Geschäftsbericht 2000 - Standortexpansion, Aufbruch und Veränderung - Fraport AG

 
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Geschäftsbericht 2000 - Standortexpansion, Aufbruch und Veränderung - Fraport AG
Geschäftsbericht 2000
Standortexpansion, Aufbruch und Veränderung
Geschäftsbericht 2000 - Standortexpansion, Aufbruch und Veränderung - Fraport AG
Geschäftsentwicklung
Konzern nach IAS

in Mio DM                               1998       1999      2000

Konzernjahresüberschuss                144,9      155,8     252,3

Konzernumsatz                         2.506,1    2.689,0   3.004,5

Personalaufwand                       1.118,6    1.167,1   1.238,8

Abschreibungen auf immaterielle        392,9      351,1     381,1
Vermögensgegenstände des Anlage-
vermögens und Sachanlagen

EBITDA                                 899,4      861,1    1.043,4

Investitionen* (Zugänge zum Anlage-      k. A.    731,3     671,7
vermögen ohne Veränderungen im
Konsolidierungskreis)

Eigenkapital                          1.683,2    1.800,8   1.993,6

Bilanzsumme                           5.100,5    5.582,4   5.951,1

Personalstand im Jahresdurchschnitt   13.225     13.336    14.271
ohne Auszubildende

* Zahlen ab 1999 verfügbar
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Fraport AG
Frankfurt Airport Services Worldwide

 VS                      VI                      VF
 Vorstandsvorsitzender   Vorstand                Vorstand Finanzen
                         Bodenverkehrsdienste    und Verkehrs-/
                         und Immobilien          Terminalmanagement

                                                    Vorstandsstäbe

 VSB Betreuung            VIF   Frachtlogistik
     Sonderprojekte
 VSE Externe              VIR   Rechts-
     Kontakte                   angelegen-
 VSI Investor                   heiten
     Relations
 VSP Presse und
     Publikationen
 VSQ Qualitäts-
     management-
     Beauftragter         IFM                     IUK
 VSR Revision und         Immobilien              Informations- und
     Betriebsana-         und Facility            Kommunikations-
     lysen                Management              dienstleistungen

  FHB                     BVD                     VTM
  Flughafenbeteili-       Bodenver-               Verkehrs- und
  gungen                  kehrsdienste            Terminal-
  und -zusammen-                                  management
  schlüsse

  USG                                             CFR
  Unternehmensent-                                Controlling,
  wicklung, Struktur-                             Finanzen,
  organisation,                                   Rechnungswesen
  Gremien

  MAR                                             ZEB
  Marketing                                       Zentraler Einkauf
                                                  und Bauvergabe
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Inhalt

                                                    1   Brief des Vorstands
VA                          VE
Vorstand                    Vorstand                4   Konzernstrategie
Arbeitsdirektor             Flughafenentwicklung
                                                   16   Strategische Geschäftsbereiche

                                                   28   Finanzbericht 2000

                                                   30   Konzernlagebericht
 VAD Datenschutz            VEK Kommunikation
                                Öffentlichkeits-   46   Konzernbilanz zum 31. Dezember 2000
 VAF   Frauen- und              arbeit Ausbau
       Familien-                                   47   Konzerngewinn- und -verlustrechnung
       förderung                                        für das Geschäftsjahr 2000

                                                   75   Organe der Gesellschaft

                                                   79   Bericht des Aufsichtsrats

 PSL                         APF                   80   Beraterkreis
 Personalservice-            Ausbauprogramm
 leistungen                  Flughafen

           Strategische Geschäftsbereiche (SGB)

           Unterstützungsbereiche (UB)

       Stand 1. März 2001
Geschäftsbericht 2000 - Standortexpansion, Aufbruch und Veränderung - Fraport AG
Brief des Vorstands   1

„Mit der strategischen Neuausrichtung der Fraport AG
haben wir die Messlatte für alle Geschäftsbereiche, Beteiligungen
und Vorhaben hoch angelegt.“

         Sehr geehrte Damen und Herren,                            Wettbewerbsfähigkeit im ebenso wachstumsstar-
                                                                   ken wie kompetitiven globalen Airport-Markt
         Standortexpansion, Aufbruch und Veränderung               braucht neben klaren Strategien leistungsfähige
         waren Determinanten unseres überaus erfolgrei-            interne Organisations- und Führungsstrukturen.
         chen Geschäftsjahres 2000. Drei Highlights aus der
         Berichtsperiode verdeutlichen dies: das politische        Um uns noch besser auf die Herausforderungen des
         Votum für den Ausbau des Bahnensystems als                Marktes vorzubereiten, haben wir im Jahr 2000 eine
         Voraussetzung für weiteres Wachstum am Standort           umfassende Portfolioanalyse eingeleitet. Der Pro-
         Flughafen Frankfurt Main, die Ausweitung unserer          zess ist fließend, doch seine Eckpunkte sind schon
         internationalen Präsenz und die Entscheidung für          jetzt unternehmensweit verbindlich: Wachstum mit
         einen neuen Namen verbunden mit einem neuen               Rendite, effiziente Kostenstrukturen, Risiko-Mana-
         Erscheinungsbild der Flughafen Frankfurt/Main AG          gement. Geschaffen wurde zugleich eine größere
         (FAG) – seit Anfang dieses Jahres firmieren wir als       Ergebnisverantwortung und Transparenz der Strate-
         „Fraport AG Frankfurt Airport Services Worldwide“.        gischen Geschäftsbereiche und ihrer Geschäfts-
                                                                   felder.
         Der neue Name reflektiert die enge Verbundenheit
         unseres Unternehmens mit seinem Heimatstandort            Unsere Mitarbeiter haben auch im Jahr 2000 mit
         und signalisiert gleichzeitig die Ausrichtung der         ihrem Können und Engagement in hohem Maße
         Fraport AG zu einem modernen, global agierenden           zum Geschäftserfolg beigetragen. Wichtige Heraus-
         Serviceanbieter.                                          forderungen auch für die Zukunft bleiben Personal-
                                                                   Management, Führungskräfteentwicklung und
         Unsere Stärken als internationales Drehkreuz erhal-       Change Management. Wir haben dafür im Ge-
         ten und entwickeln wir weiter, mit einem Spektrum         schäftsjahr 2000 umfangreiche Programme weiter-
         attraktiver Dienstleistungen schaffen wir hohen           entwickelt, mit denen wir individuelle Mitarbeiter-
         Nutzen für unsere Kunden. Luft, Schiene und Straße        fähigkeiten identifizieren und fördern, Führungs-
         verknüpfen wir zukunftsweisend. Auch in Zukunft           handeln verbessern und dazu motivieren, notwen-
         wollen wir unser Potenzial vielfältig und einfallsreich   digen Wandel zur effektiven Umsetzung unserer
         ausschöpfen.                                              Unternehmensstrategien mitzutragen. Die An-
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2         Brief des Vorstands

Dr. Wilhelm Bender              Prof. Manfred Schölch        Johannes Endler              Prof. Barbara Jakubeit       Hans Georg Michel

                                sprüche sind hoch. Aber sie werden durch das Be-          Auch die Verkehrszahlen 2000 am Standort Flugha-
                                wusstsein unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter        fen Frankfurt Main übertrafen erneut die der Vorjah-
                                (deren Zahl im September 2000 erstmals in unserer         re: Rund 49,4 Millionen Fluggäste nutzten im ver-
                                Firmengeschichte die Marke von 13.000 überschrit-         gangenen Jahr den Flughafen Frankfurt Main, das
                                ten hat) gestützt, dass sie die zentrale Kraft der Wei-   waren 7,6 Prozent mehr als 1999. Beim Frachtauf-
                                terentwicklung ihres Unternehmens sind.                   kommen setzte sich der positive Trend aus 1999
                                                                                          ebenso fort; mit einem Anstieg von 11,3 Prozent auf
                                Erstmals berichten wir Ihnen mit dem vorliegenden         rund 1,6 Millionen Tonnen behauptete der Flugha-
                                Geschäftsbericht 2000 als Konzern nach IAS (Inter-        fen Frankfurt Main seine führende Position in Euro-
                                national Accounting Standards). Die Berichterstat-        pas größtem Luftfrachtmarkt Deutschland und blieb
                                tung nach IAS gewährleistet eine bessere internatio-      die Luftfrachtdrehscheibe Nummer eins in Europa.
                                nale Vergleichbarkeit und höhere Transparenz.
                                                                                          Im Berichtsjahr ist ein fünftes Vorstandsressort, Flug-
                                Da der Konzernabschluss die Einzelabschlüsse              hafenentwicklung, geschaffen worden. Die Vor-
                                der konsolidierten Tochtergesellschaften einbezieht,      standserweiterung zeigt, welch enorme Bedeutung
                                ist Vergleichbarkeit mit bisher veröffentlichten          der Ausbau des Flughafens Frankfurt Main für die
                                Unternehmenszahlen nur eingeschränkt gegeben.             Entwicklung der Fraport AG hat. Wir können heute
                                Der Bericht beinhaltet daher zusätzlich die Finanz-       feststellen, dass im Jahr 2000 wichtige Teilschritte
                                kennzahlen des Konzernabschlusses nach IAS aus            erfolgreich bewältigt wurden: Basierend auf der
                                1999.                                                     Verabschiedung des Mediationspakets im Januar
                                                                                          fiel im Juni die wichtige politische Grundsatzent-
                                Die Umsatzerlöse des Konzerns erhöhten sich               scheidung für einen Ausbau. Weitestmöglicher
                                gegenüber 1999 um 11,7 Prozent auf 3.004,5 Milli-         gesellschaftlicher Konsens hat von jeher unsere
                                onen DM. Deutlich überproportional konnte der             Unternehmensaktivitäten bestimmt und ist natür-
                                Jahresüberschuss um 61,9 Prozent auf 252,3 Millio-        lich auch Grundsatz unserer Ausbauphilosophie.
                                nen DM gesteigert werden. Das Jahr 2000 stellt            Aus dem Mediationsprozess sind drei Varianten
                                damit das erfolgreichste der Unternehmensge-              hervorgegangen. Unsere Präferenz ist eine Lande-
                                schichte dar.                                             bahn nordwestlich des Flughafen-Geländes, die wir
                                                                                          für die beste Variante erachten. Im Mai 2000 haben
                                                                                          wir mit dem von uns vorgelegten Zehn-Punkte-Pro-
Geschäftsbericht 2000 - Standortexpansion, Aufbruch und Veränderung - Fraport AG
Brief des Vorstands   3

gramm klare Position bezogen. Dieses Programm            gungen erfolgreich führen können. Weiter gestärkt
stellt unseren nächsten Schritt nach dem Media-          haben wir unser Geschäftsportfolio im Berichtsjahr
tionsergebnis dar. Es soll vor allem dazu beitragen,     auch durch die internationale Vermarktung unserer
die vom Fluglärm betroffene Bevölkerung zu entla-        speziellen fachlichen Kompetenz etwa in den Berei-
sten. Hierbei hat der Schutz der Nachtruhe Vorrang.      chen Ground Handling und Flughafen-Sicherheit.

Fest steht, dass der Flughafen Frankfurt Main auch       Die strategische Allianz zwischen der Schiphol
in Zukunft – und im Kontext des geplanten Ausbaus        Group und Fraport hat im vergangenen Jahr einen
verstärkt – wichtiger Investitionsstandort und Refe-     entscheidenden Schritt nach vorne getan: Unter
renzmodell für unsere Leistungsfähigkeit im gesam-       dem Namen „Pantares“ treten Schiphol und Fraport
ten Spektrum des Airport-Geschäfts sein wird. Wir        gemeinsam in Drittmärkten auf und vermarkten ihre
sind auf einem guten Wege, unsere Kernstrategie,         gebündelten Fähigkeiten weltweit.
einer der leistungsfähigsten Airport-Konzerne zu
werden und uns international auszurichten, erfolg-       Geprägt war das Berichtsjahr durch die vielschichti-
reich umzusetzen. Die Zahl der nationalen und            gen Vorbereitungen auf den geplanten Börsengang
internationalen Standorte, an denen wir als Konzern      der Fraport AG. Der Vorstand wurde durch die
über Beteiligungen oder Tochtergesellschaften            Hauptversammlung ermächtigt, mit Zustimmung
operativ tätig sind, hat sich auf über 40 erhöht.        des Aufsichtsrats das Kapital zu erhöhen.

Im Inland erreichten wir am Flughafen Frankfurt-         Wir sind somit gut vorbereitet, die erfolgreiche
Hahn ein deutliches Volumenwachstum. Auch in             Geschäftsentwicklung 2000 fortzuschreiben und die
unserer Hauptstadt Berlin werden wir an dem Ange-        Ziele unserer Business Mission zu realisieren. Mit der
bot für die Privatisierung der drei Berliner Flughäfen   strategischen Neuausrichtung haben wir die Mess-
und dem Ausbau von Schönefeld mitarbeiten.               latte für alle Geschäftsbereiche, Beteiligungen und
                                                         Vorhaben hoch angelegt, um den eigenen Ansprü-
Im Ausland haben wir unser Geschäftsportfolio mit        chen hinsichtlich einer nachhaltigen Wertsteigerung
wesentlichen Beteiligungen an strategischen Stand-       unseres Unternehmens gerecht zu werden.
orten ausweiten und unsere bestehenden Beteili-

Dr. Wilhelm Bender      Prof. Manfred Schölch        Johannes Endler      Prof. Barbara Jakubeit      Hans Georg Michel
Geschäftsbericht 2000 - Standortexpansion, Aufbruch und Veränderung - Fraport AG
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Konzernstrategie
In einem von anhaltendem Wachstum geprägten globalen Flughafen-Markt
treten wir als moderner Dienstleistungskonzern an, Spitzenpositionen zu
erreichen. Strategisch konzentrieren wir uns auf Projekte mit hohem Wertschaf-
fungs-Potenzial.
Geschäftsbericht 2000 - Standortexpansion, Aufbruch und Veränderung - Fraport AG
Standortexpansion,   Vom Infrastruktur-Anbieter
                     zum modernen Dienstleistungskonzern

Aufbruch,            65 Jahre liegen zwischen dem 8. Juli 1936, an
                     dem der Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main
                     mit der Landung einer Ju 52 der Lufthansa offiziell
Veränderung          eröffnet wurde, und dem geplanten Börsengang
                     der Fraport AG.

                     Der neue Name Fraport ist Programm: Er steht für
                     Kontinuität im Erfolg der Flughafen Frankfurt/Main
                     AG (FAG), die den Standort Flughafen Frankfurt
                     Main mit hoher Innovationskraft, Investitionsbereit-
                     schaft und den richtigen Konzepten zu einem füh-
                     renden europäischen Hub entwickelt hat. Und er
                     signalisiert die Neuorientierung des Unternehmens,
                     mit der wir uns den Herausforderungen des globa-
                     len Flughafen-Markts stellen.

                     Dieser von anhaltendem Wachstum geprägte Markt
                     ist dabei, alte Strukturen zu sprengen; der Prozess
                     des Umbruchs ist unaufhaltsam. Angetrieben wird
Konzernstrategie           7

                                                                                                                 Strategisch gehen
                                                                                                                 wir in die Welt hinaus.
                                                                                                                 Auf alle Kontinente.
                                                                                                                 In die Zentren des Business
                                                                                                                 und der Erholung …
                                                                                                                 Eine Reise in die Zukunft.

er weltweit von Liberalisierung, Privatisierung und    furt Main und weltweit schaffen. Unser Ziel für den
sich verschärfender Konkurrenz. In das attraktive      Standort Flughafen Frankfurt Main ist es, dessen
Airport-Geschäft drängen zunehmend auch bran-          Funktion als internationales Drehkreuz zu sichern
chenfremde Wettbewerber. Diese Entwicklungen           und zu stärken. Die Vielzahl der im Berichtsjahr reali-
tangieren alle Marktteilnehmer im Luftverkehrssek-     sierten Projekte und Maßnahmen zur Verbesserung
tor, ganz gleich, ob sie ihre Leistungen in der Luft   der Leistungen für Airlines, Passagiere und gewerbli-
oder am Boden erbringen.                               che Kunden belegen einmal mehr, wie intensiv wir
                                                       unser „Schaufenster zur Welt“ pflegen. Unsere Kon-
                                                       zepte und deren Umsetzung erhöhen nicht nur die
Wertorientiertes Wachstum                              Attraktivität des Standorts Flughafen Frankfurt Main
                                                       im Wettbewerb der europäischen Hubs. Sie dienen
Business Mission und Entwicklungsplan formulieren      auch den wirtschafts- und strukturpolitischen Inte-
die Zielsetzungen dieser neuen strategischen Aus-      ressen der Region.
richtung. Die Grundlage liefert unsere Anfang 2000
begonnene Portfolioanalyse, mit der wir alle           Wesentlicher Baustein unserer Expansionspolitik ist
Geschäftsfelder auf ihre Markt- und Wertschaffungs-    die Ausweitung des internationalen Geschäfts.
potenziale untersuchen. Wo zielführend, wird den       Unsere Internationalisierungsstrategie fokussiert auf
Geschäftsfeldern ablauf- und aufbauorganisato-         Akquisitions- und Beteiligungsprojekte mit hohem
risch unter konsequenter Orientierung an Markt         Wertschaffungspotenzial.
und Kunden ein neues, optimiertes Profil gegeben.
Damit wollen wir leistungsfähige Konzernstrukturen
für wertorientiertes Wachstum am Standort Frank-
8   Konzernstrategie

                       Standort Flughafen Frankfurt Main                        menführung der Fachkompetenz beider Bereiche
                       als Referenzmodell                                       erwarten wir Effizienzsteigerungen durch schlankere
                                                                                Prozesse verbunden mit noch stärkerer Kunden-
                       Am Flughafen Frankfurt Main beweisen wir seit Jah-       orientierung.
                       ren unsere Fähigkeit, hohe Produktivität auf engem
                       Raum zu erzielen.
                                                                                Wettbewerbsfaktor Intermodalität
                       Beispielhaft für unser Bemühen, die Leistungs-
                       steigerungspotenziale bei auf absehbare Zeit             Die intermodale Qualität des Flughafens Frankfurt
                       begrenzten Möglichkeiten auszuschöpfen, ist das          Main ist mit den Vorbereitungen auf das Pilotprojekt
                       Projekt „Future for FRA“. Hier arbeiten wir gemein-      AIRail Service 2000 ein Stück weiterentwickelt wor-
                       sam mit der Deutschen Lufthansa und der DFS              den. Realisiert wird das Projekt seit März 2001 in
                       Deutsche Flugsicherung an der Verbesserung der           Kooperation mit Deutsche Bahn und Deutsche Luft-
                       Pünktlichkeit und der Kapazitätssteigerung des           hansa auf der Strecke Stuttgart – Flughafen Frank-
                       bestehenden Bahnensystems.                               furt Main. Integriertes Ticketing für Zug und Flug,
                                                                                Einchecken bereits am Stuttgarter Hauptbahnhof,
                       Als eine wichtige strategische Option definiert          abgestimmte Flug- und Zugpläne und vernetzte
                       unsere Portfolioanalyse eine stärkere Gewichtung         Information auf der ganzen Transportkette sind die
                       des Retail-Geschäfts. Im Berichtsjahr starteten wir      Vorteile für Reisende. Die Umwelt profitiert, wenn
                       eine Reihe von Projekten für den weiteren Ausbau         nach erfolgreichem Projektverlauf die Flugverbin-
                       von Retail-Flächen, ihre bestmögliche Gestaltung         dungen auf der Kurzstrecke Stuttgart – Flughafen
                       und Strukturierung nach Branchen.                        Frankfurt Main sukzessive zugunsten der Schiene
                                                                                reduziert werden.
                       Weiter optimierte Qualität und Qualitätssicherung
                       waren im Berichtsjahr zentrale Themen im Strategi-       Das Angebot soll mit Inbetriebnahme der ICE-
                       schen Geschäftsbereich Bodenverkehrsdienste              Strecke Köln – Rhein/Main auf Düsseldorf, Köln und
                       (BVD). Der Bereich hat alle Tests zur Zertifizierung     Bonn-Siegburg erweitert werden. Der Effekt ist
                       seines Qualitäts-Managements gegen Ende 2000             erwünscht: Die umweltschonende Vernetzung der
                       erfolgreich absolviert. Qualität der BVD-Leistungen      Verkehrswege zu Land und in der Luft, unterstützt
                       war im ersten Jahr des direkten Wettbewerbs mit          von moderner Informations- und Kommunikations-
                       einem Drittabfertiger am Flughafen Frankfurt Main        technologie, erschließt unserem Flughafen mittel-
                       auch der entscheidende Faktor dafür, dass bestehen-      und langfristig neue Fluggast-Potenziale.
                       de Ground Handling-Kunden im Wesentlichen ge-
                       halten und neue hinzugewonnen werden konnten.
                                                                                Führender Cargo-Airport
                       Gute Fortschritte machte unser Projekt ProSAP für
                       die unternehmensweite Umstellung auf die Stan-           Der Flughafen Frankfurt Main verzeichnete im
                       dard-Software SAP R/3. Ein erstes Modul ging 2000        Berichtsjahr zweistellige Zuwachsraten im Fracht-
                       in Betrieb, weitere werden im laufenden Jahr folgen.     geschäft. Im Zeitalter von E-Commerce gehört die
                       Dieses administrative System soll künftig die wirt-      Luftfracht auch langfristig zu den Wachstumsspar-
                       schaftliche Konzernsteuerung der Fraport AG effek-       ten der Transportwirtschaft.
                       tiv unterstützen und durch Vereinfachung der admi-
                       nistrativen Prozesse in allen Unternehmenseinheiten      Erstklassigen Entwicklungsraum bietet die Cargo-
                       zu höherer Transparenz und Kosteneffizienz führen.       City Süd, die mittlerweile größtenteils vermarktet
                                                                                ist. Dort sind rund 4.100 Menschen tätig – weit
                       Ein Ergebnis der im Berichtsjahr optimierten Fokus-      mehr als die vorausgesagten 2.700 Beschäftigten.
                       sierung unserer Aktivitäten ist die Einführung des
                       neuen Strategischen Geschäftsbereichs IFM, Immo-
                       bilien und Facility Management, der die Aktivitäten
                       der beiden Strategischen Geschäftsbereiche Flä-
                       chen, Immobilien, Frachtlogistik (FIF) sowie Ge-
                       bäude, Technik, Service (GTS) fortführt und in erster
                       Linie als interner Dienstleister wirkt. Aus der Zusam-
Vielflieger fahren bei uns Zug: zum Flughafen mit eigenen Bahnhöfen und mit integriertem Ticketing – umsteigen bitte.
10   Konzernstrategie

                        Luftfracht unterstützt als Beiladung den Passagier-   In Übereinstimmung mit den Mediatoren sehen wir
                        verkehr maßgeblich. Damit ist sie für den Flughafen   den Zielwert für die stündliche Kapazität bei 120
                        Frankfurt Main auch für die Weiterentwicklung sei-    Flugbewegungen. Eine unverzichtbare Größe, um
                        nes attraktiven Passagierflugnetzes essenziell, die   auch künftig die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber
                        ihrerseits hohe Hub-Qualität voraussetzt. Mit dem     konkurrierenden europäischen Hubs zu gewährleis-
                        geplanten Ausbau des Bahnensystems will Fraport       ten und die Funktion des Flughafens Frankfurt Main
                        als „Logistikintegrator“ am Boden die Chancen aus     als Heimatflughafen der Deutschen Lufthansa und
                        dem Wachstum des globalen Luftfrachtverkehrs          wichtigsten Standort der Star Alliance in Europa zu
                        nutzen und an der Wertschöpfung der Wachstums-        sichern. Auch die anderen Komponenten des Medi-
                        sparten Logistik- und Transportwirtschaft angemes-    ationspakets – Optimierung des bestehenden Bah-
                        sen teilhaben.                                        nensystems, Nachtflugverbot, Anti-Lärm-Paket und
                                                                              Regionales Dialogforum – trägt Fraport mit.

                        Die Zeichen stehen auf Expansion                      Für die drei von der Mediation empfohlenen Aus-
                                                                              bauvarianten Landebahn Nordwest, Landebahn
                        Die Chance, rentabel mit dem expansiven Luftver-      Nordost oder Start- und Landebahn Süd fanden im
                        kehrsmarkt zu wachsen, eröffnet uns der politische    Berichtsjahr umfangreiche technische und ökologi-
                        Konsens zugunsten des Flughafen-Ausbaus, der im       sche Voruntersuchungen statt. Aufsichtsrat und Vor-
                        Berichtsjahr zustande kam. Für den Flughafen          stand favorisieren den Bau einer Landebahn nord-
                        Frankfurt Main ist die bedarfsgerechte Kapazitäts-    westlich des Flughafen-Geländes. Dennoch wird
                        erweiterung von erheblicher Bedeutung, denn           Fraport alle drei Varianten in das Raumordnungsver-
                        angesichts der prognostizierten Zuwachsraten im       fahren einbringen. In dem dann anschließenden
                        Luftverkehr sind unseren Rationalisierungsreserven    Planfeststellungsverfahren wird nur noch eine, die
                        natürliche Grenzen gesetzt. Die Inbetriebnahme der    definitiv zu realisierende Ausbauvariante, zu behan-
                        neuen Landebahn ist nach derzeitigem Planungs-        deln sein.
                        stand für 2006 und die des neuen Passagier-Termi-
                        nals (erste Ausbaustufe) ab 2007 vorgesehen.          Im Süden des Flughafen-Geländes soll ein neues
                                                                              Terminal entstehen, das die Passagierkapazität auf
                                                                              jährlich über 80 Millionen erhöht. Die hierfür erfor-
Konzernstrategie    11

                                                                                                              Wenn Flugzeuge reden
                                                                                                              könnten – sie würden
                                                                                                              schwärmen.
                                                                                                              Denn bei uns haben
                                                                                                              sie es auch am Boden
                                                                                                              himmlisch …

derlichen zusätzlichen 75 Flugzeug-Abstellpositio-    ten Geschäfte muss Beiträge zum Wachstum und
nen und die Rollwege müssen in anderen Dimensio-      zur Rendite des Gesamtunternehmens liefern. Wert
nen konzipiert werden, um der nächsten Genera-        schaffen wollen wir nicht nur am Heimatstandort,
tion von Großraumflugzeugen Platz zu bieten. Mit      sondern auch international. Das verlangt eine hoch-
der neuen Bahn entsteht Flächen- und Investitions-    gradig fokussierte Akquisitions- und Beteiligungs-
bedarf auch für neue Flugzeugwartungshallen,          politik. In der Vergangenheit haben wir bereits
Werkstätten, Büros, Bereitstellungsflächen für die    bei einer Reihe von Projekten den Zuschlag er-
wachsende Luftfracht und andere betriebsnotwen-       halten. Fraport ist inzwischen auf allen Kontinenten
dige Anlagen.                                         tätig. Wir sehen uns daher auf einem guten Weg,
                                                      unsere Position als einer der leistungsstärksten Air-
Der Ausbauplan wird nach derzeitigem Stand in den     port-Konzerne der Welt auszubauen.
nächsten Jahren ein Investitionsprogramm voraus-
sichtlich in der Größenordnung von rund 6,5 Milli-    Im November 2000 konnte Fraport ihr Standort-
arden DM anstoßen, von dem kräftige Impulse für       portfolio auf Südamerika ausweiten. Als Konsortial-
die Wirtschaft und Beschäftigung in der Region aus-   führerin mit zwei Partnern gewann sie die Ausschrei-
gehen werden.                                         bung für die Privatisierung des Flughafens Jorge
                                                      Chávez International in der peruanischen Haupt-
Anliegen der Fraport AG und insbesondere ihres neu    stadt Lima.
geschaffenen Vorstandsressorts Flughafen-Entwick-
lung ist es, unsere Ausbauphilosophie aktiv zu kom-   Unsere Beteiligung in Antalya (Türkei) hat sich seit
munizieren und den konstruktiven Dialog mit der       ihrem Start 1999 erfolgreich entwickelt.
Region fortzuführen.
                                                      Baukräne beherrschen das Bild am Ninoy Aquino
                                                      International Airport von Manila, unserem ersten
Auf dem Weg zum globalen Markt                        Projekt in Südostasien. Dort wurde im Juni 2000
                                                      mit dem Bau des neuen Terminals 3 begonnen,
Ein wesentliches Ziel unseres neuen Entwicklungs-     das gegen Ende 2002 in Betrieb genommen
plans lautet Wertschaffung für unsere Aktionäre und   werden soll.
unser Umfeld. Das heißt, jedes der von uns verfolg-
12   Konzernstrategie

                        Der Sprung auf den australischen Kontinent gelang
                        mit dem Erwerb von Anteilen an der Brisbane Air-
                        port Corporation Ltd., an der auch unser Allianz-
                        partner Schiphol Group (SG) beteiligt ist.

                        In Athen-Spata hat die Fraport AG ihr am Standort
                        Flughafen Frankfurt Main entwickeltes, umfassen-
                        des Know-how von der Planung und Entwicklung
                        bis zum Bau und zur Inbetriebnahme des neuen
                        Großflughafens eingebracht.

                        Auch die Vermarktung unserer speziellen Kompe-
                        tenzen wie Terminal- und Sicherheitsdienstleistun-
                        gen oder Ground Handling, die weitgehend unter
                        Federführung der jeweiligen Strategischen
                        Geschäftsbereiche geschieht, verlief in 2000 erfolg-
                        reich: Im Mai wurde die Portway, handling de por-
                        tugal s.a., ein Jointventure mit der ANA Aeroportos
                        de Portugal S.A., gegründet. Im August nahm unse-
                        re hundertprozentige Tochtergesellschaft VAS Flug-
                        hafen Bodenverkehrsdienste GmbH den Betrieb am
                        Flughafen Wien auf.

                        Fortschritte im Inland

                        Als Wachstums-Story erfreute sich der Flughafen
                        Frankfurt-Hahn im Berichtsjahr öffentlicher Auf-
                        merksamkeit. Das Projekt dient dem Aufbau von
                        Präsenz des Unternehmens im Bereich des Low-
                        Cost-Marktes und der Ergänzung der Kapazitäten
                        des Standorts Flughafen Frankfurt Main für den
                        Ferienflug- und Luftfrachtverkehr. Mit zweistelligem
                        Zuwachs im Frachtaufkommen rückte Frankfurt-
                        Hahn im Berichtsjahr zum viertgrößten Frachtflug-
                        hafen Deutschlands vor. Auch das Passagieraufkom-
                        men war durch starkes Wachstum geprägt. Im April
                        wurde das neue Passagier-Terminal mit einer Kapa-
                        zität von 600.000 Fluggästen jährlich in Betrieb
                        genommen.

                        Bewegung in den deutschen Flughafen-Markt
                        brachte die aktuelle Entwicklung im Großflughafen-
                        projekt Berlin. Vor dem Brandenburgischen Ober-
                        landesgericht wurde im November ein Vergleich der
                        zuvor konkurrierenden Bewerberkonsortien IVG
                        Holding AG (mit den Konsortialpartnern Dorsch
                        Consult, Flughafen Wien und Caisse des Dépôts et
                        Consignations) und Hochtief AG (mit den Konsorti-
                        alpartnern ABB Calor, Bankgesellschaft Berlin und
                        Fraport) bei gleichzeitigem Verzicht der Beteiligten
                        auf mögliche Schadenersatzforderungen und verga-
                        berechtliche Einwendungen geschlossen. Im Früh-
                        jahr 2001 haben die Kartellbehörden in Bonn und
                        Brüssel den Zusammenschluss beider Konsortien
                        genehmigt. Das neue Konsortium arbeitet nunmehr
                        mit Hochdruck an der Anpassung der beiden tech-
                        nischen Konzepte an das bereits laufende Planfest-
                        stellungsverfahren.
Konzernstrategie       13

Er ist einer von 50 Millionen Fluggästen, die wir jährlich begrüßen. Doch offenbar fühlt er sich ganz wohl – dank gutem Service.
Allianz Schiphol Group – Fraport konkretisiert sich    Fluggesellschaften – grundsätzlich auch anderen
                                                       interessierten Flughäfen offen.
Eine Entwicklung mit Ausstrahlung auf praktisch alle
unsere Strategischen Geschäftsbereiche und die von     Die Allianzpartner waren bereits bei ihrem ersten
uns bedienten Märkte ist die Allianz zwischen der      gemeinsamen Auftreten erfolgreich: Im Februar des
Schiphol Group (SG) und Fraport, die im Berichts-      laufenden Jahres gewann Pantares gemeinsam mit
jahr konkrete Gestalt angenommen hat. Die Part-        lokalen Unternehmen die Ausschreibung für den
nerwahl gilt auf beiden Seiten als optimal: Beide      Bau eines Logistikzentrums am Flughafen Chek Lap
Unternehmen streben eine führende Position im          Kok bei Hongkong. An dem Konsortium Tradeport
globalen Wettbewerb der Flughafen-Betreiber an.        Hong Kong Ltd. sind neben Pantares, einer gemein-
Zusammen decken sie das gesamte Dienstleistungs-       samen Allianz der Fraport AG und der Schiphol
spektrum rund ums Airport-Business ab.                 Group (37,5 Prozent), die Hong Kong Land Hol-
                                                       dings Ltd. und die Jardine Logistics Services Ltd.
Im November 2000 präsentierte die weltweit             (zusammen 37,5) sowie die China National Aviation
erste strategische Allianz zwischen zwei bedeuten-     Company Ltd. (25 Prozent) beteiligt.
den internationalen Airports ihren neuen Namen,
Pantares, unter dessen Dach die Partner künftig auf    Nach rund einem Jahr enger Zusammenarbeit hat
Drittmärkten gemeinsam auftreten. Pantares steht –     sich gezeigt, dass unternehmerische Denkweisen,
analog zu der zunehmenden Allianzbildung bei           Strategien und Belegschaften harmonieren. So liegt
Konzernstrategie           15

                                                                                                                    Am Flughafen arbeiten macht
                                                                                                                    Spaß. Er ist z.B. für Busfahrer,
                                                                                                                    Techniker, Luftverkehrskauf-
                                                                                                                    frauen, Flugzeugabfertiger
                                                                                                                    und Fluggastbetreuerinnen die
                                                                                                                    Startbahn für Karrieren.

es nahe, dass die Allianzpartner auch ihre Human-       Zielsetzung aller Aktivitäten ist es, individuelle Fähig-
ressourcen gemeinsam weiterentwickeln wollen. Ein       keiten zu fördern, vorhandenes Wissen zu optimieren
Austauschprogramm für Führungskräfte ist geplant.       und neues zu vermitteln.

                                                        Die angestrebte Internationalisierung erfordert be-
Erfolgsfaktor Human Resources                           sondere Anstrengungen in der Rekrutierung und
                                                        Qualifizierung von Führungskräften zur Übernahme
Der Fraport-Konzern beschäftigte zum 31. Dezem-         anspruchs- und verantwortungsvoller Aufgaben im
ber 2000 14.271 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.       In- und Ausland. Diesen Zweck verfolgt das Projekt
Fraport ist neben der Deutschen Lufthansa der           „Management-Kapazitäten“, das im Berichtsjahr
bedeutendste Arbeitgeber am Standort Flughafen          implementiert wurde, ebenso wie die Airport Acade-
Frankfurt Main, der mit insgesamt ca. 62.000            my, die im Frühjahr 2000 startete und seitdem erfolg-
Arbeitnehmern die größte Arbeitsstätte in Hessen        reich arbeitet. Für die Zukunft der Fraport AG gilt: Eine
und die größte lokale Arbeitsstätte Deutschlands ist.   leistungsorientierte, vitale Konzernbelegschaft ist er-
                                                        folgsentscheidender Faktor im globalen Wettbewerb
Die Größenordnung der Herausforderungen bei der         um Marktanteile und Kapital.
zukünftigen Positionierung von Fraport spiegelt sich
in der Fülle der Personalentwicklungsprojekte, die
wir im Berichtsjahr fortgeführt bzw. initiiert haben.
Strategische
Geschäftsbereiche
Im Zuge der Einführung der Konzernrechnungs-      Sonstige geht es in erster Linie um Kommunika-
legung nach IAS erfolgte in Hinblick auf diese    tionsdienstleistungen und Datenverarbeitung,
Rechnungslegung eine Zusammenfassung der          die für das reibungslose Funktionieren der Luft-
einzelnen Geschäftsfelder der Fraport AG und      verkehrsdrehscheibe von zentraler Bedeutung
der diesen Geschäftsfeldern zugeordneten Betei-   sind.
ligungen in den Business-Segmenten Aviation,
Non-Aviation, Ground Handling und Sonstige.       Diesen Segmenten auf Konzernebene standen
                                                  fünf Strategische Geschäftsbereiche auf Ebene
Zum Segment Aviation gehören alle Leistungen      der Fraport AG als wichtigstem Teil des Konzerns
in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Luft-       gegenüber:
verkehr wie die gesamte Airport-Infrastruktur
und -Organisation, der komplexe Flughafen-        – Verkehrs- und Terminalmanagement (VTM).
und Terminal-Betrieb. Der Begriff Non-Aviation
fasst Geschäftsaktivitäten zusammen, die nicht    – Bodenverkehrsdienste (BVD).
direkt mit dem Luftverkehr zu tun haben wie
das Vermieten geeigneter Flächen für Einkauf,     – Immobilien und Facility Management (IFM),
Gastronomie und Büros, das Parkraum-Manage-         gebildet aus den früher getrennten Bereichen
ment etc.                                           Flächen, Immobilien, Frachtlogistik (FIF) und
                                                    Gebäude, Technik, Service (GTS).
Ground Handling steht für die so genannten
Bodenverkehrsdienste: der vielfältige Service     – Informations- und Kommunikationsdienst-
„rund ums Flugzeug“ auf dem Vorfeld und in den      leistungen (IUK).
Terminals vom Check-in der Passagiere und
ihres Gepäcks über die gesamte Abfertigung        – Flughafenbeteiligungen und -zusammen-
der Jets bis zum raschen und fachgerechten          schlüsse (FHB).
Umschlag von Fracht und Post. Beim Segment
18   Strategische Geschäftsbereiche

Wesentliche Entwicklungen in den
Strategischen Geschäftsbereichen

                            Verkehrs- und                                           tionierung eines umfassenden Retail-Entwicklungs-
                                                                                    plans.
                            Terminalmanagement
                                                                                    Darüber hinaus konnten 2000 wichtige neue
                                                                                    Handels- und Gastronomieflächen eröffnet werden.
                            Infrastrukturentwicklung in FRA                         Neben der Flächenerweiterung im Flugsteig A
                                                                                    gehören dazu vor allem die zusätzlichen Konzes-
                            In dem Geschäftsbereich Verkehrs- und Terminal-         sionsflächen in der neuen Shopping-Mall im Flug-
                            management sind die Abwicklung und das Mana-            steig B. Passagiere erhalten hier u.a. mit einem
                            gement des gesamten luft- und landseitigen Flug-        Spielkasino und neuen Restaurants ein umfang-
                            hafen-Betriebs am Standort Flughafen Frankfurt          reiches Shopping- und Entertainment-Angebot.
                            Main gebündelt. Dies umfasst auch das Manage-
                            ment der Flächen in den Passagier-Terminals u.a. für    Der Wegfall von Umsatzabgaben aus Dutyfree-Ver-
                            Einzelhandel und Gastronomie. Ein zweiter Schwer-       käufen bei Inner-EU-Flügen konnte zunehmend
                            punkt liegt in der Vermarktung dieser Produkte und      durch die Akzeptanz des neuen Travel-Value-
                            Dienstleistungen außerhalb des Standortes Frank-        Konzepts kompensiert werden.
                            furt Main.
                                                                                    Seit Januar 2000 läuft in Kooperation mit Deutsche
                            Modernisierung und Kapazitätserweiterung der be-        Lufthansa AG und DFS Deutsche Flugsicherung
                            stehenden Fluggastanlagen, Optimierung von Um-          GmbH das Projekt „Future for FRA”. Themen des
                            steigerprozessen durch verbesserte Wegeführung          Projekts sind die Verbesserung der Pünktlichkeit, die
                            unter Einsatz moderner Informationstechnologie          Ausschöpfung der Kapazitätspotenziale und ge-
                            und Ertüchtigung des Bahnensystems für die nächs-       meinsame Kommunikationsmaßnahmen.
                            te Flugzeuggeneration – das waren im Berichtsjahr
                            Schwerpunkte der Infrastrukturentwicklung.              Im Berichtsjahr liefen umfangreiche Vorbereitungen
                                                                                    für das inzwischen realisierte Pilotprojekt mit durch-
                            Im Terminal 1 standen im Berichtsjahr alle Schalter     gehender Gepäcklogistik auf der Bahnverbindung
                            im neuen Design zur Verfügung, nachdem das              Stuttgart – Flughafen Frankfurt Main. Ziel ist die
                            Austauschprogramm Ende Dezember 1999 abge-              Reduzierung des Flugverkehrs auf dieser Kurzstrecke
                            schlossen werden konnte. Im Terminal 2 war Ende         zugunsten der Schiene. Das Angebot soll auf andere
                            2000 das Gate-Management-System flächen-                entwicklungsfähige Einzugsgebiete des Flughafens
                            deckend installiert.                                    Frankfurt Main erweitert werden, so auf Nordrhein-
                                                                                    Westfalen nach Fertigstellung der ICE-Strecke Köln –
                            Überproportional zum Passagieraufkommen wuch-           Rhein/Main.
                            sen 2000 die Erträge aus dem Retail-Geschäft.
                            Die Steigerung reflektiert auch die deutlich stärkere   Ein weiterer Schritt zur Vernetzung der Verkehrs-
                            Gewichtung des Retail-Geschäfts in den Planungs-        mittel ist die zum Fahrplanwechsel 2000/2001 in
                            und Entwicklungsprozessen von Fraport. Mit dem          Betrieb genommene Eincheck-Zone T am Übergang
                            Ziel, Retail-Flächen auszubauen, bestmöglich zu         zwischen Fernbahnhof und Terminal 1.
                            gestalten und dabei zu einer Optimierung der Bran-
                            chenstruktur zu kommen, wurde 2000 eine Reihe           Zum 1. Januar 2000 wurde ein separates Entgelt
                            wichtiger Projekte für die Zukunftsentwicklung          für Transfer- bzw. Transitpassagiere eingeführt; es
                            gestartet. Hierzu gehörten, neben anderen, Mach-        beträgt 90 Prozent des Entgeltsatzes für originäre
                            barkeitsstudien für die Erweiterung der kommerziel-     Passagiere auf Inlandsflügen. Die Neuregelung
                            len Flächen in stark frequentierten Lagen, die          berücksichtigt, dass Transferpassagiere die Infra-
                            Projektentwicklung Ladenzeile A sowie die Konzep-       struktur und Serviceleistungen des Flughafens in
Auf den Spuren unserer Ferienfluggäste. Moussaka und Champagner-Brunch, Land und Meer – ein Familienvergnügen.
20   Strategische Geschäftsbereiche

                            deutlich geringerem Maße als originäre Passagiere         Im März 2000 erwarb Fraport die Rechte auf weitere
                            nutzen. Ferner wurde eine an der Auslastung orien-        30 Prozent der Dividenden der Bayindir Antalya
                            tierte Bemessungsgrenze eingeführt. Liegt der Sitz-       Airport International Terminal Investment and
                            ladefaktor einer Luftverkehrsgesellschaft, bezogen        Management Inc., Türkei, an der Fraport seit Ok-
                            auf alle Passagierflüge eines Kalenderjahres, über        tober 1999 eine Beteiligung von 50 Prozent hält.
                            75 Prozent, so ist für die darüber hinaus gehende         Diese Gesellschaft betreibt auf dem Flughafen
                            Anzahl der Passagiere anders als zuvor kein Passa-        Antalya (Türkei) das dortige internationale Passa-
                            gierentgelt zu entrichten.                                gier-Terminal im Rahmen eines BOT-Projekts (Build-
                                                                                      Operate-Transfer).
                            Zur Unterstützung des Einsatzes von lärmarmem
                            Fluggerät wurde für 2001 die Umstellung der Be-           Rückwirkend zum 1. Januar 2000 übernahm Fraport
                            rechnung von Lärmzuschlägen auf den gemessenen            die CIVAS Civil Aviation Security Services GmbH
                            Lärm beantragt; die Abrechnung soll getrennt für          zu 100 Prozent (zuvor 49,998 Prozent). CIVAS ihrer-
                            Starts und Landungen erfolgen. Die neuen Entgelt-         seits hat mit Wirkung zum 1. Januar 2001 eine Betei-
                            regelungen sind seit dem 1. Januar 2001 in Kraft.         ligung in Höhe von 45 Prozent an der ICTS Europe
                                                                                      B.V. erworben, der für Europa zuständigen Tochter-
                            Seit dem 1. Dezember 2000 bewirtschaftet Fraport          gesellschaft der ICTS International N.V. Sie ist eines
                            im Auftrag der Messe Frankfurt am Main insgesamt          der weltweit führenden Unternehmen im Bereich
                            20.000 Stellplätze. Bisher wurden bereits rund            der luftverkehrsspezifischen Sicherheitsdienstleis-
                            27.000 Parkplätze in Tiefgaragen und Parkhäusern          tungen. Bis 2004 sollen sämtliche Anteile der ICTS
                            am Flughafen Frankfurt Main betreut.                      Europe B.V. übernommen werden.

                            Im Berichtsjahr 2000 wurde die Beteiligung an der
                            Projektgesellschaft PIATCO (Philippine International
                            Air Terminals Co., Inc.) auf 30 Prozent erhöht. Auf       Bodenverkehrsdienste
                            durchgerechneter Basis (inklusive mittelbaren Betei-
                            ligungen) beträgt die Beteiligungsquote 52,4 Pro-
                            zent. PIATCO ist verantwortlich für Finanzierung,         Im Jahr 2000 wurden am Standort Flughafen Frank-
                            Planung, Bau und Betrieb des neuen Terminals 3 am         furt Main von den Bodenverkehrsdiensten 223.600
                            Ninoy Aquino International Airport. Die Betriebs-         Flugzeuge abgefertigt, das ist gegenüber dem Vor-
                            konzession hat eine Laufzeit von 25 Jahren ab             jahr ein Plus von 2,3 Prozent. Vor allem durch Fre-
                            Beginn des kommerziellen Betriebs. Die Betreiber-         quenzerhöhungen einzelner Airlines nach USA und
                            schaft für das Terminal wurde auf die PTI Inc. (Philip-   Fernost konnte das Geschäft im Passagierservice auf
                            pine Airport and Ground Services Terminals Inc.)          über 7,7 Millionen Passagiere ausgeweitet werden.
                            übertragen, an der die Fraport AG zu 40 Prozent           Dies entspricht einer Steigerung von 3,3 Prozent
                            beteiligt ist. Auf durchgerechneter Basis (inklusive      gegenüber dem Vorjahr. Entsprechend ausgelastet
                            mittelbaren Beteiligungen) beträgt die Beteiligungs-      war der Gepäckservice: Mit einer Steigerung von
                            quote 64,0 Prozent. Am 15. Juni 2000 hat gleichzei-       4,7 Prozent auf 38,2 Millionen Gepäckstücke erreich-
                            tig mit der Übertragung des Geländes an PIATCO            te der Gepäckumschlag einen neuen Höchststand.
                            die Bauphase begonnen. Die Inbetriebnahme des
                            Terminals 3, welches für eine Kapazität von bis zu 13     Unser Frachtservice konnte am Wachstum des Fracht-
                            Millionen Passagieren pro Jahr ausgelegt ist, soll im     geschäfts überproportional partizipieren. Die von
                            Dezember 2002 erfolgen.                                   Fraport am Standort Frankfurt Main umgeschlagene
Wir sagen den Flugzeugen, wo’s lang geht. Auch Fahrzeugen, den Fluggästen, den Koffern – wir sind beständig unterwegs .
22         Strategische Geschäftsbereiche

Fliegen ist multikulturell.
Und unser Flughafen
ist der Marktplatz
und die Erlebniswelt.
Designer-Mode
und Spielwiese.
Halber Hummer oder
belegtes Brötchen.
Oder einfach nur ein
Cappuccino – plaudern,
schauen, entspannen.

                                 Tonnage belief sich auf über 408.000 Tonnen, ein Zu-   Expansives externes Geschäft
                                 wachs von 17,4 Prozent gegenüber 1999. Es wurden
                                 neue Services implementiert; die Logistikprozesse      Fraport setzte 2000 seine expansive Strategie im
                                 des Frachtservice wurden weiter optimiert. Im Be-      Markt für Bodenverkehrsdienste auch außerhalb
                                 reich der zeitkritischen Exportabfertigung wurde ein   Frankfurts fort. Im Mai 1999 wurde in Wien die VAS
                                 neues Annahmeverfahren für die Hauptanlieferungs-      Flughafen Bodenverkehrsdienste GmbH als 100-
                                 zeiten entwickelt. Durch fest definierte Ankunfts-     prozentige Tochter gegründet; sie nahm im August
                                 zeiten für Spediteure und Fahrer können Entladezei-    2000 den Betrieb auf.
                                 ten garantiert und Wartezeiten minimiert werden.
                                                                                        Die portugiesische Flughafen-Gesellschaft ANA ist
                                 Im April nahm der Drittabfertiger Acciona Airport      Partner der Fraport AG in dem Anfang Mai 2000
                                 Services Frankfurt GmbH den Betrieb am Flughafen       gegründeten Jointventure Portway, handling de
                                 Frankfurt Main auf. Auf die Marktöffnung war Fraport   portugal s.a. (ANA: 60 Prozent, Fraport AG: 40 Pro-
                                 durch Preisanpassung gut vorbereitet; die Sicherung    zent) zur Erbringung von Bodenverkehrsdienstleis-
                                 der Marktposition am Heimatstandort ist erklärtes      tungen auf den Flughäfen Lissabon, Porto und Faro.
                                 Ziel. So konnten im ersten Jahr des direkten Wettbe-
                                 werbs die Marktanteilsverluste begrenzt und die        Die Fraport AG ist zu 19,5 Prozent an der Goldair
                                 wesentlichen Kundenbeziehungen gesichert werden.       Aviation Handling S. A. beteiligt, die an sieben
                                                                                        Standorten in Griechenland Bodenverkehrsdienst-
                                 Im Bereich E-Commerce wird das 1999 installierte       leistungen erbringt. Im Laufe des Geschäftsjahres
                                 Internet-Reisebüro Airport-Travelnet ausgebaut. Es     2000 gelang es dieser Gesellschaft, eine der begehr-
                                 ergänzt damit die bestehenden Reisebüroaktivitäten     ten Abfertiger-Lizenzen auf dem neuen Flughafen
                                 am Flughafen Frankfurt Main. Im Jahr 2000 wurden       Athen-Spata zu erhalten.
                                 Flug-, Hotel- und Mietwagenbuchungen verstärkt
                                 getätigt.                                              Die 1999 von der Fraport AG und der Brambles
                                                                                        Handling Europe BV zu gleichen Teilen übernom-
                                 Im November eröffnete das Hub Control Center           mene TCR International N.V. hat ihre Aktivitäten
                                 (HCC) der Deutschen Lufthansa. Das Center wird         in Europa weiter ausgebaut. Der Spezialist für
                                 von Fraport aktiv unterstützt. Ziel ist eine noch      Vermietung und Instandhaltung von Flugzeug-
                                 engere Vernetzung mit dem Kunden und die Stär-         abfertigungsgeräten bietet seine Dienste neben
                                 kung der Hub-Qualität des Flughafens Frankfurt         Amsterdam und Brüssel auch in Frankfurt Main
                                 Main insgesamt.                                        und in Paris an.

                                 Der Strategische Geschäftsbereich Bodenverkehrs-       Zum Ende des Berichtsjahres war Fraport an über
                                 dienste (BVD) wurde im November nach DIN EN            20 Standorten im In- und Ausland mit Bodenver-
                                 ISO 9001:2000 zertifiziert. Die Verbundzertifizie-     kehrsdienstleistungen vertreten. Fraport erbringt
                                 rung umfasst neben anderen auch die VAS Flug-          dabei sowohl selbst Bodenverkehrsdienste als auch
                                 hafen Bodenverkehrsdienste GmbH, Wien, eine            Beratungsleistungen. Der Liberalisierungsprozess in
                                 Fraport-Tochtergesellschaft, die Bodenverkehrs-        der EU bietet Chancen für Fraport, die spezifische
                                 dienste am Flughafen Wien erbringt.                    Kompetenz beim Betrieb eines Hubs zu vermarkten.
Wir bewegen die Fracht. Wir spielen den Postboten – tonnenschwere Verantwortung.
Strategische Geschäftsbereiche   25

Flughafenbeteiligungen                                   Immobilien und
und -zusammenschlüsse                                    Facility Management
Der Strategische Geschäftsbereich Flughafenbeteili-      Der Geschäftsbereich Immobilien und Facility
gungen und -zusammenschlüsse (FHB) konzentriert          Management (IFM), im Januar 2001 entstanden aus
sich auf die Akquisition von Airport-Beteiligungen       den zuvor getrennten Bereichen Flächen, Immobi-
auf nationaler und internationaler Ebene sowie die       lien, Frachtlogistik (FIF) und Gebäude, Technik, Ser-
Integration und Führung von Beteiligungen im             vice (GTS), übernimmt für die Fraport AG die Ei-
Fraport-Konzern. Ihm angegliedert ist die Deutsche       gentümerfunktion der Immobilien und verantwortet
AeroConsult GmbH (DACO), eine 100-prozentige             die technische Funktionsfähigkeit des Flughafens
Tochter der Fraport AG und Spezialist im weltweiten      Frankfurt Main.
Airport-Consulting.
                                                         Anfang des Berichtsjahres wurde die so genannte
In 2000 setzte die Fraport AG ihre Expansion an          „A-Insel“ fertiggestellt; sie ist Zentrum der Abflug-
wichtigen Standorten fort: Im Konsortium mit der         halle A und Schwerpunkt von Retailing, Banken
amerikanischen Bechtel Enterprises International         sowie First Class Check-in. Rund ein Jahr lang war
Ltd. und der peruanischen Cosapi S.A. gewann             dieser Bereich, von Fluggästen und Besuchern fast
Fraport die Ausschreibung für die Konzession zum         unbemerkt, um weitere Retailing-Einheiten er-
Betrieb des Flughafens der peruanischen Haupt-           weitert und gleichzeitig mit moderner Brandschutz-
stadt. An dem Konsortium, das über eine Laufzeit         technik ausgerüstet worden. Ebenfalls in Terminal 1
von 30 Jahren den Flughafen Lima betreiben und           ging Ende März 2000 die Verlängerung des Flug-
ausbauen wird, ist Fraport mit 42,75 Prozent betei-      steigs A mit insgesamt 13 zusätzlichen Gebäude-
ligt (Bechtel: 42,75 Prozent, Cosapi: 14,5 Prozent).     positionen, die von der Deutschen Lufthansa AG
Die Konzession beinhaltet eine Option auf Verlänge-      genutzt werden, ans Netz. Im Jahresverlauf wurden
rung. An der Brisbane Airport Corporation Ltd., der      im Zentralbereich des Terminals 1 außerdem schritt-
Betreiberin des drittgrößten Flughafens in Austra-       weise Teile des modernisierten und erweiterten
lien, erwarb Fraport 0,77 Prozent der Anteile.           Transitbereichs der Flugsteige B vom Passagierbe-
                                                         trieb übernommen. Der Abschluss der Terminal-
Mit Wirkung zum 1. Januar 2001 sind die Besitzge-        Ergänzungen markiert das bisher produktivste Jahr
sellschaft Holding Unternehmen Hahn GmbH und             dieses Terminals.
die Betriebsgesellschaft Flughafen Hahn GmbH zur
Flughafen Hahn GmbH verschmolzen worden. An              Die im Vorjahr abgeschlossene Vereinbarung über
der neuen Gesellschaft ist Fraport mit 74,9 Prozent      die Rückgabe der bislang militärisch genutzten
beteiligt. Die restlichen Anteile liegen beim Land       Flächen am Flughafen Frankfurt Main eröffnet
Rheinland-Pfalz.                                         Fraport neue Entwicklungsperspektiven im Südteil
                                                         des Flughafen-Geländes.
Wie in den Vorjahren waren die Consulting-Leistun-
gen der DACO auch 2000 international nachge-             So konnte das Geschäftsfeld Frachtlogistik im
fragt. Neben umfassender Airport-Management-             Berichtsjahr die bisher bereits erfolgreiche Vermark-
Beratung mit den Schwerpunkten konzeptionelle            tung der CargoCity Süd fortsetzen. Es wurde eine
Planung, Projektentwicklung, Betriebskonzepte            Einigung über die Ansiedlung der Kühne & Nagel-
und Training ist die Gesellschaft auf die Inbetrieb-     Gruppe erzielt, die ihr Luftfrachtgeschäft in der
nahme von Flughäfen bzw. Airport-Anlagen speziali-       CargoCity Süd bündeln will. Auf 18.000 Quadrat-
siert. Ein Beispiel dafür ist der Inchon International   metern Fläche wird die Gesellschaft bis Mitte 2002
Airport bei Seoul, Südkorea.                             eine Luftfrachtumschlagshalle und ein Bürogebäude
                                                         errichten. Sie wird dort Nachbar zahlreicher großer
                                                         internationaler Expressdienste und Speditionen
                                                         sein, die seit längerem die Standortvorteile der
                                                         CargoCity Süd nutzen.
26   Strategische Geschäftsbereiche

                            Der früher selbstständige Strategische Geschäftsbe-      Informations- und
                            reich Gebäude, Technik, Service (GTS) war vorwie-
                            gend konzerninterner Dienstleister, der die am           Kommunikationsdienst-
                            Markt agierenden Strategischen Geschäftsbereiche
                            und Beteiligungen der Fraport AG mit technischen         leistungen
                            Leistungen sowie Planungs- und Projekt-Manage-
                            ment unterstützte. Darüber hinaus generierte der
                            Bereich Zusatzumsatz mit externen Kunden, insbe-         Im Geschäftsbereich Informations- und Kommuni-
                            sondere am Flughafen Frankfurt Main und anderen          kationsdienstleistungen (IUK) befasst sich Fraport
                            Standorten von Fraport. Er unterstützte ferner die       mit Planung, Entwicklung und Betrieb der IT- und
                            Vorbereitung der Ausbauplanung.                          Kommunikationsdienstleistungen der Fraport AG
                                                                                     sowie dem Vertrieb von selbsterstellten IT-Produk-
                            Die im Jahr 2001 erfolgte Zusammenlegung der             ten und mit Beratung bei IT-Projekten.
                            Strategischen Geschäftsbereiche GTS und FIF zu
                            einem neuen Strategischen Geschäftsbereich, IFM,         Einen Schwerpunkt der Aktivitäten am Flughafen
                            Immobilien und Facility Management, wird Prozes-         Frankfurt Main bildete wie im Vorjahr die Weiter-
                            se verschlanken und eine noch stärkere Orientie-         entwicklung der operativen und administrativen
                            rung der spezialisierten IFM-Leistungen an den           IT-Kernsysteme.
                            Bedürfnissen der vorwiegend internen Kunden des
                            Bereichs ermöglichen.                                    In 2000 nahm das über IUK geführte Fraport-Toch-
                                                                                     terunternehmen AirTIS Airport IT Services Hahn
                            Über GTS wurden drei Beteiligungs- bzw. Tochter-         GmbH seine Tätigkeit auf dem Flughafen Frankfurt-
                            gesellschaften der Fraport AG geführt: Die Gesell-       Hahn auf. Der stark wachsende Flughafen stellt den
                            schaft für Cleaning Service (GCS, Anteil Fraport: 40     noch kleinen Informations- und Kommunikations-
                            Prozent) ist am Flughafen Hahn im Bereich Kabinen-       dienstleister vor große Aufgaben. Im Berichtsjahr
                            und Gebäudereinigung tätig. Die Energy Air GmbH,         konnten bereits eine neue, leistungsfähige Telekom-
                            eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Fraport      munikationsanlage und ein zentraler Internet-
                            AG, hat seit ihrer Gründung 1999 sukzessive die Ver-     Zugangsknoten, der den Kunden am Standort
                            marktung von Energie am Flughafen Frankfurt Main         Frankfurt-Hahn E-Mail-Dienste und Internet-Zugän-
                            übernommen. Die im Berichtsjahr gegründete               ge erschließt, in Betrieb genommen werden.
                            Flughafen Service GmbH (FSG), an der Fraport ein
                            Drittel der Anteile hält, ist auf die Abfallentsorgung   Der enge Austausch der ICT-Ressorts der Allianz-
                            an Flughäfen spezialisiert. Im Rahmen einer europa-      partner Schiphol Group (SG) und Fraport in einer
                            weiten Ausschreibung ist es der Gesellschaft gelun-      Anfang 2000 etablierten Arbeitsgruppe mündete
                            gen, einen Vertrag mit siebenjähriger Laufzeit über      in den Abschluss eines Kooperationsvertrags. Die
                            Entsorgungsleistungen am Flughafen Frankfurt             Bündelung des informations- und kommunikations-
                            Main zu gewinnen.                                        technischen Know-how beider Partner verfolgt als
                                                                                     Hauptziel die Integration der ICT-Strategien von
                            In 2000 konnte unsere Recycling-Quote am Flugha-         Amsterdam und Frankfurt.
                            fen Frankfurt Main auf über 80 Prozent erhöht wer-
                            den, die Entsorgungskosten wurden nochmals
                            reduziert.
Strategische Geschäftsbereiche     27

Wir leben von der Bewegung. Die Hochbahn Sky Line zum Abflug.
Finanzbericht
Der Konzern der Fraport AG Frankfurt Airport Services Worldwide – Fraport-Konzern – blickt auf ein
erfolgreiches Geschäftsjahr 2000 zurück. Bei einem Konzernumsatz von 3.004,5 Mio DM erzielten wir
ein deutlich verbessertes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 520,0 Mio DM. Der Konzern-
jahresüberschuss stieg auf 252,3 Mio DM. Das Jahr brachte wichtige Weichenstellungen für weitere
Expansion am Standort Frankfurt Main. Parallel dazu haben wir zukunftsträchtige neue Positionen im
internationalen Flughafen-Geschäft aufgebaut.
30   Konzernlagebericht

Konzernlagebericht                                                           Marktumfeld und
                                                                             Entwicklung des Luftverkehrs
der Fraport AG
Frankfurt Airport Services                                                   Über den Erwartungen liegendes Wachstum kenn-
                                                                             zeichnete den Weltluftverkehr im Geschäftsjahr
                                                                             2000: Während das Passagieraufkommen um 6 Pro-
                                                                             zent zunahm, wuchs das Luftfrachtaufkommen um
Worldwide für das                                                            7 Prozent. Die Zahl der Flugzeugbewegungen
                                                                             (Starts und Landungen) stieg um 1 Prozent.

Geschäftsjahr 2000                                                           Entsprechende Zuwachsraten verzeichneten Europa
                                                                             und Deutschland: In Europa wuchs das Passagier-
                                                                             aufkommen im Berichtszeitraum um 8 Prozent, in
                                                                             Deutschland um 7 Prozent. Positiv beeinflusst von
                                                                             einer anziehenden Konjunktur in Euroland legte
                                                                             das Luftfrachtaufkommen kräftig zu: in Europa um
                          Der Konzern der Fraport AG Frankfurt Airport       9 Prozent, in Deutschland um 10 Prozent. Die Zahl
                          Services Worldwide – Fraport-Konzern – blickt      der Flugzeugbewegungen erhöhte sich um 3 Pro-
                          auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2000 zurück.   zent.
                          Bei einem Konzernumsatz von 3.004,5 Mio DM
                          erzielten wir ein deutlich verbessertes Ergebnis
                          der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 520,0      Entwicklung der Verkehrszahlen im Fraport-Konzern
                          Mio DM. Der Konzernjahresüberschuss stieg
                          auf 252,3 Mio DM. Das Jahr brachte wichtige        An diesem Wachstum konnte der Fraport-Konzern
                          Weichenstellungen für weitere Expansion am         mit den Flughäfen Frankfurt Main, Hahn, Saar-
                          Standort Frankfurt Main. Parallel dazu haben       brücken und Antalya sowie Hannover angemessen
                          wir zukunftsträchtige neue Positionen im inter-    teilhaben. Die Zahl der Fluggäste im Konzern erhöh-
                          nationalen Flughafen-Geschäft aufgebaut.           te sich um 12,4 Prozent auf 62,6 Millionen. Die
                                                                             beförderte Tonnage Luftfracht stieg um 13,1 Prozent
                                                                             auf 1,674 Millionen Tonnen. Die Flugzeugbewegun-
                                                                             gen nahmen um 8,2 Prozent auf 616.687 zu. Dabei
                                                                             beziehen sich die Verkehrszahlen für den Standort
                                                                             Frankfurt Main auf den Gesamtverkehr und für die
                                                                             Standorte Hahn, Hannover, Saarbrücken und Anta-
                                                                             lya auf den gewerblichen Verkehr.

                                                                             Passagierverkehr

                                                                             Alle Standorte des Fraport-Konzerns verzeichneten
                                                                             ein starkes Wachstum im Passagierverkehr. Die
                                                                             Zunahme des Fluggastaufkommens am Standort
                                                                             Hahn ist auf die positive Entwicklung im Pauschalrei-
                                                                             severkehr und auf ein erhöhtes Angebot der Flugge-
                                                                             sellschaften im Niedrigpreissegment zurückzufüh-
                                                                             ren. Vor allem bedingt durch das Sonderereignis
                                                                             EXPO konnte der Standort Hannover eine Steige-
                                                                             rung des Passagieraufkommens erzielen.
Konzernlagebericht   31

Am Flughafen Frankfurt Main, dem wichtigsten             Luftfracht
Standort im Konzern, setzte sich der außerordentlich
positive Trend der Vorjahre fort. Mit einem Aufkom-      Das Frachtaufkommen nahm an allen Standorten
men von knapp 49,4 Millionen Fluggästen, einem           des Fraport-Konzerns (mit Ausnahme des Standorts
Plus von 7,6 Prozent, erzielte der Flughafen Frankfurt   Saarbrücken) zu. Auffällig ist die Wachstumsdynamik
Main 2000 ein neues Rekordergebnis und behaupte-         am Standort Hahn mit einer Frachtzuwachsrate von
te damit seine führende Position auf dem europä-         71,7 Prozent. Gründe hierfür waren Kapazitätsauf-
ischen Kontinent. Am 29. September 2000 wurde            stockungen und die Einführung neuer Destinationen
mit 182.259 Passagieren ein neuer Spitzenwert            der Carrier als Reaktion auf die rege Außenhandels-
erreicht, der den des Vorjahres noch einmal um           nachfrage.
mehr als 17.000 Fluggäste übertraf. Der September
brachte mit fast 4,8 Millionen Passagieren auch das      Auf den Standort Frankfurt Main, die führende Luft-
bisher höchste Monatsergebnis.                           frachtdrehscheibe Europas, entfällt der wesentliche
                                                         Anteil des Gesamt-Frachtaufkommens im Konzern.
Das erste Quartal begann zunächst schwach: Furcht        Hier wurde ein Wachstum von 11,3 Prozent oder
vor dem Jahrtausendwechsel und eine Flaute im Pau-       rund 161.000 Tonnen verzeichnet; es wurden rund
schalreiseverkehr bremsten die Wachstumsdynamik.         1,589 Millionen Tonnen Luftfracht umgeschlagen.
Den Star Alliance-Partnern gelang es, durch Netz-        Wichtigster Wachstumsmotor war der Interkonti-
optimierungen und attraktive Tarife ihre Präsenz in      nentalverkehr mit Fernost und Nordamerika (zusam-
Frankfurt Main weiter zu stärken. Zusätzliche Um-        men rund 62 Prozent des Frachtaufkommens in
steigerverkehre zwischen Europa und Nordamerika          Frankfurt Main). Damit konnte die Spitzenposition
bzw. Fernost ließen den Anteil der Transferfluggäste     im Frachtbereich vor London-Heathrow und Amster-
bis zum Jahresende auf 50 Prozent anwachsen; das         dam spürbar ausgebaut werden.
Aufkommen an Ausland-/Ausland-Umsteigern stieg
auf eine neue Höchstmarke.                               Auch ohne den Schalttag (29. Februar; Effekt: 0,3
                                                         Prozent) war 2000 ein Rekordjahr der Luftfracht in
Mit dem zweiten Quartal erholte sich die Nachfrage       Frankfurt Main: Der letzte monatliche Umschlagsre-
nach Veranstalterreisen. Fast alle Mittelmeer-Anrai-     kord (Oktober 1999, rund 133.500 Tonnen) wurde
ner erzielten spürbare Zuwächse.                         im zweiten Halbjahr 2000 viermal übertroffen.
                                                         Neuer Spitzenmonat blieb jedoch der Oktober mit
Der starke US-Dollar stützte ein nachhaltiges Ver-       151.200 Tonnen. Der letzte wöchentliche Spitzen-
kehrswachstum. Zwar litt der Verkehr mit Südamerika      wert (Dezember 1999, 32.045 Tonnen) wurde 2000
und der Karibik unter den Wechselkursparitäten, die      gleich 14-mal überboten und steht nun bei 35.269
Incoming-Reisen aus Nordamerika sind jedoch kräf-        Tonnen.
tig angestiegen. Belebend wirkten sich in den Som-
mermonaten die EXPO auf die Nachfrage aus den            Diese Entwicklung spiegelt generell die zunehmende
USA und die Olympischen Sommerspiele in Austra-          konjunkturelle Belebung der deutschen und welt-
lien aus. Wesentlicher Wachstumsträger war im            weiten Wirtschaft sowie die durch den schwachen
gesamten Jahresverlauf der Interkontinentalverkehr,      Euro geprägte Exportsituation wider. Während das
mit Nordamerika und Asien an der Spitze der Ent-         Importwachstum beim Frachtaufkommen um 5,6
wicklung. Wirtschaftliche Erholung und voranschrei-      Prozentpunkte auf 10,8 Prozent stieg, veränderte
tende Globalisierung ließen aber auch den geschäfts-     sich das Exportwachstum für diesen Zeitraum von
reiseträchtigen Verkehr mit Nord- und Westeuropa         8,4 Prozent auf 13,1 Prozent.
spürbar wachsen.
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