OOSSSS Von klein bis - Biokreis
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BIO
Ausgabe 04 / August 2021
Zeitschrift für
ökologischen Landbau und
gesunde Ernährung
Nachrichten
Dr. Martin Bohn,
Geschäftsführer des
Domguts Dehmen
klein bis
Von
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Klein- uAlles eine Frage
der Haltung!
Grill-Sortiment
Große
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Hähnch d
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Marinierte Spezialitäten
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DE-ÖKO-003EDITORIAL Liebe Leser *innen , schon lange ist der fortschreitende Klimawandel kein ab- treu arbeiten, ihre Produkte vermarkten, ökonomisch und straktes Phänomen mehr, das nur in Form von wissen- nachhaltig wirtschaften und zum Erhalt der Artenvielfalt schaftlichen Daten existiert. In den sensiblen Räumen der beitragen. Landwirtschaft, dort, wo es seit jeher trockener ist als an- Ob groß oder klein – alle müssen die Richtlinien der derswo, schlägt die Veränderung des Wetters bereits voll zu. ökologischen Landwirtschaft und die Erwartungen der Spätfrost, Trockenheit und kumulierte Niederschläge sind Verbraucher*innen erfüllen. Doch die Vorgehensweisen Probleme, die einige unsere Landwirt*innen seit ein paar können unterschiedlich sein. Darüber hinaus werden alle Jahren herausfordern und entmutigen. „Der Kampf ums Betriebe ihrem eigenen Auftrag gerecht. Um die steigende Wasser beginnt – jetzt!“ lautet der Titel unseres Textes dazu. Nachfrage nach Bio zu bedienen, brauchen wir mehr Öko- 3 Erfahrt, wie sich der Klimawandel derzeit konkret auswirkt, Flächen und mehr Öko-Erzeugnisse, wozu die Großen ei- und informiert Euch im Artikel „Klimaschutz sozial und ge- nen wesentlichen Beitrag leisten. Und um die Vielfalt und recht“ darüber, was wir dagegen tun können und müssen. bäuerliche Kultur zu bewahren, brauchen wir die Kleinen. Dieses Thema betrifft alle – die Verbraucherschaft, die Wesentliche Faktoren sind bei beiden sinnvolle Wertschöp- Verarbeitung, die Landwirtschaft im Kleinen und im fungsketten und ein fairer Umgang zwischen allen Beteilig- Großen. Und diese Kleinen und Großen haben wir uns in ten. Und am Ende sollte die entscheidende Frage schließ- dieser Ausgabe einmal genauer angesehen. Nein, ausspie- lich nicht lauten „Groß oder Klein?“, sondern „Bio oder nicht len wollen wir sie nicht gegeneinander, doch es gibt sie, Bio?“! diese kritischen Fragen: Muss Bio klein sein? Darf Bio groß sein? Auch wir haben diese Fragen gestellt und haben auch Eure noch weiter gefragt: Wer sind diese Großen und Kleinen? Wie arbeiten sie? Welchen Herausforderungen müssen sie sich stellen? Welche Menschen stehen dahinter? Und was motiviert sie, so zu wirtschaften, wie sie es tun? Ne- benerwerb, Vollerwerb oder Genossenschaft mit Angestell- ten … Sie alle gehören zum Biokreis und zeigen uns in dieser Ausgabe, wie sie Ökolandbau machen, richtlinien- Ronja Zöls-Biber
INHALT
INFO TITEL
06 Biokreis-Produkt 27 Viele Menschen, viele Tiere, viel Boden,
viel Bio …
4 07 Das ist der Biokreis Die Erzeugergemeinschaft Wildenhain und
die Wildenhainer Agrar GmbH
08 Veranstaltungen und Termine
30 Nach dem Stall in den Stall
14 Notizen Familie Menn und ihr Nebenerwerbsbetrieb
AGRARPOLITIK 32 Beratung für alle!
Sebastian Weber und Günter Schlotter
16 Was haben uns die Parteien zu bieten? erzählen, wie sie kleine und große
Wir fragen nach, was politische Parteien für Biokreis-Betriebe beraten
Menschen aus der Bio-Branche und ökologisch
bewusste Wähler*innen tun wollen 34 INTERVIEW
„Bio kann auf kleinen und großen Betrieben
22 Zukunftskommission Landwirtschaft / Parteien funktionieren!“
positionieren sich zur Neuen Gentechnik Im Gespräch mit Dr. Jürn Sanders vom
Thünen Institut, Institut für Betriebswirtschaft
24 KOMMENTAR
von Sepp Brunnbauer 36 INTERVIEW
„Chancengleichheit für Groß und Klein – „Auch große Betriebe können auf kleine
auch bei Subventionen!“ Schläge setzen!“
Prof. Dr. Teja Tscharntke erklärt den
Zusammenhang von Artenvielfalt und
strukturellen Größen in der Landwirtschaft
In Teilauflagen dieser Ausgabe findest Du eine Beilage der Fleischrinder- und Mutterkuhtagungdie
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iokreis.d Bild: Tobias Köhler
www.b
BIOWELT 52 BIODIVERSITÄT BEIM BIOKREIS
Rebhühner lieben Abwechslung!
38 NACHHALTIG LEBEN
Klimaschutz sozial und gerecht 54 Was ist in der Kette möglich?
Auftaktveranstaltung „Wertschöpfungsketten 5
40 REISE für den Bio-Fachhandel gemeinsam gestalten“
Gelassenheit und Chaos für Fortgeschrittene
Auf einem Ziegenhof in Israel 57 A2-Urmilch direkt vom Bio-Hof
42 KULTUR AKTUELLES
Die Filme „Wurzeln des Überlebens“
von Bertram Verhaag und „Gunda“ von
Victor Kossakovsky 58 Aktuelles
44 Der Biokreis für Kinder 59 Aktuelles in Bayern und Baden-Württemberg
62 Aktuelles in Mitte, NRW und Niedersachsen
66 Aktuelles in Mitteldeutschland
BIOKREIS
67 Aktuelles in Nord-Ost
FACHBERATUNG
68 Personalien / Neue Verarbeiter
46 Frag den Biokreis!
71 Deine Biokreis-Ansprechpartner*innen
48 Der Kampf ums Wasser beginnt – jetzt!
Starkregen, Dürre und Spätfrost wirken sich
72 Marktplatz
vor allem im Ökolandbau verheerend aus
74 Bücher / Vorschau / Impressum
50 Der Blick in die Pflanze
Funktionen von Nährstoffen und Folgen
von MängelnPRODUK T Das Hofmark- Bayerisch-Hell in Bio-Qualität Das Helle ist das Lieblingsbier der Bayern. Bei der Hofmark-Brauerei im Bayerischen Wald wird das typisch Bayerische Hell mit dem besonders weichen Wasser des Waldgebirges und edlem Hopfen aus der nahen Hallertau eingebraut. Die perfek- te Balance zwischen ausgewogener Malzsüße und Hopfenbittere, gekrönt vom feinblumigen Duft der Schaum- krone – ein Schluck unverfälschter Naturgenuss aus Bayern mit einem Alkoholgehalt von 4,8 Vol. %. Die Hofmark-Brauerei braut bereits seit mehr als 25 Jahren Bio-Biere, derzeit mit den Sorten Hell, Zwickl, Märzen, Pils und Weißbier, und ist langjähriger Partner des Biokreis. www.hofmark-brauerei.de
Aus zur
tur, zum Tier
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WIR STEHEN SEIT 1979 FÜR REGIONALE, VERTRAUENSVOLLE
NETZWERKE, FÜR TIERWOHL UND HANDWERKLICHE LEBENSMITTEL-
VERARBEITUNG IM EINKLANG MIT DER NATUR.
…aus Liebe zur Natur Landwirtschaft, überwiegend vom eigenen
Unsere landwirtschaftlichen Betriebe wirt- Betrieb.
schaften bundesweit und darüber hinaus
nach unseren Richtlinien, die deutlich über …aus Liebe zur Region
die EU-Bio-Standards hinausgehen. Die EU- Unsere Wege sind kurz, unsere Beziehungen
Richtlinien sind ein Mindeststandard und verlässlich. Unsere Wertschöpfung bleibt in
uns zu wenig. Biokreis-Mitglieder stellen der Region, schafft Arbeitsplätze und Identität.
ihren gesamten Betrieb auf ökologische Bewirt- Der soziale Umgang mit Menschen ist neben
schaftung um. Unsere Lebensmittel enthalten einer ökologischen Wirtschaftsweise für uns
weniger Zusatzstoffe und stammen größtenteils ein grundlegendes Anliegen. Jeder Betrieb hat
aus handwerklicher Verarbeitung. eine*n Berater*in, der die Arbeit vor Ort unter-
stützt. Bei Workshops, Betriebsbesuchen und
…aus Liebe zum Tier Exkursionen kommen wir zusammen. Wir sind
Wir kümmern uns in besonderem Maße um das basisdemokratisch. Auf unseren Mitglieder-
Wohl unserer Tiere. Unsere Rinder, Schweine, versammlungen kann sich jeder einbringen.
Hühner, Puten, Schafe und Ziegen haben mehr
Platz im Stall und bekommen Auslauf oder ste- Unsere Richtlinien sind klar und verbindlich.
hen auf der Weide. Biokreis-Mitglieder halten Innerhalb dieses Rahmens haben unsere
nur so viele Tiere, wie die zur Verfügung ste- Landwirt*innen die Freiheit, die ihr Berufs-
henden Flächen es zulassen und behandeln sie stand seit jeher beansprucht. Sie können ihre
nur im Krankheitsfall, bevorzugt mit Naturheil- Produkte frei vermarkten, ohne Vermarktungs-
verfahren. Ihr Futter stammt aus ökologischer gebühren zu entrichten.VERANSTALTUNGEN & TERMINE
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Einladung
Superflach: ZUR MITGLIEDERVERSAMMLUNG DES
Vibrocat 2,5 - 7,0 m BIOKREIS ERZEUGERRING BAYERN E.V.
um 10 Uhr
im Klosterbräustüberl Schäftlarn,
AM SAMSTAG, Kloster Schäftlarn 16
DEN 11. SEPT. 2021 82067 Ebenhausen
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Ohmdener Straße 2 - 73271 Holzmaden
Telefon: 07023-74 43 44 - Telefax: 07023-74 43 45
TAGESORDNUNG
1. Genehmigung der Tagesordnung
2. Geschäftsbericht
3. Haushalt 2019
4. Bericht der Kassenprüfung 2019
8 5. Entlastung Vorstandschaft
6. Haushalt 2020
7. Bericht der Kassenprüfung 2020
8. Entlastung Vorstandschaft
9. Haushaltsplan 2021
10. Wahl der Kassenprüfer*innen
11. Abstimmung der ab 2022 gültigen Gebührenordnung
12. Verschiedenes, Wünsche, Anträge
nträge für TOP 12 müssen bis spätestens 28.08.21 schriftlich per
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HELDINNEN & Post oder per E-Mail eingehen.
HELDEN GESUCHT ORGANISATORISCHES
Wir suchen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter! Eine schriftliche Anmeldung bis zum 28.08.21 ist aufgrund der Corona-
Infos bei herrmannsdorfer.de/jobs
Regelungen unbedingt erforderlich!
Wir bitten um Anmeldung per E-Mail (moritz@biokreis.de) oder per
Post (Biokreis Erzeugerring Bayern e.V., Stelzlhof 1, 94034 Pas-
sau) mit Angabe des Namens, der Telefonnummer und der E-Mail-
Adresse. In Ausnahmefällen ist eine Anmeldung per Telefon möglich:
08 51 / 7 56 50-221 oder 08 51 / 7 56 50-220
Über die aktuell geltenden Coronavorschriften informieren wir Euch
rechtzeitig vor der Veranstaltung per E-Mail und auf unserer Homepage.
Sollte absehbar sein, dass eine Präsenzveranstaltung nicht möglich ist,
werden wir eine Online-Mitgliederversammlung durchführen. Darüber
informieren wir ebenfalls rechtzeitig vorab per E-Mail und auf unserer
Homepage. Die Online-Mitgliederversammlung würde ebenfalls am
11. September 2021 um 10 Uhr stattfinden.Einladung ZUR MITGLIEDERVERSAMMLUNG DES
BIOKREIS ERZEUGERRING NORD-OST E.V.
um 18.30 Uhr, Dauer ca. 2 Stunden
AM FREITAG, im Fachforum der MeLa Messe in Mühlengeez
DEN 17. SEPT. 2021 bei Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern
TAGESORDNUNG
Ihr seid herzlich eingeladen, uns
1. Begrüßung in Halle 1 der MeLa zu besuchen,
2. Formalia mit uns ins Gespräch zu kommen
· Feststellung der Beschlussfähigkeit und an der Mitgliederversamm-
· Genehmigung der Tagesordnung lung im Fachforum teilzunehmen. Wir haben
· Genehmigung des Protokolls der MV 2019
3. Bericht des Vorstands und der Geschäftsführung
ein Kontingent an Tageskarten, die wir kos-
tenfrei an Mitglieder und Interessent*innen
4. Haushalt 2020 des Biokreis Erzeugerring Nord-Ost ausgeben.
5. Bericht der Kassenprüfung Bei der Suche nach Unterkünften sind
6. Entlastung des Vorstands wir gerne behilflich (hier gilt es, schnell zu
7. Genehmigung Haushaltsplan 2021 sein). Bitte wendet Euch dazu an Jana Werner:
8. Anträge, Wünsche und Sonstiges Tel. 0 30 / 28 48 24 80, werner@biokreis.de
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20. + 21. Oktober 2021
MESSE OFFENBURG
www.bioagrar-offenburg.deVERANSTALTUNGEN & TERMINE
BIOKREIS IN BAYERN UND d
Biokreis-Stan
Infos: Ausführliche Informationen
BADEN-WÜRTTEMBERG und Anmeldung bei Peter Schmidt,
schmidt@biokreis.de
16. September 2021, 10.00 Uhr 26. September 2021
Workshop: Parasitenmanagement in 9 bis 17.30 Uhr
der ökologischen Schafhaltung
Ort: Nähe Eggenfelden BIONORD BIOKREIS IN SCHLESWIG-
Infos: Neben Parasitenmanagement dient die Ort: Hannover, HOLSTEIN, MECKLENBURG-
Deutsche Messe,
Veranstaltung auch dem
Kennenlernen und Austausch der Biokreis- Biokreis: Halle 4, 4-D07 VORPOMMERN UND
Schafhalter*innen untereinander. Anmeldung Infos: www.bionord.de BRANDENBURG
und nähere Infos unter loibl@biokreis.de
7. Oktober 2021, 20 Uhr
23. September 2021, 19.30 Uhr BIOKREIS IN NRW UND Biokreis-Online-Stammtisch
Biokreis-Stammtisch Imkerei NIEDERSACHSEN zum Thema „Neue Gentechnik“
Ort: Online über Zoom; Zugang über Infos: siehe auch S. 67;
www.biokreis.de/veranstaltungen/ Anmeldung über die Geschäftsstelle
Infos: Ansprechpartner ist 15. August 2021 des Biokreis Erzeugerring Nord-Ost,
Biokreis-Berater Marc Schüller, Einführung in die ökologische nord-ost@biokreis.de,
schueller@biokreis.de, Hühnerhaltung Tel.: 0 30 / 28 48 24 80
Mobil: 01 60 / 1 80 50 86 Ort: Biokreis-Betrieb Klosterhof
Bünghausen, Hömelstraße 12,
51645 Gummersbach, NRW
BIO-ERLEBNISTAGE BAYERN 28. AUGUST – 10. OKTOBER 2021
10
4. September 2021,
r Biokreis
14-18 Uhr De n
Bienen auf der Streuobstwiese bei de stagen
Ort: Biokreis-Imkerei Domes, bei
i o- Er lebni
Schlott – Richtung Wurmecke,
Obstwiese rechts,
B
94121 Salzweg, Niederbayern
Infos: Besuch auf der Streuobstwiese
mit Verkostung;
wetterabhängig – Alternativtermin: 11.09.21;
www.bioerlebnistage.de Anmeldung erforderlich: 0 85 05 / 9 31 29
8. August bis 22. August 2021, tägl. 8 bis 22 Uhr 5. und 19. September, 3. Oktober 2021,
Aronia-Beeren-Lese
Ort: Matthias Tafelmeier, Adlstraß 1, 12-15 Uhr
84405 Dorfen, Oberbayern Mitgärtnern – Vorstellung der SoLaWi
Info: in der 2. oder 3. August-Woche werden voraussichtlich Ort: Biokreis-Betrieb Hilger GbR, Hartweg 4, 85646 Neufarn,
die Bio-Aronia-Beeren auf dem Hof in Adlstraß geerntet. Oberbayern
Wer Zeit und Lust hat, ist herzlich eingeladen, bei der Lese Infos: Mitgärtnern in der Bio-Gärtnerei mit anschl. Bio-Brotzeit.
der leckeren Beeren dabei zu sein! www.adlstrass.de Anmeldung erforderlich bei Paul Hilger: 01 72 / 8 59 21 04
3. September 2021, 17-20 Uhr 10. September 2021, 19-22 Uhr
Kaltgepresste Vielfalt: Bio-Pflanzenöle aus der Region Alte Getreidesorten neu entdeckt – Einkorn, Emmer & Co
Ort: Biokreis-Betrieb Hobelsberger, Schellköpfing 2, Ort: Finkennest, Zillham 12,
94034 Passau, Niederbayern 83137 Schonstett, Oberbayern
Infos: Anmeldung erforderlich: Tel. 0 85 09 / 90 09 20; Infos: Aktionstag mit Führung (Getreidemühle, Kornkammern);
Unkostenbeitrag: 15 €, dafür dürft Ihr 1-2 Öle mitnehmen! Anmeldung erforderlich: 0 80 75 / 7 04;
www.schellköpfing.de Unkostenbeitrag 22 € p.P.; www.finkennest-zillham.com11. September 2021, ab 8.30 Uhr 3. Oktober 2021, ab 9.30 Uhr
Bio-Radltour: Landbewirtschaftung neu gedacht! Erntedankfest
Start-Ort: Solidarische Landwirtschaft Kirchberg e.V., Lindach, Ort: Finkennest, Zillham 12, 83137 Schonstett, Oberbayern
94113 Tiefenbach Infos: Steckerlfisch, Kürbisbrot und andere Bio-Schmankerl rund
Infos: Besuch der neu gegründeten SoLaWi, des Biokreis-Betriebs um den Kürbis; www.finkennest-zillham.com
Reinhardt (Vilshofen) und des Stelzlhofs mit Mittagessen im
Bio-Wirtshaus „Zum Fliegerbauer“ (Passau); Anmeldung bei der
Öko-Modellregion Passauer Oberland: 0 85 09 / 90 05-20
9. Oktober 2021, ab 12 Uhr
Milch macht’s möglich
25. September 2021, ab 10 Uhr Ort: Klasbauernhof, Alter Flößerweg 4, 82544 Egling,
Innenhoffest Oberbayern
Ort: Biobäckerei Wagner, Am Zugsberg 1, 94113 Tiefenbach, Infos: Rund um den landwirtschaftlichen
Arbeitsablauf und die Milch
Niederbayern
Infos: buntes Programm mit Live-Musik. https://wagner.bio/
1. Oktober 2021, 19-22 Uhr 27. September - 3. Oktober 2021
Brotbackkurs – Vom Korn zum Brot Herrmannsdorfer Erntedankwoche
Ort: Finkennest, Zillham 12, 83137 Schonstett, Oberbayern Ort: Herrmannsdorfer Landwerkstätten, Herrmannsdorf 7,
Infos: Anmeldung erforderlich: 0 80 75 / 7 04; Kursgebühr 48 € p.P. 85625 Glonn, Oberbayern
inkl. Getränke und Brotzeit; www.finkennest-zillham.com Infos: Führungen und Unternehmungen rund um Erntedank und
Landwirtschaft, mit Kinderprogramm, www.herrmannsdorfer.de
2. Oktober 2021, 10-12 Uhr
Hofführung mit Produktverkostung
Ort: Biokreis-Betrieb Scheuerlein, Stockheimer Straße 4,
91174 Spalt-Hagsbronn, Mittelfranken
Infos: Biohof-Besichtigungstour (Kühe, Kälber, Hühner) mit
Verkostung; www.biomilch24.de
11
AKTIONSTAGE ÖKOLANDBAU NRW:
28. AUGUST– 12. SEPTEMBER 2021
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Ort: Messe- un
-STAND 29. August 2021, 10-18 Uhr Okola
Mühlengeez, d Ausstellungszentrum Hoffest bei Biokreis-Bauer
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Vorpommern; 273 Güstrow, Mecklenbu Hillmann
Infos: Mit 1.00Biokreis-Stand in Halle -
rg Ort: Heven 1, 48624 Schöppingen, NRW
0 Aus stel le rn und rund 70 1 Infos: Fest mit vielen Ausstellern, Hüpfburg und Spielplatz,
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programm ge tiert und ein Rahmen-
d 2.-4. September 2021, jeweils zw. 10 und 15 Uhr
boten. Hof- und Feldbesichtigung auf dem Kollweider Hof
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ter: www.mel Ort: Kollweider Hof 1, 52538 Gangelt-Breberen, NRW
a-messe.de
Infos: Anmeldung im Hofladen oder unter 01 60 / 96 67 93 33
4. September 2021, 16 Uhr
Hofführung Klosterhof Bünghausen
Ort: Hömelstraße 12, 51645 Gummersbach, NRW
Infos: www.klosterbauer.deVERANSTALTUNGEN & TERMINE
tand
Mit Biokreis-S 28. August 2021 29.-30. September 2021
3. Oktober 2021 Historisches Erntefest 8. Forum Agroforstsysteme
9 bis 17.30 Uhr Ort: Bernburg, Sachsen-Anhalt Ort: Bernburg (Saale) auf dem Campus
Infos: llg.sachsen-anhalt.de/service/ Strenzfeld, Sachsen-Anhalt
BIOSÜD terminkalender/ Infos: eine Veranstaltung des DeFAF;
https://agroforst-info.de/
Ort: Augsburg, Augsburger
Schwabenhallen, Halle 5 und 7,
Biokreis: Halle 5
Infos: www.biosued.de 9. September 2021 18.-21. Oktober 2021
Tiergerechter Umgang beim Nottöten
Bio-Streuobstanbau und -verwertung
landwirtschaftlicher Großtiere
für Neueinsteiger*innen
Ort: Köllitsch, Sachsen
Ort: Akademie für Ökolandbau Kringell,
Infos: Praktikerschulung; www.lfulg.sachsen.
TERMINE ANDERER de/veranstaltungen.html
Niederbayern
ORGANISATIONEN Infos: www.baysg.bayern.de/zentren/kringell
25. August 2021
Versuchsfeldbegehung 24. September 2021 20.-21. Oktober 2021
ökologischer Apfelanbau Globaler Klimastreik BioAgrar – Messe für ökologische
Ort: Dresden, Sachsen Ort: deutschlandweit Landwirtschaft
Infos: www.lfulg.sachsen.de/ Infos: Karte mit allen Streikorten unter Ort: Messe Offenburg, Baden-Württemberg
veranstaltungen.html www.klima-streik.org Infos: www.bioagrar-offenburg.de
ÖKO-AKTIONSTAGE RHEINLAND-PFALZ
Infos: https://öko-aktionstage-rlp.de/
2. AUGUST – 4. SEPTEMBER 2021
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mit Vorträgen eis
Ort: Heimvolk und Exkursio
Brandenburg shochs chule am Seddin nen
er See,
Infos: www.b
iokreis.de/ver
anstaltungen
/
26.-27. Oktober 2021
Internationale Tagung Ökologische Weitere Informationen und Veranstaltungen:
Rinderzucht www.biokreis.de > Termine
Ort: Tier und Technik-Forum, Aktuelle Informationen für Biokreis-Mitglieder:
Grub (bei München) www.facebook.com/groups/BiokreisNetzwerk/
Infos: www.lfl.bayern.de/oekorinderzuchttagung
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Notizen
Wildbienen Netzwerk
br a u c h e n v ie l f ä l t ig e für Frauen
Blütenformen Das neu gegründete Netzwerk
„AgTechWomen“ will den Frau-
enanteil im agrartechnischen
Bereich, insbesondere in Füh-
rungspositionen und in agrartech-
Massentrachten wie Raps oder Ackerbohnen bieten wertvolle nischen Studiengängen, erhöhen
Nahrungsquellen für Bienen, die bei ihren Blütenbesuchen und Frauen in diesem Feld unter-
zur Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen beitragen. stützen. Das unternehmensüber-
Doch nicht jede blühende Ackerkultur wird von denselben greifende Netzwerk läuft unter
Bienen besucht. Ein Team der Universität Göttingen und des der unabhängigen Koordination
Julius Kühn-Instituts (JKI) in Braunschweig hat untersucht, der Hochschule Weihenstephan-
wie sich die Lebensraumvielfalt der Agrarlandschaft und der Triesdorf (HSWT). Ziel ist auch,
Anbau verschiedener Massentrachten, das heißt blühender die Vernetzung zwischen Frauen
Kulturpflanzen, auf Wildbienen auswirken. Es hat sich ge- in agrartechnischen Unternehmen
zeigt, dass vielfältige Agrarlandschaften den Artenreichtum und Studentinnen voranzutreiben
14 von Wildbienen erhöhen. Blühende Ackerkulturen mit unter- sowie die Attraktivität der Bran-
schiedlichen Blütenformen fördern unterschiedliche Wild- che für Frauen zu erhöhen.
bienenarten. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeit- Wer Interesse am Netzwerk hat,
schrift Landscape Ecology erschienen. red kann über die Gruppe „AgTechWo-
men“ auf LinkedIn oder über die
E-Mail-Adresse info@agtechwo-
men.com Kontakt aufnehmen. red
FORSCHUNG FÜR PRAKTIKER*INNEN
Erweitert um den Bereich „Forschung“ bie- Studienaufbau, Ergebnisse sowie die Aus-
tet das Informationsportal www.oekolandbau. wirkungen auf die Praxis kurz und prägnant
de des Bundesprogramms Ökologischer Land- erläutert. Die Projekte sind in die Berei-
bau und andere Formen nachhaltiger Land- che Tierhaltung, Pflanzenbau, Lebensmit-
wirtschaft (BÖLN) ab jetzt Kurzfassungen der telherstellung und Ökonomie gegliedert.
Ergebnisse ausgewählter Forschungsprojekte, Praktiker*innen können so Forschungser-
eine Datenbank mit allen geförderten BÖLN- gebnisse schnell einsehen und bei Bedarf
Projekten sowie Hintergrundinformationen in ihre Praxis übernehmen. Wer tiefer ein-
zur Forschung. Interessierte finden außerdem steigen möchte, kann auf eine Datenbank
Termine zu Wissenstransfer- und Fachveran- mit allen Forschungsprojekten zugreifen,
staltungen. In den Kurzfassungen zu über 60 die das BMEL im BÖLN seit der Gründung im
abgeschlossenen Forschungsprojekten werden Jahr 2001 gefördert hat. redn Start der Verfügbarkeitsdatenbank
für ökologische Tiere
Seit Juni ist die neue Datenbank für Tiere und juvenile solche Datenbank bereitstellen. Das FiBL Deutschland e.V.
Aquakulturtiere aus ökologischer Herkunft unter www.or- entwickelte diese für Deutschland. In der nun freigeschalte-
ganicxlivestock.de erreichbar. Dort können alle verfügba- ten ersten Version der Datenbank haben alle Anbieter*innen
ren ökologischen (Zucht-)Tiere eingetragen werden, die in und Landwirt*innen mit gültiger Öko-Zertifizierung die Mög-
Deutschland zum Verkauf stehen. Gemäß der EU-Verordnung lichkeit, sich in der Datenbank zu registrieren und ihre Tiere
müssen ab dem 1. Januar 2022 alle EU-Mitgliedsstaaten eine aus ökologischer Herkunft dort anzubieten. Die Suche nach
Tieren in der Datenbank ist ohne Regis-
trierung möglich. Die Listung von zum
Verkauf stehenden Tieren in der Daten-
bank ist freiwillig. Ab dem 1. Januar 2022
dienen die Einträge in der Datenbank als
Grundlage für Ausnahmegenehmigun-
gen für den Kauf konventioneller Tie-
re. Landwirt*innen und Anbieter*innen
können daher schon jetzt die Gelegen-
heit nutzen, sich mit dem neuen System
vertraut zu machen, denn ab 2022 muss
jeder Kauf eines Tiers aus konventionel-
ler Herkunft bei der jeweiligen Behörde
beantragt werden. red
Die neue Verfügbarkeitsdatenbank für ökologische Tiere ist jetzt online.
15
Bio-
Bio-
e
Betrieb
Betriebe
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Bio- Hof trifft Bio-Hof
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menbringt. Damit erhalten teilnehmende Betriebe
Zugang zu einer neuen und interessierten Kun-
dengruppe, die unterwegs gerne regionale Lebens-
mittel und Angebote bezieht. Gestartet im Frühling
2020, vereint das Unternehmen mittlerweile mehr
als 300 nachhaltige Partner-Betriebe und 4.500
Reisende, die Schau aufs Land" nutzen. Egal ob
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Bauernhof, Weingut, Brauerei, Imkerei oder hand-
werkliche Manufaktur: Schau aufs Land" ist auf der
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Suche nach nachhaltigen Betrieben, die auf ihrem
© Thomas Hadinger
Grund Platz für Campingreisende bereitstellen
können. Ein eigener Campingplatz wird dabei nichtINFO | Agrarpolitik
Was haben uns die Parteien zu bieten?
Die Parteien sind in alphabetischer Reihe angeordnet.
Frage 1: Auf welches Prinzip setzen Sie beim Klimaschutz: Anreiz oder Verbot?
AFD CDU/CSU DIE GRÜNEN
Kurz gesagt: weder noch. Wir lehnen es ab, den Bürger mit politischen Maßnahmen zu CDU und CSU haben sich das Ziel gesetzt, dass Deutsch- Wir GRÜNE setzen auf einen klu-
mehr Klimaschutz zu erziehen. Die klimapolitische Verbotspolitik, wenn sie nicht über- land bis 2045 klimaneutral ist. Zum Erreichen brauchen gen Mix aus wirksamen Preisan-
all auf der Welt durchgesetzt wird, führt immer zu einer Abwanderung und Verschie- wir innovative Technologien, wirtschaftliche Investitionen reizen, Förderprogrammen und
bung. So führt die deutsche Abschaltpolitik von konventionellen Kraftwerken zu einem und ein koordiniertes Handeln von Politik, Industrie und ordnungsrechtlichen Standards.
Carbon-Leakage in andere Länder. Deutschland importiert Strom dann wiederum aus Gesellschaft. Dafür setzen wir auf Anreize und auf effizien-
Frankreich oder Polen. Am Ende ist das ein globales Nullsummenspiel der Emissionen. te marktwirtschaftliche Instrumente als Leitinstrumente
Eine klimapolitische Anreizpolitik verschärft zudem die sozialen Konflikte. Gerade die innerhalb eines Instrumentenmixes. Verbots- und Ver-
einkommensschwachen Haushalte können sich den Umstieg auf die E-Mobilität nicht zichtsdebatten werden nicht zum Erfolg in der Klimapoli-
erlauben. Die Ladestationen in der Innenstadt bleiben dann einigen Wenigen vor- tik führen, sondern Innovationen und Wettbewerb und die
behalten. So kann sich der Reihenhausbesitzer für sich alleine eine Solaranlage aufs Zusammenarbeit mit Industrie und Landwirtschaft. Auch
Dach setzen, aber nicht die Eigentümer in einem Mehrfamilienhaus. Am Ende wird es in der Landwirtschaft werden wir Klima-, Arten- und Moor-
aber für alle teurer und Deutschland hat die höchsten Strompreise der Welt. schutzleistungen durch Kooperation und Anreize fördern.
FREIE WÄHLER ÖDP PIRATEN
Wir setzen auf die Innovationskraft und den technischen Fortschritt und Sowohl als auch. Vor allem aber über den Preis. Die wahren Kosten, vor allem Schwerpunkt: Anreize,
wollen auf Abgaben und Verbote verzichten, soweit es möglich ist. Wir wer- auch CO2-Kosten, müssen über den Preis abgebildet werden. Dazu braucht Verbote nur wenn nötig
den nicht zulassen, dass die hohe Zustimmung zum Klimaschutz durch es aber auch den sozialen Ausgleich. Da der Klimawandel bereits Realität ist (z.B. Bahnfahren deutlich
eine Verquickung mit einer ideologischen Systemfrage zerstört wird. Des- und die letzten Jahre ungenutzt verstrichen, muss umso mehr ein Ordnungs- vergünstigen statt Kurz-
halb stehen wir für eine transparente und sachliche Kommunikationspo- rahmen greifen, wie etwa über das Tempolimit, über die Nichtzulassung von streckenflüge verbieten,
litik ein, die allen Bürger*innen ihre Eigenverantwortung verdeutlicht und Verbrennern ab 2025 und den baldigen Ausstieg aus dem Kohlestrom. Da- Subvention der Massen-
gleichzeitig Möglichkeiten eines klimaschonenden Verhaltens aufzeigt. neben treten aber auch Förderungen, etwa für die energetische Sanierung. tierhaltung reduzieren)
Frage 2: Wie machen Sie das Netz der Agrarlobby transparent und verhindern Korruption?
AFD CDU/CSU
Maskendeals, Berateraffären, Vetternwirtschaft und Ami- Es ist uns ein Anliegen, die Vertretung von Interessen im Parlament mit hohen Transparenzerfordernissen in Einklang zu brin-
go-Geschäfte erleben – nur augenscheinlich – eine Hoch- gen. Mit dem inzwischen beschlossenen verpflichtenden Lobbyregister haben wir eine gute Grundlage, um die Arbeit von
konjunktur. Sie waren schon immer da, sie werden nur jetzt Interessenvertreter*innen offen und transparent zu regeln. Für Lobbyist*innen gilt künftig eine Eintragungspflicht, bevor sie
entdeckt. Die Gründe sind relativ einfach, Politiker müssen an Abgeordnete, an Fraktionen sowie deren Mitarbeiter*innen herantreten. Das Gleiche gilt auch bei Interessenvertretungen
keine Repressionen fürchten. Wir fordern mehr Transpa- gegenüber der Bundesregierung – und zwar für Gespräche mit Ministerialen ab der Ebene der Unterabteilungsleiter*innen.
renz und auch härtere Strafen bei Korruption. Letztlich Das Register enthält unter anderem Angaben zur Person, zum Interessen- und Vorhabenbereich, zu Auftraggeber*in und zu
kann nur ein Regierungswechsel die Integrität der politi- den finanziellen Aufwendungen. Zudem werden Interessenvertreter*innen verpflichtet, sich einen Verhaltenskodex zu ge-
schen Entscheidungsträger wiederherstellen und das Ver- ben, der Grundsätze integrer Interessenvertretung definiert und ein öffentliches Rügeverfahren bei Verstößen vorgibt. Auch
trauen der Bürger in die Demokratie wiederbeleben. haben wir einen Ordnungswidrigkeitstatbestand bei Verstößen gegen diese Registrierungspflicht eingeführt.
FREIE WÄHLER ÖDP PIRATEN
In Deutschland wurde bis heute kein Lobbyregister ein- Wir wollen nicht nur das Netz der Agrar- · Lobbyregister, die klare Aufzeichnung welche Firmen, Verbände etc.
geführt, das Verbände, Unternehmen, freiberufliche lobby offenlegen, sondern in allen Be- an der Gesetzgebung beteiligt sind.
Lobbyist*innen, Lobbyagenturen und Lobbykanzleien reichen Transparenz schaffen. Deshalb · Deutlichere Begrenzung und klare Anzeigepflicht des Nebenerwerbs für
erfasst und deren legislativen Fußabdruck klar aufzeigt. teilen wir die Forderungen von Lobby- Politiker*innen
Wir wollen deshalb ein solches Register einführen, um Control. Wir selbst gehen seit unserer · Anzeigepflicht jeder Spende ab dem ersten Euro
Informationen über Budgets, Kund*innen, Themen und Gründung mit gutem Beispiel voran und · Anzeigepflicht jeglicher geldwerter Zuwendungen gem. dem
Namen der Interessenvertreter*innen für die Öffentlich- nehmen weder Firmen- noch Verbands- Beamtenrecht
keit transparent aufzulisten. spenden an. · Eindämmung des politischen SponsoringsAm 26. September findet die Bundestagswahl statt. Jede*r Wähler*in hat
zwei Stimmen: Mit der Erststimme werden die Wahlkreisabgeordneten
auf dem Wege der Direktwahl gewählt. Mit der Zweitstimme wird die
alle Fragen
konnten wir nicht
Landesliste einer Partei gewählt. Wir haben nachgefragt, was zum einen Aus Platzgründen et die gesamten Fragen und
die sogenannten etablierten, zum anderen weitere öko-affine Parteien abdrucken. Ihr find w.biokreis.de
für die Menschen aus der Bio-Branche und ökologisch bewussten Antworten unter ww
Wähler*innen zu bieten haben. Von Ronja Zöls-Biber
DIE LINKE FDP
Für uns gibt es kein „Entweder … oder“ beim Klimaschutz. DIE LINKE setzt auf einen Mix von Wir Freie Demokraten setzen beim Klimaschutz auf das Anreizprinzip der Markt-
Mitteln und Instrumenten. Dazu gehören Ordnungsrecht (gesetzliche Ge- und Verbote, Effizi- wirtschaft. Der Staat gibt ein garantiertes Mengenziel für Treibhausgasemissionen
enzvorschriften etc.), Förderpolitik (Zuschüsse, zinsverbilligte Darlehen etc.), staatliche Infra- vor, überlässt es jedoch der Wirtschaft, dieses Ziel ohne weitere Regulierungen zu
strukturinvestitionen (Ausbau von Bahn und Bus, von Versorgungsnetzen etc.) und marktnahe erreichen. Dazu wollen wir einen sektorübergreifenden Emissionshandel schaffen,
Lenkungsinstrumente (Steuern, Abgaben etc.). Ordnungsrecht und staatliche Infrastrukturin- bei dem durch den Preis frei handelbarer Emissionsrechte Innovationsanreize ge-
vestitionen will DIE LINKE stärken. Damit kommen wir schnell zu Emissionsminderungen (etwa setzt werden.
durch Effizienzstandards bei Gebäuden) und schaffen zügig bezahlbare ökologische Alternativen
(z. B. durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs). Über Förderpolitik sollten Strukturwandel-
prozesse (z. B. in Kohlerevieren) und unzumutbare Zusatzkosten wie bei der Gebäudesanierung
abgefedert werden. CO2-Preise machen nur dort Sinn, wo sie wirksam und sozialverträglich sind,
im Stromsektor etwa, nicht aber bei Wärme und Verkehr.
SPD TIERSCHUTZPARTEI
Wir setzen auf einen modernen Mix aus Ordnungsrecht, finanziellen Anreizen und öffentlichen Investitionen zur Erreichung der Bei einem solch gewaltigen, mensch-
Treibhausgasneutralität 2045. Mit einer langfristig angelegten Industriestrategie schaffen wir Planungssicherheit für die Industrie. heitsbedrohenden Problem müssen von
Den Umstieg auf klimaschonende Produktionsprozesse werden wir durch direkte Investitionsförderung staatlich unterstützen und der Politik klare Regelungen getroffen
die derzeitigen höheren Kosten von klimaschonenden Technologien ausgleichen; klima- und umweltschädliche Subventionen wer- werden.
den wir abbauen und die EEG-Umlage bis 2025 abschaffen.
Für uns geht Klimaschutz nur gemeinsam; das heißt wir wollen zuerst klimaschonende Alternativen mit öffentlichen und privaten
Investitionen in allen Bereichen stärker fördern und sicherstellen, dass die Klimawende sozial und gerecht gestaltet wird.
DIE GRÜNEN DIE LINKE FDP
Transparenz und Nachvollziehbarkeit stärken das Vertrau- DIE LINKE fordert, dass alle landwirtschaftlichen Betrie- Das jüngst beschlossene Lobbyregistergesetz ge-
en in politische Prozesse und Entscheidungen. Deshalb be im Transparenzregister eingetragen werden, inklusive währleistet keine hinreichende Transparenz, da es
wollen wir GRÜNE das Lobbyregister nachschärfen. Damit Tochter- und Mutterunternehmen. Abgeordnete müssen z. B. zahlreiche Ausnahmen enthält. Die Fraktion
Einflussnahme schon während des Entstehungsprozesses Mitgliedschaften und Nebentätigkeiten offenlegen sowie der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag
von Gesetzen sichtbar wird, wollen wir den legislativen Fuß- Lobbygespräche dokumentieren und für die Öffentlichkeit hat dagegen gefordert, dass alle Formen der In-
abdruck einführen. Parteiensponsoring und Parteispenden transparent machen. Letzteres gilt auch für Ministerien. teressenvertretung gleich behandelt und erfasst
wollen wir strikter regeln: mit einer Deckelung für Spenden- werden. Zentral ist für uns jedoch auch die Ge-
beträge, Beschränkung von Spenden auf natürliche Perso- währleistung der Freiheit des Mandats.
nen und effektiveren Darlegungspflichten.
SPD TIERSCHUTZPARTEI
Informationen über die Empfänger*innen der Gemeinschaftsmittel aus den EU-Agrarfonds werden jedes Jahr unter www. Die Agrarförderung muss dem Gemeinwohl dienen und
agrar-fischerei-zahlungen.de/ veröffentlicht. Das schafft Transparenz. Die von uns seit langem geforderte Digitalisierung darf nicht einseitig von der Agrarlobby (namentlich vom
der Verwaltungsabläufe nimmt jetzt Gestalt an. Wir haben erreicht, dass die Daten über Direktzahlungen aus dem Integ- DBV) bestimmt werden. Der Umwelt- und der Verbrau-
rierten Verwaltungs- und Kontrollsystem (InVeKoS) öffentlichen Stellen zu Zwecken von Kontrolle und Sanktionierung, zur cherschutz-Ausschuss müssen bei der Vergabe von
wissenschaftlichen Forschung und Planung, zum Monitoring sowie der Evaluierung der Agrarpolitik und ihrer Umweltaus- Förderungen einbezogen werden. Es sind konsequente
wirkungen, zur Klimaberichterstattung zugänglich gemacht werden. Eine Datenübermittlung darf auch an Behörden erfol- Lobbyregister zu führen, die selbstverständlich auch
gen, die mit der Wasserrahmenrichtlinie, der FFH-Richtlinie und der Vogelschutz-Richtlinie befasst sind. Regierungsmitglieder einschließen.Frage 3: Wer ist verantwortlich für den Umbau der Tierhaltung: Politik oder Verbraucher*innen?
AFD CDU/CSU DIE GRÜNEN
Im Supermarkt ist jeden Tag Wahltag. Der Einkaufs- Der Umbau der Tierhaltung hin zu noch mehr Tierschutz ist eine gesamtgesellschaftli- Der Umbau der Tierhaltung ist eine
beleg ist der abgegebene Stimmzettel. Die deut- che Aufgabe, bei der Landwirtschaft, Politik, Verbraucher*innen und alle Stufen der Le- Herkulesaufgabe, die nicht auf die
schen Verbraucher entscheiden, welche Produkte sie bensmittelkette mitwirken müssen. Die Politik muss die Rahmenbedingungen setzen, Schultern der Verbraucher*innen
kaufen wollen und welche nicht. Diese Kaufentschei- die den Wandel ermöglichen. Dazu werden wir ein Tierwohlstall-Förderungsgesetz er- abgewälzt werden kann. Wir GRÜNE
dung bildet den Wählerwillen um ein Vielfaches ge- lassen und emissionsarme Modellställe entwickeln. Die Bau- und Immissionsschutz- wollen dafür politisch den ordnungs-
nauer ab, als es die Bundestagswahl alle fünf Jahre regelungen sollen so gestaltet werden, dass der Umbau der Ställe für mehr Tierwohl und förderpolitischen Rahmen set-
je könnte. Wir fordern in unserem aktuellen Bundes- möglich ist. Mit einem Bestandsschutz von 15 Jahren bei neuen Stallbauinvestitionen zen. Verbraucher*innen haben das
tagswahlprogramm, das eigenverantwortliche Han- sorgen wir für Verlässlichkeit und Sicherheit. Wir werden unsere Landwirt*innen beim Recht zu erfahren, wie die Tiere ge-
deln der Verbraucher und Erzeuger zu fördern. Falls Umbau der Nutztierhaltung auf der Grundlage der Empfehlungen der Borchert-Kom- lebt haben, deren Produkte sie kau-
möglich sollten die Verbraucher auf regional erzeug- mission unterstützen und mit einem langfristigen Finanzierungskonzept sicherstel- fen. Daher setzen wir uns für eine
te Lebensmittel zurückgreifen können. Dabei kommt len, dass Gesellschaft und Verbraucher*innen ihren fairen Anteil beitragen. Ein weite- verbindliche Haltungskennzeich-
es uns nicht auf die Produktionsweise an, sondern res Ziel ist eine verpflichtende europäische Haltung-/Tierwohlkennzeichnung, damit nung ein.
auf die Qualität der Produkte. Verbraucher*innen eine verantwortliche Entscheidung treffen können.
FREIE WÄHLER ÖDP PIRATEN
Eine artgerechte Weiterentwicklung der Tierhaltungsbedingun- Vorwiegend die Politik. Die Verbraucher*innen haben natürlich eine große grundsätzlich beide, die Verbrau-
gen fordern wir ausdrücklich ein. Dies darf nicht zu einer Be- Macht, die nicht jedem*r Verbraucher*in wirklich bewusst ist. Man kann cher*innen durch Änderungen ihrer
nachteiligung bäuerlich geführter Betriebe gegenüber großen, die Verantwortung hier aber nicht allein der Verbraucherschaft aufladen. Essens- & Kaufgewohnheiten, und
gewerblich strukturierten Anlagen führen. Eine Verbesserung Die Politik muss Mindeststandards festsetzen. Auch hier gilt der wahre die Politik mit Änderungen der Rah-
der Haltungsbedingungen und der wirtschaftliche Erfolg bäu- Preis (siehe Antwort 1). Wären schon heute alle Kosten eingepreist, wäre menbedingungen
erlicher Strukturen dürfen sich nicht gegenseitig ausschließen. konventionell erzeugtes Fleisch teurer als Bio-Fleisch. Lebensmittel müs-
Dies kann nur zusammen mit den Verbraucher*innen gelingen. sen wieder ihren Wert bekommen.
Frage 4: Massentierhaltung, Umweltzerstörung und Klimawandel sind beste Bedingungen für die
Entstehung von Zoonosen. Wie werden Sie diese Gefahr eindämmen?
AFD CDU/CSU DIE GRÜNEN
Der Ursprung des Corona-Virus ist eine vom Fledermaus Neue Infektionserreger sind oftmals tierischen Ursprung. Die Gesund- Um zukünftige Risiken zu minimieren, wollen
auf den Menschen übertragene Krankheit. Auf einem heit von Tieren ist damit auch wesentlich für die Menschen. Grundsätz- wir GRÜNE den Handel mit Wildtieren beschrän-
Tiermarkt in Wuhan muss die Zoonose stattgefunden ha- lich besteht an Orten, wo viele Tiere unter geringen Hygienestandards ken, ein Importverbot von Wildfängen und die
ben. Die größte Gefahr für die Entstehung neuer Zoono- gehalten, geschlachtet, verarbeitet und verkauft werden, ein erhöhtes Einführung einer Positivliste. Außerdem wollen
sen ist der Kontakt, vor allen Dingen der Verzehr des Men- Risiko der Ausbreitung von Krankheitserregern und der Übertragung wir, dass 30 Prozent der Erdoberfläche, an Land
schen von ungeprüften Wildtieren. In Deutschland gibt auf Menschen. Wir setzen uns deshalb national und international für die und im Meer, effektiv geschützt werden und
es derartige Wildtiermärkte nicht. Massentierhaltung ist Stärkung des One-Health-Konzepts, das die Gesundheit von Mensch, die globale Entwaldung gestoppt wird. Auf EU-
ein politischer Kampfbegriff, unter deren Definition auch Tier und Ökosystem gemeinsam betrachtet, für die Einhaltung hoher Ebene setzen wir uns für ein sofortiges Verbot
die heimische Imkerei fallen würde. Nicht auf die Zahl Hygienestandards, eine konsequente Tierseuchenbekämpfung und für von Pelztierfarmen ein. Die industrielle Massen-
der Nutztiere kommt es an, sondern auf die Haltungsbe- die Vorbeugung von Pandemien ein. Wir unterstützen mit Nachdruck tierhaltung wollen wir beenden und die Haltung
dingung. Es geht um Tiergesundheit. Dazu fordern wir in den Kampf gegen den Verlust der Biodiversität und gegen den Klima- von Tieren an die Verfügbarkeit der notwendigen
unserem aktuellen Bundestagswahlprogramm, die bes- wandel, den Kampf gegen Wilderei und den illegalen Artenhandel. Die Fläche binden.
seren Lager- und Stallanlagen schneller zu genehmigen. Kontrolle des Artenhandels wollen wir insgesamt weiter verbessern.
FREIE WÄHLER ÖDP PIRATEN
Eine wesentliche Aufgabe beim Schutz der Lebewesen ist es, solche Indem wir gegen alle drei Quellen vorgehen. Wir brauchen ei- Mit Aufklärung und Information der
gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu schaffen, nen grundlegenden Wandel, nicht nur in der Landwirtschaft, Verbraucher*innen eine Veränderung der
die ein ethisches und wertebasiertes Handeln fördern und unethi- sondern in der gesamten Wirtschaft. Deswegen setzt die ÖDP Nachfrage bewirken, weniger tierische,
schem Verhalten klare Grenzen setzen. Staatliche Kontrollen müs- auf eine Wirtschaft, die dem Allgemeinwohl dient, so wie sie mehr pflanzliche, mehr lokale, mehr saiso-
sen Verstöße gegen diese Regeln aufdecken. Wir sehen ein struk- eigentlich auch unser Grundgesetz verlangt. nale Produkte.
turelles Vollzugsdefizit. Wir machen uns für die Etablierung von
Schwerpunktstaatsanwaltschaften für den Tierschutz stark.DIE LINKE FDP
DIE LINKE sieht die Politik in der Verantwortung dafür, tier- Wir Freie Demokraten treten für eine verantwortungsvolle Nutztierhaltung ein. Dabei ist unser Ziel, dauerhaft
schutzgerechte Standards in der Tierhaltung zu setzen und die mehr Tierwohl zu etablieren, keines, für das die Verantwortung einseitig bei den Verbraucher*innen oder allein
Landwirt*innen beim Umbau zu unterstützen. Wir treten auch bei der Politik liegt. Wir wollen zunächst die Grundlage dafür schaffen, dass wirksame Modernisierungsschritte
für eine verbindliche, staatliche Haltungskennzeichnung ein, in der Tierhaltung und mehr Tierwohl in den Ställen marktwirtschaftlich erreicht werden können. Das bedeutet,
damit Verbraucher*innen zum Tierschutz beitragen können. dass Landwirt*innen die Möglichkeit gegeben werden muss, ihre Ställe einfacher umzubauen. Dazu wollen wir
das Bau- und Immissionsrecht ändern und Genehmigungsverfahren beschleunigen. Zudem setzen wir auf bes-
ser verzahnte rechtsstaatliche Kontrollen. Damit auch die Verbraucher*innen beim Kauf tierischer Produkte Ver-
antwortung übernehmen können, müssen Haltungsbedingungen klar erkennbar sein. Um das zu gewährleisten,
setzen wir uns für ein einfaches, transparentes und verpflichtendes Tierwohllabel in der gesamten Europäischen
Union und mittelfristig für europaweit einheitliche Tierschutzstandards ein.
SPD TIERSCHUTZPARTEI
Einfluss auf den Umbau in der Tierhaltung haben Politik, Verbraucher*innen, der Lebensmittelein- Verantwortlich sind zweifellos beide Seiten. Die Politik muss viel mehr
zelhandel, die verarbeitende Industrie und natürlich auch der*die Landwirt*in als Produzent*in. Anreize für den Umbau schaffen und Haltungsbedingungen, die den
Es liegt deshalb in der Verantwortung der Politik, einen breiten gesellschaftlichen Konsens unter fundamentalen Bedürfnissen der Tiere zuwider laufen, rigoros verbieten.
Beteiligung dieser Gruppen herzustellen, damit wir dem Staatsziel Tierschutz verlässlich über Le- Verbraucher*innen dürfen aber auch nicht die Augen verschließen und
gislaturperioden hinweg in der Nutztierhaltung gerecht werden können. müssen ihr Kaufverhalten und ihre Ernährungsweise überdenken.
DIE LINKE FDP
Im Kampf gegen den Klimawandel streiten wir für den Kohleausstieg bis 2030 und eine Klimaneutralität bis 2035. Wir Freie Demokraten wollen Human- und
In der Landwirtschaft wollen wir Anbausysteme fördern, die Klima, Böden, Tiere und Pflanzen besonders schüt- Veterinärmediziner*innen sowie Halter*innen
zen (etwa Ökolandbau, Paludikulturen, Terra Preta, Agroforstsysteme, tief wurzelnde Nutzpflanzen). Wir wollen von Wildtieren für den Umgang mit Zoonosen
eine Tierhaltung, die tiergerecht, flächengebunden und auf die einheimische Nachfrage bezogen ist. Dazu sollen schulen. Durch eine Registrierungspflicht sollen
Bestandsobergrenzen für Regionen und Standorte eingeführt werden. Ausgleichszahlungen federn den nötigen Tierhalter*innen im Infektionsfall schnell und unkom-
Umbau sozial ab. Ferner wollen wir natur- und umweltzerstörende Subventionen abbauen und die freiwerden- pliziert informiert werden. Der „One-Health“-Ansatz,
den Gelder in Natur- und Umweltprogramme investieren. Naturschutz- und Biodiversitätsziele müssen in andere der einen Austausch und die Zusammenarbeit von
Politikbereiche verbindlich integriert werden, das Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ wollen wir aufstocken. Akteur*innen der Humanmedizin, Veterinärmedizin
Nicht zuletzt brauchen wir ein unabhängiges Register für Wildtierim- und -exporte, eine Begrenzung des Wildtier- und Umweltwissenschaften vorsieht, kann einen zen-
handels, ein Verbot des Onlinehandels mit lebenden Wildtieren, bundesweit einheitliche Regelungen für Tierbör- tralen Beitrag zur Prävention leisten.
senverkauf und Privathaltung und eine transparente Nachverfolgbarkeit der Wildtierherkunft.
SPD TIERSCHUTZPARTEI
Es wird vermutet, dass das Corona-Virus auf einem chinesischen Markt von einem Tier auf den Menschen übergesprungen Wir wollen aus der Massentierhaltung so schnell wie mög-
ist. Auch das Vordringen der Menschen in vorher unberührte Naturräume erhöht das Risiko des Entstehens einer soge- lich aussteigen und propagieren eine vegane Ernährung.
nannten Zoonose. In beiden Fällen besteht die Gefahr einer pandemischen Ausbreitung des Virus von Mensch zu Mensch. Der Klimaschutz gehört ins Grundgesetz und ist durch eine
Die Gefahr ist erkannt und international wird daher der „One-Health-Ansatz“ (Zusammenspiel von Mensch, Tier und Um- Reihe von Maßnahmen (weg vom Individualverkehr, Klima-
welt im Bereich Gesundheit) verfolgt. Die Internationale Allianz gegen Gesundheitsrisiken im Wildtierhandel (Wildtier- dividende, stärkere Förderung erneuerbarer Energien, Sen-
handelsallianz) wurde 2020 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, vom Umweltministerium und kung unsinniger Ex- und Importe, Altbausanierung u.v.m.)
verschiedenen NGOs ins Leben gerufen. Ziel ist die erhebliche Verringerung des zoonotischen „Überspringens“ im legalen voranzutreiben. Grundsätzlich stehen wir vor nie dagewese-
und illegalen Handel mit Wildtieren und Wildtierprodukten. Für ein Vorhaben in Vietnam stehen aktuell 17 Mio. Euro für die nen Herausforderungen und brauchen einen revolutionären
nächsten drei Jahre zur Verfügung. Wir unterstützen dieses Vorhaben ebenso wie eine Ausweitung auf andere Projekte. Bewusstseinswandel. Dazu muss massiv Aufklärungsarbeit
Aktuell hat sich China als Ausrichter der 15. Vertragsstaatenkonferenz über die Biologische Vielfalt bereiterklärt, seine Wild- betrieben werden, angefangen im Kindergarten und in der
tiermärkte zu schließen. Es wird erwartet, dass auf der Konferenz Beschlüsse zur Vorsorge vor Zoonosen gefasst werden. Grundschule. Ethische Fragen müssen in einem breiten ge-
sellschaftlichen Diskurs geführt werden.Frage 5: In der Corona-Situation machte die Politik vieles möglich, was vorher undenkbar
gewesen wäre. Warum ist das beim Thema Klimawandel anders?
AFD CDU/CSU
Die Corona-Politik darf unter keinen Umständen ein Normalzustand für unser Land werden. Mit Die Klimaschutzpolitik hat für uns eine ganz große Priorität. Mit den gerade ver-
diesem unverhältnismäßigen Experiment wird der deutschen Wirtschaft vieles zugemutet. Teilwei- abschiedeten Klimaschutzgesetzen und den ambitionierten Zielen haben wir dies
se stehen Betriebe wie Gastronomie, Reisebranche, Veranstalter und Produktion am Rande ihrer untermauert. Uns geht es darum, Klimaschutz, nachhaltiges Wachstum und die
wirtschaftlichen Existenz oder sind schon längst insolvent. Das ist nicht zu begrüßen. Wir dürfen Schaffung neuer Arbeitsplätze zu verbinden. Wir setzen auf Innovationen und neue
das auch nicht als Einladung für andere politische Träumereien verstehen – das wäre verantwor- Technologien, die auf den Klimaschutz einzahlen, wollen Deutschland zum Wasser-
tungslos. Die Wirtschaft überlebt keine weiteren Experimente und alle staatlichen Finanzhilfen stoff-Land Nummer 1 machen, bringen die erneuerbaren Energien voran, werden
werden künftige Generationen noch sehr lange belasten. Die politischen Verantwortlichen schie- die Energieeffizienz in der Produktion und beim Bauen verbessern, die Kreislauf-
ben die Wahrheit über die Folgekosten bis nach der Bundestagswahl auf. Was den Klimaschutz wirtschaft stärken, den Emissionshandel ausbauen bei gleichzeitigem Schutz vor
betrifft: Deutschland hat die höchsten Strompreise der Welt und verliert zunehmend an wirtschaft- der Verlagerung von Produktion und Emissionen in Drittländer, sorgen für sozialen
licher Bedeutung. Auch hier zeigt sich nicht, wo Deutschlands Führungsrolle trotz der unglaubli- Ausgleich und Entlastung und werden die Senkenleistung von Landwirtschaft und
chen Subventionen eigentlich bestehen soll. Wie bei der Corona-Politik zeigt sich bei der Klima- insbesondere des Waldes stärken und honorieren.
schutzpolitik, dass die Bevölkerung die Gesamtrechnung der Politik nicht sieht, der Unterschied
liegt darin, dass die Bürger es beim Klimaschutz nicht sehen wollen.
FREIE WÄHLER ÖDP PIRATEN
Die Corona-Pandemie hat uns die Probleme einer welt- Auch da wird es nicht anders sein, wenn wir noch länger zu- Corona stellt eine unmittelbare Bedrohung dar. Dem-
weiten Katastrophe für unsere globalisierte Wirtschaft warten. Bei Corona sahen viele Menschen eine konkrete Be- gegenüber werden viele durch Klimaeffekte hervorge-
aufgezeigt. Diese Erkenntnisse müssen nun beim Thema drohung für sich. Der Klimawandel, dessen erste Auswirkungen rufene Schäden wie Krankheiten, Tod, Waldsterben,
Klimawandel angewendet werden. man direkt sehen kann, ist aber für viele Menschen noch zu ab- Stürme, Zoonosen etc. oft noch nicht direkt dem Kli-
Klimaschutz ist die globale Herausforderung unserer strakt und zu weit weg. Sie denken: Nach mir die Sintflut oder so mawandel zugeordnet.
Zeit. Klimaschutz bedeutet deshalb gleichzeitig, eine wir- schlimm wird es nicht werden. Wenn wir jetzt nicht entschlos-
kungsvolle Entwicklungs- und Sicherheitspolitik zu ver- sen handeln, wie auch vom Verfassungsgericht kürzlich einge-
folgen. Eine neue wirtschaftliche Zusammenarbeit muss fordert, dann werden irgendwann noch drastischere Maßnah-
fair und nachhaltig gestaltet werden. men als bei Corona nötig. Aber wenn erst einmal Kipppunkte
erreicht sind, können wir vermutlich nichts mehr machen.
Wenn Sie in Ihrer Regierungszeit nur ein einziges Ziel erreichen könnten, welches würden Sie wählen?
AFD CDU/CSU
Wenn es um ein Ziel aus dem Ressort Umwelt und Als Volksparteien verfolgen CDU und CSU nicht nur ein einziges Ziel, sondern uns geht es um die Wohlfahrt und den Wohl-
Landwirtschaft geht, wäre das die Renationalisierung stand unseres ganzen Landes und aller Bürger*innen. Wir wollen die 20er-Jahre zu einem Modernisierungsjahrzehnt für unser
der agrarpolitischen Kompetenzen. Es ermöglicht Land machen. Wir wollen stark aus der Krise kommen und eine neue Dynamik schaffen. Eine Dynamik, die Wirtschaft und Kli-
uns, die Agrarpolitik wieder selbst im Interesse des maschutz voranbringt, Arbeitsplätze sichert und neue schafft, Familien unterstützt und eine moderne Arbeitswelt gestaltet.
Naturschutzes und unserer heimischen Landwirt- Bürger*innen sowie Unternehmen werden wir mehr Freiraum eröffnen. Wir wollen einen verlässlichen und modernen Staat ge-
schaft zu gestalten. Sie wäre ohne den Brüsseler Ver- stalten und dafür auch die Digitalisierung nutzen. Wir wollen eine Gesellschaft, die zusammenhält und Einsatz belohnt, Aufstieg
schiebebahnhof wieder faktenbasiert und effizienter. ermöglicht und die diejenigen schützt, die sich nicht selbst helfen können. Das Dreieck wirtschaftliche Stärke, konsequenter
Der finanzielle Spielraum für weitere politische Maß- Klimaschutz und soziale Sicherheit ist uns wichtig. Zusammen mit unseren europäischen Freunden wollen wir dafür sorgen,
nahmen würde größer werden. dass Deutschland und die EU weltpolitikfähiger werden.
FREIE WÄHLER ÖDP
Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe: Wir wollen, dass möglichst viel Wertschöpfung und Kaufkraft in den Regio- Den Klimawandel zu stoppen bzw. zumindest auf 1,5 Grad
nen gebunden werden. Durch den Kauf regionaler Waren und Dienstleistungen stärken wir unsere Heimat, sichern Ar- zu begrenzen, ist das vordringliche Ziel. Wenn wir dieses
beitsplätze vor Ort, verbessern die Steuerkraft der Gemeinden und schonen unsere Umwelt und das Klima. Wir wollen nicht schaffen, braucht man über andere Ziele gar nicht
dieses Ziel durch eine regionalorientierte Wirtschaftspolitik erreichen. mehr nachdenken.Sie können auch lesen