Fen + mut Gemeindebrief - Nr. 2/2021 Mai - Juli - Lutherkirche München

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Fen + mut Gemeindebrief - Nr. 2/2021 Mai - Juli - Lutherkirche München
C H  E g
                           RKI R        t i
          T H  E                  r ä fk
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                                       Schwerpunkt-
    Gemeindebrief                      thema:
   Nr. 2/2021 Mai – Juli               Arbeit
Fen + mut Gemeindebrief - Nr. 2/2021 Mai - Juli - Lutherkirche München
EV.-LUTH. KIRCHENGEMEINDE LUTHERKIRCHE
                                                                                                                                  Liebe Leserinnen,
               irche-m                                uenchen.de      Lutherkirche: Bergstraße 3, 81539 München                      liebe Leser,
    www.lutherk ie mehr über das                                      Pfarramtsbüro
                           ... wenn S             wollen
                                      en erfahren                     Sekretärinnen: Sandra Steinbrink, Mareike Uhlig
                          Gemeindeleb                                                                                       erst die Arbeit, dann das Vergnügen – so halten
                                                                         Neu: Weinbauernstr. 9, 81539 München               wir es auch beim Gemeindebrief und beschäf-
                                                                            69 79 89-60,    69 79 89-89
                                                                                                                            tigen uns in dieser Ausgabe mit unterschiedli-
                                                                         @ pfarramt.muenchen-lutherkirche@elkb.de           chen Aspekten des Arbeitslebens: Beruf und
                                                                         Mo, Di, Fr     10.00–12.00 Uhr
                                                                         Mi             10.00–11.00 Uhr                     Berufung, Arbeit als Gottes-Dienst, Digitalisie-
                                                                         Do             16.00–19.00 Uhr                     rung in der Arbeitswelt gehören ebenso zum The-
                                                                         Abweichende Öffnungszeiten in den Ferien           menspektrum wie die Historie der Arbeit und ein
                                                                                                                            Blick auf das Arbeiterviertel Giesing. Was macht
                                                                      Pfarrer*innen:
                                                                         Micha Boerschmann (Pfarramtsleitung)               eigentlich ein Chefredakteur, wie verbringt ein
                                                                            0176 57 68 23 83                                Gemeindepfarrer seine Zeit, wenn grade mal
                                                                         @ micha.boerschmann@elkb.de                        nicht Sonntag ist, und wie erleben Schüler*innen ihre Schul-Arbeit
                                                                                                                            in Corona-Zeiten? Auch dazu liefert der Gemeindebrief interessante
                                                                         Rolf Wohlfahrt (Konfirmandenarbeit,
                                                                         Jugendarbeit, Gemeindebrief)                       und aufschlussreiche Einblicke.
                                                                            44 99 00 63, @ Rolf.Wohlfahrt@elkb.de           Es gibt eine neue Luther-Bibel: Jugendliche sind herzlich eingeladen,
                                                                         Barbara Franke (Altenheimseelsorge)                beim Projekt „Jugend-Bibel“ mitzumachen. Der Gemeindebrief be-
                                                                           0172 1 32 60 80                                  richtet, was sich dahinter verbirgt und wie man teilnehmen kann.
                                                                         @ Barbara.Franke@elkb.de                           Ab Mitte Mai können wir alle auf Schatzsuche in Giesing gehen: Beim
                                                                      Diakon: Oliver Wiek (Stadtteilarbeit)                 Schnitzelparcours, den unsere Jugendlichen erstellt haben, gilt es,
                                                                            0151 20 20 55 81                                den legendären und überaus wertvollen Schatz von Giesing zu finden
                                                                         @ Oliver.Wiek@elkb.de                              und zu bergen, den Gewinner*innen winken viele tolle Preise!
                                                                      Kantor*in: N.N                                        Sophie Scholl wäre am 9. Mai 100 Jahre alt geworden. Im Juni gibt
                                     I M P R E S S U M
                                     Der Gemeindebrief, heraus-       Hausmeister: Josef Groß     69 79 89 - 62             es zwei Veranstaltungen bei uns in der Lutherkirche, in denen wir an
                                     gegeben von der Lutherkir-                                                             Sophie Scholl erinnern und zu denen wir herzlich einladen:
                                     che, erscheint vierteljährlich
                                                                      Telefonseelsorge
                                                                            0 800 111 0 111 (evangelisch)                   11. Juni: Sophie Scholl - Schauspielerische Lesung mit Musik
                                     und kostenlos.
                                                                            0 800 111 0 222 (katholisch)                    13. Juni: „100 Jahre Sophie Scholl“ - Abendgottesdienst der Jugend
                                     Redaktion:
                                     R. Wohlfahrt (v.i.S.d.P.),       Diakonie im Münchner Süden e. V.,       69 79 89-61   Es gibt zwei Abschiede: Unsere Kantorin Dorothea Leberfinger ist in
 Redaktion: Rolf.Wohlfahrt@elkb.de

                                     C. Müller-Tief, S. Paul,                                                               den Ruhestand gegangen (siehe Seite 48) – die Feier wird natürlich
                                     A. Schmid                        Ökumenische Sozialstation, Häusliche Alten- und
                                                                         Krankenpflege, Giesing-Harlaching GmbH             nachgeholt! Und kurz vor der Drucklegung kam ganz überraschend
                                     Layout + Titel: S. Paul                                                                die Nachricht: Pfarrerin Barbara Franke wechselt die Pfarrstelle, sie
                                                                            6 92 72 84
                                     paulgrafik@gmx.de
                                                                      Alten- und Service-Zentrum Untergiesing               wird im Gottesdienst am 20. Juni, 15.00 Uhr, verabschiedet. Mehr
                                     Fotos: M. v. Armansperg,                                                               verrät sie selbst im nächsten Gemeindebrief. Beiden wünschen wir
                                     M. Boerschmann, S. Paul,                66 11 31
                                     P. Spiel, S. Steinbrink,                                                               Gottes Segen!
                                                                      Vertrauensleute des KV:
                                     R. Wohlfahrt, epd,
                                                                         Achim Schmid und Henrike Steen                     Wir freuen uns über Ihr Interesse am Luther-Gemeindebrief und an
                                     gemeindebrief.de, Archiv                                                               unserem Gemeindeleben!
                                     Lutherkirche, pixabay,           BANKVERBINDUNGEN
                                     wikipedia.                         Lutherkirche:
                                     Illustration: S. Paul              IBAN DE32 7015 0000 1000 7899 15
                                                                        Stadtsparkasse München BIC SSKMDEMMXXX
                                     Druck: offprint@dopm.de                                                                Rolf Wohlfahrt
                                                                         Diakonie im Münchner Süden e.V.:                   im Namen des Redaktionsteams
       Titelbild: Statue Antwerpen, pixabay                              Evangelische Bank, Kassel
                                                                         IBAN DE04 5206 0410 0002 4230 90
                                                                                                                                                                                                    3
Fen + mut Gemeindebrief - Nr. 2/2021 Mai - Juli - Lutherkirche München
Arbeit ist das halbe Leben –
             oder sogar mehr
             Gedanken zum Wesen des Menschen

    Lernt man auf einer Feier jemanden neu kennen, erzählen wir
    uns fast immer, was wir arbeiten, was unser Beruf ist. Manch-
    mal stolz, manchmal etwas verschämt entschuldigend und er-
    klärend. Wir scheinen uns sehr mit unserem Beruf und unserer
    Arbeit zu identifizieren.                                            Der Mensch setzt der
    Auch die Bibel beschreibt gleich zu Beginn der Menschheitsge-        Natur etwas entgegen,
    schichte, dass Arbeiten (unabhängig vom Beruf und auch davon,        verändert und gestaltet
    ob es Spaß macht) zentral zum Wesen des Menschen gehört.             sie. In dem Moment der
    Zunächst lebt der Mensch im Paradies, in der unmittelbaren           Menschheitsgeschich-
    Gottesgegenwart. Da gibt es keine Arbeit. Es ist wie im Schla­       te, als wir aufhörten
    raffenland. Aber so bleibt es nicht, denn der Mensch entschei-       nur Jäger und Sammler
    det sich für das Einzige, was ihm verboten ist – auch das ist ty-    zu sein, sondern auch
    pisch für uns – und fliegt aus dem Garten Eden mit den Worten:       Bauern wurden, war die
    „Verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du       Arbeit erfunden. Seit-
    dich von Erdboden nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln         dem gehen wir zur Ar-
    soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen.     beit, und seitdem kom-
    Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis         men wir auch von der
    du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist. Denn Staub          Arbeit heim.
    bist du und zum Staub kehrst du zurück.“ (1. Mose 3,17-19)           Ist die Arbeit nun eine Pfarrer Boerschmann bei der Arbeit
    Die Bibel möchte mit den Mythen der Urgeschichte nicht berich-       Strafe? So klingt es
    ten, wie die Welt entstanden ist. Sie beschreibt, wie die Welt       in der Urgeschichte, und so fühlt es sich auch heute noch oft ge-
    heute ist. Es geht also nicht darum, dass tatsächlich irgendwer      nug an. Aber im Grunde ist es einfach nur menschlich. Wir denken
    zu Beginn der Zeit alles in den Sand gesetzt hat und wir dar-        darüber nach, wie wir unsere Zeit verbringen, und überlegen uns,
    um aus dem Paradies vertrieben sind. Die Urmythen zeichnen           ob wir es anders machen könnten oder sollten. Worin wir frei sind
    ein zeitloses Bild vom Menschen und seiner Welt. So ist der          und worin gebunden. Im Angesicht unserer Arbeit erleben wir unser
    Mensch: Er ist frei, sich gegen Gott zu entscheiden. Er ist sterb-   Menschsein. Natürlich gehört zur Arbeit auch der Feierabend, die
    lich. Er zieht sich Kleidung an und bestellt den Boden. Er plant     Freizeit und der Urlaub. Das ist das göttliche Geschenk an uns,
    und bevorratet sich. Er baut Schiffe und errichtet Gebäude, legt     das die Natur noch ganz von alleine beherrscht. Aber wir müssen
    Wege und Gärten an. Er hat Sprache und Kultur. Er arbeitet.          das immer wieder erst „erarbeiten“ und erlauben lassen. Und Gott
    Und was ist mit Tieren und Pflanzen? „Arbeiten“ die etwa nicht?      segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte
    Auch Tiere und Pflanzen müssen sich doch mühen, um zu über-          von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.
    leben. Ein Vogelnest baut sich nicht von alleine und auch die        (1. Mose 2,3)
    Antilope hüpft dem Löwen nicht von selbst ins Maul. Ganz abge-
    sehen davon, dass wir Menschen immer wieder Tieren unsere            Ich wünsche Ihnen menschliche Arbeit und göttliche Freizeit.
    Arbeit aufzwingen, wenn wir z.B. Ochsen vor den Pflug span-
    nen oder auf Pferden reiten. Dennoch ist all das nicht Arbeit im     Ihr
    eigentlichen Sinne, denn Arbeit gehört nur zur Menschenwelt.         Pfarrer Micha Boerschmann

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Fen + mut Gemeindebrief - Nr. 2/2021 Mai - Juli - Lutherkirche München
Gesellschaft durch seine Arbeit zu leisten. Arbeit diente nicht mehr
           Geschichte der Arbeit                                                  nur dem Broterwerb und der Sicherung des Lebensunterhalts, sondern
                                                                                  wurde auch identitätsstiftend.
                                                                                  Mit der zunehmenden Bedeutung des Bürgertums wurde Arbeit im-
                                von Claudia Müller-Tief
                                                                                  mer mehr aufgewertet. Mit dem Beginn des bürgerlichen Zeitalters
                                                     Arbeit ist oder war für      entstanden im 16. Jahrhundert gesellschaftliche Utopien, die der
                                                     die meisten von uns ein      Hoffnung Ausdruck gaben, dass Ausbeutung und Unterdrückung ar-
                                                     selbstverständlicher Teil    beitender Menschen durch Wissenschaft und industrielle Entwicklung
                                                     des Lebens. In Zeiten von    verschwinden würden. In der Aufklärung erklärten einige deutsche Phi-
                                                     Pandemie-bedingten Ein-      losophen Arbeit zur Existenzbedingung und zur sittlichen Pflicht des
                                                     schränkungen, Geschäfts-     Menschen. Die französische Revolution forderte ein Recht auf Arbeit.
                                                     schließungen, Arbeitslo-     Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts allerdings verschlechter-
                                                     sigkeit, Fortschritten in    te die Arbeitssituation vieler Menschen deutlich. Da die teuren Ma-
                                                     Robotertechnik und Künst-    schinen sich rentieren mussten, wurde in vielen Fabriken in 15 Stun-
                                                     licher Intelligenz stellen   den-Schichten gearbeitet. Die Lohnarbeit war erfunden und machte
                                                     sich ganz neue Fragen zum    Arbeit und die Arbeiter gewissermaßen selbst zur Ware.
                                                     Stellenwert der Arbeit in    Dass Ausbeutung der Arbeiter sowie miserable Arbeits- und Lebens-
Gemälde: John Lavery, 1917 – Frauen bei der Arbeit   unserem Leben.               bedingungen letztlich den Arbeitgebern auch schadeten – diese Ein-
     Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass im Laufe der menschlichen         sicht führte wohl zur Einführung von Sozialversicherungen und Begren-
     Geschichte Arbeit immer wieder aufgrund äußerer Umstände, techni-            zungen der Arbeitszeit. Um 1900 wurden die 6-Tage-Woche und ein
     schen Fortschritts oder gesellschaftlichen Wandels neu organisiert           10-Stunden-Tag gesetzlich festgelegt. Im Zuge der Novemberrevolution
     und bewertet wurde.                                                          wurde der 8-Stunden-Tag eingeführt, und in Deutschland einigte man
     In den frühen Gesellschaften der Jäger und Sammler gab es noch               sich in den 60er Jahren auf eine 5-Tage-Woche und den 8-Stunden-Tag.
     keine Arbeit im Sinne von Erwerb und Sicherstellung des Lebensun-            Laptops und Smartphones machen heutzutage Arbeit zu jeder Tages-
     terhalts. Erst mit dem Anbau von Nutzpflanzen, vor allem Getreide,           zeit und an jedem Ort möglich und weichen damit geregelte Arbeits-
     vollzog sich in der Jungsteinzeit der Übergang zu einer Gesellschaft         zeiten auf. Andererseits scheinen fortschreitende Robotertechnik und
     von Hirten und Bauern. Die Menschen wurden sesshaft und bildeten             künstliche Intelligenz es in naher Zukunft möglich zu machen, deutlich
     Dorfgemeinschaften, und der Tagesablauf richtete sich nach Feldar-           weniger zu arbeiten. Dadurch wird man über den Stellenwert und über
     beit und Jahreszeiten. Es gab nun Zeiten der Arbeit und Zeiten der           Verteilung der Arbeit und sowie über Ideen wie ein bedingungsloses
     Erholung, und es begann eine erste Spezialisierung. Diese Zeit wird          Grundeinkommen neu nachdenken müssen – und auch darüber, was
     allgemein als Beginn der Arbeit betrachtet.                                  Arbeit für jede*n Einzelne*n von uns bedeutet.
     Allzu positiv wurde Arbeit in frühen Zeiten nicht bewertet. Aus der          Über Arbeit zur Sicherung des Lebensunterhalts wird man wohl neu
     griechisch-römischen Antike ist überliefert, dass körperliche Arbeit         nachdenken müssen.
     als niedere Tätigkeit galt. Arbeit in Minen, beim Bau und im Hand-
     werk, in Haushalt und Bordellen wurde überwiegend von Sklav*innen
     verrichtet. Geistige und politische Arbeit hingegen wurden nicht als
     Arbeit, sondern als gesellschaftliches Privileg angesehen. Gewisser-
     maßen waren also arbeitende Menschen in der Antike vom gesell-
     schaftlichen Leben ausgeschlossen.
     Im Laufe der folgenden Jahrhunderte erfuhr die Arbeit eine völlig
     neue Wertschätzung. Thomas von Aquin schrieb im 13. Jahrhundert:
     „Jeder Tätige vollendet sich in seinem Tätigsein.“ Mit Martin Luther
     und der Reformation setzte sich die Auffassung vom Beruf als Be-
     rufung durch. Jeder Mensch ist von Gott berufen, seinen Beitrag zur
                                                                                  Bild: pixaby
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Das Arbeiterviertel Giesing                                                  Grünen. Bis 1954 bewirtschaftete der „Hauserbauer“ Georg Knoll sei-
                                                                                 nen Hof in Giesing, seine Äcker lagen teilweise noch direkt im Ortsteil.
     – Ein Stadtteil ändert sich und                                             Neben der Landwirtschaft war das Handwerk lange Zeit die Existenz-

    bewahrt dennoch seine Wurzeln
                                                                                 grundlage. Die Handwerker, die natürlich auch einen guten Absatz-
                                                                                 markt in München fanden, produzierten als Familienbetriebe – häufig
                                                                                 im Hinterhof ihres bescheidenen Anwesens. Diese Handwerker präg-
                               von Achim Schmid                                  ten auch das äußere Erscheinungsbild Obergiesings: Denn die kleinen
                                                                                 Häuser der „Feldmüllersiedlung“ bestimmen bis heute das Stadtbild
                                           Wahrscheinlich erinnern Sie sich      in dem Geviert zwischen Tegernseer Landstraße und Heilig Kreuz Kir-
                                           noch an die Schlagzeilen und die      che. Die charakteristische Siedlung verdankt sich der etwas zwielichti-
                                           große Empörung, die der – illega-     gen Therese Feldmüller.
                                           le – Abriss des „Uhrmacherhäu-
                                                                                 Als „Oekonomiebesitzerin“, „Privatiersgattin“ und wohl auch als Spe-
                                           sel“ in Obergiesing 2017 ausge-
                                                                                 kulantin war sie zu einigem Geld gekommen, erwarb einige Wiesen
                                           löst hatte. Denn dieses an sich
                                                                                 in Obergiesing, die sie wiederum in Parzellen an Tagelöhner und „Ge-
                                           unscheinbare Gebäude stand als
                                                                                 werbetriebende“, vor allem Handwerker, veräußerte. Die neuen Grund-
                                           ein sichtbares Symbol für das
                                                                                 besitzer errichteten einstöckige Häuser mit einem ausgebauten Sat-
                                           frühere Handwerker- und Arbeiter-
                                                                                 teldach für ihre Familien und Handwerksbetriebe im Hinterhof oder
                                           viertel, das den Stadtteil bis heu-
                                                                                 einem kleinen Garten für die Selbstversorgung.
                                           te prägt. Dabei blickt Giesing auf
Giesinger Berg mit dem Mühlbach im Vorder-
                                           eine lange Geschichte zurück.         Da die Grundstücke gleich groß waren und alle Häuschen dieselbe
grund um 1850. Qouelle: Wikipedia
                                           Denn bereits im 17. Jahrhundert       Funktion hatten, entstand die „Feldmüllersiedlung“ als einheitliches
      kamen Handwerker aus ganz Bayern nach München, weil sie in der             Ensemble. Nach Einschätzung des Bayerischen Landesamtes für
      rasch wachsenden Stadt, die 1506 zur Hauptstadt des damaligen              Denkmalpflege ist dieses Sozialviertel ziemlich einmalig in Deutsch-
      Herzogtums Bayern geworden war, Arbeit und Lohn fanden.                    land, weil ähnliche Siedlungen meist viel später entstanden sind. Die
                                                                                 Bedeutung der denkmalgeschützten „Feldmüllersiedlung“ hat auch
     Große Bauprojekte wie die Stadtbefestigung oder die 1663 errichte-
                                                                                 die Stadt München erkannt, die Münchner Gesellschaft für Stadter-
     te Theatinerkirche brauchten Steinmetze, Zimmerleute, Maurer und
                                                                                 neuerung (MGS) mit der Sanierung betraut und dafür Mittel aus dem
     Handlanger. Diese auswärtigen Arbeitskräfte schufen so ganz neben-
                                                                                 „Herbergenprogramm“ zur Verfügung gestellt.
     bei sogar eine neue Wohnform: Sie hatten kein Bürgerrecht und durf-
     ten nicht innerhalb der Stadtmauern wohnen, deshalb bauten sie vor          Zum Arbeiterviertel wird Giesing dann im Zeit-
     allem in der Au und Giesing, wo die Grundstücke durch die Nähe zur          alter der Industrialisierung, weil sich im 19.
     Isar sumpfig und billig waren, gemeinsam „Herbergen“. Das waren             Jahrhundert bedeutende Unternehmen ansie-
     Häuser, in denen die einzelnen Familien jeweils eine Wohnung hatten,        delten. In Untergiesing am Auer-Mühlbach ent-
     so entstanden die ersten Eigentumswohnungen. Eine Erinnerung an             steht eine Lederfabrik, die schnell zu einem
     diese Zeit sind noch einige Häuser am Auer Mühlbach – inzwischen            der größten Industriebetriebe Münchens wird
     eine begehrte Wohnlage.                                                     und 300 Arbeiter beschäftigt. Bereits 1836
                                                                                 nimmt die Fabrik die erste „Lederspaltmaschi-
     Neben den Handwerker- und Hilfsdiensten in der Stadt war für viele
                                                                                 ne“ in ganz Europa in Betrieb, das spezielle
     Giesinger lange Zeit die Landwirtschaft die Lebensgrundlage. Das
                                                                                 „Giesinger Lackleder“ wird weltweit eingesetzt
     wachsende München brauchte Nahrungsmittel, vor allem Gemü-
                                                                                 für das Interieur von Kutschen, Eisenbahnwag-
     se und Obst, aber auch Blumen waren offensichtlich sehr begehrt.
                                                                                 gons und – etwas später – auch von Automo-
     Um die Nachfrage zu decken, entstanden viele Gärtnereien, die ur-
                                                                                 bilen. Ebenfalls in Untergiesing gründeten die
     sprünglich landwirtschaftlichen Flächen mussten dem Gemüseanbau
                                                                                 Ingenieure Anton und Karl Ungerer auf dem
     oder Schrebergärten für den Eigenbedarf weichen. Noch zur Zeit des
                                                                                 Gelände des Gutes Birkenleiten die „Maschi-
     Prinzregenten Luitpold im 19. Jahrhundert gab es 100 Gärtnereien                                                              Herbergshäuser in Obergiesing.
                                                                                 nenbaugesellschaft München AG“. Und zum
     in Unter- und Obergiesing, der Giesinger Bahnhof lag vollständig im                                                           Foto: Sabine M. Paul

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Ende des Jahrhunderts begannen die Gebrüder Beissbarth mit ihrer       Über die Zeiten hat Giesing im Gegen-
     „Automobilhandels- und Karosseriebaufirma“, die sie 1912 auf ein       satz zu den meisten anderen Münchner
     Grundstück an der Tegernseer Landstraße in Obergiesing verlegten. In   Stadtteilen seinen Charakter als ehe-
     den 1920-er Jahren kamen die Firma Agfa ebenfalls an der Tegernseer    maliges Arbeiterquartier bewahrt – es
     Landstraße und die Friedrich Merk Telefonbau an der Warngauer Stra-    gibt immer noch eine enge Bebauung
     ße hinzu. Die letzten Gärten und Wiesen wichen immer mehr schnell      mit vielen großen Mietshäusern und
     hochgezogenen Mietshäusern mit Wohnungen, die für die Arbeiter er-     nur wenigen Einzelhäusern oder Villen,
     schwinglich waren.                                                     es gibt immer noch die ursprünglichen
     Um ihre nicht einfachen Lebensumstände zu verbessern, wurden die       kleinen Läden, Metzgereien und Bäcke-
     Arbeiter politisch aktiv, schlossen sich in großer Zahl der SPD oder   reien und die angestammten Traditions-
     ihrer radikalen Abspaltung USPD an und setzten sich für mehr Rechte,   kneipen. Allerdings schreitet auch in Herbergshäuser in Obergiesing.
     bessere Löhne und sichere Arbeitsplätze ein. Aus dem beschaulichen     Giesing die Gentrifizierung voran. Die Foto: Sabine M. Paul
     Handwerker-Quartier war das sprichwörtliche „Rote Giesing“ gewor-      alten Häuschen der Feldmüllersiedlung
     den.                                                                   sind begehrte Wohnobjekte, in denen schon lange keine Handwer-
                                                                            ker mehr wohnen, oder sie werden gleich ganz abgerissen – wie das
     Die meisten Arbeiter der „roten Hochburg“ standen nach der Katast-     „Uhrmacherhäusel“.
     rophe des Ersten Weltkriegs zur linksgerichteten Räte-Republik. Nach
     der Ermordung des Ministerpräsidenten Kurt Eisner von der linksge-
     richteten USDP zogen in einem unendlichen Trauerzug über 100.000
     Menschen durch Giesing.
     Zwangsläufig geriet das rote Giesing ins Visier der rechten Gegenbe-
     wegung, vor allem der berüchtigten Freikorps, zu denen sich ehema-
                                                                            Beruf oder Berufung
     lige Weltkriegssoldaten zusammenschlossen. Diese Freikorps gingen
                                                                                                    von Sabine M. Paul
     rigoros und grausam gegen die die Räte-Republik vor. Arbeiter wurden
     wahllos aus den Häusern gezogen, sofort an die Wand gestellt oder
     im Gefängnis Stadelheim erschossen. Einige Arbeiter konnten dieser
     Mordwelle entgehen, weil sie sich in den Auer Mühlbach flüchteten      Wenn wir Kinder fragen, was sie später einmal werden wollen, be-
     und an einer anderen Stelle in München wieder auftauchten – halb       kommen wir meistens Berufe wie Tierarzt*ärztin, Polizist*in, Fuß-
     ertrunken, aber immerhin am Leben.                                     ballspieler*in, Pilot*in oder zur Feuerwehr genannt. Prinzessin oder
                                                                            Superheld finde ich sehr rührend, das sind die Traumberufe, die
     Später wurde ausgerechnet das Rote Giesing zu einem wesentlichen
                                                                            meist Kinder im Kindergartenalter anstreben.
     Stützpunkt der Nazis. 1934 erwarb die NSDAP das Grundstück der
     bereits erwähnten Karosseriebaufirma der Brüder Beissbarth, die ab-    Warum nicht, denke ich mir, wenn es ein Traumziel ist, dann ist es
     gewickelt worden war, und kauften noch den Warthof dazu, in dem das    erstrebenswert.
     evangelische Waisenhaus untergebracht war.                             Natürlich sind diese Wünsche geprägt von den fantastischen Aben-
     Auf diesem weitläufigen Gelände errichteten sie die „Reichszeugmeis-   teuern, die sich im Spiel entwickeln, und vom Umfeld, den Eltern
     terei“, das größte Dienstgebäude der NSDAP in ganz Deutschland.        und den Menschen, die sie beeindrucken.
     Diese NS-Dienststelle beherbergte das Beschaffungsamt der Nazis,       In Laufe der Jahre wächst der Horizont und somit auch die Kennt-
     war also zuständig für Produktion und Vertrieb aller NS-Utensilien –   nis, dass es einiges mehr an Berufen gibt. Vor allem wächst die
     vom Parteiabzeichen über Uniformen bis hin zu den Hakenkreuzflag-      Einsicht, dass Superheld oder Prinzessin nicht als Ausbildung an-
     gen. Ein mobiler „Reichsautozug“ mit rund 100 speziell ausgerüsteten   geboten wird und mit dem Beruf das Geld für den Lebensunterhalt
     Fahrzeugen sorgte für den technischen Support bei den Großveranstal-   verdient wird.
     tungen der Nazis, wie beispielsweise den Reichsparteitagen. Nach
                                                                            Waren es am Anfang eher Hobbys, die das Wunschberufsbild ge-
     dem Krieg wurden die NS-Gebäude in Obergiesing zu der McGraw Ka-
                                                                            prägt haben, wird, je näher der Tag der Entscheidung kommt, das
     serne, dem Sitz der US-Militärregierung und der US-Militärpolizei.

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Fen + mut Gemeindebrief - Nr. 2/2021 Mai - Juli - Lutherkirche München
Gehalt eher in den Vorder-      Hier denke ich an das letzte Gespräch mit unserem Hausmeister,
                                             grund gestellt. Leider sage     ich hatte es gewagt, ihn fünf Minuten vor Feierabend anzurufen,
                                             ich dazu, denn für mich soll-   damit er kurz etwas für den nächsten Tag notiert. Pustekuchen,
                                             te der Beruf eine Berufung      dieser Hausmeister hat mir fünf Minuten lang vorgehalten, dass
                                             sein. Verbringen wir doch       er jetzt Feierabend hat und ich am nächsten Tag erneut anrufen
                                             in unserem Leben gut ein        soll. Meine Frage: Warum hat dieser Mensch einen Job, bei dem
                                             Viertel der Zeit in der Ar-     er es mit Menschen zu tun hat, wenn er sich nicht mit Menschen
                                             beit.                           beschäftigen will?
                                              Wäre es nicht wunderbar,       Wie viel erfrischender hätte es sein können, mein Anliegen einfach
                                              diese Zeit als Prinzessin      zu notieren und sich gegenseitig einen schönen Nachmittag zu wün-
                                              oder Superheld zu feiern?      schen! Es ist vielleicht ein unrealistischer Traum, den ich da träume,
                                              Ich weiß, diese Berufe sind    aber ich werde ihn nicht aufgeben!
                                              sehr rar, ich wüsste gar       Mein Appell an alle, die sich überlegen, was sie einmal werden wol-
                                              nicht, wo ich mich bewer-      len: überlegt Euch, was Euch wirklich Spaß macht, wo Eure Stärken
                                              ben kann. Mal im Ernst, es     und Interessen liegen, und findet Eure Berufung. Findet das, was
                                              sind so viele Menschen in      Euch erfüllt und wofür Ihr gerne Eure Zeit investiert. Falls sich her-
                                              ihren Berufen gefesselt,       ausstellt, es war die falsche Wahl, dann versucht etwas Neues. Das
                                              Tätigkeiten, die ausgeübt      Gehalt sollte nie der ausschlaggebende Grund für eine Berufswahl
                                              werden, weil sie damals        sein.
                                              dafür eine Lehrstelle beka-
                                              men. „Eigentlich wollte ich    Soll Arbeit nicht lieber Energie geben, statt sie zu entziehen? Wie-
                                              Frisöse werden“, habe ich      viel energetischer ist ein Feierabend, wenn der Job erfolgreich erle-
                                              noch im Ohr, als wir in der    digt ist und der nächste Tag noch bessere Ergebnisse verheißt. Mit
                                              Berufsschule nach unseren      einem guten Gewissen den Arbeitsplatz verlassen, am nächsten
                                              Beweggründen gefragt wur-      Morgen beseelt aufstehen und frisch ans Werk gehen.
                                              den, „aber mein Onkel hat      Wenn ich diesen Gedanken weiterspiele, durch diese positive Auf-
     mir dann die Lehrstelle zur Fotografin besorgt.“ Mein erster Gedan-     bietung an Arbeitskraft werden die Früchte der Arbeit schneller und
     ke dazu war: Bitte geh und finde die Frisöse, die unbedingt Fotogra-    effektiver reifen. Kaum noch jemand wird versuchen, Zeit zu schin-
     fin werden wollte und tausche mit ihr deinen Ausbildungsplatz.          den oder Geschäftigkeit vorzutäuschen. Hier sind natürlich auch
     Es gibt mit Sicherheit für jede*n den Traumberuf, einer der wirk-       die Arbeitgeber gefragt, nicht mehr nur die geleistete Arbeitszeit,
     lich Berufung ist, doch leider ist der Markt groß und die Panik, leer   sondern die Ergebnisse zu entlohnen. Die Stimmung wird mit Si-
     auszugehen, noch größer, dass immer wieder solche Kompromisse           cherheit besser, da die Mitarbeiter die Jobs erledigen, für die sie
     eingegangen werden. Wobei das für mich kein Kompromiss ist, eher        sich berufen fühlen. Ich bin eher bereit, eine ungeliebte Aufgabe zu
     ein sich dem Schicksal Ergeben.                                         erledigen, wenn die Grundstimmung gut ist und ich nicht das Gefühl
                                                                             habe, ich werde übervorteilt.
     Wäre es nicht ein Traum, wenn alle Menschen einer Arbeit nachgin-
     gen, die sie wirklich von tiefsten Herzen erfüllen? Wenn diese Men-     Jeder Mensch hat ein Ziel, und wenn es noch so klein ist. Wenn
     schen nicht dem Feierabend, dem Wochenende oder dem Urlaub              dieses Ziel ein Herzenswunsch ist, wie die nächste Reise, ein be-
     entgegenfiebern, um den lästigen Job, in dem sie fristen, endlich       sonderes Fest ausrichten oder einfach nur ein heißbegehrtes Klei-
     hinter sich zu lassen.                                                  dungsstück. Wie viel Enthusiasmus und Energie stecken wir hinein,
                                                                             um uns diesen Traum zu erfüllen. Ohne Mühsal und ohne Jammern,
     Mir ist meine Zeit zu schade, um die Arbeitszeit aus meiner Le-         wir kommen in einen Flow, der uns in Siebenmeilenstiefeln freudig
     benszeit auszuklammern. Wenn diese Menschen kaum auf die Uhr            darauf zurasen lässt. Jedes noch so große Hindernis wird aus dem
     schauen, das ein oder andere Telefonat noch annehmen, weil es           Weg geräumt oder überwunden. Mit der Zeit, vor allem, wenn wir
     ihnen Freude macht.

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Fen + mut Gemeindebrief - Nr. 2/2021 Mai - Juli - Lutherkirche München
diesen Wunsch noch kommunizieren, erleben wir Zufälle und erhal-
     ten Unterstützung, die unseren Wunsch auf magische Weise zum
                                                                            Arbeit als Gottes-Dienst?
     Erfüllen bringen.                                                                Ein Industriepfarrer i.R. gibt Auskunft
     Dieser Gedanke, dieses Gefühl adaptiert auf die Arbeitswelt, holla,
     da werden Energien freigesetzt, die uns allen ein zufriedeneres und       von Dr. theol. Roland Pelikan, ehem. Kirchlicher Dienst in der
     erfüllteres Leben schenken könnten. Die Arbeitnehmer können sich                                Arbeitswelt (kda)
     sicherer in ihrem Bereich bewegen, was weitere Ressourcen gene-
     rieren könnte.
     Ist da der Traumberuf von Prinzessin oder Superheld immer noch         Warum ich Industriepfarrer wur-
     so unrealistisch? Nun gut, vielleicht schon, doch Superhelden ha-      de? Alles begann mit meiner Ver-
     ben wir in unserer Gesellschaft, sie können vielleicht nicht ohne      antwortung als Jugendleiter einer
     technische Hilfe fliegen, um Gefährdete von Dächern zu retten. An-     Lehrlingsgruppe in der Philippus-
     dere können helfen, die Gedanken fliegen zu lassen, und Menschen       kirche und dem Erlebnis betrieb-
     aus verzweifelten Situationen retten. Die Prinzessin brauchen wir      licher Massenentlassungen im
     in der Kunst und auf der Bühne, wie ist es mit schönen Geschich-       benachbarten Agfa-Werk, die auch
                                            ten, die wir immer mehr zu      Gemeindeglieder trafen. Ich fragte
                                            erzählen verlernen. Ein Su-     damals meine Pfarrer: Was hat die
                                            perheld ist für mich jemand     Kirche den Arbeiter*innen zu sa-
                                            der uneigennützig und ohne      gen? Schweigen und Ratlosigkeit.
                                            Helfersyndrom unterstützt,      Ich habe seitdem gelernt: Eine Kir-
                                            einfach so.                     che, die nahe bei den Menschen
                                                                            sein will, tut gut daran, Arbeit als
                                           Es ist ein Traum von mir, der    einen ganz entscheidenden Teil                                      Foto: privat
                                           wohl nicht so schnell, wenn      des Lebens wahrzunehmen. Hat doch Jesus selbst Menschen in ih-
                                           überhaupt, in Erfüllung ge-      rem Beruf wahrgenommen und nötigenfalls aus ihrer Gott entfrem-
                                           hen wird. Ein Anfang wäre        deten Arbeit herausgerufen: Fischer, Handwerkerinnen, Tagelöhner,
                                           schon, wenn sich die Men-        Steuerbeamte, Gutsverwalter*innen, militärische Führungskräfte.
                                           schen für einen Beruf ent-       Da macht er keinen Unterschied: Es kommt für ihn auf ihre Ethik
                                           scheiden, der ihrer Berufung     in Alltag und Beruf an, auf die Frage der Arbeit als Gottes-Dienst,
                                           folgt, oder falls sie merken,    wie der Apostel Paulus sagt: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit,
                                           dass der Job, in dem sie         so steht nun fest und lasst euch nicht wieder unter das Joch der
                                           feststecken, nicht der richti-   Knechtschaft zwingen“ (Galater 5,1).
                                           ge ist und sich dann mutig
                                           entscheiden, ihn einfach zu      Kirche in der Nachfolge Jesu verliert Vertrauen, wenn sie nicht nah
                                           wechseln.                        bei den Menschen ist mit ihren Nöten und Hoffnungen in Arbeit
                                                                            und Beruf. Denn Glauben heißt Vertrauen fassen in die Welt als
                                                                            Gottes Schöpfung: damit Menschen Gottes Schöpfung erfahren als
                                                                            Fülle des Lebens, und nicht als behauptete Knappheit für viele und
                                                                            Reichtum für wenige. Wirtschaften als Teilhabe für jeden Menschen
                                                                            wahrzunehmen bedeutet: Eine neue Ethik zu lernen, wie Geschöpfe
                                                                            zu leben, denn: Wer ist ´die` Wirtschaft? Etwa nur Unternehmer-
                                                                            verbände und selbsternannte Wirtschaftsexperten in Fernseh-Talk-
                                           Illustrationen: Sabine M. Paul   shows? Wird das Wirtschaften der Menschen nicht vielmehr täglich
                                                                            am Leben erhalten von der Menge der Selbständigen und abhän-

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Fen + mut Gemeindebrief - Nr. 2/2021 Mai - Juli - Lutherkirche München
des um Selbstbehauptung, Macht, Erfolg, Sicherheit Kämpfenden
     gig Beschäftigten? Von Billiglöhner*innen und 1-Euro-Jobbern? Von
                                                                            annehmenden kann, das kann nur dort begriffen werden, wo die
     Müttern und Vätern, von Schüler*innen, Student*innen, ja von il-
                                                                            Menschwerdung der Liebe Gottes ernst genommen wird.“ (Bonhoef-
     legal Beschäftigten und Hartz-IV-Bezieher*innen, auch als Konsu-
                                                                            fer, Ethik 244).
     ment*innen? Vertrauen der Menschen in die Wirtschaft wurde und
     wird jedoch verzockt an Spekulationsmärkten und in Steueroasen.
     Wie sollen da Menschen Vertrauen fassen in Wirtschaft als Teil           Buchtipp: Konrad Müller | Johannes Rehm (Hrsg.): Arbeit als
     ihres eigenen Lebens, wenn sie sich als Spielball von Kapitalent-        Gottesdienst? Wertschöpfung in der christlichen Verkündigung.
     scheidungen und als fremdbestimmt durch die Herrschaft einiger           Festschrift für Roland Pelikan, Leipzig 2021.
     Weniger über den Großteil der Menschheit erleben?
     Eine neue Ethik von Arbeit als Gottes-Dienst zu lernen bedeutet         Als Sozialpfarrer war er der Anwalt der klei-
     dagegen, Menschen in Arbeit und Beschäftigung als Geschöpfe Got-
     tes wahrzunehmen und mit ihnen solidarisches Handeln einzuüben.
                                                                             nen Leute – Dr. Roland Pelikan geht in den
     Das kann man/frau lernen in der Arbeitswelt als Betriebsrätin, als                       Ruhestand
     abhängig Beschäftigte*r und Selbständige*r, im Management und
                                                                                                    von Achim Schmid
     als Arbeitslose*r. Eine neue Ethik von Arbeit als Gottes-Dienst
     zu lernen, heißt: Wo auch immer ´Gute Arbeit` in Gottes Namen
                                                                            Der Münchner Sozialpfarrer Roland Pelikan ist nicht nur ein Ge-
     auskömmlich für alle und lebensförderlich zu ermöglichen! Nicht
                                                                            meindemitglied der Lutherkirche, sondern steht auch immer wieder
     anonyme Mächte und Gewalten, die uns fremdbestimmen wollen,
                                                                            auf der Kanzel und organisiert Veranstaltungen. Bei einem Gottes-
     sondern gemeinsame Arbeit als Gottes-Dienst ermutigt und lehrt
                                                                            dienst in der Münchner Matthäuskirche ist er jetzt in den Ruhestand
     Menschen, zusammen zu arbeiten und zu feiern, gemeinsam zu
                                                                            verabschiedet worden. Der promovierte Theologe hat seit 1998 in
     leiden und für Gerechtigkeit zu kämpfen. Darin erfahren sie sich
                                                                            der Münchner Zweigstelle der evangelischen Kirchlichen Dienste in
     als Zeug*innen der Geschöpflichkeit, dass sich alles Wirtschaften
                                                                            der Arbeitswelt (kda) Brücken zwischen Kirche und Wirtschaft, Un-
     dem Zusammenwirken und der Teilhabe aller am Guten des Lebens
                                                                            ternehmern und Beschäftigten gebaut und ist den Arbeitnehmern
     als Gottes Kommen und unsere Zukunft verdankt: „So seid ihr nun
                                                                            zur Seite gestanden. Pelikan sei ein sprachmächtiger Prediger, ein
     nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger*innen mit den
                                                                            einfühlsamer Seelsorger und stets ein bundesweit wissenschaftlich
     Heiligen und Gottes Hausgenoss*innen“ (Epheser 2,19).
                                                                            ausgewiesener Sozialethiker, sagte kda-Leiter Johannes Rehm. Als
     Denn wer verkörpert ´die Politik`? Merkel oder Lindner? Parteien       Industrie- und Sozialpfarrer sei Pelikan stets ein „Anwalt der soge-
     oder Lobbyisten? Es bedarf daher einer neuen Ethik als Mitarbei-       nannten kleinen Leute, weil diese bei Gott einen großen Namen
     ter*innen Gottes, damit alle Menschen als Staatsbürger*innen           haben“, so Johannes Rehm.
     Verantwortung und Mut zur Mitgestaltung lernen, für eine Bildung
                                                                            Wie Pelikan in seiner Abschiedspredigt hervorhob, habe eine Kir-
     für alle, für ein Gesundheitswesen, das sich an Bedürfnissen von
                                                                            che, die nichts zu der Arbeit der Menschen sage, auch der Welt
     Menschen und nicht an Kapitalinteressen orientiert, für ein men-
                                                                            nichts mitzuteilen. In „Gottes Raum“ könne es kein menschliches
     schenwürdiges Leben und Arbeiten in Verantwortung für Gottes
                                                                            Eigentum auf Dauer geben. Deshalb sei immer wieder das kritische
     Schöpfung.
                                                                            Gespräch zwischen Kirche und Wirtschaft nötig.
     Deutschland, Anno Domini, im Jahr des Herrn Jesus Christus 2021:
                                                                            Roland Pelikan war jedoch nicht nur ein engagierter Sozialpfarrer,
     Da ist vieles nicht in Ordnung! Die gegenwärtige Glaubwürdigkeits-
                                                                            sondern auch ein ausgewiesener Sozialethiker. Zum Abschied be-
     krise der Gesellschaft bietet jedoch die Chance für eine Kirche nahe
                                                                            kam er deshalb eine eigene Festschrift mit 27 Beiträgen von Kolle-
     bei den Menschen in Arbeit und Beruf, um mit ihnen Glauben als
                                                                            gen und Kolleginnen und Sozialethikern aus ganz Deutschland, dar-
     Vertrauen in die Gegenwart des Geistes Jesu Christi einzuüben als
                                                                            unter auch der bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende
     gemeinsamer Zukunft, und mit Dietrich Bonhoeffer zu lernen, dass
                                                                            Heinrich Bedford-Strohm. Auch die Lutherkirche wünscht Roland
     „die Liebe Gottes zur Welt auch das politische Handeln umfasst,
                                                                            Pelikan für den neuen Lebensabschnitt alles Gute und hofft sehr,
     dass die Weltgestalt der christlichen Liebe darum auch die Gestalt
                                                                            dass er uns auch im Ruhestand mit Rat und Tat verbunden bleibt.

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Fen + mut Gemeindebrief - Nr. 2/2021 Mai - Juli - Lutherkirche München
Als Journalist die Kirche in der
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            Öffentlichkeit halten                                            und kranke Menschen. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die
            Ein Interview mit Achim Schmid, Chefredakteur beim               Vorabendserie „Unser Walter“ im ZDF. Diese TV-Serie der evangeli-
                      Evangelischen Pressedienst (epd)                       schen Produktionsfirma eikon hatte zum ersten Mal einen Jungen
                                                                             mit Down-Syndrom als Hauptfigur.
                                   Die Mitglieder der Gemeindebrief-Re-      GB: Und was treibt dabei ein Chefredakteur?
                                   daktion schreiben nicht nur über Ar-
                                                                             AS: Als Chefredakteur habe ich die presserechtliche Verantwortung.
                                   beit, sondern arbeiten selbst in den
                                                                             Wenn was schiefläuft, muss ich den Kopf hinhalten, das gilt vor al-
                                   unterschiedlichsten Berufen – Achim
                                                                             lem für juristische Auseinandersetzungen. Im Alltagsgeschäft muss
                                   Schmid beispielsweise als Chefredak-
                                                                             ich schauen, dass der Laden läuft, dass die wichtigen Termine
                                   teur. In unserem Interview berichtet er
                                                                             wahrgenommen werden und die Redaktion regelmäßig besetzt ist,
                                   über diese Tätigkeit.
                                                                             und das 365 Tage im Jahr. Als Redaktion sprechen wir thematische
     Gemeindebrief: Seit vielen Jahren schreibst Du nicht nur regelmäßig     Schwerpunkte ab, zum Jubiläum 1.700 Jahre Judentum in Deutsch-
     für den Gemeindebrief, sondern bist auch beruflich als Journalist un-   land haben wir eine umfangreiche Serie auf die Beine gestellt, zum
     terwegs, nämlich als Chefredakteur des Evangelischen Pressdiens-        100. Geburtstag von Sophie Scholl werden wir mehrere Texte an-
     tes. Was muss man sich denn darunter vorstellen?                        bieten, einen auch zum früheren Lutherpfarrer Karl Alt. Da war der
     Achim Schmid: Der Evangelische Pressedienst ist eine Nachrich-          Luther-Gemeindebrief schneller als wir. Zu meinen Aufgaben gehört
     tenagentur, wir berichten täglich vor allem aus dem kirchlichen, so-    auch die Vertretung des epd nach außen, gegenüber der Kirche,
     zialen und kulturellen Bereich. Unsere Zentrale ist in München, in      Behörden, Parteien etc. Ich habe die Budgetverantwortung, muss
     allen sechs bayerischen Kirchenkreisen gibt es eine Kollegin oder       also schauen, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, und
     einen Kollegen, die zu diesen Themen recherchieren, auf Presse-         bin als Abteilungsleiter in die „Leitungskonferenz“ des Evangeli-
     konferenzen gehen oder Interviews machen. Diese Pressetexte,            schen Presseverbands (EPV) eingebunden. Der EPV ist das zentrale
     also Meldungen, Berichte, Reportagen und auch Fotos schicken wir        evangelische Medienhaus in Bayern und umfasst zum Beispiel die
     an Tageszeitungen und Fernseh- und Rundfunkanstalten und hof-           Wochenzeitung „Sonntagsblatt“, einen Verlag, Agenturen für Fern-
     fen, dass sie möglichst oft unter dem Kürzel „epd“ übernommen           seh- und Radio, eine Online-Redaktion und die Abteilung „Vernetzte
     und nachgedruckt werden oder in Radio-Nachrichten auftauchen.           Kirche“, die vor allem die Gemeinden bei ihren Online-Angeboten
                                                                             unterstützt. Und so oft wie möglich versuche ich auch, journalis-
     GB: Was ist daran „evangelisch“?                                        tisch zu arbeiten.
     AS: Im weiteren Sinne und mit journalistischer Freiheit berichten wir   GB: Was gefällt Dir bei diesem Job am besten?
     aus dem „Leben und Handeln“ der Kirche, ihren Themen und Wert-
     vorstellungen, wie zum Beispiel dem christlichen Menschenbild. Mit      AS: Das sind in erster Linie die interessanten und wie ich finde auch
     journalistischen Mitteln versuchen wir, die Kirche und ihre Anlie-      wichtigen Themen – von Sterbehilfe über Pflege bis hin zur Situation
     gen in der öffentlichen Diskussion zu halten. Das wird zunehmend        von geflüchteten Menschen. Weil sich die Probleme ganz schnell
     schwieriger, weil die Relevanz der Kirche insgesamt zurückgeht.         ändern können, siehe Corona, führt das zu einer großen Vielfalt, ich
                                                                             bin nie auf ausgetretenen Pfaden. Bei Veranstaltungen, wie zum
     Nach der Katastrophe der NS-Zeit, in der sich ja auch die evan-         Beispiel Tagungen der Evangelischen Akademie Tutzing, zu denen
     gelische Kirche nicht sehr rühmlich verhalten hat, war die Kirche       ich beruflich muss, lerne ich auch persönlich immer wieder dazu
     der Auffassung, dass eine solche Nachrichtenagentur nötig ist, die      und komme mit Leuten in Kontakt, die ich sonst nie kennengelernt
     ohne materielles Interesse möglichst objektiv Politik und Gesell-       hätte. Spannend finde ich auch, aus dem „System Kirche“ in die
     schaft begleitet – auch in einer kritischen Distanz. Dabei ist unser    breite Öffentlichkeit zu berichten. Das wird immer wichtiger, weil die
     – zugebenermaßen ziemlich pathetischer – Leitgedanke, dass die          Leute immer weniger über kirchliche Vorgänge Bescheid wissen.
     evangelische Publizistik „eine Stimme der Sprachlosen“ sein müs-        Diese Doppelfunktion führt oft zu Misstrauen auf beiden Seiten, für
     se, also für die Gruppen, die keine Lobby haben und nicht beach-        einen Journalisten ist es aber nicht das Schlechteste, zwischen al-
     tet werden. Deshalb berichten wir zum Beispiel schwerpunktmäßig

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len Stühlen zu sitzen. Es macht mir nach vielen Jahren immer noch
     Freude, selbst Artikel zu schreiben, es ist ein gutes Gefühl, wenn
     am Ende was halbwegs Brauchbares auf dem Papier steht.
                                                                             Aus dem süßen Leben
     GB: Und was nervt?
     AS: Das ist die Bürokratie, wobei ich natürlich weiß, dass Verwal-
                                                                            eines Gemeindepfarrers
     tung nötig ist, sonst würde gar nichts gehen. Die wachsende Be-                                 von Rolf Wohlfahrt
     schleunigung in unserer Branche macht mir zu schaffen, durch die
     rund um die Uhr immer aktuellen Online-Ausgaben der Zeitungen
     bleibt kaum Zeit, eine Geschichte „rund“ zu machen, sich wirklich
     in die Materie einzuarbeiten und die verschiedenen Facetten he-        Es ist toll, Gemeindepfarrer zu sein! Das ist richtig schön, in so
     rauszuarbeiten. Es ist beispielsweise inzwischen die Regel, dass       einer Kirchengemeinde! Waren Sie schon mal auf dem WC? Da gibt
     spätestens eine Stunde nach Beginn einer Pressekonferenz die           es diese Seife: Milch und Honig. Luther – das Land, wo Milch und
     erste Meldung darüber veröffentlicht sein muss. Man schreibt also      Honig fließt! Ein Paradies! Es ist wirklich toll, Gemeindepfarrer in
     schneller, als man denken kann. Zunehmend problematisch finde          Luther zu sein!
     ich auch die Rolle der „Sozialen Medien“, die irgendwelche Infor-      Früher wollte ich Lehrer werden. Super, so ein Halbtagsjob. Und
     mationen puschen, bevor sie überhaupt verifiziert und eingeordnet      dann noch die ganzen Ferien! Aber Pfarrer, das ist noch besser,
     sind. Der Journalismus insgesamt wird greller, oberflächlicher und     dachte ich mir: Sonntags eine Stunde arbeiten, und dann nach dem
     plakativer. Um in der wachsenden Konkurrenz noch Beachtung zu          Gottesdienst ist Schicht im Schacht.
     finden, muss man jeden Tag eine neue Sau durchs mediale Dorf           Die Realität ist eine andere. Mit einer Wochenstunde komme ich
     treiben. Belastend finde ich auch die Situation unserer „Kunden“,      tatsächlich nicht ganz hin.
     wie etwa der Tageszeitungen, die zunehmend unter den Corona-Ein-
     schränkungen leiden, weil Anzeigen wegbrechen.                         Mein Tag geht immer recht früh los. Morgens um 15.00 Uhr strecke
                                                                            ich den großen Zeh unter der Bettdecke hervor, um die Tagestem-
     GB: Würdest Du trotzdem Abiturient*innenen raten, auch heute noch      peratur zu überprüfen. Meistens einigermaßen annehmbar, auch im
     einen journalistischen Beruf anzustreben?                              Winter, dank der Heizung. Obwohl ich noch nicht ganz ausgeschla-
     AS: Im Prinzip schon. Allerdings sollte man sich das genau über-       fen bin, springe ich mutig und voller Energie vom Bett direkt un-
     legen und eine große Frustrationstoleranz mitbringen. Denn ein         ter die Dusche, dann ein schnelles Frühstück mit Tee und Joghurt,
     Selbstläufer ist dieser Beruf schon lange nicht mehr. Bei mir war es   natürlich ohne Früchte – zum Kauen bin ich einfach noch nicht fit
     noch ein ganz geregelter Weg: Studium – Volontariat – ordentlich be-   genug. Danach geht‘s gleich aus dem Haus, ein bisschen Konfis
     zahlte Anstellung als Redakteur. Die festen Stellen sind inzwischen    schikanieren, 10 Gebote abfragen und so. Was ein Spaß! Später
     rar und unsicher, weil sich die Bedingungen ganz schnell ändern        zum 90. Geburtstag, schnell gratulieren und eine Leberkässemmel
     können, wenn z.B. Zeitungen fusionieren. Auf der anderen Seite gibt    abgreifen. Abends noch ‚ne kurze Sitzung, irgendwas gibt’s immer
     es neue Möglichkeiten in den Neuen Medien und dadurch, dass die        zu reden. Ja, da wird‘s wenigstens nicht langweilig, und man ist
     Grenzen zwischen Journalismus und Marketing immer fließender           nicht so allein. Und meistens gibt’s noch ’n Gläschen Wasser um-
     werden. Aber auch der „seriöse“                                        sonst – Es ist einfach schön, Gemeindepfarrer zu sein! Für mich
     Qualitätsjournalismus wird sicher-                                     regelrecht perfekt!
     lich weiterhin eine Zukunft haben,                                     Perfekt? Eine Umfrage aus den USA hat mich allerdings nachdenk-
     denn angesichts der Informati-                                         lich gemacht. Sie hat schon vor Jahren ergeben, was von einem
     onsflut auf den unterschiedlichs-                                      perfekten Pfarrer wirklich erwartet wird. Das Ergebnis der computer-
     ten Kanälen und Plattformen wird                                       gestützten Auswertung:
     die Einordnung dieser Informatio-
     nen immer wichtiger.                                                   Der ideale Pfarrer predigt genau 12 Minuten lang. Er arbeitet von
                                                                            8.00–24.00 Uhr und ist seine eigene Sekretärin. Er verdient 80 Dol-
     GB: Herzlichen Dank für das Ge-                                        lar pro Woche, ist gut gekleidet, kauft und liest nur gute Bücher und
     spräch!
                     Fotos: Sabine M. Paul
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spendet wöchentlich 100 Dollar für wohltätige Zwecke.                         Konfis bei der Arbeit
     Er ist 28 Jahre alt und hat 30 Jahre Predigterfahrung. Er ist sanft,               Vom Schulunterricht in Corona-Zeiten
     gutaussehend und großzügig.
     Er engagiert sich bis zum Letzten für andere, ohne jemandem zu                                    von Rolf Wohlfahrt
     nahe zu treten.
     Er nimmt eindeutig Stellung in sozialen Fragen, engagiert sich aber      Konfis sind fleißig. Immer! Aber das Lernen und Arbeiten während
     nie politisch.                                                           der Corona-Pandemie verlangt ihnen so einiges ab, dass sie ab und
                                                                              an auch mal an ihre Grenzen stoßen, Zeit und Kraft nicht ausrei-
     Mit der Jugend arbeitet er hingebungsvoll und verbringt seine ganze      chen, sie die Akkus nicht auftanken können und in all dem ihre Moti-
     Zeit mit den Senior*innen der Kirchengemeinde.                           vation verlieren. Sie haben manchmal Stundenpläne und Aufgaben
     Dreimal täglich hält er Gottesdienst, ist immer in seinem Büro anzu-     wie Manager zu bewältigen – und dann werden sie auch noch viel
     treffen – und er hat immer Zeit.                                         schlechter bezahlt als ebendiese. Im Ernst: Das ist für die jungen
                                                                              Leute alles andere als leicht! Freizeit als Ausgleich? Dafür ist kaum
                                                                              Zeit. Und: Alles, was Spaß macht, ist doch sowieso verboten. Sport:
     Das alles habe ich noch nie ernsthaft probiert, aber vermutlich dürf-    wie denn auf Distanz? Musikunterricht: Fehlanzeige. Freund*innen
     te es ziemlich einfach sein, alle diese Erwartungen zu erfüllen. Zeit    treffen: darf man auch nicht! Das alles ist echt schwer, nach allem,
     genug hätte ich…                                                         was ich lese und höre: für junge Menschen besonders schwer!
     Einige Fragen bewegen mich dennoch: Warum eigentlich sollte der          Damit wir einen kleinen Eindruck bekommen, wie die Schul-Arbeit
     perfekte Pfarrer keine Pfarrerin sein??? Und wieso muss immer al-        unter erschwerten Bedingungen aussieht, haben die Konfis einige
     les gleich perfekt sein? Und die Frage aller Fragen ist die Frage nach   Statements für uns aufgeschrieben. Fazit: Anstrengend ist es, das
     dem Sinn des Lebens: Welchen Sinn hätte ein Arbeitsleben, das            Leben als Schüler*in, gewiss. Doch beeindruckend finde ich vor
     schon vor dem Nachmittag beginnt?                                        allem auch das: den Kopf hängen lassen, das kommt für unsere
     Wenn Sie Antworten auf diese Fragen haben, rufen Sie mich gerne          Jugendlichen gar nicht in Frage!
     an. Wenn’s geht, aber bitte nicht vor 15.00 Uhr. Sie wollen mich
     doch nicht wecken, oder?
                                                                                Meine Schul-Arbeit in Corona-Zeiten:

                                                                                                                      als wenn ich zur Schule
                                                                                „Ich arbeite oft sehr lange, länger,
                                                                                                                    auft räge, für die sie selbst
                                                                                gehe. Die Lehrer geben uns Arbeits
                                                                                                                     studiert, ich brauche meis-
                                                                                45 Minuten brauchen, sie haben es
                                                                                                                     wir Hausaufgaben auf und
                                                                                tens doppelt so lange. Dann haben
                                                                                                                  che   n Angst davor, dass die
                                                                                müssen lernen. Ich habe ein biss
                                                                                                                        alle Schulaufgaben, und
                                                                                 Schule wieder anfängt, dann kommen
                                                                                                                 müs  sen  auch Referate halten,
                                                                                 ich muss noch mehr lernen. Wir
                                                                                                                      habe ich ein paar Konzen-
                                                                                 was online sehr doof ist. Außerdem
                                                                                                                  schneller ab.“
                                                                                 trationsprobleme und lenke mich

     Foto: Rolf Wohlfahrt

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„Jeden Tag habe ich genug zu tun. Ich bin beschäftigt mit allen Fächern
und Videokonferenzen. Manchmal fehlt mir die Motivation weiterzuma-
                                                                                                                                                            , da es mir
chen, aber wenn ich mir ein Ziel setze, dann schaffe ich es auch.“                                      da  s Arb  eit en  zu ha  use sehr anstrengend
                                                                                         „Ich fin  de                                                      aufzustehen.
                                                                                                        lt, mi ch  zu   mo  tiv ieren bzw. in der Früh
                                                                                         schwe   r  fäl                                                     l auf die Fe-
                                                                                                          sch on  ok ,  ich  fre  u mich jetzt erst einma
                                                                                         Aber es     ist                                                      brauche in
    „Mir geht’s mit der Schule ganz gut. Die Lehrer wissen bei uns auch,
                                                                         wie                        de r  Sc hu le ha  b  ich  au  ch recht viel zu tun, ich
                                                                                          rien. In
    viel wir schaffen, und geben uns weniger Hausaufgaben auf als sonst.                                                  15.00 Uhr.“
    Ebenfalls sind die Arbeitsaufträge in den Stunden gut zu schaffen.“                   der Regel von 9.00 bis

  „Wir haben keinen Präsenz-                                                                „Das Homeschooling ist sehr anstrengend. Ich wäre lieber wieder
                                 oder Wechselunterricht, son
  lineschooling. Arbeitsaufträ                                dern On-                      normal in der Schule anstatt den ganzen Tag vor dem Laptop zu
                               ge bekommen wir über Me
 fen uns bei Teams. Da ist es                             bis und tref-                     sitzen. Zum Glück haben wir jetzt wenigstens wochenweise „Wech-
                                 nicht immer leicht, den Üb
 behalten. Einige Lehrer ma                                  erblick zu                     selunterricht“ und ich bin nächste Woche dran. Darauf freue ich
                              chen auch Lernvideos, um
 terrichtsstoff zu erklären. Sch                          uns den Un-                       mich sogar schon etwas, auch wenn man den ganzen Tag die Mas-
                                 ade ist es, meine Klasse nic
 zu können. Ich finde die Sch                                 ht sehen                      ke tragen muss.“
                              ule während Corona sehr ans
                                                           trengend.“

                                                                              als        „In Zeiten von Corona wird Freizeit
  „Die Arbeit im Homeschooling ist anstrengender und zeitaufwändiger                                                            durch Lernzeit ersetzt.
                                    em ist es kompliz ierter sich einen Teil des          D.h., die Zeit die man vor Corona
  die im Präsenz-Unterricht. Außerd                                                                                             mit Freunden verbracht hat, wird
                                                                          eintei-
  Stoffes selbst beizubringen. Andererseits kann man sich den Stoff                       nun von Lehrern missbraucht, um
                                                                                                                                  den Stoff, welchen sie sich vor
  len und so entspannter rangeh  en  unter  andere m ohne    den  Notend ruck.“          Corona nicht richtig eingeteilt hatt
                                                                                                                              en, nun in ungeheurem Maß nach-
                                                                                         zuholen. Ich spreche hierbei von 8-9
                                                                                                                                  Stunden Tagen.
                                                                                         Das steht in keinem Verhältnis und
                                                                                                                               ist als Teenager, in einer so wichti-
                                                                                         gen sozialen Phase nicht hinnehm
„Das Arbeiten in Coronazeiten ist schwer. Egal ob man Arbeiten geht,                                                          bar. Besonders die Tatsache, dass
                                                                                         Lehrkräfte pro Schulstunde (45 min
eine Ausbildung macht, zur FOS geht oder studiert, alles ist anders.                                                             ) bis zu 2 normale Stunden auf-
                                                                                         geben (was bei einer Doppelstund
                                                                                                                            e 4 Stunden macht!), und wir 6-10
                                                                                         Stunden haben, macht uns armen
                                                                                                                                Jugendlichen das Leben unnötig
                                                                                        schwer. Zudem werden 70% aller
                                                                                                                            Arbeitsaufträge nicht einmal ange-
                                                                                  t
                                        Studium von zu Hause aus. Das hör               schaut, sondern nur auf Abgabe kon
  Jetzt gibt es Schule, Arbeit, FOS und                                  st dir  al-                                            trolliert.
                                        aber so ist es nicht. Du mus
  sich erst mal gar nicht schlimm an,                                                   Ich würde mir wünschen, dass Leh
                                                                                                                            rer ein festes Limit an Hausaufga-
                                       mac  hst. Ja, und dann kommt nämlich             ben pro Tag haben, welches regelmä
  les selber einteilen, wann du was                                             auf                                             ßig kontrolliert wird.“
                                      bst Sachen auf später oder gleich
  die Faulheit ins Spiel, du verschie                                 t meh  r  mit
                                      dem schulischen Gebiet nich
  morgen. Genau so kommt man in                                       gan ze selb   -
                                         t mit deiner Pflicht. Dieses
   dem Stoff mit und bei der Arbeit nich                               tren gen  d.“
                                        en wird auf Dauer echt ans
   ständig Machen und selber Beibring                                                                                                                      den Aufgaben
                                                                                                                   e  ich  pe rs ön lic h schon besser mit
                                                                                              „Mittlerweile ko mm                                             gemein ganz
                                                                                                               zu re ch t. Im  all ein e Arbeiten bin ich all
                                                                                              von der Schule                                   zu viel.
                                                                       nnoch mag                                       waren leider etwas
                                                   fgaben zurecht. De                         gut, nur die Arbeiten
                                     it  de  n  Au                                                                                              alles wieder gut!“
                „Ich komm  e  gu t m
                                                  rschieb es von Ta
                                                                    g zu Tag.“                                         z-Unterricht ist aber
                            t so se hr . Ic h  ve                                              Jetzt mit dem Präsen
                ich es nich

  24                                                                                                                                                                        25
Digitalisierung in der Arbeit
 – persönliche Betrachtungen
                                                                             ten. Aus der Befreiungserfahrung von dem Frondienst in Ägypten
                                                                             ziehen Moses und die Juden und Jüdinnen zeitliche und inhaltliche
                                                                             Grenzen für die Arbeit: arbeitsfreier Sabbat und keine Ausbeutung.
                         von Eckhard von Münchow                             Martin Luther erkennt, dass jede Arbeit im Dienst am Nächsten als
                                                                             Gottesdienst verstanden werden kann und hebt damit Rangunter-
                                  Vor 35 Jahren bin ich als Ingenieur in     schiede zwischen Berufen auf. Die Würde des Menschen steht über
                                  die Arbeitswelt eingestiegen. Seit fünf-   der Arbeit, darin finden die Anweisungen des Arbeitgebers ihre Gren-
                                  zehn Jahren erlebe ich durch die Di-       zen. Arbeitnehmer müssen beteiligt werden und so wird ein partner-
                                  gitalisierung deutliche Veränderungen      schaftliches Verhältnis in Freiheit und Mitverantwortung ermöglicht.
                                  bei meinen Tätigkeiten:                    Gerne möchte ich Arbeit erleben als Sinnstiftung, Entfalten der Per-
                                  -     Die Kontakte sind überwiegend        sönlichkeit, Raum für Kreativität, sich selbst als kommunikatives
                                  virtuell. Nur wenige Kolleg*innen tref-    Wesen erfahren, aber auch Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
                                  fe ich persönlich. 90% der Kontak-
                                  te erfolgen über Telefongespräche,
                                                                             Inwieweit diese positiven Erwartungen an Arbeit verwirklicht werden
                                  E-Mail oder Kurznachrichten – immer
                                                                             können, entscheidet sich – auch bei zunehmender Digitalisierung
                                  neue Ansprechpartner*innen durch
                                                                             – häufig durch die Art der Führung. Ich denke daran, wie der Leiter
                                  die zunehmende Projekttätigkeit.
                                                                             eines Nachbarbereichs nach einem Burnout in einem sehr persönli-
                                  -     Die Erreichbarkeit und Reaktion      chen Vortrag drei Aspekte hervorgehoben hat:
                                  werden mit der elektronischen Kom-
                                                                             - klare Strukturen, damit ich weiß, wie und wofür ich arbeite
                                  munikation viel schneller. Anfragen
                                  und Klärungen sind einfacher und In-       - motivierende Vision – wofür steht die Organisation, was wollen wir
                                  formationen können viel leichter ge-       erreichen?
                                  teilt werden.                              - persönliche Empathie – ich möchte als Mensch anerkannt werden,
     -        Alle Informationen werden elektronisch gespeichert. 2007       nicht als Funktion
     habe ich meine Papierablage aufgegeben. Mein Büro ist mein Lap-         (Übrigens sind dies Gesichtspunkte, die ich auch von meiner Füh-
     top. Jetzt bin ich etwas hilflos, wenn ich Informationspapiere be-      rungskraft einfordern kann.)
     komme – lohnt sich das Einscannen?
                                                                             Für Ihre Arbeit wünsche ich Ihnen diese drei Aspekte mit den Wor-
     Durch diese Veränderungen werden Arbeitsort und -zeit für viele Tä-     ten des Apostel Paulus (1. Korinther, Kapitel 13, Vers 13): Nun aber
     tigkeiten wesentlich flexibler, was viele Menschen jetzt in der Pan-    bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei.
     demie persönlich erleben. Außerdem glaube ich durch den schnelle-
     ren Austausch, wirkungsvoller zu arbeiten, gerade auch bei meiner
     aktuellen Aufgabe: Ich engagiere mich bei der Stay Stiftung für Sozi-
     alunternehmen in Afrika. Jetzt kann und muss ich diese Flexibilität
     allerdings selbst gestalten – und Grenzen neu definieren oder ver-
     einbaren. Bei zu viel Engagement droht Selbstüberforderung.
     Eine christliche Sicht
     Im biblischen Sinne kann ich Arbeit als Auftrag des Schöpfergottes
     zur Gestaltung der Welt verstehen. Dabei kann Arbeit von Anstren-
     gung und Mühe geprägt sein, aber auch Segen und Erfüllung bedeu-

26                                                                                                                                                  27
GOTTESDIENSTE
                                                                                                                   GOTTESDIENSTE und
                                                                                                                    ANDACHTEN in den
Mai                                                                                                             Altenheimen und im Alten-
                                         20. Juni, 15.00 Uhr
                                                                                                                   und Service-Zentrum
2. Mai, 10.00 Uhr
Festgottesdienst zur Konfirmation /      Gottesdienst /
Pfarrer Rolf Wohlfahrt                   Gottesdienst mit Verabschiedung von
                                                                                                            Alten- und Service-Zentrum              Senioren-Appartements
                                         Pfarrerin Franke
9. Mai, 10.00 Uhr                                                                                           Untergiesing,                           Reichenhaller Straße 7
                                         Corona-Auflage - bitte mit Anmeldung
Festgottesdienst zur Konfirmation /                                                                         Kolumbusstraße 33                       Reden über Gott und die Welt
                                         im Pfarramt
Pfarrer Rolf Wohlfahrt                                                                                      montags, 16.00 Uhr im Seminarraum       monatlich donnerstags um 15.00 Uhr
                                         27. Juni, 10.00 Uhr                                                1. Stock am 17.5., 14.6., 12.7.
Donnerstag, 13. Mai, 10.00 Uhr –                                                                                                                    Münchenstift-Haus St. Martin
                                         Gottesdienst /
Christi Himmelfahrt                                                                                         Wohnstift am Entenbach,                 St.-Martin-Straße 34
                                         Pfarrer Rolf Wohlfahrt
Gottesdienst /                                                                                              Entenbachstraße 29                      Besuche nach Wunsch.
Pfarrerin Barbara Franke                 Juli                                                               montags, 17.00 Uhr im Vortragssaal am
                                                                                                                                                    St.-Alfons-Heim
                                                                                                            17.5., 14.6., 12.7.
11.30 Uhr Kleinkindgottesdienst /        4. Juli, 10.00 Uhr                                                                                         Am Bergsteig 12
Pfarrerin Barbara Franke und Team        Gottesdienst /                                                     Seniorenresidenz                        Besuche nach Wunsch.
                                         Pfarrer Micha Boerschmann                                          »Am Wettersteinplatz«,
16. Mai, 18.00 Uhr                                                                                                                                  Altenheim St. Franziskus
                                                                                                            St.-Johannes-Kapelle
Abendgottesdienst /                      11. Juli, 18.00 Uhr                                                                                        Hans-Mielich-Straße 4
                                                                                                            dienstags, 16.00 Uhr am 18.5., 15.6.,
Pfarrer Micha Boerschmann                Abendgottesdienst /                                                                                        Besuche nach Wunsch.
                                                                                                            13.7.
                                         Pfarrer Micha Boerschmann
23. Mai – Pfingstsonntag, 10.00 Uhr
Gottesdienst /                           18. Juli, 10.00 Uhr
Pfarrer Micha Boerschmann                Festgottesdienst zur Konfirmation /
                                         Pfarrer Rolf Wohlfahrt
Montag, 24. Mai – Pfingstmontag,
10.00 Uhr                                25. Juli, 10.00 Uhr
gemeinsamer Gottesdienst mit der         Familiengottesdienst /
Emmaus- und der Philippusgemeinde        Pfarrer Rolf Wohlfahrt
in der Philippuskirche, Chiemgaustr. 7
                                         August
30. Mai, 10.00 Uhr - Trinitatis
                                         1. August, 10.00 Uhr
Gottesdienst /
                                         Gottesdienst /
Pfarrer i. R. Dr. Roland Pelikan
                                         Pfarrer Rolf Wohlfahrt                                                                                     Herzliche Einladung
Juni                                                                                                                                                zum Gottesdienst
                                         8. August, 18.00 Uhr
6. Juni, 10.00 Uhr                       Abendgottesdienst /
Gottesdienst /                           Pfarrer Rolf Wohlfahrt
Pfarrer Micha Boerschmann
                                                                                Fot0: Archiv Lutherkirche

                                                                                                                                                    mit Verabschiedung von
13. Juni, 18.00 Uhr
„100 Jahre Sophie Scholl“ –                                                                                                                         Pfarrerin Franke
Abendgottesdienst /
Pfarrer Rolf Wohlfahrt und Jugend-Team                                                                                                              am 20. Juni, 15.00 Uhr
                                                                                                                                                    Anmeldung bitte im Pfarramt

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