Ecke müllerstraße nr. 1 - feb/märz 2018 - muellerstrasse-aktiv.de

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Ecke müllerstraße nr. 1 - feb/märz 2018 - muellerstrasse-aktiv.de
ecke
                                                                       nr. 1 – feb /märz 2018

                                                           müllerstraße
Seite 3: Neue Ampel über die Müllerstraße? Seite 4: Milieuschutz greift und wird ausgeweitet
Seite 9: Kampf ums Café »Simit Evi« Seite 11: Parkraumbewirtschaftung bis zur Badstraße?

                                                                                                           Ch. Eckelt

Zeitung für das »Aktive Zentrum« und Sanierungsgebiet Müllerstraße. Erscheint achtmal im Jahr kostenlos.
Herausgeber: Bezirksamt Mitte von Berlin, Stadtentwicklungsamt, Fachbereich Stadtplanung
Ecke müllerstraße nr. 1 - feb/märz 2018 - muellerstrasse-aktiv.de
Bilderrätsel: Gewinner gesucht!                                                                    Termine                                          Plädoyer für
                                                                                                   Runder Tisch Leopoldplatz
                                                                                                                                                    eine Ampel
 Ch. Eckelt

                                                                                                   Dienstag, 20. März 2017, 17 Uhr,
                                                                                                   wahrscheinlich in der VHS Mitte,
                                                                                                   Antonstraße 37
                                                                                                   Raumänderung möglich – Rückfragen                Zwischen Leopoldplatz und
                                                                                                   bitte unter Telefon 901 83 22 51                 Bibliothek fehlt ein Über­
                                                                                                   Händlerfrühstück des Geschäfts­                  gang über die Müllerstraße
                                                                                                   straßenmanagements und der
                                                                                                   ­StandortGemeinschaft
                                                                                                   Mittwoch, 7. März, 7.30 Uhr, Ort:
                                                                                                   bitte erfragen unter Telefon 88 59 14 36,
                                                                                                   www.planergemeinschaft.de

                                                                                                   Sitzung der Stadtteilvertretung

                                                                                                                                                                                                                                                                                                 Ch. Eckelt
                                                                                                   ­Müllerstraße mensch.müller
                                                                                                   An jedem ersten Donnerstag im Monat
                                                                                                   jeweils um 19 Uhr in der Volkshochschule,
                                                                                                   Antonstraße 37
                                                                                                                                                    Braucht die Müllerstraße eine zusätzliche Ampel am Leopoldplatz?         streifen angibt. Die werden nur für einen »hinreichend gebündelten
                                                                                                   Sprechstunde der Stadtteilvertretung             Die Stadtteilvertretung mensch.müller jedenfalls ist dieser Meinung:     Fußgänger-Querverkehr« von 50 bis 150 in den werktäglichen Spit-
Welche Ecke?                                                                                       mo 18–20 Uhr, Vor-Ort-Büro Triftstraße 2         Neben der Einmündung der Nazarethkirchstraße sollte ihrer Ansicht
                                                                                                                                                    nach eine Fußgängerampel eingerichtet werden. Denn dort überque­
                                                                                                                                                                                                                             zenstunden als sinnvoll angesehen, oberhalb davon seien »in der Re-
                                                                                                                                                                                                                             gel LZA erforderlich«, wobei LZA für »Lichtzeichenanlagen« steht.
Wo wurde dieses Foto aufgenommen? Wer es weiß, schicke die Lösung bitte mit genauer Absender­      ecke im Netz                                     ren bis zu 500 Passanten in der Stunde die Hauptverkehrsstraße ohne      Nun ist die nächste »LZA« an der Kreuzung Schul- bzw. Luxemburger
adresse an die Redaktion: ecke müllerstraße, c/o Ulrike Steglich, Elisabethkirchstraße 21, 10115   Im Internet findet man alle bisher erschiene­    besondere Sicherung, darunter auch viele Jugendliche und Kinder.         Straße von jener Stelle entfernt, die die Stadtteilvertretung vorschlägt,
Berlin oder per Mail an: eckemueller@gmx.net. Unter den Einsendern verlosen wir einen Kino­        nen Ausgaben der ecke ­müllerstraße unter                                                                                 und damit in einer Reichweite, für die eigentlich ein Umweg zumut-
gutschein für zwei Personen für das Kino Alhambra. Einsendeschluss ist Montag, der 26. März.       www.muellerstrasse-aktiv.de /oeffentlichkeits­   Die Forderung ist freilich nicht neu. Schon bei den Untersuchungen       bar sein sollte. Viele Weddinger sehen das offensichtlich aber anders
Unsere letzte Rätselecke wurde vor der Erika-Mann-Grundschule aufgenommen. Viele Einsender         arbeit /zeitung-ecke-muellerstrasse              zum Verkehrskonzept für die Müllerstraße in den Jahren 2010 und          und bieten somit den Kindern, die die Bibliothek besuchen, ein
wussten die Lösung. Gewinnerin ist diesmal Editha Rochow. Herzlichen Glückwunsch! Der Preis                                                         2011 war sie erhoben worden, von der für die Verkehrsregelung auf        schlechtes Beispiel. Und das sind nicht wenige: Die Schiller-Biblio-
wird Ihnen zugesandt.                                                                              Die nächste Ausgabe                              Hauptverkehrsstraßen zuständigen »Verkehrslenkung Berlin« (VLB)          thek jedenfalls berichtet von stark steigenden Besucherzahlen in den
                                                                                                   Die nächste Ausgabe erscheint kurz nach          aber zurückgewiesen worden: Der Verkehrsfluss auf der für den ge-        letzten Jahren, darunter vor allem auch von Kindern und Jugend­
                                                                                                   Ostern, Redaktionsschluss ist der 26. März       samtstädtischen Verkehr wichtigen Hauptachse sollte nicht zusätz-        lichen. Das Angebot für Grundschulkinder wie etwa die nachmittäg-
                                                                                                                                                    lich behindert werden.                                                   liche Hausaufgabenhilfe werde wegen der hohen Nachfrage in der
                                                                                                   Das Titelbild dieser Ausgabe
Zweckentfrem-                                     tenflügel gesperrt, inzwischen ist das ganze
                                                  Haus, das seit vielen Jahren leer steht, nicht   zeigt die neugestaltete »Freifläche Müller­
                                                                                                                                                    Aber inzwischen hat sich einiges geändert: nicht nur die politische
                                                                                                                                                    Leitung der zuständigen Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und
                                                                                                                                                                                                                             Bibliothek ständig ausgeweitet. Wenn Schulwege abgesichert werden
                                                                                                                                                                                                                             sollen, finden sich aber auch auf der Müllerstraße ähnlich kurze Ab-
                                                  mehr standsicher. Im Juni 2015 wurde eine        straße 145« (offizieller Name) von der           Klimaschutz, sondern auch die Bedingungen vor Ort. Der damals            stände zwischen bereits bestehenden Ampeln, zum Beispiel an der
dungsverbot wird                                  Beseitigungsanordnung für das Vorderhaus         ­Schiller-Bibliothek aus fotografiert.           als Sanierungsziel für das Aktive Zentrum Müllerstraße benannte          Kreuzung der Müller- mit der Antonstraße (Wedding-Grundschule),
                                                  erlassen, gegen die die Eigentümerin aber                                                         Doppelplatz aus Leopold- und Rathausvor- bzw. -nebenplatz hat deut-      wo der Abstand zur nächsten Ampel an der Gerichtstraße gleichfalls
überarbeitet                                      gerichtlich vorgeht. Wenn die Gesetzesände-
                                                                                                   Impressum                                        lich Gestalt angenommen. Der Leopoldplatz ist fertig saniert, sein       nur etwa 80 Meter beträgt.
                                                  rungen in Kraft treten, könnte der Bezirk                                                         Schräg-Gegenüber wird wohl im kommenden Jahr soweit sein, das
Bezirke sollen Verfügungsgewalt                   der Eigentümerin die Verfügungsgewalt ent-       Herausgeber: Bezirksamt Mitte von Berlin,        »Bildungsband« im Herzen des Wedding geht allmählich in vollen           Anderswo in der Stadt gibt es in solchen Situationen gekoppelte Am-
über Wohnhäuser entziehen dürfen                  ziehen und das Haus von einem Treuhänder         Stadtentwicklungsamt                             Betrieb. Wo sich früher das Bürgeramt befand, residiert jetzt das Job-   peln, wie etwa an der Schlossstraße am Rathaus Steglitz. Dort wurde
                                                  sanieren bzw. abreißen lassen. Käme die Ei-      Redaktion: Christof Schaffelder,                 center, und vor allem wurde die Schiller-Bibliothek deutlich vergrö-     vor einigen Jahren eine Fußgängerampel vor dem Shopping-Center
                                                  gentümerin nicht für die Kosten auf, so          Ulrike Steglich                                  ßert und um eine große Abteilung für Kinder und Jugendliche erwei-       »Das Schloss« errichtet, die – nur rund 70 Meter von der Hauptam-
Das Berliner Zweckentfremdungsverbotsge-          könnte das Grundstück zwangsversteigert          Redaktionsadresse:                               tert. Die Verbindung zur Beuth-Hochschule wird stadträumlich wei-        pel an der Kreuzung mit der Albrecht- bzw. Grunewaldstraße ent-
setz soll geändert werden. Ein Gesetzesent-       werden, wobei die Einnahmen vorrangig zur        »Ecke Müllerstraße«, c /o Ulrike Steglich,       ter gefestigt, die Limburger Straße als Zuweg erkennbar aufgewertet.     fernt – offiziell als deren »Teilknoten« fungiert. Kann das, was für
wurf wurde jetzt vom Senat beschlossen und        Deckung der Kosten herangezogen werden           Elisabethkirchstraße 21, 10115 Berlin            Sollte man deshalb nicht die alten Planungen noch einmal überden-        Shopping-Kunden in Steglitz möglich ist, nicht auch für Schüler, Stu-
soll demnächst vom Abgeordnetenhaus ver-          würden.                                          Tel (030) 44 01 06 05, eckemueller@gmx.net       ken, vor allem an diesem zentralen und empfindlichen Bereich?            denten und Jobcenter-Besucher im Wedding gelten? Zumindest
abschiedet werden. Danach soll das strikte        Weiterhin soll Leerstand von Wohnraum            Fotos: Christoph Eckelt, eckelt@bildmitte.de                                                                              könnte man das überprüfen: Gegenwärtig werden ja links und rechts
Verbot der Vermietung kompletter Wohnun-          künftig nur noch drei Monate und nicht           Entwurf und Gestaltung:                          Die Stadtteilvertretung ist dieser Meinung. Deshalb haben sich die       der Müllerstraße neue Verkehrskonzepte für die Nebenstraßen ent-
gen als Ferienwohnungen gelockert und             mehr wie bislang sechs Monate lang hinge-        capa, Anke Fesel, www.capadesign.de              Mitglieder ihrer AG Verkehr auch die Mühe gemacht und zu ver-            wickelt. Was spräche dagegen, auch den Bereich dazwischen noch-
künftig an bis zu 60 Tagen im Jahr erlaubt        nommen werden müssen, bevor die Bezirke          Druck: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH,          schiedenen Tageszeiten und an unterschiedlichen Wochentagen die          mals unter die Lupe zu nehmen und eine offizielle Zählung des »ge-
werden. Zudem soll den Bezirken in beson-         mit Bußgeldverfahren reagieren können. Im        www.berliner-zeitungsdruck.de                    Passanten gezählt, die auf Höhe der Nararethkirchstraße tagtäglich       bündelten Fußgänger-Querverkehrs« über die Müllerstraße am Leo-
deren Fällen ermöglicht werden, leerstehen-       Zuge des Gesetzgebungsverfahrens kann der        V.i.S.d.P.: Ulrike Steglich                      die Müllerstraße queren. Durchschnittlich kamen sie auf 300 pro          poldplatz veranlassen? Im kommenden Jahr will die BVG in diesem
de Wohnhäuser von Treuhändern instand             Gesetzesentwurf vom Abgeordnetenhaus             Für den Inhalt der Zeitung zeichnet nicht        Stunde, vormittags weniger, nachmittags mehr – da waren es um die        Bereich die Decke des U-Bahntunnels sanieren, anschließend soll die
setzen und bewirtschaften zu lassen.              noch verändert werden.                     cs   der Herausgeber, sondern die Redaktion           400. Am Samstag, wenn an der Genter Straße Wochenmarkt und auf           Müllerstraße auch hier einen Radstreifen bekommen. Neu gebaut
Die Burgsdorfstraße 1 im Sprengelkiez ist so                                                       verantwortlich.                                  dem Leo Flohmarkt ist zählten sie sogar 500 querende Fußgänger pro       wird also sowieso. Eine zusätzliche »Lichtzeichenanlage« am zentra-
ein Fall. Schon seit 2004 ist der rechte Sei-                                                                                                       Stunde. Das ist mehr als dreimal so viel, wie die bundesweite Verord-    len Doppelplatz des Wedding wäre dabei eigentlich überfällig.
                                                                                                                                                    nung »r-fgü 2001« als Obergrenze für die Einrichtung von Zebra-                                                            Christof Schaffelder

2                                                                                                                                                                                                                                                                                                         3
Ecke müllerstraße nr. 1 - feb/märz 2018 - muellerstrasse-aktiv.de
Ch. Eckelt
                                                                                                 Gedenken an Elise                                 Eckensteher                                                              leiter weiter. Die Kriminalität im Bereich des Leopoldplatzes sei zu-
                                                                                                                                                                                                                            letzt deutlich zurückgegangen, von etwa 800 angezeigten Straf­taten
                                                                                                 und Otto Hampel                                                                                                            im Jahr 2016 auf rund 500 im Jahr 2017. Und von denen werde ein

                                                                                                 BVG will im U-Bahnhof Seestraße an                Big Brother nach                                                         großer Teil in der – bereits videoüberwachten – U-Bahn begangen.
                                                                                                                                                                                                                            Taschendiebstahl zum Beispiel, der an diesen Straftaten einen recht
                                                                                                                                                                                                                            großen Anteil hat, aber meist nicht am Tatort bemerkt werde, son-
                                                                                                 die W
                                                                                                     ­ iderstandskämpfer erinnern
                                                                                                                                                   Kindchenschema?                                                          dern erst viel später. Oder der Drogenhandel, der sich ja überwie-
                                                                                                                                                                                                                            gend in der U-Bahn abspielt, wobei der Leopoldplatz an der Schnitt-
                                                                                                                                                                                                                            stelle zweier U-Bahn-Strecken natürlich eine besondere Rolle spielt.
                                                                                                 Am 8. April diesen Jahres jährt sich der          Am Leopoldplatz ist man dankbar                                          Oben auf dem Platz dagegen hätten es die Täter bedeutend schwerer.
                                                                                                 Todes­tag Elise und Otto Hampels zum 75.                                                                                   »Auf dem Leopoldplatz ist die soziale Kontrolle sehr stark, dazu hat
                                                                                                 Mal. Das Ehepaar aus der Amsterdamer              für P­ olizeipräsenz                                                     auch die Platzsanierung vor einigen Jahren beigetragen, die wir sehr
                                                                                                 Straße 10 wurde 1943 in Plötzensee wegen                                                                                   positiv sehen.« Die klare Aufteilung des Platzes in Zonen für beson-
                                                                                                 »Zersetzung der Wehrkraft« und »Vorberei-                                                                                  dere Nutzergruppen führe eindeutig zu mehr Sicherheit. Auch das
                                                                                                 tung zum Hochverrat« hingerichtet. Zwi-           »Sie sieht aus wie eine Dixi-Toilette auf Rädern«, beschrieb Herr        soziale Engagement vieler Weddinger trage dazu bei. So sei es zum
                                                                                                 schen September 1940 und September 1942           Nath, der stellvertretende Leiter des Polizeiabschnitts 35 dem Run-      Beispiel gelungen, eine bandenartige Gruppe, die sich vor einigen
                                                                                                 verfasste und verteilte es Postkarten und         den Tisch Leopoldplatz die neuen mobile Videoüberwachungsanlage          Jahren im Bereich Scherer- und Maxtraße etabliert hatte, weitgehend
                                                                                                 etwa 200 Handzettel, in denen zum Wider-          der Berliner Polizei. Insgesamt drei Mal sei sie auf dem Leo bereits     zu zerschlagen. »Einige sitzen wohl noch im Gefängnis, denn sie sind
                                                                                                 stand gegen die Naziherrschaft und zur Be-        zum Einsatz gekommen: ein kleiner Anhänger mit einem blauen Ka-          zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Bei anderen in ihrem Um-
                                                                                                 hinderung der Kriegsplanungen aufgerufen          sten in der Größe des besagten Toilettenhäuschens, aus dessen Dach       feld hat dieses soziale Engagement sehr geholfen, sie aus dem krimi-
                                                                                                 wurde. Der Schriftsteller Hans Fallada nahm       eine Antenne mit zwei drehbaren kugeligen Kameras ragt. Die sehen        nellen Umfeld wieder herauszuholen.«
                                                                                                 ihr Schicksal zum Vorbild für seinen Roman        aus wie Gesichter mit großen Kulleraugen unter einem großen Helm.
Genossenschaft baut an der Adolfstraße                                                           »Jeder stirbt für sich allein«, der auch inter-
                                                                                                 national sehr bekannt ist und bereits mehr-
                                                                                                                                                   Drei Mal wurde diese Anlage auf dem Leopoldplatz schon eingesetzt,
                                                                                                                                                   aber eingeschaltet wurde sie noch nie. »Die Personen, die wir eigent-
                                                                                                                                                                                                                               Insgesamt rund 4.500 Einsatzstunden investiert der Abschnitt pro
                                                                                                                                                                                                                               Jahr in den Bereich um den Leopoldplatz. Pro Tag sind das rund 12
                                                                                                 fach verfilmt wurde. Zur Erinnerung an das        lich in den Blick nehmen wollten, sind sofort verschwunden, nach-           Stunden – also eine Streife aus drei Beamten, die vier Stunden lang
Das Parkhaus der Berliner Bau- und Woh-           Bereits beendet ist der Ausbau der Luftge-     Weddinger Arbeiterehepaar soll der Teil der       dem wir die Anlage aufgebaut hatten«, erzählte der Polizei­beamte,          unterwegs ist. Im linken Wedding – bei der Bundestagswahl holte die
nungsgenossenschaft von 1892 an der Ecke          schosse im Erdgeschossbereich der benach-      Limburger Straße neben dem Rathaus Wed-           »deshalb mussten wir sie gar nicht erst in Betrieb nehmen.« Nein,           Linke am Leopoldplatz rund 30% der Stimmen, die SPD 18 % und die
Adolf und Plantagenstraße ist schon weitge-       barten Wohnhäuser. Hier entstanden zehn        ding nach ihnen benannt und dort eine Ge-         Big Brother ist damit nicht auf dem Leopoldplatz angekommen, wir         Grünen 17 % – wollen die meisten Anwohner diesen Einsatz nicht
hend abgerissen. Errichtet wird hier ein sie-     Wohnplätze in einer Senioren-WG, weiter        denkstele errichtet werden.                       leben hier nicht in einem Überwachungsstaat.                             missen. Auch am Runden Tisch Leopoldplatz regt sich keiner über
bengeschossiger Neubau mit 39 Wohnun-             vorn in der Adolfstraße acht Studenten-        Zwar hatte sich die BVV Mitte dem Vorschlag                                                                                die Polizeipräsenz auf – im Gegenteil, etliche hätten wohl nichts
gen, einer Gästewohnung und vier Gewer-           Apartments. Von den 39 neuen Wohnungen         der Stadtteilvertretung mensch.müller ange-       Der Leopoldplatz ist ein »kriminalitätsbelasteter Ort«, wo die Polizei   ­dagegen, wenn sie noch ausgebaut werden würde. Denn trotz der
beeinheiten. Dabei entstehen rund 3.350           werden insgesamt 19 mit öffentlichen Mit-      schlossen und die Umbenennung des gesam-          besondere Vorrechte hat. So darf sie dort nicht nur ihre mobile           ­positiven Tendenz bleibt der Leo wohl noch für lange Zeit ein Brenn-
Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche. Die            teln gefördert und später an Besitzer eines    ten Platzes zwischen der neuen Schiller-­         Video­überwachungsanlage aufbauen, sondern auch ohne konkreten             punkt in einem schwierigen sozialen Umfeld, wo nicht nur viel
untere Garagenebene wird umgebaut, wobei          Wohnberechtigungsscheins zu verbilligten       Bibliothek und dem alten Rathaus vorge-           Tatverdacht Personalien überprüfen. »Das ist im vergangenen Jahr           ­ehrenamtlicher, sondern auch professioneller Einsatz notwendig ist.
26 Stellplätzen erhalten bleiben, deren Zu-       Mieten vergeben. Auch die zehn Wohnplätze      schlagen. Das Titelbild dieser Ausgabe zeigt      rund 400 Mal geschehen, wobei die hohe Trefferquote diese Maß-                                                                              cs
fahrt zur Plantagenstraße verlegt wird.           in der Senioren-WG entstanden mit öffentli-    den Blick auf den bereits sanierten Platzteil     nahmen auch rechtfertigt«, erklärte der stellvertretende Abschnitts-
                                                  cher Förderung.                                von der Schillerbibliothek aus. Die Leitung
                                                                                                 des Straßen- und Grünflächenamtes Mitte
                                                                                                 widersetzte sich aber letztlich erfolgreich
                                                                                                 dieser Benennung, da sie hier keinen eigen-
Internationale ­Woche gegen ­Rassismus                                                           ständigen Stadtplatz erkennen will – offizi-                                                       Bildecke
                                                                                                 ell heißt dieser Bereich deshalb weiterhin
                                                                                                 nur »Freifläche Müllerstraße 145«.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Ch. Eckelt
Zwischen dem 10. und dem 26. März finden          Bund für Antidiskriminierungs- und Bildungs­   Unterdessen hat die Stadtteilvertretung
an vielen Orten im Wedding Veranstaltun-          arbeit und vom Afrika-Rat. Ab 18.30 Uhr lädt   mensch.müller zusammen mit der Gedenk-
gen im Rahmen der Internationalen Wochen          der Runde Tisch Sprengelkiez zu einem Kiez­    stätte Deutscher Widerstand das Gespräch
gegen Rassismus statt. Über das Programm          gespräch zum Thema.                            mit der BVG aufgenommen, bei der Otto
informiert man sich am besten über face-                                                         Hampel nach dem Ersten Weltkrieg bis zur
book: www.facebook.com /zusammengegen-            23. März: Slammen im Paul Gerhardt Stift       Wirtschaftskrise von 1923 beschäftigt gewe-
rassismus. Im Verbreitungsgebiet dieser Zei-      Das Stadtteil- und Familienzentrum im Paul     sen war. Im kommenden Jahr soll der U-
tung finden u.a. folgende Veranstaltungen         Gerhardt Stift veranstaltet am Freitag dem     Bahnhof Seestraße saniert werden, dabei ist
statt:                                            23. März den Poetry Slam »Slammen gegen        auch ein neuer Eingang an der Ams­ter­damer
                                                  Rassismus«. Wer Interesse an einer aktiven     Straße geplant. Jetzt prüfen die Berliner Ver-
21. März: Aktionstag im Sprengelhaus              Teilnahme hat, soll sich zuvor in Infobüro     kehrsbetriebe, wie bei der Neugestaltung
Der Aktionstag im Sprengelhaus beginnt um         des Familienzentrums anmelden: Telefon         des U-Bahnhofs an die Weddinger Wider-
15.30 Uhr mit dem gemeinschaftlichen Reini­       45 00 51 31. Der Slam beginnt um 17.30 Uhr     standskämpfer erinnert werden kann.  cs
gen der »Stolpersteine« im Kiez, Treffpunkt ist   und geht bis etwa 20 Uhr, es gibt auch Musik
die Müllerstraße / Ecke Antonstraße. Um 17        und kleine Pausensnacks. Moderiert wird die
Uhr folgt ein Vortrag von Akinola Famson vom      Veranstaltung von Abbas Saberi.

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Ecke müllerstraße nr. 1 - feb/märz 2018 - muellerstrasse-aktiv.de
Milieuschutz                                                                                                                                           Viel Wohnungsbau                                 nicht weitergehen,« so führt der Stadtrat
                                                                                                                                                                                                        dazu aus, »denn das Flächenpotenzial ist be-
                                                                                                                                                                                                                                                        Wohnungen entstehen. Ein weiteres Projekt
                                                                                                                                                                                                                                                        ähnlicher Größenordnung ist seit mehreren
                                                                                                                                                       in Mitte                                         grenzt.«                                        Jahren auch an der Michaelkirchstraße an-

wird aus­                                                                                                                                              Mehr als 15.000 neue Wohnungen
                                                                                                                                                                                                        Dennoch würde das bedeuten, dass im Ver-
                                                                                                                                                                                                        gleich zu jetzt am Ende dieser Legislaturpe-
                                                                                                                                                                                                        riode Baurecht für rund 17.000 zusätzliche
                                                                                                                                                                                                                                                        gekündigt.
                                                                                                                                                                                                                                                        Insgesamt gibt es im Bezirk Mitte aktuell
                                                                                                                                                                                                                                                        etwa 195.000 Wohnungen bei 374.000 Ein-
                                                                                                                                                       ­mittel­fristig in Vorbereitung
geweitet                                                                                                                                                                                                Wohnungen im Bezirk besteht, womöglich
                                                                                                                                                                                                        aber auch mehr. Denn genauer erfasst wur-
                                                                                                                                                                                                        den für die Abschätzung des Wohnungsbau-
                                                                                                                                                                                                                                                        wohnern (Einwohnerregister, Stand Mitte
                                                                                                                                                                                                                                                        2017). Der Wohnungsbestand könnte sich
                                                                                                                                                                                                                                                        mittelfristig auf mehr als 210.000 erhöhen.
Auch Mitte stellt jetzt                                                                                                                                Im Bezirk Mitte werden in den nächsten           potenzials nur größere Bauflächen. Gegen-       Die Einwohnerzahl sollte nach der letzten
                                                                                                                                                       Jahren sehr viele neue Wohnungen entste-         wärtig sei aber zu beobachten, dass vor allem   offiziellen Bevölkerungsprognose aus dem
­Übernahmeverlangen                                                                                                                                    hen. Davon geht der für Stadtentwicklung         auch viele kleinere Baulücken oder Bau­         Jahr 2015 eigentlich im Jahr 2020 mit
                                                                                                                                                       zuständige Bezirksstadtrat Ephraim Gothe         flächen in Blockinnenbereichen entwickelt       385.000 einen Höchststand erreichen – im
                                                                                                                                                       aus. Es könnten sogar deutlich mehr wer-         werden, berichtete der Baustadtrat.             Jahr 2010 lag sie noch bei 327.000 – und
                                                                                                                                                       den, als die offizielle Abschätzung des Po-                                                      dann wieder sinken. Bei dem zu erwarten-
                                                                                                                                                       tenzials an Wohnungsbauflächen »WoFiS«           Man kann hinzufügen, dass auch bislang          den Wohnungsbau peilt Mitte aber in den
                                                                                                                                                       für den Bezirk ergibt, nach der hier auf lange   noch nicht als solche erfassten Wohnungs-       nächsten Jahren eher das Durchbrechen der
                                                                                                                                                       Frist rund zusätzliche 15.000 Wohnungen          bauflächen erschlossen werden, zum Bei-         400.000-Einwohner-Grenze an. Das setzt
                                                                                                                                                       gebaut werden könnten. Gothe fordert zu-         spiel auf Parkplätzen von Discountern wie       den Bezirk unter erheblichen Druck, denn

                                                                                                                                          Ch. Eckelt
                                                                                                                                                       dem eine deutliche Ausweitung des kommu-         Aldi, wo jetzt auch in Berlin die ersten Bau-   natürlich wächst entsprechend auch der Be-
                                                                                                                                                       nalen Wohnungsbestandes.                         vorhaben bekannt geworden sind. Stati-          darf an öffentlicher Infrastruktur, vor allem
                                                                                                                                                                                                        stisch in die Höhe getrieben wird die Anzahl    auch an Kitas und Schulen.
                                                                                                                                                       »Im vergangenen Jahr wurden in Mitte Bau-        der genehmigten Wohnungen zudem durch
Auch der Bezirk Mitte stellt inzwischen bei Verkäufen von Mietshäu­       zen und den Bezirken vereinbartes Konzept die Grundsätze des Ver-            genehmigungen für mehr als 4.000 neue            den Trend zur Errichtung möblierter Mini-       Ephraim Gothe fordert zudem eine deut­liche
sern in Milieuschutzgebieten sogenannte Übernahmeverlangen. In           fahrens, seit Dezember 2017 gibt es auch ein detailliertes Konzept            Wohnungen erteilt«, argumentierte der            Wohnungen. Auf relativ kleinen Grund-           Ausweitung des kommunalen Wohnungsbe-
der Amsterdamer Straße im Wedding konnte ein Käufer eine Über­           des Bezirks Mitte. Vorbild ist dabei der Bezirk Friedrichshain-Kreuz-         Baustadtrat gegenüber Pressevertretern, »so      stücksflächen entstehen oftmals gleich meh-     standes von derzeit etwa 27.000 Wohnun-
nahme nur abwenden, indem er sich zur Einhaltung konkreter Mieter­       berg, wo im vergangenen Jahr insgesamt elf solcher Abwendungs­                viele wie noch nie zuvor und so viele wie in     rere hundert Wohneinheiten von meist nur        gen im Bezirk. Zwar sind derzeit insgesamt
schutzklauseln verpflichtete. Schon insgesamt sechs solcher Verfah­      vereinbarungen abgeschlossen wurden.                                          keinem anderen Bezirk.« Fertig gestellt wur-     um die 20 Quadratmetern. Gegenwärtig las-       zusätzliche 2773 kommunale Neubauwoh-
ren sind seit Mitte Dezember in Mitte eingeleitet worden. Für die        Auch der Bezirk Mitte hat sich inzwischen auf die Durchführung                den dagegen nur rund 2000 Wohneinheiten.         sen sich überall im Bezirk solche Projekte      nungen in Planung, das reicht seiner Mei-
Rathenower Straße 50 wurde zuletzt sogar das Vorkaufsrecht ausge­        ­solcher Verfahren eingerichtet und will künftig ähnlich konsequent           Weil dieses Verhältnis in den Vorjahren          beobachten. Alleine im kleinen »Holzufer-       nung aber nicht, um das vom Senat anvisier-
übt. Unter­dessen wird die Einrichtung neuer Milieuschutzgebiete im       vorgehen. Anfang Februar teilte der zuständige Bezirksstadtrat               schon ähnlich war, schätzt er, dass derzeit      block« im Sanierungsgebiet »Nördliche Lui-      te Ziel zu erreichen, den kommunalen Woh-
Bezirk vorbe­reitet.                                                      Ephraim Gothe bei seinem Pressegespräch mit, es seien insgesamt              Baugenehmigungen für rund 10.000 Woh-            senstadt« zum Beispiel sind vier derartige      nungsbestand bis 2026 stadtweit auf insge-
                                                                          sechs solcher Verfahren anhängig oder abgeschlossen. Eine weitere            nungen im Bezirk noch nicht realisiert wor-      Projekte bekannt. Nach dem bereits eröffne-     samt 400.000 aufzustocken. »Wir bräuchten
Die Mieter des Eckgrundstücks Amsterdamer Straße 14 und Mal-              Abwendungsvereinbarung sei für das Grundstück Liebenwalder Stra-             den sind. In den nächsten vier Jahren wer-       ten privaten Studentenwohnheim »The             in Mitte rund 10.000 zusätzliche kommuna-
plaquetstraße 25 im Wedding hätten es zwar lieber gesehen, wenn ihr       ße 24–28 abgeschlossen worden, vier weitere Verfahren in Wedding             den dazu voraussichtlich noch gut 7.000          FIZZ« in der Köpenicker Straße 43 (220          le Wohnungen, um unseren Anteil daran zu
Haus an zwei von ihnen ausgesuchte Genossenschaften übergegan-            und Moabit im Gang. Möglich sind sie bislang nur in den fünf Milieu-         neue Genehmigungen hinzu kommen, – auf           Wohneinheiten) und dem schon zum Apart-         erbringen«,führt er aus. Dabei setzt er nicht
gen wäre. Da der ursprüngliche Käufer des Grundstücks jedoch eine         schutzgebieten, die seit Mai 2016 bestehen: die Bereiche um den              diese Größenordnung jedenfalls haben sich        menthaus umgebauten ehemaligen Büro-            nur auf weiteren Neubau, sondern auch auf
»Abwendungsvereinbarung« unterzeichnete, verblieb die Immobilie           Sparrplatz, die Seestraße und den Leopoldplatz in Wedding sowie um           Senat und Bezirk in einer Vereinbarung ge-       Plattenbau in der Köpenicker Straße 55 (121     den Ankauf von Wohnhäusern im Bestand:
in seinem Besitz. Der Bezirk hätte auch die Wohnungsbaugesell-            die Waldstraße und die Birkenstraße in Moabit. Gegenwärtig werden            rade verpflichtet: »Es kann aber in dem          Wohneinheiten) sollen jetzt auch auf dem        »Das sind die Wohnungen, wo die Mieten
schaft Mitte (WBM) als potentiellen Käufer gewinnen können.               weitere Gebiete untersucht: um die Soldiner Straße, die Kattegat­            Tempo wie im vergangenen Jahr natürlich          Grundstück unmittelbar dahinter 250 Mini-       noch niedrig sind. Und diese Mieten können
Gemäß einem erst am 19. Dezember gefällten Beschluss des Bezirk-          straße und östlich der Reinickendorfer Straße sowie ein Gebiet nord-                                                                                                          wir am besten schützen, indem wir die Häu-
samtes werden bei Übernahmeverfahren regelmäßig die beiden lan-           westlich des Humboldthains könnten demnächst neue Milieuschutz-                                                                                                               ser erwerben, wenn sie zum Verkauf ste-
deseigenen Wohnungsbaugesellschaften WBM und degewo einbezo-              gebiete eingerichtet werden. Dort fanden erst kürzlich Haushalts­                                                                                                             hen.« Das gilt auch bei rapide steigenden
gen, die prüfen, ob sie in die beim Amt angezeigten Kaufverträge          befragungen statt. Demnächst sollen darüber hinaus weitere                                                                                                                    Bodenpreisen, die viele Wohnungsbaugesell­
eintreten können. Dabei könnte der Kaufpreis auch unter dem im            Untersuchungen beauftragt werden: in einem Gebiet westlich der                                                                                                                schaften derzeit vor solchen Ankäufen zu-
Kaufvertrag festgeschriebenen liegen, wenn der vom Vermessungs-           Thomasiusstraße in Moabit, zwei Gebieten in Tiergarten Süd sowie                                                                                                              rückschrecken lassen: »Es spricht alles dafür,
amt festgestellte Verkehrswert deutlich überschritten wird. Bei der       Teilen der Spandauer und Rosenthaler Vorstadt. Perspektivisch sind                                                                                                            das die Bodenwerte in Mitte auch künftig
Amsterdamer Straße betrug er rund 1000 Euro pro Quadratmeter              auch Untersuchungen im Parkviertel geplant, hier wird erwartet,                                                                                                               eher steigen als fallen werden,« so argumen-
Geschossfläche. In der Abwendungsvereinbarung verpflichtete sich          dass nach der Schließung des Flughafens Tegel der Verdrängungs-                                                                                                               tiert er, »deshalb werden uns die Preise, die
der Käufer unter anderem dazu, die Wohnungen in den nächsten              druck stark zunehmen wird.                                                                                                                                                    uns im Augenblick als teuer vorkommen, in
zwanzig Jahren nicht in Eigentumswohnungen umzuwandeln und                                                                                                                                                                                              einigen Jahren sehr günstig erscheinen.«
die Mietsteigerungen nach Modernisierungen zu begrenzen, im kon-         In den Untersuchungen müssen jeweils aktuelle Verdrängungsten-                                                                                                                 Die Wohnungsbaugesellschaften hätten
kreten Fall je nach Wohnungsgröße auf nicht mehr als 5.50 und 6,50       denzen nachgewiesen werden, damit die Festsetzung von Sozialen                                                                                                                 dann im Gegenzug auch erhebliche Vermö-
Euro pro Quadratmeter nettokalt.                                         Erhaltungsgebieten vor den Gerichten Bestand hat. Unter Schutz ge-                                                                                                             genswerte in ihren Büchern stehen, die als
Für ein Verfahren zur Übernahme von Mietshäusern in Milieu-              stellt werden genau genommen nämlich nicht die einzelnen Mieter-                                                                                                               Sicherheit für günstige Immobilienkredite
schutzgebieten hat der Bezirk nur zwei Monate Zeit, er muss also         haushalte, sondern die soziale Zusammensetzung der Bevölkerung.                                                                                                                zur Verfügung stehen. »Die Berliner Woh-
sehr koordiniert vorgehen. Beteiligt sind das Stadtplanungs- und das     Erst wenn die nachweisbar gefährdet ist, greift der Milieuschutz.                                                                                                              nungsbaugesellschaften sind sehr potente
Vermessungsamt, die Serviceeinheit Facility Management, die Woh-         Nach der Logik des Gesetzes darf dann die Kommune Maßnahmen                                                                                                                    Marktteilnehmer – und das sollten sie auch
nungsbaugesellschaften, die Senatsverwaltung für Finanzen sowie          ergreifen, um in diesem Fall bereits getätigte Investitionen in die                                                                                                            voll ausnutzen!«                           cs
                                                                                                                                                        Ch. Eckelt

die Mieterberatung, die der Bezirk in den Milieuschutzgebieten ein-      ­öffentliche Infrastruktur zu schützen, wozu nicht nur Kitas und
gerichtet hat. Seit Juli 2017 regelt ein zwischen der Senatsverwaltung    Schulen zählen, sondern auch z. B. Senioren- und Gesundheitsein-
für Stadtentwicklung und Wohnen, der Senatsverwaltung für Finan-          richtungen.                                                    cs

6                                                                                                                                                                                                                                                                                                   7
Ecke müllerstraße nr. 1 - feb/märz 2018 - muellerstrasse-aktiv.de
Ein Sicherheits­                                                                                                                                        Muss das                                       man auch sehr schön draußen sitzen – je-
                                                                                                                                                                                                       denfalls könnte man das in diesem Sommer,
                                                                                                                                                                                                                                                        ten Fall aber doch, denn der Pavillon steht
                                                                                                                                                                                                                                                        sozusagen auf der »Kann-Wegfallen-Liste«
konzept für den                                                                                                                                                                                        weil die Bauarbeiten auf dem Platz neben         des Bezirks. Wenn nämlich die Schiller-­

Kleinen Tiergarten                                                                                                                                      ­»Simit Evi«                                   dem Rathaus Wedding inzwischen weitge-
                                                                                                                                                                                                       hend abgeschlossen sind. In den vergangen
                                                                                                                                                                                                       zwei Jahren war das Draußensitzen deshalb
                                                                                                                                                                                                                                                        Bibliothek eines Tages erweitert wird, soll er
                                                                                                                                                                                                                                                        abgerissen werden und die Gastronomie in
                                                                                                                                                                                                                                                        die Erdgeschosszone des neuen Bibliothek-

                                                                                                                                                         schließen?                                    leider nur eingeschränkt möglich, was zu er-
                                                                                                                                                                                                       heblichen Umsatzeinbußen geführt hatte.
                                                                                                                                                                                                                                                        Anbaus verlagert werden. Dafür gibt es
                                                                                                                                                                                                                                                        schon Planungen von den Architekten der
                                                                                                                                                                                                                                                        Bibliothek, die eine Grundlage für die Ent-
So unterschiedlich der Weddinger Leopold-                                                                                                                                                              Doch zum 31. März läuft der Pachtvertrag         scheidung des damaligen Wettbewerb-Ver-
platz und der Moabiter Kleine Tiergarten                                                                                                                 Stadtteilvertretung und                       des Bezirks mit der Betreiberin Özlem            fahrens gewesen waren. Zwar liegt noch völ-
auch sind – beide haben viele Gemeinsam-                                                                                                                 BVV setzen sich für                           ­Özmen-Eren aus. Unstrittig ist, dass tatsäch-   lig in den Sternen, ob und wann die Erweite-
keiten. Noch vor wenigen Jahren galten sie                                                                                                                                                              lich grundlegende Sanierungsarbeiten an-        rung umgesetzt werden wird – »nicht vor
als unsichere, verwahrloste Orte, die von                                                                                                               ­Vertragsverlängerung ein                       stehen. Die »Service Einheit Facility Manage­   2026« heißt es dazu aus der Abteilung für
vielen Anwohnern und Passanten eher ge-                                                                                                                                                                 ment« hat schon alles vorbereitet, sogar die    Weiterbildung und Kultur. Aber die nächste
mieden wurden. Deshalb gehörte die umfas-                                                                                                                                                               Bauplanungsunterlagen (BPU) sind fertig         Wirtschaftskrise kommt bestimmt und da-
sende Neugestaltung beider Areale im Zuge                                                                                                               Der Bezirk Mitte will seinen Pachtvertrag       gestellt, so dass die Arbeiten jetzt ausge-     mit das nächste Investitionsprogramm zum

                                                                                                                                           Ch. Eckelt
des Bund-Länder-Förderprogramms »Aktive                                                                                                                 mit dem Café »Simit Evi« neben der Schil-       schrieben werden könnten. Die Kosten wer-       Ankurbeln der Bauwirtschaft – und dann
Zentren« zu den ersten großen Maßnahmen                                                                                                                 ler-Bibliothek nicht verlängern. Der Pavil-     den mit rund 620.000 Euro veranschlagt,         kann es unter Umständen sehr schnell ge-
in den Fördergebieten. Dabei bestand so-                                                                                                                lon, eine bezirkseigene Immobilie, ist bau-     rund eineinhalb Jahre müsste der Pavillon       hen, wenn wie hier schon Vorplanungen in
wohl beim »Leo« als auch beim Kleinen                                                                                                                   fällig und soll saniert werden. Die Betrei­     leer stehen und anschließend der Betrieb        der Schublade liegen. Deshalb könnte es
Tiergarten Konsens darüber, dass die »Sze-      Ab 2015 veränderte sich die Situation im        einer Gesamtberliner, zwischen Senat und                berin würde die Sanierung gern selbst           neu ausgeschrieben werden. Özlem Özmen-         sinnvoll sein, den Pavillon jetzt nicht mit
negruppen«, die sich hier bislang trafen –      Kleinen Tiergarten deutlich. Die chaotische     Bezirken abgestimmten Strategie, wie mit                durchführen und wehrt sich gegen die Kün-       Eren sieht das anders: »Wir haben ja schon      großem Aufwand so grundlegend zu sanie-
Menschen in schwierigen sozialen Lebensla-      Situation im und vor dem LaGeSo infolge         Plätzen mit besonderen Problemlagen um-                 digung. Sie wird dabei von der Stadtteilver-    vor zehn Jahren den Pavillon mit Hilfe von      ren, dass er die nächsten 50 Jahre keine Pro-
gen, oft mit Abhängigkeitsproblemen –,          der verstärkten Zuwanderung von Geflüch-        gegangen werden kann, damit die Probleme                tretung mensch.müller und der Bezirksver-       Fachfirmen selbst saniert, gut 120.000 Euro     bleme mehr bereiten wird, sondern so wie
nicht von ihrem Treffpunkt verdrängt wer-       teten seit Sommer 2015 hatte auch Auswir-       nicht von einer Ecke in die andere verscho-             ordnetenversammlung von Mitte unter-            hat das damals gekostet«, so erläuterte sie     von Frau Özmen-Eren vorgeschlagen vorzu-
den sollten (»Ein Platz für alle« bzw. »Ein     kungen auf den Park und führte zu einem         ben werden. Ad-hoc-Maßnahmen an den je-                 stützt.                                         dem Ausschuss für Stadtentwicklung, der         gehen und ihn für einen kürzeren Zeitraum
Park für alle« war die Devise), sondern dass    erhöhten Nutzungsdruck. Dies hatte u.a.         weils aktuellen Brennpunkten helfen erfah-                                                              sich in seiner Januar-Sitzung mit dem Fall      fit zu machen.
durch eine gezielte neue Raum­aufteilung        eine stärkere Verschmutzung des Parks zur       rungsgemäß wenig.                                       Das »Simit Evi« ist ein beliebter Treffpunkt    beschäftigte. »Die Firmen haben sich das
Nutzungskonflikte entschärft werden soll-       Folge. Auch die Zahl der Übernachtungen                                                                 im Wedding. Das nach den türkischen Se-         jetzt nochmal angeschaut und uns Kostenvor­     Die Stadtteilvertretung mensch.müller je-
ten. Unter ständiger Begleitung durch mobi-     im Kleinen Tiergarten hatte zugenommen.         Der Bezirk Mitte hat nun in Abstimmung                  sam-Kringeln benannte Lokal bietet für we-      anschläge zwischen 250.000 und 300.000          denfalls ist dieser Meinung. Sie fordert eine
le Sozialarbeiterteams (am Leo durch Gang-      Zugleich etablierte sich seit Herbst 2015 ein   mit vielen Beteiligten ein Sicherheitskon-              nig Geld kleine Mahlzeiten aus eigener Pro-     Euro gemacht. Für die Arbeiten müssten wir      kurzfristige Verlängerung des Pachtvertra-
way e.V., im Kleinen Tiergarten durch Fix-      professioneller Drogenhandel im Transitbe-      zept für den Kleinen Tiergarten erarbeitet,             duktion sowie kalte und warme Getränke –        den Betrieb etwa drei bis vier Wochen lang      ges, bis geklärt ist, wie es weitergehen soll.
punkt e.V.) wurden zusammen mit den             reich zwischen den beiden Ausgängen des         das allerdings noch der Feinabstimmung be-              vor allem aber echten Wedding-Flair. Hier       unterbrechen, könnten aber grundsätzlich        »Auch das Bezirksamt Mitte sollte ein Inter-
Gruppen neue Aufenthaltsbereiche eigens         U-Bahnhofs Turmstraße, was die Sicher-          darf. Dennoch wird die Ethnologin und                   treffen sich tatsächlich die unterschied­       weitermachen und müssten unser Personal,        esse daran haben, das Simit Evi als ein im
für sie und mit ihnen entwickelt und einge-     heitslage deutlich verschlechterte – die De-    ­Mediatorin Dr. Franziska Becker am Mon-                lichsten Kulturen aus der Nachbarschaft:        das sind derzeit 15 Mitarbeiterinnen und        Kiez verankertes Café an diesem Standort zu
richtet. Diese Treffpunkte (im Kleinen Tier-    liktzahl hinsichtlich Drogenhandel, Raub,        tag, dem 26. Februar die Grundzüge des                 türkische Mütter mit Einkaufstasche, Stu-       Mitarbeiter, nicht entlassen.«                  erhalten, um der fortschreitenden Gentrifi-
garten ist es der gelbe Container im mittle-    Diebstahl und Gewalt nahm deutlich zu. Da-       Konzepts auf dem öffentlichen Plenum der               dentinnen mit Laptop, Bibliotheksbesucher                                                       zierung entgegenzutreten und die Neuver-
ren Parkabschnitt, ergänzt durch einen          mit sank auch das Sicherheitsempfinden in        Stadtteilvertretung Turmstraße vorstellen.             von nebenan und Mitarbeiter des nahen          Normalerweise hätte sie mit dieser Alterna-      mietung an einen namen- und charakterlo-
Trinkbrunnen und ein Pissoir) werden auch       der Bevölkerung erheblich. Anwohner, Be-         Sie hat bereits jahrelang die Neugestaltungs-          Rathauses zum Beispiel. Im Sommer kann         tiv-Variante kaum eine Chance. Im konkre-        sen Großkonzern (Starbucks etc.) zu verhin-
gut angenommen.                                 sucher und Passanten fühlten sich durch ag-      prozesse am Leopoldplatz begleitet und war                                                                                                             dern«, so heißt es in ihrer Stellungnahme.
                                                gressive Dealer bedrängt und /oder mieden        maßgeblich daran beteiligt, neue Instru-                                                                                                               Erste Erfolge hat sie schon erzielt: Der Aus-
Die Erfahrung im Zuge der Neugestaltungen       den mittleren Parkbereich. In der Folge in-      mente und Gremien zu entwickeln, in de-                                                                                                                schuss für Stadtentwicklung bringt jetzt in

                                                                                                                                                        Ch. Eckelt
beider Orte zeigte, dass sich kontinuierliche   tensivierte die Polizei ihre Einsätze, was       nen fachübergreifend gearbeitet wird, konti-                                                                                                           die Sitzung der BVV am 22. Februar einen
Abstimmungsrunden zwischen unterschied-         Ende 2016 dann auch zu einem Rückgang            nuierlich Informationen ausgetauscht wer-                                                                                                              Antrag ein, in dem der Bezirk aufgefordert
lichen Experten und Fachämtern (u.a. Stadt-     von Drogen- und Gewaltdelikten im Kleinen        den und neue Konzepte und Instrumente                                                                                                                  wird, »bis zum April 2018 die organisatori-
planung, Ordnungsamt, Straßen- und Grün-        Tiergarten führte. Zudem wurden umgehend         auf den Weg gebracht werden. Zum »Instru-                                                                                                              schen und vertraglichen Voraussetzungen
flächenamt, Präventionsrat) sowie weiterer      kleinere Maßnahmen wie die Verbesserung          mentenkasten« gehören u.a. eine Praxisrun-                                                                                                             zu schaffen, die eine Instandsetzung des Ge-
Institutionen (mobile Sozialarbeit, Konflikt-   der Beleuchtung im Transitbereich ergriffen.     de, in der alle vor Ort Beteiligten regelmäßig                                                                                                         bäudes durch die Betreiberin ermöglicht.
vermittlung, Polizei u.a.) positiv auszahlten   Andererseits kommen neue Nutzergruppen           tagen, ein regelmäßiger Fachaustausch un-                                                                                                              Die von ihr hierfür aufgewendeten finanzi-
und dass Nutzungskonflikte allein durch         mit anderen Problemlagen hinzu: So steigt        terschiedlicher beteiligter Ämter und ande-                                                                                                            ellen Mittel sollen mietreduzierend verrech-
bauliche Maßnahmen nicht zu lösen sind.         in Berlin die Zahl der Obdachlosen deutlich,     rer Akteure im Gebiet (u.a. das KoSP als ge-                                                                                                           net werden.« Zudem wird in dem Antrag
Mindestens ebenso wichtig waren und sind        darunter sind auch etliche EU-Bürger aus         bietsbetreuendes Büro, das Geschäftsstra-                                                                                                              gefordert, den Erweiterungsbau für die Bi-
die begleitende Sozialarbeit, die Einbezie-     Osteuropa.                                       ßenmanagement, Polizei) sowie die konti-                                                                                                               bliothek zurückzustellen, so dass eine För-
hung unterschiedlicher bürgerschaftlicher                                                        nuierliche Bürgerinformation und -beteili-                                                                                                             derung der Sanierung des Simit Evi durch
Akteure und der Öffentlichkeit. Die Erfah-      Doch bislang gibt es noch viele Defizite, die    gung, u. a. durch Anwohnerversammlungen.                                                                                                               Mittel aus dem Programm »Aktive Zentren«
rung zeigt aber auch, dass diese Arbeit mit     eine nachhaltige Verbesserung der Situation      Das Konzept wird nun nochmals überarbei-                                                                                                               möglich wird. Bedingung für eine Förderung
Abschluss der Umbaumaßnahmen nicht ab-          erschweren. Das ist zum einen der akute          tet und dann den politischen Gremien des                                                                                                               ist die Gewährleistung des des nachhaltigen
geschlossen sein kann. Denn es bleibt, ins-     Personalmangel, der immer noch bei der           Bezirks vorgestellt.                       us                                                                                                         Weiterbetriebs – normalerweise für mindes­
besondere in den zentralen Bereichen einer      ­Polizei und in manchen Fachämtern, hier                                                                                                                                                                tens zehn Jahre nach Abschluss der Sanie-
Großstadt, nicht aus, dass sich immer neue       insbesondere dem Straßen- und Grünflä-                                                                                                                                                                 rungsarbeiten am Pavillon.                cs
Problemlagen entwickeln.                         chenamt herrscht. Zudem fehlt es bislang an

8                                                                                                                                                                                                                                                                                                   9
Ecke müllerstraße nr. 1 - feb/märz 2018 - muellerstrasse-aktiv.de
Ch. Eckelt                                                             »Als die Anfrage für bei uns ankam, war der Termin aber schon ver-
                                                                        geben«, erklärt der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Sebastian
                                                                                                                                                 Parkraumbewirtschaftung                                                Brüsseler Kiez ist das Büro Hoffmann-Leichter für den Verkehrsteil
                                                                                                                                                                                                                        des Konzepts zuständig, im Quartier Pankstraße das Büro LK Argus.
                                                                        Bergmann die Absage. Die Gemeinde ist Eigentümerin des Vorplat-
                                                                        zes, der mit öffentlichen Fördermitteln aus dem Programm »Aktive
                                                                                                                                                 bis zur Badstraße?                                                     Wer sich mehr für die zwischen beiden Gebieten liegende Müller-
                                                                                                                                                                                                                        straße interessiert, sollte sich an das Büro IVAS aus Dresden wenden.
                                                                        Zentren« aufwändig saniert worden ist. Die angemeldete Veranstal-        Auch östlich der Müllerstraße wird jetzt ein integriertes              Das hat das Konzept zwar schon vor etwa sieben Jahren erarbeitet
                                                                        tung wurde jedoch später noch einmal kurzfristig verschoben. Das                                                                                und die Bauplanungsunterlagen schon lange fertig gestellt. Weil vor
                                                                        Aschura-Fest fand dennoch in den Räumen der alevitischen Gemein-         Verkehrskonzept entwickelt                                             dem Umbauten im Fahrbahnbereich der Müllerstraße jedoch der
                                                                        de in der Lindower Straße statt – auf dem Weg dorthin passierten die                                                                            darunter verlaufende Tunnel der U6 saniert werden soll, haben sich
                                                                        Mitglieder der Stadtteilvertretung jedoch einen leeren Leopoldplatz,                                                                            die Arbeiten verzögert – im kommenden Jahr sollen sie endlich be-
                                                                        was ihren Ärger nur noch verstärkte.                                     Am 22. Februar präsentierten die vom Bezirk beauftragten Verkehrs-     ginnen. Die Stadtteilvertretung fordert jetzt allerdings, diese Pläne
                                                                                                                                                 und Landschaftsplaner im »Cittipoint« die Ergebnisse des »Verkehrs-    stellenweise noch einmal zu überarbeiten (siehe Seite x).
                                                                        Die Stadtteilvertretung fordert jetzt in einer Stellungnahme, die Ver-   und Freiraumkonzeptes Nebenstraßen«, das sie für den Brüsseler
                                                                        gabe der Fördermittel für den Aufzug an die Einrichtung eines Gre-       Kiez und seine Umgebung erstellt haben. Unterdessen sind jedoch        Die Untersuchungen im Brüsseler Kiez wurden mit Beteiligung vie-
                                                                        miums zu binden, das über die Nutzung des Platzes vor der Alten          auch östlich der Müllerstraße die Planer aktiv geworden: Ein großer    ler Anwohner durchgeführt, die sowohl an einem Rundgang als auch
                                                                        Nazarethkirche entscheidet und an dem auch Vertreter der Stadtteil-      Bereich zwischen Müllerstraße, See- bzw. Osloer Straße und Badstra-    an einem intensiven Workshop teilnahmen. Ähnlich soll jetzt auch
                                                                        vertretung und des Runden Tisches mitwirken sollen. »Wenn das            ße bis hin zum Humboldthain und zur Liesenstraße wird zur Ent-         im angrenzenden Quartier vorgegangen werden, im April sind dort
                                                                        Fest bei uns rechtzeitig angemeldet worden wäre, dann wäre das Pro-      wicklung eines Konzepts der Parkraumbewirtschaftung untersucht,        öffentliche Informationsveranstaltungen vorgesehen. Im Brüsseler
                                                                        blem überhaupt nicht entstanden«, erklärt dazu Sebastian Berg-           außerdem soll ein Konzept für den Fußgänger- und Fahrradverkehr        Kiez war die Grundstimmung bei der Bürgerbeteiligung immer sehr
                                                                        mann. »Wir haben ja auch schon vorher das Iftar-Fest mitgetragen         entstehen.                                                             konstruktiv: Von erbitterten Gefechten um jeden entfallenden Park-
                                                                        und uns dabei auch als Gemeinde in den interreligiösen Dialog einge-                                                                            platz konnte hier keinesfalls die Rede sein, obwohl das etliche so er-
                                                                        bracht.« Auch kulturell hätte zum Beispiel der Flüchtlings-Chor, der     Für den »engeren Untersuchungsraum« im größeren westlichen Teil        wartet hatten. Wahrscheinlich hat das mit der Parkraumbewirtschaf-
                                                                        regelmäßig im Schinkelsaal probt, gut in die Veranstaltung gepasst.      dieses Gebiets (zwischen Müllerstraße und einer Linie etwa auf         tung zu tun, die im Zuge der Umsetzung des Verkehrskonzepts wohl
                                                                        In der Tat war der Termin für Aschura schon lange bekannt, in dieser     Höhe des Möbel-Höffner-Gebäudes und des Hauses der Jugend) soll        eingeführt werden wird. Von der profitieren nämlich vor allem die
                                                                        Zeitung wurde bereits im Dezember 2016 darüber berichtet, auch           darüber hinaus ein detailliertes »Integriertes Maßnahmenkonzept«       Anwohner mit PKW, weil Pendler aus dem Gebiet herausgehalten
                                                                        Sebastian Bergmann hatte den Artikel gelesen und bei uns nachge-         entwickelt werden, das konkrete Vorschläge macht, wie das öffentli-    werden und die Parkplatzsuche deshalb deutlich einfacher wird. Wer
                                                                        fragt, wer persönlich als Veranstalter auftritt, was wir ihm damals      che Straßenland im Gebiet mittelfristig weiter entwickelt werden       einen so verkehrsgünstig gelegenen Arbeitsplatz hat wie das Vir-
                                                                        aber nicht beantworten konnten. »Eine richtige Anfrage ging bei uns      kann. Der Bezirk erhält auf diese Weise eine Grundlage, um systema-    chow-Klinikum, die Beuth-Hochschule, das Jobcenter oder das Rat-
                                                                        erst ein, als es schon viel zu spät war und wir den Termin schon ver-    tisch in den kommenden Jahren die Konflikte in den Nebenstraßen-       haus Wedding, dem kann durchaus zugemutet werden, für den Weg
                                                                        geben hatten«, so Bergmann heute: »Wir stellen den Platz für nach-       bereichen auf ein Mindestmaß zu reduzieren und die Interessen von      zur Arbeit öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Das gilt genauso für
                                                                        barschaftliche Zwecke ja gerne zur Verfügung und schließen eigent-       Fußgängern, Radfahrern, öffentlichem Nahverkehr, motorisiertem         die Osram-Höfe, das Jüdische Krankenhaus, das Amtsgericht Wed-
                                                                        lich nur parteipolitische Veranstaltungen aus«, erklärt er die grund-    Individualverkehr, Lieferverkehr und ruhendem (bzw. elektrisch auf-    ding oder das Haus der Gesundheit westlich der Müllerstraße. Auch
                                                                        sätzliche Vorgehensweise bei der Platzvergabe. »Weil inhaltliche         ladendem) Verkehr möglichst auszugleichen. Wie schnell er die da-      dort wird inzwischen die Einrichtung von Zonen, in denen nur An-
                                                                        Gründe ansonsten keine Rolle spielen, werden eben die bevorzugt,         bei gewonnenen Erkenntnisse umsetzen kann, ist derzeit jedoch          wohner mit einer besonderen Plakette kostenfrei parken dürfen, ge-
Der Platz steht zur Verfügung                                           die sich frühzeitig anmelden.«
                                                                        In dem nachbarschaftlichen Netzwerk, das das Aschura-Fest vorbe-
                                                                                                                                                 noch nicht abzuschätzen: Es liegt weniger an fehlenden Investitions-
                                                                                                                                                 mitteln, sondern vor allem an chronischer Personalknappheit. Ver-
                                                                                                                                                                                                                        prüft – und wahrscheinlich ein einigen Jahren auch umgesetzt. Da-
                                                                                                                                                                                                                        bei dürfte auch eine Rolle spielen, dass in den kommenden Jahren
Die Nazarethkirchgemeinde und das Aschura-Fest                          reitet hat, hatte sich jedoch lange Zeit niemand gefunden, der die       kehrsplaner und -ingenieure sind derzeit Mangelberufe, vor allem in    vor allem in der Nähe des S-Bahnhofs Wedding auch zahlreiche Büro-
                                                                        Verantwortung übernehmen und auch offiziell als Veranstalter auf-        der Verwaltung. Die gesamte Verwaltung sucht hier dringend nach        bauten neu entstehen werden: So sinnvoll es ist, wenn solche Ar-
                                                                        treten wollte. Ohne solche konkreten Verantwortlichen könne die          Fachkräften.                                                           beitsplätze am S-Bahn-Ring entstehen, weil man zügig mit dem öf-
Die evangelische Nazarethkirchgemeinde beantragt Fördermittel,          Gemeinde aber keine Vereinbarungen schließen. »Wir gehen ja auch         Studierende der »Urbanen Infrastrukturplanung« an der Beuth-           fentlichen Nahverkehr dorthin gelangt, so notwendig ist es auch,
um einen Behindertenaufzug in die Alte Nazarethkirche einzubauen.       rechtliche Risiken ein. Wenn zum Beispiel der Lärmschutz nicht be-       Hochschule für Technik können sich dieser Tage jedenfalls gut be-      Schutzmaßnahmen zu ergreifen, damit die Nebenstraßen nicht völ-
Der Schinkelsaal im oberen Geschoss des Baudenkmals, einer der          achtet wird, müssen wir doch zumindest Verantwortliche benennen          zahlte Praktika im direkten Umfeld der Hochschule organisieren. Im     lig verstopft werden.                                              cs
schönsten Räume im Wedding, wäre dann endlich barrierefrei zu-          können.«
gänglich und damit für die Allgemeinheit besser nutzbar: Auch Bür-
gerversammlungen und öffentliche Informationsveranstaltungen            Auf dem Platz finden viermal die Woche diverse Märkte statt, jeweils
könnten dort stattfinden. Aber die Stadtteilvertretung mensch.müller    dienstags, donnerstags, freitags und samstags. »Den Montag und den
hat Einwände.                                                           Mittwoch halten wir für andere Veranstaltungen ausdrücklich frei,
                                                                        für den Sonntag schließen wir allerdings vorwiegend kommerzielle
Viele ihrer Mitglieder sind nämlich nicht gut auf die Gemeinde zu       Nutzungen aus, weil wir uns als christliche Gemeinde dem Prinzip
sprechen, die sie für das Scheitern des im vergangenen Oktober ge-      der Sonntagsruhe verpflichtet fühlen«, erklärt der Vorsitzende des
planten Aschura-Festes auf dem Vorplatz der Kirche verantwortlich       Gemeindekirchenrates. »Sonntags findet zwar inzwischen auch fünf-
machen. Es sollte in der Nachfolge des gemeinsamen Fastenbrechens       mal im Jahr der Wedding-Markt statt, den sehen wir aber als nachbar-
»Iftar« stattfinden, das in den Vorjahren von einem Netzwerk um         schaftliches und nicht in erster Linie als kommerzielles Ereignis an.«
den »Runden Tisch Leopoldplatz« und vielen muslimischen Gewer-          Der Wedding-Markt musste übrigens von seinem angestammten
betreibenden aus der Gegend mit großem Engagement organisiert           Standort am Nordufer weg, weil er dort angeblich den Fahrradweg
und durchgeführt worden war. Das Fastenbrechen findet im Rama-          Berlin-Kopenhagen blockiere. Öffentliches Straßenland ist also auch
dan statt, und der ist inzwischen in den Juni gerückt – zwischen Son-   nicht unbedingt immer so einfach und unbürokratisch für nachbar-
nenuntergang und dem Beginn der nächtlichen Ruhezeit um 23 Uhr          schaftliche Belange in Anspruch zu nehmen. Und rechtzeitig anmel-                                                                                                       Für die Entwicklung eines integrierten Ver­
bleibt deshalb kaum noch Zeit für ein Festmahl unter freiem Him-        den muss man die Nutzung dann auch, wobei ein schlichter Verweis                                                                                                        kehrskonzeptes müssen sehr unterschiedliche
mel. Als Alternative bot sich das Aschura-Fest an, bei dem die Lan-     auf ein nachbarschaftliches Netzwerk natürlich nicht ausreicht. cs                                                                                                     Interessen berücksichtigt werden. So wird
                                                                                                                                                 Ch. Eckelt

dung der Arche Noah auf dem Berg Ararat gefeiert wird. Nach dem                                                                                                                                                                                 zum Beispiel auch die BVG einbezogen, die
islamischen Kalender wird es in den nächsten Jahren immer mehr in                                                                                                                                                                               den Leopoldplatz als Endhaltepunkt von vier
den Sommer wandern, der Sonnenuntergang spielt dabei keine Rolle.                                                                                                                                                                               Buslinien nutzt.

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Ecke müllerstraße nr. 1 - feb/märz 2018 - muellerstrasse-aktiv.de
Schillerpark
 Rehberge
                              Stadtteilzentrum Paul Gerhardt Stift

                                                                                                        Informationen und Dokumentationen
                                                                                                        zum Aktiven Zentrum Müllerstraße
                                                                                                        sowie frühere Ausgaben dieser Zeitung
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                                                                                                        www.muellerstrasse-aktiv.de

                                                                               Volkshochschule               Veranstaltungsorte
                                                        Rathaus
 Rehberge
                                         Beuth-             Leopoldplatz                                     Müllerstraße
                                         Hochschule
                                                            Vor-Ort-Büro
                                                                                                             Programmkulisse
                                                                                                             Aktives Stadtzentrum

 Virchow-Klinikum / Charité                                                                                  Sanierungsgebietsgrenze
                                                                                 Wedding

Adressen                                                     Prozessmanagement
                                                             Jahn, Mack und Partner
                                                             Alt Moabit 73, 10555 Berlin
                                                                                                        StandortGemeinschaft Müllerstraße
                                                                                                        c/o Steuerberatung bpw
                                                                                                        Müllerstraße 138b, 13353 Berlin
Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung,                        Karsten Scheffer (030) 85 75 77 28         info@muellerstrasse-wedding.de
Soziales und Gesundheit: Ephraim Gothe                       Tanja Claußnitzer (030) 85 75 77 26        www.muellerstrasse-wedding.de
Müllerstraße 146/147, 13353 Berlin                           muellerstrasse@jahn-mack.de
(030) 90 18-446 00                                           www.jahn-mack.de                           Runder Tisch Leopoldplatz
ephraim.gothe@ba-mitte.berlin.de                                                                        Thorsten Haas, Präventionsrat
                                                             Geschäftsstraßenmanagement                 Mathilde-Jacob-Platz 1, 10551 Berlin
Stadtentwicklungsamt,                                        Planergemeinschaft                         (030) 90 18-322 51
Fachbereich Stadtplanung                                     Lietzenburger Straße 44, 10789 Berlin
Müllerstraße 146, 13353 Berlin                               (030) 88 59 14-0, (030) 88 59 14 32        Quartiersmanagement Pankstraße
Fachbereichsleiterin: Frau Laduch,                           Gabriele Isenberg-Holm                     Prinz-Eugen-Straße 1, 13347 Berlin
Zimmer 106, (030) 90 18-458 46                               g.isenberg@planergemeinschaft.de           (030) 74 74 63 47
stadtplanung@ba-mitte.berlin.de                              Winfried Pichierri                         qm-pank@list-gmbh.de
                                                             w.pichierri@planergemeinschaft.de          www.pankstrasse-quartier.de
Vorbereitende Bauleitplanung,                                www.planergemeinschaft.de
Städtebauförderung                                                                                      Runder Tisch Sprengelkiez
Müllerstraße 146, 13353 Berlin                               Stadtteilvertretung Müllerstraße           Sprengelstraße 15, 13353 Berlin
Sprechzeiten: Di 9–12 Uhr,                                   Sprecher: Peter Arndt, Antje Grimm         (030) 20 06 78 85
donnerstags, 15.00–18.00 Uhr                                 und Christoph Keller                       info@runder-tisch-sprengelkiez.de
stadtplanung@ba-mitte.berlin.de                              Vor-Ort-Büro Triftstraße 2                 www.runder-tisch-sprengelkiez.de
Gruppenleiter: Stephan Lange                                 Sprechstunde: Mo 18–20 Uhr
(030) 90 18-436 32                                           (030) 34 39 47 80 (AB), (0174) 701 35 94   Mieterberatung Wedding
Aktives Zentrum und Sanierungsgebiet                         menschmueller@stadtteilvertretung.de       für Bewohner der Milieuschutzgebiete
Müllerstraße                                                 www.stadtteilvertretung.de                 Sparrplatz, Leopoldplatz und Seestraße
René Plessow (030) 9018 45409                                Wenn Sie per E-Mail Informationen der      Mo 10–12 Uhr, Do 16–18 Uhr
rene.plessow@ba-mitte.berlin.de                              ­Stadtteilvertretung erhalten möchten,     Vor-Ort-Büro Triftstraße 2
Claudia Jahns (030) 9018 45463                                dann senden Sie eine E-Mail an:           (030) 44 33 81-11
claudia.jahns@ba-mitte.berlin.de                              mitteilungen@stadtteilvertretung.de       team-wedding@mieterberatungpb.de
                                                                                                        www.mieterberatungpb.de
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