KOMPOST, MULCH & CO Kreisläufe im Naturgarten - Gemeinde Muckendorf-Wipfing

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KOMPOST, MULCH & CO Kreisläufe im Naturgarten - Gemeinde Muckendorf-Wipfing
K OM P OS T, M U LCH & CO
  Kreisläufe im Naturgarten
KOMPOST, MULCH & CO Kreisläufe im Naturgarten - Gemeinde Muckendorf-Wipfing
2     Inhaltsverzeichnis

    INHALT

    Vorwort............................................................................... 3

    Natur im garten . ............................................... 4
    Kriterien von „Natur im Garten“......................................... 5
    So bekommt Ihr Garten Kraft.............................................. 6

    Im Garten schlieSSt sich der Kreis....................... 7
    Gesunder Boden.................................................................. 8
        Bodenlebewesen............................................................ 8
        Mulchen........................................................................ 9
        Laub........................................................................... 10
        Kompost..................................................................... 11
    Jauchen, Brühen & Co....................................................... 13
    Gründüngung.................................................................... 14
    Richtig Gießen................................................................... 15
    Pflanzen, Ernten & Genießen............................................ 16

    Kinderseite....................................................... 17
    Der Regenwurm................................................................. 17

    Impressum: Herausgeber und Verleger: Land Niederösterreich, Gruppe Raumordnung,
    Umwelt und Verkehr, Abteilung Umweltwirtschaft und Raumordnungsförderung, A-3109
    St. Pölten; Redaktion: Joachim Brocks, Elisabeth Koppensteiner;
    Text: NÖ Gartentelefon - Daniela Knapp, Elisabeth Koppensteiner, Peter Kunert, Luzia Mar-
    chsteiner, Helga Schleritzko, Stefan Strobelberger, Christina Wundrak;
    Fotos: Natur im Garten/Alexander Haiden, Joachim Brocks, Margit Beneš-Oeller; iStockPho-
    to Illustrationen: “die umweltberatung“/ Rainer Burger, Margit Beneš-Oeller
    Konzept/Layout: Markus Steinmaßl, Druck: Ueberreuter Print GmbH,
    © Februar 2010
KOMPOST, MULCH & CO Kreisläufe im Naturgarten - Gemeinde Muckendorf-Wipfing
Vorwort      3

vo rWo rT

Gärtnerinnen und Gärtner in unseren Naturgärten überneh-
men liebevoll Verantwortung für ihr Grün. Diese nachhaltige
Einstellung zur uns umgebenden Umwelt kann gar nicht hoch
genug geschätzt werden. Gerade im naturnah bewirtschaf-
teten Garten sind die Kreisläufe der Natur ganz unmittelbar
erlebbar und können mit der richtigen Pflege aktiv geschlos-
sen werden. Hier wird aus Küchenabfällen wertvoller Kom-
post, hier wird kein Wasser, werden keine wertvollen Nähr-
stoffe verschwendet.
Seit über 10 Jahren sorgt die niederösterreichische Aktion
„Natur im Garten“ für Service und Beratung für alle, die sich
für den Weg des naturnahen Gärtnerns entscheiden. Und der
Erfolg gibt uns recht: Mittlerweile versammelt sich eine Viel-
zahl von internationalen Garten-Partnern unter dem Logo
von „Natur im Garten“ und forciert und bewirbt gemeinsam
ökologische Gartenthemen.
Auf der ökologischen Gartenschau DIE GARTEN TULLN
einigten sich wesentliche deutschsprachige Garteninitiativen
auf das erste gemeinsame Thema: Kompost, Mulch & Co. Mit
dieser Broschüre erhalten Sie alle Informationen dazu, wie Sie
Kreisläufe in Ihrem Naturgarten schließen und so aktiv zum
Klimaschutz beitragen können.
Wir wünschen Ihnen damit viel Vergnügen!

Dr. Erwin Pröll                   Mag. Wolfgang Sobotka
Landeshauptmann                   Landeshauptmann-Stellvertreter
KOMPOST, MULCH & CO Kreisläufe im Naturgarten - Gemeinde Muckendorf-Wipfing
4    Natur im Garten

    „NATur Im gArTeN“
    Wo „Natur im Garten“ ist, da fühlt sich der Mensch so rich-
    tig wohl. Denn hier ist der Garten ein gemütlicher und na-
    turnaher Erholungsraum. Er ist aber auch Lebensraum und
    Heimat für viele Pflanzen und Tiere. Daraus resultiert eine
    sorgsam gehütete und umweltfreundlich gepflegte lebendige
    Vielfalt. Seit 1999 arbeitet das niederösterreichische Projekt
    „Natur im Garten“ an dem Ziel, Hausgärten in ebensolche
    Naturoasen zu verwandeln.

    Die Ausgangssituation vor 10 Jahren: Studien belegten, dass
    in den Gärten hochdosierte, giftige Pflanzenschutzmittel ver-
    wendet wurden und dass die Böden zum Teil maßlos über-
    düngt waren. Um dem entgegenzuwirken wurde die Aktion
    „Natur im Garten“ ins Leben gerufen.

    Die Grundsätze und Ziele von „Natur im Garten“ sind:
    • Verzicht auf umweltschädigende Stoffe in Gärten und
        Grünräumen
    • Naturnah gestaltete und bewirtschaftete Gärten und
        Grünräume schaffen Lebensräume für eine Vielfalt an
        Tier- und Pflanzenarten
    • Möglichst hoher Anteil an Selbstversorgung mit Gemüse
        und Obst aus dem eigenen Garten
    • Ressourcenschonendes Bewirtschaften der Gärten und
        Grünräume: z.B. Kompostierung und Verwendung um-
        weltschonender Gartenmaterialien

    Ihr Team vom NÖ Gartentelefon wünscht Ihnen viele
    Gemüsegarten-Freuden und steht Ihnen für alle weiteren
    Fragen gerne unter 02742/74333 zur Verfügung!
KOMPOST, MULCH & CO Kreisläufe im Naturgarten - Gemeinde Muckendorf-Wipfing
Natur im Garten      5

die kriterien von
„natur im garten“
Mit einem Naturgarten wird ein Beitrag zum Umweltschutz
geleistet. Naturnahes Gärtnern bedeutet nämlich wirtschaften
mit Verantwortung. Hier gelten die drei wichtigsten Kernkri-
terien:

•   Keine Pestizide:
    Chemische Pflanzenschutzmittel sind in einem Naturgar-
    ten tabu. Sie beeinträchtigen nicht nur Schädlinge, son-
    dern auch Nützlinge und andere Organismen. Zusätzlich
    wird bei deren Produktion die Umwelt belastet.
    Im Naturgarten finden stattdessen vorbeugende Maß-
    nahmen Anwendung, wie die Auswahl standortgerechter
    Pflanzen, eine nachhaltige Bodenpflege und die Förde-
    rung von Nützlingen. Der sanfte Einsatz von Jauchen,
    Brühen oder Tees hält Pflanzen gesund und unterstützt
    biologische Kreisläufe.

•   Keine leicht löslichen Mineraldünger:
    Leicht lösliche mineralische Düngemittel liefern Nähr-
    stoffe in wasserlöslicher Form. Diese können leicht ins
    Grundwasser gelangen und auch ihre Produktion belastet
    die Umwelt. Zusätzlich ist die Gefahr von Überdüngung
    groß – die Pflanzen werden krankheits- und schädlings-
    anfälliger.
    Organische Dünger hingegen ernähren die zahlreichen
    Bodenorganismen, die daraus Nährstoffe für die Pflanzen
    mobilisieren. Der Kompost ist hier der beste, selbst her-
    gestellte Dünger aus dem eigenen Garten. Mulchen und
    Gründüngung unterstützen die Bodengesundheit und
    sorgen für einen natürlichen Nährstoffnachschub.

•   Kein Torf zur Bodenverbesserung:
    Seltene Moorlandschaften mit ihrer einzigartigen Flora
    und Fauna werden durch den Torfabbau zerstört. Die
    natürliche und standortgerechte Bepflanzung macht
    die Verwendung torfhaltiger Erden überflüssig.
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6    Natur im Garten

    So bekommt ihr
    garten kraft
    Weitere Kriterien beschreiben,
    wie ein Naturgarten aussehen
    und wie er sorgsam bewirtschaftet
    werden kann.

    Verschiedene Naturgartenelemente
    wie Wildstrauchhecken, Blumen-
    wiesen, Laubbäumen und blühende
    Stauden sowie Sonderstandorte wie
    Trockenmauern und Feuchtbiotope
    schaffen Lebensraum und Nahrungsgrundlage für viele hei-
    mische Tierarten.

    Die Verwendung von Kompost und Regenwasser, regelmä-
    ßiges Mulchen, das Schaffen von Nützlingsunterkünften, so-
    wie eine sinnvolle Fruchtfolge und Mischkultur helfen mit,
    den Garten gesund zu halten.

    Zum Selbstverständnis des naturnahen Gärtnerns gehört die
    naturnahe Gestaltung genauso wie ein gesunder Boden.
    Wissen, Toleranz, Geduld und Vertrauen in die Natur sind im
    Garten, genauso wie im Leben, hilfreich, um mit Freude zu
    gärtnern und mit Genuss zu ernten.
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Im Garten schließt sich der Kreis     7

Im gArTeN scHLIessT
sIcH der KreIs
Die Kreislaufwirtschaft ist das natürlichste Prinzip der Welt.
Ein Baum im Laufe der Jahreszeiten betrachtet, führt die
Nährstoffe immer wieder im Kreis. Was er dem Boden für
Wachstum und prächtiges Gedeihen im Frühling und Sommer
entnimmt, führt er ihm und den Bodenlebewesen im Herbst
mit einer beachtlichen Laubmenge wieder zurück. Ständiges
Kommen und Gehen in der Natur ermöglicht ein ausgegli-
chenes Entnehmen und wieder Zurückgeben der lebenswich-
tigen Nährstoffe.

NATürLIcHer NÄHrsToffKreIsLAuf:

Bei der Ernte, aber auch bei Schnitt-, Mäh- und sonstigen
Pflegemaßnahmen werden dem Garten wichtige Substan-
zen entnommen. Der Einsatz von Kompost als hochqualita-
tiver organischer Dünger, sowie die Verwendung vielfältiger
Mulchmaterialien, wie Strauch- und Rasenschnitt oder Laub,
schließen den Kreislauf und halten das natürliche Gleichge-
wicht dauerhaft aufrecht. Ein Garten im Gleichgewicht regu-
liert sich somit fast von selbst und braucht weder Pestizide
noch synthetische Dünger oder Torferde.
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8    Im Garten schließt sich der Kreis

    Gesunder boden
    Ein gesunder, belebter Boden ist Grundvoraussetzung für das
    erfolgreiche Gedeihen von Pflanzen. Er liefert die notwendigen
    Nährstoffe sowie Wasser, ermöglicht eine feste Verankerung
    der Pflanzen und beugt Krankheiten vor. Um einen frucht-
    baren, belebten Gartenboden zu erhalten und zu fördern ist
    die Bodenpflege von außerordentlicher Bedeutung: Kompost
    zählt genauso dazu wie das Mulchen und der Anbau von
    Gründüngungspflanzen. Durch den Verzicht auf chemische
    Pflanzenschutzmittel und künstliche Dünger wird der Boden
    mit seinen Lebewesen geschützt, wodurch der Nährstoffkreis-
    lauf nicht gestört oder unterbrochen wird.

    Bodenlebewesen
    Der Boden ist ein wahrer Mikrokosmos und gleichzeitig einer
    der am dichtest besiedelten Lebensräume der Erde. Unzählige
    Organismen wie Bakterien, Pilze und Tiere bevölkern dieses
    artenreiche und hochkomplexe Ökosystem. Einige der grö-
    ßeren Exemplare (z.B. Regenwürmer, Asseln, Tausendfüßer)
    sind uns wohl bekannt. Andere Klein- und Kleinstlebewesen
    bleiben aber unseren Augen aufgrund ihrer geringen Größe
    oder unterirdischen Lebensweise meist verborgen. Jedes die-
    ser so unterschiedlichen Lebewesen übernimmt ganz spezielle
    Aufgaben und alle zusammen sind sie die treibende Kraft, die
    den Kreislauf am Leben hält.
    Um weiterhin einen hochaktiven Boden zu erhalten, sollten
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Im Garten schließt sich der Kreis   9

die „hungrigen Mäuler“ im Untergrund auch mit Bedacht
gefüttert werden: Wichtig ist deshalb eine ausgewogene or-
ganische Düngung mit Kompost, Mulchmaterialien, Jauchen,
Pflanzenreste, etc.

Eine schonende Bodenbearbeitung (lockern mit der Grabga-
bel und nicht umstechen) ist von Bedeutung, da dadurch das
empfindliche Gefüge im Boden nicht gestört wird.

mulchen
Eine Mulchschicht schützt den Gartenboden vor direkter
Sonneneinstrahlung, Austrocknung und hohen Tempera-
turen, aber auch vor starkem Regen und Abschwemmungen.
Ist der Boden bedeckt, verringert sich die Verdunstung indem
Feuchtigkeit zurückgehalten wird und es entsteht ein aus-
geglichenes Mikroklima. Rasen- oder gehäckselter Strauch-
schnitt, Pflanzenreste, Laub oder Heu in dünnen Schichten
ausgebracht, wirken zusätzlich als organischer Dünger, för-
dern das Bodenleben und somit auch eine stark ausgeprägte
Krümelstruktur.

TIPP: Durch Mulchen wird auch der Beikrautwuchs unterdrückt
KOMPOST, MULCH & CO Kreisläufe im Naturgarten - Gemeinde Muckendorf-Wipfing
10    Im Garten schließt sich der Kreis

     muLcHeN für rAseNfLÄcHeN
     Dem Rasen werden beim Mähen laufend Nährstoffe entzogen.
     Mit speziellen Mulchmähern können dabei häufig gemähte
     Rasenflächen gleichzeitig gedüngt werden. Das fein geschnit-
     tene, nährstoffreiche Mähgut bleibt liegen und wird von den
     Bodenhelfern in wertvollen Dünger verwandelt.

     Laub
     Laub ist mit seinem breiten Spektrum an Nährstoffen der
     vielseitigste natürliche Dünger. Wer mit Laub mulcht, trägt
     damit zur ausgeglichenen Versorgung des Bodenlebens und
     der Pflanzen bei.
     Auch als isolierende Mulchdecke für den Winter eignet sich
     Laub. Nicht nur offener Boden und Pflanzen benötigen Schutz,
     auch tierische Gartenbewohner freuen sich über geschützte
     Überwinterungsplätze. Zahlreichen, nützlichen Helfern bietet
     eine lockere Mulchschicht Versteckmöglichkeiten.
     Ausnahme: Bei Wühlmäusen - Obstbäume im Winter nicht
     mulchen!

     Andere Kleinlebewesen nutzen hohle Pflanzenstängel als Win-
     terquartier. Lassen Sie deshalb an einigen Stellen im Garten
     abgeblühte Pflanzen und trockene Stängel stehen. Auch für
     einige Vögel bieten verbleibende Samenstände eine willkom-
     mene, zusätzliche Futterquelle in der kargen Jahreszeit.

     TIPP: Ein größerer Laubhaufen wird immer wieder gerne vom „Natur im
     Garten“ Maskottchen - dem Igel - zur Überwinterung angenommen
Im Garten schließt sich der Kreis    11

Kompost
Guter Kompost enthält alle wichtigen Pflanzennährstoffe in
ausreichender Menge und versorgt die Pflanzen besonders
ausgewogen. 3 -5 l /m² Kompost pro Jahr sind ausreichend.

Die Stärke von Kompost liegt im reichen Besatz an Mikro-
organismen und Pilzen, die Nährstoffe mobilisieren. Durch
Verdrängung von Krankheitskeimen und die Produktion von
Krankheit abwehrenden Stoffen durch die Kompostorganis-
men ist Kompost besonders wichtig für die Gesundheit der
Pflanzen.

so geLINgT dIe KomPosTIeruNg:
Der Kompostplatz ist, als Herz des Gartens, gut zugänglich
und vor Wind und Sonne geschützt. Direkter Bodenkontakt
ermöglicht das Zuwandern von Kompostorganismen. Für
optimale Luftversorgung und Wasserabfluss in der Kompost-
miete sorgt die unterste Schicht aus grobem Strukturmaterial
(z.B. Strauchschnitt). Gut vermischtes Kompostmaterial, wie
z.B. organische Küchen- und Gartenabfälle werden aufge-
setzt. Problematisches Jätmaterial, wie z.B. samentragendes
Unkraut, kommt in die Mitte. Zur optimalen Kompostierung
tragen genügend Befeuchtung während des Auf- und Umset-
zens (zweimal Umsetzen empfehlenswert) und beigemischte
Hilfsstoffe wie Steinmehl und etwas Komposterde bei. Das
Abdecken mit Grasschnitt, Laub oder Stroh bietet Schutz vor
Wettereinflüssen. Nach ca. 6 bis 12 Monaten ist der krümelige
nach Walderde riechende Kompost „reif“.
12    Im Garten schließt sich der Kreis

     ersTe HILfe BeI der KomPosTIeruNg:
     Wenn der Komposthaufen zu feucht ist, finden meist uner-
     wünschte Fäulnisprozesse statt. Er beginnt zu „riechen“.
     Dann kann das Umschichten und Einarbeiten von trockenem,
     grobem Material Abhilfe schaffen. Gesteinsmehl oder Algen-
     kalk binden unangenehme Gerüche.
     Kommen keine Verrottungsprozesse zustande, wirkt eine
     stickstoffhaltige Brennnesseljauche wahre Wunder. Bei Aus-
     trocknung wird das erneute Umsetzen und Gießen oder Zu-
     mischen von feuchtem Kompostmaterial notwendig.

     TIPP: Eine Mischung aus 10 - 15 l warmem Wasser, 1 Würfel Germ (Hefe)
     und ½ kg Zucker kurbelt den Rottevorgang durch rasche Erhitzung an. Da-
     durch werden im Herbst auch die im Kompost abgelegten Schneckeneier
     abgetötet.

     KomPosTIereN scHüTzT dAs KLImA
     Die Kompostversorgung des Gartenbodens trägt zum Auf-
     bau einer nahrhaften Humusschicht bei – und das bedeutet
     Klimaschutz! Humusreiche Böden sind sehr gute Kohlendio-
     xid (CO2)-Speicher. Eine dicke Humusschicht verbessert die
     Fähigkeit, das treibhauswirksame Gas Kohlendioxid aus der
     Luft zu binden und im Boden zu speichern.
     Durch die Kompostierung im Garten werden umweltbelasten-
     de Transportwege gespart. Gartenabfälle werden nicht ab-
     transportiert, sondern an Ort und Stelle verwertet.
     Wer kompostiert, leistet somit im eigenen Garten seinen ganz
     persönlichen Beitrag zum Klimaschutz!
Im Garten schließt sich der Kreis            13

JAu c He N, B r üH e N uN d
Tees
Durch die Zubereitung von Brühen und Jauchen werden In-
haltsstoffe aus den Pflanzen gewonnen, die der Pflanzenstär-
kung und Krankheitsvorbeugung dienen.

dIe fLüssIgeN KrAfTPAKeTe
Jauchen sind kraftvoller Naturdünger. Besonders bei Stark-
zehrern im Gemüsegarten sorgen sie für gesunden Wachs-
tumsschub.
Die Klassiker unter den Jauchen bestehen aus Brennnessel
(v.a. Stickstoff) oder Beinwell (v.a. Kalium).

HersTeLLuNg eINer JAucHe:
1 kg frische Kräuter und 10 l Wasser in einen Kübel geben, ca.
zwei Wochen, locker zugedeckt, vergären lassen, einmal täg-
lich umrühren. Die fertige Jauche kann 1:10 verdünnt alle 1
- 2 Wochen zu den Wurzeln gegossen werden. Eine Handvoll
Steinmehl auf die Oberfläche gestreut, bindet Gerüche.

HersTeLLuNg eINer BrüHe:
1 kg frische oder 150 g getrocknete Kräuter werden in 10 l
Wasser ca. 24 Std. stehen gelassen. Anschließend ca. 30 Min.
schwach aufkochen und abseihen. Die Ackerschachtelhalm-
brühe wird fünffach verdünnt alle 2 - 3 Wochen vom Frühling
bis zum Sommer verwendet – sie beugt Pilzerkrankungen an
Obst und Gemüse vor.

TIPP: Komposttee – Gönnen Sie Ihren Pflanzen etwas Gutes!
Einen alten Leinensack oder ein Tuch mit Kompost füllen, in einen Eimer mit
Wasser hängen und über Nacht stehen lassen. Diese natürliche Pflanzenstär-
kung kommt unverdünnt 1x / Woche nährstoffliebenden Pflanzen zu Gute.
14    Im Garten schließt sich der Kreis

     gr ü Nd ü Ng uN g
     Gründüngung ist Bodenkur: Sie bringt den Boden und das
     Leben in ihm wieder so richtig in Schwung. Phazelie (Bienen-
     freund), Wicken, Lupinen, Ringelblumen, Spinat, etc. werden
     nicht wie herkömmliche Kulturpflanzen geerntet, sondern
     oberflächlich in den Boden eingearbeitet oder gemulcht.
     Gründüngungspflanzen, die zur Familie der Schmetterlings-
     blütler zählen (z.B. Wicken, Bohnen, Lupinen), können aus
     der Luft Stickstoff sammeln. Sie düngen also den Boden noch
     zusätzlich!

     Weitere Vorteile von Gründüngungspflanzen sind:
     • Förderung und Ernährung des Bodenlebens bis in tiefere
         Bodenschichten.
     • Mit ihren Wurzeln lockern und durchlüften sie den Bo-
         den. Sie reichern ihn auch mit organischer Masse an tra-
         gen zum Humusaufbau bei
     • Blühende Gründüngungspflanzen bieten Nektar und
         Blütenstaub für viele Insekten
     • Die Blätter schützen den Boden im Sommer vor Sonnen-
         einstrahlung und sind im Winter Schutz für das Boden-
         leben
     • Unterdrückung von unerwünschten Beikräutern
     • Sie liefern wertvolles Material zum Mulchen oder Kom-
         postieren
     • Überschüssige Nährstoffe werden in brachen Beeten
         gespeichert und in der nächsten Wachstumsperiode zur
         Verfügung gestellt
     • Spinat und Vogerlsalat sind essbare Gründungung!
     TIPP: Ringelblumen bringen bunte Farbtupfer in die
     Gründüngung und locken auch Nützlinge in die Gärten.
Im Garten schließt sich der Kreis   15

rIc HTIg g I e s s e N

In der heißen Jahreszeit muss manchmal mit dem lebensspenden-
den Nass nachgeholfen werden.

Beim richtigen Gießen gelten drei einfache Grundregeln:
• lauwarmes Regenwasser aus der Regentonne ist besser als
    kaltes Brunnen- oder Leitungswasser
• morgens gießen ist günstiger als abends
• nicht so oft (je nach Witterung 2 - 3 mal pro Woche) aber
    kräftig ist besser als häufig und nur oberflächlich

Wird abends gegossen, dann muss die Pflanze mit den „Füßen im
kalten Wasser schlafen gehen“ – was ihr nicht gut tut! Dadurch
werden Schnecken und Pilzerkrankungen gefördert.

Mulchen hält den Boden länger feucht, denn durch die Bodenbe-
deckung kann die Verdunstung des Wassers im Boden stark ein-
geschränkt werden.

Wenn gegossen werden muss, dann am besten die Pflanzen nicht
überbrausen, sondern direkt zum Wurzelbereich gießen.
An trockenere Standorte angepasste Gehölze, Stauden und Kräu-
terrasen benötigen weniger Wasser.

TIPP: Auch Bodenbearbeitung kann Wasser sparen helfen:
Einmal hacken erspart zweimal gießen.
16    Im Garten schließt sich der Kreis

     P f L A N z e N, e r N T e N &
     geNIe sse N
     Was verführt zum gesunden Naschen? Köstliches Obst und
     schmackhaftes Gemüse - frisch geerntet aus dem eigenen
     Garten! Der Anbau gelingt mit den Prinzipien des naturnahen
     Gärtnerns ganz einfach.

     mIscHKuLTur
     Pflanzen können sich gegenseitig fördern und auch schützen
     Beispiele für gute Mischkulturen: Karotten und Zwiebel (die
     Zwiebelfliege wird abgewehrt), Salat und Radieschen (gegen
     Erdflöhe).

     TIPP: Die Mischkulturscheibe ist ein schneller und kompetenter Helfer beim
     Auswählen guter Pflanzengemeinschaften.
     Zu bestellen am NÖ Gartentelefon 02742/ 74333.

     frucHTfoLge:
     Pflanzen mit unterschiedlichem Nährstoffbedarf werden zeit-
     lich nacheinander auf die einzelnen Beete gepflanzt. Im ersten
     Jahr wird organisch gedüngt und mit Starkzehrern (hoher
     Nährstoffbedarf, z.B. Kürbis, Kraut, Zucchini) bepflanzt. Im
     nächsten Jahr folgen Mittelzehrer (z.B. Karotten, Mangold,
     Lauch) und im 3. Jahr Schwachzehrer (z.B. Salat, Buschboh-
     nen, Erbsen). Danach kann den Beeten ein Jahr Ruhepau-
     se gegönnt werden. Es werden Gründüngungspflanzen wie
     Phazelie, Spinat, einjährige Kleearten oder Gelbsenf gesät.

     TIPP: Regelmäßige Gartenarbeit ist ein gesunder und sportlicher Ausgleich
     zum Arbeitsalltag und erhält körperliche Fitness bis ins hohe Alter.
Kinderseite     17

KI Nd e r s e I T e
der r e g e N Wur m
Der Regenwurm ist ein sehr interessantes Tier. Hast du ihn
schon einmal beobachtet? Er macht aus pflanzlichen Abfällen
wieder gute Erde.

dIe regeNWurmWoHNuNg
In ein großes Einmachglas füllst du abwechselnd Schichten
aus genügend feuchter Erde und Sand. Obendrauf kommen
einige Schichten welkes Laub oder Grasschnitt. Dann werden
ein paar Kompost- oder Regenwürmer hineingesetzt, die vor-
her im Garten gesammelt wurden.
Das Glas stellst du nun an einen kühlen Platz und bedeckst es
mit einem dunklen Tuch. Regenwürmer mögen kein Licht!

sorge guT für deINe Würmer!
Von Zeit zu Zeit musst du deine Würmer mit Pflanzenresten
füttern. Die Erde ist auch immer gut feucht zu halten. Aber
achte darauf sie nicht mit Wasser zu überschütten, sonst er-
tränkst du die Würmer!
Nach einigen Tagen sind an der Glaswand die Wohnröhren
zu entdecken und du kannst sehen, wie die Würmer nach
und nach die Pflanzenreste in die Erde hineinziehen und alle
Schichten allmählich durchmischen.

TIPP: Wusstest du, dass der kleine
Kompostwurm ein enger Verwandter
vom Regenwurm ist?
Er lebt im Komposthaufen und
hilft dort bei der Verwandlung
von Gartenabfällen in gute
Komposterde.
18    Information

     AN T W o rT e N A u f A L L e
     gArT e Nf r A g e N
     Seit über 10 Jahren setzt sich „Natur im Garten, eine Initiati-
     ve des Landes Niederösterreich, mit einem vielfältigem Ange-
     bot für naturnahes Gärtnern ein.

     gArTeNWIsseN
     Das „Natur im Garten“ Ratgebermagazin bringt allen Gar-
     teninteressierten vierteljährlich die Vielfalt im Garten nahe. In
     über 55 Fachbüchern von „Natur im Garten“ finden Sie alles
     Wissenswerte über den Naturgarten. Zahlreiche Anregungen
     zu diesem weiten Feld gibt auch die TV- Show „Natur im
     Garten“. Daneben können Garteninteressierte sich auf www.
     naturimgarten.at über aktuelle Schwerpunkte informieren.

     PrAXIsNAHe gArTeNBerATuNg
     Die „Natur im GARTEN-AKADEMIE“ legt bei Seminaren,
     Vorträgen und Workshops Wert auf die Kombination von Wis-
     sen und Praxis. Das NÖ Gartentelefon ist die Anlaufstelle Nr.
     1 in Sachen Naturgarten. Sie haben Fragen zu den Themen
     umweltfreundliches Gärtnern oder vielfältige Gestaltung? Am
     NÖ Gartentelefon erhalten Sie die richtigen Antworten! Das
     Gartentelefon plant, individuell auf Sie abgestimmte Natur
     im Garten - Gestaltungsvorschläge für Teilbereiche Ihres Gar-
     tens anzubieten.

     LANd der gÄrTeN
     Mit der kostenlos erhältlichen Schaugarten- und Partnerbe-
     triebskarte finden Sie den Weg in die 135 Schaugärten Nie-
     derösterreichs. Darüber hinaus stehen Ihnen in NÖ über 160
     Partnerbetriebe mit einem Angebot an heimischen Pflanzen,
     umweltverträglichen Pflanzenpflegemitteln und Erden zur
     Seite. Als lebendiges Anschauungsobjekt macht auch DIE
     GARTEN TULLN Lust auf naturnahes Gärtnern.

     Weitere Informationen:
     NÖ Gartentelefon
     02742/74333 E-Mail: gartentelefon@naturimgarten.at
     www.naturimgarten.at
     www.diegartentulln.at
     www.diegaerten.at
     www.biogartendoktor.at
Information   19

       „ NAT ur I m g A rT e N
         INT e r N AT I o N A L“

Im Jahr 2009 haben sich auf niederösterreichischer ökolo-
gischer Gartenschau, der GARTEN TULLN, wesentliche
deutschsprachige Garteninitiativen darauf geeinigt, das The-
ma des ökologischen Gärtnerns unter dem Logo von “Natur
im Garten“ zu forcieren.

Es wurde die Vereinbarung getroffen, ein gemeinsames ökolo-
gisches Garten-Schwerpunktthema in den jeweiligen Organi-
sationen mitzuentwickeln, mitzutragen und zu bewerben. Als
erster gemeinsamer Schwerpunkt wurde „Kreislaufwirtschaft
im Garten“ gewählt – die vorliegende Broschüre „Kompost,
Mulch & Co“ ist das erste Ergebnis aus dieser Kooperation.

Mehr Informationen zu den beteiligten Garten-Institutionen
finden Sie unter:
www.naturimgarten.at/international

                                   Eigenheimerverband
                                   Bayern e.V.

   Deutsche Gartenakademien
WWW.DIEGARTENTULLN.AT
                                         APRIL – OKTOBER

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                                       Über 40 Gärten
                                       laden zum
                                       Entspannen und
                                       Genießen ein

Ökologisches
Gärtnern
und Praxistipps
werden in Vorträgen
zu allen Gartenthemen
vermittelt.

                                       Au(s)blicke
                                       über die Umgebung
                                       bietet der einzigartige
                                       Baumwipfelweg

Spiel & Spaß
am größten Spielplatz
Niederösterreichs
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