Meister-Brief - Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft

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Meister-Brief - Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft
Meister-Brief
                                                                                               Nr. 3 - Oktober 2011
                                                                                                           G 58052

Service-Magazin der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft und der Baugewerks-Innung Köln/Rhein-Erft-Kreis

Tolle Atmosphäre
    Mit einem „Hoffest“ haben die Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft und
     die ihr angeschlossenen Innungen das ‚neue‘ Haus des Handwerks
      der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Gäste haben sich wohl gefühlt.
Meister-Brief - Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft
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Meister-Brief - Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft
Meister-Brief
                                                                      Editorial                                                 

                        P
                                ositive Signale für das Handwerk kom-      so“ ihren kompletten Fuhrpark erneuern,
                                men derzeit aus der Politik. So etwas      nur weil es eine neue Verordnung gibt. Und
                                ist - leider - selten genug, und deshalb   nachrüsten? Wie denn? Die Industrie hat ja
                        an dieser Stelle besonders bemerkenswert:          nicht einmal für alle gängigen Fahrzeugtypen
                        Die Landesregierung hat Mitte Juni Ihren Ent-      entsprechende Möglichkeiten geschaffen.
                        wurf für ein neues Gesetz zur Förderung des

                                                                           D
Helmut Klein            Mittelstandes vorgelegt. Dieses Gesetz sieht                 ass wir uns durchaus für die Belan-
Kreishandwerksmeister   einige aus unserer Sicht sehr richtige Rege-                 ge des Umweltschutzes einsetzen,
                        lungen vor. Etwa das deutliche Bekenntnis                    zeigt unser gemeinsam mit der
                        zum Meisterbrief. Vor allen Dingen aber wur-       Kammer ins Leben gerufene Aktionsbündnis
                        de unseren Spitzenverbänden ein ‚Mitsprach-        zur Verbesserung der Luftqualität im Bereich
                        recht‘ eingeräumt, bevor das Gesetz im Land-       der Luxemburger Straße. Hier muss etwas
                        tag beraten und verabsschiedet wird.               geschehen und selbstverständlich sind unse-
                                                                           re Mitgliedsbetriebe bereit, ihren Beitrag zu

                        M
                                    indestens genauso positiv ist das      leisten. Allerdings bleibt festzuhalten, dass es
                                    Signal, das von einem aktuellen        die Politik über Jahrzehnte versäumt hat, die
                                    Urteil des Bundesverwaltungs-          Voraussetzungen für den Bau der dringend
                        gerichtes in Leipzig für das Handwerk aus-         notwendigen Umgehungsstraße zu schaffen.
                        geht. Dieses Urteil bestätigt ausdrücklich den

                                                                           Z
                        Meisterzwang in den sogenannten „gefahr-                   um Schluss noch zwei erfreuliche
                        geneigten Berufen“. Besonders bemerkens-                   Themen. Zum einen werden wir auch
                        wert ist neben dem Urteil selbst insbesondere              in diesem Jahr bei der Zahl der Ausbil-
                        die Begründung. Denn die Richter sehen im          dungsverträge noch einmal leicht über dem
                        Meisterbrief auch heute noch ein echtes „Gü-       Niveau der Vorjahre liegen. Das ist beacht-
                        tesiegel“. Der Meistertitel gewährleistet sau-     lich, aber auch notwendig. Wenn wir nicht
                        bere und sichere Arbeit. Wir sind froh, dass       selbst ausbilden, werden wir nur schwerlich
                        mit diesem Urteil ein massiver Angriff ge-         die in Zukunft notwendigen Fachkräfte ein-
                        gen unser Qualitätssiegel, den Meisterbrief,       setzen können. Mit einem Hoffest haben wir
                        höchstrichterlich abgewehrt worden ist.            vor wenigen Wochen das „neue“ Haus des
                                                                           Handwerks in Frechen eingeweiht. Es war

                        L
                               eider gibt es daneben auch weniger          eine in jeder Hinsicht gelungene Veranstal-
                               erfreuliche Entwicklungen, über die         tung, die Gäste haben sich bei uns erkennbar
                               wir sprechen müssen. Die Stadt Köln         wohlgefühlt.
                        ist wild entschlossen, ihre sogenannte Um-         Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen - genießen
                        weltzone dramatisch in Richtung Westen             sie die kommenden Wochen eines hoffent-
                        auszudehnen. Das würde es unseren Mit-             lich „Goldenen Herbstes“, bevor die letzten
                        gliedsbetrieben im Rhein-Erft-Kreis noch ein-      Wochen des Jahres wieder deutlich an Fahrt
                        mal deutlich erschweren, Aufträge im Kölner        aufnehmen.
                        Stadtgebiet zu realisieren. Dr. Ortwin Wel-        In diesem Sinne grüße ich Sie alle herzlichst,
                        trich, Hauptgeschäftsführer der Handwerks-
                        kammer zu Köln, hat völlig Recht, wenn er
                        der Politik in diesem Zusammenhang „totales
                        Versagen“ vorwirft. Mittelständische Hand-
                        werksunternehmen können nicht „mal eben            Ihr Kreishandwerksmeister Helmut Klein.
Meister-Brief - Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft
Meister-Brief
                                                    Inhalt

       Ehrenurkunde für den             Entspannen im Ahrtal. Und wer ein                Die Gute Form: Bemerkenswerte                 Das Bundesverwaltungs-
       engagierten Tischler-            bisschen Glück hat, trifft zwischen den          Qualität haben die Tischler mit               gericht hat den Meister-
       meister Karl-Josef Er-           Weinreben in den Steilhängen die Deut-           ihren Gesellenstücken abgeliefert             zwang grundsätzlich be-
       hard       ...Seite 27           sche Weinkönigin            ...Seite 20                                ...Seite 26            stätigt         ...Seite 8

                                                                                      Handwerk + Politik: Die Stadt Köln will ihre
         Meinung: Endlich kommen auch einmal posi-                                    Umweltzone Richtung Westen ausdehnen. Mit
         tive Signale für das Handwerk aus der Politik.                               unabsehbaren Konsequenzen für die Hand-
         Die Landesregierung hat ihren Entwurf für ein                                werksbetriebe im Rhein-Erft-Kreis
         Gesetz zur Förderung des Mittelstandes vorge-                                                                  ...Seite 10
         legt.                               ...Seite 3
                                                                                      Die Einführung des sogenannten Biokraftstoffs
         Immer noch nutzen Kommunen des Rhein-Erft-                                   E10 ist eine Geschichte von Pleiten, Pech und
         Kreises bei der Vergabe öffentlicher Aufträge                                Pannen. Und setzt umweltpolitisch ein völlig
         die neuen Wertgrenzen nicht aus. Ein kritischer                              falsches Signal                 ...Seiten 9 + 19
         ‚Zwischenruf‘ von Horst Krieger     ...Seite 14
                                                                                       Aktuell: Ein Urteil des Bundesverfassungsge-
       Ratgeber: Gute Kunde kommt von der IKK. Auch                                    richts bestätigt den „Meisterzwang“ als Gütesie-
       nach der Fusion verspricht die Krankenkasse:                                    gel deutscher Handwerkskunst.         ... Seite 8
       Keine Zusatzbeiträge bis 2013.      ...Seite 7

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    Ausbildungswesen
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                                           Handwerksrecht                         -Auto –s, -reifen
    Baurecht - BGB / VOB                                                          -Berufskleidung
                                                                                                                       Versicherungen
    Betriebsübergabe                                                                                                   Versorgungswerk
    Betriebsverfassungsgesetz              Inkasso                                -Bürobedarf
                                                                                                                       Vertragsrecht
                                           Interessenvertretung                   -Container
    Betriebsvergleiche                                                                                                 VOB-Fragen
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    Bürgschaftsservice - VIA / SIGNAL                                                                                  Wehrpflicht
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Meister-Brief - Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft
Meister-Brief

                                                                                                                       Inhalt                                            

Small Talk in angenehmer Atmosphäre: Mit einem Hoffest hat die      Eine geänderte Prüfungsordnung hat                          Obermeister Wolfgang Rattay
Kreishandwerkerschaft ihr ‚neues‘ Haus des Handwerks einge-         für die Friseure zu erschwerten Bedin-                      über die aktuelle Situation im
weiht. Die Gäste fanden das Fest so gut, dass die Organisatoren     gungen bei der jüngsten Prüfung ge-                         Maler- und Lackiererhand-
jetzt über eine Wiederholung nachdenken              ...Seite 16   führt.                       ...Seite 24                    werk                ...Seite 28

          Titelthema: Mit einem ‚Hoffest‘ haben die Kreis-                              Persönlich: Mit einer Ehrenurkunde hat Ober-
          handwerkerschaft und die ihr angeschlossenen
                                                                                        meister Frank Wilkening den Tischlermeister Karl
          Innungen das ‚neue‘ Haus des Handwerks der
                                                                                        Josef Erhard für dessen jahrelanges Engagement
          Öffentlichkeit vorgestellt. Die vielen geladenen
                                                                                        für die Tischlerinnung ausgezeichnet ...Seite 27
          Gäste haben sich wohl gefühlt.         ... Seite 16

                                                                                     Gute Form: Auch in diesem Jahr hat die Tisch-
           Ausbildung:    Die Mitgliedsbetriebe werden auch
                                                                                     ler-Innung ihre Lossprechung im Kaisersaal der
           in diesem Jahr die Zahl der Ausbildungsverträge
           noch einmal steigern können. Kammerpräsident
                                                                                     Brauweiler Abtei gefeiert           ... Seite 25
           Hans Peter Wollseifer lobt das „gute Ausbildungs-
           klima“ im Rhein-Erft-Kreis             ... Seite 15                         Auszeit: Das nahe gelegene Ahrtal lädt in die-
           In den vergangenen Wochen haben viele Auszubil-                             sem Wochen zu einem Besuch ein. Wer Glück
           dende in verschiedenen Innungen ihre Lehre mit der                          hat, trifft hier die amtierende Deutsche Wein-
           Gesellenprüfung abgeschlossen.                                              königin - Serie                      ... Seite 20

                                                                                 Impressum
                                                                                 Herausgeber:                                    Der Meister-Brief erscheint als
                                                                                 Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft                Servicemagazin für die Mitglieder der
                                                                                 Baugewerks-Innung Köln/Rhein-Erft               Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft,
                                                                                 Verein Hoch- und Ausbau e.V.                    der Baugewerks-Innung Köln/Rhein-Erft
               Platzieren Sie ihre Werbung im                                    Kölner Straße 2                                 und des Vereins Hoch- und Ausbau e.V.
                                                                                 50226 Frechen
                                                                                 Telefon: 02234-52222                            Erscheinungsweise: vierteljährlich
                                                                                 Telefax: 02234-22903
                        Meister-Brief                                            info@handwerk-rhein-erft.de
                                                                                 www.handwerk-rhein-erft.de
                                                                                                                                 Gedruckte Auflage: 4.000 Exemplare

                                                                                 v.i.S.d.P.:                                     Einzelpreis: 2,50 Euro
                                                                                 Heribert Ropertz                                (ist im Mitgliedsbeitrag enthalten)

     Wir verschaffen Ihnen die Kundenkontakte.                                   Hauptgeschäftsführer
                                                                                 Kölner Straße 2
                                                                                 50226 Frechen
                                                                                 Telefon: 02234-52222
                                                                                 Telefax: 02234-22903

  Ihr Ansprechpartner für Anzeigen:                                              Redaktion:
                                                                                 Helmut Klein
                                                                                 Werner Brauckmann
                                                                                 Heribert Ropertz

  Peter Szemenyei                                                                Mitarbeit an dieser Ausgabe:
                                                                                 Heribert Ropertz, Hans-Peter Henseler
                                                                                 Werner Brauckmann, Peter Szemenyei
  Kölner Straße 2                                                                Bildnachweis:
                                                                                 Seite 3 von druck-reif.info, Titelfoto,
  50226 Frechen                                                                  9, 11, 15, 16, 17 (4), 22 (1), 24 (3)
                                                                                 ZDH: 23
                                                                                 privat: 6, 30 (2)
  Telefon: 02234-52222                                                           Rhein-Erft-Media: 18, 19 (2), 22 (1), 26 (2)
                                                                                 Horst Krieger: 13, 25, 27, 28, 29 (2)

  Telefax: 02234-22903                                                           pixelio: 8,

                                                                                 Anzeigen:
  Mail: info@handwerk-rhein-erft.de                                              Peter Szemenyei
                                                                                 Kölner Straße 2
                                                                                 50226 Frechen
                                                                                 Telefon: 02234-52222
  Professionell gestaltet und präsentiert in einem                               Telefax: 02234-22903

                                                                                 Satz und Layout:
  Umfeld, das meisterhaft auf Ihre Zielgruppe                                    Rhein-Erft-Media
                                                                                 Krankenhausstraße 112
  zugeschnitten ist.                                                             50354 Hürth
                                                                                 Telefon: 02233-928837

                                                                                 Druck: www.megadruck.de
Meister-Brief - Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft
Meister-Brief
                          Service - Aktuell

    Lernen macht Spaß
          Die Erfahrung, dass Lernen auch wirklich Spaß machen kann, hat nicht jeder gemacht, viele denken nur
        sehr ungern an die eigene Schul- und Ausbildungszeit zurück. Dabei sind sich Experten einig, dass man mit
          dem richtigen „Werkzeug“ bis zu zehn Mal schneller Informationen aufnehmen und verarbeiten kann.

    Die Erfahrung, wie wichtig das richtige Werk-   „Rene, unser Azubi, hat vieles direkt für den   selbst die Erkenntnis gezogen haben, dass
    zeug ist, hat jeder schon einmal gemacht, als   Arbeitsalltag und seine persönliche Entwick-    der leistungsfähigste Computer nicht unter
    er zum Beispiel ein Regal oder gleich einen     lung mitgenommen“.                              dem Schreibtisch steht, sondern auf den
    kompletten Schrank zusammengeschraubt           „Klar war es anfangs hart, wenn sonntags        Schultern getragen wird.“
    habt. Mit dem Schraubenzieher und per           morgens um halb 8 der Wecker klingelt“,         Wenn Sie auch Lust auf mehr bekommen
    Hand ist das mühselig und nimmt zudem           scherzt Tim, Anlagenmechaniker im Sani-         haben, finden Sie weitere Informationen zur
    jede Menge Zeit in Anspruch. Um wie vieles      tärbereich: „Ich wusste ja nicht, was mich      Azubischule bei LIFE´S´COOL direkt unter
    einfacher geht das doch, wenn man einen         erwartet. Doch als ich gemerkt habe, wie        www.lifescool.de/Azubischule
    Akkuschrauber in die Hand nehmen kann;          schnell ich mit den vermittelten Lerntech-
    Schrank und Regal nehmen zügig Form und         niken Dinge verinnerlichen konnte, war das
    Gestalt an. Und Freude kommt auf, wenn          ein echt tolles Gefühl; auch für mich per-
    das Werk gelingt.                               sönlich“.
    Ganz ähnlich verhält es sich beim Thema         Neben der Vermittlung von Lerntechniken
    „Lernen“, mit dem sich „Die Azubischule“        kamen die Azubis ihren eigenen Motiva-
    von der Firma LIFE´S´COOL beschäftigt.          toren auf die Schliche und konnten so über-
    Hier erlernen die Jugendlichen die kleinen      prüfen, was sie antreibt und wie sie sich für
    und großen Tricks und Kniffe, um mit den        die Zukunft besser strukturieren können.

                                                                                                     A
    richtigen Werkzeugen erfolgreicher und ef-      Auch das sichere Auftreten vor unange-
    fektiver zu lernen.                             nehmen Kunden wurde geübt, um das Bild                       n drei Sonntagen nahmen sieben
    An drei Sonntagen - also während ihrer Frei-    des wünschenswerten Azubis vollends ab-                      Auszubildende im Schulungsraum
    zeit - besuchten jeweils sieben Azubis aus      zurunden.                                                    der Kreishandwerkerschaft Rhein-
    verschiedenen Mitgliederbetrieben zusätz-       Aber nicht nur die Teilnehmer waren be-                      Erft an der „Azubischule“ teil. Dahin-
    lich zum normalen Arbeitsalltag das Semi-       geistert, auch Seminarleiterin und Traine-       ter steckt die Idee, den Jugendlichen Tipps und
    nar „Die Azubischule“ im Schulungsraum          rin Gerda Pohlmann war äußerst zufrieden         Tricks für das effektivere Lernen zu vermitteln.
    der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft.           mit den Jugendlichen: „Es war einfach eine       Denn, so die Philosophie der „Azubischule“:
    „Mit großem Erfolg“, wie Thomas Ritter,         Freude zu sehen, mit welcher Begeisterung        Lernen macht Spaß!
    Obermeister der Friseur-Innung erkannt hat:     die Jugendlichen dabei waren und für sich        Am Ende hatte auch Seminarleiterin Gerda Pohl-
                                                                                                     mann „Spaß“. Die Jugendlichen seien mit gro-
                                                                                                     ßer Begeisterung bei der Sache gewesen, so das
                                                                                                     überaus positive Fazit der erfahrenen Trainerin.
Meister-Brief - Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft
Meister-Brief
                                                                                             Service-Aktuell                                                            

IKK: Kein Zusatzbeitrag
    Zum 1. August 2011 fusionierten die Vereinigte IKK und
                                                                                                                   Die neue IKK classic auf einen Blick:
      die IKK classic. Die neue Kasse bleibt bis 2013 ohne
   Zusatzbeitrag. Sie bietet den Versicherten ein großes Ge-                                                            Versicherte: 3,6 Millionen
 schäftsstellennetz und ein hohes Service und Leistungsniveau                                                            Mitglieder: 2,6 Millionen
                                                                                                                         Firmenkunden: 460.000
                                                                                                                   Haushaltsvolumen: 8,2 Milliarden Euro

D
          ie Partnerschaft und enge Verbun-            schrieben. Die Ansprechpartner im Firmen-                       Beschäftigte (Vollzeit): 6.500
          denheit mit dem Handwerk hat                 kundenservice der IKK classic beantworten                            Hauptsitz: Dresden
          auch für die neue IKK classic einen          alle Fragen dazu.                                              Homepage: www.ikk-classic.de
hohen Stellenwert. Das Servicenetz der neu-                                                                              Servicetelefon: 0800 455
en IKK classic steht ab 1. August 2011 allen                            > Neues zu Wahltarifen und                          1111 (kostenlos)
Versicherten offen: mit über 500 Geschäfts-            privaten Zusatzversicherungen                                www. ikk-classic.de/vereinigte-ikk
stellen in Nordrhein-Westfalen, Niedersach-            IKK Cash und IKK Cash plus heißen die
sen, Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg,               Wahltarife der IKK classic, die jetzt auch den
Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thü-               ehemaligen Versicherten der Vereinigten IKK             Für die Kunden der ehemaligen Vereinigten
ringen.                                                offen stehen. Bei IKK cash erhält der Versi-            IKK bleiben ihre Ansprechpartner im Kunden-
                                                       cherte am Ende eines Kalenderjahres eine                service erhalten. Auch die Versichertenkarte
               > Was ändert sich für die              Prämie von bis zu 600 Euro ausgezahlt,                  bleibt nach der Fusion gültig. Familien kön-
IKK-versicherten Betriebe?                             wenn er in dieser Zeit keine ärztlichen Leis-           nen bei der IKK classic ein Gesundheitskonto
Durch die Fusion entsteht den Arbeitgebern             tungen beansprucht hat. Wer sich an seinen              führen. Mit 150 Euro Guthaben pro Mitglied
kein zusätzlicher Arbeitsaufwand: Die Mel-             Gesundheitskosten grundsätzlich selbst be-              oder Familienversichertem unterstützt die
dungen gehen weiterhin an die bekannte                 teiligen will, kann mit IKK Cash plus im Jahr           IKK classic dann die Teilnahme an Gesund-
Adresse, die bisherige Betriebsnummer und              bis zu 900 Euro zurückerhalten. Diejenigen,             heitskursen. Das besondere Engagement für
die gewohnten Kontendaten bleiben gültig.              die bis zum 31. Juli 2011 den Wahltarif va-             die eigene Gesundheit belohnt die IKK clas-
                                                       rio-plus gewählt hatten, können ab dem                  sic außerdem im Rahmen ihres Bonuspro-
            > Was ändert sich für Betriebe,           1. Januar 2012 in IKK Cash plus wechseln                gramms mit bis zu 300 Euro (Kinder bis zu
wenn die Mitarbeiter bis zum 31. Juli 2011             – zum Jahresende 2011 läuft der Tarif vario-            150 Euro). Aktivitäten, die bisher bonusfähig
bei der Vereinigten IKK versichert waren?              plus aus. Die Partnerschaft mit der SIGNAL              waren, bleiben es. Auch die Bonushefte und
Nichts: Betriebsinhaber müssen sie nicht               Krankenversicherung a.G. führt die neue                 darin bereits gesammelte Nachweise sind
ummelden. Allerdings gibt es neue Umlage-              IKK classic weiter. Jeder, der sich künftig neu         weiter gültig. Neu ist, dass es nun auch für
sätze, die in die Abrechnungssoftware inte-            oder weiterhin über die IKK classic privat              private Vorsorgeuntersuchungen einen Bo-
griert werden müssen. Stichwort Umlagen:               absichern will, kann auf den Zusatzschutz               nus gibt: zum Beispiel für den Haut-Check,
Alle Arbeitgeber, die am Umlageverfahren               ISIfair zählen.                                         die Knochendichtemessung, die Glaukom-
der neuen IKK classic teilnehmen, wurden                                                                       Vorsorge und den PSA-Test – sogar ein ge-
dazu bereits in den letzten Wochen ange-                         > Was ändert sich für Versicherte?           sunder Body-Mass-Index bringt Punkte.

                                                                                                                                   HD&P.
                                                                                                    Dr. Höser, Dierker & Partner   Rechtsanwälte

    DR. JUR. JÜRGEN HÖSER           FRANk DIERkER                                 TANJA SCHMITZ                                    kölner Straße 2
    Rechtsanwalt                    Rechtsanwalt                                  Rechtsanwältin                                   50226 Frechen
    Fachanwalt für Arbeitsrecht     Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht      Fachanwältin für Familienrecht                   im Haus des Handwerks
    Fachanwalt für Familienrecht    Fachanwalt für Verwaltungsrecht               Familien- und Scheidungsrecht                    Rhein-Erft
    Arbeitsrecht                    Baurecht · Architekten- und Ingenieurrecht    Erbrecht
    Familien- und Scheidungsrecht   Verwaltungsrecht · Immobilienrecht
    Sozialrecht                     Handwerks- und Gewerberecht

    CARSTEN kEUNECkE                GUNNAR SEMRAU                                 PETRA PoHl                                       Tel. 02234 1820-0
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    Fachanwalt für Arbeitsrecht     Fachanwalt für Verkehrsrecht                  Fachanwältin Miet- und Wohnungseigentumsrecht    und 02234 182021
    Arbeitsrecht                    Fachanwalt Miet- und Wohnungseigentumsrecht   Miet- und Wohnungseigentumsrecht
    Strafrecht                      Verkehrsrecht · Zivilrecht                    Baurecht                                         E-Mail office@hdup.de
    Verkehrsrecht                   Miet- und Wohnungseigentumsrecht              Zivilrecht                                       Web    www.hdup.de
                                                                                                                                   Web WWWHDUPDE
                                                                                                                                          www.hdup.de
                                    Familien- und Scheidungsrecht
    RolAND SIEGER                                                                 TIllMANN HERMANNS
    Rechtsanwalt                                                                  Fachanwalt für Steuerrecht
    Öffentliches Baurecht                                                         Fachanwalt für Strafrecht
    Verwaltungsrecht                                                              Diplom-kaufmann
    Bau- und Architektenrecht                                                     vereidigter Buchprüfer                                               Zertifiziertes
                                                                                  Steuerrecht · Strafrecht                                    Qualitätsmanagement
                                                                                                                                       nach DIN EN ISo 9001:2008
Meister-Brief - Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft
Meister-Brief
                      Handwerk + Politik

    Meisterleistung garantiert
      Ist der Meisterzwang in                                                 dieser Phase weiter am Meisterzwang
      einem sich immer weiter                                                      festhalten und hat jetzt für seine
      öffnenden Europa noch zeit-                                                       Rechtsauffassung wertvolle
      gemäß? EU-weit kann jeder                                                      Unterstützung durch ein aktu-
      Handwerker einen Betrieb                                                       elles Urteil des Bundesverwal-
      aufmachen. Das deutsche                                                             tungsgerichts bekommen.
      Handwerk möchte auch in

    I
         n einer viel beachteten und viel diskutierten Ent-                          verurteilt, weil er einer Kundin die Kopfhaut verätzt
         scheidung hat das Bundesverwaltungsgericht in                               hatte (Az.: 3 U 69/10). Für Alexander Legowski, Spre-
         Leipzig Ende August den durchaus umstrittenen Mei-                           cher des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks
         sterzwang im Handwerk bestätigt. Es wies die Klagen                            in Berlin ist der Meisterzwang unverzichtbares Ele-
    einer Frisörin und eines Dachdeckers ab, die sich ohne                                ment deutscher Handwerksqualität. Er sieht deut-
    Eintragung in die Handwerksrolle selbstständig machen                                   sche Handwerker im Vergleich zu europäischen
    wollten. Die Anforderungen der deutschen Handwerksord-                                   Kollegen dadurch in keiner Weise diskremi-
    nung, wonach für die Selbstständigkeit entweder der Meister-                               niert. Ganz im Gegenteil: „Der Meistertitel ist
    brief oder eine sechsjährige Berufserfahrung als sogenannter                                eine Spitzqualifikation, die wir bieten. Viele
    „Altgeselle“ notwendig sind, seien absolut verhältnismäßig,                                   Handwerker - deutsche wie ausländische -
    entschieden die Richter des 8. Senats des obersten deutschen                                  machen im Ausland die Erfahrung, welche
    Verwaltungsgerichtes. Die deutschen Handwerker würden da-                                       Wertschätzung der Meisterbrief dort er-
    durch auch nicht gegenüber EU-Ausländern benachteiligt.                                          fährt,“ wird Legowski in der FTD zitiert.
    Das Urteil wird Promifrisör Udo Walz nicht gefallen. Der Mann,                                     Durch das Urteil aus Leipzig darf sich
    von dem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zuweilen das Haupt-                                       der Spitzenfunktionär des deutschen
    haar richten lässt, hatte sich noch einen Tag vor dem Urteil in einem                                  Handwerks in seiner Auffassung be-
    Beitrag der Financial Times Deutschland (FTD) für eine Lockerung                                        stätigt fühlen. Der Meistertitel sei
    des Meisterzwangs ausgesprochen. Sein Argument: Zum Haare-                                               „geeignet und erforderlich, Drit-
    schneiden brauche man Talent, aber keine Meisterprüfung. Wer                                               te vor Gefahren zu schützen“,
    weiß, warum Udo Walz so denkt. Er ist ein Star, besitzt alleine in                                           heißt es unter anderem in der
    Berlin fünf Salons und hat mehr als 90 Angestellte. Das Wort „Mei-                                            Urteilsbegründung. Der Mei-
    sterbrief“ taucht in seinem Lebenslauf allerdings an keiner Stelle auf.                                         stertitel oder die langjährige
    Stattdessen stellt er in der FTD fest: „Auch mit Meister kann mal ein                                             Berufserfahrung       sollen
    Fehler passieren“.                                                                                                  demnach gewährleisten,
    Anders sieht das Rechtsanwalt Frank Dierker. Auch der Frechener                                                        dass die Handwerker
    Fachanwalt aus der Kanzlei „Höser, Dierker und Partner“ ist für den                                                     saubere und sichere
    Beitrag in der Financial Times Deutschland befragt worden. Für ihn                                                          Arbeit abliefern.
    gibt es überhaupt keinen Zweifel an der Richtigkeit der strengen
    deutschen Handwerksordnung: „Pfusch am Bau erleben Sie bei Mei-
    sterbetrieben einfach seltener“,wird der Fachanwalt zitiert. Dierker
    ergänzt: „Ich finde das duale System sehr gut.“
    Dieses Duale System, das Handwerkern in Deutschland vor der
    Unternehmensgründung in aktuell insgesamt 41 sogenannten „ge-
    fahrengeneigten“ Branchen eine Meisterprüfung abverlangt, ist
    in Europa nach wie vor einmalig. 2004 hatte der Gesetzgeber
    den Meisterzwang für eine Reihe von Berufen aufgehoben; ge-
    gen den ausdrücklich erklärten Willen der Handwerksorgani-
    sationen. Zu den 41 „gefahrgeneigten“ Berufsgruppen zählen
    neben Gerüstbauern, Maurern, Dachdeckern, Elektrikern oder
    Fleischern auch Frisöre. Die Begründung: Friseure arbeiten mit
    Chemikalien an Menschen. Welche Gefahren das birgt zeigt
    ein ganz aktueller Fall: Ende Juli hat das Oberlandesgericht Bre-
    men einen Frisör zur Zahlung von 4.000 Euro Schmerzensgeld
Meister-Brief - Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft
Meister-Brief

                                                                                           Handwerk + Politik                                              

  Kommunen setzen Richtlinie nicht konsequent um:
                                                                                                             Kommentiert
  Unrühmliche Tradition                                                                                      Die Autofahrer müssen allmählich an
                                                                                                             ihrem Verstand zweifeln. Ständig werden
  Als die Landesregierung im Jahr 2006 höhere          Kreishandwerksmeister                                 sie in den Medien mit neuen Nachrichten
  Wertgrenzen bei der freihändigen Vergabe               Helmut Klein wünscht                                über „E 10“ beglückt. Jede Partei meint,
  und bei beschränkten Ausschreibungen von                    sich auch bei den                              ihre Vorschläge machen zu müssen. Die
  Bauleistungen verabschiedete, hofften die Ver-       Kommunalpolitikern ein                                Mineralöl-Industrie weist natürlich die
  treter des Handwerks, dass dadurch der Weg          bisschen mehr Verständ-                                Vorwürfe zurück, dass sie Geld scheffeln
  zur Beteiligung von örtlichen Handwerksbe-            nis für die Belange des                              will. Die Automobilhersteller fühlen sich
  trieben an öffentlichen Bauprojekten leichter         regionalen Handwerks.                                von aller Schuld frei. Und dann kommt
  würde und sie so durch mehr Aufträge von der                                                               noch die EU mit ihren Vorschriften.
  Neuregelung profitieren könnten.                                                                           Immer mehr Menschen in der Welt
  Die neuen Wertgrenzen sehen wie folgt aus:          Regelungen bleibe und die neuen Wertgren-
                                                                                                             hungern und verhungern. Dass immer
  Aufträge im Tiefbau können bis zu einem             zen nicht berücksichtige. Die Erftstädter Stadt-
                                                                                                             mehr Flächen, die sonst landwirtschaft-
  Volumen von 300.000 Euro beschränkt aus-            spitze setze damit „eine unrühmliche Tradi-
                                                      tion fort“, erinnerte Weltrich daran, dass vor         lich oder für die Forstwirtschaft genutzt
  geschrieben werden. Für Aufträge über Roh-
  bauarbeiten im Hochbau (Erd-, Beton- und            wenigen Jahren einmal rund 250 polnische               werden, für den Bio-Sprit geopfert
  Maurerarbeiten) gilt eine Grenze bis 150.000        Unternehmen an einer einizigfen Adresse in             werden, spielt offenbar keine Rolle mehr.
  Euro und für Ausbaugewerke und sonstige Ge-         Erftstadt gemeldet waren.                              Getreide ist dazu da, dass daraus Brot ent-
  werke im Hochbau bis 75.000 Euro.                   Auch bei den Städten Hürth und Pulheim                 steht, mit dem sich die Menschen ernähren.
  Die grundsätzliche Wertgrenze für freihändige       gebe es immer noch Schwierigkeiten, sagt               Das sollten alle Beteiligten bedenken.
  Vergaben beträgt 30.000 Euro.                       Kreishandwerksmeister Helmut Klein. Dabei              Gleich welcher Religion sie angehören. Die
  Handwerkskammerpräsident Hans Peter                 „umgehe“ die Stadt Hürth die neuen Rege-               Bitte „Unser täglich Brot gib uns heute“
  Wollseifer und Hauptgeschäftsführer Dr. Ort-        lungen, indem sie Aufträge offiziell über die          kann nur dann erhört werden, wenn wir
  win Weltrich bedauerten bei ihrem Antritts-         Stadtwerke vergeben lasse. Dagegen würden
                                                                                                             Menschen sorgsam mit dem umgehen,
  besuch im Haus des Handwerks in Frechen,            alle anderen Städte im Rhein-Erft-Kreis und
                                                                                                             was uns der Schöpfer geschenkt hat.
  dass insbesondere die Stadt Erftstadt trotz aller   der Kreis selbst die neuen Regelungen bei ih-
                                                                                                                                         Horst Krieger
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Meister-Brief - Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft
Meister-Brief
10                     Handwerk + Politik

     Hier versagt die Politik!

     D
                             eutlich und unmissverständlich haben Spitzenvertreter der Kreishandwerkerschaft Rhein-
                                    Erft und der Handwerkskammer zu Köln ihre Meinung zu den Plänen der Stadt Köln, den
                                  Geltungsbereich der Umweltzone nahezu zu verdoppeln, öffentlich geäußert. Dr. Ortwin Wel-
                                   trich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln spricht in diesem Zusammen-
                                    hang vom „Versagen der Politik“; Josef Scholl, stellvertretender Kreishandwerksmeister,
                                   prognostiziert deutlich spürbare Umsatzeinbrüche für Handwerksbetriebe aus der Region.

     Seit der Einführung der Kölner Umweltzone       hierbei um leichte Nutzfahrzeuge, die nur      Die Nachrüstung älterer Fahrzeuge mit Par-
     nehmen die Diskussionen um deren Effizi-        zu rund sechs Prozent an den in Köln pro-      tikelfiltersystemen macht sich zwar bei der
     enz und Verhältnismäßigkeit kein Ende. In       blematischen Stickoxidemissionen beteiligt     Feinstaubbelastung - die man in Köln aber
     seiner Sitzung am 7. April hatte sich der Rat   sind.                                          im Griff hat - nicht jedoch bei den Sticko-
     aufgrund einer Anfrage von Rot/Grün erneut      Umweltzonen sind in Verbindung mit der         xiden bemerkbar. Bei den Stickoxiden wird
     mit dem Thema beschäftigt. Geplant wer-         Kennzeichnungsverordnung als Instrument        erst der Austausch der Altfahrzeuge gegen
     den soll unter anderem die Ausweitung des       zur Bekämpfung hoher Feinstaubbela-            Fahrzeuge der Emissionsklasse EURO 6 zu
     Fahrverbotes auf Fahrzeuge mit roter Plaket-    stungen eingeführt worden. Die Erfahrungen     einer Verbesserung der Situation führen.
     te, zudem soll der Ausnahmekatalog ein-         aus dreieinhalb Jahren zeigen, dass die auch   Leichte Nutzfahrzeuge dieser Klasse soll es
     geschränkt werden. Das Handwerk in der          im Bereich der Stickoxide erhofften posi-      aber erst ab 2014 am Markt geben. Deshalb
     Region ist von einer Verschärfung der Um-       tiven Effekte ausgeblieben sind. Hierfür hat   ist die Automobilindustrie gefordert, hier
     weltzone erheblich betroffen, denn rund 25      der Hauptgeschäftsführer der Handwerks-        frühzeitiger Angebote zu platzieren.“ Vor
     Prozent des handwerklichen Fuhrparks sind       kammer zu Köln, Dr. Ortwin Weltrich, eine      allen Dingen aber könnten mittelständische
     Fahrzeuge, die weder eine grüne noch eine       einfache Erklärung: „Umweltzonen sind          Handwerksbetriebe nicht „mal einfach eben
     gelbe Plakette aufweisen. Es handelt sich       bei Stickoxiden kein geeignetes Instrument.    ihren Fuhrpark austauschen“, gibt Heribert

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Meister-Brief

                                                                                 Handwerk + Politik                                        11

                                                              Dr. Ortwin Weltrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln,
                                                              hat die Pläne der Stadt Köln, ihre Umweltzone vor allen Dingen deutlich in
                                                              Richtung Westen auszudehnen, scharf kritisiert.

Ropertz, Hauptgeschäftsführer der Kreishand-    Gefahr von Fehlinvestitionen. „Wenn unsere       Für Aktionismus hält die Kammer auch die
werkerschaft Rhein-Erft zu bedenken. Die        Betriebe jetzt in EURO 5-Fahrzeuge investie-     Forderung einiger Umweltverbände, Arbeits-
Fahrzeuge der Handwerksbetriebe seien zwar      ren müssen, dann können sie nicht schon          maschinen in die Umweltzonenregelungen
oft recht alt, hätten aber zugleich auch sehr   2014 Fahrzeuge nach EURO 6-Norm kaufen.          einzubeziehen. „Einsatzverbote sind gemes-
geringe Laufleistungen.                         Man investiert also jetzt in die falsche Rich-   sen am Stickoxid-Eintrag dieser Arbeitsgeräte
Die Handwerkskammer sieht in der Tatsache,      tung“, so Weltrich. Eine weitere Verschärfung    absolut überzogen. Diese zum Bestandteil
dass die eingerichteten Umweltzonen kaum        der Umweltzone oder gar eine geografische        von Vergabeentscheidungen bei Aufträgen der
Wirkung beim Stickoxid entfalten und des-       Ausweitung der Zone muss daher abgelehnt         öffentlichen Hand zu machen, wäre rechtlich
halb Verschärfungen gefordert werden, die       werden.                                          unzulässig“, mahnt Weltrich.

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  Weizen ist zum Backen da
D
          er als „Biosprit“ angepriesene Kraftstoff „E10“                  den auf die Betankung mit „E10“ zurückzuführen seien. Fahrzeuge, die
          macht mehr Probleme, als seinen Erfindern und                    E10-tauglich seien, so die ADAC-Sprecherin, könnten auch mit einer
                                                                           Mischung aus „E10“ und E5-Kraftstoff betankt werden.
          Befürwortern lieb sein könnte. Betroffen sind nicht              Wenn man an der Zapfsäule irrtümlich „E10“ für den nicht freigege-
nur die Autofahrer. Probleme haben auch Automobilher-                      benen Fahrzeugtyp tankt, sollte das Fahrzeug auf keinen Fall gestartet
steller, Tankstellenpächter, Landwirte und selbst die Bäcker               werden. Der Tank sollte dann leergepumpt werden. Anderenfalls müsste
leiden unter „E10“ - eine Bestandsaufnahme.                                man gravierende Schäden am Motor befürchten.
                                                                           Obermeister Glasmacher kritisiert, dass kaum jemand der Betroffenen
Anfang Oktober feiern nicht nur die Christen das Erntedankfest. In die-    sagt, was richtig ist: „Die Lobby sieht ihre Vorteile. Die Regierung hat
sem Jahr werden die Kirchen jedoch nicht so reich geschmückt sein. In      den Autofahrern ein Gesetz vor die Nase gesetzt, mit dem wir jetzt leben
Afrika herrscht in vielen Ländern bittere Armut, mehr als zehn Millionen   müssen.“ Man könne sich nicht darauf berufen, dass in vielen anderen
Menschen sind vom Hungertod bedroht. Auch in vielen Bereichen von          Ländern wie Schweden, Norwegen oder den USA sehr viel mehr Fahr-
Deutschland hat es in diesem Jahr starke Einbußen bei der Ernte gege-      zeuge mit Bio-Kraftstoff führen.
ben. Besonders betroffen ist die Getreideernte. Und die Heuernte ist so    Kreislandwirt Everhard Faßbender nimmt zur Diskussion „Tank statt Tel-
schlecht ausgefallen, dass viele Bauern deutlich mehr Futter zukaufen      ler“ Stellung: „Weizen ist zum Backen da, wenn die Qualität vorhanden
müssen als in früheren Jahren.                                             ist.“ Im Rheinland müsse man nicht befürchten, dass es zum massiven
Doch es gibt ein neues Unwort des Jahres: „E10“. Und davon sind nicht      Wegfall von bisher für die Getreideernte genutzten Flächen zu Lasten
nur Autofahrer betroffen, sondern auch Autohersteller, das gesamte         von Anbauflächen für Raps oder minderwertigem Getreide komme. In
Kraftfahrzeuggewerbe, das Bäckerhandwerk und die Tankstellenpächter.       Ostdeutschland sei das ganz anders.
Was verbirgt sich hinter „E10“? Schlicht und einfach die Aufstockung       Eine bedenkliche Auswirkung wird aus Niedersachsen gemeldet: Dort
der Ethanol-Beimischungsquote im Kraftstoff. Seit Anfang des Jahres        wird mit einem Rückgang der klassischen Wander-Schäfer-Betriebe (25
steht „E 10“ für maximal 10 Vol.% Ethanol im Kraftstoff. Im Gegensatz      Prozent) gerechnet, weil die klassischen Weideflächen immer mehr zu-
zu den bisherigen Ottokraftstoffen (E5) ist „E10“ jedoch nicht für alle    rückgingen.
Fahrzeuge geeignet. Die Verbraucher, sprich die Autofahrer, sind nicht     Die Mineralöl-Industrie profitiert von der unsicheren Situation. Auch
erst seit Anfang Januar verunsichert. Verträgt mein Auto „E10“ oder        Autofahrer, die eigentlich „E10“ tanken könnten, fahren weiter mit dem
nicht? Diese Frage stellen sich immer wieder auch die Kunden in den        teureren Super-Kraftstoff. Und die Strafgelder, die die EU den Öl-Multis
Werkstätten des Kfz-Gewerbes. Zwar gibt es Listen, nach denen angeb-       androht, werden diese wiederum an alle Autofahrer weitergeben.
lich klar wird, welche Motoren geeignet sind. Doch die Autobesitzer        Die Verbraucher müssen allerdings auch weiter steigende Preise für
bleiben skeptisch.                                                         Backwaren befürchten. 16 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen
Josef Glasmacher, Obermeister der Kfz-Innung Rhein-Erft, bringt es auf     Anbaufläche wird weltweit für „Sprit-Pflanzen“ genutzt; „Tendenz stei-
einen einfachen Nenner: Die alten Fahrzeuge vertragen „E10“ nicht, die     gend“, so Obermeister Josef Pelzer von der Bäcker-Innung Köln und
neueren Fahrzeuge dagegen wohl.                                            Rhein-Erft-Kreis: „Der Getreidepreis hat sich innerhalb eines Jahres ver-
Dazu ADAC Pressesprecherin Jaqueline Grünewald: „Entscheidend              doppelt.“ 142 Millionen Tonnen Getreide seien 2010 zu Sprit verarbei-
dafür sind die Verträglichkeitslisten der jeweiligen Fahrzeughersteller.   tet worden. Von dieser Menge könnten 420 Millionen Menschen ein
Entsprechende Informationen sind auf den Internetseiten der Herstel-       Jahr lang ernährt werden. Fünf Liter E-10-Kraftstoff enthalten rund 1.500
ler vermerkt. Sollte das Erstzulassungsdatum nahe an der Grenze des        Gramm Getreide. Daraus könnten sechs Brote hergestellt. Pelzer: „Es
angegebenen Baujahrs liegen, wird eine Beratung beim Vertragshänd-         gibt auch andere Möglichkeiten, Bio-Diesel herzustellen. Und äußerst
ler oder über die genannte Hersteller-Hotline empfohlen.“ Sollten trotz    wichtig ist, dass die Auto-Industrie die Fahrzeuge weiterentwickelt. Es ist
Freigabe Schäden auftreten, müsse der Hersteller haften, wenn die Schä-    verwerflich, Lebensmittel für die Autoindustrie zu opfern.“
Meister-Brief
14                                   Zwischenruf

         Kommunale Milchmädchenrechnung
        N                                                                    E
                atürlich, Städte und Gemeinden singen nach wie vor                 s ist schon fast schizophren, wenn wieder einmal der
                das Hohe Lied auf das Handwerk. Sie versprechen,                   Konjunkturaufschwung gepriesen wird. Und das ange-
                das örtliche Handwerk bei Ausschreibungen und                      sichts der dramatischen Entwicklung der Finanzlage.
        bei der Verwirklichung von Projekten zu berücksichtigen.             Immer mehr Länder geraten in den Schuldensumpf. Immer
        Viele Kommunen im Rhein-Erft-Kreis halten sich auch an die           mehr Bürger müssen damit rechnen, dass der Staat ihnen
        neuen sogenannten „Wertgrenzen“, die schon vor einigen               in die Tasche greifen wird. Schon jetzt wird deutlich, dass
        Jahren bei öffentlichen Ausschreibungen zugunsten des                viele Bürger zwar über etwas mehr Einkommen verfügen,
        Handwerks verbessert worden waren. Nur Erftstadt verhält             angesichts der höheren Steuern, Gebühren und Lebenshal-
        sich nach wie vor stur und begründet diese Haltung noch              tungskosten aber weniger ausgeben können.
        nicht einmal. Mit Hürth und Pulheim gibt es nach Angaben             Das sollten auch die Städte und Gemeinden bedenken. Bei
        der Handwerkskammer zu Köln gelegentlich Probleme.                   uns in Deutschland kann eine Kommune nicht Konkurs an-
                                                                             melden, wohl aber die Betriebe des Mittelstandes. Es ist an

        W
                    eshalb eigentlich? Sollte das vielleicht mit den         der Zeit, dass die Städte und Gemeinden auch einmal etwas
                    Stadtwerken zusammenhängen? Auch die neuen               an die Unternehmen und Bürger zurückgeben, von denen
                    Stadtwerke verweisen darauf, dass sie das örtliche       sie sonst immer nur kassieren.
        Handwerk bei der Auftragsvergabe unterstützen wollen. Ist

                                                                             W
        das vielleicht nur ein Lippenbekenntnis? Die Kämmerer der                     ie wäre es mit einem Zuschuss zu den Ausbil-
        Kommunen des Rhein-Erft-Kreises sollten vielleicht einmal                     dungsstellen für junge Menschen? Die Hand-
        darüber nachdenken, dass sie ihre Einnahmen auch über                         werksbetriebe im Kreisgebiet sind sich ihrer
        die Betriebe erhalten, die nicht nur Gewerbesteuer, son-             Verantwortung bewusst und bilden im kommenden Jahr
        dern auch Einkommenssteuer bezahlen. Auswärtige Be-                  erneut mehr junge Menschen als im Vorjahr aus.
        triebe, die vielleicht etwas billiger arbeiten, bringen keine
        Steueranteile in die städtischen Kassen. Wie war das doch
        mit der Milchmädchenrechnung?                                                                               Horst Krieger, Journalist

     Positive Signale
      Seit Mitte Juni liegt der Entwurf für das neue                         turperiode ausgelaufen war, ohne dass sich die
      Gesetz zur Förderung des Mittelstandes in                              damalige Landesregierung um eine Fortsetzung
      Nordrhein-Westfalen vor. Das neue Gesetz soll                          bemüht hätte. Insofern begrüßt das Handwerk
      das Mittelstandsgesetz NRW vom 8. Juli 2003                            die aktuelle Initaitive der rot-grünen Landesre-
      ersetzen, welches zum Ende der letzten Legisla-                        gierung ausdrücklich.

     I
          nsgesamt 18 Paragraphen umfasst der        >> Klares Bekenntnis zum Ordnungsrah-          „Allerdings ist die Fach- und Teillosverga-
          von NRW-Wirtschaftsminister Harry          men der Sozialen Marktwirtschaft, insbe-       be im vom Minister vorgelegten Entwurf
          Voigtsberger am 14. Juni vorgelegte Ent-   sondere zur Stärkung der Haftung.              nicht berücksichtigt“, kritisiert Professor
     wurf eines neuen Gesetzes zur Förderung                                                        Wolfgang Schulhoff, Präsident des Nord-
                                                     >> Deutliche Akzentuierung der beruf-
     des Mittelstandes in Nordrhein-Westfalen.                                                      rhein-Westfälichen Handwerkstages. Ge-
                                                     lichen Bildung, auch im Hinblick auf die
     „Wir begrüßen diese Gesetzesinitiative                                                         nau diese Fach- und Teillosvergabe sei aber
                                                     ‚Unterstützung der besonderen Beiträge
     als Handwerksorganisation ausdrücklich“,                                                       aus Sicht des Handwerks ein „Herzstück
                                                     des Mittelstandes zur beruflichen Aus- und
     sagt Kreishandwerksmeister Helmut Klein.                                                       der Mittelstandspolitik“. Das sie im geplan-
                                                     Weiterbildung.
     Zumal es aus Sicht des Handwerks ein po-                                                       ten Tariftreue- und Vergabegesetz geregelt
     litischer Fehler gewesen ist, das seit 2003     >> Anhörung der Kammern und Verbände           werden soll, ist aus Sicht des Handwerks
     geltende Mittelstandsgesetz NRW zum             vor (!) Kabinettsfassung bei allen mittel-     mehr als problematisch. Denn noch könne
     Ende der vergangenen Legislaturperiode          standsrelevanten Gesetzes- und Verord-         man überhaupt nicht abschätzen, was aus
     ersatzlos auslaufen zu lassen. Und, ergänzt     nungsvorhaben.                                 diesem Gesetzesvorhaben letztlich einmal
     Heribert Ropertz, Hauptgeschäftsführer der                                                     werden wird. Allerdings hat das Handwerk
     Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft, „der uns      >> ausdrückliche Würdigung des Meisterti-      die Zusage, selbst einen Formulierungsvor-
     vorliegende Gesetzentwurf enthält eine          tels im Verfahren der Öffentlichen Auftrags-   schlag für diesen sehr sensiblen Themenbe-
     ganze Reihe sehr positiver Elemente“.           vergabe.                                       reich machen zu können.
Meister-Brief

                                                                                                                         Ausbildung                                             15

                       Gutes Klima
                                            Experten prophezeihen für die kommenden Jah-                      ihre Mitgliedsunternehmen um ein gutes Klima für
                                            re einen Wettbewerb der Unternehmen um die                        die Lehrlingsausbildung. Dieses vielfältige Engage-
                                            besten Auszubildenden. Schon seit Jahren sorgen                   ment zahlt sich jetzt aus. In keinem anderem Kam-
                                            sich die Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft und                     merbezirk wird mehr und intensiver ausgebildet.

                                            D
                                                      ie Handwerksunternehmen in        vorstellen.)
                                                      der Region Köln-Bonn haben        „Im Rhein-Erft-Kreis herrscht bereits seit
                                                      im ersten Halbjahr 2011 insge-    vielen Jahren ein sehr gutes Klima für die
                                            samt 1.933 Ausbildungsverträge neu ab-      Lehrlingsausbildung“, weiß Kammerprä-
                                            geschlossen, das ist ein Anstieg von 6,2    sident Hans Peter Wollseifer. Als ehema-
                                            Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr    liger Kreishandwerksmeister war er maß-
                                            2010. Der bereits im vergangenen Jahr       geblich daran beteiligt, dieses gute Klima
                                            registrierte „Aufwärtstrend am Lehrstel-    zu schaffen. So kommt die „traditionell
                                            lenmarkt setzt sich fort“, kommentiert      sehr gute Ausbildungsleistung des Rhein-
                                            Dr. Ortwin Weltrich, Hauptgeschäftsfüh-     Erft-Handwerks“ für ihn auch gar nicht
                                            rer der Handwerkskammer, die aktuelle       so überraschend. „Fachkräfte kommen
                                            Halbjahresbilanz.                           nicht von außerhalb, wir müssen den Ju-
                                            In diesem Zusammenhang kommt von der        gendlichen vor Ort ein Bildungsangebot
                                            Kammer ein besonderes Lob für die Mit-      machen“, sagt Wollseifer. Schon sehr früh
                                            gliedsbetriebe der Kreishandwerkerschaft    hatten die Kreishandwerkerschaft Rhein-
                                            Rhein-Erft. Deren Ergebnis liegt nämlich    Erft und die ihr angeschlossenen Innun-
                                            noch einmal spürbar über den guten Zah-     gen auf die sich abzeichnende Entwick-         Handwerkskammerpräsident hans
                                            len aus dem gesamten Kammerbezirk.          lung reagiert und eine Vielzahl von ganz       Peter Wollseifer lobt die sehr
                                            Hauptgeschäftsführer Heribert Ropertz ist   unterschiedlichen Projekten mit verschie-      gute  Ausbildungsleistung   des
                                            davon überzeugt, „dass wir in 2011 die      denen Partnern iniitiert. Dieses frühzei-      Handwerks im Rhein-erft-Kreis.
                                            guten Ergebnisse aus den Vorjahren noch     tige Engagement könnte sich jetzt, dass
                                            einmal leicht übertreffen werden.“ Die      sich ein immer schärfer werdender Wett-
                                            Kreishandwerkerschaft selbst hat zum 1.     bewerb um die besten Auszubildenden          eine Chance für die Jugendlichen, die es
                                            September die erste Auszubildende in der    abzeichnet, für die Handwerksbetriebe        in der Vergangenheit bei Engpässen am
                                            Verwaltung eingestellt. (Wir werden sie     in der Region auszahlen. Und: Die Ent-       Lehrstellenmarkt schwerer hatten, einen
                                            in der kommenden Meisterbrief-Ausgabe       spannung am Lehrstellenmarkt sei auch        Ausbildungsplatz zu finden.
*$69(5625*81*6*(6(//6&+$)70%+5+(,1(5)7

                                                 (UGJDVNRPPW
                                                 YRQ*9*
                                                 6LFKHU6DXEHU(QHUJLH

                                                  .XQGHQ]HQWUXP²+UWK                                                                           .XQGHQ]HQWUXP²3XOKHLP
                                                  0D[3ODQFN6WU+UWK                                              9HQORHU6WUD‰H3XOKHLP
                                                  *DVYHUVRUJXQJVJHVHOOVFKDIWPE+5KHLQ(UIWÃ(0DLOLQIR#JYJGHÃZZZJYJGH
Meister-Brief
16                                 Titelthema

     Gute Aussichten! Gruppenfoto auf der
     Dachterrasse im „neuen“ Haus des Hand-
     werks:   Kreishandwerksmeister      Helmut
     Klein (2.v.links) und Hauptgeschäftsführer
     Heribert Ropertz (rechts) konnten beim
                                                         Wunderba
                                                         Hoffest im
     Hoffest neben den Mietern auch Frechens
     Bürgermeister Hans-Willi Meier (3.v.links)
     begrüßen. Mit dem Hoffest und einem
     „Tag der offenen Tür“ hat die Kreishand-
     werkerschaft das neue Gebäude offiziell
     der breiten Öffentlichkeit vorgestellt.               Gäste begeistert vom Neubau - „Hof

        Frechens Bürgermeister Hans-Willi Meier hat es in der ihm so ganz eigenen Art
       auf den Punkt gebracht: „Das ist schon doll, was die hier hingestellt haben!“ Mei-
          er spricht vom neuen „Haus des Handwerks“, das die Kreishandwerkerschaft
         Rhein-Erft und die ihr angeschlossenen Innungen an der Hüchelner Straße ge-
        baut haben. Das Gebäude passt sich geradezu ideal in die bestehende Nachbar-
        bebauung ein, ohne die notwendige Modernität und Zweckmäßigkeit eines Bü-
        rogebäudes vermissen zu lassen. Davon konnten sich vor wenigen Wochen die
        vielen Besucher des ersten Hoffestes selbst ein Bild machen. Und während sich
        die Gäste vom ‚Haus des Handwerks‘ begeistert zeigten, freuten sich die Verant-
         wortlichen der Kreishandwerkerschaft über das gelungene Fest              >>>
Meister-Brief
                                                                                         Titelthema                                                    17

      U
                  rsprünglich war das
                  Hoffest als einma-
                  lige Veranstaltung
                  zur     öffentlichen
      Präsentation des neuen „Haus
      des Handwerks‘ geplant. Durch-
      aus möglich, das damit vor we-
      nigen Wochen eine neue Trad-
      tion begründet worden ist. Der
      ungezwungenen Rahmen hätte
      nicht besser gewählt sein kön-
      nen, entsprechend positiv war
      die Resonanz sowohl bei den
      eingeladenen Gästen als auch
      bei den Organisatoren.
      „Ja, ich kann mir sehr gut vorstellen, dass
      wir das Hoffest fest in unseren Veranstal-
      tungskalender aufnehmen“, freute sich
      Kreishandwerksmeister Helmut Klein.
      Besonders positiv: Nach dem angenehm
      kurzweiligen „offiziellen Teil“ der Veran-
                                                      Small Talk: Gedankenaustausch in ungezwungener Atmosphäre. Durchaus möglich, dass das „Hof-
      staltung hatten die Besucher ausreichend
                                                      fest“ von Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft und Baugewerks-Innung Köln/Rhein-Erft nach seiner
      Zeit zum Gedankenaustausch. Für das leib-
                                                      gelungenen Premiere im kommenden Jahr eine Wiederholung erfährt.
      liche Wohl war einmal mehr allerbestens

are Atmosphäre beim
m Haus des Handwerks
 ffest“ könnte Bestandteil im Veranstaltungskalender der Kreishandwerkerschaft werden

      gesorgt. Gleich vier gestandene Metzger-
      meister hatten die Verpflegung der Gäste
      höchstpersönlich übernommen.
      Fertig ist das „neue“ Haus des Handwerks
      - der bestehende Gebäudekomplex wurde
      um einen Querriegel an der Hüchelner Stra-
      ße erweitert - bereits seit dem vergangenen
      Herbst. Kurz vor Weihnachten schon hatten
      die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
      Kreishandwerkerschaft die Arbeit in ihren
      neuen Büros aufgenommen. Rund 900.000
      Euro hat die dringend notwendige Erneue-
      rung gekostet, entstanden sind damit etwa
      520 Quadratmeter Nutzfläche. Neben der
      Kreishandwerkerschaft und der Baugewerk-
      sinnung Köln/Rhein-Erft finden hier im Erdge-   Vier ausgewiesene Meister ihres Fachs (v. links): Hans-Jakob Wiegand, Ralf Meyer, Georg Holten
      schoss auch die Mitarbeiterinnen und Mitar-     und Wolfgang Axer: Die „fantastischen Vier“ waren beim Hoffest für die Verpflegung der Gäste
      bieter eines Steuerberatungsbüros Platz.        verantwortlich.
Meister-Brief
18                                        Reportage

     Top Gun auf der
     grünen Wiese
     oder:

     Die Geschichte vom fliegenden Metzgermeister

     J
           etpiloten kennt man aus                    „Mit zehn habe ich mit dem Modellbau an-       motoren. „Die Entwicklung der Akku-Tech-
                                                      gefangen“, berichtet Holten. Zunächst wa-      nik hat auf dem Gebiet einiges möglich
           dem Kino: Sie tragen coole
                                                      ren es Autos und Motorräder. Zum Teil auch     gemacht“, so Holten, der auch heute noch
           Lederjacken, dunkle Son-                   schon mit Verbrennungsmotoren. „Das wa-        hin und wieder in der Mittagspause ein paar
           nenbrillen und Pilotenstie-                ren so Wald- und Wiesenhüpfer“, lacht der      schnelle Runden mit einem Modellflugzeug
                                                      43-Jährige. „Wir haben da mächtig Staub        mit Elektromotor dreht.
         fel. In Kirchherten gibt’s einen
                                                      aufgewirbelt!“                                 Aber die große Leidenschaft gilt inzwischen
     Flieger, der trägt im Alltag einen               Mit 14 wechselte er zur Fliegerei. Im Club     den ganz großen und vor allem: den ganz
     Metzgerkittel. Und beim Fliegen                  in Königshoven fand der Teenager Gleichge-     schnellen Maschinen. „Seit 2006 fliege ich
                                                      sinnte und Lehrmeister. Das erste Flugmo-      Jets. Die verfügen über echte Strahltrieb-
     Jeans und Baseballkappe: Georg
                                                      dell? „Ein Trainer Hochdecker. 6,5 Kubik,      werke, werden mit Kerosin betankt und
     Holten. Fleischermeister und Mo-                 träge und gutmütig!“ Also ideal für den Ein-   bringen je nach Größe zwischen 2 und 16
     dellflieger aus Leidenschaft. Und                stieg.                                         Kilogramm Schub!“
                                                      Ein paar Stunden mit einem erfahrenen Pi-      Rund 8.000 Euro und viele Stunden Bauzeit
     Erfinder der „Fliegerwürstchen“.
                                                      loten mussten reichen. Dann wollte er es       stecken in so einem Modell. Wer so etwas
                                                      wissen. „Klar zahlt man am Anfang Lehr-        fliegen will, braucht zunächst einmal einen
                                                      geld“, erinnert sich der Hobby-Flieger. „Ir-   zugelassenen Modellflugplatz mit Aufstiegs-
     Wenn Georg Holten mit seinen Modellen            gendwann wird man übermütig. Und dann          erlaubnis. So heißt das im Amtsdeutsch.
     auf dem Platz ist, dann vibriert die Luft. Das   gibt’s da ja noch die `springenden Bäume´.     „Außerdem“, betont der Hobbyflieger,
     typische Geräusch einer Turbine ist zu hö-       Modellflieger wissen, was ich meine!“ Hol-     „muss man unbedingt versichert sein. Ich
     ren. Ganz ähnlich dem, was man von Euro-         tens erster Tiefdecker jedenfalls war schon    empfehle daher immer die Mitgliedschaft im
     fighter und Phantom kennt. Denn die über          nach dem dritten Flug ein Fall für die Ton-   Deutschen Modellflieger Verband!“
     zwei Meter langen Modelle mit 2,20 Meter          ne.                                           Drittens braucht man einen erfahrenen Pi-
     Spannweite werden von echten Strahltrieb-         Den Spaß an der Sache ließ er sich aber       loten an seiner Seite. Wie zum Beispiel Ge-
     werken bewegt. Das ist die ganz „hohe             nicht verderben. Es folgten immer größere     org Holten. Der betreibt nämlich inzwischen
     Schule“ des Modellfliegens.                       Maschinen, später Kunstflug mit Elektro-      – neben der Metzgerei und einem eigenen
Meister-Brief
                                                                            Reportage                                            19

Modellbauladen – eine Jetflugschule. In re-
gelmäßigen Workshops haben Newcomer die
Chance, bei ihm das Jetfliegen aus dem Eff-Eff
zu lernen. „Die Zwei-Meter-Klasse sollte man
schon beherrschen, bevor man zum Jetfliegen
kommt“, meint Holten. Aber dann steht dem
Vergnügen und dem Rausch der Geschwindig-
keit nichts mehr im Weg.
„Ich fange früh um sechs Uhr an und bin meist
nicht vor halb sieben zu Hause“, meint Holten
auf die Frage, worin die besondere Faszinati-
on dieses Hobbys liegt. „Für mich ist das zum
Abschalten einfach ideal. Die Kraft der Trieb-
werke, die Geschwindigkeit und natürlich das
Gefühl, all das unter seiner Kontrolle zu ha-
ben!“
Bleibt noch eine Frage zu klären: Wie war das
mit den `Fliegerwürstchen´? „Das war mal auf
einer Messe“, erinnert sich der Metzgermeister
lachend. „Da hatte ich Bierwürstchen als Mes-
se-Gag mitgenommen und verteilt. Und, na
ja – inzwischen bin ich eben bei Insidern als
der Typ mit den `Fliegerwürstchen´ bekannt!“
                                                 Der Modellbau und das Fliegen der ganz schnellen Jets sind für Metzgermeister
Glückwünsch: Als Imagekampagne hätte sich
                                                 Georg Holten „Entspannung pur“.
das keine Agentur besser ausdenken können.
Guten Flug!
Meister-Brief
20                                Service

                                                                                Wer als selbstständiger Handwerksmei-
                                                                                ster Tag für Tag im eigenen Betrieb in
                                                                                der Verantwortung für sich, seine Familie
                                                                                und seine Mitarbeiter steht, der braucht
                                                                                ab und an auch einmal Zeit und Raum,
                                                                                um Luft zu holen; der Akku muss wie-
                                                                                der aufgeladen werden. Aber
                                                                                Zeit ist knapp und kostbar.

                                                  Fotos: www.deutscheweine.de
                                                                                Deshalb stellen wir in einer
                                                                                                                   Freizeit-
                                                                                neuen Serie im Meisterbrief
                                                                                besondere Ausflugsziele vor.          Tipp
                                                                                Diesmal empfehlen wir
                                                                                unseren Leserinnen und
                                                                                Lesern einen Besuch des Ahr-
                                                                                tals. Nur knapp 30 Autominuten von
                                                                                Köln und dem Rhein-Erft-Kreis ent-
                                              R
                                                                                fernt, lädt insbesondere der Rotwein-
                                                                                wanderweg zu einem gleichsam erhol-
     Gerätetechnik GmbH                                                         samen wie spannenden Erlebnis ein.

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