STROMERZEUGUNG ZAHLEN UND FAKTEN - Stromerzeugung 2019/2020

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STROMERZEUGUNG ZAHLEN UND FAKTEN - Stromerzeugung 2019/2020
ZAHLEN UND FAKTEN

STROMERZEUGUNG      2019 | 2020
Z A H L EN U N D FA K T EN                                                                                      ST RO M ER Z EU G U N G 2019 l 2020

STROMBEDARF WELTWEIT UND IN DER EU

D     ie Weltbevölkerung von heute 7,7 Milliarden Menschen nimmt derzeit
      jedes Jahr um ca. 90 Millionen zu. Der Stromverbrauch wird aufgrund des
Bevölkerungswachstums und des steigenden Bedarfs – rund ein Viertel der
                                                                                Inhaltsverzeichnis

                                                                                n Strombedarf weltweit und in der EU                         2–3
Menschen hat heute noch keinen Zugang zu einer gesicherten Stromversorgung
– weiterhin rascher, Durchschnitt 2000 bis 2017: 66 %, anwachsen als der        n Erneuerbare Energien in der EU                                 4
übrige Energieverbrauch. Zudem ist zu erwarten, dass verstärkte Digitalisie-    n Wasserkraft, Windenergie, Biomasse                         5–7
rung, Sektorenkopplung sowie Elektromobilität den Bedarf anwachsen lassen.      n Dezentrale Stromerzeugung, Speichertechnologien            8–9
Weltweit wird aufgrund des Bedarfszuwachses gemäß dem Leitszenario
„New Policies Scenario“ der Internationalen Energieagentur (IEA) bis zum        n Flexible konventionelle Kraftwerke                      10 – 11
Jahr 2040 eine Zunahme der Brutto-Stromerzeugung von 25.679 Mrd. kWh            n Rahmenbedingungen für konventionelle Kraftwerke 12 – 13
im Jahr 2017 auf dann rund 40.443 Mrd. kWh ­erwartet – ein durchschnitt-        n Kernenergie weltweit                                    14 – 15
liches Plus von 2,0 % p.a. Die Umsetzung dieses Szenarios berücksichtigt
insgesamt einen Zuwachs durch Bevölkerungswachstum und eine weitere             n Modulare Kleinreaktoren                                 16 – 17
Durchdringung des Stromeinsatzes in Sektoren, in denen bislang andere           n Neue Stromerzeugungskapazitäten erforderlich            18 – 19
Energieträger dominieren, mit dem Ziel eines insgesamt effizienteren Ener-      n Globaler Klimaschutz erforderlich	                      20 – 21
giesystems. Weitere Analysen und Prognosen zum zukünftigen Energie-
und Stromverbrauch u. a. von BP, ExxonMobil und der U.S. Energy                 n VGB: Aufgaben und Mitglieder                            22 – 23
Adminis­tration (EIA) liegen vor. Allen Prognosen gemeinsam ist die Aussa-      n Impressum                                                    24
ge, dass die Stromerzeugung bis zum Jahr 2040 in einem Band von 34.000
bis 42.000 Mrd. kWh wachsen wird. Der Strombedarfszuwachs in der EU
fällt mit +0,3 % p.a. geringer aus. Die Erzeugungskapazitäten weltweit neh-
men mit +2,0 % p.a. deutlich zu.
Erwarteter Zuwachs der Stromerzeugung in Mrd. (109) kWh weltweit                                                                          Erwarteter Zuwachs der Stromerzeugung in Mrd. (109) kWh in der EU

45.000
                                                                                                                                          4.500
                                                                                                                     IEA (2018):
                                                                                                                                                                                                                 New Policies Scenario
                                                                                                                  New Policies Scenario
40.000                                                                                                                                                                                                                  +8 %
                                                                                                                        +61 %             4.000                                                                    +0,3 % pro Jahr
                                                                                                                   +2,0 % pro Jahr

                                                                                                                                          3.500

                        New Policies Scenario (IEA)
30.000
                                                                                                                                          3.000

                                                      BP - Energy Outlook

                                                                            EIA - Referenzszenario

                                                                                                                                                                                   New Policies Scenario (IEA)
                                                                                                                   Wind,                  2.500

                                                                                                     ExxonMobil
                                                                                                                   Biomasse, Sonne                                                                               Wind,
                                                                                                                                                                                                                 Biomasse, Sonne
20.000
                                                                                                                   Wasser                 2.000
                                                                                                                                                                                                                 Wasser
                                                                                                                   Kernenergie
                                                                                                                                          1.500                                                                  Kernenergie
                                                                                                                   Fossile Energien
10.000                                                                                                                                                                                                           Fossile Energien
                                                                                                                                          1.000

                                                                                                                                           500

    0
         2017                                            2040                                                                                0
                 Jahr                                                                                                                                       2017                  2040
                                                                                                                                                                     Jahr

                                                                                                                                                       Quellen: IEA, BP, U.S. EIA, ExxonMobil, EU Kommission, eigene Berechnungen

                                                                                                                                                                                                                       SEI T E 2 – 3
Z A H L EN U N D FA K T EN                                                                                                                              ST RO M ER Z EU G U N G 2019 l 2020

ERNEUERBARE ENERGIEN – EHRGEIZIGE ZIELE DER EU FÜR 2020
Zur Forcierung des Ausbaus der erneuerbaren Energien haben sich die Mit-              Schweden           54,5                                                                                         49 Ziel
gliedsstaaten der Europäischen Union (EU) hohe Ziele gesetzt.                           Finnland         41,0                                                                     38 Ziel erreicht       erreicht

Seit Inkrafttreten des im Dezember 2008 beschlossenen EU-Richtlinien-                    Lettland
                                                                                      Dänemark
                                                                                                         39,0
                                                                                                         35,8
                                                                                                                                                                                 40
                                                                                                                                                                         30 Ziel erreicht
und Zielpaketes für Klimaschutz und Energie - häufig als „20-20-20-Paket“             Österreich         32,6                                                          34
                                                                                          Estland
bezeichnet - erhöhte sich der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoend­                Portugal
                                                                                                         29,2
                                                                                                         28,1
                                                                                                                                                             25 Ziel erreicht
                                                                                                                                                             31
energieverbrauch stetig. Im Jahr 2017 erreichte der Anteil der Energie aus              Kroatien         27,3                                               20 Ziel erreicht
                                                                                          Litauen
erneuerbaren Quellen am Bruttoendenergieverbrauch in der EU einen Wert                 Rumänien
                                                                                                         25,8
                                                                                                         24,4
                                                                                                                                                    23 Ziel erreicht
                                                                                                                                                    24 Ziel erreicht
von 17,5 % und war mehr als doppelt so hoch wie 2004 (8,5 %), dem ersten              Slowenien          21,6                                       25
                                                                                                                                                                Ziele der EU für Erneuerbare bis 2020:
                                                                                       Bulgarien
Jahr, für welches Daten verfügbar sind. Damit konnte ein Anstieg um                        Italien
                                                                                                         18,7
                                                                                                         18,3
                                                                                                                                      16 Ziel erreicht
                                                                                                                                     17 Ziel erreicht
                                                                                                                                                                 20 % Anteil der erneuerbaren
0,5-%-Punkte gegenüber dem Vorjahr 2016 verzeichnet werden.                              Spanien         17,5                             20                      Energien am Bruttoendenergieverbrauch
Mit mehr als der Hälfte (54,5 %) war der Anteil der Energie aus erneuerbaren       Griechenland
                                                                                      Frankreich
                                                                                                         16,3
                                                                                                         16,3
                                                                                                                                     18
                                                                                                                                               23                10 % Anteil der erneuerbaren
Quellen am Bruttoendenergieverbrauch 2017 in Schweden mit Abstand am                Deutschland          15,5                    18                               Energien im Verkehrssektor
                                                                                 Tschechische R.
höchsten. Es folgten Finnland (41,0 %), Lettland (39,0 %), Dänemark                       Ungarn
                                                                                                         14,8
                                                                                                         13,3
                                                                                                                            13 Ziel erreicht
                                                                                                                           13 Ziel erreicht
(35,8 %) und Österreich (32,6 %). Die niedrigsten Anteile erneuerbarer           Slawakische R.          11,5              14                                                           EU
                                                                                             Polen
Energie wurden hingegen in Luxemburg (6,4 %), den Niederlanden (6,6 %)                      Irland
                                                                                                         11,0
                                                                                                         10,7
                                                                                                                               15
                                                                                                                                16
                                                                                                                                                                   2017: 17,5 %              2020: 20 %

und Malta (7,2 %) registriert. Von den 28 EU-Mitgliedstaaten haben elf die       Großbritannien          10,2                  15
                                                                                          Zypern          9,9             13
für die Verwirklichung ihrer nationalen Ziele für 2020 erforderlichen Werte               Belgien         9,1             13                           2017
bereits erreicht: Bulgarien, Tschechien, Dänemark, Estland, Kroatien, Italien,             Malta          7,2    10                                    Ziel für 2020
                                                                                    Niederlande           6,6              14
Litauen, Ungarn, Rumänien, Finnland und Schweden. Darüber hinaus fehlt               Luxemburg            6,4        11
Lettland und Österreich etwa 1%-Punkt, um ihre Ziele für 2020 zu erreichen.                EU-28         17,5                          20

Erneuerbare Energien werden auch für die Jahre nach 2020 eine Schlüssel-                             0          10                   20                    30                  40
                                                                                                                Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch in %
                                                                                                                                                                                               50          60

rolle spielen. Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien am
Bruttoendenergieverbrauch mindestens 32 % erreichen.                                                                                                                    Quelle: Eurostat 2019 (Daten: 2017)
WASSERKRAFT – EINE UNVERZICHTBARE ENERGIEQUELLE
Wasserkraft ist nicht nur eine zuverlässige erneuerbare Energiequelle, sondern
ist in Europa einer der Spitzenreiter bei der Erzeugung von Strom aus erneu-
erbaren Energien. Mit einer Erzeugung von mehr als 332 TWh – rund 33 %             Ziele für erneuerbare Energien                 Status 2017 – Gesamt: 1.006 TWh
des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen – trägt die Wasserkraft     in der Stromerzeugung der EU-28                    Gesamtziel 2020: 1.196 TWh
einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung des EU-Zieles von 34 % der                 2017              2020                                       83 Einzelziel; aktuelle Zielerreichung
                                                                                                                       In Klammern (...): jeweiliges
Strom­erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen bis zum Jahr 2020.                  30,5 %            34,0 %                                                    304
Neben den gut prognostizierbaren und konstanten Erzeugungen in Laufwas-
serkraftwerken zur Grundlastabdeckung nimmt die Bedeutung der Bereitstel-
                                                                                           Windenergie
lung von Reserveleistung und Spitzenlast zur Absicherung der Versorgungs­                                                                                     Wasserkraft
sicherheit und insbesondere von Regelenergie zur Aufrechterhaltung der                                      362
Netzstabilität in einem immer größer werdenden flexibleren Energiemarkt                                  (495; 73 %)                         332
zu. Diese Anforderungen werden in der EU überwiegend von den hocheffi-                                                                    (355; 93 %)
zienten Pumpspeicher- und Speicherwasserkraftwerken mit einer gesamten
                                                                                                         185
installierten Engpassleistung von mehr als 48.506 MW sichergestellt.                                  (232; 80 %)
Die Wasserkraft stellt somit nicht nur eine äußerst effiziente, zuverlässige                                                  119
                                                                                                                    7     (103; 116 %)
und auch speicherfähige Energieform dar, sondern ist im Rahmen der Ener-                                       (11; 61 %)
giewende eine unverzichtbare, zu bewahrende und weiter zu forcierende                   Biomasse
erneuerbare Energie.
                                                                                                               Geothermie        Solarenergie

                                                                                                                                                Quelle: Eurostat 2019 (Daten: 2017)

                                                                                                                                                                    SEI T E 4 – 5
Z A H L EN U N D FA K T EN                                                                                                        ST RO M ER Z EU G U N G 2019 l 2020

WINDENERGIE – EINE TRAGENDE SÄULE BEI DER ENERGIEWENDE
Um die Vorgaben der Europäischen Union im Rahmen des Energie- und
Klimapaketes bis zum Jahr 2020 erfüllen zu können, ist ein weiterer Ausbau    Windenergie:
zur Nutzung der Windenergie zwingend erforderlich. Ende 2018 waren in         Kapazitäten in Europa
                                                                              Ende 2018 in MW
Deutschland rd. 30.518 Windenergieanlagen mit einer Leistung von
59.311 MW in Betrieb. Zu diesem Zeitpunkt betrug die installierte Leis-               Gesamt Europa*:
                                                                                                                                       FI
tung in Europa 189.229 MW und weltweit 592.000 MW.                                     189.229 MW
                                                                                                                      NO             2.041
                                                                                                                     1.675 SE
Die rückblickende Betrachtung des Windenergieanlagenmarktes zeigt eine                                                    7.407
kontinuierliche Weiterentwicklung der Anlagentechnik, die mit steigenden                                                          ES 310
                                                                                                                                                RU
Nennleistungen, Rotordurchmessern und Nabenhöhen einherging. Aus den                       IR
                                                                                         3.564
                                                                                                                     DK
                                                                                                                    5.758
                                                                                                                                     LV 66
                                                                                                                                                139
                                                                                                                                  LT 439
ersten kleinen Anlagen mit einer Leistung von durchschnittlich rund 30 kW                          UK
                                                                                                 20.970
                                                                                                             NL
                                                                                                            4.471
und Rotordurchmessern von weniger als 15 m Mitte der 1980er-Jahre wur-                                  BE       DE            PL      BY 3
                                                                                                               59.311         5.864
den Maschinen mit 8 MW Nennleistung und mehr sowie mit Rotordurch-                                     3.360
                                                                                                          LU            CZ                     UA
messern von 160 m. Windenergieanlagen haben sich bereits nach etwa drei                              FR 120             317
                                                                                                                              SK 3
                                                                                                                                               533
                                                                                                                      AT
bis sieben Monaten Betriebszeit energetisch amortisiert. Das heißt, nach                           15.309 CH 75
                                                                                                                     3.045 HU        RO
                                                                                                                            329
dieser Zeit hat die Anlage so viel Energie produziert, wie für Herstellung,    PT
                                                                                                                       SI HR
                                                                                                                        3
                                                                                                                                    3.029
                                                                                         ES                       IT      583
Betrieb und Entsorgung aufgewendet werden muss. Neben der konsequen-          5.380
                                                                                       23.494                   9.958                 BG
ten Weiterentwicklung der Anlagentechnik kommt zukünftig vor allem auch                                                               691
                                                                                                                                                  TR
der Optimierung der Instandhaltungsstrategien eine entscheidende Bedeu-                                                            GR
                                                                                                                                  2.844          7.369
tung zu, um die technische Verfügbarkeit und damit die Wirtschaftlichkeit
zu erhöhen. Dabei spielen insbesondere die Zuverlässigkeit sowie die Para-                                                                       CY 158
meter Gewicht, Kosten und Wirkungsgrad eine wesentliche Rolle.
                                                                                                          * inklusive nicht im Einzelnen angeführter Staaten. Quelle: WindEurope
BIOMASSE – DAS MULTITALENT
Energieerzeugung aus Biomasse ist ein entscheidender Baustein der Energie-
wende. Derzeit werden in Europa 185 Mrd. kWh Strom aus Biomasse er-
zeugt, somit hat Biomasse einen Anteil von 18,4 % an der erneuerbaren              Biomasse: Entwicklung der Stromerzeugung
Strom­erzeugung. In Europa waren im Jahr 2017 Schweden, Italien, Deutsch-                                           Schweden     Italien   Deutschland   Großbritannien          EU-28
land und Großbritannien die Länder mit der höchsten Stromproduktion aus                                      250
Biomasse.
Biomasse kommt als Brennstoff in Wärmekraftwerken zum Einsatz oder wird
in Biogasanlagen zu Methan vergoren. Biomassekraftwerke erfüllen für die                                     200
Stabilität des Stromnetzes die gleichen Aufgaben, die auch von den fossil ge-

                                                                                Stromerzeugung in Mrd. kWh
feuerten Kraftwerken wahrgenommen werden. Sie sind sowohl grundlast­
fähig als auch für die Bereitstellung von Ausgleichs- und Regelenergie geeig-                                150
net. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, mit Kohle gefeuerte Kraft-
werke auf Biomasse umzurüsten, um so bestehende Standorte weiter nutzen
zu können. Biogas wird entweder direkt in Gasmotoren verstromt oder auf-                                     100
bereitet und in die bestehenden Erdgasnetze eingespeist. Hiermit verbunden
ist auch ein beträchtliches Speicherpotenzial.
Biomassekraftwerke und Biogasanlagen können sowohl zentral als auch de-                                       50
zentral eingesetzt werden. Biomasse ist somit als Multitalent unter den er-
neuerbaren Energien ein unverzichtbarer Baustein zukünftiger Energie­
versorgungssysteme.                                                                                            0
                                                                                                                   2011   2012    2013     2014   2015    2016   2017          2020
                                                                                                                                                     Jahr

                                                                                                                                                                          Quelle: Eurostat

                                                                                                                                                                     SEI T E 6 – 7
Z A H L EN U N D FA K T EN                                                                                                      ST RO M ER Z EU G U N G 2019 l 2020

DEZENTRALE STROMERZEUGUNG – NEUE STRUKTUREN DES VERSORGUNGSSYSTEMS

D     ie Dezentrale Erzeugung ist ein wesentlicher Bestandteil der Energie-
      wende und wird in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. Das
komplexe System der dezentralen Energieversorgung, bestehend aus „Er-
                                                                               Entwicklung der dezentralen Erzeugung in Regionen
                                                                                          120.000

zeugung ‒ Übertragung – Verteilung – Verbrauch“, muss dabei jedoch in                                      Nordamerika   Westeuropa   Osteuropa
seiner Gesamtheit betrachtet werden.                                                      100.000
Blockheizkraftwerke basieren hauptsächlich auf dem klassischen Kolbenmo-
torprozess. Darüber hinaus können Brennstoffzellen neue Einsatzfelder für

                                                                              Leistung in MW
die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) eröffnen. Sie stellen wichtige technische                       80.000

Innovationen dar, da sie den Einsatz der KWK-Technik auch im sehr kleinen
Leistungsbereich ermöglichen. Die technologische Entwicklung ist soweit                        60.000
vorangeschritten, dass die Geräte auf dem Markt positioniert werden kön-
nen. Dieses gilt für die Anwendung in der Nahwärmeversorgung sowie den
gewerblichen und industriellen Sektor. Verbunden mit dem Anstieg der de-                       40.000

zentralen Energieerzeugung müssen diese Systeme zukünftig verstärkt auch
die erforderlichen Netzdienstleistungen anbieten, bis hin zur Regelenergie.                    20.000
Zur Unterstützung der erforderlichen Maßnahmen wird nun auch in
Deutschland seit 2017 flächenmäßig das Smart Metering eingeführt, und
zwar in Abhängigkeit des Verbrauchs (> 10.000 kWh/a im Jahr 2017;                                  0
                                                                                                        2014   2015 2016 2017 2018 2019 2020       2021 2022 2023
> 6.000 kWh/a im Jahr 2020 für private Haushalte). Hierbei ist zu berück-
                                                                                                                                      Jahr
sichtigen, dass für die Mess- und Regelsysteme ein hoher Standard für die
IT-Sicherheit einzuhalten ist.                                                                                                                    Quelle: Navigant Research
SPEICHERTECHNOLOGIEN – EIN WICHTIGER BAUSTEIN DER SYSTEMSTABILITÄT

P   arallel mit der Zunahme der dezentralen Energieversorgung und dem
    stetigen Anstieg der Stromerzeugung durch die fluktuierenden erneuer-
baren Energiequellen, ist zukünftig ein Ausbau der Speicherkapazitäten
                                                                               Anforderung          Hohe Leistung                                                                 Hohe Energie

                                                                               Speicherdauer                    Sekunden                       Minuten                     Stunden (/Tage)
dringend erforderlich.
Die Systeme können in zentrale Speicherkraftwerke, dezentrale Kleinspei-       Anwendung
                                                                               (Beispiel)
                                                                                                      Spannungsstabilisierung           Schwarzstartfähigkeit          Inselnetze, Stromhandel
                                                                                                      Frequenzstabilisierung            Unterbrechungsfreie            Lastspitzenglättung
cher, Kurz- oder Langzeitzeitspeicher unterteilt werden. Darüber hinaus                                                                 Stromversorgung (USV)
                                                                                                      Flickerkompensation                                              Lastausgleich
besteht die Möglichkeit, elektrische oder thermische Energie zu speichern.                                                              Mildhybride
                                                                                                                                                                       Reine Batteriefahrzeuge
Ein entscheidendes Kriterium für die Auswahl der geeigneten Speichertech-      Einteilung      Thermische                                  Lokale               Dezentrale             Zentrale
                                                                                                                     Kurzzeitspeicher
nologie ist der Zeitbereich, der hiermit abgedeckt werden soll. Des Weiteren   Technologien    Speicher                                    Kleinspeicher        Großbatterie           Speicherkraftwerke

spielt auch die Wahl des richtigen Standorts eine wesentliche Rolle.           Speicher-
                                                                                               Sensible Speicher     Doppelschicht-        Blei-Säure           Blei-Säure             Pumpspeicher-
                                                                               konzepte
Für den Einsatz der verschiedenen Speichertechnologien sind marktgerechte                      Latentspeicher        kondensator           Batterien (Pb)       Batterien (Pb)         kraftwerke
                                                                                                                                           Lithium-Ionen-       Lithium-Ionen-         Druckluftspeicher-
Rahmenbedingungen erforderlich. Zu den derzeitigen möglichen Alternati-                        Chemische
                                                                                               Speicher
                                                                                                                     Supraleitende
                                                                                                                     magnetische           Batterien (LIB)      Batterien (LIB)        kraftwerke
ven gehört beispielsweise der Ausbau des Stromnetzes, die Flexibilisierung                                           Energiespeicher       Nickel-Cadmium-      Natrium-
                                                                                                                                           Batterien (NiCd)     Schwefel-
                                                                                                                                                                                       Wasserstoff-
des bestehenden Kraftwerksparkes aber auch der Einsatz vom Demand Side                                               Schwungrad            Nickel-Metall-       Batterien (NaS)
                                                                                                                                                                                       speicher-
                                                                                                                                           hydrid Batterien                            kraftwerke
Management.                                                                                                                                (NiMH)
                                                                                                                                                                Redox-Flow-
                                                                                                                                                                Batterien (RFB)
                                                                                               Art der Speicherung
Als ausgereifte Technologie steht derzeit nur die Nutzung der Wasserkraft in
                                                                                                  Virtuelle Speicherung
Form von Pumpspeicherkraftwerken zur Verfügung. Großbatteriesysteme                               Elektrisch (elektromagnetische oder -statische Felder)
haben bereits ihre technische Eignung bis hin zum Einsatz im Regelenergie-                        Elektrochemisch (chemische Energie)
markt nachgewiesen und können in Nischenanwendungen auch unter kom-                               Mechanisch (kinetische oder potenzielle Energie)

merziellen Gesichtspunkten eingesetzt werden.
                                                                                                                                                                       Quelle: Fraunhofer ISI (2012)

                                                                                                                                                                                   SEI T E 8 – 9
Z A H L EN U N D FA K T EN                                                                                            ST RO M ER Z EU G U N G 2019 l 2020

FLEXIBLE KONVENTIONELLE KRAFTWERKE – GARANTEN DER VERSORGUNGSSICHERHEIT

D    ie CO2-Emissionen kohlegefeuerter Kraftwerke konnten durch techno-
     logische Weiterentwicklung schrittweise reduziert werden. So stieg
durch realisierte Neubauprojekte der durchschnittliche weltweite Wirkungs-
                                                                             Tagen. Die benötigte Flexibilität zum permanenten Lastausgleich muss auf-
                                                                             grund begrenzter Kupplungskapazitäten weitgehend von den im Inland vor-
                                                                             handenen Kraftwerken bedient werden. Aktuell errichtete Neubau-Kraft-
grad in den letzten Jahren von rd. 30 auf etwa 33 % an, und durch konse-     werke werden daher für einen besonders flexiblen Betrieb ausgelegt worden.
quente Anwendung von State-of-the-art-Technologie mit einem Wirkungs-        Wesentliche technische Kriterien für Flexibilität sind die stabile Mindestlast,
grad von 44 bis 47 % könnte die CO2-Menge weltweit weiterhin deutlich        Anfahr- und Abfahrzeiten sowie Mindestbetriebs und -stillstandszeiten,
abgesenkt werden. In Ländern mit einem steigenden Anteil fluktuierender      Lastgradienten und die Regelbänder in verschiedenen Lastbereichen. Ein
erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung wird das Primat der Effizienz    ganz anderer Aspekt ist die Flexibilität hinsichtlich Qualitätsschwankungen
zunehmend durch das Erfordernis nach Flexibilität abgelöst.                  des Hauptbrennstoffes sowie des Einsatzes von Ersatzbrennstoffen.
Die Erzeugung der konventionellen Anlagen muss sich jederzeit schnell        Neue und entsprechend nachgerüstete thermische Kraftwerke können
und flexibel an die Residuallast anpassen, also zur Kompensation der Dif-    durch ihren flexiblen Betrieb gemeinsam zur Integration der erneuerbaren
ferenz zwischen Verbrauch und fluktuierender Einspeisung aus Photovol-       Energien in ein modernes Stromversorgungssystem beitragen. Der Fokus
taik- und Windenergieanlagen zur Verfügung stehen. Kurzfristigere Ein-       technischer Entwicklungen liegt dabei auf der Umsetzung der vorhandenen
speiseschwankungen werden durch die stark zunehmende Leistung von            Potenziale für einen flexiblen Anlagenbetrieb. Vor dem Hintergrund der
Photovoltaikanlagen ausgelöst. Die daraus resultierenden Effekte werden ab   Ausbauziele für erneuerbare Energien in ganz Europa ist auch künftig ein
dem Frühling mit zunehmender Intensität der Sonneneinstrahlung maß-          breiter und flexibler thermischer Kraftwerkspark unverzichtbar, um die
geblicher Treiber für die untertägige Einspeiseschwankung. Eher im mittel-   Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit zu jeder Zeit zu gewährleisten.
bis langfristigen Bereich liegt der mittlere Zyklus zwischen Stark- und
Schwachwindphasen; er entspricht in Nordwest-Europa etwa drei bis fünf
Faktoren eines flexiblen Kraftwerksbetriebs:
                                                                                    Hohe Lastgradienten, geringe Minimallast und
Flexibilität thermischer Kraftwerke – State of the art                              kurze Zeiten zum Hochfahren

                 1.300                                                               Kraftwerkstyp               Steinkohle      Braunkohle        GuD-Anlage**          Gasturbine
                                                                                     BoA                                             Kernenergie
                 1.200                                                               Lastgradient
                                                                                     Max. Kapazität      ~1.000 MW2 / 4 / 8       2 / Max.
                                                                                                                                      4 / 6Kapazität 4 /~1.300
                                                                                                                                                         8 / 12MW        8 / 12 / 15
                                 Kernkraftwerke                                      in %Kapazität
                                                                                     Min. pro Min.       ~420 MW                     Min. Kapazität      ~520 MW
Leistung in MW

                                                                                     Max. Laständerungs- +/-30 MW/min                Max. Laständerungs- +/-63 MW/min
                 1.000                                                               ...
                                                                                     geschwindigkeit                                 geschwindigkeit
                                                                                     im Lastbereich               40 ... 90       50 ... 90         40* ... 90           40* ... 90
                                                                                     von %
                                                                                     GuD-Anlage                                      Steinkohle
                  800                                                                Minimallast
                                                                                     Max. Kapazität  ~2 x 440 40
                                                                                                              MW/ 25 / 15       60 / 40 / 20
                                                                                                                                     Max. Kapazität50 / 40 / 30
                                                                                                                                                        ~800 MW*        50 / 40 / 20*
                                                                                     in % Kapazität
                                                                                     Min. Nennleistung
                                                                                                     ~520*/260** MW                  Min. Kapazität      ~210 MW
                                                  Braunkohlekraftwerke               Max. Laständerungs- +/-36 MW/min                Max. Laständerungs- +/-20 MW/min
                  600                                                                Zeit zum Hochfahren
                                                                                     geschwindigkeit                                 geschwindigkeit
                                                                                     in Stunden (h),              3/2/1           6/4/2            1,5 / 1 / 0,5
Z A H L EN U N D FA K T EN                                                                                                        ST RO M ER Z EU G U N G 2019 l 2020

VERÄNDERTE RAHMENBEDINGUNGEN FÜR DEN BETRIEB KONVENTIONELLER KRAFTWERKE

E    nde des letzten Jahrhunderts wurde die Entwicklung des Elektrizitätssek-
     tors stark von der Liberalisierung des Energiemarktes in Europa beein-
flusst. Dies führte auch zu einem Umdenken hinsichtlich der Informationen
                                                                                   Die im Diagramm dargestellten Trends weisen eine stetig ansteigende unge-
                                                                                   plante nicht disponible NV-Arbeit der kohlebefeuerten Kraftwerke seit 1998
                                                                                   (ca. 3 %) bis 2018 (ca. 9 %) auf, während der Plananteil seit 2010 zurück-
von betrieblichen Daten. In der Beispielauswertung des VGB-Kraftwerks­             geht. Der Außerplananteil der Gasturbinen lag im Mittel seit 2007 bis 2016
informationssystem (KISSY) nahmen 1998 rund 270 „fossil befeuerte Anla-            bei ca. 3 % und stieg in 2018 auf rund 5 % an, während der Plananteil im
gen“ aus Europa an der Datenerhebung teil, bis 2007 stieg diese Zahl auf über      Mittel von 2007 bis 2018 bei 8 % liegt.
350 Anlagen ‒ mit dem Ergebnis, dass die Durchschnittswerte der frühen             Bei der Interpretation von Trends muss die Veränderung im Datenbestand
1990er Jahre einen deutlich anderen Anlagenpark widerspiegelten als heute.         von KISSY berücksichtigt werden. Die Anzahlen von Anlagen ändert sich
Die gesetzlichen Vorgaben, wie die Einführung des europäischen ETS (Emis-          ständig aufgrund der Stilllegung alter Anlagen und der Inbetriebnahme neu-
sionshandelssystem) im Jahr 2005 oder der bevorzugte Betrieb erneuerbarer          er Anlagen. Jedoch ist der Datenbestand von KISSY in den letzten 15 Jahren
Energien, führten zu mehr Flexibilität und mehr Teillast mit niedrigeren Last-     signifikant gestiegen und viel internationaler geworden.
faktoren für fossil befeuerte Anlagen. Andere Beispiele sind die Stilllegung der
Kernkraftwerke in Deutschland (beschlossen und gestartet 2011, die 2022
abgeschlossen sein wird) oder der Übergang einer beträchtlichen Anzahl fos-
                                                                                   Quellen
sil befeuerter Kraftwerke vom Strommarkt in die Netzreserve. Aufgrund die-         Technische und kommerzielle Kennzahlen für Kraftwerksanlagen,
ser Randbedingungen reduzierte sich die Anlagenanzahl dann im Jahr 2018            VGB-S-002-03-2016-08-DE, VGB PowerTech, ISBN 978-3-86875-940-2 (eBook, kostenlos)
                                                                                   Verfügbarkeit von Kraftwerken 2009 – 2018, VGB-TW 103V,
auf rund 230 Anlagen. Mit diesen Veränderungen aufgrund der anderen                Ausgabe 2019, VGB PowerTech, ISBN: 978-3-96284-152-2
Randbedingungen des Marktes und politischer Vorgaben wird ein flexibleres          Analyse der Nichtverfügbarkeit von Wärmekraftwerken 2009 – 2018, VGB-TW 103A,
Anfahrverhalten der Kraftwerke gefordert bzw. praktiziert, das sich in der         Ausgabe 2019, VGB PowerTech, ISBN: 978-3-96284-154-6
Verfügbarkeit und im Besonderen der Nichtverfügbarkeit (NV) der Anlagen
widerspiegelt.
Vergleich der Arbeitsverfügbarkeit europäischer Kraftwerke                                                 Vergleich der Nichtverfügbarkeit (NV) europäischer Kraftwerke
                       Arbeitsverfügbarkeit, Kohle             Arbeitsverfügbarkeit, Gas                                               NV geplant, Kohle           NV disponibel, Kohle       NV nicht disponibel, Kohle
                       Arbeitsausnutzung, Kohle                Arbeitsausnutzung, Gas                                                  NV geplant, Gas             NV disponibel, Gas         NV nicht disponibel, Gas

         100                                                                                                                  12

                                                                                                                              10
                80
Verfügbarkeit in %

                                                                                                         Nichtverfügbarkeit in %
                                                                                                                                   8
                60

                                                                                                                                   6

                40
                                                                                                                                   4

                20
                                                                                                                                   2

                     0                                                                                                             0
                     1998   2000     2002    2004    2006   2008    2010   2012     2014   2016   2018                             1998     2000    2002    2004     2006     2008    2010   2012    2014    2016    2018
                                                                   Jahr                                                                                                              Jahr

                                                                                                                                                   Quelle: VGB-Datenbank KISSY (Kraftwerksinformationssystem, Daten: 2018)

                                                                                                                                                                                                    SEI T E 12 – 13
Z A H L EN U N D FA K T EN                                                                                                    ST RO M ER Z EU G U N G 2019 l 2020

KERNENERGIE – WEITERER AUSBAU WELTWEIT

D     ie Stromerzeugung aus Kernenergie betrug weltweit 2018 ca.
      2.519 Mrd. kWh und lag damit etwas über der Erzeugung von 2017 mit
ca. 2.490 Mrd. kWh. Maßgeblichen Einfluss hatten die weiteren Wiederinbe-
                                                                                Entwicklung der Stromerzeugung aus Kernenergie weltweit
                                                                                100                                                                               3.000
                                                                                             Stromerzeugung in Kernkraftwerken in Mrd. kWh
triebnahmen von Kernkraftwerken in Japan nach den Ereignissen von Fuku­
                                                                                             Arbeitsverfügbarkeit in %
shima im März 2011 – 9 von 37 Anlagen sind wieder am Netz – sowie aus-                                                                                            2.500
gezeichnete Betriebsergebnisse der Anlagen weltweit insgesamt. Der Anteil der
Kernenergie an der gesamten weltweiten Stromerzeugung lag 2018 bei rund
                                                                                                                                                                  2.000
11 %. Mit rd. 787 Mrd. kWh Erzeugung in 14 Mitgliedsstaaten ist die EU der
weltweit führende Wirtschaftsraum bei der Kernenergieerzeugung.                                                                                         Japan
                                                                                50                                                                                1.500
Kumuliert sind seit Inbetriebnahme der ersten kommerziellen Kernkraftwer-
ke im englischen Calder Hall im Jahr 1956 rund 81.300 Mrd. kWh Strom                                                                                    USA

produziert worden. Dies entspricht etwa dem dreifachen des heutigen welt-                                                                                         1.000

weiten jährlichen Strombedarfs.
Bemerkenswert ist der Zuwachs der nuklearen Stromerzeugung in den                                                                                                 500
                                                                                                                                                         EU
1980er Jahren, als die in den 1970er Jahren begonnenen großen Kernkraft-
werksprojekte mit Blockleistungen über 1.000 MW in Betrieb gingen. In             0                                                                           0
2018 wurde mit Taishan 1, China, der aktuell weltweit leistungsstärkste          1956 1960         1970         1980        1990           2000       2010 2018
                                                                                                                                    Jahr
Kernkraftwerksblock mit 1.750 MW Bruttoleistung in Betrieb genommen.
Heute ist der Betrieb von Kernkraftwerken durch eine weiterhin hohe Ar-
                                                                                                                         Quelle: atw – Int. Journal for Nuclear Power 5/2019
beitsverfügbarkeit von im weltweiten Mittel nahezu 80 % gekennzeichnet.
KERNKRAFTWERKE: ANLAGEN, GEPLANTE ABSCHALTUNGEN, NEUBAUTEN UND PROJEKTE

             USA
        Frankreich                                            58 - 2 + 1
                                                                                           99 + 2              4 +1 +1
                                                                                                                     4+2
                                                                                                                               Finnland
                                                                                                                               Ungarn
                                                                                                                                                    W       eltweit wurden in 31 Ländern 451 Kern-
                                                                                                                                                            kraftwerke mit insgesamt 424.937 MW
                                                                                                                                                    betrieben (Stand: Dezember 2018). 53 Kernkraft-
            Japan                                   39 + 2                             46 + 11 + 32                            China                werksblöcke befinden sich in Bau und rund 200
   Großbritannien               15 + 10                                                                              3 +1      Argentinien          weitere in Planung bzw. der Vorplanungs­phase zur
         Russland                         36 + 6   + 16                                                          2 +1 + 4      Brasilien
                                                                                                                                                    Inbetriebnahme bis 2030. Dabei verstärkt sich der
          Kanada                    19 + 7                                                                           2+2       Mexiko
                                                                                                                                                    Trend von neuen Projekten in den Ländern Asiens
      Deutschland       7 -7                                                                                    5 +2+2         Pakistan
                                                                                                                                                    sowie in „Newcomer“-Ländern, auch in Afrika,
        Südkorea                     24 + 5 + 11                                                                         2     Südafrika
            Indien                 22 + 7 + 7
                                                                                                                                                    dem Mittleren Osten und Südamerika – wesent-
                                                             Kernkraftwerke weltweit                              1-1+1        Armenien
          Ukraine               15 + 2                        in Betrieb 2018: 449                                        1    Niederlande
                                                                                                                                                    lich unter Beteiligung der Lieferländer.
        Schweden            8                                                                                        2+2       Rumänien             Die Ereignisse vom 11. März 2011 in Japan hatten
          Spanien       7                                                                                            1+1       Slowenien            zur Einstellung von Neubauplanungen nur in Ita-
          Belgien       7                                                                                            1+1       Iran                 lien und der Schweiz geführt.
    Taiwan, China       4 +2                                                                                        +4 + 2     Verein. Arab. Em.
                                                                                                                       +4      Polen
                                                                                                                                                    Insbesondere langfristig absehbare Perspektiven für
        Bulgarien    2 +2
                                                                                                                       +1      Litauen              Neuanlagen hinsichtlich Stromerzeugungskosten
         Slowakei     4 +2+2
         Schweiz      5-1
                                                                                                                     +4        Vietnam              und ausreichender Kernbrennstoffversorgung so-
                                                                                                                   +1+3        Türkei
 Tschechische Rep.    6+4
                                                                                                                                                    wie einer emissionsarmen Erzeugung sind in den
                                                                                                                     +2        Belarus
                                                                                                                     +2        Bangladesch          beteiligten Ländern Motivation für diese Aktivitä-
 Neubauten: 53                                                                 Projekte: 200 (inklusive weiterer Projekte in 14 weiteren Staaten)
                                                                                                                                                    ten mit einem geplanten bzw. projektierten Zubau
                                   Geplante Abschaltungen: 11
                                                                                                                                                    von Kernkraftwerkskapazitäten.
Quellen: IAEA, atw – Int. Journal for Nuclear Power, Stand: 12/2018

                                                                                                                                                                                    SEI T E 14 – 15
Z A H L EN U N D FA K T EN                                                                                           ST RO M ER Z EU G U N G 2019 l 2020

MODULARE KLEINREAKTOREN (SMR)

D     ie Entwicklung fortgeschrittener Reaktortypen auf Basis der bewährten
      Leichtwasserreaktortechnologie ist in den vergangenen Jahrzehnten
weltweit vorangetrieben worden. Heute werden Kernkraftwerke angeboten,
                                                                              Diese Konzepte zeichnen sich vor allem durch folgende Eigenschaften aus:
                                                                              ll Höchste Sicherheitsstandards durch passive Systeme bzw. physikalisch
                                                                                 inhärente Sicherheit.
die in einem verlässlichen regulatorischen Umfeld zu wettbewerbsfähigen
                                                                              ll Modulare Bauweise. Je nach Bedarf können einzelne Blöcke an einem
Preisen und mit höchsten Sicherheitsstandards errichtet und betrieben wer-
den können. Diese Kernkraftwerke der sogenannten Generation III+ sind            Standort schrittweise und dem individuellen lokalen Bedarf entspre-
jetzt und in den nächsten Jahrzehnten technische Grundlage für Neubau-           chend sowie investitionsoptimiert errichtet werden. Die Modulbauweise
programme. Dabei verschieben sich die geografischen Schwerpunkte. Die            ermöglicht zudem eine Errichtung nach dem Baukastenprinzip mit allen
zukünftigen Neubauprogramme werden ihre Schwerpunkte in den schon                Vorteilen einer Serienproduktion.
heute Kernenergie nutzenden Staaten Asiens sowie in „Newcomer“-Staaten        ll Lange Wartungsintervalle sowie Betriebszeiten für eine Kernbrennstoffbe-
Afrikas und Asiens haben.                                                        ladung über mehrere Jahre. Damit ergeben sich niedrigere Betriebskosten.
Kerntechnik bietet aber auch Weiterentwicklungsmöglichkeiten und Inno-        ll Errichtung der Module in unterirdischen Kavernen und damit auch
vationen über die bewährten und kommerziell in die Märkte eingeführten           verbrauchernah. Dies ermöglicht neben der Stromerzeugung auch die
Kernkraftwerkstypen mit Leistungen von bis zu 1.600 MW hinaus. Ein be-           Versorgung mit Fern- oder Prozesswärme.
sonderes Interesse von Konzepten und Projekten liegt dabei auf modular
                                                                              ll Inselbetrieb. Entlegene Regionen können autark mit Strom- und Wärme
konzipierten Reaktoren kleiner und mittlerer Leistung bis ca. 600 MW, den
                                                                                 versorgt werden, auch durch Installation auf schwimmenden Baken.
sogenannten „Small Modular Reactors“ (SMR).
(1)                                                                     (3)

      Beispiele für Konzepte von „Kleinen/Mittleren Modularen Reaktoren“
      (Small Modular Reactors, SMR, Leistung < 600 MW)
      ll 400 bis 450 MW UK SMR; Projektleitung Rolls-Royce Power Systems;
         Ziel: kommerzielle Pilotanlage in Nord-England bis Ende der 2020er (1)
      ll TerraPower, USA: Traveling Wave Reactor. Projektphasen. (2)
      ll Akademik Lomonosov, Russland, Überführung zum Anlagenstandort,
          Mitte 2019: Schwimmende Bake mit zwei 40-MW-Kernreaktoren zur
          Strom- und Wärmeversorgung einer Region in Sibirien.
(2)

                                                              SEI T E 16 – 17
Z A H L EN U N D FA K T EN                                                                                                                      ST RO M ER Z EU G U N G 2019 l 2020

NEUE STROMERZEUGUNGSKAPAZITÄTEN ERFORDERLICH

S   eit mehr als zwei Jahrzehnten wird in der europäischen Stromerzeugung
    überwiegend in erneuerbaren Energien und Gaskraftwerke investiert. In
den davor liegenden 1970er und 1980er Jahren lag der Schwerpunkt der
                                                                                 Zukünftige Verfügbarkeit* heute in Betrieb befindlicher Stromerzeugungskapazitäten

                                                                                                                    1.000
Investitionen auf konventionellen Kohle- und Kernkraftwerken. Dieser                                                                                          Sonstige
strukturelle Wandel ist vor allem Ergebnis unterschiedlichster finanzieller
                                                                                                                                                              Geothermie
Fördersysteme für Erneuerbare in den einzelnen europäischen Staaten.                                                 800

                                                                                   Stromerzeugungskapazität in GW
                                                                                                                                                              Wasserkraft
Die konventionellen Kraftwerke in Europa, vor allem Kohle- und Kernkraft-
                                                                                                                                                              Photovoltaik
werke, haben damit heute ein technisches Alter erreicht, für das zukünftige
altersbedingte Stilllegungen absehbar sind. Typische technische Lebensdau-                                                                                    Müll
                                                                                                                     600
ern von Kohlekraftwerken liegen bei etwa 40 Jahren, die von Kernkraftwer-                                                                                     Torf
ken bei 60 bis 80 Jahren, die von Wasserkraftwerken bei etwa 100 Jahren.                                                                                      Biomasse
Zudem ist auch absehbar, dass in den kommenden Jahren zunehmend Kapa-                                                400                                      Wind, offshore
zitäten an Erneuerbaren das technische Betriebszeitende erreichen werden;                                                                                     Wind, onshore
die Lebensdauer von Windkraft- und Photovoltaikanlagen wird mit 20 bis 30                                                                                     Kernenergie
Jahren angegeben.                                                                                                    200
                                                                                                                                                              Öl
Anhand typischer Lebensdauerdaten sowie einzelner politischer Entscheidun-                                                                                    Braunkohle
gen (z. B. Kernenergieausstieg in Deutschland bis 2022) lässt sich abschätzen,                                                                                Steinkohle
                                                                                                                       0
dass bis zum Jahr 2030 rund 30 % der heute in Betrieb befindlichen Stromer-                                                 2015   2025   2035   2045 2050
zeugungskapazitäten in Europa stillgelegt werden. Bis zum Jahr 2050 sind es                                                 Jahr
rund 80 %.                                                                        * „Sterbekurve“, Basis: Stromerzeugungskapazitäten in Betrieb Ende 2014
Diese Abschätzung verdeutlicht, dass mit heutigen Zeithorizonten für Pla-
nung, Errichtung und Inbetriebnahme von Stromerzeugungsanlagen von 10
Jahren und mehr geeignete Ersatzkapazitäten für eine gesicherte Stromversor-                                    Quelle: Investment Requirements in the EU electricity sector up to 2050
gung vorausschauend frühzeitig – jetzt – vorbereitet werden müssen.                     Chalmers University of Technology, Department of Energy and Environment, Energy Technology
GEPLANTE UND ANGEKÜNDIGTE NEUBAUPROJEKTE IN EUROPA

D     er notwendige Ersatzbedarf für bestehende Stromerzeugungskapazitäten
      in Europa hat bei vielen Unternehmen zu Planungen für Neubauprojek-
te geführt. Trotz massiven Ausbaus der erneuerbaren Energien bleiben weiter-
                                                                               Neubauprojekte und -ankündigungen in Europa

hin Kohle, Erdgas und Kernenergie die wichtigsten Primärenergieträger für         Anteil der Energieträger 2019                 Gas (32.888 MW, 33,0 %)
eine zuverlässige disponible Stromerzeugung. Hocheffiziente Neuanlagen
ersetzen dabei weniger effiziente Kraftwerke. Neben einer deutlichen Minde-                                                     Öl (0 MW, 0 %)
rung des CO2-Ausstoßes werden durch neue Kraftwerke zudem weitere
                                                                                                                                Steinkohle (13.915 MW, 14,0 %)
Emissionen gesenkt und die Anlagen tragen mit ihrer erhöhten Flexibilität
zur gesicherten Stromversorgung und der Einbindung der erneuerbaren Er-                                                         Braunkohle u. Torf (1.160 MW, 1,2 %)
zeugung in das Versorgungssystem bei. Durch mangelnde langfristig gültige
politische Rahmenbedingungen gerät die Investition in neue Kapazitäten                                                          Kernenergie (7.000 MW, 7,0 %)
europaweit jedoch ins Stocken.                                                                                                  Wasserkraft (10.595 MW, 10,7 %)
Gemäß der aktualisierten VGB-PowerTech-Neubaustatistik stellen bei der
disponibel einsetzbaren Kapazität konventioneller Anlagen die Gaskraftwer-                                                      Wind (33.470 MW, 33,6 %)

                                                                                                                               {
ke mit einem Anteil von rd. 33 % den größten Anteil dar. Mit einem Anteil                                                           Biomasse
von rd. 15 % sind Stein- und Braunkohlenkraftwerke, insbesondere in ost-                                                            (291 MW, 0,3 %)
europäischen Staaten u vertreten. Die emissionsarmen, disponiblen Energie-                                                          Reststoffe und Abfall
                                                                                                                                    (120 MW, 0,1 %)
träger Wasserkraft und Kernenergie haben einen Anteil von 10,6 % bzw.
                                                                                                                                    Andere Erneuerbare
7,0 %. Bei den erneuerbaren Erzeugungstechnologien stehen weiterhin                  Gesamt*: 99.559 MW                             (120 MW, 0,1 %)
Projekte auf der Basis von Windkraftanlagen mit einem Kapazitätsanteil
von rd.  33 % im Vordergrund.
Innerhalb eines Jahrzehnts sind die erfassten projektierten und angekündig-
ten Neubaukapazitäten erheblich zurück gegangen, von 277.884 MW in                             * ohne Photovoltaik, Öl: keine aktuellen Projekte, Angaben incl. Rundungen,
2010 auf 99.559 MW in 2019.                                                                                                       Quelle: Datenbank VGB, Stand: 8/2019

                                                                                                                                                   SEI T E 18 – 19
Z A H L EN U N D FA K T EN                                                                                                     ST RO M ER Z EU G U N G 2019 l 2020

KLIMASCHUTZ: GLOBALER ANSATZ ERFORDERLICH

D    ie Treibhausgasemissionen (THG) in der Europäischen Union (EU-28)
     sind zwischen 1990 und 2016 um insgesamt rd. 22 % gesunken (Stand:
2018, World Bank). Die Ziele für die Klima- und Energiepolitik wurden
                                                                                                        Current Policies          New Policies
                                                                                                                           in Millionen t SKE
                                                                                                                                                       Sustainable Dev.

                                                                                             2017

                                                                                                        2025

                                                                                                                    2040

                                                                                                                                  2025

                                                                                                                                             2040

                                                                                                                                                        2025

                                                                                                                                                                    2040
von der EU-Kommission im November 2018 neu festgelegt. Vision ist eine
wohlhabende, moderne, wettbewerbsfähige und klimaneutrale Wirtschaft
für den Zeithorizont bis 2050.                                               Kohle          5.357      5.711       6.813         5.383      5.441      4.350       2.281
Zur Stabilisierung und tatsächlichen Reduktion der THG müssen weltweit       Erdöl          6.336      7.003       7.957         6.791      6.991      6.191       4.509
Maßnahmen ergriffen werden, die sich am Grundsatz der Effektivität und       Erdgas         4.439      5.166       6.863         5.056      6.337      4.934       4.889
Kosteneffizienz orientieren. Kosteneffiziente Maßnahmen wie z. B. der Wär-
                                                                             Kernenergie      983      1.147       1.359         1.150      1.387      1.230       4.904
medämmung von Gebäuden, fossil befeuerte Kraftwerke mit höheren Brenn-
stoffnutzungsgraden, die Nutzung der CCU-Technologie (Carbon Capture         Wasserkraft      504         590        734           593          734      616         859

and Utilisation), der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Weiternut-    Biomasse       1.979      2.246       2.531         2.271      2.644      1.960       2.149
zung von THG-armen Technologien, wie der Kernenergie, müssen vorurteils-     Weitere          363         684      1.354           737      1.747        926       3.046
frei an vorderster Stelle zur Anwendung kommen.                              Erneuerbare
Die Internationale Energieagentur IEA hat ein Stabilisierungskonzept „Sus-   Gesamt*       19.960      22.546     27.611        21.983     28.051     20.209      19.593
tainable Development Scenario“ (SDS) entwickelt, mit dem gegenüber den       Anteil          60 %       63 %        70 %          63 %       70 %       63 %        68 %
Referenzszenarien „Current Policies“ ‒ unveränderte Energiepolitik ‒ und     Nicht-
                                                                             OECD
„New Policies“ ‒ Berücksichtigung angekündigte Maßnahmen für eine nach-      Staaten
haltigere Energiepolitik ‒ durch ein Bündel von Maßnahmen die Stabilisie-
                                                                             IEA-Szenarien zur Treibhausgasreduktion. Anteil der einzelnen Energieträger.
rung des Energieverbrauchs und der CO2-Konzentration in der Atmosphäre       * incl. Rundungen
erreicht werden sollen.                                                                                                       Quelle: IEA, World Energy Outlook 2017/2018
CO2-Emissionen gesamt und pro Einwohner aus fossilen Brennstoffen                                                    CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung
     für ausgewählte Regionen für 2016 und Veränderung zu 1990                                                            Gramm Kohlendioxidäquivalent pro kWh Strom,
                                                                                                                          berechnet über den Lebenszyklus des Kraftwerks
                                                 t CO2 pro Einwohner      Mrd. t CO2 pro Jahr
                                                                                                                                                                                         BoA-Technologie
                                                 0       1          2     3         4             5      6           20
                                                                                                                           Braunkohle                                                               950 bis 1.230
 Region | Veränderung 1990 bis 2016

                                         EU-28                                                          6,2
                                        - 22 %                          3.192
                                                                                                                            Steinkohle                                                   790 bis 1.080
                                        Indien               1,6
                                      + 293 %                   2.036                                                            Erdöl                                               890

                                         USA                                                                  14,9
                                        +1 %                                              4.833                                Erdgas                                   640
                                                                          143
                                         China                                                          7,5                                      410 bis 430                        Stromerzeugung mit CCU
                                                                                                                          Erdgas, GuD
                                      + 321 %                                                         9.102
                                                                         127
                                                                                                                          Photovoltaik            35 bis 160
                                        Welt                                       4,35
                                      + 57 %                                                                   32.314
                                                                                                                             Kernkraft   16 bis 23

                                                 0       1          2     3         4             5      6           30
                                                                                                                                Wind      8 bis 16                      Schwankungsbreiten wegen
                                                                                                                                                                        unterschiedlicher Berechnungsmethoden
                                                                                                                           Wasserkraft   4 bis 13                       und Standorte der Kraftwerke.

Quelle: U.S. Department of Energy’s (DOE) Environmental System Science Data Infrastructure for a                                        Quellen: PSI Paul Scherrer Institut/Schweiz, ESU-services, eigene Berechnungen
        Virtual Ecosystem (ESS-DIVE) 2018, and IEA: CO2 emissions from fuel combustion

                                                                                                                                                                                               SEI T E 20 – 21
Z A H L EN U N D FA K T EN                                                                                          ST RO M ER Z EU G U N G 2019 l 2020

VGB POWERTECH E.V.

VGB PowerTech e. V. ist der internationale Fach­verband für die Erzeugung   Zurzeit stellt sich die Mitgliederstruktur des VGB wie folgt dar:
und Speicherung von Strom und Wärme mit Sitz in Essen (Deutschland).
Mitglieder von VGB PowerTech sind derzeit 437 Unternehmen aus den Be-       Fossil befeuerte Kraftwerke		             227.500    MW
reichen Betreiber, Hersteller und weiterer mit der Strom- und Wärmeerzeu-   Kernkraftwerke			                          33.500    MW
gung verbundener Institutionen.                                             Wasserkraftwerke u. a. Erneuerbare         40.000    MW
Unsere Mitglieder kommen aus 34 Ländern und repräsentieren eine instal-     Gesamt				                                301.000    MW
lierte Kraftwerksleistung von 301.000 MW.
                                                                            EU: 414 Mitglieder in 21 Ländern
Unsere Aufgaben sind:                                                       Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland,
ll Die Bereitstellung einer internationalen Plattform für den Aufbau,       Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Luxemburg,
   den Austausch und den Transfer von technischem Know-how.                 Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden,
ll Die Funktion als „Gate-Keeper“ und Anbieter von technischem Know-        Slowenien, Spanien, Tschechische Republik
   how für die Mitgliedsunternehmen und weitere Branchenverbände.
ll Die Abstimmung technischer und betrieblicher Standards                   Übriges Europa: 11 Mitglieder in 3 Ländern
ll Die Identifizierung und Organisation gemeinsamer FuE-Aktivitäten,        Russland, Schweiz, Türkei
ll Der Zugang zu qualifiziertem Expertenwissen für unsere Mitglieder
ll Vertretung von Interessen der Mitgliedsunternehmen                       Außerhalb Europas: 12 Mitglieder in 10 Ländern
                                                                            Argentinien, China, Israel, Japan, Kanada, Malaysia,
Diese Aufgaben nimmt VGB PowerTech in enger Zusammenarbeit mit
                                                                            Marokko, Mongolei, Saudi Arabien, Südafrika
­Eurelectric auf europäischer und weiteren nationalen Interessenverbänden
 auf Länderebene wahr.                                                      Gesamt: 437 Mitglieder in 34 Ländern
AUFGABEN UND ZIELE DES INTERNATIONALEN
TECHNISCHEN FACHVERBANDES VGB POWERTECH

                                                                                              Mitgliederversammlung
VGB PowerTech e. V. unterstützt seine Mitglieder in allen tech­
nischen Fragen der Erzeugung und Speicherung von Strom
und Wärme mit dem Ziel einer weiteren Optimierung von             Wissenschaftlicher Beirat          Vorstand            Technischer Beirat
ll Sicherheit,
ll Effizienz,                                                                                   Geschäftsführung
ll Umweltfreundlichkeit,
ll Wirtschaftlichkeit sowie
ll Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.                        Kompetenzfelder für die Erzeugung und Speicherung von Strom und Wärme
Die VGB-Kompetenzfelder „Kernkraftwerke“, „Kraftwerks­                                           Erneuerbare    Umwelttechnik,
technologien“, „Erneuerbare Energien und Dezentrale Erzeu-          Kernkraft-    Kraftwerks-    Energien und      Chemie,       Technische
                                                                      werke      technologien     Dezentrale    Sicherheit und     Dienste
gung“ sowie „Umwelttechnik, Chemie, Sicherheit und Ge-                                            Erzeugung       Gesundheit
sundheit“ befassen sich mit sämtlichen Aspekten konventionel-
ler und erneuerbarer Erzeugung und Speicherung und arbeiten
zur Nutzung der Synergien eng untereinander verzahnt.
Die Ingenieur-Dienstleistungen der „Technischen Dienste“
(Ingenieurberatung, Bau- und Montageüberwachung, Werk-
stofflabor, Öllabor sowie Wasserchemie), die VGB-For-
schungsstiftung, Datenbanken und die VGB-Pub­likationen
„VGB-Standards“ sowie die Fachzeitschrift VGB POWER-                                            VGB-Ausschüsse
TECH ergänzen das Portfolio des Verbands.

                                                                                                                                     SEI T E 22 – 23
VGB PowerTech e.V.          Redaktion: Oliver Then (verantwortlich),
Deilbachtal 173             Mario Bachhiesl, Ludger Mohrbach, Stefan Prost
45257 Essen | Deutschland   und Christopher Weßelmann
                            August 2019
Tel.: +49 201 8128 – 0      www.vgb.org | info@vgb.org
Fax: +49 201 8128 – 302     Fotos, Umschlag: Offshore Windpark, EnBW
                                              50-MW-Stromspeicher BigBattery Lausitz, LEAG
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