Ökoprofit Erfurt Auszeichnung 2012 / 2013 - Erfurt.de
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Impressum Inhalt Herausgeber: Nachhaltig selber machen 2 ÖKOPROFIT. Was ist ÖKOPROFIT? 4 ÖKOPROFIT in Erfurt 6 Was wird konkret gemacht? 6 ÖKOPROFIT-Auszeichnung 7 redaktion: Dezernat Stadtentwicklung und ÖKOPROFIT Erfurt – die Ergebnisse 8 Umwelt – Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen / Ausblick 9 Layout: Werbeagentur Kleine Arche GmbH, ÖKOPROFIT Erfurt – die Kooperationspartner 27 www.kleinearche.de texte und Bilder: Projektangebote 2013 / 2014 30 Erfurter ÖKOPROFIT-Betriebe, Stadtverwaltung Erfurt ÖKOPROFIT Erfurt – Betriebe 2000–2013 32 sowie die Kooperationspartner von ÖKOPROFIT Erfurt; Das Netzwerk – ÖKOPROFIT in Deutschland 33 © Titelfoto: Bild13 SportPresseFotos, www.bild13.com; Marcel Krummrich gedruckt auf Recyclingpapier aus 100 % Altpapier Die Erfurter Ökoprofit-Betriebe 2012/2013: Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt 10 Studentenzentrum Engelsburg e.V. 11 Erfurter Sportbetrieb 12 Erfurter Teigwaren GmbH 13 Erfurter Verkehrsbetriebe AG 14 Kakteen-Haage 15 Klocke & Schumann GmbH & Co. KG 16 Messe Erfurt GmbH 17 PV Crystalox Solar Silicon GmbH 18 Sparkasse Mittelthüringen 19 SWE Stadtwirtschaft GmbH 20 Steidl Transporte Eisenach 21 Thüringer Aufbaubank 22 Hinweis: Tank und Umwelt GmbH 23 Ökoprofit® ist ein eingetragenes Waren zeichen der österreichischen Landes hauptstadt Graz. Universität Erfurt 24 Die Nutzungsrechte für die deutschen ÖkoprofitArbeitsmaterialien haben die vhs – Volkshochschule Erfurt 25 Landeshauptstadt Graz und die Landes hauptstadt München. VMET – Verband der Metall- und Elektro-Industrie in Thüringen e. V. 26 ÖKOPROFIT Erfurt 2012 / 2013
Liebe Erfurterinnen und Erfurter, sehr geehrte Leserinnen und Leser, ÖKOPROFIT ist das Agenda-21-Projekt, mit Unternehmen erstmals als Pilotvorhaben dem seit zwölf Jahren mittlerweile 111 zu- eine Workshopreihe „Betriebliches Mobili- meist Erfurter Betriebe und die Stadtverwal- tätsmanagement“ starten. Eine Fortsetzung tung gemeinsam zeigen, was zukunftsfähiges ist geplant. Als Stadt sind wird stolz auf die und nachhaltiges Wirtschaften in Kooperati- erneute Auszeichnung als „Stadt der Weltde- on bringen kann. ÖKOPROFIT – ÖKOlogisches kade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ PROjekt Für Integrierte UmweltTechnik – ist und auf die Verabschiedung des Erfurter Kli- ein betriebliches Umweltmanagementpro- maschutzkonzeptes. gramm, das die Einsparung von Betriebskos- 2012 sollte das Jahr der Neuorientierung und ten mit einer Entlastung der Umwelt verbin- Fokussierung nachhaltiger Entwicklung welt- det und somit ökologische und ökonomische weit werden. Die Weltkonferenz „Rio+20“ im und auch soziale Folgekosten für die Zukunft Juni 2012 in Rio de Janeiro hat jedoch einmal reduziert. mehr gezeigt, dass auf internationaler Ebene Der durch das Projekt geförderte intensive Di- nicht immer der notwendige Durchbruch er- alog der beteiligten Unternehmen unterei- reicht und verbindliche Ziele festgeschrieben nander und die Möglichkeit des Austausches werden können. Von daher kommt es umso mit städtischen Behörden stellen für die Be- mehr auf uns selbst, die kommunale und regi- triebe einen weiteren wesentlichen und sehr onale Ebene, an. Die Jahrestagung des Bun- geschätzten Aspekt dar. Als Zeichen hierfür desverbandes deutscher Stiftungen, der werte ich den auf Anregung einiger Betriebe Deutsche Naturschutztag und der Netzwerk- initiierten ÖKOPROFIT-Stammtisch, in dem 21Kongress für lokale Nachhaltigkeitsinitiati- abseits der fachlichen Workshoparbeit der ven in Erfurt 2012 standen thematisch unter persönliche Austausch vertieft und neue dem Eindruck der Weltkonferenz in Rio. Ermu- Ideen für umweltgerechtes und soziales Han- tigend waren für mich hierbei die Vielzahl der deln in Erfurt entwickelt werden. Für das En- Workshopthemen und Praxisprojekte, in de- gagement der siebzehn ÖKOPROFIT-Club- nen gezeigt wurde, wie Nachhaltigkeit in Betriebe, die bereits zum wiederholten Mal Kommunen, Verbänden, Unternehmen, Stif- die Auszeichnung erhalten, bedanke ich mich tungen, Vereinen und Initiativen bereits heu- sehr. Dank der Vorbildwirkung der bisherigen te gelebt wird und sich auch zunehmend in ÖKOPROFIT-Betriebe bin ich optimistisch, Strukturen verbindlich verankert. Meine Bitte dass es auch im Jahr 2013 gelingt, die zehnte an den Bund, die EU und die Bundesländer ist Einsteigerrunde durchzuführen, in der Be- es, verlässliche und motivierende Rahmenbe- triebe erstmalig eine ÖKOPROFIT-Auszeich- dingungen zu schaffen und auch die eigene nung anstreben. Vorbildfunktion stärker wahrzunehmen. Entsprechend der Kerngedanken ÖKOLOGIE Mein Dank gilt wieder dem Freistaat Thürin- und PROFIT haben die ÖKOPROFIT-Betriebe gen, der aus Mitteln der Europäischen Union 2012/2013 mit ihren Umweltschutzmaßnah- das Projekt ÖKOPROFIT und viele weitere un- men nicht nur die Umwelt entlastet, sondern serer Agenda-21-Projekte von Beginn an aktiv auch Kosten gesenkt: So wurden, vielfach begleitet und gefördert hat. Auf die weitere schon in der Projektlaufzeit, Ressourcen wie Zusammenarbeit auf Grundlage der Thürin- Energie und Wasser eingespart, Abfallmen- ger Nachhaltigkeitsstrategie freue ich mich. gen reduziert, aber auch Organisationsstruk- turen optimiert und der Arbeits- und Brand- schutz verbessert. Die damit verbundenen Einsparungen sind ein konkreter Erfurter Bei- trag zum weltweiten Klimaschutz und schla- gen sich positiv auf den Betriebskonten der Unternehmen nieder. Ein weiterer Zugewinn sind innovative Ideen, die sich aus der guten Kooperation zwischen Stadt und ÖKOPROFIT- Andreas Bausewein Betrieben entwickeln. Ganz in diesem Sinne Oberbürgermeister konnten wir im Jahr 2012 mit vier beteiligten der Landeshauptstadt Erfurt ÖKOPROFIT Erfurt 2012 / 2013 1
Nachhaltigkeit selber machen Die wesentliche Erkenntnis der Rio +20-Konferenz für die Kommunen und Initiativen heißt: Nachhaltige Entwicklung in eigener Verantwortung weiter entwickeln. Von rio zu rio+20 Zivilgesellschaft und kommunen 1992 fand in Rio der erste Weltgipfel für eine Da sich parallel zu den internationalen und nati- nachhaltige Entwicklung, der sogenannte Erd- onalen Strukturen seit 1992 die Kommunen mit gipfel, statt. 179 Staaten einigten sich darauf, ihrer zivilgesellschaftlichen Ebene zur vielleicht in Zukunft ihr Handeln am Leitbild einer nach- stärksten Kraft der Agenda 21 entwickelt haben, haltigen Entwicklung zu orientieren. Das dort deren Rolle auch auf der Rio-Konferenz verstärkt verabschiedete Aktionsprogramm „Agenda 21“ wahrgenommen wurde, gilt es, diese Kraft für bildet seitdem den Konsens, der global und lo- die weltweite nachhaltige Entwicklung in den kal mit Inhalten gefüllt wird. Inhalte, die für kommenden Jahre aktiv zu gestalten. eine nachhaltige ökologische, ökonomische und soziale Entwicklung im 21. Jahrhundert un- Dies „Nachhaltigkeit selber machen“ heißt abdingbar sind. Der durch die Agenda 21 ange- erst einmal im engeren Wortsinne, lokal in den strebte Ausgleich zwischen dem dauerhaften Kommunen und in der Zivilgesellschaft nach- „Local is global and global is local“… Schutz unserer Umwelt und der Lebensgrund- haltige Aktionen, Konzepte, Strategien und „the road to sustainability runs lagen sowie der Befriedigung der Bedürfnisse Projekte weiter umzusetzen und zu leben und through the world‘s towns and der Menschen in der „Einen Welt“ – heute so- nicht auf Vorgaben des Bundes, der EU oder der cities. By building sustainable towns wie für die kommenden Generationen – ist als Vereinten Nationen zu warten. and cities, you will build global sustainability“. Ziel heute weltweit unumstritten. Allein der Allerdings wird auch lokal immer deutlicher, Weg dahin bleibt auf allen Ebenen auch 20 Jah- dass es auch vor Ort Zugpferde, Vorbilder, kla- Ban ki Moon, UN Secretary General, re später weiterhin schwierig, wie sich auf der rerer Zielsetzungen und besserer Vernetzung rio+20, 2012 Rio+20-Folgekonferenz im Juni 2012 zeigte. bedarf. Die jeweiligen Erfolgskonstellationen Die in den vergangenen 20 Jahren erzielten Er- gilt es zu finden. Ein Vorteil der kommunalen gebnisse, z. B. zur Erhaltung der Biodiversität, Ebene bleibt auch künftig sicher, dass vieles di- zur Erreichung der acht UN-Millenniumsziele rekter, anfassbarer – häufig einfach alltags- bis 2015 oder insbesondere zum Klimaschutz praktischer und motivierender gelingen kann. „Indem kommunale Unternehmen eine ausgewogene Versorgung und einer an nachhaltigen Kriterien ausgerich- Interessanterweise wurde von den Regie- sicherstellen, indem sie ihre teten Weltwirtschaft, sind bei weitem nicht rungen in Rio 2012 angesichts des eigenen Un- Wirtschaftskraft einbringen und befriedigend. Trendwenden oder messbares vermögens intensiv um das Engagement der sich ökologisch engagieren, leisten Umsteuern hätten mittlerweile erkennbar sein Zivilgesellschaft geworben. Dies ist erst sie einen wichtigen Beitrag für eine müssen. Inwieweit nun die Minimalergebnisse mal gut so. Hierin liegt neben der Chance je- nachhaltige Entwicklung und für der Rio+20-Konferenz insbesondere die noch doch auch die immer häufiger wahrzuneh- mehr Lebensqualität.“ zu erarbeitenden UN-Nachhaltigkeitsentwick- mende Gefahr des Rückzuges der nationalen Andreas Bausewein, lungsziele an Substanz und Relevanz für eine und internationalen Ebene aus der eigenen oberbürgermeister Erfurt, 2011 globale nachhaltige Entwicklung gewinnen Verantwortung. So wurde von Umweltminis- werden, bleibt abzuwarten . ter Peter Altmaier nach der Rio+20- Konferenz 2 ÖKOPROFIT Erfurt 2012 / 2013
Zu den Agenda21Veranstaltungen 2012 zählten unter anderem der erste tag der kindermeinung mit Erfurter Grundschulen und die 11. Arena der Zukunft – nachhaltig verändern – in Verbindung mit dem deutschen Aktionstag Nachhaltigkeit. Erfurt war zudem Gastgeber des bundesweiten Netzwerk 21 kongresses unter dem Motto „Nachhaltigkeit gestalten – Selbst ist die region“. kurz danach fand die erste Erfurter Vernetzungskonferenz Erfurter initiativen und Vereine statt. Mit der Vergabe des ersten Erfurter Zukunftspreises an kinder und Jugendliche bzw. Studierende konnten erstmals nachhaltige ideen und Wett bewerbsbeiträge auch der Erfurter Jugend prämiert werden. insgesamt stand das Agenda21Jahr unter dem fokus von partizipation und stärkerer Vernetzung. geäußert: „Es fehlte der Druck der Straße.“ Dass dass diese unterschiedlichen Qualitäten jede Politik sich immer auch rückbindet an die Men- für sich wertvoll, aber nicht hinreichend für ei- schen vor Ort und den „Druck von unten“ ist nen guten Nachhaltigkeitsprozess sind. Zusam- hilfreich, demokratisch und notwendig. Dies men genommen ergeben sie ein simples, aber kann aber kein Ersatz und keine Begründung hilfreiches Kräftenetz: Ein idealer lokaler Nach- für fehlendes oder unkoordiniertes, bruch- haltigkeitsprozess wird also die wesentlichen stückhaftes Handeln der Regierungen sein. Eigenschaften miteinander verknüpfen und in sich vereinen. Er wird kommunale Entwick- lungsstrategie, zivilgesellschaftliche Initiative, regierungen fordern konzertierte Aktion gemeinsam mit anderen „Nachhaltigkeit selber machen“ heißt in die- Kommunen, Teil eines nationalen Programms sem Kontext deshalb auch, dass die Zivilgesell- und internationale Partnerschaft zugleich schaft weiter nachhaltige Entwicklung und sein.“ An diesen Erkenntnissen sollten sich so- entsprechendes Handeln auf Grundlage z. B. wohl lokale Nachhaltigkeitsprozesse selbst als von Verträgen, Nachhaltigkeitsstrategien und auch entsprechende Unterstützungsprogram- von verlässlichen Strukturen von den überge- me von Bund, Ländern und EU bei ihrer Weiter- ordneten Ebenen, angefangen mit den Kommu- entwicklung orientieren. nen und Bundesländern, hin zu Bund, EU und UN einfordern muss. Und in Erfurt und thüringen… Eine geeignete Plattform hierzu ist z. B. der …sind diese Erkenntnisse angekommen. jährliche Netzwerk21Kongress für Kommunen Im Rahmen der „Rio+20 vor Ort - Länderstudie und lokale Nachhaltigkeitsinitiativen, für den Thüringen“ wurden Handlungsempfehlungen im Oktober 2012 die Stadt Erfurt Gastgeberin und Perspektiven für die lokalen Nachhaltig- war. Aber auch der 2010 vom Rat für nachhaltige keitsprozesse erarbeitet, die dieses Kräftenetz Entwicklung initiierte Dialog „Nachhaltige konkretisieren. An der Umsetzung wird inten- Stadt“, an dem sich bisher 20 deutsche Oberbür- siv gearbeitet. Geeignete Ansatzpunkte, bei germeister, darunter auch Oberbürgermeister denen auch die eigene Vorbildfunktion stärker Andreas Bausewein für Erfurt beteiligen, kann wahrzunehmen ist, sind insbesondere bei der sich zu einem in diese Richtung erfolgreichen öffentlichen Beschaffung, der Reduzierung des Instrument weiterentwickeln. Darüber hinaus Flächenverbrauchs, der Bürgerbeteiligung und gibt es viele thematische Netzwerke wie z. B. zu der Bildung für nachhaltige Entwicklung gege- Klima, Biodiversität, Bürgerbeteiligung, die ei- ben. Hier bilden sich z. B. mit dem Netzwerk genes Handeln mit gezieltem Lobbying für zum Bürgerbeteiligungshaushalt in Thüringen Die treibenden kräfte übergeordnete Ziele verbinden. und den Ansätzen zu einem Fairtrade-Town- [für lokale Nachhaltigkeit] „Die treibenden kräfte sinnvoll verbinden“, so Netzwerk Thüringen bzw. zu fairer Beschaf- sinnvoll verbinden das Ergebnis einer ICLEI-Studie 2012 im Vorfeld fung neue Strukturen heraus. Insbesondere • Kommunale Strategie der Rio+20-Konferenz: „Lokale Nachhaltigkeits- zum Thema Energie/Klimaschutz sind mit ei- • Zivilgesellschaftliche prozesse sind geprägt durch die Kräfte, die sie ner Vielzahl von kommunalen Klimaschutzkon- Initiative initiieren: (...) Kommunalverwaltung, Zivilge- zepten und den zivilgesellschaftlichen Ener- • Konzertierte Aktion • Nationales Programm sellschaft, Netzwerke, Nationalregierungen giegenossenschaften neue Kooperationen im • Internationale Partnerschaft und internationale Partner geben lokalen Pro- Aufbau. Nicht zuletzt kann auch an das frühere zessen ihr Gesicht und eine bestimmte Qualität ÖKOPROFIT-Netzwerk der Thüringer Kommu- Stefan Kuhn (ICLEI 2012) mit auf den Weg. Es ist wichtig festzustellen, nen erfolgreich angeschlossen werden. ÖKOPROFIT Erfurt 2012 / 2013 3
Ökoprofit. Was ist ÖKOPROFIT? Ökoprofit – Ökologisches projekt für inte- wurde das Konzept bereits 1996 auch auf grierte Umwelttechnik – ist ein Programm zur deutsche Verhältnisse angepasst. Bisher wur- wirtschaftlichen Stärkung von Betrieben de ÖKOPROFIT von mehr als 100 europäischen durch vorsorgenden Umweltschutz. Städten, darunter über 90 im deutschen Netz- In Workshops und bei individuellen Firmen- werk, eingeführt. Über 2000 Betriebe konn- beratungen analysieren Betriebe verschie- ten bereits als ÖKOPROFIT-Betrieb von ihren denster Größenordnungen ihren Energie- und Kommunen oder Landkreisen ausgezeichnet Materialverbrauch, ihre Stoffkreisläufe, die werden, viele von ihnen in sogenannten ÖKO- Produkte selbst, Mitarbeitermotivation im PROFIT-Clubs bereits mehrfach. Umweltbereich, Brand- und Arbeitsschutz „Als Verband müssen wir Vorbild für und vieles mehr. Ziel ist es, Ressourcen zu spa- War Erfurt im Jahr 1999 zunächst die erste unsere Mitgliedsunternehmen sein. ren, Emissionen zu vermeiden und letztend- Stadt, die ÖKOPROFIT in den neuen Bundes- Deshalb verstehen wir Ökonomie lich betriebliche Kosten wie auch ökologische ländern eingeführt hat, so ist mit Eisenach/ und Ökologie als Einheit und wissen, Folgekosten zu senken. Wartburgregion, Mühlhausen, Jena, Saale- dass Ökologie am Arbeitsplatz auch Überdies ist ÖKOPROFIT eine günstige Mög- Holzland-Kreis, Gera und erstmalig 2008 Wei- ökonomischen Interessen dient.“ lichkeit, Erfahrungen mit anderen Betrieben mar auch in Thüringen ein kleines Netzwerk auszutauschen, mehr Rechtssicherheit in spe- entstanden. Herr Wilfried Hild, Stellvertretender ziellen Fragen zu erlangen und den betrieb- Von der ersten chinesischen Stadt Panzhihua Hauptgeschäftsführer Verwaltung/ lichen Kontakt zu kommunalen Behörden zu in Zusammenarbeit mit Hannover oder aus Verbandsorganisation, verbessern. einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit Verband der Metall und Elektro des polnischen Chestochowa und Dresden industrie in thüringen e. V. Eine Auszeichnung als ÖKOPROFIT-Betrieb heraus ergeben sich von den Niederlanden, trägt zu einem steigenden Image der beteilig- Italien, Ungarn, Slowenien, Russland bis Ko- ten Betriebe bei; zudem ist ÖKOPROFIT eine rea immer weitere Anknüpfungspunkte einer kostengünstige Vorarbeit für spätere Zertifi- konkreten lokal-globalen Zusammenarbeit zierungen nach EMAS III oder ISO 14001. mit Gewinn. ÖKOPROFIT ist bewusst angelegt als Koopera- Erfurt prüft hier die Möglichkeiten einer Zu- tionsprojekt zwischen Kommune und Wirt- sammenarbeit mit den eigenen Partnerstäd- schaft. Es wurde 1993 im österreichischen ten. Von diesen hat die deutsche Partnerstadt Graz entwickelt und wird dort seitdem Mainz ebenfalls bereits mehrfach erfolgreich kontinuierlich durchgeführt. In München ÖKOPROFIT-Runden durchgeführt. „Unsere Umweltziele haben wir nicht aus den Augen verloren und haben auch im zweiten ÖKOPROFIT- Jahr zielstrebig daran gearbeitet.“ Silvio Zahn, thüringer Aufbaubank 4 ÖKOPROFIT Erfurt 2012 / 2013
Ökoprofit als Beitrag zu einer Die Zusammenarbeit der unterschiedlichsten nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung Akteure im Rahmen des ÖKOPROFIT-Projektes „ÖKOPROFIT ist für den Erfurter Das Kapitel 30 der Agenda 21 von Rio stellt die (Betriebe, Kommune, Beratungsunternehmen, Sportbetrieb die Herausforderung, Privatwirtschaft als wichtigen Akteur des Wirtschaftskammern, Umweltämter und wei- die Einhaltung von Vorschriften, Prozesses der Agenda 21 in den Vordergrund. tere Beteiligte) ermöglicht außerdem, durch Umweltschutz und Umsetzung von Unter anderem werden die Unternehmen auf- neue und kurze Kommunikationswege, ganz Aufgaben der öffentlichen Hand gefordert, die Rolle des Umweltmanage- im Sinne des Auftrages der Agenda 21, ge- mit dem Engagement von vielen ments als eine der höchsten unternehme- meinsam an einer zukunftsfähigen Entwick- ehrenamtlichen Sportenthusiasten rischen Prioritäten für eine nachhaltige Ent- lung des Gemeinwesens zu arbeiten. Eine zum Wohle des Sports im wicklung anzuerkennen. Qualität, die von allen Beteiligten geschätzt Allgemeinen und der Bürger wird und sich bis hin zu ersten Geschäftsbe- im Besonderen miteinander zu ÖKOPROFIT verknüpft in diesem Sinne ökolo- ziehungen und gemeinsamen Aktionen ver- verbinden.“ gischen Nutzen mit ökonomischem Gewinn tieft hat. thomas Gentzel, und sozialer Gerechtigkeit und führt somit zu Erfurter Sportbetrieb Verbesserungen in allen drei Dimensionen Mit der ÖKOPROFIT-Maßnahmendatenbank nachhaltiger Entwicklung: ist neben den geschützten Arbeitsmateri- alien ein weiteres ergänzendes Hilfsmittel für • Senkung des Energie-, Wasser- und die Betriebe und Berater im Internet einge- Rohstoffverbrauchs sowie Vermeidung von richtet worden: www.arqum.de/datenbank umweltschädigenden Emissionen und Die Datenbank ordnet die Maßnahmen der Abfällen, deutschen ÖKOPROFIT-Betriebe nach Bran- • Förderung der Wettbewerbsfähigkeit che und Themen, wie Wasser, Energie, Roh- der Unternehmen durch Kostensenkungen, stoffe, Gefahrstoffe, Organisation, Recht und die Vermeidung von Risiken und die Abfall. Den Betrieben wird so die Möglichkeit Förderung technologischer Innovationen, eröffnet, ihre Maßnahmen mit denen anderer • Sicherung von Arbeitsplätzen, Verbesse- Betriebe der gleichen Branche themenspezi- rung des Arbeitsschutzes und Förderung fisch zu vergleichen und so Anregungen für der Mitarbeitermotivation. neue oder angepasste Maßnahmen des eige- nen Betriebes zu entwickeln. Dem offenen Kooperationsansatz trägt die Angabe von Kontaktadressen Rechnung. ÖKOPROFIT Erfurt 2012 / 2013 5
Ökoprofit in Erfurt Im Rahmen des „Wettbewerbs zur Umsetzung Dabei werden einige Betriebe bereits zum „ÖKOPROFIT – immer wieder der Agenda 21 in Thüringen unter Beteiligung zehnten sowie die SWE Stadtwirtschaft die betrieblichen Abläufe aus kleiner und mittlerer Unternehmen“ des Thü- GmbH sogar schon zum zwölften Mal ausge- verändertem Blickwinkel betrachten, ringer Ministeriums für Landwirtschaft, Na- zeichnet. um neue Lösungen zu finden“ turschutz und Umwelt wurde im Jahr 2000 Während Einsteiger-Betriebe in zehn grundle- der erste ÖKOPROFIT-Workshop in Erfurt aus genden Workshops zu allen umwelt- und ar- Maren Henning, der Taufe gehoben. Unter Projektleitung des beitsschutzrelevanten Themen geschult wer- Erfurter teigwaren GmbH Stadtentwicklungsamtes und fachlicher Be- den, haben die Betriebe des ÖKOPROFIT-Clubs treuung durch die Gesellschaft für Umwelt- in vier Workshops ihre bisherige Arbeit fort- management aus Witzenhausen konnten im gesetzt, neue Maßnahmen entwickelt und zu ersten Jahr drei und im Jahr 2001 acht Unter- selbst ausgewählten Themen aktuelle inte- nehmen als Erfurter ÖKOPROFIT-Betriebe ressante Schwerpunkte in den Workshops ge- ausgezeichnet werden. setzt. In den Jahren 2002/2003 bis 2011 wurden jähr- Hierzu gehörten im Jahr 2012 folgende The- lich zwischen 16 und 32 Betriebe unterschied- men: Arbeitsschutzmanagementsysteme, be- licher Betriebsgrößen ausgezeichnet. In die- triebliches Mobilitätsmanagement, Energie- sem Jahr können 17 Unternehmen, die am ÖKO- management sowie Kennzahlen und Control- PROFIT-Projekt 2012 teilgenommen haben, als ling. ÖKOPROFIT-Betrieb zertifiziert werden. Was wird konkret gemacht? Ökoprofit setzt sich aus den Bausteinen Workshops, Beratungen vor ort, Arbeitsmaterialien und Auszeichnung zusammen, die miteinander verknüpft sind: Thematische Workshops Beratung vor Ort Arbeitsmaterialien • Abfall • Betriebsrundgang • Grundlegende • Gefährliche Stoffe • Bestandsaufnahme Informationen • Umweltmanagement • Rechtsprüfung • Praxisbeispiele • Rechtsaspekte • Erarbeitung • Checklisten • Energie/Emissionen Umweltprogramm • Arbeitsblätter für die Bestandsaufnahme • Beschaffung • Literaturhinweise • Arbeitsschutz Auszeichnung • Brandschutz als Erfurter • Wasser/Abwasser ÖKOPROFIT-Betrieb 6 ÖKOPROFIT Erfurt 2012 / 2013
In den Einsteiger-Runden werden in zehn aufnahme, Checklisten, Praxisbeispielen und halbtägigen Workshops alle umweltrele- Quellenangaben sowie Hinweisen zu erläu- Mich freut, dass der erste ÖKO- vanten Themen bearbeitet, die für die Unter- ternder bzw. weiterführender Literatur beste- PROFIT-Stammtisch stattgefunden nehmen von Bedeutung sind. Die Workshops hen. hat. Damit bietet sich Raum zu finden reihum bei den beteiligten Betrieben Mit der Beratung vor Ort werden die teilneh- neuen gemeinsamen Ideen und statt, so dass vor Ort in den Unternehmen ein menden Firmen bei der Bestandsaufnahme Projekten! konkreter Erfahrungsaustausch, auch über unterstützt. Auf dieser Basis wird in Ge- Josef Ahlke umweltrelevante Themen hinaus, erfolgt. sprächsrunden mit verantwortlichen Mitar- Agenda21koordinator Neben dem Vermitteln von Grundkenntnis- beitern festgelegt, in welchen Bereichen An- Amt für Stadtentwicklung sen in den relevanten Rechts- und Umwelt- sätze für Verbesserungen hinsichtlich Rechts- und Stadtplanung Erfurt technikbereichen steht die Befähigung der sicherheit, Umweltentlastung und Kosten- Teilnehmer zur Übertragung des Wissens in senkung bestehen. Gemeinsam mit dem das jeweilige Unternehmen sowie die schritt- externen Berater werden konkrete Maßnah- weise Umsetzung in konkrete Maßnahmen im men für das Umweltprogramm entwickelt Vordergrund. und der Kommissionsbesuch vorbereitet. Hierzu dienen insbesondere auch die um- fangreichen, praxisnah gestalteten Arbeits- materialien, die aus grundlegenden Informa- tionen, Arbeitsblättern für die Bestands- Ökoprofit-Auszeichnung Die abschließende ÖKOPROFIT-Auszeichnung Wiederauszeichnung als Erfurter ÖKOPROFIT- setzt einen hohen Standard voraus. Die Be- Betrieb 2012/2013 vorschlagen. Die bisherigen triebe müssen nicht nur die für sie relevanten Erfurter Auszeichnungen wurden begleitet rechtlichen Bestimmungen einhalten, son- von thematischen Festvorträgen mit Prof. Dr. dern auch einen Katalog von Kriterien erfül- Ernst-Ulrich von Weizsäcker, Prof. Dr. h. c. len, den die Landeshauptstädte Graz und Lothar Späth, Josef Spritzendorfer, Prof. Dr. München bei der Entwicklung von ÖKOPRO- Christian Juckenack, Prof. Dr. Andreas Troge, FIT festgelegt haben. Dr. Volker Hauff, Dr. Renée Ernst, Dr. Michael Im Oktober 2012 hat eine unabhängige Kom- Kopatz, Prof. Dr. Viktor Wesselak, Dr. h. c. Josef mission die Betriebe überprüft. Vertreter u.a. Riegler und Prof. Dr. Angelika Zahrnt. der Industrie- und Handelskammer, der Hand- Betriebe mit der Erfurter ÖKOPROFIT-Aus- werkskammer, dem Umwelt- und Natur- zeichnung sind berechtigt, dem NAT (Nach- schutzamt, des Amtes für Wirtschaftsförde- haltigkeitsabkommen Thüringen) beizutre- rung sowie des Amtes für Stadtentwicklung ten. Von dieser Möglichkeit haben bisher drei und Stadtplanung begutachteten die Unter- Dutzend Erfurter Betriebe Gebrauch ge- nehmen und konnten alle 17 Betriebe für die macht. ÖKOPROFIT Erfurt 2012 / 2013 7
Ökoprofit Erfurt – die Ergebnisse In den Erfurter ÖKOPROFIT-Betrieben wurden laufen sich abhängig von der Betriebsgröße „Auch im zweiten ÖKOPROFIT- vielfältige Maßnahmen zum Umwelt- und Ar- und der Produktion bzw. Dienstleistung des Jahr ist es uns gelungen, weitere beitsschutz schon während des ÖKOPROFIT- Unternehmens auf ca. 500 bis ca. 400.000 energetische Einsparpotentiale für Durchlaufs umgesetzt. Außerdem wurden in Euro jährlich. unsere Bank zu erzielen.“ den Betrieben umfangreiche Umweltpro- Der jährliche Energieverbrauch verringerte gramme für die nächsten Jahre entwickelt. sich um rund 155.000 kWh aus Strom und Silvio Zahn, thüringer Aufbaubank Für die im Folgenden aufgeführte quantita- 2.450.900 kWh aus Fernwärme, Diesel und tive Darstellung der Projektergebnisse wur- Heizöl. Die Reduzierung des Stromverbrauchs den die 154 in dieser Broschüre veröffentlich- entspricht dem durchschnittlichen jährlichen ten Maßnahmen der 17 Betriebe ausgewertet. Stromverbrauch von ca. 50 Vier-Personen- Hierzu gehören sowohl schon während des Haushalten. Dies trägt zum Ziel der Stadt Er- ÖKOPROFIT-Projektes umgesetzte Maßnah- furt bei, die CO2-Emissionen zu senken. Durch men, als auch die bis Ende 2013 geplanten diese Energieeinsparungen sowie die Umstel- Maßnahmen. Darüber hinaus wurden Maß- lung auf Ökostrom konnten die CO2-Emissi- nahmen umgesetzt und geplant, die z.T. aus onen um ca. 570.000 kg gesenkt werden. Geheimhaltungsgründen nicht veröffentlicht Weiterhin sparen die Erfurter ÖKOPROFIT-Be- werden konnten. triebe ca. 33 t Abfälle und 5.370 m3 Wasser ein. Ich freue mich, dass wir mit dem Eine ganze Reihe von organisatorischen Maß- betrieblichen Mobilitätsmanagment Die Gesamtbilanz dieser Maßnahmen ist be- nahmen werden sich außerdem erst zu einem den Erfurter ÖKOPROFIT-Betrieben eindruckend: Die 17 Teilnehmer des ÖKOPRO- späteren Zeitpunkt kostenentlastend auswir- ein neues Vertiefungsmodul an- FIT-Projektes Erfurt sparen zusammen jähr- ken. Dazu gehören beispielsweise der Aufbau bieten können. lich ca. 732.910 Euro ein. Durch die schon um- von Umweltmanagementsystemen, das Auf- Christian prechtl, klimakoordinator, gesetzten Maßnahmen wird eine jährliche stellen von Prüfplänen oder die Durchführung Umwelt und Naturschutzamt Erfurt Einsparung in Höhe von über 705.960 Euro er- von internen Schulungen. zielt. Die Gesamteinsparungen je Betrieb be- pro Jahr sparen alle 17 Ökoprofit-Betriebe zusammen: Jährliche Einsparung Darunter bereits realisiert Menge/Einheit bis Dezember 2012 Energie/Emissionen Strom 155.100 kWh 90 % Fernwärme/Diesel/Heizöl 2.450.900 kWh 99 % CO2-Emissionen* 573.930 kg 97 % „ÖKOPROFIT ist für uns ein Abfälle 33,5 t 67 % wichtiger Schritt zur gelebten 3 Nachhaltigkeit.“ Wasser/Abwasser 5.370 m 91 % rositta Scharlach, Kosteneinsparung 732.910 € 99 % SWE Stadtwirtschaft GmbH * Die reduzierung der Co 2Emissionen wurde auf Basis der Einsparungen bei Strom und fernwärme berechnet. für die Umrechnung in Co 2Emissionen wurden der Bundesmix und die Werte der Stadtwerke Erfurt verwendet. 8 ÖKOPROFIT Erfurt 2012 / 2013
Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen Die Maßnahmen sind unter Wirtschaftlich- • Maßnahmen, die unter die Kategorie Mehr- keitsgesichtspunkten als äußerst positiv zu kosten (15 %) einzuordnen sind, sichern un- bewerten. ter anderem den rechtssicheren Umgang Eine genauere Auswertung des Verhältnisses mit Gefahrstoffen oder wassergefährden- von Investitionen zu erzielten Ergebnissen den Stoffen und tragen somit zur Einhal- für die 154 Maßnahmen zeigt: tung der rechtlichen Vorschriften bei. Wei- • 25,5 % der Maßnahmen sind nicht investiv, terhin sind dort Maßnahmen eingerechnet, das heißt in der Regel organisatorischer Art. die zum Beispiel zur Verbesserung des Ar- Allein durch diese Maßnahmen konnten Ein- beits- und Gesundheitsschutzes beitragen sparungen in Höhe von rund 30.500 Euro und sich somit nicht „rechnen“, aber we- jährlich erreicht werden. sentlich zu einer Verbesserung der Arbeits- • 15,5 % der Maßnahmen haben eine Amorti- bedingungen beitragen. sationszeit von bis zu einem Jahr. Die damit Maßnahmen: Einsparungen: verbundenen Einsparungen belaufen sich nicht investiv 30.500 €/Jahr auf etwa 56.400 Euro. • 43,5 % der Maßnahmen haben Amortisati- onszeiten von mehr als einem Jahr. Mit die- Amortisation sen Maßnahmen können Einsparungen in 15,5 % unter 1 Jahr 56.410 €/Jahr Höhe von etwa 646.000 Euro jährlich er- reicht werden. 25,5 % • Bei 0,5 % der Maßnahmen war die Wirt- 8,5 % Amortisation schaftlichkeit nicht auswertbar, da die zu 1–3 Jahre 9700 €/Jahr erwartenden Einsparungen oder die erfor- 15 % derlichen Investitionen noch nicht ab- schätzbar waren. 35 % Amortisation über 3 Jahre 636.300 €/Jahr nicht abschätzbar Ausblick 0,5 % Mehrkosten Im Rahmen des 10. ÖKOPROFIT-Club besteht auch im Jahr 2013 die Möglichkeit, sich erneut gesamt: 732.910 €/Jahr einer Überprüfung im Rahmen von ÖKOPROFIT zu stellen oder individuell die Zertifizierung nach EMAS III oder ISO 14001 anzuschließen. Außerdem ist eine Einsteigerrunde 2013 mit ca. 15 Betrieben geplant. ÖKOPROFIT Erfurt 2012 / 2013 9
Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt Lutherstätte Das Augustinerkloster zu Erfurt ist ein einmali- Unsere Umweltleitlinien (Auszug): ges Baudenkmal mittelalterlicher Ordensbau- Folgende Leitlinien dienen dem Evangelischen kunst. Zugleich ist das Kloster nicht nur eine na- Augustinerkloster zu Erfurt als verpflichtende tional und international anerkannte Tagungs- Grundlage: und Begegnungsstätte, sondern auch weltweit • Das Augustinerkloster setzt sich zum Ziel, bekannt als bedeutende Lutherstätte und seit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus August 2004 anerkanntes „nationales Kultur- seinen Beitrag zu Umweltschutz und Nach- denkmal von besonderer kultureller Bedeutung“. haltigkeit zu leisten. Martin Luther lebte hier als Augustinermönch • Das Augustinerkloster versucht, negative Aus- vom 17. Juli 1505 bis Herbst 1511. Das Augustiner- wirkungen auf die Umwelt (Abwasser, Lärm, kloster befindet sich in unmittelbarer Nähe des Abfälle, Abluft) von vorneherein zu vermeiden Erfurter Stadtzentrums. Von hier aus können Sie oder - falls nicht möglich - auf ein Minimum zu die historische Altstadt entdecken und auf Lu- reduzieren. thers Spuren wandeln. • Das Umweltbewusstsein und die Umwelt- Im Kloster finden regelmäßig Vorträge, Ge- kompetenz der Beschäftigten werden durch sprächsrunden, Konzerte und Theateraufführun- regelmäßige Informations- und Schulungsan- gen statt. Wir bieten zwölf Veranstaltungsräu- gebote gefördert. Sie werden in die Diskussi- me für bis zu 200 Personen. Nach rechtzeitiger on zur Umsetzung und Festlegung der Um- Absprache kann auch die Augustinerkirche mit weltziele einbezogen, um eine bestmögliche bis zu 400 Sitzplätzen für Gottesdienste und Integration der Umweltleitlinien in die be- dem Ort entsprechende Veranstaltungen ge- triebliche Praxis zu erreichen. bucht werden. • Das Augustinerkloster strebt eine grundle- Mitten im Zentrum von Erfurt können Sie in der gende Verbesserung seiner Umweltbilanz Stille und Zurückgezogenheit des Klosters über- durch Sanierung und Modernisierung der vor- nachten. Unseren Gästen stehen 25 Einzel- und handenen Gebäudesubstanz an. Bei allen bau- 26 Zweibettzimmer, mit Dusche und WC ausge- lichen Maßnahmen werden von vorneherein stattet, zur Verfügung. Die ruhige und friedliche ökologische Aspekte eingeplant und der Ein- Atmosphäre in unseren einfach und hell möblier- satz umweltverträglicher Materialien, opti- ten Zimmern bietet Raum zum Abschalten nach male Flächennutzung und ressourceneffizi- einem erfüllten Tag. Auch Einzelgäste und Tou- ente zukünftige Bewirtschaftung angestrebt. risten, die einmal in einem Kloster übernachten Auch die Pflege der Grünflächen erfolgt um- möchten, sind uns herzlich willkommen. weltschonend. • Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter des Klosters haben Vorrang. Realisierte Maßnahmen Einsparung/Wirkung Reduzierung Fernwärmeanschluss von 300 KW Kosteneinsparung in Höhe von 1.000 €/Jahr auf 275 KW Austausch von 120 Leuchtkörpern im Festsaal Energieeinsparung; Kostenreduzierung (47 Watt statt 60 Watt) Einkauf von umweltfreundlichen Büromaterialien Ressourcenschonung (Kopierpapier, Umschläge, etc.) Einsatz neuer Geschirrspüler mit automatischer Energieeinsparung; Reduktion von Gefährdungen Dosierung und ökologischen Spülmitteln beim Umgang mit Gefahrstoffen; Kostenreduzierung Durchführung einer Energieanalyse durch ein Aufdecken von Schwachstellen und Energie- externes Beratungsbüro einsparpotentialen Einkauf weiterer ökologischer und saisonaler Produkte Ressourcenschonung und Förderung von ökologisch (Fleischwaren, Eier, etc.) von Biohöfen aus der Region wirtschaftenden Höfen in der Region Korrektur der Heizungssteuerung im Treppenhaus Energieeinsparung; Kostenreduzierung in Höhe von ca. 5.000 €/Jahr Umstellung Heizung im Foyer auf Handbetrieb Energieeinsparung; Kostenreduzierung (18 statt 25 Grad) kontakt: Umrüstung der Kirche auf Energiesparlampen Energieeinsparung; Kostenreduzierung (160 Lampen) Herr Jelew Tel.: 0361 5 76 60 14 Geplante Maßnahmen Einsparung/Wirkung f Termin E-Mail: radion.jelew@ Einsatz von sechs weiteren wasserlosen Urinalen Wassereinsparung in Höhe von ca. 500 m³/a; Kosten- augustinerkloster.de einsparung in Höhe von ca. 1.400 €/Jahr f 06/2013 Durchführung von Lastganganalysen Aufspüren von weiteren Einsparpotentialen f 06/2013 Umweltzertifikate: ÖKOPROFIT 2011 Prüfung, ob und wie das Augustinerkloster CO2- Ressourcenschonung f 12/2013 neutrale Veranstaltungen ausrichten kann ÖKOPROFIT 2012/2013 10 ÖKOPROFIT Erfurt 2012 / 2013
Studentenzentrum Engelsburg e.V. Engelsburg – Das Kulturhaus Das Studentenzentrum Engelsburg befindet taten zu finden, die dem Nachhaltigkeitsgedan- sich im Herzen der Erfurter Altstadt und wird ken in diesen drei Punkten entsprechen: fair ge- seit 1968 als studentisch organisiertes Kultur- handelt – gesund in Produktion und Verarbei- zentrum betrieben. Der Name „Engelsburg“ ist tung – regional und saisonal im Angebot. gleichzeitig auch die historische Bezeichnung des Gebäudeensembles im alten Universitäts- Unsere Umweltleitlinien: viertel. Der eingetragene Verein Studentenzent- • Wir wollen unsere betrieblichen Abläufe aus rum Engelsburg hat gemäß seiner Satzung vor ökologischer Sicht optimieren. Dabei wollen allem die Aufgabe, kulturelle Angebote für die wir auch eine Sensibilisierung unserer Mitar- Studierenden und Jugendlichen der Thüringer beiter und Gäste zum Thema Umweltschutz Landeshauptstadt zu unterbreiten. erreichen. Was 1968 mit einer Vielzahl von ehrenamtlichen • Das Studentenzentrum Engelsburg e.V. hat Stunden begann, hat sich zu professioneller Kul- sich vorgenommen, in den nächsten Monaten tur- und Gastronomiearbeit entwickelt. Nach- den Energieverbrauch bei Veranstaltungen dem zu Beginn der 1990er Jahre die Medizini- und dem begleitenden Gastronomiebetrieb sche Akademie Erfurt, die bis dahin Träger des um 10 bis 20 % zu senken. Dies soll vor allem „Studentenclub Engelsburg“ war, abgewickelt durch einen effizienten Einsatz der vorhande- wurde, führte der daraus hervorgegangene Ver- nen Ressourcen geschehen. Alle Mitarbeiter ein die Weiterentwicklung des Hauses zu einem sind aufgefordert, Möglichkeiten zur Senkung Kulturzentrum und Anlaufpunkt vieler junger des Energiebedarfs aufzuspüren und selber Menschen fort. aktiv zum Energiesparen beizutragen. Neben den veranstaltungsorientierten Kernbe- • Darüber hinaus wollen wir natürlich auch den reichen Veranstaltungskeller und Café DuckDich Wasser- und Rohstoffeinsatz sowie die Abfall- öffnete nach Beendigung der Komplettsanie- vermeidung und -trennung weiter optimieren rung im Jahr 2000 auch die Gaststätte Steinhaus. sowie bevorzugt umweltverträgliche Produk- Hier können an sieben Tagen in der Woche Gäste te (Reinigungsmittel, Büromaterialien, Gerä- jeden Alters gemütliche Abende verbringen. te, etc.) beschaffen. Nachhaltigkeit und die Frage danach, wie wir • Ziel ist es außerdem, die Rechtssicherheit un- uns ernähren und woher unsere Lebensmittel ei- serer Anlagen, Gebäude und Tätigkeiten re- gentlich kommen, sind wichtige Themen unserer gelmäßig zu überprüfen und das bereits Er- Zeit. Wir möchten, dass sich das auch in unserem reichte regelmäßig auf Verbesserungsmög- Speisen- und Getränkeangebot wiederspiegelt lichkeiten überprüfen. und sind daher bemüht, immer wieder neue Zu- Realisierte Maßnahmen Einsparung/Wirkung Einsatz von regionalen, gesunden und fairen Produkten Beitrag zur Umweltentlastung und zur Bewusstseins- in der Gastronomie – „Nachhaltige Karte“ förderung bei den Gästen Konzentration sämtlicher Kühlzellen in einem Raum Energieeinsparung; Kostenreduzierung mit besserer Belüftung / Wärmeabführung Umstellung der Allgemeinbeleuchtung auf LED Stromeinsparung in Höhe von ca. 10.000 kWh/Jahr; Kostenreduzierung in Höhe von ca. 1.500 €/Jahr Filterung des Küchenfetts mittels Spezialfilter Verbesserung der Fettqualität und der Standzeiten; leichte Kostenreduzierung Umbau der Abwasserstränge um Abwasserhebevorgän- Energieeinsparung; Kostenreduzierung ge zu vermeiden (nur noch eine Pumpe statt mehrere im Einsatz) Geplante Maßnahmen Einsparung/Wirkung f Termin Umbau der Küchentechnik durch Einsatz energie- Energieeinsparung und Kostenreduzierung f 12/2013 kontakt: sparender Geräte Herr Hirche Umstellung auf Ökostrom Einsatz von umweltfreundlicher Energie und damit Tel.: 0361 24 47 71 04 CO2-Reduktion bei der Stromerzeugung f 06/2013 E-Mail: markus.hirche@eburg.de Durchführung von Thermografiemessungen Aufspüren von Schwachstellen in den Außenhüllen der Gebäude f 03/2013 Umweltzertifikate: Umsetzung der auf Grundlage der Thermografie- Eliminierung der Schwachstellen in den Gebäude- ÖKOPROFIT 2010 messungen festgelegten Maßnahmen (in Form hüllen; Energieeinsparung; Kostenreduzierung ÖKOPROFIT 2011 von studentischen Projekten) f 12/2013 ÖKOPROFIT 2012/2013 ÖKOPROFIT Erfurt 2012 / 2013 11
Erfurter Sportbetrieb Erfurts erste Adresse in Sachen Sport Der Erfurter Sportbetrieb (ESB) wurde am Unsere Umweltleitlinien (Auszug): 01.01.2003 als kommunaler Eigenbetrieb der • Durch einen schonenden Einsatz von Ressour- Stadt Erfurt gegründet. Er ging aus dem städti- cen soll neben den ökonomischen Einsparef- schen Sportamt hervor. fekten für unser Betriebsergebnis ein Beitrag zum Umweltschutz und zur Umsetzung der Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem: Erfurter Lokalen Agenda 21 geleistet werden. Sportstättenleitplanung; Sportförderung; Pla- • Als Eigenbetrieb der Stadt Erfurt ist die Ein- nung, Bau, Unterhaltung, Verwaltung und Be- haltung gesetzlicher Vorschriften für uns ein trieb kommunaler Sporteinrichtungen; Bera- Hauptanliegen. Besondere Beachtung kommt tung Dritter bei der Planung und Errichtung von dabei im Eissportzentrum dem Umgang mit Sportanlagen; Unterstützung bei der Durchfüh- dem Kühlmittel Ammoniak zu, weil der sorg- rung von Sportveranstaltungen Dritter; Be- lose und nicht bestimmungsgemäße Einsatz schaffung von Sportgeräten und Ausrüstungen; eine große Gefahr für Mensch und Umwelt be- Vergabe und Vermietung von kommunalen deuten kann. Sportanlagen; Zusammenarbeit mit Sportver- • Durch das Aufzeigen von Einsparpotentialen bänden, -vereinen und -gemeinschaften. sollen alle Mitarbeiter zu einem noch umwelt- Der ESB bewirtschaftet insgesamt 36 Sport- bewussteren Handeln ermutigt werden. platzanlagen, 6 Sporthallen, 10 Sondersportan- • Durch Vorbildwirkung und Information wol- lagen und 7 Kegelbahnen. Als größte Objekte len wir die Nutzer unserer Sportanlagen auf gehören das Eissportzentrum mit Gunda- unser Engagement für die Umwelt aufmerk- Niemann-Stirnemann Halle, das Steigerwald- sam machen und zur Nachahmung anregen. stadion, die Leichtathletikhalle, die Thüringen- halle und die Riethsporthalle dazu. Realisierte Maßnahmen Einsparung/Wirkung Bau einer Rasenheizung mit Abwärmenutzung aus Energieeinsparung durch Abwärmenutzung; der Eissporthalle Minimierung Einsatz kostenintensiver Fernwärme (ca. 5.000 €/Spiel) Erneuerung des Wasseranschlusses Sportzentrum Wassereinsparung ca. 2.000 m³/Jahr; Kostenreduzie- Cyriaksgebreite rung ca. 4.000 €/Jahr Erneuerung von Heizungsanlagen: Möbisburg, Essener Reduzierung des Fernwärmeanschlusses von Str. und Friedrich-Ebert-Straße (Verwaltungsgebäude) insgesamt 2.880 KW auf 1.500 KW; Heizenergie- einsparung; Kostenreduzierung insg. in Höhe von ca. 70.000 €/Jahr Abwasseranbindung von 2 Sportobjekten Einhaltung gesetzlicher Forderungen Inbetriebnahme einer Eigenwasserversorgung Einsparung von ca. 2.000 m³ Trinkwasser/Jahr; (Brunnen) in Alach Kostenreduzierung ca. 4.000 €/Jahr Inbetriebnahme von 2 Photovoltaikanlagen Einspeisung von Elektroenergie; Einnahmen- (Riethsporthalle, Vieselbach) generierung Inbetriebnahme einer Solarthermieanlage Einsparung Heizenergie; Kostenreduzierung (Riethsporthalle) Dacherneuerung der Leichtathletik-Halle Verbesserung der Wärmedämmung; Energie- einsparung; Kostenreduzierung in Höhe von ca. 10.000 €/Jahr Sanierung 2 Nasstrakte und 3 WC-Anlagen im Einsparung von Heizenergie sowie Wasser; Sportforum Johannesplatz Kostenreduzierung Neubau eines Sanitärgebäudes beim Sportplatz Einsparung von Heizenergie sowie Wasser; Kosten- Hochstedt reduzierung Sanierung Umkleide, Nasstrakte und WC-Anlagen beim Einsparung von Heizenergie sowie Wasser; Kosten- Sportplatz Flughafen reduzierung kontakt: Herr Gentzel Geplante Maßnahmen Einsparung/Wirkung f Termin Tel.: 0361 6 55-30 31 Erneuerung Elektroanlage Schützenstraße Umweltschutz; Verbesserung der Anlagen- sicherheit f 03/2013 E-Mail: thomas.gentzel@erfurt.de Wärmedämmung Gebäude Kartanlage Wärmeenergieeinsparung; Kostenreduzierung in Höhe von 500 €/Jahr f 03/2013 Umweltzertifikate: Anbindung Heizung Umkleidebereich an die neue Wärmeenergieeinsparung; Kostenreduzierung in Gastherme beim Sportplatz Möbisburg Höhe von 2.000 €/Jahr f 12/2013 ÖKOPROFIT 2005 Neubau Sportlerheim Azmannsdorf Betriebskosteneinsparung in Höhe von 1.000 €/Jahr ÖKOPROFIT 2008 f 12/2013 ÖKOPROFIT 2010 Neubau Brunnen Sportforum Johannesplatz Einsparung 1.250 €/Jahr f 12/2013 ÖKOPROFIT 2012/2013 12 ÖKOPROFIT Erfurt 2012 / 2013
Erfurter teigwaren GmbH Umweltschutz und Qualität als Leitlinien für die Zukunft Im Jahr 1793 gründete Johann Peter Belling in Er- Im Umweltbereich sind wir nach der DIN EN ISO furt eine Nudelmanufaktur und begann als erste 14001 und VO (EG) 1221/2009 (EMAS III) für deutsche Firma überhaupt mit der industriellen Umweltmanagementsysteme zertifiziert. Die Herstellung von Nudeln. Grundlage für das Umweltmanagement des Heute sind wir ein Unternehmen mit ca. 120 Be- Unternehmens bilden die bereits 2006 verab- schäftigten, die im 7 Tage 4-Schicht-System Pro- schiedeten Umweltleitlinien. duktion, Verpackung und Versand sicherstellen. Derzeit werden sechs junge Menschen im Unter- Unsere Umweltleitlinien (Auszug): nehmen ausgebildet. • Die Erfurter Teigwaren GmbH betrachtet den Die Produktion ist auftragsorientiert und bein- Umweltschutz als eine Verpflichtung gegen- haltet die Herstellung von Teigwaren der ver- über Kunden, Mitmenschen und nachfolgen- schiedensten Rezepturen und Formen auf vier den Generationen. Unser Hauptziel ist die Industrielinien. Wir fertigen Nudeln für den Ein- Produktion von gesunden Nahrungsmitteln. zelhandel, für Großverbraucher und HighEnd Pro- Nur durch schonenden Umgang mit der Um- dukte für die industrielle Weiterverarbeitung zu welt bei der Produktion können Belastungen Fertiggerichten. Dabei werden auch ökologisch auf ein Minimum reduziert werden. erzeugte Rohstoffe zu Bionudeln verarbeitet. • Neben dem Einhalten von Gesetzen und Ver- Unsere Kunden in ganz Deutschland und in den ordnungen sowie von behördlichen Auflagen europäischen Nachbarländern werden mittels verpflichtet sich unser Unternehmen zu einer moderner Logistik aus unserem Außenlager ter- steten Verbesserung unseres Umweltengage- mingerecht beliefert. ments. Betriebliche Umweltvorsorge bedeu- Durch die Zertifizierung unseres Qualitätsma- tet für uns, betriebliche Abläufe ganzheitlich nagementsystems nach ISO 9001:2000, nach dem zu betrachten, zu analysieren und zu verbes- International Food Standard IFS (Höheres Niveau) sern. und ISO 22000 stellen wir im Rahmen von inter- • Neben einer regelmäßigen Schulung unserer nen und externen Kontrollen die hohe Qualität Mitarbeiter zu Umweltschutzfragen sind alle unserer Produkte sicher. Ebenfalls ist unser Be- Mitarbeiter dazu angehalten, Ideen und Ver- trieb nach EG Öko-Verordnung zertifiziert, was besserungsvorschläge zum Umwelt- und Ar- zur Herstellung von Bio-Produkten berechtigt. beitsschutz einzubringen. Realisierte Maßnahmen Einsparung/Wirkung kontakt: Reduzierung von Nudel-Bruch in Produktion und Einsparung von ca. 1,5 MWh Wärmeenergie und 0,4 t Herr Bogel Verpackung um durchschnittlich 5 % CO2-Emissionen; Kostenreduzierung Tel.: 0361 5 97 33 61 Reduzierung von Teigwarenresten in der Produktion Vermeidung von 11,2 t Abfall; Kostenreduzierung in E-Mail: markus.bogel@ um durchschnittlich 5 % Höhe von ca. 3.450 €/Jahr erfurter-teigwaren.de Veränderung der Lampenschaltung oberhalb der Energieeinsparung von ca. 1,3 MWh; Pressen (jetzt separat schaltbar je nach Bedarf) Kostenreduzierung um ca. 160 €/Jahr Umweltzertifikate: ÖKOPROFIT 2005/2006 Geplante Maßnahmen Einsparung/Wirkung f Termin ÖKOPROFIT 2007 Weitere Reduzierung von Nudel-Bruch in Produktion Einsparung von ca. 4,4 MWh Wärmeenergie und 1,21 t ÖKOPROFIT 2008 und Verpackung um durchschnittlich 15 % CO2-Emissionen; Kostenreduzierung f 03/2013 ÖKOPROFIT 2009 Weitere Reduzierung von Teigwarenresten in der Vermeidung von 22,3 t Abfall; Kostenreduzierung ÖKOPROFIT 2010 Produktion um durchschnittlich 10 % von in Höhe von ca. 10.000 €/Jahr f 03/2013 ÖKOPROFIT 2011 Umstellung von Beleuchtungskörpern auf LED-Technik Reduzierung des Stromverbrauchs um 15.000 kWh/ ÖKOPROFIT 2012/2013 in Testbereichen Jahr; Kostenreduzierung in Höhe von ca. 1.800 €/Jahr f 03/2013 EMAS III / ISO 14001 ÖKOPROFIT Erfurt 2012 / 2013 13
Erfurter Verkehrsbetriebe AG ÖPNV heißt für uns auch – Ökologisch, Produktiv, Nachhaltig, Verantwortungsbewusst Als im Jahr 1883 eine Pferdebahn die Aufgaben führten Investitionen hinsichtlich Strecke, Netz, bisheriger Miet-Droschken übernahm, war dies Stromversorgung und Fahrzeugen wider. Durch die Geburtsstunde der Erfurter Verkehrsbetriebe den Einsatz von Dieselomnibussen mit Euro 5 – AG (EVAG). Norm, aktuell auch Norm-EEV (Enhanced Envi- Gegenwärtig gewährleistet die EVAG mit ca. 500 ronmentally Friendly Vehicle), welche bereits die Mitarbeitern im Erfurter Stadtgebiet und in den Abgasqualität der Norm Euro 5 übertrifft, wird angrenzenden Regionen mit modernen Omnibus- eine Reduzierung des spezifischen Schadstoff- sen und Stadtbahnen den Öffentlichen Personen- austrages erreicht. Seit 2010 fährt die Stadtbahn nahverkehr (ÖPNV) sowie den Schülerverkehr. ausschließlich mit Strom aus ökologischer Her- Sonderfahrten mit historischen Omnibussen und kunft, was jährlich ca. 10.000 t CO2 einspart. Wir Straßenbahnen gehören ebenfalls zum Dienst- beweisen damit: ÖPNV ist Umweltschutz, ist leistungsangebot des Unternehmens. Nachhaltigkeit. Wer Busse und Bahnen benutzt, Bereits im Jahr 1999 wurde die EVAG als erstes leistet einen entscheidenden Beitrag zur Verbes- deutsches ÖPNV-Unternehmen in seiner Gesamt- serung des Umweltschutzes in unserer Stadt Er- heit nach dem Qualitätsstandard DIN EN ISO furt und in der Region. 9002 zertifiziert. Im Januar 2003 wurde dann mit Erfolg ein Umweltschutz-Management-System Unsere Umweltleitlinien (Auszug): gemäß DIN EN ISO 14001 im Unternehmen imple- • Wir gewährleisten durch regelmäßige Prüfun- mentiert. Seit der erfolgreichen Zertifizierung gen unserer Fahrzeuge, Anlagen und Prozesse durch die zuständige Berufsgenossenschaft im Betriebs- und Rechtssicherheit. Jahr 2006 verfügt die EVAG auch über ein gut • Wir erleichtern durch Erhöhung der Akzeptanz funktionierendes Arbeitsschutz-Management- des ÖPNV das Umsteigen von Pkw auf Busse System gemäß NLF/ILO-OSH 2001. und Bahnen. Seit dem Jahr 2010 erfolgt die Teilnahme am • Wir bieten einen qualitätsgerechten und siche- Nachhaltigkeits-Abkommen-Thüringen. Im Zuge ren ÖPNV bei sparsamstem Energie- und Rohstoff- der Betrauung und Direktvergabe werden auch in einsatz zur Schonung natürlicher Ressourcen. Zukunft alle einschlägigen EU-Vorgaben, -Nor- • Wir sind bestrebt, neben alternativen Energie- men, -Verordnungen und -Richtlinien umgesetzt. trägern auch technische Innovationen, wie neue Die kontinuierliche Qualitätsverbesserung geht Antriebs- und Assistenzsysteme zu nutzen. einher mit einer Verbesserung des betrieblichen • Wir wirken darauf hin, dass Auftrag- sowie Sub- Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutzes. unternehmer unsere Umwelt- und Sicherheits- Das spiegelt sich insbesondere in den durchge- anforderungen beachten und erfüllen. Realisierte Maßnahmen Einsparung/Wirkung Beschaffung von 12 Combino-Stadtbahnwagen (Classic, Einsparung von Elektroenergie; Nutzung von 20m) als Ersatz für KT4D-Fahrzeuge Bremsenergie; Verbesserung der Beförderungsquali- tät (100 % Niederflur) Beschaffung von 5 Solo-Omnibussen (Euro 5) Einsparung von Dieselkraftstoff; Reduzierung von Schadstoffemissionen Neues Beleuchtungskonzept Straßenbahn-Betriebs- Einsparung von Elektroenergie; Verbesserung der werkstatt Arbeitsbedingungen Ertüchtigung GUW 8 mit Wegfall / Entsorgung von drei Erhöhung der Versorgungssicherheit; Substitution Öltransformatoren von Gefahrstoffen Fahrleitungsertüchtigung im Bereich Wiesenhügel Reduzierung von Spannungs- und Energieverlusten; kontakt: Optimierung Bremsenergienutzung Herr Schulrabe Begrünung Gleisanlagen Mainzer Str. und Vilniuser Str. Verminderung der Lärmemissionen Tel.: 0361 5 64 46 64 sowie Magdeburger Allee E-Mail: matthias.schulrabe@ Anschaffung Kaltreinigertisch mit Reiniger auf Substitution von Gefahrstoffen (lösemittelhaltiger stadtwerke-erfurt.de wässriger, biologischer Basis Kaltreiniger) Beschaffung von fünf Gelenkomnibussen mit Verringerung von Schadstoffemissionen Umweltzertifikate: Abgasnorm Euro 5 statt Abgasnorm Euro 2 ISO 14001 Teilnahme am Projekt „Betriebliches Mobilitäts- Förderung des Umstiegs auf ÖPNV management“ der Stadt Erfurt ÖKOPROFIT 2002/2003 ÖKOPROFIT 2004 Geplante Maßnahmen Einsparung/Wirkung f Termin ÖKOPROFIT 2005 Fahrleitungsertüchtigung im Bereich Arnstädter Straße Reduzierung von Spannungs- und Energieverlusten; ÖKOPROFIT 2006 mit Querschnittserhöhung Optimierung Bremsenergienutzung f 03/2013 ÖKOPROFIT 2007 Neues Beleuchtungskonzept Straßenbahn- Einsparung von Elektroenergie; Verbesserung der ÖKOPROFIT 2008 Hauptwerkstatt I Arbeitsbedingungen f 06/2013 ÖKOPROFIT 2009 Riffelschliff Gleise Bahnhofstr., Magdeburger Allee, Verminderung der Lärmemissionen; Verlängerung ÖKOPROFIT 2010 Kranichfelder Str., Windthorststr. und F.-Ebert-Str. Lebensdauer Fahrweg und Fahrzeuge f 06/2013 ÖKOPROFIT 2011 Durchführung des Projekts „Alternative Antriebe“, Erprobung von alternativen Antrieben mit dem Ziel gemeinsam mit Verkehrsministerium der Energieeinsparung ÖKOPROFIT 2012/2013 14 ÖKOPROFIT Erfurt 2012 / 2013
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