimweg.
Kindern und der Frau des Bruders in Die Menschen waren freundlich war. Als wir über
Bogdanowka und Welyka Dymerka und was uns besonders auffiel: von Jesus gesprochen Viktor hat vom August bis
unterwegs und besuchten mehrere niemandem haben wir gehört, dass er hatten, fing der Neujahr fast 50.000 Kilometer
Familien, die durch den Krieg alles unzufrieden war oder jemanden be- Mann an zu phi-
verloren haben. Auch Familien mit schuldigt hat. Im Gegenteil, es wurde losophieren, aber zurückgelegt
behinderten Kindern wurden be- immer wieder gesagt: „Gott sei Dank, die Frau war sehr
sucht. dass wir am Leben geblieben sind!“ interessiert. Am 8. Januar um 9:10 Uhr sind wir
In einer christlichen Familie be- Ein Ehepaar, ungefähr 50 Jahre alt, Als wir dann unter der schützenden Hand unseres
suchten wir auch einen jungen Mann sagte: „Wir haben letztens das Dach- nach einem Ge- Herrn Jesus Christus gut in August-
Viele Menschen sind offen für Gespräche namens Bogdan, 21 Jahre alt. Er ist geschoss ausgebaut und wollten alles bet weiterfahren dorf angekommen, so dass wir noch
kräftig und erkennt, dass Gott zu ihm als Erbe unserer Tochter überlassen, wollten, sagte die rechtzeitig zur Versammlung kamen.
die Kiew Region. Ihr Ziel war es, mit spricht. Gott schenke ihm Gnade, so- aber jetzt sind es nur Trümmer.“ Oft- Vollgeladen mit Hilfsgütern wurden die Gebiete besucht Frau: „nach eu- Auf dieser Fahrt haben wir viel Not
Lebensmittelpaketen und Hilfsgütern dass er, selbst wenn er körperlich nicht mals wurde das Licht ausgeschaltet rem Besuch ist es gesehen. Viele junge Menschen, die
den Menschen vor Ort zu helfen gesund wird, trotzdem die Vergebung und die Menschen brauchten Kerzen drei Rollstühle dabei. mir auf dem Herzen etwas ruhiger aus dem Krieg zurückkehren, sind
und neue Kontakte aufzubauen, seiner Sünden bei Gott sucht. Als und Streichhölzer. Ein besonderes Gebetsanliegen geworden.“ leider Invaliden und benötigen Roll-
Kind ging er zur Versammlung, hörte In dem Dorf Welyka Dymerka erreichte uns von Igor und Valentina Wir übernachteten in Butscha bei stühle, Krücken und vor allem das
Viele Menschen sind durch den aber als Jugend- Bessmertny, die uns baten, für ihren Geschwistern aus der Gemeinde, die Wort Gottes und Gebete.
Krieg obdachlos geworden und licher damit auf. Sohn Maxim zu beten. Maxim ist sich ebenfalls für Flüchtlinge einset- Wir möchten uns bei allen be-
Letzten Sommer, noch nicht im Glauben und kämpft zen. Wir lernten Bruder Viktor mit danken, die sich beteiligt haben – sei
leiden große Not als es sehr heiß als Soldat an der Front. Obwohl er in seiner Familie kennen und hatten eine es durch Gebete, Spenden, Lebens-
war, wollte er sich einer Einheit mit 620 Soldaten war, gute Gemeinschaft mit ihnen. Wir mittelpakete, Matratzen oder andere
um langfristig humanitäre Hilfe zu abends schnell im hatte er als Einziger überlebt und ließen hier etliche Lebensmittelpakete Sachen. Besonders dankbar sind wir
leisten. Der Krieg hat vieles zerstört Fluss abkühlen. spürte dabei die schützende Hand für ihre Arbeit, denn sie fahren oft in für die Decken, die die Schwestern
und viele Menschen sind durch den Dabei verletzte er Gottes. Bitte betet für Maxim. den Osten der Ukraine in die Regi- aus der Gemeinde Lage mit viel Liebe
Krieg obdachlos geworden und leiden seine Wirbelsäule Am folgenden Tag fuhren wir nach onen, wo der Krieg stattfindet. und in großer Menge extra für diese
große Not. und ist seitdem Bila Zerkwa und trafen dort Viktor Am 6. Januar machten wir uns Fahrt zwischen Weihnachten und
Im Dorf Kolky bei Lutzk über- querschnittsge- Martschuk, der von der Gemeinde früh morgens auf den Weg in das Neujahr genäht haben. Das war für
nachteten wir und konnten am näch- lähmt. Oft weint Augustdorf einen Bus erhalten hat- etwa 360 km entfernte Kolky. Unter- sie zwar eine Herausforderung, aber
sten Tag mit einem einheimischen er. Wir können te, um Flüchtlinge zu unterstützen. wegs besuchten wir eine Familie in diese Decken sind äußerst notwendig
Bruder etliche Witwen besuchen für ihn beten, dass Das Fahrzeug ist ein Segen für die Manewitschi, wo die Mutter Witwe in der Ukraine, insbesondere jetzt im
und Lebensmittel sowie den Aquila- er sich bekehren Arbeit und ist fast rund um die Uhr ist und ihr Sohn Alkoholiker. In Winter.
Kalender überreichen. Bei einer die- kann. Jeder hat ein anderes Schicksal
im Einsatz. Viktor hat vom August Kolky führten wir viele Gespräche Johann Dirksen, Augustdorf
6 Aquila 1/23 Aquila 1/23 7Reiseberichte Reiseberichte
wien und Ukraine unterstützt. Dazu te Station in der dass er alle ungesehenen Gefahren vor
Vom Ausgegrenzten zum Volk Gottes gehört unter anderem die Pflege von
Kontakten, die persönliche Aufnahme
Ukraine war die uns verborgen oder schon vorher aus
kleine Gemeinde dem Weg geräumt hat.
Hilfseinsatz in Moldawien und Ukraine vom 23. Januar bis 06.Februar 2023 einiger akuter Themen, die Knüpfung in Wolodymyr-
Verschiedene Sprachen und
neuer Kontakte und die Offenhaltung Wolynskij, wo wir
Gastgeber
der Augen für weitere mögliche Ein- das Abendmahl
Ihr, die ihr einst nicht ein Volk wart,
jetzt aber Gottes Volk seid, und einst
nicht begnadigt wart, jetzt aber be-
Vom 23. Januar bis zum 6. Februar
durfte ich an einem zweiwöchigen
Einsatz in Moldawien und Ukraine
satzfelder.
Unsere Reise begann in Deutsch-
land und führte uns über Österreich
A
gemeinsam fei-
erten und zu ei-
uf dieser Reise habe ich folgende
Sprachen bewusst wahrgenom-
ner Tischgemein- men: Deutsch, Russisch, Rumänisch/
gnadigt seid 1. Petrus 2,10. teilnehmen. Nach schaft eingeladen Moldawisch, Gagausisch, Ukrainisch,
D ie Gläubigen aus dem Roma-Volk
lieben diesen Vers besonders. Sie
waren nirgendwo wirklich zu Hause
meiner Rückkehr
habe ich verschie-
dene Fragen er-
wurden. Danach Englisch, Karpatisch, Ungarisch und
sind wir zurück die Sprache der Zigeuner sowie Pol-
nach Deutschland nisch. In Korolewo wurden im Got-
und wurden irgendwann zwangsweise halten, auf die ich gereist. Insgesamt tesdienst Beiträge in sieben Sprachen
In Saggatia wurde vor einigen Jahren ein Bethaus gebaut
angesiedelt. Sie wurden weiterhin in diesem Bericht haben wir über vorgetragen.
von den Menschen im Land, in dem eingehen möchte. lerweise dauert seine Führung vier 27 Orte besucht und mindestens ge- Wir wurden meistens bei den
sie jetzt leben, ausgegrenzt. Irgend- bis sechs Stunden, doch wir hatten nauso viele geistliche Gemeinschaften Verantwortlichen der Ortsgemeinde
Teilnehmer der
wann haben sie das Evangelium von noch den sechsstündigen Weg nach gehabt. untergebracht. Jedes Mal wurden wir
Reise
Jesus Christus kennengelernt, sich Deschkowize vor uns. sehr gastfreundlich begrüßt und die
Unterwegs und an Grenzen
von ihren Sünden bekehrt und sind
Brüder und Schwestern des Heilands D ie Teilneh-
mer unserer
Reise waren vier
In Deschkowize haben wir am
Sonntag die Versammlung besucht
und uns am Gottesdienst mit Pre- I
Hausbewohner haben sich meist so
nnerhalb Europas mussten wir, weit zurückgezogen, dass die ganze
wie erwartet, an keiner Länder- Familie manchmal in einem Raum
Männer aus ver- digten und einem Gedicht beteiligt. grenze halten. Die Ein- und Ausreise schlief. Ihre Liebe war für uns ein
Wi r h at te n wä h re n d d e r schiedenen Ge- Zu Besuch bei Schwester Swetlana Timochina Schon am Sonntag begann unsere aus Moldawien
gesamten Zeit eine besondere meinden. An die- ausgedehnteste Arbeit: der Besuch verlief ähnlich
Harmonie untereinander ser Stelle möchte ich die Aufmerk- und Ungarn nach Rumänien und der Roma in ihren Tabors mit Ver- schnell wie in der
samkeit der Leser auf ein Wunder der schließlich nach Moldawien. Dort sammlungen und später auch mit Ukraine. An den
weltweiten Gemeinde lenken. Eduard haben wir etwa 3-4 Tage verbracht Lebensmittelverteilung. Wir haben Grenzen in der
geworden. Sie taten jetzt den Willen und Andreas sehen sich fast jeden Tag, und sind dann in die Ukraine wei- insgesamt elf Tabors der Roma be- Ukraine war le-
des Vaters. So wurden sie zwar von Bruder Leo war schon oft mit ihnen tergereist. sucht – zwei in der Umgebung von diglich mehr Mi-
Menschen ausgegrenzt, aber von zusammen, und ich hatte bisher nur in In Moldawien haben wir bei Bru- Deschkowize und die weiteren neun litärpräsenz, aber
Gott geliebt und zum Volk Gottes wenigen kurzen Momenten Kontakt der Pawel Karpov übernachtet und in der Umgebung von Mukatschewo. nicht übermäßig
hinzugezählt. zu Eduard. Trotzdem hatten wir wäh- viele interessante Orte besucht, da- Neben diesen Besuchen haben wir (zumindest nicht
rend der gesamten runter das Freizeitlager „Nehemia“ in auch ein Seminar für die Mitarbei- sichtbar). Inner-
Zeit eine beson- der Nähe von Chişinău, die Gemeinde ter der Schulen für Roma-Kinder halb von Molda-
dere Harmonie in Beschgös (Gagausien), Bruder Oleg durchgeführt und Schwester Swetlana wien mussten wir
u nte re i nand e r. Perebikowski und seine Frau sowie Timochina in Ushgorod besucht. die Grenze nach
Vielleicht mag eine Gemeinde in Orgeev. Wir haben Wir sind zum Ende unserer Reise Tr a n s n i s t r i e n Im Tabor Bilki wurde ein kleiner Versammlungsraum errichtet
hier jemand ein- auch die innerländische Grenze nach weiter in den Nord-Westen der Uk- überqueren, was
wenden: „Ja, aber Transnistrien/Tiraspol überquert und raine gefahren und haben Kwassyliw aber auch reibungslos ablief. wunderbares Zeugnis und ein großes
ihr seid doch alles hier eine geistlich erbauliche Gemein- bei Riwne besucht, um den Ältesten Die Fahrten waren geprägt von Vorbild.
erwachsene Men- schaft mit dem Ältesten der Gemeinde der Gemeinde und das Bruderhaus zu guten Unterhaltungen, die wir un- Besonders dankbar war ich für
schen und wisst und seiner Familie erlebt. sehen. Dort leben süchtige Männer in tereinander und auch mit den uns unseren Bruder Leo Lauer, der bei
euch zu beneh- In der Ukraine sind wir zunächst einer Wohngemeinschaft und versu- begleitenden Brüdern hatten. Teilwei-
men!" Ich möchte nach Tschernovzy gefahren und chen durch die Kraft des Evangeliums se waren sie auch eine Vorbereitung
jedoch offen sa- haben am gleichen Abend eine Ver- und die betreute Lebensweise ein für uns auf das, was uns als Nächstes
So kam es oft vor, dass das Licht
gen, dass der ge- sammlung in der Gemeinde durch- neues Leben zu beginnen. In Volya begegnen würde. Wir haben aber auch während des Essens ausging.
Das schöne Bethaus in Teraspol, Transnistrien meinsame Dienst, geführt. Am darauffolgenden Tag bei Kowel haben wir Bruder Vadim die Zeit genutzt, um unser biblisches
der gemeinsame sind wir nach Kamjanez-Podilskij Abramtschuk getroffen, der mit einer Wissen zu prüfen und zu erweitern, einigen Tischgemeinschaften mit den
Auch wir waren durch die Sünde Herr und die von Gott geschenkte weitergereist. Der Bruder Andrei in kleinen Gemeinde arbeitet, die sich durch Rätsel oder das Aufsagen von Gastfamilien sehr anschauliche Lekti-
von der Herrlichkeit Gottes ausge- Bruderliebe uns einen Segen gegeben der Ortsgemeinde hat ein besonderes auf die Unterstützung von Invaliden Versen. Und natürlich haben wir auch onen über die Bibel oder andere The-
grenzt, aber durch seine Gnade im haben, den ich in dieser Weise schon Herz für Invaliden, daher haben konzentriert. Am Abend haben wir an geschlafen. men gab. In der Ukraine erlebten wir
Opfertod Jesu dürfen wir Vergebung lange nicht mehr erlebt habe. wir auch eine kleine Versammlung der Jugendstunde teilgenommen und In der Ukraine gab es natürlich auch, was es bedeutet, dass der Strom
unserer Sünden erhalten und gehören mit betroffenen Kindern und ihren zunächst bei der Bibelarbeit einige eine erhöhte Militärpräsenz und be- einfach vom Versorger abgeschaltet
Ziel und Stationen der Reise
jetzt zum Volk Gottes. Heute dürfen Müttern durchgeführt. Nach dem geistliche Gedanken der Jugendlichen waffnete Soldaten an mehreren Stra- wird. So kam es oft vor, dass das Licht
wir diejenigen sein, die anderen von
dieser freimachenden Gnade erzäh-
len.
A quila ist ein Hilfskomitee, das gemeinsamen Mittagessen haben wir
Gemeinden in Kasachstan, Kir- eine Mini-Stadtführung vom Auto aus
gistan, Sibirien, Usbekistan, Molda- von Bruder Andrei erhalten. Norma-
gehört, bevor wir unsere Themen ßenblockaden, doch wir haben keine während des Essens ausging. Viele
mit den Jugendlichen und Bruder wahrnehmbare Gefahrsituation er- Haushalte halfen sich in dieser Zeit
Vadim geteilt haben. Unsere letz- lebt. Hier sind wir Gott sehr dankbar, mit Benzingeneratoren oder Akkus
8 Aquila 1/23 Aquila 1/23 9Reiseberichte Reiseberichte
große Gnade, sodass eine junge mus-
Wer andere tränkt, wird selbst gestärkt limische Frau, die ganz verhüllt war,
nach dem Zuruf nach vorne kam und
Ergreifende Eindrücke vom Einsatz in Usbekistan (Siehe Aquila Nr.4, S.10-11) ihr Herz im Gebet ausschüttete. Man
merkte, dass es aus der Tiefe ihrer
Seele kam und nicht nur leere Emotio-
V om 2. bis zum 13. September
2022 durften wir, eine Gruppe
von 15 Geschwistern aus Deutsch-
weiter für ihren Herrn. Beschämt
muss man sich dabei als Bürger eines
reichen Landes eingestehen, wie oft
nen waren. Allein die Tatsache, dass
sie es wagte, vor so vielen Menschen
und anderen Muslimen in einem
land, in Usbekistan und Kirgistan dem Unzufriedenheit oder unnützes Sor- Gottesdienst nach vorne zu kommen
Herrn dienen. gen im Alltag aufkommen. und zu beten, war ein großes Wagnis,
Unser zentrales Ziel bestand da- Als der Bruder am Ende des Got- denn es könnte schlimme Folgen für
rin, unsere Glaubensgeschwister in tesdienstes zur Bekehrung aufrief, sie haben. Am Anfang ihres Gebetes
den Gemeinden zu besuchen, sie zu kamen viele Menschen nach vorne, gebrauchte sie das Wort „Allah“ und
Im Tabor Essen in der Nähe der Ungarischen Grenze Ein Haus der Hoffnung für Suchtkranke
ermutigen und Sündern die frohe beugten ihre Knie vor dem allmäch-
aus. Besonders in ärmeren Familien uns dann den Rest des Gottesdiens- Eine weitere eindrucksvolle Be- Botschaft von Jesus, unserem Retter, tigen Gott und fanden Frieden. Es Die Gesichter der Gehörlosen
wurden gerne Kerzen als Lichtquelle tes überließ. Wir waren jedoch nie gegnung war mit der älteren Schwe- zu verkünden. Doch im Nachhinein kam einem vor, als würde man das strahlten
genutzt. Kein Strom bedeutete auch allein – Brüder aus den betreuenden ster Svetlana Timochina. Sie erzählte erkennen wir, dass der Herr auch je- Gleichnis vom Gastmahl aus dem
oft keine Heizung und kein warmes Gemeinden Deshkowitsa und Mu- uns von ihrem Leben und wie sie den Einzelnen unserer Gruppe durch Lukasevangelium miterleben. Als der wir fragten uns, ob sie dies Wort nur
katschewo waren immer dabei und zu Gott gefunden hatte. Trotz be- diesen Einsatz im Glauben stärken Herr seinen Knecht auf die Gassen als „Tarnung“ benutzte, um sich vor
Nach den Versammlungen halfen uns bei der Gestaltung des scheidener Verhältnisse allein in wollte. und Plätze der Stadt schickte, um die Schwierigkeiten zu schützen. Ihr
verteilten wir Lebensmittelpakete Gottesdienstes. Es gab zwei bis drei ihrem Zimmer schreibt sie Gedichte, Noch vor einigen Jahren herrschte Armen und Kranken, also die Men- Gebet war lang und man konnte den
Predigten, dazwischen wurden Lieder Lebenszeugnisse und Geschichten keine Glaubensfreiheit in Usbekistan, schen, die in der Gesellschaft nicht tiefen Wunsch nach dem wahren
an die Familien. gesungen, Gedichte vorgetragen oder und dient Gott mit ihrer Hingabe. Es sodass viele Chris-ten unter starker besonders anerkannt waren, einzula- inneren Frieden entnehmen. Tränen
Zeugnisse erzählt. Am Ende der Ver- war inspirierend zu sehen, wie aus so Verfolgung litten. Eine Bibel ins Land den, wurde das Haus voll. So erlebten benetzten ihr Gesicht. Im Namen
oder fließendes Wasser. Auf der an- sammlung wurde zur Bekehrung und einfachen Verhältnissen so vielfältige, zu bringen war undenkbar und ist wir es auch in diesem Bethaus. Einer Jesu Christi beendete sie schließlich
deren Seite konnten wir Dankbarkeit Buße aufgerufen. Wir durften den wertvolle und segensreiche Früchte auch heute nicht einfach so möglich. nach dem anderen hob die Hand, um ihr Gebet, und dies war das Zeugnis
für etwas Alltägliches wie Elektrizität Segen erleben, dass in jeder Versamm- entstanden. Doch durch Gottes Gnade durften sich zum Gebet zu melden, denn die für uns, dass sie sich doch an den le-
erleben und lernen. lung Roma-Menschen nach vorne Eine Geschichte, die uns in der wir ca. 120 kg christliche Literatur Schwester musste ja jedes Gebet über- bendigen wahren Gott gewandt hatte.
kamen, um Buße zu tun. kleinen Gemeinde Orgeev in Mol- über die Grenze bringen, wobei vor setzen. Kaum war einer fertig, meldete Zum Abschluss bekam auch sie das
Versammlungen bei den Roma
Nach den Versammlungen ver- dawien erzählt wurde, möchte ich allem die Kinderbibel „Entdecke die sich direkt der Nächste. Die Gesichter Buch „Entdecke die Bibel“, welches
D ie Roma sind ein Volk, das für
seine Liebe zur Musik bekannt
ist. Vor jeder Versammlung wurde
teilten wir Lebensmittelpakete an die
Familien. Ein Paket bestand aus 20 kg
Kartoffeln, 5 kg Karotten, 5 kg Zwie-
nicht auslassen. Vor einigen Jahren
mussten die Gläubigen vor jeder Ver-
sammlung einen Preis zahlen – einen
Bibel“ sehr gerne von den Landsleuten
angenommen wurde.
der Gehörlosen strahlten dabei so, als
hätten sie nur darauf gewartet, diese
Einladung von Jesus anzunehmen.
sie mit Freudentränen entgegennahm.
Wer ist dein Feind?
Viele stumme Bußgebete
daher meist laut und melodisch beln, 2 Litern Öl und einer Packung Faustschlag ins Gesicht. Die örtliche Dieses Ereignis zeigt uns, wie
Muslime bekehren sich
gesungen. Die Qualität des Gesangs Kerzen. Es war deutlich wahrnehm- Kirche und ihre Vertreter mochten Einer der ersten Gottesdienste schwer der Teufel es einem Men-
variierte dabei von wilden Tonfolgen bar, dass sich die Menschen sowohl es nicht, dass die Baptisten in ihrem fand in Karschi statt. Schon hier Eine weitere ergreifende Begeben- schen machen kann zum Glauben zu
bis hin zu mehrstimmigen und be- über die geistliche Speise als auch Ort Versammlungen und Evangeli- durften wir den Segen Gottes reich- heit durften wir in einem Abendgot- kommen. In unserem Land, wo wir
eindruckend harmonischen Liedern. über die Lebensmittel freuten. Ein sationen abhielten, und bedienten lich verspüren und sein Reden zu uns tesdienst in der Großstadt Samarkand Glaubensfreiheit haben, bindet der
In jeder kleinen Roma-Gemeinde ukrainischer Bruder verglich das mit sich gottloser Werkzeuge in Form deutlich wahrnehmen, auch wenn erleben. Dort hatten wir die Möglich- Teufel die Menschen durch den Wohl-
gibt es einen verantwortlichen Pre- den zwei Dingen, die am Saum des von Schlägern und Raufbolden. Diese dort gar nicht viel geredet wurde, keit, in einem großen Restaurant eine stand, mit Vergnügungen und Lüsten.
diger, der die Versammlung in der hohepriesterlichen Gewands hingen: stellten sich vor den Versammlungen denn die Gemeinde besteht zu 70% Evangelisation durchzuführen, zu der Und dort, in muslimischen Ländern,
Regel mit einem Gebet eröffnete und goldene Schellen und Granatäpfel. am Tor auf und jeder, der eintreten aus gehörlosen Geschwistern. Der schon im Vorfeld von den Gläubigen hindert der Teufel die suchenden
wollte, musste einen Faustschlag ins Gottesdienst muss also komplett in vor Ort Menschen eingeladen wur- Menschen durch Schwierigkeiten,
Beeindruckende Begegnungen
Gesicht ertragen – und die Gläubigen Gebärdensprache übersetzt werden, den. Zu diesem Gottesdienst kamen die ihre Glaubensgemeinschaft und
I n unserer Zeit im Osten Europas
haben wir viele interessante Begeg-
nungen und Erlebnisse gehabt. Einige
akzeptierten diesen Preis, bis die Pei-
niger schließlich aufhörten.
Reisen und Neues entdecken ist
was eine Schwester mit großer Freude
tut. Gerade diese Schwester, die eine
Witwe und Mutter von zehn Kindern
ca. 140 Zuhörer, unter denen viele
einen muslimischen Hintergrund
hatten. Dies war eine große Freude
sogar ihre Familien ihnen machen
könnten. An jedem Ort, unter ver-
schiedensten Umständen weiß der
davon möchte ich hier mitteilen. aufregend, aber was mich am meisten ist, war ein großes Vorbild für uns. Sie für uns, denn eigentlich dürfen Mus- Teufel die Menschen festzuhalten
Eine sehr beeindruckende Begeg- beeindruckt hat, ist die geistliche verrichtet diesen Dienst treu und mit lime an solchen geistlichen Veran- und daran zu hindern zu Jesus zu
nung war mit einem jungen Bruder Gemeinschaft auf der Fahrt. Ich habe großem Eifer und das, obwohl sie zur staltungen nicht teilnehmen, da sie kommen. Umso eifriger und stärker
namens Odyssee im Tabor Sobatyn. viel gelernt, bin geistlich gewachsen Zeit der Verfolgung mit einer hohen es sonst in der Moschee bekennen sollten wir der Welt verkünden, dass
Er erzählte uns, dass er bis zu seiner und wurde selbst auch gesegnet, wäh- Geldsumme (50 Monatslöhne) dafür müssen. Andererseits wurde die Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass
Bekehrung keine Liebe von seinen rend ich anderen gedient habe. Es ist bestraft wurde. Eine Strafe, die die Evangelisation aber auch mit Furcht er seinen eingeborenen Sohn gab,
Eltern, Geschwistern oder Verwand- wunderbar zu erfahren, wie Gott uns Existenz ihrer Familie bedroht und und Zittern durchgeführt, denn man damit alle, die an ihn glauben, nicht
ten erfahren hatte. Erst durch seine nützlicher macht, wenn wir uns für ein Grund des täglichen Sorgens wäre. weiß nie, wie die Muslime reagieren verloren gehen, sondern das ewige
Gemeinde und seine Beziehung zu ihn einsetzen. Doch dieses sah man der Schwester würden und welche Folgen es mit sich Leben haben.
Versammlung in einem Zelt
Gott fand er Liebe und Sinn im Leben. Leonid Merck, Weingarten nicht an: Fröhlich tut sie diesen Dienst bringen könnte. Aber Gott schenkte Thomas Lau, Harsewinkel
10 Aquila 1/23 Aquila 1/23 11Mission der Gemeinden Mission der Gemeinden
meisten haben es doch angenommen. lände dieser An- Nachricht für Euch. Dieses Buch ist
Entdecke die Bibel Wie schön, wenn kranke Kinder mit
Verletzungen und Brüchen auch Zu-
stalt wird durch nicht verboten, aber auch nicht er-
hohe Zäune und laubt.“ In seinem Regal hatte er das
Zeugnis auf dem AQUILA – Missionstag 2022 gang zu diesem Buch haben, das von einer bewaffneten Buch stehen. Ich sehe, dass Gott die
Christus erzählt. Wache gesichert. Türen für dieses Buch öffnet. Wäh-
Während der Pandemie waren Die Leute gehen rend der Pandemie kam ein LKW mit
D as Volk Gottes in vielen Ländern
dankt Gott für das Buch „Ent-
decke die Bibel“. Es ist wirklich ein
bige gefahren. Und wenn der Vater
weg ist, leidet die Ordnung und auch
das geistliche Leben der Familien. Die
bei uns die Bibliotheken geschlossen.
Aber die Stadtverwaltung hat von sich
aus Straßenbibliotheken organisiert.
da in gestreifter 20 Tonnen nach Russland. Ein Monat
Kleidung. Diese lang konnte man die Ladung nicht
Menschen sind entzollen. Die Brüder haben später
Geschenk von Gott und man kann Mütter beklagten sich, dass die Kinder Sie habe die Bevölkerung aufgefor- von allen verwor-
mit gutem Recht sagen, dass es unter ungehorsam sind und gestanden, dass dert, ihre Bücher zu bringen und fen. Bei unserem Ich habe gesehen, wie Kinder von
das Feuer zum Verleih zur Verfügung zu stellen. Besuch haben sie
Gehörlosen dieses Buch schätzen
des Ge- Menschen durften Bücher nach Hause die Liebe verspürt
bets auch nehmen oder direkt auf der Parkbank und diese Bücher
„Entdecke die Bibel“ in einem Christlichen Internat in Bolivien
am Erlö- lesen und dann zurückbringen. Un- gesehen. B eim gesagt, dass es ein Wunder ist. Wisst
schen war. sere Brüder brachten diese Bücher Menschen, darunter viele Kinder. Auseinanderge- ihr wie das Buch verbreitet wurde?
Als dieses für die Straßenbibliothek in dem Das Buch wird noch gebraucht in der hen schauten sie in dieses Buch rein, Pro 200 Mitglieder 2-3 Bücher, nicht
Buch nach zentralen Park in Kischinew. Dann Ukraine. als ob sie neue Lebensfreude gewon- mehr. In Moldawien haben wir in
Molda- haben sie das beobachtet und gesehen, Doch das erstaunlichste für uns nen haben. dieser Hinsicht Überfluss, dafür sind
wien kam, dass diese Bücher als erste genommen war, wie dieses Buch in die mus- So hat dieses Buch zu den Kleins- wir dem Herrn sehr dankbar.
flammten wurden. Wer hätte sich das vorgestellt, limischen Länder gekommen ist. ten und zu den Direktoren, von Wir danken sehr den Gemeinden,
wieder die Werke von Lenin und Marx wer- Menschen in muslimischen Ländern Verbrechern und Abhängigen bis zu die sich an den Druckkosten dieses
die Fami- den nicht angesehen, aber dieses Buch haben ein Minimum von Verständnis Wissenschaftlern Zugang gefunden. Buches beteiligt haben. Begleitet
lienaltäre wird genommen. Die Bedienstete von Gott. Aber im Koran gibt es eine Die erste Lieferung nach Us- mit euren Gebeten die Arbeit dieses
auf. Für beschwerten sich, dass dieses Buch Aussage, die uns gefällt. Sie besagt, bekistan wurde in Usbekistan be- Buches! Und der Herr wird verherr-
die Kin- genommen und nicht zurückgebracht dass das Lesen heiliger Bücher einen schlagnahmt. In zwei Jahren sagte licht!
der wurde wird. Wir haben gesagt „Bitte verfolgt Menschen erhebt. Und wir haben der Beamte uns: „Ich habe eine gute Pawel Karpow
In Usbekistan wird das Buch sehr geschätzt es interes- das nicht, wir bringen euch noch.“ den Leuten dieses Buch angeboten.
sant und Wir haben gesehen, dass Mütter mit Die erste Reaktion der Menschen
den Kinderbüchern den Spitzenplatz sie baten selbst: „Mama lies, Mama Kindern und auch alte Omas für ihre war: „Endlich haben wir den Inhalt „Entdecke die Bibel“
mach weiter“. Die Auswirkung dieses Enkel das Buch mitgenommen haben. der Bibel verstanden“. Dieses Buch
Dieses Buch ist auch für Buches in der Mitte der Gläubigen ist Wie dankbar waren wir dem ist so einfach geschrieben und der in Schulen in Gagausien
ungläubige Menschen sehr schwer zu überschätzen. Vielen be- Herrn, als die rumänische Überset- Hauptgedanke zieht sich wie ein Fa-
interessant
merken, dass „Entdecke die Bibel“ das
Interesse zu der echten Bibel weckt.
Dieses Buch ist auch für ungläubige
zung rauskam. Moldawien ist zwei-
sprachig und keines dieser Völker
haben wir benachteiligt.
den, sodass der Leser wissen will, was
weiter kommt. I n etwa fünf Schulen haben wir Da die Lehrer das Buch sehr schön
evangelistische Veranstaltungen und nützlich fanden, wollten sie es
Ich habe gesehen, wie Kinder von mit Orchester durchgeführt. Dabei im Rahmen des Unterrichts einsetzen.
hinsichtlich des Inhalts, des Stils Menschen sehr interessant. Das habe Dann kam die ukrainische Über- Gehörlosen dieses Buch schätzen. haben wir das Buch „Entdecke die Bi- Die Lehrer haben sich über dieses
und der Gnade einnimmt. Wie in ich verstanden, als ich das erste Buch setzung. Hier möchte ich bemerken, Diese Kinder beginnen sehr spät, mit bel“ nicht an alle Schüler verteilt, dies Buch sehr gefreut, einige waren bis zu
1. Thessalonicher 2,4 geschrieben der Direktorin der Schule schenkte, dass aus meiner Sicht in Anbetracht etwa fünf, sieben Jahren, zu sprechen. ist wahrscheinlich auch nicht nötig. Es Tränen gerührt. Gott sei Dank dafür.
steht: „sondern so wie wir von Gott die meine Kinder besuchten. Sie hat der Größe des ukrainischen Volkes Sie sind in einer Stille großgeworden. wurden jeweils fünf bis sechs Exem- Peter Ciolac, Beschgös
für tauglich befunden wurden, mit sich es angeschaut und sagte: „Das diese Auflage am kleinsten ist. In Aber sobald sie Lesen gelernt haben, plar an die Schulbibliothek überreicht.
dem Evangelium betraut zu werden, brauchen die Kinder wirklich.“ Wir der Ukraine leben über 40 Millionen sind sie neugierig und wollen mehr
so reden wir auch“, so können wir haben auch Kin- wissen. Der Glaube ihrer Eltern und
sagen, dass Gott den Verlag „Samen- derkrankenhäuser der Gemeinde öffnete sich in der
korn“ betraut hat dieses Buch aufzule- besucht und da ganzen Fülle, wenn sie dieses Buch
gen. Und Gott selbst stand hinter der gibt es Räume, wo durchgelesen haben.
Übersetzung dieses Buch. Es ist schon die Kinder sich Dieses Buch ist in das Programm
in elf Sprachen gedruckt und wird erholen, lesen und für die Sonntagschule in den Gemein-
zurzeit in etwa zehn weitere Sprachen spielen können. den in Zentralasien aufgenommen.
übersetzt. Mir ist bekannt, dass nicht Wir haben für jede Bei uns in Moldawien haben wir erst
der Verlag nach Übersetzern gesucht Abteilung einige später die Nützlichkeit dieses Buches
hat, sondern die Übersetzer selbst dieser Bücher an- für die Sonntagsschule erkannt. Jetzt
den Verlag aufgesucht und die Arbeit geboten. Einige gehen bei uns in vielen Gemeinden
aufgenommen haben. haben es abgelehnt die Kinder einmal durch die Bibel
In Moldawien war das Leben und sagten: „Dann anhand dieses Buches.
schwer, die Männer sind als Gast- müsste man auch Im April 2022 haben wir eine
arbeiter ins Ausland gewandert, um den Koran aus- Entzugsanstalt für Alkohol- und
Geld zu verdienen. Es sind auch Gläu- legen.“ Aber die Auf einer Kinderfreizeit in Ukraine wurde das Buch an viele Kinder verteilt, die
aus nichtgläubigen Verhältnissen kommen
Drogenabhängige besucht. Das Ge- Die ganze Schule (1-9 Klasse) in der Sporthalle einer Dorfschule in Doina
12 Aquila 1/23 Aquila 1/23 13Mission der Gemeinden Mission der Gemeinden
Nachrichten aus Tscherkassy (UA)
Reinigungsmittel für das Krankenhaus Hilfe für das Dritte Krankenhaus in Tscherkassy, Chirurgische Abteilung
zusuchen. Wir freuen uns darüber,
dass sich andere uns nahestehende
Gemeinden unserem Dienst an-
schließen. Sie sind auch bereit, diesen
Menschen zu dienen. Vielen Dank
also für die Kleidung, die ihr an uns
weitergegeben habt.
Wir bereiten uns jetzt auf einen
weiteren Dienst vor. Bei uns feiern
Regelmäßig versammeln sich hunderte "Umsiedler" in dem Bethaus in Tscherkassy, nicht nur, um nachher Bevor die Menschen Materielle Hilfe bekommen,
materielle Hilfe zu bekommen, sondern auch, um Gottes Wort zu hören. wird ihnen das Wort Gottes gepredigt
viele Menschen Weihnachten am 7.
Geräte für einen HNO-Arzt
L iebe Geschwister des Hilfskomitee
Aquila, ich möchte euch ein geseg-
netes neues Jahr 2023 wünschen. Das
freuen uns, dass Christus nicht nur für
uns geboren wurde, sondern für uns
gestorben ist und den großen Preis
eure Arbeit vor Gott nicht vergeblich
ist. Der Herr wird euch mit seinem
Segen belohnen, sowohl hier auf Er-
lität für die gegebenen Anforderungen
genau das richtige sind. Wir wissen,
dass die Menschen, die sie wirklich
Wir freuen uns, dass sich andere
uns nahestehende Gemeinden
unserem Dienst anschließen
letzte Jahr war für uns sehr schwierig bezahlt hat, von den Toten auferstan- den als auch im Himmel. brauchen, sie jetzt haben.
den ist, uns gerechtfertigt hat und sich Was die Ladung betrifft, so haben Die medizinischen Geräte, die wir
Wir freuen uns, dass wir der unserer erbarmt hat. Wir freuen uns, wir sie Gott sei Dank erhalten, alles ist dem Hals-Nasen-Ohrenarzt gaben, Januar. Wir bereiten uns jetzt darauf
dass wir der Begegnung mit unserem in Ordnung. Wir haben die medizi- wurden mit Dankbarkeit entgegen- vor, für ein paar Tage in die Dörfer
Begegnung mit unserem Herrn
Herrn Jesus Christus jeden Tag ein nischen Geräte und Hygieneartikel an genommen. Sie sagten, dass sie noch außerhalb der Stadt zu fahren, um
Jesus Christus jeden Tag ein Stück Stück näherkommen. Deshalb möge das Notfallkrankenhaus übergeben. Der Lkw aus Deutschland wird abgeladen nie in ihrem Leben ein solches Gerät zu evangelisieren. Wir wollen singen
näherkommen der Herr euren Dienst und jeden Dort kommen Menschen mit akuten gehabt haben, obwohl sie wussten, und den Menschen von der Geburt
Mitarbeiter segnen. Möge der Herr Problemen hin, Menschen mit Ver- dass es solche Geräte gibt. Für sie ist Jesu Christi erzählen. Dabei werden
und herausfordernd. Ich wünsche euch viel geistliche Kraft geben. Wir letzungen und auch verwundete Sol- es jetzt einfach ein großer Fortschritt. auch Kalender verteilt. Bitte betet für
euch und uns, dass dieses Jahr viel sind dankbar, dass wir euch kennen daten von der Front. Wir haben alles Wir haben eine Ladung mit etwa diesen wichtigen Dienst, den wir im
freudiger und schöner werden möge. und dass wir für euren Dienst beten versucht, dahin zu geben, wo es am 4 Tonnen Kleidung bei gutem Wet- neuen Jahr tun wollen.
Für uns ist das wichtigste Fest die können. Wir erzählen den Menschen meisten gebraucht wird. Uns wurde ter in die Region Poltava geschickt, Pavel Schepel
Geburt von Jesus Christus. Und wir von eurem Dienst und glauben, dass gesagt, dass Feuchttücher dieser Qua- die östlich von
uns liegt. Da sind
gleichgesinnte Ge-
meinden, die das
Evangelisieren mit
der Verteilung von
Kleidung verbin-
den. Das heißt,
sie laden Men-
schen zum Got-
tesdienst ein und
danach, wenn sie
die Predigt gehört
haben, haben sie
die Möglichkeit,
Wir haben Kleidung gepackt und schicken sie zu den Gemeinden in der Region
In diesem Bethaus bei Tscherkassy wird Kleidung verteilt Lebensmittel stehen fertig abgepackt bereit, vorher kommt geistliche Nahrung Lebensmittelpäckchen werden verteilt
sich Kleidung aus- Poltawa, um dort einen Einsatz durchzuführen
14 Aquila 1/23 Aquila 1/23 15Auf den Spuren der Geschichte Auf den Spuren der Geschichte
Glaube, Reichtum und Verlust
Aus dem Schicksal einer mennonitischen Gutsbesitzerfamilie vor 100 Jahren
Naemi Fast, Frankenthal
„D u siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden. Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein, was jetzt noch
prächtig blüht, soll bald zertreten werden, was jetzt noch pocht und trotzt, ist morgen Asch und Bein“ – diese
Worte des barocken Dichters Andreas Gryphius aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges haben sich auch in der Ge-
schichte der Russlandmennoniten im 20. Jahrhundert bewahrheitet. Während um die Jahrhundertwende ein blühendes
Leben in den Kolonien im ganzen Zarenreich pulsierte, erfolgte bald darauf ein Schlag nach dem anderen, der alles in
Ruinen zurückließ. Selbst geistliche Bestrebungen, Erweckungen und Mission waren nicht dazu angetan, das Unheil
abzuwenden und die Zerstörung aufzuhalten, die im Lauf des Weltgeschehens immer wieder auf eine Zeit des Friedens Helene Janzen und Katharina Harder 1917. (Nach
ihrer Heirat 1918 hießen sie Helene Harder und
und des Aufbauens folgt. Katharina Janzen)
Als ich den Spuren dieser beiden
Die allgemeine Entwicklung Familien nachging, begegnete ich
lässt sich am Besten anhand eines ihren Nachkommen, die entweder be- 13. Juni 1924: Das letzte gemeinsame Bild der Großfamilie Harder am Abend vor der Auswanderung eines
Familienschicksals darstellen. reits enorme Recherchearbeit geleistet Teils der Familie nach Kanada. In der mittleren Reihe (sitzend) rechts das Ehepaar Jakob und Katharina
Bei der Beschäftigung mit der haben und über höchst interessante (geb. Harder) Janzen mit den Kindern Abraham und Peter, ihre Tochter Frieda ist wahrscheinlich das Mäd-
chen auf dem Schoß der Großeltern Harder. In derselben Reihe links sitzt das Ehepaar Abraham und Helene
Geschichte des Waisenhauses in Quellen verfügen. Eine davon ist Maria (geb. Janzen) Harder mit den Kindern Ernst und Abraham
Großweide und seiner Gründer Lotsmanova – eine Urenkelin von Jakob
Abraham und Justina Harder2 mit und Katharina (geb. Harder) Janzen –, die erst als Erwachsene von dem familiären Hintergrund ihrer Mutter erfuhr und auf
ihrer Familie stieß ich wiederholt einer akribischen Suche in allen relevanten Archiven eine Menge offizieller Dokumente, unter anderem Gerichtsprotokolle
auf „Schwester Lenchen” - eine aus den 1930er Jahren, zutage gefördert hat. Martin Rempel, ein Enkel von Abraham und Helene (geb. Janzen) Harder trug
junge Mitarbeiterin aus reichem wertvolle familieninterne Quellen bei, darunter eine ausführliche Beschreibung der Ereignisse während der Bürgekriegsjahre.
Elternhaus, die später den ältes- Anhand der Quellen, die mir Lotsmanova und Rempel freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben und der Details,
ten Sohn der Harders geheiratet die ich selbständig herausgefunden habe, möchte ich nun einiges aus dem Schicksal des reichen Gutsbesitzers Peter Janzen
und mit ihm gemeinsam ein und seiner Familie stellvertretend für die wohlhabenden Mennoniten und ihr Schicksal im 20. Jahrhundert beschreiben. Für
Waisenhaus für russische Wai- Hinweise von Lesern, die mir helfen, die verbleibenden Informationslücken zu füllen, bin ich dankbar.
senkinder gegründet hat. Helene
Janzen hatte nach der Genesung Die Vorgeschichte der Familie Janzen blieben Catarina, Helena und ein weiterer Dirck am Leben.
von einer schweren Krankheit ihr Als fünftes Kind wurde am 26. September 1823 in Einlage
weiteres Leben ganz dem Dienst Generation 1: Dirck und Catharina Janzen – bei Elbing der Sohn Peter Dirck Janzen geboren.
Gottes geweiht, war als Mitarbei- aus Westpreußen nach Russland Wenige Jahre darauf entschieden Dirck und Catarina
terin ins Waisenhaus gekommen Janzen sich für die Auswanderung nach Russland. Diese
Das ehemalige Gutshaus der Familie Janzen auf der Krim im verfallenden Zustand 2020. Bild: Maria Lotsmanova und hatte auch bei Eva von
Thiele-Winckler im „Friedenshort” D er älteste bisher bekannte Janzen-Vorfahre hieß Peter
Janzen4, lebte um die Wende zum 19. Jahrhundert im
wurde im Kirchenbuch der Orlofferfelder Gemeinde durch
den Gemeindeältesten Johann Donner vermerkt (allerdings
B ei einem Treffen der ehemaligen
Mitglieder der MBG Karaganda im
September 1998 in Lage sagte der greise O Herr Jesus, Du bist’s wert
gelebt und gearbeitet, um ihre
Erfahrungen später in den men-
nonitischen Waisenhäusern ein-
westpreußischen Neustädterwald und war Mitglied der
friesischen Mennonitengemeinde Orlofferfelde. Weder
seine Lebensdaten noch Name und Lebensdaten seiner
mit einem Fehler im Vornamen): „David Janzen aus der
Elbingschen Einlage und seine Frau Catarina, geborene
Isaac und ihre 5 Kinder: Catarina, Helena, Dirk, Peter und
Prediger Heinrich Voth (1900-2003), der Moritz Görke (1803-1883) zusetzen. Ihr Vater Peter Janzen Ehefrau sind überliefert. Sein Name findet sich lediglich in Jakob. Alle nach Rußland. (Die 5 Kinder waren noch nicht
sein gesamtes bewusstes Leben mit Gott gehörte zu den wohlhabenden den Einträgen der Geburten und Taufen seiner zahlreichen getauft.)”8
verlebt hatte:„1917 fing der Herr an, unsere O, Herr Jesus, Du bist's wert, Unterstützern des Großweider Kinder im Orlofferfelder Kirchenbuch wieder. 8
KB Orlofferfelde, S. 174.
Gebete, die wir in den Gemeinden gesun- dass man Dich im Staube ehrt, Waisenhauses. 3 Die Familien Einer seiner Söhne war Dirck/Dietrich Peter Janzen5, der
gen haben, zu erhören. So sangen wir: ‘Von dass man Dich beständig lobt und ehrt! Harder und Janzen scheinen trotz 1810 in der Mennonitengemeinde Orlofferfelde getauft
der Erde reiß mich los.‘ Erst wurden uns alle Niemand ist so gut wie Du; ihres weit auseinanderliegenden wurde.6 Hier in der Orlofferfelder Gemeinde fand am 11.
Vorräte und Besitztümer im Bürgerkrieg meine Seele jauchzt Dir zu, sozialen Status eng miteinander Juni 1815 die Hochzeit von „Junggesell Dirck Janzen aus
entrissen. "Mache meinen Glauben groß" meine Seele jauchzt Dir fröhlich zu! verbunden gewesen zu sein, denn Neustädterwald” und „Jungfrau Catarina Isaac aus Gold-
- das geschah durch Glaubensverbote und auch Helenes Bruder Jakob Jan- berg” statt.7
Bedrängnisse. Der "treue Sinn" wurde in Von der Erde reiß mich los, zen heiratete Katharina Harder, Nachdem ihr erster Sohn Dirck viel zu früh am 9. No-
den Verhören und Gefängnissen erprobt. mache meinen Glauben groß. so dass die Familien Harder und vember 1815 zur Welt kam und gleich wieder verstarb,
Schließlich mussten viele auch ihr Leben Gib mir einen neuen Sinn, Janzen doppelt miteinander ver- 4
nimm mich ganz, mein Jesus, hin! Welcher Janzen in der Consignation von 1772 sein Vater war, konnte ich
lassen und so ganz von Jesus hingenom- schwägert waren. bisher nicht eindeutig zuordnen.
men werden."1 2
5
6
Siehe GRanDMA (#510148, #1498159, #53556).
Siehe Fast 2021. KB Orlofferfelde, S. 113.
1
Wiedergegeben nach Erinnerungen von Viktor Fast, Frankenthal. 3
Siehe J. Harder 1965, S. 15. 7
KB Orlofferfelde, S. 128. Siehe auch GRanDMA (#53556 und #53557). Eintrag über die Auswanderung der Familie Janzen im Kirchenbuch der
Mennonitengemeinde in Orlofferfelde
16 Aquila 1/23 Aquila 1/23 17Sie können auch lesen