FG MagazinISSN 2296-8997 - "Starke Gefühle, starke Kinder?" The Wanderzirkus meets FG Basel Abschluss- und Maturitätsfeiern 2018
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FG Magazin
Das Magazin des FG Basel
2/2018 – Sommer 2018
ISSN 2296-8997
Einzelpreis CHF 6.–
Seite 6
«Starke Gefühle, starke Kinder?»
Seite 16
The Wanderzirkus meets FG Basel
Seite 32
Abschluss- und Maturitätsfeiern 2018Impressum www.fg-basel.ch
T r a d iti o n u n d Q ua li t ä t
ü b er 1 0 0 M it g lie de r
O ffi zielle H o t elg ruppe vo n hô t e l l e r i e s ui s s e
M it g lie d v o n S c hwe iz Tour is mus
M ö c h t e n a u c h Si e da z uge hö r e n?
w w w . c lu b g r a n dhot e l pa l a c e . c h
CLUB
G R AND H Ô T E L & P A L A CE
H.-Ueli Gubser, CEO
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U N S E R E MIT GLIED ER i n de r R EG IO BAS I L IENS I S
Grand Hotel LES TROIS ROIS BASEL Grand Café HUGUENIN BASEL
Grand Hotel EULER BASEL Restaurant KUNSTHALLE BASEL
Hotel VICTORIA BASEL FG CULINARIUM BASEL
Hotel PALAZZO BASEL Restaurant APULIA (vormals Charon) BASEL
Hotel MERIAN am Rhein BASEL Restaurant Chez MARTIN FLÜH
Hotel KRAFFT am Rhein BASEL
Der TEUFELHOF BASEL
PARK Hotel am RHEIN RHEINFELDEN
Hotel BAD SCHAUENBURG LIESTAL
f r e u e n s ic h au f Ih r en B e suc h!
Impressum
ISSN 2296-8997
© FG Basel, 2018
Auflage 3500 Exemplare; Herausgeberin FG Basel; Beiträge Sabine Baumann, David Bernhardt, Julia Berninger, Katelyn Bordier,
Sascha Butylin, Alex Capus, Belinda Cousin, Brian Cutting, Jacob Demme, Lea-Annina Deutsch, Matyas Domokos, Peter Faisst, Claire
Ferrel, Alexander Fulford, Noah Glaser, Elena Grieshaber, Jakob Grob, H.-Ueli Gubser, Henriette Haefeli, Julien Hirano, Noah Kurzidim,
Martin Lopez, Mirjam Lopez, Jessica Madörin, Massimo Milesi, Simon Näf, Tamara Nagler, Ken Núñez, Paula Papenfuss, Stefan Raich,
Jean-Raphaël Ruff, Stephan Sauthoff, Florine Scherhag, Sonia Schier, Emanuel Schleyerbach, Gianni Sciurti, Miro Sorani, Naomi
Speiser, SPF Physik und Anwendungen der Mathematik (3G), SPF Wirtschaft und Recht (3G), Gisela Spinnler Tobler, Vanessa Steps,
Peter Tritschler, Matteo Wagner, Alec Wyss, Gabriel Wyss, Eric Zbinden; Bilder FG Magazin, ausser: zVg (S. 6 f.; 32–34), https://www.
supermagnete.ch/project1 (S. 9 oben), https://www.supermagnete.ch/project149 (S. 9 Mitte); Redaktion FG Magazin, Scherkessel-
weg 30, CH-4052 Basel, magazin@fg-basel.ch; Lektorat, Gestaltung und Korrektorat Mirjam T. Jenny, CH-4059 Basel, www.buch-
werkstatt.ch; Bildbearbeitung Tobias Stöcklin, CH-4123 Allschwil; Herstellung onlineprinters.ch.
Titelbild: Ein bunter Sporttag 2018. Siehe auch S. 4 und S. 19–21.
Die Wiedergabe von Artikeln und Bildern, auch auszugsweise oder in Ausschnitten, ist nur mit schriftlicher Genehmigung
der Herausgeberin und mit Quellenangabe gestattet.
2 FG Magazin – Sommer 2018www.fg-basel.ch Inhalt
Inhalt
Editorial 5
FG Pädagogik
«Starke Gefühle, starke Kinder?» –
Rückblick auf das Referat von Vivian Dittmar 6
Was bietet das Ergänzungsfach Sport/Biologie? 40
FG intern
Elektrizität und Energie – Begabtenförderung in der FG Basis 8
Seite 10 Studienreise nach München – Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht 10
Projekt Tuc-Tuc 12
Tour de l’Art de Suisse – oder Perlen der Kunst
in der helvetischen Provinz 14
Comic zum Thema Taschengeld 18
FG Sporttag 2018 – wieder einmal «Alli zämme» 19
Die Sozialwoche der S3 – ein Erlebnisbericht 24
Abschlussarbeiten und -zertifikate am FG Basel 26
Alles Kresse – oder doch nicht? 27
Scarecrow – eine Abschlussarbeit 28
Wir gratulieren! 30
Maturitätsfeier in der Pauluskirche 32
Meine Reise nach Gao 33
Abschlussfeier der FG Sekundar 34
Seite 24
Unsere Preisträgerinnen und Preisträger 2018 35
Kontraste: Die Kunsttage 2018 45
The Wiz: Die Musicalaufführung der FG Primar 48
Schulreise der FG Primar 50
Ein ganzer Zoo im FG Basel! 52
Ein Abschlussakt ganz nach dem Motto «alle unter einem Dach» 53
FG Partner
The Wanderzirkus meets FG Basel 16
Mein FG Basel
Dem Sport hinterher ziehen: Interview mit Matteo Wagner 22
Der Elternbeirat als eine wesentliche Institution am FG Basel 36
Seite 34 Der Rhein ruft zum Teamausflug 37
EF Sport aus der Sicht von zwei Maturanden 44
Willkommen am FG Basel!
Music is my life! 38
Hello and guten Tag! 39
FG Ehemalige
GV MMXVIII der Vereinigung der Ehemaligen (VEF) 47
FG kurz & bündig 54
Nächste Veranstaltungen des FG Basel 55
Ausblick auf das Referat von Remo H. Largo 55
Seite 40 Impressum 2
FG Magazin – Sommer 2018 3www.fg-basel.ch Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser
Ein Nachschlagen im Duden von «Wesentlichkeit», unserem Schwerpunkthema,
bleibt ergebnislos. Auf Anhieb scheint dies sehr verwirrend, da «wesentlich sein»
so oft von uns allen verwendet wird. In der Wirtschaft zum Beispiel wird mit
dem Ausdruck «Wesentlichkeit» die Konzentration auf entscheidungsrelevante
Sachverhalte verbunden. Geht es aber wirklich darum, das Wichtige zu finden
und von Unwichtigem zu trennen? Ist Wesentliches nicht vielmehr etwas, ohne
das – was auch immer es ist – es nicht geht? Etwas, das Zeit braucht, damit man
es erkennt und pflegt? Etwas, das eine Herzensangelegenheit ist? Ich denke, ein
Textausschnitt aus «Le Petit Prince» von Antoine de Saint-Exupéry beantwortet
diese aufgeworfenen Fragen sehr treffend:
«Adieu», sagte der Fuchs. «Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: Man sieht
nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.» «Das We-
sentliche ist für die Augen unsichtbar», wiederholte der kleine Prinz, um es sich
zu merken. «Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose
so wichtig.» «Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe …», sagte der kleine
Prinz, um es sich zu merken. «Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen»,
sagte der Fuchs. «Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das
verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verant-
wortlich …»
Wesentlich sein kann demnach als etwas gespürt werden, für das es sich lohnt,
sich Zeit zu nehmen, es sich vertraut zu machen und wichtig zu nehmen. Genau
in diese Richtung zielte auch das gut besuchte Referat von Vivian Dittmar. Sie
ruft alle Erziehenden dazu auf, wertvolle Beziehungszeit mit den Kindern zu
verbringen und uns Zeit zu nehmen, unsere Gefühle klar zum Ausdruck zu brin-
gen. Lesen Sie mehr dazu auf S. 6 f.
Die Schülerinnen und Schüler der diesjährigen S3 und G2 haben sich diesem
wesentlichen Grundsatz entsprechend mit ihren Abschlussarbeiten auseinan-
dergesetzt, ähnlich wie der kleine Prinz mit seiner Rose. Lesen Sie mehr dazu auf
S. 26–29.
Unsere Schulabgänger haben einen wesentlichen Schritt vor sich, begeben sie
sich doch nun auf neue Wege, sei es mit einer Lehre, einem Praktikum oder ei-
nem Studium an der Universität oder Fachhochschule. Dazu mehr auf S. 32–35.
Kunsttage, Sozialwoche, Musical- und Singspielaufführungen, Sporttag, Studien
reisen und viele andere Artikel der Rubrik FG intern verdeutlichen, dass es diese
Zeit und Musse braucht, um etwas entstehen zu lassen, das Lernenden, Lehr-
personen und Eltern die Möglichkeit gibt, Momente zusammen zu geniessen,
die wesentlich sind. Es ist wunderbar, dass wir im vergangenen Schuljahr so
viele Momente erleben durften, die sich dann zeitlebens in unser Gedächtnis
und unser Herz einprägen.
Verlieren Sie nun ähnlich wie der kleine Prinz etwas Zeit für das Lesen der vielen
Artikel, die von Lehrpersonen, Schülerinnen und Schülern und der Schulleitung
verfasst worden sind. Sicher finden Sie etwas, das Sie ganz besonders anspricht
und diese Wesentlichkeit für Sie spürbar macht. Ich wünsche Ihnen viel Spass!
Belinda Cousin
FG Magazin – Sommer 2018 5FG Pädagogik www.fg-basel.ch
«Starke Gefühle, starke Kinder?»
Rückblick auf das Referat von Vivian Dittmar
«Wer kennt es nicht, das Gefühl, das einem hochkommt, wenn einmal mehr der Geschirrspüler nicht ausgeräumt ist,
obwohl das doch so klar vereinbart war mit dem Kind, Jugendlichen, Partner – wohl nicht Freude, sondern eher Wut
zeigt sich!» Vivian Dittmar erwischte die Zuhörerinnen und Zuhörer gleich zu Beginn mit der überraschenden Aussage,
dass dieses Gefühl der Wut absolut wichtig und auch positiv zu sehen sei.
Doch bevor sie uns mehr zum The- immer mehr auflösen, braucht es starre Verhaltensnormen erziehen
ma Gefühle und Emotionen berich- neue Ansätze. Sicherlich gab es als und sie auf das Leben in einer frei-
tete, ging Vivian Dittmar auf die Ver- Gegenreaktion auf den autoritären heitsorientierten Gesellschaft vor-
änderung im Eltern- und Erzieher- Ansatz jenen des antiautoritären mit bereiten? Wie können wir unseren
sein ein. Im Gestern war Erziehung wenigen bis gar keinen Regeln. In Kindern Halt und Orientierung ge-
geprägt durch einen starken Erzie- dieser Welt ohne Grenzen verloren ben? Vivian Dittmar schlägt hierzu
hungsrahmen, klare Regeln und vie- sich Kinder und Erziehende jedoch, vor, dass wir den Weg der Beziehung
und es zeigte sich als schwierig zu statt jenen der Erziehung wählen sol-
Beziehungen lernen, wie mit soviel Freiheit ver- len. Darunter versteht sie, dass wir
gestern … antwortungsvoll umzugehen sei. Ver- mit unseren Kindern in Beziehung
mutlich bewegen wir uns zurzeit ir- treten, unsere Gefühlskräfte einset-
gendwo in der Mitte dieser beiden zen. So lernen Kinder von uns Wer-
Extreme. Eltern und Erziehende be- te kennen und können diese über-
vorzugen heute den partnerschaft- nehmen.
lichen Ansatz und begeben sich auf
Augenhöhe mit ihren Kindern. Es Doch auch hier betreten wir Neu-
Quelle: beziehungsweise — Beziehung kann man lernen, Vivian Dittmar
scheint, dass das Konzept sehr gut land, denn unsere Erziehung war ge-
funktioniert – bis die ersten Konflik- prägt vom Unterdrücken bzw. Nicht-
len «… man macht dies oder jenes te auftreten. Vivian Dittmar schreibt zeigen von Gefühlen. Diesen Punkt
nicht», Normen, die vom Kollektiv in ihrem Buch «Kleine Gefühlskun- griff Vivian Dittmar im zweiten Teil
bestimmt und verantwortet werden. de für Eltern» dazu: «Sobald es je- ihres Referates auf. Damit wir urei-
Es existierte ein klares Machtgefäl- doch zu Konflikten kommt, sind sie gene Gefühlskräfte in der Erziehung
le und der Wille der Kinder wurde mit diesem Ansatz überfordert bzw. einsetzen können, braucht es das
im besten Fall unterdrückt respek- haben keine funktionierenden Stra- Verständnis, wie Gefühle entstehen.
tive gebrochen. Als Vorbereitung für tegien, um Konflikte auch auf Au- Gefühle entstehen aus unserer Wahr-
das Leben in einer Gesellschaft, die genhöhe zufriedenstellend zu lösen. nehmung einer Situation und der
solche Verhaltensweisen auch vor- Woher auch, schliesslich haben wir Interpretation, also aus unserer Wahr-
lebte, war dies sicher geeignet. Aber es nie gelernt. Dann geschieht das, nehmung unserer Wirklichkeit. Je-
ist diese Form der Erziehung denn was eigentlich in Stresssituationen des Gefühl hat eine psycho-soziale
heute noch zeitgemäss? In einer Ge- immer geschieht: Wir greifen auf das Funktion oder eben Gefühlskraft, die
sellschaft, die Eigenverantwortung zurück, was wir kennen. Und was dann von uns sinnvoll eingesetzt
und Freiheit als zentrale Elemente wir kennen, ist eben doch noch die werden kann, wenn Situation, Inter-
sieht und in der sich starre Rahmen autoritäre Schiene, wo wir als El-
tern die Machtkarte ziehen und uns
Beziehungen über unsere Kinder hinwegsetzen» Zum Nachlesen:
heute … (S. 14). Kinder reagieren in solchen
Situationen verwirrt, da ihnen plötz-
Kleine
lich ein anderes Konzept entgegen-
Gefühlskunde
schlägt. Ein Blick in die Zuschauer-
für Eltern
runde zeigte, dass genau dieser Fakt
uns alle beschäftigt. Wie können wir
unseren Kindern gerecht werden, sie
Quelle: beziehungsweise — Beziehung kann man lernen, Vivian Dittmar
mit genügend Grenzen, aber ohne ISBN 978-3-940773-20-3
6 FG Magazin – Sommer 2018www.fg-basel.ch FG Pädagogik
ziehung und in der Beziehungsar-
beit ist es wichtig, dass wir hie und
da in unseren Rucksack schauen und
Tra
s t uns bewusst werden, weshalb wir
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manchmal überreagieren. Je besser
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ea er g wir als Erziehende unsere Emotio-
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nen und Gefühle bewusst wahrneh-
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Scham men und analysieren, desto einfa-
cher ist es für unsere Kinder, eine für
Selbstzerfleischung die heutige Gesellschaft passende
oder
Selbstreflexion
Sozialkompetenz zu entwickeln. Es
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braucht Mut und Geduld diesen Er-
lll de tzu
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ziehungsansatz zu verinnerlichen,
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denn es ist mit Sicherheit ein an-
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strengender Weg, der von uns Er-
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W ziehenden viel Eigenarbeit und Ein-
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F
satz abverlangt, sei dies zu Hause
oder auch in der Schule.
Starke Gefühle, starke Kinder? Nach
pretation und Gefühl für uns zusam- haben, von denen sie lernen, bei an- dem Referat von Vivian Dittmar wür-
menpassen und wir uns dessen auch deren Grenzen wahrzunehmen und de ich diese Frage sicherlich mit Ja
bewusst sind. Solche Momente ver- einen respektvollen Umgang mit- beantworten. Mehr denn je brau-
langen von uns eine hohe persön- einander zu pflegen. Vivian Dittmar chen uns unsere Kinder, um Sozial-
liche Achtsamkeit. Nur so können führte uns mit vielen Beispielen durch kompetenz zu erlernen, denn sie
wir unsere Gefühle als positive Be- den Gefühlskompass, der nebst der wachsen in einer Gesellschaft her-
ziehungskräfte nutzen und Kindern Wut die Gefühle Angst, Trauer, Freu- an, die von sich aus wenig Rahmen,
dabei helfen, einen gesunden Um- de und Scham beinhaltet. Es gelang Struktur und Halt vorgibt. Solange
ihr ausgezeichnet, uns allen die Be- wir als Eltern, Lehrpersonen und Er-
Darf deutung des achtsamen Umgangs ziehende präsent sind, unsere Ge-
ich
vors
mit unseren Gefühlskräften näher- fühle und Bedürfnisse benennen
telle zubringen. und damit wichtige Vorbildrollen
n? übernehmen, leisten wir einen gros-
Wut Angst Trauer Freude Zum Schluss ging sie noch auf den sen Erziehungsbeitrag.
Unterschied zwischen Gefühlen und
Emotionen ein. Emotionen sind ge- Allen, die sich durch diese kurze Zu-
mäss ihrer Definition Gefühle, die sammenfassung angesprochen füh-
Scham
nicht ausgelebt wurden und deshalb len und mehr wissen möchten, kann
dazu führen können, dass wir in be- ich die Bücher «Kleine Gefühlskun-
gang mit diesen Gefühlskräften zu stimmten Situationen unangemes- de für Eltern» und «Der emotionale
entwickeln. Am Geschirrspülmaschi- sen reagieren. In diesem Zusammen- Rucksack» nur wärmstens empfeh-
nenbeispiel konnte Vivian Dittmar hang redet sie von unserem «emo- len.
uns dies gut aufzeigen. Das oft ne- tionalen Rucksack». Gerade in der Er- Belinda Cousin
gativ besetzte Gefühl «Wut» hat
nämlich durchaus auch eine positi-
Der emotionale Bald schon steht ein weiteres
ve Seite. Es braucht die Wut, um kla-
Rucksack Referat auf unserem Programm.
re Grenzen zu setzen und den eige-
Im Rahmen der Vortragsreihe
nen Bedürfnissen das richtige Ge- nicht gefühlte Gefühle
«Bildung im Gespräch» wird am
wicht zu geben. Wut als positive Ge- Alte Post
25. Oktober 2018 um 19:00 Uhr
fühlskraft verleiht die Möglichkeit, angestaute
Gefühlskräfte Remo H. Largo, Kinderarzt und
klar und deutlich aufzuzeigen, was Jeder hat einen
emotionalen Rucksack Buchautor, zum Thema «Bil-
man als Eltern will. Fehlt eine solche
dung vom Kind her denken»
Kraft in der Erziehung, kann das dazu Quelle: Gefühle & Emotionen — Eine Gebrauchsanweisung, Vivian Dittmar
referieren.
führen, dass Kinder keine Vorbilder ISBN 978-3-424-63153-1
FG Magazin – Sommer 2018 7FG intern www.fg-basel.ch
Elektrizität und Energie –
Begabtenförderung in der FG Basis
Der Kurs ist ausgelegt auf das Experimentieren und Beobachten. Die Kinder testen, beobachten und fühlen was pas-
siert – und haben viel Fantasie, was noch ausprobiert werden kann.
Die fünf Hauptakteure stellen sich vor:
Katelyn Alexander Sven Sascha Nicolas
Was braucht es, um eine elektrische • Lichtenergie: Glühbirne, LED brandgefährlich im wahrsten
Lampe zum Leuchten zu bringen? • Wärmeenergie: Das Glühbirn- Sinn des Wortes, wenn die
Die Antworten kommen schnell: chen wird heiss … und autsch!, Batterie mit Metallabfällen in
eine Batterie, Leitungen, Stecker, die Batterie und die Büroklam- den Kehricht gelangt!
eine Glühbirne, eine Fassung für mern werden heiss, wenn ich
die Glühbirne, eventuell einen Schal- sie kurzschliesse (den Plus- und Was passiert denn überhaupt in der
ter? Alles Dinge des Alltags, die Kin- Minuspol der Batterie direkt Batterie? In der Lampe? Im Draht? Ist
der und Erwachsene bestens ken- verbinde ohne einen Verbrau- das Zauberei?
nen. cher wie zum Beispiel die Wir schauen die einzelnen Teile ge-
Glühbirne dazwischen zu nau an, bringen mit der Batterie ein
Wie hängen wir die einzelnen Teile hängen) – also Achtung!, kleines blankes Drahtstück zum Glü-
zusammen?
Aha – es muss alles irgendwie zu-
sammenhängen und wieder zurück-
kommen – also einen Stromkreis bil-
den. Wir bauen ihn mit einfachsten
Mitteln zusammen: eine 4,5-V-Bat-
terie, isolierter Litzendraht, Büro-
klammern als Stecker, ein Glühbirn-
chen, eine Fassung für das Glüh-
birnchen.
Im Stromkreis wird Energie umgewan-
delt. Was für Energien sind in diesem
Stromkreis am Werk?
• Chemische Energie: die Batterie
(Nein – das ist noch keine
elektrische Energie)
• Elektrische Energie (sobald der
Stromkreis geschlossen ist)
8 FG Magazin – Sommer 2018www.fg-basel.ch FG intern
hen wie in einer Glühbirne; setzen
eine moderne Leuchte ein, die LED,
brauchen dazu einen Widerstand
(wozu denn?); untersuchen mit un-
serem einfachen Stromkreis mit LED,
was Strom leitet und wie gut, sehen,
dass selbst Leitungswasser Strom
leitet und verstehen, warum ein Me-
talldraht als Stromleiter dient und
wozu der Draht eingepackt (iso-
liert) werden muss; bauen einfach
selbst eine Batterie mit Zitronen
und bringen damit die LED zum
Leuchten.
Wie kommt aber der Strom in die
Steckdose? Wie wird mit Wasser und Material für Drehmotor 1: Batterie, Nagel, Magnet und Kabel:
Wind Strom gemacht? https://www.supermagnete.ch/project1
Eine Kompassnadel und Magnete
bringen die überraschende Antwort!
Elektrischer Strom bewegt die Kom-
passnadel, erzeugt also ein Magnet-
feld (Ja – die Kompassnadel richtet
sich sonst nach dem Magnetfeld
der Erde); umgekehrt erzeugen be-
wegte Magnete elektrischen Strom,
bringen sogar eine LED zum Leuch-
ten, wie wir anhand einer selbst ge-
bastelten Schütteltaschenlampe se-
hen.
Nun die Quizfrage: Wie kann mithilfe
von Wasser und Wind Strom erzeugt
werden? Kennt ihr die Antwort? Material für Drehmotor 2: Batterie, Magnet, Kupferdraht:
https://www.supermagnete.ch/project49
Zum Abschluss: Habt ihr schon mal
etwas von der Lorentzkraft gehört?
Sie ist eine Kraft, die auf elektri-
schen Strom in einem Magnetfeld motoren der Welt, welche ihr selber Der Kurs hat Spass gemacht! Vielen
wirkt. Eine einfache Anwendung da- im Nu zusammensetzen könnt, wenn Dank, Katelyn, Nicolas, Alexander,
von gibt es … die einfachsten Dreh- ihr das Material dazu habt. Sven und Sascha!
Sabine Baumann und
Gisela Spinnler Tobler
FG Magazin – Sommer 2018 9FG intern www.fg-basel.ch
Studienreise nach München –
Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht
Die Schülerinnen und Schüler des Schwerpunktfachs Wirtschaft und Recht der Klassen 3G und 4G besuchten im Rah-
men der Studienreise München.
Mittwoch, 25.04.2018 Am Nachmittag besuchten wir eine
Mittwoch, der 25.04., war der erste Kurzpräsentation eines Betriebsra-
Tag nach der Anreise. Am Morgen tes über Mitbestimmung in deut-
besuchten wir mit viel Enthusiasmus schen Unternehmen, die aus einem
eine Führung in der BMW Group. Quiz bestand, welches wir zusam-
Die Führung war interessant und men lösten. Aufgrund der hohen
wir konnten das ganze Produktions- Temperatur war es nicht die ange-
verfahren mit eigenen Augen se- nehmste Erfahrung, bis wir merkten,
hen. Nach der Führung, welche dass man die Fenster auch öffnen
pünktlich endete, gingen unter an- kann.
derem Paul (3Ga) und andere Schü-
ler der 4G den Olympiaturm besu- Wir genossen das schöne Wetter in
chen, welcher 291 m hoch ist und der Stadt oder erholten uns im zen-
direkt neben der BMW World liegt. tral gelegenen, schönen Hotel. Ge-
gen 18 Uhr machten sich die meis-
ten auf den Weg ins bekannte Schnit-
zelrestaurant Steinheil. Das Essen
war hervorragend, doch viele wa-
ren mit der Portionengrösse über-
fordert.
Da an diesem Abend ein Fussball-
spiel (FC Bayern München gegen
Real Madrid) zu sehen war, gingen
einige in eine Sportbar, andere blie-
ben im Steinheil oder trafen sich im
Hotel, um gemeinsam diesen Abend
ausklingen zu lassen und den Match
zu schauen.
10 FG Magazin – Sommer 2018www.fg-basel.ch FG intern
Nach diesem anstrengenden Tag vor allem an der Anzahl unterschied- Freitag, 27.04.2018
benötigten alle eine grosse Portion licher Kunstwerke lag. Das nächste Der Morgen begann mit einem
Schlaf. Unternehmen war ein Beschriftungs- schmackhaften Frühstück. Danach
unternehmen, in welchem diverse gings zum Creativity Lab von No-
Donnerstag, 26.04.2018 Werbeanzeigen gemacht werden. kia im Süden Münchens. Wir wur-
Um 9 Uhr war Aufbruchszeit. Mit Es gab kleine Beschriftungen sowie den mit ausführlichen Vorträgen in
viel Elan machten wir uns auf den grosse Werbeanzeigen. Besuchen die technische Zukunft eingeführt,
Weg zum Münchner Gewerbehof konnten wir auch Schreinereien, ei- dann wurden uns einige Forschungs-
West. Uns wurde in einer kurzen nen Modellbauer und einen inno- projekte, z. B. wie man aus der Fer-
Präsentation das Konzept der Ge- vativen Bäcker. ne Menschen operieren kann, die
werbehöfe vorgestellt. Der Münch- in einem anderen Spital liegen, und
ner Gewerbehof hat das Ziel, klei- Um ca. 15 Uhr trafen wir uns wie- eine neue VR-Anwendung gezeigt.
neren handwerklichen Unterneh- der für eine Präsentation über den VR steht für «Virtual Reality». Da-
men eine Miete zu einem ange- Wirtschaftsstandort München, wel- mit kann man, wie uns Nokia ge-
messenen Preis anzubieten. che uns interessante Informationen zeigt hat, zum Beispiel per Vogel-
Bei der anschliessenden Führung über die wirtschaftliche Lage von perspektive virtuell über Barcelo-
durch den Gewerbehof konnten wir München aufzeigte. na schauen. Dazu muss man eine
einige KMUs, welche sich andern- Zum Abendessen durften wir frei in Brille mit integrierten Bildschirmen
falls einen Sitz in München nicht die Stadt gehen. Da das Frühlings- anziehen, welche das Bild zu jeder
leisten könnten, besichtigen. Die fest auf den Wiesen war, entschlos- Bewegung der Brille anpassen. So-
erste Besichtigung war bei einem sen sich einige, dorthin zu gehen, mit kann man durch ein Gebiet lau-
Kunsthandwerker. Er zeigte uns vie- um den Tag abzuschliessen. fen, welches nur virtuell existiert.
le seiner Glas-Skulpturen, die er für
grössere Unternehmen herstellt. Sei- Insgesamt war es ein spannender Nach all diesen spannenden Erfah-
ne Arbeit war sehr eindrücklich, was Tag und wir haben viel gelernt. rungen hatten wir Freizeit bis zum
Abend. Unsere Gruppe ging im tra-
ditionellen Haxnbauer essen und
genoss dabei feinste Schweinsha-
xen.
Am Nachmittag wurde in der Stadt
flaniert und eingekauft, andere ruh-
ten sich aus, bevor es zum Abend-
essen ins traditionelle Augustiner
im Zentrum Münchens ging. Am
Abend durften wir in Gruppen noch
etwas München geniessen, bis es
dann auch wieder ins Bett ging.
Schülerinnen und Schüler
des Schwerpunktfachs
Wirtschaft und Recht der 3G
FG Magazin – Sommer 2018 11FG intern www.fg-basel.ch
Projekt Tuc-Tuc
Während andere Klassen auf Studienreise gingen, trafen sich die daheimgebliebenen PAM-Schüler der 3G vom 25. bis
27. April 2018 zu einem Kurzprojekt Tuc-Tuc, das das berühmte Dampfboot zum Thema hatte.
Das afrikanische Knatter-, Put-Put- terdruck, weswegen sie sich mit Was- Die Testläufe brachten am nächs-
oder Puff-Paff-Boot war Vorbild. Es ser füllt, worauf sich der beschriebe- ten Tag Erstaunliches zutage:
ist ein Spielzeugboot mit Rückstoss ne Vorgang wiederholt. Um den Wir- • Einige Boote waren zwar
antrieb. Der einfache Motor kommt kungsgrad zu erhöhen, kann zusätz- minimalistisch gewichtsopti-
dabei ohne bewegliche Teile wie lich ein Dach zur Isolation eingebaut miert, konnten aber die auf-
Kolben, Ventile u. a. aus. werden … Es ist eine präzise Balance rechte Haltung nicht wahren.
zu gewährleisten, da ansonsten Ab- • Ein Boot mit reflektierendem
Vom Physiklehrer, Herrn Tritschler, weichungen von der geraden Fahr- Blechdach erlaubte nur sehr
wurde der Wettbewerb ausgeschrie- bahn zu erwarten sind. schwierigen Zugang zum
ben: Zünden des Thermoantriebs
«Wem gelingt es, innerhalb der Jakob schreibt über den Fortgang (= Kerze). Auch die Wasserlage
Projektzeit ein thermisch angetrie- seiner Tätigkeiten: war eher hecklastig.
benes Boot zu bauen und zu opti- Am Mittwoch fingen wir mit dem • Aufgrund einer provisorischen
mieren, um so die Wettfahrt in der Bauen an. Wir haben alle den Boots- und unpräzisen Fertigungs-
‹FG-Badewanne› zu gewinnen?» körper aus Styropor ausgeschnitten. technik konnte die Geradeaus-
Das ging relativ zügig voran. fahrt von vielen Booten nicht
Eric beschreibt die Funktionsweise Allerdings gestaltete sich das Biegen gewährleistet werden.
seines Bootes mit folgenden Wor- eines benötigten Metallstabs als • Leuchtende Augen waren
ten: bedeutend schwieriger. So schafften allerdings zu sehen, wenn das
Das Boot basiert auf einem thermi- wir es alle Stäbe zu brechen und so leise «tuc tuc tuc …» zu hören
schen Motor, welcher durch eine Ker- mussten wir neue kaufen … war und sich das Boot rüttelnd
ze angetrieben wird. Diese erwärmt vorwärts bewegte. Das musste
eine wassergefüllte Rohrleitung, wel- Nach der Methode «Internetrecher- nur noch länger andauern …
che dreifach um die Kerze gewunden che und Ausprobieren» wurden die
ist, wodurch sich das Wasser ausdehnt, Messingrohre schliesslich von den Am Tag des Wettbewerbs füllte sich
entweicht und so hinter dem Boot meisten Schülern vor dem Biegen die FG-Badewanne langsam mit Ker-
ein Überdruck entsteht, aufgrund des- mit Quarzsand gefüllt und stark er- zenwachsresten. Nach den Probe-
sen das Boot beschleunigt wird. So hitzt. Das brachte den notwendi- läufen kamen die Zeitläufe, die mit
entsteht in der Rohrleitung ein Un- gen Biege-Erfolg. Leidenschaft begleitet wurden. An
12 FG Magazin – Sommer 2018www.fg-basel.ch FG intern stoss an die Bande oder eine Bo- Am letzten Tag hatten wir dann das Die Schüler des Schwerpunktfachs genfahrt, alles war erlaubt, das Boot Rennen. Der Schnellste gewann. Zwar PAM (Physik und Anwendungen sollte nur schnell sein und regelmäs- schwammen nicht alle Boote gleich der Mathematik) der 3G sig tuckern. Matyas schreibt kurz gut und manche gar nicht, dennoch und Peter Tritschler und bündig: hat dieses Projekt Spass gemacht! FG Magazin – Sommer 2018 13
FG intern www.fg-basel.ch
Tour de l’Art de Suisse – oder Perlen der Kunst
in der helvetischen Provinz
Die Schweiz ist ein kleines Land mit grossen Werten. Dieser Umstand umfasst auch die Tatsache, dass auf relativ klei-
nem Raum eine ganz enorme Anzahl an Kunstinstitutionen zu finden ist.
Nicht nur in den grösseren Städten auseinandergesetzt, die jede für sich der Klassen 3Gab und 4G zu Wort,
sind Kunstwerke internationaler Güte schon eine Reise wert ist. Bei der die im Rahmen der Studienreise im
anzutreffen, auch in der sogenann- gemeinsamen Betrachtung und den Schwerpunktfach Bildnerisches Ge-
ten Provinz locken erlesene Kunst- daraus stattfindenden Dialogen er- stalten jeweils in Kleingruppen ei-
perlen. weiterte sich der persönliche Kunst- nen Kunstreisetag vorstellen.
An drei Tagen haben wir uns mit un- horizont. Im nachfolgenden Text kom-
terschiedlichen Kunstinstitutionen men die Schülerinnen und Schüler Stefan Raich
Am Mittwoch dieses Künstlers, da Frau Rosengart
den 25. April machten wir als Klas- eine Freundin des Künstlers war. Wir
se des Schwerpunktfachs Bildneri- besprachen die Bilder in der Grup-
sches Gestalten eine Kunstreise von pe, hatten jedoch auch Gelegen-
Basel nach Luzern. Wir trafen uns heit, uns selber mit den Werken zu
am Bahnhof SBB und besprachen beschäftigen. Im oberen Bereich des
in Luzern den Ablauf des Tages. Museums fanden wir einige Werke,
die Picasso Frau Rosengart selber
Wir besuchten das Museum «Stif- widmete. Im Untergeschoss befin-
tung Rosengart», der Eintritt koste- det sich eine beeindruckende Samm-
te 10.– Fr. Das Besondere an die- lung des Künstlers Paul Klee. Als Mit- sich sehen lässt. Die alte Villa und
sem Museum ist, dass das neoklas- tagspause genossen wir unser selbst- die Gemäldegalerie der Kunstsamm-
sizistische Gebäude eine ehemali- mitgebrachtes Essen am Ufer des lung Oskar Reinhart «Am Römer-
ge Nationalbank ist. Vierwaldstättersees. holz» zeichnen sich durch eine klei-
ne, aber dennoch reichhaltige Samm-
Angela Rosengart, die Kunstsamm- lung aus, die ein erlesenes Panora-
lerin, machte dieses Gebäude schliess- ma der europäischen Kunst vom 14.
lich 1992 zu dem Museum Stiftung bis zum 20. Jahrhundert bietet. Aus-
Rosengart, mit dem Zweck, ihre Kunst- gehend von in erster Linie impres-
sammlung zu erhalten und für die sionistischen Werken sind weitere
Öffentlichkeit zugänglich zu machen. erstklassige Perlen der Kunst ange-
Was uns alle begeisterte, war die gliedert. An grossen Namen wie van
grosse Auswahl von Bildern des Künst- Gogh, Picasso, Cézanne und Manet
lers Pablo Picasso. Das Museum ver- Die Rückfahrt war schliesslich um mangelte es kaum und an langen
fügt über eine riesige Sammlung 15:30 und in Basel kamen wir um Monologen von Herrn Raich übri-
16:44 an. Somit endete ein eindrück- gens auch nicht.
licher Museumsbesuch im schönen
Luzern. Nach dem Mittagessen im Bistro des
Claire Ferrel (3Ga) Museums, inklusive hochintelligen-
Naomi Speiser (3Ga) te Dialoge über Kunst natürlich, ging
Tamara Nagler (3Gb) es ins Kunstmuseum Winterthur, in
welchem die zwei grossen Schwei-
Am Donnerstag zer Künstler Ferdinand Hodler und
besuchten wir am Vormittag eine Alberto Giacometti sich in einer Spe-
Kunstsammlung in Winterthur, die zialausstellung begegneten. Die Kon-
14 FG Magazin – Sommer 2018www.fg-basel.ch FG intern
Als der Zug nach einer Fahrtdauer
von knapp 45 Minuten zum Stehen
kam, packten wir unsere Taschen
und machten uns auf den Weg Rich-
tung Museum. Es war ein kurzer Fuss-
weg von ca. 10 Minuten. Trotzdem
waren wir froh, als wir unser Gepäck
abladen konnten und es sicher in
einem Kästchen einschliessen durf-
ten. Das Kunstmuseum Aarau setzt
seinen Schwerpunkt auf Schweizer
Künstler und gibt auch jüngeren,
noch eher unbekannteren Künstlern
eine Chance, ihre Werke zu präsen- schliessend haben wir unseren Klas-
tieren. senkameraden von unseren Gedan-
ken und Meinungen darüber berich-
tet und somit auch eine andere Per-
spektive der Kunst kennengelernt.
frontation der beiden Künstler er-
möglichte es einem, ihre Werke in
einem anderen Licht zu betrachten.
Somit ging der zweite kunstinten-
sive Tag zu Ende.
Miro Sorani, Alec Wyss,
David Bernhardt (4G) Wir liessen uns von Herrn Raich durch
das Museum führen und haben so-
Am Freitag mit einige interessante Kunstwerke
begann unser Ausflug nach Aarau. etwas näher kennengelernt. Es war
Ein Bildungsausflug in das dort an- uns möglich, einen weiteren Einblick
sässige Kunstmuseum war geplant in die grosse Welt der Kunst zu ge-
und so fuhren wir mit dem Zug vom winnen und uns mit Ideen und Ge-
Bahnhof SBB los. fühlen, die von den Künstlern ausge- Mit einem etwas grösseren Wissen
hen, zu umgeben. haben wir uns zufrieden auf den Rück-
Im Zug machten wir Bekanntschaft weg gemacht. Glücklich darüber, in-
mit einem älteren Herrn, der uns nerhalb dieser drei Studientage mehr
etwas seltsam vorkam. Er kam aus Kunst in unseren Kopf – und unser
Tibet und erzählte uns einige kuri- Herz – gelassen zu haben.
ose Dinge. Seine Art löste in uns Lea-Annina Deutsch,
etwas Unbehagen aus, doch trotz- Noah Kurzidim (3Ga)
dem mussten wir ein bisschen über
den Herrn schmunzeln – oder mit
ihm.
Jeder Raum in dem Museum war
sehr ausdrucksstark – selbst in der
Stille – und künstlerisch vielsagend
eingerichtet. Wir durften uns einen
dieser Räume aussuchen und uns
etwas genauer darauf konzentrie-
ren, was er dem Betrachter, der in
der Leere steht, sagen möchte. An-
FG Magazin – Sommer 2018 15FG Partner www.fg-basel.ch
The Wanderzirkus meets FG Basel
What does loud music, a hammer clanging on a bar of lead and a Star Wars-like laser blasting of a balloon have in
common? They are all a part of the «Wanderzirkus» project developed by the physics department of the ETH Zürich.
The Wanderzirkus is a program that ics curriculum of the ETH, when The advantages of the Wanderzir
enables Gymnasia to borrow exper- available, external teachers may re- kus to the FG Basel are manifold.
imental equipment for demonstra- serve them, driving to Zürich to ob- On the one hand, expensive or space-
tion purposes. At present, more than tain them for short-term use. The consuming equipment, which may
twenty interesting experiments ex- experiments are well cared for, pack- be used only once per year, can be
ist in areas of physics ranging from aged in containers, tested prior to temporarily borrowed and returned.
classical mechanic, optics, thermo- their use, often with suggested ed- On the other hand, experiments in
dynamics, electromagnetic induc- ucational information, and if de- which the teacher is uncertain of the
tion to spectroscopy. Although these sired, even demonstrated for the student reaction, interest or didac-
experiments are used in the phys- teacher. tic efficacy, may be tested without
16 FG Magazin – Sommer 2018www.fg-basel.ch FG Partner
stand that a red balloon is per-
ceived as red due to the balloon
absorbing complementary colours.
Why then is the laser green? Rec-
ognizing, that the green laser bursts
the inner red balloon but not the
outer transparent one, is not a par-
adox solidifies concepts on mono-
chromatic light, complementary col-
ours as well as reflection and ab-
sorption.
What’s next? New experiments have
been added to the Wanderzirkus,
such as a quadrupole ion trap and
waves propagating along a solid,
which this author is eager to inte-
grate into lessons. Furthermore, as
a future EL (Erweitertes Lernen) les-
son, the author seeks to implement
STM (Rastertunnelmikroskop) experi-
ments. This is possible, without in-
curring financial costs to the FG
Basel, through a collaboration be-
tween the ETH and Nanosurf AG.
The author would like to express
his gratitude to Matthias Liechti,
Dr. Marius Simon and Prof. Dr. Leo
nardo Degiorgi for their technical
support, logistics as well as their
generous development of the en-
tire Wanderzirkus project.
Brian Cutting
their prior purchase. In some cases, to a bar of lead (see figure on the
for example, that of a coupled pen- right). A second example is seen
dulum, it may be decided to dupli- with students working together to
cate the equipment due to an ob- complete a circuit and hear an mp3
served positive student reaction. In radio (see figure on the left). A num-
other cases, it may warrant purchas- ber of questions can be rapidly ad-
ing a similar experiment. dressed: How does the area of skin
contact influence the volume? Is
In this author’s experience, the Wan there an influence due to the pres-
derzirkus experiments provide an sure from pushing a finger against
excellent opportunity to change a forehead? Would moisture affect
the rhythm of traditional lessons. the current? What about salt water
Often, after twenty minutes or on fingers or wearing a glove? Fi-
more of theory and problem solv- nally, a welcome change to a tradi-
ing, students are more than ready tional class can be found in blast-
to change pace and, under super- ing a balloon with a laser (see fig-
vision, start pounding a hammer ure above). Many students under-
FG Magazin – Sommer 2018 17Mein FG Basel www.fg-basel.ch
Jacob Demme
18 FG Magazin – Sommer 2018www.fg-basel.ch FG intern
FG Sporttag 2018 – wieder einmal «Alli zämme»
Auch in diesem Jahr war der sportliche Höhepunkt des FG Basel ein voller Erfolg. Bei strahlendem Sonnenschein tra-
fen sich von ganz «Klein» bis ganz «Gross» alle Schülerinnen und Schüler auf den Sportanlagen St. Jakob. Nach Warm-
up in den einzelnen Klassen und kurzer Begrüssung durch Rektorin Belinda Cousin begann das Morgenprogramm.
Mini Olympiade tollen Umgang miteinander gezeigt, geboten wurden, die im «norma-
Die FG Basis, FG Primar, sowie die als ich vier Mal mit einem Kind weg len» Schulsport seltener auf dem
Klassen CH, P1, P2a und P2b kämpf- musste. Da haben die Kinder selb- Lehrplan stehen. Hierfür konnten
ten bei einer Mini Olympiade in al- ständig den Posten durchlaufen und wieder externe Profis, Trainer aus
tersdurchmischten Gruppen um den die Jüngsten bestens miteinbezo- Basel und Umgebung, engagiert
Sieg. Dabei waren an den zehn Pos- gen und mitgenommen.» werden, welche auch in diesem Jahr
ten von allen Dingen gute Team die Schülerinnen und Schüler be-
arbeit, Geschicklichkeit und Ausdau- «Die grösseren Schülerinnen und geistern konnten.
er gefragt. Schüler waren behilflich im Sinne
von ‹gemeinsam geht es besser›! Folgende Workshops wurden an-
Begeisterte Stimmen dazu Und bei einzelnen Disziplinen konn- geboten: Zumba, Bogenschiessen,
«Besonders schön war die gegen- ten auch die Kleinen den Grossen Beachsoccer, Kung Fu, Boxen, Taek
seitige Unterstützung innerhalb der unter die Arme greifen.» wondo, Unihockey, Parkour, Yoga
altersdurchmischten Teams. Durch und Hip Hop.
den liebevollen Umgang miteinan- Workshops
der entstand eine ganz besondere Die älteren Schülerinnen und Schü- Mittagessen und Siegerehrung
Atmosphäre.» ler durften jeweils an zwei verschie- der Miniolympiade
denen Workshops teilnehmen, die Viel Lob gab es auch in diesem Jahr
Der FG-Family-Sinn: «Ein liebevolles sie zuvor ausgewählt hatten. Dabei wieder für die vom Mensateam be-
Zueinanderschauen wie in einer Fa- achtete das Organisationsteam dar reitgestellten Grillspezialitäten, vom
milie. Meine Gruppe hat einen ganz auf, dass vor allem Sportarten an- Klöpfer bis zum Halloumi, sowie für
FG Magazin – Sommer 2018 19FG intern www.fg-basel.ch
das dazu passende Salatbuffet. Alle Spielturnier Spass bereitende Saisonhöhepunkt
Schülerinnen und Schüler, Lehrper- Am Nachmittag kämpften Schüle- des Sportjahres.
sonen, sowie helfenden Eltern ver- rinnen und Schüler in Klassenteil-
sammelten sich bunt durchmischt teams in einem kurzen Spielturnier Wir danken herzlich allen Schüle-
im Schatten am Kiesplatz zum ge- um den Sieg in den Spielsportar- rinnen und Schülern für ihren tol-
meinsamen Mittagsessen. Herzlichen ten Brennball, Fussball, Basketball len Einsatz, ihre grosse Hilfsbereit-
Dank auch an dieser Stelle ans Men- und Volleyball. schaft und ihr liebevolles Miteinan-
sateam! der, sowie allen Lehrpersonen und
Gemeinsamer Abschluss engagierten Eltern, die die Durch-
Nach der Mittagspause durften die Mit der Siegerehrung der Klassen führung dieses Grossanlasses erst
siegreichen Teams der Miniolympi- der einzelnen Spielturniere endete möglich gemacht haben.
ade ihre Preise in Empfang nehmen. schliesslich der sehr viel Freude und Peter Faisst
20 FG Magazin – Sommer 2018www.fg-basel.ch FG intern FG Magazin – Sommer 2018 21
Mein FG Basel www.fg-basel.ch
Du warst ja erst letzte Woche am Try-
out in Davos. Demnach ist das posi-
tiv abgelaufen?
Ja.
Nun, wie handhabst Du es denn, wenn
Du in Davos spielst?
Ich gehe ab kommendem Schuljahr
in Davos in die Sportschule.
Das heisst, Du ziehst fürs Eishockey um
nach Davos? In welcher Mannschaft
spielst Du dort?
Beim HC Davos. Der Nachwuchs U15
nennt sich «Mini». Innerhalb der «Mini»
gibt es verschiedene Stufen: Mini
B, A und Top. Mein Ziel ist es natür-
Dem Sport hinterher ziehen: lich, dass ich in die Mini Top, die
Interview mit Matteo Wagner
höchste Stufe, komme.
Ist das ein Ziel für Dich, einmal bei
Unseren ersten Interviewtermin musste Matteo absagen, weil er an dem Tag den Grossen im HC Davos zu spielen?
nach Davos reiste, um dort vorzuspielen. Eine Woche später treffen wir uns Ja!
doch noch, und Matteo hat bereits viel Neues zu erzählen.
Ist Davos denn Deine Lieblingsmann-
Matteo, möchtest Du Dich gleich vor- tag, mit zwei Trainings am gleichen schaft?
stellen? Tag. Und am Freitagabend habe ich Ich wollte schon als ganz Kleiner
Ich heisse Matteo, bin 13 Jahre alt nochmals normal Training. dorthin. Ich hatte drei Angebote,
und gehe in die P2b. Und ich spiele eines davon war Davos. Und da
Eishockey. Wenn Du dienstags und donnerstags habe ich mich für Davos entschie-
weggehst, um Eishockey zu trainieren, den.
Was machst Du denn an der Schule welche Stunden verpasst Du?
gerne? Französisch und Englisch. Dann konntest Du auswählen, zu wel-
Sicher einmal Sport. Aber es gibt chem Club Du hingehst? Hattest Du
auch andere Fächer, zum Beispiel Das kann sich ja nicht jeder Schüler von allen dreien ein Angebot?
Französisch, Englisch und Deutsch, leisten, gerade in diesen Stunden zu Ja, das war mein Entscheid.
die mir auch Spass machen. fehlen. Wie schaffst Du das?
Ich habe dafür am Dienstag anstel- Das ist ja auch eine Leistung, dass
Du sagtest gleich als Erstes, dass Du le des Sportunterrichts Nachhilfe in Du bei allen überhaupt reingekom-
Eishockey spielst … Wie viel steckst Du Französisch und Englisch. Und da men wärst.
denn in Deinen Sport? arbeite ich alles nach, was Aufga- Ja.
Ich trainiere pro Woche sechs Mal, ben waren, welche Tests auf mich
verteilt auf fünf Tage. zukommen, was ich noch üben Ziehst Du dann alleine ins Bündner-
muss. land?
Wie funktioniert das denn? Nein, mit meiner Familie.
Am Montag habe ich am Abend Trai- Das heisst, anstelle des Schulsport-
ning. Am Dienstag verlasse ich die unterrichts holst Du das auf, was Du Hast Du noch Geschwister?
Schule um 10 Uhr für ein Training wegen Deines Sports verpasst? Ja, einen kleinen Bruder.
in der Fördergruppe von 11 bis 12 Ja.
Uhr. Danach komme ich zurück an Und die machen das alle mit, das mit
die Schule. Am Abend habe ich dann Bei welcher Mannschaft spielst Du? Deinem Eishockey?
nochmals ein Training. Am Mittwoch Beim EHC Basel, bis jetzt. Aber nächs- Ja, mein Bruder spielt eben auch,
habe ich kein Training. Der Don- te Saison gehe ich nach Davos, um und er wird auch dort in Davos spie-
nerstag funktioniert wie der Diens- dort zu spielen. len.
22 FG Magazin – Sommer 2018www.fg-basel.ch Mein FG Basel
Dann seid ihr ein bisschen eine Eis- Und an der Schule in Davos passt al- Wo möchtest Du in fünf Jahren sein?
hockeyfamilie? Ihr zieht eurem Sport les noch etwas besser zusammen? Die NHL erreichen.
sozusagen hinterher? Aber wie schaffst Ja, Davos ist ja wie ein Dorf. Da
Du es denn überhaupt, neben diesem kommt man von der Schule schnell Würde Deine Familie dann wieder mit
grossen Engagement für den Sport aufs Eisfeld, man sieht direkt rüber. Dir umziehen?
noch so viel für die Schule zu leisten? Und die Schule ist auf die Winter- Nein. (Lacht.)
Du bist im FG Progymnasium, das ist sportarten ausgerichtet.
ja nicht eine ganz einfache Stufe. Wie Und falls das nicht hinhaut … könn-
bekommst Du das jeden Tag unter ei- Dann hast Du auch nach der Schule test Du Dir noch etwas anderes vor-
nen Hut? vor, in diese Richtung weiterzufah- stellen?
Ich nehme alle Freizeit, die ich habe, ren? Was ist Dein Ziel? Ich möchte Eishockey spielen. Da-
und arbeite an allem, was es zu tun Natürlich die NHL [National Hockey bei ist es mir egal, wo ich spiele.
gibt. Und warum das klappt? Erstens: League in Nordamerika]! Falls das nicht klappt, könnte ich
Ich will es, darum schaffe ich es. Zwei- auch das Geschäft meines Vaters
tens hilft meine Mutter sehr viel da- Und wo dort am Liebsten? weiterführen. Er arbeitet für eine
bei, denn ohne meine Mutter, die mir Bei den Chicago Blackhawks. Firma, die Haarpflegeprodukte ver-
alles aufzeigt, welche Tests anstehen, kauft. Das könnte ich mir auch vor-
was es noch zu tun gibt, könnte ich Dann sind die Blackhawks Deine stellen.
gar nicht im P sein neben dem gan- Lieblingsmannschaft in der NHL?
zen Eishockey. Und drittens hat mir Ja. Es ist ja immer gut, einen Plan B in
die Schule die Möglichkeit von Nach- der Tasche zu haben. Aber ich wün-
hilfestunden während des Sportun- Und hier ist es Davos? sche Dir natürlich, dass Du Deinen Plan
terrichts gegeben. Ja, aber auch Lugano, denn meine A verwirklichen kannst und bald ein-
Mutter kommt aus Lugano. mal in Chicago spielen wirst. Viel Er-
Da muss man schon speziell gut pla- folg mit Deinem Eishockey, und dan-
nen, damit alles ineinander passt? Und Dein Lieblingsspieler? ke für dieses Gespräch, Matteo.
Ja. Linus Klasen. Der spielt bei Lugano. Das Interview führte Martin Lopez
FG Magazin – Sommer 2018 23FG intern www.fg-basel.ch
starkem Regen ständig draussen zu
sein.
Im Horburgpark treffen wir auf das
strahlende Gesicht von Anna Mar-
ti, die uns herzlichst begrüsst. Eine
kleine Zierde von Tannzäpfchen im
Sichtfenster, wo normalerweise das
Namensschild hinkommt, schmückt
ihre Warnweste, die alle Schüler
während der Arbeit über ihrer All-
tagskleidung tragen müssen. Ein
persönliches Souvenir und ein Hauch
von Individualität im uniformen Auf-
treten der Stadtgärtnerei. «Ich bin
sehr dankbar für diese Woche», er-
zählt sie uns, als wir sie fragen, wie
sie die Woche erlebt hat. Anna ver-
brachte ihre Woche damit, die Parks
und umliegenden Strassen von Ab-
fall zu befreien. Eine Tätigkeit, die
Die Sozialwoche der S3 – in den wenigsten Menschen Begeis-
terung auslöst. Anna, die angebo-
ein Erlebnisbericht tene Dar-Vida-Snacks aus bereits ge-
öffneten Päckli von ihren Mitschü-
Die Abschlussklasse der Sek am FG Basel verbringt während der Schulzeit lern mit Argwohn straft, weil sie es
eine Woche ausserhalb der vertrauten Schulräume und kann so die Arbeits- für hygienisch bedenklich hält, muss
welt im Rahmen einer Sozialwoche erkunden. Die S3 verbrachte ihre Sozial- diese Arbeit besonders viel Überwin-
woche in der Stadtgärtnerei Basel. An letzten Arbeitstag der Klasse machten dung gekostet haben. Umso erfreu-
sich Daniel Deiss und Simon Näf auf, um die Schülerinnen und Schüler bei licher ist aber ihre aufrichtige Reak-
ihrer Arbeit zu besuchen. tion auf die Sozialwoche. «Ich habe
viele neue schöne, aber auch un-
Unser kleiner PKW stolpert durch Schülergesichter und hellauf begeis- schöne Eindrücke bekommen», be-
das Geleise- und Strassenwirrwarr terte Betreuungspersonen. Von meh- richtet sie. Allein die Menge an Ab-
des Aeschenplatzes, als Daniel Deiss reren Seiten hören wir nur Gutes fall sei erschreckend gewesen, aber
endlich einen seiner Schützlinge, die über den Einsatz der Schüler wäh- auch bedenkliche Gegenstände wie
in der ganzen Stadt verteilt sind, er- rend der Sozialwoche. Sie werden benutzte Spritzen und Windeln oder
reichen kann. Es ist bereits der drit- als motiviert wahrgenommen und Taschen voller Kleider und Essens-
te oder vierte Versuch, die Schüle- konnten sich gut in die Teams inte- resten haben sie schockiert. «Men-
rinnen und Schüler der S3 telefo- grieren. Auch Herr Leuenberger, stell- schen sind Schweine!», stellt Anna
nisch zu kontaktieren, um nachzu- vertretender Leiter der Abteilung fest. «Ich werde nie wieder die Um-
fragen, wo wir sie bei der Arbeit in Grünflächenunterhalt und verant- welt mit meinem Abfall absichtlich
der Stadtgärtnerei finden können. wortlich für den Schülereinsatz in verschmutzen. Die Arbeit, die die
Da die Lernenden unterschiedlichen der Sozialwoche, sieht den Einsatz Menschen hier täglich leisten, soll-
Stadtteilen zugeteilt wurden und sich als vollen Erfolg. te man besonders als Aussenstehen-
innerhalb dieser ständig bewegen, der mehr wertschätzen. Man sollte
brauchen wir mehrere Versuche und Für viele Lernende war die Umstel- dankbar sein.»
ungeplante Sightseeing-Umwege lung vom Schulalltag aber eine
quer durch Basel, bis wir sie schluss- schwierige und vor der Sozialwo- Mir wird deutlich, dass die Sozial-
endlich antreffen. Ich fühle mich che waren nicht alle begeistert von woche auch Anlass für nicht-alltäg-
wie auf einem Mini-Roadtrip. der Idee, morgens um 7 Uhr in den liche Begegnungen mit Menschen
Tag zu starten. Oder von den lan- und Situationen unterschiedlichster
Was uns nach unseren erfolgreichen gen und anstrengenden Arbeitsta- Art ist. Anna sagt dazu, dass sie Per-
Aufspüraktionen begegnet, sind müde gen. Oder bei brütender Hitze oder sonen sah, die morgens um 7 Uhr
24 FG Magazin – Sommer 2018www.fg-basel.ch FG intern
bereits betrunken mit einem Bier auf ge wohl nicht lange überlebt ha- hat. Auch für mich war es eine ein-
einer Parkbank lagen. Oder dass sie ben. drückliche Erfahrung, die Lernen-
von gleichaltrigen Teenagern we- den in ihrer Sozialwoche zu besu-
gen ihres Auftretens ausgelacht wur- Auf dem Rückweg zur Schule er- chen und mir ihre Geschichten an-
de. Aber auch, dass sie Personen be- zählt mir Daniel Deiss, dass er sei- zuhören. Es war für mich besonders
gegnen durfte, die sehr dankbar für ne Klasse diese Woche schon ein- beeindruckend, dass die Sozialwo-
ihre Arbeit waren. Wie etwa eine mal besuchen war und sich dort ein che durchgehend als gute und sinn-
junge Mutter, die sich bei Anna be- ähnliches Bild abgezeichnet hatte. volle Erfahrung wahrgenommen wur-
dankte, als sie ihr mit ihrem Kinder- Für viele Lernende sei es eine an- de, obwohl sie im Vorfeld von Schü-
wagen half. «Viele Sachen machten strengende und ungewohnte Zeit lerseite her mit etwas Missmut be-
mich sehr traurig und nachdenklich», gewesen, aber alle hätten wichtige äugt worden war. Nun freue ich
resümiert Anna. «Diese Woche hat Erfahrungen gemacht, die ohne die mich noch mehr auf die weiteren
mir die Augen geöffnet.» Möglichkeit einer Sozialwoche so Geschichten derjenigen Schülerin-
nicht geschehen wären. Er ist sehr nen und Schüler, die wir auf unse-
Zu diesen und ähnlichen Erkennt- zufrieden, wie die Woche verlaufen rer Odyssee durch Basel nicht ange-
nissen sind auch andere Schüler ge- ist, und auch ein wenig erleichtert, troffen haben.
kommen, obwohl nicht alle so en- dass alles reibungslos funktioniert Simon Näf
thusiastisch darüber berichten wie
Anna. Es ist gerade die Konfronta-
tion mit Schwierigkeiten und das
Überwinden von Problemen, das
wertvolle und beständige Erfahrun-
gen entstehen lässt. Die Woche war
zweifelsohne für alle Beteiligten an-
strengend und erschöpfend, und den-
noch spüre ich in den Gesprächen
mit den Schülerinnen und Schülern
eine grosse Zufriedenheit über die
getane Arbeit und das Erlebte.
Ein besonders eindrückliches Zei-
chen der Dankbarkeit ist die Tatsa-
che, dass auch Schülerinnen, die
während der Sozialwoche nur we-
nig Begeisterung für ihre Tätigkeit
aufbringen konnten, gerne im Team
mitgearbeitet haben und froh sind,
dass sich diese Menschen die Zeit
genommen haben, um ihnen, den
Schülern der S3 ihre Arbeitswelt nä-
her zu bringen. Während unseres
Besuchs bei Murielle Prescha in der
Claramatte gibt sie mir einmal im
Verlauf unseres Gesprächs mit ihrem
Blick stumm und von ihrem Betreu-
er unbemerkt zu verstehen, dass sie
mit der täglichen Arbeit der Stadt-
gärtnerei wohl wenig anfangen kann.
Dennoch erzählt auch sie von po-
sitiven Erfahrungen und hat für ihr
Team sogar selbstgebackene Muf-
fins mitgebracht, die freudig entge-
gengenommen wurden und Herrn
Leuenbergers Rückmeldung zufol-
FG Magazin – Sommer 2018 25FG intern www.fg-basel.ch
Abschlussarbeiten und -zertifikate am FG Basel
Zum ersten Mal konnten wir dieses Jahr sogenannte Abschlusszertifikate am FG Basel abgeben. Mit dem harmonisier-
ten Schulmodell wurde entschieden, dass den Sekundarschülerinnen und Sekundarschülern aller Niveaus (Sekundar
A, E, P) am Ende der obligatorischen Schulzeit ein Abschlusszertifikat ausgehändigt wird. Ein wichtiger Bestandteil
dieses Zertifikats bildet die Bewertung der Abschlussarbeit.
Am FG Basel schliesst die S3 auf Se- neuen Abschlussarbeiten gut zu pla- schlussarbeiten zeigt, dass diese Vor-
kundarniveau E und die G2 auf Se- nen und die Schülerinnen und Schü- bereitungsarbeiten ihre Früchte ge-
kundarniveau P die obligatorische ler entsprechend darauf vorzuberei- tragen haben. Ein grosses Danke-
Schulzeit ab. Dementsprechend ha- ten. Es galt geeignete Themen zu schön den beiden Klassenlehrper-
ben alle Schülerinnen und Schüler finden und den Rahmen für diese sonen und allen betreuenden Lehr-
dieser beiden Klassen eine Abschluss- neuen Arbeiten zu definieren, Be- personen für ihren Einsatz.
arbeit verfasst. Vorbereitend hatten urteilungskriterien zu schaffen und
sie bereits in der S2 respektive G1 diese transparent für die Lernenden Das Spektrum der Arbeiten war rie-
eine Probearbeit verfasst. Insbeson- zu vermitteln, die betreuenden Fach- sig und es war eine Freude zu se-
dere die Klassenlehrpersonen Da- lehrpersonen zu informieren und mo- hen, auf welch hohem Niveau die
niel Deiss und Thomas Bretscher ha- tivieren und schliesslich den Tag der Lernenden ihre Arbeiten präsentiert
ben sich mit viel Einsatz daran ge- Präsentationen zu organisieren. Nun, haben.
macht, diesen ersten Durchgang der die Qualität der präsentierten Ab- Belinda Cousin
S3 Vorster Mark Kann ich einen interessanten Scifi-Roman
Altmann Chasper Kann ich ein Schnittmuster für einen schreiben?
Mantel entwerfen und diesen nähen? Wirdnam Darius Glorius und der Blitz: Gelingt es mir, eine
Borer Luana Was sind die Rechte von homosexuellen Geschichte als Comic zeichnerisch
Paaren bei der Adoption und von darzustellen?
Geschlechterumwandlungen
in verschiedenen Ländern? G2
Di Bartolo Gloria Teeniekochbuch: Gelingt es mir, Barthelmes Leandro Unterschiedliche Botschaften und Farben
ein Teeniekochbuch herzustellen? in der Werbung für Männer und Frauen
Ferraino Carla Carla 2.0: Gelingt es mir, eine kleinere, Emmenegger Denis The Eye of the Beholder – Welche physi-
aber möglichst realistische Tonfigur von schen Kriterien muss man heutzutage
mir selbst zu erstellen? erfüllen, um als Model tätig zu sein?
Glaser Noah Scarecrow: Gelingt es mir, eine aussage- Goetschy Andrea Kreation einer Fantasiefigur – Ich stelle eine
kräftige Tonstatue zum Thema «Gefühls- Figur her, indem ich bekannte Figuren zu
ausdruck» zu gestalten? etwas Neuem kombiniere
Goedecke Joshua Einen Wandklapptisch aus Holz bauen: Kraska Lena Alles Käse? Was ist wahr an den Stereo
Kann ich einen belastbaren Klapptisch, typen unter Nachbarn: Deutschland vs.
in der Grösse wie ich ihn brauche, bauen? Schweiz
Grasso Luca Wie entwickelte sich die Grafikkarte und Marti Oliver Was machen Kugeln, wenn sie kollidieren?
wie wird sie sich weiterentwickeln? (Impulshaltung: elastische Stösse)
Landmann Sophia Wie orientiert sich ein Blinder im Alltag? Mittelholzer Who was Spinosaurus really?
Marti Anna Traum oder Realität: Was bewegt Menschen Henrik Oskar
bei der Berufswahl? Pink Oliver Der Weg vom Auge zum Gehirn
Prescha Murielle Das kleine rote Kleid: Ich will bei dieser Rello Mathias YAAAWWN: Does the amount of sleep
Arbeit ein Kleid nähen mit einem abgeän- affect your concentration during the day?
derten Schnittmuster
Scherhag Florine Was beeinflusst das Wachstum der
Rieder Alex Hublot und IWC im Vergleich: Wie verschie- Pflanzen?
den sind die Käufer zwischen älteren
Uhrenfirmen und moderneren? Schultsz Zeitreise: Ich komponiere ein modern-
Anna Naomi klassisches Solo-Stück für die Geige
Stückelberger Leo Ich möchte herausfinden, ob ich mit HTML
und CSS eine Webseite erstellen kann, die Staub Nanina Ich glaub, mich tritt ein Pferd! Was
aussieht wie eine normale Webseite? verursacht das Sommerekzem beim Pferd
und wie kann ich meinem Pferd helfen?
Suter Lukas Sessel bauen in Eigenregie: Kann ich einen
qualitativ guten Sessel aus Paletten ohne Stoecklin Kyran Von Marx zu Stalin: Was war die Grundidee
Anleitung aus dem Internet bauen des Kommunismus, was wissen die Leute
heute noch darüber und was halten sie
Sutter Nicola Wie gefährlich sind Haushaltschemikalien?: davon?
Kann ich Tutorials zu chemischen Experi-
menten mit Haushaltsprodukten erstellen? Thormann DragonGate: Einen Server konfigurieren
Elias Samuel und dazu Java-Erweiterungen
Veličković Marko Ist es möglich durch das Recyclen von programmieren
Paletten einen Stuhl herzustellen?
26 FG Magazin – Sommer 2018Sie können auch lesen