TREFF PUNKT SCHULE - Kreisschule Homberg
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XX MAGAZIN CHULEN
Beinwil am See, Birrwil, Gontenschwil,
Leimbach, Reinach, Zetzwil
und der Kreisschule Homberg 25. Ausgabe April 2019
TREFF
PUNKT
SCHULE
SCHWERPUNKT
Musische Fächer
BEINWIL AM SEE
Nach der Pensionierung
BIRRWIL
Musikgrundschule
GONTENSCHWIL
Handliche Tiere
LEIMBACH
Musik bedeutet…
ZETZWIL
Fasnacht
REINACH
Kunstschmied
KREISSCHULE HOMBERG
Sanierung Centralschulhaus EDITORIAL INHALTSVERZEICHNISSEITE
Musikgrundschule – ein wunderbares Fach / Neu in Birrwil 3
Kultur legt eine Besuch beim Kunstschmied 4
innere Partitur Vorbereitungen zur Museumseröffnung / Regen – Regen – Regen 5
Die Musikgrundschule 6
im Menschen an Schule im Wald 7
Expedition Melchsee-Frutt 8
In einer Zeit, in der die junge Generation ganz
Neu in der Breite Reinach / Erfahrungsbericht Lerninsel 9
selbstverständlich in einer virtuellen Welt agiert,
gewinnt der direkte Kontakt, das unmittelbare Er- Was haben Robin Hood und ComiXX gemeinsam? 10–11
lebnis und die aktive Auseinandersetzung mit Das Schulhaus Breite feiert Geburtstag / Frühe Förderung 12
Kunst und Kultur an Bedeutung. Die Schule ist der Musik… / Neu in Leimbach 13
Ort, an dem die Vermittlung von Künsten beson- Fasnacht in Zetzwil 14
ders gut gelingen kann: im Unterricht, im Rahmen Fasnacht in Zetzwil / Zu Besuch bei der Postzentrale 15
von Projekten unter Einbezug von Kulturschaffen-
Schneesportlager Beinwil am See 16
den sowie beim Besuch von Veranstaltungen oder
Schneesportlager Beinwil am See / Weltreise… 17
Institutionen.
Insbesondere Musikprojekte bieten prägende Senioren im Unterricht 18
musikalische Erlebnisse. Nichts dringt tiefer und Neu in Gontenschwil / Neu an der Kreisschule Homberg / Pensionierung Pia Erni 19
ungefiltert ins Menscheninnere wie Musik. Inten- Von Zeit zu Zeit 20–21
sive Musikerlebnisse führen zu Reaktionen des Bilder müssen nicht immer auf Papier oder Leinwand entstehen 22–23
autonomen Nervensystems – es werden Glücks- Information der Musikschule Kulm 24
und Gedächtnishormone ausgeschüttet, die das Eine Schule – drei Schneesportlager 24–25
ganze Individuum beflügeln können. Musik macht
Der Bau des Centralschulhauses 26
keine besseren – aber zufriedenere und sozial-
Die Schulführung berichtet… 27
kompetentere Menschen.
Die Auseinandersetzung mit Musik, Theater, Kunst Exkursion ins Kunsthaus Aarau 28
und Kultur macht Kinder konzentrierter und enga- Faszination Berufswelt aargauSüd besucht Schulklassen 29
gierter. Sie fördert Selbstvertrauen, Flexibilität, Er- Kreative Ideen in der Freizeit umsetzen 30
findungsgabe, Ausdauer und Beharrlichkeit. Sie Musikschule Reinach 31
unterstützt Kinder und Jugendliche darin, diese Ferienplan / Impressum / Ferienspass Homberg 32
Kompetenzen auch im Alltag einzusetzen.
Sie leistet einen Beitrag zur Persönlichkeitsent-
wicklung junger Menschen.
Im Kanton Aargau bietet die Fachstelle Kulturver- SCHWERPUNKT
mittlung mit ihrem Programm «Kultur macht
Schule» Lehrpersonen eine zentrale Anlaufstelle in
allen Belangen rund um die Kultur in und an der Musische Fächer
Schule und ermöglicht einen regen Austausch zwi-
schen den Kulturschaffenden und Schulen. Ein Während zweier Monate musste ich an einem par- schaft oder profaner für die Bildung sehr wertvoll:
vielfältiges Angebot ermöglicht Schülerinnen und teipolitischen Werbeplakat vorbeifahren. Und der Sei es die Erfahrung aus der Musikgrundschule
Schülern kulturelle Begegnungen. Im Musikbereich lyrikliebende Teil in mir litt täglich still vor sich hin: (S.3/S.6), die Auseinandersetzung mit Indianern
ist vom Workshop mit professionellen Musike- «Politik mit Remo, Rosy und Jim, das macht Sinn». im Textilen Werken (S.5) und das bewusste Wahr-
rinnen und Musikern über Schulhauskonzerte bis Mag inhaltlich stimmen oder nicht, aber Versmass nehmen, was Musik in einem bewirkt (S.13). Und
zu Konzertbesuchen bei ausgewählten Konzertver- und Reim – ungenügend! Euterpe schriee im manchmal darf Kunst einfach auch nur schön sein
anstaltern ein vielfältiges Angebot zu finden. Der Olymp laut auf, sähe sie das. Die alten Griechen (S.22). Ich wollte irgendwann das Plakat am Stras-
Impulskredit übernimmt 50 Prozent der Kosten: hatten neun Götter für die Muse: Dazu zählte auch senrand überkleben mit: «Dichtkunst mit Rosy und
www.kulturmachtschule.ch Urania, die Muse der Astronomie, Klio, die der Jim, das ist schlimm». Ich liess es aber bleiben in
Geschichtsschreibung und eben Euterpe, die der der Hoffnung, dass der Wert der Musen von un-
Gunhild Hamer, Musik und der lyrischen Dichtung. Schon vor seren Politikern irgendwann wieder so erkannt
Leiterin Fachstelle Kulturvermittlung tausenden Jahren wussten die Gebildeten, dass wird, wie zu Zeiten der griechischen Hochkultur.
Abteilung Kultur Kanton Aargau ganzheitliche Bildung mehr als nur Wissensver- Der Frühling liess die Plakate verschwinden und
mittlung und Arbeitstechnik ist; sie hat viel mehr gleichzeitig erinnerte ich mich an die persönliche
mit der Seele und dem Herzen zu tun. Da wieder- Lyrik meiner Jugend: Frühlingserwachen
spricht sich nicht, dass auch Wissenschaften zu Zwischen zwei grossen Bäumen
den Musen gezählt wurden, stammt ja Kunst knäuleten zwei Hühener aben
Titelseite etymologisch von Können ab. Und natürlich ist es und tuteten das Gras abknabbern
Musizieren Bild: Sibylle Fahrni auch umgekehrt: Vieles, was man in den mu- Der Frühling kommet näumen.
sischen Fächern lernt, ist auch für die Wissen- André Weingartner
2 SCHWERPUNKT
Musikgrundschule –
ein wunderbares Fach
gung zum Gefühl Wut aus? Kann mich sicher, vor allem, wenn ich in
ich einen Fünf-Zackenstern gehen? der Mitte der Dreier-Gruppe bin.
Kann ich im Raum die Diagonale Oder aber: Genau das ist mir zu eng!
sehen und abschreiten? Wo ist die Eine Erfahrung des Körpergefühls.
Musikgrundschule … was ist das? Meistens nimmt das Spiel Bezug auf Mitte des Raumes? Wie fühle ich Die Kinder entdecken Vorlieben für
«Ich möchte Gitarre spielen … ich etwas Bestimmtes: z.B. eine Mär- mich, wenn ich allein, zu zweit, zu verschiedene Musikarten. Sie lernen
Klavier» – das höre ich, wenn ich chenfigur, ein Gefühl, die Jahres- dritt durch den Raum gehe? Aussa- klassische Musik, Volksmusik und
mich mit SchülerInnen über dieses zeiten, laut und wild, leise und fein. gen der SchülerInnen: Allein fühle Jazz kennen. Oft arbeite ich mit
Fach unterhalte. Das Kind erörtert dabei viele Gedan- ich mich unsicher; zu dritt fühle ich ihnen an der Form der einzelnen
Die 1. und 2. KlässlerInnen besuchen ken: Ich bestimme, wie ich etwas Musikstücke. Welcher Rhythmus,
eine Lektion Musikgrundschule pro spiele, wann ich das Spiel stoppe. welche Instrumente sind heraus-
Woche in der Halbklasse. Dieses Was will ich ausdrücken? Was den- zuhören? Gibt es Wiederholungen,
Fach ermöglicht jedem Kind, sich in ken die andern? Wie spiele ich eine Muster? All das setzen wir um in
seiner Persönlichkeit und seiner Holzblocktrommel? Wie lauten die Bewegung, zeichnen Muster nach,
Musikalität zu entwickeln und Vor- Regeln? Das Kind ist in seiner dramatisieren Musik.
lieben für bestimmte Musikarten zu Persönlichkeitsentwicklung und dem Musikgrundschule – ein wunder-
entdecken und zu wecken. eigenen Ausdruck gefordert und ge- bares Fach, in welchem immer auch
Ein Kind befasst sich mit verschie- fördert. Zeit bleibt, auf Unvorhergesehenes
denen Instrumenten, z.B. mit Hand- Musikgrundschule heisst auch Musik und Ungeplantes einzugehen.
trommeln, Glockenspielen, Klang- und Bewegung. Die Bewegung ist
stäben, verschiedenen Rhythmusin- ein wichtiges Element. Die Kinder
strumenten. Ein gewähltes oder vor- bewegen sich gerne, darum tanzen
gegebenes Instrument wird gespielt, und bewegen wir uns auch häufig in Franziska Hänni, Lehrperson
das Kind drückt sich damit aus. dieser Stunde. Wie sieht die Bewe- Musikgrundschule in Birrwil
NEU IN BIRRWIL
Sarina Vogel nen Beruf und unterrichte u.a. auch Jahre in Basel: Eine theologische
gerne Werken und Musik. Auszeit und ein Praktikum in der
In einer kleinen, ländlichen Dorf- Nach Abschluss der Pädagogischen Arbeit mit Senioren.
schule, fast wie Birrwil, bin ich im Maturitätsschule in Kreuzlingen ar- Mittlerweile bin ich 28 Jahre alt und
Kanton Thurgau zur Schule gegan- beitete ich neun Monate als Privat- seit letztem Herbst mit meinem
gen. Dass mehrere Klassen in einem lehrerin in Neuseeland und schloss Mann in Reinach wohnhaft. Trotz
Schulzimmer sind und daher Rück- danach meine Ausbildung an der PH der wertvollen Erfahrungen zog es
sicht geboten ist, ist mir vertraut. Ich ab. Meine ersten drei Berufsjahre an mich zu meinem ursprünglichen
bin in einer Lehrerfamilie mit vier der zweiklassig geführten Primar- Beruf zurück und so habe ich im
Geschwistern naturverbunden auf- schule in Altnau fanden ein Ende, als Februar die Klassenlehrerfunktion an
gewachsen. Noch heute bewege und Naheliegend, dass ich gerne mit den die Schülerzahlen rückläufig wurden. der Unterstufe übernommen.
erhole ich mich am liebsten draussen Kindern turnen gehe und mich für Das war sehr schade, doch ich be- Ich freue mich über die motivierten
in der Natur. Ich freue mich bereits Realienthemen begeistern kann. Als schloss, dies für eine Horizonter- Kinder und darauf, das Dorf kennen
auf das Schwimmen im Hallwilersee! vielseitige Person schätze ich mei- weiterung zu nutzen. Es folgten zwei zu lernen.
3 PRIMARSCHULE REINACH
Besuch beim Kunstschmied
Drehen und Schleifen war, setzte Kinderaussagen
sich an den grossen Tisch und durfte Joline: «Im Poschtauto fahre ond
sich beim Ausmalen erholen. Lieder singe isch schön gsi!»
Währenddessen genoss die dritte Leonie: «S’Füür isch ganz höch
Gruppe draussen an der wärmenden gange.»
Sonne ihren feinen Znüni. Danach Livia: «De Nagel isch heiss, ganz
Kurz vor Weihnachten machte sich lich warm war. Jetzt konnte es losge- reichte die Zeit sogar für eine kurze fescht heiss worde im Füür.»
an einem sonnigen Wintermorgen hen: Herr Aeschimann zeigte uns, Besichtigung der St. Michaels-Kir- Dorian: «Mir hat gefallen, wie der
eine muntere Schar Kindergarten- wie aus einem Eisenstab ein grosser che. Mucksmäuschenstill und ganz Schmied das Eisen ins Feuer
kinder und ihre drei Lehrpersonen Nagel geschmiedet wird. War das ein andächtig bestaunten die Kinder die tat und dann klopfte.»
auf den Weg zum Bahnhof. Ihr Ziel Klopfen und Hämmern, die Funken farbigen Bilder und vielen Gold- Leandro: «Mer händ en Brölle ond
war die Schmiede von Michael Ae- stoben und das heisse Eisen zischte, verzierungen. Dass der Sigrist ge- en Scheube agleit und händ dörfe
schimann in Beromünster. Es galt als es der Schmied zum Schluss im rade mit Schmücken für den glühigs Metall hämmere uf em
nämlich für das Nagellicht, das die kalten Wasser abkühlte. Weihnachtsgottesdienst beschäftigt Amboss.»
Kinder ihren Eltern an Weihnachten Nach dieser interessanten Vorfüh- war, machte die ganze Sache noch Eron: «Es hat mega Spass ge-
überreichen wollten, den passenden rung kamen die Kinder an die Reihe. doppelt spannend. macht!»
Nagel zu schmieden. In der ersten Gruppe durfte immer Nach den Gruppenwechseln war es Fiona: «Ich tue gärn hämmere.»
Schon die Fahrt nach Beromünster ein Kind einen Lederschurz und eine bereits Zeit, uns auf den Heimweg zu Emily: «Mer händ de Hoogge dörfe
war ein Erlebnis: Die Sonne stand Schutzbrille anziehen und bekam ei- machen. Dankend verabschiedeten dreie met de Zange.»
noch sehr tief und schickte ihr gol- nen Hammer in die Hand. Dann wir uns von Herrn Aeschimann und Leonie: «Mer händ zerscht en
denes Licht über die Hügelland- klopfte es mit Herrn Aeschimann ge- machten uns mit unseren Nägeln Nagel gschliffe am Schliffstei. Det
schaft. Im Innern des Postautos san- meinsam einen glühenden Eisenstab und Haken auf den Weg zum Bahn- hämmer müesse de Schtei dreie
gen alle Kinder mit glockenhellen zu einem Haken. Es war gar nicht so hof. Beim Schulhaus durften sich die met ere Kurble.»
Stimmen Weihnachtslieder. Dieses einfach genau zu zielen und abwech- Kinder ihrer Meinung nach viel zu Giusy: «Ich fand den Schleifstein
spontane Konzert wurde dann auch selnd im Takt mit dem Schmied zu kurz auf dem tollen Spielplatz ver- super! Er machte die Nägel wieder
prompt von den übrigen Fahrgästen klopfen. Aber alle schafften es und gnügen. Danach brachten uns das kalt.»
mit einem grossen Applaus verdankt. waren sichtlich stolz. Postauto und das Tram zurück nach Alex: «D’Bilder i de Chile sind sehr
In der zweiten Gruppe durfte jedes Reinach. Hungrig und müde, aber schön gsi.»
Bei der Schmiede angekommen sa- Kind einen grossen, schweren zufrieden, glücklich und voller neuer Leandro: «I de Chile hani Bilder mit
hen wir durchs Fenster bereits das Schleifstein mit einer Kurbel andre- Eindrücke kehrten wir in den Kinder- Engel gseh.»
Feuer in der Esse flackern. Drinnen hen. Die anderen hielten ihren Nagel garten zurück. Anela: «Am Schluss semmer uf
zogen wir dann auch zuerst unsere an den Stein, so dass die Ränder des Text: Gisela Müller emene schöne Spielplatz gsi.»
dicken Winterjacken, Mützen und Nagelkopfes schon bald silbern zu Fotos: Eveline Knuser, Fabian: «Ich möcht noh einisch
Handschuhe aus, da es doch ziem- glänzen begannen. Wer müde vom Regula Eichenberger zom Herr Aeschimann goh.»
Arti: «Ich au…..»
4 SCHWERPUNKT
Vorbereitungen
zur Museumseröffnung
lichst selbständig die Tickets an der
Kasse, Getränke und kleine Snacks
im Museums-Café und schliesslich
Nicht mehr lange und wir können am Einüben, wie sie mit unseren kleine Souvenirs aus unserem Mu-
unser Museum im Kindergarten selbstgemachten Geldkarten Sa- seums-Shop verkaufen können.
Volta eröffnen. chen kaufen und verkaufen können.
Im Moment stecken wir aber noch Gar nicht so einfach, die Karten All das will gut geübt sein, bevor
mitten in den Vorbereitungen. Ei- richtig zu zählen, damit der Betrag unser Museum eröffnet wird.
nerseits sind die Kinder fleissig am am Ende stimmt.
Anfertigen von Ausstellungsstü- Wenn das Museum für die Eltern
cken, andererseits sind sie fleissig eröffnet ist, sollen die Kinder mög- Sibylle Fahrni
Regen – Regen – Regen – ein
spannendes textiles Werkprojekt
Dieser Regenmacher wird aus einem
abgestorbenen Copado-Kaktus her-
gestellt. Die Dornen werden in das
Innere des Kaktus getrieben und das
Rohr mit kleinen Kieselsteinen gefüllt
und an beiden Enden verschlossen.
Dreht man den Regenmacher um,
fallen die kleinen Kieselsteine von
einem Stachel zum nächsten, da-
durch entsteht ein angenehmes, ralförmig um das Rohr drehen. Die- Band, das um den Regenmacher ge-
gleichmässiges Geräusch, das an ses wird nun in der Werkbank einge- wickelt wird. Nach dem ersten einge-
fliessendes Wasser oder das Rau- klemmt und mit viel Freude und Lust wobenen Faden legte ein Schüler die
schen von dicken Regentropfen erin- werden die Nägel eingeschlagen. Arbeit auf die Seite und meinte: «Das
nert, mit dem die Medizinmänner in Nach dem Verschliessen auf der ei- ist Mädchenarbeit, ich will jetzt na-
Südamerika den ersehnten Regen nen Seite dürfen die Schüler die geln». Dass früher vor allem Männer
Wenn die Diaguitas-Indianer im tro- herbeilocken wollten. Der Klang er- Rohre befüllen. Zusätzlich zu den gewoben und gestickt haben,
ckenen Atacama-Gebiet im Norden zeugt eine beruhigende Wirkung, das Keramiksplittern dürfen sie auch machte ihm ein bisschen Eindruck!
von Chile ihre Regenzeremonien ab- Regenrohr kann aber auch als Rassel Reis oder Linsen einfüllen, bis sie mit Als Abschluss unserer Arbeit werden
hielten, benutzten sie dazu eine röh- eingesetzt werden. Mit meiner 2. dem Klang ihres Regenmachers zu- wir unsere eigene Regenzeremonie
renförmige Gefässrassel, die unge- Klasse im TW/Werken Breite ge- frieden sind. Mit einem bunten Re- durchführen und hoffen, dass wir
fähr 25 bis 150 Zentimeter lang ist stalte ich einen Regenmacher aus genbogenpapier überdecken wir die diesen Sommer immer genügend
und rund 4 bis 10 Zentimeter Durch- einem Kartonrohr. Mit Hilfe einer Nägel und verzieren ihn mit bunten Regen haben werden!
messer hat. Man sagt ihr auch Re- Schablone übertragen die Schüler Klebebändern. Zusätzlich weben die
genstab, Regenrohr oder Rainmaker. die Punkte für die Nägel, die sich spi- Schüler auf einem Karton ein buntes Sonja Widmer-Weibel
5 SCHWERPUNKT
Die Musikgrundschule
Balanceakt
auf die Musik hören. Verläuft die Me-
lodie abwärts oder aufwärts? Muss Tüchertanz
ich rückwärts oder vorwärts gehen?
Passt das Schleichen besser zur lei- wir im Herbst mit Kastanien arbei-
sen Musik als das Hüpfen oder teten und manche Kinder diese
Stampfen? Kann ich ganz still ste- Herbstfrucht gar nicht kannten.
hen, wenn die Musik eine Pause Auf der anderen Seite haben viele
Klangerlebnis macht? Kinder schon in ihren jungen Jahren
Hat man Musik auf diese Weise kör- einen reichen Erfahrungsschatz, ha-
Ein Erfahrungsbericht aktionen beobachten. Einige lassen perlich erfahren, kann man es im ei- ben mitunter mehr von der Welt ge-
Seit August letzten Jahres bin ich als erst einmal Dampf ab und rennen in genen Musizieren gleich selbst aus- sehen als ich in vierzig Jahren. Das
Lehrerin im Fach Musikgrundschule Hochgeschwindigkeit drei Runden probieren. Wie spiele ich auf der bereichert den Unterricht ungemein.
im Pfrundmattschulhaus in Reinach durchs Schulzimmer. Andere neh- Trommel leise, wie laut? Wie muss Sie sind offen, neugierig, witzig.
tätig. «Musikgrundschule», «Musik men die Musik auf und beginnen zu ich die Klanghölzer halten, damit sie Singen wir in ein und derselben
und Bewegung», «Rhythmik» – es tanzen. Wieder andere setzen sich nicht dumpf, sondern schön klingen? Musikstunde auf Deutsch, Englisch,
gibt viele Bezeichnungen für das gleich in den Kreis, hören zu und Wie bekomme ich überhaupt einen Französisch und Kroatisch, dann ist
Fach, das schon seit einigen Jahren werden still. Einige kommen zu mir Ton aus dem Kazoo und kann man das ganz normal. Diskutieren wir
obligatorisch in der Stundentafel der ans Klavier gelaufen und begrüssen die eigene Stimme auch wie ein In- anschliessend, aus welchem Land
1. und 2. Klasse verankert ist und mich. strument gebrauchen oder ist das eigentlich die Trommel stammt, dann
das doch ein klein wenig anders ist Schon dieser Unterrichtsbeginn etwas ganz anderes? blickt man plötzlich aus einer ganz
als Mathematik, Deutsch oder Eng- zeigt, was Musik und Bewegung al- Freiräume lassen zum eigenen Ent- anderen Perspektive auf die abend-
lisch. les beinhaltet: einmal seiner Anspan- decken - das ist ein wichtiges Ge- ländische Musikkultur. Musik als
Ich unterrichte das Fach Musik- nung Luft machen können, den Kör- staltungsprinzip in der Musikgrund- universelle Sprache, als Mittel der
grundschule erst seit wenigen Jah- per spüren und mit ihm kreativ schule, eines, was der Lehrperson Kommunikation, an der jeder ganz
ren. Begegnete es mir früher einmal, werden, Ruhe finden, zu anderen in viel Flexibilität abverlangt. Doch ist ungeachtet seiner kognitiven Fähig-
stellte ich mir stets eine Gruppe lär- Kontakt treten. man bereit, den geplanten Weg auch keiten oder sprachlichen Kompe-
mender Erstklässler vor, die mit Haben sich dann alle im Kreis zu- einmal zu verlassen, dann wird man tenzen teilhaben kann – das ist das
Klangholz und Triangel wild durch sammengefunden und haben wir uns für seine Offenheit reichlich belohnt: Besondere an der Musikgrundschule.
das Musikzimmer tobt. mit einem Lied, einem Sprechstück Die Schüler entwickeln die krea- Und manchmal wird es tatsächlich
Ja – wild und laut ist es zuweilen in oder einem kleinen Tanz begrüsst, tivsten Lösungen – Ideen, die man so auch sehr still im Musikgrundschul-
der Musikgrundschule, aber nicht folgt meist passend zum Thema eine in keinem Lehrerhandbuch finden unterricht. Wenn wir zum Beispiel die
nur. Dass das Fach weit mehr zu bie- Bewegungsaufgabe zur Musik. Hier- kann. Augen schliessen und einmal in die
ten hat, merkte ich erst, als ich es bei müssen die Schüler sehr bewusst Und was ist das Besondere, in Rei- Stille horchen oder wenn wir dem
selbst zu unterrichten begann. Aber nach Musikgrundschule zu unterrich- Klang eines besonderen Instruments
was ist das Besondere? Was macht ten? Zweifelsohne ist es die Vielfalt, lauschen. Oder wenn ein Lied oder
das Fach eigentlich aus? die Heterogenität der Schülerschaft, Musikstück die Türen öffnet zu Ge-
Wenn ich mir vergegenwärtige, wie die das Unterrichten spannend, aber danken, die vielleicht einmal nicht
die Kinder zu Beginn der Unterrichts- auch anspruchsvoll macht. lustig, sondern ernsthaft oder sogar
stunde in den Musikraum kommen, Ich musste als Lehrperson erst traurig sind. Dann kommen wir ins
sagt das schon viel über den Musik- lernen, dass man vieles nicht Gespräch über Dinge, die unser In-
grundschulunterricht aus. als selbstverständlich voraussetzen neres bewegen. Diese Momente sind
Meist sitze ich am Klavier und spiele kann. Ich erinnere mich noch gut an kostbar und dann passt der Begriff
ein kleines Musikstück, wenn die meine allererste Unterrichtsstunde in «Musik und Bewegung» sehr gut –
Kinder den Raum betreten. Sobald Reinach, in der ein Schüler vor dem Musik, die uns bewegt, äusserlich
sie ihre Finken abgestreift haben, Flügel stand und fragte: «Was ist und innerlich.
kann man sehr unterschiedliche Re- Spurensuche denn das für ein Kasten?» Oder als Christiane Pagel
6 PFRUNDMATT REINACH
Schule im Wald
und Käfer werden bestaunt und be- che entdecken die Kinder neue
obachtet. Die Buntspechte gestalten Dinge, denn jedes Mal verändert
kleine Kunstwerke aus Naturmateri- sich der Wald. Wir merken, dass die
Es ist 08.15 Uhr am Montagmorgen. fragt. Der steile Weg nach oben fin- alien. Die Kunstwerke werden am Kinder mit jedem Besuch mehr über
Vor dem Schulhaus Pfrundmatt 1 den nicht alle lustig, aber alle machen Schluss auch präsentiert und werden den Wald wissen. Bald sind Wörter
stehen und springen viele lachende mit! Endlich sind wir im Wald ange- im Wald gelassen. Wir möchten auch wie Bucheckern nicht mehr so
Kinder. Sie sind ausgestattet mit kommen. Alle Taschen werden depo- den Spaziergängern eine Freude be- schwierig.
einem Rucksack, Insektensprays, niert und wir begrüssen den Wald reiten. Die Füchse lernen, wie die Wenn sich der Morgen langsam zu
Hüten, einem Znüni und einer Re- mit dem Wald-Boogie. Die Kinder einzelnen Teile des Baumes heissen Ende neigt, singen wir zusammen ein
genhose. Sie sind für jedes Wetter singen kräftig mit und schütteln sich und welche Funktion sie haben. Sie Lied und spazieren anschliessend
gerüstet und schon gespannt, was ordentlich durch. stehen vor grossen ausgerissenen zur Schule zurück. Auf dem Rück-
der heutige Morgen bringt! Wir, die Nach einem gemeinsamen Einstieg Baumwurzeln und staunen. Jede weg führen wir noch viele Gespräche.
Lehrpersonen, empfangen die Kinder werden die Kinder in Gruppen einge- Woche sind die Kinder in einer ande- Die Kinder besprechen miteinander
vor dem Schulhaus. Es sind fast 60 teilt. Jede Gruppe erhält einen Wild- ren Gruppe. So lernen sie Stück für Erlebtes oder fragen bei uns noch-
Kinder – die 2. Klässler aus der tiernamen und lernt etwas anderes Stück etwas Neues über den Wald mals nach. In der Schule haben wir
Pfrundmatt 1 gehen jeden Montag- über den Wald. Die Wildschweine kennen. auch nochmals Zeit, um zusammen
morgen in den Wald. Die Lehrper- inspizieren den Waldboden und wel- Zusammen wird besprochen, ent- zu sprechen und arbeiten an un-
sonen verteilen Schnüre mit Tierbil- che Lebewesen sich darauf tum- deckt und erfahren, was der Wald zu serem Waldtagebuch. Die Kinder
dern, so weiss jeder, zu welcher meln. Die Kinder sind mit Becherlu- bieten hat. Es hallt lautes Kinderla- müssen sich nochmals daran erin-
Gruppe er heute gehört. pen unterwegs und betrachten ganz chen durch den Wald. Nach der Ar- nern, was sie gelernt haben und
Gemeinsam laufen wir hoch in den genau, was sie alles finden. Die Eich- beit essen wir zusammen Znüni und müssen darüber schreiben.
Wald. Eine lange Kette aus Kindern hörnchen untersuchen unterschied- die Kinder haben Zeit zu spielen. In den folgenden Tagen werden wir
bildet sich, die zusammen durch das liche Baumarten und wie man sie Während der Spielzeit wird Gelerntes uns weiter mit dem Wald beschäfti-
Quartier gehen. Die einen sprechen erkennen kann. Sie wandern umher gleich weiter vertieft. Kinder bauen gen, sodass sich die Kinder mög-
über das Wochenende, die anderen und sammeln Früchte und Blätter Zwergenhäuser, spielen Fangen oder lichst viele Sachen merken können!
tauschen sich über gemeinsame von Buchen, Eichen und Ahornbäu- Verstecken. Ganz eifrige Entdecker Um 11.45 Uhr verabschieden wir die
Hobbys aus. Der Start in die Woche men! Die Rehe lernen, welche Tiere haben sogar Knochen, Tiere und Kinder in der Schule. Im Rucksack:
beginnt locker. Bereits auf dem Weg wir im Wald treffen können. Sie Pilze gefunden! Ein ganzer Rehschä- Neues Wissen und neue Erfahrungen
sehen die Kinder spannende Dinge. halten Ausschau, nach einem Wald- del wird ausgegraben und den Lehr- über den Wald.
Sie diskutieren miteinander. Im Zwei- bewohner. Die ganz kleinen Waldbe- personen stolz präsentiert. Jede Wo- Sharon Schoch
fel werden auch die Lehrerinnen ge- wohner finden sie sogar! Ameisen
7 PRIMARSCHULE REINACH
Expedition Melchsee-Frutt
Schneesportlager der 4. bis 6. Klassen
der Primarschule Reinach vom 10. bis 15. Februar
und zu üben. Am Dienstag gab's für Wichtiger Hinweis zum
alle Interessierten ein Alternativpro- Schneesportlager 2020
gramm: ein halber Tag schlitteln! Ab kommendem Schuljahr findet das
Bei besten Verhältnissen mit reich- im Haus vor dem Abendessen Zeit Viele machten davon Gebrauch und Schneesportlager nicht mehr gleich-
lich Schnee, viel Sonne und ange- zum Erholen, Spielen und Zusam- hatten sichtlich Spass dabei! zeitig mit der Projektwoche, sondern
nehmen Temperaturen verbrachten mensein. Gemäss unserem Lager- in der 1. Sportferienwoche vom 26.
wir eine wundervolle und unfallfreie motto stand ein Basteltisch bereit, Bei wunderbarem Winterwetter fand bis 31.1. statt. Die Schülerinnen und
Lagerwoche! wo alle für den Bunten Abend etwas am Donnerstag das Rennen statt. Schüler, die ins Lager mitkommen,
kreierten. Am Montagabend fanden Alle – auch diejenigen, die am Sonn- werden dafür während der Projekt-
Erster Lagertag unter dem Motto «Fire and Ice» tag zum ersten Mal auf ihren Skiern woche frei haben. Sie haben demzu-
Am Sonntagmorgen nahmen 52 auf dem tief verschneiten Platz un- oder Snowboards gestanden waren folge vom 19.9. bis 11.10. – also drei
Schülerinnen und Schüler in Reinach terhalb des Lagerhauses Gruppen- – nahmen daran teil. Ein grosses statt zwei Wochen – Herbstferien!
Abschied von ihren Eltern. Die beiden spiele statt. Mit grossem Engage- Bravo an alle Rennfahrer!
Cars fuhren – mit kurzem Zwischen- ment wurde gerätselt und im Schülerkommentare zum Lager
halt beim Lagerhaus Juhui – direkt Schnee herumgetollt. Der einset- Bunter Abend und Schlusstag Ich habe Skifahren gelernt und
zur Stöckalp. Fast die Hälfte der zende Schneefall verzauberte die Mit Spielen, Disco und Rangverlesen bin blaue, rote und schwarze
Schülerinnen und Schüler standen Stimmung zusätzlich! Gerne kehrten verging der Bunte Abend wie im Flug. Pisten gefahren.
schon bald zum ersten Mal auf den aber alle danach ins Haus zurück, wo Nach einer etwas kürzeren Nacht Wir hatten sehr gute Lehrer und
Skiern oder dem Snowboard. Eine sie vor dem Zubettgehen ein warmer wurde am Freitagmorgen gefrüh- konnten schnell Ski fahren.
grosse Herausforderung, die viel Ge- Tee und ein Dessert erwartete. stückt und gepackt. Anschliessend Mir gefiel das Schanzenspringen.
duld und Beharrlichkeit erfordert – ging's zum letzten Mal ab auf die Schön war, dass ich im Lager
nicht nur für die Einsteigerinnen und Auf der Piste Piste. Um ca. 14.30 Uhr wurden Geburtstag hatte.
Einsteiger, sondern auch für die 12 Die Einsteigerinnen und Einsteiger Skier und Snowboards im Car ver- Es gab eine Funpark – Gruppe.
Leiterinnen und Leiter. Zum Glück verbrachten den Tag mehrheitlich bei staut und wir fuhren heimwärts. Das war cool!
lag viel Schnee, so dass selbst das den Übungsliften im Vogelbüel, wäh- Mir hat gefallen, dass alles sehr
Umfallen oft Spass machte. rend die Fortgeschrittenen und Kön- Zufrieden, müde und voller Ein- gut funktioniert hat. Das Essen
ner auf den Skipisten des ganzen drücke wurden die Schülerinnen war toll. Ich würde gerne noch
Lagermotto «Expedition Skigebiets oder im Funpark unter- und Schüler um ca. vier Uhr vor einmal mitkommen.
Polargebiete» wegs waren. Alle hatten Gelegenheit, dem Schulhaus Breite von unserer
Nach den Abenteuern auf den Pisten in ihren Gruppen unter Anleitung der Lagerleiterin, Nadine Fellmann, ver-
hatten die Schülerinnen und Schüler jeweiligen Leiter Neues zu entdecken abschiedet. Es war ein tolles Lager! Judith Ehrensperger
8 NEU IN DER BREITE REINACH
Michael Waldmeier wieder zum Unterrichten gezogen. schon seit Jahren an der Kampfsport-
An diversen Oberstufenschulen im schule Aarau Karate für Kinder,
Seit September 2018 bin ich als Aargau habe ich unter anderem Jugendliche und Erwachsene. Als
Lehrperson für die Betreuung der Französisch, Mathematik und Flücht- Organist an verschiedenen Kirchge-
Lerninsel im Primarschulhaus Breite linge unterrichtet. Es freut mich, meinden um Aarau kann ich meine
in Reinach angestellt. Ich wohne in dass ich nun an der Primarschule Begeisterung für die Musik ausleben,
Aarau und habe ursprünglich Veteri- Reinach die Gelegenheit habe, noch und seit gut zwei Jahren habe ich
närmedizin an den Universitäten jüngere Kinder auf ihrem schulischen eine eigene Tierarztpraxis für homö-
Zürich und Nantes (Frankreich) stu- Weg zu begleiten und meine Erfah- opathische Therapien.
diert und im 2013 mit dem Staats- rungen als Lehrer damit zu berei-
examen abgeschlossen. Wahr- chern. Da ich in Teilzeit angestellt Wenn zwischendurch noch etwas
scheinlich nicht zuletzt, weil es in bin, bleibt mir genügend Freiraum Zeit übrigbleibt, bin ich sehr gerne
unserer Familie diverse Lehrerinnen für meine anderen Tätigkeiten und draussen unterwegs, zu Fuss oder
und Lehrer gibt, hat es mich immer Anstellungen. So unterrichte ich mit dem Velo.
Mario Di Biase Neben vielen Ballsportarten, die ich die Zeit sinnvoll zu nutzen, um meine
im Sommer regelmässig ausübe, bin Sprachkenntnisse weiter zu verbes-
Ich bin Mario Di Biase und seit dem ich auch vom Wintersport angefres- sern. So kam es, dass ich einen län-
August 2018 im Schulhaus Breite in sen und fahre leidenschaftlich Ski geren Zeitraum in Australien ver-
Reinach tätig. Mein Teilzeitpensum und Snowboard. Seit sieben Jahren brachte. Nach meiner Rückkehr in
ermöglicht es mir, die theoretischen bin ich aktiv als Fussballschiedsrich- die Schweiz arbeitete ich im Rahmen
Grundlagen, die ich parallel an der ter und stets in Kontakt mit jungen des Zivildienstes zehn Monate als
PH Bern erwerbe, praktisch umzu- Erwachsenen. Nach dem erfolg- Assistenzlehrperson an der Oberstu-
setzen. reichen Abschluss der Fachmaturität fenschule in Frick AG. Diese Erfah-
In meiner Freizeit führe ich verschie- mit dem Schwerpunkt Pädagogik rungen prägten mich und zeigten
dene Aktivitäten aus. Die Art und absolvierte ich einen Sprachaufent- mir, dass der Beruf der Lehrperson
Weise meiner Freizeitgestaltung halt in San Diego (USA). Direkt nach mein Traumberuf ist.
spielt eine eher untergeordnete Rolle. meiner Rückkehr entschied ich mich
BREITE REINACH
Erfahrungsbericht Lerninsel
Seit September 2018 gibt es in Rei- machen müssen oder zusätzliche
nach auch im Primarschulhaus Breite Betreuung benötigen. Immer wieder
eine Lerninsel. Zu Beginn meiner Tä- kommen Kinder auch freiwillig in die
tigkeit als Lerninselbetreuer wusste Lerninsel, sei es, weil sie die Ruhe
ich nicht genau, was mich erwartet. zum Arbeiten schätzen, in einer klei-
Jedoch war ziemlich klar, dass ein nen Gruppe sein möchten oder die
hohes Mass an Flexibilität gefordert Aufgabe zusätzlich von einer ande-
wird, denn aus allen Klassen des ren Lehrperson erklärt haben wollen.
Schulhauses können Kinder ge- Wie auch immer, die Gründe sind einer neutralen Umgebung kann das Ruhe sei wichtig und es müsse so
schickt werden. sehr vielseitig. Und dann gibt es Kind, wenn es das wünscht, das vo- sein in der Lerninsel. Und so kann in
Nach einem guten halben Jahr Er- selbstverständlich auch diese Kinder, rangegangene Problem mit einer dieser Ruhe auch die jeweilige Auf-
fahrung ist nun einiges konkreter. So welche aus disziplinarischen Grün- nichtinvolvierten und unvoreinge- gabe konzentriert angegangen wer-
sind im Durchschnitt jeweils etwa den in die Lerninsel geschickt wer- nommenen Lehrperson besprechen, den. Wenn das Kind irgendwo an-
vier bis fünf Kinder in der Lerninsel, den. Was auch immer die Ursache Lösungsansätze suchen und nach- steht, kann von der Lehrperson dank
und etwa die Hälfte aller bisherigen für den Konflikt im Klassenzimmer her in Ruhe seiner Arbeit nachgehen. der kleinen Gruppengrösse sehr
Besucherinnen und Besucher waren war, so bietet die Lerninsel ein sehr Die Lerninsel ist ein Ort der Ruhe, schnell geholfen werden. Und
Erstklässler. Die Gründe, weshalb die gutes Gefäss zur unkomplizierten Lö- das wird von den Schülerinnen und manchmal, nach einer Lektion kon-
Lerninsel aufgesucht wird, sind sehr sung von akuten Problemen. In der Schülern auch so wahrgenommen. zentrierten und effizienten Arbeitens
verschieden: Es gibt Schüler, die eine Klasse kehrt dadurch schnell wieder So ist es auch schon vorgekommen, bleiben am Schluss noch einige Mi-
Prüfung nachschreiben müssen, sol- Ruhe ein und das betroffene Kind er- dass ein Schüler, der schon öfters in nuten übrig für freies Zeichnen oder
che, die eine Turndispens haben, ei- lebt durch den Raumwechsel zur der Lerninsel war, seine Kollegen zur um zusammen ein Papierflugzeug zu
nige, die eine Aufgabe in aller Ruhe Lerninsel einen Tapetenwechsel. In Ruhe ermahnte mit der Begründung, basteln. Michael Waldmeier
9 PRIMARSCHULE REINACH Was haben Robin Hood und ComiXX gemeinsam? Neben vielen anderen spannenden Themen waren «ComiXX» und «Robin Hood» zwei Angebote im Rahmen der Projektwoche der Primarschule Reinach. Die Kinder in den einzelnen Projekten und im Skilager kamen in den Genuss einer erlebnisreichen Woche. Einblicke ins Projekt «ComiXX» und Schüler sich an eigene «Sound- Während der Projektwoche durften words» heranwagten, welche dem die Schülerinnen und Schüler im Comic eine besondere Ausdrucks- Projekt «ComiXX» die Arbeit des weise ermöglichen. Am Ende der Hamburger Illustrators und Comic- Projektwoche hatten die Schüle- zeichners Benjamin Gottwald ken- rinnen und Schüler die Gelegenheit, nenlernen. Er gewährte während der einen eigenen Comic anzufertigen. gesamten Woche interessante Ein- Stolz präsentierten die Kinder ihre blicke in die Arbeit eines Comiczeich- Werke, welche für die komplette ners und konnte mit viel Witz und Gruppe ausgedruckt wurden. Eine Wissen die Kinder zum Zeichnen von schöne Erinnerung an eine ideen- Comics anleiten. Es wurden einige reiche Projektwoche konnte mit nach Elemente, welche ein Comic ausma- Hause genommen werden. Daran chen, herausgearbeitet und im eige- werde ich noch lange denken: Mir nen Gestaltungsprozess umgesetzt. hat besonders gefallen, dass wir ei- Comicfiguren wurden entwickelt und nen eigenen Comic entwerfen konn- in die «Panels», so nennt man das ten und ihn nach Hause nehmen Einzelbild in einer Sequenz eines Co- durften. Ich fand es cool, eine ganze mics, eingepasst und weitergeführt. Woche so viel zeichnen zu können. Die Technik der Bewegungsdarstel- Der Illustrator Herr B. Gottwald ist lung durch Bewegungsstriche konnte von Deutschland zu uns gereist und der Comiczeichner an seinen eige- hat uns gute Tipps gegeben. Leider nen Werken gut verdeutlichen, und dauerte die Projektwoche nur eine es entstanden bewegte Geschichten. Woche. Laut wurde es, als die Schülerinnen Gabi Binz 10
PRIMARSCHULE REINACH
Lady Marian vermählen. Der feier-
liche Akt wurde aber vom Sheriff
überraschend unterbrochen. Graf
Robert wurde geächtet, musste in
den Wald fliehen und nannte sich
fortan Robin Hood. Am Nachmittag
besuchten die Kinder Robin und
übten sich im Bogenschiessen und
anderen Schiessmöglichkeiten.
Nun war es schon Mittwoch und
der Sheriff musste die Steuern vom
Montag Prinz John abliefern. Unter-
wegs wurde er aber von den Leuten
von Robin überfallen und die Steuern
wurden später genüsslich am Feuer
verzehrt und aufgeteilt.
Am Donnerstag war Lady Marian
verschwunden und die Kinder sollten
Eine Woche unterwegs Robin bei der Suche helfen. Dies er-
mit Robin Hood lebten sie in einem Fantasy-Aben-
Für etwa 30 Kinder begann der Mon- teuer-Spiel. Lady Marian wurde ge-
tagmorgen mit dem Begleiten von funden und nun endlich konnten
Graf Robert von Huntingdon und Robin und Lady Marian heiraten. Ein
Lady Marian in ihren alltäglichen grosses Hochzeitsfest bildet den Ab-
Arbeiten. Lady Marian hatte gerade schluss des Tages.
Backtag und jedes von den Kindern Am Freitag sahen die Kinder den
formte sich eine Zopftaube. Die Teil- Film von Walt Disney über das Leben
nehmer erfuhren auch, dass Robert von Robin Hood und jedes Kind
und Marian ineinander verliebt wa- schrieb auf, woran es noch lange
ren. Am Nachmittag halfen sie dem denken wird:
Sheriff von Nottingham aus. Es war Ich werde noch lange ans Backen
Zahltag für die Bauern und die Kinder der Brötchen denken. Bei mir ist es
mussten im ganzen Dorf die Steuern das Steuereintreiben. Ich werde das
für den Sheriff eintreiben. Auch er Kutschenfahren nicht vergessen und
war unsterblich in Lady Marian ver- bei mir ist es das Fantasy-Aben-
liebt. teuer-Spiel. Ich werde noch lange an
Am Dienstagmorgen belegten die die ganze Projektwoche denken, da
Kinder die Zopftaubenbrote, denn mir alles sehr gut gefallen hat.
eine Hochzeit sollte gefeiert werden.
Bruder Tuck wollte Graf Robert und Monika Steinmann
11 PRIMARSCHULE REINACH
Das Schulhaus Breite feiert Geburtstag
Kaum zu glauben, aber im September dieses sich an seinem Geburtstag von seiner bunten und
Jahres feiert das Schulhaus Breite seinen 20. Ge- lebensfrohen Seite zeigen. Aus Schulzimmern,
burtstag! Nischen, Garderoben, Werkräumen, Therapiezim-
Eine ganze Generation hat hier bereits die Schul- mern, der Bibliothek, der Turnhalle, … sollen
bank gedrückt. Das zeigt sich eindrücklich im einem interessierten Publikum Darbietungen aller
Lebenslauf einer unserer Lehrerinnen, die als Art präsentiert werden. Der Kreativität von Schüle-
Erstklässlerin die Einweihung des Schulhauses im rinnen und Schülern, von Lehrerinnen und Lehrern
September 1999 miterlebt hat. sind kaum Grenzen gesetzt. Alles soll so arrangiert
Als weiterhin zweckmässig und modern zeigt werden, dass es auch zu einem unvergesslichen
sich das von der Titlisstrasse her eher schlicht und frohen Anlass für die Breitekinder und ihren
wirkende Gebäude. Wer es betritt, ist überrascht Lehrpersonen wird.
von der Grösse des Eingangsbereiches, dem Ein schönes Geburtstagsgeschenk erhält die Breite
Herzstück und Zentrum des Schulhauses. bereits in den Frühlingsferien. Dann nämlich wer-
Über 200 Schülerinnen und Schüler aus 23 ver- den die Wandtafeln der Breite durch interaktive
schiedenen Nationen, verteilt auf 11 Abteilungen, Wandtafeln ersetzt. Damit ist das Schulhaus für
besuchen hier die Primarschule. eine nächste Generation auf Kurs. Wir wünschen
Nun will die Breite im September 2019 ihr 20- dazu das Allerbeste!
Jahr-Jubiläum feiern. Schon jetzt beginnen die
Vorbereitungsarbeiten dazu. Das Schulhaus soll Franziska Lüscher
Frühe Förderung hause selbst beschäftigen können. Doch Fernse-
her, Handy und Co. bringen auch Gefahren mit
Viele Städte und Gemeinden haben sich in den dern zwischen zwei und vier Jahren. Zu verschie- sich. Allzu oft werden Kinder dabei überfordert, sei
letzten Jahren diesem Thema angenommen. Auch denen Entwicklungsbereichen der Kinder wurde es durch die Inhalte, aber auch durch zu viel Zeit,
Reinach ist in diesem Bereich seit mehreren Jah- die Bedeutung und der Nutzen der frühen Förde- welche sie damit alleine verbringen. Kinder sollen
ren aktiv. rung aufgezeigt. bereits vor dem Kindergarten lernen, sich in einer
Frühe Förderung – der erste Gedanke geht oft in So sollten Kinder bereits früh Erfahrungen mit Gruppe mit anderen, gleichaltrigen Kindern zurecht
diese Richtung: «Jetzt werden auch noch die klei- Schere, Messer und Leim machen. Sie sollen viele zu finden. Im Spiel sollen sie lernen, andere zu ak-
nen Kinder verschult». Doch die frühe Förderung Möglichkeiten erhalten, kreativ zu sein, zu zeich- zeptieren und mit anderen respektvoll umzugehen.
muss umfassender betrachtet werden. nen, malen, konstruieren und zu bauen. Diese Er- Dabei schliessen sie Freundschaften oder lernen,
Förderung heisst, dem Kind vielfältige Erfahrungen fahrungen sind für die Kinder von grossem Nutzen. sich durchzusetzen. All diese Erfahrungen und das
zu ermöglichen, an denen es wachsen kann. Jedes Denn: Im Werken sowie im Textilen Werken wer- gewonnene Selbstvertrauen brauchen sie später,
Kind hat von Geburt auf einen natürlichen Lern- den die Kinder mit unterschiedlichen Materialien um gemeinsam in einer Gruppe Lösungen für Auf-
trieb. Es gilt vieles zu entdecken und zu erlernen: und Werkzeugen arbeiten. In der Mathematik wer- gaben zu finden und bei Problemen und Wider-
Bewegung, Gegenstände, Materialien, Geräusche, den Zirkel und Massstab eingesetzt. Kinder, wel- stand nicht gleich aufzugeben.
die Sprache und vieles andere mehr. Alle Erfah- che bereits vor dem Kindergarten verschiedene Im Rahmen des Elternabends erhalten die Eltern
rungen, welche die Kinder im Kindesalter machen, Arbeitsgeräte kennengelernt haben, können von Informationen zu verschiedenen Angeboten in
sind eine wichtige Grundlage für den Eintritt ins diesen Erfahrungen profitieren und haben damit Reinach. So lernen sie die Kindertagesstätte Pink
Erwachsenenleben und beeinflussen den Erfolg in einen grossen Vorteil gegenüber Kindern, denen Panther und ihre individuellen Betreuungsange-
der schulischen Laufbahn. Frühe Förderung ist dies nicht ermöglicht wurde. bote kennen. Sie erfahren, wie die Kinder in vielfäl-
deshalb keine "Verschulung", aber dennoch sehr In der Schule stellen die Lehrpersonen immer wie- tiger Art und Weise bereits zwei Jahre vor dem
wertvoll für den Eintritt in die Schule. der grosse Defizite bei den Kindern in Bezug auf Kindergarten vom Besuch der Spielgruppe profitie-
Nicht allen Kindern bieten sich in ihrem Umfeld Körpergefühl, Bewegungsfähigkeit, Geschicklich- ren können. Weitere vorgestellte Angebote stehen
ideale Möglichkeiten, eine gute Ausgangslage für keit und Ausdauer fest. Dabei lieben es die Kinder, Kindern zusammen mit ihren Eltern offen: Das El-
ihre schulische Laufbahn zu erhalten. Familien in der Natur zu sein, draussen zu spielen und sich tern-Kind-Treffen, bei welchem das gemeinsame
brauchen teilweise Unterstützung, damit die Kinder auszutoben. Dort entwickeln sie einen guten Spielen, Singen und Basteln im Zentrum steht so-
in ihrer Entwicklung optimal gefördert werden und Gleichgewichtssinn, den sie später z.B. beim Velo- wie «Schenk mir eine Geschichte», wo mit Ge-
ihr Potenzial entfalten können. Hier setzt die frühe fahren und Balancieren brauchen. Sie entwickeln schichten und Bilderbüchern die Freude an der
Förderung an und schafft den Zugang zu verschie- auch Sicherheit beim Gehen auf unterschiedlichem Sprache gefördert wird.
denen Angeboten, von welchen die Kinder und Untergrund. Was in der motorischen Entwicklung Kinder lernen in den ersten Lebensjahren fürs
auch die Eltern profitieren können. bis zum vierten Lebensjahr verpasst wurde, kann ganze Leben. All diese gewonnenen Kompetenzen
Bereits seit mehreren Jahren wird in Reinach im später praktisch nicht mehr aufgeholt werden! und Fähigkeiten erhöhen die Bildungschancen der
Februar der Elternabend «Frühe Förderung» durch- Mit den heutigen elektronischen Medien gibt es Kinder ganz wesentlich.
geführt. Eingeladen sind jeweils alle Eltern mit Kin- viele Möglichkeiten, dass sich kleinere Kinder zu- Stefan Thöni
12 SCHWERPUNKT
Musik…
…bedeutet vor dem Spiegel lauthals in eine Bürste singen.
…lässt einen Glücksgefühle spüren.
…hilft Trauer zu verarbeiten.
…weiterzugeben, bedeutet alles!
Der Moment, in dem man merkt, «Musik ist schön, weil sie mich auf-
dass man als Lehrerin seine Freude peppt und glücklich macht. Es tönt
und Leidenschaft an die Kinder wei- gut!»
tergibt, ist unbezahlbar. Auch wenn «Musik ist mir wichtig, weil sie mich
dies ein anstrengend zu unterrich- aufmuntert. Sie verbindet Menschen
tendes Fach ist, wird man trotzdem und macht sie froh. Man kann sich
immer wieder belohnt mit Emotionen entspannen und beruhigen!»
jeglicher Art und mit Kindern, welche «Musik ist toll, weil wenn ich traurig
man auch nach der Musikstunde im bin, dann gehe ich in mein Zimmer
Treppenhaus weitersingen hört. und höre Musik. Dann bin ich wieder
Aus diesem Grund habe ich die fröhlich! Oder zum Aufwachen höre
Schülerinnen und Schüler der 1. bis ich immer Musik.»
6. Klasse der Schule Leimbach ge- «Ich kann mich mit Musik besser
fragt, was Musik für sie eigentlich konzentrieren. Ohne Musik ist es im- wahrscheinlich nicht leben. Es ist böse. Wenn es Musik nicht gäbe,
bedeutet und das ist dabei rausge- mer sehr leise. Musik macht mich eine sehr schöne Kunst. Man kann würde ich nicht wissen wer mich,
kommen: fröhlich!» sich austoben und man kann auspro- ohne mit mir zu sprechen, beruhigt
«Musik macht Freude.» «Musik ist mein halbes Leben! Es ist bieren! I love Music!» oder stärkt. Also ganz klar bedeutet
«Musik macht glücklich!» sehr wichtig für mich!» «Musik ist für mich etwas Tolles, Musik für mich sehr viel!»
«Musik macht Spass und ich fühle «Musik bedeutet für mich Spass! wenn es mir langweilig ist. Ich be- «Musik bedeutet für mich sehr viel.
mich gut!» Man sollte sich nicht schämen, wenn nutze Musik auch, wenn ich traurig Wenn es mir schlecht geht, höre ich
«Musik ist mir sehr wichtig, weil sie man nicht singen kann. Es macht bin. Musik höre ich gerne mit meinen eher langsame und traurige Lieder,
mich fröhlich macht!» Spass zu singen, obwohl ich es nicht Freunden und singe auch gerne!» bei denen ich nachdenken kann.
«Musik finde ich cool, weil sie mir kann:)» «Musik finde ich eigentlich toll. Musik Wenn es mir gut geht, höre ich Pop-
Spass macht, Freude bereitet und «Musik bedeutet für mich, einfach zu Hause hören oder mit Freunden musik und tanze dazu herum wie
hilfreich ist!» mit meinen Freunden zu sein und finde ich aber cooler. In der Schule eine Verrückte. Musik ist mir wichtig,
«Musik ist lustig und sehr schön. Sie uns gut zu fühlen!» finde ich es soso lala. Manchmal weil jedes Lied erzählt eine andere
macht Freude und sehr glücklich. «Musik ist für mich sehr wichtig, finde ich es doof, meistens aber Geschichte. Manchmal höre ich
Musik kann man hören, wo man denn sie bringt mich zum Lachen macht es Spass!» Lieder, in denen sich die Sängerin
will!» oder tröstet mich, wenn ich traurig «Musik ist für mich wie eine Bezie- zerreisst. Wenn ich Musik höre, geht
«Musik hören beruhigt mich manch- bin. Sie hilft mir und beruhigt mich. hung, die mich begleitet und manch- es mir meistens schon wieder viel
mal und manchmal regt es mich Es ist ein sehr grosser Teil meines mal stärkt. Je nach Stimmung höre besser!»
auf!» Lebens. Ohne Musik könnte ich ich traurige Lieder, glückliche oder Ellen Schmidli
NEU IN LEIMBACH
Sabrina Jund lehrerin zu übernehmen. Die Wochen interessiere ich mich für Vieles und
sind seither wie im Flug vergangen. probiere gerne Neues aus. Als Aus-
Mein Name ist Sabrina Jund und ich In vielerlei Hinsicht war und ist der gleich zum Schulalltag bin ich öfters
unterrichte seit den Herbstferien Wechsel für mich eine Herausforde- sportlich unterwegs. Das kann beim
2018 die 4. bis 6. Klasse in Leim- rung: Ein neuer Kanton, von der Tanzen, Joggen, Wandern oder auch
bach, wo ich herzlich aufgenommen Stadt aufs Land, von einer Regel- mal beim Kajakfahren sein. Daneben
wurde. Nach dreijähriger Unterrichts- klasse mit 23 SchülerInnen zu einer lese und reise ich gerne und interes-
tätigkeit auf der Mittelstufe im altersdurchmischten Klasse mit 13 siere mich für Kulturen und Spra-
Kanton Zürich kündigte ich meine Kindern. Selbst der Dialekt sorgt hin chen. Im Moment bin ich dabei, Spa-
Stelle und reiste mit Sack und Pack und wieder für Aufregung und für nisch zu lernen und erlebe, wie die
durch Asien – damals ohne beruf- freundschaftliche Heiterkeit im Leh- SchülerInnen auch, dass das Lernen
liche Pläne. Wie es der Zufall wollte, rerzimmer. Daneben die alltäglichen ist es genau diese Abwechslung und Zeit braucht und anstrengend sein
kam ich zur rechten Zeit zurück, um Freuden und Herausforderungen, die Vielfalt, die mich einst in diesen kann, die Mühe sich aber letztendlich
in Leimbach die Stelle als Klassen- der Lehrberuf mit sich bringt. Doch Beruf gezogen haben. Auch privat auszahlt.
13 SCHWERPUNKT
Fasnacht in Zetzwil
Während der Fasnachtszeit ist es in Zetzbu Tradi- während den TW- und Werklektionen viel gearbei-
tion, dass die einheimische Guggenmusik Moräne- tet. Zuerst musste die Form der Brille bestimmt
schränzer auf dem Schulhausplatz ein Konzert zum werden. Anschliessend wurde mit Eifer geklebt,
Besten gibt. Zu diesem Anlass kommen die Schü- genäht und mit vielen verschiedenen Materialien
lerInnen verkleidet zur Schule. individuell ausgeschmückt.
Die 2.Klässler haben sich für eine Gesichtsmaske
in Form einer Brille entschieden, damit sie von ih-
ren Mitschülern weniger erkannt werden. So wurde Brigitte Keppler
Material zum Ausschmücken der Brille
Bereit für das Konzert der Moräneschränzer von Zetzwil
14 SCHWERPUNKT
BEINWIL AM SEE
Zu Besuch bei der Schule geschrieben hatten, selber stempeln und
losschicken – gar nicht so einfach, einen Stempel
Postzentrale in Lenzburg gut leserlich in die untere linke Ecke der Brief-
marke zu platzieren. Nach dieser Erfahrung und
In den ersten Wochen des neuen Jahres haben wir tun haben. Gespannt hörten wir zu, was mit den der einstündigen Führung verstehen wir jetzt ein
uns im Fach Realien intensiv mit dem Thema Post Briefen und den Paketen passiert, die beim Schal- bisschen besser, was mit unserer Post, die wir täg-
auseinandergesetzt. Zum Abschluss fuhren wir ter abgegeben werden. Wir bestaunten die Tresore lich erhalten und verschicken, passiert. Es war ein
Mitte Februar mit dem Zug nach Lenzburg und be- und die Postfächer, bekamen Einblicke in den Be- spannender Morgen und wir danken der POST
suchten dort das Postzentrum. Vor Ort wurden wir trieb hinter den Mauern und stellten fest, dass die herzlich für das Engagement.
von zwei netten Frauen begrüsst, in zwei Gruppen Leute, die auf der Post arbeiten einen grossartigen
eingeteilt und schon ging die Führung los. Das Job machen, der sehr vielfältig ist. Damit wir uns
Postpersonal hat uns durch die Räumlichkeiten ge- auch mal wie kleine Postangestellte fühlen konn- Daniela Hochstrasser
führt und uns gezeigt, was sie den ganzen Tag zu ten, durften wir einen Brief, den wir zuvor in der Klasse 2b
15 BEINWIL AM SEE
Schneesportlager Beinwil am See
zug und schönen Kleidern erschie-
Abend. Am Nachmittag gingen wir nen, begrüsst. Wir bekamen von der
wieder auf die Bretter. Zurück im Bank ein Couvert mit Coins, welche
Haus hatten wir bis zum Abendessen wir bei verschiedenen Spielen ein-
Sonntag ren wir auf der Jagd nach möglichst Freizeit. Das Küchenteam kochte für setzen konnten. Black Jack, Rou-
Am Nachmittag traf man auf dem vielen Autogrammen. Die erste Gele- uns Kartoffelstock und Fleischkäse. lette, Büchsenwerfen oder Würfeln
Chrosihus-Parkplatz in Böju viele genheit, ein solches zu gewinnen, Beim Abendprogramm haben alle – überall wurde fleissig gesetzt, ge-
Kinder mit grossen Koffern, Ski- und hatten wir noch am selben Abend. Gruppen ein Witzblatt bekommen, wonnen oder verloren. Am Schluss
Snowboardausrüstung an. Nachdem Draussen bauten wir in den Gruppen von welchem wir einen Witz auswäh- konnten wir die Coins bei der Bank
das Gepäck im Car verstaut war, be- verschiedene Schneeskulpturen, die len und zu einem Theater umwan- gegen Autogrammkarten tauschen.
grüssten uns die Lehrpersonen für bewertet wurden. Die drei besten deln mussten. Wir hatten bis Mitt- Nach dem tollen Abend ging es ab in
das diesjährige Schneesportlager Objekte bekamen ein Autogramm. woch Zeit, den Sketch zu üben, die Zimmer.
der Schule Beinwil am See. Zum Wer am Donnerstagabend die meis- anschliessend wurde alles gefilmt
grossen Erstaunen war am Car ein ten Autogrammkarten freigespielt und am Donnerstag an der Oscar- Mittwoch
Schild angebracht mit der Aufschrift hatte, wurde Wochensieger. Nach night entschieden, welcher Kurzfilm Heute war der Schnee perfekt. Um
«nächster Halt Hollywood» – dachten dem Abendprogramm gab es ein fei- am besten war. halb zwölf gingen wir zurück ins
doch alle, wir würden ins Diemtigtal nes Dessert und anschliessend Haus, wo es Hot Dog zum Zmittag
fahren. Was es mit dem Schild auf hörten wir ein Hörspiel, bevor es für Dienstag gab. Danach ging es wieder auf die
sich hat, erfuhren wir am Abend. alle ins Bett ging, um sich für den Wir sind aufgestanden und haben Piste. Zum Znacht gab es Älpler-
Passend zur Reisedestination durf- ersten Tag auf den Pisten zu stärken. direkt das Frühstück gegessen. magronen. Am Abend machten wir
ten wir über einen roten Teppich zum Heute war es am Morgen schon einen Postenlauf, wo jeweils zwei
Einstieg marschieren. Während der Montag ziemlich warm, sodass man eigent- Gruppen gegeneinander spielten und
Fahrt schauten wir einen Film. Im Wir wurden von einem lauten Radio lich keine Jacke brauchte. Deshalb Autogramme gewonnen werden
Haus angekommen, mussten wir das geweckt. Es gab ein leckeres Früh- war auch der Schnee extrem sulzig. konnten. Auch hier drehte sich alles
ganze Material zum Eingang schlep- stück mit Nutella, Cornflakes, Brot Über den Mittag durften wir uns mit um Hollywood und die Stars. So
pen und uns dann im Essraum ver- usw. Um 9 Uhr war das Aufwärmen Käseschnitten und Salat für den Rest mussten wir zum Beispiel den Inter-
sammeln. für die Piste angesagt: ein kurzes des Tages stärken. Den Nachmittag preten von Liedern erraten, unser
Wir wurden mit den Regeln vertraut Skirennen (ohne Ski) wurde absol- haben wir bei immer noch traum- Talent im Bereich Theater unter Be-
gemacht und anschliessend hatten viert. Bei traumhaftem Wetter und haftem Wetter auf der Piste ver- weis stellen, Aussagen den richtigen
wir Zeit, um unsere Zimmer zu bezie- fast frühlingshaften Temperaturen bracht und sogar die Kinder, welche Promis zuordnen und auch unsere
hen und das Lagerhaus zu erkunden. ging es erstmals auf die Piste. Dieses am Montag zum allerersten Mal auf Kurzfilme wurden vom Kamerateam
Zum Nachtessen gab es vom Kü- Jahr hatte es genügend Schnee, da- den Ski standen, wagten sich an den aufgezeichnet.
chenteam leckere Spaghetti Bolo- mit wir direkt vom Lagerhaus zum grossen Lift. Am Abend gab es Reis
gnese. Im Anschluss startete das Sessellift fahren konnten. Wegen der Kasimir. Danach durften wir uns in Donnerstag
Abendprogramm. «Böju goes to Hol- starken Sonne war der Schnee teil- elegante Kleidung schwingen. Im Nach dem Frühstücken gingen wir
lywood» hiess das Motto für die weise etwas sulzig. Zum Zmittag gab aufgebauten Casino wurden wir von direkt auf die Piste. Der Schnee war
ganze Woche. In Vierergruppen wa- es Burger und Reste vom letzten den Leitern, welche ebenfalls in An- eisig und es war windig. Zum Zmit-
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