Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau - forumKirche

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Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau - forumKirche
Nummer 2
12. bis 25. Januar 2014

                          Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau
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Alleine leben

                                                                                                           Editorial                                      Es ist gut so, wie es ist
                                                                                                           «Als Single leben» – Gehört dieses Thema       Single aus Überzeugung
                                                                                                           überhaupt in ein Pfarreiblatt? Ist es nicht
                                                                                                           besser in einem Feuilleton, einem Life-
                                                                                                           stylemagazin oder einer Talkshow aufge-        Es gibt immer mehr Menschen, die alleine
                                                                                                           hoben? Diese Frage bewegte uns bei der         leben. Doch Single ist nicht gleich Single:
                                                                                                           Planung in der Redaktion.                      Der eine betrauert den Tod seiner Partne-
                                                                                                                                                          rin, die andere hat noch nicht den Richti-
                                                                                                           Dann kamen uns die ermutigenden Worte          gen gefunden, wieder ein anderer lebt in
                                                                                                           des Zweiten Vatikanischen Konzils in den       Trennung. Hildegard Aepli stellte mit der
                                                                                                           Sinn: «Freude und Hoffnung, Trauer und         Zeit fest, dass es gut für sie ist, alleine zu
                                                                                                           Angst der Menschen von heute, beson-           leben. forumKirche sprach mit der Theo-
                                                                                                           ders der Armen und Bedrängten aller Art,       login über ihre Erfahrungen, die sie auch in
                                                                                                           sind auch Freude und Hoffnung, Trauer          einem kleinen Buch festhielt.
                                                                                                           und Angst der Jünger Christi» (Gaudium et
                                                                                                           Spes 1), also auch der Christen von heu-       «Single – und wie?! Erfülltes Leben mit un-
                                                                                                           te. Wenn man den Statistiken Glauben           erfüllten Wünschen» lautet der Titel eines
                                                                                                           schenken darf, hat die Zahl der Single-        Bändchens (siehe S. 14), das Hildegard
                                                                                                           Haushalte die letzten Jahrzehnte deutlich      Aepli 2012 veröffentlichte. Etwa ein Dut-
                                                                                                           zugenommen. Allein in der Schweiz gibt         zend Exemplare dieser orangeroten Ausga-         Weise sei ja jeder Mensch herausgefordert,
                                                                                                           es mehr als 1,3 Millionen davon – Tendenz      be ziert ein Regal in ihrem Büro. Ein aufge-     sein Leben eigenständig und alleine zu ver-
                                                                                                           steigend. Hinzu kommt, dass einem von          räumter Schreibtisch, eine gemütliche            antworten – auch Verheiratete. Ausserdem
                                                                                                           vielen Plakatwänden und fast auf jeder         kleine Sitzgruppe, interessante Bilder und       sieht sie im Alleinstand «eine enorme
                                                                                                           Internetseite lachende Gesichter entgegen-     Accessoires verleihen dem Raum eine ein-         Chance, um sich mit sich selber ausein-
                                                                                                           strahlen, die für Partnervermittlungs-         ladende Atmosphäre. Hildegard Aepli arbei-       anderzusetzen und sich den grossen Le-
                                                                                                           plattformen werben. Die Lebensform «Sin-       tet im Pastoralamt des Bistums St. Gallen        bensfragen zu öffnen». Alleinstehende Frau-
                                                                                                           gle» beschäftigt offensichtlich nicht wenige   und ist als Exerzitienleiterin und geistliche    en über 70 meldeten ihr zurück, dass sie
                                                                                                           Menschen, und für viele von ihnen              Begleiterin tätig. Ihr natürliches Auftreten     durch ihr Buch eine späte Wertschätzung
                                                                                                           scheint sie verbunden zu sein mit der          und ihre offene Art machen es einem              erlebt hätten. Für Singles mittleren Alters
                                                                                                           Sehnsucht nach einer gelingenden Part-         leicht, in ein interessantes Gespräch mit        bot es ein Aha-Erlebnis: Es ist normal und
                                                                                                           nerschaft. Also doch «Freude und Hoff-         ihr zu kommen.                                   gut, als Single zu leben!
                                                                                                           nung, Trauer und Angst» unserer Gesell-        Die Idee zu ihrem Buch, so erzählt sie, sei
                                                                                                           schaft, unserer Zeit?! Also doch ein           nicht von ihr gekommen. Sie wurde von den        Krise und Entwicklung
                                                                                                           Thema für forumKirche?! Letzte Gewiss-         Herausgebern der Ignatianischen Impulsen         Mit dem Begriff «Single» könne sie sich
Titelbild: Wer als Single nicht einsam sein möchte, braucht ein gutes Beziehungsnetz. Bild: Claudia Koch

                                                                                                           heit erhielt ich im Gespräch mit Hildegard     angefragt. Heute sieht die 50-Jährige in ih-     nicht anfreunden, bekennt Hildegard Aepli.
                                                                                                           Aepli (siehe folgende Seiten), die erzähl-     rem Schreiben über das Singlesein einen          Auch den Begriff «ledig» streiche sie in For-
                                                                                                           te, wie froh und dankbar viele Menschen        Dienst für viele Menschen, die in einer          mularen immer durch und ersetze ihn durch
                                                                                                           darauf regierten, dass sie als Alleinste-      ähnlichen Situation leben. Es ist ihr ein        «allein-stehend» – am liebsten in zwei Wör-
                                                                                                           hende ihre Lebensform in zwei Büchern          Anliegen, dass diese Lebensform anders           tern ohne Bindenstrich. «Denn dadurch
                                                                                                           öffentlich zum Thema gemacht hat.              wahrgenommen wird als in ihrer Defizit-          kommt das Kraftvolle in dieser Lebensform
                                                                                                                                                          orientierung. «Ich möchte sie würdigen und       besser zum Ausdruck», führt sie aus. Doch
                                                                                                           Folgender Beitrag bietet Singles die           wertschätzen», stellt sie fest. In gewisser      sie konnte ihr Alleinsein nicht immer so po-
                                                                                                           Möglichkeit, sich anhand eines konkreten                                                        sitiv sehen. Ganz offen und ohne Stocken
                                                                                                           Beispiels über ihre eigene Situation Ge-                                                        erzählt sie, wie sie mit 28 Jahren in eine
                                                                                                           danken zu machen und zu klären, wie sie        Inhalt                                           tiefe Krise geriet: Aufgewachsen in einer
                                                                                                           zu ihrer eigenen Lebensform stehen. Den                                                         Grossfamilie war sie als junge Frau auch
                                                                                                           anderen hilft diese Innensicht das eigene      Vatikan                                    5     mit dem Wunsch unterwegs, einmal eine
                                                                                                           Bild vom Singlesein zu korrigieren und         Aufbruchstimmung und neue Hoffnung               Familie zu gründen. Es entwickelten sich
                                                                                                           auszuloten, was ihnen Alleinsein bedeutet      Von Benedikt XVI. zu Franziskus                  immer wieder engere Beziehungen zu Män-
                                                                                                           und wie viel Alleinstand sie für sich benö-                                                     nern. «Aber immer wenn es verbindlicher
                                                                                                           tigen – auch und gerade in einer Partner-      Mehr als Worte sagt ein Lied               9     wurde, ist es mir schlecht gegangen. Mir ist
                                                                                                           schaft. Der zweite Artikel beschreibt, eine    Wie schön leuchtet der Morgenstern               physisch schlecht geworden.» Sie musste
                                                                                                           bewährte Einrichtung, die es Alleinstehen-                                                      die Beziehungen jedes Mal abbrechen. Am
                                                                                                                                                          Schaffhausen                              13
                                                                                                           den ermöglicht, Kontakt zu finden und                                                           Ende ihres Studiums erlebte sie dann eine
                                                                                                                                                          Adoray – Im Lobpreis verbunden
                                                                                                           miteinander ihre Freizeit                      Eine Gebetsform für junge Menschen
                                                                                                                                                                                                           depressive Phase. «Da hat ein todernstes
                                                                                                           zu gestalten.                                                                                   Gespräch mit Gott stattgefunden. In dieser
                                                                                                                                                          Kurse · Tagungen                          14     Zeit ist der Gedanke in mich eingeschos-
                                                                                                                                                                                                           sen, dass es in meinem Leben darum ge-
                                                                                                                                                          Missionen · Radio & TV                    15     hen könne, dass ich alleine bleibe.» Nach
                                                                                                                                                                                                           und nach konnte sie sich auf diese neue
                                                                                                                                                          Kalenderblatt · Zum Schluss               16     Idee einlassen, allerdings mit der Bedin-

                                                                                                           2   forumKirche | 2-2014
Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau - forumKirche
Alleine leben

                                                                                                                                                                        Quelle: Kipa
                                                                      Hildegard Aepli hat
                                                                      mit ihrem Alleinsein                               News
                                                                      gerungen und dadurch
                                                                      neue Perspektiven                                  ■ Viele Rückmeldungen
                                                                      dazubekommen.                                      Die Umfrage unter den Gläubigen der ka-
                                                                                                                         tholischen Kirche in der Schweiz zur Part-
                                                                                                                         nerschafts-, Ehe- und Familienpastoral ist
                                                                                                                         auf grosses Interesse gestossen. Online
                                                                                                                         haben sich insgesamt 17’361 Personen
                                                                                                                         gemeldet. Per Briefpost schickten rund
                                                                                                                         6000 Personen ihre Antworten. Es komme
                                                                                                                         damit eine «unerwartet hohe Zahl von weit
                                                                                                                         über 23’000 Antworten» zusammen, hebt
                                                                                                                         die Schweizer Bischofskonferenz hervor.

                                                                                                                         ■ Homosexuelle Partnerschaften

                                                                                                  Bild: Detlef Kissner
                                                                                                                         Ein katholischer Bischof auf Sizilien hat
                                                                                                                         sich für die staatliche Anerkennung homo-
                                                                                                                         sexueller Partnerschaften ausgesprochen.
                                                                                                                         Es widerspreche der christlichen Barmher-
                                                                                                                         zigkeit und den universalen Menschen-
gung, dass sie dann Beziehungen zu Men-           nen sie nicht wusste, dass sie sich eines                              rechten, wenn solche Lebensgemeinschaf-
schen braucht, die ihr kritisch gegenüber         Tages aus ihr entwickeln würden. Hildegard                             ten vom Gesetz so behandelt würden, als
stehen, sie aber auch mögen. «Ich wollte ja       Aepli kennzeichnet eine Gradlinigkeit, die                             existierten sie nicht, sagte der Bischof von
keine saure Gurke werden.»                        offen bleibt für weitere Entwicklungen. So                             Mazara del Vallo, Domenico Mogavero, in
                                                  verschliesst sie sich auch nicht neuen Be-                             einem Interview.
Kraft für sich selbst                             ziehungen gegenüber. Gerade in der Zeit,
                                                                                                                         ■ Demonstration für Religionsfreiheit
Mit diesem neuen Blick auf ihr Leben löste        als sie an ihrem Singlebuch schrieb, pas-
                                                                                                                         In Indonesien haben Zehntausende Men-
sich ihre Depression damals auf. «Und ich         sierte es, dass sie sich in einen Mann ver-
                                                                                                                         schen für mehr religiöse Toleranz demons-
wusste, sie kommt nie wieder», erzählt            liebte. «Damals dachte ich: Das ist ja hirn-
                                                                                                                         triert. Auf Initiative der indonesischen Re-
Aepli in ihrer engagierten Art weiter. Rück-      verbrannt!», erzählt Aepli. Dennoch liess
                                                                                                                         gierung und mehrerer Religionsgemein-
blickend versteht sie heute besser, was es        sie sich auf die neue Beziehung ein und
                                                                                                                         schaften seien am «Tag der religiösen Har-
ihr bisher unmöglich machte, sich auf eine        musste ein weiteres Mal feststellen, «dass
                                                                                                                         monie» allein in der Hauptstadt Jakarta
Partnerschaft einzulassen: «Meine Fähig-          es nicht geht».
                                                                                                                         70’000 Menschen auf die Strasse gegan-
keit, mich anderen anzupassen, ist so aus-
                                                                                                                         gen. Mit den Feiern wolle die Regierung
geprägt, dass ich in Gefahr bin, mich selbst      Neue Projekte
                                                                                                                         ein Zeichen gegen die zunehmenden Über-
zu verlieren. Vielleicht ist das eine Form        Gefragt danach, was sie vermisse, überlegt
                                                                                                                         griffe auf religiöse Minderheiten setzen.
von Behinderung oder auch von Stärke.»            Hildegard Aepli zuerst lange: «Ich könnte
Deswegen brauche sie das Alleinsein, um           nicht sagen, was es ist.» Wenn sie einen                               ■ Peter Faber gewürdigt
genügend Kraft für sich selbst übrigzuha-         Mangel verspüre, sei das für sie eine Her-                             Papst Franziskus hat den neuen Heiligen
ben. Sie geniesse es, wenn sie abends             ausforderung, ein neues Projekt, einfach                               Peter Faber (1506–1546) als Vorbild für
heimkomme und da niemand auf sie warte,           spannend. Sie sehe sich nicht als «Arme»,                              eine überzeugende Glaubensverkündi-
auf den sie sich dann noch einlassen müs-         sondern suche nach Möglichkeiten, wie sie                              gung gewürdigt. Der französische Jesuit
se. Sie könne dann einfach nichts tun, faul       die Situation umwandeln könne. Um nicht                                habe der weit verbreiteten Versuchung
sein, an sich selber leiden, einsam sein.         alleine Ferien machen zu müssen, lud sie                               widerstanden, die Botschaft Jesu mit «in-
«Heute weiss ich: Das gehört zu mir, es tut       z. B. ihre Nichten und Neffen zu Städterei-                            quistorischen Stockhieben» zu verbinden,
mir gut, so zu leben und meine Bedürfnisse        sen ein oder bezog ein Ferienhaus neben                                sagte Franziskus. Stattdessen habe er die
nicht zu überdecken», resümiert Aepli,            der Familie ihrer Schwester. An Weihnach-                              christliche Botschaft mit Sanftheit, Brüder-
die sich als eine Frau charakterisiert, die       ten zieht sie sich mit Freunden auf eine                               lichkeit und Liebe unter den Menschen
Widerständen im Leben nicht ausweicht,            Hütte zurück. Trotzdem ist das Singlesein                              verbreitet.
sondern sie anschaut.                             für sie nicht immer leicht, vor allem wenn
                                                  sie an Hochzeiten, Krankheitsphasen oder                               ■ Papst reist ins Heilige Land
Eigene Fruchtbarkeit                              das Alter denkt. Neben einem guten Bezie-                              Papst Franziskus besucht vom 24. bis
In dem Masse, in dem Hildegard Aepli ihre         hungsnetz zur Familie und zu Freunden ist                              zum 26. Mai Israel, Jordanien und die
Lebensform als Alleinstehende annehmen            ihr das Gebet und die Beziehung zu Gott ei-                            Palästinensergebiete. Stationen seines
konnte, wuchsen ihr neue Kräfte, eine neue        ne wichtige Hilfe. Auch aus ihrer Arbeit, die                          dreitägigen Besuchs sind die jordanische
Kreativität zu: «Ich habe gemerkt, dass sich      sie mit vielen Menschen und Lebensge-                                  Hauptstadt Amman, Bethlehem und Jeru-
eine Form von Fruchtbarkeit einstellt, die sich   schichten in Kontakt bringt, schöpft sie viel                          salem. Höhepunkt ist die Feier eines «öku-
nicht in Kindern äussert, sondern in meinen       Kraft. Am Wichtigsten ist für sie aber das                             menischen Treffens» mit dem Patriarchen
Büchern oder dass ich sieben Monate lang          Vertrauen, dass es genau so, wie es ist,                               von Konstantinopel, Bartholomaios I.
zu Fuss nach Jerusalem pilgern konnte und         gut ist.                                                               sowie allen Repräsentanten der in der
dabei Gedichte geschrieben habe.» Sie habe                                                                               Stadt vertretenen christlichen Kirchen.
dabei unglaubliche Sachen entdeckt, von de-                                      Detlef Kissner

                                                                                                                                            forumKirche | 2-2014      3
Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau - forumKirche
Alleine leben

«Es war eine spannende und sinnstiftende Arbeit»
30 Jahre Einsatz für Partnersuchende und Singles

Es gibt verschiedene Möglichkeiten,               sidentin Margot Collins. Ein stolzer Preis,                       ne Heiratsvermittlerin!» Sie sagte ab. Kurz
wie Singles ihre Freizeit in Gesellschaft         erhielt man doch keine Garantie dafür, dass                       darauf traf ein Brief von Helen Meier mit
verbringen können. Eine davon ist der Club        es überhaupt zu einer Verbindung kam. «Zu-                        der Bitte um ein Gespräch ein, und sie
kbr, der seit 1978 Freizeitangebote und           dem gab es viele schwarze Schafe, die den                         konnte Margot Collins im Frühjahr 1984 den-
Ferien für Singles anbietet. Margot Col-          Partnersuchenden das Blaue vom Himmel                             noch für den Job gewinnen. Der Verein wurde
lins-Fäh übergibt Ende Jahr nach fast 30          versprochen haben.» Auf evangelischer Sei-                        nicht nur von Bauern, sondern auch von Part-
Jahren die Geschäftsleitung in neue Hän-          te gab es bereits seit 1938 das Pendant                           nersuchenden aus allen Berufssparten ge-
de. Im Gespräch mit forumKirche erzählt           Unterwegs zum du, und man plante gar ei-                          nutzt. Nebst den Freizeitanlässen mit Begeg-
sie, wie aus einem Verein für partnersu-          nen ökumenischen Verein, der jedoch nicht                         nungsmöglichkeiten gab es auch einen
chende katholische Bauern ein Club für            zustande kam. Zwei Bauernvertreter im Par-                        Briefklub, der gerne von Männern genutzt
Singles wurde, die gerne ihre Freizeit oder       lament unterstützten die Idee von Helen                           wurde. Bei den Freizeitanlässen waren und
Ferien gemeinsam mit Gleichgesellten ver-         Meier und gründeten 1978 den Verein kbr,                          sind die Frauen in der Überzahl. Ende 2003
bringen möchten.                                  mit Helen Meier als erste Geschäftsführe-                         ging der Verein kbr mangels finanzieller
                                                  rin. Da Meier gute Kontakte zu sozialen In-                       Mittel für die Geschäftsleitung in Liquidation.
Bauer, ledig, sucht … Was heute eine be-          stitutionen wie Fastenopfer und Caritas                           «Ich war zu diesem Zeitpunkt eigentlich
liebte Fernsehsendung umschreibt, wäre            unterhielt, waren die finanziellen Mittel und                     schon pensioniert», sagt Margot Collins. Ei-
vor 35 Jahren ebenfalls die korrekte Be-          ein Vorstand schnell beisammen.                                   ner Mitarbeiterin zuliebe, die vor der Pension
zeichnung für den katholischen Bekannt-                                                                             stand, machte sie auf privater Ebene weiter.
schaftsring kbr gewesen. Schon damals             Keine Heiratsvermittlerin!                                        Zwar konnte ein neuer Vorstand sowie neue
war für Bauern die Suche nach einer Frau          Der Hartnäckigkeit der umtriebigen Parla-                         finanzielle Unterstützung gefunden werden,
nicht einfach. Mit der Gründung des kbr er-       mentarierin ist es ebenfalls zuzuschreiben,                       doch das Internet wurde zur ernsthaften Kon-
hielten diese – sofern sie katholisch und         dass Margot Collins zum kbr stiess. «Ich                          kurrenz. Ende 2006 war es definitiv aus für
nicht geschieden waren – eine ideale              sah ein Stellengesuch in der NZZ, in dem                          den Verein. Margot Collins machte unbeirrt
Plattform für die Partnersuche. Ins Leben         eine Geschäftsleiterin für einen Verein ‹im                       weiter – nicht mehr für Partnersuchende,
gerufen wurde der Verein von Alt-CVP-Natio-       Dienste der Menschen› gesucht wurde. Ge-                          sondern neu für Singles, die ihre Freizeit und
nalrätin Helen Meier, die sogar beim Bun-         fragt waren u. a. Erfahrung im Marketing,                         Ferien in Gesellschaft verbringen möchten.
desrat ihr Anliegen vorbrachte und sich           die ich vorweisen konnte, und ich bewarb
über die «Auswüchse bei den Partnerwahl-          mich.» Sie erhielt einen Anruf, in dem ihr er-                    Keine Ruhepause geplant
büros» beschwerte. «Damals sollten die            öffnet wurde, dass es sich um den Verein                          Schaut man sich das Programm des Club
Bauern rund 4000 Franken für eine Vermitt-        kbr handelt und wie dessen Aufgabe aus-                           kbr an, so fällt die Vielfältigkeit und Ab-
lung bezahlen», erzählt die scheidende Prä-       sah. «Ich lachte und sagte: Ich bin doch kei-                     wechslung auf. Es gibt immer zahlreiche
                                                                                                                    Wanderungen – dies auch deshalb, da
                                                                                                                    Margot Collins selber gerne wandert – aber
                                                                                               Bild: Claudia Koch

                                                                                                                    man kann auch geführte Museumstouren,
                                                                                                                    Schifffahrten oder gar Skiwochenenden ge-
                                                                                                                    niessen. Woher nimmt sie die Ideen für die
                                                                                                                    vielen Angebote? «Wenn man die Fühler
                                                                                                                    mal ausgestreckt hat, findet sich immer et-
                                                                                                                    was», sagt sie. Ausserdem können die re-
                                                                                                                    gelmässigen Besucherinnen und Besucher
                                                                                                                    auch gerne Vorschläge vorbringen.

                                                                                                                    Rückblickend spricht Margot Collins von ei-
                                                                                                                    ner sehr spannenden und sinnstiftenden
                                                                                                                    Arbeit mit vielen bereichernden Begegnun-
                                                                                                                    gen. Doch wird sie künftig nicht die Hände
                                                                                                                    in den Schoss legen: Sie wird als Koordina-
                                                                                                                    torin des Pilgerweges nach Rom dafür zu-
                                                                                                                    ständig sein, Pilgernde zu beraten und über
                                                                                                                    Übernachtungsmöglichkeiten Bescheid zu
                                                                                                                    wissen.

                                                                                                                                                     Claudia Koch

                                                                                                                    ■   Nähere Infos: www.kbr.ch und Seite 14.
Hat nach der Geschäftsleitungsübergabe nicht im Sinn, die Hände in den Schoss zu legen:
Margot Collins-Fäh.

4   forumKirche | 2-2014
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Vatikan

Aufbruchstimmung und neue Hoffnung
Vom Deutschen Benedikt XVI. zum Argentinier Franziskus

Die Realität hat im Vatikan selbst kühnste

                                                 Bild: KNA-Bild
Spekulationen übertroffen: Zum ersten
Mal seit dem Mittelalter trat ein Papst
freiwillig von seinem Amt zurück. Zum
ersten Mal wurde ein Lateinamerikaner an
die Kirchenspitze gewählt. Und der neue
Papst Franziskus bringt frischen Wind in
den Vatikan. Er setzt Reformen in Gang
und wird – bislang – von einer breiten Wel-
le der Sympathie und Reform-Euphorie ge-
tragen.

Die lateinische Rücktritts-Ankündigung vom
11. Februar 2013 erschütterte nicht nur
die Kirche. Sie fand viel Respekt, aber auch
manches Unverständnis. Benedikt XVI. sah
sich angesichts schwindender Kräfte nicht
mehr in der Lage, das Amt des Pontifex
Maximus auszuüben. Nach knapp acht Jah-
ren ging das «deutsche» Pontifikat zu Ende.
Seither lebt der emeritierte Papst weitge-                        Kontinuität oder Wechsel? Setzt Papst Franziskus im Vergleich zu seinem Vorgänger neue Akzente?
hend zurückgezogen in seinem kleinen
Kloster im Vatikan.
Anders als nach dem Tod von Johannes                              Schon einen Monat nach der Wahl berief er        dere beanstanden, dass er bis heute nur
Paul II. 2005 stand die Sedisvakanz dies-                         einen achtköpfigen Kardinalsrat, der ihm         mit einer provisorischen Regierungsmann-
mal nicht im Zeichen von Kontinuität.                             Vorschläge für eine Kurienreform erarbeiten      schaft amtiert. Manche halten seine jüng-
Benedikt XVI. hatte die Kirche mit brillanten                     soll. Allerdings wurde bereits deutlich, dass    ste Markt- und Wirtschaftskritik für zu
Ansprachen und Publikationen geleitet und                         das Projekt «Kurienreform» nicht Monate,         «links». Überhaupt sehe man im Vatikan zu
den Austausch von Kirche und Zeitgeist                            sondern Jahre brauchen wird.                     viel Bergoglio und zu wenig Papst, hört man.
vorangebracht. Aber es gab im Vatikan
immer wieder organisatorische Pannen:                             Nicht allen gefällt's                            «Sohn der Kirche»
Regensburger Rede, Streit mit Piusbrüdern,                        Papst Franziskus beeindruckt die Men-            Neun Monate nach seiner Wahl geniesst
Williamson-Affäre und «Vatileaks». Im Vor-                        schen mit seiner Ausstrahlung, seiner Au-        Franziskus weiterhin einen Vertrauensbo-
konklave forderten die Kardinäle nach-                            thentizität und mit seinen prägnanten, mit-      nus in Medien und Öffentlichkeit. Viele sei-
drücklich Abhilfe und Veränderungen in                            unter zugespitzten Botschaften. Seit seiner      ner Anregungen werden als Reform, als Öff-
der Kurie.                                                        Wahl strömen sie zu den öffentlichen             nung gefeiert, auch wenn bereits seine
                                                                  Papstterminen. Franziskus nimmt sich für         Vorgänger Ähnliches anregten. Hohe Erwar-
Veränderungen                                                     die Fahrten durch das Menschenspalier            tungen ranken sich um seinen Zentralbe-
Im sechsten Wahlgang einigten sich am                             noch mehr Zeit als seine Vorgänger, er           griff «Barmherzigkeit». Freilich verweist
13. März 2013 die 115 Wahlmänner über-                            grüsst Kranke und Behinderte, herzt Kinder.      Bergoglio etwa im Zusammenhang mit ei-
raschend auf den Argentinier Jorge Mario                          Im Vordergrund stehen für ihn der Einsatz        nem Kommunionsempfang für wiederver-
Bergoglio (76). Viele hatten mit einem Jün-                       für die Armen, das Bild einer armen Kirche,      heiratete Geschiedene auf die geltenden
geren gerechnet. Aber schon mit seinem                            das Bemühen um mehr Kollegialität und            Normen der Kirche. Und er sei ein «Sohn
ersten, das Protokoll sprengenden Auftritt                        Synodalität an der Kirchenspitze. Auch poli-     der Kirche».
auf der Loggia des Petersdoms gewann der                          tisch hat Franziskus durchaus für Aufsehen       Mit seinem Lehrschreiben «Evangelii gau-
neue Pontifex viele Herzen.                                       gesorgt, etwa mit seinem Solidaritätsappell      dium» hat Franziskus am Ende des Kirchen-
Seither ist manches anders im Vatikan. Der                        auf der Flüchtlingsinsel Lampedusa. Der          jahres eine Art Pontifikatsprogramm vorge-
Lebens- und Arbeitsstil des neuen Papstes                         von ihm angesetzte Weltgebetstag für Sy-         legt. Es geht ihm um eine Neuausrichtung
ist von Einfachheit und Bescheidenheit                            rien – unmittelbar vor der drohenden US-Mi-      der Kirche auf allen Ebenen. Einer Kirche,
geprägt. Franziskus wohnt im Gästehaus                            litärintervention – fand religionsübergrei-      die sich stärker den Menschen an der Peri-
Santa Marta – unter vielen Menschen –                             fend weltweite Beachtung. Fast ein               pherie zuwenden muss. Und in der das Amt
und nicht im Apostolischen Palast. Er hat                         Heimspiel war seine erste Auslandsreise:         – einschliesslich des Amtes des Papstes
keinen eigenen Privatsekretär, sondern ein                        Zum Weltjugendtag nach Rio de Janeiro.           und seiner Kurie – nicht Macht, sondern in
Sekretariat, und er erledigt vieles selbst. In                    Der neue Stil an der Kirchenspitze gefällt       erster Linie Dienst bedeuten soll.
den ersten Amtsmonaten hat er sich in vie-                        freilich nicht allen. Manche halten seine
len Gesprächen einen Überblick über die                           Messen für zu wenig feierlich, vermissen in                          Johannes Schidelko/Kipa
ihm bislang eher fremde Kurie verschafft.                         den Predigten theologischen Tiefgang. An-

                                                                                                                                        forumKirche | 2-2014    5
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Santiago de Compostela

Boom auf dem Jakobsweg
Immer mehr Menschen pilgern nach Santiago de Compostela

Der Boom auf dem Jakobsweg nach Santi-          mussten sich auf Wartezeiten von bis zu
ago de Compostela ist ungebrochen. Kurz         zwei Stunden einstellen. Die Schlangen           Zum Jakobsweg
vor Jahresende und zwei Jahrzehnte nach         wanden sich weit in die vorliegende Alt-         Ziel der Wallfahrt nach Santiago ist das
der Erhebung zum UNESCO-Weltkulturerbe          stadtgasse hinaus, was viele Pilger nach         Grab des Apostels Jakobus des Älteren,
ist klar: 2013 wird als eines der pilger-       Wochen der Entbehrungen und Erschöp-             der nach Apg 12, 1-2 von Herodes
reichsten Jahre in die Geschichte einge-        fung als ernüchternd empfanden – ganz            Agrippa I hingerichtet wurde. Der Legen-
hen. Nie zuvor trafen ausserhalb der            abgesehen davon, dass die Urkundenver-           de nach wurde sein Leichnam von Jeru-
«Heiligen Jahre» – wenn der Jakobus-Tag         teilung ein eher trockener, bürokratischer       salem nach Nordwestspanien überführt
(25. Juli) auf einen Sonntag fällt – so viele   Vorgang ist.                                     und dort im 9. Jahrhundert entdeckt.
Pilger in der Apostelstadt im Nordwesten        In den Pilgerherbergen Santiagos ging im         Der Jakobsweg wird erstmals im Jahr
Spaniens ein.                                   Sommer nichts mehr. Die Stadt machte             1047 erwähnt. In einer Urkunde des
                                                den Anschein, als würde sie aus allen Näh-       Hospitals von Arconada wird damit die
Die Mitarbeiter im Pilgerbüro unweit der Ka-    ten platzen. Wer um zwölf Uhr mittags an         nordspanische Hauptverkehrsachse be-
thedrale hatten alle Hände voll zu tun, um      der Pilgermesse teilnehmen und einen Sitz-       zeichnet. Neben Rom und Jerusalem ent-
rund 215‘000 Pilgerurkunden auszustel-          platz im Querschiff haben wollte, um den         wickelte sich Santiago de Compostela
len. Einzig im «Heiligen Jahr» 2010 kamen       berühmten Weihrauchwerfer «Botafumeiro»          im Mittelalter zum dritten Hauptziel der
mehr Pilger an (272‘412); die Anzahl des        zu sehen, war gut beraten, mindestens            christlichen Pilgerreise.
Vorjahres 2012 (192‘488) wurde deutlich         zwei Stunden vorher einzutreffen.
in den Schatten gestellt.
Die «Compostela»-Zertifikate bekommen           Zunahme von Pilgern aus Südkorea               aus Südkorea. Bei den offiziell beurkunde-
traditionell jene, die mit den Stempelfolgen    Die Hauptpilgermonate auf dem Jakobsweg        ten Wallfahrern entfallen etwa 85 Prozent
im Pilgerausweis nachweisen können, min-        spannen sich von Ostern bis Oktober. Wer       auf Wanderer und 14 Prozent auf Radler.
destens die letzten 100 Kilometer bis San-      klimatische Unwägbarkeiten in Kauf nimmt       Der geringe Rest sind Reiter und Rollstuhl-
tiago gewandert oder geritten zu sein oder      und sich bewusst ist, dass nur ein Teil der    fahrer. Letztere müssen nach Auskunft des
die letzten 200 Kilometer mit dem Fahrrad       Pilgerherbergen jahresdurchgängig geöffnet     Pilgerbüros keine Mindestdistanz, sondern
zurückgelegt zu haben.                          ist, kann aber jederzeit pilgern. So trafen    nur ein kleineres Stück zurückgelegt ha-
                                                im Januar 805 Pilger in Santiago de Com-       ben, um die Urkunde zu erhalten.
1977 erst 31 Urkunden                           postela ein, im Februar 1‘382, im Novem-       Die rund 215‘000 «Compostela»-Urkunden
Was für eine Renaissance die Pilgerschaft       ber knapp 5‘000. Bei den Herkunftslän-         2013 belegen nur einen Teil des Zulaufs
auf dem Jakobsweg in den vergangenen            dern der Wallfahrer bleiben die Spanier        auf dem Jakobsweg. Hinzu kommen mehre-
Jahrzehnten gefeiert hat, verdeutlicht der      selbst mit Abstand federführend, bei den       re Millionen Besucher jährlich in die Stadt
Blick auf die Statistik. 1977 wurden 31         ausländischen Nationalitäten die Deut-         selbst. Dabei steht das nächste «Heilige
Compostela-Urkunden ausgestellt; von An-        schen, Franzosen und Italiener. Auffällig in   Jahr» erst wieder 2021 an.
fang bis Ende der 80er-Jahre stieg die Zahl     diesem Jahr war die Zunahme von Pilgern
von 209 auf 5‘760.                                                                                                   Andreas Drouve/Kipa
In diesem Jahr waren die meisten Pilger

                                                                                                                                             Bild: Detlef Kissner
einmal mehr auf dem Hauptweg unterwegs,
der sich vom französischen Vorpyrenäen-
Städtchen Saint-Jean-Pied-de-Port über
Pamplona, Burgos und Leon über eine Län-
ge von knapp 780 Kilometern bis Santiago
de Compostela spannt. Eine verstärkte
Zugkraft verzeichnen der sogenannte
«Nordweg», der in weiten Teilen parallel zur
spanischen Atlantikküste verläuft, und der
«Portugiesische Weg», von der portugie-
sisch-spanischen Grenze ab Tui.

Ansturm auf Pilgerbüro
Im Hochsommer brachen so unerwartete
Lawinen von Wallfahrern über das Pilger-
büro in Santiago de Compostela herein,
dass kurzfristig mehrere Zusatzkräfte zur
Ausgabe der Urkunden herangezogen wer-
den mussten. Im Schnitt waren es – bei
insgesamt fast 47‘000 Ankömmlingen im
August – mehr als 1‘500 pro Tag. Diese          Das Symbol der Muschel weist den Weg nach Santiago.

6   forumKirche | 2-2014
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Spiritualität

Kirche zum Mitmachen
Kleine Christliche Gemeinschaften in der Schweiz

                                               Bild: Barbara Ludwig/Kipa
Die Idee wurde nach dem Zweiten Vatika-
nischen Konzil in Südafrika geboren. Spä-
ter interessierten sich asiatische Bischöfe
dafür – auf der Suche nach Impulsen
für den Aufbau lebendiger Glaubensge-
meinschaften. Heute gibt es sogenannte
Kleine Christliche Gemeinschaften (KCG)
auch in der Schweiz. Noch sind es wenige.
Doch es tut sich was. Zum Beispiel in
Zürich-Seebach, wo seit 2007 auf dem Ge-
biet der Pfarrei Maria Lourdes fünf
Gemeinschaften entstanden sind.

Dienstagabend, kurz vor acht, im Quartier
Buchwiesen in Zürich-Seebach, ältere Rei-
henhäuschen mit Garten. Draussen ist es
dunkel. Elf Frauen zwischen 30 und 70 sit-
zen dicht gedrängt im kleinen Esszimmer
von Denise Huber. Der Kristallleuchter an
der Decke glitzert, darunter brennt die Ker-
ze. Elf Bibeln liegen aufgeschlagen auf dem
Tisch.
                                                                           Die KCG Buchwiesen bei einem Treffen bei Denise Huber (vierte von links).
«Herzlich willkommen, Jesus», sagt eine
Frau nach der Begrüssung durch Denise                                      Im Quartier präsent                               Gemeinschaften daran etwas ändern?
Huber, die die KCG Buchwiesen leitet.                                      «Bei den KCG geht es darum, dass die Gläu-        «Solche Gemeinschaften sind überschau-
«Lass uns dein Wort verstehen», wünscht                                    bigen Anteil haben an der Sendung des Volk        barer als Pfarreien oder Seelsorgeräume.
sich eine andere. Die Frauen laden Jesus                                   Gottes. Damit wird ein Grundgedanke des           Es könnte sein, dass dadurch eher wieder
ein, in ihre Mitte zu kommen. Es ist der                                   Zweiten Vatikanischen Konzils umgesetzt»,         Leute zur Kirche kommen. Aber ich glaube
erste Schritt des sogenannten Bibelteilens,                                erklärt Birgitta Aicher den theologischen         nicht, dass das die grosse Rettung für die
das Kleine Christliche Gemeinschaften bei                                  Aspekt der KCG. Die Theologin ist Pastoral-       Kirche bringt», urteilt Aicher. Man dürfe
ihren Treffen praktizieren.                                                verantwortliche im Bistum Basel und setzt         nicht die Augen davor verschliessen, dass
                                                                           sich als Mitglied der Asipa-Koordinations-        heute weniger Menschen Interesse am
Vom Bibel lesen zum Handeln                                                gruppe (Asian Integral Pastoral Approach)         Glauben hätten.
Dann lesen zwei Frauen aus dem Evange-                                     dafür ein, dass dieser spezifische pastora-
lium vom kommenden Sonntag (Lk 18, 9-                                      le Ansatz in der Schweiz bekannt wird. Die        Weil sie Partizipation gross schreiben, sind
14), das die Anwesenden auf sich wirken                                    Bildung von KCG entspricht laut Aicher ei-        KCG jedoch attraktiv – zumindest für Frau-
lassen, über das sie sich austauschen und                                  ner Rückkehr zu den Wurzeln: «Durch die           en, Männer machen nach den Erfahrungen
von dem sie sich schliesslich – in einem                                   Taufe haben Christen eine Würde, aber             in Zürich-Seebach seltener mit. Bei den
sechsten Schritt – «senden» lassen möch-                                   auch einen Auftrag. Wir sind nicht Kirche         Treffen darf jede die Leitung des Abends
ten. Dabei geht es darum, herauszufinden,                                  für die Kirche, sondern wir sind als Kirche       übernehmen, sagen, was sie berührt hat
«wo man unsere Hilfe in der Nachbarschaft                                  für die Welt da.» Darum ist es wichtig,           oder Vorschläge für eine mögliche «Sen-
brauchen kann. Gibt es eine Frau, die ihren                                wachsam zu sein, offen gegenüber den              dung» machen. Das Prinzip des Mitma-
Mann verloren hat und die wir begleiten                                    Menschen vor Ort.                                 chens präge im Übrigen die ganze Pfarrei
könnten? Gibt es ein Neugeborenes, das                                     «In einem Quartier hört man ganz viel,            Maria Lourdes, sagt Huber. «Man darf über-
man zur Taufe begleiten kann? Kann man                                     wenn man vernetzt ist», so Huber. Die KCG         all mitwirken, zum Beispiel bei der Vorberei-
jemandem beim Zügeln helfen?», erklärt                                     Buchwiesen macht auch durch besondere             tung der Ostermesse oder bei der Organi-
Denise Huber. Die 45-jährige lebhafte Frau,                                Aktionen auf sich aufmerksam. Dieses Jahr         sation der Pfarreiferien. Hier gibt es ein
von Beruf Spielgruppenleiterin, macht seit                                 beteiligte man sich zum zweiten Mal an den        Gespür für die Qualitäten der Menschen,
drei Jahren in der KCG Buchwiesen mit, wo                                  Seebacher Adventsfenstern. Die Einwohner          die gefördert werden. Das finde ich schön.»
man sich jeden zweiten Dienstag bei je-                                    konnten das Fenster der KCG Buchwiesen            Sie selber habe schon viele Aufgaben über-
mandem zu Hause trifft. Am heutigen                                        besuchen. Es gab einen Apéro, man lernte          nehmen dürfen, erzählt sie begeistert.
Abend ist in der Runde die Rede von einer                                  sich kennen.                                      Maria Lourdes ist ein Ort, wo «man Stärken
Frau aus dem Quartier, die gerade aus der                                                                                    in mir sieht, die ich noch gar nicht entdeckt
Klinik entlassen worden ist, offenbar auch                                 Mit KCG die Kirche retten?                        habe».
finanzielle Probleme hat. Die Frauen disku-                                Religion und Kirche spielen im Alltag kaum
tieren darüber, wie man ihr helfen könnte.                                 noch eine Rolle. Können Kleine Christliche                           Barbara Ludwig/Kipa/Red.

                                                                                                                                                   forumKirche | 2-2014   7
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                                                                            Finanzierung von Abtreibungen
                                                                            Podiumsgespräch zur Volksabstimmung

                                                                            Am 9. Februar wird über die Frage abgestimmt, ob Schwanger-
                                                                            schaftsabbrüche weiterhin von der obligatorischen Kranken-
                                                                            versicherung bezahlt werden sollen. Die Frauenzentrale Thurgau
                                                                            lädt am 20. Januar zu einem Podiumsgespräch ein, das dazu
                                                                            beitragen soll, sich eine eigene Meinung zu bilden.

                                                                            Am Podiumsgespräch, das von der Journalistin Marina Winder mo-
                                                                            deriert wird, nehmen teil: Dr. med. Regula Steckeisen, Mitglied des
                                                                            Komitees «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache», Babette Sigg
                                                                            Frank, Präsidentin Komitee «Nein zum Angriff auf die Fristenrege-
                                                                            lung», PD Dr. med. Mathias Fehr, Chefarzt Frauenklinik Frauenfeld,
                                                                            PD Dr. Christina Aus der Au, theologische Geschäftsführerin am
                                                                            Zentrum für Kirchenentwicklung, Universität Zürich, und Sandra
                                                                            Giachetti, BENEFO-STIFTUNG; Beratungsstelle für Familienplanung,
                                                                            Schwangerschaft und Sexualität.
                                                                            Es werden zunächst die Positionen des Pro- und des Kontra-Komi-
                                                                            tees in je einem Kurzreferat dargestellt. Darauf folgt die Podiums-
                                                                            diskussion. Die Veranstaltung wird unter anderem auch vom
                                                                            Thurgauischen Katholischen Frauenbund TKF unterstützt.
                                                                                                                                             Red.

                                                                            ■ Das Podiumsgespräch findet am Montag, 20. Januar, um
                                                                            19.15 Uhr im Pfarreiszentrum der katholischen Kirchgemeinde
                                                                            Weinfelden, Freiestrasse 13, statt.

                                                                            «Mehr sehen – Meer sehen»
                                                                            Bodensee-Kirchentag zum zweiten Mal in St. Gallen
    Informationen erhalten
                                                                            St. Gallen ist vom 16. bis 18. Mai 2014 zum zweiten Mal nach
    Wenn Sie nach der Neueinteilung der Pfarreiseiten Infor -               2006 Gastgeberstadt für den Bodensee-Kirchentag. Der regiona-
    mationen in Ihrer Ausgabe vermissen, haben Sie folgende                 le Kirchentag ist mit seinen durchschnittlich 3000 Besuchern
    Möglichkeiten:                                                          eine der grössten kirchlichen Veranstaltungen der gesamten
    Die Zeiten von Sonntagsgottesdiensten finden Sie wöchentlich            Bodensee-Region.
    in der Samstagsausgabe der Thurgauer Zeitung. Ausserdem
    können Sie einzelne Gottesdienste per SMS erfragen, indem sie           Unter dem Motto «Mehr sehen – Meer sehen» wollen die St. Galler
    den Namen des gewünschten Ortes, z. B. Weinfelden, an die               Kirchen als Gastgeberinnen nicht nur aus leicht erhöhter Lage über
    Nummer 079 807 06 23 senden.                                            den Bodensee schauen, sondern auch einen genauen Blick darauf
    Sie können sich einzelne Innenteile nach ihrem Erscheinen per           werfen, wo christlicher Glaube in unserer heutigen Gesellschaft et-
    E-Mail gratis zusenden lassen oder eine zusätzliche gedruckte           was beitragen kann, wo er nötig ist und wo er eben manchmal
    Ausgabe mit dem gewünschten Innenteil zum Selbstkostenpreis             mehr sieht, als es der Alltag sonst zulässt.
    von 15 Franken pro Jahr abonnieren. Melden Sie beides bitte zu          Bischof Markus Büchel und der dann neu eingesetzte Kirchenrats-
    Bürozeiten (Mo, Di, Do, 9.00 bis 11.30 Uhr) unserem Sekretari-          präsident Pfarrer Martin Schmidt werden den Kirchentag am Frei-
    at, T 071 626 11 71, E-Mail: sekretariat@forumkirche.ch.                tagabend mit einem Podiumsgespräch zum Motto eröffnen. Am
    Sämtliche Inhalte von Pfarreiseiten können wie bisher auf unse-         Samstag wird der Bodensee-Kirchentag dann in der gesamten
    rer Webseite www.forumkirche.ch eingesehen und von dort her-            St. Galler Innenstadt präsent sein, zum einen durch die Belegung
    untergeladen werden.                                                    aller öffentlichen Räume und Schulhäuser in der Innenstadt, zum
                                                                Red.        anderen durch einen Markt der Möglichkeiten, auf dem sich 50
                                                                            Marktstände von kirchlichen Verbänden, Gruppen und Initiativen
                                                                            vom Vadiandenkmal bis zum Gallusplatz verteilen werden.
                                                    NEU
                                                      ienst
                                                                            Der Sonntag wird ganz im Zeichen verschiedener ökumenischer
                                                                            Gottesdienste und der abschliessenden Zentralveranstaltung in
                                                 SMS-D    . Gotte
                                                                 sdienste   der Laurenzenkirche stehen.
                                                 für kath urgau und in
                                                        Th
                                                     im         ausen
    Eine SMS kostet                                     Schaffh enende
    25 Rappen                                         am Wo
                                                              ch                                                         Brigitta Ackermann/Red.

    Sende Aadorf an 079 807 06 23                                           ■   Infos unter www.bodensee-kirchentag.ch

8     forumKirche | 2-2014
Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau - forumKirche
Mehr als Worte sagt ein Lied

                                                                                                                                              Bild: Claudia Koch
Wie bin ich doch so herzlich froh,
dass Christus ist das A und O,
der Anfang und das Ende.
Er wird mich doch zu seinem Preis
aufnehmen in das Paradeis;
Drauf fass ich seine Hände.
Amen, Amen.
Komm, o Sonne, meine Wonne,
bleib nicht lange:
Deiner wart ich mit Verlangen.
Katholisches Gesangbuch 194, 7. Strophe

                        Wie schön leuchtet der
                        Morgenstern
                        Viele Kirchenlieder schöpfen tief aus den biblischen Quellen. In diesem Lied leiht sich der lutherische Pfarrer
                        Philipp Nicolai (1556-1608) Motive aus Psalm 45 und aus dem Hohenlied, aus dem Propheten Jesaja und vor
                        allem aus dem letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes (Offb). Das beginnt gleich in der ersten
                        Zeile, denn wer ist der Morgenstern?

                        Es ist nicht der Stern, der den Weisen aus dem Morgenland den Weg zur Krippe weist, sondern Jesus selbst. «Ich,
                        Jesus, … bin die Wurzel und der Stamm Davids, der strahlende Morgenstern.» (Offb 22,16). Weil der Morgenstern
                        der letzte, sehr helle Stern ist, bevor der Morgen anbricht, ist er ein Hoffnungszeichen: Die Nacht wird zu Ende
                        gehen, auch der Tod wird nicht mehr sein. Christus, der Morgenstern, ist Trost für die Leidenden und Trauernden.
                        Das war die Botschaft der Offenbarung an Christinnen und Christen, die im Römischen Reich unterdrückt wurden,
                        und es war die Hoffnung Philipp Nicolais in den Tagen der Pest, die in seiner Stadt herrschte, als er das Lied
                        dichtete und auch die Melodie schuf. Der Blick zum Morgenstern, zu Christus, der Alpha und Omega, Anfang und
                        Ende ist (Offb 22,13), war keine Vertröstung aufs Jenseits, kein Ausweichen vor dem Diesseits, wo dieses einen
                        Kampf um gerechtere Verhältnisse fordert. Diesen Kampf kann es gegenüber dem Tod durch die Pest nicht geben.
                        Die Herausforderung ist eine andere: Kann der Dichter des Liedes, kann das Ich, das darin einstimmt, gegenüber
                        dem Leiden anderer eine Haltung finden, die diesen Menschen Nähe schenkt, statt in den eigenen Ohnmachts -
                        gefühlen zu ersticken? Für Philipp Nicolai war es der Ausblick auf den am Ende der Zeiten wiederkommenden
                        Christus, der ihm das ermöglichte. Wieder lehnt er sich mit dem doppelten Amen und seinem Ruf an Worte aus
                        der Offenbarung an: «Amen. Komm, Herr Jesus» (Offb 22,20). Er wartet mit Verlangen und vorweggenommener
                        Freude, denn auch dies steht im vorletzten Vers der Bibel: «Ja, ich komme bald» (Offb 22,20). Wenn der
                        Morgenstern aufgeht, naht der Tag.
                                                                                                            Gunda Brüske, Liturgisches Institut

                        ■   Das Lied zum Hören: www.youtube.com/watch?v=hXtDf-0vbsQ

                                                                                                                      forumKirche | 2-2014   9
Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau - forumKirche
Kirche Schweiz · Kirche ohne Grenzen – Spanisch

Finanzielle Lasten werden neu verteilt
Spenden mehr für globale Gerechtigkeit einsetzen                                                                                       Francisco Esteban

Das katholische Hilfswerk Fastenopfer          Rückgangs auszugleichen. Trotzdem seien                             Francisco Esteban (75), ein gebürtiger
stellt weniger Geld für die Finanzierung       auch Einsparungen erforderlich. Mit der                             Spanier, war 36 Jahre lang Organist und
überregionaler Aufgaben der Kirche zur         neuen Vereinbarung übernehme die RKZ                                Chorleiter im Seelsorgeverband Altnau-
Verfügung. Im Gegensatz dazu sei eine          auf gesamtschweizerischer und sprach-                               Güttingen-Münsterlingen. Ende 2013 ist
Mehrheit der kantonalkirchlichen Organi-       regionaler Ebene noch mehr finanzielle Ver-                         er in den Ruhestand gegangen. Kirche
sationen bereit, ihre Beiträge bis 2018 um     antwortung. Die drei Organisationen erin-                           ohne Grenzen hat mit ihm über sein
jährlich drei Prozent zu erhöhen, heisst es    nern daran, dass Fastenopfer seit seiner                            bewegtes und intensives Leben ge-
in einer gemeinsamen Medienmitteilung          Gründung 1962 immer schon überregiona-                              sprochen.
der Schweizer Bischofskonferenz (SBK),         le Aufgaben der Kirche in der Schweiz mit-
von Fastenopfer und der Römisch-Katholi-       finanziert habe. Anfänglich habe das Hilfs-
schen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ).      werk die Spenden je zur Hälfte im Ausland                           Herr Esteban, wann entdeckten Sie Ihr
Die drei Organisationen haben kürzlich ei-     und in der Schweiz eingesetzt. Damals                               Interesse an der Musik?
ner entsprechenden Vereinbarung über ei-       standen auf schweizerischer und sprach-                             Ich wurde 1938 in Spanien geboren. Die
ne neue Lastenverteilung innerhalb der ka-     regionaler Ebene noch kaum Kirchensteuer-                           musikalische Ausbildung begann in der Kir-
tholischen Kirche Schweiz zugestimmt.          mittel zur Verfügung. In der Zwischenzeit                           che mit sieben Jahren, in der Schule für
                                               hat sich das stark verändert.                                       Sängerknaben der Kathedrale La Seo und
Hintergrund der Vereinbarung bildet ge-                                                                            der Basilika El Pilar in Zaragoza. Meine Mut-
mäss Mitteilung die Neupositionierung          Verlagerung der finanziellen Verant-                                ter hatte durch den Dorfpfarrer erfahren,
von Fastenopfer im Spendenmarkt, die           wortung im Inland                                                   dass es in Zaragoza einen Wettbewerb gab,
angesichts eines intensiven Spenden-           Seit ihrer Gründung im Jahre 1971 habe                              um Sängerknaben zu «rekrutieren». Sie hat
wettbewerbs notwendig geworden ist.            die RKZ als nationaler Zusammenschluss                              mich dorthin gebracht, und ich gewann.
Das Hilfswerk will sich verstärkt auf den      der kantonalkirchlichen Organisationen                              Mein Diplom als Kirchenmusiker habe ich
Schwerpunkt «Globale Gerechtigkeit und         schrittweise mehr finanzielle Verantwortung                         dann am Conservatorio de Música Pablo
Armutsreduktion im Süden aus christlicher      übernommen und damit Fastenopfer im Be-                             Sarasate in Pamplona/Spanien im Septem-
Sicht» ausrichten. Dies bedinge eine mar-      reich Inland entlastet. Heute finanziert das                        ber 1961 erworben.
kante Reduktion des Beitrags für pastorale     Hilfswerk noch 20 Prozent des Gesamtbe-
Aufgaben in der Schweiz, so die Mitteilung.    trags von rund neun Millionen Franken für                           Wann und warum kamen Sie in die
                                               gesamtschweizerische und sprachregionale                            Schweiz?
Einsparungen notwendig                         Aufgaben.                                                           Ich kam mit 24 Jahren in die Schweiz, um
Ab 1. Januar 2018 wird Fastenopfer dem-                                                                            ein Lizentiat als Laientheologe an der Uni-
nach 400 000 Franken für pastorale Aufga-      Die neue Vereinbarung sei eine weitere                              versität von Freiburg zu machen. Dort habe
ben der Bistümer und 400 000 Franken für       Etappe der vor Jahrzehnten initiierten Verla-                       ich im Studentenheim Salesianum bei Got-
Aufgaben auf sprachregionaler und gesamt-      gerung der finanziellen Verantwortung,                              tesdiensten Orgel gespielt. Später landete
schweizerischer Ebene einsetzen. Dies ent-     heisst es in der Mitteilung weiter. Die Über-                       ich – durch einen glücklichen Zufall – in
spreche rund einem Drittel der heute für       gangszeit bis Ende 2017 wolle man nut-                              Frankfurt am Main als Sozialarbeiter und
diese Aufgaben eingesetzten Mittel. Im         zen, um die Zuständigkeiten und Finanz-                             Direktor eines sozial-kulturellen Zentrums
Gegensatz dazu sei eine Mehrheit der kan-      flüsse zwischen Fastenopfer, RKZ und den                            für spanischsprechende Gastarbeiter.
tonalkirchlichen Organisationen bereit, ihre   Bistümern weiter zu entflechten.
Beiträge bis 2018 um jährlich drei Prozent                                                                         Ich absolvierte ein Studium als diplomier-
zu erhöhen und so einen grossen Teil des                                               Kipa                        ter Sozialarbeiter an der Universität in
                                                                                                                   Frankfurt und bin in diesem Beruf zehn Jah-
                                                                                               Bild: Fastenopfer

 Spenden, die bei                                                                                                  re tätig gewesen. Bei den spanischen Got-
 Fastenopfer eingehen,                                                                                             tesdiensten in der Kirche St. Leonhard in
 sollen noch mehr für                                                                                              Frankfurt am Main bot sich mir wieder die
 Projekt im Süden                                                                                                  Gelegenheit, Orgel zu spielen. 1977 kam
 eingesetzt                                                                                                        ich ein zweites Mal in die Schweiz.
 werden.
                                                                                                                   Welche Erinnerungen haben Sie an diese
                                                                                                                   Zeit?
                                                                                                                   Damals habe ich mit meiner Frau die «Rol-
                                                                                                                   len» getauscht: Sie konnte ihre alte Arbeits-
                                                                                                                   stelle als Gemeindekrankenschwester in
                                                                                                                   Romanshorn antreten und ich war Haus-
                                                                                                                   mann – damals etwas Rares. Wir fanden in
                                                                                                                   Salmsach ein Haus, in dem wir heute noch
                                                                                                                   wohnen – natürlich ohne die Kinder; die
                                                                                                                   sind längst ausgeflogen.

10 forumKirche | 2-2014
Kirche ohne Grenzen – Spanisch

   do, re, mi, fa …
spricht über seinen Weg zur Musik

   In besonderer Erinnerung sind mir die Reli-

                                                                                                                                                      Bild: zVg
   gionslager in Selva-Sedrun, in denen viel
   gesungen wurde und bei denen ich die Lie-
   der in den Gottesdiensten und am Lager-
   feuer mit meiner Gitarre begleitete.

   Gab es für Sie auch schwierige Momente?
   Manchmal hatte ich Mühe, während den
   Wintermonaten in den kalten Kirchen Güt-
   tingen, Altnau, Münsterlingen und Land-
   schlacht Orgel zu spielen. Für einen Spa-
   nier war es einfach zu kalt. Mühe hatte ich
   auch am Anfang mit der Umstellung der
   Musiksysteme: von do, re, mi, fa … auf C,
   D, E, F … und mit den Sprachen: Deutsch,
   Französisch, Spanisch und Latein. In den
   drei letztgenannten Sprachen habe ich mei-
   ne musikalische Ausbildung gemacht. Es           Francisco Esteban: «Die Musik hat mir in meinem Leben viel Freude gegeben.»
   waren Herausforderungen, die mich weit
   gebracht haben.                                  nicht vorstellen. Musik war für mich zwar ei-
                                                                                                       Fabiola Santi-López

                                                                                                                                                      Bild: zVg
                                                    ne Nebenbeschäftigung, sie hat mir aber
   Inwiefern haben Sie diese Heraus-                ein gutes Gleichgewicht zwischen Arbeit            Bocanegra (30) ist
   forderungen weitergebracht?                      und Familie geschenkt.                             in Mexiko-Stadt
   Die Musik hat mir in meinem Leben viel                                                              geboren und lebt
   Freude gegeben. Und ich hoffe, dass «mei-                          Interview und Übersetzung:       mit ihrem Mann
   ne Musik» anderen auch viel Freude berei-                       Fabiola Santi-López Bocanegra       in St. Gallen.
   tet hat. Ein Leben ohne Musik kann ich mir

    do, re, mi, fa ...                                                       ¿Cuáles han sido para usted los mayores obstáculos o dificultades a
                                                                             los que se ha enfrentado en Suiza?
    Francisco Esteban de 75 años es un español que ha sido 36                Adaptarme a la mentalidad suiza tan diferente de la española, em-
    años organista y director de coro en la asociación pastoral              pezando por la familia de mi esposa en Glarus y como músico,
    Altnau-Güttingen-Münsterlingen. Él se jubiló a finales de 2013.          cambio del sistema de enseñanza musical «latino» (do, re, mi, fa,
    Kirche ohne Grenzen se ha reunido con él y habló de su vida              sol, la, si, do) al «alemán» (C, D, E, F, G, H, C) pues mi formación
    azarosa e intensa.                                                       musical la hice en español, en latín (gregoriano) y en francés, y
                                                                             luego enseñar en alemán. También el dialecto suizo, acentuado en
                                                                             los últimos años por mi pérdida de capacidad auditiva.
    Señor Esteban, ¿cómo es que llegó usted a Suiza?
    A los 24 años vine por primera vez a Suiza, con el fin de hacer un tí-   ¿Cómo vive usted la fe en Suiza? ¿Alguna costumbre en especial
    tulo como teólogo laico por la Universidad de Friburgo. Ahí comencé      que eche de menos de España?
    a tocar el órgano en los servicios religiosos. Despúes me trasladé a     He pasado de una «fe heredada», tradicional, de una iglesia
    Frankfurt/Main como trabajador social y director de un centro socio-     marcada por la dictadura franquista de 40 años, legalista, cerra-
    cultural de los trabajadores migrantes de habla hispana. En la Igle-     da y autoreferencial, a una iglesia en actitud de búsqueda, que se
    sia española de St. Leonhard en Frankfurt tuve otra oportunidad de-      esfuerza en hacer asequiblela enseñanza y los valores de Jesús
    tocar el órgano y más tarde en 1977 vine una vez más a Suiza.            al hombre de hoy. A una iglesia de servicio, pues «una iglesia que
                                                                             no sirveno sirve para nada». (Creo que esta idea es de Leonardo
    ¿Qué le hizo quedarse definitivamente en Suiza?                          Boff). Servicio de la palabra, servicio de la liturgia, sí, pero espe-
    En mi profesión de asistente social no encontraba trabajo en             cialmente servicio diaconal, según el programa de vida de Jesús
    España. Los tres hijos hicieron su escuela y profesión en Suiza.         reflejado en las «obras de misericordia», y en su actitud de vida
    Terminé aclimatizándome y aceptando la realidad que me presen-           plasmado en las «bienaventuranzas». Y no un cristianismo light,
    taba la vida. Los hijos antes y ahora los nietos «te atan». Acaba        descafeinado, acomodado a nuestras necesidades. Para ello me
    uno integrándose de mente y de corazón, aceptando y amando su            ha ayudado mi militancia en la HOAC: Hermandad Obrera de Ac-
    «segunda patria», máxime si ves que eresaceptado y querido, lo           ción Católica en España (KAB: Katholische Arbeiter Bewegung); a
    que requiere esfuerzo por ambas partes. Si se es joven, aún se           plano europeo. Echo en falta los «villancicos de Navidad», que
    pueden echar nuevas raíces.                                              aún cantamos aquí en familia.

                                                                                                                          forumKirche | 2-2014 11
Ordensleben

Via Internet ins Kloster
Gespräch mit einer 21-jährigen Kloster-Novizin

Sie ist 21 Jahre alt. Mit 14 wurde «Klos-       Klöster angeschaut. Beim Betrachten der                               tonsapotheke Münsterlingen TG machen.
ter» erstmals ein Thema für sie. Mit 16         Fotos des Kapuzinerinnenklosters «Leiden                              Die Apotheke ist für sie auch gleichsam das
sagte sie es ihren Eltern, mit 19 trat sie      Christi» in Jakobsbad habe sie gespürt:                               Fenster zur Welt, zu anderen Menschen.
ins Kapuzinerinnenkloster «Leiden Christi»      «Das ist mein Kloster!» Nach einem Jahr                               «Früher brauchte ich mehr Zeit, um mit Men-
in Jakobsbad/AI ein, nur wenige Wochen          Brief- und Mail-Kontakt mit der Oberin kam                            schen in Kontakt zu treten. Durch das Klos-
nach der Matura. Warum wählt eine junge         sie für drei Tage zum Schnuppern. In jenem                            ter bin ich offener geworden und reifer.»
Frau in einer Zeit, in der die Orden kaum       Jahr hat sie auch die Matura gemacht, an-                             Früher – das war, als sie Angela Pustelnik
noch Nachwuchs haben, diesen Weg?               schliessend sei sie eingetreten. Sie ist die                          hiess und mit ihren Eltern und ihrer Schwes-
                                                Jüngste von zehn Schwestern. Die nächst                               ter in Deutschland lebte, in Bad Salzuflen,
Schwester Elisabeth öffnet mir gleich selbst    ältere ist 38, die Älteste 88 Jahre alt. Wie                          in der Nähe von Hannover. Deutsch und
die Tür. Sie trägt das graue Arbeitskleid der   fühlt sie sich unter Frauen, die ihre Mutter                          Kunst seien ihre Lieblingsfächer gewesen.
Kapuzinerinnen, später wird sie für das Foto    oder Grossmutter sein könnten? Die Frage                              Sie lernte für die Schule und ging zur Kir-
den braunen Habit anziehen. Die dunkel-         überrascht Schwester Elisabeth offensicht-                            che – Ausgang und Sport waren kaum ein
blonden Haare sind unter dem weissen            lich. Sie fühlt sich gleichwertig, kann auch                          Thema. Sie fotografiere gern, auch heute
Schleier straff nach hinten gekämmt, in den     eigene Ideen einbringen. Wenn sie bei-                                noch. Mit der Frage nach einem Beruf hat
Ohrläppchen zwei leere Einstichstellen. Ihr     spielsweise einen Vorschlag hat, wie man                              sie sich wenig beschäftigt, da sie im Inne-
Gesicht ist offen, die klaren, hellblauen Au-   der bettlägerigen Mitschwester die Lage                               ren die Klosterberufung schon gespürt hat.
gen blicken mich aufmerksam an. Sie habe        noch bequemer einrichten könnte, werde                                Krankenpflege vielleicht, ja. Das gefällt ihr
den Ruf Gottes schon in jungen Jahren ge-       sie ernst genommen. Auch an Gesprächs-                                auch hier, «dieser Kontakt mit einem Men-
hört: «Im Gespräch mit Gott habe ich ge-        stoff mit der Seniorin fehlt es ihr nicht: «Ich                       schen, selbst wenn er sich nicht mehr äus-
spürt, dass er etwas ganz Besonderes mit        frage sie, wie es ihr geht, erzähle von der                           sern kann. Man erkennt es an den Augen:
mir vorhat», sagt sie mit Bestimmtheit. Was     Katze, für die ich im Kloster verantwortlich                          Gott selbst schaut dich an und dankt dir für
das Besondere ist, kann sie noch nicht sa-      bin.»                                                                 das, was du tust», sprudelt es aus ihr her-
gen, dazu sei es noch etwas zu früh. Aber                                                                             aus.
es habe damit zu tun, dass sie ihm ihr gan-     Reifer geworden
zes Leben weihe, ihm und den Menschen           Langeweile kommt bei ihr nicht auf, im                                An Jesus orientiert
im Gebet.                                       Gegenteil. Es ist gerade die Vielseitigkeit                           Vor einem Jahr wurde Schwester Elisabeth
                                                des Klosteralltags, die ihr gefällt: Sie arbei-                       eingekleidet. «Das war grad so, als ob man
«Das ist mein Kloster!»                         tet in der Krankenpflege und in der Apothe-                           das Brautkleid anzieht», erzählt sie mit
Dass sie sich dazu ein kontemplatives, ge-      ke, wo sie wichtige Dinge von ihrer Mit-                              leuchtenden Augen. Man dürfe ruhig se-
schlossenes Kloster ausgesucht hat, sei         schwester lernt. Um dies zu vertiefen, wird                           hen, dass sie eine Schwester ist, dass sie
Zufall. Sie habe im Internet verschiedene       sie nächstes Jahr ein Praktikum in der Kan-                           zur Gemeinschaft gehört. «Ich fühle mich
                                                                                                                      anders ohne Ordenskleid. Irgendwie
                                                                                                                      unsicher.»
                                                                                                  Bild: Sylvia Stam

                                                                                                                      Gewiss, einige ihrer Mitschüler hielten es
                                                                                                                      für unvernünftig, direkt nach der Matura ins
                                                                                                                      Kloster zu gehen. Andere hätten positiv
                                                                                                                      reagiert: «Sie wussten, dass ich an Jesus
                                                                                                                      orientiert bin. Das war schon immer so.» Ei-
                                                                                                                      ne Familie zu gründen, war für sie nie The-
                                                                                                                      ma, obwohl sie Kinder über alles liebe. Ent-
                                                                                                                      sprechend hat sie auch nicht das Gefühl,
                                                                                                                      auf etwas verzichten zu müssen. Und wenn
                                                                                                                      sie sich verlieben würde? Einen Moment
                                                                                                                      weiten sich ihre hellen Augen. Die Liebe zu
                                                                                                                      Jesus sei etwas ganz anderes, sagt sie, die
                                                                                                                      dieses Gefühl durchaus kennt. Irgendwie
                                                                                                                      intensiver. Angst vor der Zukunft, in der sie
                                                                                                                      vielleicht als letzte Schwester übrig bliebe,
Schwester Elisabeth                                                                                                   hat sie nicht. «Ich denke positiv», sagt
empfindet es als                                                                                                      Schwester Elisabeth, «habe Vertrauen in
grosse Freiheit, dass                                                                                                 Gott, dass weitere Schwestern nachkom-
sie ihr Gebetsleben                                                                                                   men werden. Und wenn ich dennoch als
im Kloster intensiver                                                                                                 Jüngste zurückbleibe, dann habe ich Gottes
leben kann als                                                                                                        Kraft auf meiner Seite!»
ausserhalb.
                                                                                                                                                 Sylvia Stam/Kipa

12 forumKirche | 2-2014
Schaffhausen

Adoray – Miteinander im Lobpreis verbunden
Eine Gebetsform für junge Menschen

                                               Bild: Claudia Koch
Seit zwei Jahren werden in Schaffhausen
zweimal monatlich Lobpreisabende für                                                                                 Beim Adoray wird Gott mit Gesang, Musik
junge Menschen angeboten. Was hinter                                                                                 und Gebet gepriesen. David Hug (links) und
dieser Bewegung steckt und wie sich die-                                                                             sein Team freuen sich auf den Schulungstag
se über die ganze Schweiz ausbreitet, er-                                                                            in Schaffhausen.
klärt David Hug, der in Schaffhausen für
die Lobpreisabende mitverantwortlich ist.

Es gibt sie mittlerweile in 13 Schweizer
Städten, sie finden idealerweise am Sonn-
tagabend zur selben Zeit statt und werden
von Jugendlichen und jungen Erwachsenen
besucht. Die Rede ist von Adoray. Hinter
dem englischen Wort verbirgt sich kein neu-
er Musikstil, obwohl bei Adoray die Musik
eine zentrale Rolle spielt. Adoray sind Lob-
preisabende für junge Menschen zwischen
15 und 35 Jahren. Unter Lobpreis versteht
man eine Gebetsform, bei der Gott mit Ge-
sang, Musik und Gebet gepriesen wird. Da-
neben gibt es auch eine Zeit der Anbetung

                                                                                                                                                                    Bild: zVg
oder der Stille. Diese Art der Gebetsform
brachten 2004 zwei junge Zuger aus Kana-
da in die Schweiz mit. Sie wollten in Zug
diese begeisternde Art des Gebets weiter-                           dann Ministrantenleiter und Teilnehmer an        schon ein ergreifendes Gefühl, wenn gegen
führen. Von Zug aus wurden schnell andere                           den internationalen wie auch nationalen          400 Personen ein Wochenende lang Lob-
Schweizer Städte wie z. B. Luzern, Bern,                            Weltjugendtagen.                                 preis und Anbetung zelebrieren, sagt Hug.
Zürich und neu auch Kreuzlingen mit dem                                                                              Natürlich gebe es auch Live-Musik und
«Adoray-Virus» infiziert.                                           Schulung in Schaffhausen                         Party, zum Schlafen komme man meist
                                                                    Nebst den Vorbereitungen für die Adorays         nicht so viel.
Auslöser Weltjugendtag                                              ist das Team um David Hug zurzeit intensiv
Seit 2012 gibt es auch in Schaffhausen                              mit einem Schulungstag beschäftigt. Die-         Was die Anzahl der Adoray-Besucher in
Lobpreisabende. «Wir besuchten zu siebt                             ser findet am 25. Januar in Schaffhausen         Schaffhausen betrifft, so spricht Hug von
2011 den Weltjugendtag in Madrid und                                statt. Erwartet werden zwischen 50 bis 60        einem «up and down». «Im Moment sind es
lernten dort Adoray kennen. Das wollten wir                         Teilnehmende. «Der Tag besteht aus Work-         etwa 15 Personen, die regelmässig teilneh-
unbedingt auch in Schaffhausen ausprobie-                           shops und Austausch», erklärt der 20-Jähri-      men.» Diese tiefgläubige Gebetsform
ren», sagt David Hug, der als Ansprechper-                          ge, der im Moment seinen Zivildienst als In-     weiterzugeben ist nicht ganz einfach. Der
son zuständig ist. Im Januar 2012 hätten                            formatiker in der Klinik St. Katharinental       persönliche Glaube muss trainiert werden.
sie in der Kirche St. Maria mit Adoray ge-                          absolviert. Ein wichtiger Bestandteil des        Das Vorbereitungsteam ist sich bewusst,
startet, mit von der Partie war auch Jugend-                        Schulungstages ist die Anwesenheit des           dass junge Erwachsene wegen ihrer Arbeit
bischof Marian Eleganti. Inzwischen wird in                         Jugendbischofs Marian Eleganti. Er wird          oder Ausbildung ihr gewohntes Umfeld ver-
Schaffhausen zweimal monatlich am Sonn-                             vormittags einen Vortrag halten und nach-        lassen. Daher sind Wechsel in der Leitung
tagabend Adoray gefeiert. «Zu wissen, dass                          mittags Fragen beantworten. Hug findet es        des Adorays unumgänglich. Auch David Hug
zur selben Zeit in mehreren Kirchen gleich-                         toll, dass der Bischof sich Zeit für die Fra-    ist sich nicht sicher, wohin ihn sein beruf-
zeitig Lobpreislieder gesungen werden, ist                          gen der Jugendlichen und jungen Erwachse-        licher Weg führen wird. Unterstützt wurde
ein sehr schöner Gedanke», sagt Hug. Er                             nen nimmt. «Die Teilnehmenden spüren,            das Adoray Schaffhausen bis zum Sommer
ist von Kindesbeinen an sehr verbunden                              dass sie mit ihren Glaubens- und Kirchen-        von Marcus Scheiermann als geistlicher
mit dem Glauben, ist selber Ministrant,                             fragen nicht allein gelassen werden.» Geübt      Begleiter. Diese Aufgabe übernimmt nun
                                                                    werden auch die Lobpreislieder, die aus ver-     das neue Seelsorgeteam um Urs Elsener.
                                                                    schiedensten Quellen stammen. Mit Marti-         Die ideelle Unterstützung des Seelsorge-
 Adoray in Kreuzlingen                                              na Gfeller, einer studierten Musikerin, kön-     teams sei wichtig, auch wenn die Leitung in
 Auch in Kreuzlingen werden ab Januar                               nen sich die Teilnehmenden in der                den Händen der jungen Erwachsenen liege,
 Lobpreisabende in der Kirche St. Stefan                            Lobpreisung schulen und vertiefen.               sagt Hug.
 angeboten. Diese finden am Sonntag-
 abend 19.01. | 02.02. | 16.02. um                                  Persönlichen Glauben trainieren                                                  Claudia Koch
 19.30 Uhr statt.                                                   Ende Oktober, anfangs November findet je-
                                                                    weils ein Adoray-Festival in Zug statt. Es sei   ■   Weitere Infos: www.adoray.ch

                                                                                                                                          forumKirche | 2-2014 13
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