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Medienwissenschaft: Berichte und Papiere
192, 2020: Franz Schubert im Film.
Redaktion und Copyright dieser Ausgabe: Hans J. Wulff u. Ludger Kaczmarek.
ISSN 2366-6404.
URL: http://berichte.derwulff.de/0192_20.pdf.
CC BY-NC-ND 4.0.
Letzte Änderung: 28.03.2020.
Franz Schubert im Film
Kompiliert und eingeleitet von Hans J. Wulff
Inhalt:
1. Von der Erfindung des Biographischen: Franz Schubert im Film [1]
2. Filmographie [5]
3. Bibliographie [17]
1. Von der Erfindung des Biographischen: Franz Schubert im Film
Das Internetportal Bestattungen.de teilte vor kurzem mit, dass Franz Schuberts „Ave Maria“ das
beliebteste Trauerlied der Deutschen bleibt. Fast alle klassischen Komponisten hinterlassen
Stücke, oft auch nur Melodiephrasen, die ins kulturelle Gedächtnis einwandern und von jeder-
mann erkannt und meist sogar sinnvoll verwendet werden können. Ob es um Bizets „Auf in den
Kampf“, um Beethovens „Für Elise“ oder die Kopftakte der 5. Sinfonie geht, um Händels „Hallelu-
jah“ oder Bachs „Air“: Es ist ein eigenes Korpus formelhafter musikalischer Phrasen nicht nur
klassischer Herkunft, sondern auch aus den Repertoiren der populären neuern Musik (man denke
an „Time to Say Goodbye“, die „Winds of Change“ oder „Die Rose“ in der Interpretation durch He-
lene Fischer, die sich auch nicht vor dem Schubert’schen „Ave Maria“ scheute) [1].
Das Nachleben von Komponisten in der Kulturgeschichte hat viele Gesichter. Populär gebliebe-
ne Stücke und musikalische Formeln: Das ist nur eine seiner Manifestationen. Die wissenschaftli-
che Biographik ist ein anderes Feld von Publikationen, das im Falle Schuberts erstaunlich dünn be-
setzt ist. Ein erstes vollständiges Werkverzeichnis stellte der österreichische Musikhistoriker Otto
Erich Deutsch anfangs des 20. Jahrhunderts zusammen ebenso wie eine Sammlung von Schubert-
Bildern und Zeugnissen von Freunden Schuberts [2]. Eine ganze Reihe von Einzeluntersuchungen
kam dazu – unter Nutzung sich verändernder Interpretamente: Nach einer Reihe von Untersu-
chungen zu den volksmusikalischen Quellen der Schubert’schen Kompositionen [3] folgte eine
ganze Reihe neuerer Untersuchungen, den modischen Ansätzen der Kulturwissenschaften fol-
gend. „Zur Hochzeit der Psychoanalyse erhielt Schubert so seinen Ödipuskomplex [4], marxisti-
sche Deutungen stilisierten ihn zum heimlichen Aufrührer gegen Metternich [5], neuere amerika-
nische Musikologen rückten ihn schließlich ins Zentrum einer homosexuellen Subkultur“ [6],
heißt es in einem Artikel von Andreas Mayer (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9.9.2011). Wieder-
um ein eigenes Feld sind die Werkverzeichnisse (seit 1965 entsteht die Neue Schubert-Ausgabe an
Medienwissenschaft: Berichte und Papiere wird herausgegeben von Hans J. Wulff und Ludger Kaczmarek
in Verbindung mit Anna Drum (Dresden), Sophie G. Einwächter (Marburg),
Dietmar Kammerer (Marburg), Franz Obermeier (Kiel) und Sebastian Stoppe (Leipzig).Franz Schubert im Film // Medienwissenschaft, 192, 2020 /// 2 zwei Arbeitsstellen in Tübingen und Wien, eine Werkausgabe, die auf 84 Bände angelegt ist). Und ein drittes Feld sind schließlich die Anekdoten, die Legenden und Mythen, Literari- sierungen und Dramatisierungen, die oft genug ein Eigenleben entfalten und die historische Figur unter sich begraben, sie durch eine Imago ersetzen, die vielleicht nur noch lockere Verbindungen zu ihrem Original hat. Die Akzente, die die wissenschaftliche Forschung in der Analyse und Kontextualisierung des Schubert’schen Werks setzt, spielt in der Film- und Fernsehproduktion bis in die Jetzt - zeit so gut wie keine Rolle. Deren Ansatzpunkt bleiben – bei allem Bemühen um die Genau- igkeit der historischen Darstellung und der verwendeten Fakten – die öffentlichen Bilder des Komponisten und die darin zentralen Themen des unbeugsamen und rastlosen Genies, der Vergeblichkeit allen Ringens um öffentliche Anerkennung, des Zusammenhangs von Musik, Krankheit und Tod und schließlich Schuberts höchst abwechslungsreicher Bezie- hungen zu Frauen. Wie ein Fluch überschattet das Biographische vor allem die dokumenta - rische Arbeit an Schubert, als müsse die Legende das Dramatische liefern, das Aufschluss über das Schaffen gewähren könnte. Von Beginn der Filmgeschichte an operieren die Filme mit dem Legenden-Schubert, nicht mit der historischen Figur. Sie erfinden diesen neu, wenn man so will, vor allem in den Emotionalitätsregistern, mit denen er populärerweise assoziiert wird. Ob die Anekdoten historisch stimmig sind oder nicht, ist weniger wichtig als die Passgenauigkeit, mit der sie sich in die populäre Schubert-Phantasmagorie einfügen lassen. Die Legenden also, als Aus- gangspunkt der Annäherung an das Filmkorpus. „Live Fast, Love Hard, Die Young“ war einmal der Titel eines Country-Songs von Faron Young (1955); Jahre später wurde die Wendung zu einer Art Motto der Rock’n’Roll und Hip- pie-Kulturen der späten 1960er. Allerdings könnte man den Slogan auch auf Franz Schubert wenden, der gerade 31 Jahre alt wurde. Und zeitlebens erfolglos blieb, so sagt die Fama, trotz einer geradezu unheimlichen Produktivität und obwohl die Schubertforschung gerade diese Behauptung in Zweifel zieht. Ein erster Kranz von Urteilen deutet sich an – Erfolglo- sigkeit, nicht enden wollende Armut, Gelegenheitsarbeit in den Kneipen, nicht erlangte öf- fentliche Anerkennung. Sinfonien, die erst nach seinem Tode aufgeführt wurden. „Schubert war ein stierer großer Komponierer. / Er hat nie viel Geld gehabt, also ist er heute der Ver- lierer“, heißt es in Georg Kreislers „Der Musikkritiker“ (1959). Von der langen Aufführungs- geschichte der Schubert-Messen ist nicht die Rede, sie hat im populären Bild Schuberts kei- ne Heimat. Von Geheimnis umhüllt ist die Beziehung Schuberts zu Beethoven, den er verehrte und der einer der wichtigsten Bezugspunkte war, der für seine musikalischen Reflexionen her- hielt. Ob es je zu einer Begegnung der beiden Komponisten kam, ist bis heute nicht klar [7]. Die Anekdote erzählt die Beziehung als fatales Misslingen, als eine Erfahrung der Vergeb- lichkeit: behauptet, dass Schubert Beethoven aufsuchen wollte, dass er jedoch zu spät kam und nur noch der Beerdigung beiwohnen konnte (war er einer der Fackelträger, wie manch- mal erzählt wird?). Wenige Monate später stirbt er selbst, wird drei Gräber neben Beetho- ven beigesetzt. Daneben das Bild des rastlos Schaffenden, wie unter Zwang, getrieben von unkontrollier- ter Phantasie, mit Eingebungen, deren Herkunft rätselhaft bleibt – „als hätte sich Schubert verzückt hingesetzt, quasi den Schnabel aufgesperrt und schon ist die Inspiration gekom- men, ein Vorgang, der seinem Komponieren was geradezu Göttlich-Naives gab, woran kon- sequent 150 Jahre lang geglaubt wurde“, heißt es in einem Radiofeature von Konrad Beikir - cher (21.1.2017, SWR2, online). Dem ist kaum etwas hinzuzufügen.
Franz Schubert im Film // Medienwissenschaft, 192, 2020 /// 3 Vollends in Bewegung gerät die populäre Phantasie, wenn sich der Blick auf „Schubert und die Frauen“ richtet [8]. In der populärsten der unglücklichen Verstrickungen, in die Schubert verwoben war, sind es Hederl, Heiderl und Hannerl, die ihn umgeben und von de- nen er keine als eine Ehefrau gewinnen konnte. Den Stoff zu der Legende lieferte ein Schu- bert-Roman, den der österreichische Offizier und Schriftsteller Rudolf Hans Bartsch 1912 veröffentlicht hatte; der Kosename „Schwammerl“, der Schubert zugeschrieben wurde, wur- de auch zum Titel des Buchs [9]. Das Buch wurde ein Erfolgsroman, wurde bis in die 1950er Jahre immer wieder neu aufgelegt (das 285. Tausend wurde 1953 gedruckt) und 1977 sogar noch als Taschenbuch zugänglich. Es wurde schnell zum Stofflieferanten der Operette Das Dreimäderlhaus von Heinrich Berté [10] – deren Musik in Bearbeitungen ausschließlich Schubert’scher Stücke bestand. Das am 15.1.1916 im Raimund-Theater in Wien uraufgeführ- te Stück wurde schnell zu einem Kassenschlager; es wurde in 22 Sprachen übersetzt und in mehr als 60 Ländern aufgeführt. Es wurde eines er erfolgreichsten Stücke der Operettenge- schichte. Bereits 1918 wurde das Stück erstmals verfilmt (eine Adaptionsgeschichte, die in der Adaption von Ernst Marischka 1958 kulminierte). Zu den dreien vom Dreimäderlhaus – es waren die Töchter des Hofglasermeisters Christian Tschöll – gesellte sich die Gräfin Ca- roline Esterházy de Galántha, die über mehrere Jahre Klavierschülerin Schuberts war und als enge Freundin gilt, aus der eine weitere Geliebte wurde, zumindest in der Legende[11]. Therese Grob, die seine Lieder sang und in die er sich verliebte (und sie sich in ihn), ist eine fünfte Frauenfigur, mit der es nie zur Ehe kam, weil Schubert nicht sah, dass er ein regelmä- ßiges Einkommen erzielen konnte. Unerfüllte (und vielleicht auch nicht erwiderte) Lieben als biographischer Hintergrund des romantisch-sehnsuchtsvollen Gestus der Schu- bert’schen Musik – der dramatische Grund, den all diese Legenden und Realgeschichten um den Komponisten zur Erklärung des Zusammenhangs von Leben und Musik anbieten, liegt auf der Hand. Neben der erotischen Dramatik, die Schuberts Biographie-Legende übergreift, tritt zu- gleich das Bild einer biedermeierlichen Gemütlichkeit. Die Schubert-Büste wurde schon um 1900 zum repräsentativen Ausstellungsobjekt in kleinbürgerlichen Salons (etwa in den Stü- cken und Novellen Schnitzlers). Schubert geriet als Person und als Kürzel für seine Stücke in den Sog einer Verkitschungskultur, die sich erst in den späten 1960ern auflöste. Die Filme der hier kompilierten Liste zeigen, dass wohl erst mit Fritz Lehners TV-Dreiteiler Mit mei- nen heißen Tränen (1986) die populären Schubert-Bilder sich zu ändern begannen, auch wenn er mit der Engführung von Krankheit und Schaffen einen eigenen, in den Vorläufer - filmen nur randständig wirksamen dramatischen Vorwurf bediente. Allerdings löste er sich von einigen betulichen Stereotypen, die dem Wiener Biedermeier im populären Gedächtnis zugewiesen sind, ersetze es durch bemüht sozialdemokratisch-realistische Bilder von „Schmutz, Elend und Krankheit, voll Triebhaftigkeit und Aggression“ [12] – und gerade die- se Modulation des Settings löste Proteste der Zuschauer aus. Weil der Film ein Schubert- Leben präsentierte, das trotz der selbst wieder schmalzigen Erzählung in lauen Konflikt mit dem Liebgewonnen-Gewohnten geraten war, möchte man ergänzen. Anmerkungen [*] Dank gilt Hans-Joachim Hinrichsen, Georg Maas, Albrecht Riethmüller und Jürg Stenzl, die mich unterstützt und korrigiert haben. [1] Das „Ave Maria“ war eigentlich „Ellens Gesang Nr. 3“ betitelt, wurde aber schon im frühen 19. Jahrhundert unter der heutigen Bezeichnung populär – und zu einem der prominentesten Kitsch- Titel der Musikliteratur. Vgl. Behrendt, Maria: „Von Franz S. bis Beyoncé. Schuberts „Ave Maria“, das Ewig- und das Heutig-Weibliche“ (in: Österreichische Musikzeitschrift 71,6, 2016, S. 53–59).
Franz Schubert im Film // Medienwissenschaft, 192, 2020 /// 4 [2] Vgl. neuerdings: Hinrichsen, Hans-Joachim: Franz Schubert. München: C.H.Beck 2011, 128 S. (C.H. Beck Wissen. 2725.); 3., durchges. u. aktual. Aufl. 2019. – Zum Nachleben Schuberts, seiner Bil- der in Literatur, Theater und Film vgl. neben Jary-Janecka, Friederike: Franz Schubert am Theater und im Film (Anif/Salzburg: Müller-Speiser 2000 [Wort und Musik. 42.]) auch Werba, Robert: Franz Schu- bert. Ein volkstümlicher Unbekannter in den Augen der Nachwelt (Wien: Pichler 1997). [3] Vgl. etwa Kiemle, Hans Dietrich: „Die landschaftliche Prägung des Franz Schubert und seiner Musik über die Eltern und deren Herkunft aus dem Altvatergebirge mit seiner speziellen Mundart“ (in: Sbornik Praci fisozofické Faculty Brněnskě University / Studia Minora Facultatis philosophicae uni- versitatis Brunensis, 35, 2000, S. 33-41). [4] Vgl. etwa Solomon, Maynard: “Franz Schubert’s ‘My Dream’” (in: American Imago 38,2, 1981, S. 137–154). [5] Vgl. neben Reininghaus, Frieder: Schubert und das Wirtshaus. Musik unter Metternich (Berlin: Oberbaumverlag 1979 [Bücherei Oberbaum. 1012.]) auch Aschauer, Michael: „Drei Stationen einer Auseinandersetzung mit dem System Metternichs: Franz Schuberts politische und weltanschauliche Haltung, dargelegt anhand seiner Schriften, ausgewählter Liedtexte und dreier Freundesgestalten“ (in: Studien zur Musikwissenschaft 48, 2002, S. 373–388). [6] Vgl. neben Solomon, Maynard: “Franz Schubert and the Peacocks of Benvenuto Cellini” (in: Nineteenth-Century Music 12,3, 1989, S. 193–206) auch Brett, Philip: “Piano Four-hands: Schubert and the Performance of Gay Male Desire” (in: 19th-Century Music 21,2, 1997, S. 149–176). Vgl. auch Kramer, Lawrence: Franz Schubert: Sexuality, Subjectivity, Song (Cambridge, UK/New York, NY [u.a.]: Cambridge University Press 1998 [Cambridge Studies in Music Theory and Analysis. 13.]) und Mc- Clary, Susan: “Constructions of Subjectivity in Franz Schubert’s Music” (in: Queering the Pitch: The New Gay and Lesbian Musicology. Ed. by Philip Brett, Elizabeth Wood & Gary C. Thomas. New York/ London: Routledge 2006, S. 205–235). [7] Vgl. Schwaegermann, Ingrid: „Schubert und Beethoven“ (o.O.: o.Vlg. O.J., online). [8] Vgl. Bodendorff, Werner: Franz Schuberts Frauenbild (Augsburg: Wissner 1996) über die „Frau- enlieder“, in denen eine Frau von sich in der ersten Person singt und deren Hauptthema die Klage ist. Die Frau wird allein gelassen und wartet geduldig, während der Mann in die weite Welt hinaus zieht, geprägt vom romantischen Gefühl der Sehnsucht geprägt. [9] Bartsch, Rudolf Hans: Schwammerl (Leipzig: Staackmann 1912). Taschenbuch: München: Hey- ne 1977 (Heyne-Nostalgie-Bibliothek. 29.). [10] Singspiel in drei Akten. V. Dr. Alfred Maria Willner u. Heinz Reichert (Leipzig: Ludwig Dob- linger 1916). Engl. Ausg: Alfred Butt Presents ‘Lilac-time’: A Play with Music in Three Acts (London: Chappell 1922; mehrfach neu-ed.: ebd. 1937; 1971). Es sei erwähnt, dass schon 1864 die Operette Franz Schubert am 10.9.1864 am Wiener Carl-Theater uraufgeführt wurde (vgl. dazu Max, Hans [ei- gentl. Johann von Päumann]: Franz Schubert. Original-Singspiel in 1 Act. Musik mit Benützung Schu- bert’scher Motive, von Franz von Suppé. Wien: Verlag der Wallishausser Buchhandlung (Josef Klemm) 1879). [11] Vgl. Eder, Gabriele: „Schubert und Caroline Esterhazy“ (in: Schubert durch die Brille 11, 1993, S. 6–20). Die Legende erzählt auch von dem Stubenmädchen Pepi Pöcklhofer, die Schubert in der Sommerresidenz der Esterházys kennen- und liebengelernt haben soll; sie spielt im Filmkorpus kei - ne Rolle. Vgl. dazu Steblin, Rita: “Schubert’s Pepi: His Love Affair with the Chambermaid Josepha Pöcklhofer and Her Surprising Fate” (in: The Musical Times 149,[= 1903], Summer 2008, S. 47–69). [12] Jary-Janecka 2000 [Anm. 2], S. 136.
Franz Schubert im Film // Medienwissenschaft, 192, 2020 /// 5
2. Filmographie
Schubert ist auf Bildern oft als ansehnlicher junger Mann zu sehen. In der belletristischen Literatur
und in Drehbüchern für Filme wurde er oft wenig authentisch, unbeholfen und sentimental darge-
stellt. Viele Schriften über Schuberts Reisen etc. stehen mit den dokumentarisch nachweisbaren Tat-
sachen kaum in Einklang. Die meisten Geschichten sind frei erfunden und nur mit einigen Rahmen-
daten, wie Namen seiner Freunde etc., dem wirklichen Leben Schuberts angeglichen.
Erfasst wurden auch Filme, in denen Schubert nur eine marginale oder sogar Kleinstrolle spielt.
Nicht aufgenommen wurden Konzertaufnahmen. Soweit es möglich war, sind TV-Dokumentation
von einer Länge ab 30 Minuten aufgenommen worden.
1917 1923
Franz Schubert; Deutschland 1917. S’Hannerl vom Dreimäderlhaus (aka: Im
582 m. P: Aarfilm-Ges. (Hamburg). Reiche der Wiener Melodien); Österreich
1923, Karl Tema, Wilhelm August Jurek.
1918 Darsteller: Anny Rainer, Elly Preiskar, Gretl
Das Dreimäderlhaus; Deutschland 1918, Ri- Schwab. B: Eduard Meier-Halm, Martin Krae-
mer. Musik: Wilhelm August Jurek. P: Gustav
chard Oswald.
Mayer. Wohl nach Jureks Singspielentwurf ’s
Julius Spielmann als Franz Schubert.
Hannerl vom Dreimäderlhaus (1921) und Max
40 min. Nach dem Roman Schwammerl von
Schimanns Sängerbuchfarce 1828 – Schubert
Rudolf Hans Bartsch (1912).
(1928).
Vienna 1826. The love story of the young
composer Franz Schubert and his attempts to
1925
assert himself as a composer. Schubert's
circle of friends includes, among others, the Der Walzer von Strauß; Österreich/Deutsch-
young Baron Franz von Schober and the land 1925, Max Neufeld.
painter Moritz von Schwind. Nebenrolle: Philipp von Zeska als Franz
Schubert.
Der Märtyrer seines Herzens (aka: Beetho- 2874 m.
vens Lebensroman; aka: Beethoven und die
Frauen; aka: Beethoven und seine Frauen); 1926
Österreich 1918, Emil Justitz. Franz Schuberts letzte Liebe; Österreich
85 min. Schubert als Nebenfigur (nur in der
1926, Alfred Deutsch-German.
Sterbeszene Beethovens).
Philipp von Zeska als Franz Schubert.
Rez.: Neue Freie Presse, 8.2.1918.
92 min. P: Schubert-Film (Wien).
Rez.: Wiener Allgemeine Zeitung, 9.2.1918.
Ein Stück dramatisierter Biographie sozusa-
gen. Die Geschichte des armen Schulmeisters
1921
vom Himmelpfortgrund, der, ohne sich des-
Die schöne Müllerin; Österreich 1921, Lud- sen recht bewußt zu sein, so reich war, daß
wig Loibner. er über sein Leben hinaus die Menschheit
Kurzfilm. mit Gaben von unvergänglichem Zauber be-Franz Schubert im Film // Medienwissenschaft, 192, 2020 /// 6
schenken konnte. Mit den Frauen um Schu- Film kam nie zustande. Vgl. den Abriss des
bert war das so eine eigene Sache. Der Italie- Films in: Jary-Janecka, Friederike: Franz Schu-
nerin unter ihnen nimmt der Film sich am bert am Theater und im Film (Anif, Salzburg:
liebevollsten an, erzählt von ihr am ausführ- Müller-Speiser 2000, S. 183). Danach sah das
lichsten mit tragischen Akzenten. Wie sie Buch eine „Phantasiebiographie“ vor, in die di-
mit dem Musiker tändelt, ein Katz- und verse Symboliken eingewoben waren – von der
Mausspiel spielt, geliebt und verliebt. Wie Verzückung des Schaffenden, seiner Verliebthei-
dann Paganini in ihr Leben eingreift, sie ten und seiner Mildtätigkeit bis zur Einsamkeit
Schubert vor der Nase wegnimmt, betört, seines Sterbens; schon das Kind in der Wiege
entführt, enttäuscht und zuletzt verläßt. Als sollte von Musen und Symbolfiguren um-
eine Gebrochene kehrt die schöne Emilia schwebt sein.]
wieder; vom Leben vergiftet, stirbt sie in
Schuberts engem Zimmer; des Meisters Hand Der Schulmeister von Lichtental (aka: Unser
drückt ihr die Augen zu. Es ist viel vom Geist Schubert); Österreich 1928, James A. FitzPa-
der Biedermeierzeit, von ihrer Gefühlsein- trick.
stellung und ihrer Grazie in diesem Film fest- Franz Slavicek als Schubert. Hilde von Stolz
gehalten. Beethoven, der große Einsame, von als Hannerl.
Theodor Weiser dargestellt, geht episodisch Die Handlung stellt Schubert zwischen zwei
durch die Handlung. Philipp Zeska, in hüb- Frauen: Therese Grob und Comtesse Esterhá-
scher Schubert-Maske, sehr gut in Haltung zy. Hat er Therese durch seine Unentschlos-
und Bewegung, bringt die Hauptrolle zu aus- senheit an Baron Schober verloren, so setzt
gezeichneter Wirkung. Renate Renée leiht der Standesunterschied zu Caroline Esterhá-
der Figur der Gräfin Emilia eine reine Schön- zy von vornherein Grenzen – Schubert bleibt
heit, die sich vorbildlich in den Rahmen der mit einer Musik allein.
Zeit fügt. Und mit den Bildern steigen die Der Film stand in den USA im Rahmen der
wohlbekannten, unvergeßlichen Weisen Reihe Famous Music Master Series.
hoch, Schubertsche Lieder, von Emilie
Rutschka, Oskar Jölli und dem Chor des Wie- 1929
ner „Schubertbundes“ glänzend vorgetragen,
klingen auf, erschüttern und bewegen, wie [James A. FitzPatricks Produktionsfirma produ-
immer, wenn wahre Kunst sie interpretiert. zierte 1929 mehrere Schubert-Kurzfilme: Schu-
(Lilly Klaudi [K-y], 1926) bert’s Songs, Schubert’s Inspiration, Schubert’s
Friends, Schubert’s Masterpiece sowie Unfinished
1928 Symphony; die Distribution übernahm Para-
mount. Wahrscheinlich oblag auch die Regie
Franz Schubert und sein lachendes Wien; FitzPatrick, der in den 1920ern eine ganze Reihe
Österreich 1928, Franz Hoffermann, Mauriz von Musikerfilmen inszenierte.]
Hans Heger [Martin Kraemer ?].
P: Allianz-Film. B: Mauriz Hans Heger. K: Seven Faces; USA 1929, Berthold Viertel.
Viktor Glück. M: Fritz Zeillinger. Paul Muni als Franz Schubert.
78 min. Der Film gilt als verloren.
Franz Schubert und seine Zeit; Österreich The film’s best scene finds Papa Chibou (Paul
1928, Karl Tema. Muni) dreaming that he is offering Dufeyl
P: Gustav-Mayer-Film. and Helene romantic advice in the guises of
Schubert-Filmrevue. Im Rahmen der Schu- six of the museum’s wax figures, including
bert-Zentenarfeiern. Napoleon, Don Juan, Svengali and Franz
Schubert.
Das Mädel aus der Höldrichsmühle; Öster-
reich 1928, H. Stummfeld. 1930
Der Film ist wohl nicht erhalten geblieben. Zwei Herzen im Dreiviertel-Takt; Deutsch-
land 1930, Géza von Bolváry.
[Der Schubert Franzl (Österreich 1928, Anton Nebenrolle: Gert Bloem als Franz Schubert.
Maurer) wurde nur als Drehbuch vollendet; derFranz Schubert im Film // Medienwissenschaft, 192, 2020 /// 7
Musik: Robert Stolz. Hans Jaray als Franz Schubert, Martha Eg-
96 [90, 98] min. gerth als Gräfin Esterhazy; weitere Darstel-
Der Komponist Toni Hofer arbeitet mit den ler: Hans Moser und Luise Ullrich.
beiden Librettisten Nicky und Vicky Mahler Engl. Fassung: The Unfinished Symphony;
an einer neuen Operette, doch ihm fehlt die Großbritannien/Österreich 1934, Willi Forst,
zündende Idee für den Titelwalzer. Hilfe naht Anthony Asquith.
in Gestalt von Hedi, der Ziehschwester von Hans Jaray und Marta Eggerth spielten ihre
Nicky und Vicky. Sie bezaubert Hofer und Rollen erneut.
inspiriert ihn zu einer Melodie, die er jedoch 88 min.
wieder vergisst, sobald Hedi verschwunden Biographischer Spielfilm über Franz Schubert
ist. Da er nicht weiß, dass es sich um die Ver- und die Geschichte seiner berühmten Unvoll-
wandte seiner Librettisten handelt, die Hedi endeten Sinfonie: Der junge Komponist ist
aus Sorge von dem leichtlebigen Künstler völlig mittellos und muss sogar seine Gitarre
fernhalten wollen, sucht er sie anfangs ver- beim Pfandleiher lassen, um überleben zu
geblich. Doch im letzten Moment, kurz nach können. Immerhin bietet ihm der Kapell-
der Generalprobe, kehrt seine Muse zurück – meister Salieri an, bei einer abendlichen Ge-
und mit ihr der Walzer und die Liebe. sellschaft aufzutreten. Beim Vortrag seiner
unvollendeten Sinfonie fallen Schubert plötz-
1931 lich allerhand mögliche Schlüsse ein, und so
trägt er dem noblen Publikum völlig unper-
Frühlingstraum (aka: Schuberts Frühlings- fekte Variationen vor. Besonders die junge
traum; aka: Schuberts Frühlingstraum – Gräfin Karoline Esterházy lacht den Kompo-
Der Musikant aus der Höldrichsmühle); nisten so sehr aus, dass er entrüstet die Ge-
Deutschland 1931, Richard Oswald. sellschaft verlässt. Alles ändert sich jedoch,
Carl Jöken als Franz Schubert, Gretl Theimer als Schubert wenig später im ungarischen
als Maria Esterházy. P: Richard-Oswald-Pro- Schloss der Esterházys als Musiklehrer ange-
duktion. M(Komp): Felix Günther. stellt wird, und er und die junge Gräfin, die
90 [82] min. inzwischen voller Scham für ihren Spott ist,
Episode aus dem Leben des österreichischen sich ineinander verlieben. Da Schubert aber
Komponisten Franz Schubert, der die schöns- kein standesgemäßer Mann für sie wäre, ar-
ten Liebeslieder schreibt, aber selbst sehr un- rangiert der Grafen für seine Tochter die Ehe
glücklich wird: Der schüchterne, kurzsichtige mit einem jungen Offizier. Der zutiefst ent-
und ziemlich wohlbeleibte Schubert verknallt täuschte Schubert übergibt Karoline die end-
sich in die schöne, blonde Komtesse Maria lich vollendete Sinfonie als eine Art Hoch-
Esterházy und macht sich völlig falsche Hoff- zeitsgeschenk. Am Ende kehrt er allein nach
nungen, da Maria ihn nur als genialen Wien zurück und beschließt, das Stück nun
Musiker verehrt. Als er aus seiner Anstellung doch unvollendet zu lassen.
als Lehrer der Gemeindeschule entlassen Literatur: Marksteiner, Franz: Schubert heiß
wird, verschafft ihm die fesche Dorfwirtin ich. Bin ich Schubert? Der Komponist ohne
Therese, die heimlich für Schubert schwärmt, Heimat. Zu den Filmen Leise flehen meine
ein Engagement für ein Konzert im Palais Es- Lieder (Österreich 1933) und Blossom Time
terházy. Auf dem Höhepunkt des Konzerts (Großbritannien 1934). In: Aufbruch ins
singt Maria ein ihr von Schubert gewidmetes Ungewisse. Österreichische Filmschaffende in
Liebeslied. Darauf wagt Schubert, ihr einen der Emigration vor 1945. Hrsg. Christian
Heiratsantrag zu machen, der sie völlig über- Cargnelli & Michael Omasta. Wien: Wespen-
rascht und den sie mit schonenden Worten nest 1993, S. 77–88.
ablehnt.
1934
1933
Blossom Time: A Romance to the Music of
Leise flehen meine Lieder (aka: Schuberts Franz Schubert (aka: Blossom Time; April
unvollendete Symphonie); Deutschland/Ös- Blossoms; April Romance; dt.: Dein ist mein
terreich 1933, Willi Forst. Herz); Großbritannien 1934, Paul L. Stein.Franz Schubert im Film // Medienwissenschaft, 192, 2020 /// 8 Richard Tauber als Franz Schubert. chard Tauber’s First British Film) in: Film 95 min. B: Franz Schulz, John Drinkwater, Weekly, 24.8.1934, S. 8–9. Roger Burford, G. H. Clutsam. Musikadapti- Rev. (Malcolm D. Phillips [= M.D.P.]: Ri- on u. -komposition: G. H. Clutsam. P: Walter chard Tauber’s British Debut) in: Picture- C. Mycroft für British International Pictures goer Weekly, 28.7.1934, S. 16. (Elstree Studios). Wien 1826: Romanhafte Szenen vom Leben 1934 und einer unglücklichen Liebe Franz Schu- berts im Hof- und Offiziersmilieu des alten Love Time; USA 1934, James Tinling. Wien. Die künstlerisch anspruchslose, um- Nils Asther als Franz Schubert. ständliche Musikbiographie des österreichi- 72 [74] min. B: William Conselman, Henry schen Emigranten Paul Stein ist vor allem Johnson; nach einer Novelle von Richard wegen der von Richard Tauber gesungenen Carroll. Schubert-Lieder erwähnenswert. Romantisierendes Biopic. Blossom Time, im Verein mit drei britischen Love Time is the story of the unhappy life of Kollegen geschrieben von Franz Schulz, ei- composer Franz Schubert, here played by nem höchst produktiven Drehbuchautor des Swedish actor Nils Asther. Too poor even for deutschen Kinos, der 1934 in die USA emi- romance, Schubert feels compelled to give up griert, erzählt die Geschichte der unglückli- his sweetheart Valerie (Pat Paterson) never chen Liebe Schuberts zu Therese Grob (im realizing that she’s the daughter of the fabu- Film: Vicki Wimpassinger, gespielt von Jane lously wealthy Duke von Hatzfeld (Henry B. Baxter) – und gibt Richard Tauber ausrei- Walthall). Not wishing to humiliate the chend Gelegenheit zu singen. Buchstäblich proud Schubert by revealing her identity, she mitten im Film intoniert Schubert, weil der leaves her posh surroundings and joins a vorgesehene Sänger plötzlich seine Stimme band of travelling musicians, finally coming verloren hat, seine Lieder im Redoutensaal back into Schubert’s life long enough to nur- selbst, gleich vier hintereinander, darunter se him through a serious illness. The film „Frühlingsglaube“ und „Ungeduld“ („Thine is ends triumphantly as Schubert makes his de- my heart“) auf Englisch und das „Ständchen“ but in the court of Emperor Franz 1st (Henry auf Deutsch. Letzteres beginnt mit der Zeile Kolker), thanks to the behind-the-scenes ma- „Leise flehen meine Lieder“ – so nannte Willi nipulations of the faithful Valerie. Touted as Forst seine ein Jahr zuvor in Wien entstande- an “original,” Love Time was obviously inspi- ne filmische Schubert-Biografie mit Hans Ja- red by the Sigmund Romberg operetta Blos- ray. „Wo Forst ein Ikon auffüllt“, so Franz som Time (1921). Marksteiner, „wird in Steins Film eine Figur Zu Rombergs Operette vgl.: Yamami, Wynn Richard Tauber angepaßt“. Jaray nähert sich T.: Enacting the Canon: The Dramatization of seinem Schubert rührend-naiv-ehrerbietig; Composers on the American Stage and Screen, sein Schubert leidet viel tragischer als derje- 1910–1938. Ph.D. Thesis, New York University nige Taubers – entsagen müssen sie aller- 2009, 275 S.: The second chapter discusses dings beide. Immerhin hilft der „britische“ the depiction of Franz Schubert in Blossom Schubert schlussendlich noch tatkräftig mit, Time (1921), by Sigmund Romberg and Doro- die Unerreichbare in den Hafen der Ehe zu thy Donnelly. Produced by the Shubert Brot- führen. hers, this musical dramatization was an im- Literatur: Marksteiner, Franz: Schubert heiß mediate hit on Broadway and set the prece- ich. Bin ich Schubert? Der Komponist ohne dent for future musical bio-productions. Heimat. Zu den Filmen Leise flehen meine Lieder (Österreich 1933) und Blossom Time 1936 (Großbritannien 1934). In: Aufbruch ins Horch’, horch’, die Lerch’ im Ätherblau; Ungewisse. Österreichische Filmschaffende in Deutschland 1936, Jürgen von Alten der Emigration vor 1945. Hrsg. Christian Eduard Bornträger als Franz Schubert. Josefi- Cargnelli & Michael Omasta. Wien: Wespen- ne Dora als Frau Kneidlinger. – Kurzfilm. nest, 1993, S. 77–88. Rev. (Paul L. Stein: How We Made Ri-
Franz Schubert im Film // Medienwissenschaft, 192, 2020 /// 9
Drei Mäderl um Schubert (Untertitel; Drei- Reichsbahnzentrale für den Deutschen Reise-
mäderlhaus; aka: Die vom Dreimäderlhaus); verkehr (Berlin). K: Adolf Erben.
Deutschland 1936, E. W. Emo. Es werden österreichische und wienerische
Paul Hörbiger als Franz Schubert. Hörbiger Landschaften, dazu Schuberts Geburtsort
produzierte (mit Karl Künzel) auch den Film. Liechtenthal und sein Geburtshaus zu Schu-
93 min. P: Algefa-Film. Nach dem „Dreimä- bert-Musik gezeigt. Dabei Aufnahmen eines
derlhaus-Roman“ von Rudolf Hans Bartsch Konzerts mit dem Dirigenten Bernhard
(1912) u. nach „Das Dreimäderlhaus. Sing- Paumgartner. In einer Spielszene musiziert
spiel in drei Akten“ v. A[lfred] M[aria] Will- Schubert für seine Freunde.
ner u. Heinz Reichert, mit Benützung des Ro-
manes "Schwammerl" von R. H. Bartsch. 1940
Musik nach Franz Schubert. Für die Bühne Sérénade (Serenade; aka: Schuberts Liebes-
bearb. v. Heinrich Berté (1916). – Pseudobio- traum); Frankreich 1940, Jean Boyer.
graphisches Biedermeieridyll. Musikalisch 90 min. Bernard Lancret als Franz Schubert.
reichhaltig ausstaffiert mit frei bearbeiteten Serenade represented the return to the
Schubertschen Melodien. screen of international favorite Lillian Har-
Im Regenunterstand einer Kapelle begegnet vey after an absence of two years. Based loo-
der Komponist Paul Hörbiger (Franz Schu- sely on the life of composer Franz Schubert,
bert) der jungen Gretl Theimer (Hedwig von the film casts Bernard Lancret as Schubert,
Tschöll), die kurz darauf Erich Musil (Anton Harvey as his dancer sweetheart, and Louis
Bruneder) heiratet. Auf dieser Hochzeit spielt Jouvet as a possessive Baron who has his
Hörbiger, sieht Theimer wieder, wird aber own designs on our heroine.
von ihr beim Spielen der Orgel gemaßregelt. This film is one of over 200 titles in the list of
Um das gutzumachen und aus Neugier besu- independent feature films made available for
chen ihre Schwestern Maria Andergast (Hei- television presentation by Advance Televisi-
derl) und Else Elster (Hannerl) Hörbiger, der on Pictures announced in Motion Picture He-
Elster Gesangsstunden gibt und sich in sie rald 4 April 1942. At this time, television
verliebt. Er aber wird von Andergast geliebt, broadcasting was in its infancy, almost total-
die heimlich Geld sammelt, damit er nach ly curtailed by the advent of World War II,
seiner Abweisung für den Posten des Hofka- and would not continue to develop until
pellmeisters im Musikverein ein Konzert ge- 1945–1946. Because of poor documentation
ben kann. Elster brennt mit dem Operndirek- (feature films were often not identified by tit-
tor Ivan Petrovich (Furlani) nach Italien le in conventional sources) no record has yet
durch und die Stühle der drei Mäderl für been found of its initial television broadcast.
Hörbigers Konzert bleiben leer… Die Ehr- It’s earliest documented Post-WWII telecast
furcht vor dem Schubertschen Genie, der sei- took place in Los Angeles Wednesday 12 Oc-
ne Ernsthaftigkeit mehrfach zornig gegen tober 1949 on KTSL (Channel 2).
italienische Koloraturen stellt, bremst die Rez. (Reid, John Howard) in: Reid’s Film In-
Spielfreude des biederen Films. dex, 12, 1993, S. 115–118.
Programm: Illustrierter Film-Kurier [1936],
Nr. 2506.
1941
1937 New Wine (aka: The Schubert Story; The
Great Awakening; (The) Melody Master;
Un grand amour de Beethoven (Beethovens
One Romantic Night; dt.: Die Unvollendete);
große Liebe); Frankreich 1937, Abel Gance.
Kleinstrolle: Dalméras als Franz Schubert. USA 1941, Reinhold Schünzel.
84 min. Alan Curtis als Franz Schubert.
Melodramatisches Biopic. B: Howard Easta-
1938
brook, Nicholas Jory. P: Alexander Korda,
Franz Schubert und seine Heimat, Deutsch- William Sekely für Gloria Pictures.
land/Österreich 1938. DVD-Neu-Ed.: Narberth, Penn.: Alpha Home
14 [13] min. Kurz-Dokumentarfilm. P: Entertainment 2010.Franz Schubert im Film // Medienwissenschaft, 192, 2020 /// 10
Franz Schubert (1797–1828), von Beethoven Grob und Heinrich Schweiger als Franz
in seiner Karriere gefördert, nachdem Schu- Schubert. B: Walter Kolm-Veltée, Carl Merz.
bert ihm seine unvollendete h-Moll-Sympho- P: Beta-Film GmbH (Wien). Musikarrange-
nie vortrug, flieht vor der Militäraushebung ments: Karl Pauspertl.
nach Ungarn, wo er einer adeligen Dame be- Wien 1816. Der Aushilfslehrer Heinrich
gegnet, die zur großen, letztlich unerfüllba- Schweiger (Franz Schubert) komponiert und
ren Liebe seines Lebens wird. Eine in Aus- gibt deswegen seine Tätigkeit auf. Er lernt
stattung und Darstellung stillose Künstler- die Sängerin Aglaja Schmid (Therese Grob)
biografie, die romantisierende Episoden ohne kennen, die Lieder von ihm singt und in die
jedes Flair aneinanderreiht. er sich verliebt. 1817 zieht er zu seinen
Für Schünzel war der Film eine letzter Ver- Freunden Rolf Wanka (Franz Schober), Louis
such, Fuss in der amerikanischen Filmindus- Soldan (Moritz von Schwind) und Erwin
trie zu fassen. Weder Albert Bassermanns Strahl (Johann Mayerhofer) und versucht,
eindrucksvolle Leistung als Beethoven noch sich mit der Aufführung seiner Lieder zu er-
Schuberts Musik konnten den Film allerdings nähren. Doch Schweiger will Sinfonien und
retten, dessen Misserfolg das endgültige Aus Opern schreiben und bewirbt sich als Vizeka-
für Schünzel als Regisseur bedeutete. pellmeister bei Hofe, protegiert von Schmid.
Das scheitert, bei Proben überwirft er sich
1947 mit der Sängerin, Verleger lehnen seine Lie-
der ab. So tingelt er mit Fritz Hinrich Fabrici-
Seine einzige Liebe; Österreich 1947, Emme- us (Hofopersänger Johann Michael Vogl)
rich Hanus. über Land. Wieder zu Hause, sucht ihn
Franz Böheim als Franz Schubert. Julius Beethovens Sekretär Fred Hennings (Anton
Brandt als Diabelli. Schindler) auf. Doch bevor Schweiger
The film portrays the life of the composer Beethoven besuchen kann, stirbt der. Ein
Franz Schubert. Jahr später stirbt auch Schweiger.
Hanus’ erstes Projekt nach dem Krieg war Der in Überblendung, Ton und Farbe nicht
„Seine einzige Liebe“ im Jahre 1946, eine immer sauber gearbeitete, aber musikalisch
Schubert-Erzählung, die von der kurzlebigen hervorragende Film entstand unter sowjeti-
„Royal-Film“ produziert wurde. scher Lizenz im noch besetzten Wien.
Programmheft: Progress Filmillustrierte, 2,
1948 1954.
La Belle Meunière (Die schöne Müllerin);
Frankreich 1948 [1949], Marcel Pagnol. 1954
99 min. Tino Rossi als Franz Schubert. Himmlische Musik; BRD 1954, Paul Gordon,
Franz Schubert zieht es zurück aufs Land, um Wolff von Gordon, Leopold Hainisch.
Musik zu schreiben. Seine Inspiration bezieht Dokumentarfilm, Musikfilm. 77 min. TV-Pro-
er aus einer Romanze mit der Tochter des duktion (P: Europäische Television).
Müllers. Ein Kulturfilm, der versucht, klassische Wer-
An operetta in the fifties Vienna style. This is ke der Musik filmisch darzubieten: Musik
the only movie from Marcel Pagnol in color von Bach, Beethoven, Schubert und Wagner,
and the only movie in Rouxcolor, a French dargeboten vornehmlich durch die Wiener
experimental process derivated from the ag- Philharmoniker. Die filmische Gestaltung
facolor German process. kommt bei der Wiedergabe nicht nur zu
Zur Farbe: Der Spiegel, 4.12.1948. kurz, sondern mutet oft als wenig sinnvoll, ja
störend an. Interessant nur die Begegnung
1953 mit einigen großen Dirigenten wie Böhm,
Franz Schubert (aka: Franz Schubert – Ein Krips und Dorati.
Leben in zwei Sätzen; aka: Franz Schubert –
Ein unvollendetes Leben); Österreich 1953, 1956
Walter Kolm-Veltée. Sinfonia d’amore – Schubert (aka: Sinfonia
81 [92; 111] min. Aglaja Schmid als Therese d’amore; Symphonie inachevée; dt.: Dein istFranz Schubert im Film // Medienwissenschaft, 192, 2020 /// 11
mein Herz – Schuberts große Liebe); Italien – Jary-Janecka, Friederike: Schubert – zwei-
1956, Glauco Pellegrini. fach populär. Das Dreimäderlhaus – von der
86 min. Claude Laydu als Franz Schubert, Lu- Operette zum Film. In: Das Musiktheater in
cia Bosè als Therese Grob, Marina Vlady als den audiovisuellen Medien. „... ersichtlich ge-
Karoline Esterhazy, Heinz Moog als Herr Es- wordene Taten der Musik‟. Vorträge und Ge-
terhazy. P: Luigi Rovere für Cines, Ente Na- spräche des Salzburger Symposions 1999.
zionale Industrie Cinematografiche, Imperial, Hrsg. v. Peter Csobádi. Anif/Salzburg: Mül-
Isarfilm. ler-Speiser 2001, S. 446–458 (Wort und Mu-
Rührstück über die unglückliche Liebe Franz sik. 48.).
Schuberts zur Komtesse Esterházy. Der Film – Permoser, Manfred: Der Schubert-Film
hat wenig biographischen Wert, bemüht sich nach 1950. Anmerkungen zur jüngeren Re-
aber mit sorgfältiger Ausstattung und Auf- zeptionsgeschichte. In: Schubert und die
nahmen an Originalschauplätzen einigerma- Nachwelt. 1. Internationale Arbeitstagung zur
ßen erfolgreich um Zeitkolorit. Schubert-Rezeption, Wien 2003. / Kongreß-
bericht. Hrsg. v. Michael Kube, Walburga Lit-
1957 schauer & Gernot Gruber. München/Salz-
burg: Musikverlag Katzbichler 2007, S. 321–
Franz Schubert; BRD 1957, Walter Kolm-Vel- 328 (Musikwissenschaftliche Schriften. 44.).
tée. [Über den Roman Schwammerl von Rudolf
7 min. Kurz-Dokumentarfilm. Musikfilm Hans Bartsch wie auch die 1916 entstandene
über Wien und Schubert. P: Industriefilm Operette Das Dreimäderlhaus; beide dienten
KG, Kolm & Co. Walter Kolm-Veltée hatte die als Vorlage für den österreichischen Film Das
künstlerische Oberleitung. Dreimäderlhaus von Ernst Marischka (1958).]
– Lindmayr-Brandl, Andrea: The myth of the
1958 „Unfinished‟ and the film Das Dreimäderl-
haus (1958). In: Rethinking Schubert. Ed. by
Das Dreimäderlhaus; BRD/Österreich 1958,
Lorraine Byrne Bodley & Julian Horton. New
Ernst Marischka. York: Oxford University Press 2016, S. 111–
102 min. Karlheinz Böhm als Franz Schubert,
126.
Johanna Matz als Hannerl.
– Fischer, Michael: Von der Operette zum
Der Maler Moritz und der Sänger Schober
Film. Intertextuelle und intermediale Aspekte
wollen ihren Freund, den Komponisten Franz
beim Stoff Das Dreimäderlhaus. In: Lied und
Schubert, aufheitern, da der sich etwas
Populäre Kultur 62, 2017, S. 201–223.
schwer tut, in seiner Wahlheimat Wien Fuß
zu fassen. Also laden die beiden ihn zu einem
1959
Ausflug mit den schönen Töchtern des „Drei-
mäderlhauses‟ ein. Als Schubert sich uns- Jomfruburet; Dänemark 1959, Torben Anton
terblich in Hannerl verliebt, schreibt er ihr zu Svendsen.
Ehren ein romantisches Liebeslied. Als er je- 106 min. TV-Film. Hans Kurt als Franz Schu-
doch den Sänger Schober bittet, das Stück bert. P: DR – Danmarks Radio (TV-Teatret).
der ahnungslosen Hannerl in seinem Namen Musikalische Leitung: Johan Hye-Knudsen.
vorzutragen, verliebt die junge Frau sich in Nach dem Singspiel Jomfruburet [Das Drei-
Schober. mäderlhaus]: Operette i 3 Akter af A[lfred]
* Die rührselige Geschichte Franz Schuberts, M[aria] Willner og Heinz Reichert. Musik
der sich ins herzige Hannerl verliebt und sie efter Franz Schubert bearbejdet for Scenen af
durch sein Ungeschick an einen Freund ver- Heinrich Berté. Arrangement Piano med
liert. Ausgesprochen schablonenhafte Verfil- Tekst. Med Benyttelse af Romanen "Schwam-
mung; eine gefühlsselige Wien-Schmonzette merl" af R.H. Bartsch. Dansk Tekst ved Jo-
mit Kitsch und Schubert-Melodien. hannes Dam og Paul Sarauw.
Literatur:
– Hilmar, Ernst: Die musikalischen Vorlagen 1961
in Bertés „Dreimäderlhaus“. In: Schubert
durch die Brille 13, Juni 1994, S. 129–132. Du holde Kunst – Szenen um Lieder von
Franz Schubert; BRD 1961, Arthur Maria Ra-Franz Schubert im Film // Medienwissenschaft, 192, 2020 /// 12
benalt. der Film an einem Psychogramm des zuerst
55 min. Kurt Heintel als Franz Schubert. verkannten und später sentimentalisierten
TV-Produktion (BR). Wiener Komponisten Franz Schubert. Weni-
ger ein musikhistorischer Exkurs als ein Bei-
1970 trag zur Ästhetik entfesselter Filmbilder und
Einübung in vertieftes optisches Verständnis.
Angeli senza paradiso; Italien 1970, Ettore
Maria Fizzarotti. Leise flehen meine Lieder; DDR 1978, Horst
91 min. Romanze. Albano Carrisi als Franz Hawemann.
Schubert. Jan Bitterlich als Franz Schubert als Kind/Ju-
Schubert arbeitet u.a. als Lehrer in einer gendlicher, Christian Steyer als Franz Schu-
Grundschule. Der Besuch bei einer Prinzes- bert.
sin (Romina Power) löst eine Katastrophe aus TV-Spielfilm (19.11.1978 [DDR1], 11.8.1979
– Schubert wird aus der Schule entlassen, [DDR2]). Nach dem Kinderbuch: David, Kurt:
kein Verlag akzeptiert seine Lieder. Trort ih- Der Spielmann vom Himmelpfortgrund. Ber-
rer Verärgerung beschließt die junge Frau, lin: Kinderbuchverlag 1972, 177 S.
Schubert als Gesangslehrer in ihrer Villa in Fernsehspiel für die ganze Familie (Sende-
Budapest einzustellen. Die beiden verlieben zeit: 13.50 Uhr); es präsentierte in sechs Epi-
sich schnell ineinander ... soden den Lebensweg des Komponisten
Franz Schubert in den Jahren 1797 bis 1828.
1972 Es ist in all diesen Jahren für Schubert ein
Franz Schubert – Wahrheit und Legende; zermürbender Kampf gegen Unverständnis
BRD 1972, Jörn Thiel. und Bevormundung. In jungen Jahren ist es
TV-Produktion (ZDF, UA: 16.7.1972). der Vater Schuberts (Walter Wickenhauser),
Rez. (Max Weber: Nicht einmal die Legende) der den Sohn ob seiner musikalischen Nei-
in: Die Zeit, 29, 21.7.1972. gungen aus dem Haus wirft, zu späterer Zeit
verlässt ihn seine Geliebte. Ganz besonders
1974 bedrückend aber ist seine Lage, als seine
Kompositionen weder gedruckt noch aufge-
Schubert; Großbritannien 1974, Jeremy Mar- führt werden. So bleibt ihm zu Lebzeiten die
re. Anerkennung der Öffentlichkeit weitgehend
27 min. P: Seabourne Enterprises / Interna- verwehrt,
tional Film Bureau. Aus der Reihe Great com-
posers. Schubert: A Winter’s Journey; Großbritan-
Describes the composer, Franz Schubert, as a nien 1978, Colin Nears.
quiet, unassuming man who lived in the clas- TV-Produktion (BBC), 35 min. Ausstrahlung:
sical era, but whose orchestral and piano 19.11.1978. Aus der Reihe The Lively Arts.
works had a romantic strain that anticipated Adam Godley Franz Schubert als Junge, Da-
the lighthearted spirit of the 19th century. vid Wood als Franz Schubert (älter) und als
Focuses on some of his most famous compo- seine Stimme.
sitions.
1983
1978
Music in Time. Part 8: Vienna; Großbritan-
Fremd bin ich eingezogen (aka: Schubert: I nien 1983, Derek Bailey.
Was Born a Stranger); BRD/Österreich 1978, 63 [60] min. Fernsehdokumentation (Aus-
Titus Leber. strahlung: 5.6.1983). B: Derek Bailey nach ei-
64 min. Axel Schwanda als Franz Schubert, nem Szenario von James Archibald. Musikali-
August Schuschnigg als junger Schubert. sche Beratung: William John Mann. P: Derek
Experimentalfilm. TV-Produktion. UA: 21.8. Bailey für Polytel Films, ZDF – Zweites
1979 (ZDF). P: Clasart Film + TV Produktions Deutsches Fernsehen, KCET Los Angeles,
GmbH, Titusfilm. Landseer Film and Television Productions,
Auf mehreren formalen Ebenen versucht sich RM Arts, KRO, Sveriges Radio, Magyar RádíoFranz Schubert im Film // Medienwissenschaft, 192, 2020 /// 13
és Televisió. Sponsor: Channel Four. Modera- Künstler. Fritz Lehners Schubert-Trilogie. In:
tion: James Galway. Mit: James Galway, De- Genie und Leidenschaft. Künstlerleben im
nys Hawthorne, Peter Hall. [Dt. Aus- Film. Hrsg. v. Jürgen Felix. St. Augustin: Gar-
strahlung u.d.T. „Die erste Wiener Schule“ in dez!-Verlag 2000, S. 115–128.
der Reihe Weltsprache Musik, 8, Sendung: Ott, Thomas: Schubert in der Schulstube.
21.2.1989 (3Sat).] Oder: Warum Komponistenfilme im Musik-
Filmed mostly in Vienna, this programme unterricht? In: Diskussion Musikpädagogik
looks at the music of Mozart and Schubert. 47, 2010, S. 4–11. – In view of the large quan-
Flutist James Galway discusses the work of tity of biographic movies on composers their
Mozart and Schubert. Sir Peter Hall examines possible functions in music education are ex-
Mozart’s operas. Several individual perform- plored. The multiple transformations of “his-
ers and musical groups present examples. toric truth” on its way into the biopic is ana-
lyzed, and it is shown that the applicability
1986 of the latter as a medium of learning in the
field of music history is limited. However,
Mit meinen heißen Tränen; Österreich/BRD the composers’ biopic can also be regarded
1986, Fritz Lehner. as an artistic medium which processes his-
285 min. Mit Gabriel Barylli, Monica Bleib- toric subjects in discrete, independent man-
treu und Udo Samel (als Franz Schubert). Ka- ners. A scene from the Schubert movie Not-
mera: Gernot Roll. turno may demonstrate that biopics can be
Spielfilm in drei Teilen: 1. Der Wanderer 2. considered as performances, framing and
Im Reiche des Gartens 3. Winterreise. Der Ti- commenting music in a medium-specific and
tel des Films ist ein Zitat aus Erstarrung, dem non-reversible way, thus opening particular
vierten Lied von Schuberts Liederzyklus didactic perspectives
Winterreise. Rezension: Litschauer, Walburga: Zu Fritz
UA, Tl. 1: 31.10.1986 (ORF). Lehners Schubert-Film Notturno. In: Schubert
Eine gekürzte Kinofassung ist 2006 unter durch die Brille; Mitteilungen des Internationa-
dem Titel Notturno als DVD erschienen (in len Franz Schubert Instituts, 2, 1989, S. 26–29.
der Reihe Der österreichische Film, 231 min). Partsch, Erich Wolfgang: Schwammerl 2000?
Auszeichnungen: Adolf-Grimme-Preis mit Eine Nachbemerkung zu Fritz Lehners Schu-
Gold für Fritz Lehner, Gernot Roll und Udo bert-Film. In: Schubert durch die Brille; Mittei-
Samel (1987); Deutscher Kamerapreis für lungen des Internationalen Franz Schubert In-
Gernot Roll (1988). stituts, 2, 1989, S. 30–31.
Im ersten Teil, der im Sommer 1823 spielt, Cobbers, Arnt: Ich sehe dich in tausend Bil-
wird Schubert als Syphiliskranker, umgeben dern. Der Schauspieler und Opernregisseur
von Invaliden aus den „Franzosenkriegen“, Udo Samel. In: Partituren. Das Magazin für
dargestellt. Der zweite Teil schildert eine klassische Musik, 11, 2007, S. 19–23.
„Landpartie“ durch den Wienerwald im Rez.: Der Spiegel, 3.11.1986.
Herbst 1827, auf dem Weg zu einem Fest in
einem Schloss. In diesem Teil ist auch der 1987
Maler Moritz von Schwind und der junge
Komponist Johann Strauss zu sehen. Der Man and Music. Part 6: Schubert – The
dritte Teil schildert die letzten Tage im Leben Young Romantic; Großbritannien 1987, To-
Franz Schuberts im Herbst 1828. Dieser ist ny Cash.
bildlich als „Kammerspiel“ angelegt und 53 min. TV-Dokumentation. P: Tony Cash
spielt ausschließlich in der Wohnung Schu- für Granada Television, Lilyville Productions.
berts. Musikalische Beratung: Stanley Sadie.
Drehbuch: Lehner, Fritz / Brandenstein, Ga- Last in the documentary series about the im-
briela / Lehner, Fritz: Mit meinen heißen Trä- portance of Vienna in the development of
nen. Ein Film von Fritz Lehner – Franz Schu- Western European music. Franz Schubert
bert „Mit meinen heissen Tränen“. Wien: Ed. was a composer of the Romantic Age. What
Wien 1986, 142 S. fame he had was not in the concert halls, but
Literatur: Fritz, Horst: Der Tod und der in the drawing rooms of the bourgois Vien-Franz Schubert im Film // Medienwissenschaft, 192, 2020 /// 14
nese. His major instrumental works were [1990]
neither published nor performed until 50
years after his death. Tonight's documentary Franz Schubert – der junge Romantiker;
features Schubert's songs set to the verse of Großbritannien [1990], Robin Lough.
the great German poets Goethe and Heine 55 min. Dokumentation, B: Eva Kitzler. Or-
and extracts from his symphonic and cham- chester: London Classical Players. Dirigent:
ber works. Robert Norrington. Dt. Ausstrahlung: 31.12.
Last in a sub-series of six-programmes on Vi- 1990 (ARD).
enna. This programme concentrates on Schu-
bert, who, writing in the shadow od his great [1991]
contemporary Beethoven, wrote principally Franz Schubert, 1797–1828 – Wahrheit und
for talented amateur players. His works were Legende; BRD [1991], Jörn Thiel.
rarely published or publicly performed dur- 50 min. Dokumentation. Aus der Reihe Große
ing his lifetime. Yet he is considered the first Komponisten der Welt. Dt. Ausstrahlung:
and greatest composer of German songs 7.11.1991 (ZDF).
(lieder), taking his inspiration largely from
the German romantic poets such as Goethe. 1994
By the end of his life, he was composing
chamber works of great emotional intensity Franz Peter Schubert: The Greatest Love and
which are now considered to be among the the Greatest Sorrow (Franz Peter Schubert:
finest examples of their kind, for example his Die größte Liebe und der größte Schmerz);
last string quintet in C. Großbritannien 1994, Christopher Nupen.
Dokumentarfilm. 81 [85] min. P: Christopher
1988 Nupen für Allegrofilms. TV-Ausstrahlung:
Claudio Abbado und Ruth Berghaus entde- 25.5.1994 (arte).
Musik: Bavarian Radio Symphony Orches-
cken Schuberts Fierrabras; BRD 1988, Nor-
tra / Wolfgang Sawallisch.
bert Beilharz. Auszeichnung: Winner of the Czech Crystal
TV-Produktion, 55 min. Aus der Reihe Kul- Award, Prague 1994.
turwelt. Sendung: 13.12.1988 (ARD). The life of Schubert told through his words
Musik: Chamber Orchestra of Europe. and music. Specially filmed musical sequen-
ces feature Vladimir Ashkenazy on piano, the
Einführung zur Oper „Fierrabras“ von Franz baritone Andreas Schmidt and the Petersen
Schubert; Österreich 1988, Franz Kabelka. Quartet. The programme had a simultaneous
TV-Sendung, 77 min. Mit Ruth Berghaus, broadcast on Classic FM.
Claudio Abbado und den Mitwirkenden der Schubert’s reputation suffered from the fact
Premiere in Wien. Aus der Reihe: Opernfüh- that he did things differently and when a
rer-Matinée. work of art is new and different, and the
Sendung: 25.12.1995 (3Sat). world cannot categorise or label it, it often
takes a long time for the world to understand
1987 and accept what that work has to offer. In
Schubert – Berté: Három a kislány. A daljá- some ways, these things haunt Schubert’s re-
putation even today. „We think that we can
ték TV-filmen (aka: Zenés: Három a kislá-
reach one another but, in reality, all that we
ny); Ungarn 1987. can do is to approach and pass each other by.
89 min. János Bándi als Franz Schubert. Aus What torment for those who realise this“
der TV-Reihe des ungarischen Fernsehens (Franz Schubert). To complicate the picture
(zenés = „Programm mit Musik“). Bandi singt still further, Schubert lived, and in some
(in ungarischer Sprache) u.a. „Három a kis- ways his music continues to live, under the
lány“ aus der Operette Das Dreimäderlhaus shadow of Beethoven. Schubert himself as-
(„Már vége, már vége, óh jöjj lemondás ...“ / ked the question „Wer vermag nach Beetho-
„Mint a sors, tört a nap reám“). ven noch etwas zu machen?‟ The answer, of
course, was Franz Peter Schubert and, mostFranz Schubert im Film // Medienwissenschaft, 192, 2020 /// 15
notably, in the music that he wrote after the composers. DVD-Ed.: 2004.
death of his God, Ludvig van Beethoven. Musik: Moskovskii simfonicheskii orkestr.
Rev. (Tammy Ravas) in: Notes 63,1, Sept. Schubert is generally considered as the great-
2006, S. 172–173. est exponent of German songs (Lieder), also
wrote a great number of choral and chamber
Franz Schubert; Österreich 1994, Guntmar works. Featured works include Symphony no.
Lasnig. 8 (“Unfinished”), Rosamunde overture, Erl
25 min. TV-Produktion. Jugendsendung Konig [!], Gretchen am Spinade [!], and Ave
mit Fantasy-Elementen. Aus der Reihe Maria.
Komponisten auf der Spur. Mit Stefan
Puntigam als Franz Schubert. Moderati- Schubert auf der Reise nach Graz; Öster-
on: Thomas Brezina. reich 1997, Kurt Dieman.
TV-Produktion (ORF), 59 min. Sendung:
1995 14.9.1997 (3Sat).
Fernsehmusikfeuilleton von und mit Kurt
Famous Composers: Schubert; Großbritan- Dieman. Mitwirkende: Eva Pacher-Thein-
nien 1995, Malcolm Hossick.. burg, Sopran. Raimund Langner, Klavier;
35 min. TV-Produktion. Aus der Reihe The Konstanze Friedrich, Klavier; Christian
Famous Composer Series. B: Malcolm Hos- Schmidt, Klavier. Christina Gaugusch, Tanz;
sick. P: Malcolm Hossick für Skan Producti- Christian Tichy, Tanz.
ons. Es spielt das Elysium Ensemble.
Uses film, archive material, music and com- Schubert ’97 – ... sonderbare Fragen hör ich
mentary to present the life of the composer
alle sagen ...; Österreich 1997, Felix Breisach,
Franz Schubert (1797–1828) and place him in
the context of his age. – An entertaining in- Otto Brusatti.
troduction to the life and work of famed 45 min. TV-Dokumentation (ORF); Ausstrah-
composer Franz Schubert, including an infor- lung: 26.10.1997 (3Ssat). Mit Nikolaus Har-
mative outline of his key compositions. noncourt, Jürgen Flimm u.a.
Musical excerpts are performed by the Elysi-
an Ensemble. Schubert & Co.; BRD 1997 [1992?], Andreas
DVD (Kultur Video): 20.12.2005. Missler-Morell.
60 min. TV-Dokumentation (16.11.1992, ZDF
1997 [?]; ZDF Theaterkanal, 3.4.2011).
Dokumentation über die Auseinandersetzung
Franz Schubert – Ein Leben in Wien; Öster- von vier Teilnehmenden an einer Meister-
reich 1997, Hermann Sternath. klasse von Brigitte Fassbaender anlässlich
35 [22] min. TV-Dokumentation (ORF). des Schleswig Holstein Musikfestivals.
Die Reichshaupt- und Residenzstadt Wien ist
zu Lebzeiten Franz Schuberts ein von den The Temptation of Franz Schubert (US: The
Franzosen bombardierter Ort, Treffpunkt der Double Life of Franz Schubert); Großbritan-
Mächtigen zur Neuordnung Europas und die nien 1997, Peter Webber.
Zentrale des Metternich’schen Spitzelsys- 60 min. Mit Simon Russell-Beale als Schu-
tems. Es ist auch die Stadt der Gärten und bert, Jason Flemyng als Franz von Schober
der Musik, der Hausherren und der Zimmer- und Emilia Fox als Karoline von Esterhazy. P:
suchenden. Inmitten dieser Ereignisse, Ein- Mark Bentley für Oxford Film and Televisi-
schränkungen und Sehnsüchte steht der on.
Komponist Franz Schubert. Er will als freier, The darker side of the composer is explored
keiner Obrigkeit verpflichteter Künstler ein when he stays in the hospital for syphilis.
ungebundenes Leben leben. This is a dramatic exploration of the life and
works of Franz Schubert. Featuring excerpts
Schubert; USA 1997, David Palmer. from many of his compositions, the central
25 min. P: Films for the Humanities & Sci- narrative occurs during Schubert’s hospitali-
ences (Princeton, N.J.). Aus der Reihe Great zation for syphilis, the contraction of whichSie können auch lesen