2019 PSYCHOTHERAPIE - ZWISCHEN HERZENS - ANGELEGENHEIT UND CASE-MANAGEMENT 27. Mai -1. Juni 2019

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2019 PSYCHOTHERAPIE - ZWISCHEN HERZENS - ANGELEGENHEIT UND CASE-MANAGEMENT 27. Mai -1. Juni 2019
Langeooger Fortbildungswochen

2019

48. Psychotherapiewoche

PSYCHOTHERAPIE
– ZWISCHEN
HERZENS­-
ANGELEGENHEIT
UND CASE-
MANAGEMENT
27. Mai –1. Juni 2019

                                www.aekn.de
48. Langeooger Psychotherapiewoche

              27. Mai bis 1. Juni 2019

                       Veranstalter
                Ärztekammer Niedersachsen
                       - Fortbildung -
                 Karl-Wiechert-Allee 18-22
                      30625 Hannover

               Organisatorische Leitung
                          Barış Oral
                  Telefon: 0511/380-2496
                  Telefax: 0511/380-2499
                E-Mail: fortbildung@aekn.de

              Wissenschaftliche Leitung
           Prof. Dr. med. Anette Kersting (Leipzig)

              Wissenschaftlicher Beirat
           Prof. Dr. med. Anette Kersting (Leipzig)
              Dr. Dipl. Psych. Elke Daudert (Kiel)
       Prof. Dr. med. Dr. phil. Astrid Müller (Hannover)
Übersicht der Preise .................................................................................................................................5

       Hinweise zur Anmeldung ..........................................................................................................................6

       Vorwort .....................................................................................................................................................7

       „Psychotherapie - Zwischen Herzensangelegenheit und Case-Management“ ........................................9

       Begrüßung / Eröffnung der 48. Langeooger Psychotherapiewoche ........................................................9

       Eröffnungsvortrag: Psychotherapie zwischen Empathie und Evidenzbasierung .....................................9

       Abendvortrag mit Frau Dr. Eva-Maria Fahmüller .................................................................................. 10

       Resilienz ................................................................................................................................................ 11

       Transparenz und Teilhabe als fördernde Elemente .............................................................................. 11

       P a r t y .................................................................................................................................................. 12

       E-Mental Health ..................................................................................................................................... 12

       Arbeitsplatzbezogen Störungen ............................................................................................................ 13

       Nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten im Kindes- und Jugendalter ......................................... 13

       Psychotherapie mit Migranten und Geflüchteten .................................................................................. 14

       Posttraumatisches Wachstum ............................................................................................................... 15

       Psychosomatik - Quo vadis? ................................................................................................................. 15

       Fall aus der Praxis: Zeitgemäße Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie - (m)eine
       Herzensangelegenheit .......................................................................................................................... 16

       Klimawandel - psychische und physische Folgen ................................................................................. 17

       Verabschiedung und Ausblick auf Langeoog 2020 ............................................................................... 17

       Mittagsseminare .................................................................................................................................. 18

       D01 - Diskussion in Kleingruppe ........................................................................................................... 18

       M01 - TaKeTiNa - Präsenz und Chaos - Toleranz in komplexen Situationen entwickeln .................... 19

       M02 - „Bringen Sie Ihren inneren Kritiker zum Lachen“ Psychohygiene und Burnout-Prävention
       der besonderen Art ................................................................................................................................ 20

       M03 - Achtsamkeit und (Selbst-) Mitgefühl: Die Anstrengung loslassen - Leid und schwierige
       Gefühle mit Achtsamkeit umarmen ....................................................................................................... 22

       M04 - Keine Angst vor körperlichen Erkrankungen in der Psychotherapie! Therapeutische Ideen
       und Konzepte für den Umgang und die Integration körperlicher Erkrankungen in die (ambulante)
       Psychotherapie am Beispiel des Diabetes mellitus............................................................................... 23

                                                                                     2
Stand: 12.04.2019
M05 - Hängematte statt Hamsterrad - Psychotherapie bei chronischem beruflichem Stress .............. 24

       M06 - Arbeitsplatz-fokussierte Psychotherapie: Ein integratives Modul zur Rückkehr ins
       Erwerbsleben......................................................................................................................................... 26

       M07 - Einführung in die Metakognitive Therapie bei Angststörungen und Depression ........................ 27

       M08 - „Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare“ (Christian Morgenstern) ..................... 29

       M09 - Internet- und Computerspielabhängigkeit - Diagnostik, Therapie und Prävention ..................... 30

       M10 - Ist Beziehung lernbar? Das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy
       (CBSAP) für chronische Depressionen mit frühem Beginn .................................................................. 31

       M11 - Die Begegnung in der Psychotherapie als Herzensangelegenheit: wie mit psychodramatischen
       Inszenierungen die therapeutische Beziehung belebt und entlastet werden kann ............................... 32

       M12 - Ressourcenbasierte therapeutische Beziehungsgestaltung bei Patienten mit
       traumabedingten Persönlichkeitsstörungen .......................................................................................... 33

       M13 - Schematherapie .......................................................................................................................... 34

       M15 - Krise und Suizidalität ................................................................................................................... 35

       Nachmittagsseminare ......................................................................................................................... 36

       N01 - Individualisierte Psychotherapie .................................................................................................. 36

       N02 - Workshop EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) – ein Überblick ........... 37

       N03 - Neue körperliche Selbsterfahrung durch Selbstverteidigung im Aktiv-Wach-Hypnoid auch
       für Seniorinnen und Senioren ................................................................................................................ 38

       N04 - „Ich hab`s doch im Bauch, nicht im Kopf“ - AWMF-Leitlinie und Einführung in die PISO-
       Intervention: eine niedrigschwellige psychodynamische Kurzzeit-Psychotherapie für Patienten
       mit somatoformen Störungen ................................................................................................................ 39

       N05 - Was geschieht mit dem Körper unter extremem Stress, Trauma, Schock und Erstarrung?
       Einführung in die „Tension & Trauma-Release-Exercises (TRE)“ nach David Berceli ......................... 40

       N06 - Krise, Konflikt und Katathym Imaginative Psychotherapie (KIP)................................................. 41

       N08 - „Am Du werden wir erst zum Ich“ (M. Buber) - Zur Bedeutung der Begegnung in der
       Behandlung von Menschen mit strukturellen Störungen ...................................................................... 42

       N11 - Binge-Eating-Disorder und Adipositas ........................................................................................ 43

       N12 - Diagnostik und Therapie von Krebskranken ............................................................................... 44

       N13 - Handlungsorientierte Übungen zu Selbstsicherheit und Durchsetzungsfähigkeit - Das Spiel mit
       dem Statuswechsel aus dem Improvisationstheater ............................................................................. 45

       N14 - Die Arbeit mit Träumen in der Verhaltenstherapie ...................................................................... 47

       N15 - Depressive Patienten verstehen ................................................................................................. 48

                                                                                 3
Stand: 12.04.2019
Sportprogramm SP01 - SP03 ............................................................................................................. 49

       SP01 - Fit in den Morgen ...................................................................................................................... 49

       SP02 - Yoga zum Kennenlernen ........................................................................................................... 50

       SP03 – Nordic Walking und Walking .................................................................................................... 50

                                                                               4
Stand: 12.04.2019
Übersicht der Preise

        Vorträge    300,00 €

       Der Preis für die Vorträge enthält die Fährkarte Bensersiel-Langeoog-Bensersiel und
       einen Gepäckgutschein für die Beförderung Ihres Gepäcks vom Anleger in Benser-
       siel zu Ihrer Unterkunft und zurück. Im Preis ist auch eine Aufzeichnung der Vorträge
       auf DVD enthalten.

       Diskussionsgruppe

        D01          40,00 €

       Mittagsseminare:                              Nachmittagsseminare:

        M01         300,00 €                          N01          150,00 €
        M02         300,00 €                          N02          200,00 €
        M03         300,00 €                          N03          200,00 €
        M04         200,00 €                          N04          200,00 €
        M05         300,00 €                          N05          200,00 €
        M06         200,00 €                          N06          200,00 €
        M07         200,00 €                          N08          200,00 €
        M08         200,00 €                          N11          200,00 €
        M09         200,00 €                          N12          200,00 €
        M10         200,00 €                          N13          300,00 €
        M11         200,00 €                          N14          200,00 €
        M12         200,00 €                          N15          200,00 €
        M13         200,00 €
        M15         200,00 €

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Stand: 12.04.2019
Hinweise zur Anmeldung

       Die Buchung eines Seminares ist nur in Verbindung mit der Buchung der
       Vorträge möglich. Sie zahlen die Vorträge (300,00 €) + jeweils den
       Seminarpreis. Eine Anmeldung ausschließlich zu den Vorträgen ist ebenfalls
       möglich.

       Bitte geben Sie bei Ihrer Buchung alternative Seminarwünsche an. Wir versichern,
       dass wir Ihre Wünsche entsprechend der von Ihnen angegebenen Reihenfolge be-
       rücksichtigen werden, sofern freie Plätze vorhanden sind.

       Für Umbuchungen jeglicher Art erheben wir ab dem 15.04.2019 eine zusätzliche
       Bearbeitungsgebühr in Höhe von 50,00 Euro (zzgl. der entsprechenden Kongress-
       gebühren) bis zum Ablauf des ersten Seminartages. Ab dem 2. Seminartag sind
       keine Umbuchungen, keine Neubuchungen und/oder zusätzliche Buchungen mehr
       möglich.

       Der Anmeldeschluss ist der 03. Mai 2019. Nach diesem Tag sind Anmeldungen nur
       noch vor Ort auf Langeoog möglich. Ein freier Seminarplatz kann nicht garantiert
       werden. Eventuell entstehende Zusatzkosten z.B. für den Kauf einer Langeoog-Card
       und eines Gepäckgutscheins, werden nicht übernommen.

       Die Angabe der Fortbildungspunkte finden Sie bei den jeweiligen Seminaren.

       Wir möchten darauf hinweisen, dass für den Inhalt der Abstracts der Referent / die
       Referentin zuständig ist.

       Haustiere

       Bitte haben Sie Verständnis, dass die Mitnahme von Haustieren, in allen Seminar-
       räumen und im Vortragssaal im Haus der Insel, nicht gestattet ist.

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Stand: 12.04.2019
Vorwort

       Liebe Kolleginnen und Kollegen,

       Psychotherapie – zwischen Herzensangelegenheit und Case-Management,

       dieses Thema ist uns auf der Langeooger Psychotherapiewoche eine Herzensange-
       legenheit.

       Wie in allen wesentlichen Beziehungen ist auch in der Psychotherapie eine Passung
       der Beteiligten – also von Patient und Behandler – bedeutsam. Die Empathiebega-
       bung des Behandlers ist ebenso von Bedeutung wie seine Fähigkeit, eine differenzi-
       elle Therapieindikation zusammen mit dem Patienten zu erarbeiten. Im Eröffnungs-
       vortrag beschäftigt sich Herr Prof. Dr. med. Dr. theol. Gereon Heuft (Münster) mit der
       Psychotherapie zwischen Empathie und Evidenzbasierung.

       Wie lassen sich technikgestützte Interventionen sinnvoll in psychotherapeutischen
       Behandlungen einsetzen? Und wie lassen sie sich mit konventionellen psychothera-
       peutischen Angeboten kombinieren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Frau PD Dr.
       Stephanie Bauer. (Heidelberg) im Rahmen ihres Vortrags über E-Mental Health.

       Um Faktoren und Mechanismen, die zum Erhalt der psychischen Gesundheit beitra-
       gen, und deren Bedeutung für die Psychotherapie geht es im Vortrag von Prof. Dr.
       Thomas Kubiak (Mainz) zum Thema Resilienz.

       Arbeitsplatzbezogene psychische Störungen sind bisher ein eher randständiges
       Thema in der Psychotherapie. Einen Überblick über diesen Bereich gibt Prof. Dr.
       med. Kai G. Kahl (Hannover).

       Internationale Studien zeigen, dass erlebte Traumata neben der hiermit verbundenen
       Schädigung auch posttraumatische Wachstumsprozesse einleiten können. „Post-
       traumatic growth“ steht im Focus des Vortrags von Herrn Prof. Dr. phil. Dr. med.
       Andreas Maercker (Zürich).

       Einen Blick in die Zukunft der Psychosomatik und Psychotherapie wirft Herr Prof. Dr.
       med. Johannes Kruse (Gießen/Marburg) mit seinem Vortrag „Psychosomatik – Quo
       vadis?“.

       Im Rahmen einer Kasuistik, dem Fall aus der Praxis, stellt Frau Dr. phil. Dipl.-Psych.
       Annegret Boll-Klatt (Hamburg) eine zeitgemäße tiefenpsychologisch fundierte psy-
       chotherapeutische Behandlung dar.

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Stand: 12.04.2019
Auch in diesem Jahr widmen sich weitere Hauptvorträge anderen bedeutsamen
       Themen in der Psychotherapie:

       Hierzu gehört die Psychotherapie mit Migranten und Geflüchteten. Kulturelle Aspek-
       te, aber auch spezifische Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene in der
       kulturellen Begegnung sind im Vortrag von Frau Prof. Dr. (TR) Yesim Erim (Erlangen)
       von Bedeutung.

       Transparenz in der Psychotherapie, auch am Beispiel der Einsicht in die Krankenak-
       ten, ist das Thema von Herrn Dr. med. Karl-Albrecht Dreyer (Ulm).

       Einen Blick in unsere Nachbardisziplin Kinder- und Jugendpsychotherapie werfen wir
       mit dem Vortrag von Herrn Prof. Dr. med. Michael Kaess (Heidelberg), der sich mit
       nicht-suizidalem selbstverletzendem Verhalten im Kindes- und Jugendalter beschäf-
       tigt.

       Und noch weiter über den Tellerrand schauen wir mit dem Vortrag von Frau Dr. phil.
       Dipl.-Psych. Maxie Bunz (Berlin), die sich mit den psychischen und physischen Fol-
       gen des Klimawandels beschäftigt.

       Ein Abendvortrag von Frau Dr. Eva-Maria Fahmüller (Berlin) fokussiert einsame
       Kämpfer und gefeierte Helden am Beispiel von Kinofilmen über psychische Störun-
       gen in Deutschland und in den USA.

       Wie auch in den vergangen Jahren haben Sie die Möglichkeit eine fortlaufende Vor-
       lesung zum Thema „Individualisierte Psychotherapie“ von Herrn Prof. Dr. med. Martin
       Sack (München) zu hören. Darüber hinaus können Sie unter einer Vielzahl von Se-
       minaren zu weiteren psychotherapeutischen Themen wählen.

       Auch in diesem Jahr möchte ich es nicht versäumen, dem Team der Ärztekammer
       Niedersachsen für die flexible, kreative und geduldige Organisation dieser
       48. Psychotherapiewoche zu danken.

       Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre des Programms, ganz besonders aber
       eine interessante Tagung mit vielen neuen Erkenntnissen und Impulsen für Ihre
       tägliche Arbeit.

       Herzliche Grüße und bis bald auf Langeoog,

       Ihre
       Prof. Dr. med. Anette Kersting
       Leiterin des Wissenschaftlichen Beirates

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Stand: 12.04.2019
Vorträge zum Tagungsthema:

       „Psychotherapie - Zwischen Herzensangelegenheit und Case-
       Management“
       Montag, 27.05., bis Samstag, 01.06.2019, jeweils 09.00 - 11.40 Uhr
       (Ende Samstag 11.00 Uhr)                                                    18 P.

       Teilnehmerzahl:    600
       Preis:             300,00 Euro
                          inkl. Fährkarte, Gepäckgutschein und DVD

       Veranstaltungsort für alle Vorträge: Haus der Insel, Vortragssaal, Kurstr. 1

       Begrüßung / Eröffnung der 48. Langeooger Psychotherapiewoche
       Montag, 27.05.2019, 09.00 Uhr

       Direkt im Anschluss

       Eröffnungsvortrag: Psychotherapie zwischen Empathie und
       Evidenzbasierung
       mit Diskussion

       Alle drei Ebenen der ärztlichen Psychotherapie (psychosomatische Grundversor-
       gung; fachgebundene Psychotherapie; fachärztliche Psychotherapie) und die psy-
       chologische Richtlinien-Psychotherapie gründen in erster Linie auf der „Passung“ von
       Patient und Behandler. Wie in Liebesbeziehungen hat diese Passung vermutlich
       einen „unanalysierbaren Kern“. Darüber hinaus hängt ein erheblicher Teil des Be-
       handlungserfolges an der Empathiebegabung des Behandlers der – psychodyna-
       misch formuliert – einen kompetenten Umgang mit seiner Gegenübertragung umzu-
       gehen gelernt hat. Bei aller Empathie und allem emotionalen Engagement gilt es
       jedoch zugleich, „den Kopf einzuschalten“: neben der syndromalen Diagnostik ist
       eine sorgfältige, verfahrensspezifische Diagnostik unabdingbar. Nur so kann eine
       differenzielle Therapieindikation zusammen mit dem Patienten erarbeitet werden, die
       vor Vorwürfen professioneller Inkompetenz oder gar Grenzverletzungen schützt. –

       Dieses Spannungsfeld wird mit Hilfe von Beispielen aus der Arbeit des Wissenschaft-
       lichen Beirates Psychotherapie (Bundesärztekammer / Bundespsychotherapeuten-
       kammer) ausgeleuchtet.

                                                  9
Stand: 12.04.2019
Angaben zum Referenten:
                  Heuft, Univ.-Prof. Dr. med. Dr. theol. Gereon
                    Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Universitätsklinikum Münster,
                    Domagkstr. 22, 48149 Münster
                    Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Facharzt für Neurologie
                    und Psychiatrie, - Psychoanalyse – Klinische Geriatrie. Direktor der Klinik für
                    Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Münster, verbunden mit
                    dem Lehrstuhl für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der
                    Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Arbeitsschwerpunkte sind die
                    Gerontopsychosomatik und Alterspsychotherapie, Psychotraumatologie und das
                    Psych-Entgeltsystem in Deutschland. E-Mail: heuftge@ukmuenster.de

       Abendvortrag mit Frau Dr. Eva-Maria Fahmüller
       Montag, 27.05.2019, 20.00 Uhr im Haus der Insel, Vortragssaal

       Einsame Kämpfer, gefeierte Helden - Kinofilme über psychische Störungen in
       Deutschland und den USA
       Große amerikanische Kinofilme über Hauptfiguren mit psychischen Störungen wie
       A BEAUTIFUL MIND, SILVER LININGS oder BLACK SWAN weisen in wesentlichen
       Punkten eine völlig andere Dramaturgie auf als deutsche Filme wie DAS WEISSE
       RAUSCHEN oder DAS FREMDE IN MIR. Der Vortrag beschreibt die Unterschiede
       insbesondere in Bezug auf die Empathiemöglichkeiten des Zuschauers, den Span-
       nungsbogen, die Entwicklung der Hauptfigur sowie Genre und Stil. Er erläutert, inwie-
       fern damit jeweils eine andere Erzählhaltung und Aussage transportiert wird. Vor
       allem aber geht es darum, welche emotionale Wirkung die jeweiligen Filme auf den
       Zuschauer haben und welches Bild von psychischen Störungen sie dadurch vermit-
       teln.

       Angaben zur Referentin:
                   Fahmüller, Dr. Eva-Maria
                    Master School Drehbuch e.K., Wartenburgstr. 1B, 10963 Berlin
                    Studierte Germanistik und Philosophie. Seit 2000 freie Dramaturgin. Seit 2006 als
                    Dozentin tätig. Zeitgemäße dramaturgische Themen erforscht sie in Vorträgen,
                    Veranstaltungen und Essays.

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Stand: 12.04.2019
Resilienz
       Dienstag, 28.05.2019, 09.00 - 09.50 Uhr
       mit anschließender 20-minütiger Diskussion

       Neuere Ansätze der Resilienzforschung fokussieren auf eine prozessorientierte Per-
       spektive (Kalisch, Tüscher & Müller, 2015): Wie lassen sich funktionale (intrapsychi-
       sche) Regulationsmechanismen, wie z.B. Strategien des reappraisals, identifizieren
       und beschreiben, die erklären können, warum manche Individuen angesichts stress-
       haften Erlebnissen und Bedingungen psychisch gesund bleiben, d.h. resilient sind,
       andere an psychischen Störungen erkranken. Im Zentrum des Beitrags stehen diese
       interindividuellen Unterschiede in der Emotions- und Stressregulation. Speziell wird
       auf die Bedeutung von Alltagsstress (daily hassles) und seine Bedeutung für Resili-
       enz sowie auf die Rolle "resilienter" Regulationsprozesse im Kontext des Gesund-
       heitsverhaltens anhand aktueller Forschungsergebnisse eingegangen.

       Angaben zum Referenten:
                  Kubiak, Prof. Dr. Thomas
                    Johannes Gutenberg-Universität Mainz, FB 02, Psychologisches Institut, Abteilung
                    Gesundheitspsychologie, Binger Str. 14-16, 55122 Mainz
                    Professor für Gesundheitspsychologie. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen
                    die Verhaltensmedizin von Stoffwechselerkrankungen, speziell des Diabetes mellitus,
                    altersmedizinische Fragestellungen (healthy ageing), und die alltagsnahe Erfassung
                    von psychischen und behavioralen Prozessen – speziell der Emotionsregulation -
                    mittels ambulantem Monitoring und Ecological Momentary Assessment. Derzeit
                    werden in Projekten u.a. in Kooperation mit dem Deutschen Resilienz Zentrum
                    Forschungsprojekte    zu     den   Wechselwirkungen     von      Alltagsstress und
                    Ernährungsverhalten durchgeführt. E-Mail: kubiak@uni-mainz.de

       Transparenz und Teilhabe als fördernde Elemente
       Dienstag, 28.05.2019, 10.30 - 11.20 Uhr
       mit anschließender 20-minütiger Diskussion

       Ausgehend von den zwei differierenden Behandlungsmodellen der Psychoanalyse,
       Freuds Versagungsmodell versus Ferenczis Modell der Beziehungssuche, wird im
       Vortrag ein Weg entwickelt, Transparenz und Teilhabe als fördernde Elemente des
       analytisch-therapeutischen Prozesses zu nutzen: ausgehend von überraschenden
       Gegenübertragungsmomenten, die Ausdruck einer introjektiven Identifizierung des
       Therapeuten mit seinem Patienten sein können, wird der Nutzen transparenten Aus-
       tauschs über diese besonderen Momente aber auch darüber hinaus beschrieben.
       Der Gewinn für die Behandlung, der aus diesem Vorgehen erwächst, zeigt sich nicht
       nur atmosphärisch sondern auch inhaltlich: der Patient erlebt, dass er den therapeu-
       tischen Prozess selbst mitgestaltet und an ihm teilhat. An einem klinischen Beispiel
       wird das Vorgehen illustriert: es wird gezeigt, wie die aktive Wiederholung des neuro-
       tisch-traumatischen Geschehens einen Weg zur Heilung enthält, der durch

                                                    11
Stand: 12.04.2019
Transparenz und Teilhabe im Dialog gefördert wird. Abschließend werden mögliche,
       vielleicht notwendige Veränderungen unserer analytisch-therapeutischen Technik
       diskutiert.

       Angaben zum Referenten:
                    Dreyer, Dr. med. Karl-Albrecht
                       St.-Leonhard-Str.7, 89077 Ulm. Niedergelassen in eigener Praxis. Psychiater,
                       Psychosomatiker und Psychoanalytiker (DPV/IPA, DGPT). Lehranalytiker und
                       Supervisor. Der Schwerpunkt seiner Veröffentlichungen liegt im Bereich der
                       Mikrointeraktion des psychoanalytischen Prozesses und Aspekten der niederen
                       Frequenz. Buchveröffentlichungen. E-Mail: dreyer.ka@t-online.de

       Party
       Dienstag, 28.05.2019
       Nähere Informationen geben wir zeitnah bekannt.

       E-Mental Health
       Mittwoch, 29.05.2019, 09.00 - 09.50 Uhr
       mit anschließender 20-minütiger Diskussion

       Im Privat- und Berufsleben können sich die meisten Menschen Informations- und
       Kommunikationsmittel wie Smartphone, Internet, E-Mail, SMS und Apps nicht mehr
       wegdenken. Aber wie sieht es in der psychosozialen und psychotherapeutischen
       Versorgung aus? Wie lassen sich technikgestützte Interventionen sinnvoll in der
       Prävention und Behandlung psychischer Erkrankungen einsetzen? Und (wie) lassen
       sie sich mit konventionellen therapeutischen Angeboten kombinieren? Mit diesen
       Fragen beschäftigt sich das Forschungsfeld E-Mental Health. Der Vortrag gibt einen
       Überblick über unterschiedliche Interventionen und verschiedene Anwendungsfelder
       (Prävention, Therapievorbereitung, ambulante/stationäre Behandlung, Nachsorge)
       sowie über den aktuellen Forschungsstand in Hinblick auf die Akzeptanz und Wirk-
       samkeit dieser innovativen Angebote. Chancen, Herausforderungen und Grenzen
       von E-Mental Health im deutschen Versorgungssystem werden kritisch diskutiert.

       Angaben zur Referentin:
                   Bauer, PD Dr. Stephanie
                    Forschungsstelle für Psychotherapie, Universitätsklinikum Heidelberg, Bergheimerstr.
                    54, 69115 Heidelberg. Diplom in Psychologie. Seit 2014 Leiterin der Forschungsstelle
                    für     Psychotherapie.      Forschungsschwerpunkte:       Psychotherapie-      und
                    Versorgungsforschung, Entwicklung und Evaluation technikgestützter Interventionen
                    („E-Mental Health“), Essstörungsforschung.
                    Email: stephanie.bauer@med.uni-heidelberg.de

                                                    12
Stand: 12.04.2019
Arbeitsplatzbezogen Störungen
       Mittwoch, 29.05.2019, 10.30 - 11.20 Uhr
       mit anschließender 20-minütiger Diskussion

       Macht Arbeit glücklich oder unglücklich? Wie kann Psychotherapie helfen, eine
       Rückkehr an den Arbeitsplatz zu unterstützen? Und … kann man eigentlich arbeiten,
       auch wenn man psychisch noch erkrankt ist? Klar ist: die Situation am Arbeitsplatz
       kann ein problematischer Stressor sein, der zum Entstehen und Aufrechterhalten
       psychische Erkrankungen beiträgt. Aber: Arbeit ist auch ein wichtiger Faktor für
       psychische Gesundheit, im Idealfall sogar sinnstiftend.
       Vor diesem Hintergrund werden aktuelle Daten zu Arbeitsplatz-assoziierten Stresso-
       ren vorgestellt, und der Beitrag aufgezeigt, den Psychotherapie bei deren Überwin-
       dung leisten kann.

       Literaturempfehlung:
       Kahl KG, Winter L (Hrsg.) (2017). Arbeitsplatzbezogene Psychotherapie: Intervention, Prävention,
       Rehabilitation. Stuttgart: Kohlhammer Verlag.

       Angaben zum Referenten:
                  Kahl, Prof. Dr. med. Kai G.
                      Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, Medizinische Hochschule
                      Hannover, Carl-Neuberg Str. 1, 30625 Hannover
                      Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychosomatische Medizin
                      und Psychotherapie. Zertifizierter Supervisor für Psychotherapie. Spezialisiert in
                      Kognitiv-Behavioraler Therapie, Dialektisch-Behavioraler Therapie und Metakognitiver
                      Therapie. Geschäftsführender Oberarzt. Ärztlicher Leiter des Ausbildungszentrums für
                      Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin (AVVM) der Medizinischen Hochschule
                      Hannover

       Nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten im Kindes- und
       Jugendalter
       Donnerstag, 30.05.2019, 09.00 - 09.50 Uhr
       mit anschließender 20-minütiger Diskussion

       Nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten (NSSV) beginnt in der Regel in der
       frühen Adoleszenz und ist heute im Jugendalter ein sehr häufiges Phänomen mit
       einer geschätzten Prävalenz um die 20%. Wenngleich nicht alle Jugendlichen mit
       NSSV von einer psychiatrischen Erkrankung betroffen sind, so zeigen empirische
       Befunde, dass NSSV ein guter Risikomarker für die Entwicklung von unterschiedli-
       chen Störungen der Affektregulation (z.B. Depressionen oder Borderline-
       Persönlichkeitsstörungen) ist und zusätzlich mit einem deutlich erhöhten Risiko für
       suizidale Handlungen im Verlauf einhergeht. Der Vortrag gibt einen fundierten Über-
       blick über den derzeitigen Forschungsstand zu Epidemiologie, Phänomenologie
       sowie Pathogenese von NSSV. Im weiteren Verlauf werden auch wissenschaftliche

                                                       13
Stand: 12.04.2019
Erkenntnisse zur psychotherapeutischen Behandlung von NSSV vorgestellt. Ein
       zusätzlicher Fokus des Vortrages ist der Stellenwert von NSSV in der Früherkennung
       und Frühbehandlung von Borderline-Persönlichkeitsstörungen.

       Angaben zum Referenten:
                            Kaess, Prof. Dr. Michael
                            Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Universitäre
                            Psychiatrische Dienste Bern (UPD), Bolligenstr. 111, Stöckli, CH-3000 Bern
                            Seit 2017 Ordinarius und Direktor der Klinik. Gründete im Jahr 2013 die Ambulanz für
                            Risikoverhalten und Selbstschädigung (AtR!Sk) und habilitierte 2015 zum Thema
                            Selbstverletzung und Borderline-Persönlichkeitsstörungen. Leiter einer großen
                            Forschungssektion in Heidelberg. Beschäftigt sich klinisch wie wissenschaftlich
                            schwerpunktmäßig mit den Themen Risikoverhalten, Selbstverletzung und Borderline-
                            Persönlichkeitsstörungen im Kindes- und Jugendalter. Er gilt auf diesem Gebiet gilt als
                            internationaler Experte und hat bereits über 100 Publikationen zum Thema

       Psychotherapie mit Migranten und Geflüchteten
       Donnerstag, 30.05.2019, 10.30 - 11.20 Uhr
       mit anschließender 20-minütiger Diskussion

       Der Vortrag zielt darauf ab, die Teilnehmer für die Besonderheiten der interkulturellen
       Begegnung zu sensibilisieren. Theorien und eigene Befunde zur psychosozialen
       Anpassung von Migranten werden zusammengefasst. Kulturelle Aspekte wie Le-
       benszyklus, Geschlechterrollen, Individualität und Bezogenheit in unterschiedlichen
       Kulturen werden referiert. Besonderes Augenmerk soll dabei den Übertragungs- und
       Gegenübertragungsphänomenen in der interkulturellen Begegnung gelten. Beson-
       derheiten der Diagnostik im interkulturellen Kontext, Einsatz von Dolmetschern wer-
       den diskutiert.
       Literaturhinweise:
       Erim Y, Hrsg. Klinische Interkulturelle Psychotherapie. Ein Lehr- und Praxisbuch. Stuttgart: Kohlhammer; 2009 . Erim, Y,
       Morawa, E (2016): Migration und psychische Gesundheit. In: Köhle K, Herzog W, Joraschky P, Kruse J, Langewitz W, Söllner
       W (ed.), Uexküll Psychosomatische Medizin. 8 te Auflage. München: Elsevier. pp. 241-250. Erim Y, Morawa E. Psychotherapy
       with Immigrants and Traumatized Refugees. Psychother Psychosom Med Psychol. 2016 Sep;66(9-10):397-409. Erim Y, Brähler
       E. Flight, Migration and Mental Health. Psychother Psychosom Med Psychol. 2016 Sep;66(9-10):347-348. Georgiadou E,
       Morawa E and Erim Y.High Manifestations of Mental Distress in Arabic Asylum Seekers Accommodated in Collective Centers
       for Refugees in Germany. Int. J. Environ. Res. Public Health 2017, 14 (6)

       Angaben zur Referentin:
                   Erim, Prof. Dr. (TR) Yesim
                            Universitätsklinikum Erlangen, Psychosomatische und Psychotherapeutische
                            Abteilung, Schwabachanlage 6, 91054 Erlangen
                            Facharztausbildung zur Psychiaterin in Istanbul und Münster, Fachärztin für
                            Psychosomatische Medizin, Psychoanalytikerin. Seit 2013 Professorin für
                            Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Leiterin der gleichnamigen
                            Abteilung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg. Wissenschaftliche
                            Schwerpunkte u.a.: Interkulturelle Psychotherapie, migrationsspezifische Angebote in
                            der psychosomatischen Versorgung, Psychosomatische Aspekte in der
                            Transplantationsmedizin, Psychoonkologie, Psychotherapie mit chronisch körperlich
                            Kranken

                                                                 14
Stand: 12.04.2019
Posttraumatisches Wachstum
       Freitag, 31.05.2019, 09.00 - 09.50 Uhr
       mit anschließender 20-minütiger Diskussion

       Viele Betroffene und Patienten berichten, dass sie erlebte Traumata nicht nur für ihr
       weiteres Leben in gewissem Sinne geschädigt hätten, sondern das diese Traumata
       unabhängig davon auch etwas in ihnen in Gang gesetzt hätten, auf dass sie nicht
       mehr verzichten wollen. Die internationale Forschung zu «Posttraumatic growth» hat
       dies für viele Gruppen von Traumabetroffenen nachweisen können: ein erhöhte
       Wertschätzung des Lebens, veränderte Prioritätensetzungen, Intensivierung der
       persönlichen Beziehungen, Bewusstwerden eigener Stärken u.a. Posttraumatisches
       Wachstum ist damit ein Teil des Resilienzphänomens. Der Vortrag wird die von uns
       untersuchten ambivalenten Seiten dieses Phänomens beschreiben, denn neben dem
       subjektiv Positivem steht es teilweise auch in Verbindung mit illusorischer Selbstbe-
       ruhigung. Zudem berichte ich von kulturvergleichenden Ergebnissen zum Posttrau-
       matischen Wachstum und davon, wie man es in angemessener Art und Weise in der
       Psychotherapie berücksichtigt.

       Angaben zum Referenten:
                  Maercker, Prof. Dr. phil. Dr. med. Andreas
                    Universität    Zürich,   Psychologisches      Institut &    2018-19     Fellow     des
                    Wissenschaftskollegs zu Berlin, Wallotstr. 19, 14193 Berlin
                    Professor und Fachrichtungsleiter für Psychopathologie und Klinische Intervention.
                    Approbierter Psychologischer Psychotherapeut, Facharzt für Psychosomatische
                    Medizin und Psychotherapie, anerkannter Supervisor.
                    Arbeitsschwerpunkte: Traumafolgestörungen,Klinische Gerontopsychologie/Gesundes
                    Altern,   Klinische    Kulturpsychologie,    Psychotherapieforschung.    Leiter    der
                    Spezialambulatorien für Traumafolgen, Psychische Probleme Älterer und
                    Onlinetherapien im Psychotherapeutischen Zentrum des Psychologischen Instituts.

       Psychosomatik - Quo vadis?
       Freitag, 31.05.2019, 10.30 - 11.20 Uhr
       mit anschließender 20-minütiger Diskussion

       Psychische und psychosomatische Störungen sind sehr häufig. In der Verbindung
       mit chronischen körperlichen Erkrankungen führen sie zu stark eingeschränkter Le-
       bensqualität, erhöhter Mortalität und stark anwachsenden sozialmedizinischen Fol-
       gekosten. Sie fordern insbesondere die psychosomatische Versorgung heraus. In
       den letzten Jahren haben sich die Rahmenbedingungen mit der Veränderung der
       Psychotherapie-Richtlinie, den Krankenhausfinanzierungssystemen und der Entwick-
       lung von psychosomatischen Ambulanzen verändert. Auch inhaltlich hat sich die
       psychosomatisch-psychotherapeutische Versorgung weiterentwickelt. Wie entwickelt

                                                     15
Stand: 12.04.2019
sich die Psychosomatische Medizin im Rahmen einer vernetzten Versorgung?
       Der Vortrag wird einige aktuelle Entwicklungslinien aufzeigen.

       Angaben zum Referenten:
                  Kruse, Univ.-Prof. Dr. med. Johannes
                    Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Klinik für Psychosomatische Medizin und
                    Psychotherapie, Friedrichstr. 33, 35392 Gießen
                    Universitätsprofessor, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.
                    Psychoanalyse (DGPT). Leiter des Lehrstuhls für Psychosomatische Medizin und
                    Psychotherapie an der Philipps-Universität Marburg und Direktor der Klinik.
                    Forschungsschwerpunkte: Psychische Störungen bei körperlichen Erkrankungen,
                    Klinische Studien, Psychotraumatologie, Somatoforme Störungen. Div. Preise und
                    Auszeichnungen. Autor zahlreicher Publikationen.

       Samstag, 01.06.2019 , 09.00 - 10.45 Uhr

       Fall aus der Praxis: Zeitgemäße Tiefenpsychologisch fundierte
       Psychotherapie - (m)eine Herzensangelegenheit

       Die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) war zunächst ein Kind, das
       man in psychoanalytischen Kreisen nicht unbedingt liebte, das man aber brauchte,
       um die psychotherapeutische Versorgung zu verbessern. Sehr rasch hat sich die TP
       mit ihren vielen Weiterentwicklungen als psychoanalytisch begründetes, aber den-
       noch eigenständiges psychodynamisches Verfahren fest etabliert. Anhand der Schil-
       derung des Verlaufes einer ambulanten TP-Langzeitbehandlung werden die Mög-
       lichkeiten und Begrenzungen des Vorgehens veranschaulicht. Im Mittelpunkt stehen
       dabei Fragen der Differenzierung zwischen Struktur- und Konfliktpathologie sowie
       die spezifische Handhabung von Übertragung und Gegenübertragung. Das Fallbei-
       spiel soll u.a. auch dazu anregen, über die Identität moderner TP nachzudenken und
       zu diskutieren.

       Angaben zur Referentin:
                   Boll-Klatt, Dipl.-Psych. Annegret
                    Psychologische Psychotherapeutin mit Schwerpunkt TP. Leiterin der Ambulanz des
                    Instituts für Psychotherapie (IfP) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.
                    Dozentin, Supervisorin und Lehrtherapeutin. Zahlreiche Vorträge und Publikationen zu
                    den theoretischen Grundlagen und Behandlungskonzepten der psychodynamischen
                    Psychotherapie. Publikationen und praktische therapeutische Tätigkeit im Bereich der
                    Psychokardiologie.

                                                    16
Stand: 12.04.2019
Klimawandel - psychische und physische Folgen

       Die Folgen des Klimawandels werden auch in unseren Breiten immer deutlicher
       spürbar: Hitzewellen, Dürre, Starkregenereignisse, Überschwemmungen. Große
       Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – doch was bedeutet der Klimawandel für die
       menschliche Gesundheit? Der Vortrag beschäftigt sich mit dem direkten und indirek-
       ten Einfluss des Klimawandels auf die physische und psychische Gesundheit. Er
       stellt dar, mit welchen Krankheiten und psychosozialen Belastungen bei fortschrei-
       tendem Klimawandel verstärkt zu rechnen ist und inwiefern die Gesundheitsfolgen
       von der individuellen (Prä-) Disposition, Resilienz und Anpassungsleistung abhän-
       gen.

       Angaben zur Referentin:
                   Bunz, Dr. phil. Dipl.-Psych. Maxie
                    Umweltbundesamt, Abteilung Umwelthygiene, Corrensplatz 1, 14195 Berlin.
                    Wissenschaftliche Referentin, Fachgebiet Umweltmedizin und gesundheitliche
                    Bewertung. Arbeitsschwerpunkte: Psychische Auswirkungen des Klimawandels;
                    Urbanisierung und Stress; gesundheitliche Folgen von Lärm.
                    E-Mail: maxie.bunz@uba.de

       Samstag, 01.06.2019, 10.45 - 11.00 Uhr
       Verabschiedung und Ausblick auf Langeoog 2020 zum Tagungs-
       thema der 49. Psychotherapiewoche:
       „Zufriedenheit - oder brauchen wir das große Glück?“

                                                   17
Stand: 12.04.2019
Mittagsseminare
       Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass nur die Seminare durchgeführt
       werden, die die Mindestteilnehmerzahl erreichen.

       D01 - Diskussion in Kleingruppe
       Dienstag, 28.05., bis Freitag, 31.05.2019, jeweils 12.00 - 12.45 Uhr                 8 P.

       Teilnehmerzahl:      32
       Preis:               40,00 Euro        Diskussionsgruppen sind bereits ausgebucht

       Die moderierten Diskussionsgruppen finden von Dienstag bis Freitag unmittelbar im
       Anschluss an die Vorträge statt. Sie bieten die Möglichkeit, sich in einem kleinen
       Kreis von maximal 16 Personen über die morgendlichen Vorträge auszutauschen
       und die Inhalte vor dem eigenen Erfahrungs- und Wissenshintergrund zu diskutieren.

       Angaben zu den Moderatorinnen:
                   Müller, Prof. Dr. med. Dr. phil. Astrid
                     Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie,
                     Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover
                     Leitende Psychologin. Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie).
                     Arbeitsschwerpunkte: Stoffungebundene Süchte, Essstörungen und Adipositas

                     Zimmermann, Prof. Tanja
                     Medizinische Hochschule, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Carl-
                     Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover
                     Universitätsprofessorin für Psychosomatik und Psychotherapie mit Schwerpunkt
                     Transplantationsmedizin und Onkologie. E-Mail: zimmermann.tanja@mh-hannover.de

       Bitte beachten Sie, dass die Diskussionsgruppen am Dienstag beginnen!

                                                    18
Stand: 12.04.2019
M01 - TaKeTiNa - Präsenz und Chaos - Toleranz in komplexen
       Situationen entwickeln
       Montag, 27.05., bis Freitag, 31.05.2019, jeweils 13.30 - 15.30 Uhr                          15 P.

       Teilnehmerzahl:       26
       Preis:                300,00 Euro          Das Seminar ist bereits ausgebucht!

       Der von dem Wiener Pianisten und Rhythmusforscher Reinhard Flatischler begrün-
       dete TaKeTiNa-Prozess verbindet Erkenntnisse aus Musik, Tanz, Kommunikation,
       Gehirnforschung und Chaos-Theorie zu einer neuen Form des Lernens. TaKeTiNa
       ist ein Kreis von Menschen in rhythmischer Bewegung - in der Mitte eine Basstrom-
       mel, die wie ein Herzschlag gleichmässig pulsiert und die einfachen Basisschritte der
       Teilnehmenden begleitet. Im Klatschen und den wechselnden rhythmischen Gesän-
       gen bauen sich kontrastierende Rhythmen auf, die spielerisch aus der linearen
       Wahrnehmung heraus führen, hinein in einen Zustand gleichzeitiger Wahrnehmung,
       in eine entspannte, wache Präsenz. Hier wird scheinbar Gegensätzliches in seinem
       filigranen Zusammenspiel erfahrbar: äussere Bewegung und innere Stille, Machen
       und Geschehen-Lassen, Denken und Fühlen, Chaos und sich-selbstorganisierende
       Ordnung. Im wechselweisen Erleben von Chaos und Ordnungsphasen wirkt die
       Gruppe als Stabilisator, der dem Einzelnen ermöglicht aus dem Rhythmus zu fallen,
       ohne dabei den Anschluss zur Musik zu verlieren. Dabei bildet sich ein profundes
       Vertrauen in die tragende Kraft von Rhythmus.
       Weitere Informationen zur Wirkung von Taketina (u.a. auf neurovegetative Prozesse,
       Schmerzerleben und die Bewältigung krisenhafter Zustände) siehe: taketina.com
       Bitte bringen Sie bequeme Kleidung und Socken mit.

       Angaben zu den Referentinnen:
                     Burghardt, Dr. med. Barbara
                         Meindersstr. 35, 33615 Bielefeld
                           rztin und Musikerin. Aufbau der Psycho-Onkologie im Brustzentrum der
                         städtischen Kliniken Bielefeld. Tätigkeit in eigener Praxis für Psychotherapie mit
                         dem Schwerpunkt Psycho-Onkologie. Ausbildung zur TaKeTiNa-
                         Rhythmuspädagogin. Cellistin und Sängerin.
                         Internet: www.barbara-burghardt.com. E-Mail: praxis@barbara-burghardt.com

                         Hahn, Ranvita
                         Tiekstr. 78, 50825 Köln
                         Dipl.-Pädagogin. Musikerin. Autorin. Advanced-TaKeTiNa-Teacher. Ausbildung in
                         Musik- und Tanztherapie. Lehrkraft für rhythmische Körperarbeit, Trommeln u.
                         Percussion. Rhythmus-Trainerin in der Lehrerfortbildung, in Firmen, an
                         Hochschulen und in eigener Schule „Rhythmuswelten“ in Köln.
                         Internet: www.rhythmuswelten.de

       Bitte beachten Sie die verlängerte Seminardauer!

                                                        19
Stand: 12.04.2019
M02 - „Bringen Sie Ihren inneren Kritiker zum Lachen“ Psychohy-
       giene und Burnout-Prävention der besonderen Art
       Montag, 27.05., bis Freitag, 31.05.2019, jeweils 13.30 - 15.45 Uhr      20 P.

       Teilnehmerzahl:     18            Das Seminar ist bereits ausgebucht!
       Preis:              300,00 Euro

       Der ressourcenorientierte Ansatz ermöglicht durch die Entwicklung von Kreativität
       und Spielfreude mehr Gelassenheit und Abstand in belastenden und schwierigen
       Situationen. Ein kreativer Umgang mit dem inneren Kritiker wird erfahren und einge-
       übt. Dieses Vorgehen dient der eigenen Stärkung und ist gleichzeitig hilfreich für den
       zwischenmenschlichen Umgang. Der Workshop dient unter anderem der Psychohy-
       giene und Burnout-Prävention. Mit einfachen Übungen, mit denen Schauspieler trai-
       nieren, werden Kreativität, innovatives Denken und das Vergnügen, sich auf neues
       Terrain zu begeben, mit Spaß an der Sache trainiert. Dies sind die Voraussetzungen
       für die Erschließung neuer Wege auf beruflicher wie auf persönlicher Ebene. Die
       Stärkung des kreativen Potenzials und der Improvisationsfähigkeit sowie das Verlas-
       sen eingefahrener Denk- und Handlungsmuster sind Ziele des Trainings. Fehler
       werden als Chance betrachtet und die dabei frei werdende Energie in neue Denk-
       muster transformiert, um unbekannte Situationen flexibel und entschlossen zu meis-
       tern. Der hierbei unvermeidliche Humor erlaubt Gelassenheit und Souveränität.
       Selbstvertrauen, Motivation und Zusammenarbeit werden gefördert.

       Für eine freie Entfaltung und Nutzung dieser Fähigkeiten und inneren Ressourcen ist
       es wichtig, den ausgetretenen Weg des gewohnten Denkens und Handelns zu ver-
       lassen, also überholte Denkstrukturen zu durchbrechen und herrschende Routinen in
       Frage zu stellen, eine Haltung mit Humor zu entwickeln (Teams, in denen viel gelacht
       wird, sind kreativer und produktiver), eine positive Einstellung zu Fehlern zu bekom-
       men und Fehler als eine wertvolle Quelle von Informationen zu sehen (Untersuchun-
       gen zeigen: kreative Menschen machen mehr Fehler, weil sie mehr Ideen produzie-
       ren), den Instinkt zu überwinden, alles beim Alten lassen zu wollen und zu trainieren,
       sich verändern zu lassen, einen kreativen Umgang mit dem inneren Kritiker zu fin-
       den.

       Welchen Nutzen haben Sie vom Training?

       • Mut für Neues und gegen den Strom zu schwimmen,
       • Flexibilität im Denken und Handeln,
       • Offenheit für neue Impulse statt einer Ja-aber-Haltung,
       • Perspektivenerweiterung,
       • Erweiterung des Handlungsrepertoires,
       • Spontane und souveräne Reaktion in Anforderungssituationen,
       • Sicherheit und Selbstvertrauen in unvorhersehbaren Situationen,
       • Spielfreude und Gelassenheit,
       • Kreativität als abrufbare Ressource,
       • Empathie und Dialogfähigkeit,

                                                 20
Stand: 12.04.2019
• Nachhaltige Verbesserung der Stimmung im Team

       Angaben zu den Referentinnen:
                     Daiber, Dipl.-Psych. Petra
                      Rosmarinweg 8, 76149 Karlsruhe
                      Dipl.-Psychologin, Ergotherapeutin, Clown. Freiberufliche Trainerin, Moderatorin
                      und Coach in Unternehmen und im psychosozialen Bereich. Klinik-Clown in der
                      Kinder- und Jugendpsychiatrie Karlsruhe. Clown- und Improvisationstheater.
                      E-Mail: neesdaiber@web.de, petra_daiber@web.de

                      Nees, Dipl.-Psych. Frauke
                      Wildenbruchstr. 76, 12045 Berlin
                      Dipl.-Psych.,   Personzentrierte   Gesprächspsychotherapie        (GwG,     HPG),
                      Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT) nach Reddemann, Tango
                      Argentino, Clown und Improvisationstheater. Freiberufliche Trainerin, Dozentin und
                      Coach in Unternehmen, Ausbildungsinstituten und im psychosozialen Bereich.
                      Schwerpunkte: Kreativität, Kommunikation, Change.
                      E-Mail: neesdaiber@web.de, f.nees@web.de

       Bitte beachten Sie die verlängerte Seminardauer!

                                                    21
Stand: 12.04.2019
M03 - Achtsamkeit und (Selbst-) Mitgefühl: Die Anstrengung loslas-
       sen - Leid und schwierige Gefühle mit Achtsamkeit umarmen
       Montag, 27.05., bis Freitag, 31.05.2019, jeweils 13.30 - 16.30 Uhr
                                                                                        25 P.
       Teilnehmerzahl:       15             Das Seminar ist bereits ausgebucht!
       Preis:                300,00 Euro

       Achtsamkeit ist momentan – auch und gerade unter Psychotherapeuten – in Aller
       Munde. Insbesondere MBSR (Mindfulness-Based-Stress-Reduction) bzw. MBCT
       (Mindfulness-Based-Cognitive-Therapy) und in jüngerer Zeit auch MBCL (Mindful-
       ness-Based Compassionate Living) als curriculäre 8-wöchige Trainingsprogramme
       zur Schulung von Achtsamkeit haben im komplementärmedizinischen Bereich zu-
       nehmend Bedeutung erlangt zur Prävention belastungsabhängiger Krankheitssymp-
       tome bzw. zur Rückfallprophylaxe chronischer Depressionen. Ursprünglich von dem
       amerikanischen Molekularbiologen Prof. Jon Kabat-Zinn an der Universität von Mas-
       sachusetts 1979 entwickelt und später in der von ihm gegründeten renommierten
       “Stress Reduction Clinic“ im stationären Setting etabliert, hat das Verfahren in den
       letzten 15 Jahren in Deutschland vor allem im ambulanten Bereich große Verbreitung
       gefunden. Mittlerweile liegen zahlreiche empirische Wirksamkeitsnachweise vor, die
       einen förderlichen Einfluss des Achtsamkeitstrainings auf verschiedene psychische
       und somatische Parameter zuverlässig belegen (Ängste, Depressionen, chronische
       Schmerzzustände, Erschöpfungssyndrome, Lebensqualität bei Tumorerkrankungen,
       Konzentrationsfähigkeit, Fähigkeit zur Emotionsregulation, Empathie, etc.).
       In dem Workshop sollen zum einen die traditionellen Kernübungen des MBSR-
       Programms zur Schulung der Selbstwahrnehmung (BodyScan, Atemmeditation im
       Sitzen, Körperübungen aus dem Yoga, Gehmeditation) vorgestellt und praktiziert
       werden. Inhaltlicher Schwerpunkt darüber hinaus wird das Thema des (selbst-) mit-
       fühlenden Umgangs mit schwierigen Gefühlen und herausfordernden Lebensum-
       ständen – einschließlich der Empathiemüdigkeit - sowie das Kennenlernen der Metta
       - (Liebende Güte -) Meditation sein. Die formellen Übungen werden sich abwechseln
       mit einem Erfahrungsaustausch in der Gruppe und kurzen Reflexionen theoretischer
       Grundlagen zu Achtsamkeit, Selbstmitgefühl und Akzeptanz sowie Impulsen zum
       informellen Praktizieren im Alltag.

       Bitte bringen Sie bequeme und warme Kleidung sowie ein (Meditations-) Kissen mit.

       Angaben zur Referentin:
                     Daudert, Dr. Dipl.-Psych. Elke
                         Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des Zentrums für Integrative
                         Psychiatrie (ZIPgGmbH), Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel,
                         Niemannsweg 147, 24105 Kiel
                         Psychologische Psychotherapeutin, Leitung der Institutsambulanz.
                         E-Mail: e.daudert@zip-kiel.de

       Bitte beachten Sie die verlängerte Seminardauer!

                                                     22
Stand: 12.04.2019
M04 - Keine Angst vor körperlichen Erkrankungen in der Psycho-
       therapie! Therapeutische Ideen und Konzepte für den Umgang und
       die Integration körperlicher Erkrankungen in die (ambulante) Psy-
       chotherapie am Beispiel des Diabetes mellitus
       Montag, 27.05., bis Freitag, 31.05.2019, jeweils 13.30 - 15.00 Uhr              15 P.

       Teilnehmerzahl:      18
       Preis:               200,00 Euro       Das Seminar ist bereits ausgebucht!

       In Zeiten zunehmender chronischer körperlicher Erkrankungen (z.B. Adipositas,
       Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen) werden auch Psychotherapeut_innen immer
       häufiger mit den körperlichen Problembereichen ihrer Patient_innen konfrontiert. Im
       Gegensatz zu rein psychischen Störungen können in Rahmen der Psychotherapie
       schnell Gefühle der Hilflosigkeit auftreten, da körperliche Erkrankungen „unveränder-
       lich“ und „nicht weg psychotherapierbar“ erscheinen. Zudem interagieren oftmals
       psychische Störungen (z.B. Essstörungen, Depressionen, Angststörungen) mit kör-
       perlichen Erkrankungen und erschweren somit die Therapie. Das Seminar bietet aus
       psychosomatischer Perspektive eine intensive Auseinandersetzung mit unterschied-
       lichen psychotherapeutischen Konzepten und Haltungen, die für den Umgang mit
       chronischen Erkrankungen (exemplarisch am Beispiel der Psychodiabetologie) hilf-
       reich sein können und eigene Ängste auf Seiten der Behandler_innen reduzieren
       sollen. Inhaltlich werden therapeutische Ideen und mögliche Strategien zu beispiels-
       weise Progredienzängsten, Compliancestörungen, motivationalen Schwierigkeiten,
       Krankheitsakzeptanzproblemen, Kommunikation über Erkrankungen und Bewälti-
       gungsstrategien thematisiert. Bei Interesse können spezifische Krankheitskonstellati-
       onen wie z.B. Essstörungen bei Diabetes diskutiert werden. Das Seminar ist beson-
       ders für jüngere psychotherapeutische Kolleg_innen interessant, die bisher im Rah-
       men ihrer Psychotherapietätigkeit wenig Erfahrung im psychotherapeutischen Um-
       gang mit chronischen Erkrankungen sammeln konnten, oder sich bisher immer ge-
       scheut haben, dies zu tun.

       Angaben zum Referenten:
                  Dieris-Hirche, Dr. med. Jan
                     LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Psychosomatische
                     Medizin und Psychotherapie, Alexandrinenstr. 1-3, 44 1 Bochum. Oberarzt am
                     Klinikum. Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Blood Glucose
                     Awareness Training (BGAT)-Trainer, EMDR-Therapeut (EMDRIA) Weiterbildung
                     Spezielle Psychotraumatherapie (DeGPT). Klinische und wissenschaftliche
                     Schwerpunkte zu den Themen Psychodiabetologie, Internetbezogene Störungen,
                     Psychodermatologie sowie Traumatherapie. Online Ambulanz-Service für
                     Internetsüchtige (OASIS). Gruppentherapeut für Menschen mit Diabetes mellitus Typ
                     1, psychosomatischer Liasondienst in einer diabetologischen Klinik.
                     E-Mail: jan.dieris-hirche@ruhr-uni-bochum.de

                                                    23
Stand: 12.04.2019
M05 - Hängematte statt Hamsterrad - Psychotherapie bei chroni-
       schem beruflichem Stress
       Montag, 27.05., bis Freitag, 31.05.2019, jeweils 13.30 - 15.00 Uhr                15 P.

       Teilnehmerzahl:    18                  Das Seminar ist bereits ausgebucht!
       Preis:             300,00 Euro

       Aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen, dominiert von Beschleunigung, Entgren-
       zung und dem Verlust von Sicherheiten, haben insbesondere auch in der Arbeitswelt
       zu gravierenden Veränderungen geführt. Psychosoziale Belastungen im Beruf bzw.
       chronischer beruflicher Stress werden als die zentrale Ursache der seit Jahren zu-
       nehmenden Fehltage und Frühverrentungen aufgrund psychischer Erkrankungen
       angesehen. Aufgrund der für das betroffene Individuum daraus resultierenden Kon-
       sequenzen und nicht zuletzt der hohen gesellschaftlichen Bedeutung sind Präven-
       tions- und Interventionsmaßnahmen erforderlich, die konkret auf die beruflichen
       Problemlagen fokussieren. In den vergangenen Jahren wurde ein breites Spektrum
       in Einzel- und Gruppentherapie anwendbarer berufsbezogener therapeutischer Stra-
       tegien entwickelt und evaluiert. Im Rahmen des Workshops werden die konzeptuel-
       len Grundlagen berufsbezogener Interventionen aufgezeigt, Evaluationsergebnisse
       präsentiert und im therapeutischen Alltag praktikable Ansätze vorgestellt, diskutiert
       und in der Anwendung erprobt. Anstelle eindimensionaler Vorstellungen von Stress-
       reduktion („Hängematte statt Hamsterrad“) wird anhand der vier Bausteine eines
       modularen Stressbewältigungsprogramms ein die im therapeutischen Alltag häufigen
       Problemkonstellationen abdeckendes, für Betroffene plausibles und hinsichtlich der
       Ergebnisse tragfähiges Therapiekonzept entworfen.
       1) Im „Basismodul“ werden Inhalte zum Thema Stress und Gesundheit vermittelt und
       individuelle Stress-Symptome identifiziert.
       2) Im Modul „Denkbarkeit“ werden im Sinne einer kognitiven Stressbewältigung
       stressinduzierende Einstellungen, Ansprüche und Gedankenmuster herausgearbeitet
       und modifiziert.
       3) Das „Möglichkeiten“-Modul stellt im Sinne instrumenteller Stressbewältigung prak-
       tische Möglichkeiten zur Verbesserung von problematischen Situationen in den Mit-
       telpunkt.
       4) Regenerative Stressbewältigung steht im Mittelpunkt des Moduls „Erholung“, das
       neben einer psychoedukativen Vermittlung von Grundsätzen der Erholung die Erar-
       beitung von Strategien zur Distanzierung zwischen Arbeit und Erholung sowie (optio-
       nal) eine Einheit zum Thema Schlafhygiene enthält. Ergänzend stehen Zusatzmodu-
       le zur Verfügung, wobei insbesondere das Modell der beruflichen Gratifikationskrise
       gleichermaßen empirisch abgesichert und therapeutisch attraktiv ist.

       Angaben zu den Referenten:
                        Hillert, Prof. Dr. phil. Dr. med. Andreas
                          Schön Klinik Roseneck, Am Roseneck 6, 83209 Prien am Chiemsee
                          Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und psychotherapeutische Medizin.
                          Chefarzt an der Klinik Roseneck. Dozent an der katholischen Universität
                          Eichstätt. Arbeits- und Interessenschwerpunkte sind die Interaktion beruflicher
                          Belastungen und psychosomatischer Erkrankungen insbesondere auch im
                          Lehrerberuf.

                                                   24
Stand: 12.04.2019
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