Umwelterklärung für 2019 - Hier trifft moderne Tierhaltung auf systematischen Umweltschutz - im Zoo Leipzig
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Umwelterklärung für 2019 Zoo Leipzig GmbH gemäß Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 (EMAS III) und Verordnung (EU) 2017/1505 Hier trifft moderne Tierhaltung auf systematischen Umweltschutz.
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Impressum
Herausgeber:
Inhalt
Zoo Leipzig GmbH
Pfaffendorfer Straße 29
04105 Leipzig 1. Vorwort 5
www.zoo-leipzig.de
Vertretungsberechtigter Geschäftsführer: 2. Portrait Zoo Leipzig GmbH 6
Prof. Dr. Jörg Junhold
Gesellschafter: 3. Organisation des Umweltmanagements 10
Stadt Leipzig (100%)
Martin-Luther-Ring 4-6
04109 Leipzig
4. Umweltpolitik 12
Referent Artenschutz und Umweltmanagement (UMB):
5. Umweltaspekte 14
Frank Oberwemmer
E-Mail: foberwemmer@zoo-leipzig.de
Telefon: 0341 5933-515
6. Zielerreichung und Umweltprogramm 26
Presseinformationen:
E-Mail: presse@zoo-leipzig.de 7. Umweltbilanz 28
Telefon: 0341 5933-305, Fax: 0341 5933-303
Besucherinformationen/-service: 8. Vergleich Verbrauchsdaten seit 2013 34
E-Mail: safaribuero@zoo-leipzig.de
Telefon: 0341 5933-385, Fax: 0341 5933-388
9. Artenschutz/Biodiversität 38
Allgemeine Auskünfte (außer Besucherinfos):
E-Mail: office@zoo-leipzig.de
Telefon: 0341 5933-500, Fax: 0341 5933-303 10. Verbandstätigkeiten/Mitgliedschaften 47
Fotos: 11. Umweltziele und Umweltprogramm für 2020 48
Silvio Bürger (Titel); Martin Jehnichen (S. 32/33); Safari Park Dvur Kralove/Drew Bantlin (S. 45);
Archiv Zoo Leipzig (übrige)
12. Gültigkeitserklärung 50
Stand 20205 1. Vorwort Liebe Leserinnen und Leser, zum siebten Mal legt der Zoo Leipzig eine Umwelterklärung vor, nachdem er Ende 2014 sein Umweltmanagementsystem gemäß EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) offiziell eingeführt hat und den ersten Bericht für das Jahr 2013 herausgab. Uns ist bewusst, dass auch ein Zoo, trotz seiner übergeordneten Aufgabenstellung in den Bereichen Artenschutz, Bildung und Forschung, ein Wirtschaftsbetrieb ist, der Energie und diverse Ressourcen benötigt. Der Weg zu einer nachhaltigeren „grünen“ Wirtschaftsweise ist lang und kann nur Schritt für Schritt begangen werden. Dement- sprechend werden in einem jährlichen Umweltprogramm einzelne Maßnahmen auf- gestellt, die die Umweltwirkung des Zoos positiv beeinflussen sollen. Der Zoo Leipzig hat sich bewusst für das System nach EMAS entschieden, da dieses das umfassendste innerhalb der Umweltmanagementsysteme ist und auch einen verpflichtenden Be- richt an die Öffentlichkeit beinhaltet. EMAS feiert im Jahr 2020 sein 25-jähriges Jubi- läum, was das System hoffentlich noch bekannter in der Öffentlichkeit machen wird. Verglichen mit dem Referenzjahr 2013, wurde von 2014–2019 die Menge von 24.207 t CO2 bei Elektrizität und Fernwärme eingespart. Ein Drittel davon durch Energiespar- maßnahmen, zwei Drittel durch die Umstellung auf Ökostrom aus Wasserkraft. Dies zeigt, dass das UMS bereits positive Wirkung entfaltet. Wir möchten das Engagement für die Umwelt in einem ganzheitlichen Sinne mit un- seren Bemühungen im Artenschutz verknüpfen. Daher finden sich in zweien der vom Zoo Leipzig unterstützten Artenschutzprojekte auf Borneo und in Vietnam auch Auf- forstungsmaßnahmen, die einerseits Habitate für bedrohte Tier- und Pflanzenarten sichern und wiederherstellen sollen und andererseits bestimmte Mengen an CO2 bin- den werden, um einen kleinen Beitrag zur Lösung der Klimakrise zu leisten. Die Zoobesucher können diese Maßnahmen – und viele weitere Artenschutzprojekte – seit 2017 durch einen freiwilligen „Artenschutz-Euro“ auf ihren Ticketpreis unterstüt- zen, und sie tun dies dankenswerterweise weiterhin in hohem Maße. Prof. Dr. Jörg Junhold Zoodirektor
6 7
2. Portrait Zoo Leipzig GmbH Der Schwerpunkt der Tätigkeiten liegt in der Sicherstellung einer artgerechten Tierhal-
tung zur Wahrnehmung der drei Kernaufgaben der Welt-Zoo- und Aquarium-Natur-
schutzstrategie: Erziehung und Bildung, Artenschutz und Forschung.
Seit dem Jahr 2000 setzt der Zoo das ambitionierte Projekt Zoo der Zukunft in die
Realität um und hat seine Attraktivität für Bewohner und Besucher gleichermaßen er-
Parthe
Kickerlin
gsbe
rg höht: Die Tiere fühlen sich in ihren naturnahen Lebensräumen wohl und der Besucher
erfährt auf seinem Zoospaziergang ein sinnliches und einzigartiges Naturerlebnis.
Etwa 200 Mitarbeiter sorgen dafür, dass das Unternehmen Zoo Leipzig funktioniert
Pfaffen
Max-Planck-Institut
und jährlich bis zu zwei Millionen Besucher begrüßt werden können. Das Unterneh-
dorfer
mensleitbild dient dabei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als Orientierung bei
Straße
der täglichen Arbeit und auf dem Weg in die Zukunft. Es definiert die Rahmenbedin-
gungen und Grundsätze, nach denen gehandelt und entschieden wird.
Parkhaus
Zoo
Rosental
N
U
Das Standortgelände des Zoo Leipzig befindet sich nordwestlich der Leipziger Innen-
stadt am Rande des Rosentals auf einer Fläche von ca. 27 Hektar. Auf dieser befinden
sich die Themenwelten Afrika, Asien, Gondwanaland, Gründer-Garten, Pongoland und
Südamerika. Weiterhin zugehörig sind der Wirtschaftshof mit Futterküche, Tierklinik
und Verwaltung, die Kongreßhalle sowie zwei Parkhäuser dem Zoo gegenüberliegend.
Pongoland ist im Eigentum des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie
und wird gemeinsam mit dem Zoo Leipzig bewirtschaftet. Es ist aufgrund dieser
Konstellation nicht Bestandteil des EMAS-Verfahrens.
d
elt Gondwanalan
Tropenerlebnisw8 9
Leitbild des Zoo Leipzig
M it ar b eite r Tier/Natur
Dieses Leitbild soll allen Mitarbeiterinnen und Mit- Verantwortung
arbeitern Orientierung und Vertrauen auf dem Weg
Unser Handeln wird bestimmt durch die Verantwor-
in die Zukunft geben. Es ist zugleich eine Vorstellung
tung gegenüber dem Leben der uns anvertrauten
unseres Zoos als „Zoo des 21. Jahrhunderts“ und die
Tiere. Alle Besucher sollen für den Schutz und Erhalt
Richtlinie für unsere Entwicklungsplanung.
der natürlichen Lebensräume – auch für die kommen-
den Generationen – sensibilisiert werden.
Tradition und Zukunft
Wir sind die führende, traditionsreiche Kultur- und Aufgaben
Freizeiteinrichtung der Stadt Leipzig. Auf unsere Aktiv arbeiten wir am Arten- und Naturschutz, in
überregionale Ausstrahlung sind wir stolz. Aktiv ge- der Bildung und der Wissenschaft. Unsere Besucher
stalten wir einen naturnahen, erlebnisorientierten möchten wir für unsere Aufgaben begeistern. Wir
Zoo, der den Besucher mit allen Sinnen die Tiere und ermöglichen unseren Besuchern eine aktive und
deren Lebensräume begreifen lässt. passive Freizeitgestaltung.
Unternehmen und Mitarbeiter Besucherorientierung
Wir sehen in unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbei- Unsere Besucher sind unsere Kunden und sichern die
tern die wichtigste Grundlage des gemeinsamen Existenz unseres Zoos. Wir verstehen uns als „Dienst-
Erfolges. Transparenz und offene Kommunikation leister“ mit dem Ziel, die Wünsche und Bedürfnisse
prägen unseren Arbeitsalltag und schaffen Vertrauen. unserer Besucher zu erfüllen. Die Zufriedenheit unse-
Klare Verantwortungsstrukturen ermöglichen eine rer Besucher ist uns eine Verpflichtung.
effiziente Aufgabenbewältigung. Die Freude an der
Arbeit motiviert uns zu Höchstleistungen und garan-
tiert eine ständige Steigerung der Attraktivität und
des Freizeitwertes unseres Zoos. B es u c h e r10 11
3. Organisation des Umweltmanagementsystems Geschäftsführung Beratung Umweltmanagement-
beauftragter (UMB)
Das Umweltmanagementsystem (UMS) des Zoo Leipzig umfasst Maßnahmen und Re- Information
gelungen, die gewährleisten, dass die gesetzlichen und behördlichen Bestimmungen
Delegieren der Betreiberpflichten Unterstützung der BetriebsIeitung
sowie die Anforderungen der Zooverbände eingehalten werden. Ausgehend von
Wahrnehmen der Aufsichtspflicht Wahrnehmung der Aufsichtspflicht
einer jährlichen Prüfung des UMS durch einen zugelassenen Umweltgutachter wur-
Gewährleistung der Rechtssicherheit Überwachung des Umweltmanage-
de festgestellt, dass mit den aktuellen Tätigkeiten und Verbrauchswerten alle recht-
Planen von Mitteln mentsystems und dessen Organisation
lichen Vorgaben und Grenzwerte eingehalten werden.
Entscheiden über umweltrelevante Pflege des Umweltmanagementsystems
lnvestitionsmittelfreigabe Mitwirken bei Verfahrensverbesserungen
Die Geschäftsführung hat für den Aufbau und zur Aufrechterhaltung des UMS sowie
Bestellen der Betriebsbeauftragten Ermittlung und Bewertung der
zur Sicherstellung der Anforderungen nach EMAS III einen Beauftragten benannt.
Beteiligung des UMB an allen umwelt- Umweltaspekte
Dieser überprüft regelmäßig die Funktionalität des Systems und leitet gegebenenfalls
relevanten Planungen Erstellung und Vorschlag der Umwelt-
Korrekturmaßnahmen ein, deren Durchführung er überwacht.
erklärung
Mindestens einmal jährlich wird das UMS durch interne Audits überprüft. Dabei wird Abteilungsleiter
untersucht, ob die vorgeschriebenen Verfahren tatsächlich in der Praxis angewendet Information Beratung & Information
werden und das Umweltprogramm effektiv umgesetzt wird. Weiterhin findet eine
Wahrnehmen der Aufsichtspflicht
Bewertung des Managementsystems, eine Überprüfung auf Übereinstimmung mit
Wahrnehmen der Betreiberpflichten Umweltausschuss
der Umweltpolitik und auf Einhaltung der einschlägigen Umweltvorschriften statt.
Planen von Mitteln
Gegebenenfalls festgestellte Schwachstellen können so mit geeigneten Maßnahmen
Behebung von Mängeln nach
beseitigt werden. 2017 wurde die neue Version ISO 14001-2015 in das UMS integriert. Besprechung und Vorschlag von
Mittelfreigabe
Die neuen Anforderungen bezüglich der Betrachtung des Kontextes der Organisation, Umweltzielen und -programmen
Beteiligung des UMB an allen
einer Risikoanalyse, einer Stakeholderanalyse und der Lebenswegbetrachtung der Erarbeitung von Verbesserungs-
umweltrelevanten Planungen
Dienstleistungen des Zoo Leipzig wurden geprüft. Es ergaben sich keine wesentlichen vorschlägen
notwendigen Änderungen. Umweltberichte
Bereichsleiter Multiplikatorfunktion
Information
Wahrnehmen der Aufsichtspflicht
Wahrnehmen der Betreiberpflichten
Meldung von Störungen/Mängeln
Unterweisung von Mitarbeitern
alle Mitarbeiter
Information
Vermeiden von Abfällen
Kältemasch Sammeln von Wertstoffen
inen 1 und 2
Dach Gondw –
analand
ik 1 –
Wasser- und Energiesparen
ssertechn
a (Fische), Wa Meldung von Störungen/Mängeln
ge Arapaim
Filteranla Vorschläge für Verbesserungen
aland
Gondwan12
4. Umweltpolitik
Die Umweltpolitik stellt die zentrale Richtlinie für das grundsätzliche Umweltverhal-
ten dar und beschreibt den Stellenwert des Umweltschutzes im Zoo Leipzig. Mit ihr
bekennt sich der Zoo Leipzig explizit zu einem nachhaltigen Handeln.
1. Wir streben regional und branchenweit eine Vorreiterrolle auch im Umweltschutz
an, wobei wir uns stets unserer eigenen Umweltauswirkungen bewusst sind und
über die Einhaltung von Vorschriften und Gesetzen hinaus Beeinträchtigungen der
Umwelt gezielt reduzieren.
2. Wir vermeiden Energie- und Wasserverschwendung, verringern Emissionen, Ab-
fälle und Abwasser und verfolgen das übergeordnete Ziel, unsere Umweltleistung
kontinuierlich zu verbessern.
3. Wir informieren und beraten unsere Besucher und in Fachkreisen zu den gemein-
samen Anliegen in Umweltschutz, Artenschutz und bei der Erhaltung der Biodiver-
sität. Wir berichten zudem nach außen und suchen den sachlichen und offenen
Dialog mit unseren Besuchern, den Bürgern Leipzigs und der interessierten Öffent-
lichkeit.
4. Wir fördern das Umweltbewusstsein und die Umweltverantwortung aller Mit-
arbeiter durch Information, Motivation und entsprechende Aus- und Weiter-
bildung. Unsere Mitarbeiter sind an der Realisierung des Umweltmanagement-
systems aktiv beteiligt und wirken an dessen Umsetzung mit.
5. Wir informieren unsere Lieferanten und Dienstleister über unsere Umweltpolitik
und -ziele und binden sie frühzeitig in diese mit ein. Langfristig werden bei unse-
rem Einkauf von Energie bis hin zu Reinigungs- und Futtermitteln nachhaltige
Gesichtspunkte herangezogen.
Lernstation – Nachhaltige Forstwirtschaft – Forest Stewardship Council (FSC)14 15
5. Umweltaspekte Produkte:
Informations- und Werbematerial
Wissenstransfer, Bildung, Forschung, Publikationen
5.1 Bestimmung der Umweltaspekte Veranstaltungen
Die Umweltaspekte der Tätigkeiten einer Organisation haben Umweltauswirkungen
zur Folge. Führt ein Umweltaspekt zu einer erheblichen Umweltauswirkung, dann ist Sonstige:
dieser Aspekt wesentlich und muss in das UMS einbezogen werden. Verkehrsmittelwahl der Mitarbeiter, Besucherinnen und Besucher
Auf Basis der ersten Umweltprüfung und der Umweltbetriebsprüfungen sind die
folgenden direkten Umweltaspekte, die sich aus Tätigkeiten der Zoo Leipzig GmbH
ergeben, analysiert worden:
Direkte Umweltaspekte
Luftschadstoffemissionen in die Atmosphäre
durch Stromerzeugung
durch Wärmeerzeugung
durch Transporte/Verkehr
Wasser/Abwasser
Abfall
Lärm (Schallemission)
Gerüche Parkhaus
Licht
Stäube ntempel
hermie – Elefante
Natureingriffe/Flächenverbrauch on Solart
Lernstati
Indirekte Umweltaspekte
5.2 Bewertungsmethode
Die Bewertung der Umweltaspekte erfolgt nach einem vom Umweltbundesamt (UBA)
Indirekte Umweltaspekte entstehen nicht direkt am Standort und können nicht in
entwickelten Verfahren anhand der folgenden drei Kriterien:
vollem Umfang vom Zoo Leipzig kontrolliert werden. Sie bedingen sich aber aus dem
für die Geschäftstätigkeit notwendigen Ressourceneinsatz und entstehen durch Vor-
„relative quantitative Bedeutung des Umweltaspekts“ (hoch, durchschnittlich, gering)
leistungen und Produkte.
„prognostizierte zukünftige Entwicklung des Umweltaspekts“ (zunehmend, stagnie-
rend, abnehmend)
Vorleistungen:
„relatives Gefährdungspotenzial des Umweltaspekts“ (hoch, durchschnittlich, gering)
Beschaffung (Emissionen durch Tierunterhalt, Materialverbrauch: Büroartikel, Büro-
möbel, EDV-Ausstattung)
Jeder Umweltaspekt wird nach diesen drei Kriterien einer (der in Klammern stehen-
Dienstleister, Auftragnehmer und Lieferanten (Bautätigkeiten, An- und Auslieferung
den) Einstufung zugeteilt. Anschließend wird er einer der folgenden drei Gruppen zu-
von Postsendungen, Papier, Bürobedarf, Auswahl und Zusammensetzung von Dienst-
geordnet:
leistungen)16 17
A Relativ besonders bedeutender Umweltaspekt von hoher Handlungsrelevanz 5.3 Bewertung
B Umweltaspekt mit relativ durchschnittlicher Bedeutung
C Umweltaspekt von relativ geringer Bedeutung Bei der Bewertung der Umweltaspekte gab es seit 2015 keine Veränderungen.
Die Zuordnung der Umweltaspekte zu den Gruppen erfolgt dabei nach dem folgenden 5.3.1 Elektrische Energie (Strom)
Schlüssel, wobei als Maßgabe gilt:
Die Zoo Leipzig GmbH bezieht ihre elektrische Energie über die Stadtwerke Leipzig.
Seit Anfang 2015 wird der Bedarf zu 100% mit Ökostrom gedeckt. Dessen Erzeugung
A Umweltaspekte, die bei mindestens zwei Kriterien in die höchste Kategorie und bei
erfolgt in nachhaltigen Wasserkraftanlagen, mit entsprechender Entwertung von
keinem Kriterium in die niedrigste Kategorie einzuordnen sind.
Herkunftsnachweisen gemäß dem Kriterienkatalog Ökostrom Plus der KlimaINVEST
B Umweltaspekte, die bei einem Kriterium in die höchste Kategorie oder bei zwei
Green Concepts GmbH.
Kriterien in die höchste Kategorie und bei dem dritten Kriterium in die niedrigste
Kategorie einzuordnen sind. Relative quantitative Bedeutung: hoch
C Umweltaspekte, die bei keinem Kriterium in die höchste Kategorie einzuordnen Prognostizierte künftige Entwicklung: stagnierend
sind. Relatives Gefährdungspotenzial: gering
Möglichkeiten, steuernd Einfluss zu nehmen: mittel- bis langfristig
relative quantitative prognostizierte relatives Gefährdungspotenzial
Bedeutung künftige Entwicklung Gesamtbewertung: B II
hoch durchschnittlich gering
Zunehmend A A B
hoch Stagnierend – A B B
5.3.2 Wärme
Abnehmend B B B
Zunehmend A B B
durchschnittlich Stagnierend – B C C
Abnehmend B C C
Zunehmend B B B
gering Stagnierend – B C C
Abnehmend B C C itung
erbere
, Wa r mwass n d
la
zentrale dwana
Wärmespeiche Technik mpen – Gon
Zusätzlich werden die Umweltaspekte – entsprechend der Möglichkeiten, steuernd r in Gondwan
aland Wärm e p u
Einfluss zu nehmen – in die Unterkategorien I, II und III eingeteilt. Dabei gelten fol-
gende Kriterien: Die Versorgung mit Wärmeenergie resultiert aus einem Gas- und Dampfkraftwerk
der Stadtwerke Leipzig über das Fernwärmenetz. Dabei erfolgt eine sehr effiziente
I Auch kurzfristig ist ein relativ großes Steuerungspotenzial vorhanden. Energiegewinnung durch den Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung. Zudem ist die
II Der Umweltaspekt ist nachhaltig zu steuern, jedoch erst mittel- bis langfristig. räumliche Entfernung vom Wärmeenergieerzeuger sehr gering, sodass der Transport-
III Steuerungsmöglichkeiten sind für diesen Umweltaspekt nicht, nur sehr langfristig verlust minimiert ist. Da die Stadtwerke jedoch nur geprüfte Emissionsfaktoren für
oder nur in Abhängigkeit von Entscheidungen Dritter gegeben. ihren gesamten Kraftwerkspark ausweisen, wird das relative Gefährdungspotenzial
als durchschnittlich eingestuft. In wenigen Fällen, wo witterungs- und infrastruktur-
bedingt die Wärmeversorgung in den rückwärtigen Anlagen nicht ausreichend ist,
wird elektrisch zugeheizt.18 19
Relative quantitative Bedeutung: hoch Für Beckenwasser, das mit tierischen Rückständen behaftet ist, bestehen aufgrund
Prognostizierte künftige Entwicklung: stagnierend bis zunehmend deren Unbedenklichkeit Einleitgenehmigungen und es wird ebenfalls der Parthe zu-
Relatives Gefährdungspotenzial: durchschnittlich geführt. Zur Bewässerung eingesetztes Brauchwasser versickert.
Möglichkeiten, steuernd Einfluss zu nehmen: mittel- bis langfristig, teils nur in Abhängigkeit Es erfolgen regelmäßige Kontrollen durch die Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL).
von Entscheidungen Dritter gegeben Brauchwasser, das zur Reinigung der Gehege und solches, das zur Spülung von Sani-
Gesamtbewertung: A II - III täranlagen eingesetzt wird, wird regulär über die Schmutzwasserkanalisation der KWL
entsorgt.
Trinkwasser
5.3.3 Transporte/Verkehr Das Trinkwasser des kommunalen Trinkwassernetzes wird ergänzend zum Brauchwas-
Der Umweltaspekt Transporte/Verkehr beinhaltet:
ser eingesetzt und somit je nach Einsatzzweck ebenfalls der Parthe bzw. der Schmutz-
den direkten Umweltaspekt Luftschadstoffemissionen in die Atmosphäre durch
wasserkanalisation zugeführt. Im Bereich Gondwanaland wird zur Versorgung der
Dienstreisen sowie Transport- oder Dienstfahrzeuge abzugeben und
Wassereindüsung (Luftbefeuchtung) und zum Betrieb der Wasserfälle und Wasserlein-
den indirekten Umweltaspekt Luftschadstoffemissionen durch Verkehr von Mitar-
wände (Bootsfahrt) aus hygieneschutzrechtlichem Grund nur Trinkwasser eingesetzt.
beitern, Besuchern und der Anlieferung von Waren und Dienstleistungen.
Die Belastung des Abwassers durch Reinigungsmittel und die organischen Belastun-
gen sind ist als gering einzustufen. Daher ist von einer nennenswerten Belastung des
Aufgrund eines notwendigen internationalen Fach- und Tieraustausches resultiert aus
Abwassers mit Schadstoffen nicht auszugehen.
den Dienstreisen ein relativ hohes Maß an CO2-Emissionen. Hinzu kommt der sonstige
betriebliche Verkehr. Die CO2- Emissionen, die durch den indirekten Aspekt entstehen, Relative quantitative Bedeutung: hoch
besonders durch die Anreise von Besuchern, sind sehr hoch. Hinzu kommen noch die Prognostizierte künftige Entwicklung: stagnierend
Emissionen aus den Dienstreisen. Relatives Gefährdungspotenzial: gering
Relative quantitative Bedeutung: hoch Möglichkeiten, steuernd Einfluss zu nehmen: mittel- bis langfristig
Prognostizierte künftige Entwicklung: zunehmend Gesamtbewertung: B II
Relatives Gefährdungspotenzial: durchschnittlich
Möglichkeiten, steuernd Einfluss zu nehmen: langfristig, nur in Abhängigkeit von
Entscheidungen Dritter gegeben 5.3.5 Abfall
Gesamtbewertung: A III
Für den Zoo Leipzig besteht ein Abfallkonzept, welches vorsieht, dass biogene Abfälle aus
den Tiergehegen dezentral gesammelt und täglich abgefahren werden. Für die Abfäl-
le aus dem Betriebsunterhalt (Schrott, Bauabfälle etc.) stehen zentral platziert ent-
sprechende Container bereit und werden regelmäßig abgeholt. Altpapier, Kartonagen,
5.3.4 Wasser/Abwasser Leichtverpackungen, Elektronikschrott, Tonerkartuschen, Druckerpatronen, Batterien
Brauchwasser
sowie CDs werden getrennt gesammelt und dem Recycling zugeführt. Die Trennung
Der Zoo Leipzig verfügt über mehrere Bezugsquellen für Brauchwasser. Zum einen
geschieht eigenverantwortlich. Zudem ist die getrennte Erfassung und sichere Entsor-
über vier Brunnen im Rosental, deren Wasser durch das betriebseigene Wasserwerk
gung von Sonderabfall organisiert. Die Entsorgung aller Abfälle erfolgt durch zugelas-
aufbereitet wird. Des Weiteren durch die Entnahme von Wasser aus dem Fluss Parthe,
sene Entsorgungsfachbetriebe.
sowie durch betriebsinterne Brunnen und durch die Sammlung anfallenden Regen-
wassers in mehreren Zisternen. Relative quantitative Bedeutung: durchschnittlich
Zum Betrieb der Wassergräben und Teiche eingesetztes Brauchwasser wird stofflich Prognostizierte künftige Entwicklung: stagnierend
unverändert wieder in die Parthe eingeleitet, ebenso nicht aufgefangenes Regenwasser. Relatives Gefährdungspotenzial: gering
Möglichkeiten, steuernd Einfluss zu nehmen: mittel- bis langfristig
Gesamtbewertung: B II20 21
5.3.6 Lärm Relative quantitative Bedeutung: gering
Der Betrieb am Standort kann insgesamt als ruhig bezeichnet werden. Wesentliche Prognostizierte künftige Entwicklung: stagnierend
Lärmemissionen, die zu Klagen der Nachbarschaft geführt haben, entstehen im nörd- Relatives Gefährdungspotenzial: gering
lichen Bereich beim Elefantentempel/Tor E zur Straße Kickerlingsberg durch den Ein- Möglichkeiten, steuernd Einfluss zu nehmen: langfristig, nur in Abhängigkeit von
satz eines kleinen Radladers sowie durch die Abfuhr von Abfällen. Entscheidungen Dritter gegeben
Gesamtbewertung: C III
Relative quantitative Bedeutung: gering
Prognostizierte künftige Entwicklung: stagnierend
Relatives Gefährdungspotenzial: gering
5.3.9 Licht
Möglichkeiten, steuernd Einfluss zu nehmen: langfristig, nur in Abhängigkeit von
Der Betrieb am Standort verursacht sehr geringe Lichtemissionen. Eine Beleuchtung
Entscheidungen Dritter gegeben
der Anlagen in den Abendstunden ist nur bei Hallen (Gondwanaland, Pongoland) und
Gesamtbewertung: C III
nur zu besonderen Anlässen gegeben. Im Allgemeinen sind diese nicht beleuchtet, um
den Schlafrhythmus der Tiere nicht zu beeinflussen. Eine Wegebeleuchtung ist vor-
handen, aber nicht von Anwohnern einzusehen.
5.3.7 Stäube Relative quantitative Bedeutung: gering
Staubemissionen werden im Zoo Leipzig, wenn überhaupt, in sehr geringem Umfang Prognostizierte künftige Entwicklung: stagnierend
verursacht, da die Anlagen durch Bepflanzungen weitestgehend vor Erosion geschützt Relatives Gefährdungspotenzial: gering
sind. Lediglich auf den Besucherwegen und punktuell bei Baustellenbetrieb kommt es Möglichkeiten, steuernd Einfluss zu nehmen: langfristig, nur in Abhängigkeit von
während Hitzeperioden zu Staubentwicklungen, denen nach Möglichkeit durch mor- Entscheidungen Dritter gegeben
gendliche Befeuchtung mit Wasser entgegengewirkt wird. Gesamtbewertung: C III
Relative quantitative Bedeutung: gering
Prognostizierte künftige Entwicklung: stagnierend
Relatives Gefährdungspotenzial: gering 5.3.10 Natureingriffe
Möglichkeiten, steuernd Einfluss zu nehmen: langfristig, nur in Abhängigkeit von Der Zoo Leipzig befindet sich auf einem Gelände, das über weitestgehend unversiegelte
Entscheidungen Dritter gegeben Flächen und einen alten bzw. über Ersatzpflanzungen stabil gehaltenen Baumbestand
Gesamtbewertung: C III verfügt. Bauvorhaben ersetzen zumeist existierende Anlagen, wobei aufgrund natur-
naher Gestaltung nur ein geringer Teil auf feste Bebauung entfällt. Eine Verringerung
der Versiegelungsrate ist aber nicht zu erwarten.
Eine konzentrierte Kontamination des Bodens durch Schadstoffe entsteht nicht. Es
5.3.8 Gerüche wird nach Möglichkeit auf mineralische Dünger und Pestizide verzichtet. Das Befahren
Der Zoo Leipzig verursacht an einigen Stellen zootypische Gerüche, die sich bei ent-
der unversiegelten Flächen erfolgt nur auf den Wegen mit wassergebundener Decke,
sprechender Windstärke auch in die angrenzende Bebauung verteilen. Beschwerden
eine weitere Bodenverdichtung findet somit nicht statt. Die Bodeneigenschaften wer-
hierzu gab es bisher keine. Lediglich bezüglich des Lagercontainers für die tierischen
den durch Bepflanzung und Mulchen der Bodenoberflächen verbessert, da so einer
Abfälle am Dickhäuterhaus gab es 2007 eine Anwohnerbeschwerde. Hiernach wurde
Erosion entgegengewirkt wird.
die Position des Containers entsprechend geändert.22 23
Relative quantitative Bedeutung: gering 5.3.13 Informations- und Werbematerial
Prognostizierte künftige Entwicklung: stagnierend Die Menge an Papierverbrauch für Informations- und Werbematerial ist im Vergleich
Relatives Gefährdungspotenzial: gering zum Papierverbrauch durch den Betrieb in der Verwaltung sowie Forschung und Ar-
Möglichkeiten, steuernd Einfluss zu nehmen: langfristig, nur in Abhängigkeit von tenschutz als durchschnittlich einzustufen. Alle Flyer der Zoo Leipzig GmbH werden
Entscheidungen Dritter gegeben auf Recyclingpapier gedruckt. Zudem werden alle Informationen über das Internet
Gesamtbewertung: C III bzw. per E-Mail verbreitet.
Relative quantitative Bedeutung: durchschnittlich
Prognostizierte künftige Entwicklung: abnehmend
5.3.11 Beschaffung Relatives Gefährdungspotenzial: gering
Dieser Umweltaspekt behandelt die Beschaffungspraxis und die bei der Herstellung Möglichkeiten, steuernd Einfluss zu nehmen: mittel- bis langfristig, teils nur in Abhängigkeit
der Materialien entstehenden Emissionen. Aufgrund des teils exklusiven Charakters von Entscheidungen Dritter gegeben
einzelner Mittel zum Tierunterhalt und bestimmter zu verwendender Materialien, be- Gesamtbewertung: C II-III
steht bei diesen, wenn überhaupt, nur eine langfristig mögliche Einflussnahme.
Relative quantitative Bedeutung: durchschnittlich
Prognostizierte künftige Entwicklung: stagnierend
5.3.14 Wissenstransfer, Bildung, Forschung und Publikationen
Relatives Gefährdungspotenzial: gering Über seine Funktionen als Botschafter für die bedrohte Tierwelt und als Freizeitein-
Möglichkeiten, steuernd Einfluss zu nehmen: mittel- bis langfristig richtung hinaus, leistet der Zoo Leipzig einen maßgeblich positiven Beitrag zum di-
Gesamtbewertung: C II rekten Arten- und Naturschutz. Neben der Information der Besucher zu Artenschutz-
themen wird in nationalen wie internationalen Forschungs- und Artenschutzgremien
der Erhalt bedrohter Arten abgestimmt und gefördert. Außerdem wird über den Be-
trieb der Zooschule ein großes Maß Bildungsarbeit geleistet und Umweltbewusstsein
5.3.12 Pächter, Dienstleister, Auftragnehmer und Lieferanten mitgestaltet.
Die Umweltleistung und das Umweltverhalten von Pächtern, Dienstleistern, Auftrag-
nehmern und Lieferanten stellen ebenfalls einen Umweltaspekt dar. Der Zoo Leipzig
Eine Bewertung nach obiger Methode ist schwierig.
muss als Einrichtung des öffentlichen Rechts Vergaben öffentlich national bzw.
international ausschreiben. Es fließen Umweltaspekte, wenn möglich, bei öffentlichen
fsratgeber
Ausschreibungen ein. Die Größenordnung dieser Aufträge ist durchschnittlich einzu- Lernstation – Einkau
enwaldes
stufen. Die Pächter des Zoo Leipzig werden im Rahmen jährlicher Audits auf ihr Be- zum Schutz des Reg
streben hin zu einem koordinierten Umweltschutz befragt und in Maßnahmen sowie
Aktionen nach Möglichkeit eingebunden.
Relative quantitative Bedeutung: durchschnittlich
Prognostizierte künftige Entwicklung: stagnierend
Relatives Gefährdungspotenzial: gering
Möglichkeiten, steuernd Einfluss zu nehmen: mittel- bis langfristig, teils nur in Abhängigkeit
von Entscheidungen Dritter gegeben
Gesamtbewertung: C II-III
Unterrich
tsraum Z
ooschule24 25
5.3.15 Einhaltung rechtlicher Anforderungen
Die Überprüfung der rechtlichen Anforderungen und bindenden Verpflichtungen
im Umweltschutz, zur Arbeitssicherheit, zum Energiemanagement sowie zum Tier-
schutz/Tierwohl erfolgt jährlich im Rahmen der internen Audits und des Manage-
ment-Reviews.
Die Aktualisierung der Rechtsvorschriften und die Bewertung relevanter rechtlicher
Änderungen erfolgt jährlich durch den UM-Beauftragten, unterstützt durch einen
externen Berater.
Unsere internen Umweltschutzbeauftragten (Abfallbeauftragter, Beauftragter Was-
ser/Abwasser, Strahlenschutzbeauftragter, Fachkraft für Arbeitssicherheit, etc.) über-
prüfen systematisch und wiederkehrend die Einhaltung der gesetzlichen und firmen-
internen Vorschriften.
Die Überwachung umweltrelevanter Emissionen/Kennzahlen erfolgt regelmäßig
durch interne Eigenkontrollen. Behördliche Auflagen zur Messung von umweltrele-
vanten Grenzwerten bestehen nicht.
Jährliche Begehungen des Amtes für Umweltschutz der Stadt Leipzig, Sachgebiet
Naturschutzbehörde, der Tierschutzbehörde, des Amtstierarztes sowie des Veterinär-
und Lebensmittelaufsichtsamtes bestätigen die Einhaltung der rechtlichen Verpflich-
tungen z. B. in den Bereichen Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und Tierschutz-
gesetz (TierschG).
im Einsatz
Elektro-Hoflader26 27
6. Zielerreichung und Umweltprogramm
6.1 Zielerreichung bei Umweltaspekten
Umweltaspekt Umweltziel Erfüllungsgrad Aspekt/Bereich Umweltziele Umweltprogramm Status
Abfall Verbesserte Abfalltrennung/ (Keine Maßnahme in 2019) Reduzierung Umstellung Heizung WÜST Nord Erledigt
fachgerechte Verwertung oder Entsorgung Verbrauch Heiz- (Sozialräume) von Elektro auf Fernwärme
energie
Energie Reduzierung des Verbrauchs an Elektroenergie/ Erfüllt (- 4,6%)
effizienter Umgang (- 1% / 60 MWh) Reduzierung Optimierung GLT im gesamten Zoo Erledigt
Verbrauch je nach Möglichkeiten und fortlaufend
Reduzierung von Luftschademissionen Erfüllt
Elektro- und Heiz-
(- 13 t CO2 / - 0,8%)
energie
Ressourcen Nachhaltiger Einsatz von Ressourcen:
Ressourcen Nachhaltiger Fortführung Erhöhung des Anteils Erledigt
· 20% fair gehandelte Produkte Erfüllt (deutlich über 20%)
Einsatz an fair gehandelten und regionalen
· elektrischer Hoflader prüfen Erfüllt (Bestellung erfolgt)
von Ressourcen: Produkten im Zoo-Shop
Artenschutz/ Förderung des heimischen Artenschutzes Erfüllt Mindestens 20% (u. a. Wildblumensamen)
Biodiversität (Frühblüherpflanzung) des Sortiments
Kommunikation · Schulung Mitarbeiter Schulung fortlaufend Nachhaltiger Prüfung Umstellung Hoflader Erledigt,
· Sensibilisierung Öffentlichkeit Erfüllt (neue Schilder) Einsatz auf Elektroantrieb im Elefantentempel Anschaffung 2020
von Ressourcen
Sicherheit Stabilisierung Erst-Helfer-Quote 20% Erfüllt
Ersthelferquote 27,2% Schulung Sensibilisierung Schulung neuer Mitarbeiter zum UMS Erledigt
der Mitarbeiter und fortlaufend
Ausbildung Brandschutzhelfer In Vorbereitung für betriebliche
Umweltaspekte
Kontrolle Lagerung Erfüllt
wasser-gefährdende Stoffe Artenschutz/ Förderung des Fortsetzung Pflanzung von Frühblühern Erledigt
Biodiversität heimischen (möglichst Wildformen)
Artenschutzes
Nach Bedarf/Möglichkeit weitere Nist- Keine notwendig,
6.2 Projektübersicht der umgesetzten Umweltprogrammpunkte 2019 kästen aber fortlaufend
Kommunikation Sensibilisierung Sonderschilder mit Umwelttipps Erledigt
Aspekt/Bereich Umweltziele Umweltprogramm Status
der Öffentlich- für Zoobesucher: Wildbienen/Insekten;
Energie Reduzierung Weitere Umstellung von HQl/HQi Erledigt keit für Umwelt- Hinweis Fairtrade im Zoo-Shop
Verbrauch Strahlern auf LED im Zoo-Shop Pongo- belange
Elektroenergie: land, Laufstall Elefanten und
Sicherheit Erhöhung Schulung Ersthelfer/Nothelfer/ Fortlaufend
- 1% (60 MWh) Gondwanaland (Aquarien im Tunnel)
der Sicherheit Brandhelfer
Reduzierung Generelle Umstellung kaputter Lampen/ Erledigt bei außer-
Verbrauch Leuchtmittel auf LED und fortlaufend gewöhnlichen
Elektroenergie Ereignissen
Ersatz veralteter Pumpen- und Planung läuft
Filtertechnik im Aquarium Sicherheit Kontrolle Lagerung wassergefährdende Erledigt
Grundwasser Stoffe
Reduzierung Ersatz Aquarium Altbau durch Neubau Bau begonnen
Verbrauch Heiz- nach aktuellem Energiestandard
energie28 29
Schlüsselbereich Input bzw. Auswirkungen 2019 Änderung ggü. 2018
Energieeffizienz Jährlicher Gesamtenergieverbrauch
7. Umweltbilanz (Strom + Wärme) in MWh:
Strom: 5.847,72 MWh + - 279,26 MWh (- 4,6%)
Wärme: 10.488,47 MWh + 137,18 MWh (+ 1,3%)
7.1 Kernindikatoren nach EMAS III = 16.336,19 MWh / 191,0 MA = - 142,08 MWh (- 0,9%)
Die Verbesserung der Umweltleistung ist bei EMAS das Hauptanliegen, auf welches KIEn = 85,53 ∆ KIEn = + 2,2
das Umweltmanagementsystem stets ausgerichtet ist. Mittels standardisierter Kenn- Jährlicher Verbrauch an erneuerbaren
zahlen soll die Umweltleistung übersichtlich und einheitlich darstellbar sein. Für Energien in MWh:
49,37 MWh Solarwärme / - 15,65 MWh (- 24,1%)
diese Leistungskennzahlen ist daher eine gemeinsame Bezugsgröße vorgesehen, um
191,0 MA
Verbesserungen oder Tendenzen über mehrere Zeitperioden sinnvoll vergleichen zu KIEn-ren = 0,258 ∆ KIEn -ren = - 0,071
können – auch bei der Änderung äußerer Umstände. Für die Zoo Leipzig GmbH wurde
die Mitarbeiterzahl in umgerechnete Vollzeitstellen (MA) gewählt, da diese einer Materialeffizienz Jährliche Menge der Einsatzmaterialien
(Druck-/Kopierpapier) in kg:
geringen Schwankung unterworfen ist.
25.347 kg / 191,0 MA - 1.889 kg (- 6,9%)
KIMat = 132,71 ∆ KIMat = - 5,02
Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch beträgt 35,98%.
Wasser Jährlicher Wasserverbrauch (TW + BW) in m³:
359.946 m³ / 191,0 MA - 236.368 m³ (- 39,6%)
KIH2O = 1.884,53 ∆ KIH2O = - 1.130,96
Versiegelte/bebaute Fläche:
Abfall Jährliches Abfallaufkommen nach Abfallart
Flächen nur Zoo (ohne Pongoland) 236.203 m² davon bebaut ca. 47.069 m² in Tonnen:
1.270,33 t / 191,0 MA + 18,75 t (+ 1,5%)
zusätzlich 2 Parkhäuser 10.332 m² davon bebaut ca. 9.074 m²
KIAbf = 6,65 ∆ KIAbf = + 0,32
Außenstelle Koppel Langenleuba 13.000 m2 unbebaut
Emissionen CO2 Jährliche Emissionen von Treibhausgasen
Gesamtsumme: 259.535 m² davon bebaut ca. 56.143 m² (21,6%) in Tonnen CO2:
davon naturnah ca. 203.392 m² (78,4%)
Direkte Emissionen durch Treibstoffe und
Flugreisen
69,60 t CO2 / 191,0 MA - 34,17 t CO2 (- 32,9%)
KIEM-d = 0,36 ∆ KIEM-d = - 0,17
Indirekte Emissionen durch:
Strom: 0,00 t CO2 0 t CO2 (0%)
Wärme: 1.615,22 t CO2 + 21,12 t CO2 (+ 1,3%)
Gesamt: 1.615,22 t CO2 / 191,0 MA + 21,12 t CO2 (+ 1,3%)
KIEM-id = 8,46 ∆ KIEM-id = + 0,40
Sonstige Jährliche Emissionen (NOx/SO2/PM10) (in 2018 nicht erfasst)
Emissionen in Tonnen CO2:
(NOx/SO2/PM10) Indirekte Emissionen durch:
Strom: 0,00 t
Wärme: 5,29 t
Gesamt: 5,29 t / 191,0 MA
KIEM-id-so = 0,028
Biologische Vielfalt Artenschutzprogramme:
86 Zuchtprogramme / 191,0 MA - 5 (-5,5%)
KIBD = 0,450 ∆ KIBD = - 0,0130
7.2 Zahlen, Daten, Fakten
2019
Wärme-Energie
Zoo gesamt 11.530,07 MWh
abzüglich Pächterverbräuche verbleiben 10.488,47 MWh
davon Gondwanaland alleine 6.073,27 MWh
Elektro-Energie
Zoo gesamt 7.719,88 MWh
abzüglich Pächterverbräuche verbleiben 5.847,72 MWh
davon Gondwanaland alleine 3.337,16 MWh
Transport
Diesel für Fuhrpark 6.693 l
Betriebsstoffe
Heizöl/Diesel/Benzin für Geräte und Maschinen 1.855 l
Wasser
Trinkwasser 126.852 m³
abzüglich Pächterverbräuche verbleiben 115.695 m³
Brauchwasser Wasserwerk 244.251 m³
Brauchwasser Brunnen 136.123 m³
Gesamt 359.946 m³
Abwasser
Städtisches Abwasser 59.844 m³
Abwasser Vorfluter 311.259 m³
Materialien
Kopierpapier und Druckerzeugnisse 25,35 t
Futter Wiesenheu 152,80 t
Luzerneheu 41,80 t
Stroh 49,30 t
Pellets 41,60 t
Getreideprodukte 5,90 t
Mineral- & Wirkstoffgemische 1,60 t
Vogelfutter 36,30 t
Grünfutter 343,50 t
Eier 25.200 Stk.
Toastbrote 730 Stk.
Milch 1.770 l
Fleisch 33,90 t
Fisch 29,60 t
Äpfel/Birnen 43,80 t
Möhren 27,40 t
Rüben 31,00 t
Diverses Obst & Gemüse 160,00 t
(2/3 des Futters stammt aus bis 150 km Umkreis)32 33
Abfallmengen 2019 aufgeschlüsselt nach Abfallarten:
Abfallschlüssel Abfallbezeichnung Gesamtmenge
020106 / Gülle tierische Ausscheidungen, Gülle/Jauche und Stallmist 759,14 t
laut Verordnung
(EG) 1069/2009
150106 Gemischte Verpackungen 0,27 t
— Schlamm-Wassergemisch aus Grabenreinigung 97,31 t
170107 Gemische aus Beton, Ziegeln, Fliesen… 4,70 t
170201 Holz 74,92 t
170202 Glas 1,35 t
170405 Eisen und Stahl 3,61 t
170603 Anderes Dämmmaterial 1,10 t
170904 Gemischte Bau- und Abbruchabfälle 2,10 t
190502 Nicht kompostierte Abfälle 21,36 t
200101 Papier und Pappe 23,73 t
Transporte und Betriebsstoffe 2019
200201 Biologisch abbaubare Abfälle / Grünschnitt 172,69 t
Betriebsstoff Wodurch Menge l t CO2
200202 Boden und Steine 8,56 t
Heizöl Geräte 0,00
020202 Abfälle aus tierischem Gewebe 6,70 t
Diesel Notstrom/Lader, … 1.855,00 5,81
200301 Gemischte Siedlungsabfälle 92,77 t
Diesel Bus, Pritsche, Kastenwagen, E-Klasse 6.693,04 20,96
Sonderstoffe
Benzin Kleine Notstromer etc. 0,00
Flugreisen 112.698 km 380 g/Flug-km 42,83 Datenträger 0,02 t
Gesamt 69,60 Summe: 1.270,33 t
Anmerkung: Gefährliche Abfälle (z. B. ölverschmutzte Betriebsmittel; Farb- und Lackreste, Leucht-
stoffröhren) fallen nur in Kleinstmengen an und werden unregelmäßig dem städtischen Schadstoff-
mobil übergeben.34 35
8. Vergleich der Verbrauchsdaten seit 2013
Elektrizität in MWh Druckpapier in kg
9.000 30.000 27.236
8.088 25.347
8.000 25.000 23.651
20.214 20.348 21.239
7.000 6.449 6.493 20.000
6.030 6.182 6.126
5.848
6.000 15.000
5.000 10.000
4.000 5.000
522
3.000 0
2.000 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
1.000
0
Wasserverbrauch in m3
2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
700.000
596.314
Fernwärme in MWh 600.000 539.730
500.000 460.062 467.985
444.826 423.110
16.000 14.876 400.000 359.946
14.000 300.000
12.000 200.000
10.261 10.049 10.302 10.351 10.488
9.824
10.000 100.000
8.000 0
6.000 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019*
4.000
* ab 2019 ohne Brunnenwasser für Gräben
2.000
0
2013 2014 2015 2016 2017 2018 201936 37
Abfall in t Emissionen CO2 in t
1.600 7.000
1.396 6.215
1.400 1.270 6.000
1.227 1.243 1.251
1.174 1.146
1.200 5.000 4.699
1.000 4.000
800 3.000
600 2.000 1.662 1.663 1.676 1.698 1.685
400 1.000
200 0
0 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Sonstige Emissionen (NOx / SO2 / PM10) in t
Biodiversität: Anzahl Zuchtbücher
6
5,29
96 5
94
94 4
92
92 91 91 91 3
90 89 2
88 1
86 0 0 0 0 0 0
86 0
84 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019*
82
* Wert erst ab 2019 erfasst
2013 2014 2015 2016 2017 2018 201938 39
Folgende Artenschutzprojekte werden durch den
9. Artenschutz/Biodiversität Zoo Leipzig unterstützt:
Erhaltungszucht: A. Affenauffangstation EPRC in Cuc Phuong, Vietnam
(WAZA Projekt Nr. 04008)
Der Zoo Leipzig beteiligt sich mit den im Zoo gehaltenen
Das im Nationalpark Cuc Phuong südwestlich von
Tierarten an folgenden Zuchtprogrammen und Zuchtbü-
Hanoi gelegene ‚Endangered Primate Rescue Center‘
chern auf europäischer Ebene:
wird seit 2002 vom Zoo Leipzig unterstützt und ist seit
European Studbooks (ESB) für 30 Tierarten
2013 komplett in seiner Trägerschaft. Im April 2019 be-
Europäische Erhaltungszuchtprogramme (EEP) für 50 Bootsfahrt in
Gondwanalan
d gann die US-Amerikanerin Caroline Rowley, nachfol-
Tierarten
gend auf Adam Davies, als neue Direktorin, weiterhin
Zuchtprogramme der European Studbook Foundation (ESF)
wechselten auch die lokalen Tierärzte und der Volon-
für 6 Tierarten
tärbetreuer. Neben der seit vielen Jahren bestehenden Stelle einer Tierpflegerin aus
dem Zoo Leipzig begann im Sommer ein weiterer deutscher Tierpfleger aus Bremer-
Folgende Zuchtbücher/ -programme werden im Zoo Leipzig geführt: haven als Langzeitvolontär, um die einheimischen ‚Keeper‘ fortlaufend zu schulen und
Nötzold, G.: Internationales Anoa-Zuchtbuch (ISB) fachlich zu unterstützen. Zwischen Zoo Leipzig und Nationalparkverwaltung wurde
Holland, R.: Internationales Mähnenwolf-Zuchtbuch (ISB) zu Jahresbeginn ein neuer fünfjähriger Kooperationsvertrag unterzeichnet, der bis ins
Oberwemmer, F.: Internationales Sumatra-Nashorn-Zuchtbuch (ISB) 30-jährige Jubiläum des EPRC laufen wird. Mit Unterstützung der Universität Hanoi
Müller, P.: Internationales Zuchtbuch für Amurtiger (ISB) und des Deutschen Primatenzentrums Göttingen sowie eines Baseler Experten wurde
Müller, P.: Internationales Zuchtbuch für Südchinesische Tiger (ISB) ein neues Projekt zur Untersuchung des Primatenbestandes auf Echinokokken (Band-
Müller, P.: Internationales Zuchtbuch für Bengaltiger (ISB) würmer) begonnen, angefangen von der vermuteten Verbreitung durch Futterlaub bis
Müller, P.: Internationales Zuchtbuch für Hinterindische Tiger (ISB) zur möglichen Behandlung und vorsorglichen Impfung der Tiere. Weiterhin wurden
Müller, P.: Internationales Zuchtbuch für Malayische Tiger (ISB) bestehende Gehege für Languren und Gibbons saniert und ein neues errichtet. Für
Müller, P.: Internationales Zuchtbuch für Sumatratiger (ISB) die stressempfindlichen nachtaktiven Plumploris wurden Anlagen in einem ruhigen
Jacken, A.: Europäisches Erhaltungszuchtprogramm für Eulenkopfmeerkatzen (EEP) Waldstück neu angelegt. Mehr unter www.eprc.asia
Holland, R.: Europäisches Erhaltungszuchtprogramm für Mähnenwölfe (EEP)
B. Cat Ba Langur Conservation Project (CBLCP), Vietnam (WAZA Projekt Nr. 04009)
Holland, R.: Europäisches Erhaltungszuchtprogramm für Weißnackenkraniche (EEP)
Seit dem Jahr 2000 besteht das vom Allwetterzoo Münster und der Zoologischen Ge-
Holland, R.: Europäisches Zuchtbuch für Rotducker (ESB)
sellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) initiierte CBLCP, das sich mit dem
Jacken, A.: Europäisches Monitoring für Tüpfelbeutelmarder (MON-P)
Schutz der nur noch etwa 65 Cat Ba Languren, auch Goldkopflanguren genannt, auf der
Insel Cat Ba in der weltbekannten Halongbucht befasst. Im Jahr 2019 übernahm der Zoo
Leipzig in Absprache mit den oben genannten Organisationen und den vietnamesischen
Behörden die Trägerschaft und Finanzierung des Projekts, während Allwetterzoo und
ZGAP aber weiter Partner bleiben. Dazu mussten verschiedene organisatorische Dinge
neu geregelt werden und das zur Verfügung stehende Budget wurde aufgestockt. Dies
war auch durch einen großzügigen Zuschuss der Moondance-Foundation aus Großbri-
tannien möglich, der u.a. für ein neues Boot, Bildungsmaßnahmen und ein Auffors-
tungsprojekt eingesetzt wird. Die Insel Cat Ba steht weiter unter großem touristischen
Druck und die kleine Cat Ba Languren-Population ist in mehrere Gruppen zersplittert, so
dass eine dauerhafte Lösung zum Überleben der Art sehr schwierig zu finden sein wird.
Mehr unter www.catbalangur.org40 41
C. Artenschutzorganisation Yayasan Adudu Nantu Internasional (YANI) und Anoa- E. Nasenfrosch Zuchtstation, Chile (WAZA Projekt Nr. 10003)
Zuchtstation Manado, Sulawesi/Indonesien In der seit 2009 bestehenden Zuchtstation gab es zum Jahresende einen Wechsel des
Seit Jahrzehnten hält und züchtet der Zoo Leipzig das kleine Wildrind Anoa, das nur auf Betreuungspersonals. Die junge Veterinärin Catalina Martin übernahm die Pflege der
der Insel Sulawesi vorkommt. Seit 2015 besteht daher der Kontakt zu der staatlichen Nasen- und Vanzolinifrösche. Der zu Projektbeginn für viele Jahre tätige Carlos Barrien-
Anoa-Auffang- und Zuchtstation Manado, die 2016 und 2018 durch Schulungen zur tos wurde als offizieller Berater wieder in das Projekt geholt – ganz ausgestiegen war
Tierhaltung unterstützt wurde. Der Zoo finanzierte ein erstes internes einwöchiges er eigentlich nie. Alle Zuchtcontainer wurden einer Generalreinigung und Neuorga-
Training für verschiedene andere Anoa-Stationen und betroffene Behörden in Sulawe- nisation unterzogen und neue Terrarien eingerichtet. Ferner wurde bei den zuständi-
si, das durch einen in Indonesien tätigen britischen Experten organisiert und begleitet gen Behörden eine Genehmigung beantragt, einige weitere Exemplare der Nasen-
wurde. Schwerpunktmäßig wurde 2019 aber eine weitere zweiwöchige Schulung zur frösche aus der Natur zu entnehmen, um eine breitere Basis an züchtenden Tiere zu
Tierhaltung und Veterinärbetreuung von Anoas und anderen Arten vorbereitet, die im haben.
Frühjahr 2020 stattfinden wird. Helfen werden dabei dankenswerterweise Kollegen Auch die Umsetzung der Nationalen Schutzstrategie für Nasenfrösche durch die chile-
aus dem Allwetterzoo Münster und von der Organisation WildWelfare. nische Organisation ‚Ranita de Darwin‘ und die Universität in Santiago ‚Andres Bello‘
Ins zweite Förderjahr ging die Unterstützung der Organisation YANI, die das 500 km2 wurde weiter unterstützt. Die gesamte Strategie sowie die konkreten Maßnahmen
große Schutzgebiet Nantu im Norden Sulawesis betreut, einer der letzten intakten waren Ende 2017 in einem Workshop vor Ort in dem privaten Schutzgebiet Huilo-Huilo
Tieflandregenwälder auch für Anoas. Verschiedene Schutzmaßnahmen wie die Unter- erarbeitet worden.
suchung eines potentiellen Erweiterungsgebietes und zusätzliche Rangerstellen wer- Leider scheiterte ein Besuch des Zoo Leipzig vor Ort zur Feier des 10-jährigen Bestehens
den so durch den Zoo Leipzig ermöglicht. Mehr unter www.nantuforest.org des Projekts im November an der unruhigen politischen Situation im Land, er soll aber
2020 nachgeholt werden.
D. Wild Chimpanzee Foundation (WCF), Westafrika (WAZA Projekt Nr. 04020)
Der Zoo Leipzig unterstützt die Arbeit der WCF (Stiftung zum Schutz wildlebender F. Sabah-Nashorn Zuchtstation, Borneo/Malaysia (WAZA Projekt 11019)
Schimpansen) seit 2002. Der Schutz der Schimpansen wird vor allem durch die Einbe- Das seit 2009 in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung
ziehung der lokalen Bevölkerung rund um Schutzgebiete mittels gedruckter Zeitungen Berlin (IZW) unterstützte Projekt der Sabah-Nashorn Zuchtstation in Borneo/Malay-
und eines interaktiven Theaterstücks vorangetrieben. Mittlerweile ist die WCF neben sia steht vor einem Umbruch. Es steht fast sicher fest, dass in Sabah/Malaysia keine
Elfenbeinküste auch in Liberia und Guinea tätig und begleitet dort u.a. die Einrichtung Sumatranashörner in der Natur überlebt haben, im indonesischen Teil Borneos wahr-
neuer Nationalparke. Prof. Christophe Boesch, Begründer und Präsident der WCF und scheinlich nur einige wenige. Im Verlauf des Jahres 2019 starben die beiden verblie-
bislang einer der Direktoren am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie benen, aber nicht zuchtfähigen Tiere der Station, Tam und Iman. Von beiden konnte
in Leipzig, wurde 2019 emeritiert. Zu diesem Anlass übergab der Zoo Leipzig eine Son- allerdings Material für eine mögliche künstliche Reproduktion gesammelt werden. Ob
derspende an die WCF, die auch zukünftig weiter gefördert werden wird. Mehr unter und wo die vielen fachlichen Erkenntnisse des IZW mit der seltenen Art weiter genutzt
www.wildchimps.org werden können, wird geprüft.
Viel erfolgreicher verlief das seit 2011 unterstützte Aufforstungsprojekt am Wildtier-
rlos Barrientos
nfrösche durch Ca reservat Tabin. Mit Hilfe der Zooförderung und weiteren Großspenden konnten insge-
Aufzucht der Nase
samt 65 ha überwiegend Palmölplantagenflächen zwischen Tabin und dem nächst-
gelegenen Schutzgebiet Kulamba erworben werden. In einem wissenschaftlichen
Modellprojekt wird ab 2020 untersucht, mit welcher Methode solche stark degradier-
ten Flächen wieder bepflanzt und in Tropenwald zurückverwandelt werden können.
Im Verlauf der langjährigen Bemühungen zum Flächenkauf und zur Aufforstung hat
die Staatsregierung auf Anregung weitere in dem Gebiet gelegene 2.300 ha naturnahe
Waldflächen unter Schutz gestellt. So besteht die Hoffnung, nach und nach die beiden
für das Überleben vieler seltener Tierarten wichtigen Tropenwaldgebiete miteinander
zu einem Großreservat zu verbinden.42 43
G. Bestandserhebung großer Raubtiere in Äthiopien (LCSE) I. Regelmäßige Förderung als Halter von Tierarten in Erhaltungszuchtprogrammen:
2019 war das erste volle Jahr der neu begonnenen Bestandserhebung aller großen Raub- Regelmäßig unterstützen zahlreiche Zoos die vom jeweiligen Zuchtbuchkoordinator
tiere in Äthiopien („Large Carnivore Survey Ethiopia“ – LCSE), um am Ende das bestmög- empfohlenen Schutzprojekte für bedrohte Tierarten mit jährlichen Beiträgen. Durch
liche neue Zoo-Projekt für den Löwen- oder allgemeinen Raubtierschutz zu definie- viele einzelne Spenden können so auch größere Projekte langfristig aufrechterhalten
ren. Zwei Gebiete (Babile Elephant Sanctuary und Bejimiz Nationalpark) wurden u.a. mit werden.
Fotofallen untersucht, und für das ganze Land wurde eine umfangreiche Modellanalyse Der Zoo Leipzig förderte in diesem Rahmen:
mit allen vorhandenen Daten begonnen, um mögliche noch unbekannte Lebensräume das Wae Wuul Schutzprojekt für Komodowarane auf der Insel Flores (Indonesien) –
dieser Arten zu lokalisieren und später begehen zu können. Die Universität Oxford mit Mehr unter www.komododragon.org
ihrer ‚Wild Conservation Research Unit‘ führt das komplexe Projekt durch und wird am das Chick Bolstering Project für Brillenpinguine in Kapstadt (Republik Südafrika) –
Ende eine Empfehlung aussprechen, wo der Zoo Leipzig idealerweise tätig werden kann. Mehr unter www.sanccob.za
Es ist die erste komplette Bestandsanalyse großer Raubtiere in Äthiopien überhaupt, so die Madagascar Fauna Group (verschiedene Projekte auf Madagaskar) –
dass die Daten auch für viele andere Institutionen wertvoll sein werden. Mehr unter www.madagascarfaunaflora.org
das EEP Forest Guardians Program für Rote Pandas in Nepal –
H. Löwen Zoo Addis Abeba, Äthiopien
Mehr unter www.redpandanetwork.org
In dem seit 2007 begonnenen Projekt berät der Zoo Leipzig den Löwen-Zoo in Addis
drei Zuchtstationen für Visaya-Pustelschweine auf den Inseln Negros und Panay
Abeba in Fragen der veterinärmedizinischen Betreuung und des Neubaus einer Lö-
(Philippinen)
wenanlage zur Verbesserung der Haltung, und um den traditionsreichen Zoo zu künf-
die Koala-Schutzprojekte des Zoo San Diego (USA) –
tigen Artenschutzbeiträgen zu befähigen. Dieses Projekt entstand aufgrund der Städ-
Mehr unter www.endextinction.org/wildlife/koala
tepartnerschaft Leipzig – Addis Abeba und auf Anfrage der Stadtverwaltung Addis im
die Schutzprojekte für Koalas und andere Beuteltierarten der Australias Wildlife
Jahr 2006.
Ark – Mehr unter www.aussieark.org.au
Der im Vorjahr intensivierte Kontakt zwischen den beiden Zoos brach leider zeitwei-
die Okapi-Zucht- und Forschungsstation in Epulu (Demokratische Republik Kong-
se wieder ab, was auch an einem erneuten Wechsel des Zoodirektors in Addis lag.
go) – Mehr unter www.okapiconservation.org
Dieser besuchte dann auf Einladung zusammen mit seinem Veterinär den Zoo Leip-
das Lippenbär-Projekt der HNG Universität Patan (Indien)
zig im Oktober, um die hiesige Löwenhaltung in Leipzig, Dresden und Erfurt inten-
das Proyecto Tagua für Chaco Pekaris (Paraguay) – Mehr unter www.cccipy.org
siv kennenzulernen. Dabei stellte sich heraus, dass auch im Park der Residenz des
und das Projekt Bonobo alive im Salonga Nationalpark (Demokratische Republik
äthiopischen Premierministers in Rekordzeit eine neue Löwenanlage erbaut wurde,
Kongo) – Mehr unter www.bonobo-alive.org
in die drei Tiere aus dem Löwen-Zoo gezogen sind. Hierbei wurde der Zoo Leipzig
aber nicht konkret einbezogen. Die Zukunft der seit 2012 immer noch im Bau befind-
lichen vom Zoo betreuten Löwenanlage im Peacock-Park ist leider weiter unklar.44 45
J. Geförderte Artenschutzorganisationen: Finanzierung von Artenschutzprojekten
Der Zoo Leipzig fördert regelmäßig die Arbeit von nationalen und internationalen Ar- Seit dem 01.01.2017 bietet der Zoo seinen Besuchern an, freiwillig einen zusätzlichen
tenschutzorganisationen, die selber über kein ausreichendes Verwaltungsbudget Euro auf das Eintrittsticket zu zahlen, um Artenschutzprojekte zu unterstützen. Zu-
verfügen. Erst die Finanzierung von Personal und Verwaltungskosten versetzt diese dem werden an drei Stellen im Zoo weitere Spenden gesammelt. Die Resonanz auf
Organisationen in die Lage, Projekte durchzuführen und dafür auch Fördermittel zu den „Artenschutz-Euro“ ist auch im dritten Jahr sehr positiv, so dass der Zoo Leipzig die
akquirieren. Am Ende entsteht so ein großer Mehrwert der eingesetzten Fördermittel kontinuierliche Weiterentwicklung der Projekte 2020 plangemäß fortführen wird. Zur
des Zoo Leipzig: Vorfinanzierung am Jahresanfang und für geplante oder ungeplante Sonderausgaben
International Union for Conservation of Nature – IUCN (Mitgliedschaft) sind die Rücklagen vorgesehen, die zum Jahresende bestanden.
IUCN Cat Specialist Group (Förderung der Geschäftsstelle)
Heimischer Artenschutz/Biodiversität
IUCN Conservation Planning Specialist Group (Förderung der Geschäftsstelle)
Als Nahrungspflanzen für Insekten wurden an verschiedenen Stellen Frühblüher
IUCN Asian Wild Cattle Specialist Group – Saola Working Group (Förderung des
(Wildarten) im Zoogelände gepflanzt.
Aufbaus einer Zuchtstation)
Zudem wurden weitere Nistkästen installiert, dies ist eine Ersatzmaßnahme für die
IUCN Species Survival Commission (Förderung der Geschäftsstelle)
Bauarbeiten an Südamerika I und am Aquarium.
Stiftung Artenschutz (Förderung der Projektdurchführung und Geschäftsstelle)
Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e. V. – ZGAP
(Förderung der Geschäftsstelle) Ausgewilderte Sp
itzmaulnashörner
Südamerikanischer Zoo-Verband ALPZA (Mitgliedschaft und Bereitstellung in Ruanda
von Fördermitteln zur Vergabe an Zoo-Artenschutzprojekte)
Amphibian Ark (Förderung der Projektdurchführung und Geschäftsstelle)
Amphibian Survival Alliance (Förderung der Projektdurchführung und Geschäfts-
stelle)
K. Sonstige einmalige Projektzuschüsse:
Regelmäßig erreichen den Zoo Leipzig Anfragen nach finanzieller Hilfe, die je nach
Möglichkeit gewährt werden können. 2019 waren dies u. a.:
Vogelzuchtstation der Stiftung KASI Taman Safari (Java/Indonesien)
Silent Forest Campaign (Singvogelschutz in Asien) des Europäischen Zoo-Verbands
EAZA
Makakenprojekt der Primates in Need Association auf Sulawesi/Indonesien
Auswilderung von Waldrappen durch das Waldrappteam Österreich
Nisthilfeprogramm für Marabus in Indien
Auswilderung von Spitzmaulnashörnern in Ruanda durch den Zoo Dvur Kralove (CZ)
Notfallhilfe Zwergflamingo-Aufzucht in Kamfers Dam Südafrika
Monitoring des verschollenen Namdapha-Gleithörnchens in Indien durch
die IUCN SSC Small Mammal Specialist GroupSie können auch lesen