Online Category Management - "Darf es auch ein bisschen mehr sein?" LEITFADEN - Das Mittelstand 4.0 ...

 
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Online Category Management
„Darf es auch ein bisschen mehr sein?“
Online Category Management - "Darf es auch ein bisschen mehr sein?" LEITFADEN - Das Mittelstand 4.0 ...
Inhalt                                                                                                                                                                             Inhalt

    1    Einleitung                                   S. 4   6   Fazit und Ausblick                                                                                                  S. 38

    2    Online Category Management                   S. 6   7   Auf einen Blick: To-dos                                                                                             S. 39

    3    Omnichannel Retailing – Verknüpfung
         von Online- und Offline-Kanälen             S. 15
                                                             8   Sie suchen Unterstützung?                                                                                           S. 42

                                                                 Literaturverzeichnis                                                                                                S. 44
         a. Rahmenbedingungen                        S. 18
                                                                 Abbildungsverzeichnis                                                                                               S. 46
         b. Erfolgsfaktoren                          S. 19
                                                                 Tabellenverzeichnis                                                                                                 S. 47

    4
                                                                 Abkürzungsverzeichnis                                                                                               S. 48
         Praxisbeispiele                             S. 28       Impressum                                                                                                           S. 49

         a. Zuordnung von Kategorien                 S. 28
                                                                      In diesem Leitfaden wird unterschieden zwischen
         b. Mehrfachplatzierung durch Themenseiten   S. 30            ■ dem Käufer/Shopper als der Person, die die Entscheidung trifft, ob und welches Produkt gekauft wird, und
                                                                         den Einkauf letztendlich tätigt, und
         c. Zuordnung durch Meta-Kategorien          S. 30            ■ dem Konsumenten/Consumer, der die gekauften Produkte verbraucht bzw. nutzt.
                                                                      Shopper und Consumer sind oft identisch, können jedoch auch unterschiedliche Personen sein, z.B. eine
                                                                      Mutter oder ein Vater (Shopper), die/der für die gesamte Familie (Consumer) einkauft. Dabei unterscheiden

    5
                                                                      sich die beiden Gruppen in ihrem Verhalten und in ihrer Kundenansprache. Hier kann das (Online) Category
                                                                      Management gewinnbringend eingesetzt werden, um zu verstehen, welche Faktoren die Kaufentscheidungen
         Handlungsempfehlungen                       S. 32            der Shopper beeinflussen1.

                                                                 Quelle: GS1 Schweiz und GS1 Germany 2016

                                                                 1
                                                                     GS1 (2016): Auf dem Weg zum Omni-Channel-Retailing: Eine Empfehlung von GS1 Schweiz und GS1 Germany, S. 10.
2                                                                                                                                                                                        3
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1. Einleitung
                                                                                                         branche durch gebündelte Angebotsplattformen           der Verkaufskanäle und die Optimierung des Ange-
                                                                                                         und neue Mitbewerber wie Airbnb. Für einen Kauf        bots mit dem Ziel, den Kunden das bestmögliche
                                                                                                         im Onlineshop sprechen vor allem Aspekte wie           Einkaufserlebnis zu bieten.
                                                                                                         eine große Produktauswahl, die direkte Preisver-       Punkten können vor allem die Shops mit einem

D
                                                                                                         gleichbarkeit und die Möglichkeit, das gewünsch-       stimmigen Category Management (oder auch Wa-
         ie Digitalisierung verändert das Kaufver-   und Versandhandel e.V. belief sich der Brutto-­     te Produkt schnell und unkompliziert bestellen zu      rengruppenmanagement), also dem optimalen Zu-
         halten und damit den Handel. Für rund       Onlineumsatz mit Waren im Jahr 2018 auf 65,1        können.                                                sammenspiel von Sortimentsgestaltung, Produkt-
         drei Viertel der deutschen Bevölkerung      Mrd. Euro und verzeichnete mit einem Plus von       Tagtäglich buhlen zahlreiche Onlineshops um die        präsentation, Preisgestaltung und Promotion. Die
         ist E-Commerce mittlerweile zur Selbst-     11,4 Prozent weiterhin Zuwächse im zweistelligen    Aufmerksamkeit der Konsumenten. Die Verbrau-           Warengruppen werden dabei als ein strategisches
verständlichkeit geworden. Dabei ist die Zahl der    Bereich2.                                           cher entscheiden nicht mehr, ob sie online oder        Element betrachtet, um sowohl für den Hersteller
„Online-Verweigerer“ in den vergangenen Jahren
­                                                    Das „neue“ Kaufverhalten hat bereits viele Bran-    offline einkaufen, sie nutzen beide Verkaufskanä-      als auch für den Handel einen höheren Umsatz zu
stetig gesunken. Laut Bundesverband E-Commerce­      chen nachhaltig beeinflusst, z.B. den Buchhandel,   le je nach aktuellem Bedarf. Die Loyalität und die     generieren. Denn nur wer seine Kunden versteht
                                                     die Musik- und Filmbranche mit der Vermarktung      Bindung an eine Marke oder einen bestimmten            und ihnen einen einfachen und inspirierenden Ein-
                                                     digitaler Streaming-Angebote oder die Hotel­        Händler nehmen stetig ab. Mobile Endgeräte er-         kauf ermöglicht, wird zukünftig am Markt bestehen
                                                                                                         möglichen es, sich vor der Kaufentscheidung zu         können.
                                                                                                         jeder Zeit und an jedem Ort zu informieren, zu re-     Dieser Leitfaden beleuchtet Ansätze, wie man den
                                                                                                         cherchieren und Produkte und Preise direkt zu ver-     Kunden ein ganzheitliches Einkaufserlebnis ermög-
                                                                                                         gleichen. So sind viele Verbraucher preissensibler     lichen und somit langfristig zur Kundengewinnung
                                                                                                         geworden. Doch der günstigste Preis ist nicht mehr     und Kundenbindung beitragen kann.
                                                                                                         das alleinige Auswahlkriterium, stattdessen muss       Im Vordergrund steht dabei, wie sich die Kunden
                                                                                                         das Gesamtpaket aus unmittelbarer Produktver-          durch den Onlineshop navigieren, welche Sorti-
                                                                                                         fügbarkeit, breiter Sortimentsauswahl und zusätz-      mente sie erwarten, wie sich Produktkategorien im
                                                                                                         lichen Serviceangeboten passen.                        ­Onlinehandel definieren lassen und wie die Shopper
                                                                                                         Während die Herausforderungen für den (statio-          schnell den Weg zum gesuchten Produkt ­finden.
                                                                                                         nären) Handel darin bestehen, eine attraktive In-
                                                                                                         ternetpräsenz zu betreiben und mit dem Angebot
                                                                                                         der Filialen zu kombinieren, was neben hohen In-
                                                                                                         vestitionen für den Aufbau oder die Kombination
                                                                                                         von IT-Systemen die Überprüfung bestehender Ge-
                                                                                                         schäftsmodelle und Prozesse erfordert, gilt es für
                                                                                                         die Hersteller, vor allem eine Neuausrichtung in der
                                                                                                         Kundenansprache zu finden.
                                                                                                         Zeitgleich ergeben sich durch die Digitalisierung
                                                                                                         große Chancen, wie die Möglichkeit durch die Aus-
                                                                                                         wertung der großen verfügbaren Datenmengen
                                                                                                         zu einem noch besseren Kundenverständnis zu
                                                                                                         gelangen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse
                                                                                                         lassen sich nicht nur online nutzen, sondern sind
                                                                                                         teilweise auf das stationäre Filialgeschäft über-
                                                                                                         tragbar. Entscheidend sind dabei die Verknüpfung       vgl. Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V., 2019
                                                                                                                                                                2

4                                                                                                                                                                                                                                           5
Online Category Management - "Darf es auch ein bisschen mehr sein?" LEITFADEN - Das Mittelstand 4.0 ...
2. Online Category Management                                                                               Der Category Management-Prozess             1. Kategorie-Definition
                                                                                                                                                        Hier werden die Bedürfnisse und Erwartungen der
                                                                                                                                                        Shopper an die Kategorie bestimmt.

B
                                                                                                                        0. Strategische Abstimmung
                                                                                                                                                        Anhand von quantitativen und qualitativen Markt-
         ei Category Management (CM) handelt es      Händler und Hersteller ab. Diese leitet sich aus                                                   und Meinungsforschungsmethoden wird u.a. Fol-
         sich um einen Prozess, bei dem die Her-     einer höheren Kundenzufriedenheit infolge eines                    1. Kategorie - Definition       gendes ermittelt:
         steller und der Handel zusammenarbeiten,    besseren Kauferlebnisses und entsprechend stei-                                                    ■ Welche Artikel oder Artikelgruppen gehören
         um den Kunden die Produkte im Einzel-       genden Handelsumsätzen ab.                                         2. Kategorie - Rolle                aus Shopper-Sicht zwingend in die jeweilige
handel nach Warengruppen sortiert anbieten zu                                                                                                               Kategorie?1.     Was erwartet der Shopper von der Kategor
können. Mit Blick auf den Kundennutzen werden        Grundprinzipien des Category Managements:                                                              Gehört z.B.
                                                                                                                                                                      2.ein Fußdeo  in die Kategorie
                                                                                                                                                                             Wie wichtig               „Deo“? für den Händl
                                                                                                                                                                                           ist die Kategorie
die einzelnen sogenannten Kategorien so zusam-                                                                          3. Kategorie - Bewertung        ■ Wie müsste die Kategorie aus Shopper-Sicht
mengestellt, dass Produkte, die der Kunde als zu-    1. Shopper-Orientierung – die Kategorie wird auf                                                                 3.werden,
                                                                                                                                                            strukturiert     Wo d.h.,
                                                                                                                                                                                 liegen
                                                                                                                                                                                      wiedie  Hauptpotenziale
                                                                                                                                                                                          sollen  die Produk-    der Kategor
sammengehörig und/oder austauschbar erachtet,           Basis der Shopper-Erwartungen und -Bedürf-                      4. Kategorie - Leistungsziele       te auf der Fläche angeordnet werden, damit
einer Warengruppe zugeordnet werden – unabhän-          nisse betrachtet und optimiert.                                                                               4. sichWelche
                                                                                                                                                            der Shopper               Ziele
                                                                                                                                                                               möglichst gutsollen   in der Kategorie erreich
                                                                                                                                                                                               zurechtfindet
gig davon, ob sie bei der Beschaffung von unter-     2. Kooperative Einstellung – Hersteller und                                                            (Kaufentscheidungsbaum)?
                                                                                                                                                                      5.     Welche CMHierzu      muss man
                                                                                                                                                                                            - Strategien  sollen in der Kateg
                                                                                                                        5. Kategorie - Strategien
schiedlichen Lieferanten oder Herstellern bezogen       Händler teilen ihre Kategorieexpertise, um                                                          wissen, wie sichwerden?
                                                                                                                                                                              der Shopper im Geschäft
werden.                                                 optimale Lösungen für den Kunden zu entwi-                                                          bewegt und wie er am Regal sucht. Was sind
Damit ist Category Management ein Prozess, in           ckeln.                                                          6. Kategorie - Taktiken                       6. Ankerpunkte,
                                                                                                                                                            beispielsweise   Mit welchenmit Maßnahmen
                                                                                                                                                                                                denen man können die Ziele
dem in vordefinierten, regelmäßigen Abständen        3. Basis: Daten und Fakten – die Entscheidungen                                                                         (Sortiment,
                                                                                                                                                            den Shopper leiten  kann?     Platzierung, Promotion, Preis)
verschiedene Schritte durchlaufen werden, um            werden objektiv auf Basis vorhandener Daten                     7. Kategorie - Planumsetzung
fortlaufend Optimierungspotenziale zu ermitteln         und Kenntnisse zum Kaufverhalten getroffen.                                                                  7.     Wie erfolgt die Umsetzung am POS?
und geeignete Maßnahmen umzusetzen.                  4. Permanenter Prozess – angestrebt wird eine                                                                   8.     Wurden die gesetzten Ziele erreicht?
Handels- und Industrieunternehmen arbeiten ge-          langfristige Zusammenarbeit zur kontinuierli-                   8. Kategorie - Überprüfung
meinsam an der Weiterentwicklung verschiedener          chen Optimierung der Kategorie.
                                                                                                            Abbildung 1, Quelle: GS1 Germany 2018
Produktkategorien, wobei nicht einzelne Produkte
oder Marken im Vordergrund stehen, sondern das       Im stationären Handel hat sich der Prozessstan-
gesamte Sortiment einer oder mehrerer Waren-         dard der „Efficient Consumer Response“/ECR-Initi-
gruppen betrachtet wird.                             ative etabliert (GS1 Germany, 2005). Er fördert die
Händler und Hersteller verfügen jeweils über wich-   Zusammenarbeit und den gegenseitigen Informati-
tige Daten in unterschiedlichen Bereichen. Für die   onsaustausch zwischen Handel und Herstellern und
Zusammenarbeit ist die Bereitschaft notwendig,       lässt sich grundsätzlich auch auf das Online Catego-
Daten preiszugeben und auszutauschen. Denn erst      ry Management/OCM übertragen.
die Verknüpfung dieser Daten erzeugt für beide       Nach einer vorherigen strategischen Abstimmung,
­Seiten wertvolle und nutzbare Informationen.        in der Industrie und Handelspartner die gemeinsa-
 Durch den im Rahmen des Kartellrechts möglichen     men Ziele definieren und mögliche Konfliktfelder
 Austausch von Daten und Erkenntnissen zu Kun-       erfassen, die während der Umsetzung auftauchen
 denbedürfnissen und dem Kaufverhalten in den be-    können, teilt sich der ECR-Prozessstandard in fol-
 trachteten Kategorien zielt das Category Manage-    gende Schritte auf:
 ment auf eine Win-win-win-Situation für Kunden,
6                                                                                                                                                                                                        7
Online Category Management - "Darf es auch ein bisschen mehr sein?" LEITFADEN - Das Mittelstand 4.0 ...
■   Wie würde der Shopper die Kategorie und die      Onlinehandel, aufgrund der nicht limitierten Fläche,   auf die Kategorien. Hier wird die Wichtigkeit der     3. Kategorie-Bewertung
    einzelnen Segmente benennen?                     auch Produkte in eine Kategorie mit aufgenommen        Kategorien innerhalb des Produktportfolios für die    Hier findet ein Soll-Ist-Abgleich der nun ermittel-
■ Im Gegensatz zum stationären Handel ist es         werden, die nicht zwangsläufig notwendig sind, um      Handelspartner festgelegt.                            ten Faktoren statt. Dazu werden sämtliche Daten
    in einem Onlineshop jedoch eher möglich, un-     die Bedürfnisse der Shopper zu befriedigen, die die    In klassischen Category Management-Projekten          (Kunden, Händler, Markt, Wettbewerb und Supply
    terschiedliche Kategoriestrukturen anzubieten    Kategorie jedoch komplettieren.                        erfolgt die Bestimmung der Kategorie-Rolle durch      Chain) der zu analysierenden Kategorie in stan-
    (z.B. nach klassischen Kategorien wie „Alkoho-   Die Möglichkeit, weitere Kategoriestrukturen an-       vier Faktoren:                                        dardisierten Vorlagen zusammengetragen und
    lische Getränke“, aber auch nach Themen wie      zubieten, sollte genutzt werden, sofern sie einen      ■ die Bedeutung, die der Händler selbst der           zu einem möglichst in sich geschlossenen Kenn-
    „Männerabend“). Der Shopper erhält alterna-      Mehrwert für den Shopper darstellen. Genauso                Kategorie beimisst,                              zahlensystem verknüpft. Hierzu bedient man sich
    tive Wege, um zum gewünschten Produkt zu         verhält es sich mit der Sortimentsbreite. Produkte     ■ die Bedeutung, welche die Shopper der Kate-         verschiedener Datenquellen wie Abverkaufszahlen
    gelangen.                                        sollten bei einem Onlineshop nur dann ins Sorti-            gorie beimessen                                  des Händlers, aus einem Handelspanel oder Shop-
Somit kann es zu Mehrfachzuordnungen von Pro-        ment aufgenommen werden, wenn sie ein Shop-            ■ die Bedeutung, die der Wettbewerber der Kate-       per-Kennziffern.
dukten kommen. Damit muss die exklusive Zuord-       per-Bedürfnis erfüllen.                                     gorie beimisst,                                  Gewisse Kennzahlen aus dem stationären Umfeld
nung, die im stationären Handel empfohlen wird,                                                             ■ und die grundsätzliche Voraussetzung für die        wie beispielsweise die Flächenrentabilität, finden
nicht gewahrt werden. Des Weiteren können im         2. Kategorie-Rolle                                          Kategorie im Markt.                              im Online Category Management keine Verwen-
                                                     Die Rollendefinition liefert die Basis für die ange-   Die Rolle der Kategorie beeinflusst stark die Aus-    dung. Stattdessen ist die Betrachtung anderer
                                                     strebte Positionierung des Händlers im Markt           wahl der Kategorie-Strategien und Kategorie-Tak-      Kennzahlen wie beispielsweise der Retourenquote
                                                     ­sowie für die Verteilung der internen Ressourcen      tiken, also der Umsetzung der Kategorien im Ge-       hier sinnvoll, da die Anzahl der Retouren einen we-
                                                                                                            schäft (stationär oder online). Es wird zwischen      sentlichen Einfluss auf die Rentabilität einer Kate-
                                                                                                            vier Typen unterschieden:                             gorie hat.
                                                                                                            ■ Profilierungskategorien
                                                                                                                 Hierüber möchte der Händler seine Marke pro-     4. Kategorie-Ziele
                                                                                                                 filieren und sich gegenüber dem Wettbewerb       Mit der Festlegung konkreter und messbarer Ziele
                                                                                                                 differenzieren.                                  schafft der Händler die Grundlage zur Erfolgsmes-
                                                                                                            ■ Pflichtkategorien                                   sung für die Kategorie. Im stationären Handel wer-
                                                                                                                 Sie haben ein breites, nicht zwingend kom-       den die Kennzahlen für einen Zeitraum von etwa
                                                                                                                 plettes Sortiment, ein wettbewerbsorientiertes   drei Jahren betrachtet. Aufgrund der Schnelllebig-
                                                                                                                 Preisniveau und sind ausgeglichen hinsichtlich   keit des Onlinegeschäfts ist es hier jedoch sinnvol-
                                                                                                                 Umsatz, Wachstum und Gewinn.                     ler, kürzere Zeiträume festzulegen.
                                                                                                            ■ Ergänzungskategorien                                Durch die rasant steigende Anzahl von Online-
                                                                                                                 In der Regel haben sie eine geringe Relevanz     shops und zahlreiche Nischenanbietern ist es im
                                                                                                                 und dienen lediglich dazu, ein schmales Sor-     Onlineumfeld jedoch schwer, den gesamten Wett-
                                                                                                                 timent abzurunden, um dem Shopper so ein         bewerb zu betrachten. Sollten die vorhandenen
                                                                                                                 „One-Stop-Shopping“ zu ermöglichen.              Fallzahlen zur Bestimmung der Kategorie-Ziele zu
                                                                                                            ■ Saison-/Impulskategorien                            gering sein, können interne Kennzahlen genutzt
                                                                                                                 Diese werden nur zeitlich begrenzt ins Sorti-    werden, z.B. die Betrachtung der online bestellten
                                                                                                                 ment aufgenommen und sollen die saisonale        und im Geschäft abgeholten Verkäufe (Click &
                                                                                                                 Nachfrage bedienen. Da der Onlineshop im         ­Collect).
                                                                                                                 Gegensatz zum Ladenlokal keine Flächenbe-
                                                                                                                 grenzung aufweist, können saisonale Artikel
                                                                                                                 hier auch ganzjährig angeboten werden.
8                                                                                                                                                                                                                   9
Online Category Management - "Darf es auch ein bisschen mehr sein?" LEITFADEN - Das Mittelstand 4.0 ...
5. Kategorie-Strategien                                                 nannten Ziele erreicht werden sollen, beispielswei-
                                                                                                                                            Durch die Auswahl von Kategorie-Strategien wird                         se durch Erhöhung der Kundenfrequenz oder Erhö-
                                                                                                                                            ein Rahmen geschaffen, mit dem die zuvor ge-                            hung des getätigten Umsatzes pro Einkauf.

                                                                                                                                            Kategorie-Strategien – stationär/online

                                                                                                                                                             Strategie                                     Stationär                                    Online

                                                                                                                                              Frequenz bilden/Umsatz steigern                Preisaktionen, Verkostung,                 Newsletter, Social Media, reduzierter
                                                                                                                                                                                             Treuerabatt                                bzw. kein Mindestbestellwert
Key Performance Indicator (KPI)
                                                                                                                                              Marktanteile verteidigen                       Häufige Promotionsaktivitäten,             Individualisiertes Angebot, den Kunden-
             Shopper                                Markt                             Finanzen                   Produktivität                                                               vollständiges Sortiment, aggressive        bedürfnissen entsprechende Services
                                                                                                                                                                                             Preisauszeichnung                          (z.B. kostenlose Retoure)

  ■     Käuferpotenzialaus-             ■    Absatz                           ■   Umsatzwachstum            ■   Lagerbestand                  Transaktionswert steigern                      Verstärkte Listung hochpreisiger           „Kunden kauften auch“-Rezension,
        schöpfung                       ■    Marktanteil Menge                ■   Absatzwachstum            ■   Liefersicherheit              ­Durchschnittliche Ausgaben                    Produkte, verstärkte Listung z.B. von      dynamische Preisanpassungen,
  ■     Bedarfsdeckung                  ■    Marktanteil Wert                 ■   Rohertragsquote           ■   Lagerumschlag                  der Shopper steigern                          Mehrfachpackungen, Produktplatzie-         ­individuelle (hochpreisige) Produkt­
        (Loyalität)                     ■    Marktanteil                      ■   Deckungsbeitragsquote     ■   Warenverfügbarkeit                                                           rungen in Frequenzzonen                     empfehlungen
  ■     Käuferwertigkeit je                  ­Handelsmarken                   ■   Handelsmarken­umsatz      ■   Flächenproduktivitäten
        Zielgruppe                      ■     Ranking bei Google              ■   Aktionsanteil             ■   Verderb im Lager
  ■     Transaktionswert                ■     Marktabdeckung                  ■   Preis-Index               ■   Fehllieferungen (falsches     Gewinn erhöhen                                 Listung ertragsstarker Artikel, gute       Listung ertragsstarker Artikel, Verkauf
        (Ø-Bon)                               (Vollsortimentsansatz)          ■   Umsatz je Kunde               Produkt geliefert)            Rentabilität halten/steigern                   Regalplatzierung nahe an den               zusätzlicher (hochpreisiger/margen-
  ■     Einkaufshäufigkeit                                                    ■   CPC (Cost per             ■   Retourenquote                                                                Frequenzzonen, nach Möglichkeit            starker) Produkte, z.B. über den Service
  ■     Konsumentenzufrieden-                                                     Customer – Kosten je      ■   Verlinkung des Shops                                                         Reduktion ertragsschwacher Artikel         „Kunden kauften auch“ oder „Empfeh-
        heit                                                                      Besucher)                     durch andere Shops                                                                                                      lung heute“
  ■     (Mafo)                                                                ■   CPO (Cost per Order
  ■     Besucherzahl/Traffic                                                      – was kostet es an Wer-                                     Begeisterung erzeugen/                         Listung von Trendprodukten, spezielle,­    24/7/365-Erreichbarkeit und -Ver-
        – Aktive Käufer                                                           beaufwendungen, einen                                       Emotionalisierung                              herausragende Produkte in Frequenz­        fügbarkeit, individualisierte, auf die
        – Wiederkaufrate                                                          Kunden zu gewinnen?)                                                                                       zonen, Events vor oder in der Ein­kaufs­   Bedürfnisse angepasste Angebote/
  ■     Besuchszeit des Shops                                                 ■   Customer Lifetime Value                                                                                    stätte, Services wie Beratung oder         individuelle Landing Page, Service
  ■     Conversion Rate/­                                                         (wie viel Umsatz macht                                                                                     Testen                                     (z.B. Same Day Delivery), Einkaufswelten
        Kaufabbruchquote                                                          der Kunde bei mir, wie
  ■     Ø-Warenkorb im Monat                                                      viel kann ich daher für
                                                                                  einen neuen Kunden                                          Image verbessern                               Verstärkte Listung von Produkten,          Professionalität und Verlässlichkeit
                                                                                  ausgeben?)                                                                                                 die das gewünschte Image unterstüt-        (Gewährleistung der Produktverfüg-
                                                                              ■   Rohertrag                                                                                                  zen (z.B. regionale Produkte), große       barkeit, Lieferung im versprochenen
                                                                              ■   Retouren-Kosten                                                                                            Auswahl an Qualitätsprodukten,             Zeitraum usw.), Kundenbewertun-
                                                                              ■   Pick-Kosten                                                                                                Serviceleistungen                          gen transparent machen (der beste
                                                                              ■   CAC (Customer                                                                                                                                         Imageträger sind zufriedene Kunden),
                                                                                  Acquisation Cost)                                                                                                                                     persönliche Beziehungen zum Kunden
                                                                                                                                                                                                                                        aufbauen
     Gelten auch online         Für Online neu dazu           Online (noch) nicht möglich
Tabelle 1, Quelle: In Anlehnung an GS1 Schweiz und GS1 Germany 2016, S. 48.                                                                 Tabelle 2, Quelle: In Anlehnung an GS1 Schweiz und GS1 Germany 2016, S. 49

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Online Category Management - "Darf es auch ein bisschen mehr sein?" LEITFADEN - Das Mittelstand 4.0 ...
6. Kategorie-Taktiken                                                  im Verantwortungsbereich des Händlers liegt. Im          Kriterien Onlineplatzierung
In diesem Prozessschritt werden konkrete Marke-                        Online Category Management werden sie zusätz-
tingmaßnahmen für die Taktikfelder „Sortiment“,                        lich durch „Services“ und „Kommunikation“ ergänzt,
„Platzierung/Sichtbarkeit“, „Verkaufsförderung“ und                    die wiederum auch im klassischen Category Ma-              Analysemöglichkeiten                   ■    Seitenbelegung
Preis festgelegt, wobei die Preisgestaltung allein                     nagement immer mehr an Bedeutung gewinnen.                                                        ■    Klickverhalten
                                                                                                                                                                         ■    Herkunft des Shoppers (Cookies, Pixel)
                                                                                                                                                                         ■    A/B-Testing
                                                                                                                                                                         ■    Heatmaps und Eye Tracking
Beispiele für Kategorie-Taktiken stationär/online                                                                                                                        ■    usw.

                                                                                                                                  Kategorienstrukturen                   ■    Gruppierung nach Geschlecht
             Taktiken                                    Stationär                                     Online                                                            ■    Bedarfsbereiche (Bündelung von Produkten „Rund ums“)
                                                                                                                                                                         ■    Themenwelten (Kindergeburtstag, WM)
                                                                                                                                                                         ■    Erlebnisbereiche (Silvester)
  Sortiment                             Einlistung von Rennerartikeln bei gleich-     Einlistung von Rennerartikeln,
                                                                                                                                                                         ■    Shopping Missions
                                        zeitiger Auslistung von Pennerartikeln        Longtail
                                                                                                                                                                         ■    Marken-Shops, Topmarken, Topkategorien, Top-Suchbegriffe
                                                                                                                                                                         ■    Unterschiedliche Platzierung je nach Preislage
  Platzierung                           Markenblock vs. Produktgruppenblock           SEO/SEA, Prominenz, Größe,                                                         ■    usw.
                                                                                      Pixel-Anzahl

                                                                                                                                  Produktbeschreibung                    ■    Produkte müssen online klar unterscheidbar sein
  Preis                                 Angestrebte Preisführerschaft in Profi-       Dynamische Preisanpassungen                                                        ■    Produkt muss durch Name schnell gefunden werden/automatische Korrektur der
                                        lierungskategorien, dynamisches Pricing                                                   (hohe Priorität!)
                                                                                                                                                                              Suchbegriffe, wenn diese falsch eingegeben werden, bzw. Verlinkung/automatische
                                        anhand von ESL (Electronic Shelf Labels)                                                                                              Erkennung des tatsächlich gesuchten Artikels
                                                                                                                                                                         ■    Genauso muss das Produkt oder die Marke auch noch in kleiner Darstellung auf dem
  Promotion                             Print-/TV-/Radiowerbung, Aufsteller im        Personalisierte Werbung                                                                 Bildschirm als solche/s erkannt werden, gerade bei mobilen Devices
                                        Markt, Coupons usw.                                                                                                              ■    Produktabbildung/Layout/Farbe und Content werden immer wichtiger
                                                                                                                                                                         ■    Erfüllung gesetzlicher Bestimmungen
  Service                               Behindertengerechte Einrichtung und           Filterfunktion, Produktvideos, Service-
                                        Ausstattung wie barrierefreie Zugänge,        Hotline usw.                                Technische                             ■    360-Grad-Funktion und Videos
                                        angepasste Regalhöhen oder vom Händ-                                                      Funktionalitäten                       ■    Erweiterte-Realität-Anwendungen (z.B. die Möglichkeit, Kleidungsstücke
                                        ler zur Verfügung gestellte Einkaufshilfen                                                                                            auf den eigenen Körper projizieren zu lassen)

                                                                                                                                Tabelle 4, Quelle: In Anlehnung an GS1 Schweiz und GS1 Germany 2016, S. 51
  Kommunikation                         Instore-Radio (Wohlfühlatmosphäre/            FAQs, Kundenbewertungen, persönliche
                                        Promotions-Zwecke)                            Ansprache

Tabelle 3, Quelle: In Anlehnung an GS1 Schweiz und GS1 Germany 2016, S. 50

Im Onlineumfeld sind die Platzierungsregeln nicht                       ratsam, den Kaufentscheidungsprozess und Such-
analog dauerhaft umsetzbar, da der Shopper durch                        prozess über die Navigationsleiste abzubilden, um
Such-, Filter- und Sortiermöglichkeiten die Darstel-                    den Kunden eine weitere Möglichkeit zu geben, das
lung der Artikel selbst bestimmt. Zudem können                          gesuchte Produkt zu finden.
Produkte mehrfach unter verschiedenen Katego-                           Folgende Faktoren sollten dabei berücksichtigt
rien platziert werden. Dennoch ist es auch online                       werden:
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Online Category Management - "Darf es auch ein bisschen mehr sein?" LEITFADEN - Das Mittelstand 4.0 ...
7. Kategorie-Planumsetzung                                              8. Kategorie-Überprüfung
Bei der Umsetzung wird der zuvor entwickelte                            In diesem Prozessschritt werden die Umsetzungs-
Kategorie-Maßnahmenplan in den Einkaufsstät-                            ergebnisse mit den definierten Zielen abgeglichen.
ten des Händlers eingebaut. Stationär ist die Plan­                     So wird der Erfolg der Category Management-Maß-
umsetzung ein langwieriger Prozess.                                     nahmen gemessen, oder es wird ggf. Anpassungs-
Online hingegen ist der Planungsumsetzungspro-                          bedarf aufgezeigt. Zudem sollte auch immer geprüft
zess deutlich kürzer, da aufgrund der technischen                       werden, ob die gewählten Taktiken angepasst wer-
Möglichkeiten mehr Flexibilität besteht. Dennoch                        den müssen. Online kann die Überprüfung der Ka-
muss gewährleistet werden, dass der Rollout-                            tegorie in kürzeren Zyklen stattfinden, da die Durch-
Plan in den allgemeinen IT-Plan integriert wird.                        führung der Taktiken in der Regel kurzfristig möglich
Beispielsweise ist mittels eines A/B-Testing eine                       ist. Insbesondere bei der Taktik „Sortiment“ sollten
Planumsetzung auf Stichprobenbasis möglich, um                          regelmäßige Renner/Penner-Listen implementiert
kurzfristige erste Effekte der Taktiken zu messen.                      werden, um das Sortiment aktuell zu halten.

                                                                                                                                   3. Omnichannel Retailing –
Vorteile des Category Management
                                                                                                                                   Verknüpfung von Online- und
           Vorteile für Handel und Hersteller                                          Vorteile für den Shopper
                                                                                                                                   Offline-Kanälen

                                                                                                                                   N
  Kundenbindung und Neukundengewinnung                                   Übersichtlichkeit am Regal durch optimierte, bedürfnis­
                                                                         gerechte Sortimente
                                                                                                                                              eue Technologien helfen, den Kunden-         Nichtkunden zum Kauf in den virtuellen Filialen be-
  Steigerung der Kundenfrequenz                                          Orientierung im Geschäft/Shopperorientierte Gestaltung               bedürfnissen gerecht zu werden. Sei es       wegt werden.
                                                                         aller Kontaktpunkte (Sortiment, Werbung usw.)                        durch eine Beratung nach Ladenschluss        Durch einen Onlineshop ist es dem Käufer z.B.
                                                                                                                                              per App oder durch Click- & Collect-Servi-   möglich, sich am digitalen Point of Sale (PoS) vor-
  Ressourcenbündelung                                                    Weniger (Zeit-)Aufwand
  ■ Kostenreduktion
                                                                                                                                   ces, bei denen die Kunden zu Hause ihre Warenkör-       ab über Produktalternativen zu informieren, um
  ■ Zusammenführung von Hersteller- und Handelsexpertise                                                                           be online generieren und in der Filiale abholen kön-    sich anschließend stationär weitere Inspirationen
  ■ Optimierung von Warenverfügbarkeiten und                                                                                       nen. Durch diese Entwicklung sollten im Category        zu holen und dort den Kauf zu tätigen. Umgekehrt
      ­Waren-Handling                                                                                                              Management vor allem in den sogenannten Kate-           kann auch aus einer Filiale heraus eine Bestellung
                                                                                                                                   gorie-Taktiken die Aspekte berücksichtigt werden,       eines Artikels im Onlineshop getätigt werden, wenn
  Umsatz- und Absatzsteigerung                                           Verbessertes Einkaufserlebnis
  (u.a. Cross-Selling-Potenziale)
                                                                                                                                   die deutlich über die klassischen Unternehmens-         dieser nicht vor Ort verfügbar ist.
                                                                                                                                   entscheidungen wie „Sortiment“, „Platzierung“,          Beim Omnichannel Retailing (OCR) handelt es sich im
  Flächenoptimierung, Sortimentsoptimierung,                             „One-Stop-Shopping”, Ideengeber,                          „Promotion“ und „Preis“ hinausgehen.                    Allgemeinen um eine unternehmensübergreifende
  Regaloptimierung, Profilierung                                         Belohnung                                                 Mit der Nutzung des Internets als Absatzkanal           Vernetzung aller genutzten Kanäle. Diese Vernetzung
                                                                                                                                   kann der Handel neue Umsatz- und Ertragsquel-           betrifft alle Kategorien. Insbesondere betroffen sind
  Steigerung von Impulskäufen                                            Attraktivere Auswahl                                      len erschließen. Durch das Angebot zusätzlicher         die strategische Positionierung und die kanal- und
                                                                                                                                   „Einkaufsorte“, sogenannten Points of Purchase          kategorieübergreifenden Taktiken, wie beispielsweise
Tabelle 5, Quelle: In Anlehnung an GS1 Schweiz und GS1 Germany 2016, S. 42.                                                        können Kunden zu Mehrkäufen motiviert wie auch          „Services“ und „imagebildende Kommunikation“.
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Online Category Management - "Darf es auch ein bisschen mehr sein?" LEITFADEN - Das Mittelstand 4.0 ...
Aus Unternehmenssicht empfiehlt sich eine ganz-       lass fließen hier weitere Aspekte wie Gewohnheit,              Folgt im stationären Bereich noch auf die Feststel-   Suchmöglichkeiten im Internet wird erst im nächs-
heitliche kanalübergreifende Betrachtung. Dies be-    Erreichbarkeit, Service, Preisempfinden sowie die              lung des unmittelbaren Bedarfs die Händleraus-        ten Schritt ein geeigneter Händler ausgewählt, bei
deutet, dass die jeweiligen Besonderheiten der ein-   ­angebotene Sortimentsbreite und -tiefe mit ein.               wahl, so beginnt der Kaufprozess im Onlinehandel      dem dieses Produkt gekauft wird.
zelnen Vertriebskanäle differenziert betrachtet und                                                                  meist direkt mit dem Produkt. Durch die einfachen
auf das Gesamtziel – ein nahtloses Einkaufserleb-     4. Der Shopper orientiert sich am PoS
nis aus Sicht des Kunden – angepasst werden.          Das Ziel ist es, durch die Analyse der Laufwege und
Damit verbunden ändert sich der Betrachtungswin-      der Verweildauer der Kunden die Platzierung der                Gegenüberstellung der klassischen und der Online Shopper Journey
kel des Category Management auf verschiedene          Warengruppen im Markt zu optimieren. Der Shop-
Vertriebskanäle, über die der Shopper angespro-       per profitiert dabei langfristig von einer Minimie-
                                                                                                                                        Klassisch (stationäre)                                    Online
chen werden kann. Während die Shopper Journey         rung der Suchzeiten im Markt.
im stationären Handelsumfeld noch ein sehr struk-
                                                                                                                       1. Einkaufsliste                                    1. Bedarf
turierter Prozess ist, gewinnt sie im Omnichannel-    5. Der Shopper trifft die Kaufentscheidung
Kontext an Komplexität.                               am Regal
                                                                                                                       2. Händlerauswahl                                   2. Produkte suchen
                                                      Auch die Kaufentscheidung am Regal kann durch
So wird der klassische, also stationäre „Path to      die Berücksichtigung der gewonnenen „Shopper                     3. Logistik I (Fahrt zum Geschäft)                  3. Händlerauswahl
Purchase“3 bis dato noch folgendermaßen be-           Insights“, also der Ergebnisse aus vorangegange-
schrieben:                                            nen Studien zum Kaufverhalten, positiv beeinflusst               4. Abteilungen ansteuern                            4. Produkt in Warenkorb legen
                                                      werden. Handelt es sich z.B. um einen Plan- oder
1. Die Shopper und Konsumenten werden                 Impulsartikel? Welche Bedeutung hat die Marke                    5. Produkte in Einkaufswagen legen                  5. Daten eingeben
beeinflusst                                           beim Suchprozess? Diese und weitere Fragen wer-
Dies kann durch verschiedene Marketingmaßnah-         den berücksichtigt, um für den Shopper ein Regal                 6. Bezahlen                                         6. Bezahlen
men erfolgen, die sowohl an den Shopper (d.h. die     zusammenzustellen, das einerseits eine gute Ori-
Person im Haushalt, die den Kaufentscheid trifft      entierung über das angebotene Sortiment bietet                   7. Logistik II (Ware zum Auto)                      7. Logistik (Warten)
und letztendlich den Kauf tätigt) als auch die Kon-   und andererseits nicht durch ein Überangebot
sumenten (d.h. ggf. weitere im Haushalt lebende       überfrachtet wirkt.                                              8. Nutzung/Verbrauch der Produkte                   8. Nutzung/Verbrauch der Produkte
Personen, die das erworbene Produkt nutzen oder
konsumieren) gerichtet sein können.                   6. Der Shopper konsumiert und bewertet                         Tabelle 6, Quelle: GS1 Germany 2018

                                                      Nach dem Kauf hat der Shopper durch den Verzehr
2. Die Entwicklung einer Shopping-Mission             oder die Benutzung des Produkts die Gelegenheit,               Bei der Auswahl des Onlinehändlers können viel-       einer Kategoriebetrachtung. Hier kommt das On-
Hier wird festgehalten, was der Anlass/Auslöser       seinen Kauf zu reflektieren und zu bewerten. Diese             fältige Kriterien ausschlaggebend sein. Zu Beginn     line Category Management zum Tragen. Neben
des Einkaufs ist sowie für wen und wie oft einge-     Bewertung/Erfahrung hat wiederum Einfluss auf                  des Kaufentscheidungsprozesses muss zunächst          der Shopper-orientierten Kategorienstruktur und
kauft wird.                                           den nächsten Zyklus der Shopper Journey.                       sichergestellt sein, dass für ein Angebot beim        den identifizierten Potenzialen haben hier vor al-
                                                      Die neue Shopper Journey im Omnichannel-Um-                    Shopper überhaupt eine Relevanz vorliegt, um in       lem die Schwerpunkte „Sortiment“, „Platzierung
3. Der Shopper entscheidet sich für einen             feld berücksichtigt alle Berührungspunkte (Touch-              Betracht gezogen werden zu können. Anschlie-          der Produkte“, „Preis“, „Promotion“ und „Kommu-
­Vertriebskanal                                       points) eines Shoppers mit dem Produkt oder dem                ßend sollte das Sortiment eine Lösung für das be-     nikation“ einen besonderen Einfluss. Erst eine
 Die Wahl der Einkaufsstätte hängt wiederum von       Händler vor, während und nach dem Kaufentschei-                stehende Kundenbedürfnis anbieten.                    gemeinsame Analyse und Abstimmung mit den
 der Shopping-Mission ab, da der Kaufentschei-        dungsprozess. Durch die zunehmende Anzahl an                   Die Kategorien eines Händlers, die bevorzugt          Maßnahmen für den stationären Kanal ermögli-
 der prüft, mit welchem Vertriebskanal bzw. bei       Touchpoints wie beispielsweise Apps, Newsletter,               händlerübergreifend gesucht werden, sollten be-       chen es, Omnichannel-Synergien zu identifizieren
 welchem Händler seine Bedürfnisse am besten          Social Media oder Preisvergleichsportale gewinnt               sonders in Suchmaschinen sichtbar werden. Eine        und dem Shopper ein nahtloses Einkaufserlebnis
 befriedigt werden können. Neben dem Kaufan-          die Shopper Journey immer mehr an Komplexität.                 tiefergehende Analyse des Onlineshops führt zu        zu bieten.
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                                                                                                ECR Europe, (2011)                                                                                                        17
Online Category Management - "Darf es auch ein bisschen mehr sein?" LEITFADEN - Das Mittelstand 4.0 ...
Rahmenbedingungen                                                                                               Rahmenbedingungen                                 Erfolgsfaktoren

a. Rahmenbedingungen                               die perfekte Filterauswahl, die alle individuellen
                                                   Shopper-Wünsche abdeckt, runden das virtuelle Ein-
                                                                                                                nisse liefert. Infolgedessen geht der Shopper bei
                                                                                                                seiner Suche eventuell leer aus. Je komplexer die
                                                                                                                                                                           tion, nicht nur im Category Management, sondern
                                                                                                                                                                           in allen wesentlichen kanalbezogenen Funktions-
                                                   kaufserlebnis ab.                                            Shop-Strukturen werden, umso mehr Inhalt muss              bereichen wie Marketing, IT und Logistik. Gerade
Wie schnell lassen sich neue Kategorienlösungen    Wunsch und Wirklichkeit klaffen leider in vielen             gepflegt werden, damit die Anwendungen und Sys-            ein fehlerfreies Stammdatenmanagement und eine
für einen Onlineshop umsetzen?                     Fällen deutlich auseinander, denn im Onlinehandel            teme r­ eibungslos arbeiten können.                        Ergänzung von Produkteigenschaften, auf die bei-
IT-Infrastruktur, Stammdatenmanagement, Organi-    greifen sehr viele kleine Stellschrauben ineinander.         Zuletzt erfordert der Einstieg in das Onlinegeschäft       spielsweise bei einer Produktsuche zurückgegriffen
sation und Unternehmenskultur beeinflussen den     Einen wesentlichen Rahmen für die Handlungsmög-              für alle Unternehmen eine deutliche Wandelungs­            werden kann, bilden die Grundlage für einen erfolg-
Erfolg eines Webshops maßgeblich. Webtools wie     lichkeiten bildet vor allem die IT-Infrastruktur; sie gibt   fähigkeit. Der E-Commerce ist hochgradig dy-               reichen E-Commerce.
z.B. eine Auswahlhilfe für verschiedene Produkt-   vor, was ein Onlineshop leisten kann und wo seine            namisch und diese Geschwindigkeit sollte sich
kategorien, hochauflösende 360-Grad-Videos und     Grenzen sind.                                                zwangsläufig auch in den Arbeitsprozessen und
                                                   Unverzichtbar sind korrekt gepflegte Stammdaten;             dem organisatorischen Aufbau eines Unterneh-
                                                   so können falsch ausgefüllte oder leere Produkt-             mens wiederfinden. So erwartet der Nutzer heutzu-          b. Erfolgsfaktoren
                                                   felder z.B. bei einer Suchanfrage dazu führen, dass          tage z.B. deutlich kürzere Antwort- und schnellere
                                                   das System fehlerhafte oder unvollständige Ergeb-            Reaktionszeiten als zu Beginn des Onlinehandels.           Wesentlicher Erfolgsfaktor im Online-Bereich ist
                                                                                                                Die Kultur der permanenten Ausrichtung an den              die Nutzererfahrung. Darunter fallen Aspekte wie
                                                                                                                Shopper-Bedürfnissen – das Kernelement der Cate-           eine gute Performance des Webshops durch einen
                                                                                                                gory Management-Philosophie – wird somit noch-             schnellen Seitenaufbau, eine intuitive und schnelle
                                                                                                                mals auf ein höheres Niveau gehoben, insbesondere          Bedienung, eine effiziente Suchfunktion, korrekte
                                                                                                                wenn eine Verknüpfung des Online- und Offline-Ge-          Stammdaten sowie aktuelle Inhalte. Die optimierte
                                                                                                                schäfts angestrebt wird.                                   Darstellung für mobile Endgeräte spielt dabei eine
                                                                                                                Somit steht der Handel häufig einem Kunden ge-             wichtige Rolle. Bereits 2015 zeigte Google auf, dass
                                                                                                                genüber, der oftmals bereits bestens vorinformiert         bereits mehr als die Hälfte aller Suchanfragen über
                                                                                                                ein Geschäft betritt, der aber auch bereit ist, selektiv   Tablets bzw. Smartphones erfolgt (Google Blog,
                                                                                                                in einem Webshop einzukaufen, sofern er dort für           2015). Diese Erkenntnis untermauert die Notwen-
                                                                                                                sich einen größeren Nutzen erkennt. Weiterhin kön-         digkeit von mobiloptimierten Internetauftritten.
                                                                                                                nen Kunden die Vorteile des stationären Handels            Handlungsfelder für eine erfolgreiche Umsetzung
                                                                                                                wie eine persönliche Beratung oder die Möglichkeit,        liegen in diesem Zusammenhang u.a. in der Orga-
                                                                                                                Produkte haptisch zu erfahren, mit den Vorteilen           nisation, dem Datenmanagement, den IT-Systemen
                                                                                                                des Onlinehandels kombinieren. Hierzu zählen bei-          und der technischen Optimierung der Website.
                                                                                                                spielsweise kundenfreundliche „Öffnungszeiten“,
                                                                                                                erweiterte Sortimente oder die bequeme Lieferung           Organisation
                                                                                                                nach Hause.                                                Eine der ersten Herausforderungen, die Handel und
                                                                                                                Der Ansatz des OCR besteht darin, die vollständige         Industrie im Omnichannel Retailing und damit für
                                                                                                                Verschmelzung der vielen verschiedenen Kanäle zu           ein erfolgreiches Online Category Management zu
                                                                                                                erreichen, um dem Shopper ein kanalunabhängiges            bewältigen haben, ist die Neuausrichtung der Orga-
                                                                                                                Einkaufserlebnis zu ermöglichen. Da die Aktivitäten        nisationstruktur im eigenen Unternehmen. Durch
                                                                                                                auf sämtlichen Kanälen untereinander verknüpft             diese Zusammenlegung wird es ermöglicht, ganz-
                                                                                                                und abgestimmt sein müssen, bedeutet dies einen            heitliches Wissen zur Kategorie, zum Kunden und
                                                                                                                Mehraufwand der unternehmensinternen Koordina-             zum Vertriebskanal zu bündeln.
18                                                                                                                                                                                                                          19
Erfolgsfaktoren                                                                                               Erfolgsfaktoren

Der Kunde entscheidet nicht nach dem Kanal, son-         kation, welche z.B. mit dem globalen Barcode, der      Gut aufbereitete Informationen können verkaufs-       auch Aspekte wie leicht zugängliche Informatio-
dern wählt lediglich den Händler, der sein Einkaufs-     Global Trade Item Number (GTIN, ehemals EAN)           fördernd oder vermarktungsseitig genutzt werden       nen über das Produkt und den Versand wichtig.
bedürfnis erfüllen kann. Um dem Kunden durch die         abgebildet werden kann, sind für die Onlinepräsenz     und dabei verschiedene Ziele verfolgen. Entweder      Nach einer Auswertung von Statista legen 89 Pro-
zentrale Aussteuerung ein kanalübergreifend ein-         Bilder und erweiterte Produktmerkmale, welche die      sollen sie informieren, unterhalten oder bewegen.     zent der befragten Kunden im Onlineshop Wert auf
heitliches Einkaufserlebnis bieten zu können, emp-       Suche erleichtern, sowie Marketinginformationen        Daher sollten die online dargestellten Informatio-    Versandinformationen, 88 Prozent auf Produktbe-
fiehlt sich eine Neustrukturierung der Aufbau- und       notwendig. In der nächsten Ausbaustufe sollten         nen leicht verständlich, gut lesbar und ansprechend   schreibungen und 70 Prozent auf eine ansprechen-
Ablauforganisation.                                      auch selbst erstellte Videos, Rezepte oder Erfah-      dargestellt werden (Heinemann & Schwarzl, 2010).      de Produktpräsentation; für 48 Prozent sind weiter-
                                                         rungsberichte der Kunden als sogenannter User Ge-      Aus Sicht des Kunden sind neben den eher funkti-      führende Produktinformationen wichtig.
Datenmanagement                                          nerated Content angeboten werden.                      onalen Anforderungen an das Datenmanagement
Die Anforderungen an vollständige und qualitativ         Die folgende Abbildung macht deutlich, welche In-
hochwertige Daten wachsen stetig. Für einen rei-         formationen grundsätzlich enthalten sein müssen
bungslosen Geschäftsablauf haben sich diese An-          und welche enthalten sein sollten. Hierbei wird zwi-
forderungen noch deutlich erhöht. Insbesondere die       schen Hygienefaktoren und Motivationsfaktoren
Onlineshops benötigen zusätzliche Informationen in       unterschieden. Hygienefaktoren verhindern die Ent-
Gestalt von z.B. Bildern, Videos, Anwendererfahrun-      stehung von Unzufriedenheit, ihre positive Ausprä-
gen, Rezensionen.                                        gung trägt jedoch nicht zur Zufriedenheit bei. Erst
Die Basis bilden korrekte Produktstammdaten. Zu          durch das Angebot der Motivationsfaktoren können
den bisherigen Produktinformationen, welche im           eine Differenzierung über den Inhalt und ein Wettbe-
stationären Handel benötigt werden, kommen wei-          werbsvorteil gegenüber anderen Anbietern ermög-
tere hinzu. Neben der eindeutigen Produktidentifi-       licht werden.

Systematisierung von E-Content-Daten

                                          B2B-Artikel-Daten

                                          Gesetzliche Pflichtangaben
                                                                              Hygienefaktor
                                          Media Assets/Bilddaten

                                          Produktmerkmale

                                          Marketinginformationen                Motivationsfaktor

                                          User Generated Content

Abbildung 2, Quelle: GS1 Germany 2018b

20                                                                                                                                                                                                                    21
Erfolgsfaktoren                                                                                                              Erfolgsfaktoren

      Wichtigkeit von Produktbeschreibungen im Onlineshop
Was ist Kunden im Online-Shop wichtig?                                                                                             Besonders in Branchen mit hohen Retourenqouten,        Einflussfaktoren auf die Retourenquote
                                                                                                                                   wie z.B. im Fashion-Bereich, haben aussagekräftige

                                                                                                                 88 %
                Informationen über                                                                                                 Produktinformationen positiven Einfluss auf die An-
                                                                                        88,9 %
              Versandbedingungen                                                                                                   zahl der Retouren. Die richtigen Inhalte haben somit
                                                                                                       Produktbeschreibungen       auch Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit eines
           Produktbeschreibungen                                                       87,9 %                                      Webshops.

           Übersichtliche Startseite

           Produktkategorieseiten/
                                                                                     86,1 %
                                                                                                                 70 %
                                                                                                               Ansprechende
                                                                                                                                   IT-Systeme
                                                                                                                                   Eine zentrale Rolle für das Datenmanagement ha-
                                                                                                                                                                                                                                        83 %
                                                                                                                                                                                                                                        Detaillierte Produktinformationen
                                                                               77,1 %                                              ben die IT-Systeme. Diese müssen die Daten aus                                                       auf Internetseite
                    Themenseiten                                                                          Produktpräsentation
                                                                                                                                   verschiedenen Kanälen steuern und vorhalten. Um
                    Ansprechende
                                                                          69,4 %                                                   den Kunden optimal auf allen Kanälen bedienen zu

                                                                                                                 48 %
               Produktpräsentation                                                                                                 können, müssen Daten aus dem stationären und
              Produktbewertung/                                                                                                    dem Online-Handel ausgetauscht und zusammen-
                                                                      61,4 %
   -empfehlungen anderer Kunden                                                                                Weiterführende      geführt werden. Es wird eine entsprechende Sys-
                                                                                                         Produktinformationen      temlandschaft benötigt, welche die Daten struk-            Abbildung 4, Quelle: SDZeCOM, Statista 2016 in GS1 Germany 2018
       Professionelle Gestaltung
                     der Website
                                                              50,3 %                                                               turiert erfassen und über verschiedene Kanäle
                   Weiterführende
                                                                                                                                   wiedergeben kann.
             Produktinformationen
                                                             47,6 %                                                                Für den Händler und Webshop-Betreiber bedeutet
                                                                                                                                   dies einerseits einen deutlichen Mehraufwand. Die
           Optimierte Darstellung
                                                    35,4 %                                                                         IT-Landschaft muss neu ausgerichtet und ange-
      auch auf mobilem Endgerät
                                                                                                                                   passt werden. Andererseits bieten sich auch neue
                Angebot einer App          19,6 %                                                                                  Möglichkeiten, die Bedürfnisse der eigenen Kunden
                                                                                                                                   besser zu kennen und diese individueller bedienen      ■     DAM (Digital Asset Management-)
                   Integration von                                                                                                 zu können.                                                   System = Bild- und Videodatenbank
           Social-Media-Elementen
                                       10,9 %
                                                                                                                                   Hierfür sind oftmals langwierige und kostspielige      ■     CMS (Content Management System) = Berich-
                                                                 Abbildung 3, Quelle: SDZeCOM, Statista 2016 in GS1 Germany 2018   Zusammenführungen der für das Filialgeschäft                 te, Texte, Pressemitteilungen, Rezepte
                                                                                                                                   und den Onlineshop genutzten IT-Systeme erfor-         ■     OMS (Order Management Software) = Bestell-
                                                                                                                                   derlich. Zudem müssen weitere Schnittstellen zu              und Lagerverwaltung
                                                                                                                                   externen Systemen oder Dienstleistern, z.B. für die    ■     CRM (Customer Relationship Management) =
                                                                                                                                   Optimierung der Produktsuche, geschaffen wer-                Kundenbeziehungssystem
                                                                                                                                   den.                                                   ■     BI (Business Intelligence-) System = Auswer-
                                                                                                                                   Wesentliche Elemente einer Systemlandschaft                  tung Kennzahlen, KPIs
                                                                                                                                   sind in der Regel:                                     ■     Webshop/App
                                                                                                                                   ■ ERP (Enterprise Resource-Planning-)                  ■     Marktplätze, wie z.B. Amazon
                                                                                                                                        System = Warenwirtschaft                          ■     Social Media Shopping = z.B. Möglichkeit
                                                                                                                                   ■ PIM (Product Information Management-)                      direkt aus einer App wie z.B. Instagram einzu-
                                                                                                                                        System = Produktdatenbank                               kaufen

      22                                                                                                                                                                                                                                                 23
Erfolgsfaktoren                                                                                                                                                              Erfolgsfaktoren

Typische IT-Infrastruktur im Omnichannel-Handel                                                                                                 Typische Konstellationen von IT-Systemen in unterschiedlichen
                                                                                                                                                Unternehmensentwicklungsphasen
  Datenlieferanten Rohdaten           Backend               Middleware                Medium                   Kundenkanal/POC/POS
    (Produkte & Hersteller)            (selbst-         (fremdbestimmt)            (Kundenwahl)                                                                         Phase I – Start                                   Phase II – mittlere Größe,                   Phase III – Komplettlösung
        (fremdbestimmt)              bestimmt)                                                                                                                          (Minimalausstattung)                              Komplexität noch gering                      (High-End-Lösung)

                                                                                                       Frontend (selbstbestimmt):                                       Startphase Multichannel Retailing; viele          Mittlere Größe im Cross-/Omnichannel         Etabliertes Webshop-Format; Spezialisierung
                                                                                                                                                                        Prozesse und Schnittstellen werden aufgrund       Retailing, die Komplexität ist aber noch     durch individuelle IT-Anpassungen und ent -
                                                                                                       · Eigener Webshop                                                der nicht vorhandenen Erfahrung (sowohl in        gering (ein Online-Kanal; Sortimente klar    sprechende Skalierungsvorteile mit eigener
                                                                                                                                                                        Bezug auf das Kundenverhalten als auch in Bezug   benannt; Umsätze steigend)                   IT-Lösung
                                                                                                                                                                        auf eigene Abläufe) noch manuell und nicht
                                                        Onsite-Search                                  · Eigene App                                                     optimiert ausgeführt

                                                        SEO-Optimierung                                · Eigene Mailings/Newsletter                                     Vorhanden          IT-Komponente                  Vorhanden            IT-Komponente           Vorhanden          IT-Komponente
 · Daten-Pools                       ERP                                                                                                                                Ja/Nein                                           Ja/Nein                                      Ja/Nein
   (z. B. GDSN/GS1)                                     Dynamic Pricing          Smartphone            · Chat/Hotline
                                     PIM                                                                                                        ERP                           X            Webshop                               X             Separates System              X            Separates/
 · Herstellerinformationen                              Kanalintegrator          Tablet                                                         Enterprise Resource                                                                                                                       Individualisiertes
                                     DAM                                                                                                        Planning                                                                                                                                  System
 · Excel Files                                          Bezahldienstleister      Desktop               Frontend Drittanbieter:
                                     CMS                                                                                                        PIM                           —            Basisfunktionen                       X             Webshop                       X            Separates/
 · Händlerangaben                                       Logistikschnittstelle    Digitaler Assistent   · Plattformen                            Product Information                        im Webshop                                                                                     Individualisiertes
                                     OMS                                                                 (z. B. Amazon, eBay, Rakuten)          Management                                                                                                                                System
 · Onlineportale
                                                                                                       · Suchmaschinen                          DAM                           —            Basisfunktionen                      —              Basisfunktion                 X            Separates/
                                                                                                         (z. B. Google, Bing)                   Digital Asset                              im Webshop                                          über das PIM                               Individualisiertes
                                     CRM                                                                                                        Management                                                                                                                                System
                                                                                                       · Preissuchmaschinen
                                     BI                                                                                                         CMS                           —            Basisfunktionen                       X             Im Webshop                    X            Separates/
                                                                                                         (z. B. idealo, billiger.de)                                                       im Webshop                                          oder separat                               Individualisiertes
                                                                                                                                                Content Management
                                                                                                                                                System                                                                                                                                    System
                                                                                                       · Social Media Shopping
                                                                                                         (z. B. Facebook, Pinterest, YouTube)   OMS                           —            Basisfunktionen                      —              Im Webshop                    X            Separates/
                                                                                                                                                Order Management                           im Webshop                                          oder separat                               Individualisiertes
           Stationär:                Stationär:               Stationär:             Stationär:                  Stationär: Vertriebstyp        Software                                                                                                                                  System
          Datenblätter                Waren -            Promotion-Team,          Verkaufsfläche/
                                                                                                                                                CRM                           —            Basisfunktionen                       X             Nicht                         X            Separates/
                                     wirtschaft,       Vertriebsmannschaft        große sichtbare
                                                                                                                                                Customer Relationship                      im Webshop                                          individualisierte                          Individualisiertes
                                   Kassensystem                                       Auswahl                                                   Management                                                                                     Aussteuerung                               System
Abbildung 5, Quelle: BR-AIN 2018 in GS1 Germany 2018                                                                                            BI                            X            z.B. Google                           X             z.B. Google                   X            BI-System
                                                                                                                                                Business                                   Analytics                                           Analytics
                                                                           Nicht alle Systeme werden anfangs benötigt. Die                      Intelligence                                                                                   + Basis BI
                                                                           Wahl und die Menge der Systeme sind abhängig
                                                                                                                                                Webshop/App                   X            Webshop                               X             Individualisiert,             X            Eigene Entwicklung +
                                                                           von der Phase der Umsetzung, in welcher sich der                                                                Frameworks +                                        basierend auf                              Pflege
                                                                           Händler befindet. Die Phasen lassen sich in drei                                                                Frontend Templates                                  Templates/
                                                                                                                                                                                                                                               Frameworks
                                                                           Ausbaustufen einteilen:                                              Marktplätze                  (X)           Schnittstelle zu Dritt-             (X)             Schnittstelle zu             (X)           Schnittstelle zu
                                                                                                                                                                                           system integrieren                                  Drittsystem                                Drittsystem
                                                                                                                                                                                           oder separat

                                                                                                                                                Social Media                  —                                                (X)             Schnittstelle zu             (X)           Schnittstelle zu
                                                                                                                                                Shopping                                                                                       Drittsystem                                Drittsystem

                                                                                                                                                Onsite Search                 X            Drittanbieter                         X             Drittanbieter                 X            Drittanbieter
                                                                                                                                                                                           Onsite Search                                       Onsite Search                              Onsite Search

                                                                                                                                                Drittsysteme/                 X            Bezahldienstleister,                  X             Bezahldienstleister           X            Bezahldienstleister,
                                                                                                                                                Middleware/                                Logistikschnittstelle                               Logistikschnittstelle                      Logistikschnittstelle,
                                                                                                                                                Module                                                                                                                                    Loyalty, BI, Kanal-
                                                                                                                                                                                                                                                                                          steuerung, Gutscheine,
                                                                                                                                                                                                                                                                                          Cross-Selling

                                                                                                                                                Abbildung 6, Quelle: BR-AIN 2018 in GS1 Germany 2018
24                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   25
Erfolgsfaktoren                                                                                                        Erfolgsfaktoren

Technische Optimierung der Website                            ein Analyse-Tool an, bei dem in einer schnellen      Neben den technischen Anforderungen, die die                      Drittel aller Kunden erwartet ein kundenfreundli-
Die Ladegeschwindigkeit einer Website hat einen               Überprüfung bereits erste Optimierungsmöglich-       erstmalige Kaufentscheidung direkt beeinflussen,                  ches Retourenmanagement. Kann eine Retoure
wesentlichen Einfluss auf die Kundenzufriedenheit,            keiten aufgezeigt werden können. Der Test kann       sind nachgelagerte Prozesse genauso wichtig, um                   einfach und problemlos abgewickelt werden, so
die Konvertierungsrate, also die Anzahl der Besu-             über Testmysite (https://testmysite.withgoogle.      den Kunden langfristig binden zu können. Der Kun-                 ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Kunde er-
cher einer Seite, welche letztendlich Käufe getätigt          com/intl/de-de/) durchgeführt werden.                de erwartet, dass heutige Servicedienstleistungen                 neut einen Kauf tätigt. Eine Studie von UPS belegte
haben, und somit auf die langfristige Kundenbin-              An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewie-    wie die Lieferung am selben Tag und gewünschte                    dies in 2016.
dung. Ein schneller Seitenaufbau wirkt sich zudem             sen, wie wichtig der korrekte Seitenaufbau auf den   Lieferzeitfenster erfüllt werden können. Fast ein
positiv auf das Suchmaschinen-Ranking aus. Die                mobilen Endgeräten ist. Eine Bitkom-Untersuchung
Website sollte so konzipiert sein, dass sie sich              in 2017 hat ergeben, dass mittlerweile 68 Prozent
auch von mobilen Endgeräten mit schwachem Mo-                 der Onlineshopper ihr Smartphone mit entspre-        Shopper-Erwartungen an die Logistik
bilfunknetz innerhalb kürzester Zeit aufbaut. Eine            chenden Apps nutzen, um Einkäufe zu tätigen,­
nicht zufriedenstellende technische Performance               39 Prozent nutzen den mobilen Browser ihres mo-
kann ein kritischer Störfaktor sein und den Kunden            bilen Endgeräts. Folgende Abbildung des Bran-

                                                                                                                            53%                                           34%                                  58%
vom Einkauf abhalten. Daher ist es für den Erfolg             chenverbands Bitkom zeigen einen klaren Auf-
wichtig, den Online-Auftritt für den Kunden so flie-          wärtstrend für mobile Endgeräte wie Tablets und
ßend wie möglich zu gestalten. Google bietet z.B.             Smartphones.

                                                                                                                      der Käufer sind zufrieden                         der Verbraucher möch-                 sagen, dass Gratis-
Relevanz mobiler Endgeräte für den Online-Kauf
                                                                                                                        damit, Waren online                            ten einen vorgefertigten             rücksendungen für sie
Online-Shopping wird zum Mobile-Shopping                                                                                   zurückgeben/                                Rücksendeaufkleber im                der Schlüssel zu einer
Gerätenutzung beim Online-Shopping
                                                                                                                      umtauschen zu können.                                Karton vorfinden.               als positiv empfundenen
                                                                                                                                                                                                          Rücksendeabwicklung ist.
Immer mehr Menschen besitzen            Tablet-Computer
ein Smartphone oder Tablet und          27 %                                          51%
nutzen es intensiv zum Shopping.        14 %                                                                       Abbildung 8, Quelle: UPS 2016 in GS1 Germany 2018
                                                                                      nutzen Apps
So hat sich die Zahl der Smartphone                                                   zum Einkauf
Shopper binnen zwei Jahren fast         Smartphone
verdoppelt. Einkäufe via Laptop         39 %                                          68 %
oder Desktop-PC sind dagegen            20 %
rückläufig.
                                        Desktop-PC
Bitkom-Empfehlung:                      50 %
Benutzer- und bedienfreundliche         58 %
Apps, die auf die jeweiligen
Endgeräte angepasst sind,               Laptop
gehören zur Grundausstattung            64 %
eines erfolgreichen Onlineshops.        66 %

Abbildung 7, Quelle: GS1 Germany 2018             2016         2014

26                                                                                                                                                                                                                                   27
Zuordnung von Kategorien                                                                                           Zuordnung von Kategorien

   4. Praxisbeispiele
                                                                                                                      Beispiel für unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten zum Finden von Bio-Bananen über
                                                                                                                      mehrfache Kategorienzuordnungen

                                                            lich höheren Flexibilität in der Kategoriezuordnung
   a. Zuordnung von Kategorien                              sowie in der hierarchischen Anordnung der Kauf-
                                                            entscheidungskriterien nach ihrer Priorität für den
   Die Kategorie-Definition bildet im klassischen Cate-     Shopper.
   gory Management-Prozess die Grundlage für:               Hier kann individuell auf unterschiedlichste Kun-
   ■ die Abgrenzung der verschiedenen Waren-                denbedürfnisse und Vorlieben in der Kaufentschei-
       gruppen untereinander,                               dung eingegangen werden. So lassen sich Produkte
   ■ die Strukturierung der Kategorie unter Be-             mehrfach, also zu verschiedenen Produktkategori-
       rücksichtigung der Kundenperspektive durch           en, zuordnen. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit,
       Bildung von Unterkategorien und Segmenten,           dass alle Kunden das gewünschte Produkt auch in
   ■ die Platzierung der Produkte gemäß der Logik           der Kategorie wiederfinden, in der sie es persönlich
       des Kategorie-Entscheidungsbaums bzw. auf            verorten – sei es über die Navigationsleiste oder
       das Suchverhalten des Kunden ausgerichtet,           über eine Suchanfrage.
   ■ die Benennung der einzelnen Segmente in der            Nachfolgend ein Beispiel aus dem Lebensmittel­
       Sprache des Kunden.                                  einzelhandel, das die flexiblere Zuordnung von
   Voraussetzung hierfür ist die Identifikation von         Kategorien anhand von Bananen aufzeigt. Nutzt
   Kundenbedürfnissen und Erkenntnissen über kauf-          ein Kunde die Seitennavigation des Onlineshops
   relevante Kriterien, die der Kunde in seinem Kauf-       mit der Klickfolge „Obst“ – „Bananen“, werden ihm
   entscheidungsprozess berücksichtigt. Allerdings          sämtliche im Shop angebotenen Bananen inkl. der
   kann die Hierarchie der Kaufentscheidungskriteri-        Bio-Banane angezeigt.
   en im Onlinehandel von der im stationären Handel         Ein Kunde, der großen Wert auf die Bio-Zertifizie-
   abweichen. So kann beispielsweise der Preis auf-         rung seiner Produkte legt, kann dagegen direkt
   grund der hohen Transparenz und schnellen Ver-           über eine weitere, separate Kategorie „BIO Obst &
   gleichbarkeit der Angebote verschiedener Händler         Gemüse“ direkt zum gewünschten Produkt geführt
   im E-Commerce eine höhere Priorität erhalten als         werden. Hier werden neben der Bio-Banane sämtli-
   in der Filiale.                                          che verfügbare Bio-Artikel angezeigt, auch weitere
   Im Filialgeschäft gilt die Grundregel, dass jedes        Bio-Obst- und -Gemüsesorten. Somit handelt es
                                                                                                                      Abbildung 9, Quelle: GS1 Germany 2018
   Produkt im Entscheidungsbaum nur an einer Stelle         sich bei der Platzierung und Auswahl der Kategorie
   platziert werden sollte, d.h., ein Produkt sollte ein-   nicht mehr um ein „Entweder oder“ sondern um ein
   deutig einer Kategorie und einem dazugehörigen           „Und“. Indem durch Mehrfachzuordnung der be-              Analog zu den Aktionsflächen des stationären      bündeln, beispielsweise über Themenwelten, Top-
   Segment zugeordnet werden.                               troffenen Produkte eine virtuelle Zweitplatzierung        Handels, die saison- oder anlassbezogen dyna-     Seller, Neuheiten, Empfehlungen des Monats o.Ä.
   Die wesentlichsten Unterschiede bei der Kategorie-       in beiden Kategorien vorgenommen wird, lassen             misch bespielt werden, lassen sich die Produkte   Hierdurch lassen sich Verbundkäufe fördern, und
   Definition für einen Onlineshop liegen in einer deut-    sich alle Zielgruppen optimal ansprechen.                 im Onlineshop zudem auch über andere Kriterien    die Auswahlentscheidung lässt sich erleichtern.

   28                                                                                                                                                                                                               29
Mehrfachplatzierung
                                                                                 Zuordnung durch Meta-Kategorien                                                                                        Zuordnung durch Meta-Kategorien
                                           durch Themenseiten

b. Mehrfachplatzierung durch                          Online-Händlers Zooplus, der in der aufgeführten             Einteilung, sodass Kategorien wie „E-Bike“, „E-Rol-     An die sorgfältige Ausarbeitung der Katgeorie-
                                                      Wochenaktion verschiedene Food- und Non-Food-                ler“ und „E-Scooter“ entstanden sind.                   Definition schließen die weiteren Prozessschrit-
Themenseiten                                          Produkte unter dem Thema „Fellwechsel bei Hund               Eine zusätzliche Umfrage zu relevanten Kaufent-         te des 8-Schritte-Prozesses des Online Category
                                                      und Katze“ zusammenfasst. Darüber hinaus bietet              scheidungskriterien unterstützt die Priorisierung       ­Management an. Die aus dem Online Category Ma-
Neben der Zuordnung zu verschiedenen Kategori-        er auch direkt Top Angebote der Woche und einen              innerhalb der Hauptnavigation und der spezifi-           nagement abgeleiteten Maßnahmen ermöglichen
en lassen sich Produkte auch über andere Kriterien    Einstieg über seine Exklusivmarken an. Dem Kun-              schen Filter. Für die Befragten stellen die Kriterien    es, eine auf die Zielgruppe zugeschnittene Katego-
bündeln, beispielsweise über Themenwelten, Top-       den werden hierdurch verschiedene Optionen des               „Produktart“, „Preis“ und „Leistung“ für einen dis-      rie zu erarbeiten. Diese berücksichtigt nicht nur die
Seller, Neuheiten, Empfehlungen des Monats o.Ä.       Kategorieeinstiegs geboten, wodurch im Sinne der             countorientierten Onlineshop die bedeutendsten           Bedürfnisse und Erwartungen, sondern ist ebenso
Die Analogie hierzu wären im stationären Handel       Kategorie-Definition zum Teil neue „Kategorien“ wie          dar, sodass diese innerhalb der Hauptnavigation          an jener Platzierung im Onlineshop zu finden, an
Aktionsflächen, die saison- oder anlassbezogen        Wochenangebote, Themen oder Marken geschaffen                und der Filter berücksichtigt werden. Eine Keyword-      der der Shopper diese erwartet.
dynamisch bespielt werden.                            und Produkte entsprechend zugeordnet werden.                 Analyse über Onlinetools wie „Neilpatel“ oder die
Ein Beispiel für unterschiedliche Einstiegsmöglich-                                                                Anzahl relevanter Themen zu den Kategorien über
keiten in den Webshop liefert die Startseite des                                                                   „answerthepublic“ helfen bei der Namensfindung
                                                                                                                   und erneut bei der Priorisierung der Kategorien, um
                                                      c. Zuordnung durch                                           diese kundenorientiert im Onlineshop abbilden zu
Beispiel für Themeneinstiege, Top-Seller
oder Exklusivmarken
                                                      Meta-Kategorien                                              können.

                                                      Wie kann eine Meta-Kategorie in einem Onlineshop
                                                      definiert werden?
                                                      Welche Tools und Vorgehensweisen können bei
                                                      der Kategorie-Definition unterstützen, um schließ-
                                                      lich zielgerichtet Vermarktungstaktiken ableiten zu
                                                      können?
                                                      Im PENNY Onlineshop soll die Kategorie „E-Mobi-
                                                      lität“ ausgerollt werden, wobei sowohl „Jung“ und
                                                      „Alt“ berücksichtigt werden sollen. Aufgrund des
                                                      Umfangs wird diese als übergeordnete sogenann-
                                                      ten Meta-Kategorie angesehen, und sie soll als eine
                                                      zusammengehörige Kategorie in den Onlineshop
                                                      integriert werden.
                                                      Zu Beginn hilft es, die Bedürfnisse und Erwartun-
                                                      gen der Shopper zu definieren, um die Ausrichtung
                                                      der Kategorie vornehmen zu können. Mit Hilfe einer
                                                      Mapping-Übung lassen sich die Sortimentsgrup-
                                                      pen bündeln und in Kategorien für den Onlineshop
                                                      einteilen. Merkmale wie die Ausprägung der elek­
Abbildung 10, Quelle: Zooplus 2018                    trischen Unterstützung sowie die Art helfen bei der
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