Wechsel im KVWL-Vorstand komplett - Dr. Dirk Spelmeyer zum neuen 1. Vorsitzenden der KVWL gewählt Seite 4 - Nr. 9 / 2019

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Wechsel im KVWL-Vorstand komplett - Dr. Dirk Spelmeyer zum neuen 1. Vorsitzenden der KVWL gewählt Seite 4 - Nr. 9 / 2019
Nr. 9 | 27. September 2019

                              BERUFSPOLITIK | INFORMATIONEN | MITTEILUNGEN |   Amtliches Bekanntmachungsorgan der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe

                                           lichen
                                 Mit Amt chungen
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                             Wechsel im KVWL-Vorstand komplett
                             Dr. Dirk Spelmeyer zum neuen 1. Vorsitzenden der KVWL gewählt
                             > Seite 4

                              Impfaufklärung: Mit Fakten gegen Fake-News > Seite 12
                             „Elf 6 und Elf 7“ – die Nummer mit den Elfen. Große Werbekampagne für den ärztlichen
                              Bereitschaftsdienst ist gestartet > Seite 22
Wechsel im KVWL-Vorstand komplett - Dr. Dirk Spelmeyer zum neuen 1. Vorsitzenden der KVWL gewählt Seite 4 - Nr. 9 / 2019
Inhalt
                                              4    Wechsel im KVWL-Vorstand komplett
                                                   Dr. Dirk Spelmeyer zum neuen 1. Vorsitzenden der KVWL gewählt

                                              12   Impfaufklärung: Mit Fakten gegen Fake-News

                                      4       20   „Impfcheck NRW – Jetzt Impfschutz prüfen“
                                                   NRW-Gesundheitsministerium startet Kampagne zur Steigerung
                                                   der Impfquoten / Kassenärztliche Vereinigungen unterstützen

          12                                  22   „Elf 6 und Elf 7“ – die Nummer mit den Elfen
                                                   Große Werbekampagne für den ärztlichen Bereitschaftsdienst ist
                                                   gestartet

                                              24   Neues Fortbildungsportal der KBV startet mit Angebot zum
                                                   Medikationsplan

                                              26   Barrierefreie Arztpraxis: Informieren Sie die KVWL – und Ihre
                                                   Patienten! Gut frequentierte Arztsuche bietet viele Auswahlmöglich-
                                                   keiten / Nutzen Sie den online abrufbaren Fragebogen

                                 22           28   KVWL begleitet den Aufbau der medizinischen Fakultät an der
                                                   Uni Bielefeld
                                                   Dr. Gerhard Nordmann in engem Austausch mit Gründungs-
                                                   dekanin Prof. Dr. Claudia Hornberg

                                              29   Landeskampagne „Sucht hat immer eine Geschichte“ im
                                                   neuen Layout
                                                   Präventionskampagne wird in Zusammenarbeit mit den
                                                   gesetzlichen Krankenkassen ausgeweitet

                                              30   KBV-Versichertenbefragung: Vertrauen in Ärzte nach wie vor gut

                                              33   Klare Struktur, bessere Übersicht, effektive Therapie: Schon mehr
9/2019

                                                   als 7.000 Teilnehmer sind beim „AdAM“-Modellprojekt dabei

                                              34   Ärztinnen und Ärzte für den mobilen Blutspendedienst gesucht

                                              36   Virtuelle Realität (VR): Chancen auch für die Psychotherapie

                                              40   Sicherung der ambulanten Versorgung:
                                                   Förderverzeichnis der KVWL

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         Nr. 9 | 27. September 2019                STANDARDS
         mit praxisrelevanten Informationen
         in der Heftmitte zum Heraustrennen
                                              38   Kurznachrichten

                                              42   Amtliche Bekanntmachungen
                                                   42 Ausschreibung von Vertragsarzt- und Psychothera-
                                                       peutensitzen in Westfalen-Lippe

                                              55   Impressum
Wechsel im KVWL-Vorstand komplett - Dr. Dirk Spelmeyer zum neuen 1. Vorsitzenden der KVWL gewählt Seite 4 - Nr. 9 / 2019
Reden hilft, Impfen schützt!

I
     mpfen schützt. Den Geimpften selbst, aber     In diesen Wochen startet das NRW-Gesund-
     auch die Menschen in seinem Umfeld. Das       heitsministerium seine neue Kampagne
     ist eine Tatsache, die Ihnen als Mitglieder   „Impfcheck NRW – Jetzt Impfschutz prüfen“
     der KVWL natürlich hinlänglich bekannt        (s. auch S. 20). Die KVWL begrüßt dieses
ist. Mit großer Sorge beobachte ich die aktu-      Engagement ausdrücklich und unterstützt
ellen Tendenzen in der Bevölkerung, das Imp-       die Kampagne nach Kräften. Auf diese Wei-
fen gerade für Erwachsene mehr und mehr            se rückt das Thema Impfen gerade in den
zu vernachlässigen. Nicht jeder Mensch mit         infektionsträchtigen Herbstmonaten wieder
einem lückenhaften Impfschutz ist aber auch        verstärkt in den Fokus der öffentlichen Wahr-
gleich ein ausgesprochener Gegner dieser           nehmung. Die KVWL selbst bietet aktuell
bewährten Vorsorgemaßnahme. Ich bin der            auch wieder Informationsveranstaltungen
Überzeugung, dass viele Menschen schlicht-         rund ums Impfen an (s. auch Seite 17), die er-
weg nicht daran denken, ihren Impfstatus im        fahrungsgemäß immer sehr gut besucht sind.
Blick zu behalten. Und genau an dieser Stelle      Und natürlich beraten wir unsere Mitglieder
kommt uns als niedergelassenen Vertragsärz-        auf Wunsch individuell zu allen Impf-Fragen.
ten eine Schlüsselposition zu.
                                                   Heute gibt es wirksamen Schutz vor Masern
Die behandelnden Haus- und Fachärzte kön-          und Influenza. Und dennoch erkranken und
nen entscheidenden Einfluss nehmen auf              im schlimmsten Fall sterben immer wieder
die zukünftige Entwicklung der Impfquoten          Menschen daran, weil der notwendige Impf-

                                                                                                    9/2019
in Westfalen-Lippe. Und zwar indem sie mit         schutz nicht gegeben ist. Lassen Sie uns
ihren Patienten sprechen. Sie daran erinnern,      gemeinsam gegen diesen gefährlichen Trend
einen Blick in ihren Impfausweis zu werfen         angehen. Denn Impfen schützt!
und, wenn nötig, den Impfschutz auffrischen
zu lassen. Auch das Praxispersonal kann mit
freundlichem Nachfragen und entsprechen-
den Hinweisen das Thema immer wieder an-
sprechen und so in den Köpfen der Patienten
verankern. Aus meiner eigenen langjährigen
Berufserfahrung als Hausarzt weiß ich, dass
                                                                                                    3
die meisten Patienten solche Hinweise und
Beratungen dankbar annehmen und sich in
der Folge dann auch impfen lassen. Reden           Dr. Volker Schrage,
hilft, Impfen schützt.                             2. KVWL-Vorsitzender
Wechsel im KVWL-Vorstand komplett - Dr. Dirk Spelmeyer zum neuen 1. Vorsitzenden der KVWL gewählt Seite 4 - Nr. 9 / 2019
Wechsel im KVWL-Vorstand komplett - Dr. Dirk Spelmeyer zum neuen 1. Vorsitzenden der KVWL gewählt Seite 4 - Nr. 9 / 2019
Wechsel im KVWL-
Vorstand komplett
Dr. Dirk Spelmeyer zum neuen 1. Vorsitzend
                                Vorsitzenden der
KVWL gewählt

D
        er sanfte und lange geplante Über-      verdienten Ruhestand treten zu wollen, die-
        gang im Vorstand der Kassenärzt-        sen geordneten und gut vorbereiteten Wech-
        lichen Vereinigung Westfalen Lippe      sel im Vorstand der Körperschaft ermöglicht
        (KVWL) ist perfekt: Anfang September    hat. Somit besteht das Führungsgremium
wählten die Vertreter der in Westfalen-Lippe    der KVWL ab dem kommenden Februar aus

                                                                                                   9/2019
niedergelassenen Ärzte und Psychothera-         Dr. Dirk Spelmeyer (1. Vorsitzender), Dr. Volker
peuten mit überwältigender Mehrheit Dr. Dirk    Schrage (2. Vorsitzender) sowie Thomas Mül-
Spelmeyer nicht nur in den KVWL-Vorstand,       ler (Vorstandsmitglied). Das neue Führungs-
sondern in einem zweiten Wahlgang auch in       trio bekräftigte seine Absicht, die zukünftigen
das Amt des 1. KVWL-Vorsitzenden. Damit tritt   Aufgaben und Herausforderungen als Team
der Facharzt für Urologie aus Dülmen zum        angehen zu wollen. Schrage und Müller setz-
1. Februar 2020 die Nachfolge von Dr. Gerhard   ten mit ihrem Verzicht, gegen Spelmeyer um
Nordmann an, der mit seiner frühzeitigen        den Vorstandsvorsitz zu kandidieren, ein ein-
Ankündigung, im kommenden Jahr in den           drucksvolles Zeichen.

                                                                                                   5
Wechsel im KVWL-Vorstand komplett - Dr. Dirk Spelmeyer zum neuen 1. Vorsitzenden der KVWL gewählt Seite 4 - Nr. 9 / 2019
Krankenkassen signalisieren erstmals
         Unterstützung für den Notfalldienst

         Das neu zusammengesetzte Vorstandsteam
         „übernimmt eine gut organisierte KV“, wie
         der amtierende 1. KVWL-Vorsitzende Dr. Ger-
         hard Nordmann in seinem Bericht zur Lage
                           deutlich machte, bevor er
                           sich dem aktuellen gesund-
                           heitspolitischen Geschehen
                           zuwandte. Zwar habe die
                           KVWL in den Honorarver-
                           handlungen für das Jahr
                           2019 (wie alle anderen
                           KVen im Bundesvergleich)
                           nur eine schwarze Null
                           – also den Inflationsaus-
                           gleich – erreichen können,
                           es gebe in finanzieller
                           Hinsicht trotzdem ein po-
                           sitives Zeichen. Denn die
                           KVWL erhält von den regi-
                           onalen Krankenkassen für
                           das Jahr 2019 zusätzliche
                           Strukturhilfen in Höhe von
                           fünf Millionen Euro, die
                           ausdrücklich auch für den
         weiteren Ausbau der Portalpraxen im Not-
         falldienst verwendet werden können. Es sei,
         so Dr. Nordmann, ein wichtiges Signal, dass
         die Krankenkassen erstmalig ihre Mitverant-
         wortung für die Finanzierung der Strukturen
         im Notfalldienst der niedergelassenen Ärzte
         eingestehen.
9/2019

         In diesem Zusammenhang wiederholte Nord-
         mann noch einmal seine Überzeugung, dass
         die gesamte Notfallversorgung zu einer ei-
         genständig finanzierten dritten Säule in der
         Versorgung ausgebaut werden solle. Damit
         leitete er zu einem weiteren Gesetzentwurf
         aus dem Hause des umtriebigen Bundes-
         gesundheitsministers Jens Spahn über, der
         allerdings „noch nicht mit der Hausleitung
6
         abgestimmt sei“. Soll heißen, der Vorschlag
         kommt nicht im üblichen Gewand eines
         Referentenentwurfs daher, sondern als
         Steinwurf ins Wasser, um ohne Risiko beob-
         achten zu können, welche Kreise er zieht.
         Neben einigen Vorschlägen, die in Westfa-
         len-Lippe schon umgesetzt (Portalpraxen)
Wechsel im KVWL-Vorstand komplett - Dr. Dirk Spelmeyer zum neuen 1. Vorsitzenden der KVWL gewählt Seite 4 - Nr. 9 / 2019
Regionale Auswirkungen der
                                              Bedarfsplanungsrichtlinie

                                              Beim Thema Bedarfsplanung knüpfte der KV-

                                                                                              9/2019
                                              WL-Chef an die erste Prognose vom Juni an,
                                              wonach durch die neue Bedarfsplanungsricht-
oder erprobt (Ersteinschätzungsverfahren,     linie in Westfalen-Lippe zirka 300 neue Sitze
elektronische Fallakte) werden, enthält der   für Ärzte und Psychotherapeuten entstehen
Entwurf allerdings auch ein paar „krude       werden. „Zusätzliche Arzt- und Psychothe-
Ideen“, so Nordmann. Die Folgenschwerste:     rapeutensitze bedeuten vor allem auch die
Es gibt Überlegungen bei den Ministerialen,   Öffnung von bislang gesperrten Planungsbe-
den KVen den Sicherstellungsauftrag für       reichen. Dies hat grundlegende Auswirkungen
die sprechstundenfreien Zeiten zu entzie-     auf die Praxisübergabe. Eine Ausschreibung
hen – und auf die Länder zu übertragen.       mit einem entsprechenden Verfahren über die
                                                                                              7
„Da wünsche ich den zuständigen Behörden      KV ist dann nicht mehr erforderlich und auch
viel Spaß: Fällt der Sicherstellungsauftrag   nicht mehr möglich. Jeder muss sich selbst
für die Zeiten des Notfalldienstes weg,       um einen Praxisnachfolger kümmern – jeden-
entfällt auch die rechtliche Grundlage für    falls bis zur möglichen erneuten Sperrung des
die KVen, ihre Mitglieder zum Notfalldienst   Planungsbereichs“, erläuterte Nordmann. Er
zu verpflichten und einzuteilen“, betonte      fasste die prognostizierten Veränderungen
Nordmann.                                     folgendermaßen zusammen:
Wechsel im KVWL-Vorstand komplett - Dr. Dirk Spelmeyer zum neuen 1. Vorsitzenden der KVWL gewählt Seite 4 - Nr. 9 / 2019
Bürokratiekosten anschaulich
                                                                 erklärt

                                                                  Dr. Volker Schrage machte in seinem
                                                                  Vortrag deutlich, dass Bürokratie-
                                                                  kosten nicht nur durch Vorgaben des
                                                                  Gesetzgebers entstehen. Der 2. KV-
                                                                  WL-Vorsitzende rechnete einmal ganz
                                                                  konkret vor, welche Kosten durch
                                                                  KVWL-Mitglieder verursacht werden,
                                                                  die entweder immer noch manuell
                                                                  abrechneten oder ihre Abrechnung
                                                                  regelmäßig verspätet abgeben, was
                                                                  zur Folge habe, dass die Abrechnung
                                                                  der gesamten Fachgruppe ins Stocken
                                                                  gerate. „Gemeinsam mit Widersprü-
                                                                  chen, die ohne jede Begründung ein-
                                                                  gereicht werden, verursachen diese
                                                                  Verzögerungen einen Arbeitsauf-
         Die neue Richtlinie wirkt sich in der Versor-   wand, der in etwa zwei Sachbearbeiterstellen
         gung erst ab Dezember 2019 aus – die Be-        pro Jahr entspricht. Stellen, die die pünktlich
         schlüsse des Landesausschusses müssen           abrechnenden Kolleginnen und Kollegen be-
         abgewartet werden. Vorher passiert nichts.      zahlen müssen“, kritisierte Schrage. Dabei be-
         Große Veränderungen gibt es bei den Kin-        tonte er, dass es ihm keinesfalls darum gehe,
         derärzten, Nervenärzten und Psychothera-        Kolleginnen und Kollegen generell davon ab-
         peuten. Bei diesen Gruppen werden Anfang        zuhalten, gegen aus ihrer Sicht nicht plausible
         2020 viele Planungsbereiche entsperrt und       Bescheide Widerspruch einzulegen: „Das ist
         es entstehen zahlreiche neue Sitze.             ihr gutes Recht. Sinnvoll wäre es aber, sich
         Für alle neu entstehenden Sitze gibt es         auf jene Fälle zu beschränken, in denen der
         kein Windhundrennen! Die Bewerbungsfrist        Antragssteller auch selbst eine Begründung
         wird voraussichtlich im Dezember beginnen       für seinen Widerspruch nennen kann.“
         und bis Februar laufen, abhängig von der
         Beschlussfassung des Landesausschusses.
         Veröffentlicht wird das in KVWL kompakt         Gute Quoten bei Fortbildung und Qualität
9/2019

         im Dezember. Alle fristgerecht eingegange-
         nen Anträge müssen berücksichtigt und           Darüber hinaus gab er einen Überblick über
         ggf. in einem Auswahlverfahren gegenein-        weitere Themen aus seinem Ressort, in die er
         ander abgewogen werden.                         sich in den ersten Monaten seiner Vorstands-
         Solange Planungsbereiche nicht mehr von         tätigkeit intensiv eingearbeitet hat. So gebe
         Zulassungssperren betroffen sind – je nach      es beispielsweise bei der Fortbildungsver-
         Bewerbungslage also von Dezember 2019           pflichtung für niedergelassene Ärzte, die laut
         bis Mai 2020 – können Praxen ohne Aus-          Gesetz ebenfalls von den KVen überprüft wer-
         schreibungsverfahren weitergegeben wer-         den müsse, in Westfalen-Lippe eine Erfolgs-
         den.                                            quote von 98 Prozent. Diese hohe Zahl von
8
         Die KVWL wird die Ärzte mit laufenden           „Erfüllern“ sei einem ausgeklügelten Erinne-
         Ausschreibungsverfahren und die Bewer-          rungs- und Beratungssystem zu verdanken,
         ber zeitnah über die neue Situation infor-      das die KVWL über die Jahre aufgebaut habe.
         mieren.                                         Ähnlich gute Werte sah Schrage im Bereich
                                                         der Qualitätsüberprüfungen: „In einzelnen
                                                         Bereichen der Datengestützten einrichtungs-
                                                         übergreifenden Qualitätssicherung (DeQS)
Wechsel im KVWL-Vorstand komplett - Dr. Dirk Spelmeyer zum neuen 1. Vorsitzenden der KVWL gewählt Seite 4 - Nr. 9 / 2019
müssen wir uns nicht hinter den Kran-
kenhäusern verstecken; hier dürfen
wir ruhig etwas selbstbewusster auf-
treten!“

90 Prozent an die Telematikinfra-
struktur angebunden

Eine gute Quote konnte schließlich
auch KVWL-Vorstandsmitglied Thomas
Müller vermelden: Nach seinen Anga-
ben sind inzwischen gut 90 Prozent
aller Praxen an die Telematikinfra-
struktur (TI) angebunden. Das ist im
Sinne der angestrebten Vernetzung
wichtig, aber auch vor dem Hinter-
grund der vom Gesetzgeber vorge-
schriebenen Sanktionsmaßnahmen
durch die KVen im Falle einer verspäteten
Anbindung. Müller erläuterte in seinem Vor-
trag das Vorgehen der KVWL gegenüber den
restlichen zehn Prozent von Ärzten und Psy-
chotherapeuten, die aktuell noch nicht an die

                                                                                                                             9/2019

                                                                                                                             9

Der Vorsitzende der KVWL-Vertreterversammlung Dr. Ulrich Oeverhaus (l.) , KVWL-Vorstandsmitglied Thomas Müller (2. v. l.),
der 2. KVWL-Vorsitzende Dr. Volker Schrage (2.v.r.) und der amtierende 1. KVWL-Vorsitzende Dr. Gerhard Nordmann gratu-
lierten dem neu gewählten 1. KVWL-Vorsitzenden Dr. Dirk Spelmeyer (Mitte) zur Wahl an die Spitze der Körperschaft.
Wechsel im KVWL-Vorstand komplett - Dr. Dirk Spelmeyer zum neuen 1. Vorsitzenden der KVWL gewählt Seite 4 - Nr. 9 / 2019
Wahl von Dr. Dirk Spelmeyer                            Wahl von Dr. Dirk Spelmeyer
     zum Vorstandsmitglied der KVWL                         zum 1. Vorsitzenden der KVWL

39 3
Ja-Stimmen   Enthaltungen
                                    1
                              Nein-Stimme
                                                       43 0
                                                       Ja-Stimmen
                                                                                           2
                                                                    Enthaltungen Nein-Stimmen

        TI angebunden sind. Um unbillige Härten in              Der Bestellnachweis lag bis 31. März 2019 vor.
        solchen Fällen zu vermeiden, in denen nach-             Der Bestellnachweis und die Installation
        weislich externe Dienstleister (Softwarehäu-            sind im 2. Quartal 2019 erfolgt.
        ser, Systembetreuer) die Verzögerung des
        Anschlusses zu verantworten haben, wird die           Entwarnung konnte Thomas Müller auch bezüg-
        KVWL bei folgenden Szenarien keine Sanktio-           lich der Haftung bei möglichen Datenlecks in
        nen aussprechen:                                      der Telematikinfrastruktur, insbesondere den
                                                              Konnektoren, geben. Hierzu zitierte er aus einer
                                                              Verlautbarung der gematik, wonach „bei vor-
                                                              schriftsgemäßer Installation und bestimmungs-
                                                              gemäßem Konnektor-Gebrauch eine Haftung
                                                              des Leistungserbringers nach DSGVO in jedem
                                                              Fall ausscheide“. Da jedoch mögliche Streitfälle
                                                              letzten Endes juristisch geklärt werden müssten
                                                              und um das Risiko so gering wie möglich zu
                                                              halten, fordere das KV-System so genannte
        Informations veran-                                   Penetrationstest, also Sicherheitstests mit
        staltungen „Update                                    simulierten Angriffen unter festgelegten Stan-
        Telematik infrastruktur“                              dards, bekräftigte Müller. Zu den ersten Anwen-
                                                              dungen der TI sollen das Notfalldatenmanage-
        für Ärzte und Psychotherapeuten                       ment (NFDM) sowie der elektronische
          am 15. November 2019 in Dortmund                    Medikationsplan gehören (eMP). An einem ent-
          am 26. November 2019 in Dortmund                    sprechenden Feldtest, der im vierten Quartal
          am 3. Dezember 2019 in Münster                      2019 starten soll, beteiligen sich unter anderem
                                                              über 70 Praxen aus Westfalen-Lippe. Um allen
        für MFA                                               Interessierten die Möglichkeit zu geben, sich
          am 2. Oktober 2019 in Münster                       bezüglich der Telematikinfrastruktur auf den
          am 16. Oktober 2019 in Dortmund                     aktuellen Stand zu setzen, kündigte Müller meh-
                                                              rere Informationsveranstaltungen für Ärzte,
                                                              Psychotherapeuten und MFA an (s. Kasten).
                                                              -ms
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Impfaufklärung:
Mit Fakten gegen Fake-News

               W
                        erden Impfungen Opfer ihres eige-
                        nen Erfolgs? Werden Impfskepsis
                        und Impfmüdigkeit auch dadurch
                        befördert, dass die meisten Men-
               schen in Deutschland lange Zeit kaum noch
               schwere Infektionskrankheiten gesehen ha-
               ben – geschweige denn tödliche Verläufe in
               ihrem engeren Lebensumfeld mitverfolgen
               mussten? Und wieso halten sich Mythen um
               Schwermetallvergiftungen oder Autismus-
               Erkrankungen als angebliche Folge von Im-
               munisierungen so hartnäckig? Die Lage wird
               zusehends unübersichtlich und man gewinnt
               den Eindruck, dass es evidenzbasierte Fakten
               immer schwerer haben, Mythen, Vorurteile
               oder bewusste Falschinformationen „auszu-
               stechen“.

               Der Fall von Riko Muranaka ist alarmierend:
               Die japanische Ärztin und Journalistin wollte
               sich nicht damit abfinden, dass Impfgegner
               in ihrem Heimatland die Impfung gegen
               Gebärmutterhalskrebs (HPV-Impfung) ohne
wissenschaftlich fundierte Argumente            Impfpflicht als Ultima Ratio
derart in Verruf brachten, dass die HPV-
Impfquote von zirka 70 Prozent auf unter        Nachdem absehbar war, dass auch Deutsch-
ein Prozent (!) abstürzte. Mitverantwortlich    land das WHO-Ziel verfehlen würde, die Ma-
für den dramatischen Rückgang der Imp-          sern bis zum Jahr 2020 auszurotten, brachte
fung, die noch 2013 von der japanischen         zunächst der ehemalige Gesundheitsminis-
Regierung explizit empfohlen worden war,        ter Hermann Gröhe 2015 eine Pflicht zur
sei unter anderem eine „Studie“ mit eini-       Masernimpfung ins Gespräch. Sein Amts-
gen wenigen Mäusen, deren zweifelhafte          nachfolger und Parteigenosse Jens Spahn
Ergebnisse, als „Beweis“ für unerwünschte       konkretisierte diese Überlegungen und ließ
Wirkungen der HPV-Impfung beim Menschen         die wichtige Präventionsmaßnahme in einen
herangezogen wurden, kritisierte Muranaka.      Gesetzestext gießen. Im Juli beschloss das
Nach ihrer Auffassung wurden dabei grund-       Kabinett das „Masernschutzgesetz“, das
legende Kriterien wissenschaftlichen Ar-        nach der parlamentarischen Sommerpause
beitens grob missachtet, was sie öffentlich     dem Bundesrat zur Abstimmung vorgelegt
machte und sich für eine evidenzbasierte        werden soll. Der Gesetzentwurf sieht vor,
Beurteilung des Nutzens und der Risiken         dass unter anderem alle Kinder beim Eintritt
einer HPV-Impfung stark machte. Doch vie-       in die Schule oder den Kindergarten beide
le impfkritische Japaner sahen in ihr – der     von der Ständigen Impfkommission (STIKO)
Überbringerin der schlechten Nachricht –        empfohlenen Masern-Impfungen vorweisen
das eigentliche Übel und versuchten ihre Re-    müssen.
putation als Ärztin und Wissenschaftsjour-
nalistin zu zerstören. Rückblickend schreibt    Aber eine generelle Impfpflicht ist umstritten.
Muranaka auf dem Blog Medwatch daher            So sieht beispielsweise der Deutsche Ethikrat
auch von einem „Scheitern der japanischen       zwar eine „moralische Verpflichtung, sich und
Medien“ (https://medwatch.de/2019/02/15/        die eigenen Kinder gegen Masern impfen zu
hpv-impfung-wie-japan-von-einem-anti-impf-      lassen“, lehnt die gesetzlich festgeschriebene
tsunami-erfasst-wurde/).                        Pflicht jedoch ab. Hier besteht die Gefahr, dass
                                                die Diskussion für und wider das Impfen durch
                                                die Debatte für und gegen die Impfpflicht
„Impfgegner für die Weltgesundheit so           überlagert wird. Vermutlich sind die Lager
gefährlich wie Ebola“                           der Befürworter und Kritiker nicht in beiden
                                                Fällen identisch, denn eine gesetzliche Pflicht,
Neben dem persönlichen Schicksal Murana-        sich bzw. die eigenen Kinder impfen zu lassen,

                                                                                                  9/2019
kas ist vor allem die Trivialisierung ehemals   geht weit über medizinische Implikationen
wissenschaftlicher Diskurse bemerkenswert.      hinaus. Hier kämen unter anderem (haftungs-)
Da wo die einen das Internet als Instrument     rechtliche und ethische Fragen hinzu.
der Demokratisierung allen Wissens feiern,
reichen andererseits offensichtlich Behaup-     Mit der derzeitigen Entwicklung steht ausge-
tungen und Unterstellungen, Fake News und       rechnet eine der effizientesten und effektivs-
„alternative Fakten“ aus, um sich Gehör zu      ten Präventionsmaßnahmen der modernen
verschaffen. Die dramatischen Folgen: Inzwi-    Medizin unter einem kaum nachvollziehbaren
schen hat die Weltgesundheitsorganisation       Rechtfertigungsdruck. Positive Meldungen
(WHO) die „Vermeidung oder Verzögerung          („Nigeria ist als letztes afrikanisches Land
                                                                                                  13
von Impfungen“ in die Liste der bedeutends-     polio-frei!“) wechseln sich mit negativen
ten globalen Gesundheitsrisiken aufgenom-       („USA und Irland melden neue Mumps-Fälle“)
men. „Aus der Sicht der Experten geht von       ab. Wobei – und das muss man in diesem Zu-
Impfgegnern damit ein ähnlich großes Risiko     sammenhang deutlich betonen – die negati-
für die weltweite Gesundheit aus wie von Ebo-   ven Meldungen in aller Regel nicht durch das
la, Antibiotikaresistenzen und Luftverschmut-   Impfen ausgelöst werden sondern durch das
zung“, kommentierte Spiegel Online.             Nicht-Impfen!
Anzahl geimpfter Personen in Westfalen-Lippe
         gegen Influenza und Humane Papillomviren (HPV)
                                                                                                                        Quelle: KVWL
         1.050.000
                     39.000

                              1.070.000
                                          41.000

                                                   1.000.000
                                                               46.000

                                                                        950.000
                                                                                  56.000

                                                                                           900.000
                                                                                                     59.000

                                                                                                              880.000
                                                                                                                         54.000

                                                                                                                                    980.000
                                                                                                                                               51.000

                                                                                                                                                            Humane Papillomviren (HPV),
                                                                                                                                                            männliche Geimpfte (seit 2018)
           2012                 2013                2014                 2015               2016               2017                  2018

                     Influenza                                                                                                                Humane Papillomviren (HPV), weibliche Geimpfte

                     Prozentuale Veränderung Jahreswerte                                                                                      Prozentuale Veränderung Jahreswerte
                     bezogen auf 2018                                                                                                         bezogen auf 2018
                     zum Vorjahr                   3 Jahre                 6 Jahre                                                            zum Vorjahr     3 Jahre    6 Jahre
                     1 1,95 %                      3,42 %                  -6,52 %                                                            -4,44 %         -10,82 %   28,30 %
9/2019

                     Ja, auch das Impfen (sofern man bei der Viel-                                                                betrachten, ohne überhaupt wahrzunehmen,
                     zahl von Immunisierungen und individuellen                                                                   dass es noch eine andere gibt. Moderne Impf-
                     Voraussetzungen überhaupt derart pauschal                                                                    stoffe sind aus der Nutzen-Risiko-Perspektive
14
                     urteilen darf) birgt Risiken. Es gibt uner-                                                                  betrachtet sichere Arzneimittel. Das ist evi-
                     wünschte Nebenwirkungen und leider in sehr                                                                   denzbasiert, also nach wissenschaftlichen
                     seltenen Fällen auch bleibende Impfschäden.                                                                  Kriterien überprüfbar und nachvollziehbar!
                     Es ist jedoch unredlich, unwissenschaftlich                                                                  Wie aber geht man mit Skeptikern und Kriti-
                     und sowohl aus individueller wie auch gesell-                                                                kern um, die wissenschaftliche Beweise und
                     schaftlicher Perspektive gefährlich, gerade in                                                               daraus abgeleitete Argumente schlicht igno-
                     diesem Fall nur die eine Seite der Medaille zu                                                               rieren?
das Institut mit den anderen europä-
                                              ischen Ländern digital vernetzt, um auf
                                              gehäuft auftretende Meldungen sofort
                                              reagieren zu können. Das Fazit der Ab-
                                              teilungsleiterin Dr. Brigitte Keller-Stanis-
                                              lawski: „Impfstoffe sind nicht unsere
                                              Problemkinder. Sie gehören zu den si-
                                              chersten Medikamenten überhaupt!“
Nicht Impfen ist gefährlich
sondern Nichtimpfen!                          Bei Jugendlichen benutze ich das Wort
                                              „Impfen“ oft gar nicht mehr. In der heu-
Impfungen gehören zu den wirksamsten          tigen digitalen Welt werde ich besser
und sichersten medikamentösen Be-             verstanden, wenn ich darauf hinweise,
handlungsmethoden, um Menschen vor            dass der eigene Virenschutz nicht mehr
schweren Infektionskrankheiten zu             dem aktuellen Stand entspricht und
schützen.                                     dringend eines Updates bedarf.

Gerade Säuglinge sind bei einigen Er-         Bei der HPV-Impfung ist es wichtig, dass
krankungen besonders gefährdet und            man danach vor Genitalwarzen ge-
benötigen daher möglichst frühzeitig          schützt ist, die offensichtlich in diesem
einen eigenen Schutz. Das betrifft vor        Alter stigmatisierend sind. Das Ausmaß
allem Pertussis, weil diese Infektion in      der Bedrohung durch Tumoren, die viele
den ersten Lebensmonaten zu Apnoen            Jahre später entstehen, wird häufig bes-
führen können. Diese Atemstillstände          ser verstanden, wenn ich erkläre, dass
waren Mitauslöser für die früher höhere       derzeit noch etwa 2000 Frauen und ca.
Zahl von an SIDS (sudden infant death-        1000 Männer an HPV-bedingten Krebs-
syndrome) verstorbenen Säuglingen.            arten in unserem Land versterben und
                                              dass diese Zahl etwa einem „Ferien-
Da die kleinen Säuglinge aber erst einen      flieger”-Absturz alle zwei bis drei Mo-
Schutz aufbauen müssen, nutzen auch           nate entsprechen würde.
wir in der Praxis schon den Erstkontakt
zu den Eltern, um bei Bedarf (die Mütter      Übrigens erleichtern es gut geschulte
sind oft schon von den Gynäkologen            MFA und ein einfach zu bedienendes
geimpft), die Großeltern, Verwandte und       Impfprogramm im Patientenverwal-
andere Besucher sowie Babysitter zu           tungssystem erheblich, bei den eigenen
bitten, ihren Impfstatus zu prüfen und        Patienten eine gute Impfquote zu errei-
ggf. die Gelegenheit zu nutzen, den eige-     chen und damit weniger schwere Ver-
nen Schutz zu verbessern. Hier ist Gele-      läufe von Infektionskrankheiten behan-
genheit, auch gleich die Masern-Impfung       deln zu müssen. Nicht unerwähnt
anzusprechen, die uns wahrscheinlich          lassen möchte ich, dass die Politik und
noch längere Zeit beschäftigen wird.          die Krankenkassen die Bedeutung des
                                              Impfens als grundlegende Präventions-
Apropos Sicherheit der Impfstoffe: das        maßnahme akzeptieren und die Ärzte-
Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist Meldestelle   schaft in ihrem Bemühen um die Steige-
für Impfnebenwirkungen. Seit 2000 sind        rung der bestehenden Impfquoten
Impfreaktionen, die das normale Maß           unterstützen.
übersteigen sowie auftretende Kompli-
kationen für Ärzte meldepflichtig. Aber
seit geraumer Zeit können auch Pati-          Burkhard Frase,
enten dort Meldungen einreichen. Jeder        Facharzt für Kinder- und
Fall wird akribisch geprüft. Zusätzlich ist   Jugendmedizin aus Münster
Klares Votum: Mehr als acht von zehn Bundesbürgern
befürworten Impfpflicht für Kinder.

 73 %         Säuglinge

 87 %         Krippen- und Kindergartenkinder

  81 %        Schulkinder

 39 %         Erwachsene

 45 %         Menschen ab 65 Jahren

  51 %        Chronisch Kranke

Quelle: Die Schwenninger Krankenkasse

                                                     Mit Beratung gegen die Verunsicherung

                                                     Möglicherweise hat man eine Zielgruppe
                                                     schon verloren: Die Resistenten. Jedenfalls
                                                     die Beratungsresistenten. Auch wenn deren
                                                     Kakophonie verstärkt durch die sogenannten
                                                     sozialen Medien oftmals unverhältnismäßig
                                                     laut erscheinen mag: Glücklicherweise stehen
                                                     (noch) viele Menschen dem Impfen positiv ge-
                                                     genüber, wie zum Beispiel die Bundeszentrale
                                                     für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in ei-
                                                     ner Befragung* 2016 herausfand, in der unter
                                                     anderem Eltern zu Wort kamen, die die Impf-
                                                     entscheidung für ihre Kinder treffen müssen:
                                                     Die überwiegende Mehrheit der befragten
                                                     Eltern (85 Prozent) steht dem Impfen (eher)
                                                     befürwortend gegenüber (befürwortend:
                                                     62 Prozent; eher befürwortend: 23 Prozent).
                                                     13 Prozent geben an, dass ihre Einstellung
                                                     zum Impfen teils ablehnend, teils befürwor-
                                                     tend ist. Kaum jemand hat eine (eher) ableh-
                                                     nende Haltung zum Impfen (jeweils 1 Prozent).
                                                     Ähnliche Ergebnisse förderte eine repräsenta-
Fax: 0231 / 94 32 31 24 oder per E-Mail: service-center@kvwl.de

                                                                                                         zertifi
                                                                                                                zie
                                                                                                        zwei P rt mit
                                                                                                               unkten
      Impfveranstaltungen in Westfalen-Lippe
      — ein Termin — zwei Veranstaltungen

      In der einen Veranstaltung werden wir Sie — die ärztlichen Kollegen und Kolleginnen — über weitgehend medizinische Änderun-
      gen zum Thema Impfen informieren. In der zweiten Veranstaltung am selben Veranstaltungsort informieren wir Ihre Mitarbeiter
      und Mitarbeiterinnen zielgerichtet über Änderungen und Neuerungen rund ums Impfen.

      Verbindliche Anmeldung

      Ich/wir nehme/n am folgenden Termin teil:

           Stadthalle Vennehof                                           Dienstag          8. Oktober 2019                     19.30 — 21.30 Uhr
           Am Vennehof 1, 46325 Borken
           (Parkplatz Am Boltenhof)

           Kongresszentrum Siegerlandhalle                               Donnerstag        7. November 2019                    19.30 — 21.30 Uhr
           Koblenzer Str. 151, 57072 Siegen

           KVWL, Ärztehaus Dortmund                                      Donnerstag        14. November 2019                   19.30 — 21.30 Uhr
           Robert-Schimrigk-Straße 4 — 6, 44141 Dortmund
           für Ärzte ausgebucht

                                             Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.kvwl.de/impfen.
           Informationen zum Schutz Ihrer persönlichen Daten finden Sie auf der Homepage der KVWL unter https://www.kvwl.de/datenschutz/

                                                                                                                                                              9/2019

                                                                                        Haben Sie Fragen zu diesem Thema?
BSNR
Arztname(n) (bitte alle teilnehmenden Ärzte angeben)                                    Wenn ja, formulieren Sie diese bitte hier vorab. Wir werden während
                                                                                        der Veranstaltung darauf eingehen.

                                                                                                                                                              17

Ort

Straße, Hausnummer
                                                             Anzahl
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FAX Nr.                                                   Ärzte   MFAs                 Unterschrift und Praxisstempel

E-Mail                                                                                 Achtung: Es werden keine Anmeldebestätigungen versendet.
tive Umfrage der Schwenninger Krankenkasse       der Aufwand für Impf-Aufklärung und -Infor-
unter 2.000 Bundesbürgern Anfang 2019 zu         mation in den Praxen erheblich zunehmen.
Tage: Die überwiegende Mehrheit trägt eine       Ein weiteres Argument für die angemessene
Impfpflicht für Kita- und Schulkinder mit (sie-   Honorierung der sprechenden Medizin. Denn
he Grafik S. 16).                                 der Nutzen des Impfens geht weit über die
                                                 individuelle Prävention hinaus. -ms
Die unentschlossenen, unsicheren Eltern bzw.
Patienten sind die richtige Zielgruppe. Nicht
selten rühren solche Unsicherheiten aus eige-    * Horstkötter N, Müller U, Ommen O, Platte A,
nen „Internet-Recherchen“, bei denen Infor-        Reckendrees B, Stander V, Lang P, Thaiss H (2017):
                                                   Einstellungen, Wissen und Verhalten von Erwachse-
mationssuchende oft auf impfkritische Initia-
                                                   nen und Eltern gegenüber Impfungen – Ergebnisse
tiven und Foren treffen, die versuchen, sich       der Repräsentativbefragung 2016 zum Infektions-
einen seriösen, mitunter pseudo-wissen-            schutz. BZgA-Forschungsbericht. Köln: Bundes-
schaftlichen Anstrich zu geben. Dadurch kann       zentrale für gesundheitliche Aufklärung.

                                                                    Unsere Patienten sind dankbar, wenn sie
                                                                    ans Impfen erinnert werden. Dass einer
                                                                    unserer Patienten mit dem Impfausweis
                                                                    zu mir in die Sprechstunde kommt und
                                                                    um Prüfung bittet, passiert tatsächlich
                                                                    eher selten. Aber darauf angesprochen,
                                                                    habe ich während meiner Tätigkeit als
                                                                    niedergelassener Hausarzt von Seiten
                Eine entscheidende Säule                            meiner Patienten nie Skepsis oder gar
                der Gesundheit                                      Ablehnung erfahren. Impfen ist wichtig.
                                                                    Das verstehen und akzeptieren die Men-
                In den zurückliegenden einhundert Jah-              schen. Sie möchten nur gern beizeiten
                ren haben drei Entwicklungen entschei-              daran erinnert werden. Der Wille und die
                dend dazu beigetragen, die Lebenser-                richtige Einstellung sind also da. Umso
                wartung der Menschen deutlich zu                    erstaunter bin ich darüber, dass es gera-
                erhöhen: eine verbesserte Hygiene, die              de in den zurückliegenden fünf Jahren
                Erfindung und der Einsatz von Antibioti-            immer wieder zu Lieferengpässen bei
                ka und natürlich das Impfen. In unserer             bestimmten Impfstoffen kommt. Das ist
                hausärztlichen Praxis gehört es wie                 besonders ärgerlich, vor allem weil auch
                selbstverständlich dazu, unsere Pati-               der impffreudigste Patient nicht gern
                enten nach ihrem Impfstatus zu fragen               mehrere Wochen wartet, um seinen
                – zum Beispiel im Rahmen von Vorsorge-              Schutz zu vervollständigen. Wer geimpft
                untersuchungen oder in Indikationsfäl-              werden möchte, sollte nicht vertröstet
                len bei der Behandlung von Verlet-                  werden müssen.
                zungen. Wir weisen mit Aushängen und
                Flyern auf die Bedeutung des Impfens
                hin und suchen das Gespräch mit un-                 Dr. med. Hans-Ulrich Weller,
                seren Patienten. Meine Erfahrung dabei:             Hausarzt aus Bielefeld
Der Flyer „Impfen schützt“
kann kostenlos in gewünschter
Menge über die KVWL bezogen
werden.

                                     Im Dienst der Medizin.
Und zwar bequem im Internet
unter www.kvwl.de und den
                                                              Nebenstehend finden Sie ein Ansichts-
Rubriken Dienste sowie

                                      Impfen
                                                              exemplar des aktuellen KVWL-Impfflyers
Patienteninformation/Prävention.                              (Stand: Juli 2019).

Für Nachfragen erreichen Sie den
Formularversand der KVWL unter der
E-Mail formular-versand@kvwl.de
oder
                                     schützt!
www.kvwl.de/bestellservice

                                                                         Impfen
                                                                           schützt!
                                                                               Wichtige In
                                                                                           formatione
                                                                              für Ihre Pati           n
                                                                                            enten in de
                                                                              praktischen               r
                                                                                            Übersicht

                                                                                                            9/2019

                                                                                                            19
„Impfcheck NRW – Jetzt Impfschutz prüfen“
          NRW-Gesundheitsministerium startet Kampagne zur Steigerung der Impfquoten /
          Kassenärztliche Vereinigungen unterstützen

                                                                                      Durch das Aufhängen der Poster in
                                                                                      den Praxisräumen soll das Arzt-
                                                                                      Patienten-Gespräch zum Thema
                                                                                      Impfungen angeregt werden und
                                                                                      – falls nötig – idealerweise direkt
                                                                                      eine Impfung durchgeführt werden.

         R
                                                                                      Postkarten mit dem Text „Lachen
                   echtzeitig zum Beginn der      Also: Packen Sie Ihr Impfbuch ein   ist ansteckend – Masern leider
                   kälteren Jahreszeit hat die    und sprechen Sie Ihren Arzt oder    auch“ machen humorvoll auf das
                   Landesregierung die Kam-       Ihre Ärztin beim nächsten Besuch    wichtige Thema der Masernimpfung
                   pagne „Impfcheck NRW –         auf einen Impfcheck an!“            aufmerksam.
          Jetzt Impfschutz prüfen“ gestartet.
          Ziel der Initiative, die von den Kas-
          senärztlichen Vereinigungen unter-
          stützt wird, ist die Steigerung der
          Impfquoten in Nordrhein-Westfalen.
          Die Bürger sollen motiviert werden,
          ihren Impfstatus überprüfen zu
          lassen. Im Rahmen der Kampagne
          erhalten rund 22.000 Arztpraxen
          im Land Informationspakete mit

                                                                MÜSSTE.
          auffälligen Plakaten und Postkarten
          zum Aushang und zur Auslage in
          den Praxen.

          „Müsste, Hätte, Könnte – Hilft leider
          nicht!“: Dieser Spruch auf einem
          der Plakate bringt die Kampagne
                                                                HÄTTE.
                                                                KÖNNTE.
          auf den Punkt. „Noch immer lassen
9/2019

          sich zu viele Menschen nicht gegen
          Infektionskrankheiten wie zum Bei-
          spiel Masern, Mumps und Röteln
          impfen. Sie sind nicht unbedingt
          gegen das Impfen an sich, aber sie
          unterschätzen die Gefährlichkeit                       Hilft leider nicht!
          der vermeintlichen Kinderkrankhei-
          ten und versäumen, einen Impfter-
          min zu vereinbaren“, erklärt NRW-
          Gesundheitsminister Karl-Josef
20
          Laumann zum Kampagnenstart.
          „Manche Krankheiten wie die Ma-
          sern, die in jüngster Zeit wieder
          auf dem Vormarsch sind, könnten
          schon längst ausgerottet sein. Un-
          ser gemeinsames Ziel sollte es da-                                                        www.impfen.nrw.de

          her sein, die Impfraten zu steigern.
21
     9/2019
„Elf 6 und Elf 7“ – die Nummer mit den Elfen
 Große Werbekampagne für den ärztlichen Bereitschaftsdienst ist gestartet

                                                                                Starter-Set und bestellbare

A
          uffällig und ganz sicher       Elf 7 (fünf Silben). Und die Nummer
          einprägsam: So lassen          bekommt zwei sympathische Figu-        Werbemittel für Praxen
          sich die beiden Damen be-      ren, die sie sinnbildlich verkörpern
          schreiben, die als Elf 6 und   und im Kopf bleiben.                   Auch Praxen können sich in den
 Elf 7 zukünftig für den ärztlichen                                             kommenden Jahren aktiv an der
 Bereitschaftsdienst werben. Die         „Elf 6 und Elf 7“: Nach dem offi-       Kampagne beteiligen. In Koope-
 Kassenärztliche Bundesvereinigung       ziellen Startschuss Ende August        ration mit den Kassenärztlichen
 hat gemeinsam mit den Kassenärzt-       wird die Kampagne drei Jahre lang      Vereinigungen hat die KBV dafür
 lichen Vereinigungen die bislang        laufen. Ein humorvoller TV-Spot,       den rund 100.000 Arzt- und Psy-
 größte Kampagne für den Bereit-         der bundesweit auf privaten TV-Ka-     chotherapeutenpraxen in Deutsch-
 schaftsdienst ins Leben gerufen.        nälen wie RTL, Sat 1 und Pro Sieben    land ein kostenloses Starter-Set
 Die Idee hinter der Kampagne ist so     zu sehen ist, soll die Popularität     aus Werbemitteln zugesendet. Das
 einfach wie clever: Ein Problem der     der beiden Elfen in der Startphase     Starter-Set beinhaltet ein Info-
 116117 ist nämlich, dass die Nummer     ankurbeln. Flankiert von Online-       Poster für Wartezimmer sowie Info-
 nicht so prägnant ist wie etwa die      Werbung und Plakatwerbung in           karten für Patienten. Beide Werbe-
 112. Aus der einhundertsechzehn,        allen Landeshauptstädten sind die      mittel können zudem kostenlos auf
 einhundertsiebzehn (zehn Silben)        zwei aktuell in ganz Deutschland       der Website 116117.de nachbestellt
 wird deshalb zukünftig die Elf 6 und    präsent.                               werden. „Wir laden alle Ärzte und
                                                                                Psychotherapeuten ein, sich aktiv
                                                                                an der Kampagne zu beteiligen“,
                                                                                erklärt Dr. Andreas Gassen, Vor-
                                                                                standsvorsitzender der KBV. „Sie
                                                                                stehen täglich mit den Menschen in
                                                                                Kontakt, die wir über die Kampagne
                                                                                erreichen wollen. Zudem können
                                                                                wir mit der Kampagne einmal sicht-
                                                                                bar machen, was Ärzte im Bereit-
                                                                                schaftsdienst zusätzlich zu ihrer
                                                                                Arbeit in der eigenen Praxis leisten:
                                                                                Sie garantieren, dass es für Patien-
                                                                                ten in Deutschland rund um die Uhr
                                                                                ärztliche Hilfe gibt.“

                                                                                Phase 1: Bekanntheit der
                                                                                Nummer – Phase 2: Die neuen
                                                                                Leistungen ab 2020

                                                                                Während die Kampagne in diesem
                                                                                Jahr ausschließlich die Nummer und
                                                                                die (bisherige) Aufgabe des ärztli-
                                                                                chen Bereitschaftsdienstes bewirbt,
                                                                                informiert sie ab 2020 auch über die
                                                                                neuen Leistungen der 116117. „In Pha-
se 1 wollen wir zunächst die Num-
mer bekannter machen und mehr
Menschen darüber informieren, dass
sie sich mit akuten Beschwerden au-
ßerhalb der Praxiszeiten an den Be-
reitschaftsdienst wenden können“,
erklärt Dr. Stephan Hofmeister, stell-
vertretender Vorstandsvorsitzender
der KBV. „Ziel ist eine Entlastung
der Notaufnahmen, die immer noch
von vielen Menschen mit nicht-
lebensbedrohlichen Beschwerden
aufgesucht werden.“ In Phase 2 ab
2020 rückt die Kampagne dann ver-
stärkt die neuen Leistungen in der
Notfallversorgung und den Termin-
servicestellen in den Blick. Auch das
Online-Angebot auf 116117.de wird
die KBV 2020 erweitern und zudem
neues Informationsmaterial zu den
Leistungen bereitstellen.

Die KBV will die neuen Leistungen
erst bewerben, wenn die technische
Infrastruktur in allen KVen erprobt
ist. „Die Umsetzung ist für uns alle
eine Herkulesaufgabe“, erklärt Dr.

                                                                             9/2019
Thomas Kriedel, Mitglied des Vor-
stands der KBV. „Wir wollen des-
halb nicht durch eine verfrühte
Kampagne falsche Erwartungen
wecken.“ Keine falschen Erwartun-
gen zu wecken, ist ganz grundsätz-
lich ein Ziel der Kampagne. Die KBV
wird deshalb stets kommunizieren,        Mehr zur Kampagne
was die 116117 leisten kann und was
nicht. „Der ärztliche Bereitschafts-     Mehr zur Kampagne und den
                                                                             23
dienst ist für akute Beschwerden da      Werbemitteln erfahren Sie auf der
– hat aber mitunter auch Wartezei-       Website 1 1 61 1 7.d e .
ten. Und auch bei der Terminver-
mittlung ab 2020 kann es zu Warte-
zeiten auf einen Termin von bis zu
vier Wochen kommen“, so Kriedel.
Neues Fortbildungsportal der KBV startet
         mit Angebot zum Medikationsplan

                                                                                                   nehmen oder anwenden, Anspruch
                                                         IHR PERSÖNLICHER                          auf einen bundeseinheitlichen
                                                         MEDIKATIONSPLAN
                                                                                                   Medikationsplan. Die Fortbildung
                                                         ALLE MEDIKAMENTE
                                                         AUF EINEN BLICK                           informiert über Einführung und
                                                                                                   Entwicklung des Medikationsplans
                                                                                                   und erklärt die Struktur, das rich-
                                                                                                   tige Ausfüllen sowie die jeweiligen
                                                                                                   Zuständigkeiten von Haus- und
                                                                                                   Fachärzten beziehungsweise
                                                                                                   Apothekern. Entscheidend dabei ist,
                                                                                                   dass der Medikationsplan vollstän-
                                                                INFORMATION FÜR UNSERE PATIENTEN
                                                                                                   dig und aktuell ist, lautet eine der
                                                                                                   Kernbotschaften. Die Online-Fort-
                                                                                                   bildung dauert etwa 45 Minuten
                                                                                                   und richtet sich an niedergelassene
                                                                                                   Haus- und Fachärzte. Sie setzt sich
                                                                                                   zusammen aus dem Lerninhalt –
                                                                                                   Texte, Abbildungen und Videos –
                                                                                                   und aus der Prüfung, bestehend
                                                                                                   aus zehn Multiple-Choice-Fragen.
                                                                                                   Beantwortet der Arzt mindestens
                                                                                                   sieben Fragen richtig, erhält er
                                                                                                   drei CME-Punkte. Wenn er im Fort-
                                                                                                   bildungsportal seine Einheitliche
                                                                                                   Fortbildungsnummer angegeben
                                                                                                   hat, werden die Punkte elektronisch
9/2019

         D
                  ie KBV hat ihr Fortbildungs-   bildungen über den Button „Meine                  an seine Ärztekammer übertragen
                  portal modernisiert und        Meinung“ bewerten und Kommenta-                   und dem Fortbildungskonto gutge-
                  bietet nun auch multimediale   re abgeben.                                       schrieben.
                  Fortbildungen an. Den Auf-
         takt bildet eine Fortbildung zum bun-   Eine weitere Neuerung ist, dass die               Das Fortbildungsportal der KBV
         deseinheitlichen Medikationsplan.       Fortbildungsinhalte nun auch multi-               gibt es seit zehn Jahren. Gestartet
         Die Teilnahme ist kostenfrei und mit    medial dargestellt werden können:                 mit regelmäßigen Fortbildungen zur
         drei CME-Punkten zertifiziert. Mit       So enthält die neue Fortbildung                   Arzneimitteltherapie werden mitt-
         dem Relaunch hat das Fortbildungs-      zum bundeseinheitlichen Medika-                   lerweile auch Fortbildungen zu
         portal ein zeitgemäßes Design und       tionsplan erstmals auch Videos. In                folgenden Themen angeboten: Ver-
24
         zusätzliche Features erhalten. Bilder   der Fortbildung geht es um die Be-                ordnung von Leistungen zur medi-
         und Teaser bieten den Ärzten einen      deutung des Medikationsplans für                  zinischen Rehabilitation (auch für
         schnellen Überblick über die ange-      die Arzneimitteltherapiesicherheit                Psychotherapeuten relevant), am-
         botenen Online-Fortbildungen. Diese     in Deutschland. Denn seit Oktober                 bulante MRSA-Versorgung und Ver-
         lassen sich als Favoriten markieren,    2016 haben gesetzlich krankenversi-               meidung postoperativer Wundinfek-
         um sie später schneller wiederzufin-     cherte Patienten, die regelmäßig                  tionen. Darüber hinaus sind für das
         den. Zudem können Ärzte die Fort-       mindestens drei Arzneimittel ein-                 laufende Jahr Fortbildungen zum
So finden Ärzte
         das KBV-For tbildungspor tal

         Das Fortbildungsangebot der KBV ist ein Angebot für Vertragsärzte. Der Zugang erfordert einen Anschluss
         des Praxiscomputers an das Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (z. B. über die Telematikinfra-
         struktur). Hier finden Sie das Fortbildungsportal unter https://fortbildungsportal.kv-safenet.de.
         Alternativ können Sie in Ihrem KV-Portal aus der Übersicht der Anwendungen das Fortbildungsportal auswählen
         oder die Einstiegsseite der KBV nutzen unter https://portal.kv-safenet.de.

         Hinweis
         Aufgrund von Inkompatibilitäten des Internet Explorers empfehlen wir Ihnen, die Browser Mozilla Firefox
         oder Google Chrome für das Fortbildungsportal zu verwenden.

Disease-Management-Programm
Herzinsuffizienz, zum Umgang mit
Kindesmisshandlung sowie zu
Schutzkonzepten in der vertrags-
ärztlichen Praxis gegen sexuellen
Missbrauch geplant.
Barrierefreie Arztpraxis: Informieren
                       Sie die KVWL – und Ihre Patienten!
         Gut frequentierte Arztsuche bietet viele Auswahlmöglichkeiten /
         Nutzen Sie den online abrufbaren Fragebogen

         D
                 er Fußweg zur Praxis ist                          Ihre Praxis ist barrierefrei, aber
                 stellenweise uneben, die                          die Informationen fehlen in der
                 Beschriftung der Klingel                          Arztsuche? Dann nutzen Sie den
                 schlecht oder gar nicht les-                      online verfügbaren Fragebogen
         bar. Die Eingangstür lässt sich nur                       und bringen Sie Ihre Praxisinfor-
         mit einem Ruck öffnen und dahin-                          mationen auf den aktuellen Stand.
         ter beginnt eine unübersichtliche                         Je detaillierter und aktueller diese
         Szenerie mit wartenden Patienten.                         Daten sind, umso besser kann Ihre
         Wohin nun mit dem Rollator oder                           Praxis über die Arztsuche gefunden
         dem Rollstuhl? Für die fast zehn                          werden. Alle Angaben rund um die
         Millionen Bundesbürger, die mit                           Barrierefreiheit sind nicht mit den
         einer Behinderung leben müssen,                           Namen der Niedergelassenen ver-
         steckt der Teufel oft im Detail. Im-                      knüpft, sondern über die Betriebs-
         mer mehr Patienten legen daher                            stättennummer (BSNR) direkt mit
         auch immer mehr Wert auf Anga-                            dem entsprechenden Standort.
         ben zur Barrierefreiheit in Arzt-
         praxen und machen diese oft zum                           Nehmen Sie dabei auch gleich die
         Entscheidungskriterium für ihre                           Gelegenheit wahr, um Ihre im Inter-
         Praxis-Wahl. Möglichst ausführliche                       net veröffentlichten Praxisdaten
         und kontinuierlich aktualisierte An-                      auch im Allgemeinen auf Aktualität
         gaben dazu sind also ein gutes Mar-                       zu überprüfen. Die für Sie zuständi-
         ketinginstrument, vor allem aber                          gen Ansprechpartner, die notwendi-
         ein wichtiger Service für die Pati-                       ge Änderungen für Sie vornehmen
9/2019

         enten. Die KVWL bedient diese stei-                       können, finden Sie ebenso wie den
         gende Nachfrage schon seit einigen                        Fragebogen zur Barrierefreiheit
         Jahren im Rahmen ihrer Arzt- und                          unter www.kvwl.de/arztsuche in
         Psychotherapeutensuche unter                              der Rubrik „Informationen zur Arzt-
         www.kvwl.de/arztsuche. Hier kön-                          suche“.
         nen Sie als niedergelassene Ver-
         tragsärzte und –psychotherapeuten                         Zum Hintergrund: Inklusion ist eine
         auch Angaben zur Barrierefreiheit                         der Herausforderungen, denen
         Ihrer Praxen veröffentlichen. Ins-                        sich unsere Gesellschaft auf ver-
         gesamt sind nach aktuellem Stand                          schiedenen Ebenen stellt. Auf das
26
         mehr als 2.400 Betriebsstätten in                         Gesundheitssystem angewendet
         Westfalen-Lippe barrierefrei. Nut-                        bedeutet dies, dass sich alle seine
         zer der KVWL-Arztsuche können                             Mitarbeiter — darunter Ärzte, Kran-
         aus einem kleinen Katalog zur Bar-                        kenpflegekräfte, Heilmittelerbringer
         rierefreiheit die individuell wichti-                     usw. — gezielt und systematisch auf
         gen Aspekte als Suchkriterium aus-                        die gesundheitlichen Belange, auf
         wählen (s. Screenshot rechts).                            die medizinischen Bedarfslagen
Barrieren abbauen:
                                         Broschüre der KBV
                                         zum Thema

                                         Die Kassenärztliche Bundesverei-
                                         nigung (KBV) stellt die Broschüre
                                         „Barrieren abbauen – Ideen und
                                         Vorschläge für Ihre Praxis“ kosten-
                                         los zur Verfügung. Die Broschüre
                                         kann per E-Mail an versand@kbv.de
                                         direkt bestellt oder als PDF herun-
                                         tergeladen werden unter:
                                         www.kbv.de/barrieren-
                                         abbauen.html
                                                                  PraxisWissen
                                                                  EIN SERVICE DER KASSENÄRZTLICHEN
                                                                  BUNDESVEREINIGUNG

                                                                    BARRIEREN ABBA
                                                                                  UENIDEEN UND
                                                                                   VORSCHLÄGE FÜR
                                                                                   IHRE PRAXIS

und die speziellen Bedürfnisse von
Menschen mit Behinderungen der
verschiedensten Art einzustellen
lernen. Es heißt auch, dass es dafür
die unterschiedlichsten Barrieren zu
beseitigen gilt: Barrieren in den Ein-
stellungen und Haltungen, Barrieren

                                                                                                     9/2019
in Form von fehlendem Fachwissen,
fehlender Handlungs- und Kom-
munikationskompetenz, natürlich
auch in Form baulicher und anderer
physischer Zugangsbarrieren. Um-
fassende Informationen sowie Hilfe
bei der Planung von mehr Barriere-
freiheit in der Arztpraxis gibt es im
Internet unter

                                                                                                     27
  www.praxis-tool-barrierefreiheit.de
  www.bundesfachstelle-
  barrierefreiheit.de
  www.behindertenbeauftragter.de/
  DE/Themen/Barrierefreiheit/BaF_
  node.html
  www.nullbarriere.de vity
KVWL begleitet den Aufbau der
         medizinischen Fakultät an der Uni Bielefeld
         Dr. Gerhard Nordmann in engem Austausch mit Gründungsdekanin
         Prof. Dr. Claudia Hornberg

         D
                 er Aufbau der neuen me-
                 dizinischen Fakultät an der
                 Universität Bielefeld ist in
                 vollem Gange. Unter der Ge-
         samtleitung der Gründungsdekanin
         Professor Dr. Claudia Hornberg ar-
         beiten verschiedene Projektgruppen
         daran, pünktlich zum Wintersemester
         2020/21 die ersten Medizinstudieren-
         den in Bielefeld begrüßen zu können.
         Ein Schwerpunkt des Bielefelder Cur-
         riculums soll die Allgemeinmedizin
         werden, weshalb das Gründungsteam
         von Anfang an auch auf die Expertise
         erfahrener Praktiker setzt. Als einzi-
         ger KV-Vertreter wurde der 1. KVWL-
         Vorsitzende Dr. Gerhard Nordmann
         gebeten, den Gründungsprozess als
         Mitglied des externen Beirats bera-
         tend zu unterstützen.

         Nachdem Frau Professor Hornberg
         Ende August zu einem Hintergrund-
         gespräch im Dortmunder Ärztehaus
         zu Gast war, sprach Dr. Nordmann         „Unsere volle Unterstützung haben      Grußwort die derzeitigen Planungen.
         am 4. September das Grußwort             die Universität und die Fakultät,      Gleichzeitig betonte er die Bereit-
9/2019

         zum Symposium „Allgemeinme-              wenn sie bei der Ausbildung junger     schaft der KVWL, die Entwicklung
         dizin in Studium, Forschung &            Mediziner nicht nur an die klassi-     der medizinischen Fakultät in Biele-
         regionaler Krankenversorgung“            schen Bereiche Lehre und Forschung     feld auch zukünftig zu begleiten:
         an der Universität Bielefeld. Das        denken, sondern in besonderer Wei-     „Hausärztinnen und Hausärzte sind
         Programm des Workshops zeugt             se auch die regionale Versorgung       die solide Basis der Patientenversor-
         von den Chancen, die die Neugrün-        einbeziehen wollen. Die Wissen-        gung. Hier in Ostwestfalen werden
         dung einer medizinischen Fakultät        schaft, aber auch die praktische       sie nun zu einer ganz neuen Basis.
         mit sich bringt: „Vom Curriculum         Arbeit der Ärztinnen und Ärzte sol-    Zum Sockel für einen ebenso wissen-
         in den Praxisalltag: Welche Kom-         len gleichberechtig nebeneinander      schaftlich wie praktisch ausgerichte-
         petenzen brauchen die Medizin-           stehen. Das gilt in besonderem Maße    ten Lehrstuhl für Allgemeinmedizin.
28
         Absolvent*innen?“, „Forschung in         für die grundversorgende ambulante     Dieses gemeinsame Tragen einer
         der Hausarztpraxis – versorgungs-        Medizin. Ich möchte es einmal so       soliden ärztlichen Ausbildung für die
         nah & vielfältig“ oder „Hands-on!        formulieren: Die Bielefelder Ausbil-   Arbeit am Patienten bietet uns die
         Vermittlung praktischer Fertig-          dung soll solide auf zwei Beinen       Universität Bielefeld nicht allein in
         keiten im Bielefelder Curriculum“        stehen. Und das finde ich sehr gut!“,   der Aufbauphase an. Sie steht auch
         lauteten beispielsweise die Titel        kommentierte der 1. KVWL-Vorsitzen-    für eine kontinuierliche gemeinsame
         einzelner Workshops.                     de Dr. Gerhard Nordmann in seinem      Weiterarbeit.“ -ms
Landeskampagne „Sucht hat immer eine
Geschichte“ im neuen Layout
Präventionskampagne wird in Zusammenarbeit mit den
gesetzlichen Krankenkassen ausgeweitet

D
        ie Präventionskampagne                                               orientierte und langfristig gedachte
        „Sucht hat immer eine Ge-                                            Suchtpolitik der richtige Weg zum
        schichte“ des Landes Nord-                                           verantwortungsvollen Umgang mit
        rhein-Westfalen ist unter der                                        Suchtmitteln ist.“
Adresse www.suchtgeschichte.nrw.
de mit einem neuen Internetange-                                             Die Landeskampagne „Sucht hat
bot an den Start gegangen. Modern                                            immer eine Geschichte“ wird seit
und benutzerfreundlich ermöglicht                                            ihrem Beginn 1992 im Auftrag des
die neu konzipierte Internetseite       Akteure an einem Strang ziehen“,     Landes Nordrhein-Westfalen von
einen schnellen und leicht zugäng-      so Gesundheitsminister Karl-Josef    der Landeskoordinierungsstelle
lichen Einblick in die Suchtpräventi-   Laumann. „Ich freue mich daher       Suchtvorbeugung NRW, angesiedelt
on des Landes. Unter dem gemein-        besonders, dass das Land gemein-     bei der ginko Stiftung für Präventi-
samen Dach der Kampagne „Sucht          sam mit den Gesetzlichen Kran-       on in Mülheim, umgesetzt.
hat immer eine Geschichte“ werden       kenkassen und der Landeskoordi-      Insgesamt fördert das Land die Lan-
die bereits bestehenden Präven-         nierungsstelle Suchtvorbeugung       deskoordinierungsstelle Suchtvor-
tionsangebote „Stark bleiben.           NRW die Suchtprävention weiter-      beugung mit rund 700.000 Euro
Suchtfrei alt werden“, „Leben ohne      entwickelt hat. Hinter jeder Sucht   jährlich, davon rund 150.000 Euro
Qualm. Tabakprävention NRW“ und         steckt immer eine Geschichte und     allein für die Landeskampagne. Die
„Stark statt breit. Cannabispräventi-   damit auch eine Ursache.“ Dieser     Krankenkassen unterstützen die
on NRW“ zusammengefasst.                Leitsatz bildet den Kern der nord-   beiden Module „Leben ohne Qualm“
                                        rhein-westfälischen Strategie zur    und „Stark bleiben“ im Jahr 2019
„Gesundheitliche Prävention kann        Suchtvorbeugung. Laumann: „Ich       ebenfalls mit insgesamt rund
nur dann erfolgreich sein, wenn alle    bin überzeugt, dass eine ursachen-   150.000 Euro.
KBV-Versichertenbefragung:
                    Vertrauen in Ärzte nach wie vor gut

                  I
                         m August hat die Kassenärztli-            gute“ Fachkompetenz. Die Mehrheit
                         chen Bundesvereinigung (KBV)              der befragten Patienten ist also
                         die Ergebnisse ihrer alljährlichen        zufrieden mit ihren Ärzten.
                         Versichertenbefragung vorge-
                    stellt. Diese zeigen: Die deutschen
                    Patienten vertrauen ihren Ärzten               Gesetzlich Versicherte warten
                    – ein Trend, der sich aus den vergan-          wenig länger
                    genen Jahren fortsetzt. 91 Prozent
                    der Befragten geben an, ein „gutes“            Auch mit der Wartezeit auf einen
                    (39 Prozent) oder sogar „sehr gu-              Termin ist der Großteil der Befragten
                    tes“ (52 Prozent) Vertrauensverhält-           zufrieden. 79 Prozent geben an, dass
                    nis zu ihrem Arzt zu haben. Eben-              ihnen die Wartezeit nicht zu lange
                    falls 91 Prozent attestieren diesem            gedauert habe. 15 Prozent warteten
                    zusätzlich eine „gute“ bis „sehr               bis zu drei Tagen auf einen Arztter-

     39

                                                                                     Quelle: FGW Telefonfeld: Versicherten-
                    Wartezeiten für Termin          (in Prozent)      2008           befragung der KBV 05 – 06/2008 (n = 5.106)

                    Auswahl der Patienten, die im vergangenen
30
                    Jahr beim Arzt waren, bezogen auf den
                    letzten Praxisbesuch

                       gesetzlich versichert         privat versichert

                                                                                    17

                                               13
                               12                      12
                                                                                          11
                                        11                  11                                         3
              9           10                                             9
                                                                                                             1
          7
                                                                             5

keine     ein Tag         zwei bis     bis eine        bis drei       über drei    ohne Ter- Praxis macht
Warte-                   drei Tage     Woche           Wochen          Wochen     min/Termin    keine
 zeit                                                                               unnötig    Termine
Die Befragung zeigt auch: Je län-
                                                                    ger die Patienten in der Praxis
                                                                    warten müssen, desto eher sinkt
                                                                    ihr Vertrauen in den Arzt. Bei Be-
                                                                    fragten, die nicht warten mussten,
                                                                    sprechen 93 Prozent von einem
                                                                    „guten“ oder „sehr guten“ Vertrau-
                                                                    ensverhältnis. Bei denjenigen, die
                                                                    über eine Stunde im Wartezimmer
                                                                    sitzen mussten, sind es nur noch
                                                                    85 Prozent.

                                                                    Aber auch Patienten können ihre
                    min, 29 Prozent erhielten noch am               Arzttermine nicht immer einhalten.
                    selben Tag einen. Insgesamt gleichen            18 Prozent der Befragten gaben an,
                    sich diese Zahlen zu bei gesetzlich             in den letzten zwölf Monaten einen
                    und privat Versicherten immer wei-              Arzttermin kurzfristig nicht wahrge-
                    ter an: Im Vergleich zu 2008 warten             nommen zu haben. Diese Zahl ist in
                    Privatversicherte heute oftmals                 den letzten fünf Jahren schon leicht
                    ähnlich lange auf einen Termin, wie             gesunken. Zur Begründung der
                    gesetzlich versicherte Patienten.               ausgefallenen Termine sagten die

     30

29

                                                                                      Quelle: FGW Telefonfeld: Versicherten-
                    Wartezeiten für Termin           (in Prozent)         2019        befragung der KBV 03 – 04/2019 (n = 4.904)

                    Auswahl der Patienten, die im vergangenen
                    Jahr beim Arzt waren, bezogen auf den letz-
                    ten Praxisbesuch

                        gesetzlich versichert         privat versichert

                                                                                                                                   9/2019
                                                                          15          15
                                                14
                                                             13
                              12                                               12
                                                        12
                                        10
                          9
                                                                                           8
              7                                                                                         2                          31

          6                                                                                                   1

keine     ein Tag         zwei bis      bis eine        bis drei       über drei     ohne Ter- Praxis macht
Warte-                   drei Tage      Woche           Wochen          Wochen      min/Termin    keine
 zeit                                                                                 unnötig    Termine
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