Nur Mut! Was braucht es, um mutige Ideen umzusetzen? Einen Ort für innovatives Business, visionäre Menschen, ambitionierte Projekte - Seestadt Aspern
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Moder ne A rbeit swelten i n der Seest adt
STREETVIEW
Unterwegs in der
Maria-Tusch-Straße
Nur Mut!
Was braucht es, um mutige
Ideen umzusetzen?
Einen Ort für innovatives
Business, visionäre Menschen,
ambitionierte Projekte.Erfahren Sie hier, wie die Nutzung auf dem
Inhalt
Smartphone oder Tablet funktioniert:
AUGEN AUF, HANDY AN, denn
da steckt mehr dahinter!
In dieser Ausgabe können Sie sich über spannende Zusatzinfor-
mationen freuen, die via Augmented Reality eingebunden sind.
4
Von Start-ups bis zur Stadtplanung: über
Dank dieser Technologie haben Sie jetzt die Möglichkeit, Inhalte (unternehmerischen) Mut, Kontroversen, Vertrauen.
auf Ihrem Smartphone oder Tablet ganz neu zu erleben! Auf Und: Gerhard Schuster, Vorstandsvorsitzender der
Seite 9 finden Sie das AR-Symbol, dort erwarten Sie zusätzliche Wien 3420 AG, im Interview.
Videos und Inhalte.
Schritt Laden Sie die „Die
10
Im Porträt: Andrea Czernin baut eine neue Event-
1 Presse“-App kostenlos
im App Store herunter.
halle, Martin Rohla eröffnet ein „Habibi & Hawara“.
14
Auf Tour: Ein Streifzug mit Marketingmanagerin
Schritt Anna Oladejo durch die Seestadt.
Schritt
2 3 17
Streetview: Unterwegs in der Maria-Tusch-Straße.
Klicken Sie nun auf
18
Öffnen Sie „Nach AR-Inhalten
die App auf scannen“. Die Scan-
Ihrem Smart- funktion öffnet sich. Leuchtturm-Projekt: Mit dem Campus der Religionen
phone oder
entsteht ein ganz besonderer Ort in der Seestadt.
Tablet und
klicken Sie
rechts unten
auf das Icon
22
Empfehlung! Kicken über den Dächern.
„Mehr“.
23
What’s next? Neue Projekte, Pläne, Termine.
Schritt
4
S
Es kann sein, dass hier
chwerpunkte setzen. Geschichten erzählen.
eine Abfrage für die
Scannen Sie die Inhalte.
Nutzung der Kamera
Berichten, was vor Ort passiert, mit Menschen
Halten Sie das Gerät dabei reden: Das war das Ziel der neuen, umfang-
auftaucht, diese muss
still und scannen Sie die reicheren Ausgabe des Magazins workflow, das sich
bestätigt werden, da
gekennzeichnete Seite in voller den modernen Arbeitswelten in der Seestadt widmet.
Sie sonst nicht scannen
Größe.
können. Das Thema war, nicht zuletzt angesichts der Pande-
mie-Lage, rasch gefunden: Mut! In der ersten Ausgabe
2021 erkunden wir also, was es braucht, um mutige
Schritt Entscheidungen zu treffen, im Leben und im Business.
5
Wir haben mit Fachleuten über Entrepreneurship,
Stadtplanung und Vernetzung gesprochen, Unter-
nehmer getroffen, die gerade jetzt in „aspern Die
Sie tauchen in die völlig neue Seestadt Wiens“ ihre Ideen in Projekte verwandeln.
Erlebniswelt von Augmented Wir berichten über Visionen (etwa den Campus der
Reality ein! Hier finden Sie Religionen), aktuelle Pläne, neue Aktionen und
Videos und weitere Buttons zeigen sie Ihnen auch via Augmented Reality. Und
zum Anklicken, Mehrwert ist wir besuchen Seestadt-Straßen und Plätze, denen
für Sie garantiert. bedeutende und ja, mutige Frauen die Namen geben.
IMPRESSUM: Medieninhaber und Herausgeber: Wien 3420 aspern Development AG, Seestadtstraße 27/13, 1220 Wien. Produktion:
„Die Presse“ Verlags-Ges.m.b.H. & Co KG, Hainburger Straße 33, 1030 Wien. Geschäftsführung: Herwig Langanger, Rainer Nowak. Umsetzung: „Die Presse“
Spezialredaktion, Mag. Astrid Müllner. Koordination Wien 3420 aspern Development AG: Ingrid Spörk. Art Direction: Matthias Eberhart. Grafik/Bildbearbeitung:
Christian Stutzig. Coverfoto: Luiza Puiu. Produktion: Alexander Schindler. Hersteller: Druck Styria GmbH & Co KG. Herstellungsort: St. Pölten
2 aspern workflow90
8.237
Menschen waren mit
1. 1. 2021 in aspern
Seestadt gemeldet.
200
U-Bahnen kommen täglich
an.
25
statt bislang 50 Mitarbeiter soll Minuten dauert die Fahrt
das Wiener Biotechnologie-Unter- von der U2-Station Seestadt
zur Station Rathaus.
nehmen Biomay AG ab 2022 haben. 675.000
Im September 2020 erfolgte in Tonnen Erdreich wurden
für den See ausgehoben und
der Seestadt der Spatenstich des vor Ort wieder verwendet.
340
Allergen- und mRNA-Spezialisten
Fußballfelder
zur Unternehmenserweiterung. Mit (oder der ganze 1. Bezirk)
passen auf die Fläche der
dem neuen Standort wird nicht nur Seestadt, die Wohn- und
die Mitarbeiterzahl wachsen, die Arbeitsraum für rund
40.000
Produktionskapazitäten für Menschen werden soll.
innovative Biotech-Produkte Und: Die Ginkgo-Bäume,
die hier immer mehr
Facts &
für die pharmazeutische werden, stehen für symbol-
trächtige Nachhaltigkeit: Sie
Industrie werden ab 2022 können
verzehnfacht. 1.000
Figures
Jahre alt werden und halten
die steigenden Tempera-
turen Mitteleuropas schon
heute besser aus als die
meisten traditionellen
Stadtbäume.
Mobilität
Kurze Wege, Räder, autonome
Vielseitig nutzbar, so lautet Busse: Die Seestadt steht für
die Devise, die von den smarte, innovative Mobilität.
norwegischen Star-Archi-
tekten Helen & Hard AS Seit September 2020 wird zum Thema
Digital findet Stadt:
im Terrassenhaus Sirius Im Juni 2020 wurde intelligentes Laden der Zukunft geforscht.
umgesetzt wurde. Direkt am Österreichs größte Platt-
E-Fahrzeughalter können mitmachen –
See gelegen, machen hier form zur Digitalisierung
112 Eigentumswohnungen der Bau- und Immobilien- und dabei nicht nur an der Energiezukunft
mit Freiflächen, ein Standort wirtschaft gestartet. Mit mitwirken, sondern mit einer eigenen
der Wiener Volkshoch- dabei: die Wien 3420
mit dem Digital Building App auch gratis laden. Die ASCR (Aspern
Fotos: Luiza Puiu, Gettyimages
schulen, zwei Etagen
Solutions Demo Lab Smart City Research) untersucht dabei in
Büroflächen, ein Gastro-
(s. Seite 9). Gefördert
Lokal, ein Drogeriemarkt werden Innovation, der multifunktionalen Hochgarage Seebub
und das Vienna Academic Nachhaltigkeit und Lang- intelligente Ladeinfrastrukturen, um
Guesthouse mit 140 Serviced lebigkeit von Gebäuden.
Apartments einen breit www.digitalfindetstadt.at
Produktionsspitzen erneuerbarer Energie
angelegten Mix aus. flexibel abzuschöpfen.
aspern workflow 3Thema Mut
Dinge anders denken.
Das braucht Mut, gerade in
der Stadtplanung.
„Wette mit der
Zukunft
gewonnen“
„aspern Die Seestadt Wiens“ hat sich von einer Vision
Fotos: Luiza Puiu (2), Helm Igks
zu einem Stadtteil entwickelt, in dem Dinge Realität
sind, die anderswo noch geträumt oder erst geplant
werden. Über Mut, Kontroversen und Vertrauen.
Von Ellen Berg
4 aspern workflowaspern Seestadt. Bis
Raum mit Leben füllen. Mit über 2030 hinaus wird
Kunst etwa, hier von Stefan an einem der größten
Sagmeister in der Seestadt. Stadtentwicklungs-
gebiete Europas gebaut:
Wohnraum für mehr als
20.000 Menschen und
viele tausend Arbeits-
plätze. Aktuell sind
über 300 Firmen in der
Seestadt angesiedelt.
W
as ist Mut? Zum Beispiel, planerischen Entwurf nicht von den
im Jahr 2004 die Vision zu üblichen Unkenrufen, finanziellen,
haben, auf einem aufgelas- architektonischen oder logistischen
senen Flugfeld vor den Toren der Stadt Herausforderungen einschüchtern oder
einen ganz neuen Stadtteil entstehen zu gar abbringen zu lassen.
lassen. In dem die Menschen nicht nur
wohnen und schlafen, sondern auch Immer wieder neu gedacht. „Mut spielt
arbeiten, ihre Freizeit verbringen, ihre bei Innovationen immer eine große
Kinder zur Schule schicken. Und dann Rolle. Denn wer innovativ ist, geht
zu beschließen, dass dieser Stadtteil nicht mit der Masse, sondern voran und
auch seinen eigenen See bekommen exponiert sich entsprechend“, fasst es
sollte – zumal man ihn dann gleich Nikolaus Franke, Direktor des Instituts
Seestadt nennen könnte.
Ich finde es für Entrepreneurship und Innovation
Und wenn man schon dabei ist, mutige spannend und an der Wirtschaftsuniversität Wien
Entscheidungen zu treffen, gleich zusammen. „So steht man zunächst
weiterzudenken. Und in dieser Seestadt mutig, einmal allein da, kann viele Fehler
ein Mobilitätskonzept umzusetzen, das machen und auch scheitern – denn
nicht nur für Wiener Verhältnisse bahn-
dass in der innovativ zu sein bedeutet eben, keine
brechend ist. Endlich einmal großen Seestadt Gewissheit zu haben. Entsprechend
weiblichen Persönlichkeiten bei der braucht es Mut und Vertrauen in die
Benennung der Straßen den Vortritt immer wieder neue eigenen Fähigkeiten. Denn trotz aller
zu lassen. Eine Begegnungsstätte sorgfältigen Planungen kann man nie
zu schaffen, an der acht Religionen
Dinge ausprobiert alle Faktoren ausschalten, sondern geht
friedlich und im Austausch mit- und werden. vielmehr eine Wette mit der Zukunft
nebeneinander leben können. Und ein“, so der habilitierte Wirtschafts-
sich vor allem bei diesem großen stadt- Katja Schechtner wissenschaftler.
aspern workflow 5In der Seestadt war der Mut zu Neue Pfade beschreiten. Das ist laut Schechtner auch durch das
dieser Wette mit der Zukunft immer In der Seestadt bewegt man Hinzuziehen von Laura Vahl besonders
vorhanden. Nicht nur, was die sich auf kurzen Wegen. gut gelungen, die das Konzept für den
Entscheidungen für zukunftsweisende See und den Seepark entwickelt hat.
Projekte betraf, sondern auch hinsicht- „Da hatte man zunächst in der Mitte
lich der Bereitschaft, die Dinge neu zu einen See gebaggert, und dann durfte
überdenken und zu verbessern. Eine nach den ersten Plänen eigentlich
Herangehensweise, die die internatio- niemand hinein, weil das ohne Bade-
nale Stadtforscherin Katja Schechtner, meister nicht denkbar war“, erinnert
die in Wien, Paris und Boston lebt, aber sich Schechtner. „Und genau dieser
auch Städte wie Tiflis und Manila in Mut ist besonders in der Seestadt, dass
Sachen Verkehrsplanung und Stadtent- man dann die Dinge hinterfragt, eine
wicklung berät, ebenfalls hervorhebt. Expertin dazu holt und einen neuen
„Ich finde es spannend und mutig, dass Plan macht.“ Improstructure (aus den
es in der Seestadt natürlich einerseits englischen Begriffen für Infrastruktur
den Masterplan gibt, aber immer wieder und Improvisieren) nenne man diese
Dinge ausprobiert werden. Trotz des Herangehensweise, „eine Art kontinu-
Masterplans hat man sich auch auf ierliches Frage-Antwort-System, bei
kontroverse Projekte und Meinungen dem auf Herausforderungen immer
eingelassen“, so die österreichische wieder neu reagiert wird“.
Mobilitäts- und Urbanitätsforscherin.
Fotos: Luiza Puiu (2), Stephan Huger, Daniel Hawelka
„Etwa indem man (die dänischen Frei- Die Seestadt ist weiblich. Das gilt auch
raumplaner, Anm.) Jan Gehl und Helle für das Thema Gleichberechtigung.
Soholt dazu holte, die sich die Stadt Denn nicht nur wurde in der Seestadt
aus der Perspektive des Gehenden Wert darauf gelegt, Stadtplanerinnen
angeschaut und dann die Strategie für und Architektinnen zu verpflichten,
den Freiraum vorgegeben haben.“ Denn sondern unter dem Motto „Die Seestadt
es sei wichtig, neben dem Urban Plan- ist weiblich“ auch zahlreiche Straßen,
ning, das etwa die Zonen und Straßen Plätze und Parks nach großen Frauen zu
einer Stadt oder eines Stadtteils festlegt, benennen. Von A wie Ada Lovelace bis
auch dem Urban Design, das die Räume Das Ganze sehen. Der Z wie Zaha Hadid reicht die Liste, mit
dazwischen mit Leben füllt, entspre- Masterplan wird immer der man ein Zeichen setzt, nachdem
chend große Aufmerksamkeit zu zollen. wieder angepasst. bisher nur ein Bruchteil der Wiener
6 aspern workflowVor den Vorhang!
Projekte, ausgewählt
von unseren Ab April 2021 wird in
aspern Seestadt die
Interviewpartnern. Outdoor-Ausstellung
„Frauen Bauen Stadt“ zu
sehen sein. Dabei werden
mutige architektonische und
stadtplanerische Projekte
von Frauen vorgestellt,
Für Wirtschaftswissenschafter deepLYNX im HoHo Wien ist für Nina Vutk vom ausgewählt unter anderem
Nikolaus Franke ist das Guiding Innovators Hub ein spannendes Projekt. von Mitorganisatorin Katja
Unternehmen Festo ein Der Smart E-Commerce Gateway bietet rund Schechtner. Im Mai 2021
Vorzeigebeispiel. Als weltweit neun Millionen KMU in der EU einen einfachen, findet darüber hinaus in
führendes Unternehmen in der effizienten Markteintritt in Südostasien über die Zusammenarbeit mit der
Automatisierungstechnik war führenden E-Commerce Plattformen. Hierbei IBA_WIEN (Wiener Interna-
Festo als Gründungspartner wird eine komplexe Technologielösung durch tionale Bauausstellung 2022)
der Pilotfabrik in der Seestadt ein globales Lager- und Logistiknetzwerk sowie und der Universität für
von Anfang an involviert. Dabei Module und Features, die sich künstlicher Intel- Angewandte Kunst Wien
legt Festo nicht nur ein Fokus ligenz und maschinell lernenden Technologien das 2. Symposium „Frauen
auf Maschinen und Anlagen, bedienen, unterstützt. Das Gründungsteam aus Bauen Stadt“ statt, unter
sondern speziell auch auf die Österreich, Malaysia und Indien hatte maßgeblich anderem mit Manuelle
Ausbildung und Qualifizierung beim Aufbau von Lazada, der führenden E-Com- Gautrand, Jane Hall, Elsa
der Mitarbeiter. Seit 2013 arbeitet merce-Plattform in Südostasien, mitgewirkt. Prochazka, Silja Tillner.
Festo Didactic, Weltmarktführer www.frauenbauenstadt.at
in der technischen Aus- und
Weiterbildung, mit dem Institut für
Entrepreneurship und Innovation
Realität bereits vor den ersten Spaten-
der WU Wien zusammen. Im
Rahmen des Projekts entwickeln stichen, als die Bauarbeiter mit der
Wissenschaftler und über 50 nagelneu ausgebauten U2 zur Arbeit
Studierende mit Festo Didactic kommen konnten. Heute binden sieben
neue Geschäftsmodelle für Buslinien die Seestadt in jede Richtung
Lernplattformen, Virtual Reality an, es gibt ein Schnellbahnnetz am
und andere Lerntechnologien. Bahnhof Aspern Nord und demnächst
zwei Straßenbahnlinien. In der Seestadt
selbst sorgt ein Konzept der kurzen Wege
dafür, dass das Ziel, dass 40 Prozent
des Verkehrs mit öffentlichen Verkehrs-
Adressen eine Namenspatronin hat. mitteln, 40 Prozent mit dem Rad oder
58 Straßen, Gebäude, Plätze und Parks zu Fuß und nur 20 Prozent mit Auto,
sind inzwischen in der Seestadt nach Moped oder Motorrad zurückgelegt
Frauen benannt und mit der Ausstel- werden, keine Vision bleibt. Hier lässt
lung „Frauen Bauen Stadt“ werden sich alles Notwendige auch ohne Auto
ab April weitere Frauen für ihre Leis- erledigen, kommt man energiesparend
tungen in der Stadtentwicklung und von A nach B und hat dabei genügend
Architektur vor den Vorhang gebeten. Gelegenheiten zum Flanieren und
Zu den Organisatorinnen der Ausstel- Verweilen. Gestaltete Fußgänger-
lung gehört auch Schechtner, die sich
Wer innovativ zonen und breite Radwege prägen
darauf freut, im Frühjahr jene Frauen zu ist, geht das Stadtbild, die Autos parken in
feiern, die heute unsere Städte bauen – Sammelgaragen und Räder, 56 E-Bikes
und jene Pionierinnen, die sich schon nicht und -Lastenräder können bei der
im 19. Jahrhundert als Ingenieurinnen Seestadtflotte mit der Seestadtcard
und Brückenbauerinnen in doppelter
mit der Masse, ausgeborgt werden.
Hinsicht durchsetzen konnten. sondern voran Und man ist mit dem Rad von zu Hause
oder den Öffis auch schnell am Arbeits-
Mach’s kurz. Neue Wege gegangen und exponiert platz. Denn die Seestadt ist ein Ort zum
ist man auch bei dem innovativen Leben, aber genauso Firmenstandort,
Verkehrskonzept, bei dem vor Jahren
sich der immer mehr Unternehmen anzieht,
vorgedacht wurde, was jetzt in anderen entsprechend. die ihren Mitarbeitern ein gutes
Städten und Stadtteilen immer häufiger Arbeitsumfeld bieten wollen. Was in
geplant wird. In Aspern begann diese Nikolaus Franke Zeiten der boomenden Home-Offices
aspern workflow 7Fragen, ob denn so ein hoher Holzan-
teil überhaupt möglich sei. Heute sind
wir weltbekannt. Daher freut es mich,
dass eine Innovationsschmiede wie
der Guiding Innovators Hub Vienna
Mieter im HoHo Wien ist und digitale
Zukunftstechnologien mit dem ökolo-
gischen Gedanken einer nachhaltigen
Immobilie aus Holz verknüpft“, erklärt
er, warum der Standort für ihn nicht
passender sein könnte.
Drehscheibe Seestadt. „Der Guiding
Innovators Hub will sich als europäi-
sche Drehscheibe mit Standort in der
Wiener Seestadt für Organic Venture
Building etablieren und gemeinsam
ein wichtiges Kriterium bleibt: „Denn mit seinem europäischen Partner-Netz-
Platz für Visionäre. HoHo
auch wenn wir gerade alle gelernt Wien, innovativer Standort werk Ökosysteme in den Bereichen
haben, wie viel virtuell möglich ist, für ebensolche Firmen. Fintech, Blockchain, Cyber Security
sieht man eben auch, dass viele Dinge und E-Commerce entwickeln“, sagt
auf diesem Weg eben nicht klappen“, Nina Vutk, Head of Community.
unterstreicht Franke die Bedeutung von „Unser Team lebt einen generalisti-
Arbeitsstätten, an denen die Menschen schen Ansatz, um Spitzentechnologien
sich treffen. „Gerade, wenn es um zu realisieren und dabei Selbstver-
Innovationen geht, passiert viel durch wirklichung zu ermöglichen“, erklärt
ungeplante Kommunikation, und diese Mitgründer Paul Pöltner das „Organic
bildet sich an Schnittstellen oder in Venture Building“.
Clustern“, so der WU-Professor. Die Seestadt mit ihrem Technologie-
zentrum und vielen jungen Start-ups
Business-Standort für Visionäre. Zu ist dafür ein idealer Standort. „Denn
den über 300 Unternehmen, die die wir helfen jungen Unternehmen
Seestadt bereits für ihren Firmensitz dabei, die richtigen Menschen für die
ausgewählt haben, gehört seit Kurzem richtigen Aufgaben zu finden um so
die Guiding Innovators Hub Vienna AG, gesund wachsen zu können“, so Vutk.
die 2020 mit dem Ziel gegründet wurde, Solche Unternehmen etablierten sich
das Innovationspotenzial von jungen mehr und mehr am Standort Seestadt,
Fotos: Carolina Frank (2), Roland Unger – OOOM-Agency, APA Fotoservice&Ludwig Schedl
Tech-Unternehmen freizusetzen. Die was einen enormen Mehrwert schaffe.
Formel für den wirtschaftlichen Erfolg „Denn der Heimmarkt Österreich muss
lautet dabei „organisches Wachstum“, sich immer stärker vernetzen, weil eine
was den Gleichlauf von Mensch und Skalierung über die Grenzen Öster-
Unternehmen beschreibt. reichs hinaus nur mit Kompetenz-
Ein Konzept, für das die Gründungs- partnern und Netzwerken möglich ist“.
mitglieder nicht zufällig das HoHo Wer den Wobei die Guiding Innovators Wissen
Wien als Firmensitz gewählt haben.
Mut besitzt, und Kontakte zur Verfügung stellen,
Denn zum einen verkörpert Öster- sich aber auch selbst mit Start-ups in
reichs erstes Holz-Hochhaus viele eine Vision den Markt wagen.
Werte, die sich das junge Unternehmen „Denn Mut bedeutet für uns ‚Skin in
auf seine Fahnen geheftet hat; zum umzusetzen, the Game‘ zu haben: Wir beteiligen uns
anderen ist Günter Kerbler, dessen
dem rate ich, nicht nur finanziell, sondern gehen mit
Holding das HoHo gehört, eines der unseren Unternehmern und Unterneh-
Gründungsmitglieder des Guiding sein Ziel merinnen Schulter an Schulter auch
Innovators Hub. „Wer den Mut besitzt, durch die Täler der Tränen. Unser
eine Vision umzusetzen, dem rate ich, konsequent Motto lautet ‚The only easy day was
sein Ziel konsequent zu verfolgen. Als
zu verfolgen. yesterday‘”, erklärt Mitgründer Josef
wir mit der Idee des HoHo Wien an die Katzgraber, was es für ihn bedeutet,
Öffentlichkeit gegangen sind, gab es Günter Kerbler mutig zu sein.
8 aspern workflowInterview
Gerhard Schuster über Innovation,
Netzwerke und Drehscheiben.
Gerhard Schuster ist
Vorstandsvorsitzender der
Wien 3420 AG.
A
ls neuer Stadtteil, der sich als Urban Lab Sehen Sie die Seestadt eher als Inkubator für
der Smart City Wien positioniert hat, neue Smart-City-Strategien oder als Business-
zieht die Seestadt seit jeher Menschen Standort für innovative Betriebe?
und Unternehmen an, die neue Wege gehen Beides! Wir arbeiten etwa eng mit dem von der
wollen und Dinge ausprobieren – oft durchaus IG Lebenszyklus Bau und dem AIT entwickelten
mit hohem Risiko. Auch die Wien 3420 aspern Innovationslabor und Netzwerk „Digital findet
Development AG, die Entwicklungsgesellschaft Stadt“ zusammen, das vom Klimaministerium
der Seestadt, muss man wohl in diese Kategorie gefördert wird. Die Seestadt stellt das Digital
einordnen – schließlich war das ambitionierte Building Solutions Demo Lab, an Bord sind
Projekt schon allein aufgrund seiner Größe und über 300 Partner. Das aspern.mobil LAB ist
Lage alles andere als ein Selbstläufer. Heute ist ein weiteres Innovationslabor, in dem die TU
mehr als ein Drittel realisiert, die Flächen sind Wien und wir mit Partnern aus der Privat-
begehrt, die Wohnzufriedenheit ist anhaltend wirtschaft unter ständiger Einbindung von
hoch und auch als Wirtschaftsstandort hat Bewohnern, Forschern und Unter-
sich die Seestadt einen Namen gemacht.
Wir haben mit Gerhard Schuster, CEO Inkubator nehmen nachhaltige urbane Mobilität
weiterentwickeln. Die TU ist auch am
der Wien 3420, über solide Grundfesten, neuen, für Österreich und Osteuropa
spannende Pläne und den „Schneid“ im
Unternehmensleitbild gesprochen.
für smarte zuständigen Hub des EIT, des Euro-
päischen Instituts für Innovation und
Warum hat das mit der Seestadt gut
Strategien Technologie, beteiligt. Hier geht es um
Digitalisierung im Manufacturing und
geklappt? Und wie wollen Sie angesichts
der Coronakrise und der damit verbun- und Standort die Zusammenarbeit von Firmen und
Institutionen.
denen wirtschaftlichen Probleme weiter
erfolgreich sein?
Gerhard Schuster: Wir bauen hier auf sehr
für innovative Ein strenger Technologiefokus also?
Nein, so streng sind wir nicht. Wie die
soliden Grundfesten. Die hervorragende
Infrastruktur und das mutige, innovative
Firmen. Smart City Wien sehen wir die smarte
Stadt immer aus Sicht der Menschen,
Mobilitätskonzept etwa hätten wir niemals die hier wohnen und arbeiten. Deshalb
umgesetzt, wenn nicht die öffentliche Hand die war leistbares hochwertiges Wohnen von Anfang
U-Bahn noch vor allem anderen gebaut hätte. an extrem wichtig für uns. Und darum arbeiten
Auch das Technologiezentrum Seestadt der Wirt- wir so eng mit der IBA_WIEN, der internationalen
schaftsagentur Wien – das tz – hat sich als enorm Bauausstellung zusammen, die bis 2022 auch bei
wertvolles Investment erwiesen. Dieser Hub für uns sehr präsent sein wird. Und Ende 2020 gab
Hightech-Entwicklung und Manufacturing zieht es mit der international besetzten 3. Seestädter
innovative Unternehmen an. Technologieführer Gesundheitskonferenz den Startschuss zu einem
wie Siemens, Hoerbiger oder Atos sind wichtige neuen Ziel: Wir wollen in der Primärversorgung
Aufbaupartner. Und wo sonst in Österreich finden eine ganz neue Qualität entwickeln. Das von
Sie international renommierte Energieforscher wie Prof. Dr. Beate Wimmer-Puchinger initiierte
Mehr Infos!
die Aspern Smart City Research oder eine Pilotfa- Hier geht’s zum
Gesundheitsnetzwerk der Seestadt „gemeinsam
brik für Industrie 4.0 als Nachbarn? Hier entstehen virtuellen Rundgang gesund“ schmiedet dazu schon intensiv an
ständig neue Kooperationen und Netzwerke, die in der Seestadt, zu Kooperationen – quer durch die Institutionen und
mit dem Stadtteil mitwachsen. Videos und Links. interdisziplinär.
aspern workflow 9Portrait
Andrea Czernin leitete
lang ein Architekturbüro,
machte sich nun mit
der Ariana Event GmbH
selbstständig.
Martin Rohla ist
Investor und legt mit
seinem Unternehmen
Goodshares den Fokus
auf die Unterstützung
nachhaltiger Start-ups.
Fotos: Carolina Frank
10 aspern workflowIm
Zickzack-Kurs
zum Ziel
Andrea Czernin baut die modernste
Eventhalle Österreichs, Martin Rohla eröffnet
einen weiteren „Habibi & Hawara“-Standort –
und beide haben in der Seestadt ein Zuhause
für ihre Ideen gefunden. Ein Gespräch über
Vision, Überzeugung und Mut.
Von Barbara Wallner
I
ch liebe Eis und kann mir nichts unsere Baucontainer aufgebaut sind.“ 2020 waren die Bauarbeiten im Sirius
Schöneres als einen Eissalon In Zukunft wird Czernin sicher öfter am Simone-de-Beauvoir-Platz weit
nebenan vorstellen!“ Andrea im Habibi & Hawara zu sehen sein. gediehen. „Wir sind hoffnungsfroh,
Czernin, Geschäftsführerin der Ariana Der fünfte Standort der Restaurants im im März 2021 eröffnen zu können“,
Event GmbH, freut sich schon jetzt auf Social-Franchise-System eröffnet im sagt Investor und „Habibi & Hawara“-
ihre neuen Nachbarn. In der Seestadt, Seeparkquartier, im Gebäudekomplex Gründer Martin Rohla, den „workflow“
wo die Edith-Piaf-Straße in den Maria- Sirius, gleich bei der U2-Station. gemeinsam mit Andrea Czernin zu
Trapp-Platz mündet, zwischen einem Geplant war die Eröffnung mit 120 Sitz- einem Gespräch über ihre aktuellen
Unternehmen für Sicherheitstechnik plätzen drinnen, einem Schanigarten Projekte in der Seestadt, aber auch
und der Eismanufaktur des Eissalons draußen und orientalisch-österreichi- über Mut und Visionen im unterneh-
am Schwedenplatz, wird 2021 Wiens schen Rezepten in der Küche schon merischen und im allgemeinen Sinne
modernste Eventhalle, genannt Ariana, für den vergangenen November. Doch gebeten hat.
eröffnen. „Das geht sich aus“, ist Corona machte auch hier einen Strich
Czernin vom Zeitplan überzeugt. Und durch die Rechnung. Mitte Dezember Unternehmensinkubator. Martin Rohla
schon als ihr dieses Grundstück gezeigt erzählt von den Anfängen des Gastro-
wurde, war klar: „Ich muss es haben.“ Konzepts, das in Wien ganz wunderbar
ankommt: „Begonnen hat es im Juli
Nachbarschaftshilfe. Über ein Jahr 2015 in der Stadtflucht Bergmühle,
habe die Suche nach einem geeig- einer Biolandwirtschaft mit ange-
neten Platz gedauert, seien doch viele schlossenem Agriturismo-Konzept,
Gewerbegebiete wenig attraktiv – und die ich betreibe. Eine sehr malerische,
auch, als man dann die Seestadt für
Am wichtigsten gemütliche und schöne Location. Und
sich entdeckt hatte, war noch nichts ist es, dass als die Flüchtlingskrise am Aufkommen
in Stein gemeißelt: „Es ist ja auch gar war, hatten wir die Idee: Wir öffnen
nicht so leicht, hier ein Grundstück zu Sie den Mut haben, das Areal für Geflüchtete, um trauma-
erwerben“, sagt Czernin. „Schließlich tisierten Menschen zu ermöglichen,
ist die Seestadt eines der größten städ-
Ihrem Herzen einen entspannten Tag zu verbringen.“
tebaulichen Projekte in Europa – da und Ihrer Intuition Gemeinsam mit Caritas und Diakonie
sind die Verantwortlichen aus gutem seien busweise Menschen zur Berg-
Grund umsichtig.“ Und das merke man zu folgen. Alles mühle gekommen, wo Vereinsmit-
nicht nur bei der Auswahl der Projekte, glieder, deren Familie und Freunde –
sondern auch am Zusammenhalt:
andere ist und später auch Unternehmen – sie
„Als wir begonnen haben, haben uns nebensächlich. als Gastgeber begrüßten. Hosten statt
die Nachbarn sofort angeboten, ihre Posten ist das Motto, mit dem Rohla
Besprechungsräume zu nutzen, bis Steve Jobs das Bild von Grillfeiern, Ballspielen
aspern workflow 11und Gesprächen der abstrakten Flut kommt man auf über 2000 Quadrat-
von Postings und Kommentaren auf
Als Unternehmer meter. Die Halle soll die modernste
Social Media gegenüberstellt. „Wenn muss man Location Österreichs werden, mit
man sich so kennenlernt, bekommt smarter Technik in Sachen Licht (mit
man ein Gefühl für das Potenzial, das positiv Echtzeitsteuerung) über den Ton (das
vorhanden ist. Das Habibi & Hawara ist Tontechnikteam der Wiener Sänger-
kein Restaurant“, stellt Rohla klar. „Es
in die knaben entwickelt die Akustik) bis
ist ein Unternehmensinkubator.“ Denn Zukunft schauen, hin zu Raumklima und Sicherheit
hier lernen Flüchtlinge nicht kochen, (Hygienestandards, Belüftungssystem).
sie lernen Unternehmertum: „Es geht sonst ist es So will man künftig jede Menge B2B-
nicht nur darum, Arbeitsplätze zu Veranstaltungen von Messen über
schaffen, sondern Unternehmer zu
besser, man Tagungen bis hin zu Firmenevents in
kreieren.“ Eine großartige Idee, findet lässt es gleich. die Seestadt holen, auch für private
Andrea Czernin. Schließlich müsse Feiern ist man gerüstet. Eine „kultu-
man bedenken, dass viele Menschen Andrea Czernin relle Tabula rasa“ soll die Halle sein,
mit guter Ausbildung, die ihre Heimat für die Czernin mit Partner Zaki
unverschuldet verlassen müssen, hier Ander, er hat afghanische Wurzeln, die
weit unter ihrer eigentlichen Quali- Idee hatte. Hier sollen sich Menschen
fikation und Kompetenz arbeiten. aus allen Kulturkreisen wohlfühlen,
sich bei Meetings, Messen,
Feierfläche. Während in der Fusions- Feiern treffen.
küche des Habibi & Hawara die Als 2017 die Idee für
Kulturen sich gegenseitig würzen, Ariana geboren wird, gibt
geht Event-Location Ariana den Weg es Habibi & Hawara ein
der neutralen Fläche als Gestaltungs- knappes Jahr. Dessen Anfang
spielraum. Direkt an der U2-Station war holprig: „Ich hatte ja
Seestadt wird an sechs kombinierbaren keine Ahnung von Gastro –
Eventflächen gebaut, mit Freiflächen und so haben wir am Anfang
jeden Fehler gemacht, den
man nur machen kann“,
erzählt Rohla. Eine „Geld-
verbrennungsmaschine sonderglei-
chen“ sei es gewesen, das erste Habibi
& Hawara in der Wipplingerstraße.
Ariana. 2017 Man habe Geld nachgeschossen – über
entstand die Idee Rohlas Beteiligungsunternehmen
für die Eventhalle Goodshares – und Profis von Motto
für Kongresse,
am Fluss und Figlmüller abgeworben.
Tagungen,
„Und ab dann ist es gelaufen.“
Messen. Gebaut
wird an 1300 m2
mit modernstem
Überzeugungstäter. Das Lokal in der
Equipment, es Seestadt wird das fünfte sein – und
gibt auch 700 m2 sicher nicht das letzte. „Ich war mein
Freifläche. Eröffnen Leben lang Unternehmer und weiß so
soll Ariana im Herbst aus Erfahrung, wie man in kritischen
Fotos: Carolina Frank, (2), Daneshgar_architects, Luiza Puiu
2021, direkt an der Zeiten entscheidet – und die mutige
U2-Station Seestadt. Entscheidung ist immer besser als die
www.ariana-event.at furchtsame“, denkt Rohla nun über Mut
nach. Auf jeden Fall, stimmt Czernin
zu, sie selbst sei oft darauf angespro-
chen worden, wie mutig es sei, gerade
jetzt eine Eventhalle zu bauen. „Meine
Antwort war immer: Wenn nicht jetzt,
wann dann? Man muss als Unter-
Visionär. „Man ist hier nehmer positiv in die Zukunft schauen,
offen gegenüber dem sonst ist es besser, man lässt es gleich.“
anderen“: Andrea Czernin Das Wort Mut sei vielleicht gar nicht
über die Seestadt. das richtige, so Czernin weiter. „Eher
12 aspern workflowÜberzeugung. Wenn ich furchtsam bin, Begeistert. „Man merkt,
bin ich nicht überzeugt. Und wenn ich das Team macht das mit
überzeugt bin, muss ich nicht mehr Herzblut“: Martin Rohla
mutig sein.“ Rohla sieht das ganz über den neuen Standort.
ähnlich: Bei Goodshares, das an mehr
als 20 analogen und nachhaltigen Ideen
beteiligt ist, präsentieren fünf bis zehn
Start-ups pro Woche ihre Ideen. „Und
wir sehen uns immer die Menschen als
erstes an. People – Market – Idea, das
ist die Reihenfolge. Wenn die Gründer- Habibi & Hawara.
Innen nicht für ihre Idee brennen, Am Simone-de-
gibt es keinen zweiten Termin“, so Beauvoir-Platz im
Rohla, der auch als Investorenjuror für Sirius sind gerade
die Bauarbeiten
die Sendung „2Minuten2Millionen“
(siehe Fotos) für den
fungiert.
vierten Standort des
Social-Franchise-
Verantwortungsgefühl. „Mutige Projekts im Gang.
Unternehmer sind innovative Unter- Im März 2021
nehmer“, sagt Czernin. „Man muss auf soll das Lokal mit
die Umwelt reagieren, auf den Markt, 120 Sitzplätzen und
auf Veränderungen – immer bereit Gastgarten eröffnen.
sein, etwas Neues zu schaffen.“ Und so www.habibi.at.
mutig sein, eine Idee wegzuschmeißen
„und einen Haken um
neunzig Grad zu schlagen“,
ergänzt Rohla. Der Weg zum
Ziel sei nicht die langsame
Gerade, sondern das rasche beteiligt sein. Auch die direkte Umge-
Zickzack. „Plan A funktio- bung inspiriert und motiviert: „Man
niert nie. Plan B auch nicht. ist hier in der Seestadt offen gegenüber
Plan C ein bisschen und dem anderen, gegenüber Menschen
Plan D ist dann besser als mit Migrationshintergrund“, so
alle zusammen“, schmun- Czernin. Das sei ein wichtiger Aspekt
zelt Rohla. Und für ein bei der Entscheidung für den Standort
solches Zickzack sei Öster- gewesen – und der Faktor Überzeu-
reich ein idealer Nährboden, auf dem gung: „Unser ganzes Team steht zu
freies Denken und Entfaltung wachsen hundert Prozent hinter diesem Projekt
können, meint Czernin. Seestadt. Ich glaube, dass man nur so
Rohla ortet in Österreich unglaubliche und mit absoluter Begeisterung eine
unternehmerische Kraft und Potenzial, Sache erfolgreich auf die Beine stellen
das liege auch daran, dass das Land kann.“
„dieser wunderbare Melting Pot of
Nations ist, aufgrund seiner Vergangen- Herzblut. Das bemerkte auch Rohla,
heit“. Das gebe uns auch jede Menge Man muss als die Seestadt Habibi & Hawara im
Verantwortung: „In Österreich geboren Rahmen des Konzepts der gemanagten
zu werden, ist ein Lottosechser, für
so mutig sein, Einkaufsstraßen für einen neuen
den wir nichts getan haben. Das sollte eine Idee Standort kontaktierte. „Man wollte
in uns Demut hervorrufen – und damit nicht nur einen guten Branchenmix,
meine ich nicht, auf Erbsen zu knien, wegzuschmeißen sondern auch innerhalb der Branchen
sondern die eigene Verantwortung zu die richtigen Konzepte.“ Man habe
spüren, anderen zu helfen, die dieses
und einen sich das Lokal angesehen, die Leute
Glück nicht hatten.“ In den neuen Haken um neunzig kennengelernt. „Ich war begeistert.
„Habibi & Hawara“-Restaurants seien Man merkt, dieses ganze Team, das
deshalb Geflüchtete Mitgesellschafter Grad hinter der Seestadt steht, macht das
der GmbHs – auch in der Seestadt wirklich mit Herzblut. Und das wird
werde eine „wunderbare junge Dame“
zu schlagen. langfristig ein großer Teil des Erfolgs
mit zehn Prozent an dem Restaurant Martin Rohla sein.“
aspern workflow 13Spaziergang
Anna Oladejo wurde in
Vorarlberg geboren und
lebt seit 1989 in Wien,
seit 2015 in der Seestadt,
im Haus LiSA, das eine
Baugruppe realisierte.
Oladejo ist Texterin,
Coach und Inhaberin einer
Werbeagentur für Klein-
und Mittelbetriebe.
www.interlinkmarketing.at
A
nna Oladejo sitzt vor ihrem
Computer, kurze Haare
umrahmen ihr Gesicht, eine
bunte Brille mit dickem Rahmen sitzt
auf ihrer Nase. Oladejos Büro wirkt
nüchtern, neutral: ein heller Raum mit
leeren Wänden. Es könnte überall auf
der Welt sein. Und ist es auch, denn
Oladejo reist für ihr Leben gern. Zum
Zeitpunkt unseres virtuellen Spazier-
gangs befindet sie sich in Ghana. „Ich
mache Work and Travel. Der Standort
meiner Werbeagentur liegt in der
Seestadt, dank der digitalen Medien
kann ich aber von der ganzen Welt aus
arbeiten“, sagt die Texterin.
Seit 2015 hat die gebürtige Vorarlber-
gerin ihr Hauptquartier im Haus der
Baugruppe LiSA in der Seestadt, in der
Maria-Tusch-Straße 8. Vor dem Einzug
hat sie bei Planung und Bau mitge-
holfen. Die Finanzierung des Projekts
war am Anfang unklar. Trotzdem hat
Oladejo in das Projekt investiert – sie
glaubte an das Konzept einer gemein-
Die schaftlichen Wohnanlage und an das
Engagement ihrer Nachbarn.
Mutmacherin
Lieblingsrunde. Auf die andere Seite
der Donau zu ziehen, war keine leichte
Entscheidung. Oladejo hatte in den
Fotos: Luiza Puiu (5), SimShot, Hansjörg Schwab
späten 80er-Jahren in der Bundeshaupt-
stadt eine neue Heimat gefunden, erst
Anna Oladejo wohnt und arbeitet in aspern im vierten, dann im 17. Bezirk. Diese
Seestadt – wenn sie nicht gerade für ihr nach so vielen Jahren zu verlassen,
war ein Wagnis: „Damals gab es in
Herzensprojekt in Afrika reist. Eine virtuelle Tour der Seestadt nur Felder. Es hat Mut
mit der Marketingexpertin zu ihren liebsten Orten gebraucht, diese Hürde zu überwinden
und über die Donau in diese Leere
und Winkeln in der Seestadt. zu ziehen.“ Heute ist Oladejo froh
über ihre Wahl. Sie fühlt sich in der
Von Julia Pabst Seestadt angekommen: „Ich bin eine
14 aspern workflow1. Radcafé. United in 2. Uferzone. Mit Gästen
Cyling, ein Fixpunkt bei geht Oladejo gern eine
den Spaziergängen. Runde im Seepark.
sehr überzeugte Seestädterin.“ Oladejo 2018 wurde der Laden zu einer der
hat einige Lieblingsplätze in ihrem besten Buchhandlungen Österreichs
Grätzel. Bekommt sie Besuch, spaziert Lebensraum. Oladejo über gekürt. Oladejo schätzt gerade das
sie mit ihren Gästen immer denselben die Seestadt: ein Ort für Kulturangebot ihres Grätzels sehr: „Im
Weg entlang: eine Runde am See, in „Kreative und Solidarische“. 17. Bezirk gab es auch Möglichkeiten,
die Buchhandlung Seeseiten und zum für Kulturveranstaltungen schnell
Radcafé United in Cycling. Jeder Ort in die Stadt zu fahren. Ich habe das
hat sein eigenes Ambiente – eines eint damals aber weniger genutzt als jetzt
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sie aber alle: das Gemeinschaftsgefühl. g Karoline-Peri
in der Seestadt. Hier ist einfach alles
viel näher.“
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ruhig, die urbane Geräuschkulisse 3 Grätzelgemeinschaft. In der Seestadt
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Lesungen und Konzerte. Jetzt finden Mutmacher für andere. Das erzeugt
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die Veranstaltungen online statt. einen ganz besonderen Spirit.“
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Anna-Müller-Straße
Kuttelwascherweg
aspern workflow 15Homebase. Im Haus der Standort. Die Seestadt
Baugruppe LiSA wohnt wächst nun im Norden
und arbeitet Anna Oladejo. weiter.
3. Lesestoff. Die Buch-
handlung Seeseiten, zum
Stöbern und Plaudern.
Dieser Spirit war es auch, der Oladejo verbringen wollen. Die Dörfer liegen Oladejo trotz Corona-Pandemie nach
für ihr Herzensprojekt in Afrika moti- jeweils an einem Meer, Fluss oder See Afrika. „Viele sagen zu mir, ich bin so
viert hat. „Ich habe 25 Jahre darauf und bieten Platz für 30 Reisende und mutig, weil ich so viel reise“, sagt sie.
gewartet, nach Afrika zu reisen. Ich zehn Einheimische. Viele Freunde hätten ihr abgeraten.
habe Kultur- und Sozialanthropologie Oladejo erklärt den Grundgedanken Es sei zu gefährlich. Oladejo flog
studiert und war mit einem Nigerianer des Projekts so: „Wie in der Seestadt trotzdem. Sie möchte damit zeigen,
verheiratet. Aber als Alleinerzieherin geht es bei unserem Projekt darum, dass Afrika nicht notwendigerweise
musste ich lang sparen, um mir die Menschen mit Menschen zusam- gefährlicher ist als Europa und will
Reise leisten zu können“, erzählt menzubringen. Wir wollen Reisen damit auch Stereotypen aufbrechen:
Oladejo. Als sie von ihrer Gambia- anbieten, wo es weniger um Touristen- „Bei dem Wort Afrika denken viele
reise 2019 zurückkommt, ist sie davon attraktionen geht, sondern darum,, entweder an Abenteuer oder an arme
überzeugt, dass sie vor Ort etwas diese Energie in Afrika gemeinsam Menschen und Kriminalität. Wir
schaffen möchte. Die Gastfreund- mit Einheimischen zu erleben.“ Als wollen das verändern.“
schaft und die offene Atmosphäre Entwicklungsprojekt sieht Oladejo ihr
im Land inspirieren sie: Die Vision Vorhaben nicht: „Viele Europäer haben Mutspende. Anna Oladejo lacht
entsteht, fünf Rundhäuser zu bauen. ein veraltetes Bild von Afrika. Die viel, wenn sie von ihrer Arbeit und
„Am Anfang dachte ich mir, was ist Menschen hier sind sehr entwickelt – ihren Reisen erzählt. Der rote Strick-
das für ein Quatsch? Warum soll ich es gibt viel Innovation. Daran wollen pullover strahlt die Energie aus, die
das machen?“, erinnert sich Oladejo. wir anknüpfen.“ sie versprüht: Freude, Kraft und
Zurück in der Seestadt erzählt sie Das Pilotprojekt startet in Gambia Mut. Dass sie sich traut, ihre Vision
aber ihrem Afro-Dance-Lehrer Jules oder Kamerun, für kommende Ostern trotz Corona in Afrika umzusetzen,
Lazare Mekontchou von der Idee. Er plant sie eine Kulturreise nach Ghana inspiriert Menschen: „Viele, die unter
ist begeistert und ermuntert sie: „Denk (www.baobeachvillages.com/kultur- diesen Restriktionen zu Hause bleiben
groß – das kann in vielen Ländern reise-ghana-ostern). Oladejo ist derzeit müssen, bedanken sich für schöne
Afrikas entstehen!“ Die beiden tun sich im Gespräch mit möglichen Investoren. Bilder und aufmunternde Worte. Für
zusammen und arbeiten nun schon Um ihre Vision umzusetzen, reist sie bin ich eine Mutmacherin, die
zwei Jahre lang an dem Projekt. „Die ihrem Herzen folgt und das tut, was ihr
Vision ist, Menschen mit Menschen wichtig erscheint.“ Bei ihrer Entschei-
zu verbinden. Gemeinsam mit einem dung, in die Seestadt zu ziehen, war
Freund aus Gambia haben wir diese das ähnlich. Ihre Freunde konnten
Vision ausgebaut, im Laufe der Zeit nicht nachvollziehen, was sie auf
kamen andere dazu“, sagt Oladejo. Sie einem Stück Land in der „donaustäd-
grinst, wenn sie von ihrem Herzens- Es braucht tischen Pampa“ vorhabe. Oladejo hörte
projekt erzählt.
genau diese mutige nicht auf sie und ist im Nachhinein
froh darüber. Heute setzt sie solchen
Herzensprojekt. Gemeinsam mit ihren Einstellung, skeptischen Stimmen entgegen: „Es
Kollegen plant die Marketingexpertin braucht diese mutige Einstellung, um
mehrere „BaoBeach Villages“ in um Neues Neues zu schaffen. Da gibt es in der
verschiedenen Ländern Afrikas. Dort
zu schaffen. Seestadt einige, die ähnlich ticken,
will sie Reisegruppen unterbringen, die sich ganz bewusst für ein mutiges
die ihren Urlaub mit Einheimischen Anna Oladejo Leben entscheiden.“
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Nachbarn treffen
bei Kultur & Kaffee:
www.yellayella.at
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Holzwohnbau
(Bauplatz D12)
Smarte Energie,
erforscht von ASCR
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Sozialdemokratische
Politikerin.
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Wohnungen werden im
als Maria Pirtsch 1868
in Klagenfurt geboren. Mit
Lebendig, vielseitig, Holzwohnbau D12 (siehe
oben) thermisch autark
12 Jahren begann sie in einer
Tabakfabrik zu arbeiten. Sie innovativ
mit Energie versorgt,
setzte sich für bessere Arbeits-
bedingungen ein und heiratete Die Maria-Tusch-Straße erstreckt sich vom insgesamt 1400 MWh/
Fotos: Julia Pabst, Luiza Puiu, ASCR, Porträt Maria Tusch: Claudia Kozák
den Eisenbahner Anton Tusch. Yella-Hertzka-Park über den Hannah-Arendt-Park
Nach dem Ersten Weltkrieg bis zum Seepark. „workflow“ hat sich im ersten Jahr. Ein innovatives
zählte Tusch zu jenen acht Teil der Straße, bis zum Hannah-Arendt-Park, Wärmepumpen-Verbund-
Frauen, die als erste in den umgesehen. Geschäfte, etwa eine Apotheke, eine
Nationalrat einzogen. Tusch Boutique, ein Optiker, ein Foto- und ein Beauty- system spart 71 Prozent
engagierte sich für Kriegsver- studio, mischen sich mit Cafés und Wohnhäusern.
CO2 im Vergleich zu
sehrte, als Sozialpolitikerin In der 30er-Zone mit breiten Gehsteigen, üppigen
trat sie für Frauenrechte ein. Grünflächen, roten Bänken und Sesseln kann man einem Gaskessel. Die
Unter anderem kämpfte sie enstpannen oder Besorgungen machen. Im Grätzel
für die Legalisierung von tummeln sich Familien, Spaziergänger mit Hunden,
ASCR (Aspern Smart
Abtreibungen. Tusch galt Jugendliche, mehrere Sprachen vermischen sich City Research) evaluiert
zudem als Expertin in Fragen zu weltoffener Multikulturalität. Radverleihe, eine
des Tabakmonopols und war Haltestelle für den autonomen Bus und ein Car-to- laufend, das System der
für ihre eindrucksvolle Rhetorik go-Point zeigen, dass das Viertel für Nachhaltigkeit Fußbodenkühlung ist
bekannt. Sie verstarb 1939 in und Innovation steht – hier trifft urbane Modernität
Klagenfurt. auf gemeinschaftliche Nachbarschaft. schon ein Exportschlager.
aspern workflow 17Case Study
Wiener
Begegnungsstätte
mit Der Campus der Religionen in
weltweiter
der Seestadt verbindet
Glaubensgemeinschaften,
Wissende und Lernende.
Strahlkraft Von Ellen Berg
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