Wilhelm-Busch-Gymnasium Stadthagen - Kursverzeichnis für den Abiturjahrgang 2017 Wilhelm-Busch-Gymnasium Stadthagen Schachtstraße 53 31655 Stadthagen
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Wilhelm-Busch-Gymnasium
Stadthagen
Kursverzeichnis
für den
Abiturjahrgang 2017
Wilhelm-Busch-Gymnasium Stadthagen
Schachtstraße 53
31655 StadthagenAllgemeine Anmerkungen
Liebe Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10,
vor Ihnen liegen 4 Kurshalbjahre bis zum Erreichen der allgemeinen Hochschulreife. Sie werden in den
nächsten Wochen feststellen, dass gerade diese Zeitspanne Ihrer schulischen Ausbildung sehr schnell
vorübergehen wird und die Zeit der Prüfungen in greifbare Nähe rückt. Aus diesem Grunde möchten wir
Sie in Ihrem eigenen Interesse darauf hinweisen, dass das konsequente Lernen und der stete
Unterrichtsbesuch die Grundvoraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss Ihrer schulischen
Ausbildung sind.
Im Folgenden sind die wichtigsten Informationen aufgeführt, die Sie bitte zur Kenntnis nehmen, um für alle
Beteiligten einen reibungslosen Ablauf des Unterrichts und der Abiturprüfungen zu gewährleisten.
1. Für die zukünftige Qualifikationsphase (Abitur 2017) gelten die Verordnung über die gymnasiale
Oberstufe (VO-GO), die Verordnung über die Abschlüsse (AVO-GOBAK) sowie die ergänzenden
Bestimmungen zu den Verordnungen in der derzeit gültigen Fassung. Die niedersächsischen
Bestimmungen entsprechen den Vereinbarungen der Kultusministerkonferenz über die gymnasiale
Oberstufe, das Fachgymnasium und das Abitur. Damit ist das niedersächsische Abitur als Grundlage für
ein Studium oder auch für die Fortsetzung des Bildungsweges in einem berufsbezogenen Bildungsgang in
allen Bundesländern anerkannt.
2. Im Folgenden können Sie der Liste entnehmen, welche Lehrerinnen und Lehrer in Ihrem Jahrgang für
einen Kurs auf erhöhtem Anforderungsniveau (e4-st) und ein Seminarfach mit Tutoriat vorgesehen sind.
Die Zuordnung zu einem Seminarfach und somit zu einem Tutoriat erfolgt automatisch durch die Wahl des
entsprechenden Faches auf erhöhtem Anforderungsniveau. Die Tutorin/der Tutor hat eine
„Klassenlehrerfunktion“ und nimmt mit beratender Stimme an allen Konferenzen teil, die die von ihm oder
von ihr zu betreuenden Schülerinnen oder Schüler betreffen. Arbeiten Sie bitte bis zum Abitur kooperativ
und effektiv mit Ihrer Tutorin/Ihrem Tutor zusammen. Wir weisen in diesem Zusammenhang ausdrücklich
darauf hin, dass Tutorinnen, Tutoren und Jahrgangsleiter nur eine beratende Funktion ausüben, d.h. Sie
selbst sind für Ihre Kursbelegungen und Verpflichtungen persönlich verantwortlich.
Liste der vorgesehenen Lehrerinnen und Lehrer der Kurse auf erhöhtem Anforderungsniveau, die
bei entsprechender Anwahl einen Kurs bzw. ein Seminarfach mit Tutoriat übernehmen:
Fach auf erhöhtem Anf.- Mögliche Mögliche
niveau (e4-st) Kursleitung Seminarfachleitung
Deutsch Fr. Freitag, Hr. Schmidt, Hr. Dr. Hr. Dr. Heise, Fr. Freitag
Heise, Hr. Henschel
Englisch Fr. Weißbarth, Fr. Krömer-Spier
Französisch Fr. Steinkopf
Latein n.n.
Spanisch alt Fr. Ruiz-Cruz
Kunst Fr. Krüger, Fr. Grau Fr. Krüger
Musik Hr. Plottke
Geschichte Hr. Oprotkowitz, Hr. Brandt, Hr.
Plottke
Erdkunde Hr. Landeck
Politik/Wirtschaft Hr. Jeske, Hr. Nowak Hr. Nowak
Mathematik Hr. Buhr, Fr. Schmidt, Fr. Dittmer Fr. Dittmer
Physik Hr. Peters, Hr. Berger Hr. Berger
Chemie Fr. Lucke, n.n.
Biologie Hr. Ronge, Fr. Pusch. Hr. Voß Hr. Ronge
3. Die Fachwahlen für den Abiturjahrgang 2017 werden online erfolgen. Hierzu bekommen Sie über Ihre
Klassenlehrerin / Ihren Klassenlehrer einen Zugangscode und einen Link genannt, die es Ihnen
ermöglichen, Ihre Wahl entsprechend den o.g. Verordnungen durchzuführen. Zur Kontrolle werden die
Wahlunterlagen von Ihnen ausgedruckt und (bei Minderjährigen zusätzlich von den Eltern) unterschrieben.
Durch Ihre Fachwahl im Jg.10 haben Sie bereits Entscheidungen für die Prüfungsfachwahl getroffen
2(SpTh, If,WN,Rel). Der Online-Wahlbogen fragt daher ihre jetzige Fächerwahl unter „Einführungsphase“
(1./2.Sem. =Jg.10) mit ab. Nur auf dieser Grundlage kann eine ordnungsgemäße Kurswahl in der
Qualifikationsphase (hier 3.-6.Sem.) erfolgen.
Achten Sie bei der Wahl der Fächer im 3.-6.Sem. unbedingt auf die entsprechende Niveauunterscheidung:
Erhöhtes Anforderungsniveauàe4-st; Grundlegendes Anforderungsniveauà4-st oder s2-st;
Sporttheorieàs2-st.
Wichtiger Hinweis: Im Rahmen der Wahl wählen Sie Ihre Prüfungsfächer, die Kernfächer, die
Ergänzungsfächer und Wahlfächer. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich um eine Fachwahl
handelt und nicht um die Wahl bestimmter Lehrerinnen oder Lehrer.
Um Ihren Wunsch hinsichtlich der Wahl Ihres Seminarfaches berücksichtigen zu können, notieren Sie bitte
handschriftlich den Namen der Lehrerin/des Lehrers, die/der ein Seminarfach anbietet (Tutor/in), auf den
ausgedruckten Wahlbogen (1. und 2. Wahl). Bitte geben Sie ebenfalls handschriftlich an, ob Sie
Orchester oder Percussion als Musikkurs anwählen möchten.
Der unterschriebene Ausdruck wird dann am Stichtag Donnerstag: 21.05.2015 beim Klassenlehrer
abgegeben.
4. Bitte beachten Sie, dass für die Fächer Latein, Französisch, Spanisch, Sport-Theorie, Musik und Kunst
auch gemeinsame Kurse für Schülerinnen und Schüler des Rats- und Wilhelm-Busch-Gymnasiums
angeboten werden.
5. Die Sportkurswahlen werden auf einem gesonderten Wahlbogen durchgeführt. Bitte wenden Sie sich bei
allen Fragen bzgl. Ihrer Sportkurswahl an die Sportfachobfrau Frau Krömer-Spier und beachten Sie die
Hinweise auf den folgenden Seiten. Bei der Onlinewahl ist darauf zu achten, Sport durchgehend zu
belegen (Abiturjahrgang 2017: 11.1 (=3.Sem.) und 12.1 (=5.Sem.) „Sport Individual“ angeben, 11.2
(4.Sem.) und 12.2 (=6.Sem.) „Sport“ (= Mannschaftssport) angeben.)
6. Abschließend weisen wir darauf hin, dass bei Überbelegungen von Kursen eine Teilung der Kurse
stattfinden kann. Ein Anspruch auf Unterricht bei einer bestimmten Lehrkraft besteht nicht. Dies gilt auch
für das Seminarfach. Änderungen bei der Kurszuteilung können nur in begründeten Ausnahmefällen bis zu
14 Tage nach den Sommerferien schriftlich beantragt werden.
Wir wünschen Ihnen für Ihre Arbeit in der anstehenden Qualifikationsphase viel Erfolg und Freude am
Lernen. Sollten sich noch Fragen ergeben, wenden Sie sich bitte an Ihre Tutorin, Ihren Tutor oder an Ihre
Oberstufenkoordinatorin und Jahrgangsleiterin Frau Buchmeier.
Zeit-Leistenplan
Auf den Leisten A-C
Std. Mo Di Mi Do Fr befinden sich die
Kurse mit erhöhtem
1 Anforderungsniveau
1a 3a A 2b 5b
2 Die Leisten 1-7 sind
vorgesehen für die
3 Kurse mit
C 6a B 4b B
grundlegendem An-
4 forderungsniveau
5
A 4a 1b 6b C
6
Mittagspause
7
7 2a 5a 3b
8
9
3Ausfüllanleitung für die Onlinefachwahl
für die Qualifikationsphase
im Schuljahr 2015/16
Abitur 2017
Mit der Wahl des Schwerpunktes wählen Sie zugleich die Prüfungsfächer P1 und P2 (bzw. P3):
Sprachlicher Naturwissenschaftlicher Gesellschaftswissenschaftlicher Musisch-künstlerischer
Schwerpunkt Schwerpunkt Schwerpunkt Schwerpunkt
Eine fortgeführte Geschichte und eines der Fächer Deutsch, Musik und
Fremdsprache (FSP) und fortgeführte Fremdsprache, Mathematik oder Deutsch oder Mathematik
zwei Naturwissenschaften oder eine
eine weitere FSP oder eine eine Naturwissenschaft; P3 ist in diesem Fall oder
Naturwissenschaft und Mathematik
fortgeführte FSP und ein weiteres gesellschaftswissenschaftliches Kunst und
Deutsch Fach Deutsch oder Mathematik
Alle weiteren Fächer ergeben sich zuerst aus den Belegungs- und Einbringungsverpflichtungen und dann aus eventuell
zusätzlichen Anwahlen.
Belegungs- und
Einbringungsver
Einbringungsverpflichtung
Belegungsverpflichtung
pflichtungen
Naturwissen- Musisch- Gesellschafts-
Sprachlicher
schaftlicher Künstlerischer wissenschaftlicher
Schwerpunkt
Schwerpunkt Schwerpunkt Schwerpunkt
Stunden
Fortgeführte P P P P
Naturwissenschaft Kunst oder Musik Geschichte 4 4 4
Schwerpunkt- Fremdsprache 1 1 1 1
2
Fächer weitere P weitere P Deutsch oder P Politik-Wirtschaft , P
1 3 5 4 4 4
Fremdsprache 2 Naturwissenschaft 2 Mathematik 2 Erdkunde 3
Deutsch Deutsch Deutsch 4 4 4
P
Kernfächer Fremdsprache Fremdsprache Fremdsprache 4 4 4
2
Mathematik Mathematik Mathematik Mathematik 4 4 4
Naturwissenschaft Naturwissenschaft Naturwissenschaft 4 4 4
4
Musik oder Kunst Musik oder Kunst Musik oder Kunst Musik oder Kunst 2 2 2
Geschichte Geschichte Geschichte 2 2 2
2
Politik-Wirtschaft Politik-Wirtschaft Politik-Wirtschaft Politik-Wirtschaft 2 2 2
Ergänzungs- Religion oder Religion oder Religion oder Religion oder
2 4 2
Fächer Werte und Normen Werte und Normen Werte und Normen Werte und Normen
Weitere
Fremdsprache oder 4 2 2
6
Naturwissenschaft
Sport Sport Sport Sport 2 4 -
Seminarfach Seminarfach Seminarfach Seminarfach 2 4 2
Wahlfächer Weitere Fächer Weitere Fächer Weitere Fächer Weitere Fächer +
1) Die weitere Fremdsprache kann als Schwerpunktfach durch das Fach Deutsch ersetzt werden; die Belegungs- und Einbringungsverpflichtungen in dieser
Fremdsprache bleiben hiervon unberührt.
2) Sofern das Fach Politik-Wirtschaft nicht als Schwerpunktfach gewählt wird, muss es zwei Schulhalbjahre als Ergänzungsfach belegt werden.
3) Die weitere Naturwissenschaft kann als Schwerpunktfach durch das Fach Mathematik ersetzt werden. Wird sie durch das Fach Mathematik ersetzt, so
bleiben die Belegungs- und Einbringungsverpflichtungen in dieser Naturwissenschaft hiervon unberührt.
4) Im musisch-künstlerischen Schwerpunkt muss Kunst bzw. Musik gewählt werden, wenn Musik bzw. Kunst als P1 gewählt wurde.
5) Das Schwerpunktfach Deutsch kann durch Mathematik ersetzt werden. Die Belegungs- und Einbringungsverpflichtungen im Fach Deutsch bleiben hiervon
unberührt.
6) Die weitere Naturwissenschaft kann durch das Fach Informatik ersetzt werden. Es kann nur ein Fach belegt werden, das in der Einführungsphase
durchgängig belegt wurde.
Im nebenstehenden Beispiel trägt
die Schülerin (Sprachlicher
Schwerpunkt) ihre e4-st Fächer ein,
die sie bereits als P1 und P2
gekennzeichnet hat
4Nehmen Sie danach die Wahl der restlichen Prüfungsfächer nach folgenden Kriterien vor:
Unter den fünf Prüfungsfächern müssen sein:
1. zwei der Fächer Deutsch, Fremdsprache und Mathematik
2. aus jedem Aufgabenfeld mindestens ein Prüfungsfach (sprachl.-lit.-künstl., gesellschaftswissenschaftl., math.-
naturwissenschaftl.)
3. Die Prüfungsfächer P1 bis P3 sind immer e4-st Fächer
4. Die Prüfungsfächer P4 und P5 sind immer 4-st Fächer
Wählen Sie nun gemäß der Belegungs- und Einbringungsverpflichtung (s.o.) weitere Fächer
Im Seminarfach wird im 2. Kurshalbjahr (4. Semester) die Facharbeit geschrieben. Bitte hier
einen Haken bei FA (=Facharbeit) setzen. In der Qualifikationsphase werden Individual- und
Mannschaftssportarten abwechselnd unterrichtet. Für den Abiturdurchgang 2017 gilt dabei
folgendes Anwahlschema: 11.1 und 12.1 Sport Individual, 11.2 und 12.2 Sport.
Achten Sie darauf, dass Sie durchschnittlich (bezogen auf alle vier Kurshalbjahre) 34
Wochenstunden nicht unterschreiten
Fremdsprachenbelegung / Sportbefreiung
• Kontrollieren Sie die Angaben auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Sollte das Feld „Ende“ leer
sein, heißt das, dass Sie in dieser Sprache aktuell noch unterrichtet werden.
• Sollten Sie bereits vom künftigen Sportunterricht (Attest) befreit sein, haken Sie die
entsprechenden Schulhalbjahre an.
Nun können Sie über den -
Schalter (oberhalb der Fachwahlen) ihre
Wahl auf Plausibilität prüfen. Sollten
noch fehlende oder fehlerhafte
Fächerwahlen in der Wahl verborgen sein,
so werden diese Fehler in roter Schrift
deutlich gemacht.
Sobald alle fehlerhaften Einstellungen
beseitigt sind, erscheint neben dem
-Schalter der Schalter
. Dieser führt Sie zur
Druckausgabe.
Kennzeichnen Sie den Ausdruck mit
Ihrem Namen und Geburtsdatum und
unterschreiben Sie (und im Falle der
Minderjährigkeit zusätzlich ein
Erziehungsberechtigter).
Diesen Wahlbogen geben Sie bitte bei
Ihrer Klassenleitung ab.
...und Glückwunsch zu ihrer Wahl !
5Themenvorstellungen
Themenvorstellung für das Fach Deutsch
Die Themen der G- und E-Kurse im Fach Deutsch sind gleich. In E-Kursen ist die verbindliche Lektüreliste etwas
länger, die Texte sind umfangreicher, die zu behandelnden Aspekte vielfältiger und die Anforderungen an das
Denkvermögen und die mündlichen und schriftlichen Ausdrucksfähigkeiten höher.
1. Semester: Literatur für die Bühne: Dantons Tod im historischen Kontext
1.1. Literatur und Sprache um 1800
1.2. Aufklärung und Romantik (Epochen der Literatur)
1.3. Kommunikation und Drama (geschlossene und offene Form)
1.4. Büchner als Antiklassiker und Antiromantiker
Sprache und Literatur haben ihre Geschichte, die, vereinfachend, in Epochen eingeteilt wird. Diese historische
Dimension steht im Zentrum des 11. Jahrganges. Im 1. Semester werden Sie exemplarisch Texte aus der Zeit um
1800, der 'Aufklärung', ‚Klassik‘ und 'Romantik', unter sprach- und literaturgeschichtlichen, gattungstheoretischen und
inhaltlichen Aspekten vergleichen und fragen, wie die Literatur auf historische Veränderungen reagiert oder diese ggf.
vorwegnimmt. Im Zentrum der Arbeit dieses Semesters steht der Dramatiker Georg Büchner, dessen „Danton“ und
(ausgewählte) Briefe ‚Pflichttexte‘ für die Abiturprüfung 2017 sind.
2. Semester: Literatur für Leser: Prosa und Lyrik
2.1. Literatur und Sprache um 1900
2.2. Krise und Erneuerung des Erzählens (realistisches und modernes Erzählen)
2.3. Vielfalt lyrischen Sprechens (Was ist der Mensch?)
2.4. Liebesgedichte aus verschiedenen Jahrhunderten
Schwerpunkt des 2. Semesters sind die Lektüre und Analyse lyrischer und epischer Texte der Moderne, also der Zeit
um 1900. In diesem Semester vertiefen Sie Ihre Kenntnisse lyrischer und epischer Gestaltung, wenden diese kreativ
an und setzen sich mit pragmatischen Texten zur Literatur der Moderne auseinander. Außer Gedichten werden Sie
einen realistischen Roman aus dem 19. Jahrhundert, z.B. von Fontane, lesen und diesen mit einem modernen Roman
oder Erzählungen und Parabeln, z.B. Kafkas oder Döblins, vergleichen.
3. Semester: Sprache, Medien und soziale Beziehungen
3.1. Literatur und Sprache von 1945 bis heute
3.2. Wirklichkeitserfahrungen Jugendlicher in Sprache und Literatur
3.3. Reflexion über Sprache und Sprachgebrauch
3.4. Rhetorik der Wende
Sprache ändert sich: Einige Aspekte dieses Sprachwandels, der heute v.a. vom Einfluss digitalisierter
Kommunikation, der Populärkultur und der Globalisierung bestimmt wird, werden Sie sprachwissenschaftlich und
sprachkritisch an Beispielen der Alltagskommunikation, der Sprache der Medien, der öffentlichen Rede und des
privaten Sprechens und Schreibens untersuchen. Wie diese sozialen und sprachlichen Veränderungen die
Wirklichkeitserfahrungen von Jugendlichen heute verändern, ist auch ein Thema der Literatur der Gegenwart: Sie
werden in diesem Zusammenhang einen Roman von Uwe Johnson „Ingrid Babendererde. Reifeprüfung 1953“ lesen
und mit anderen Texten, die Adoleszenzerfahrungen thematisieren, vergleichen.
4. Semester: Filmisches Erzählen
4.1. Muster und Motive filmischen Erzählens
4.2. Filmgenres – Literaturverfilmung und Komödie
Seit ca. hundert Jahren wird nicht mehr nur schriftlich und mündlich erzählt. Auch Kino und (seit 50 Jahren) das
Fernsehen erzählen in bewegten Bildern. Wie sie dies tun und welche eigenen Muster und Motive filmischen
Erzählens der Film hervorgebracht hat, ist das Thema des letzten Semesters. Dabei werden Sie Ihre Kenntnisse
filmsprachlicher Mittel und Montageprinzipien im ästhetischen Zusammenhang vertiefen und mit denen der Ihnen
bekannten Literatur vergleichen, Figurenkonzeptionen und –konstellationen in der dramatischen Gestaltung
untersuchen und mit den Ihnen bekannter Dramen vergleichen, nach den im Film vermittelten Werten und Normen
fragen und – auf erhöhtem Niveau – Filmkritiken schreiben und analysieren.
Über die verbindlichen Unterrichtsaspekte im Einzelnen, d.h. über mögliche Inhalte und Aspekte Ihrer
Abiturklausur, informieren Sie sich im: Kerncurriculum Deutsch – gymnasiale Oberstufe, S. 20 –58.
6Themenvorstellung für das Fach Englisch
Als das oberste Lernziel im Fach Englisch gilt die interkulturelle Handlungs- und Kommunikations-kompetenz.
Das bedeutet, dass wir uns im Englischunterricht mit einer Vielfalt von Textsorten und Medien auseinanderzusetzen
haben, einerseits z. B. mit Gebrauchsliteratur wie Zeitungsartikeln und Texten aus Funk und Fernsehen,
elektronischen Medien, Spiel- und Dokumentarfilmen, andererseits aber auch mit anspruchsvollen literarischen
Texten. Insgesamt soll all dies exemplarisch zu einem Überblick über die Kultur unterschiedlicher englischsprachiger
Länder beitragen.
Der Unterricht wird geprägt sein durch anwendungsbezogenes Sprachhandeln und kritische Analyse sowie
eigenverantwortliches, selbstständiges Lernen. Dabei ist der mündliche Sprachgebrauch von hoher Bedeutung. Die
Beurteilung der schriftlichen Leistungen erfolgt durch die sog. integrative Sprachbewertung, d. h. die Anzahl und
Schwere der Fehler wird in Beziehung gesetzt zur Lesbarkeit und kommunikativen Kompetenz und zur sprachlichen
Authentizität der erstellten Texte. (Es geht nicht um reines ‚Fehlerzählen‘!)
Die Kurse mit grundlegenden und erhöhten Anforderungen haben inhaltlich die gleiche Abfolge der
Schwerpunktthemen für das Zentralabitur, unterscheiden sich jedoch im Niveau, das in Kursen mit grundlegenden
Anforderungen eher anwendungsbezogen auf Studium und Beruf ausgerichtet ist, wohingegen Kurse mit erhöhten
Anforderungen eine eher wissenschaftspropädeutische Funktion haben und auch die Erarbeitung von Spezialwissen
beinhalten. Sie unterscheiden sich auch in den Vorgaben hinsichtlich der zu bearbeitenden verbindlichen Texte und
Filme.
In Hinblick auf die Vorgaben für die kombinierten Aufgaben in der Abiturprüfung wird auch dem Hörverstehen, dem
Hörsehverstehen sowie der Mediation ein bedeutender Teil des Unterrichtsgeschehens zukommen.
Die Themen der einzelnen Kurshalbjahre orientieren sich an den im Kerncurriculum angegebenen Themenfeldern
unter Berücksichtigung der für die jeweiligen Semester geforderten Pflichtlektüren.
Für das Zentralabitur 2017 sind folgende Schwerpunktthemen verpflichtend:
1. Semester: Dreams and Visions - Perceptions of America and the UK
Pflichtlektüre bzw. -material:
Kurse mit erhöhtem Anforderungsniveau Kurse mit grundlegendem Anforderungsniveau
Film: ‚Billy Elliot‘ Film: ‘Billy Elliot’
Roman: F. Scott Fitzgerald, ‘The Great Gatsby’
Bezüge zu den Themenfeldern: Globalization, The Media, Individual and Society, Beliefs, Values and
Norms in Western Societies
2. Semester: Ideals and Realities – Superstition and Humanity
Pflichtlektüre:
Kurse mit erhöhtem Anforderungsniveau Kurse mit grundlegendem Anforderungsniveau
Drama: A. Miller, ‘The Crucible’ Drama: A. Miller, ‘The Crucible’
Bezüge zu den Themenfeldern: Beliefs, Values and Norms in Western Societies, Individual and Society, National
Identity,Globalization, The Media
3. Semester: Sons and Daughters – Humanity, Individualism and Personal Identity
Pflichtlektüre:
Kurse mit erhöhtem Anforderungsniveau Kurse mit grundlegendem Anforderungsniveau
Short Story: Hanif Kureishi, ‘My Son the Fanatic’ Short Story: Hanif Kureishi, ‘My Son the Fanatic’
Drama: Auszüge aus: W. Shakespeare, ‘The
Merchant of Venice’ oder‘Romeo and Juliet’
Bezüge zu den Themenfeldern: Beliefs, Values and Norms in Western Societies, Individual and Society, The Media,
National Identity, Globalization (‘The Merchant of Venice’)
4. Semester: Aspects of the English-speaking world
Hier gibt es keine verbindlichen Vorgaben. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich vertiefend mit Aspekten und
Problematiken der englischsprachigen Länder und Kulturen auseinandersetzen. Daneben dient der Unterricht der
Wiederholung und intensiven Vorbereitung auf die Abiturprüfung.
In den Kursen mit grundlegendem Niveau muss auch The Englishes (the history and future of English, varieties of
English, English as a linguafranca) Gegenstand der Untersuchung sein.
Die Kurse mit erhöhtem Anforderungsniveau richten sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler, die einerseits
ein Interesse an der Kultur und den Problematiken der englischsprachigen Welt haben und gewillt sind, diese in Form
von teilweise auch längeren und langen Texten (Romane) und Filmen zu erarbeiten und andererseits über gute und
befriedigende Sprachkenntnisse verfügen und diese gerne zum Einsatz bringen.
7Themenvorstellung für das Fach Französisch
Die Französischoberstufenkurse richten sich an SchülerInnen, die sich für die französische Sprache, Kultur,
Landschaft, Geschichte und Literatur interessieren und bereit sind, ihre Kenntnisse im Bereich Grammatik und
Wortschatz zu erweitern und zu vertiefen. Es sollten grundlegende Kenntnisse in den Lese- und Schreibkompetenzen
(résumé, analyse, commentaire) vorliegen. Diese müssen an verschiedenen Textformen und –gattungen
(Zeitungsartikel, Roman, Liedtext etc.) und anhand verschiedener Medien (Internet, Film, Chanson u.a.) angewandt
werden. Neben den schriftlichen Kompetenzen sollte auch eine große Bereitschaft zum kommunikativen Austausch
im Unterricht vorhanden sein. Für einen E-Kurs sollte die Vornote nicht schlechter als im positiv befriedigenden
Bereich und im G-Kurs im schwach befriedigenden Bereich liegen.
Eine Neuerung im Abitur aufgrund des neuen Oberstufenkurrikulums ist die Ausrichtung der Klausuren und der
Abiturprüfung auf die verschiedenen Kompetenzen (Lesen, Hören, Schreiben, Mediation) und die Passepartouts,
besondere Blickwinkel, unter denen die Semesterthemen aufbereitet werden. In der Oberstufe dürfen ein- und
zweisprachige Wörterbücher sowie elektronische Wörterbücher benutzt werden.
1. Semester
Thema C: Les grandes questions de l’existence humaine
Themenfeld 4: Les défis de l’homme moderne
Passepartout: lutte et indépendance, l’identité
Erhöhtes Anforderungsniveau
•Michel Le Bourhis: Echancrure, 2007
•Zabou Breitman:No et moi, Film, 2010
•Christophe Léon: Changement de braquet, in: Désobéis!, 2011
Grundlegendes Anforderungsniveau
•Marie-Sabine Roger: Attention fragiles, 2007
•Christophe Léon: Changement de braquet, in: Désobéis!, 2011
•Zaz: Pas l’indifférence, Chanson, Album: Génération Goldman, 2012
2. Semester:
Thema B: La politique
Themenfeld 1: L’identité culturelle
Passepartouts: engagement et solidarité, exclusion
Erhöhtes Anforderungsniveau
• Aki Kaurismäki: Le Havre, Film, 2011
•Jean-Paul Nozière:La vie comme Elva, 2005
Grundlegendes Anforderungsniveau
•Aki Kaurismäki: Le Havre, Film, 2011
•Julia Billet: Alors, partir?, 2008
3. Semster:
Thema C: Le monde du travail
Themenfeld 2: La société
Passepartouts: rêves et désirs, les valeurs, rapports humains
Erhöhtes Anforderungsniveau
•Tardi / Pennac: La débauche, BD, 2000
• Jean de la Fontaine:Le laboureur et ses enfants, 1668
•Jacques Prévert: Le temps perdu,in : Paroles, 1946
•Mathis: Cheminée et vieilles dentelles, in : Faire et défaire, 2007
Grundlegendes Anforderungsniveau
•Marie-Aude Murail: Maïté Coiffure,2004
•Jacques Prévert: Le temps perdu,in : Paroles, 1946
4. Semster:
Noch nicht benannt
8Themenvorstellung für das Fach Spanisch
Wie auch schon in den vorangegangenen Jahrgängen wird es in der Oberstufe im Fach Spanisch vor allem um den
mündlichen Austausch gehen, so dass hier die Motivation bestehen sollte, sich auf Spanisch zu äußern und mit
anderen zu kommunizieren. Dabei werden sich aber – im Vergleich zur Sekundarstufe I - die Inhalte, anhand derer
dies geschieht, bezüglich ihrer Gewichtung verschieben. Ist es in der Sekundarstufe I noch ein recht hoher Anteil an
Erwerb grammatikalischer Strukturen, so steht jetzt vor allem das Anwenden dieser Strukturen im Vordergrund, um
sich über die unterschiedlichsten Themen zu äußern. Das Material, anhand dessen die Themen erarbeitet werden,
besteht aus verschiedenen Medien, wie z. B. Filmen, Dokumentationen, journalistischen Texten, aber auch
klassischen Formen der Literatur wie Kurzgeschichten und Romanen.
Ziel im Unterricht ist, zum einen das Wissen zur spanischen Kultur, das in der Sekundarstufe I erworben wurde, zu
vertiefen, aber auch literarische Verfahren und geschichtliche Themen kennenzulernen. An mehreren Stellen wird es
aber sicherlich auch zu interessanten Begegnungen mit Neuem kommen.
Auch im schriftlichen Bereich zeigt sich das Konzept des Kommunizierens, da auch hier die einzelnen Kompetenzen –
die des Lesens, Schreibens, Hörens und Sehens, aber auch der Mediation und der mündlichen Äußerung – im
Vordergrund stehen.
Das Wissen über sprachliche Besonderheiten des Spanischen wird somit Handwerkszeug, sowohl im Kurs auf
grundlegendem wie auch erhöhtem Niveau. Dabei unterscheiden sich diese weniger in den Themen und der Art des
Unterrichts, sondern vielmehr in dem Schwierigkeitsgrad der zu behandelnden Literatur und den darüber geführten
Gesprächen wie auch der Tiefe der Auseinandersetzung. Für die Anwahl des E-Kurses wird eine Vornote von
befriedigend oder besser empfohlen.
Die Themen der einzelnen Kurshalbjahre bestehen dabei immer aus einem Schwerpunktthema und einem weiteren,
daran angebundenen Thema, wobei die Themen auch doppelt vorkommen können. Diese werden vom
Kultusministerium – ebenso wie die damit verbundenen Pflichtlektüren – vorgegeben. Für das Zentralabitur 2017 sind
folgende Schwerpunktthemen verpflichtend:
Sem. Spanisch - erhöhtes Spanisch - grundlegendes Spanisch Neu (Beginner
Anforderungsniveau Anforderungsniveau ab Jg. 10)
1. Momentos cruciales en la Momentos cruciales en la
Fortsetzung des
vida humana vida humana
Spracherwerbs mit dem
+ Individuo y convivencia + Individuo y convivencia
Lehrwerk A TOPE
social social
2. Momentos cruciales en la
Individuo y convivencia Individuo y convivencia
vida humana
social social
+ Individuo y convivencia
+ Ficción y realidad + Ficción y realidad
social
3. Individuo y convivencia
Migraciones Migraciones
social
+ Retos para el futuro + Retos para el futuro
+ Ficción y realidad
4. Textos actuales españoles e Textos actuales españoles e
hispanoamericanos hispanoamericanos
Migraciones
- Vertiefung einzelner - Vertiefung einzelner
+
Aspekte der vergangenen Aspekte der vergangenen
Retos para el futuro
drei Themen drei Themen
Themenvorstellung für das Fach Latein
Im ersten Semester wird sich der Kurs mit den Metamorphosen des Dichters Ovid beschäftigen. In Form eines Epos
bieten sie einen facettenreichen Einblick in die antike Mythologie. Die Schülerinnen und Schüler lernen eine Weltsicht
kennen, in der die Verwandlung (Metamorphose) das Grundprinzip der Natur darstellt. In seiner Gestaltung der
Figuren erweist sich Ovid auch als zeitloser Deuter der menschlichen Seele. So führt die Ovid-Lektüre den
Schülerinnen und Schülern vor Augen, wie Charaktereigenschaften, Triebe und Affekte das menschliche Verhalten
prägen, und regt sie zum Nachdenken über die menschliche Psyche an.
Dem zweiten Semester liegen Ciceros orationes Philippicae zugrunde. Diese so genannten philippischen Reden
gelten als Höhepunkt der politischen Rede in Rom. Cicero versucht in der Bürgerkriegssituation der ausgehenden
römischen Republik den Senat zum Kampf gegen die Machtansprüche des Antonius zu mobilisieren. Polarisierend
teilt er die politischen Kräfte in „verbrecherische Aufrührer“ und „gute Bürger“ auf, die bereit sind, die Ideale einer
freien Republik zu verteidigen. Anhand dieser Reden gewinnen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die
antike Rhetorik, die Cicero hier meisterhaft zur Anwendung bringt, und erkennen deren suggestive Kraft und
manipulative Wirkung. Sie reflektieren die Funktion der Rede als Mittel der politischen Auseinandersetzung sowohl in
der Antike als auch in der Neuzeit.
9Das dritte Semester widmet sich dem Thema „Philosophie der Stoa – secundum naturam vivere“. Bei der Lektüre
von Senecas epistulae morales setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit der stoischen Ethik, einer bedeutenden
antiken Moralphilosophie, auseinander, die die Menschen zum Glück führen will. Die Schülerinnen und Schüler
können hier Philosophie als Lebenshilfe erfahren und dazu angeregt werden, ihr eigenes Wertesystem zu reflektieren
und gegebenenfalls zu modifizieren.
Im vierten Semester werden sich die Schülerinnen und Schüler auf Grundlage von Tacitus‘ Agricola mit dem Thema
„Prinzipat und Freiheit“ auseinandersetzen. Mit dem Historiker Tacitus lernen die Schülerinnen und Schüler den
letzten Höhepunkt römischer Geschichtsschreibung kennen. Sie werden bei der Lektüre der Biographie seines
Schwiegervaters Agricola mit der Frage nach der Vereinbarkeit von Freiheit (libertas) und Prinzipat konfrontiert. Dabei
lernen sie anhand eines Beispiels kennen, inwieweit die virtus einer Einzelperson sich unter dem Prinzipat entfalten
kann. Sie werden zu einer Reflexion darüber angeregt, wie Alleinherrscher handeln und wie sich ein Einzelner in einer
Alleinherrschaft politisch verhalten kann.
Themenvorstellung für das Fach Kunst
Kursthemen (Alle Kurse bestehen zu je 50 % aus Theorie und Fachpraxis)
Thematischer Schwerpunkt 1 (1. Semester): Mensch und Stadt
Im ersten Semester werden Gemälde von Canaletto, Caillebotte, Boccioni und Hopper mit Blick auf die Stadt, die
Wahrnehmung des Stadtraums sowie deren Innen- und Außenwelten untersucht. Im Zusammenhang mit den
bildbezogenen historischen und kunstgeschichtlichen Kontexten werden Fähigkeiten zur Beschreibung, Analyse,
Interpretation und zum Vergleich von Bildern erworben.
Praktisch werden Sie mit unterschiedlichen künstlerischen Techniken (Malerei, Zeichnung, Montage) Bilder zu klar
definierten sowie weiter gefassten Aufgabenstellungen – auch nach Textvorlagen – gestalten, denen Skizzen,
Skizzenfolgen und Studien nach der Natur, nach Abbildungsmaterial und nach der Vorstellung vorausgehen.
Thematischer Schwerpunkt 2 (2. Semester): Kleidung – Botschaften zwischen Avantgarde und
Alltagstauglichkeit
Im zweiten Semester wird Kleidung zwischen Avantgarde und Alltagstauglichkeit bspw. anhand von Malerei,
Modezeichnungen und Modefotografien in den Blick genommen. So sind die vorgeschriebenen Werke van Eycks
„Madonna des Kanonikus Georg van der Paele“, zwei Modezeichnungen von Antonio, die Fotografie eines Haute-
Couture-Abendkleides von Dior und aktuelle Bekleidungstendenzen mittels eines aktuellen Mode-Lables.
Grundsätzlich sollen Fähigkeiten zur eigenständigen Beschreibung, Analyse, Interpretation und zum Vergleich von
Kleidung entwickelt, aber auch das Verhältnis von Mode und Kunst reflektiert werden. Hierfür werden zudem
Kenntnisse über modegeschichtliche Kontexte, wesentliche Fachbegriffe und die Abläufe bei der Entwicklung von
Kleidern erworben sowie Einblicke in Methoden der Rezeption von realer Kleidung und ihrer Darstellung im Bild
gewonnen.
Im praktischen Teil werden Kleidungsstücke mit begrenzter Komplexität und ein Outfit nach vorgegebner
Problemstellung zeichnerisch entwickelt. Zudem werden Figurinen und ausgehend von dreidimensionalen
Experimenten zeichnerische Lösungen erarbeitet. Dabei steht die Fähigkeit zum prozesshaften Gestalten
(Zielvorstellungen erarbeiten, Rahmenbedingungen konkretisieren, Ideenfindung, skizzieren, variieren, optimieren,
realisieren, präsentieren, begründen) im Fokus.
Thematischer Schwerpunkt 3 (3. Semester): Ereignis und Bild
Im dritten Semester geht es um grundlegende historische und kunstgeschichtliche Kontexte von Werken
unterschiedlicher Epochen, bei denen ein Ereignis eine besondere Rolle spielt. Näher untersucht werden Rembrandts
„Die drei Kreuze“ (religiöses Ereignis), Goyas „Die Erschießung der Aufständischen“ (historisches Ereignis), Hockneys
„A bigger Splash“ (alltägliches Ereignis) und Crewdsons „o.T., from the Twilight Series (inszeniertes Ereignis).
Grundsätzlich werden Fähigkeiten zur Beschreibung, Analyse, Interpretation und zum Vergleich von Bildern erworben,
wobei unterschiedliche Methoden der Auseinandersetzung mit Kunstwerken geschult werden. Außerdem wird das
Verhältnis von tatsächlichem Geschehen und seiner bildlichen Darstellung reflektiert.
Praktisch werden Sie mit unterschiedlichen künstlerischen Techniken (Malerei, Zeichnung, Montage, Mischtechniken)
Bilder zu klar definierten sowie weiter gefassten Aufgabenstellungen – auch nach Text- und Bildimpulsen – planen,
gestalten und präsentieren, denen Skizzen, Skizzenfolgen und Studien vorausgehen.
Das 4. Semester dient unter dem Titel „Der Mensch als Gestalter“ der Wiederholung und Vertiefung der drei
Schwerpunkte und der Vorbereitung auf das Abitur.
10Themenvorstellung für das Fach Musik (erhöhtes Anforderungsniveau)
Schwerpunkt 1: Künstlerische Aussage und politische Vereinnahmung: Dmitri Schostakowitsch
Dieser Schwerpunkt ermöglicht den SuS die Begegnung und Auseinandersetzung mit einem Komponisten, dessen
Werk sich erst jetzt in vollem Umfang der Öffentlichkeit zu erschließen beginnt und dessen Verstrickung in die
historisch-gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit und Umgebung die Wahrnehmung seiner Musik lange Zeit
beeinträchtigt hat.
Zugleich können die SuS die Erfahrung machen, wie posthum ans Licht kommende Zeitzeugnisse und eine politisch
veränderte Weltsituation die Rezeption eines Komponisten und seiner Werke verändern.
Schwerpunkt 2: Liebe, Leid und Sehnsucht – Klavierlieder von Zeitgenossen Heinrich Heines nach Gedichten aus
seinem Frühwerk
In den meisten Gedichten seines Frühwerks variiert Heinrich Heine auf vielfältige und komplexe Weise die Themen
Liebe, Leid und Sehnsucht. Von seiner späteren politischen Satire ist hier noch kaum etwas zu finden. In der
Auseinandersetzung mit der romantischen Tradition entwickelt er im charakteristischen Ineinander von Pose, echtem
Gefühl und künstlerischer Gestaltung den spezifischen Heineschen Tonfall. Möglicherweise ist darin ein Grund dafür
zu suchen, dass sich zahlreiche Zeitgenossen zu Vertonungen seiner Gedichte inspiriert fühlten, darunter auch Franz
Schubert, Robert Schumann und Felix Mendelssohn-Bartholdy.
Schwerpunkt 3: Das konzertierende Prinzip. Vom Barock zur Klassik
Dieser thematische Schwerpunkt ermöglicht den SuS exemplarische Erfahrungen mit einem kompositorischen
Grundprinzip, das musikalisches Mit- und Gegeneinander, klangliche Abwechslung und Kontraste, den Glanz der
Virtuosität und die wechselvolle Gestaltung des Verhältnisses von Individuum und Gruppe in den Mittelpunkt stellt,
sich im Barock zur Gattung verdichtet und diese auf charakteristische Weise zum Solokonzert der Wiener Klassik
weiterentwickelt.
Hinweise:
Ein sicherer Umgang mit musiktheoretischen Kenntnissen in Bezug auf Notenlesefähigkeiten im Violin- und
Bassschlüssel sowie grundlegende Kenntnisse in Bezug auf Intervallkunde und Harmonik werden empfohlen.
Themenvorstellung für das Fach Geschichte
Hinweise zur schriftlichen Abiturprüfung 2017 im Fach Geschichte
A. Fachbezogene Hinweise
Grundlage der schriftlichen Abiturprüfung in Niedersachsen sind die Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der
Abiturprüfung (EPA) Geschichte (2005) sowie das Kerncurriculum Geschichte für das Gymnasium – gymnasiale
Oberstufe, die Gesamtschule – gymnasiale Oberstufe, das Berufliche Gymnasium, das Abendgymnasium und das
Kolleg (KC, 2011).
Zugleich gilt die gemeinsame Operatorenliste für Geschichte, Erdkunde und Politik-Wirtschaft
(http://www.nibis.de/nli1/gohrgs/operatoren/operatoren_uebersicht.htm).
Die hier vorgegebenen Pflichtmodule des Kerncurriculums sind eine notwendige, aber keine hinreichende Grundlage
für die Vorbereitung auf die Abiturprüfung. Sie bilden erst zusammen mit den Kernmodulen, den zusätzlich
ausgewählten und/oder selbst erstellten Wahlmodulen und den mit ihnen zu vermittelnden Kompetenzen die
inhaltlichen und prozessorientierten Zielsetzungen, die in der Abiturprüfung abgeprüft werden. Es bleibt die Aufgabe
der Fachkonferenz und der unterrichtenden Lehrkraft, die Schulhalbjahre so zu konzipieren, dass die Summe der
Vorgaben, die im Kerncurriculum formuliert werden, in das Schul- bzw. Lerngruppencurriculum der
Qualifikationsphase eingefügt und bearbeitet werden (vgl. den Abschnitt „Kategorien, Dimensionen, Perspektiven“ im
KC, S. 10ff.).
Die im Kerncurriculum ausgewiesenen inhalts- und prozessorientierten Kompetenzen müssen den Prüflingen vor dem
Eintritt in die Abiturprüfung vermittelt worden sein. Jede Abituraufgabe erwächst aus einem der Schulhalbjahre und
den daraus gesetzten Pflicht- und Kernmodulen und nimmt darüber hinaus auf mindestens ein weiteres Schulhalbjahr
Bezug. Diese Bezugnahme kann auch im Sinne von zusätzlich einzubringenden Transferleistungen oder Beispielen
und Argumentationsketten erfolgen, die aus den eigenständig erarbeiteten Wahlmodulen stammen können (vgl.
Umgang mit dem Modulkonzept des Kerncurriculums, KC, S. 13). Die Kompetenz, Geschichte sinnstiftend zu
erzählen (vgl.KC, S. 16f.), kann auch durch eine produktionsorientierte Aufgabenstellung überprüft werden.
Die Operatoren „Erklären“ und „Erläutern“ beinhalten auch die Möglichkeit, die Theorieanteile der Kernmodule
einzubringen und/oder anzuwenden.
Reihenfolge der Module:
Die vorgegebenen Pflichtmodule sind in die jeweils zugehörigen Schulhalbjahre eingebettet und in dieser Reihenfolge
auch zu bearbeiten.
11B. Themen und Materialien
Pflichtmodule
1. Schulhalbjahr: Wahlmodul 2: Die Krise des späten Mittelalters im 14./15. Jahrhundert
Das in diesem Modul mit ausgewiesene Thema der Reformation ist im Hinblick auf das anstehende Jubiläumsjahr
schwerpunktmäßig, die anderen im Modul genannten Themen und Inhalte überblicksartig zu behandeln. Zu beachten
bleibt die Unterscheidung zwischen Kursen auf grundlegendem und erhöhtem Anforderungsniveau. Für die
schriftliche Abiturprüfung sind im Bereich des Kernmoduls daher besonders Theorien zu Krisen und zur
Modernisierung zu behandeln.
2. Schulhalbjahr: Wahlmodul 8: Flucht, Vertreibung und Umsiedlung im Umfeld des Zweiten Weltkriegs
3. Schulhalbjahr: Wahlmodul 6: Nationalsozialismus und deutsches Selbstverständnis
4. Schulhalbjahr: Wahlmodul 1: Mythen
Themenvorstellung für das Fach Erdkunde
1. Semester: Deutschland in Europa
- Bevölkerungsentwicklung, -verteilung und -struktur
- Probleme und Perspektiven zentraler und peripherer Räume
- Strukturwandel in Landwirtschaft und Industrie
- Transformationsprozesse und EU-Osterweiterung
- Deutschlands und Europas Stellung in der globalisierten Welt
- Aufgaben und Instrumente der Raumplanung
2. Semester: Russland und asiatische Nachfolgestaaten der Sowjetunion
- Probleme der Raumnutzung (z. B. Raumweite, naturräumliche
Herausforderungen)
- Bevölkerungsverteilung, ethnische Differenzierung
- Der Transformationsprozess und seine wirtschaftsstrukturellen
Auswirkungen
- Russlands wirtschaftsräumliche Verflechtung mit Nachfolgestaaten
der früheren Sowjetunion
3. Semester: Südostasien
- Infrastrukturelle Probleme von Inselstaaten
- Intensivierung der Landwirtschaft
- Entwicklung durch Ferntourismus
- Aktiv- und Passivräume Südostasiens
- Phänomen „Tigerstaat“
4. Semester: Stadtentwicklung in unterschiedlichen Kultur- und Wirtschaftsräumen
Hier sollen Entwicklungen in städtischen Räumen in Abhängigkeit von wirt-
schaftlichen und kulturellen Strukturen und Prozessen analysiert werden. Die
Raumbeispiele orientieren sich an den Raummodulen der vorangegangenen
Semester.
- Deutschland / Europa: Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert
- Russland / … : Transformation im städtischen Raum
- Südostasien: Metropolisierung als Folge weltwirtschaftlicher
Verflechtungen
Allgemeine Hinweise
Die Kursthemen gelten gleichermaßen für Kurse mit grundlegendem und erhöhtem Niveau. Neben der Erarbeitung
der Inhalte steht die Schulung methodischer Kompetenzen im Mittelpunkt, insbesondere die Atlasarbeit und die
sachkundige Interpretation komplexer thematischer Karten. Ebenso wird auf den Erwerb der Fachsprache Wert
gelegt. Unterschiede zwischen Kursen mit grundlegendem und erhöhtem Niveau ergeben sich aus der Komplexität
und Vielfalt der Untersuchungsaspekte, aus Umfang, Art und Vielfalt der zu bearbeitenden Materialien sowie aus dem
Grad der Selbstständigkeit, Reflexion und Medienkompetenz.
12Themenvorstellung für das Fach Politik/Wirtschaft
Das Fach Politik-Wirtschaft wird in der Sek II entweder auf erhöhtem (vierstündiger Unterricht als P3) oder auf
grundlegendem (vierstündiger Unterricht als P4 oder P5; zweistündiges Ergänzungsfach entweder im 11. oder 12.
Schuljahr ohne Prüfung!) Niveau unterrichtet.
Inhaltlich orientiert sich das Fach – sowohl für das erhöhte als auch für das grundlegende Niveau – an vier durch das
niedersächsische Kultusministerium vorgegebene Themenbereiche (s.u.).
In jedem Semester wird ein Themenbereich schwerpunktmäßig behandelt. Die Kurse auf erhöhtem Niveau
unterscheiden sich von denen auf grundlegendem Niveau insofern, als dass hier vertiefend inhaltlich und methodisch
gearbeitet wird.
Des Weiteren setzt das Fach die eigenständige Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Ereignissen und
Zusammenhängen in der Welt (Innen- wie Außenpolitik) voraus. Das tägliche Studium von Nachrichten diverser
Medien sowie von Hintergrundinformationen (z.B. auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung:
www.bpb.de) besitzt hierfür eine wesentliche Bedeutung.
Das Fach Politik-Wirtschaft knüpft an den Kompetenzen, Inhalten und Methoden des Unterrichts der Sek I an und
baut darauf auf: Wesentlich für ein erfolgreiches Arbeiten sind daher – neben einer hoffentlich grundsätzlich
vorhandenen Freude an der Beschäftigung mit politischen Themen und Problemen – methodische Kompetenzen rund
um das Lesen und Bearbeiten von (politischen) Texten, der Analyse von Texten, Grafiken oder Karikaturen sowie der
Fähigkeit, sich begründetet politische Urteile zu bilden bzw. diese zu formulieren.
Erstes Schulhalbjahr: Demokratie und sozialer Rechtsstaat
1. Der politische Willensbildungs- und Entscheidungsprozess am Beispiel eines Gesetzes zur Sozialpolitik
• Rolle und Funktion der Medien in der Demokratie (insbesondere beim Agenda-Setting)
• Das Machtgefüge der Verfassungsorgane im politischen Entscheidungsprozess
2. Demokratie
• Das Demokratiemodell des Grundgesetzes (Volkssouveränität; streitbar/wehrhaft; repräsentativ;
wertgebunden; föderal)
Zweites Schulhalbjahr: Wirtschaftspolitik in der Sozialen Marktwirtschaft
1. Die Rolle des Staates in der sozialen Marktwirtschaft
• Wirtschaftspolitische Ziele (wie Vollbeschäftigung, Preisstabilität, gerechte Einkommens- und
Vermögensverteilung) als Subziele gesellschaftlicher Werte (wie Freiheit, Gerechtigkeit, Sicherheit) und
Zielkonflikte
• Marktversagen und Staatsversagen
2. Wirtschaftspolitik am Beispiel des Beschäftigungsproblems
• Die konjunkturpolitische Dimension des Beschäftigungsproblems (Beziehung zwischen Konjunktur- und
Beschäftigungsentwicklung, angebots- versus nachfrageorientierte Konzeptionen)
• Die ordnungspolitische Dimension des Beschäftigungsproblems (Regulierung und Deregulierung des
Arbeitsmarktes sowie ihre Auswirkungen auf Arbeitnehmer und Unternehmen)
Drittes Schulhalbjahr: Internationale Sicherheits- und Friedenspolitik
1. Internationale Herausforderungen
• Alte und neue Formen kriegerischer Auseinandersetzungen (insbesondere zwischenstaatliche, semiprivate
und private Kriege; asymmetrische Kriegsführung)
• Erscheinungsformen, Ursachen und Folgen des internationalen Terrorismus
2. Akteure und Strategien der internationalen Sicherheits- und Friedenspolitik
• Möglichkeiten internationaler Institutionen und Organisationen (UNO, NATO, EU) zur Friedenssicherung und
Konfliktbewältigung
Viertes Schulhalbjahr: Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Weltwirtschaft zwischen Liberalisierung und Protektionismus
• Gründe für internationalen Handel (insbesondere Kosten- und Preisunterschiede) und Entwicklungstendenzen
des Welthandels (z.B. überproportionale Zunahme des Welthandels gegenüber der Weltwirtschaftsleistung)
• Außenwirtschaftliche Leitbilder (Freihandel versus Protektionismus) und Instrumente der
Außenwirtschaftspolitik (tarifäre und nichttarifäre Handelsbeschränkungen)
Für die zweistündigen Kurse sind folgende beiden Themenbereiche obligatorisch:
I. Semester: Die Bundesrepublik in der globalisierten Wirtschaft
• Chancen und Risiken der Globalisierung aus der Sicht unterschiedlicher Akteure (Konsumenten,
Arbeitnehmer, Unternehmer, Staat)
• Indikatoren und Ursachen der Globalisierung
• Außenwirtschaftliche Leitbilder (Freihandel versus Protektionismus)
• Die Auseinandersetzung um eine Welthandelsordnung
13II. Semester: Das Ringen um Frieden und Sicherheit am Beispiel eines Konflikts auf internationaler Ebene
• Sicherheitspolitische Herausforderungen (insbes. Terrorismus und Ressourcenkonflikte)
• Konzepte der Konfliktbearbeitung (zivile und militärische)
• Die Möglichkeiten internationaler Institutionen und Organisationen (EU; UNO; NATO) zur
Friedenssicherung und Konfliktbewältigung
• Der politische Willensbildungsprozess in Deutschland bei einem Auslandseinsatz der
Bundeswehr
Über die Anschaffung eines Unterrichtswerkes unterrichtet Sie der jeweilige Fachlehrer zu Beginn des Schuljahres.
Themenvorstellung für das Fach Evangelische Religion
Im Fach Evangelische Religion in der Kursstufe gibt es generell drei verschiedene Belegmöglichkeiten:
als vierstündiges Prüfungsfach mit erhöhtem Anforderungsniveau (P1-3), als vierstündiges Prüfungsfach mit
grundlegendem Anforderungsniveau (P4 oder P5), als zweistündiger Belegverpflichtungskurs auf grundlegendem
Anforderungsniveau.
Für alle drei Kursarten gilt seit dem Schuljahr 2012/2013 ein schuleigenes Curriculum, das aus dem vom
Kultusministerium vorgegebenen Kerncurriculum für die Sekundarstufe II erstellt worden ist und alle prozess- und
inhaltsbezogenen Kompetenzen sowie verbindliche Grundbegriffe und Bibelstellen beinhaltet. Dieses Schulcurriculum
wird zu jedem Schuljahr anhand der vom niedersächsischen Kultusministerium herausgegebenen Hinweise zum
schriftlichen Abitur überarbeitet. Diese Hinweise sind auf dem niedersächsischen Bildungsserver einsehbar. Die
Kursthemen für die einzelnen Semester lauten wie folgt:
11.1 Gottesbilder
11.2 Jesus der Christus
12.1 Anthropologie und Ethik
12.2 Die Freiheit des Menschen
Inhaltlich knüpft die Kursstufe an die Sekundarstufe I an, so dass hier behandelte Themenkomplexe oftmals
aufgegriffen und somit vorausgesetzt werden. Auf dieser Basis erfolgt dann eine Vertiefung und Weiterarbeit an
theologischen Sachverhalten. Neben den thematischen Aspekten gilt es jedoch auch andere Gesichtspunkte
bezüglich des Faches Evangelische Religion in den Blick zu nehmen.
Die Schülerinnen und Schüler, die sich für das Fach Evangelische Religionslehre als Prüfungsfach auf erhöhtem oder
grundlegendem Niveau entscheiden, sollten ein Interesse an der Arbeit mit religiösen, philosophischen und
historischen Texten und Quellen, d.h. ihrer Erarbeitung und Auseinandersetzung, haben. Gleiches gilt für die Arbeit
mit biblischen Texten, die oftmals eine wichtige Grundlage für weitere Gedankengänge bildet. Die Erarbeitung
zentraler Texte ist vom Kultusministerium vorgeschrieben.
Weiterhin bildet der Austausch über diese Texte in Partner- oder Gruppenarbeit und im Unterrichtsgespräch einen
großen Bestandteil im Fach Evangelische Religionslehre. In diesem Sinne sind kommunikative und rhetorische
Fertigkeiten und die Bereitschaft zur Umsetzung unbedingt notwendig.
Das Prüfungsfach Evangelische Religionslehre erfordert ein grundsätzliches thematisches Interesse nicht nur an
theologischen (religiösen) Sachverhalten, sondern auch an Philosophie, Ethik, (Kirchen-) Geschichte, und Politik.
Hierbei werden nicht selten Aspekte aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verknüpft und in einen
neuen Kontext gebracht. In diesem Sinne bietet das Fach Evangelische Religion eine reizvolle Vielfalt an Themen, die
behandelt werden können und das Fach bietet einen unmittelbaren Bezug zur Alltagswelt der Menschen.
Gleichzeitig erfordert dies oftmals einen Perspektivwechsel, um ein Thema von verschiedenen Seiten zu betrachten
und ebenfalls ist das Erlernen einer und den Umgang mit einer fachspezifischen Sprache des Faches Evangelische
Religionslehre (Fachbegriffe) unbedingt notwendig.
Gerade in den letzten Jahren hat zudem die Deutung theologischer Sachverhalte in literarischen und künstlerischen
Werken und deren gestalterische Darstellung an Bedeutung gewonnen. Hierüber hinaus wurde ebenfalls ein
Schwerpunkt auf die Analyse von Filmen bezüglich theologischer Inhalte und Formen gelegt. Für den Abiturjahrgang
2017 ist als Gestaltungsform der Leserbrief sowie der Kommentar schwerpunktmäßig zu erarbeiten.
Weiterhin liegt angesichts des Reformationsjubiläums in diesem Jahr (vgl. Thesenanschlag 1517) ein thematischer
Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung mit Luthers Rechtfertigungslehre als christlichem Freiheitsverständnis.
14Themenvorstellung für das Fach Katholische Religion
Für das Fach Katholische Religion gibt es an unserer Schule zwei verschiedene Belegmöglichkeiten: Als
vierstündiges Prüfungsfach auf grundlegendem Anforderungsniveau (P4 oder P5) und als zweistündiges
Ergänzungsfach auf grundlegendem Niveau.
Da wir im 10. Jahrgang den Religionsunterricht konfessionell kooperativ durchführen, steht der katholische
Prüfungskurs nicht nur den katholischen Schülerinnen und Schülern offen, sondern allen Schülerinnen und Schülern,
die im 10. Jahrgang mindestens ein Halbjahr am Religionsunterricht teilgenommen haben. Hierbei spielt die
Konfession der unterrichtenden Lehrkraft im 10. Jahrgang keine Rolle. Die evangelischen Schülerinnen und Schüler,
die sich für einen katholischen Kurs entscheiden, müssen lediglich bis zum Ende des Schuljahres schriftlich und
formlos erklären, dass sie sich vom evangelischen Religionsunterricht abmelden und beim katholischen
Religionsunterricht anmelden. Dies gilt natürlich auch umgekehrt für katholische Schülerinnen und Schüler, die an
einem evangelischen Kurs teilnehmen möchten. Für Fragen steht Herr Bank hier gern jederzeit zur Verfügung.
In diesem Zusammenhang sei auch noch darauf hingewiesen, dass sich die katholischen Kurse nicht nur an
Schülerinnen und Schüler richten, die sich mit der christlichen Botschaft besonders verbunden fühlen. Auch
nichtchristliche und atheistische Schülerinnen und Schüler sind sehr herzlich willkommen, sofern sie eine gewisse
Offenheit für die im Folgenden vorgestellten Themen mitbringen:
Erstes Semester: Die Suche nach Lebenssinn und die Unbegreiflichkeit Gottes
• Was bedeutet der Glaube an Gott für das Leben der heutigen Menschen?
• Wie spricht die Bibel von Gott und wie muss man das verstehen?
• Wie unterscheidet sich die christliche Gottesvorstellung von Gottesvorstellungen in anderen Religionen (Schwer-
punkt: Islam)?
• Welches Menschenbild wird im christlichen Glauben vertreten und in welchem Verhältnis steht dies zum Men-
schenbild der Naturwissenschaften?
Zweites Semester: Heilshoffnungen des Menschen und das Christusereignis
• Was verbirgt sich hinter Jesu Botschaft vom Reich Gottes?
• Wie kann man heute die biblischen Erzählungen von Jesu Tod und Auferstehung verstehen?
• Wie kann man Jesus heute nachfolgen?
• Was verstehen Christen unter den Begriffen „Freiheit“ und „Sünde“ (Schwerpunkt: Luthers Verständnis von Frei-
heit und Rechtfertigung)?
Drittes Semester: Kirche inmitten der Religionen und Weltanschauungen
• Auf welchen Grundlagen beruht das heutige Verständnis von Kirche?
• Welche Unterschiede gibt es zwischen den christlichen Konfessionen und wie können sie in Zukunft zusammen-
arbeiten (Schwerpunkt: Lutherjahr 2017)?
• Welche Relevanz hat die kirchliche Botschaft für die heutige Gesellschaft und unser heutiges Handeln?
Verantwortliches Handeln vor eschatologischem Horizont
• Welches Handeln ist in Konfliktsituationen (Beispiele: Abtreibung, Gentechnik, Stammzellenforschung) ethisch
richtig?
• Wie gehe ich damit um, dass es so viele unterschiedliche Vorstellungen über das richtige Handeln gibt?
• Welche Vorstellungen hat die christliche Theologie vom richtigen Handeln?
Themenvorstellung für das Fach Werte und Normen
Das Fach Werte und Normen kann zum Abitur 2017 als vierstündiges Prüfungsfach auf grundlegendem
Anforderungsniveau (nur P5) gewählt werden. Daneben steht es wie bisher, alternativ zu Religion, allen Schülerinnen
und Schülern als zweistündiger Kurs zur Erfüllung der Belegverpflichtungen offen.
Das Fach bietet eine Einführung in philosophische, sozialwissenschaftliche sowie religionskundliche Fragestellungen
und setzt Interesse an diesen Gegenständen voraus.
Die Themen für das vierstündige Prüfungsfach und das zweistündige Belegfach sind gleich. Während die
zweistündigen Kurse ein Orientierungswissen anbieten, strebt der Prüfungskurs eine vertiefende Durchdringung der
behandelten Fragestellungen an.
Folgende Themen werden bearbeitet:
1. Semester: Fragen nach Individuum und Gesellschaft
Hier geht es um die Frage nach der Selbstbestimmung und Selbstbehauptung des einzelnen Menschen in
Gesellschaft und Staat.
2. Semester: Fragen nach dem guten Handeln
Hier sind Fragen nach dem Zustandekommen ethischer Normen, ihrer Geltung und ihrer Veränderbarkeit berührt.
Schwerpunkt wird Medienethik sein.
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