Nov. 2018 Samstag 19:00 Uhr | Kleines Haus Staatstheater Braunschweig - Stadt Braunschweig

 
Nov. 2018 Samstag 19:00 Uhr | Kleines Haus Staatstheater Braunschweig - Stadt Braunschweig
Samstag

3. Nov. 2018
  19:00 Uhr | Kleines Haus
Staatstheater Braunschweig
Nov. 2018 Samstag 19:00 Uhr | Kleines Haus Staatstheater Braunschweig - Stadt Braunschweig
Die Lange Nacht der Literatur geht am 3. November 2018 in die neunte
                             Runde – auf Einladung des Raabe-Haus:Literaturzentrums und des Staatstheaters
                             Braunschweig lesen auch in diesem Jahr, am Vorabend der Verleihung des Wilhelm
                             Raabe-Literaturpreises 2018, wieder aktuell preisgekrönte Schriftstellerinnen
                             und Schriftsteller aus ihren neusten Büchern. Parallel auf drei Bühnen des
                             Kleinen Hauses kann das Publikum fünf Stunden lang die Höhepunkte der
                             aktuellen deutschsprachigen Literatur erleben. Freuen Sie sich auf hochkarätige
                             Autorenlesungen, eine Podiumsdiskussion und auf „Direktmusik“ mit Mitgliedern
                             des Staatstheaters Braunschweig.

                             Die Autoren: María Cecilia Barbetta (Shortlist des Deutschen Buchpreises
                             2018), Esther Kinsky (Literaturpreis der Leipziger Buchmesse 2018), Christian
                             Lehnert (Deutscher Preis für Nature Writing 2018), Inger-Maria Mahlke
                             (Deutscher Buchpreis 2018), Tanja Maljartschuk (Ingeborg-Bachmann-Preis
                             2018), Gianna Molinari (Robert-Walser-Preis 2018), Fiston Mwanza Mujila
                             (Peter-Rosegger-Literaturpreis 2018), Christoph Peters (Wolfgang-Koeppen-
                             Preis 2018), Kerstin Preiwuß (Eichendorff-Literaturpreis, Lyrikpreis Meran),
         Samstag             Judith Schalansky (Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2018) und Philipp Weiss

3. Nov. 2018
                             (Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung 2018).

                             Die Moderatoren: Prof. Dr. Moritz Baßler (Germanistisches Institut der
  19:00 Uhr | Kleines Haus   Universität Münster), Alexander Cammann (DIE ZEIT), Thomas Geiger (Literari-
Staatstheater Braunschweig   sches Colloquium Berlin), Dr. Michael Schmitt (3sat), Cécile Schortmann (3sat),
                             Katharina Teutsch (u.a. FAZ, Tagesspiegel) und Dr. Hubert Winkels (Deutsch-
                             landfunk).

                             Podiumsdiskussion: „Wildnis, Gegend, Landschaft: Warum ist das Schreiben
                             über Natur so beliebt?“ mit Esther Kinsky, Christian Lehnert und Katharina
                             Teutsch, moderiert von Cécile Schortmann.

                             Ausklang: Direktmusik: „Ekstase unterm Leselämpchen. Lieder über Literatur.“
                             mit Mitgliedern des Staatstheaters Braunschweig

                             Die Lange Nacht der Literatur findet im Rahmen der Verleihung des Wilhelm Raabe-Literatur-
                             preises 2018 statt und ist eine Kooperation von Stadt Braunschweig, Staatstheater Braun-
                             schweig und Deutschlandfunk.

                                                                                                                     3
Nov. 2018 Samstag 19:00 Uhr | Kleines Haus Staatstheater Braunschweig - Stadt Braunschweig
Grußworte
                                                                       Sehr geehrte Damen und Herren,
3. November 2018 | 19:00 Uhr - 0:30 Uhr                                wer die „Lange Nacht der Literatur“ in Braunschweig kennt, schätzt einerseits die
Staatstheater Braunschweig, Kleines Haus:                              große literarische Vielfalt, die ihm an diesem besonderen Abend geboten wird.
DIE LANGE NACHT DER LITERATUR                                          Andererseits ist die „Lange Nacht“ der Ort, an dem man elf preisgekrönte Autorinnen
Reguläre Eintrittskarte: 19,50 € / erm. 12,00 €                        und Autoren des Jahres 2018 auf drei verschiedenen Bühnen erleben kann. Eröffnet
Restkarten für Späteintritt ab 19:50 Uhr: 15,00 € / erm. 7,00 €
                                                                       wird die neunte „Lange Nacht der Literatur“ traditionsgemäß mit einer Lesung der
Karten an den Vorverkaufsstellen des Staatstheaters
(u.a. Kassenhalle Großes Haus, Di bis Fr 10:00 – 19:30 Uhr,
                                                                       diesjährigen Preisträgerin des Wilhelm Raabe-Literaturpreises: Judith Schalansky.
Sa 10:00 – 14:00 Uhr)                                                  Sie wird dem Publikum Einblick in ihr Buch „Verzeichnis einiger Verluste“ geben, für
und am Sa, 03.11.2018 ab 18:00 Uhr an der Abendkasse im Kleinen Haus   das sie von der Jury des Wilhelm Raabe-Literaturpreises ausgewählt wurde.
Weitere Informationen bei den Veranstaltern unter:
www.literaturzentrum-braunschweig.de                                   Die „Lange Nacht der Literatur“ ist ein besonderer Abend, nicht nur für Literaturbe-
und www.staatstheater-braunschweig.de                                  geisterte. Die große positive Resonanz zeigt, dass die „Lange Nacht der Literatur“
                                                                       zu einem festen Teil des kulturellen Lebens in Braunschweig geworden ist. Dass
                                                                       diese unterhaltsame Nacht jedes Jahr aufs Neue stattfinden kann, verdanken wir
                                                                       der langjährigen Zusammenarbeit des Staatstheaters Braunschweig mit dem Fach-
                                                                       bereich für Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig in Kooperation mit
                                                                       Deutschlandfunk.
                                                                       Ebenfalls bekannt und beliebt ist die Podiumsdiskussion, die jedes Jahr ein span-
                                                                       nendes Thema rund um die Literatur hat. Dieses Mal wird es um „Wildnis, Gegend,
4. November 2018 | 11:30 Uhr
Staatstheater Braunschweig, Kleines Haus:                              Landschaft“ gehen und die Frage, warum das Schreiben über die Natur so beliebt
VERLEIHUNG DES WILHELM RAABE-LITERATURPREISES 2018                     ist. Cécile Schortmann wird das Gespräch mit Esther Kinsky, Christian Lehnert und
Wenige Restkarten für die Preisverleihung                              Katharina Teutsch moderieren.
sind am Infotisch der Langen Nacht der Literatur erhältlich!
                                                                       Wer Literatur mal anders erleben und den Abend musikalisch ausklingen lassen
                                                                       möchte, kann sich auf das Format „Direktmusik“ mit Mitgliedern des Staatstheaters
                                                                       freuen. Unter dem Motto „Ekstase unterm Leselämpchen“ gibt es Lieder über Lite-
IMPRESSUM                                                              ratur zu erleben.
Herausgeber: Stadt Braunschweig, Fachbereich Kultur und Wissenschaft
Redaktion: Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig                    In diesem Heft finden Sie alles, was Sie über das fünfstündige Literaturprogramm
Gestaltung: Axel Baltzer, www.designaxelbaltzer.de                     parallel auf drei Bühnen des Kleinen Hauses wissen müssen. Sie haben die Qual der
Herstellung: ROCO Druck, www.rocodruck.de                              Wahl!
© Stadt Braunschweig 2018                                              Eine spannende Literaturnacht wünschen Ihnen
Stand: 23.10.2018 – Änderungen vorbehalten –                           Dr. Anja Hesse                            Dagmar Schlingmann
                                                                       Dezernentin für Kultur und Wissenschaft   Generalintendantin
                                                                       der Stadt Braunschweig                    Staatstheater Braunschweig

4                                                                                                                                                        5
Nov. 2018 Samstag 19:00 Uhr | Kleines Haus Staatstheater Braunschweig - Stadt Braunschweig
PROGRAMMÜBERSICHT | 3. November 2018
  KLEINES HAUS
  18:00 Uhr            19:00 Uhr               19:50 Uhr           20:30 Uhr                21:20 Uhr                 22:00 Uhr                 22:45 Uhr

  Öffnung              19:00 Uhr, BÜHNE
  des Hauses           Eröffnung

BÜHNE                  19:10 - 19:40 Uhr
                       BÜHNE
                                               19:50 - 20:20 Uhr
                                               BÜHNE
                                                                   20:30 - 21:00 Uhr
                                                                   BÜHNE
                                                                                            21:20 - 21:50 Uhr
                                                                                            BÜHNE
                                                                                                                      22:00 - 22:30 Uhr
                                                                                                                      BÜHNE
                       Lesung 1                Lesung 2            Lesung 5                 Lesung 8                  Lesung 10
                       Hubert Winkels          Katharina Teutsch   Hubert Winkels           Michael Schmitt           Alexander Cammann
                       präsentiert             präsentiert         präsentiert              präsentiert               präsentiert
                       Judith Schalansky       Esther Kinsky       María Cecilia Barbetta   Tanja Maljartschuk        Inger-Maria Mahlke
                       (Seite 9)               (Seite 10)          (Seite 13)               (Seite 16)                (Seite 19)

AQUARIUM                                       19:50 - 20:20 Uhr
                                               AQUARIUM
                                                                   20:30 - 21:00 Uhr
                                                                   AQUARIUM
                                                                                            21:20 - 22:20 Uhr
                                                                                            AQUARIUM
                                                                                                                                                 22:45 - 0:00 Uhr
                                                                                                                                                 BÜHNE
                                                                                                                                                                                          0:30 Uhr
                                                                                                                                                                            ENDE der Langen Nacht
                                               Lesung 3            Lesung 6                 Podiumsdiskussion „Wildnis, Gegend, Landschaft:      Direktmusik                    der Literatur 2018
                                               Michael Schmitt     Thomas Geiger            Warum ist das Schreiben über Natur so beliebt?“      mit Mitgliedern
                                               präsentiert         präsentiert              mit Esther Kinsky, Christian Lehnert                 des Staatstheaters
                                               Christoph Peters    Fiston Mwanza Mujila     und Katharina Teutsch                                Braunschweig
                                               (Seite 11)          (Seite 14)               Moderation: Cécile Schortmann (Seite 17)             (Seite 21)

VARIETÉ*                                       19:50 - 20:20 Uhr
                                               VARIETÉ
                                                                   20:30 - 21:00 Uhr
                                                                   VARIETÉ
                                                                                            21:20 - 21:50 Uhr
                                                                                            VARIETÉ
                                                                                                                      22:00 - 22:30 Uhr
                                                                                                                      VARIETÉ
                                               Lesung 4            Lesung 7                 Lesung 9                  Lesung 11
                                               Alexander Cammann   Moritz Baßler            Thomas Geiger             Moritz Baßler
                                               präsentiert         präsentiert              präsentiert               präsentiert
                                               Christian Lehnert   Philipp Weiss            Kerstin Preiwuß           Gianna Molinari
                                               (Seite 12)          (Seite 15)               (Seite 18)                (Seite 20)

FOYER         18:30 - 23:15 Uhr, FOYER
              Büchertisch der Buchhandlung Graff                                            BITTE BEACHTEN SIE: Mit Ihrer Eintrittskarte können Sie am 3. Nov. 2018 wieder ganz nach Belieben
                                                                                            gut fünf Stunden Literatur genießen: Ab 18 Uhr ist das Kleine Haus geöffnet, um 19 Uhr startet die Lange
                                                                                            Nacht der Literatur, ab 19:50 Uhr beginnt das Programm parallel auf den verschiedenen Bühnen des
                                                                                            Kleinen Hauses. Sie entscheiden, welche Veranstaltungen Sie besuchen!
                                                                                            In allen Räumen haben Sie freie Platzwahl. Das Platzangebot ist allerdings von Raum zu Raum unter-
                                                                                            schiedlich. Ihre Eintrittskarte ist keine Platzkarte! Wenn alle Plätze besetzt sind, müssen Sie stehen
                                                                                            oder auf eine andere Veranstaltung ausweichen – oder Sie gönnen sich eine Pause im Foyer.
                                                                                            Sie können jederzeit die Veranstaltung wechseln, auch noch in schon laufende Programme einsteigen,
                                                                                            die Türen sind immer offen. Speisen und Getränke müssen allerdings draußen bleiben, diese verzehren
                                                                                            Sie bitte in Ruhe im Foyer!
                                                                                            Die Lange Nacht der Literatur endet mit „Direktmusik“ um ca. 0:00 Uhr, die Garderoben bleiben bis kurz
                                                                                            vor Hausschließung um 0:30 Uhr geöffnet.
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ERÖFFNUNG                                 LESUNG 1
    19:00 Uhr | Bühne                         19:10 Uhr | Bühne                                       Aus lizenzrechtlichen Gründen
                                                                                                 darf das Foto nicht in der Online-Version
    Dr. Anja Hesse                            Judith Schalansky                                                 erscheinen.
    Dezernentin für Kultur
    und Wissenschaft
                                              Verzeichnis einiger Verluste
    der Stadt Braunschweig                    Lesung und Gespräch
                                              Moderation: Hubert Winkels
    Dagmar Schlingmann
    Generalintendantin                        Die Weltgeschichte ist voller Dinge, die verloren sind – mutwillig zerstört
    Staatstheater Braunschweig                oder im Lauf der Zeit abhandengekommen. In ihrem neuen Buch widmet sich
                                              Judith Schalansky dem, was das Verlorene hinterlässt: verhallte Echos und
                                              verwischte Spuren, Gerüchte und Legenden, Auslassungszeichen und Phan-
                                              tomschmerzen. So handelt dieses Buch gleichermaßen vom Suchen wie vom
                                              Finden, vom Verlieren wie vom Gewinnen und zeigt, dass der Unterschied
                                              zwischen An- und Abwesenheit womöglich marginal ist, solange es die Erin-
                                              nerung gibt – und eine Literatur, die erfahrbar macht, wie nah Bewahren und
                                              Zerstören, Verlust und Schöpfung beieinanderliegen.

                                              Judith Schalansky (Foto: Jürgen Bauer, Suhrkamp Verlag), geboren 1980 in
                                              Greifswald, studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign, unterrichtete
                                              Typografische Grundlagen und lebt heute als freie Schriftstellerin und Buch-
                                              gestalterin in Berlin. 2008 erschien ihr literarisches Debüt, der Matrosenroman
                                              „Blau steht dir nicht“ (mare). Für ihren „Atlas der abgelegenen Inseln“ (mare, 2009)
                                              wurde sie mit dem 1. Preis der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet. Schalanskys
                                              Bücher sind in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Seit dem Frühjahr 2013 gibt sie
                                              im Verlag Matthes & Seitz Berlin die Reihe NATURKUNDEN heraus. 2018 erhält
                                              sie zuerst den Irmtraud-Morgner-Literaturpreis des Chemnitzer Frauenzentrums
    Die Lange Nacht der Literatur findet      Lila Villa und nun für ihr Buch „Verzeichnis einiger Verluste“
    im Rahmen der Verleihung des Wilhelm      (Suhrkamp, 2018) den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2018.
    Raabe-Literaturpreises 2018 statt und
    ist eine Kooperationsveranstaltung der
    Stadt Braunschweig, des Staatstheaters
    Braunschweig und von Deutschlandfunk.
    Sie wird gefördert vom Nds. Ministerium
    für Wissenschaft und Kultur.

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LESUNG 2                                                                                  LESUNG 3
                                               19:50 Uhr | Bühne                          19:50 Uhr | Aquarium
                                               Esther Kinsky                              Christoph Peters
                                               Hain: Geländeroman                         Das Jahr der Katze
                                               Lesung und Gespräch                        Lesung und Gespräch
                                               Moderation: Katharina Teutsch              Moderation: Michael Schmitt

                                        Drei Reisen unternimmt die Ich-Er-                Früher verstand sie sich als eine ehrenwerte Gesellschaft. Heute ist die
                                        zählerin. Alle drei führen sie nach               japanische Yakuza zunehmend eine Organisation Krimineller, verwickelt in
                                        Italien, doch nicht an die bekann-                Drogenhandel und schmutzige Immobiliendeals. Staat und Polizei haben die
ten, im Kunstführer verzeichneten Orte, nicht nach Rom, Florenz oder Siena,               Toleranz und Koexistenz aufgekündigt und der Yakuza den Kampf angesagt.
sondern in abseitige Landstriche und Gegenden – nach Olevano Romano                       Da kommt es äußerst ungelegen, dass Fumio Onishi bei einer Aktion im Auf-
etwa, einer Kleinstadt in den Hügeln nordöstlich der italienischen Haupt-                 trag der Yakuza in Berlin übers Ziel hinausgeschossen ist. Auf der Flucht
stadt gelegen, oder in die Valli di Comacchio, die Lagunenlandschaft im                   vor den deutschen Behörden hat Onishi sich mit seiner deutschen Freundin
Delta des Po, halb von Vögeln beherrschte Wasserwelt, halb dem Wasser                     Nikola nach Tokio absetzen können. Doch hier erwartet der Yakuza-Boss
abgetrotztes Ackerland. Zwischen diesen beiden Geländeerkundungen im                      Takeda ein Opfer von ihm.
Gebirge und in der Ebene führt die dritte Reise die Erzählerin zurück in die
Kindheit: Wie bruchstückhafte Filmsequenzen tauchen die Erinnerungen an                                                   Christoph Peters (Foto: Luchterhand Litera-
zahlreiche Fahrten durch das Italien der Siebzigerjahre auf, dominiert von                                                turverlag) wurde 1966 in Kalkar geboren und
der Figur des Vaters.                                                                                                     lebt heute in Berlin. Zuletzt erschienen von
                                                                                                                          ihm bei Luchterhand der Roman „Der Arm des
Esther Kinsky (Foto: Heike Steinweg, Suhrkamp Verlag) wurde 1956 in Engels-                                               Kraken“ (2015) sowie der Erzählungsband
kirchen geboren und lebt in Berlin. Für ihr umfangreiches Werk, das Übersetzungen                                         „Selfie mit Sheikh“ (2017). Er ist Autor zahl-
aus dem Polnischen, Russischen und Englischen ebenso umfasst wie Lyrik, Essays                                            reicher Romane und Erzählungsbände und
und Erzählprosa, wurde sie vielfach ausgezeichnet. 2018 erhielt Sie den Düsseldorfer                                      wurde für seine Bücher mehrfach ausge-
Literaturpreis und den Preis der Leipziger Buchmesse.                                                                     zeichnet, unlängst z.B. mit dem Friedrich-
                                                                                                                          Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2016)
                                                                                                                          und dem Wolfgang-Koeppen-Preis (2018).

 Samstag, 3. November 2018, 18:00 - 0:00 Uhr
 BAR im Parkettfoyer, BAR im 1.Rang-Foyer, Kleines Haus:
 Ab 18 Uhr können Sie an den Bars im Erdgeschoss und im 1. Stock des Foyers des Kleinen
 Hauses jederzeit Snacks und Getränke erwerben und im Barbereich verzehren.
 Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Mitnahme von Speisen und Getränken in die
 Vorstellungen nicht gestattet ist. Danke!
                                                                                                                                                                    11
LESUNG 4                                                                          LESUNG 5
19:50 Uhr | Varieté                                                               20:30 Uhr | Bühne
Christian Lehnert                                                                 María Cecilia Barbetta
Cherubinischer Staub                                                              Nachtleuchten
Lesung und Gespräch                                                               Lesung und Gespräch
Moderation: Alexander Cammann                                                     Moderation: Hubert Winkels

Mehrfach begibt sich der Dichter in ein „Wörterbuch der natürlichen Erschei-      Es wird von der gespenstischen Atmo-
nungen“. Darin öffnen sich ihm Welt und Signatur von Schnee und Frost,            sphäre am Vorabend eines politischen
Moos und Laub. Zu Sprache werden ihm Federgeistchen, Feuerkäfer, Fliegen          Umsturzes erzählt. Menschen sind aus
und Falken. Ebenso versteht er sich später auf die Rede der Fichten und           der ganzen Welt gekommen und haben sich in Buenos Aires eine Existenz
Buchen. Schließlich geht es um menschliches Schicksal, um mythische wie           aufgebaut. In dem Viertel Ballester kämpfen sie jeder auf seine Art für den
historisch-reale Stoffe.                                                          Aufbruch, die Revolution und eine bessere Zukunft – Teresa und ihre Klas-
Lehnerts Dichtung speist sich aus der deutschen Mystik. Von Jacob Böhme           senkameradinnen in der katholischen Mädchenschule ebenso wie Celio, der
und Angelus Silesius übernimmt er die doppelbödig-eindringliche Spiritua-         Friseur in der „Ewigen Schönheit“, oder die Mechaniker der Autowerkstatt
lität und Physis verbindende Rede. In Lehnerts Gedichten ereignet sich, im        „Autopia“. Doch politische Spannungen zerreißen das Land, Aberglaube und
vielberufenen Zeitalter des Digitalen, eine Wiederauferstehung analogen           Gewalt schleichen sich in die Normalität. Ein Roman mit einem feinen Gespür
Denkens.                                                                          für die Poesie des Alltags und der Liebe zum Leben in Zeiten des Umbruchs.

                                     Christian Lehnert (Foto: Jürgen Bauer,       María Cecilia Barbetta (Foto: Marcus Höhn) wurde 1972 in Buenos Aires,
                                     Suhrkamp Verlag), geboren 1969 in            Argentinien, geboren und wuchs in dem Viertel Ballester, in dem ihr Roman
                                     Dresden, ist Dichter und Theologe. Zur-      „Nachtleuchten“ spielt, auf. Sie kam 1996 nach Berlin und blieb. Schon ihren
                                     zeit leitet er das Liturgiewissenschaft-     ersten Roman, „Änderungsschneiderei Los Milagros“, schrieb sie auf Deutsch. Er
                                     liche Institut an der Universität Leipzig.   wurde mit wichtigen Preisen ausgezeichnet, darunter dem aspekte-Literaturpreis
                                     Seine bislang sieben Gedichtbücher und       (2008) und dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis (2009). Bereits vor Erscheinen
                                     „Ein Essay über Paulus“ erschienen im        wurde ein Auszug des zweiten Romans mit dem Alfred-Döblin-Preis (2017) geehrt.
                                     Suhrkamp Verlag. 2012 erhielt er den         „Nachtleuchten“ erschien 2018 und stand auf der Shortlist für den Deutschen
                                     Hölty-Preis für sein lyrisches Gesamt-       Buchpreis.
                                     werk, 2016 den Eichendorff-Literatur-
                                     preis und 2018 den Deutschen Preis für        Samstag, 3. November 2018, 19:50 - 22:30 Uhr, Spielort Varieté, Kleines Haus:
                                     Nature Writing.                               Bitte beachten Sie: Die Spielstätten im Kleinen Haus sind von der Platzkapazität her
                                                                                   sehr unterschiedlich. Besonders im Varieté stehen viel weniger Plätze zur Verfügung als
                                                                                   in den beiden anderen Spielstätten. Von daher bitten wir um Verständnis, dass sich der
                                                                                   Veranstalter vorbehält, den Zugang zu reglementieren. Bitte weichen Sie dann auf eine
                                                                                   der anderen Lesungen aus oder Sie gönnen sich eine Pause im Foyer – oder stöbern am
                                                                                   Büchertisch.
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LESUNG 6                                          LESUNG 7
                                     20:30 Uhr | Aquarium                              20:30 Uhr | Varieté
                                     Fiston Mwanza Mujila                              Philipp Weiss
                                     Tram 83                                           Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen
                                     Lesung und Gespräch                               Lesung und Gespräch
                                     Moderation: Thomas Geiger                         Moderation: Moritz Baßler

                                   In einer heruntergekommenen Großstadt               Die siebzehnjährige Paulette erlebt im
                                   in Afrika bildet das „Tram 83“ als einzi-           Jahr 1871 den Aufstand der Pariser Kom-
                                   ger Nachtclub der Stadt ihr Zentrum. Das            mune, bereist als eine der ersten europäi-
                                   „Tram 83“ ist nicht nur ein Club, der 24            schen Frauen das Japan der Meiji-Ära und
Stunden geöffnet ist, sondern zugleich ein Imbiss, eine Bühne, ein Bordell,            liegt über hundertdreißig Jahre im Eis der
eine Kirche und eine Geldwaschanlage. Der Club wird zu einem Schauplatz,               französischen Alpen geborgen. Die Klima-
einem Treffpunkt, der durch seine buntgemischten Besucher geprägt wird.                forscherin Chantal, ihre Ururenkelin, folgt
Ob jung oder alt, gesellschaftlich akzeptiert oder abgelehnt, sie alle treffen         ihren Spuren nach Fernost, entwirft eine
dort aufeinander um sich zu vergessen, um in eine andere Welt zu tauchen.              zynische Geschichte des Universums und
Der Ort ist gezeichnet von Kriegen, der Globalisie-                                    entflieht zugleich einer Liebe und deren umstülpender Kraft. Der von ihr
rung und Korruption. In diesem Roman werden auf                                        zurückgelassene Künstler Jona begibt sich auf die Suche, findet in Japan
engstem Raum problematische Zustände gespie-                                           aber nicht Chantal, sondern eine vielfache Katastrophe: ein Erdbeben, eine
gelt, die sich auf der ganzen Welt abspielen.                                          Welle, einen Atomunfall. Der neunjährige Akio läuft tagelang durch zer-
                                                                                       störtes Gebiet. Trost findet er bei Satoshi, einem obdachlosen Tagelöhner
Der Autor liest in Deutsch und Französisch.                                            und AKW-Nomaden, der langsam an den Folgen der Strahlung stirbt. Durch
                                                                                       einen Phantomschmerz getrieben, irrt die junge Japanerin Abra durch Tokio
                                                                                       und verliert sich in den einsamen Schleifen ihres virtualisierten Selbst.

Fiston Mwanza Mujila (Foto: Leonhard Hilzensauer, Paul Zsolnay Verlag) wurde           Philipp Weiss (Foto: Helmut Lackinger, Suhrkamp Verlag), geboren 1982 in Wien,
1981 in Lubumbashi in der Demokratischen Republik Kongo geboren. Seit 2009             studierte Germanistik und Philosophie. Er schreibt Prosa und Theaterstücke, für
lebt der Autor in Graz, und schreibt Prosa, Lyrik und Theaterstücke in französischer   die er mehrfach ausgezeichnet wurde. „Am Weltenrand sitzen die Menschen und
Sprache und unterrichtet Afrikanische Literatur an der Universität Graz. 2014          lachen“ ist sein Romandebüt. 2018 gewann er damit den Literaturpreis der Jürgen
veröffentlicht Fiston Mwanza Mujila seinen Debütroman „Tram 83“, für den er            Ponto-Stiftung und den Klaus-Michael Kühne-Preis.
mit dem Etisalat-Preis für Literatur (2015), dem Internationalen Literaturpreis
des Hauses der Kulturen der Welt (2017) und dem Peter-Rosegger-Literaturpreis
(2018) ausgezeichnet wurde.

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LESUNG 8                                                                              PODIUMSDISKUSSION
21:20 Uhr | Bühne                                                                     21:20 Uhr | Aquarium
Tanja Maljartschuk                                                                    Wildnis, Gegend, Landschaft:
Frösche im Meer                                                                       Warum ist das Schreiben über Natur
Lesung und Gespräch                                                                   so beliebt?
Moderation:                                                                           Podiumsdiskussion mit Esther Kinsky,
Michael Schmitt                                                                       Christian Lehnert und Katharina Teutsch
                                                                                      Moderation: Cécile Schortmann
Hätte Petro Kinder, würden sie ihn vielleicht fragen, wie er zu seinem Beruf
gekommen ist. Kinder fragen so etwas gerne. Sie idealisieren die Arbeit,              Die Natur fasziniert und fesselt die Menschen schon von jeher. Sie wurde aus
solange sie selbst nicht arbeiten gehen müssen. „Ich möchte Polizist wer-             unzähligen Blickwinkeln betrachtet und doch immer wieder neu entdeckt.
den“, sagen sie verträumt, niemand sagt: „Ich möchte Müllmann werden“.                Wie ist die Bedeutung der Natur für die Menschen heute? Was macht die
Keine Volksschullehrerin beendet ihren Unterricht mit dem Zuspruch: „Lernt            Natur so faszinierend? Wie hat sich im Laufe der Geschichte die Einstellung
fleißig, Kinder, damit ihr gute Weihnachtsbaumverkäufer werdet“. Petro ist            zur Natur verändert und wie schafft es das Thema Natur, durchweg faszinie-
sowohl Weihnachtsbaumverkäufer als auch Müllmann gewesen. Beide Jobs                  rend zu bleiben? Warum ist das Schreiben über Natur so beliebt? Über diese
fand er nicht gut. Müllmann zu sein, wäre in Ordnung gewesen, jedoch ver-             und weitere Fragestellungen spricht Cécile Shortmann mit Esther Kinsky,
langten sie bereits nach dem ersten Arbeitstag Petros Pass. Seit siebzehn             Christian Lehnert und Katharina Teutsch.
Jahren hat er keinen Pass. Ihm wurde gesagt, ohne Papiere komme man bes-
ser mit der Polizei aus, man habe nämlich die Möglichkeit, sich als Flüchtling
auszugeben. „Sonst stecken sie dich ins Gefängnis, wenn sie dich erwischen,
Petro“, wurde ihm gesagt. „Gefängnisse in diesem Land sind voll mit uns,
Petro, voll mit uns“, wurde ihm gesagt.

Tanja Maljartschuk (Foto: Lukas Beck), geboren 1983 in Iwano-Frankiwsk,
Ukraine, schloss an der dortigen Universität ein Philologiestudium ab und arbeitete
einige Jahre als Journalistin. Seit 2011 lebt sie in Wien. 2009 erschien ihr erster
Erzählband „Neunprozentiger Haushaltsessig“, 2013 kam ihre „Biografie eines
zufälligen Wunders“ heraus. Tanja Maljartschuk ist die Gewinnerin des Ingeborg-
Bachmann-Preises 2018.

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LESUNG 9                                                                               LESUNG 10
                                  21:20 Uhr | Varieté                                  22:00 Uhr | Bühne
                                  Kerstin Preiwuß                                      Inger-Maria Mahlke
                                  Nach Onkalo                                          Archipel
                                  Lesung und Gespräch                                  Lesung und Gespräch
                                  Moderation: Thomas Geiger                            Moderation: Alexander Cammann

                               Matuschek ist vierzig, als seine Mutter                 „Es ist der 9. Juli 2015, vierzehn Uhr und zwei, drei kleinliche Minuten. In La
                               stirbt, mit der er das Haus teilte. Ohne ihre           Laguna, der alten Hauptstadt des Archipels, beträgt die Lufttemperatur 29,1
                               Fürsorge weiß er nicht, wie es weitergehen              Grad. Der Himmel ist klar, wolkenlos und so hellblau, dass er auch weiß sein
                               soll. Eine Frau hat er nicht und von dort,              könnte“. Damit fängt es an. Und mit Rosa, die zurückkehrt auf die Insel und in
wo er wohnt, geht man weg, wenn man kann. Aber Matuschek ist einer,                    das heruntergewirtschaftete Haus der vormals einflussreichen Bernadottes.
der bleibt, Bewohner des Hinterlands, einer längst von allen aufgegebenen              Rosa sucht. Was, weiß sie nicht genau. Doch für eine Weile sieht es so aus, als
Welt. Zum Glück gibt es Nachbarn. Igor, der Russe, wird zum Freund. Den                könnte sie es im Asilo, dem Altenheim von La Laguna, finden. Ausgerechnet
alten Witt kennt er seit seiner Jugend. Und dann sind da die Tauben, die               dort, wo Julio noch mit über neunzig Jahren den Posten des Pförtners innehat.
Matuschek als Junge bekam und seitdem züchtet. Brieftauben haben einen                 Julio war Kurier im Bürgerkrieg, war Gefangener der Faschisten, er floh und
inneren Kompass und kehren stets nach Hause zurück. Das kann schon                     kam wieder, und heute hütet er die letzte Lebenspforte der Alten von der
reichen fürs Leben. Als Matuschek Irina kennenlernt, winkt das Glück. Aber             Insel. Julio ist Rosas Großvater. Inger-Maria Mahlke hat sich mit jedem
dann geht etwas schief und er beginnt von neuem.                                       ihrer Bücher thematisch und formal weiter vorgewagt. In „Archipel“ führt
                                                                                                                        sie rückwärts durch ein Jahrhundert voller
                                                                                                                        Umbrüche und Verwerfungen.
Kerstin Preiwuß (Foto: Jorinde Gersina), geboren 1980 in Lübz, lebt als freie Auto-
rin mit ihrer Familie in Leipzig. 2006 debütierte sie mit dem Gedichtband „Nachricht                                   Inger-Maria Mahlke (Foto: Dagmar Morath)
von neuen Sternen“. Im Berlin Verlag erschienen ihr vielbeachtetes Romandebüt                                          wuchs in Lübeck und auf Teneriffa auf, studier-
„Restwärme“ (2014), der Lyrikband „Gespür für Licht“ (2016) sowie ihr zweiter                                          te Rechtswissenschaften an der FU Berlin und
Roman „Nach Onkalo“ (2017), der für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde.                                           arbeitete dort am Lehrstuhl für Kriminologie.
Zuletzt erhielt sie den Lyrikpreis Meran 2018 und im September 2018 den Eichen-                                        2009 gewann sie den Berliner Open Mike. Ihr
dorff-Literaturpreis. Kerstin Preiwuß ist Mitglied des P.E.N..                                                         Debütroman „Silberfischchen“ wurde ein Jahr
                                                                                                                       später mit dem Klaus-Michael Kühne-Preis aus-
                                                                                                                       gezeichnet. 2014 erhielt sie den Karl-Arnold-
                                                                                                                       Preis der Nordrhein-Westfälischen Akademie der
                                                                                                                       Wissenschaften und der Künste. 2018 wurde ihr
                                                                                                                       nun der Deutsche Buchpreis zugesprochen.

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LESUNG 11                                                                                AUSKLANG
22:00 Uhr | Varieté                                                                      22:45 Uhr | Aquarium
Gianna Molinari                                                                          Direktmusik
Hier ist noch alles möglich                                                              Ekstase unterm Leselämpchen. Lieder über Literatur.
Lesung und Gespräch                                                                      mit Mitgliedern des Staatstheaters Braunschweig
Moderation: Moritz Baßler

                                  Eine junge Frau wird als Nachtwächterin in             Direktmusik heißt Direktmusik, weil es eine sehr unmittelbare Veranstal-
                                  einer Verpackungsfabrik eingestellt. Abend             tung ist. Ein Konzertformat (kein Musik-Kabarett) mit Schauspielern und
                                  für Abend macht sie ihren Rundgang, kon-               vielen weiteren Theaterleuten an den Mikrofonen und einer Profi-Kapelle
                                  trolliert die Zäune. Ein Wolf soll in das Gelän-       an Drums, dicken und dünnen Saiten sowie Tasten. An den Tasten sitzt stets
                                  de eingedrungen sein. Mit jeder Nachtschicht           Bandleader Jörg Wockenfuß.
                                  wird die Suche nach dem Wolf mehr zu einer             Das Ganze passiert alle sechs Wochen im Programm des Aquariums – und
                                  Suche nach sich selbst und zur Frage nach              dieses eine Mal auch im Programm der „Langen Nacht der Literatur“. Das
                                  den Grenzen, die wir ziehen, um das zu schüt-          Motto ist immer neu, immer ein neuer Gang in die Archive der Popmusik.
                                  zen, woran wir glauben.                                Passend zur „Langen Nacht“ heißt das Motto „Ekstase unterm Leselämp-
                                                                                         chen“. Poe, Steinbeck, Shakespeare, Beowulf. Bücher wurden gerne versun-
Gianna Molinari (Foto: Christoph Oeschger) wurde 1988 in Basel geboren und lebt          gen, und die Direktmusik tut das Ihrige dazu. Kein blöder Nachspielrock,
in Zürich. Sie war Stipendiatin der Autorenwerkstatt Prosa 2012 am Literarischen         sondern in minimaler Proben-Zeit zusammengedengelte Song-Veredelun-
Colloquium Berlin und erhielt im selben Jahr den Jurypreis sowie den Publikumspreis      gen, die wenig mit dem Original zu tun haben müssen, desto höher ist der
des 17. MDR-Literaturwettbewerbs. Bei den „Tagen der deutschen Literatur“ 2017           Schau- und Hörwert.
in Klagenfurt wurde sie für einen Auszug aus ihrem Debüt „Hier ist noch alles mög-       Moderiert wird die Direktmusik von Schauspieldramaturg Holger Schröder
lich“ mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet, 2018 erhielt sie den Robert Walser-Preis.
                                                                                         und Regisseur Christoph Diem, wobei… „moderat“ ist anders, denn Schröder
                                                                                         und Diem sind sich nur darin einig, dass der jeweils andere keinen Musikge-
                                                                                         schmack besitzt.

 Samstag, 3. November 2018
 18:30 - 23:15 Uhr
 PARKETTFOYER, Kleines Haus:
 Büchertisch der Buchhandlung Graff
 Im Parkettfoyer des Kleinen Hauses finden Sie den Büchertisch der Buchhandlung
 Graff. Bis ca. 23:15 Uhr können Sie hier alle auf der Langen Nacht der Literatur 2018
 vorgestellten Bücher und weitere Titel der Autorinnen und Autoren erwerben.
 Nutzen Sie auch die Chance und lassen Sie sich die Bücher gleich vor Ort signieren.
                                                                                                                                                                21
Die Moderatorinnen und Moderatoren:
                  Prof. Dr. Moritz Baßler (Foto: Christian Katti), geboren 1962, ist   sendung „Lesen“ mit Elke Heidenreich. Seine Schwerpunkte sind deutschsprachige
                  Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Müns-     und angloamerikanische Literatur sowie Kinder- und Jugendliteratur. Als Lehrbeauf-
                  ter. Nach dem Studium der Germanistik und Philosophie wurde          tragter unterrichtet er an der Philipps-Universität in Marburg und arbeitet als freier
                  er in Tübingen promoviert und war anschließend Redaktor eines        Literaturkritiker vor allem für die Neue Zürcher Zeitung, für die Süddeutsche Zeitung,
                  Fachlexikons, Assistent bei Helmut Lethen in Rostock und Profes-     für Literaturen und für den Deutschlandfunk. Dr. Michael Schmitt gehört seit 2010
                  sor an einer Bremer Privatuni. Sein wissenschaftliches Interesse     der Jury des Wilhelm Raabe-Literaturpreises an.
                  gilt der Literatur der Klassischen Moderne, dem Realismus und der
Literaturtheorie ebenso wie der Gegenwartsliteratur und der Popkultur. Seit 2013       Cécile Schortmann, 1971 in Düsseldorf geboren, studierte The-
ist er Vorsitzender der Literaturkommission für Westfalen. Nach 2016 gehört er in      aterwissenschaft, Kunstgeschichte und Psychologie in München.
diesem Jahr zum zweiten Mal der Jury des Wilhelm Raabe-Literaturpreises an.            Während des Studiums sammelte sie erste journalistische
                                                                                       Erfahrungen bei Radio, Fernsehen und Film (u.a. Antenne Bayern,
Alexander Cammann wurde 1973 in Rostock geboren. Er                                    Deutsche Welle und ORB). Nach einem Volontariat beim Hessischen
studierte Geschichte und Philosophie in Berlin, wo er auch                             Rundfunk arbeitet sie dort seit 1997 und moderiert u.a. das
heute noch lebt. Er war verantwortlicher Redakteur der gesell-                         Kulturmagazin „Hauptsache Kultur“. Seit März 2008 präsentiert sie „Kulturzeit“
schaftspolitischen Zeitschrift „vorgänge“ und lehrte an der                            bei 3sat und moderiert Sondersendungen zu Kulturereignissen wie der Berlinale,
Humboldt-Universität in Berlin. Seit 2001 war er als freier                            documenta, Buchmessen, Preisverleihungen und Podiumsdiskussionen.
Kulturjournalist Mitarbeiter der taz und der FAZ. Seit 2009 ist
er als Redakteur für das Feuilleton der ZEIT in Hamburg tätig.                                               Katharina Teutsch, geboren 1977, ist Kulturwissenschaft-
Wie schon in den beiden vorherigen Jahren gehört Alexander Cammann auch 2018                                 lerin und Literaturkritikerin und lebt in Berlin. Sie ist seit 2007
zur Jury des Wilhelm Raabe-Literaturpreises.                                                                 Mitarbeiterin des FAZ-Feuilletons, schreibt auch u.a. für DIE
                                                                                                             ZEIT, den Freitag und das Philosophiemagazin. Darüber hinaus
                  Thomas Geiger, geboren 1960 in Sulzbach-Rosenberg/Ober-                                    produziert sie Radio-Features in den Bereichen Geisteswis-
                  pfalz, studierte nach einer Buchhändlerlehre bei der Buchhand-                             senschaften und Literatur. Nach 2014 ist Katharina Teutsch
                  lung Edelmann in Nürnberg Germanistik und Wirtschafts- und                                 in diesem Jahr das zweite Mal Mitglied der Jury des Wilhelm
                  Sozialgeschichte in München. Seit 1989 ist er als Mitarbeiter des                          Raabe-Literaturpreises.
                  Literarischen Colloquiums Berlin zuständig für das Programm des
                  LCB und die Redaktion der Zeitschrift „Sprache im technischen        Dr. Hubert Winkels, geboren 1955 in Gohr, promovierte
                  Zeitalter“. Thomas Geiger gehört in diesem Jahr zum siebten Mal      über deutsche Gegenwartsliteratur. Er ist zwischenzeitlich als
der Jury des Wilhelm Raabe-Literaturpreises an.                                        Zeitschriftenredakteur und freier Schriftsteller tätig, seit 1988
                                                                                       Literaturkritiker für DIE ZEIT, Fernsehmoderator und seit 1997
Dr. Michael Schmitt, geboren 1959 in Trier, studierte Ge-                              Literaturredakteur im Deutschlandfunk. Er ist Autor zahlreicher
schichte, Germanistik und Buchwesen in Mainz, arbeitete                                literarischer und literaturkritischer Bücher und Herausgeber
mehrere Jahre als Buchhändler, dann als freier Lektor und seit                         vieler Bücher mit deutschen Autoren. Hubert Winkels ist seit Beginn der Kooperation
1993 als Literaturredakteur beim Kulturkanal 3sat (seit 1995                           von Stadt Braunschweig und Deutschlandfunk Mitglied und Sprecher der Jury des
bei 3sat Kulturzeit) und ab 2003 auch für die ZDF-Literatur-                           Wilhelm Raabe-Literaturpreises.

22                                                                                                                                                                          23
Christian Kracht
Imperium
„Kabakon ist die erste Kolonie des von mir ins Leben gerufenen Sonnenordens,
der den doppelten Zweck hat:
     1. Seinen Mitgliedern die denkbar besten Lebensbedingungen bietend,
große, edle, gute, urgesunde – ganze Menschen aus ihnen zu züchten.
     2. Ein internationales tropisches Kolonialreich des Fruktivorismus zu
begründen, indem er um den ganzen Äquator ein engmaschiges Netz von
Kolonien reinen, nackten, fruktivorischen Lebens legt.“ (August Engelhardt)
                                                                                                    ER   2012
                                                                                               TRÄG
Der 1875 in Nürnberg geborene Apothekerssohn August Engelhardt verehrt die
                                                                                        E-PREIS
Kokosnuss und in dieser die Krone der Schöpfung, weshalb er zum Begründer          RAAB
des Kokovorismus wird, einer Religionsge­meinschaft, die das Sonnenlicht,
vor allem aber die Kokosnuss in das Zentrum ihrer Lehre rückt. 1902, im
Al­ter von 26 Jahren, reist er zur Kolonie Neupommern des Wilhelminischen
Reiches und kauft die pazifische Insel Kabakon – sein Utopia, wo er in einer
offenen, gleichberechtigen Gemeinschaft, das „fruktivorische Welt­reich“ be-
gründet. Christian Kracht greift in seinem Roman IMPERIUM die Biografie
dieses lebensreformatorisch beseelten Weltverbesserers auf und erzählt von
einer Spirale des Wahnsinns, in der sich der europäische Sonnenanbeter in
der Abgeschiedenheit der Südsee verstrickt.

Regie: Babett Grube / Bühne: Sabine Mäder / Kostüme: Hanne Lauch / Musik: Fabian
Ristau / Dramaturgie: Claudia Lowin
Es spielen: Vanessa Czapla, Gertrud Kohl, Joshua Seelenbinder und Heiner Take
Premiere im Kleinen Haus am 17. November 2018

Unsere nächsten Premieren im Schauspiel:
Kassandra                29.11.2018
Traumnovelle             18.01.2019
Einsame Menschen         19.01.2019
Nashörner                26.01.2019
Lust auf mehr Literaturveranstaltungen?
Sie können von Literatur nicht genug bekommen?
Dann hat das Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig                              DI | 29.01.2019 | 19 Uhr                   DI | 12.03.2019 | 19 Uhr | Raabe-Haus
genau das Richtige für Sie! Zum Beispiel:                                          Buchhandlung Benno Goeritz                 Julia von Lucadou:
                                                                                   Kai Wieland: Amerika                       Die Hochhausspringerin
Das erste Buch                                                                     Moderation: Stefan Hallensleben            Moderation: Ronald Schober
Das Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig präsentiert Ihnen in den nächsten     Ruhig und detailliert, manchmal leicht     In einer kühlen distanzierten Sprache
Monaten sieben Autorinnen und Autoren mit Ihren Debütromanen. Im Programm:         ironisch, erzählt Kai Wieland von einem    erzählt die Autorin von einer Welt, in
Ergreifende Geschichten über dramatische Familienbande, außergewöhnliche Liebes-   Dorf, das nur noch Erinnerungen an Ver-    der nur Erfolg, Karriere, und Geld zählt,
beziehungen, spannende Weltreisen, unglaubliche Dorfgeheimnisse und komplizierte   gangenes hat und keine Zukunft.            Menschlichkeit und Gefühle aber über-
Freundschaften.                                                                                                               flüssig geworden sind.
                                                                                   DI | 05.02.2019 | 19 Uhr | Raabe-Haus
                                                                                   Bettina Wilpert:                           SO | 17.03.2019 | 15 Uhr | Raabe-Haus
                                                                                   nichts, was uns passiert                   Markus Steiner: Weltherz
                                                                                   Moderation: Pia Kranz                      Moderation: Stefan Hallensleben
                                                                                   Sexuelle Gewalt ist eines der meistdis-    Die Sprache in diesem Buch über das Rei-
                                                                                   kutierten Themen weltweit. Die Autorin     sen ist wie ein Fluss. Sie zieht den Leser
                                                                                   zeigt, was Schweigen und Verdrängen an-    in den Strom der Worte und lässt ihn mit-
                                                                                   richten kann.                              reisen.

                                                                                   SO | 24.02.2019 | 15 Uhr | Raabe-Haus      DI | 26.03.2019 | 19 Uhr | Raabe-Haus
                                                                                   Maike Wetzel: Elly                         Anne Reinecke: Leinsee
                                                                                   Moderation: Susanne Maierhöfer             Moderation: Kathrin Reinhardt
                                                                                   Eindringlich und berührend erzählt Maike   Wunderbar poetisch geschilderte Selbst-
                                                                                   Wetzel die Geschichte von Ellys Ver-       findung eines jungen Mannes verbunden
                                                                                   schwinden. So entsteht das Bild einer      mit einer außergewöhnlichen Liebesge-
                                                                                   Familie, in der jeder anders mit Verlust   schichte.
                                                                                   umgeht und doch zu hoffen vermag.

                                                                                   DI | 26.02.2019 | 19 Uhr
                                                                                   Braunschweig Kolleg
                                                                                   Christoph Jehlicka: Das Lied vom Ende
                                                                                   Moderation: Stefan Hallensleben
                                                                                   Eine dramatische Geschichte über Er-
                                                                                   wachsene und Jugendliche, wie aus dem
                                                                                   Leben gegriffen.
                                                                                                                              Leonhardstr. 29a, 38102 Braunschweig
                                                                                                          Tel. (0531) 70 189 317, Mail: raabe-haus@braunschweig.de
                                                                                                                       www.literaturzentrum-braunschweig.de
Lust auf mehr Literaturveranstaltungen?
                                                                                                         „Ignorieren
                                                            MI | 13.03.2019 | 19:30 Uhr
                                                            Roter Saal                                    ist noch keine Toleranz“
                                                                                                                                                                Theodor Fontane (1819 – 1898)

                                                            Autorenlesung mit
                                                            Burghart Klaußner:
                                                                                                                                                                          Auf den Punkt
                                                            Vor dem Anfang                                                                                                     gebracht
                                                                                                                                                                Textwerkstatt im Raabe-Haus
                                                       Burghart Klaußner veröffentlicht                                                                         Sich kurz zu fassen ist eine Kunst. Sie lässt sich
                                                       2018 seinen Debütroman „Vor dem                                                                          erlernen! Zum Thema „Toleranz“ schreibt das
                                                       Anfang“, der während der letzten                                                                         Raabe-Haus eine Textwerkstatt aus. Schicken
                                                       Tage des Zweiten Weltkriegs 1945 in                                                                      Sie uns zu diesem Thema Ihre Gedanken.
                                                       Berlin spielt. Der Roman erzählt die                                                                     Alle literarischen Formen sind erwünscht,
                                                       Geschichte von zwei jungen Männern,                                                                      Sie können dafür bis zu 1.000 Zeichen (ohne
                                                       Fritz und Schultz, die den Krieg mehr                                                                    Leerzeichen) verwenden. Bewerben Sie sich
                                                       oder weniger unbeschadet über-                                                                           damit auf einen der Plätze der Textwerkstatt.
                                                       standen haben. Die beiden müssen                                                                         Wenn Ihr Beitrag die Jury überzeugt, können
                                                       jedoch, notgedrungen und unfreiwil-                                                                      Sie kostenlos an der Schreibwerkstatt teilneh-
                                                       lig, gemeinsam einen letzten Auftrag                                                                     men. Dort sollen Sie selbstkritisch mit Ihrem
                                                       erfüllen: Sie müssen die Geldkasse                Die Textwerkstatt leiten                               Text umgehen, damit dieser „auf den Punkt
                                                       ihrer Einheit nach Berlin-Mitte, ins              die Autorin Helga Thiele-Messow                        gebracht“ wird. Die Ergebnisse werden einem
                                                       Reichsluftfahrtministerium bringen.               und der Germanist Johannes Heinen.                     interessierten Publikum präsentiert.
Für die Protagonisten beginnt so eine gefährliche Reise durch das vom Krieg zerstörte Berlin,
auf der sie verschiedenste Hürden meistern müssen. Klaußner beschreibt in seinem Roman                   Schicken Sie uns Ihren noch unveröffentlichten Text und vergessen Sie bitte nicht Ihre vollständigen
das Ende einer Welt, die Geschichte vor einem neuen Anfang.                                              Kontaktdaten. Wenn Sie möchten, können Sie noch einen Dreizeiler zu Ihrer Person beifügen. Wir freuen
                                                                                                         uns auf Ihren Beitrag bis zum 6. Dezember 2018 an die E-Mail-Adresse: raabe-haus@braunschweig.de
Burghart Klaußner ist 1949 in Berlin geboren und arbeitet als Schauspieler, Theaterregisseur, Sänger,    oder an die Postanschrift: Stadt Braunschweig, Fachbereich Kultur und Wissenschaft,
Hörbuchsprecher und Autor. Erfolgreich absolvierte er die Max-Reinhardt-Schauspielschule und wurde                                  Literatur und Musik, Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig
bekannt für seine Darstellungen in „Die fetten Jahre sind vorbei“ (2004) und „Das weiße Band“ (2009),                               Schlossplatz 1, 38100 Braunschweig
für die er jeweils den Deutschen Filmpreis und den Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet bekam.
                                                                                                         Die Gewinner werden unter den Einsendungen ausgewählt und bis Weihnachten 2018 benachrichtigt.
                        „ Sie mussten weiter, aber was dann?                                             Sollten Sie dabei sein, planen Sie bitte für 2019 folgende Termine ein:

                          Nach Westen, aber wie weit?“                                                   Mi. 23.01., Mi. 30.01., Mi. 13.02., Mi. 20.02., Mi. 13.03., Mi. 27.03., Mi. 03.04. und Mi. 24.04., jeweils
                                                                                                         um 18:00 Uhr im Raabe-Haus.
                                                                        Burghart Klaußner (*1949)
                                                                                                         Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eingereichte
Veranstalter: Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig
                                                                                                         Texte nicht zurückgesendet werden können.
Veranstaltungsort: Roter Saal im Schloss, Schlossplatz 1, 38100 BS
Eintritt: 12 € / erm. 8 € (VVK und Abendkasse) Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen

                                                                                                                                                                Wir freuen uns auf Ihren Beitrag.
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