Konjunkturbericht der Handwerkskammer zu Köln im Herbst 2020
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Handwerk:
Corona-Krise: Handwerke reagieren di-
vergent
Die Betroffenheit der Handwerks- Insgesamt haben an der Herbst- Schlechtnennungen) liegt bei 30,5
gruppen von der Corona-Krise und konjunkturumfrage (14. bis 28. Sep- Prozentpunkten und bricht den seit
dem damit verbundenen Shutdown tember) 888 Unternehmerinnen und 2014 – lässt man das Frühjahr
divergiert. In einigen Branchen sind Unternehmer im Kammerbezirk 2020 außer Acht - zu verzeichnen-
die Umsätze massiv weggebro- teilgenommen. Es wurden Hand- den stetigen konjunkturellen Auf-
chen, in anderen waren die Folgen werksbetriebe aus 41 Berufen, an- wärtstrend.
deutlich weniger spürbar. Verglei- sässig in den Städten Bonn, Köln
che der Umfrageergebnisse mit und Leverkusen, im Rhein-Erft- Betrachtet man die einzelnen
dem Vorjahreszeitraum sind von Kreis, im Oberbergischen Kreis, im Handwerksgruppen, so wird deut-
der besonderen Pandemie- Rheinisch-Bergischen Kreis und im lich, dass die Kfz-Handwerke, die
Situation in diesem Jahr geprägt. Rhein-Sieg-Kreis befragt. Gesundheitshandwerke und Hand-
Es ist zu auch berücksichtigen, werke für den privaten Bedarf die
dass die Frühjahrsumfrage genau Nur noch 46,5 Prozent der Umfra- großen Verlierer in der Corona-
in den Zeitraum kurz vor und nach geteilnehmer bezeichnen ihre wirt- Krise sind. Aber auch die Handwer-
Beginn der Corona-Krise gefallen schaftliche Situation noch als gut, ke für den gewerblichen Bedarf
ist und in Vergleich keine nachvoll- 37,5 Prozent als zufriedenstellend sehen ihre Geschäftslage einge-
ziehbaren Erkenntnisse bringt. und 16 Prozent als schlecht. Der trübt und blicken zudem pessimis-
. Lagesaldo (Saldo aus Gut- und tisch in die Zukunft.
Befragung gut befriedigend schlecht Saldo Befragung gut befriedigend schlecht Saldo
gut ./. schlecht gut ./. schlecht
Herbst 1987 20 55 24 ‐4
Herbst 1988 27 60 13 +14 Frühjahr 2010 23 54 23 0
Herbst 1989 38 48 14 +24 Herbst 2010 39 49 12 +27
Herbst 1990 44 48 8 +36 Frühjahr 2011 43 46 11 +32
Herbst 1991 47 45 8 +39 Herbst 2011 43 49 8 +35
Herbst 1992 36 53 11 +25 Frühjahr 2012 38 49 13 +25
Herbst 1993 28 51 21 +7 Herbst 2012 42 47 11 +31
Herbst 1994 30 53 17 +13 Frühjahr 2013 30 52 18 +12
Herbst 1995 22 56 22 0 Herbst 2013 43 47 10 +33
Herbst 1996 22 53 25 ‐3 Frühjahr 2014 43 44 13 +30
Herbst 1997 20 52 28 ‐8 Herbst 2014 42 46 12 +30
Herbst 1998 23 48 29 ‐6 Frühjahr 2015 43 46 11 +32
Herbst 1999 22 56 22 0 Herbst 2015 49 43 8 +41
Herbst 2000 22 55 23 ‐1 Frühjahr 2016 47 42 11 +36
Herbst 2001 18 54 28 ‐10 Herbst 2016 55 36 9 +46
Herbst 2002 9 42 49 ‐40 Frühjahr 2017 45 47 8 +37
Herbst 2003 13 45 42 ‐29 Herbst 2017 56 36 8 +48
Herbst 2004 15 48 37 ‐22 Frühjahr 2018 58 37 5 +53
Herbst 2005 16 48 36 ‐20 Herbst 2018 63 31 6 +57
Herbst 2006 26 51 23 +3 Frühjahr 2019 57 38 5 +52
Herbst 2007 24 53 23 +1 Herbst 2019 58 36 7 +51
Herbst 2008 25 52 23 +2 Frühjahr 2020 53 37 10 +43
Herbst 2009 29 44 27 +2 Herbst 2020 47 38 16 +31
2Handwerk:
Stabile Beschäftigungssituation
Die gefühlt gute Situation in der bauhandwerke profitierten bisher letzten Jahren immer wieder ange-
Gruppe der Lebensmittelhandwerke noch von vollen Auftragsbüchern führten Fachkräftemangel. Kein
täuscht über den verhältnismäßig aus der Vor-Corona-Phase. Das Unternehmen möchte qualifizierte
großen Anteil der Betriebe, die von Bauhandwerk rechnet aber für die Fachkräfte freisetzen, die dann bei
Umsatzrückgängen berichten, hin- nächsten Monate mit abnehmender besserer Auftragslage nur schwer
weg. Einzig in den Bau- und Aus- Auftragsreichweite. wiederzugewinnen sind. Die Zahl
bauhandwerken ist die Stimmungs- der gemeldeten offenen Stellen ist
lage noch positiv und sind die Um- Die Beschäftigungssituation ist über allerdings verständlicherweise stark
sätze noch stabil. Doch auch hier alle Gewerke hin betrachtet noch rückläufig. Sie liegt bei nur noch 0,4
wird aufgrund der anhaltenden stabil. Der Anteil, der Unternehmen, pro Betrieb (Vorjahr: 1,2).
Corona-Pandemie für die nahe die über eine gesunkene Beschäf-
Zukunft mit einer deutlichen Kon- tigtenzahl berichten, liegt nur ge- Die Preisentwicklung ist stabil. Der
junktureintrübung gerechnet. ringfügig über dem, der einen Be- überwiegende Teil der Befragten
schäftigungszuwachs verzeichnet weist gestiegene Preise aus. Die
Der rückläufige Auftragsbestand ist hat. Das unterstreicht zum einen, Investitionsfreudigkeit ist wegge-
in den am stärksten betroffenen dass die Arbeitsplätze im Handwerk brochen, weil die Mehrzahl der Be-
Gewerkegruppen ursächlich Um- auch zu Krisenzeiten relativ sicher triebe trotz Soforthilfe Liquiditätsre-
satzeinbruch. Die Bau- und Aus- sind und zum anderen den in den serven aktivieren mussten.
Gesamthandwerk im Herbst 2020
Gesamthandwerk Herbst 2020 Frühjahr 2020 Herbst 2019
gut 46,5 53,4 57,8
Geschäftslage befriedigend 37,5 37,0 35,7
schlecht 16,0 9,6 6,5
gestiegen 17,3 19,2 24,2
Beschäftigte gleichgeblieben 63,6 65,9 63,7
gesunken 19,1 14,9 12,1
gestiegen 27,2 39,6 38,5
Preise gleichgeblieben 63,6 52,5 55,8
gesunken 9,2 7,9 5,7
gestiegen 23,9 32,6 37,7
Umsatz gleichgeblieben 37,3 47,0 44,7
gesunken 38,8 20,4 17,6
verbessern 18,9 31,0 28,6
Erwartungen gleichbleiben 61,4 58,0 61,8
verschlechtern 19,7 11,0 9,6
Geschäftslage 46,5 37,5 16,0
Beschäftigte 17,3 63,6 19,1 gut / gestiegen / verbessern
Preise 27,2 63,6 9,2 befriedigend / gleichgeblieben / gleichbleiben
Umsatz 23,9 37,3 38,8 schlecht /gesunken / verschlechtern
Erwartungen 18,9 61,4 19,7
3Bauhauptgewerbe:
Bauhandwerke trotzen Corona
Die Konjunktur im Bauhauptgewer- mehr Unternehmen von steigenden denen mehr von gestiegenem als
be profitiert auch im dritten Quartal Beschäftigtenzahlen als von sin- gesunkenem Auftragsstand berich-
offensichtlich noch von Aufträgen kenden. ten.
aus dem ersten Quartal. Keines der
an der Umfrage teilgenommenen Die Auftragsreichweite liegt bei 10 Deutlich pessimistischer schaut das
Gerüstbauunternehmen meldet Wochen. Gut ein Viertel der Be- Bauhauptgewerbe in die nahe Zu-
eine schlechte Geschäftslage. Auch triebe berichtet von gesunkenen kunft. Knapp 60 Prozent der Ge-
die Mehrzahl der Unternehmen der Umsätzen. Besonders das Maurer- rüstbauer gehen von einer Eintrü-
anderen Bauhauptgewerbe berich- und Betonbauerhandwerk signali- bung der Konjunktur aus, bei den
ten über eine gute Konjunktur. siert rückläufige Umsätze. Knapp Maurern und Betonbauern sind es
40 Prozent melden gesunkene Um- rund 30 Prozent. Etwa 40 Prozent
Maurer und Betonbauer, Straßen- sätze. Ähnlich sieht es im Straßen- dieser beiden Berufsgruppen rech-
und Tiefbauer sowie der Zimmerer und Tiefbauerhandwerk aus. Ent- nen mit Auftragsrückgängen. Um-
berichten zu gut 94 Prozent von spannter ist die Umsatzsituation bei satzrückgänge erwarten besonders
einer guten bis befriedigenden Kon- den Dachdeckern. Nur 15 Prozent die Zimmerer, aber auch die Mau-
junktur, bei den Dachdeckern sind klagen über Umsatzrückgang. rer und Betonbauer. Trotz der ge-
es rund 93 Prozent. Die Beschäftig- dämpften Erwartungen will die
tensituation im Bauhauptgewerbe Beim Auftragsbestand sind es die Mehrzahl der Betriebe die Beschäf-
ist stabil. Immer noch berichten Zimmerer und Dachdecker, bei tigtenzahl stabil halten.
Bauhauptgewerbe im Herbst 2020
Bauhauptgewerbe Herbst 2020 Frühjahr 2020 Herbst 2019
gut 64,5 64,5 75,3
Geschäftslage befriedigend 33,5 34,2 23,7
schlecht 6,0 1,3 1,0
gestiegen 26,6 18,7 32,7
Beschäftigte gleichgeblieben 55,6 65,3 55,1
gesunken 18,8 14,0 12,2
gestiegen 30,8 46,0 40,2
Preise gleichgeblieben 58,4 50,0 53,6
gesunken 10,8 4,0 6,2
gestiegen 29,3 27,0 36,1
Umsatz gleichgeblieben 44,6 8,1 50,5
gesunken 26,1 14,9 13,4
verbessern 16,5 43,4 25,0
Erwartungen gleichbleiben 57,2 1,3 65,6
verschlechtern 26,3 5,3 0,0
Geschäftslage 64,5 33,5 6,0
Beschäftigte 26,6 55,6 18,8 gut / gestiegen / verbessern
Preise 30,8 58,4 10,8 befriedigend / gleichgeblieben / gleichbleiben
Umsatz 29,3 44,6 26,1 schlecht /gesunken / verschlechtern
Erwartungen 16,5 57,2 26,3
4Ausbaugewerbe:
Gute Geschäftslage, aber vermehrt
Umsatzrückgänge
Die Geschäftslage im Ausbauge- Der Auftragsbestand ist bei fast etwas mehr als sieben Prozent der
werbe ist insgesamt noch positiv. einem Viertel der Betriebe gesun- Ausbaubetriebe mussten Preis-
Über 90 Prozent der an der Umfra- ken. Besonders betroffen sind hier nachlässe einräumen.
ge teilgenommenen Unternehmen die Tischler, über 30 Prozent mel-
bewerten ihre Geschäftslage mit den einen rückläufigen Auftragsbe- Beim Blick auf die nächsten Monate
gut bis befriedigend. Dieses Bild ist stand. Bei den Malern und Lackie- erwartet knapp ein Fünftel der Un-
in nahezu allen Ausbauberufen rern sind es 28 Prozent der befrag- ternehmen eine bessere Geschäfts-
lage, gut 14 Prozent eine schlech-
gleich. Nur bei Fliesen-, Platten- ten Unternehmen, die über einen
tere. Von niedrigem Konjunkturni-
und Mosaiklegern, den Tischlern Nachfragerückgang berichten. veau ausgehend, sehen mehr als
und den Raumausstattern über- Umsatzeinbrüche verzeichnen 40 40 Prozent der Fliesenplatten- und
schreiten die Schlechtnennungen Prozent der Fliesen-, Platten- und Mosaikleger einer sich verbessern-
den einstelligen Prozentbereich. Mosaikleger sowie 31 Prozent der den Geschäftslage entgegen. Die
Maler und Lackierer und der Mehrzahl der Betriebe geht von
Die Beschäftigungssituation ist so- Raumausstatter. Gestiegene Um- einem gleichbleibenden bis größe-
gar in etwa wie im Vorjahresver- sätze melden über 80 Prozent der rem Personalbestand im nächsten
gleichszeitraum. Nur noch ein Drit- befragten Rollladen- und Sonnen- Halbjahr aus. Ein Fünftel der Un-
tel der Ausbaubetriebe berichtet schutztechniker und 50 Prozent der ternehmen rechnet im nächsten
Halbjahr mit Nachfrage- und Um-
von gestiegenen Verkaufspreisen. Installateure und Heizungsbauer.
satzrückgängen.
Die Verkaufspreise sind stabil. Nur
Ausbaugewerbe im Herbst 2020
Ausbaugewerbe Herbst 2020 Frühjahr 2020 Herbst 2019
gut 61,5 60,7 64,8
Geschäftslage befriedigend 31,8 32,7 31,8
schlecht 6,7 6,6 3,4
gestiegen 18,6 20,7 23,8
Beschäftigte gleichgeblieben 65,6 65,0 62,2
gesunken 15,8 14,3 14,0
gestiegen 32,1 45,5 43,3
Preise gleichgeblieben 60,6 47,8 51,0
gesunken 7,3 6,7 5,7
gestiegen 32,2 36,8 40,5
Umsatz gleichgeblieben 41,8 44,2 45,3
gesunken 26,1 19,0 14,2
verbessern 19,3 30,9 28,8
Erwartungen gleichbleiben 56,4 60,4 62,8
verschlechtern 14,3 8,7 8,4
Geschäftslage 61,5 31,8 6,7
Beschäftigte 18,6 65,6 15,8 gut / gestiegen / verbessern
Preise 32,1 60,6 7,3 befriedigend / gleichgeblieben / gleichbleiben
Umsatz 32,2 41,8 26,1 schlecht /gesunken / verschlechtern
Erwartungen 19,3 56,4 14,3
5Handwerke für den gewerblichen Bedarf:
Konjunktureintrübung setzt sich weiter
fort
Die Konjunkturlage in den Hand- Aufstockung des Personalstam- zahl ist in beiden Gewerken stabil
werken für den gewerblichen Be- mes, ebenso viele einen Abbau. bis steigend. Berichten noch mehr
darf trübt sich weiter ein. Rund ein als 50 Prozent der Kälteanlagen-
Viertel der befragten Unternehmen Eine Konjunktureintrübung signali- bauer von gestiegenen Umsätzen,
meldet eine schlechte Geschäftsla- sieren 40 Prozent der Gebäuderei- so sind es bei den Metallbauern 37
ge. Die Konjunktur im Feinwerkme- niger. Hier sind es gerade die grö- Prozent, die rückläufige Umsatz-
chanikerhandwerk, das vorwiegend ßeren Unternehmen, die für Groß- zahlen melden. Ausgeglichene Ge-
als Zulieferer der Industrie tätig ist, auftraggeber arbeiten, die schlech- schäftslagen signalisieren die
ist am stärksten eingebrochen. Drei te Zahlen melden. Als gut beurteilt Schilder- und Lichtreklameherstel-
von vier Betrieben beurteilen ihre die Hälfte der Metallbauer und der ler.
wirtschaftliche Situation als Kälteanlagenbauer ihre Geschäfts-
schlecht und berichten über einen lage. Unternehmen beider Hand- Beim Blick auf die nächsten sechs
rückläufigen Auftragsbestand. Die werke arbeiten anders als Fein- Monate rechnen die meisten Fein-
Hälfte der Unternehmen klagt über werkmechaniker auch oft im Bau- werkmechaniker und viele Gebäu-
einen Umsatzeinbruch. Die Ent- sektor, der insgesamt noch stabile- dereiniger mit einer weiteren Ver-
wicklung der Beschäftigtenzahlen re Auftragsbestände ermöglicht. schlechterung ihrer wirtschaftlichen
ist weiterhin stabil. Rund 20 Pro- Aber auch knapp ein Viertel der Situation. Informationstechniker er-
zent der Befragten melden eine Metallbauer meldet eine schlechte warten insgesamt gesehen, eine
Konjunkturlage. Die Beschäftigten- bessere Geschäftslage.
Handwerk für gewerbl. Bedarf im Herbst 2020
Handwerk für gewerbl. Bedarf Herbst 2020 Frühjahr 2020 Herbst 2019
gut 36,4 38,3 48,0
Geschäftslage befriedigend 38,8 51,8 40,2
schlecht 24,8 9,9 11,8
gestiegen 18,9 21,0 27,2
Beschäftigte gleichgeblieben 62,1 67,9 65,0
gesunken 19,0 11,1 7,8
gestiegen 19,3 28,2 26,0
Preise gleichgeblieben 68,4 56,4 65,4
gesunken 12,3 15,4 8,6
gestiegen 19,5 25,6 36,2
Umsatz gleichgeblieben 38,1 47,6 41,9
gesunken 42,4 26,8 21,9
verbessern 20,5 19,7 24,0
Erwartungen gleichbleiben 56,1 61,9 59,4
verschlechtern 23,4 18,4 16,6
Geschäftslage 36,4 38,8 24,8
Beschäftigte 18,9 62,1 19,0 gut / gestiegen / verbessern
Preise 19,3 68,4 12,3 befriedigend / gleichgeblieben / gleichbleiben
Umsatz 19,5 38,1 42,4 schlecht /gesunken / verschlechtern
Erwartungen 20,5 56,1 23,4
6Kraftfahrzeuggewerbe:
Umsatzeinbrüche bei mehr als der Hälf-
te der Betriebe
Die Stimmung im Kfz-Gewerbe ist Kfz-Technikunternehmen einen ten Halbjahr 2020 gab es so weni-
gegenüber dem Vorjahr deutlich Rückgang der Beschäftigtenzahl. ge Unfälle wie noch nie seit der
eingetrübt. Bei den Karosserie- und deutschen Wiedervereinigung
Fahrzeugbauern berichten knapp Fast 63 Prozent der Karosserie- (DESTATIS, Sept. 2020), ist die
38 Prozent von einer schlechten und Fahrzeugbauer und 56 Prozent Erklärung im Kfz-Techniker Hand-
Konjunkturlage, nur noch rund 13 der Kfz-Techniker melden Umsatz- werk schwieriger. Während freie
Prozent von einer guten. Bei den einbrüche. Verglichen mit der Vor- Reparaturwerkstätten ihre Tätigkeit
Kraftfahrzeugtechnikern meldet gut jahresumfrage, in dem das Kraft- weitgehend weiterführen konnten,
ein Viertel der befragten Unterneh- fahrzeuggewerbe wegen der Dis- sind bei markengebundenen Unter-
men eine schlechte Geschäftslage kussion um Dieselfahrverbote nehmen die Neuwagenkäufe zu-
und nur noch ein Fünftel von einer schon zu einem Drittel Umsatz- rückgegangen.
guten Wirtschaftslage. rückgänge hinnehmen musste, hat
sich die Situation nochmals deutlich Die Unternehmen sehen auch pes-
Weisen im Karosserie- und Fahr- verschlechtert. Erklärt sich bei den simistisch in das Winterhalbjahr.
zeugbauerhandwerk noch alle be- Karosseriebaubetrieben der Um- Mehr als ein Viertel der befragten
fragten Betriebe eine stabile bis satzrückgang durch die wohl Betriebe geht von einer weiteren
leicht gestiegene Mitarbeiterzahl Corona-bedingt rückläufige Zahl an Verschlechterung der Geschäftsla-
aus, melden über 20 Prozent der Straßenverkehrsunfällen – im ers- ge aus.
Lebensmittelgewerbe im Herbst 2020
Kraftfahrzeuggewerbe Herbst 2020 Frühjahr 2020 Herbst 2019
gut 19,0 36,1 34,1
Geschäftslage befriedigend 53,4 41,7 54,5
schlecht 27,6 22,2 11,4
gestiegen 13,8 25,0 23,9
Beschäftigte gleichgeblieben 67,2 55,6 67,4
gesunken 19,0 19,4 8,7
gestiegen 14,3 25,0 31,9
Preise gleichgeblieben 71,4 66,7 63,8
gesunken 14,3 8,3 4,3
gestiegen 8,6 30,6 29,8
Umsatz gleichgeblieben 34,5 36,1 38,3
gesunken 56,9 33,3 31,9
verbessern 8,8 29,4 26,8
Erwartungen gleichbleiben 64,9 52,0 63,4
verschlechtern 26,3 17,6 9,8
Geschäftslage 19,0 53,4 27,6
Beschäftigte 13,8 67,2 19,0 gut / gestiegen / verbessern
Preise 14,3 71,4 14,3 befriedigend / gleichgeblieben / gleichbleiben
Umsatz 8,6 34,5 56,9 schlecht /gesunken / verschlechtern
Erwartungen 8,8 64,9 26,3
7Lebensmittelgewerbe:
Geschäftslage bei vielen Betrieben
besser als im Vorjahresherbst
Das Lebensmittelhandwerk hat sich ten eine gut bis befriedigende Ge- Angeboten (Catering und Großkun-
augenscheinlich mit den Umstän- schäftslage. denbelieferung), konnten mit der
den der Coronapandemie arran- Nachfragesteigerung im Theken-
giert. So lässt sich auch die Beur- Bei den Umsätzen zeigt sich aller- verkauf die Einbrüche im Außer-
teilung der Geschäftslage durch die dings eine etwas andere Situation. Haus-Verkauf kompensieren. Un-
Betriebe erklären. Verglichen mit Trotz der gefühlt guten Konjunktur ternehmen mit reinem Ladenver-
einer Herbstumfrage unter Normal- melden zwei Drittel der Bäckereien kauf verzeichnen ein Umsatzplus,
bedingungen fällt die Beurteilung und ein Drittel der Fleischereien Unternehmen, die sich ausschließ-
der Konjunkturlage in der aktuellen einen Umsatzrückgang. Bei den lich auf Catering und Belieferung
Umfrage recht günstig aus. Sahen Konditoreien berichten die Befrag- der Gastronomie spezialisiert ha-
sich im Vorjahr 20 Prozent in einer ten zu je einem Viertel von einem ben, leiden unter Folgen der
schlechten wirtschaftlichen Situati- gestiegenen bzw. einem gefallenen Corona-Krise. Pessimistisch fällt
on, sind es in diesem Jahr nur et- Umsatz. Die Hälfte der Fleischerei- der Blick auf das nächste halbe
was mehr als 10 Prozent der be- en weist einen Umsatzzuwachs, ein Jahr aus. Über ein Fünftel der Be-
fragten Unternehmen. Drittel einen Umsatzrückgang aus. fragten erwartet eine Verschlechte-
Die unterschiedliche Entwicklung rung der Konjunkturlage.
Bei den Konditoreien fällt die Beur- lässt sich mit der Ausrichtung der
teilung der Konjunktur durchweg Betriebe erklären. Unternehmen mit
positiv aus. Alle Befragten melde- Ladenverkauf und Außer-Haus-
Lebensmittelgewerbe im Herbst 2020
Lebensmittelgewerbe Herbst 2020 Frühjahr 2020 Herbst 2019
gut 26,3 50,0 13,3
Geschäftslage befriedigend 63,2 41,7 66,7
schlecht 10,5 8,3 20,0
gestiegen 5,3 8,3 6,7
Beschäftigte gleichgeblieben 63,2 66,7 80,0
gesunken 31,6 25,0 13,3
gestiegen 31,6 41,7 53,3
Preise gleichgeblieben 68,4 58,3 46,7
gesunken 0,0 0,0 0,0
gestiegen 31,6 46,1 26,7
Umsatz gleichgeblieben 21,0 38,5 33,3
gesunken 47,4 15,4 40,0
verbessern 26,3 7,7 26,7
Erwartungen gleichbleiben 52,6 84,6 66,6
verschlechtern 21,1 7,7 6,7
Geschäftslage 26,3 63,2 10,5
Beschäftigte 5,3 63,2 31,6 gut / gestiegen / verbessern
Preise 31,6 68,4 0,0 befriedigend / gleichgeblieben / gleichbleiben
Umsatz 31,6 21,0 47,4 schlecht /gesunken / verschlechtern
Erwartungen 26,3 52,6 21,1
8Gesundheitsgewerbe:
Massive Umsatzeinbußen in allen Ge-
sundheitshandwerken
Während des Corona Shutdowns Krise tatsächlich sind, lässt sich an Die Beschäftigtenzahl im Gesund-
gab es im Kammerbezirk seitens den eingebrochenen Umsätzen heitshandwerk ist trotz der einge-
der Gebietskörperschaften zu- erkennen. Knapp 70 Prozent der trübten Konjunktur stabil.
nächst unterschiedliche Auffassun- befragten Unternehmen melden
gen darüber, wie die Ladenlokale gesunkene Umsatzzahlen. Hiervon Die Entwicklung in den nächsten
der Gesundheitshandwerke einzu- sind alle Gesundheitshandwerke sechs Monaten wird seitens der
ordnen sind. Letztlich konnten die nahezu gleich betroffen. Betriebe verhalten eingeschätzt.
Ladenlokale geöffnet bleiben und Nur etwa ein Viertel rechnet mit
unter den vorgegebenen Hygiene- Entsprechend dieser Situation ha- einem konjunkturellen Aufschwung,
bestimmungen Dienstleistungen ben sich im letzten Halbjahr auch knapp 14 Prozent gehen von einer
erbracht werden. Dennoch ist die die Auftragsbestände entwickelt. 63 Verschlechterung ihrer Geschäfts-
Stimmungslage divergent. Knapp Prozent der Unternehmen melden lage aus. Fast 70 Prozent wollen an
ein Viertel der befragten Unterneh- gesunkene Auftragsbestände. Das der derzeitigen Beschäftigtenzahl
men beurteilt seine wirtschaftliche Gesundheitshandwerk erbringt sei- festhalten. 18,4 Prozent planen ihre
Lage als schlecht, etwas mehr be- ne Dienstleistung i. d. R. direkt am Personalstamm zu erweitern. Mit
urteilen sie als gut. Kunden. Die Corona-bedingte Zu- gleichbleibenden oder leicht stei-
rückhaltung spiegelt sich in einer genden Umsätzen rechnen knapp
Wie betroffen auch die Gesund- spürbar rückläufigen Nachfrage 85 Prozent der Unternehmen.
heitshandwerke von der Corona- wider.
Gesundheitsgewerbe im Herbst 2020
Gesundheitsgewerbe Herbst 2020 Frühjahr 2020 Herbst 2019
gut 27,0 33,3 48,5
Geschäftslage befriedigend 48,7 46,7 45,5
schlecht 24,3 20,0 6,0
gestiegen 13,2 6,7 6,7
Beschäftigte gleichgeblieben 71,0 73,3 80,0
gesunken 15,8 20,0 13,3
gestiegen 13,2 20,0 15,6
Preise gleichgeblieben 78,9 60,0 75,0
gesunken 7,9 20,0 9,4
gestiegen 7,9 26,7 36,4
Umsatz gleichgeblieben 23,7 60,0 48,5
gesunken 68,4 13,3 15,1
verbessern 27,0 26,7 24,3
Erwartungen gleichbleiben 59,5 46,6 72,7
verschlechtern 13,5 26,7 3,0
Geschäftslage 27,0 48,7 24,3
Beschäftigte 13,2 71,0 15,8 gut / gestiegen / verbessern
Preise 13,2 78,9 7,9 befriedigend / gleichgeblieben / gleichbleiben
Umsatz 7,9 23,7 68,4 schlecht /gesunken / verschlechtern
Erwartungen 27,0 59,5 13,5
9Handwerke für den privaten Bedarf:
Stationäre Betriebe von Shutdown m
hart getroffen
Bei den Handwerken für den priva- einer schlechten Geschäftslage. hier noch massiv nieder. Die Ent-
ten Bedarf handelt es sich nahezu Auch Schuhmacherbetriebe, Fri- wicklung des Auftragsbestandes
ausschließlich um Handwerke mit seur- und Kosmetiksalons zählen korrespondiert mit der Umsatzent-
Ladenlokal bzw. Handwerke mit zu den stark von der Corona-Krise wicklung.
unmittelbarem Kundenkontakt, die betroffenen Handwerken. Mehr als
während des Shutdowns ihr La- die Hälfte der Schuhmacher, knapp Auch die Erwartungen für die
denlokal vorübergehend schließen 38 Prozent der Friseurbetriebe und nächsten sechs Monate sind im
mussten und bis heute nur unter 31 Prozent der Kosmetikstudios Handwerk für den privaten Bedarf
den einschränkenden Hygienevor- melden eine schlechte Konjunktu- deutlich gedämpft. Das spiegelt
schriften arbeiten können. Insofern relle Lage. sich im Lagesaldo (- 4 Prozent-
ist verständlich, dass fast die Hälfte punkte), im Umsatzsaldo (- 12 Pro-
der befragten Unternehmen (gut 44 Eine gesunkene Beschäftigtenzahl zentpunkte) und im Nachfragesaldo
Prozent) eine schlechte Geschäfts- melden mehr als 30 Prozent der (-10 Prozentpunkte) nieder. Die
lage meldet. befragten Unternehmen. Konnte die Beschäftigtenzahl scheint sich in
Mehrzahl der Betriebe das Preisni- den nächsten Monaten wieder et-
Als die Verlierer unter den Hand- veau halten oder leicht steigern, ist was zu stabilisieren. Nur noch 12
werken des privaten Bedarfs müs- der Umsatz bei nahezu drei Vierteln Prozent der befragten Betriebe
sen die Fotografen eingestuft wer- eingebrochen. Die Zeiten des rechnen mit einem Personalabbau.
den. Über 70 Prozent sehen sich in Shutdowns im April schlagen sich
Handwerk für den privaten Bedarf im Herbst 2020
Handwerk für den privaten Bedarf Herbst 2020 Frühjahr 2020 Herbst 2019
gut 11,2 39,6 43,7
Geschäftslage befriedigend 44,4 33,3 41,3
schlecht 44,4 27,1 15,0
gestiegen 4,4 10,9 20,0
Beschäftigte gleichgeblieben 64,1 73,9 70,7
gesunken 31,5 15,2 9,3
gestiegen 25,8 31,1 42,1
Preise gleichgeblieben 64,5 62,2 56,6
gesunken 9,7 6,7 1,3
gestiegen 6,2 28,3 36,7
Umsatz gleichgeblieben 19,8 2,1 43,0
gesunken 74,0 19,6 20,3
verbessern 20,2 34,0 41,0
Erwartungen gleichbleiben 55,3 53,2 48,7
verschlechtern 24,5 12,8 10,3
Geschäftslage 11,2 44,4 44,4
Beschäftigte 4,4 64,1 31,5 gut / gestiegen / verbessern
Preise 25,8 64,5 9,7 befriedigend / gleichgeblieben / gleichbleiben
Umsatz 6,2 19,8 74,0 schlecht /gesunken / verschlechtern
Erwartungen 20,2 55,3 24,5
10Regionen:
Geschäftslage, Beschäftigte und
Zukunftserwartungen im Überblick
Handwerk in der Region im Herbst 2020
Stadt Bonn
Geschäftslage 37,3 52,2 10,5
Beschäftigte 11,0 64,0 25,0
Erwartungen 28,4 58,2 13,4
Stadt Köln
Geschäftslage 42,3 38,3 19,4
Beschäftigte 19,0 63,7 17,3
Erwartungen 19,7 57,4 22,9
Stadt Leverkusen
Geschäftslage 57,1 25,7 17,2
Beschäftigte 22,2 66,7 11,1
Erwartungen 19,4 69,4 11,2
Oberbergischer Kreis
Geschäftslage 45,9 42,1 12,0
Beschäftigte 20,0 61,0 19,0
Erwartungen 15,4 61,5 23,1
Rhein-Erft-Kreis
Geschäftslage 44,8 32,4 22,8
Beschäftigte 8,9 64,4 26,7
Erwartungen 17,3 63,5 19,2
Rheinisch-Bergischer Kreis
Geschäftslage 57,1 28,6 14,3
Beschäftigte 22,9 63,8 13,3
Erwartungen 25,0 58,7 16,3
Rhein-Sieg-Kreis
Geschäftslage 48,2 39,6 12,2
Beschäftigte 16,8 63,3 19,9
Erwartungen 14,8 66,1 19,1
gut / gestiegen / verbessern
befriedigend / gleichgeblieben / gleichbleiben
schlecht /gesunken / verschlechtern
11Impressum:
Herausgeber:
Handwerkskammer zu
Köln
Geschäftsbereich HGF
Heumarkt 12
50667 Köln
Köln, Oktober 2020
Web: www.hwk-koeln.de
Gestaltung:
Helmut Kaczmarek
E‐Mail: infos@mdk‐koeln.de
Web: www.mdk‐koeln.de
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