Gemeinsam unterwegs - Katholische Kirche ...
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Gemeinsam unterwegs Ausgabe 4 - Dezember 2020 Die Pfarren Bad Radkersburg, Halbenrain, Klöch und Tieschen
unterwegs mit dem Bischof unterwegs im Kooperationsraum Diözesanbischof Dr. Wilhelm Krautwaschl, Graz-Seckau Bad Radkersburg - Klöch Mureck - Deutsch Goritz - Halbenrain Grußwort Kooperationsraum Straden - Dietersdorf - Tieschen Voll Zuversicht in die Zukunft Johannes Lang ist Provisor für Tie- Die Träger und Gestalter des kirchli- Seit ich in der Diözese Graz-Seckau Grüß Gott! Der 1. September 2020 war für die schen und Pfarrer für Straden mit der chen Lebens, sind nicht in erster Linie als Priester tätig bin, begleitet mich Ich heiße Thomas und mein Name be- Diözese Graz-Seckau ein besonderer Seelsorgestelle Dietersdorf am Gnas- die Priester, sondern vor allem alle das Motto der Diözese „Auf Christus deutet Zwilling. Mir ist wichtig, dass Tag. An diesem sind wir „organisato- bach, Slawomir Bialkowski Provisor getauften und vom Heiligen Geist be- schauen…“. Auf Christus schauen Gott Vater und wir, seine Menschen- stärkten Christen einer Pfarre. heißt für mich, dass wir alle in unserem kinder zusammengehören. Genauso risch“ in eine neue Zeit aufgebrochen. von Deutsch-Goritz, Halbenrain und Als Priester mache ich zunehmend pfarrlichen Tun in die gleiche Richtung wie die Laien und Priester, wie Tag Die Territorien von 50 künftigen Seel- Mureck sowie Thomas Babski Pfarrer die Erfahrung, dass Kirche und Glaube schauen und uns an Christus orien- und Nacht, wie Kirche und Leben oder sorgeräumen wurden definiert. In ih- von Bad Radkersburg und Klöch. In der dort von Grund auf nachhaltig wächst tieren. Für einige Zeit möchte ich Sie Glaube und Unglaube. Eine inhaltlose nen soll das Miteinander und Zuein- Seelsorge wirken zudem die Diakone und Früchte bringt, wo Menschen sich in den Pfarren begleiten, gemeinsam Mischung oder ein farbloses Misch- ander der verschiedenen Pfarren und Johann Pock, Siegfried Röck und Pa- mit ihren vielfältigen Begabungen und mit Ihnen „auf Christus schauen“ und Masch sprechen mich nicht an. kirchlichen Erfahrungsräume und der ter Gustav Stehno COp. Weiters sind ihrem Engagement einbringen. in den Begegnungen mit Ihnen seine Die Unterschiede und Zusammen- dort Wohnenden gelebt werden, denn hauptamtlich Maria Pieberl-Hatz als Meine Aufgabe als Pfarrer verstehe Nähe spüren. Ich konnte auf meinem gehörigkeit machen das Leben der Kirche ist mehr als die eigene Pfarre - Pastoralreferentin für Tourismus- und ich, diese Menschen zu unterstützen bisherigen Weg viele Erfahrungen Kirche aus. Das wünsche ich uns allen. und das Gebot der Nächstenliebe gilt Trauerpastoral und in der Seelsor- und zu fördern und ihnen einen Platz sammeln, die ich gerne in die Pfarren natürlich auch für das Miteinander ge am LKH Südsteiermark, Standort in der Kirche zu geben, um so auch einbringen möchte. Seit 25 Jahren unterschiedlicher kirchlicher Einrich- Bad Radkersburg, am Landespflege- dem Reich Gottes Raum zum Wachsen bin ich Priester und habe schon auf- „Es ist was es ist,“ tungen. zentrum Bad Radkersburg und REHA zu geben, nach dem Motto, dass nicht regende Zeiten hinter mir. Das Leben flüstert leise seine väterliche Stimme. Damit setzen wir - gerade in der der- Zentrum Radkersburg, sowie Marga- ich alles selber tun soll und muss, son- mit Gott ist spannend – jeden Tag aufs Hörst du sie? zeitigen Corona-Pandemie - ein deut- reta Fruhmann, Josef Lackner, Barba- dern dass es lohnend ist, das Engage- Neue. Ich bin mir sicher, dass nicht nur liches Zeichen, dass wir - gemeinsam ra Laller [bis 28. Februar 2021] sowie ment von motivierten Laien zuzulas- wir auf Christus schauen, sondern, Foto: ©Christian Jungwirth eben - unser Dasein gestalten wollen. Renate Nell [ab 2. November 2020] als sen und sie dabei zu begleiten und zu dass er auch auf uns schaut. In diesem Auch unser Papst hat in seiner neu- unterstützen. Vertrauen wünsche ich uns allen eine PfarrsekretärInnen tätig. gute Zeit und Gottes reichen Segen. esten Enzyklika die Geschwisterlich- Johannes Lang, keit aller auf der ganzen Welt als not- Alle diesen ist die Sorge um die Men- verantwortlich für die Pfarre Straden, Slawek Bialkowski, Thomas Babski, wendiges Heil-Mittel für verschiedene schen hier anvertraut. Sie tragen dazu Seelsorgestelle Dietersdorf verantwortlich für die Pfarren Mureck, verantwortlich für die Pfarren Gefahren in der Welt in Erinnerung bei, dass wir aus Taufe und Firmung und die Pfarre Tieschen Deutsch Goritz und Halbenrain Bad Radkersburg und Klöch gerufen. Unsere Zuversicht ist stets miteinander Kirche gestalten und dass und gerade jetzt die Zusage Gottes: eine Vielfalt an Gottesbegegnungen „Du bist nicht allein!“ und -erfahrungen möglich ist. Ich wünsche dem Team und Ihnen Es gibt unterschiedliche Möglichkei- allen zum Start Ihres Kooperations- ten, auf dem Weg des Miteinanders raumes alles Gute und Gottes Segen, voranzuschreiten: In Ihrem „Koope- damit Sie in der Erfahrung des uns rationsraum“ tragen auch weiterhin liebenden Gottes selbst in dieser un- die einzelnen Pfarrer für die ihnen an- sicheren Zeit voll Zuversicht voran- vertrauten Pfarren die Verantwortung schreiten können. [das ist der wesentliche Unterschied zu den beginnenden Seelsorgeräu- men]. Dennoch wird das gesamte für die Seelsorge zuständige Personal den Blick auf den ganzen Raum werfen, da- Wilhelm Krautwaschl mit alle gut beachtet werden. Diözesanbischof Seite 2 Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Seite 3
unterwegs mit der kfb unterwegs mit der kfb und dem Sozialkreis Bad Radkersburg Klöch Ein Jahr mit vielen Einschränkungen, Richtlinien und Maßnahmen neigt sich dem Ende! Danke - Vergelt´s Gott, zukünftigen Wortgottesdiensten in unserer Pfarrkirche aktiv mitmachen, Wir vom Leitungsteam sagen ….und dass wir unseren kfb Mit- Ingrid Gombocz (Verantwortli- haben wir als Kinder schon gelernt. als Gestalter, Lektoren – wie auch Danke an die Frauen, die sich für gliedern hin und wieder eine kleine che der kfb Kassa) verwaltet die Also sage ich herzlich Vergeltsgott ist heute ein eher wenig immer! Sicherlich wird es im Laufe die Katholische Frauenbewegung Freude schenken können. Ein- und Ausgaben, sorgt für die Danke und Vergelt´s Gott , gehörtes Dankeswort. der Zeit noch andere Ideen geben, – in Amt und Ehrenamt – engagie- Weiterleitung der Anteile an die im wahren Sinn des Wortes: Ein Vergelt´s Gott möchte ich allen die unsere Kreativität herausfordern ren. Gemeinsam bringen sie ihre • Der Anteil des Mitgliedsbeitrages, kfb Seelorgeraumkassa und an unserem Sozialkreis Frauen unseres Sozialkreises sagen: und unseren Kreis noch oft unterschiedlichen Erfahrungen mit der in der Pfarrgruppe bleibt, ist die Diözese (kfb) und berichtet und allen, die mit uns Ich bin euch zu großem Dank verpflich- zusammenführen werden. ein, um die kfb aktiv in der Pfarre für Aktivitäten der Gruppe ge- 2x jährlich in der Mitarbeiterrunde. gestalten und feiern! tet für die lange Zeit, in der wir zusam- Danken ist ein sozialer Akt, kostet mitzugestalten. Wir danken auch dacht, wie z.B. Referentinnen- men, mit unserem Tun und Werken auch nichts und kann so viel Positives allen Frauen, die seit vielen Jahren honorare, Behelfe, Geschenke, Neugierig und offen lassen wir uns und mit neuen Ideen die Pfarrbevöl- bewirken. mit ihrem Mitgliedsbeitrag die kfb Feste, aber auch eventuell anfal- auf neue Themen ein, erleben Ge- kerung überrascht haben! Da gab es Mit einem Danke, anerkennen wir die in der Pfarre, im Seelsorgeraum lende Telefon-, Porto- und Fahrt- meinschaft und bereichernde Er- dann den Abschnitt zu überlegen, ob Leistung des anderen und vermitteln, und in der Diözese unterstützen. kosten. fahrungen. Wir freuen uns über wir unseren Kreis weiterführen, ob wir dass wir seine Bemühung und sein • Ein Betrag jährlich an die Seel- jede, die an einem bunten Pfarr- aufhören sollen? Ich freue mich, dass Engagement nicht für selbstverständ- Nun ist es an der Zeit, den kfb Mit- sorgeraumkassa ist gedacht für leben mitdenken und mitgestal- wir uns entschieden haben, miteinan- lich halten! Der ausdrückliche Dank gliedsbeitrag auf € 12,- zu erhöhen, Honorare von Referentinnen, ten oder einfach „nur“ teilhaben der weiterhin für unsere Pfarre da zu macht unseren Respekt dem anderen damit es weitergeht mit all unseren Seelsorgeraum-Aktivitäten und möchte – von Frau zu Frau! sein. Jubiläumsgottesdienste, Pfarr- gegenüber sichtbar. Vorhaben für uns, damit wir wei- für Papier- und Portokosten. cafe, Agape und andere Zusammen- Danken hält das Geben und Nehmen terhin sichtbar sind in Kirche und • Mit dem Beitrag, der an die Diö- kfb Leitungsteam: künfte sind derzeit nicht möglich. im Gleichgewicht. Wir machen auch Gesellschaft, damit wir weiterhin zesanebene ergeht, erhalten Sie Barbara Laller, Wir suchten und fanden eine neue immer wieder die Erfahrung, dass miteinander unterwegs sind und auch neben anderen Angeboten Ingrid Gombocz, Aufgabe für uns: Gerne wollen wir bei Danke zu den Zauberwörtern gehört! Marianne Radl erkennen, dass Zukunft gestalt- die Zeitschrift „kfb-heute“ 4x im Monika Heinz, bar ist, dazu braucht‘s uns Frauen Jahr gratis. Traude Kolleritsch Halbenrain Rückblick auf meine Arbeit in der kfb Tieschen: In neun Jahren konnte ich eine wert- Viele Jahre lang hatten und haben die ben. Gemeinsam durften wir in ver- volle Erfahrung in meinem Leben sam- Frauen das Pfarrleben mitgestaltet. schiedenen Vorträgen einiges „für das meln. Es war die gemeinsame Zeit mit Mit dem heurigen Jahr konnten wir Leben“ mitnehmen oder bei unseren den Frauen im Vorstand der kfb. unsere Arbeit leider nicht in jüngere Ausflügen mit allen Frauen viel Schö- Hände übergeben. nes erleben. Monate danach kann ich folgendes Alle diese Aktivitäten gelingen aber Resümee ziehen: Nur wenn man ein nur, wenn ein Team engagierter Frau- VORANKÜNDIGUNG gemeinsames Ziel verfolgt, kommt viel en am Werk ist. Daher schaue ich Gutes heraus und man kann viel ge- dankbar auf diese Zeit zurück, als ich stalten. Mit unterschiedlichen Lebens- mit den Frauen Gemeinschaft in unse- Gottesdienst für Liebende erfahrungen bzw. Zugängen haben die rer Pfarre erleben durfte. Bei unter- Frauen dazu beigetragen, dass ver- schiedlichen Meinungen wurden die Sonntag, 14. Februar 2021 schiedene Tage (z.B. die Ehejubiläen, Vorschläge besprochen und das ge- 17.00 Uhr, Pfarrkirche Halbenrain Seniorensonntage, Weihnachtsfeiern meinsame Ziel nie aus den Augen ver- für Alleinstehende,..) festlich gestal- loren. Jede einzelne Frau war wichtig mit Michael Kopp, Beziehungs-, Ehe- und Familienseelsorger tet werden konnten. Nicht vergessen und hat in ihrer Einzigartigkeit, ihrer „Meine Liebessprache“ werden sollten auch köstliche Suppen Kreativität,... einen Beitrag zum Ge- oder Mehlspeisen, die zu den jeweili- lingen erbracht. Dafür nochmals ein Kabarett (voraussichtlich in der Pfarrkirche) mit Michael Kopp „Radieschen von unten“ gen Anlässen zubereitet wurden. Auch herzliches DANKE! die aktive Mitarbeit bei vielen Gele- Auf Euer Kommen freut sich das kfb Pfarrteam Halbenrain genheiten soll nicht unerwähnt blei- Anna Maria Palz Seite 4 Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Seite 5
unterwegs zu Gott unterwegs mit Gott Weihnachten... Wahre Arzneimittel: Staunen und Dankbarkeit nach dem Evangelium von Lukas 17,1-19 Eine verzauberte, nach Keksen und Liebe duftende Zeit steht uns bevor. Eine Zeit, in der es mehr denn je um Dankbarkeit, „Thomas, Thomas!“ Jemand rief mich bei meinem Namen und erzählte mir seine Geschichte: „Mein Name ist Mitgefühl und ein warmes, weiches Herz geht. Eine Zeit im Jahr, in der wir Menschen uns daran erinnern sollen, dass wir Benjamin und ich stamme aus Samarien. Schon lange folge ich ihnen und ihrer Gruppe. Aufmerksam lausche alle eins sind und durch unsichtbare Fäden miteinander verbunden sind. Wird uns das gelingen? Mehr denn je glaube ich euren Gesprächen. Haben sie ein wenig Zeit für mich? Ich möchte sie nämlich um einen Dienst bitten. Mein ich an uns, weiß aber auch, dass es schwer wird. Von allen Seiten werden wir mit Angst, Krankheit, Terror und Tod kon- Pech wollte es, dass mich der Aussatz befiel. Jahrelang lebte ich isoliert von der zivilisierten Welt. Die Orte frontiert. Nun kommen all diese Dinge nicht mehr nur im öffentlich rechtlichen Rundfunk vor. Sie sind hier, vor unserer der Abgeschiedenheit durften nie betreten werden, um die Gesunden nicht anzustecken. Im Laufe der Zeit Haustür, unter unseren Liebsten und in uns selbst. Viele meiner Mitmenschen haben mir in letzter Zeit von dem Gefühl schlossen sich mehrere Aussätzige zusammen. So war das Überleben erträglicher. An uns eilte man hastig und berichtet, nicht ganz bei sich zu sein. Ja, das Gefühl kenne ich! Die größte Trennung, die ein menschliches Wesen erleben verlegen vorbei. Unendlich lange Jahre, siechten wir dahin. Ich erspare ihnen die Einzelheiten, wie der Aussatz kann, ist wohl die Trennung von sich selbst. Und dabei haben wir Menschen während der Dauer eines Lebens so einiges einen Menschen zerstückelt und lebendig begräbt. an Trennung zu erleiden. Damit meine ich noch nicht einmal unsere persönlichen Trennungserlebnisse. Ich meine viel- Vor wenigen Tagen wart ihr mit eurem Rabbi, umgeben von einer beträchtlichen Menschenmenge, unterwegs mehr das Leben im Ganzen, welches wir tatsächlich versuchen als einsame Boote im Ozean zu bestreiten. Warum glauben von Galiläa nach dem Süden. Wir bettelten euren Rabbi um Hilfe an. Er erhörte unser Flehen und forderte uns wir lieber an die Getrenntheit als an die Verbundenheit? Wir haben uns in eine Gesellschaft verwandelt, die sich von auf, uns den Priestern zu zeigen. Verwundert über diesen Befehl, machten wir uns auf den Weg. Was dann anderen, ja sogar von sich selbst abspaltet. Es geht uns doch nicht gut damit. Und was machen wir dagegen? Wir warten. geschah, kann ich noch immer nicht fassen: Schon nach den ersten Schritten waren wir alle vom Aussatz befreit. Wir warten auf den Retter. Wir warten auf jemanden, der kommen wird, um all das, was wir da gespalten haben, wieder Nichts tat mir mehr weh! Der Gestank war weg. Meine Füße durften wieder laufen. Unglaublich. Eine sprudelnde zusammenzufügen. Aber dieser Jemand wird nicht kommen, weil er schon da war. Jesus, der Sohn Gottes, der Inbegriff Freude erfüllte mich. Die Jahre des Leidens und der Verbannung waren auf einmal weg. Dankbar warf ich mich von Liebe, Dankbarkeit und Mitgefühl war schon mal hier. vor die Füße eures Meisters. Mir fehlten die Worte, um Ihm gebührend zu danken. Euer Meister sprach zu mir: Nun sind wir am Zug! Gott hat sich selbst in der Form eines kleinen, ohne die Unterstützung liebender Eltern nicht überle- „Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gerettet!“ bensfähigem Säugling zu uns Menschen begeben, um uns zu retten. Was für ein genialer Schachzug! Und er wiederholt ihn Sie können sich bestimmt daran erinnern. Der Grund meiner Bitte an sie mag merkwürdig sein. Euer Rabbi, immer wieder. Denn durch jedes einzelne Kind, das geboren wird, egal welcher Religion es einmal angehören wird, egal eigentlich unser Rabbi - mittlerweile kenne ich seinen Namen - Jesus - reinigte mehrere von uns. Ich war einer welche Hautfarbe es hat, ganz gleichgültig, ob es reiche oder arme Eltern hat, es bringt Licht in die Welt! Es bringt Licht, von vielen Geheilten. Doch es passierte viel mehr, als nur meine Genesung. Jesus schickte mich weg und gab mir indem es da ist, indem es lächelt, indem es liebt und indem es uns den wichtigsten Auftrag erteilt, den ein Mensch nur ein wahres Erbe mit. Er sagte: „Dein Glaube hat dich gerettet!“ bekommen kann. Den Auftrag, für das Leben eines anderen Menschen Verantwortung zu übernehmen. Gott traut uns das Zuerst konnte ich nicht verstehen, was Er damit meinte. Doch Seine Worte hallten in mir nach. Ich war wieder zu, das Neugeborene traut uns das zu, also sollten wir das auch tun. Gott hat uns damals noch mehr zugetraut. Er hat uns gesund. Nicht mehr der Einsamkeit, dem Hunger, der Kälte, den Almosen und dem bohrenden Schmerz ebenso die Verantwortung für die Rettung einer hochschwangere Frau übertragen, die sich unter widrigsten Umständen ausgeliefert. Als ich nach sieben Jahren nach Hause kam, konnte mich meine Mutter kaum aus ihrer Umarmung auf eine lange Reise machen musste, weil Politiker das so forderten. Gott hat uns auch die Verantwortung dafür überge- loslassen. Ich hatte wieder ein Zuhause. Meine Familie war da. Die Freunde kehrten zurück. Doch die Worte und ben, eine Flüchtlingsfamilie vor einem Despoten zu beschützen, der, nur um seine Macht zu sichern, zahlreiche Säuglinge das Angesicht Jesu gingen mir nach, wie ein Schatten. ermorden ließ. Damals, vor etwa 2000 Jahren, trugen wir die Verantwortung für unsere Mit- Ich begann zu beten. Beim Psalmieren kommt in mir eine leise Freude auf. Sein menschen und wir tun es heute noch! Der einzige Unterschied ist, dass uns Blick, ein warmer und so unbeschreiblicher Blick ruht auf mir. Jesus mittlerweile vorgelebt hat, wie man das macht. Er hat das Etwas gänzlich Neues wird mir zuteil. ER, der Höchste, Licht, welches in ihm durch die Verbundenheit zu sei- ist da! Ich spüre Seine Gegenwart. Seine Nähe nem Vater schien, in die Welt gebracht. Er hat als begleitet mich ununterbrochen. Mein Neugeborener geleuchtet, gelächelt und war Körper beginnt zu zittern, wenn ich einfach nur er selbst. Und er hatte sein Le- vor Ihm verweile. Es ist etwas, ben lang ein offenes Herz. das ich bisher nicht gekannt Und ich behaupte, das können wir doch habe. Meine Seele scheint auch! Nehmen wir uns doch ein Bei- Seine Schale zu sein. Meine spiel an unseren Kindern, die mit jedem Gedanken werden satt und Stein, den sie in die Hand nehmen, jeder ruhig. Aus dieser Stille, dringt das Blume, die sie betrachten und mit jedem Wort des Meisters in mein Inneres: Menschen, mit dem sie zusammenkommen, „Dein Glaube hat dich gerettet.“ verbunden sind. Trauen auch wir es uns zu, so wie Was ich Ihm sagen will ist einfach: wir es ja schon als Kinder konnten, göttliche Lichtbringer zu „Danke!“ sein. Wie wir das machen sollen? Indem wir leuchten, lächeln, lieben, Unzählige Menschen suchen nach Ihm, und ich will den und unser Herz für die Geschenke des Lebens öffnen. Indem wir uns selbst, unsere anderen diese heilsame Begegnung nicht wegnehmen. Ich bitte sie, wenn sie Liebsten und zahlreiche andere retten, weil wir erkennen, dass wir alle eins sind. Und zuletzt, indem wir die Weih- in der Gegenwart des Rabbi sind, dass sie Ihm meinen Dank überbringen. Er schenkte mir Heil. Ich verlangte nachtsgeschichte der Herbergsuche zur Realität werden lassen und einem anderen das geben, von dem wir glauben, Gesundung und erhielt die Ewigkeit. Jetzt ist der Elohim mein größter Reichtum. Der Blick des Allerheiligsten nicht genug zu haben, denn: ruht auf mir und begleitet meine Schritte. Wir sind miteinander verbunden. Wir sind das Wunder. Wir sind die Retter. Sagen sie Ihm bitte einfach: „Vom ganzen Herzen Danke, denn jetzt lebe ich wieder.“ Martina Maise Thaom Hove aus der Meditationsreihe „tragisch nichts als tragisch“ Seite 6 Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Seite 7
unterwegs mit den Kindern unterwegs mit den Kindern Wofür warst du im letzten Jahr besonders dankbar? Ausmalbild: In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. ★ Ich bin dankbar, dass die Pflanzen keine Krankheit be- ★ Ich bin dankbar für die lange Zeit, die ich im Lock- kommen haben und wir gutes Gemüse ernten konnten. down gemeinsam mit meiner Familie verbringen Niklas, 9 Jahre durfte. Und ich bin dankbar dafür, dass ich endlich in die Schule gehen durfte. ★ Ich bin dankbar für meine Oma und meinen Opa. Leon, 7 Jahre Emma, 5 Jahre ★ Ich bin dankbar dafür, dass meine ganze Familie ge- ★ Ich bin dankbar dafür, dass ich in einen so tollen Kinder- sund ist und es allen gut geht. Und ich bin dankbar, garten gehen durfte. dass wir trotz Schulschließung etwas lernen durften. Lena, 7 Jahre Lucy, 13 Jahre ★ Ich bin dankbar dafür, dass wir am Meer waren, dass un- ★ Ich bin dankbar, dass ich im Kindergarten meinen ser kleiner Bruder Matteo bei uns ist und dass ich eine Freund Ludwig gefunden habe. Mama habe, mit der ich ganz viel kuscheln kann. Pauli, 5 Jahre Oliver, 6 Jahre ★ Ich bin dankbar dafür, dass es allen meinen Freunden und Verwandten gut geht, trotz verschiedener Vor- fälle in diesem Jahr. Außerdem bin ich dankbar für all die Menschen, die ich dieses Jahr kennengelernt habe und mit denen ich mich befreundet habe. Chantalle, 15 Jahre ★ Ich bin dankbar dafür, dass ich im letzten Jahr nicht so oft wie sonst in die Schule gehen musste. Und ich bin dankbar dafür, dass ich so viel Zeit im Wald sein konnte und dass ich viele Stöcke schnitzen konnte. Marko, 8 Jahre Bild: Knut Junker, www.bibelbild.de, in: Pfarrbriefservice.de. ★ Ich bin dankbar für den Lockdown, weil ich mehr Zeit mit meiner Familie hatte und weil nicht mehr so viele Autos unterwegs waren. Pia, 9 Jahre ★ Ich bin dankbar für die vielen Kinder, die uns heuer besucht haben. Und ich bin dankbar, dass ich einen neuen Freund hab. Er ist aus Syrien, sein Name ist Leith und er hat mir Klavierspielen beigebracht. David, 9 Jahre ★ Ich bin dankbar, dass wir in der Schule mehr mit dem PC machen und uns auch über eine neue Software Engel Gabriel (Teams) unterhalten können. sucht einen Stern, Valentin, 9 Jahre der ganz genau so aussieht wie der ★ Ich bin dankbar dafür, dass mich meine Mama viel auf seinem Plakat. mehr als früher mit dem Tablet machen lässt. Kannst du ihm helfen? Elias, 5 Jahre Christian Badel, www.kikifax.com, in: Pfarrbriefservice.de. Seite 8 Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Seite 9
unterwegs zu den Menschen unterwegs mit den Perlen Geschätzte Pfarrbevölkerung! Liebe Maria! Anfang der 70er Jahre hat Michael Es ist dabei nicht mein Anliegen, Ihnen schied zu besprechen. Ich bin unserem Jahrzehnte- und seinem verlorenen Sohn erzählst, Liebe Maria! Es ließe sich unendlich Ende ein bahnbrechendes und prophe- irgendwelche Ratschläge zu erteilen Karl Niederl für diese Gepflogenheit lang beglei- der verlumpt und stinkend nach Hause viel Schönes von Dir erzählen. In aller tisches Buch: „Momo“ geschrieben! oder Sie zu belehren. zutiefst dankbar! Dieser Tradition will tetest Du zurückkehrt, hältst Du in Deiner Hand Schlichtheit und Ehrlichkeit möchte ich Es handelt von einem aufmerksamen Bevor ich hierher in die Südsteier- ich nun weiterhin treu bleiben und sie die Kinder, eine Dose mit wohlduftendem Rosen- mich im Namen der unzähligen Kinder Mädchen, das in seiner einfühlsamen mark kam, durfte ich ein paar Monate sogar ausweiten. Ist Ihnen danach, sich die Jugend- öl. Du reibst dieses Öl einem Kind in die und Erwachsenen vom ganzen Herzen Art den Menschen zuhört und Zeit bei Anselm Grün in Deutschland ver- aussprechen zu wollen, bin ich gerne lichen und Handfläche ein und sagst ganz sanft: bei Dir bedanken. Deine Art, Deine für sie hat. Damit kitzelt es Wunder- bringen. Einmal pro Woche stand mir für Sie da. Ich bin bereit, Sie zuhause die Eltern als Du bist ein ganz besonderer Mensch. Zeit, Deine Aufmerksamkeit und Deine schönes aus den Menschen heraus. für 50 Minuten ein Benediktinerpater zu besuchen und Sie anzuhören! Frau und als Deine aufmerksamen Augen bestäti- Zuwendung bleiben für uns ein lebens- Momos Art schenkt den Menschen als Zuhörer zur Verfügung. Er hörte Ich lade Sie ein, laden Sie mich ein! Religions- gen Deine Worte… langes Geschenk. die beglückende Erfahrung des Augen- mir aufmerksam zu und pflegte mich Statt die Sprechstunde im Pfarrhof ab- lehrerin in Da ist die Erstkommunion. Alle Augen Danke, Danke, Danke!!! blickes, was in der hektischen Zeit der zu fragen: „Habe ich Sie gut verstan- zuhalten, werde ich Sie anrufen und den markan- schauen die berührten und leuchten- umtriebigen Arbeit und der mangeln- den, Sie sind…?“ Kein Ratschlag, keine fragen, ob wir nicht bei Ihnen zuhause ten Momen- den Gesichter der Erstkommunionkin- Wir wünschen Dir die erfüllte Zeit in den Aufmerksamkeit den Nächsten Bewertungen, sondern „bloße“ Auf- in ein persönliches Gespräch kommen ten des Lebens. Das tatest Du als en- der an. Sie nehmen Jesus auf, schlie- Deiner Pension, wunderschöne Mo- gegenüber besonders auffällt. merksamkeit und geduldiges Zuhören. könnten. gagierte, aufmerksame und gläubige ßen ihre Augen, legen die Hände aufs mente mit Deiner Familie, den Segen Unser Bischof ist bestrebt mit der Nachher war ich so erfüllt, erleichtert Woche für Woche werde ich sukzessi- Frau. Herz und verweilen überglücklich in und den Schutz Gottes für Dich und jetzigen Reform die qualitative Seel- und einfach glücklich! Jemand hat ve all unsere Dörfer und Viertel besu- Viele Bilder gehen mit durch den Kopf, diesem ewigen Augenklick. Kaum je- Deine Lieben sowie ein wenig Gesund- sorge zu sichern. Ich schließe mich ihm mich einfach wahrgenommen… chen und an Ihre Tür klopfen. wenn ich an Dich denke. Da ist die mand sieht Dein Gesicht dabei. Du bist heit dazu! Ändere Dich nicht! gerne an. Als Pfarrer von Bad Radkers- Diese Erfahrung möchte ich nun Ihnen Erstbeichte: das Versöhnungsfest! Be- zutiefst berührt und glücklich über das burg und Klöch lade ich Sie nun ein: anbieten… Ich freue mich schon vor Du uns vom barmherzigen Vater Glück der Kinder. Du magst sie… Pfr Thomas mit der Pfarrbevölkerung Ist Ihnen danach, angehört zu wer- Viele Jahre lang hat sich bei uns ein auf die kommenden Gespräche! den und etwas erzählen zu wollen, so unendlich wertvoller und wohltuen- Ich hoffe, dass die Umstände stehe ich gerne zur Verfügung. Ich bin der Brauch entfaltet: Nach dem Heim- diese Besuche erlauben werden. Ende Februar 2021 geht unsere Sekretärin Frau Barbara Laller in Pension. bereit, Ihnen Zeit und die Aufmerk- gang eines unserer Lieben, sich mit Schon Anfang November 2020 durften wir ihre Nachfolgerin Frau Renate Nell begrüßen. samkeit zu schenken, um Sie sprechen den Angehörigen zusammenzusetzen Wir freuen uns und wünschen ihr Gottes Segen bei der Arbeit in unserer Pfarrkanzlei. zu lassen und Sie anzuhören. und miteinander den würdigen Ab- Ihr Pfarrer Thomas Pfarrer Thomas Liebe Pfarrbevölkerung! Erlauben Sie mir, mich kurz bei Ihnen Vor meiner Karenzzeit war ich viele „Das erste, das der Mensch im Leben vorzustellen: Jahre als Büroangestellte tätig. Der vorfindet, das letzte, wonach er die Mein Name ist Renate Nell und ich Kontakt mit Leuten ist mir sehr wich- Hand ausstreckt, das kostbarste, was wohne mit meiner Familie in Klöch/ tig, deshalb freue ich mich auf eine er im Leben besitzt, ist die Familie.“ Gruisla. Ich darf ab sofort als Pfarr- gute Zusammenarbeit mit der Pfarr- Adolph Kolping sekretärin in Bad Radkersburg und bevölkerung. Ich hoffe, dass wir die Klöch tätig sein. aktuelle Krise – die uns alle betrifft – Unser Sohn Georg ist mittlerweile 3 so gut es geht, bewältigen können. Jahre und 8 Monate alt. Ich hatte das große Glück, diese wertvolle Zeit bis Bitte gesund bleiben! jetzt mit ihm verbringen zu dürfen. Diese Zeit hat mich sehr bereichert. Renate Nell Jetzt ist aber der Moment gekom- men, wo neben der Familie eine neue Herausforderung auf mich wartet, die ich gerne annehme. Unsere Freizeit verbringen wir ge- meinsam in der Natur beim Spazie- ren, Wandern und Radfahren. Aufgewachsen bin ich in Halbenrain. Meine kaufmännische Ausbildung habe ich mit der Matura an der Han- delsakademie Leibnitz abgeschlossen. Seite 10 Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Seite 11
unterwegs mit den Verstorbenen unterwegs mit der Pfarrkanzlei Getauft mit dem In den heiligen Bund Heimgegangen Wasser des Lebens der Ehe getreten in den ewigen Frieden Bad Radkersburg Tieschen Bad Radkersburg Valentina Amilia Rosi Sorko, Konrad Milak (79), Dedenitz Deine Stimme, so vertraut, schweigt... Tanja Konecnik Karl-Neudhold-Straße Margarete Mikola (78), Laafeld & Patrick König Deine Nähe, so gewohnt, ist nicht mehr da... Franz Schuster (86), Halbenrainerstr. Du fehlst! Maria Ranftl (93), Hummersdorf Christina Fleischhacker, BA Josef Prassl (89), Goritz Was bleibt, ist die Leere in unseren Herzen... Ida Vieregg (97), Halbenrainerstraße Halbenrain & Mag. Patrick Preiner Dankbar und voller Liebe denken wir täglich an dich! Aileen Anna Trippold, Oberpurkla Barbara Stoff (86), Dornau Wir vermissen dich Mama! Maximilian Grafoner, Bad Radkersburg Norbert Ruprechter (62), Dr. Kamnikerstr. Elias Poredos, Halbenrain Alexandra Plank Stefan Kodila (91), Altdörflstraße & Gernot Prügger Sieglinde Jauschnig (79), Zeltingerstr. Josef Schrötter (83), Halbenrainerstr. In Liebe Halbenrain deine Kinder Tieschen Ernst Wasser (), Halbenrain Anna Maria Perner, Pichla Elfriede Winkler (84), Halbenrain Jakob Schuster, Patzen Elisabeth Thuswohl (71), Unterpurkla Christine Polz (83), Hürth Johanna Marics (94),Oberpurkla Hedwig Giesauf (89), Oberpurkla Berta Burger (96), Oberpurkla Klöch Alois Bresnik (86), Klöch Johann Rindler (83), Deutsch Haseldorf Cäcilia Frank (91), Klöchberg Tieschen Willibald Hadler (84), Größing Gerhard Weinhandl (71), Tieschen Otto Köberl (81), Laasen Franz Bernhard (100), Tieschen Franz Glauninger (79), Pichla Dieser Ausgabe des Pfarrblattes ist ein Erlagschein beigelegt, mit der Bitte um Ihre finanzielle Unterstützung. Mein Opa hatte so gut singen können. Zu Ihrer Information: Er war auch beim Chor Halbenrain. Die jährlichen Produktionskosten für vier Ausgaben „gemeinsam unterwegs“ betragen € 10,-. Ich singe auch gerne. Meine Oma sagte immer: An dieser Stelle nutzen wir die Gelegenheit, uns herzlich bei allen Ehrenamtlichen, „Du hast die gleiche Stimme wie dein Opa.“ die das Pfarrblatt persönlich in Ihr Haus bringen sowie bei allen Spendern, zu bedanken! Seite 12 Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Seite 13
unterwegs mit den Sakramenten unterwegs mit der Weihnachtsbotschaft Sakramente, Feste, Feiern sind Handlungen, mit denen wir auf- Meine Erstkommunion Abschied Weihnachtsevangelium wachsen, leben und sterben. Das kön- Meine Erstkommunion war sehr Am Anfang wusste ich nicht so recht, nach Lukas 2,1-20 nen Worte, Gesten und Abläufe sein, aufregend. Ich war ziemlich nervös. wie man damit umgehen soll, ein Be- die zu bestimmten Zeitpunkten statt- Die ganze Messe war aufregend, gräbnis ganz auf Abstand, mit Mund- aber auch lustig. Meine Mama, schutz, kein Beileid wünschen und vor In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuer- finden. Rituale machen unsere bedeutsamen mein Papa, mein Bruder und meine allem keine Umarmungen von Ver- listen einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von wandten, Freunden und Bekannten. Lebensereignisse sichtbar: die Geburt kleine Schwester waren dabei. Auch Auf dem letzten gemeinsamen Weg Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. eines Kindes, die Taufe, die Erstkom- Oma und Opa und zwei Onkel und mit Papa wollte ich für mich die rich- munion, die Firmung, die Trauung, eine Tante konnten in die Kirche tige Entscheidung treffen. Mama ließ die Krankensalbung und auch den kommen. Nach der Messe waren mir freie Hand, wem ich Bescheid So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Tod. Sie schenken uns das Gefühl der wir mit Oma und Opa essen. gebe, da ja eine Personengrenze be- Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und dem Geschlecht Davids. Zusammengehörigkeit mit einer Ge- Ich habe Geschenke bekommen. stand. Es war wirklich schwierig. meinschaft. Sie helfen uns, Krisen und Nach meiner Erstkommunion habe Aber als der Tag dann kam, war es Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Schicksalsschläge zu bewältigen und ich mich groß gefühlt. Der ganze Tag für mich doch überraschend erleich- war so, wie ich ihn mir vorgestellt ternd, dass mir niemand das Beileid Lebenshöhepunkte zu feiern. habe. Ich habe mir zwar gewünscht, Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, aussprach. Da der Schmerz immer Bis zum heurigen Frühjahr haben wir dass alle kommen, die ich kenne, wieder aufs Neue aufgerührt werden den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der all das mit Selbstverständlichkeit in aber so war es auch schön. Und das würde und man seine Tränen nicht Herberge kein Platz für sie war. mehr oder weniger großem Stil gefei- Brot hat besser geschmeckt, als ich mehr halten konnte. Es war ja sowie- ert und genossen. Schön war es! es mir vorgestellt habe! Eigentlich so schwer genug. Jetzt haben wir uns an Vorgaben und hat mir an dem Tag nichts gefehlt. Auf diesem Wege danke ich auch In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Es hat Spaß gemacht und ich hatte nochmals unserem Herrn Pfarrer für Beschränkungen zu halten. dieses schöne Begräbnis. Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn um- Birgt dieses „Weniger“ nicht auch eine das Gefühl, dass es mein Tag ist. stille Schönheit in sich? Das Begräbnis mit all den Einschrän- strahlte sie. Sie fürchteten sich sehr. kungen war für mich dann doch er- leichternd! Marko, 8 Jahre Evelyn Fischer Autorin der Redaktion bekannt Der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde Wie der kleine Prinz und der Fuchs darüber philosophieren: euch eine große Freude, die dem „Die Menschen haben keine Zeit mehr, „Wenn du zum Beispiel um vier Uhr und beunruhigen; ich werde erfahren, ganzen Volk zuteil werden soll: irgendetwas kennenzulernen. Sie kau- nachmittags kommst, kann ich um wie teuer das Glück ist. Wenn du aber fen sich alles fertig in den Geschäften. drei Uhr anfangen, glücklich zu sein. irgendwann kommst, kann ich nie wis- Heute ist euch in der Stadt Davids Aber da es keine Kaufläden für Freun- Je mehr die Zeit vergeht, umso glück- sen, wann mein Herz da sein soll … der Retter geboren; de gibt, haben die Leute keine Freunde licher werde ich mich fühlen. Um vier Es muss feste Bräuche geben.“ mehr. Uhr werde ich mich schon aufregen „Was heißt fester Brauch?‘“ er ist der Messias, der Herr. Wenn du einen Freund willst, so zähme „Auch etwas in Vergessenheit Gerate- Und das soll euch als Zeichen dienen: mich!“ „Was muss ich da tun?“, sagte nes“, sagte der Fuchs. „Es ist das, was der kleine Prinz. einen Tag vom andern unterscheidet, Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln „Du musst sehr geduldig sein“, antwor- eine Stunde von den andern Stunden. gewickelt, in einer Krippe liegt. tete der Fuchs. (...) „Die Menschen haben diese Wahr- „Du setzt dich zuerst ein wenig abseits heit vergessen“, sagte der Fuchs. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes von mir ins Gras. Ich werde dich so ver- „Aber du darfst sie nicht vergessen. himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: stohlen, so aus dem Augenwinkel an- Du bist zeitlebens für das verantwort- schauen, und du wirst nichts sagen. lich, was du dir vertraut gemacht hast. Verherrlicht ist Gott in der Höhe Die Sprache ist die Quelle der Miss- Du bist für deine Rose verantwortlich .“ und auf Erden ist Friede verständnisse. „Ich bin für meine Rose verantwortlich …“, bei den Menschen seiner Gnade. Aber jeden Tag wirst du dich ein biss- wiederholte der kleine Prinz, um es sich chen näher setzen können …“ zu merken. Am nächsten Morgen kam der kleine Prinz zurück. „Es wäre besser gewesen, du wärst zur aus: „Der kleine Prinz“ selben Stunde wiedergekommen“, sag- von Antoine de Saint-Exupéry; te der Fuchs. Kap XXI Foto: Postonja Grotte, lebende Krippe Seite 14 Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Seite 15
unterwegs unterwegs U Lied U Fürbitten 1. Wir beten für alle Menschen, die unter Krieg Weihnachten daheim Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all! zur Krippe herkommet in Bethlehems Stall und Verfolgung leiden. und seht, was in dieser hochheiligen Nacht, Für alle, die auf der Flucht sind der Vater im Himmel für Freude uns macht. und kein Dach über dem Kopf haben. O seht, in der Krippe im nächtlichen Stall, [Gebetspause] seht hier bei des Lichtes hell glänzendem Strahl in ärmlichen Windeln das himmlische Kind, Gott, du Licht unseres Lebens. viel schöner und reiner, als Engel es sind. [Alle: Wir bitten dich, erhöre uns.] Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh, 2. Für alle Menschen, die allein und einsam sind. ... Maria und Josef betrachten es froh. 3. Für alle Menschen, die krank sind. … Die redlichen Hirten knien betend davor, 4. Für alle Menschen, die nicht genug zum Leben haben. ... hoch droben schwebt jubelnd der Engelein Chor. 5. Für alle Menschen, die traurig sind, weil ein naher Mensch gestorben ist. ... 6. Wir beten für alle, die uns besonders am Herzen liegen, ... 7. Wir beten für unsere lieben Verstorbenen! U Im Namen des Vaters und des Sohnes Halte uns zusammen und des Heiligen Geistes. – Amen. U Vater unser im Himmel... U Gütiger Vater, Dein Sohn Jesus Christus ist als Mensch geboren. U Gegrüßet seist Du Maria… In ihm bist Du uns nahe, denn Du bist ein Vater, der mit uns, Deinen Kindern ist. Öffne unsere Herzen, U Segensgebet wenn wir nun die Frohe Botschaft hören und hilf uns, Liebender Vater, Du schenkst uns in Jesus Christus Dir und Deiner Liebe immer mehr zu vertrauen. einen solidarischen Bruder. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. Wir bitten Dich: Segne uns und bleibe bei uns Amen. an diesem Abend und alle Zeit unseres Lebens. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. U Weihnachtsevangelium: U Lied Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht U Lied nur das traute, hochheilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Schlaf in himmlischer Ruh, Welt ging verloren, Christ ist geboren: schlaf in himmlischer Ruh. Freue, freue dich, o Christenheit! Stille Nacht, heilige Nacht! O du fröhliche, o du selige, Gottes Sohn, o wie lacht gnadenbringende Weihnachtszeit! Lieb‘ aus deinem göttlichen Mund. Christ ist erschienen, uns zu versöhnen: Da uns schlägt die rettende Stund‘ Freue, freue dich, o Christenheit! Christ, in deiner Geburt, Christ, in deiner Geburt. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Stille Nacht, heilige Nacht! Himmlische Heere jauchzen Dir Ehre: Hirten erst kundgemacht Freue, freue dich, o Christenheit! durch der Engel Halleluja tönt es laut von fern und nah: Christ, der Retter ist da, Christ, der Retter ist da! Seite 16 Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Seite 17
unterwegs mit der Liturgie unterwegs mit der Liturgie Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet „Auf Hoffnung hin sind wir gerettet“, „Den Abend lang währet Weinen, aber Sein Mund ist zum Schrei geöffnet und Der Begriff Hoffnung ist in den letz- „Dein Reich komme, dein Wille gesche- „Er wird wiederkommen in Herrlich- sagt uns Paulus. Die „Erlösung“, das des Morgens ist Freude.“ (Psalm 30) man sieht sein Gesicht - das Gesicht ten Wochen ein Wort geworden, das he wie im Himmel so auf Erden.“ In sei- keit, zu richten die Lebenden und die Heil ist nach christlichem Glauben des Hiob ist grün. Grün wie die Hoff- häufig benutzt wird. Hoffnung in der nem Willen steht all unsere Hoffnung. Toten.“ nicht einfach da. Erlösung ist uns in Im Neuen Testament wird Hoffnung nung. Was kann uns das sagen? Zeit der Krise. Vieles gibt es, das uns „Beten lernen ist hoffen lernen und da- Der Ausblick auf das Gericht hat die der Weise gegeben, dass uns Hoff- zu einem Schlüsselbegriff zwischen „Hört nicht auf zu sprechen, sagt ir- in diesen Zeiten hoffen lässt. Hoff- rum leben lernen.“ Christenheit seit frühester Zeit als nung geschenkt wurde, eine verläss- erfahrenem Heil und ausstehender Er- gendetwas, aber verstummt nicht!“ nung ist der Nährboden des Lebens. Gott ist das Fundament der Hoffnung, Maßstab des gegenwärtigen Lebens, liche Hoffnung, von der wir unsere füllung. Zwischen beiden besteht eine Wir haben nämlich keine andere Chan- Hoffnung kann unsere Sichtweise ver- nicht irgendein Gott, sondern der als Forderung an ihr Gewissen und Gegenwart bewältigen können. Diese Spannung: Einerseits ist da Gutes, Po- ce, als auch für das Unaussprechliche ändern und uns auch in eine neue Ak- Gott, der ein menschliches Angesicht zugleich als Hoffnung auf Gottes Ge- Hoffnung gründet in Jesus Christus. sitives, Schönes, das ich erlebt habe. Worte zu finden. Irgendwann springt tivität führen. Mit Hoffnung kann sich hat, und der uns geliebt hat bis ans rechtigkeit bis in das alltägliche Leben Er ist unsere Hoffnung. Das bedeutet Es kann Grund sein, hoffnungsvoll zu die Hoffnung wieder auf uns über, alles ändern. Hätte Kolumbus nicht die Ende, jeden einzelnen von uns und die hinein bestimmt. Hoffnung: Gegenwart und Zukunft, sein. Andererseits gibt es Bedrohli- oder sie ist schon da. Hoffnung gehabt, Indien auf dem See- Menschheit als Ganzes. Als Christen sollten wir uns nicht nur ja sogar Hoffnung für eine geordne- ches, das mir bevorsteht, von dem ich Das helle Licht, das Paulus gesehen weg zu erreichen, wäre er nie losgese- fragen: „Wie kann ich mich selbst te Vergangenheit, die uns nicht mehr nicht weiß, wie es ausgeht. Die Hoff- hat, seine Zuversicht! Deshalb ist gelt. Die Jünger hätten doch niemals Im großen Credo der Kirche schließt retten?“, sondern auch: „Wie kann ich einholen kann. Diese Hoffnung be- nung ist dabei der Anker, den man für uns Christen die Fröhlichkeit die ihre Arbeit und ihre Familie, ihr ganzes der Mittelteil, der das Geheimnis dienen, damit andere gerettet werden flügelt und lässt uns fröhlich sein. Die auswirft in die Zukunft, zu Gott hin, als Schwester der Hoffnung. Leben zurückgelassen, wenn sie nicht Christi von der ewigen Geburt aus und für sie der Stern der Hoffnung auf- Hoffnung auf Christus ist eine starke wollte man sagen: Die Hoffnung weist grundsätzlich in die Hoffnung gehabt hätten, dass Je- dem Vater und von der zeitlichen leuchtet?“ Kraftquelle. Paulus nennt „Hoffnung“ „Da, ich werfe dir das hin, nimm mich die Zukunft, für die Bibel wurzelt sie sus für sie wertvoll wird oder gar der Geburt aus der Jungfrau Maria über und „fröhlich“ in einem Atemzug. mit, zieh mich hinüber, hilf mir, dass im Heute Gottes. Messias sein könnte. Die Hoffnung, Kreuz und Auferstehung bis zu sei- Maria, Stern der Hoffnung. Hand aufs Herz, hätten Sie der „Hoff- ich das schaffe, dass ich gut ankomme. die wir durch Jesus und in Jesus entde- ner Wiederkunft behandelt - mit den Seit über 1000 Jahren grüßen die Gläu- nung“ ausgerechnet das Wort „fröh- Doch, mein Gott, du wirst das machen. Frère Roger erinnert daran: cken können ist kein Geheimtipp oder Worten: bigen Maria, die Mutter des Herrn, als lich“ als Begleiter gegeben? Sind wir Du wirst mir helfen.“ „Die Quelle der Hoffnung liegt in Gott, etwas für einen elitären Kreis. Wir alle „Meeresstern.“ Jesus Christus ist zwar nicht eher Skeptiker? Unsicher in der Die Erwartung eines positiven Ausgan- der nur lieben kann und uns unermüd- können aus dieser Hoffnung schöpfen. das Licht und die Hoffnung selber, Hoffnung? Eines zumindest wird man ges ist die Hoffnung. lich sucht.“ Diese Hoffnung macht unseren Glau- aber wir brauchen, um ihn zu finden, sagen können: Wer hofft, hat eine „Seid geduldig in Trübsal, haltet an am Gott ist unveränderlich gut und ver- ben zu etwas Lebendigem, weil der, auch die nahen Lichter, die Menschen, positive Grundeinstellung. Wem Hoff- Gebet“, sind zwei Tipps des Apostels, lässt uns nicht. der die Hoffnung ist, auch lebendig ist. die Licht von seinem Licht schenken nung fehlt, der ist niedergeschlagen wie man selbst etwas dazu tun kann. Die biblische und christliche Hoffnung Die Hoffnung macht unseren Glauben und so Orientierung bieten auf unse- und deprimiert. Ohne Hoffnung ha- „Seid geduldig in Trübsal“, dazu ein führt nicht zu einem bequemen Leben tragfähig, sie führt uns durch schwere rer Fahrt. ben wir keine positive Motivation in Beispiel: Sie sind in der Stadt mit dem und zu einer besseren Welt. Sie spie- Zeiten. Welcher Mensch könnte uns, mehr als die Zukunft. Die Auswirkungen der Auto unterwegs. Sie haben sich etwas gelt nicht wider, was wir gerne wären Maria, Stern der Hoffnung sein? Sie, Hoffnung verändern Menschen. Durch vorgenommen, sind aber spät dran. oder tun würden. Sie lässt uns Saaten Christus ist die Mitte unserer inneren die mit ihrem Ja Gott selbst die Tür in sie können uns Kräfte zuwachsen, die Ausgerechnet jetzt sind die Straßen jener neuen Welten sehen, die bereits Bewegung. unsere Welt geöffnet hat. Sie, die zur uns ohne Hoffnung verschlossen blie- dicht und es geht nicht vorwärts. heute aus Gott keimt, aus Christus, der Es geht nicht um unbestimmtes War- lebendigen Bundeslade wurde, in der ben. Allerdings ist es mit der Hoffnung Nervosität kommt hoch. Solche Situ- auf Erden gelebt hat, gestorben und ten, sondern um eine Erwartung. Gott Fleisch annahm, einer von uns nicht wie mit einem Lichtschalter, den ationen sind unerträglich, aber man- auferstanden ist. Aus dieser Hoffnung Erwartung - ein schönes Wort, das geworden ist, unter uns „zeltete.“ Sie, man einschaltet und es wird hell. Es ches muss man einfach hinnehmen, es schöpfen wir Kraft, anders zu leben nach gespannter innerer Stille klingt. die Mutter der Hoffnung. ist wohl weniger ein „sie-ist-da“ und lassen, wie es ist. und nicht den Werten einer Gesell- Advent - eine Zeit zwischen Hast und „sie-ist-weg“. Es ist wie bei einem Dim- schaft zu erliegen, die sich vorwiegend Hoffnung auf Vollendung. mer. Einmal leuchtet es heller, einmal „Haltet an am Gebet!“. Ja das gibt es, aus Besitz und Wettbewerb aufbaut. Doch fällt es schwer, die Tage des Heilige Maria, Mutter Gottes, lehre schwächer. Es gibt Phasen, da fühlen dass es einem die Sprache verschlägt. Advents mit diesem inneren Anspruch uns mit dir zu glauben, zu hoffen und wir uns getragen und zuversichtlich. Man beklagt sich bei Gott, aber ir- Hoffen bedeutet, tief in unserem Heu- zu füllen: Weihnachtsgrüße, Besor- zu lieben. Wir trauen uns etwas zu und sind vol- gendwann fragt man sich: Hört er te ein Leben zu entdecken, das weiter gungen, Stress… Stern des Meeres, leuchte uns und ler Schwung. Dann greifen wieder Fra- überhaupt zu?! Und dann stellt man geht und niemand aufhalten kann, Der Adventkranz macht unser Hoffen führe uns auf unserem Weg. gen nach uns, wir sind verunsichert. vielleicht das Gebet ganz ein, oder be- dieses Leben mit einem Ja aus ganzem mit dem Symbol des zunehmenden Auch das Alte Testament weiß davon, tet seltener. Herzen zu empfangen. Wenn wir uns Lichtes sichtbar. Nicht von uns kommt dass Hoffnung kein „Zustand“ ist. Sie auf dieses Leben einlassen, können die Hoffnung auf Erfüllung, sondern kann zwar ein geduldiges, lange anhal- Marc Chagall malte ein Bild vom be- wir hier und jetzt, mitten in den Zu- von Gott. Franz Lipscha tendes Warten sein, auf Rat und Hil- tenden Hiob, von jenem Mann, der fälligkeiten des gesellschaftlichen Le- Nach Thomas von Aquin, lehrte uns Bild: Der Lebensbaum (1981), fe von Freunden, wie bei Hiob. Oder buchstäblich alles verloren hat. Hiob bens, Zeichen einer anderen Hoffnung der Herr die Hoffnung, als er uns sein Marc Chagall (1887-1985), eine klare Erwartung, die sich direkt hebt die Hände zum Himmel, als woll- aufrichten, Saaten einer erneuerten Gebet lehrte. All unsere Hoffnungen Charles Marq (1923-2006) an Gott wendet. Oft ist es ein Hin- und te er sagen: „Was willst du eigentlich Welt aussäen, die zu gegebener Zeit münden in der einen Hoffnung: Pfarrkirche St. Stephan, Mainz Hergeworfen sein: noch alles von mir!“ Frucht bringen werden. Seite 18 Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Seite 19
unterwegs in Bad Radkersburg unterwegs in Bad Radkersburg Gemeinsam unterwegs mit Gott Mein Glaube, mein Gottvertrauen, meine Hoffnung! Mein Mann und ich haben vor 20 Jah- Phasen unserer Ehe: Von strahlendem gemacht und Gott gedankt für sein Als Schulkind verabschiedete meine Ob es nun beim Beten in der Kirche ren unsere Ehe geschlossen und uns Sonnenschein bis hin zum angstein- Geschenk an uns. Als wir in Mariazell Urgroßmutter mich immer mit einem oder so als Art Meditation im Alltag damals das Lied „In deinem Namen flößenden Gewitter war alles dabei. ankamen, waren wir überglücklich. Kreuzzeichen auf die Stirn. Wir leb- geschieht, dies gibt mir das Vertrau- wollen wir den Weg gemeinsam gehen Aber an jedem dieser sieben Tage ha- Und als wir am Sonntag gemeinsam ten damals mit vier Generationen in en, Gott hilft mir und alles wird wie- mit dir“ als Motto des Hochzeitsgottes- ben wir in einer Kapelle oder an einem mit unseren Kindern, die uns abholen einem Haus. Sie tauchte dabei ihren der gut. dienstes gewählt. Was dieser Weg mit der zahlreichen Pilgerkreuze kurz Halt kamen, einen ganz privaten Gottes- Daumen in den Weihwasserkessel, Ich weiß, dass so mancher Leser viel- sich bringt haben wir damals natürlich dienst feierten, erlebten wir ein weite- bekreuzte meine Stirn und sagte: leicht meint, dies klinge naiv, einfach nicht gewusst, welche Höhen und Tie- res Wunder: Gott war spürbar mitten „Gott schütze dich!“ und kindlich. fen, welche Anblicke, welche Wegge- in unserer Familie. Er half uns unsere Ein Ritual das mir Schutz gab, ohne Jedoch, nun im Herbst meines Lebens, fährten und welche Kreuzungspunkte Gefühle in Worte zu fassen, einander dass es mir als Kind bewusst war, je- wenn ich zurückdenke und wahrlich, auf uns zukommen, uns beschenken zu danken aber auch um Verzeihung doch mir das Vertrauen gab, wenn ich war nicht nur auf der Sonnensei- und herausfordern, haben wir nicht zu bitten. meine Urgroßmutter dies sagt, kann te des Lebens beheimatet, gibt mir vorhersehen können. Aber wir fühlten Wir durften das Wort Gottes hören: mir nichts passieren. dieses Gottvertrauen Halt und Schutz uns gestärkt durch das Wissen, dass Liebt einander, so wie ich euch geliebt Auch heute noch, wenn Entscheidun- und ich bin meiner Urgroßmutter Gott mit uns geht. habe. Und aus ganzem Herzen lobten gen, Sorgen, Krisen oder auch wenn dankbar, mir dieses Urvertrauen mit Anlässlich unseres Hochzeitstages ha- wir Gott für seine Güte und Größe. etwas Gutes meinen Lebensweg auf meinem Lebensweg mitgegeben ben wir uns heuer einen schon lang Als wir zuletzt das Lied „In deinem Na- kreuzt, bete ich zu Gott „Bitte hilf“ zu haben. gehegten Traum erfüllt: Wir sind zu men wollen wir…“ anstimmten, waren oder „Danke“ für Dieses oder Jenes! Renate Martinecz zweit von zuhause weg nach Mariazell wir mehr als gestärkt vom Vertrauen, gegangen. Dabei haben wir unseren dass wir diesen Weg miteinander wei- gemeinsamen Lebensweg ganz oft Re- tergehen wollen: vue passieren lassen. Auch das Wetter Mit Gott an unserer Seite. Ama e vivi la vita! Liebe und lebe das Leben! erinnerte uns an die verschiedenen Barbara Fischer Im Jänner 2016 veränderte sich mein ich in meinen Augen immer wieder Moment im Hier und Jetzt. Genießt je- Leben auf einen Schlag. Ich wurde sehr wie ein Monster aus. den Tag, als wäre er der letzte, lernt zu Meine Kirche und ich krank und bin kurz weggetreten. Ich Mein Gesundheitszustand ist die reins- vergeben und zu verzeihen, öffnet die Zu meinen schönsten Erfahrungen im Eines will ich aber auch hervorheben, genseitig mit Freude und Motivation sah den weißen Tunnel nicht, jedoch te Achterbahn! Einmal rauf und dann Augen und ihr werdet Dinge sehen, war ich in einer anderen Welt und dort wieder runter. Mein Mann, meine Kin- die ihr vorher nicht gesehen habt. kirchlichen Leben gehören viele Got- denn es gehört ebenso zu einer kirch- angesteckt, uns noch besser kennen- war es wunderschön. Ich träume heu- der, meine Familie und meine Freunde „Lebe deinen Traum und träume nicht tesdienste. Als Kind war es selbstver- lichen Aktivität, die ich, trotz mancher gelernt. Wir sind für mich spürbar ein te noch oft davon. Ich schrieb später sagen mir, dass meine Schönheit von dein Leben.“ Sei dankbar für das, was ständlich mit den Großeltern den Got- Anstrengungen, schon oft sehr berei- Stück weit zusammengewachsen. Der meine Diplomarbeit darüber. Innen käme. Man sehe in meinen Au- du hast und wer du bist und weine tesdienst zu besuchen. Damals nicht chernd erlebt habe: Das Miteinander Höhepunkt war dann natürlich unser Ich möchte euch Mut machen, Kraft gen Liebe, Kraft und Wärme. Ich wür- nicht dem nach, was du nicht besitzt. immer ganz freiwillig, aber es gehörte im Pfarrgemeinderat. Ein ganz be- gemeinsamer Auftritt als Sister-Act- schenken und die Augen öffnen. Ge- de positive Energie ausstrahlen und in Un a more per sempre! Liebe dich einfach dazu. sonders schönes Ereignis war letztes Chor. Was für ein wunderbares Ge- nau jetzt in dieser Zeit. meiner Nähe fühle man etwas Heilen- selbst, dann kannst du geliebt werden Aber auch später, als ich mich immer Jahr unser Binkerlball. So viele Hände meinschaftserlebnis! Danke dafür! Nachdem ich in verschiedene For- des. Mit meiner Stärke helfe ich ande- und anderen helfen. Beginne jeden wieder selbst zur Mitfeier entschied, haben mit viel Eifer angepackt, um al- schungsprojekte aufgenommen wur- ren Menschen und dabei vergesse ich Tag mit einem Lächeln, schau in den war ich oft tief ergriffen von verschie- les vorzubereiten. Wir haben uns ge- Autorin der Redaktion bekannt de und die Fachleute alles versucht ha- meine Sorgen. Spiegel und sage „Danke“ für das, was denen Messen im Jahreskreis. Das ben, lautete meine jetzige Diagnose: Ein ganzes Meer voll Wasser kann ein und wer du bist. Stille Nacht bei der Mette, die Kreuz- „Wir können für Sie leider keine neuen Schiff nicht zum Sinken bringen, au- Dies alles war für mich ein langer Lern- verehrung am Karfreitag, das Hallelu- Schritte einleiten. So wie Sie jetzt ein- ßer man lässt Wasser hinein. Ähnlich prozess, man darf sich nur selber nicht ja in der Osternacht, die Früchte und gestellt sind, genießen Sie jeden Tag kannst du die Negativität der Welt, die aufgeben. Blumen zu Erntedank sind nur einige und gehen mit Ihrem Körper achtsam dich im Moment kaputt zu machen Singe, lache, tanze, atme und fühle Höhepunkte davon. Und natürlich um.“ versucht, einfach nicht an dich heran- dich frei, denke positiv, höre auf dei- zählen auch viele Taufen, Erstkommu- Doch mein Glaube an mich und meine lassen. Ich brauche keinen Psychiater nen Körper und auf deine Seele. Kämp- positiven Gedanken halfen mir. oder noch mehr Medikamente, höre fe, auch wenn du glaubst, du hast kei- nionen, Firmungen und Hochzeiten, Die Menschen denken, so ein Herz sei auf mein Herz und meine Seele und ne Kräfte mehr. Mach dir selber Mut aber auch Begräbnis-Gottesdienste nur ein Organ, dies stimmt nicht. Ich diese setzen mir Zeichen, was zu tun und sage zu dir: „Alles wird gut!“ von lieben Bekannten und Angehöri- habe gelernt, auf mein Inneres zu hö- ist. Und schon hast du gewonnen. gen zu meinen wertvollsten Erinne- ren und das macht mich stark, sodass Ich hoffe, meine Worte machen Mut rungen, für die ich den verschiedenen ich richtig Freude am Leben habe und Lebe im Hier und Jetzt. Bleibt in der und am Ende wird bei euch alles gut! Priestern aber auch den Mitfeiernden mich nicht mehr stressen lasse. Gegenwart, denn wenn ihr die Zukunft danken möchte. Durch die vielen Medikamente sehe plant, seid ihr genau wieder in diesem Gucci Szlamar Seite 20 Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Pfarrblatt Pfarrverband Radkersburg Seite 21
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