Pro POLIZEI - Polizei Niedersachsen

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Pro POLIZEI - Polizei Niedersachsen
pro P OLIZEI             INFORMATIONEN   FÜR   NIEDERSACHSENS POLIZEI

Heft Mai / Juni – 2017              www.polizei.niedersachsen.de            Polizei Extrablatt von 1985

                                                           Titel
                                                           Verkehrsunfallstatistik 2016
                                                           – deutlich weniger Tote
                                                           Strategie 2020
                                                           Zielqualität bestimmt
                                                           Zukunftsqualität
                                                           Cuxhaven
                                                           Neues Maritimes
                                                           Sicherheitszentrum
Pro POLIZEI - Polizei Niedersachsen
Inhalt | Impressum

✘ Titel
Verkehrsunfallstatistik 2016 – Deutlich weniger Verkehrstote                                      4
Präventionsprojekt – „Abgelenkt ... ist NEBEN der Spur!“                                          6
Hannover – PD erprobt das 3D-Lasermessverfahren                                                   7
Trainingsprogramm – „Fit im Auto“                                                                 8
Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt                                                             9
Sicherheit im Radverkehr – Ich trag‘ Helm. Du auch?                                              10
                                                                                                                                                        Seite 4
✘ Aktuell
CeBIT – Erster Auftritt für ZAC ein voller Erfolg                                                10
Nordverbund – Wasserwerfer-Besatzungen proben den Ernstfall                                      11
Polizeikommandant von Posen zu Gast in Hannover                                                  12
Ministergespräch – Über 200 kamen nach Nienburg                                                  13
✘ Niedersachsen
Strategie 2020 – Zielqualität bestimmt Zukunftsqualität                                          14
Bewältigung von Einsatzlagen mit erhöhter Eigengefährdung                                        16
                                                                                                                                                       Seite 10
Fachtagung Raumschießanlagen                                                                     17
#SoMeWo17 – Erster Social Media Workshop in Niedersachsen                                        18
Datenspuren – KNIME – bitte was oder wie?                                                        20
Grohnde – Ein nicht abgeschlossenes Kapitel Polizeigeschichte                                    22
Landespilotprojekt – Neue Wege der Nachbereitung                                                 23
Cuxhaven – Maritimes Sicherheitszentrum                                                          24
16. Kinder- und Jugendhilfetag                                                                   25
Dunkelforschung ergänzt Kriminalstatistik                                                        26
Polizeiakademie – Weiterer Zuwachs in Oldenburg                                                  26                                                  Seite 17
Polizeistiftung Niedersachsen                                                                    27
✘ Sport
DPSK ehrt Sportler                                                                               28
DPSK – Vorstandstagung in Barsinghausen                                                          28
Ehrung – Polizeisportlerinnen und -sportler ausgezeichnet                                        29
✘ Rubriken
Intern – Unterstützung für Kroatien                                                              30
Titelbild: Motorradunfall, Foto: Kokala View, Fotolia                                                                                                 Seite 24

    Impressum proPolizei                      XXXII. Jahrgang
    Herausgeber: Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport, Lavesallee 6, 30169 Hannover
    Verantwortlich: Philipp Wedelich, Vertreterin: Nadine Bunzler-Devoucoux
    Redaktion: Christian Cernak, Frank Federau, Herbert Fritzsche, Marion Henke, Sabine Hoffmann, Elena Lindert, Svenja Mischel,
    Sven Thielert, Doris Wollschläger
    Anschrift der Redaktion: Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport, Redaktion proPOLIZEI, Postfach 221, 30002 Hannover
    Tel. 05 11/1 20- 60 44 oder - 62 59, Fax 05 11/ 120- 65 55, E-Mail: propolizei@mi.niedersachsen.de
    Konzept, Layout und Satz (DTP): @ktuell Redaktionsbüro Draxler, Im Lohe 13, 29331 Lachendorf
    Tel. 0 51 45/98 70- 0, E-Mail: draxler@t-online.de
    Druck: Sedai-Druck GmbH & Co. KG, Böcklerstr. 13, 31789 Hameln
    Alle in proPOLIZEI veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht mit der Meinung des Heraus-
    gebers oder der Redaktion übereinstimmen. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften (gegebenenfalls in gekürzter Form) zu veröffentlichen.

2   proPolizei   Heft 3/2017
Pro POLIZEI - Polizei Niedersachsen
Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
diese Ausgabe von „proPOLIZEI“ steht aufgrund der jüngsten Veröffentlichung der Verkehrsunfall-
statistik 2016 ganz im Zeichen der Verkehrssicherheitsarbeit. Letztes Jahr sind in Niedersachsen 413
Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben gekommen, das sind rund 10 Prozent weni-
ger als 2015. Daneben haben wir auch mit 386 registrierten Verkehrsunfällen mit Todesfolge den
niedrigsten Stand seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik vor fast 65 Jahren zu verzeichnen. Ein
großer Erfolg der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit, den wir vor allem auch Ihnen zu verdanken
haben, liebe Kolleginnen und Kollegen! Mit Ihrer qualifizierten Verkehrsunfallaufnahme schaffen Sie
die Grundlage für die Auswertungen und Analysen, aus denen sich später konkrete Maßnahmen
generieren lassen, die die Straßen in Niedersachsen noch sicherer machen. Ich danke Ihnen aus-
drücklich für Ihr großes Engagement und Ihre geleistete Arbeit.
Gleichermaßen leisten aber auch Verkehrssicherheitsarbeitskampagnen wie das Projekt „Abgelenkt
... ist NEBEN der Spur!“ einen wertvollen Beitrag. Risikobehaftete Verhaltensweisen bei Ablenkung
und deren Folgen werden hier in emotionalen Bühnenstücken dargestellt. Ein interessanter Ansatz,
der vor allem junge Menschen reflektieren lässt, ob sie am Steuer tatsächlich noch eine - vielleicht     Gerd Lewin,
die letzte - Nachricht tippen müssen.                                                                    Ltd PD –
Die positive Entwicklung im Bereich der im Straßenverkehr Verunglückten spiegelt sich leider nicht       Referatsleiter 24 im
in jedem Bereich wider. So stieg die Gesamtzahl der polizeilich registrierten Unfälle im Jahr 2016       Niedersächsischen
auf 216.480 leicht an. Auch die Zahl der Verkehrsunfallfluchten ist so hoch wie nie zuvor. Wenn-         Innenministerium
gleich nahezu die Hälfte davon aufgeklärt wird, so muss die Moral der Verursacherinnen und Ver-
ursacher in Bezug auf ihr Anzeigeverhalten bei eigens verursachten Unfällen deutlich gestärkt
werden. Aus diesem Grund haben wir zusammen mit der Landesverkehrswacht die Kampagne
„Bleiben Sie fair – Wählen Sie 110“ ins Leben gerufen, um auf ein richtiges Verhalten bei „Park-
platzremplern“ hinzuweisen.
Auch der Anstieg der Anzahl von Verkehrsunfällen mit getöteten Personen über 65 Jahren ist
schwerwiegend. Gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil in Niedersachsen ist diese Altersgruppe
überproportional häufig in tödliche Verkehrsunfälle verwickelt. Zumeist waren sie selbst die Unfall-
verursacher. Bei allen Diskussionen um die Frage, ob der Führerschein im Alter abgegeben werden
sollte, es einen Führerschein auf Zeit oder festgelegte Fahrtauglichkeitsuntersuchungen geben
sollte, vergessen wir bitte nicht, dass Mobilität ein Ausdruck von Freiheit, Lebensqualität und ge-
sellschaftlicher Teilhabe ist. Unabhängig davon, welche Änderungen im Fahrerlaubnisrecht vollzogen
werden könnten, sollten insbesondere Seniorinnen und Senioren sich selbst hinterfragen, ob sie den
Anforderungen beim Führen von Kraftfahrzeugen noch entsprechen. Hierzu leisten wir durch Pro-
jekte wie „Fit im Auto“ gezielt Aufklärungs- und Präventionsarbeit.
Die statistischen Werte, die daraus ablesbaren Entwicklungen und persönlichen Einzelschicksale
machen deutlich: Verkehrssicherheitsarbeit ist auch im Hinblick auf die zu erwartenden Heraus-
forderungen der sich stetig entwickelnden Mobilität einer der gewichtigen Schwer-punkte der
Polizeiarbeit. Verkehrssicherheit zu gewährleisten ist Ausdruck einer professional agierenden Polizei,
die ihre Kernaufgaben ernst nimmt und gemeinsam mit anderen Netzwerkpartnern ihrer Verant-
wortung für unsere Bürgerinnen und Bürger gerecht wird.
Ich wünsche Ihnen allzeit gute Fahrt!
Ihr

Foto: MI                                                                                                         Heft 3/2017 proPolizei   3
Pro POLIZEI - Polizei Niedersachsen
Titel

Verkehrsunfälle in Niedersachsen

Deutlich weniger Verkehrstote
2016 auf Niedersachsens Straßen
Mobilität in Niedersachsen und             glückten 2016 413 Menschen bei 386          ren, wie man den Verkehr auch punktu-
darüber hinaus ist einer ständigen         Unfällen tödlich (2015: 457 Menschen        ell immer noch sicherer machen kann.“
Veränderung unterworfen und                bei 430 Unfällen). Das waren 44 Ver-          In der Gesamtheit registrierte die
steht als Indikator für die Teilnah-       kehrstote weniger als im Jahr zuvor.        niedersächsische Polizei im vergange-
me an Gesellschaft und Leben,              Damit sind seit Führung der amtlichen       nen Jahr 216.480 Verkehrsunfälle (Zu-
Handel und Gewerbe und insbe-              Statistik in Niedersachsen noch nie so      nahme um 2,4 Prozent). Bei 32.702
sondere auch für Freiheit und              wenige Unfälle mit tödlichem Ausgang        Unfällen im Straßenverkehr und damit
individuelle Lebensqualität. Im            registriert worden.                         rund 1,6 Prozent weniger als 2015 ver-
Gegensatz dazu birgt sie auch                Der Niedersächsische Minister für         unglückten Personen tödlich, schwer
Gefahren, insbesondere im                  Inneres und Sport führte bei der Vor-       oder leicht. Zu hohe Geschwindigkeit
Straßenverkehr.                            stellung der Zahlen weiter aus: „Auch       war dabei weiter die Hauptunfallursache
                                                                                                                bei den Unfäl-
   Am 16. März                                                                                                  len mit tödli-
ist von Innen-                                                                                                  chem Ausgang.
minister Boris                                                                                                  Daneben sind
Pistorius die                                                                                                   Vorfahrtsmiss-
Po l i z e i l i c h e                                                                                          achtung, zu ge-
Verkehrsunfall-                                                                                                 ringer Abstand
statistik 2016 in                                                                                               zwischen den
Hannover vor-                                                                                                   Fahrzeugen und
gestellt worden.                                                                                                die überhöhte
Dabei betonte er                                                                                                und nicht ange-
zu Beginn: „Das                                                                                                 passte Ge-
Risiko auf Nie-                                                                                                 schwindigkeit
dersachsens                                                                                                     in der Häufig-
Straßen ums Le-                                                                                                 keit der Unfall-
ben zu kommen,                                                                                                  ursachen nahe-
ist so gering wie                                                                                               zu gleich
seit Jahrzehnten                                                                                                geblieben.
nicht. Die Un-                                                                                                    Auch 2016
fallstatistik für                                                                                               haben sich rund
2016 sieht bes-                                                                                                 Zweidrittel der
ser als im Jahr                                                                                                 tödlichen Ver-
zuvor aus und                                                                                                   kehrsunfälle
weist in vielen                                                                                                 (insgesamt 266)
Bereichen die niedrigsten Werte seit       wenn die statistischen Werte zunächst       auf Landstraßen ereignet. 104 Unfall-
Einführung der amtlichen Unfallstatistik   positiv klingen: Jeder Verkehrstote ist     opfer (26 weniger als 2015) starben
vor mehr als 65 Jahren auf.“               einer zu viel. Fest steht, dass der Stra-   dabei im Zusammenhang mit einem
   In Niedersachsen sind im vergangenen    ßenverkehr und die Fahrzeuge immer          Anprall an einen Baum. Minister Pisto-
Jahr rund 10 Prozent weniger Menschen      sicherer werden. Unsere Aufgabe ist es      rius betonte in dem Zusammenhang,
bei Verkehrsunfällen ums Leben ge-         jedoch weiterhin, diese Entwicklung         dass trotz dieser positiven Entwicklung
kommen als 2015. Insgesamt verun-          voranzubringen und genau zu analysie-       die Polizei den Schwerpunkt ihrer Ver-

4   proPolizei   Heft 3/2017                                                                                             Grafik: MI
Pro POLIZEI - Polizei Niedersachsen
Titel

kehrssicherheitsarbeit auf dieses Stra-     senen haben 41 ein Kraftfahrzeug ge-       zählten. Ebenso sank die Anzahl der
ßennetz fortsetzen wird.                    steuert, davon 33 einen Pkw und acht       tödlich verunglückten motorisierten
   Die Autobahnen stellen sich ver-         ein motorisiertes Zweirad.                 Zweiradfahrer (79 auf 62). Insbesonde-
gleichsweise weiterhin als die sichersten     Mehr Verkehrsunfallopfer waren bei       re in der Klasse der Motorräder mit mehr
Straßen dar, auch wenn es im Jahr 2016      den getöteten Senioren (Verkehrsteil-      als 125 ccm sind mit 47 getöteten Bikern
auf den niedersächsischen Abschnitten       nehmerinnen und Verkehrsteilnehmer ab      17 weniger als 2015 zu verzeichnen.
im Vergleich zum Vorjahr zu einem An-       65 Jahren) zu beklagen. Hier nahm die        Abschließend dankte der Minister der
stieg der Unfälle kam. Trotz einer Stei-    Anzahl um 22 auf 147 zu. Damit ent-        Polizei und ihren Partnern für ihren Ein-
gerung von 2,8 Prozent auf 15.784           spricht deren Anteil rund 36 Prozent der
Unfälle beträgt deren Anteil am Gesamt-                                                satz und ihr Engagement zur Erhöhung
                                            Verkehrsunfallopfer in Relation zu rund    der Sicherheit auf Niedersachsens Stra-
unfallaufkommen in Niedersachsen le-
                                            21 Prozent am Bevölkerungsanteil Nie-      ßen und machte deutlich: „Um das Si-
diglich rund sieben Prozent. Ähnlich
                                            dersachsens. Anzumerken wäre hier,         cherheitsniveau auf den Straßen Nieder-
verhält es sich in Bezug auf den Anteil
                                            dass rund 50 Prozent der Todesopfer aus    sachsen weiter zu steigern, wird die
der tödlich Verunglückten. 45 Menschen
                                            dieser Altersgruppe mit einem Pkw als
starben im letzten Jahr auf den nieder-                                                Polizei ihre unfallursachenorientierte
sächsischen Autobahnen. Das waren           Fahrer oder Mitfahrer tödlich verun-
                                                                                       Arbeit fortsetzen. Baumunfälle auf
zehn Todesopfer weniger als 2015.           glückten und dass ihr Anteil bei den
                                                                                       Landstraßen zählen ebenso dazu wie die
   Im Jahr 2016 kamen neun Kinder im        getöteten Fußgängern und Radfahrern
                                                                                       Risikogruppen der Kinder, jungen Er-
Alter zwischen einem und 14 Jahren und      mehr als 50 Prozent beträgt. In Nieder-
                                                                                       wachsenen und älteren Menschen sowie
somit vier weniger als 2015 bei Ver-        sachsen ist 2016 ein Fußgänger mehr als
                                                                                       Fußgänger, Rad- und Motorradfahrer.
kehrsunfällen ums Leben. Bei der Grup-      im Vorjahr im Straßenverkehr tödlich
                                            verunglückt. Von den 52 Verunglückten      Doch auch die Raserei und die Zunahme
pe der jungen Erwachsenen im Alter von
                                            waren 30 im Alter von 65 Jahren und        von ablenkenden Handlungen am Steuer
18 bis einschließlich 24 Jahren sank die
Anzahl der tödlich Verunglückten eben-      darüber. Dagegen sank die Anzahl der       bleiben im Fokus der polizeilichen Ver-
so: von 63 auf 59 Todesopfer. Von den       getöteten Radfahrer von 55 auf 50, wo-     kehrssicherheitsarbeit.“
tödlich verunglückten jungen Erwach-        bei 33 Seniorinnen und Senioren dazu                                Thomas Buchheit

Foto: Polizei                                                                                                  Heft 3/2017 proPolizei   5
Pro POLIZEI - Polizei Niedersachsen
Titel

PD Hannover

„Abgelenkt … ist NEBEN der
Spur!“ – ein Präventionsprojekt
A      blenkung spielt im verkehrspoli-
       zeilichen Kontext, insbesondere
durch die stetige Zunahme der vielfälti-
                                           entwickelt. Die schweren Verletzungen
                                           nach einem Verkehrsunfall rangieren im
                                           Alterssegment zwischen 15 und 29 Jah-
                                                                                        In 75-90 Minuten werden Sachverhalte
                                                                                        von Unfällen mit leicht- und schwer-
                                                                                        verletzten als auch Unfälle mit getöteten
gen digitalen Möglichkeiten, eine zu-      ren auf Platz eins der Todesursachen.        Personen präsentiert. Durch den Auftritt
nehmende Rolle. Auch wenn der Nach-        Daran angelehnt fokussiert sich die Ziel-    realer Unfallbeteiligter (zum Beispiel
weis schwer zu erbringen ist, muss man     gruppe des Projekts auf die elften Klas-     Unfallverursacher, Opfer, Angehörige,
davon ausgehen, dass eine zunehmende       sen der Gymnasien sowie vergleichbare        Notfallseelsorger, Rettungskräfte, Poli-
Anzahl an Verkehrsunfällen durch Ab-       Klassen der weiterführenden und berufs-      zeikräfte) wird in Interaktion mit dem
lenkung verursacht wird.                   bildenden Schulen.                           Publikum getreten. Die Bühnenveran-

                                                              Das Projekt. In einem     staltung wird durch polizeiliche Modera-
                                                            Bühnenstück, das ab         torinnen und Moderatoren begleitet. In
                                                            dem Schuljahr 2017 /        den Schulen gibt es eine Vorbereitung
                                                            2018 aufgeführt wird,       und im direkten Anschluss an die Büh-
                                                            werden ausgewählte          nenveranstaltung eine Reflektion im
                                                            Referenzunfälle darge-      Klassenverband.
                                                            stellt, die sich im Be-       Aktueller Projektstatus. Im November
                                                            reich der PD Hannover       fand bereits eine Preview-Veranstaltung
                                                            und im Zusammenhang         statt, bei der das Projekt der medialen
                                                            mit Ablenkung im Stra-      Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Neben
                                                            ßenverkehr ereignet ha-     den örtlichen Pressevertretern und den
                                                            ben. Diese Referenz-        Projekt-Schirmherren, den Lizenzspie-
                                                            unfälle hat die PD          lern von Hannover 96, waren unter an-
                                                            Hannover filmisch auf-      derem die Kooperationspartner: die
                                                            bereitet. Der Schwer-       Landeshauptstadt Hannover sowie die
                                                            punkt in der Darstel-       Region Hannover, die Medizinische
                                                            lung liegt jedoch nicht     Hochschule Hannover, die ÜSTRA Han-
                                                            in der Präsentation von     noversche Verkehrsbetriebe AG, Volks-
  Diesem Thema hat sich die PD Han-        Schockbildern, sondern in der Betrach-       wagen Nutzfahrzeuge und der ADAC
nover angenommen und ein Präventions-      tung der unfallbedingten Folgen, was den     e.V. eingeladen und konnten sich von
projekt für Schülerinnen und Schüler       Betrachter emotional sensibilisieren soll.   dem bisherigen Ergebnis überzeugen.

6   proPolizei   Heft 3/2017
Pro POLIZEI - Polizei Niedersachsen
Titel

                                  Im Mo-     Hannover
                                nat April
                                starteten
                                die ers-
                                ten Pre-
                                             PD erprobt das 3D-
                                Ve r a n -
                                staltun-
                                gen an
                                             Lasermessverfahren
                                ausge-
                                suchten
                                Schulen
                                in Han-
                                nover.
                                Ab Juli
wird das Projekt federführend an Dezer-
nat 12.3 übergeben und ab August wer-
den die Präventionsteams der sechs
Polizeiinspektionen eigenständig das
Programm durchführen. Das Projekt ist
zunächst auf eine Laufzeit von zwei
Jahren angelegt und wird im Anschluss
evaluiert.
   Die Auftaktkampagne. Um die Ziel-
gruppe bereits im Vorfeld aktiv an das
Thema Ablenkung im Straßenverkehr
heranzuführen, startete Ende Oktober
2016 ein Wettbewerb für die Schülerin-
nen und Schüler der 9. bis 11. Klassen,
an dem sie sich mit kreativen Arbeiten
                                             S     eit Anfang 2016 erprobt ein dienst-
                                                   stellenübergreifendes Team aus
                                             VUD und KDD der PD Hannover den von
                                                                                         kehrsunfall-/Tatortaufnahmesysteme
                                                                                         PHIDIAS und SPHERON unterstützt,
                                                                                         ergänzt oder gar ersetzt werden können.
in Form von Kurzfilmen oder Plakaten         der ZPD im Auftrag des LPP beschafften        Neben maßstabsgerechten Skizzen (so-
beteiligen konnten.                          3D-Laserscanner der Firma Zoller &          genannten Orthofotos) von Verkehrsun-
   Die Resonanz war hoch, nicht zuletzt,     Fröhlich vom Typ5010X.                      fallstellen beziehungsweise Tatorten lie-
weil die durch Sponsoring finanzierten         Die bis dato in Zusammenarbeit mit        fert der Scanner ein farbiges,
Geldpreise in Höhe von insgesamt mehr        dem Auswerteteam der ZPD gesammel-          dreidimensionales Modell der entspre-
als 10.000 Euro sehr attraktiv sind. Die     ten Erkenntnisse lassen ein positives       chenden Örtlichkeit, welches unter Zu-
Abstimmung über die Siegerbeiträge           Resümee erwarten. Beurteilt werden          hilfenahme einer mitgelieferten Software
wird ab Anfang Mai über ein öffentliches     sollte insbesondere, inwieweit die Ver-     deren nachträgliche Inaugenscheinnahme
Voting in ausgesuchten sozialen Medien                                                                          aus verschiedens-
erfolgen. Die Preisverleihung findet an-                                                                        ten Blickwinkeln
schließend im Rahmen der „Ideen-Expo“                                                                           unter anderem zur
am 15. Juni statt.                                                                                              Rekonstruktion
   Ab Mai können auch Sie sich am öf-                                                                           erlaubt.
fentlichen Voting beteiligen. Es lohnt                                                                             Informationen
sich, denn die besten Werke werden im                                                                           über die An-
Anschluss für die polizeiliche Präven-                                                                          sprechpartner des
tionsarbeit weiterverwendet. Für Rück-                                                                          VUD, KDD oder
fragen steht Ihnen jederzeit PKin Natalie                                                                       die ZPD sind
Preiß als Geschäftsführerin zur Verfü-                                                                          unter 0511-96 95-
gung. E-Mail: ablenkung@pd-h.polizei.                                                                           73 81 zu bekom-
niedersachsen.de, Tel.: 0511-109 3608                                                                           men.
                             Natalie Preiß                                                                               Dirk Lüders

Fotos: Polizei                                                                                                   Heft 3/2017 proPolizei   7
Pro POLIZEI - Polizei Niedersachsen
Titel

Training ist das A und O

Weiterhin hohes Interesse für das
Programm „Fit im Auto“
N       ichts geht über das persönliche
        Fahrtraining – so die einhellige
Meinung der Projektverantwortlichen zu
„Fit im Auto“ und die durchweg positi-
ven Rückmeldung der bisherigen Teil-
nehmerinnen und Teilnehmer.
   Als vor rund zwei Jahren die Landes-
verkehrswacht Niedersachsen, der Fahr-
lehrerverband Niedersachsen und die
Polizei Niedersachsen das gemeinsame
Programm ins Leben riefen, entsprach
genau dieses Ergebnis den damaligen
Vorstellungen. Ein Training, das älteren
Menschen ab 65 Jahren (oder jünger) die
Möglichkeit bietet, das eigene Können
hinter dem Steuer zu testen und gemein-          Neu in Niedersachsen

sam mit Experten zu hinterfragen.
   In Niedersachsen nahmen in den letz-
ten 24 Monaten rund 3.000 Seniorinnen
und Senioren daran teil und die Nach-
frage ist ungebrochen. Ergänzt durch die
unzähligen positiven Rückmeldungen
steht fest: Niedersachsen hat mit diesem         Fit im Auto
                                                 Das richtige Training für sicheres Autofahren
Programm den richtigen Weg eingeschla-
gen. Daher folgt ein weiterer Ausbau, um
das Training in Niedersachsen möglichst
flächendeckend anbieten zu können.
   Auch der Deutsche Verkehrsgerichts-
tag bestätigte in diesem Jahr (im Arbeits-
kreis III), dass Niedersachsen bereits das
bietet, was zwingend bundesweit zu
schaffen ist: Eine qualifizierte Rück-
meldefahrt, deren Teilnahme auf frei-
williger Basis beruht. Daraus folgte, dass
sich weitere Bundesländer nach dem
niedersächsischen Konzept erkundigt
haben. Ergänzende Informationen zu
„Fit im Auto“ und den einzelnen Semi-
narangeboten in Niedersachsen stehen
unter www.landesverkehrswacht.de zur
Verfügung.
                               Thomas Buchheit

8   proPolizei   Heft 3/2017                                                                     Fotos: Polizei
Pro POLIZEI - Polizei Niedersachsen
Titel

Niedersachsen zeigt „Rote Karte“

Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt
S     eit Jahren verzeichnet Niedersach-
      sen eine Zunahme der polizeilich
registrierten Straftaten des „Unerlaubten
                                            Ortschaften und fünf Prozent (2.227) auf
                                            den niedersächsischen Autobahnen. Im
                                            Regelfall und in der Mehrzahl vollzogen
                                                                                        ler“ zurück zu führen. Jedoch bei 2.643
                                                                                        Unfallfluchten im Straßenverkehr sind
                                                                                        im letzten Jahr ebenso verunglückte
Entfernens vom Unfallort“. Waren es         sich die Unfallfluchten tagsüber, meist     Personen betroffen gewesen, in zwölf
2007 noch 39.818 Unfallfluchten, so         montags bis freitags und nahezu gleich-     Fällen sogar mit tödlichem Ausgang.
stieg die Zahl 2016 auf 48.341.             mäßig im Jahresverlauf verteilt. Fast die     Landesweit werden daher Landesver-
   Vor diesem Hintergrund präsentierte      Hälfte aller Fluchten (20.039), bei denen   kehrswacht Niedersachsen e.V. und
Innenminister Boris Pistorius Mitte März    lediglich Sachschaden entstanden ist und    Polizei gemeinsam verstärkt dafür wer-
bei der Bekanntgabe der Unfallstatistik     das Fahrzeug weiterhin fahrbereit war,      ben, sich nach einem Unfall richtig zu
symbolisch eine „Rote Karte“ und gab        sind auf sogenannte „Parkplatz-Remp-        verhalten. Wie das geht, ist schnell er-
                                                                                                          klärt: Eine angemesse-
                                                                                                          ne Zeit warten und die
                                                                                                          Polizei alarmieren,
                                                                                                          wenn der Fahrzeugbe-
                                                                                                          sitzer nicht erscheint.
                                                                                                          Die Polizei wird dann
                                                                                                          den Unfall aufnehmen
                                                                                                          und den Halter ermit-
                                                                                                          teln. Diese und weitere
                                                                                                          Tipps finden sich wie-
                                                                                                          der auf Plakaten, Post-
                                                                                                          karten, Filmbeiträgen
                                                                                                          und vielen weiteren
                                                                                                          Hinweisen. Minister
                                                                                                          Pistorius erklärte dazu:
                                                                                                          „Jeder kann einen Feh-
                                                                                                          ler begehen, aber ma-
                                                                                                          chen Sie sich nicht
                                                                                                          strafbar, sondern stel-
                                                                                                          len Sie sich der Ver-
                                                                                                          antwor tung. Schon
                                                                                                          heute wird nahezu jede
                                                                                                          zweite Unfallflucht von
                                                                                                          der Polizei aufgeklärt“.
                                                                                                          Und der Minister wei-
                                                                                                          ter, „Unfallflucht ist
                                                                                                          kein Kavaliersdelikt,
damit den Start einer landesweiten In-                                                                    sondern eine ernstzu-
formations- und Aufklärungskampagne                  Unfallflucht in                    nehmende Straftat mit weitreichenden
bekannt.                                             Niedersachsen:                     Folgen. Daher lautet unser Appell: Blei-
   Den überwiegenden Teil der Unfall-                                                   ben Sie fair – wählen Sie 110!“
                                              Durchschnittlich 130 Unfallfluchten
fluchten, nämlich rund 85 Prozent                                                         Nähere Informationen bieten auch die
                                              wurden 2016 pro Tag polizeilich
(41.280), verzeichnete die Polizei im                                                   Internetseiten der Landesverkehrswacht
                                              registriert, das heißt, alle zehn Mi-
letzten Jahr innerhalb geschlossener Ort-                                               Niedersachsen und der Polizei Nieder-
                                              nuten entfernte sich ein Beteiligter
schaften. Lediglich rund zehn Prozent                                                   sachsen.
                                              unerlaubt vom Unfallort.
(4.832) gab es außerhalb geschlossener                                                                           Thomas Buchheit

                                                                                                                Heft 3/2017 proPolizei   9
Pro POLIZEI - Polizei Niedersachsen
Titel | Aktuell

                                                  CeBIT
 Sicherheit im Radverkehr
 Ich trag‘ Helm.                                  Erster Auftritt für
 Du auch?
    Mit dem Beginn der diesjährigen
                                                  ZAC ein voller Erfolg
 Fahrradsaison startet in Niedersach-
 sen zugleich die Verkehrssicher-
 heitsaktion „Niedersachsenhelm“.
 Die Landesverkehrswacht Niedersa-
 chen e.V. hat dazu gemeinsam mit
 der Firma Uvex Sports das Sonder-
 modell eines Fahrradhelms heraus-
 gebracht, der in Niedersachsen über
 den Fahrradhandel erworben werden
 kann.
    Der „Niedersachsenhelm“ ist zum
 Vorzugspreis von 69,95 Euro in zwei
 verschiedenen Größen erhältlich und
                              im Farb-
                                t o n
                                 white
                                 car-             BKA-Chef Holger Münch (l.) und LKA-Präsident Uwe Kolmey mit den ZAC-Mitarbeiter bei
                                b o n             einem gemeinsamen Gruppenfoto mit dem Standteam
                               gehal-
                               t e n .
                             Dane-
                             ben weist
                                                  D       ie Prominenz gab sich die Klinke
                                                          in die Hand: Ob Innenminister
                                                  Boris Pistorius, BKA-Präsident Holger
                                                                                                 Aus den weit mehr als 100 geführten
                                                                                               Gesprächen mit Vertretern von Unter-
                                                                                               nehmen ergab sich mit dem vielfach
                           der modi-              Münch, Landespolizeipräsident Uwe            geäußerten Wunsch nach Beratungster-
                     sche und sport-              Binias, die Staatssekretärin im Bundes-      minen und Awareness-Vorträgen bereits
 lich-aktuelle Helm als weiteres Si-              arbeitsministerium, Yasmin Fahimi, oder      jetzt ein volles Auftragsbuch für die
 cherheitsmerkmal an der Helm-                    FDP-Landesvorsitzender Dr. Stefan            ZAC-Mitarbeiter.
 rückseite ein LED-Licht auf.                     Birkner – sie alle haben es sich nicht         Neben dem Messestand wurde der
    Die landesweite Kampagne zur                  nehmen lassen, bei der diesjährigen Ce-      Auftritt der ZAC durch Fachvorträge
 weiteren Steigerung der Sicherheit               BIT dem Stand der Zentralen Ansprech-        beim „Security-Talk“ und auf der Bühne
                                                  stelle Cybercrime (ZAC) des Landeskri-       des Bundeswirtschaftsministeriums ab-
 im Radverkehr steht unter der
                                                  minalamtes Niedersachsen einen Besuch        gerundet, wo ergänzend zu eigenen In-
 Schirmherrschaft von Landespoli-
                                                  abzustatten. Für die Mitarbeiter der ZAC
 zeipräsident Uwe Binias.                                                                      halten auch auf das Angebot der Zentra-
                                                  war der erstmalige Auftritt auf der Tech-
    Nähere Informationen, insbeson-                                                            len Ansprechstellen anderer Bundes-
                                                  nologiemesse CeBIT ein voller Erfolg.
 dere zu den einzelnen Verkaufsstel-                                                           länder aufmerksam gemacht wurde.
                                                     Zusammen mit der Sicherheitskoope-
 len, erteilt die Geschäftsstelle der                                                            Durch die Erwähnung der ZAC in
                                                  ration Cybercrime hat sich die ZAC dem
 Landesverkehrswacht Niedersach-                                                               einem Beitrag der deutschen Presseagen-
                                                  Fachpublikum in der Business-Security
 sen beziehungsweise können auf                   Halle mit den Schwerpunktthemen Be-          tur zur diesjährigen CeBIT konnte eine
 deren Homepage unter www.landes-                 ratung und Unterstützung bei Cyberan-        breite Öffentlichkeit erreicht werden.
 verkehrswacht.de eingesehen wer-                 griffen in Unternehmen und IT-Sicherheit       Für das kommende Jahr ist eine Fort-
 den.                                             präsentiert. Die Bedeutung der Sensibi-      führung mit allen Zentralen Ansprech-
                                                  lisierung der Mitarbeiter stand hierbei im   stellen der Bundesländer geplant.
                                Thomas Buchheit
                                                  besonderen Fokus.                                                     Christian Pursche

10   proPolizei   Heft 3/2017                                                                                                   Foto: Polizei
Aktuell

Übung im Nordverbund

Wasserwerfer-Besatzungen
proben den Ernstfall
S      teine, Feuer, eskalierende Gewalt
       – wenn die Stimmung bei Fußball-
spielen oder Demonstrationen kippt,
kann es schnell brenzlig werden. Um gut
auf solche Situationen vorbereitet zu
sein, braucht es vor allem eines: Erfah-
rung und professionelles Können.
  Zum Abschluss eines zweiwöchigen
Lehrgangs im Umgang mit dem Wasser-
werfer 10.000 (WaWe10) sind im März
Angehörige verschiedener WaWe- und
Sonderwagen-Züge des Nordverbunds
zu einer gemeinsamen Übung auf dem
ehemaligen Gelände der Freiherr-von-
Fritsch-Kaserne in Hannover Bothfeld
zusammengekommen. Insgesamt 50
Beamtinnen und Beamte aus Nieder-
sachsen, Schleswig-Holstein, Bremen,
Hamburg und Mecklenburg-Vorpom-
mern vertieften zusammen mit neun
Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilneh-
mern das Erlernte und trainierten in
verschiedenen Szenarien den Umgang
mit ihren Sonderfahrzeugen.
  Der WaWe10 als echter „Allrounder“.
Im Kern der Übung stand eine nachge-
stellte Demonstration, bei der es zu ge-
walttätigen Ausschreitungen kam. An        gezieltem Strahl können auch „Wasser-      SW-Zugs in der TEE Niedersachsen, PHK
verschiedenen Stellen des Übungsareals     sperre“ und „Wasserregen“ als effektives   Michel Gegg: „Der Versuchsballon des
wurde der Einsatzzug immer wieder von      Einsatzmittel zur Anwendung kommen.        kooperativen WaWe10 Lehrganges ist
gewaltbereiten Störern angegriffen.           Für eine „Wassersperre“ werden die      sicher gelandet. Das durchweg positive
Diese warfen mit Tennisbällen, zündeten    Strahlrohre des WaWe auf den Boden         Feedback legt den Schluss nahe, die ge-
Pyrotechnik und gingen aggressiv auf       gerichtet, um Störer mit einer Wasser-     meinsame Aus- und Fortbildung auszu-
die Beamtinnen und Beamten los. Per        Barriere auf Distanz zu halten. Das        weiten und zu intensivieren.“
Lautsprecher wurden die „Krawall-          schafft die Möglichkeit für Einsatzkräf-     Auch die Lehrgangsteilnehmerinnen
macher“ aufgefordert den Platz zu räu-     te, sich auf Höhe des Wasserwerfers neu    und -teilnehmer zogen ein positives
men – half dieses nicht, wurde vom         zu formieren. Der indirekte und flächen-   Resümee: Mit den wertvollen Erfahrun-
Wasserwerfer Gebrauch gemacht.             deckende „Wasserregen“ soll vor allem      gen einer praxisnahen Ausbildung sehe
  Entlang der veränderbaren Strahlbilder   größere Personengruppen durch Bewer-       man sich für zukünftige, gemeinsame
des WaWe10 probten die Teilnehmerin-       fen mit Wasser zurückdrängen.              Einsätze im Rahmen des Nordverbundes
nen und Teilnehmer unterschiedliche           Zufrieden mit der Abschlusspräsenta-    gut gerüstet.
Manöver: Neben dem „Wasserstoß“ als        tion zeigte sich der Zugführer des WaWe/                                Marc Nicksch

Fotos: Polizei                                                                                             Heft 3/2017 proPolizei   11
Aktuell

Internationale Beziehungen

Polizeikommandant von Posen
zu Gast in Hannover
D       ie niedersächsische Landespoli-
        zei ist eine moderne und zu-
kunftsorientiert ausgerichtete Organisa-
tion. Dazu zählen auch die vielfältigsten
internationalen Verbindungen, deren
Koordinierung dem Landespolizeiprä-
sidium obliegt.
   Exemplarisch sei hier die Beteiligung
der Polizeidirektion Braunschweig an
dem EU-Projekt „CITYCoP“ unter der
Gesamtverantwortung der Universität
Groningen/Niederlande erwähnt.
   Des Weiteren bestehen weltweite
Kontakte zu den niedersächsischen
Partnerregionen und deren polizeilichen
Institutionen beziehungsweise Einrich-
tungen.
   Hervorzuheben sind in diesem Zu-
sammenhang die Beziehen zu den bei-
den polnischen Partnerregionen Nieder-      cher Projekte werden seitens des Lan-     Flughafen-Betreibergesellschaft vor-
schlesien und Großpolen. Zu beiden          despolizeipräsidiums jeweils Flächen-     gestellt wurde.
Regionen bestehen mehrjährige, histo-       behörden beauftragt.                        Als krönender Abschluss erfolgten die
risch gewachsene Kontakte und enge,           Als jüngstes Beispiel der internatio-   Besichtigung der am Flughafen behei-
freundschaftliche Verbindungen.             nalen Zusammenarbeit sei hier der Be-     mateten Polizei-Hubschrauberstaffel
   Hierzu findet ein regelmäßiger Aus-      such des neuen Polizeikommandanten        und eine Vorführung des neuen Hub-
tausch von Delegationen auf höchster        der Woiwodschaft Großpolen (Posen),       schraubers vom Typ Eurocopter. Die
Ebene statt. Ebenso haben Landespolizei-    General Tomasz Trawinski, Anfang          Vorstellung des zehn Millionen Euro
präsident Uwe Binias und Landespolizei-     Dezember 2016 (Foto), erwähnt.            teuren Hubschraubers hinterließ bei den
direktor Knut Lindenau bereits wiederholt     General Trawinski folgte einer Ein-     polnischen Gästen ganz offensichtlich
an den Feierlichkeiten zum polnischen       ladung des LPP Uwe Binias und be-         einen tiefen Eindruck.
„Tag der Polizei“ teilgenommen.             suchte mit einer Delegation die nieder-     Auch in Zukunft werden sich auslän-
   Auf Arbeitsebene findet ein regelmä-     sächsische Landeshauptstadt. Neben        dische Kolleginnen und Kollegen in
ßiger Austausch und damit verbunden         dem persönlichen Kennenlernen wurde       Niedersachsen aufhalten und nieder-
die Entsendung von Kolleginnen und          die Fortsetzung und Vertiefung der Be-    sächsische Kolleginnen und Kollegen
Kollegen in das jeweils andere Land         ziehungen zwischen der niedersächsi-      im Rahmen von Projekten in die nieder-
statt.                                      schen Landespolizei und der Polizei der   sächsischen Partnerregionen reisen.
   Im Jahre 2016 nahmen polnische Be-       Woiwodschaft Großpolen vereinbart.          Die Planung, Organisation und Ab-
amtinnen und Beamte an verschiedenen          Abgerundet wurde der Aufenthalt der     wicklung von Workshops, Seminaren
Projekten in den Bereichen Cybercrime,      polnischen Gäste durch einen Besuch       und anderer Fortbildungsmaßnahmen
Organisierte Kriminalität und Kfz-Kri-      des Flughafens Hannover, wo das ge-       wäre ohne die Einbindung und das En-
minalität in Niedersachsen teil. Mit der    meinsame Sicherheitskonzept der Lan-      gagement der Behörden nicht möglich.
Organisationen und Durchführung sol-        despolizei, der Bundespolizei sowie der                            Martin Knieling

12   proPolizei   Heft 3/2017                                                                                        Foto: Polizei
Aktuell

Ministergespräch

Über 200 kamen nach Nienburg
in die Polizeiakademie
L      ebhafte Diskussionen über Plan-
       stellen und Stellenbewertungen,
eine lockere Atmosphäre zu der auch ein
                                              Im März war es dann soweit: Zum Mit-
                                            tag hin rollten die Fahrzeuge aus Olden-
                                            burg, Hann. Münden und Hannover an
                                                                                        minister auch sogleich fachlich gefordert.
                                                                                        Die Studierenden machten sich angesichts
                                                                                        der steigenden Mitschülerzahl Gedanken
nahbarer Minister und ein kleiner Ver-      und die Aula am Studienort Nienburg         um die vorhandenen Räumlichkeiten, die
sprecher beitrugen. Und zu guter Letzt      füllte sich mit rund 200 gespannten Ge-     nötige Zeit für Praxisinhalte, die Anzahl
das Bekenntnis von Boris Pistorius, Än-     sichtern.                                   der Dozenten zur Erfüllung der Studien-
derungen bei der Polizei aus seiner Über-     Der Minister freute sich über die rege    inhalte aber auch um die Ausstattung im
zeugung heraus und nicht aus anderen        Teilnahme und auch darüber, dass seine      Einzeldienst zum Schutz bei Terrorlagen.
Beweggründen durchzuführen, da sie          Einladungsmail in Zeiten von Cyberatta-        Ausführlich wurde die Problematik der
diese Verbesserungen wirklich benötige.     cken nicht als Spam gelöscht wurde.         Planstellen bei Polizeitrainern und Do-
„Man gewinnt keine Wahl mit dem Thema       Überzeugend erklärte er dem Stamm-          zenten mit dem Minister, der Akademie-
,Innere Sicherheit‘, man verliert sie       personal aus Vollzug und Verwaltung         führung und der Personalvertretung dis-
höchstens“ erläuterte er.                   sowie den Studierenden, dass es ihm um      kutiert. Einem wiederkehrenden Problem
   Am 2. November 2016 erreichte die        das Interesse an direkten Informationen     bei der Uniformbestellung der neuen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der        und die Gewichtung der Probleme an der      Studierenden wird der Minister sich wid-
Polizeiakademie eine E-Mail des Nieder-     Basis gehe. Bei den bereits stattgefunde-   men. Hier wurde durch die Studierenden
sächsischen Innenministers Boris Pisto-     nen sieben Ministergesprächen in den        ein Tag der Anprobe angeregt, damit
rius, in der er zum „Ministergespräch“      Polizeibehörden sei jedes Mal eine The-     langwierige Retouren vermieden werden
einlud. „Ihre Fragen stehen im Mittel-      matik dabei gewesen, von der er vorher      können.
punkt, spontan, direkt und ehrlich an       noch nie gehört habe.                          „Wie will die Politik der Polizei beim
mich“, so der Minister.                       Mit den ersten Fragen war der Innen-      steigenden Respektverlust der Bevölke-
                                                                                        rung den Rücken stärken?“, war eine
                                                                                        weitere Frage. Für Minister Pistorius ganz
                                                                                        klar: Die Strafrechtsverschärfung zum
                                                                                        Schutz von Polizisten (Neufassung § 46
                                                                                        StGB) sei nur ein Aspekt, viel wichtiger
                                                                                        sei die persönliche Wertschätzung gegen-
                                                                                        über den Polizisten, die er vermitteln
                                                                                        möchte, „…und das zum Beispiel mit der
                                                                                        Wiedereinführung der Heilfürsorge, der
                                                                                        Erhöhung der Erschwerniszulage und den
                                                                                        zusätzlichen 1.250 Stellenhebungen bis
                                                                                        2018. Aber auch durch die Erhöhung der
                                                                                        DuZ-Beiträge [Zahlung für Dienst zu
                                                                                        ungünstigen Zeiten] liegen wir mittler-
                                                                                        weile im Mittelfeld der Bundesländer, das
                                                                                        ist noch nicht Champions League, aber
                                                                                        vielleicht kommen wir da die nächsten
                                                                                        Jahre noch hin“, so Pistorius zum Ab-
                                                                                        schluss eines informativen wie kurzwei-
                                                                                        ligen Besuchs.
                                                                                                                      Marion Henke

Fotos: Polizei                                                                                                 Heft 3/2017 proPolizei   13
Niedersachsen

Strategie-Workshop

Die Qualität unserer Ziele bestimmt
die Qualität unserer Zukunft

D       ie Erkenntnisse aus dem Strate-
        gieforum 2016, die Ergebnisse
des Befragungscontrollings 2016, die
                                            rinnen und Teilnehmer aus allen Fach-
                                            referaten in diesem Jahr in Loccum, um
                                            unter anderem die strategischen Ziele
                                                                                       Einfluss auf den diesjährigen Strategie-
                                                                                       Workshop genommen hat:
                                                                                         Befragungscontrolling 2016. Vom 15.
aktualisierten Behördenstrategien sowie     und Maßnahmen des LPPs auf ihren           November bis zum 19. Dezember 2016
die Auswirkungen des ersten Strategie-      Fortbestand und ihre Aktualität zu über-   wurde zum zweiten Mal das Befragungs-
gesprächs 2017 im Landespolizeipräsi-       prüfen. Darüber hinaus wurden erste        controlling im Rahmen des Strategie-
dium (LPP) haben alle eines gemeinsam:      Ideen für das landesweite Strategieforum   prozesses durchgeführt. In einer Online-
sie bildeten die Grundlage für den dies-    2017 gesammelt, welches am 25. und 26.     Umfrage wurden insgesamt 419
jährigen Strategie-Workshop des LPP,        August zum wiederholten Male in Han-       Kolleginnen und Kollegen zur Strategie
der bereits zum dritten Mal stattgefunden   nover stattfinden wird.                    2020 befragt. Dabei wurden dieselben
hat.                                          Lassen Sie uns zunächst einen Blick      Strategiepatinnen und -paten, von den
  Nach Bad Nenndorf 2015 und Bad            zurückwerfen auf den Aspekt des Be-        Behörden ausgewählte Expertinnen und
Pyrmont 2016 trafen sich die Teilnehme-     fragungscontrollings, der den größten      Experten sowie Mitglieder der Quer-

14   proPolizei   Heft 3/2017
Niedersachsen

schnittsgruppe angeschrieben, wie schon
bei der ersten Durchführung im Jahre
2014. Hier wurde bereits beachtet, dass
die Befragten ungefähr in gleicher An-
zahl aus den drei verschiedenen Gruppen
vertreten sind.
   Die Umfrage war aufgeteilt in einen
quantitativen Teil, in dem Zielerrei-
chungsgrad und Wichtigkeit eines jeden
strategischen Ziels eingeschätzt werden
konnte und in einen qualitativen Teil, in
dem freie Meinungsäußerungen in Form
von Verbesserungsvorschlägen, Lob und
Kritik formuliert wurden. Die Auswer-
tung der Ergebnisse erfolgte Anfang
2017 durch das Strategieteam im LPP
und die Befragungsergebnisse lieferten
– vor allem auch dank der vielen konst-
ruktiven Rückmeldungen im freien Be-
fragungsteil – eine gute Grundlage „von
der Basis“ für die Überarbeitung der
Strategie 2020.
   Im Intranet der Polizei Niedersachsen
(ISI) werden wir die Ergebnisse für alle
Kolleginnen und Kollegen zeitnah zur
Verfügung stellen. Damit geben wir Ih-
nen auch die Gelegenheit zu überprüfen,
ob sich die Einschätzung der Befragten
mit Ihrer eigenen Wahrnehmung der
Strategie 2020 deckt.
   Resultat des Workshops. Die Strategie
2020 stellt mit den hinterlegten strategi-
schen Zielen auch aktuell noch eine so-
lide Grundlage für eine zukunftsorien-
tierte Polizeiarbeit in Niedersachsen dar.   aufbauende Konzepte“ hinzugefügt.          somit Ziele und Maßnahmen unverändert
Die Qualität unserer Ziele bestimmt          Dahinter verbirgt sich der Gedanke, an-    stehen geblieben. Dennoch soll hier auch
damit auch die Qualität unserer Arbeit.      gemessen auf die unterschiedlichen         weiterhin mit Hochdruck an den bereits
Als Quintessenz der Diskussionen wur-        Phänomene der Gewalt – vor allem           bestehenden Maßnahmen gearbeitet
de entschieden, dass im Zielbereich          gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und        werden. So wurden unter anderem die
„Sicherheit“ ein neues strategisches Ziel    -beamte – reagieren zu können.             erfolgreichen FEM-Workshops hervor-
implementiert wird.                            Außerdem wollen wir im Zielfeld          gehoben, die auch weiterhin durchge-
   Die Ausformulierung des Ziels erfolgt     „Arbeitswelt“ für ein besseres Arbeits-    führt werden sollen, um eine größtmög-
durch die zuständigen Fachreferate.          umfeld sorgen, in dem wir die Erkennt-     liche Beteiligung der Mitarbeiterinnen
Darüber hinaus wurden in den Gruppen-        nisse von bereits getroffenen (strategi-   und Mitarbeiter in Ausstattungsfragen
arbeiten und den anschließend geführten      schen) Maßnahmen miteinander ver-          im Sinne der Strategie 2020 zu gewähr-
Diskussionen Themenschwerpunkte              knüpfen.                                   leisten.
ausgemacht, die zukünftig mehr Beach-          Im Zielfeld „Finanzen“ wurden diver-        Sie haben Ideen für das Netzwerk Auf-
tung finden müssen. So wird beispiels-       se Maßnahmen als abgeschlossen oder        gabenkritik oder allgemeine Anregungen
weise im Zielfeld „Gewalt“ die Maß-          implementiert gestrichen – hier steht      zum Strategieprozess? Schreiben Sie uns
nahme „Gezielte und praxisnahe               künftig im Vordergrund, die Ergebnisse     eine E-Mail an strategie2020@mi.nie-
Analyse von gewaltbezogenen Phäno-           noch stärker transparent zu machen.        dersachsen.de.
menen auf regionaler Ebene und darauf        Lediglich im Zielfeld „Technologie“ sind                    Ihr Strategieteam im LPP

Foto: Polizei                                                                                                 Heft 3/2017 proPolizei   15
Niedersachsen

Fachtagung

Bewältigung von Einsatzlagen mit
erhöhter Eigengefährdung
M        ehr als 200 Zuhörerinnen und
         Zuhörer aus den Dienststellen
der Polizeidirektion Brauschweig, aber
                                            geschaffenen Konzeptionen einer stän-
                                            digen Überprüfung und Aktualisierung
                                            unterliegen.
                                                                                       Neben der Bewältigung der Gefahren-
                                                                                       lage aus Anlass des Jahreswechsels 2015
                                                                                       standen der Amoklauf im Olympiaein-
auch anderer Polizeibehörden des Lan-         Der Systemische Einsatztrainer Marc      kaufzentrum in München sowie die
des waren der Einladung des Dezernates      Hermann unterstrich in seinem Referat,     Anschläge in Würzburg und Ansbach im
12 gefolgt, um an einer Fachtagung zur      dass es angesichts der derzeitigen Be-     Jahr 2016 im Mittelpunkt seiner Aus-
Bewältigung von Einsatzlagen mit er-        drohungslage notwendig ist, die be-        führungen.
höhter Eigengefährdung teilzunehmen.        stehenden Zugriffskonzepte anzupassen,       Im Anschluss daran erläuterte KKH
   In seiner Begrüßung wies PP Michael      um die Gefahren für die Kräfte des         Bernd-Michael Günter, über welche
Pientka darauf hin, dass es nicht zuletzt   Einsatz- und Streifendienstes in ihrer     Möglichkeiten und Grenzen die Ver-
vor dem Hintergrund der anhaltenden         unmittelbaren und finalen Bekämpfung       handlungsgruppen im Zusammenhang
abstrakten terroristischen Ge-                                                                    mit der Bewertung von Ge-
fährdungslage in Deutschland                                                                      fahrenlagen verfügen. Im
für die Sicherheitsbehörden                                                                       Mittelpunkt standen dabei die
wichtig ist, die aktuellen Ent-                                                                   Erkennung und die Beschrei-
wicklungen zu bewerten und                                                                        bung von gefahrenbegrün-
in die polizeilichen Konzepte                                                                     denden Indikatoren und Ver-
einfließen zu lassen, diese                                                                       h a l t e n s m u s t e r n s ow i e
abzustimmen, regelmäßig zu                                                                        wirkungsvoller polizeilicher
aktualisieren und insbesonde-                                                                     Reaktionsmöglichkeiten.
re durch Übungen, Planbe-                                                                            Den Veranstaltungstag
sprechungen und Fachtagun-                                                                        schloss KD Andreas Kühn,
gen mit Leben zu erfüllen.                                                                        der aus Sicht des Landeskri-
   PHK Frank Berger be-                                                                           minalamtes Niedersachsen
schrieb in seinem Vortrag                                                                         den Aufbau, die erfolgskriti-
eindrucksvoll und lebensnah                                                                       schen Faktoren und Problem-
wie er in seiner Funktion als                                                                     stellungen aus Anlass einer
Zug- beziehungsweise Hun-
                                                                                                  besonderen Aufbauorganisa-
dertschaftsführer der Bereit-
                                                                                                  tion einer terroristischen Ge-
schaftspolizei die Absage des
                                                                                                  fahrenlage im islamistischen
Braunschweiger Karnevalsumzuges und         von Terroristen so weit wie möglich zu
                                                                                       Umfeld beschrieb.
des Länderspiels in Hannover im Jahr        minimieren und deren Ausrüstung zu
                                                                                         Die überwältigende Resonanz und die
2015 miterlebte.                            optimieren. Eine Ausstellung ermög-
                                            lichte den Teilnehmerinnen und Teil-       ersten Rückmeldungen am Ende des
   PVP Roger Fladung verdeutlichte den
                                            nehmern der Veranstaltung eine Inaugen-    Tages bestätigten, dass die Auswahl der
Zuhörerinnen und Zuhörern der Veran-
staltung, welche konzeptionellen polizei-   scheinnahme und Er probung von             Themen dieser Fachtagung zu einer
lichen Reaktionen auf Bundes- und           Führungs- und Einsatzmitteln.              nachhaltigen Auseinandersetzung bei
Landesebene angesichts der abstrakt            Der aus München angereiste PD Tho-      den Zuhörerinnen und Zuhörern beitru-
hohen terroristischen Gefährdungslage       mas Vieweg, Leiter der dortigen Polizei-   gen und diesen vielfache Impulse gaben,
bislang initiiert wurden. Er verdeutlich-   inspektion 42, erläuterte dem Plenum die   um die Bewältigung derartiger Lagen zu
te in diesem Zusammenhang, dass auch        dortige konzeptionelle Ausrichtung und     optimieren.
die in der Polizeidirektion Braunschweig    Bewältigung von besonderen Lagen.                                        Jörg Bodendiek

16   proPolizei   Heft 3/2017                                                                                                Foto: Polizei
Niedersachsen

Fachtagung „Raumschießanlagen“

Professionelles Schießtraining
ist wichtiger denn je!
N      eben anderen Themen, die un-
       mittelbar die Handlungs- und
Einsatzfähigkeit der Polizei Niedersach-
sen betreffen, genießen auch alle Aspek-
te rund um die Schießausbildung eine
sehr hohe Priorität – nicht zuletzt auf-
grund der sich verändernden Sicherheits-
lage in Deutschland.
   Wie es um die rund 30 polizeieigenen
Raumschießanlagen (RSA) und das
Schusswaffeneinsatztraining in Nieder-
sachsen bestellt ist, damit beschäftigten
sich rund 80 Expertinnen und Experten
auf einer Fachtagung Anfang Februar in
der Zentralen Polizeidirektion Nieder-
sachsen (ZPD).
   Hand aufs Herz: Wann haben Sie
eigentlich das letzte Mal an einem
Schießtraining teilgenommen? Spätes-
tens mit der sich zuspitzenden Sicher-
heitslage wird es vermutlich nur noch
sehr wenige geben, die ihre Schießter-
mine als lästige Pflichtaufgabe sehen.      es während des Schießbetriebs zu keiner    also dem Blick in die Zukunft des poli-
   Es war also an der Zeit, das Thema       Gesundheitsbelastung durch Schadstof-      zeilichen Schusswaffeneinsatztrainings.
„Schießen“ aus unterschiedlicher Exper-     fe in der Raumluft kommt.“ Dobewall           Aus Sicht von Claudia Puglisi, Ab-
tenperspektive einmal grundlegend zu        fasste damit die Ergebnisse unterschied-   teilungsleiterin 3 in der ZPD, standen am
betrachten. Für einen solchen Ansatz        licher Untersuchungen zusammen, die        Ende der Veranstaltung mehrere Er-
sprach aber noch ein weiteres Argument:     zwei unabhängige Institute in zuvor        kenntnisse: Erstens, ein professionelles
Meldungen über mögliche Schadstoff-         ausgewählten RSA vorgenommen hat-          Schießtraining ist heute wichtiger denn
belastungen in Schießstätten der Polizei    ten.                                       je und, zweitens, hinsichtlich der Ab-
machten im vergangenen Jahr die Runde          Andere Themen auf der Agenda waren      läufe, Strukturen und technischen Aus-
und warfen auch in Niedersachsen die        darüber hinaus die Auslastung von poli-    stattung sehen alle Fachleute Optimie-
Fragestellung auf, ob das Schießen in       zeilichen RSA, die Verantwortlichkeiten    rungsbedarf. Erste Forderungen, unter
RSA womöglich gesundheitsgefährdend         beim Betrieb sowie die Organisation des
                                                                                       anderem nach mehr verbindlichen
ist.                                        Schießbetriebs.
                                                                                       Standards in den RSA, werden aktuell
   So war es dann auch PD Norbert Do-          Mit dem letztgenannten Aspekt war
                                                                                       bereits umgesetzt.
bewall (LPP, Referat 26), der gleich zu     unter anderem die Fragestellung ver-
                                                                                          Hinweis: Eine ausführliche ZPD-kom-
Beginn der Veranstaltung die wichtigste     bunden, ob das Training sinnvollerweise
Nachricht verkündete: „Solange alle, die    von Trainerinnen und Trainern im Haupt-    pakt zur Fachtagung „RSA“ findet sich
sich in einer polizeilichen RSA aufhal-     oder Nebenamt wahrgenommen werden          im ISI unter „Aktuell & Themen / Info-
ten, die Grundregeln der Hygiene be-        sollte. Zudem befasste sich ein Work-      blätter / ZPD Niedersachsen“.
achten, können wir davon ausgehen, dass     shop mit der „Raumschießanlage 2025“,                                    Karsten Wolff

Foto: Polizei                                                                                                Heft 3/2017 proPolizei   17
Niedersachsen

#SoMeWo17

Erster Social Media Workshop
der Polizei Niedersachsen
N       eue Anregungen „für meine Soci-
        al Media-Arbeit“; „Tipps und
Tricks“, „Impulse“ – diese und weitere
                                            lung handelt, die mit einem Lernprozess
                                            aller Beteiligten verbunden ist. Insoweit
                                            ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor, den mit
                                                                                          spielsweise auch Hashtags wie #MIT-
                                                                                          COLTUNDKLUNTJE oder
                                                                                          #DEHELPENDI als charakterisierende
Erwartungen stellten die rund 60 „Social-   Social Media betrauten Kolleginnen und        Stichwörter regelmäßig für regionale
Media-Experten“ an den ersten landes-       Kollegen Vertrauen entgegenzubringen          Posts verwendet, um die Community
weiten „Social Media Workshop“ der          und eine konstruktive Fehlerkultur zuzu-      stärker einzubinden. Eine ständige Be-
Polizei Niedersachsen, der am 9. und 10.    lassen. Social Media ist daher in Gänze       obachtung aller Accounts innerhalb der
März in Lüchow stattfand.                   auch als organisations-kulturelles Vor-       Zuständigkeit der PD Osnabrück ermög-
  Ziel des Best-Practice-Erfahrungsaus-     haben zu verstehen.                           licht außerdem eine Reaktion auf aktuel-
tausches war unter anderem die Arbeit mit      Soziale Medien in den PDen Osna-           le Themen und ein Lernen von anderen
sozialen Medien zukünftig noch gewinn-      brück und Braunschweig. Beispielhaft für      Social-Media-Ansätzen.
bringender zu gestalten und gleicherma-     die Möglichkeiten der polizeilichen Öf-          Auch die PD Braunschweig verfolgt in
ßen Probleme zu identifizieren. Der         fentlichkeitsarbeit in sozialen Netzwer-      ihrem Social-Media-Konzept ähnliche,
Workshop konnte hierbei auf Twitter über    ken präsentierten anschließend die               regionale Ansätze. Unter dem Arbeits-
den Hashtag #SoMeWo17 live mitver-          Polizeidirektionen (PD) Osna-                           titel „Social Media im Einsatz“
folgt werden. (Die 77 entstandenen Tweets   brück und Braunschweig                                        wurde darüber hinaus dar-
können unter http://bit.ly/2mN8NrF ein-     ihre bisherigen Maß-                                            gestellt, welche ersten
gesehen werden.)                            nahmen im Zusam-                                                  Erfahrungen in der
  Soziale Medien im Landespolizeiprä-       menhang mit der                                                    Einsatzbegleitung
sidium. Der Workshop wurde durch den        organisatorischen                                                   mit Twitter und
Leiter der „Strategischen Koordinierungs-   Anbindung der                                                       Facebook gewon-
stelle Soziale Medien“, POR Thorsten        praktischen Arbeit                                                  nen werden konn-
Massinger, mit dem aktuellen Sachstand      im Rahmen der all-                                                  ten. Als Erfolg
aus dem Landespolizeipräsidium (LPP)        gemeinen und be-                                                    konnte hierbei die
eröffnet. Nach einer kurzen Vorstellung     sonderen Aufbau-                                                   Social-Media-Be-
des Abschlussberichts der Landesarbeits-    organisation.                                                    gleitung des Braun-
gruppe „Fachstrategie Neue Medien“, die        Die PD Osnabrück ko-                                        schweiger Karnevalsum-
mit ihren Empfehlungen die Grundlage        ordiniert den Einsatz sozialer                             zuges gewertet werden,
für die weitere Meilensteinplanung          Medien zentral über ihre Social-                      welcher aus Sicht des „Polizei-
schaffte, wurden die zukünftig geplanten    Media-Redaktion, die regionalen Ac-           Teddybären Anton“ beschrieben wurde.
Schritte aus Sicht des LPP dargelegt.       counts werden vor Ort betreut. Neben der      Der erfolgreiche Einsatzverlauf des
  So ist zwischenzeitlich am 4. April der   Planung behördenweiter Aktionen, der          Teddybären führte am Ende sogar zu
Erlass über die Nutzung von Facebook        Erstellung und dem Vorhalten von GIFs,        dessen Beförderung zum „Karnevals-
erschienen. Ebenso steht die Einrichtung    Videos und aufwendigen Grafiken sowie         oberkommissar“.
einer Projektorganisation zur Optimie-      der Gestaltung des Layouts und der Ad-           Working-Groups. Die Teilnehmerinnen
rung der internen Kommunikation mittels     ministration der Accounts, steht die Soci-    und Teilnehmer nutzten die Eindrücke der
Einführung eines polizeiinternen sozialen   al-Media-Redaktion insbesondere den           vorherigen Präsentationen und brachten
Netzwerkes derzeit kurz bevor.              nachgeordneten Polizeidienststellen und       ihre eigenen Ansätze und Ideen in die
  Ausdrücklich betont wurde, dass es sich   Inhabern personifizierter polizeilicher       verschiedenen Arbeitsgruppen mit ein.
bei der Integration von sozialen Medien     Accounts als fachliche Beratung zur Seite.    Im Rahmen eines „World-Cafés“ wurden
in polizeiliche Arbeitsprozesse um eine        Grundsätzlich steht der regionale As-      vorgegebene Fragestellungen zu den Be-
dynamische und schrittweise Entwick-        pekt im Vordergrund. So werden bei-           reichen Community Policing, Social

18   proPolizei   Heft 3/2017
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Social-Media-Workshops“

Media vor Ort, Fahndung in sozialen          beziehungsweise bereits eingerichtete           so einfach und nachvollziehbar wie mög-
Netzwerken und Einsatzbegleitung mit         Organisationsbereiche in ihrer Aufgaben-        lich gestaltet sein und eine Fehlertoleranz
sozialen Medien diskutiert.                  wahrnehmung sukzessiv weiterzuentwi-            zulassen. Bisher gesammelte Erfahrungen
   Im Rahmen eines Barcamps bestand für      ckeln.                                          sind konstruktiv zu nutzen, um die eigene
alle Teilnehmer die Möglichkeit, eigene          „Wer twittert, muss seinem Social-          Social-Media-Strategie in den Behörden
Themenvorschläge einzubringen, diese         Media-Team vertrauen“, so äußerte sich          anzupassen und zu verbessern.
im Rahmen der Workshops frei mitzu-          die Pressesprecherin der Berliner Ver-             Auf diesem Wege kann gewährleistet
gestalten und die Ergebnisse zu präsen-      kehrsgesellschaft jüngst im Rahmen einer        werden, dass sich die „Social Media-Nut-
tieren.                                      Kampagne. Angesichts des Bedürfnisses           zung“ in der Polizei Niedersachsen stetig
   Während der insgesamt 30 Workshops        der Bürgerinnen und Bürger nach schnel-         fortentwickeln kann.
wurde deutlich, dass insbesondere die        ler Informationserlangung ist es notwen-           „Gewinnbringend“, „kreativ“, „infor-
Aspekte Personal und Belastung sowie         dig, dass auch die Polizei Niedersachsen        mativ“, so fiel das Resümee der Teilneh-
Vertrauen und Fehlerkultur zu Diskus-        über ihre Social-Media-Kanäle zügig und         merinnen und Teilnehmer zum Ende der
sionsbedarf führten.                         unmittelbar auf Ereignisse reagieren            Veranstaltung aus. Die gewählten Work-
   Einigkeit herrschte bei der Erkenntnis,   kann.                                           shop-Methoden führten zu einem regen
dass die Entwicklung von sozialen Me-          Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,        Erfahrungsaustausch zwischen den Soci-
dien nicht aufzuhalten ist. Die Polizei      die mit der Betreuung von Social-Media-         al-Media-Experten, die sich mit dem
Niedersachsen wird angesichts des Mehr-      Auftritten betraut sind, sollte insofern – so   Ergebnis sehr zufrieden zeigten. Die
wertes sozialer Medien zur Echtzeitkom-      auch der Tenor der Teilnehmenden – der          Wiederholung eines zweiten „Best-Prac-
munikation und der Möglichkeit einer         notwendige Handlungsspielraum einge-            tice-Workshops“ im nächsten Jahr wird
gezielten Informationssteuerung und          räumt werden, um weitgehend eigenstän-          hierbei von allen Beteiligten begrüßt. Bis
-kanalisierung an dieser Entwicklung         dig Beiträge und Posts zu verfassen. Re-        dahin wird der regelmäßige Austausch
aktiv teilnehmen.                            geln und Absprachen sind demnach                untereinander auch durch Mitwirkung der
   Dafür ist eine wichtige Voraussetzung,    gleichwohl notwendig, um den Mitarbei-          Strategischen Koordinierungsstelle „So-
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ent-    terinnen und Mitarbeitern Grundlagen            ziale Medien“ fortgesetzt und die Netz-
sprechender Befähigung zu identifizieren     und Sicherheit zu geben.                        werkbildung forciert.
und an den richtigen Stellen einzusetzen       Diese sollten in diesem Zusammenhang                                      Franziska Wicke

Foto: Polizei                                                                                                       Heft 3/2017 proPolizei   19
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