KATHOLISCHE KIRCHENGEMEINDE SALVATOR BERLIN-LICHTENRADE - KATHOLISCHE ...
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KATHOLISCHE KIRCHENGEMEINDE SALVATOR BERLIN-LICHTENRADE OKTOBER - NOVEMBER 2020 WWW.SALVATOR-LICHTENRADE.DE
GRUSSWORT | 3
Sehr geehrter Herr Pfarrer Lau, lieber Rainer,
am 1. Mai 2000 kamen Sie in unsere Außerdem haben Sie hier Ihre persönli-
Gemeinde….. dieses jährte sich nun im chen Kontakte und Freundschaften,
Mai 2020 zum 20. Mal! auch nicht unwichtig in dieser für Sie so
schwierigen Zeit.
Wir alle beglückwünschen Sie zu die-
sem Ehrentag….. 20 Jahre mit so einer Zu Ihrem „Ruhestand oder auch Unru-
lebendigen Gemeinde auszuharren….. hestand“ alles erdenklich Gute
bestimmt nicht leicht, zumal wir ja
von der ganzen Gemeinde!
auch unseren eigenen Willen hatten
und uns auch um nichts in der Welt Wir sind sehr froh und dankbar, dass
davon abbringen lassen wollten! Sie es über 20 Jahre mit uns ausgehal-
ten haben und stolz darauf, dass wir Sie
Nun gehen Sie am 1. Oktober 2020 in
als unseren Pfarrer über 20 Jahre bei
den wohlverdienten Ruhestand! Et-
uns und in Salvator erleben durften!
was früher als gedacht, denn eigent-
lich wollten Sie ja gerne noch bis zu In der letzten Zeit auch mit ganz viel
Ihrem 70. Geburtstag in unserer Ge- Unterstützung unseres Diakons Benno
meinde bleiben. Bolze! Dafür auch an ihn unseren herz-
lichen Dank!
Aber erstens kommt es anders und
zweitens als man denkt… Sie möchten in diesem Jahr wegen der
„Corona-Pandemie“ keine Verabschie-
Auch wenn Sie uns fehlen werden,
dung zu Ihrem Ruhestand….
sind wir froh, dass Sie auf Grund Ihrer
gesundheitlichen Probleme und der Sie wollen erst im nächsten Jahr diese
„Corona-Pandemie“ diesen Schritt Verabschiedung, da Sie hoffen, dass es
gewagt haben. bis dahin einen Impfstoff gibt.
Sie dürfen noch bis zu Ihrem 70. Ge- Wir respektieren selbstverständlich
burtstag in Ihrer Wohnung in Salvator diesen Wunsch und hoffen, dass wir
bleiben und haben vom Erzbischöfli- uns im nächsten Jahr gesund und wohl-
chen Ordinariat ausnahmsweise die behalten wiedersehen!
Freigabe bekommen, dass Sie weiter-
Herzlichen Dank auch für die Freihei-
hin in Lichtenrade wohnen und leben
ten aller ehrenamtlichen Mitarbeiter/
dürfen. Das freut uns alle sehr, da Sie
innen.
so in unserer Nähe bleiben, den Kon-
takt zu Salvator halten und Freund- Es ist nicht wirklich selbstverständlich,
schaften pflegen können, soweit Sie dass Sie uns so unterstützt haben.
es mögen, bzw. es Ihnen gut tut. Herzlichen Dank für das offene Ohr4 | GRUSSWORT
und die oftmals lange Leine, für kon- Bis dahin wünschen wir Ihnen alles
struktive Kritik und manches deutliche Gute zum „Ruhestand oder auch Un-
Wort! ruhestand“, je nachdem, wie man es
sieht!
Das nehme ich für mich auch sehr per-
sönlich in Anspruch…. Bleiben Sie gesund und behütet…. und
vor allem so, wie wir Sie die ganzen
An Ihrem 70. Geburtstag im nächsten
Jahre erlebt haben!
Jahr werden wir eine Sonderausgabe
unseres Pfarrblattes zu Ihren Ehren Das wünscht Ihnen die ganze Salvator-
herausbringen. Das Exemplar werden Gemeinde!
wir Ihnen in gebührendem Rahmen
SabineHalfpap
persönlich überreichen.
(VorsitzendedesPfarrgemeinderates)AN DACHT | 5
Den Tag leg ich in Deine Hand
Den Tag leg ich in Deine Hand und alles, was da war:
die Freude und die Fröhlichkeit, die Hoffnung, hell und klar.
Und auch die Fragen bring ich Dir, die ohne Antwort stehn,
die Leere und die Einsamkeit,
das müde, harte Gehn.
Ich mach Dir meine Hände weit, nur mein Vertraun darin.
Du führst ja alle meine Zeit zu Deiner Fülle hin.
Und weiß ich nicht um Weg und Ziel,
so geh ich auf Dein Wort,
denn auch in Not und Dunkelheit hältst Du mich immerfort.
Und immer wieder stellst Du mir an meinen Weg ein Licht.
So geh ich mit Dir Schritt für Schritt und fürcht das Morgen nicht.
Ich leg den Tag in Deine Hand und alles, was da war.
Denn Du machst, weil Du Liebe bist,
den Frieden in mir wahr.
(Lied-)Text:KathiStimmer-Salzeder
MusikundWort,D-84544Aschaua.Inn6 | AUS DER GEMEINDE
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Zum dritten Mal in Folge können wir Das erschwert die Planung, doch nur
im Pfarrblatt keine Ergänzungen oder das Einhalten der Abstands- und Hygi-
Abweichungen zur „Regulären Gottes- eneregeln bietet uns einigermaßen
dienstordnung“, keine regulären Got- Schutz.
tesdienstzeiten und auch keine Über-
Ob es ab Oktober an Sonntagen wie-
sicht über die Veranstaltungen der
der zwei Gottesdienste geben können
Gruppen und Initiativen abdrucken.
wird, ist ebenfalls zur Zeit unklar und
Während diese Ausgabe fertiggestellt
wird erst mit unserem neuen Pfarrer,
wird, hat die Corona-Pandemie uns
Pfarrer Arduino Marra, besprochen
alle leider noch so im Griff, dass Aussa-
werden. Pfarrer Marra wurde 2007 in
gen über Unternehmungen im Okto-
Berlin zum Priester geweiht. Er war u.
ber und November so gut wie unmög-
a. Pfarradministrator von St. Hedwig
lich sind.
und zuletzt Pfarrvikar in der neuen
In den letzten Wochen konnten dank Pfarrei St. Franziskus in Reinickendorf
günstiger Witterung die Gottesdienste Nord. Im Dezember-Januar-Heft wird
in unserem geräumigen Pfarrgarten er sich vorstellen.
gefeiert werden. Das hatte den Vorteil,
Im August und September hat unser
dass eine relativ große Zahl an Ge-
Pfarrgemeinderat nach erzwungener
meindemitgliedern an den Wochenen-
langer Pause wieder getagt. Ebenso
den die Heiligen Messen mitfeiern
hat es Treffen des Pastoralausschus-
konnte, ohne befürchten zu müssen,
ses gegeben. Konkrete Beschlüsse, die
wegen Platzknappheit nach Hause
die Monate Oktober und November
geschickt zu werden. Wie sich die Situ-
betreffen, liegen bei Redaktions-
ation entwickelt, vermag zur Zeit nie-
schluss nicht vor.
mand zu sagen. Fest steht nur, dass in
den Innenräumen und eben auch in der Bevor Veranstaltungen einzelner
Kirche die Anzahl der Personen Gruppen wieder stattfinden können,
beschränkt werden muss, damit die muss ein Raumkonzept erarbeitet
vorgeschriebenen Mindestabstände werden, das die Schutzbestimmungen
(1,5 m nach allen Seiten) eingehalten und Hygienevorschriften berücksich-
werden können. Hinzu kommt, dass tigt. Vorüberlegungen dazu haben be-
die Räume nach der Feier wenigstens gonnen.
eine Viertelstunde quer-gelüftet wer-
Es ist gegenwärtig nicht bekannt, ob
den müssen und außerdem ein länge-
es, und in welchem Umfang, im Okto-
rer zeitlicher Abstand zum nächsten
ber Rosenkranzandachten geben
Gottesdienst gewährleistet sein muss.
kann. Ebenso ist noch keine verlässli-AUS DER GEMEINDE | 7
che Planung zum November möglich. aber die gegenseitige Fürsorge und
Über die Gräbersegnung an Allerheili- der Schutz der Gesundheit aller Vor-
gen und einen Gottesdienst an Aller- rang bei allen Überlegungen zu noch
seelen wird nachgedacht. Von den so wünschenswerten Aktivitäten ha-
Überlegungen der Sternsinger und zu ben.
St. Martin lesen Sie bitte weiter hinten
Bitte passen Sie gut auf sich auf und
im Heft.
bleiben Sie gesund und behütet!
Wenn auch vieles bisher noch nicht
ReginaMahlke
stattfinden konnte, haben wir in klei-
fürdasRedaktionsteam
nen Gruppen, wie z. B. Tauffeiern, nun
schon begonnen, in der Kirche zu fei-
ern, und werden das bald auch für die
große Gemeinde wieder tun können.
Auf absehbare Zeit werden die Got-
tesdienstbesucher registriert werden
müssen, damit sie im – hoffentlich nie
eintretenden – Fall eines Covid-19-
Verdachtsfalles sofort benachrichtigt
werden können. Beachten Sie dazu
bitte die „Hinweise zu den Gottes-
diensten“ in dieser Ausgabe.
Bitte haben Sie Verständnis dafür,
wenn wir für alle konkreten Termine
und Entscheidungen wieder auf die
Vermeldungen, die Aushänge im
Schaukasten und vor allem auf unsere
Homepage im Internet (www.salvator-
lichtenrade.de) verweisen müssen.
Alle hauptamtlichen und ehrenamtli-
chen Mitarbeiter und alle Gremien
bemühen sich, Lösungen für die anste-
henden Fragen und Probleme zu fin-
den und das Gemeindeleben, wo im-
mer es geht, wieder in Gang zu brin-
gen. In unser aller Interesse müssen8 | AUS DER GEMEINDE
Hinweis zur Feier von Gottesdiensten
Wir bitten dringend, zur Messe immer vollständig aus und werfen ihn vor
einen Mund-Nasenschutz mitzubrin- dem Gottesdienst in die aufgestellte
gen und diesen durchgängig zu tragen. Box.
Bitte nehmen Sie die markierten Sitz- Für die Lektoren-, Kommunionhelfer-
plätze ein und achten Sie auf den Ab- und Küsterdienste liegt im Vorraum
stand von 1,5 m zu Ihrem Banknach- der Kirche bei der Schutzmantelma-
barn. Nur Familien und Personen, die donna eine Liste aus. Wir bitten dort
in einem Haushalt leben, sollten zu- außerdem auch um freiwillige Helfer
sammen auf einer Bank sitzen. für den Ordnerdienst. Sie brauchen
dafür keine Beauftragung, sondern
Für die Registrierung legen wir zur
erhalten nur eine kurze Einweisung.
Zeit Anmeldeabschnitte aus, füllen Sie
den Abschnitt möglichst schon zuhause MariaWeiß
Pfarrsekretärin
Wichtig
Bitte parken Sie nicht auf dem Hofgelände hinter der Kirche.
Es ist Privatgelände. Die Zufahrt zum St. Elisabethhaus darf nicht ver-
sperrt werden. Die Feuerwehrzufahrt muss gewährleistet sein. Fahr-
zeuge werden künftig kostenpflichtig abgeschleppt.AUS DER GEMEINDE | 9
Wer ist dein Gott?
Nachruf auf Johannes Siebner, Provin- Sein Wahlspruch aus seinem Lieblings-
zial der deutschen Jesuiten. evangelium lautete: „Weide meine Läm-
mer, weide meine Schafe.“ Dabei ging es
Johannes Siebner, Lichtenrader, Salva-
ihm um die Verantwortung der uns An-
torianer und Provinzial des deutschen
vertrauten,denenwirmitWohlwollenzu
Jesuitenordens ist am 16. Juli 2020 im
begegnen haben, auch wenn diese dem
Alter von nur 58 Jahren verstorben.
Hirten nicht wohlwollen. Johannes liebte
Wer war diese Persönlichkeit, die an dieRolledesHirten,liebtedieVerantwor-
der Spitze der Gesellschaft Jesu stand? tung, aber er liebte nicht die Macht als
solche. Wozu übernehmen wir Verant-
Lassen wir zuerst einmal Johannes
wortung? Um die uns Anvertrauten zu
Siebner selbst über seinen Glauben
Christuszuführen,warseineAntwort.
reden: „Sicomprehenderis,nonesDeus“.
Wenn du es begriffen hast, dann ist es ErwargerneProvinzial,erwargerneKol-
(alles Mögliche, aber sicher) nicht Gott. legsdirektor in St. Blasien, er war gerne
Was immer ich begreife über Gott ….. KSJ-Leiter in Hamburg und auch gerne
Gottistimmergrößer.“ Gottentziehtsich Rektor im Aloisius-Kolleg in Bad Godes-
der Erkenntnis, ist jenseits menschlichen berg. Was er tat, tat er mit Verantwor-
Verstandes und ein bleibendes Geheim- tung, Leidenschaft und Freude. Dabei
nis. strahlte er immer eine gesunde Selbstlie-
be aus, eine Voraussetzung für eine ge-
Mein persönliches Gebet, mein Sehnen,
sundeNächstenliebe.
mein Stammeln, die Stille, all das wird
immermehrdurchdenBlickaufChristus Pater Mertens sprach dann über das
geprägt und auf ihn allein. Ich bete gern Lied: „Ad majorem dei Gloriam. Alles
um den Heiligen Geist, ich bete um die zur größeren Ehre Gottes“. Dieses
Barmherzigkeit Gottes, um seine Nähe. Lied hatte Johannes in St. Blasien ein-
(Vitus Seibel (Hg.): Wer ist dein Gott? geführt. Er hat es zur Fanfare seiner
77 Jesuiten geben eine persönliche Institution, seines Glaubens gemacht.
Antwort. Würzburg 2018. Seite 153 – Und die Schüler sind seiner Begeiste-
154) rung gefolgt.
Im Requiem in der Canisius-Kirche am Als Pater Mertens zum Schluss über
30. Juli hat Pater Klaus Mertens mit das sprach, was bei ihm in Erinnerung
bewegenden Worten versucht, den bleiben wird, sagte er: „Seine anste-
Menschen Johannes Siebner zu be- ckendeFreude“.
schreiben. Er begann seine Ansprache
In einem langen Gespräch erinnerte
mit dem schlichten Satz: „Erwarsoein
sich seine zweiundneunzigjährige
bescheidener,soeindemütigerMensch.“10 | AUS DER GEMEINDE
Mutter, Margit Siebner, an die vielen Margit Siebner erinnerte sich an das
Stationen seines Lebens. Eine wichtige Beispiel mit den Gummibärchen. Als
Erfahrung war sein Aufenthalt im Kib- Johannes zwei Jahre in einem Flücht-
buz im Rahmen eines Jugendaus- lingsheim in Malaysia war, musste sie
tauschs mit Israel. „Dahabeichihnbe- ihm pfundweise Gummibärchen schi-
sucht. Dort saß er am Swimmingpool, cken, weil die Kinder ganz verrückt
rechts ein Mädchen, links ein Mädchen. danach waren. So eroberte er die Her-
Dawarüberhauptnichtdaranzudenken, zen der Kinder.
dassereinenganzanderenWegeinschla-
IchhabeinSt.BlasienvieleJesuitenken-
gen würde. Doch Israel muss ihn ganz
nengelernt,andere,dievielintellektueller
besonders beeindruckt haben. Denn da-
als mein Sohn waren. Johannes war kein
nach kam diese Entscheidung für den
Intellektueller, er war klug und ein Men-
Orden.“
schenfreund.
Doch dass er Priester werden wollte,
Als Mutter möchte man, dass seine Kin-
war für die Familie eine Überraschung.
der glücklich sind. Ich habe immer das
„Wir saßen als Familie zusammen und Gefühl gehabt, dass er glücklich ist. Er
redeten über Berufswünsche, als Johan- strahlteZufriedenheitaus.
nes beiläufig sagte: „Wenn sie mich neh-
Das Schlimmste war für ihn die ganze
men, dann gehe ich zu den Jesuiten!“
„Missbrauchsgeschichte“. Da hat er ge-
Mein Mann war erschüttert über das
weint. Er war bei mir zuhause und hat
„wennsiemichnehmen“.
bitterlich geweint. Seine Brüder!? Es war
Kurz vor seinem Tod habe ich ihn dann fürihnschwer,daszubegreifen.
gefragt, warum macht ihr es den Leuten
Esistfürmichsounwirklich,dassernicht
so schwer, bei euch einzutreten? Weißt
mehr da sein soll. Es ist für mich noch
du,sagteer,derEingangistganzschmal,
immernichtfassbar.EineWochevorsei-
damit es dann später ganz weit werden
nem Tod war ich bei ihm in Kladow und
kann.
saß ihm gegenüber. Wir haben uns noch
Johannes wollte Seelsorger sein, deshalb lachend voneinander verabschiedet. Sein
ist er Priester geworden. Er versuchte es, Wort war ja immer „ungerecht“, er hatte
auchdannnochzubleiben,alseralsPro- esimmermitderGerechtigkeit.Ichsagte
vinzial ganz andere Aufgaben hatte. Das zuihm:„IchalteFrausitzehierundhabe
war vielleicht auch das Besondere an weiter nichts und du musst dich so quä-
ihm. Wo auch immer er wirkte, er blieb len. Als er dann zurück in sein Zimmer
Seelsorger. gebrachtwurde,haternocheinmalganzAUS DER GEMEINDE | 11
lautgesagt„UNGERECHT“. Undsohaben ren,halten,lachen,weitergeben,ermögli-
wirbeidegelachtunderistgegangen. chen,"verwirren"undliebenkann.Vielen
Dank für einen so wundervollen Men-
Im digitalen Kondolenzbuch der Jesui-
schen!“
ten fand ich folgenden Nachruf: „Uns
hat ein Mensch verlassen, der sowohl Besser kann man Johannes Siebner
Verstand, Tatkraft, Visionen und vor al- nicht beschreiben. Danke.
lem Herz hatte. So hoffe ich, dass Gott
Das Bild hat mir Margit Siebner zur
nun noch mehr schmunzelt und sich
Verfügung gestellt. Es zeigt Johannes
freut, wenn Johannes Siebner SJ nun
Siebner bei der Trauung seiner
durch "seine Flure" pfeifend, summen
Schwester Judith.
odersingendgehtundschaut,woernun
bewegen,unterstützen,musizieren,kreie- RaimundBayer12 | AUS DER GEMEINDE
80 Jahre Pfarrei Salvator Berlin-Lichtenrade
Nach Anhörung der Beteiligten errichte Die Pfarrei ist eine bestimmte Ge-
ich bei der Salvatorkirche in Berlin- meinschaft von Gläubigen, die in einer
LichtenradeeinePfarrgemeinde. Teilkirche auf Dauer errichtet ist und
deren Seelsorge unter der Autorität
So steht es in der Errichtungsurkunde
des Diözesanbischofs einem Pfarrer
vom 1. August 1940, die der damalige
als ihrem eigenen Hirten anvertraut
Generalvikar Dr. Maximilian Prange
wird.
(1893-1965) im Auftrag des Bischofs
von Berlin, Konrad Graf von Preysing So regelt es CIC 515, § 1. Wie waren in
(1880-1950), ausstellte. Sie trug die Lichtenrade die Voraussetzungen für
Journal-Nr. 5535 und trat am 1. Okto- die Gründung einer solchen Pfarrei?
ber 1940 in Kraft. Die staatliche Be- Gemeindemitglieder gab es schon spä-
stätigung durch den Poli- testens seit 1912 die Stepha-
zeipräsidenten von Berlin, nus-Kapelle und 1924 die
der dazu vom „Reichs- und Salvator-Kapelle geweiht und
Preußischen Minister für natürlich seit 1933 die Sal-
die kirchlichen Angelegen- vatorkirche benediziert wur-
heiten“ durch einen Erlass de. Nur: bis 1930 gehörten
vom 10. September befugt diese Gläubigen zur Herz-
worden war, erfolgte am Jesu-Gemeinde in Tempelhof
17. September 1940. Ku- und danach zur St. Elisabeth-
ratus Wilhelm Lütkehaus Gemeinde in Schöneberg.
bewarb sich darum, Pfar-
Auch als Kuratie 1936 – der üblichen
rer von Salvator zu werden und bekam
Vorstufe zu einer Pfarreigründung -
die Pfarrei im Oktober verliehen. Die
konnte die Gemeinde noch nicht über
entsprechende Urkunde ging an den
ihre Finanzen bestimmen und war
Erzpriester des Archipresbyterats
noch nicht selbständig. Das wurde sie
(Dekanats) Tempelhof, zu dem Lich-
erst am 31. März 1937,
tenrade nach dem Ausscheiden aus St.
als Salvator aus St. Elisabeth aus-
Elisabeth wieder gehörte, Pfarrer Paul
gepfarrt wurde. Man kann diese
Lausch (1884-1956), damit er die Ein-
Status-Unterschiede den entspre-
setzung des neuen Pfarrers vornehme.
chenden Urkunden auch durch die
Lichtenrade besaß damit seit der Re-
verwendeten Formulierungen entneh-
formation 1540 erstmals wieder eine
men. 1936 wird von der Salvator-
katholische Pfarrgemeinde und einen
Kirche, aber der Kuratie Berlin-
Geistlichen vor Ort.
Lichtenrade gesprochen, 1937 dann
von der St. Salvator-KuratiegemeindeAUS DER GEMEINDE | 13
in Berlin-Lichtenrade. Erst mit der Das änderte sich nach dem 2. Welt-
Selbständigkeit wurde der Kirchenna- krieg. Als 1952 Bewohner der West-
me Name der Pfarrei. Das vorgesetzte sektoren Berlins nicht mehr nach
„Sankt“, das in den Urkunden auf- Brandenburg fahren durften, konnten
taucht, irritiert uns heute, scheint aber diese südlichen Vororte nicht mehr
einfach nur aus einem süddeutschen von der Salvator-Gemeinde aus be-
(und übrigens auch in französisch- treut werden. Bereits 1937 war die St.
oder spanisch-sprachigen Ländern Nikolaus-Kirche der von Pfarrer Lüt-
üblichen) Sprachgebrauch zu kommen. kehaus gegründeten Lokalie von Salva-
Dort werden, besonders die dem Erlö- tor in Blankenfelde geweiht worden.
ser (Salvator mundi) geweihten Kir- Im April 1939 war sie selbständig ge-
chen, St. Salvator genannt. Eventuell worden. Sie kümmerte sich nun auch
kam in diesem Falle die Bezeichnung um die nicht mehr erreichbaren Ge-
also vom Bischof. Vielleicht spielte meindeteile. Mit der Wiedervereini-
aber auch eine gewisse Verschiebung gung 1989 blieb es zunächst bei dieser
von „Herz Jesu“ zum „Erlöser“ im Na- Regelung. Erst im Jahr 2000/2001 gab
mensschwerpunkt eine Rolle. Der es noch einmal Änderungen im Pfarr-
Stempel von 1937 verwendete die gebiet: Mahlow-Waldblick kam zu Sal-
Formulierung „Kuratie Salvator“ und vator zurück.
zeigt neben dem Staurogramm das
6 Pfarrer haben die Pfarrei in den 80
Wort „Erlöser“. Im Brief über die Er-
Jahren ihres Bestehens geleitet:
nennung zum Pfarrer, der vom aus
Berlin stammenden Generalvikar ge- 1940 – 1972 Pfr. Wilhelm Lütkehaus
schrieben wurde, hieß es jedenfalls
1972 – 1978 Pfr. Peter Tanzmann
„Pfarrei Salvator“.
1978 – 1988 Pfr. Peter-Rembert Kloss
Das Gemeindegebiet der neuen Pfar-
rei umfasste Lichtenrade in den politi- 1988 – 1992 Pfr. Dr. Klaus Kliesch
schen Grenzen, erstreckte sich aller-
1992 – 1999 Pfr. Hans Jürgen Lischka
dings im Norden und Westen bis zum
Bahnübergang Buckower Chaussee 2000 – 2020 Pfr. Rainer Lau
und von dort entlang der Bahn bis zum
Bei der Gründung der Pfarrei gehörten
Schichauweg. Ferner gehörten dazu:
ca. 2350 Gläubige zur Gemeinde (Zahl
Birkholz, Groß-Ziethen, Klein-Ziethen,
von 1938), 2020 sind es knapp 6600.
Mahlow, Glasow, Blankenfelde, Dahle-
witz, Groß-Kienitz, Jühnsdorf und Die- ReginaMahlke
dersdorf.14 | AUS DER GEMEINDE
Foto:ErrichtungsurkundePfarreiSalvator,1940AUS DER GEMEINDE | 15
Aus dem Rundbrief Ende Juli an die Kolpingmitglieder
Liebe Kolpingschwestern, WhatsApp-Gruppe Kolping eingerich-
liebe Kolpingbrüder, tet. Diese ist natürlich noch nicht per-
fekt, sondern erst im Aufbau. Wir hof-
die Ausnahmeregelungen zu COVID-
fen, dass die Gruppe sich im Zeitablauf
19 sind das neue Normal. Nach mehr
vervollständigt. Daher meldet euch
als einem Vierteljahr Lockdown wird
bitte bei Uschi, Roland oder Winfried,
erkennbar, wie sehr sich unser Leben
falls ihr noch nicht „zugeschaltet“ wur-
als Kolpingsfamilie verändert hat.
det.
Möglicherweise ist in einigen Berei-
chen wieder so etwas wie Alltag einge- Bei allen andauernden Einschränkun-
kehrt, aber es wird auch sichtbarer, gen kommt es darauf an, nicht das Ver-
dass nichts mehr so ist, wie es vorher trauen und die Zuversicht zu verlieren.
war. Wie ein Filter weist die Corona- Als Familie und Sozialverband rütteln
Krise in unserer Kolpingsfamilie auf die Begrenzungen erheblich an unse-
Probleme und Stärken hin, die vorher rem Gerüst. Aber im Gegensatz zu an-
so nicht wahrgenommen werden deren Vereinen sind wir nicht nur Ge-
konnten. rüst. Wir verfügen über einen unver-
äußerlichen Kern. Zentrum und Aus-
Als Vorstand verstehen wir uns unmit-
gangspunkt unseres Handelns und
telbar angesprochen, daraus zu lernen
unserer Struktur ist Gott. Da es der-
und die richtigen Schlüsse zu ziehen.
zeit möglich ist, Gottesdienst zu feiern,
Es ist eindrucksvoll, mit welcher Krea-
wollen wir uns ab September einmal
tivität und welchem Engagement sich
im Monat darauf besinnen und uns
viele unserer Familienmitglieder ein-
gemeinsam zu einem (Wort)
setzen und sich um einzelne Kolping-
Gottesdienst versammeln.
geschwister und um unsere Familie als
Ganzes bemühen und kümmern. Und Wir treffen uns am Donnerstag, den
dies mit Ausdauer und ohne großes
• 15.10.
Aufheben. Hier zeigt sich in beeindru-
• 12.11.
ckender Art und Weise der Geist
• 17.12.
Adolph Kolpings. Wir haben auch re-
gistriert, wie wichtig der Wunsch nach um 18:30 Uhr vor der Kirche.
einem lebendigen Familienleben ge-
Treu Kolping
worden ist. Dazu gehört auch die Mög-
lichkeit Kontakt zu halten. Um Infor- JürgenPersé
mationen möglichst schnell und für alle
Familienmitglieder gleichzeitig verfüg-
bar zu machen, haben wir eine16 | AUS DER GEMEINDE
Lichtenrade und das Bonifatiuswerk
Am 15. November 2020 ist unter dem sächliches Anliegen. 1885 kamen dann
Motto „Werde Hoffnungsträger“ der der Bonifatius-Sammelverein, 1899
diesjährige Diaspora-Sonntag. Die ge- der Schutzengelverein und 1921 der
sammelten Spenden gehen an das Bo- Bonifatiusverein „für höhere Schulen“,
nifatiuswerk der deutschen Katholi- später „der Jugend“, hinzu. Auch Stif-
ken, das sie für Glaubensweitergabe tungen unter dem Dach des Bonifati-
und sozial-karitative Aufgaben in der usvereins wurden bald ins Leben geru-
Kinder- und Jugendhilfe, für pastorale fen. So hatte nicht nur jede Diözese
Projekte in der Glaubenshilfe und für ihre Niederlassung des Vereins, son-
Bau und Erhalt von Kirchen, Klöstern, dern zum Beispiel das Bistum Breslau,
Gemeindehäusern, Schulen, Kinder- zu dem Berlin bis 1930 gehörte, 1870
gärten und Bildungshäusern in der eine Bonifatius-Stiftung eingerichtet,
Bauhilfe in den Diaspora-Regionen die sich besonders um die Belange der
Deutschlands, in Nordeuropa, Estland eigenen Diözese kümmerte. Der Name
und Lettland verwendet. In den deut- des Bonifatiusvereins wurde 1968 in
schen Diaspora-Regionen ist seit eini- Bonifatiuswerk geändert.
gen Jahren die Finanzierung eines
Doch es wird in den Gemeinden, so
vierten Projekts, der Verkehrshilfe, die
auch bei uns, nicht nur für das Boni-
Busse (Boni-Bus) und Pkws für Fahr-
fatiuswerk gesammelt, wir werden
ten zu Gottesdiensten und anderen
auch bei vielen Aufgaben durch Mate-
Zwecken den Gemeinden zur Verfü-
rial – etwa für Erstkommunion oder
gung stellt, hinzugekommen.
Firmung – oder Zuschüsse, z. B. für die
Wir alle kennen das Bonifatiuswerk Ausrichtung der RKW, unterstützt.
nicht nur vom Diaspora-Sonntag, son-
Was vielleicht weniger bekannt ist:
dern besonders von seiner Kinderhilfe,
Lichtenrade hat in den frühen Jahren
denn bereits seit 1918 sammeln alle
des 20. Jahrhunderts auch für bauliche
Erstkommunionkinder dafür. Den älte-
Zwecke Zuschüsse erhalten. Als ab
ren unter uns ist es wahrscheinlich
1907 die Bemühungen, in Lichtenrade
unter dem Namen Bonifatiusverein
eine eigene Gemeinde zu gründen mit
vertrauter.
einem Kirchenraum und der Möglich-
Der Verein wurde im Oktober 1849 keit, Religionsunterricht zu erteilen,
gegründet und sollte als immer intensiver wurden, schlug der
„Missionsverein in und für Deutsch- zuständige Pfarrer von Herz Jesu
land“ besonders Seelsorge und Schu- Tempelhof, Innozenz von Strombeck
len fördern. Der Bau von (1872-1936), dem Fürstbischof in Bre-
„Missionsstationen“ war sein haupt- slau, Georg Kardinal von Kopp (1837-AUS DER GEMEINDE | 17
1914), mehrfach Grundstücke zum TausendkatholischeChristenmeistarme
Kauf für Lichtenrade vor. 1909 endlich ArbeiterundHandwerkerhatdieausder
schien der Erwerb des Grundstücks GroßstadtBerlinherausdrängendeWoh-
Bahnhofstr. 8 möglich und die Lösung nungsteuerungundNot– sowieauchdie
der Probleme zu bringen. Von Strom- Industrie in ein Gebiet hinausgetrieben,
beck wählte den Weg, zuallererst den das in weitem Umkreise keine Kirche,
Fürstbischof zu informieren und in keinenSeelsorgerhat.DaskleineHaus,in
einem Schreiben vom 23. Oktober welchem wir den ersten Gottesdienst
1909 ihn nicht nur um Zustimmung zu hielten,unddashöchstens60Kirchenbe-
bitten, sondern zugleich darum, die suchern Platz bietet, werden wir dem-
„Gesuche an den Bonifatiusverein huld- nächst für 34000 Mark käuflich erwer-
reichst zu unterstützen“, was dieser ben.DankdergütigenHilfederBonifati-
auch tat. usvereineunddesGesamt-Verbandesder
katholischen Kirchen Berlins, welche
Das Grundstück wurde für die Lichten-
recht nahmhafte [sic!] Summen bereit-
rader Katholiken gesichert und am 2.
stellten.Wirkönnennichtalleserwarten
Weihnachtstag 1912 die Stephanus-
von den genannten Körperschaften, da-
Kapelle geweiht. Pfarrer von Strom-
rummussichzumBettelstabgreifen…
beck machte sich sofort daran, 6000
Bittschreiben zu verteilen, damit die Der Bonifatiusverein hatte 5000 Mark
Gesamtsumme für den Kauf des für diesen Neuanfang in Lichtenrade
Grundstückes zusammenkommen zur Verfügung gestellt.
könnte. In diesem „Bettelbrief“ hieß
ReginaMahlke
es:
Foto:Pfr.vonStrombeck,1913:EntwurffürBittschreiben,ArchivKath.KGSalvator18 | AUS DER GEMEINDE
Sternsinger in Zeiten der Corona-Pandemie
Liebe Interessierte in der Salvatorge- Jugendarbeit in unserer Gemeinde. Im
meinde, Leitungs-Team sind wir überzeugt,
dass es ergänzend zu den anstrengen-
es gibt wohl keinen Menschen, keine
den Tagen im Winter im Rest des Jah-
Gemeinschaft, keine Gruppe oder Ini-
res andere Termine und Anlässe als
tiative, der oder die im vergangenen
Kontrapunkte geben muss, die die
Halbjahr nicht auf irgendetwas ver-
Projekt-Gruppe zusammenhält.
zichten musste, auf das man sich mit
großer Freude und/oder mit erhebli- Neben kleineren Aktionen gibt es ein-
cher Anstrengung vorbereitet hatte. mal im Jahr entweder einen großen
Die Corona-Pandemie hat sich einfach Sternsingertag oder aber eine Wo-
auf alle und alles ausgewirkt. So hat chenendfahrt. Nachdem wir im ver-
es auch unsere Gemeinde getroffen gangenen Jahr ein gemeinsames Wo-
und die Folgen sind wohl noch lange chenende in Erfurt verbringen konn-
nicht absehbar. Sowohl als Mutter als ten, stand für dieses Jahr der 15. Au-
auch als eine der Verantwortlichen für gust schon lange als Sternsingertag in
die Sternsingeraktion in unserer Ge- der Gemeinde oder der nahen Umge-
meinde beschäftigt mich seit dem bung in unseren Kalendern. Unsere
Lockdown im Frühjahr und der Ausset- verschiedenen Ideen, schönsten Vor-
zung der normalen Sonntagsgottes- stellungen und Wünsche zur Gestal-
dienste die Frage, wie viele der bis da- tung dieses Tages konnten wir aller-
hin als Chorsänger*innen, als Minist- dings aufgrund der unklaren Situation
rant*innen oder als Sternsinger*innen durch Corona einfach nicht weiterent-
aktiven Kinder und Jugendlichen nach wickeln. Kurz vor den Sommerferien
dieser unwirklichen Zeit wohl wieder war dann zunächst die Info: Der Tag
in die Kirche zurückfinden? kann nicht stattfinden und wir waren
ziemlich enttäuscht. Es war für uns
Die Sternsinger-Aktion verbinden die
doch einfach so wichtig, den Kontakt
meisten von Ihnen sicherlich und auch
zu „unseren“ Kindern nach der langen
mit Recht mit dem Winter und Weih-
Zeit wiederherzustellen! Unsere Sor-
nachten, mit dem 6. Januar und dem
ge war groß, dass wir selbst die Treu-
Segen für das neue Jahr, der gut sicht-
esten verlieren und zum Winter deut-
bar und begleitet von guten Wünschen
lich weniger Sternsinger*innen für
und fröhlichen Gloria-Gesängen von
unsere Aktion einbinden könnten.
Kindern und Jugendlichen in die Häu-
ser gebracht wird. Darüber hinaus ist Zum Glück hatte unser Pfarrer ein
die Gemeinschaft der Sternsin- Einsehen und wir bekamen doch die
ger*innen allerdings über das ganze Erlaubnis, die Kinder unter Einhaltung
Jahr ein wichtiger Teil der Kinder- und von Hygiene- und Abstandsregeln fürAUS DER GEMEINDE | 19
einen begrenzten Zeitraum in den alle Anwesenden fast 1 ½ Stunden lang
Pfarrgarten einzuladen! So trafen sich und machte trotz der Hitze richtig
am Vormittag des Mariä Himmel- Spaß!
fahrtstag um 10:30 Uhr insgesamt 17
Die nächsten 1 ½ Stunden wurden
Kinder und Jugendliche sowie vier
dann deutlich ruhiger: aufgeteilt in
Teambegleiterinnen bei hochsommer-
vier Gruppen bereiteten die Kinder
lichen Temperaturen und nutzten die
und Jugendlichen die Wortgottesfeier
gemeinsame Zeit zum regen Aus-
vor und beschäftigten sich intensiv mit
tausch. Der kam so richtig in Gang,
Liedern - die Strophen wurden von
nachdem alle mithilfe des „Corona-
den Kindern vorgelesen, der Refrain
Begrüßungs-Liedes“ (von Sonja Schek)
von Theresa auf der Geige gespielt -
mit Ellenbogen und Füßen wieder rich-
der Formulierung der Fürbitten, der
tig Kontakt aufgenommen hatten! Ein
inhaltlichen Erschließung der Lesung-
spannendes und inhaltlich auf die
und Evangeliumtexte und der feierli-
Sternsinger*innen abgestimmtes soge-
chen Gestaltung des äußeren Rah-
nanntes Chaos-Spiel, das von Theresa
mens. Die Jüngsten bastelten mit viel
Dercks und Rabea Ceczka liebevoll
Elan und Eifer einen dekorativen Blu-
vorbereitet worden war, beschäftigte
menschmuck!20 | AUS DER GEMEINDE
Ein herzliches Dankeschön an dieser nung, eine Form zu finden, wie wir die-
Stelle an unseren Diakon Benno Bolze, sen Tag trotz aller Vorgaben und
der dann zum Abschluss der gemeinsa- Corona-Vorschriften durchführen
men Zeit den vorbereiteten Gottes- können, laden wir an dieser Stelle
dienst mit uns im Pfarrgarten feierte. schon herzlich dazu ein! Der Termin ist
An unseren Pfarrer Rainer Lau, der ja Sonntag, der 22. November 2020, wie
an diesem Tag Geburtstag hat, dach- gewohnt im Anschluss an den Famili-
ten wir natürlich auch und alle unter- engottesdienst. Bitte beachten Sie
schrieben noch eine Geburtstags- und aber dazu die Aushänge und Anmelde-
Genesungskarte! formulare, die in der Kirche ausliegen
werden. Alles ist und bleibt leider un-
Bevor wir uns voneinander verab-
gewiss.
schiedeten, hatten wir noch zwei
Überraschungen für die Teilneh- Auch wie die Sternsingeraktion selbst
mer*innen parat: weil unser jüngstes ablaufen wird, kann zurzeit leider noch
Sternsingerkind, Luca de Simoni, an nicht gesagt werden. Das hängt von
diesem Tag morgens eingeschult wor- verschiedenen Faktoren im Rahmen
den war, erhielten er und anschließend der Pandemie und den daraus folgen-
alle anderen eine kleine Schultüte mit den Auflagen ab. Auf jeden Fall wer-
dem Sternsingerlogo. den wir keine Mühen scheuen, Mög-
lichkeiten zu entwickeln, wie wir auch
Die zweite Überraschung war die An-
und vielleicht gerade in diesen schwie-
kündigung, dass im kommenden Früh-
rigen und sorgenvollen Zeiten den
jahr wieder eine Fahrt geplant und
Segen Gottes sichtbar und spürbar in
gebucht ist - und hoffentlich auch
die Häuser und zu den Menschen brin-
stattfinden kann: Vom 5. - 8. März
gen können! Wir freuen uns über je-
2021 werden die Sternsinger*innen
den und jede, die uns dabei als aktiver
ein langes Wochenende im St. Otto-
Sternsinger und Sternsingerin unter-
haus in Zinnowitz auf Usedom verbrin-
stützen möchten und über jeden, der
gen! Die Freude darüber war sehr
uns zu sich nach Hause einlädt! Die
groß!
Nöte und Sorgen der Kinder und Fami-
Aber wie geht es jetzt bis dahin weiter lien auf der ganzen Welt sind groß.
mit den Sternsingern und der Aktion Wir wollen und werden sie nicht allein
2021? lassen und vertrauen darauf, dass sich
mit Gottes Hilfe Wege finden lassen!
Wie in jedem Jahr haben wir für den
Einstieg in die Aktion den jährlichen Bleiben Sie alle gesund.
Projekttag geplant. In der großen Hoff-
ElisabethDercks22 | AUS DER GEMEINDE
Firmkurs 2020 mit Hindernissen
Als am Sonnabend, den 25. Januar wird. So mussten auch die beiden ge-
2020 der Firmkurs 2020 startete, ahn- planten Projekttage vor den Sommer-
te noch keiner, welche Schwierigkei- ferien abgesagt werden. Hoffnung
ten uns in diesem Jahr erwarten. bestand dahingehend, eventuell nach
den Sommerferien wieder mit den wö-
An dem 25. Januar war das Virus in
chentlichen Treffen beginnen zu kön-
Deutschland noch unbekannt, und so
nen.
konnten wir eine ganz normale Firm-
kurs-Eröffnung gestalten und durch- Leider ist auch diese Hoffnung nicht
führen. Die 20 Teilnehmer wurden auf erfüllt worden. Aktuell können Firm-
zwei Gruppen verteilt. Wie üblich eine kurs-Treffen nur stattfinden, wenn
Gruppe am Montag und eine Gruppe schönes Wetter ist und wir uns drau-
am Donnerstag. Die sonst so gewohn- ßen im Freien bewegen können. In den
te Firmkurs-Normalität kam aber Mit- Gemeinderäumen ist ein Treffen bis
te März abrupt zum Erliegen. Schulen auf weiteres noch nicht möglich,
wurden geschlossen, Gruppenveran- da entsprechende Hygiene-Konzepte
staltungen in den Gemeinderäumen nicht eingehalten werden können und
waren ebenfalls nicht mehr möglich. in vielen Räumen die Abstandsregeln
Anfangs gab es eine gewisse Ratlosig- für 12 Personen nicht eingehalten
keit. Doch allmählich wurden die werden können.
Gruppenstunden durch Videokonfe-
Und so mussten dann auch nach den
renzen ersetzt. Schnell wurde klar,
Sommerferien folgerichtig der 3. Pro-
dass dieser Zustand länger andauern
jekttag und die geplante Wochenend-AUS DER GEMEINDE | 23
fahrt in das Christian-Schreiber-Haus meindeleben und somit spannende
nach Alt-Buchhorst abgesagt werden; Diskussionen und Auseinanderset-
ebenso der Termin für die Firmung im zung mit dem Glauben sehr viel
November. Ein neuer Termin steht schwieriger vermittelbar und erlebbar
aktuell noch nicht fest. Die Planungen sind. Wir sind froh, dass bis heute alle
für einen neuen Termin gehen aber in dabei geblieben sind und hoffen wei-
Richtung Februar / März 2021. ter auf eine spannende und erfüllte
gemeinsame Zeit mit einem guten Ab-
Es ist sowohl für die Jugendlichen aber
schluss für alle Beteiligten.
auch für uns Betreuer eine schwierige
Zeit, da Gruppengemeinschaft, Ge- ChristianLaschke24 | AUS DER GEMEINDE
Unsere Kinderkirche ist wieder geöffnet
Am letzten Ferientag öffnete unsere Für das neue Schuljahr bekamen jedes
Kinderkirche wieder ihre Tore. Die Schulkind und auch die Kindergarten-
Wiese bot Platz für viele Familien und kinder eine kleine Zuckertüte. Natür-
ihre Picknickdecken. Das Wetter war lich durfte auch jeder eine für seinen
großartig und die Sonne lachte uns ins besten Freund oder seine beste Freun-
Gesicht. Trotz aller Regelungen, die din mitnehmen.
uns noch immer begleiten, freuten wir
Das Team der Kinderkirche freut sich,
uns auf den Gottesdienst. Große und
auch demnächst wieder die Kinder
kleine Schüler, Kindergartenkinder,
begrüßen zu dürfen! Fühlen Sie sich
Erstklässler, neue Oberschüler und
eingeladen und schauen Sie doch mal
andere Grundschüler fanden den Weg
mit Ihren Kindern oder Enkelkindern
nach so langer Zeit wieder zurück in
vorbei und lassen sich überraschen!
den Kirchgarten.
Für das Team der Kinderkirche,
Wir alle bestiegen mit Jesus und sei-
nen Jüngern ein Boot in der stürmi- AnjaSchmidt
schen See. Wir erfuhren viel über Ver-
trauen und dass uns Jesus nicht nur in
diesem Schuljahr begleiten wird. Auch
ein Schuljahr ist nicht immer einfach,
da kommt schnell mal ein Sturm auf.
Eine Vertrauensübung auf unserer
Picknickdecke war zunächst ein biss-
chen knifflig, aber schnell begriffen
alle Kinder, wenn ich Mama und Papa
vertrauen kann, dass sie mich fangen,
dann kann ich Jesus das auch zutrauen.
Wir erlebten einen wunderschönen
Gottesdienst, den Andrea Bours für
uns vorbereitet hatte und erlebten
wieder Gemeinschaft, die wir vermisst
haben und die uns Aussicht gab darauf,
dass wir nicht allein geblieben sind und
auch in Zukunft wieder diese Kinder-
kirchengemeinschaft genießen dürfen.AUS DER GEMEINDE | 25
Warum neue Mikrofone und Lautsprecher?
Über die Jahre 2017 und 2018 häuf- Mikrofon zwischen drei Sprechern hin
ten sich die Fehlerquoten unserer und her gereicht, eine optische Unruhe
Funk-Mikrofone. Es gibt ein Ansteck- entstand, auch die Unsicherheit, wo
mikrofon und zwei Handstücke. Das das Mikrofon nun gerade wieder hin
Ansteckmikrofon des Pfarrers war sollte. Für Gemeindeversammlungen
ständig am Pfeifen, manchmal über in der Kirche wären auch manchmal
zwei oder drei Gottesdienste hinterei- mehr Handstücke von Vorteil gewe-
nander, die kleinen stecknadelkopf- sen. Für Krippenfeiern und Musicals
großen Minidruckknöpfe (als Ein- und mussten die Wege immer angepasst
Ausschalter) an den bestehenden werden auf die wenigen Mikrofone,
Handmikrofonen waren sehr häufig oder oft noch extra Lautsprecher her-
defekt. Dann gab es wieder zeitweise angetragen und hinzugefügt werden,
nur ein Handmikrofon, wenn das zwei- um beispielsweise einzelne Instrumen-
te zur Reparatur zur Firma Steffens te wie die Flöte für den Raum hörbar
nach Köln geschickt werden musste, zu machen neben einem Saxophon und
wobei viele Kleinreparaturen auch von einer Klarinette. Das Elisabethhaus
Mirek Schütze übernommen wurden. brachte auch schon eigene Anlagen-
Ich selbst habe auch eine Zeit lang das elemente mit.
Mikrofon mit einer Büroklammer in
Hinter den Kulissen von Salvator war
Gang setzen müssen… nicht geeignete
der Wunsch nach funktionierender
Bauweisen für eine große und aktive
Technik groß. Wenn auch immer ver-
Gemeinde.
sucht wurde, alle Gottesdienstteilneh-
Bei allen größeren Feiern fehlten mer nichts von den Misslichkeiten
Handstücke. Dann wurden sie aus den merken zu lassen. Die Bedeutung von
Halterungen für den Chor herausge- mehr Handstücken in Bezug auf Ab-
nommen, waren aber zum Beginn des stand durch Corona ist nun auch noch
Singens nur knapp wieder da, oder für hinzugekommen.
das eine oder andere Stück eben auch
Die Frequenzbereiche unserer beste-
nicht. Man musste einmal quer durch
henden Funkmikrofone zwischen 790
den Altarraum laufen. Bei mehreren
und 814 Mhz wurden 2010 an Mobil-
eingeübten Stimmen fehlten zusätzli-
funkunternehmen versteigert. Daher
che Mikrofone für die Chorgruppen
auch die ständigen Störungen… Wir
immer. Die Melodie war zu hören, die
haben unsere bestehende Anlage
anderen Stimmen nur vielleicht. Bei
2007 erhalten, also kurz vor diesem
Jugendkreuzwegen oder bei den Öl-
Verkauf. Die optische Anpassung der
bergstunden wurde oft ein einziges
Lautstärke per Kamera, die ein Signal26 | AUS DER GEMEINDE
zur Besetzung in unserer Kirche wei- dem Austausch über eine sehr gute,
tergeben sollte, hat auch nie richtig neue, flexible, gut bedienbare Mikro-
funktioniert. Der Kontakt war immer fonanlage in St. Dominicus. Das war
erschwert dadurch, dass die Firma der Grund, dass ich mich zusammen
nicht vor Ort saß. mit Tobias Brathuhn, der als auszubil-
dender Veranstaltungstechniker gro-
Zunächst versuchten wir herauszufin-
ßes Interesse zeigte, auf den Weg
den, ob und wie unsere Anlage unse-
machte, um mir die Anlage anzusehen
ren Bedürfnissen entsprechend ver-
und anzuhören. In mehreren Terminen
größert werden könnte, wenigstens
wurde mir die Anlage dort vorgeführt
um zwei Handstücke. Das Ergebnis
und erklärt, die Pfarrer Tippelt beson-
war niederschmetternd, sie sei nicht
ders im Hinblick auf Ehrenamtlichen-
erweiterbar.
Mitarbeit und besonders aktive Mu-
Im November 2018 gab es dann eine sikbeteiligung dort leicht bedienbar
Goldene Hochzeit bei uns in Salvator, und übersichtlich planen und installie-
gute Gespräche vor der Kirchtür mit ren ließ. Dann kam der Auftrag von
Pfarrer Lau, doch mal den Kontakt
herzustellen und eine etwaige Kosten-
rechnung einzuholen. Die Zahlen wur-
den weitergegeben, und das Projekt
lag brach - Corona hielt Einzug, und
der Termin für die Renovierung wurde
festgesetzt. Da sowieso Elektroarbei-
ten stattfinden sollten zur längst fälli-
gen Zentralisierung der Lichtschalter,
ergab sich die Gelegenheit… Es wurde
erinnert an das Vorhaben und es gab
grünes Licht für die Kontaktaufnahme
mit der Firma.
Bereitwillig suchte man im Pfarrbüro
von St. Dominicus die Unterlagen her-
aus und verwies uns an Herrn Simon.
Obwohl er seine Firma gerade an die
jüngere Generation weitergegeben
hatte, erklärte er sich bereit, die Pla-
nung der Anlage von Salvator mitzu-
betreuen, so dass auf 30 Jahre Erfah-AUS DER GEMEINDE | 27
waren beeindruckt! Die Mikrofone, die
von der Fima selbst gebaut werden,
zeichnen sich durch eine weite Öff-
nung aus, so dass der Sprecher seitlich
stehen kann (!!!) oder ein bisschen
entfernt, die Übertragung der Sprache
ist immer noch perfekt. Die Funkmik-
rofone – das ist besonders interessant
für Palmsonntag oder Außengottes-
dienste, wie die Lichtfeier in der Oster-
nacht - haben eine Reichweite von der
Kirche bis zum Büro und ans Ende des
rung in spezialisierter Arbeit in Kir- Grundstückes.
chenräumen zurückgegriffen werden
Es gibt ein neues Chormikrofon, das
konnte. Die Firma sitzt hier in Alt-
auf eine Sänger-Gruppe und nicht auf
Glienicke! Herr Sydow und Herr Si-
Sprache oder nur einen Solisten aus-
mon ließen sich alle möglichen Szena-
gerichtet ist. Es ist mobil einsetzbar -
rien von verschiedenen Gottesdiens-
ten von mir beschreiben und erarbei-
teten daraufhin drei verschieden auf-
wändige Konzepte von einer Minimal-
lösung bis hin zu einer Komplettlö-
sung. Dankenswerterweise konnte
sich der Kirchenvorstand dazu durch-
ringen, die Komplettlösung zu beauf-
tragen.
Ziel der Firma ist es in erster Linie,
über einen Digitalverstärker mit be-
sonderen Mikrofonen die Sprachver-
ständlichkeit besonders für die Gene-
ration 60+ zu erhöhen. Und besonders
eindrucksvoll wurde einer kleinen
Gruppe vor Ort im Vergleich mit der
bestehenden Anlage die Erhöhung der
Sprachverständlichkeit insbesondere
durch Herausnahme des Schalls bei
einer neuen Anlage vorgeführt. Wir28 | AUS DER GEMEINDE unten oder oben auf der Empore. Es gibt für aufwändige Veranstaltungen nun bis zu 6 Handmikrofone und 2 An- steckmikrofone, die auch als Headsets direkt am Kopf eingesetzt werden können. Die Box für die Handmikrofo- ne wird mobil gebaut, so dass auch sie außen einsetzbar sein wird. Ein zusätz- licher Außenlautsprecher, der abge- stimmt ist auf die Frequenzen, lässt sich dann auf der Wiese, im Pfarrgar- ten oder im Saal einsetzen (Im Mo- ment haben wir dies durch die Leihga- be eines Prozessionslautsprechers für draußen von der ghanaischen Gemein- de überbrücken können; vielen Dank dafür an Pfarrer Stephen Duodu!). Mo- bilität und Flexibilität für die Verwen- dung durch die Gemeinde zeichnet die neue Planung aus. Auch im Außenbe- reich vor der Kirche soll die Übertra- gung möglich sein und realisiert wer- den, notwendig insbesondere durch die durch Corona auferlegten Ein- schränkungen. Die schon bestehenden Aktivboxen und das Mischpult werden eingebun- den in die Anlage und so werden die Instrumente nun direkt in die Anlage gespeist und müssen nicht durch zu- sätzlich aufgestellte Lautsprecher übertragen werden. Zusätzlich erhält das Mischpult einen CD-Spieler und eine Bluetoothverbindung zum Ein- spielen einzelner Stücke z. B. anlässlich einer Trauung.
AUS DER GEMEINDE | 29
Für alle Hörgeräteträger: Es wird eine
Induktionsschleife gelegt, die genau
über den Bankblöcken liegt, so dass
man sich dort direkt mit dem Hörgerät
in die neue Anlage einklinken kann.
Die ganze Anlage ist leicht bedienbar
über einen Hauptschalter. Für den
Normal-Gottesdienst muss nichts an-
deres eingestellt werden. Die letzten
kleinen Anpassungen werden im Be-
trieb während der ersten Gottesdiens-
te in der Kirche vorgenommen. Nun
hoffen wir endlich auf eine schrittwei-
se Inbetriebnahme der Kirche, die in
neuer Farbe erstrahlt und deren schö-
ner Kirchenraum mit einer schlichten,
funktionellen, guten, neuen Beleuch-
tung mit zentralisierter Bedienung
unterstrichen wird und uns für die
dunkle Jahreszeit fit macht - und die
nun auch noch mit neuer Beschallung
all das weitergeben wird, was Kinder,
Jugendliche und Erwachsene erarbei-
tet haben und zur Ehre Gottes beitra-
gen werden...
Ich hoffe weiter auf diese kleinen
Schritte, die uns unseren Kirchenraum
nach und nach zurückbringen werden
und danke dem Kirchenvorstand, der
all dies trotz Corona auf den Weg ge-
bracht hat, offensichtlich mit der glei-
chen großen Hoffnung und Zuversicht
auf andere, bessere Zeiten im Herzen
wie ich.
SonjaSchek30 | KINDERSEITE
Eine Umleitung für Janne
„Gibst du mir mal den Kleber?“ fragt Kurz darauf ist der Kindergarten zu
Janne. Finn reicht ihn ihr, und Janne Ende. „Ich wünsche euch ein schönes
klebt gelbes Transparentpapier hinter Wochenende.“, verabschiedet Frau
ein Fenster in ihre Laterne. In diesem Rose die Kinder. „Bis Montag!“ Janne
Jahr bastelt die Froschgruppe ihre La- und Finn ziehen ihre Jacken, Schals
ternen für den Martinsumzug aus und Mützen an. „Gehen wir beim Zug
Milchtüten. Wie kleine Häuser sehen nebeneinander?“, fragt Finn. „Auf je-
sie aus, und wenn man ein Licht hinein- den Fall!“, sagt Janne. „Ich freue mich
hält, leuchtet es bunt und warm aus schon so sehr auf Sankt Martin. Ich
den Fenstern. kann es gar nicht mehr erwarten!“
Finn malt eine 5 als Hausnummer auf Doch als Finn am Montagmorgen in
seine Milchtüte. „Fertig!“, ruft er. Frau den Kindergarten kommt, ist Jannes
Rose hilft Finn, die Laterne am Leucht- Platz im Sitzkreis leer. „Janne hat
stab zu befestigen. Gemeinsam hängen Windpocken“, erklärt Frau Rose.
sie sie über eine Schnur, die Frau Rose „Heute Abend beim Martinsumzug ist
quer durch den Raum gespannt hat. sie aber wieder dabei, oder?“, fragt
Auch Jannes Häuschen ist fertig und Finn. „Leider nein“, antwortet die Er-
bekommt den Platz direkt neben zieherin. „Windpocken sind sehr an-
Finns. Bald schon baumeln 25 bunte steckend. Deshalb muss Janne für ein
Laternen von der Decke. paar Tage zu Hause bleiben. Leider!“
Nach dem Basteln üben die Kinder der Finn ist traurig. Er denkt: „Janne hatte
Froschgruppe noch einmal alle Mar- sich so sehr auf den Martinsumzug
tinslieder, die sie am Montag beim gefreut. Außerdem wollten wir neben-
Martinsumzug singen wollen. „Sankt einander laufen. Und jetzt kann Janne
Martin ritt durch Schnee und Wind nicht mitkommen. Dumme Windpo-
mag ich am liebsten“, flüstert Janne cken! Warum müssen die ausgerech-
Finn ins Ohr. „Weil es so schön die Ge- net heute kommen?“ Finn findet, das
schichte erzählt, wie Sankt Martin sei- ist nicht fair.
nen Mantel geteilt hat. Und wie er dem
Am Abend treffen sich die Kinder im
Bettler eine Hälfte geschenkt hat.“
Gruppenraum der Frösche. Frau Rose
„Stimmt!“, sagt Finn. „Und dann ist er
gibt jedem Kind seine Laterne. Nur
fortgeritten und hat in der Nacht von
Jannes Laterne bleibt einsam an der
Jesus geträumt, und der hat sich sogar
Schnur zurück. Als Frau Rose Jannes
bei ihm bedankt.“
Laterne dann an ihren Garderoben-KINDERSEITE | 31
platz hängt, macht das Finn noch trau- „Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt
riger. Schnell angelt er sie herunter Martin ritt durch Schnee und Wind“,
und nimmt sie mit. singen alle Kinder so laut sie können.
Janne kommt ans Fenster und kann es
Draußen haben sich schon alle Kinder
nicht glauben: Da sind Sankt Martin
aus dem Kindergarten versammelt.
mit seinem Pferd und Frau Rose und
Jede Gruppe hat eigene Laternen ge-
Finn und alle Kinder aus ihrem Kinder-
bastelt und die Milchtütenhäuschen
garten – direkt vor ihrem Fenster! Der
der Frösche sind in diesem Jahr ganz
Vorgarten vor Jannes Haus ist in ein
vorne. Der Zug sieht toll aus. Bunt
buntes Lichtermeer getaucht. Finn
leuchten die Laternen in der Dämme-
winkt Janne zu. Alle singen noch ein
rung, und ganz vorne sitzt Sankt Mar-
Lied. Dann erst zieht der Zug weiter
tin mit einem prächtigen Mantel aus
zum Marktplatz. Doch ein buntes Licht
rotem Samt auf einem Apfelschimmel.
bleibt zurück: Jannes Laterne! Finn
Das Pferd schnaubt ungeduldig und
hat sie direkt vor ihr Fenster in den
wartet genau wie die Kinder darauf,
Boden gesteckt. Dort leuchtet sie mit
dass es endlich losgeht.
Jannes Augen um die Wette.
„Das hätte Janne bestimmt gefallen“,
denkt Finn niedergeschlagen. Doch
dann hat er plötzlich eine Idee. Aufge- Text:Kindermissionswerk‚DieSternsinger‘,
regt läuft er zu Frau Rose und flüstert StefanieWilhelm
ihr etwas ins Ohr. „Das ist eine tolle
Idee, Finn!“, sagt Frau Rose. Voller
Spannung sieht Finn zu, wie Frau Rose
mit dem Polizisten redet, der den Zug
anführt. Frau Rose lächelt und gibt
Finn ein Zeichen: Daumen hoch, es
klappt!
Wenig später erreicht der Zug den
Park. Doch anstatt rechts zum Markt-
platz abzubiegen, wie sonst immer,
bewegt sich der Zug auf einmal nach
links und verschwindet in einer kleinen
Seitenstraße. Direkt vor Jannes Haus
hält Sankt Martin sein Pferd an.32 | KINDERSEITE
Finn denkt nicht nur an sich,
sondern auch an Janne und handelt so Wenn wir also erkennen, dass jemand
wie Sankt Martin. unsere Hilfe braucht, dann können wir
uns – wie Sankt Martin – für diesen
Er weiß, dass Janne sich auf den Mar-
Menschen einsetzen und mit ihm tei-
tinsumzug gefreut hat und bestimmt
len, was er braucht.
traurig ist, weil sie nicht dabei sein
kann. Deshalb setzt er sich für sie ein, Und genau wie Finn das Licht zu Janne
so wie Sankt Martin sich für den Bett- gebracht hat, tragt euer Laternenlicht
ler eingesetzt hat und mit ihm seinen hinaus in die Welt!
Mantel teilte. So können Finn und die
anderen Kinder im Kindergarten ihre
Freude mit Janne teilen.
Eine Bastelanleitung für die Häuschen-Laterne findet ihr unter:
https://www.sternsinger.de/bildungsmaterial/martinsaktion/
St. Martin
JA, dieses Jahr ist alles anders!
Aufgrund der Corona Pandemie findet
kein Umzug zu St. Martin statt. Ge-
plant ist eine kurze Andacht in der Kir-
che. Für die Andacht ist eine Anmel-
dung zwingend erforderlich, die An-
zahl der Besucher ist begrenzt.
Uhrzeit und Anmeldemodalitäten ent-
nehmt bitte dem Schaukasten und der
Internetseite.34 | GOTTESDIENSTE
Nachstehende Kollekten vorbehaltlich etwaiger Änderungen.
Bitte beachten Sie die Vermeldungen und Aushänge!
Oktober
So. 4 27. SONNTAG IM JAHRESKREIS
Baukollekte
So. 11 28. SONNTAG IM JAHRESKREIS
1. Kollekte: Für unsere Kirchenmusik
2. Kollekte: Für unsere Missionsprojekte
So. 18 29. SONNTAG IM JAHRESKREIS
1. Kollekte: Für die Sanierung und Umgestaltung der St. Hedwigs-Kathedrale
2. Kollekte: Zur Sicherung von Beschäftigung in unserer Gemeinde
ACHTUNG: ENDE DER SOMMERZEIT 24. / 25. OKTOBER!
So. 25 30. SONNTAG IM JAHRESKREIS - WELTMISSIONSSONNTAG
MISSIO-Kollekte
November
So. 1 HOCHFEST ALLERHEILIGEN
1. Kollekte: Für unsere Seniorenarbeit
2. Kollekte: Zur Sicherung von Beschäftigung in unserer Gemeinde
So. 8 32. SONNTAG IM JAHRESKREIS
1. Kollekte: Für unsere katholischen Schulen
2. Kollekte: Für unsere Kinder- und Jugendarbeit
So. 15 33. SONNTAG IM JAHRESKREIS – DIASPORA-SONNTAG
1. Kollekte: BONIFATIUSWERK der deutschen Katholiken
2. Kollekte: Für unsere Heizung
So. 22 CHRISTKÖNIGSSONNTAG - Patronatsfest
1. Kollekte: Für unsere Kirchenmusik
2. Kollekte: Zur Sicherung von Beschäftigung in unserer Gemeinde
So. 29 1. ADVENTSSONNTAG
1. Kollekte: Für familienlose Kinder und Waisenkinder
2. Kollekte: Für die Suppenküche in KreuzbergSie können auch lesen