Federkiel &Tintenfass - Ausgabe Nr. 84 - Dezember 2018 - Regional-Altenwohnheim, Schwaz
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Ausgabe Nr. 84 - Dezember 2018 Info.Mail Entgelt bezahlt
Federkiel &Tintenfass
Die Zeitung des Regional-Altenwohnheimes Schwaz und des Marienheimes
Buch Gallzein Pill Schwaz Stans Terfens Weer WeerbergFederkiel & Tintenfass
Vom Leben zum Leben
S ehr gerne denke ich an Begegnungen in Wohn- und Pflege-
heimen. Es sind Orte, wo die Schönheit und Zerbrechlichkeit
unseres Lebens deutlich vor Augen steht. Es sind Häuser, die das
schwächer werdende Leben beherbergen und der Sehnsucht Raum
geben, dass es noch ein anderes, überraschend schönes Leben bei
Gott geben wird. Deshalb gewinnen gerade hier die adventlichen
Fragen nach dem „Woher“ und dem „Wohin“ unseres Lebens an
Bedeutung.
Die Frage nach dem Woher: Sie fordert zu einer Lebensbilanz he-
raus. Ist das „wirkliche“ Leben vorüber? Wahrscheinlich kommen
Erinnerungen an Vergangenes, die sich ganz frisch anfühlen. Waren
es gute Momente, gute Jahre? Ist der Rückblick auf das Leben von
Bitterkeit gezeichnet oder überwiegt die Dankbarkeit? Gewiss ist,
dass alles, was aus Liebe und Aufrichtigkeit geschehen ist, hun-
dertprozentig nicht verloren geht. Im Herzen Gottes ist alles auf-
bewahrt.
Die Frage nach dem Wohin: Das physische Ende unseres Lebens
ist unausweichlich. Ist der Weg dorthin nur die ernüchternde Reise
von einstiger Vitalität zu einem Versagen der Kräfte, also vom Leben
zum Tod? Oder sind wir unterwegs in die Arme Gottes? Das Wissen
um die letzte Lebensphase ist die größte Chance, eine Reise nach
innen anzutreten. Dag Hammarskjöld nannte sie die längste Reise,
die man sofort und jederzeit antreten kann. Also wieder unterwegs,
vom Äußerlichen zum Inneren, vom Oberflächlichen zu dem, was
das Herz wirklich bewegt und stärkt.
+ Bischof Hermann Glettler Im Advent, in der Vorbereitungszeit auf das Fest der Geburt unseres
Herrn Jesus wird uns bewusst, dass der große und lebendige Gott
mit uns unterwegs ist: Vom Leben zum Leben!
Ich wünsche Ihnen einen schönen und innerlich bewegenden
Advent und ein gesegnetes Weihnachtsfest!
+ Bischof Hermann Glettler
Bischof von Innsbruck
Seite 2 Ausgabe 84 - Dez. 2018Federkiel & Tintenfass
Liebe Leserinnen
und Leser
Bgm. Hans Lintner Heimleiter Andreas Mair
D as Jahr 2018 war ein besonderes Jahr - vor allem, wenn wir an das Wetter denken. Der letzte Winter war fast wie
früher, kalt und mit viel Schnee. Frühling, Sommer und Herbst brachten uns unzählige warme und sonnige Tage,
die bis in den November hinein für Aktivitäten und zum Verweilen im Freien einluden.
In unseren Häusern gab es im vergangenen Jahr viele positive Entwicklungen und Momente, für die wir sehr dankbar
sind. Die Projekte „Auszeit“ im Regional-Altenwohnheim und „Zeit schenken“ im Marienheim, die unsere Mitarbeiter
ins Leben gerufen haben, sind ganz im Sinne der Wahrnehmenden Pflege und Betreuung. Die Wünsche und Bedürfnisse
unserer Bewohner stehen bei individuellen und regelmäßigen Aktivitäten noch mehr im Mittelpunkt. Wir haben bereits
darüber berichtet, auch in dieser Ausgabe finden Sie wieder Eindrücke davon.
Das Leben in unseren Häusern wäre aber auch ohne unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter kaum vorstellbar. Jede Woche
schenken uns engagierte Menschen Zeit, Liebe und ihre Begabungen und ermöglichen damit sehr viel Lebensqualität.
Wie schön, dass der Kreis unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter immer größer wird!
Im vergangenen Jahr durften wir, bedingt durch Pensionierungen und das neue Tarifmodell des Landes, zahlreiche neue
Mitarbeiter in unseren Reihen begrüßen. Sie alle möchten wir auch auf diesem Wege nochmals herzlich willkommen
heißen und dafür danken, dass sie unseren gemeinsamen Weg engagiert mitgehen.
Und 2018 haben wir auch vieles geplant und Vorbereitungen getroffen. So wird im Jänner/Februar 2019 im Marienheim
die Terrasse im 2. Stock durch eine Einhausung ganzjährig nutzbar gemacht. Eine Hälfte wird zum Aufenthaltsbereich
der Bewohner dazukommen. Die andere Hälfte wird zu einem Stützpunkt bzw. Büro werden, was bisher gänzlich gefehlt
hatte. Wir freuen uns darauf!
Im Regional-Altenwohnheim wird ab März/April 2019 für ca. 20 Monate eine große Baustelle zu beobachten sein, die
uns 30 weitere Zimmer für Bewohner, ein betreutes Wohnen mit 20 Wohneinheiten und drei Kindergartengruppen brin-
gen wird. Im Zentrum aller Gebäude steht künftig, wie ein Dorfplatz, ein großer Garten, der zum Zusammentreffen aller
Generationen einlädt. Bis dorthin wird unserer Hausgemeinschaft am Knappenanger allerdings einiges an Geduld und
Verständnis für Beeinträchtigungen einer Großbaustelle abverlangt werden. Mit dem nötigen Vertrauen und mit Zuver-
sicht werden wir diese Zeit aber sicher gut überbrücken.
Und so wünschen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, für die bevorstehende Weihnachtszeit viele herzliche Begeg-
nungen mit Menschen, die Ihnen wichtig sind und noch mehr, dass Sie Momente der Einkehr und Ruhe finden, um
den Sinn und den Zauber dieser besonderen Zeit zu verspüren. Für das Jahr 2019 mögen Ihnen Gesundheit, Segen und
Glück immer zur Seite stehen!
Bgm. Hans Lintner Andreas Mair
Verbandsobmann Heimleiter
Ausgabe 84 - Dez. 2018 Seite 3Federkiel & Tintenfass
90. Geburtstage
Margarethe Malin
Im Regional-Altenwohnheim Schwaz, wo sie seit 2.12.2016 wohnt, beging
Margarethe Malin den 90. Geburtstag. Seniorenreferent GR Walter Egger war
als Vertreter der Stadt Schwaz gekommen, um der Jubilarin mit einem Ständ-
chen die herzlichsten Glückwünsche zu übermitteln und übergab ein Präsent.
Mit dabei auch Ehegatte Josef und Andreas Mair von der Heimleitung. Im
Kreise ihrer Familie, Tochter Erika, den Söhnen Gerhard und Peter, 8 Enkeln
und 8 Urenkeln, wurde die Jubilarin ganz besonders geehrt und gefeiert.
Felizitas Schallhart
Den 90. Geburtstag beging im Marienheim Felizitas Schallhart. Senio-
renreferent GR Walter Egger überbrachte als Gratulant der Stadtgemeinde
Schwaz herzliche Geburtstagsgrüße und ein Ehrengeschenk. Seit 2013,
inmitten der Heimbewohner und ihrer Betreuerinnen, fühlt sich die Jubi-
larin sehr wohl. Geistig rege bleiben und täglich lächeln ist ihre Devise.
Ihre liebe Familie - die Töchter Silvia und Gabi sowie Enkel Patrik - ließ
Frau Schallhart schon ganz besonders hochleben.
Helga Lechner
Als Gratulant im Namen der Stadt Schwaz war wieder Seniorenreferent GR
Walter Egger im Regional-Altenwohnheim unterwegs, um Helga Lechner,
die dort seit 19.1.2018 gemeldet ist, mit einem Ständchen und Ehrenge-
schenk zum 90. Geburtstag herzlich zu gratulieren. Zum Gratulanten ge-
sellten sich Andreas Mair von der Heimleitung und Krankenschwester Lisa.
Ihre Familie - 2 Söhne, Enkel und Urenkel - hatte der Jubilarin in besonde-
rer Weise gratuliert und sie zum Ehrentag hochleben lassen.
Elisabeth Sottner
Im Regional-Altenwohnheim Schwaz beging Elisabeth Sottner den 90. Ge-
burtstag. Zu den Gratulanten gesellte sich Seniorenreferent GR Walter Egger
und überbrachte mit einem gesungenen Ständchen und einem Ehrengeschenk
die herzlichsten Glückwünsche der Stadt Schwaz. Mit dabei waren Andreas
Mair von der Heimleitung und Bereichsleiterin Hannelore. Die Jubilarin ist seit
13. Juni 2013 Heimbewohnerin und überaus glücklich und zufrieden. Im Krei-
se ihrer Familie, den Söhnen Heinz, Alfred, Rudi, Gerhard und Robert, sowie
den 6 Enkeln wurde bereits ausgiebig gefeiert.
Fotos und Text: OAR Hans Sternad, Chronicus
Seite 4 Ausgabe 84 - Dez. 2018Federkiel & Tintenfass
Projekt Auszeit
E s hat sich einiges verändert in unserem Haus des Le-
bens, dem Regional-Altenwohnheim und eine frische
Brise ist deutlich spürbar. Dass dieses Projekt so großen
Anklang nach so kurzer Zeit findet, hätte im Frühjahr noch
niemand geglaubt. Durch viele Ausflüge konnte die Le-
bensqualität unserer Bewohner aufgewertet werden. Na-
türlich hat auch der Sommer mit seiner Hitze und den Für sie steht die Zufriedenheit unserer Bewohner an ers-
herrlich lauen Abenden einiges dazu beigetragen, dass der ter Stelle und dazu gehört für sie ganz selbstverständlich
Ideenreichtum bei vielen Mitarbeitern für die Umsetzung auch, dass das Leben alter Menschen nicht einfach hinter
der „Auszeit“ nicht mehr abreißen wollte und hoffentlich der Heimtür endet.
will. Astrid Diskus, Leiterin der Wäscherei und Mitglied „Es freut mich, wenn ich Menschen durch kleine
des PS-Teams, hat sich die „Auszeit“ besonders zu Her- Dinge oder Zeitgeschenke, glücklich machen kann.
zen genommen und mehrere, teils sehr aufwändige Aus- Jedes Mal, wenn ich dann in leuchtende Augen blicke,
flüge mit Bewohnern quer durch fast alle Wohnbereiche geht mir das Herz auf“, erklärt Astrid ihre Motivation.
unternommen. Darunter sind Fahrten zum Achensee Durch ihre Tätigkeit in der Wäscherei kennt sie leider nur
oder nach Sterzing, Besuche von Platzkonzerten und sehr wenige unserer Bewohner persönlich. Sie nützt das
Faschingsumzügen, aber auch Begleitung von Bewoh- Projekt also auch dazu, die Menschen, deren Namen sie
nern zu Rosenkränzen oder Begräbnissen. fast ausschließlich an den Etiketten der Kleidungsstücke
Es muss erwähnt werden, dass Astrid, seit sie im RAWH liest, kennenzulernen. „Ich finde es spannend, nicht nur
arbeitet, immer wieder Ausflüge mit unseren Bewohnern die mit Namen beschriftete Hose oder Bluse in der Hand
unternommen hat. „Auch wenn ich nicht in der Pflege zu halten, sondern dem Menschen, dem sie gehört, zu
tätig bin, stellt es für mich keine Herausforderung oder begegnen und seine Geschichte zu erfahren. Es gibt so
Überwindung dar, mich um pflegebedürftige Menschen Vieles, das unsere Bewohner wissen, was ich sonst nie
zu kümmern. Meistens benötigen sie ohnehin nur ein of- hören würde. Von diesen Ausflügen profitieren nicht nur
fenes Ohr und ein freundliches Wort“, stellt Astrid fest. die Bewohner, sie erweitern umgekehrt auch meine Welt“,
erklärt sie. Konkrete Zukunftspläne gibt es noch nicht.
„Die Ausflüge plane ich spontan, je nach Wetter und dem
gesundheitlichen Zustand der Leute. Ich habe mir aber
zum Ziel gesetzt, weiterhin unsere Bewohner so gut als
möglich kennen zu lernen“, sagt Astrid. Umgekehrt freut
sich unsere dynamische Astrid auch über jeden Bewoh-
ner, Mitarbeiter und Angehörigen, der sie in der Wäsche-
rei besuchen kommt und sich die Arbeitsabläufe ansehen
möchte. Für Fragen und Anregungen hat sie auf alle Fälle
stets ein offenes Ohr.
Wir bedanken uns an dieser Stelle bei Astrid, aber auch
allen Mitarbeitern, die durch die Umsetzung des Projekts
„Auszeit“ das Leben im RAWH sehr viel bunter machen
und freuen uns über weitere interessante Beiträge, von de-
nen mancher in den nächsten Ausgaben von Federkiel
& Tintenfass zu lesen ist.
Ausgabe 84 - Dez. 2018 Seite 5Federkiel & Tintenfass
Angehörigennachmittag 2 Mitte
Im Oktober lud der Wohnbereich 2 Mitte mit liebevoll gebastelten Einladungen zum Angehörigennachmittag.
D a sich bereits im Vorfeld sehr viele Gäste ankündigten, musste
in den Saal ausgewichen werden, da der Gemeinschaftsraum im
Wohnbereich einfach zu klein war. Bewohner und ihre Angehörigen
nahmen an den schönen, herbstlich dekorierten Tischen Platz und
nach einem Begrüßungsumtrunk erklärte unser Heimleiter Andre-
as einige interessante Details über den geplanten
Neubau. Pflegedienstleiterin Martina nahm zu
den aktuellen Fortbildungen wie Kinästhetics
Stellung und Wohnbereichsleitung Kathrin
schloss den offiziellen Teil mit einer kurzen
Rede über die Wertschätzung der Mitarbeiter,
Bewohner und ihren Angehörigen.
Anschließend wurde bei Kaffee und den köst-
lichen, von den Mitarbeiterinnen selbstge
backenen, Kuchen zum gemütlichen Teil
des Nachmittages übergegangen. Bei in-
teressanten Gesprächen fand vor allem die
Zufriedenheit über die Pflege, das Perso-
nal und die Sauberkeit ihren Ausdruck. Die
große Anerkennung unserer Leistung und das
allgemeine Lob freute uns sehr und wir sind
bestrebt, unsere Arbeit weiterhin mit Liebe,
Fleiß und aktuellstem Wissen zu verrichten.
Denn in der Pflege zu arbeiten bedeutet nicht
nur einen Beruf auszuüben, sondern einer
Berufung nachzugehen. Um es in Dali‘s Wor-
ten auszudrücken: „Es war ein Fest der Liebe.“
Darum möchten wir uns bei allen (Bewohnern,
Angehörigen, Mitarbeitern, Verwaltung, Füh-
rung, Hausmeister, Küche,…) bedanken, die
für das Gelingen dieses Tages verantwortlich
waren! Danke und wir freuen uns schon auf
den nächsten Angehörigennachmittag.
Seite 6 Ausgabe 84 - Dez. 2018Federkiel & Tintenfass
Herbstausflug auf die Hinterhornalm
Mitte Oktober sind wir zu einem herbstlichen Ausflug es selbst mit einem Rollstuhl kein Problem auf die Besu-
auf die Hinterhornalm gefahren. cherterrasse zu kommen. Bei Kaffee und Kuchen oder ei-
nem Glas Bier haben wir die Aussicht genossen. Ganz still
D ie Idee entstand bei einem ausführlichen Gespräch
über schöne Plätze in der Umgebung. Schwester Ma-
nuela erklärte sich bereit, uns zu begleiten und so konnte
wurde es in dem Lokal, als Fr. Fini Kreidl anfing zu singen
und so manchen Jodler zum Besten gab. Den anschlie-
ßenden Applaus hat sie sichtlich genossen. Andere er-
es mit einer kleinen Gruppe Bewohnern des Wohnberei- zählten von ihren Bergerlebnissen in der Umgebung. Viel
ches 1 links an einem wunderschönen Herbsttag losge- zu schnell verging die schöne Zeit und wir fuhren mit dem
hen. Schon die Fahrt haben wir genossen! Aufmerksam Heimbus wieder hinunter. Dabei staunten unsere Bewoh-
schauten sich unsere Bewohner die Umgebung an. Auf ner noch über die vielen Radfahrer, die um diese Uhrzeit
dem Hinweg durch den Wald war es vor allem die wunder- noch bergauf unterwegs waren. Eine müde aber fröhliche
schöne Herbstfärbung der Laubbäume, die uns verzauber- Schar kam dann rechtzeitig zum Abendessen wieder im
te, weiter oben dann die wirklich schöne Aussicht. Natür- Heim an. Am nächsten Tag wussten die Heimbewohner
lich haben die Heimbewohner auch bemerkt, was sich an noch viel von unserem Ausflug zu erzählen, so dass auch
der Bebauung in einzelnen Orten verändert hat. Angeregt diejenigen, die nicht mitfahren konnten oder wollten, an
wurde darüber diskutiert. Im Gasthaus angekommen, war unserem Erlebnis teilnehmen konnten.
Fortbildung Kinästhetics
I m September haben wir mit der Fortbildung in Kinästhe-
tics für Mitarbeiter des Marienheimes und das Regional-
Altenwohnheimes gestartet. Vier Gruppen werden jeweils
Kinästhetics setzt sich aus
6 Konzepten zusammen,
welche die Bewegungs-
vier Tage von Christa Rohrmoser und ihrer Schwester Inge abläufe darstellen. Wir
geschult. Vor allem in den praktischen Übungen am Pflege- werden sensibilisiert, auf
bett werden Bewegungsabläufe von uns selbst und unseren unsere eigenen Bewe-
Heimbewohnern aufgezeigt. Selbst im Pflegebett zu liegen gungsabläufe zu achten
und von der Kollegin bewegt zu werden, führt zu neuen und können dadurch die
Erkenntnissen für unseren Pflegealltag. Die Vermeidung Bewegungsmuster unserer
von Kraftanstrengung beim Bewegen unserer Heimbewoh- Heimbewohner besser verstehen und fördern.
ner bewirkt eine Verbesserung unserer eigenen Bewegung. Martina Faserl, BScN, Pflegedienstleitung RAWH
Ausgabe 84 - Dez. 2018 Seite 7Federkiel & Tintenfass
Kulturzeit
Theater in Terfens und Musikgenuss im Altenheim
I m November wird in Terfens Theater gespielt. Dieses Jahr
hat die Theatergruppe Vomperbach die Boulevardko-
mödie „Wer schön sein will, muss leiden“ aufgeführt.
Musik und einem küh-
len Getränk trafen die
Bewohner so manch‘
Wir haben uns letztes Jahr so köstlich amüsiert, dass wir alten Bekannten.
dieses Stück auch sehen wollten. Das Stück war wieder
Bestens unterstützt vom ehrenamtlichen Mitarbeiter Kon- ausgesprochen lustig,
rad und seiner Frau Hildegard, die uns als eingespieltes besonders Frau Falt-
Team auch an einem Sonntag gerne begleiten, machten schachtel und Frau
sich die Bewohner - die meisten aus der Gemeinde Ter- Kamikatze wurden be-
fens - auf den Weg. In Terfens beim Gemeindesaal waren sonders genau beob-
uns gleich nette Herren von der Theatergruppe behilflich, achtet, denn die Darstellerinnen Daniela und Nadine Tro-
um unsere Plätze im Rathauskeller zu finden. Bei guter ger arbeiten als Pflegerinnen bei uns im Altenwohnheim.
Die Schwerhörigkeit der Cilli Faltschachtel war sicher
deshalb so gut gespielt, weil man das in unserem Hause
immer wieder studieren kann! Wir haben viel gelacht bei
der Aufführung und sind bestens gestimmt nach Hause
gefahren. Unterwegs haben uns einige Bewohner noch
gezeigt oder erklärt, wo sie genau gewohnt haben.
Wir hatten einen tollen Sonntagnachmittag, ein herzliches
DANKESCHÖN an alle, die dabei mitgeholfen haben.
„Das gibt‘s nur einmal“
U nter diesem Motto stand die Aufführung von „Kunst
auf Rädern“ mit ausgebildeten Sängern, die mit ei-
nem bunten Potpourri aus alten Schlagern, Volksliedern
wach werden. Wir haben das Konzert wieder sehr genos-
sen. Die Melodien lösten viele schöne Erinnerungen aus,
das konnte man an den strahlenden Gesichtern erkennen.
und Operettenmelodien die Zuhörer in vergangene Zei- So mancher schwelgte in Erinnerungen an längst vergan-
ten entführten. In Gedanken reisten wir mit den schö- gene Operettenbesuche. Ein Bewohner meinte: „Hoffent-
nen Melodien in das Salzkammergut und nach Berlin, lich kommen die Sänger nächstes Jahr wieder.“ Wir den-
wünschten uns nochmal 20 oder 30 Jahre jünger zu sein ken schon und freuen uns darauf.
und verdrückten so manche Träne beim
„Wolgalied“. Dieses sehnsuchtsvolle Lied
wurde im Wunschprogramm als erstes
genannt und von den meisten Besuchern
mitgesungen. Bei dem Lied „Buona Sera,
Signorina“ wurde ebenfalls mitgesungen
und geklatscht. Aufmerksame Beobachter
erkannten, dass hier ganz andere Gefühle
Seite 8 Ausgabe 84 - Dez. 2018Federkiel & Tintenfass
Des
Betriebliches Gesundheitsmanagement
tuat
ma g
im Regional-Altenwohnheim und Marienheim Schwaz uat!
Fahrrad-Wettbewerb Heuer haben wir als Betrieb erstmals
Tirol Mobil“ am „Fahrrad-Wettbewerb Tirol
Mobil“ teilgenommen. 14 Mitarbei-
ter hatten sich registriert und sind
bis Ende September zusammen
über 10.700 Kilometer geradelt, ha-
ben 1.177 kg CO2 gespart und über
318.000 Kalorien verbrannt. Gratula-
tion den fleißigen Radlern!
Tiroler Firmenlauf Im September haben insgesamt fünf Teams à je drei
Mitarbeiter aus unseren beiden Häusern erstmals
beim Tiroler Firmenlauf mitgemacht. Zwei Teams
waren beim Walking-Bewerb, drei beim Lauf-Be-
werb mit dabei. Alle haben die Distanz geschafft und
noch dazu in sehr beachtlichen Zeiten! Dass im An-
schluss ausgiebig gefeiert werden musste, war klar.
Dass es bis spät in die Nacht dauerte, hatte wohl
keiner erwartet. Aber auch das gehört zum „Des tuat
ma guat“-Gesundheitsmanagement dazu.
So gehts weiter. Aktuell läuft gerade ein Zumba-Kurs, für Jänner ist ein Yogaseminar geplant und natürlich wird
es auch wieder Skitouren- und Rodelabende geben. Wir freuen uns darauf und wünschen euch viel Energie und Spaß dafür!
Cathrin Sperlich, Elfi Schachner, Brigitte Podirsky, Daniel
Winterliche gesunde Grüße
Schiffmann, Manfred Tischler, Markus Prader und Andreas Mair
Projektsteuerungsteam Betriebliches Gesundheitsmanagement im RAWH und MH
Wir trauern um Paula Kastner
Seit 2011 war Paula Kastner bei uns im Regional-Altenwohnheim ehrenamtlich tätig. Wir haben
sie bei einer Faschingsveranstaltung, wo sie als lustige Putzfrau auftrat, kennengelernt. Ge-
meinsam mit ihren Damen sorgte sie öfters für sehenswerte Einlagen bei Faschingsfeiern. Als
wir mit unseren Dorfschwalben nach Wien zur „Großen Chance“ reisen durften, hat sie uns be-
gleitet und ist mit auf der Bühne gestanden. Beim Kartenspielen mit unseren Bewohnern konnte
man Paula montags und dienstags beim Watten antreffen. Bevor die Kartenrunden starteten, hat
sie noch die Bewohner aus Stans besucht, die sich immer freuten, Paula zu sehen. Auch bei
den regelmäßigen gemütlichen Nachmittagen der Staner Bewohner half sie gerne mit.
Wir vermissen Paula sehr und werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.
Ausgabe 84 - Dez. 2018 Seite 9Federkiel & Tintenfass
Herzlichen
Glückwunsch!
Die Lösung des Preisrätsels der 83. Ausgabe
lautete: „Kleinvieh macht auch Mist“
Die Gewinner sind:
1. Preis
Herr Rudolf Pablé
Hr. Rudi Pablé gewann den 1. Platz beim Preisrätsel.
2. Preis Er war entzückt über den Gewinn, den ihm HL Andreas
Frau Frieda Schallhart
Mair überreichte: eine kleine Torte - nur für ihn!
3. Preis Er hat noch nie in seinem Leben etwas gewonnen und
Frau Aloisia Sponring das Beste - er liebt Süßes!
Wir gratulieren recht herzlich …
Nadine Troger und Anna Rubisoier sowie Verena
Brigitte Mair und Silvia Steurer zum ausgezeichneten Ampferer, Vanessa Martic und Alexandra Streiter
Erfolg ihrer Ausbildung zum Pflegefachassistenten zum erfolgreichen Abschluss zur Pflegeassistentin
Alles Gute zur Vermählung
... unserer Pflegeassistentin Daniela ... unserer Köchin Simone ... unserer Pflegeassistentin Melanie
und ihrem Peter am 10.8.2018 und ihrem Josef am 18.8.2018 und ihrem Georg am 29.9.2018
Wir wünschen euch, dass das Band der Ehe euch verbindet, dass ihr alles Schwere zusammen tragt,
alles Schöne miteinander teilt und die Liebe zueinander nie aus euren Herzen verliert.
In diesem Sinne herzliche Glückwünsche an alle Brautpaare.
Seite 10 Ausgabe 84 - Dez. 2018Federkiel & Tintenfass
Rätselspaß
Reinhard hat ein neues Rätsel zusammengestellt. Wir freuen uns über zahlreiche Teilnahme. Nicht vergessen! Sobald Sie das
gesuchte Sprichwort erraten haben, versehen Sie dieses mit Ihrem Namen und geben es in der Verwaltung ab. Aus allen rich-
tigen Antworten werden dann wieder drei Gewinner gezogen. Die restlichen Teilnehmer mit der richtigen Lösung des Preisrät-
sels werden mit Gutscheinen für Kaffee und Kuchen in den Cafés unserer beiden Heime belohnt.
Viel Spaß beim Rätseln und toi, toi, toi!
Teil des Auges (Cornea) . . . . . . . .
Hauptstadt Kanadas . . . . . .
Sohn des Bruders . . . . . .
Menschliches Organ . . . .
Nordafrikanisches Land . . . . . . .
Zeitmessgerät . . .
Schreibflüssigkeit . . . . .
Milchprodukt . . . .
Teil des Beines . . . . . . . . . . . .
Südtiroler Bergsteiger (Reinhold) . . . . . . .
Mutter Jesu . . . . .
Letzter Wille . . . . . . . . .
Sitz des Papstes . . . . . . .
Christliches Hauptfest . . . . . .
Sahne . . . .
Staatsform (Herrschaft des Volkes) . . . . . . . . . .
Widerhall . . . .
Kukuruz . . . .
Die Anfangsbuchstaben ergeben ein Sprichwort, das noch ergänzt werden muss.
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Ausgabe 84 - Dez. 2018 Seite 11Federkiel & Tintenfass LebensWert – aktiv gesund leben Unsere Häuser veranstalten gemeinsam mit dem Sprengel Schwaz bereits zum siebten Mal gemein- sam Vorträge und Seminare unter dem Titel „lebensWert“. aktiv gesund leben - der Schwerpunkt dieser Veranstaltungen reicht von Hausmitteln aus der Natur und deren richtiges bzw. gezieltes Einsetzen in den Wechseljahren über die Darmgesundheit bis hin zu Demenzvorträgen. Wir freuen uns, Sie bei unseren Vorträgen begrüßen zu dürfen! „Darmgesundheit“ - Fakten und Wissenswertes, Neues und Altbewährtes Rund 80 % aller Abwehrzellen, die das Immunsystem steuern, haben im Darm ihren Sitz. Nicht alles, was er zu verarbeiten hat, beeinflusst das Verdauungssystem positiv: fettes Essen, Rauchen, Diabetes aber auch Stress und die Einnahme bestimmter Medikamente können den Darm schwä- chen und somit die Lebensqualität nachhaltig mindern. Vortragsabend mit Diskussionsmöglichkeit. Referentin: Elfriede Corradini, DGKP, Ernährungscoach in TCM für Darmgesundheit, Fachberaterin Sporternährung, Heilkräuterzertifikat, Mi, 6.2.2019 19.30 Uhr SZentrum, Knappensaal Infoabend Chaos im Kopf – das Leben mit Demenz Unter anderem wird es an diesem Abend um das Thema „Genuss- voll & gesund essen im Alter – Auswirkungen auf Körper & Geist“ mit der Ernährungsberaterin und Diätologin Edburg Edlinger gehen. Weitere ReferentInnen sind angefragt. Vortragsabend mit Diskussi- onsmöglichkeit. 12. März 2019, 19.00 Uhr, Saal Regional-Altenwohnheim Marco Egger - Mein Praktikum I m Zuge meiner Ausbildung zum diplomierten Diätkoch am Wifi in Innsbruck durfte ich mein Praktikum im Regional-Altenwohnheim in Schwaz absolvieren. Ich habe mich für das Wohnheim in Schwaz entschieden, weil hier noch jeden Tag frisch und vor allem mit heimischen Produkten gekocht wird, was heutzutage nicht selbstverständlich ist und worauf ich sehr viel Wert lege. Nachdem ich die Zusage in Schwaz bekommen habe, stieg schon die Vorfreude auf mei- nen ersten Tag. Ich wollte mich bei diesem Praktikum nicht nur auf beruflicher Ebene wei- terbilden und Gelerntes umsetzen, sondern auch auf persönlicher Ebene, da ich vorher noch nie ein Altersheim besucht habe und auch der Umgang mit älteren Menschen etwas Neues für mich war. Außer mit meinen Großeltern natürlich :-). Für mich als Koch ist es das Wichtigste, dass ich mit meinem Essen den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zau- bern kann. Denn nicht nur Gäste in Hotels und Restaurants haben ein Recht auf leckeres und gesundes Essen, und hier kommt der soziale Aspekt ins Spiel, sondern auch die Be- Seite 12 Ausgabe 84 - Dez. 2018
Federkiel & Tintenfass Marco in seinem Element. Beim Heimrat Vitaminkick vor dem Mittagessen wohner eines Wohnheimes. An meinem ersten Tag bekam Ausgabe am Band für Essen auf Rädern, oder das Erstel- ich schon einen sehr positiven Eindruck des Hauses. Un- len von Menüs und Speiseplänen. Vor allem die Ausga- ter allen Mitarbeitern herrscht ein sehr freundschaftliches be am Band war eine komplett neue Erfahrung für mich. und professionelles Klima. Ich wurde im Küchenteam Aber nach den anfänglichen Schwierigkeiten damit - bis schnell aufgenommen und durfte die Suppe zubereiten ich das System dahinter verstanden hatte - habe ich mich und bekam einen kleinen Überblick über die Abläufe am recht passabel geschlagen. In meiner vierten und vor- Morgen. Ich war auch schon bei der Essensausgabe in letzten Woche bekam ich die Aufgabe, mehrere Menüs den Stöcken mit dabei. Mir gefiel, dass auf diese Weise unter Berücksichtigung von verschiedenen Kostformen der persönliche Kontakt zwischen der Küche, der Pflege zu erstellen. Eine wichtige Übung für mich im Hinblick und den Bewohnern erhalten bleibt. Am Dienstag durfte auf meine Abschlussprüfung. Das sollte aber noch nicht ich sogar an der Heimratssitzung teilnehmen und habe alles sein, denn ich durfte eines dieser Menüs am Diens- erlebt, welchen hohen Stellenwert das Essen doch hat. tag nach Absprache mit Küchenchef Hans als Übung für Meine eventuell vorhandenen Berührungsängste lösten die Praktische Prüfung zubereiten. Ich habe dafür viele sich in Luft auf, die Herzlichkeit der Bewohner faszinier- positive Rückmeldungen bekommen, aber auch kons te mich immer wieder. Die erste Woche verging wie im truktive Kritik, die mir im Nachhinein sehr geholfen hat. Flug und ich war schon gespannt, was mich als Nächstes Denn so weiß ich, was ich bei der Prüfung noch mehr erwartet. In der zweiten Woche war ich an der Essensaus- beachten sollte. Wenn Ihr meinen kleinen Bericht zu le- gabe in der Personalkantine. Das war eine gute Möglich- sen bekommt, habe ich all meine Prüfungen schon hinter keit, neue Gesichter kennenzulernen. Am Nachmittag half mir und hoffentlich positiv absolviert, und ihr habt mit ich beim Auswerten der Essenskarteien und half bei der Sicherheit auch einen Teil dazu beigetragen. Zubereitung des Abendessens. Ehe ich mich versah, war Und da war sie schon, die letzte Woche. Ich durfte zwei auch schon die zweite Woche vorüber. Am Montag der Marillenrouladen, zwei Nussrouladen und zwei Topfenstru- dritten Woche durfte ich mich dann um die Hauptspei- del backen. Süßspeisen sind nicht gerade meine Stärke, se des Tages kümmern, es gab Spaghetti Carbonara. Am dennoch glaube ich, es ganz gut hinbekommen zu haben. Dienstag hieß es Knödelalarm. Ich liebe es, Knödel zu Ich hoffe, euch haben meine Kreationen geschmeckt :-). machen, auch wenn das heißt, 420 Leberknödel aus ei- An meinem letzten Vormittag durfte ich Andrea wieder ner Gesamtmasse von 35 kg zu drehen, aber mit Köchin zum Heimrat begleiten, um den Speiseplan der kommen- Edith an meiner Seite waren wir pünktlich zum Mittages- den Woche zu besprechen. Danach holte ich den Entsaf- sen fertig. Sei es in der Küche oder den Tagen, an denen ter raus und eine flüssige Vitaminbombe wartete darauf, ich Diätologin Andrea begleiten durfte, mir wurden im- verkostet zu werden. Diese wurde dann gleichermaßen mer wieder neue Aufgaben anvertraut und gestellt. Sei an die Bewohner und das Personal verteilt und hat jedem es beim Zubereiten von verschiedenen Kostformen, der einen kleinen Energieschub gebracht. Nach einem letzten Ausgabe 84 - Dez. 2018 Seite 13
Federkiel & Tintenfass Mal bei der Ausgabe in der Personalkantine neigte sich allen anderen Mitarbeitern mein Tag schon vorzeitig dem Ende zu. Ich bekam sogar möchte ich mich bedanken ein kleines Geschenk zum Abschluss von den Bewoh- für die Freundlichkeit und nern, was mir sehr viel bedeutet! Vielen Dank dafür. dafür, dass ich mich sofort An dieser Stelle möchte ich mich dafür bedanken, dass es wohl gefühlt habe. Ich habe mir möglich war, hier mein Praktikum zu machen. Beson- mehr denn je größten Res- ders beim Küchenteam um Küchenchef Hans und Diäto- pekt davor, was ihr alle je- login Andrea. Ich konnte nicht nur aus beruflicher Sicht den Tag leistet und was ihr wertvolle Einblicke und unterschiedliche Denkweisen mit - immer mit einem Lächeln auf den Weg nehmen, sondern lernte in kurzer Zeit auch auf dem Gesicht - möglich einiges über mich selbst. Ich glaube, das ist der Hinter- macht. Es ist beruhigend zu wissen, dass es Menschen grund eines Praktikums, nämlich neue Eindrücke zu sam- wie euch gibt. Ich würde mich bei euch in sicheren Hän- meln und sich selbst weiter zu entwickeln. Aber auch bei den wissen. Vielen Dank für die schöne Zeit. In den verdienten Ruhestand gingen ... Reinhard Schaller. Aus gesundheitlichen Gründen ging unser Reini im Juli in Pension. Seit 1. 11. 1984 war Reinhard bereits für unser Haus tätig. Er hat in diesen über 30 Jahren viel erlebt und als Mentor manche Veränderungen mitgestaltet. Wir konnten von ihm viel lernen. Er ist sehr belesen und seine vorausschauende Denkweise, unter anderem in der Dienstplangestaltung, hat mich stets fasziniert. Reini‘s Spruch ist: „In der Ruhe liegt die Kraft“. Er selbst ist dafür das beste Beispiel, wie der Alltag mit Ruhe und Bedächtigkeit gelebt werden kann. Reinhard war in unserem Haus Wohn- bereichsleiter und interimistisch übernahm er auch die Tätigkeiten der Pflegedienstleitung. Unsere Personalfeiern wurden durch Reinhard, ein großer Elvis Presley Fan, zu einem besonderen Ereignis. Es freut uns, dass er uns weiterhin unterstützt und die Rätsel für unsere Heimzeitung erstellen wird. Wir wünschen unserem Reinhard für seinen neuen Lebensabschnitt alles erdenklich Gute und viel Gesundheit. Martina Faserl, Pflegedienstleitung RAWH Helga Wörle. Helga startete am 1.12.2018 in einen neuen Lebensabschnitt als Pensionistin. Sie hat sich nach 40 Jahren im Pflegedienst ihren Ruhestand redlich verdient. Die Ausbildung zur Pfle- gekraft hat Helga in der Klinik Innsbruck gemacht und anschließend in der Stadt Innsbruck in einem Altenwohnheim gearbeitet. 1995 hat sie eine bedeutende Entscheidung getroffen und hier im RAWH Schwaz ihren Dienst begonnen, den sie immer mit Ruhe und Besonnenheit erledigte. Das Wohlbe- finden der Bewohner lag ihr sehr am Herzen. Sie scheute auch keinen Aufwand, um für Unterhaltung zu sorgen. So hat sie einmal einen Konzertbesuch bei Hansi Hinterseer organisiert. Die Bewohner redeten noch viele Jahre danach über dieses besondere Ereignis. Eines ihrer „Markenzeichen“ war ihr herzliches Lachen, das oft weit zu hören war. Man sieht es ihr an, dass ihr ihre Familie ihr größtes Glück bedeutet und ihre Enkelkinder ihre ganze Freude sind. Wir können uns gut vorstellen, dass ihre Familie, ihre Freunde und ihr genialer Garten die ihr zur Verfü- gung stehende Rentnerzeit in Anspruch nehmen werden. Wir freuen uns, wenn sie ab und zu für uns und die Bewohner Zeit findet, um uns zu besuchen. Liebe Helga, wir wünschen dir von ganzem Herzen alles Liebe und Gute, Gesundheit, Glück und Zufriedenheit. Deine Kolleginnen vom OG 2 rechts. Seite 14 Ausgabe 84 - Dez. 2018
Federkiel & Tintenfass
Angehörigennachmittag
im Marienheim
Am 12.10.2018 lud das Team des zweiten Stockes des Ma-
rienheims zum gemeinsamen Angehörigennachmittag ein.
E s konnten an diesem Nachmittag verschiedenste Themen,
wie unter anderem der anstehende Umbau der Wohnküche
besprochen werden. Für ausreichende Verpflegung sorgten bei
diesem Zusammenkommen mit viel Engagement die Mitarbei-
ter des Marienheims. Auf diesem Weg möchten wir uns recht
herzlich bei den fleißigen Bäckerinnen des zweiten Stockes für
die vielen köstlichen Kuchen bedanken.
Zudem stellte sich die neue Wohnbereichsleitung Matthias
vor, der auf diesem Wege interessante und motivierende Ge-
spräche mit den Angehörigen und Bewohnern führen und die-
se auch kennenlernen durfte: „Ich freue mich auf eine erfolg-
reiche Zusammenarbeit, sowohl mit den Bewohnern als auch
den Angehörigen und möchte mich für diesen Nachmittag und
die herzliche Aufnahme im Team bedanken“. Unter dem Mot-
to „Verbunden sein im Leben“ konnten an diesem Nachmittag
zahlreiche neue und wertvolle Verbindungen geknüpft werden.
Über das große Interesse der Bewohner sowie ihrer Angehöri-
gen freute sich das gesamte Team des Marienheims.
Der Herbst ist des Jahres
schönstes farbiges Lächeln
H euer hat sich der Herbst von seiner besten Seite ge-
zeigt und uns so viele schöne Tage mit viel Sonne und
milden Temperaturen geschenkt. Das schöne Wetter wurde
natürlich ausgenutzt und bei jeder Möglichkeit ein wenig
Sonne getankt. Unser Ausflug im September führte uns
in die Gramai-Alm. Ein herrlicher Ort zum Verweilen, ein
wenig spazieren zu gehen und die Natur zu genießen, den
wir jedes Jahr fix zu unseren Ausflugzielen zählen.
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Ausgabe 84 - Dez. 2018 Seite 15Federkiel & Tintenfass
Ausflug in die Gramai-Alm.
Im Marienheim feierten wir am 28. September unser
Erntedankfest, das von Pfarrer Martin Müller dank des
herrlichen Wetters unter freiem Himmel abgehalten werden
konnte. Musikalisch umrahmt wurde die Heilige Messe von
den Davidstimmen Terfens. Der Gartenbauverein Schwaz or-
ganisierte den Altarschmuck und die Gaben. Danach ging’s
in den Dachboden, wo uns schön dekorierte Tische und
herzhaftes Essen zum gemütlichen Beisammensein einlu-
den. So eine Feier muss gut geplant und organisiert werden
und dabei hatten wir auch tatkräftige Unterstützung von un-
seren Heimbewohnern. Ob beim Falten der Servietten für
das Abendessen, die Dekoration oder auch die Ordnung im
Garten und rund ums Haus, alle haben gemeinsam zu einer
wunderbaren Atmosphäre beigetragen.
Wir bedanken uns bei all den vielen Helfenden.
Seite 16 Ausgabe 84 - Dez. 2018Federkiel & Tintenfass
Erntedankfest im Marienheim.
Im Oktober lud die Faschingsgilde Schwaz unsere Be-
wohner zu einem Ausflug zur Pirchnerast ein, dem viele
Bewohner gerne folgten. Bei Kaffee und Kuchen konnten sie
einen gemütlichen Nachmittag bei herrlichem Sonnenschein
verbringen. Wir bedanken uns im Namen unserer Bewohner
ganz herzlich für den gelungenen Nachmittag!
Ausgabe 84 - Dez. 2018 Seite 17Federkiel & Tintenfass
Herbst ist Törggelezeit! Mitte Oktober haben wir wie jedes Jahr in unserem Dachboden eine Törggele-Feier gemacht
und es wurde gesungen, gelacht und herrlich gegessen. Viel Schwung brachten auch unsere jungen Musikantinnen Sonja
und Anna und so schwangen sogar einige Bewohner das Tanzbein. Bei Kastanien, Wein, einem köstlichen Menü und guter
Unterhaltung genossen alle Bewohner die gemeinsame Zeit.
Die Adventszeit läutet nun den Winter ein. Die letzten
Herbststürme werden von Frost und den ersten Schnee-
flocken abgelöst. Der Advent ist die Zeit der Einkehr und
Besinnlichkeit und erfahrungsgemäß eine sehr emotio-
nale Zeit im Altersheim. Es ist wichtig, dass wir uns Zeit
nehmen. Zeit für Gespräche, Erinnerungen und Zeit fürs
Zuhören. Im täglichen Alltag ist es nicht immer leicht,
ein wenig zu entschleunigen, aber oft sind es die kleinen
Momente und Gesten, die in Erinnerung bleiben. Mit ei-
ner weihnachtlichen Atmosphäre durch passende Deko-
ration oder die Melodie eines altbekannten Weihnachts-
liedes wird unser Heim im Advent zu einem besonders
heimeligen, geborgenen Ort – es wird zur Heimat.
Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine ruhige,
besinnliche Adventszeit! Hedi Mair, SOB
Seite 18 Ausgabe 84 - Dez. 2018Federkiel & Tintenfass
Zeit für einen
Kräutertee
Das Glück der kleinen Dinge: Für mich ist das eine
Tasse dampfender, duftender Kräutertee.
F ür die meisten von uns ist das Jahr viel zu schnell ver-
gangen, das höre ich immer wieder. Umso wichtiger
ist das Glück der kleinen Dinge, denn es lässt uns den
Tag intensiv erleben und womöglich wird dadurch wieder
Lebensfreude geweckt, die in der Hast der Tage verloren
gegangen ist.
Schwarztee oder Grüner Tee
Beide stammen vom selben Strauch, aber sie werden un-
terschiedlich auf- und zubereitet. Zur Geschmacksverbesserung für jeden Tee:
Beim Schwarztee werden die Blätter nach der Ernte in hei- Hagebuttenschale, Vogelbeeren, Heidelbeeren,
ßes Wasser getaucht, dann manchmal mit verschiedenen Vogelkirsche & Kirschenstängel, Apfelschalen.
Aroma- und Duftstoffen besprüht, gerollt, gepresst und
fermentiert, danach erst getrocknet und geschnitten. Beim Rezept für Apfelpunsch
Grünen Tee werden die Blätter nur getrocknet, nicht aber (für Erwachsene)
fermentiert, daher haben Blätter und Tee auch eine leicht
6 TL Schwarzer Tee, 100 g brauner Kandiszucker, ½
grünliche Farbe.
kg säuerliche Äpfel, ½ Ananas, ½ Zitrone, 1 kleine
Schwarzen Tee kurz ziehen lassen, das belebt und er-
Zimtstange, 2 Nelken, 3 Piment- und 3 Korianderkör-
frischt. Die Ziehzeit beträgt etwa 4 Minuten.
ner, 125 ml Apfelschnaps, 1/4 l Schlagobers
Beim Grünen Tee nimmt man weniger, lässt aber länger
ziehen. Dieser Tee beruhigt dann.
Den Tee mit 1l kochendem Wasser überbrühen, min-
destens 5 Minuten ziehen lassen. Durch ein Sieb gie-
Die Alternative zu Schwarzem oder Grünem Tee
ßen und den Kandiszucker hinzufügen. Äpfel, Ananas
Kräutermischungen, die auch bei längerem Gebrauch in
und Zitronen schälen, in dünne Scheiben schneiden
keiner Weise nachteilig auf den Körper wirken, sind gar
und dem Tee beifügen. Die Gewürze hinzugeben,
nicht so einfach zu finden. Die allerbesten Rezepte für
den Tee aufkochen lassen und bei kleiner Hitze etwa
Tees, die besonders gut schmecken und immer getrunken
5 Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen, den
werden können, auch über einen längeren Zeitraum hin-
Apfelschnaps dazu und alles durch ein Sieb gießen.
weg, stammen von FNL-Gründer Ignaz Schlifni:
In Gläser verteilen, ein Häubchen aus geschlagener
Waldtee: Gleiche Teile Himbeerblätter, Brombeerblätter, Sahne aufsetzen und servieren.
Erdbeerblätter, Ehrenpreis, Immenblatt
Gartentee: Gleiche Teile: Zitronenmelisse, Pfefferminze, Der Apfelpunsch ist ein Gedicht!
Blätter schwarzer Johannisbeere, Goldfingerkraut Viel Spaß beim Verkosten wünscht Brigitte Krepatz
Ausgabe 84 - Dez. 2018 Seite 19Federkiel & Tintenfass
Das 1.000-jährige Reich
Lorenz Danzl, Regierungsrat in Rente, erzählt aus seinem Leben
TEIL 2: Anschluss und Krieg
Sofia Loka, Klagenfurt, Villach. In Sofia Loka, in Slo- des Zugsführers in der ersten Reihe (dritter von links). Sein
wenien, wurde Lorenz Danzl mit neun anderen jungen Ti- Freund an der anderen Seite des Zugsführers war Karl Heel
rolern zum Funker ausgebildet und schließlich schickte aus Imst. Er war ein guter Freund von Lorenz und sehr be-
der Kompaniekommandant die ganze Gruppe weiter nach liebt bei allen. Wie Lorenz nach dem Krieg erfuhr, fiel sein
Klagenfurt, wo sie die Ausbildung zu Offizieren absolvieren Imster Freund ein paar Monate später - schon in seinen
sollten. Es dauer- ersten Tagen an der Front.
te von Oktober bis
April, den ganzen Frontbewährung. Nach dem Praktikum hatten sie drei Wo-
Winter über. chen Heimaturlaub und kamen dann zur Frontbewährung,
welche den praktischen Teil ihrer Offiziersausbildung dar-
stellte. Sie gehörten zur Heeresgruppe Mitte und gingen an
Offiziersausbil- die damalige HKL (Hauptkampflinie) ein paar hundert Ki-
dung lometer vor Moskau, die ganze Nordsüdlinie vom Eismeer
im Norden bis zum Kaspischen Meer im Süden hinunter.
Zur gleichen Zeit: Stalingrad. Das war der Winter, in Ihnen war bewusst, dass jene, die Stoß- oder Spähtrupps
dem im Kessel von Stalingrad um die 260.000 deutschen zugeteilt wurden, praktisch keine und alle anderen wenig
Soldaten, davon 50.000 Österreicher, um ihr Überleben Überlebenschancen hatten. Sie hatten aber keine Vor-
kämpften. Rund 150.000 sind gefallen, verhungert oder er- stellung von den katastrophalen Zuständen, unter denen
froren, 90.000 bis 110.000 wurden gefangen genommen, gekämpft wurde, von dem Dreck und der Verwahrlosung,
nur 6000 davon kehrten in ihre Heimat zurück, die letzten von der extremen Grausamkeit auf beiden Seiten, von der
erst nach 1955. Auf der russischen Seite starben 700.000 ständigen Angst und dauernden Nervenanspannung wegen
bis eine Million Menschen. Davon haben die angehenden möglicher Angriffe, vom fehlenden Schlaf, vom Hunger
Offiziere in Kärnten aber nichts mitbekommen. Im Gegen- und von der Kälte in der Nacht, die ab jetzt ihre ständigen
teil: Adolf Hitler verkündete in seiner Rede vom 8.11.1942, Begleiter wurden. Dabei hatten sie noch Glück: sie waren
dass die Lage in Russland gut sei, die Soldaten hätten gro- nämlich im Sommer und nicht im Winter eingerückt. Des-
ße Verluste, aber sie seien beständig voran gekommen bis halb war es nicht so tödlich kalt, aber dafür war der Boden
zum Kaukasus und mit der Einnahme von Stalingrad wür- aufgeweicht und sie kämpften sich tage- und nächtelang
de Deutschland den wichtigen Wirtschaftsraum Russland durch tiefen Morast und Sumpf.
beherrschen können. Er prophezeite den deutschen Sieg
in Südrussland. Nicht sofort, aber Zeit spielt keine Rolle,
sagte er.
Zehn neue Gefreite. Im April 1943 schlossen die jungen
Tiroler in Klagenfurt den ersten Teil ihrer Ausbildung mit
der Beförderung zum Gefreiten ab. Sie wurden aufgeteilt
auf verschiedene Kärntner Kompanien, wo sie als Prak-
tikanten die Zugsführer begleiteten. Lorenz war bei den
Gebirgsjägern in Villach und erinnert sich gerne an diese
Zeit. Auf dem Bild nebenan sieht man ihn als rechte Hand Offiziersausbildung in Villach
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Auf sich gestellt. Bereits nach kürzester Zeit waren die
ersten von ihnen gefallen und sie erkannten mit Entsetzen,
dass der Krieg, in den man sie geschickt hatte, bereits ein
verlorener zu sein schien. Von seinen Kameraden erfuhr
Lorenz erst nach dem Krieg wieder etwas, sie waren ja alle
auseinander gerissen worden und jeder hatte sein eige-
nes Gebiet als Einsatzleiter einer Gruppe von circa dreißig
Soldaten zugeteilt bekommen. Lorenz kam nach Spas-
Demensk, circa 300 km südöstlich von Moskau und hatte
wieder einmal das Glück auf seiner Seite. Sein zuständiger
Offizier schickte ihn nicht in den Sumpf, wo viele ande- Bulgarische Ärzte und Krankenschwestern
re kämpften, sondern auf die andere Seite. Er hatte sich
außerdem als auszubildender Offiziersanwärter, wie viele ren etwa zehn nicht transportfähige Verletzte in Stockbetten
andere auch, alle paar Tage zur Besprechung beim Kom- untergebracht. Über ihm lag ein Offizier mit einem Kopf-
mandanten zu melden. Als Lorenz am Nachmittag aus dem schuss. Was aus diesem verwundeten Leutnant geworden
Schützengraben kroch, um sich auf den Weg zur Bespre- ist, weiß Lorenz nicht, da er und zwei andere dann nach
chung zu machen, schien alles ruhig. Smolensk (200 km westlich von Spas-Demensk) gebracht
wurden. Da waren zwei große Lazarette in einer ehemaligen
Verwundet. Bei der Überquerung eines Kornackers aber Schule eingerichtet worden. Eines war unter deutscher,
hörte er den Abschuss und gleich darauf den Einschlag das andere unter bulgarischer Führung.
einer Panzerabwehrgranate. Die Panzerabwehrkanonen
wurden von den Landsern „Ratschbumm“ genannt, weil Im bulgarischen Lazarett in Smolensk. Auch da pass-
der Abschuss (=Ratsch) fast gleichzeitig mit dem Aufprall te sein Schutzengel gut auf, Lorenz kam in das bulgarisch
hörbar war (=Bumm). Der Einschlag war links von ihm, geführte Haus. Am Anfang wussten sie nicht, was das für
ganz in der Nähe. Er fiel einfach um und lag plötzlich auf eine Sprache war, die da gesprochen wurde, kaum jemand
dem Boden, ohne zu wissen warum. Dann erst spürte er es konnte deutsch, und sie wussten auch nicht, wo sie sich be-
warm beim Knie, sah, dass die Hose zerfetzt war und das fanden. Aber sie wurden ausgezogen, gewaschen, entlaust
Blut heraus quoll. Das Gewehrfeuer ging weiter, aber Gott und bekamen schöne, neue weiße Krankenhauswäsche.
sei Dank in die falsche Richtung. Die feindlichen Schüt- Bald erkannten sie in voller Deutlichkeit, welches Glück sie
zen nahmen an, dass sie ihn nicht getroffen hatten und er gehabt haben. Der leitende bulgarische Arzt behielt sich
weitergelaufen war. So beschloss er, liegen zu bleiben bis nämlich das Recht vor, allein und unbeeinflusst, aufgrund
es dunkel wurde, um zum Bunker nach hinten zu kommen. seines Berufes zu entscheiden, wer KV (kriegsverwendungs-
Von den anderen rechnete niemand mehr damit, dass er fähig) war und wer nicht. Das war ein großer Unterschied
überlebt haben könnte, umso erstaunter waren sie, als er zu dem von den Deutschen geführten Lazarett. Dort kam
aus der Dunkelheit auftauchte. regelmäßig die Militärpolizei, begleitet von SS-Offizieren,
Der schnell herbeigerufene Sanitäter konnte nicht feststel- um die Leute so schnell als möglich wieder in den Kampf
len, wie schlimm es war, er vermutete mehrere Granat- zu schicken. Die
splitter in Lorenz‘ Knie. Am nächsten Tag wurde der junge Patienten und
Unteroffizier Danzl das Pflegeper-
in ein Feldlazarett in sonal des bulga-
einem Bunker weiter rischen Hauses
westlich, weg von der bezeichneten
HKL (Hauptkampfli- diese Militärs als
Lazarett in Smolensk nie) verlegt. Da wa- „KV-Maschine“! Im Lazarett noch im Bett
Fortsetzung nächste Seite
Ausgabe 84 - Dez. 2018 Seite 21Federkiel & Tintenfass
Die Betreuung war einmalig in dem Haus, in dem Lorenz re Löcher geschnitten und viele kleine Glühbirnen hinein
war, sie waren bestens versorgt. Der ehemalige Turnsaal gesteckt hatte, wurde das abgewinkelte Knie hineinge-
war zu einem riesigen Operationssaal umfunktioniert wor- beugt. Dann wurden die Glühbirnen eingeschaltet und das
den, wo auf einer langen Reihe von Bahren die Verwun- Knie wurde sozusagen bestrahlt. Das wirkte so gut, dass
deten lagen. Der Chirurg ging von Mann zu Mann, las die die Heilung wunderbar voranschritt. Das Knie wurde von
Diagnosen auf dem Schild, das die Patienten umgehängt Tag zu Tag beweglicher.
hatten, machte sich selbst ein Bild von der Verwundung
und gab dann Anweisungen, was er für die Operation al- Genesungsurlaub mit dem Bruder. In diesen Tagen be-
les brauchen würde. Lorenz wurde am Knie operiert und kam Lorenz einen Brief von seinem Bruder Hans, der aus
erinnert sich gut an den Äthertrichter für die Narkose. „Ich Südrussland heimgekommen war und der ihn bat, auch
habe bis 28 gezählt, dann bin i nach hinten weggekippt, nach Hause zu kommen, da-
so ist es mir vorgekommen und dann war i weg“. Als er mit sie sich nach zweieinhalb
wieder aufwachte, befand er sich in einem wunderschönen Jahren wieder einmal sehen
weißen Bett, wie in einem Hotel - gerade erst dem Dreck- konnten. Der Arzt schlug vor,
loch des Frontbunkers entkommen, konnte er das gar nicht dass er ihn entlassen und für
glauben. Neben dem Bett stand ein großer runder Teller mit drei Wochen auf Genesungsurlaub nach Hause schicken
Brot und einer Jagdwurst drauf. Er hatte solchen Hunger könnte, und dass der noch nicht ganz genesene Gefreite
und stürzte sich gleich auf das Essen. Und obwohl ihn sein von seiner zuständigen Kompanie auch noch einmal drei
Bettnachbar gewarnt hatte, dass er es unmittelbar nach der Wochen Heimaturlaub beantragen sollte. In dieser schö-
Äthernarkose gleich wieder erbrechen würde, konnte er es nen Zeit zu Hause, in der er seinen Bruder Hans zum letzten
behalten. Mal sah, entstand das letzte gemeinsame Foto. Auf dem
Foto sind die drei Brüder Lorenz, Georg und Hans Danzl
Glatter Durchschuss. Bei der Operation wurde festge- zu sehen (von links nach rechts, hinten der erste und der
stellt, dass es ein glatter Durchschuss war. Der Splitter dritte und vorne der erste). Der zweite in der hinteren Reihe
steckte nicht. Der etwas ältere Arzt, der ihn operiert hatte, ist der Josef Steinlechner vulgo Schöpfer Pepp und der
sorgte dann dafür, dass er in einem Krankentransportzug ganz rechts ist Ernst Danzl, der Maurermeister, der später
mitfahren konnte, mit dem er nach Znaim in ein weiteres die Baufirma Danzl hatte. Sie gingen in die unterschied-
Lazarett kam. Dort war alles deutschsprachig und es wurde lichsten Richtungen auseinander, je nachdem wo sie hin-
eine Therapie angeboten, damit sein Knie nicht steif blei- geschickt wurden. Lorenz kam wieder nach Kärnten, und
ben würde. Ein ganz junger Arzt fragte ihn, als sie allein zwar nach Klagenfurt Tessendorf in die Genesungskompa-
waren, ob Lorenz wieder an die Front gehen wolle. Wenn nie. Dort bekam er nach bestandener Frontbewährung den
er nämlich keine Therapie machen würde, würde das Knie Unteroffizierstitel verliehen. Von da ist er dann eingerückt
steif bleiben und er würde nicht mehr in den Krieg müssen. in die Offiziersausbildung nach Metz in Elsaß-Lothringen.
Lorenz erbat sich Bedenkzeit von dem mutigen Arzt - denn
wenn er das gemeldet hätte, wäre der junge Arzt sofort an
die Wand gestellt und erschossen worden. Am nächsten
Morgen erklärte er dem engagierten Therapeuten: „Ich
möchte die Therapie machen, damit das Knie wieder be-
weglich wird. Wenn es nämlich sein soll, werde ich auch
so durchkommen, und sonst würde ich mir immer Vorwür-
fe machen, dass ich selbst schuld daran sei, ein steifes
Bein zu haben.“ Das verstand der Arzt und behandelte das
Knie mit einer einfachen, aber wirkungsvollen Methode: In
Bild mit den 3 Brüdern, Lorenz, Georg und Hans
einen hölzernen Nähmaschinendeckel, in den man mehre-
Seite 22 Ausgabe 84 - Dez. 2018Federkiel & Tintenfass
Schlesierkaserne in Metz. Da hatte er noch einmal eine
schöne Zeit in der Reserveoffiziersausbildung. Es gab zwei
Kompanien, die von der Seekt-Kaserne waren aktive, par-
teitreue, eifrige Offiziere - die erste Wahl sozusagen - und
die von der Schlesierkaserne waren Reservisten. Lorenz
und seine Freunde waren in der Schlesierkaserne. Damals
ist er jeden Sonntag in die Kirche gegangen. Sie alle waren
keine richtigen Soldaten, alles Ausgemusterte. Ein ergrau-
ter Offizier hat sie im Parteiprogramm ausgebildet, er hat
ihnen sozusagen politischen Nachhilfeunterricht gegeben
und empfahl ihnen, aus dem kleinen Heft in der Kantine
die 10 – 12 Parteiprogrammpunkte in vereinfachter Form Liegengebliebenes deutsches Kriegsmaterial bei Bobruisk
auswendig zu lernen. Auch diese Ausbildung endete wie
alle militärischen Ausbildungen am „Führergeburtstag“,
dem 20. April 1944. Sie waren jetzt Unteroffiziere und wä- Pripjetsümpfe – Bobruisk. Dazu kam es aber nicht mehr,
ren dann nach ein paar Monaten an der Front zu Offizieren, weil wieder einmal alles anders kam. Sie brachen in Rich-
also Leutnants, befördert worden. tung Russland auf und erreichten nach mehreren Tagen
Zugfahrt Bobruisk - 700 km westlich von Moskau. Die HKL
hatte sich im stetigen Rückzug immer mehr nach Westen
verschoben, in der nationalsozialistischen Sprache wurde
das als „Frontbegradigung“ bezeichnet, wie Lorenz mir er-
klärt. Von Bobruisk aus schrieb er seinen Eltern einen Brief,
ein letztes Lebenszeichen, erst viele Jahre später sollten
sie wieder Post von ihrem Sohn bekommen. Anschließend
ging alles sehr schnell, die Gefangennahme erfolgte am
2.7.1944. In diesen verbleibenden Wochen aber brach die
volle Gewalt des Krieges in Form der Großoffensive der
Roten Armee vom 20. bis 24. Juni über die eingekesselten
Landser und Offiziere der Heeresgruppe Mitte herein.
Der frischgebackene 21-jährige Unteroffizier Danzl wurde
Stützpunktleiter für eine Einheit von 30 Soldaten in einer
Stellung nahe der Stadt Bobruisk. Sie hatten drei Infante-
riegeschütze, drei schwere Granatwerfer und drei schwere
Maschinengewehre, SMG genannt. Am 22. Juni erfolgte
der Großangriff an der gesamten Ostfront, gleichzeitig mit
dem Überfall an der Westfront in Frankreich (in der Nor-
mandie) durch die Amerikaner und Engländer und den An-
griff bei Neapel durch die Amerikaner. Zwischen dem 20.
und dem 24. Juni 1944 fand an allen Fronten eine gemein-
same Großoffensive gegen alle deutschen Einheiten statt.
Herr Danzl berichtet weiter: „Im Juni 44 wurde die ganze
restliche Armee gefangen genommen bei Bobruisk in den
Pripjetsümpfen, wo auch Napoleon 1812 eine vernichten-
de Niederlage hinnehmen musste.“
Fortsetzung nächste Seite
Brief an die Eltern aus Bobruisk Mai 44.
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