Post auch stark in Krisenzeiten - Corona - Nr. 02-2020
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Nr. 02-2020
Für unsere Mitarbeitenden
Mehr Geschichten unter
post.ch/aktuell
Schwerpunkt – Seite 6
Corona
Post auch stark
in Krisenzeiten
Leute – Seite 19
Quiz: Welche Wanderung
passt zu Ihnen?
Leute – Seite 22
Sie verdankt der Post
die Liebe ihres Lebens2 Editorial
«Vielen Dank für Schwerpunkt
Corona-Krise
euren Einsatz!» Viele aufmunternde Dankesbriefe
zeigen: Die Arbeit der Pöstler wird in
dieser schwierigen Zeit geschätzt. Lesen
Sie im Schwerpunkt, wie die Post mit
der Krise umgeht und was sie zum
Schutz der Mitarbeitenden macht.
Senden und Empfangen
15 Neue Organisation
Am 1. Mai startet die neue Teamorganisation bei
PostNetz. Der Leiter Netzmanagement Ueli Lüdi
im Interview.
Es sind zweifellos herausfordernde Zeiten, die so
noch keiner von uns erlebt hat. Die Corona-Krise ist
allgegenwärtig und beeinflusst massiv das Privat-
leben und unseren beruflichen Alltag. Ob am Schal-
ter, in der Zustellung, in der Sortierung, bei der Per-
sonenbeförderung oder beim Arbeiten von zu Hause
aus: Die Pandemie bringt die Post an ihre Grenzen
und verlangt von den Mitarbeitenden viel ab. Die
Sicherstellung der Grundversorgung ist unter diesen
Umständen ein Kraftakt. Aber es ist ein Kraftakt, der
für dieses Land und seine Bewohner
enorm wichtig ist. Wir verbinden die
Schweiz, sorgen dafür, dass die Men- «Wir verbinden
schen sicher zu Hause bleiben können,
und tragen Sorge dafür, dass der Han-
die Schweiz.»
del nicht zum Erliegen kommt. Dass
der Kontakt zu Freunden, Bekannten und Familie
auch über Briefe sichergestellt ist. Und dass unsere
Kundinnen und Kunden in den Filialen den gewohn-
ten Service erhalten. Ich bin beeindruckt, mit wie
viel aufopfernden Taten wir füreinander und für
unsere Kundinnen und Kunden da sind. Ich bin
16
beeindruckt von euch. Vielen Dank für euren Einsatz
für die Post, dieses Land und unsere Mitmenschen!
Herzlich, Roberto
Leute
Bücher für kleine
Baustellenfans
Roberto Cirillo
Konzernleiter Ihr Sohn liebte Bagger über alles. Also schrieb ihm
seine Mutter Dörte Mergeler-Horn eine Gutenacht-
geschichte über die Baustelle.
Die Post 02-2020Inhalt 3
6 Aktuell
5 Ergebnis 2019
Alex Glanzmann musste Mitte März erneut
einen Rückgang des Konzernergebnisses
bekannt geben. Drei Fragen an den
Finanzchef der Post.
20
Leute
Informatik im Wandel
Vor 25 Jahren gründete die PTT in Bellinzona eine
IT-Abteilung. Ein Mitarbeiter der ersten Stunde und
ein junger Mitarbeiter über die Welt der Informatik
damals und heute.Die Post führt ein
Bug-Bounty-Programm ein
Im Herbst 2019 hat die Post ausgewählte Online- beleuchten und zu optimieren. Bug-Bounty-Programme
dienste von rund 40 Hackern aus aller Welt in sind ein neues Konzept dafür. In einem Testdurchlauf
versuchten im Herbst 2019 rund 40 eingeladene Hacker
einem geschlossenen Bug-Bounty-Programm aus aller Welt, acht ausgewählte Onlinedienste der Post
untersuchen lassen. Nun führt sie das zu knacken. Die Hacker gaben der Post dabei kreative
und spannende Ideen mit, wie sie ihre Produkte vor Kri-
Programm offiziell ein. minellen zusätzlich schützen kann.
Weil die ersten Erfahrungen der Post mit Bug Bounty
sehr positiv waren, führt die Post das Programm nun
dauerhaft ein. Als «Private Bug Bounty» versteht man
Text: Susanna Stalder Ohne Informatik könnte die Post heute gar nicht mehr dabei ein Programm, bei dem die Teilnehmer nur auf
funktionieren. Umso wichtiger ist es, dass ihre IT-Sys- Einladung mitwirken können. «Eine Ausweitung auf
teme auch vor Cyberangriffen sicher sind und sensitive eine breitere Öffentlichkeit oder auf sämtliche Soft-
Daten geschützt bleiben. Die Post investiert sowohl in waredienstleistungen, die wir betreiben, ist zu einem
bewährte Methoden als auch in innovative Konzepte, späteren Zeitpunkt denkbar», sagt Marcel Zumbühl,
um die Sicherheit ihrer Produkte von allen Seiten zu Chief Information Security Officer der Post.
Abgesagt:
Anlässe für di
98 %
e
Pensionierten
Ä ltere Menschen
gruppe Numm gehören zur R isiko
er eins und sind
gefä hrdet, an C be
OVID-19 zu er sonders
sie vor einer m kranken. Um
öglichen Anste
schützen, hat di ckung zu … aller A-Post-Briefe und 99,3 Prozent
e Post entschlo
diesjä hrigen Pe ssen, ihre aller B-Post-Briefe haben ihre Empfänger
nsionier tenanl
chen. Wir nutz ässe zu strei- 2019 pünktlich erreicht. Bei den Paketen
en
Angebot im Ja hr die Zeit, um ein neues weist die Post im «Priority»-Bereich eine
2021 zu planen
. Zustellpünktlichkeit von 95,3 Prozent aus,
im «Economy»-Bereich 95,9 Prozent. Das
zeigt die Messung der Laufzeiten 2019.Aktuell 5
«Auch künftig will sich die Post
aus eigenen Mitteln finanzieren»
Trotz erneutem Rückgang des Konzernergebnisses ner, dem Bund. Das Verständnis wächst bei allen
Anspruchsgruppen, dass jetzt etwas passieren muss,
bleibt Finanzchef Alex Glanzmann zuversichtlich. wenn wir diesen Abwärtstrend stoppen wollen, um
auch in Zukunft eine relevante Post zu bleiben.
Interview: Alex Glanzmann, als Finanzchef mussten Sie am Noch ein Wort zu Corona: Wie wird sich diese Krise
Simone Hubacher 12. März wiederum einen Rückgang des Jahresergebnis- aufs Jahresergebnis 2020 auswirken? Wagen Sie hier
ses des Konzerns bekanntgeben. 2019 machte die Post noch eine Prognose?
einen Gewinn von 255 Millionen Franken; 149 Millionen Wir sind aktuell dabei, die Auswirkungen zu analy-
weniger als im Vorjahr. Ist das nicht frustrierend? sieren und werden mit dem Quartalsabschluss erste
Das Ergebnis haben wir so erwartet – es entspricht Aussagen dazu machen können. Wir erheben hier
den schwierigen Rahmenbedingungen. Dank der einerseits kurzfristige operative Effekte (z. B. die
hervorragenden Leistungen der Bereiche und dem markante Erhöhung des Paketvolumens, die Absage
unermüdlichen Einsatz der 56 000 Mitarbeitenden von Direct-Marketing-Aktionen), andererseits auch
ging das Resultat aber nicht in dem Masse zurück, wie solche, die mittel- bis langfristig bleiben. Derzeit
sich die Rahmenbedingungen verschlechtert hatten. wechseln beispielweise mehr Menschen als sonst auf
Alle Investitionen wie auch die Grundversorgung das E-Finance, verabschieden sich vom gelben Büch-
finanzieren wir zudem nach wie vor zu lein und kehren wohl nach Corona auch nicht mehr
100 Prozent aus eigenen Mitteln. Das ist zu dieser traditionellen Dienstleistung zurück. Wei-
für uns zentral. Jedoch müssen wir die ter haben wir aktuell ausserordentliche Beschaffun-
Entwicklung der rückläufigen Finanz- gen wie z. B. die Desinfektionsmittel, und wir prüfen
zahlen jetzt brechen. Dazu braucht es die Auswirkungen auf geplante Projekte und Investi-
die neue Strategie. tionen. Das Virus stellt viele unserer Gewohnheiten
in Frage. Das merken wir auch als Unternehmen
Wie können Sie bzw. kann die Post die Post. Neben der ganzen Tragik dieser Wochen hat
Trendwende einleiten? Äussere mich aber auch stolz gemacht, was wir als Post für die
Umstände wie die Tiefzinssituation Schweizer Bevölkerung und die Wirtschaft leisten.
können Sie nicht beeinflussen … Einen grossen Dank an all unsere Mitarbeitenden,
Wir müssen deshalb klar festle- die dies unter sehr schwierigen Umständen erst mög-
gen, mit welchen Dienstleis- lich machen!
tungen wir punkten können,
damit wir als Unternehmen
für die Schweiz und unsere
Kunden relevant bleiben. QR-Code scannen und
Das wird sich in der neuen Film dazu ansehen
Strategie deutlich zeigen.
Dort wollen wir auf unseren
Stärken in der Logistik und
der Kommunikation auf-
bauen, neue Geschäftsfelder Zahlen und Fakten
entwickeln und einen Bei-
trag zur Modernisierung
der Grundversorgung leis- 7164 Millionen Franken
ten. Dazu nutzen wir die beträgt der um 1,2 Prozent unter dem Vorjahreswert
gesunde finanzielle Basis liegende Betriebsertrag.
der Post, die wir uns in
den letzten zehn Jahren 255 Millionen Franken
erwirtschaftet haben. beträgt der gegenüber dem Vorjahr um
Eines ist klar: Wir 149 Millionen Franken gesunkene Konzerngewinn.
wollen eine gesunde,
wettbewerbsfähig Post 28 Prozent CO2-Effizienzsteigerung
bleiben und die Grund- gegenüber 2010 hat die Post bis Ende 2019 erreicht.
versorgung weiterhin
ohne staatliche Unterstüt- 55 915 Mitarbeitende
zung selbst finanzieren. arbeiten bei der Post, 2265 weniger als im Vorjahr.
Wir führen dabei auch offene
Diskussionen mit unserem Eig- Mehr Zahlen: geschaeftsbericht.post.ch6 Schwerpunkt
Wir halten zusammen!
Die Post ist in der Corona-Krise stark gefordert. Nur dank des unermüd-
lichen Einsatzes der Mitarbeitenden kann sie die Bevölkerung weiterhin
miteinander verbinden und versorgen. Die Solidarität ist riesengross.
Texte: Sandra Gonseth «Ein riesiges Dankeschön an alle im Ausseneinsatz» zentral. Um das Risiko einer Ansteckung möglichst
oder: «Wir sitzen alle im gleichen Boot und geben gering zu halten, hat die Post deshalb zahlreiche
unsere Bestes». Solche Kommentare von Postmitar- Schutzmassnahmen getroffen (ab Seite 8).
beitenden zeigen: Die Solidarität unter den Mitar-
beitenden ist während der Corona-Krise riesig. Auch Päckliflut bewältigen
die vielen positiven und aufmunternden Kunden- Die grösste Herausforderung sind die Päckliberge.
reaktionen signalisieren: Die Arbeit der Pöstler wird Der schweizweite Lockdown führt dazu, dass viele
gerade in dieser schwierigen Zeit besonders geschätzt Menschen ihre Einkäufe online erledigen. Anfang
(siehe unten). April hat die Paketmenge gegenüber dem Vorjahr
um bis zu 40 Prozent zugenommen. Tendenz weiter
Pöstler leisten Aussergewöhnliches steigend (S. 11). Lesen Sie auch, was der Leiter Kri-
Die Postmitarbeitenden leisten in diesen Tagen Aus- senstab Markus Bacher zur aktuellen Situation sagt
sergewöhnliches. Viele verrichten Sondereinsätze, (S. 9) und was eine solche Pandemie für Auswirkun-
weil ihre Kollegen zu Hause ihre Kinder betreuen, zu gen auf uns hat (S.12).
den Risikogruppen gehören oder krank sind. Andere
Pöstler helfen ihren Kollegen und machen einen
temporären Jobwechsel (siehe rechts). Doch bei Alle Corona-Informationen auf einen Blick finden
alldem bleibt der Schutz der Mitarbeitenden Sie im PostWeb.
al
a -Spezi
Coron
Die Post 02-2020Schwerpunkt 7
SIE HELFEN M
IT !
Marcel Stauffer arbeitet als Eventmanager in der Unternehmens
kommunikation. Jetzt fährt er immer vormittags Pakete im
Frienisberg aus. «Mir ist es wichtig, die Kollegen zu unterstützen,
die jetzt wirklich überlastet sind.»
Chantal Wüthrich assistiert in einem
70-Prozent-Pensum Ueli Hurni, Leiter
PostMail. Sie unterstützt nun temporär die Mehr Geschichten auf post.ch/corona und im PostWeb
Zustellung in Belp. «Mir war sofort klar,
unter web.post.ch/de/corona-stories
dass ich mich engagieren will.»
Sie suchen temporär Unterstützung für Ihr Team oder
haben freie Kapazitäten? Dann sind Sie bei der Coro-
na-Jobbörse richtig: web.post.ch/de/corona-jobbörse8 Schwerpunkt
PostNetz: weniger Kunden in den Filialen
Die Mitarbeitenden von PostNetz vollbringen aktuell übergehend. Bei den Filialen, die geöffnet sind, wird
Höchstleistungen, um den Betrieb und damit die Grund- darauf geachtet, dass der nötige Abstand von 2 Metern
versorgung aufrechtzuerhalten. Dies gelingt nur, indem auch am Schalter eingehalten wird. Dadurch entsteht
die Post ihre Mitarbeitenden an der Front schützt und ein Vor- und Zurücktreten, eine Art Jojo-Effekt, der
diese konsequent die nötigen Hygiene- und Schutz- dazu führt, dass die Bedienzeit etwas länger dauert. Die
massnahmen einhalten. Die Kundenfrequenzen haben Corona-Krise hat zudem Auswirkungen auf das Contact
Franziska zusehends abgenommen; aktuell besuchen rund 20 bis Center, das eine sehr hohe Anzahl Anrufe erhält.
Rechsteiner, Filial- 30 Prozent weniger Kunden die Filialen. Punktuell wer-
leiterin Zollikofen den deshalb die Öffnungszeiten eingeschränkt. Zum Schutz der Mitarbeitenden
BE –– Installation von Plexiglas-Ständern in allen Filialen mit
Flexibilität ist gefragt offenen Schaltern
Vor allem Filialen mit Partner, die sich in Altersheimen –– Bodenmarkierungen, um Abstandsregeln einzuhalten
befinden, wurden früh präventiv geschlossen, um –– Vielerorts Ticketing-System ersetzt durch eine einzige
das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Andere Warteschlange
Partnerfirmen mussten schliessen, weil sie nicht –– Aufschaltung von Maestro- und V-PAY-Karten auf
zur Grundversorgung gehören. Dadurch den Bezahlterminals zur Bargeldreduktion
schliesst oftmals auch der postalische Teil vor-
«Die ganze Situation ist ungewohnt und sehr schwierig für uns.
Als Filialleiterin bin ich besonders gefordert, meinem Team die
Unsicherheit zu nehmen und uns alle vor dem Virus zu schützen.
Die Stimmung in unserer Filiale ist viel ernster. Noch
nicht alle haben den Ernst der Lage begriffen. Ich hoffe, dass wir
alle wieder fröhlicher im Umgang werden.»
PostFinance: Kundenkontakt läuft digitaler a-Sp ezial
Coron
Bei PostFinance kommen aktuell noch etwa 10 Prozent schliessungen viel mehr online eingekauft wird. Auch
der Kunden in die Filialen. Alle übrigen Beratungen fin- an den Supermarktkassen wird vom Bezahlen mit Bar-
den per Telefon oder Livesupport via E-Finance und geld abgeraten. Mit der temporären Aufhebung des
Webseite statt. Diese räumliche Distanz ist für die Kun- Kreditverbots durch den Bundesrat kann PostFinance
denberater eine besondere Herausforderung. Momen- seinen Geschäftskunden seit Kurzem ausserdem Kre-
tan sind alle Kundenzonen geschlossen; die Filialen sind dite bis 500 000 Franken gewähren.
also nicht mehr für die Laufkunden zugänglich. Für Ein-
zelgespräche oder Beratungen stehen die Kundenbera- Zum Schutz der Mitarbeitenden
ter jedoch zur Verfügung. Der Fokus liegt auf der –– Schliessung sämtlicher Kundenzonen der Philipp Merkt,
Sicherstellung der Grundversorgung sowie auf der Auf- PostFinance-Filialen Leiter Beratung
rechterhaltung der systemrelevanten Funktionen. –– Ausstattung der Filialen mit 1–2 Acrylglas-Blenden und Verkauf
–– Keine proaktiven Terminvereinbarungen Region Bern /
TWINT wächst explosionsartig –– Kundenunterstützung via Telefon Wallis
Die Nutzungszahlen der Bezahl-App TWINT wachsen –– Empfehlung für kontaktloses Bezahlen sowie
explosionsartig, da unter anderem wegen der Laden- E-Finance
«Für die Vergabe der Covid-19-Kredite haben wir mit unserem tollen Team
und mit Sondereinsätzen innerhalb von fünf Tagen fast 8000 Kreditgesuche
bearbeitet. Das ist eine unglaubliche Leistung! Wie alle habe ich mich mit meiner
Familie arrangiert: Der neue Alltag mit Homeoffice und Homeschooling
müssen wir alle gemeinsam meistern, um die Mitmenschen zu schützen.
Es beschäftigt mich, dass die Grosseltern ihre Enkel nicht sehen dürfen.»
Die Post 02-2020Schwerpunkt 9
«Ich bin jeden Tag aufs
Neue beeindruckt»
Markus Bacher, Leiter Krisenstab, koordiniert mit seinem
Team sämtliche Massnahmen der Post zum Schutz der
Mitarbeitenden. Auch er kommt während der Corona-
Krise manchmal an seine Grenzen.
Interview: Markus Bacher, wie beurteilen Sie die aktuelle Lage*?
Sandra Gonseth Man muss die Kompetenzen dort lassen, wo sie sind.
Die Situation in der Schweiz, was das Virus angeht,
überlasse ich dem Bundesamt für Gesundheit. Ich
versuche, mich ständig auf den neusten Stand zu
bringen. Ich lese die Zeitungen und schaue die Medi- Zur Person
enkonferenzen des Bundes. Makus Bacher (46) ist Leiter des Krisenstabs der Post
und seit 28 Jahren im Unternehmen. Zuletzt leitete
Und wie sieht die Situation bei der Post aus? er den Bereich ICT Transition & Operations. Neu ist
Wir im Krisenstab schauen, wie sich die Lage für die Markus Bacher Geschäftsführer der PostAuto-Toch-
Post entwickelt. Die Situation ist eine grosse Heraus- ter PubliBike AG. Er ist verheiratet, Vater einer Toch-
forderung und bringt uns zeitweise an unsere Leis- ter und lebt in Zollikofen BE.
tungsgrenzen. Ich bin jeden Tag aufs Neue beein-
druckt von der Arbeit der Postmitarbeitenden.
Wichtig ist der Ansteckungsschutz für die Mitarbeiten-
Was macht der Krisenstab der Post genau? den. Gibt es nach anfänglichen Engpässen nun genügend
Wir bündeln alle Informationen aus den Bereichen Desinfektionsmittel?
und tauschen uns aus. Es ist wichtig, dass alle wissen, Wir haben permanent 25 000 Liter Desinfektions-
wie es den anderen Bereichen geht, was für Probleme mittel an Lager, das im IT-Shop bestellt werden kann.
da sind. Wir legen die Massnahmen für den ganzen Nachschub gibt es mittlerweile alle zehn Tage.
Konzern fest. Zudem sind wir die rechte Hand des
CEO und halten ihm den Rücken frei. Auf welche Szenarien bereitet sich der Krisenstab vor?
Die ersten Lockerungsmassnahmen des Bundesrats
hatten für die Post keine unmittelbaren Konsequen-
«Wir wollen gute Voraussetzungen für zen. Wir analysieren zurzeit die weiteren geplanten
Lockerungen für Mai und Juni und werden entspre-
die Mitarbeitenden schaffen.» chende Massnahmen ergreifen.
Welches sind die wichtigsten Massnahmen, die der Kri- Sie sind unermüdlich im Einsatz. Kamen Sie auch schon
senstab getroffen hat? an Ihre Grenzen?
Es sind mittlerweile etliche. Alle haben nur ein Ziel: Es ist schon sehr anstrengend. Zumal ich gleichzeitig
Dass wir weiterhin für unsere Mitarbeitenden mög- neu PubliBike führe. Diese Arbeit kommt nun etwas
lichst gute Voraussetzungen schaffen können. Sie zu kurz. Zum Glück haben meine Kollegen grosses
sind es, die die Menschen in der Schweiz verbinden. Verständnis.
*Stand Mitte April
Bei Kurzarbeit vollen Lohn So wird jetzt gereinigt
Im Fall von angeordneter Kurzarbeit gewährt die Zum Schutz des Reinigungspersonals führt die Post
Post den betroffenen Mitarbeitenden weiterhin den die Unterhaltsreinigung wenn möglich verschoben
vollen Lohn: Der Bund bezahlt 80% und die Post durch. Somit haben die Mitarbeitenden weniger
übernimmt die fehlenden 20%. Wer wegen Kinder- Kontakt mit dem Personal vor Ort. Auf Wunsch
betreuung, Quarantäne, Risikogruppe oder Betreu- werden die Reinigungsfrequenzen erhöht. Eine
ung einer Risikoperson nicht oder nur eingeschränkt Dekontamination findet nur statt, wenn ein Mitar-
arbeiten kann, hat Anspruch auf bezahlten Urlaub. beitender positiv auf Corona getestet wurde. Dann
Bei Mitarbeitenden im Stundenlohn wird die Lohn- erfolgt die Entkeimung durch Spezialisten am sel-
fortzahlung anhand des durchschnittlichen Einsat- ben Tag der Meldung, damit der Betrieb rasch wie-
zes während der letzten sechs Monate berechnet. der aufgenommen werden kann.10 Schwerpunkt
PostMail: Vorrang haben
ial
Zeitungen und Lebensmittel a-Spez
Coron
Seit Mitte März ändert sich die Situation täglich und ist PM-Teams unterstützen bei
regional unterschiedlich. Fällt heute ein Team oder eine der Paketsortierung und -zustellung
Tour aus, wird für morgen eine Lösung organisiert. Viele PostMail verzeichnet trotzdem einen überdurch-
Mitarbeitende müssen wegen Krankheit, Kinderbetreu- schnittlichen Rückgang der Sendemenge: Viele
ung oder Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe der Arbeit Werbemailings, Gratiszeitungen sowie Betreibun-
fernbleiben. Der Bedarf an rascher Kommunikation ist gen wurden temporär eingestellt, und der Import von
bei den Geschäftskunden hoch und lässt die A-Post stei- Briefen und Kleinwaren ging bis um die Hälfte zurück. So
gen: Veranstaltungen und Generalversammlungen wer- nutzen die Briefzentren die frei gewordenen Kapazitäten
den abgesagt, Schulen und Arbeitgeber versenden wich- für die Sortierung von Paketen und die Zusteller von
tige Unterlagen. Auch die Privatkunden haben im März PostMail liefern täglich bis zu 200 000 Pakete aus.
innerhalb der Schweiz fleissig Briefe verschickt. Hoch im
Kurs stehen zudem Hauslieferungen mit regionalen Pro- Zum Schutz der Mitarbeitenden
dukten und frischem Brot vom Bäcker –– Unterschrift durch Zusteller statt Kunde
(Brot-Post). Wegen der ange- –– Abstand zwischen Zusteller und Kunden
spannten Ressourcensitua- – A
rbeit wird zum Teil gestaffelt angetreten in
tion können nicht immer Annahme / Sortierung und Zustellung
alle Produkte jeden
Tag zugestellt wer-
den. Vorrang haben
Tageszeitungen «Ich bin gefordert, da unser Teamleader zur Risikogruppe
und Lebensmittel- gehört und zu Hause bleibt. Die grösste Herausforderung
lieferungen.
ist die Planung des Schichtbetriebs. Unser Team ist gut
aufgestellt, die Stimmung sehr gut. Die Ungewissheit, wie
Judith Lehmann, sich die Situation in Zukunft noch verändern wird,
Berufsbildnerin / ist schon speziell. Ich bin froh, dass ich als Ausgleich mit
stv. Teamleaderin
Zustellstelle Burgdorf dem Pferd ausreiten kann.»
PostAuto: komplett neuer Fahrplan
Eine so tiefgreifende Fahrplananpassung in so kurzer Zeit Grundangebot für die Bevölkerung aufrechterhalten wer-
gab es noch nie. Über 30 Fachleute von PostAuto stellten den. Anders beim touristischen Verkehr sowie beim
– in enger Zusammenarbeit mit anderen Transportunter- Nachtangebot am Wochenende: Diese wurden gemäss
nehmen – einen komplett neuen Fahrplan auf allen Beschluss des Bundesrats gestrichen.
900 Linien auf die Beine. Ein Prozess, der normalerweise
Marc Andri mehrere Monate dauert. Doch weshalb diese grosse Zum Schutz der Mitarbeitenden
Leuthold, Leiter Anpassung? –– Vordertür bleibt geschlossen
Fahrplan-Planung –– Ticketverkauf beim Fahrer nicht mehr möglich
PostAuto Weniger Fahrgäste –– Verzicht auf Ticketkontrollen
Die Corona-Krise hat starke Auswirkungen auf den –– Kunden werden aufgefordert, ihr Ticket online zu lösen
öffentlichen Verkehr: PostAuto verzeichnet 50 bis –– Vorderste Sitzreihe in allen Bussen abgesperrt
80 Prozent weniger Fahrgäste. Deshalb musste der –– Verteilung von Desinfektionsmittel zur Reinigung der
Fahrplan stark reduziert und gleichzeitig ein Fahrerkabinen
«Wir reduzierten den Fahrplan vom 15- auf den 30-Minuten-Takt und vom 30- auf
den 60-Minuten-Takt; in einzelnen Fällen auf einen 2-Stunden-Takt. Dass unser
Planungssystem in dieser Zeit wegen Homeoffice nicht die notwendige Unterstützung
bot, belastete uns. Wir wachsen als Unternehmen und als Gesellschaft zusammen und
werden gestärkt aus dieser Krise herausgehen. Und doch mache ich mir Gedanken:
Was nehmen wir mit, und was werden wir künftig hinterfragen?»Schwerpunkt 11
PostLogistics: Päckliflut
bewältigen
Ob Essen, Möbel oder Gartenhäuser – der Lockdown führt dazu, dass
viele Menschen zu Hause bleiben und ihre Einkäufe online erledigen.
Insgesamt verzeichnet PostLogistics seit Mitte März ein stark gestie-
Informatik
genes Sendungsvolumen bei den inländischen Paketen. Die Paket-
mengen erreichen von Tag zu Tag neue Höchstwerte und übertreffen
teilweise sogar die Mengen zur Weihnachtszeit. Anfang April hat die
Post macht
Paketmenge gegenüber dem Vorjahr um bis zu 40 Prozent zugenom-
men und die Tendenz ist weiter steigend. Zusätzlich fehlen Mitarbei-
tende, die zu Hause ihre Kinder betreuen, zu den Risikogruppen
Homeoffice
gehören oder krank sind.
Paketmengen verarbeiten
Die Mengen lassen sich nicht durch mehr Personal bewältigen, denn
das Social Distancing muss konsequent eingehalten werden. Es wur-
den bereits verschiedene Massnahmen umgesetzt, um die Paket-
möglich
menge verarbeiten zu können: Arbeiten am Samstag, Sortieren der
Pakete in Briefzentren, Zusammenarbeit mit anderen Logistikfirmen.
Zusätzlich werden die manuelle Vorsortierung in den Zustellbasen Aktuell sind
ausgebaut, die maximalen Sortierkapazitäten des regionalen Paket-
zentrums Ostermundigen genutzt und Verstärkungstouren auf der 8000 bis 9000
letzten Meile durchgeführt. Zudem wurden die maximalen Masse der
Sperrgutsendungen angepasst und ergänzende Massnahmen
Mitarbeitende
geprüft wie Click&Collect, das Abholen der Waren in den Filialen. im Homeoffice (vorher: 3000).
Schutz der Mitarbeitenden In kürzester Zeit wurden
–– Zustellpersonal unterschreibt eingeschriebene Sendungen
mit Kundeneinverständnis selbst die Netzbandbreiten
–– Paketboten treten ihre Dienste gestaffelt an
–– Fahrzeuge werden nur noch alleine beladen oder entladen und
erhöht, das System aus
nach jeder Benutzung desinfiziert gebaut und zusätzliche
Lizenzen beschafft.
Um die Kommunikation mit Skype
zu sichern, wurde auch hier die
Kapazität erhöht.
Die Erfahrung im Betrieb zeigt:
Das Netz hält der grossen
Titus Bütler, Leiter
Paketzentrum
Belastung stand.
Frauenfeld
Achtung Kriminelle:
Diese können die besondere Lage ausnutzen, um
ihre Phishing-Mails oder Viren zu verbreiten.
«Schwierig ist die Sortierung der Pakete unter Einhaltung Mögliche Betrugsfälle sofort infosec@post.ch
melden.
von Social Distancing. Wir haben schon im Normalbetrieb
knappe Kapazitäten. Wenn jetzt nur eine Person am Förder
band arbeiten darf, reduziert das die Leistung massiv. Es gibt Tipp:
deshalb unvermeidbare Verspätungen. Wir arbeiten aber stetig J e mehr Familienmitglieder gleichzeitig im
an Verbesserungen. Logistik findet eben nicht im Home- Internet sind, desto weniger Netzkapazität bleibt
für Homeoffice übrig.
office statt. Ich mache mir Gedanken zur Gesundheit meiner
Mitarbeitenden. Und ich frage mich: Können wir das Mehr Tipps im PostWeb unter «Homeoffice –
steigende Volumen bewältigen?» so gehts»: web.post.ch/de/corona-homeoffice12 Schwerpunkt
ial
a-Spez
Coron
Gesund bleiben trotz Krise
Iris Perner ist Co-Leiterin des Gesundheitsmanagements der Post und äussert sich im Interview
des Monats zu Erfahrungen und Strategien im Umgang mit dem Corona-Stress.
Wie stark prägt Corona Ihren Alltag?
Die aktuelle Situation prägt uns alle. Das zeigt sich
bei mir häufig in kleinen Alltagssituationen. Sei es,
dass die Kinder nicht mehr unbeschwert mit ihren
Freunden spielen können oder der geplante Kinder-
geburtstag ins Wasser fällt. Aber es gibt auch positive
Seiten; so verteilt sich mein Teilzeitpensum aktuell
auf alle Arbeitstage, dafür sind diese kürzer. So habe
ich jeden Tag die Möglichkeit, mich mit dem Team
zum virtuellen Kaffee zu treffen. Ich mache tenden-
ziell aktuell mehr Pausen mit dem Team als vorher,
wenn auch nur virtuell.
Was beschäftigt die Postmitarbeitenden derzeit (wohl)
am meisten? Gibt es da grosse Unterschiede, ob jemand
im Büro, also im Homeoffice arbeitet, oder in einem
Brief- / Paketzentrum? Oder sind die Ängste und Sor-
gen ähnlich?
Einen Teil der Ängste und Sorgen teilen wir, was
aktuell auch zu einer spürbaren Solidarität unterein-
ander führt. Beispielsweise wissen wir alle nicht, wie
sich die Situation weiterentwickelt. Auch müssen wir
Iris Perner, Co-Leiterin Gesundheitsmanagement im Moment alle flexibel sein und uns neu organisie-
ren, sei es bezüglich Kinderbetreu-
ung oder geänderter Arbeitszeiten.
Interview: Bevor wir ins Detail gehen. Sie haben «Wir können Im konkreten Arbeitsalltag gibt es
die Möglichkeit, Ihre Arbeit von zu allerdings Unterschiede. Aktuell sind
Simone Hubacher
Hause aus zu erledigen. Wie geht es gestärkt die Mitarbeitenden an der Front ext-
Ihnen dabei? aus der Krise rem gefordert, sei es aufgrund der
Tatsächlich ist es in der aktuellen Situ- extremen Zunahmen von Onlinebe-
ation hilfreich, dass ich einen grossen kommen.» stellungen, oder weil viele Mitarbei-
Teil meiner Arbeit von zu Hause aus tende zu Hause bleiben, da sie zur
erledigen kann. Wenn ich an die vielen Mitarbeiten- Risikogruppe gehören. Das kann zusätzlichen Stress
den im Betrieb, am Schalter, in der Zustellung oder bei auslösen, nicht nur aufgrund der Krise, sondern
PostAuto denke, die jeden Tag die Grundversorgung wegen der möglichen zusätzlichen Arbeitsbelastung.
der Post aufrechterhalten, geht es mir entsprechend Mitarbeitende, die den Kundenkontakt sehr schätzen
sehr gut. Trotzdem: Den neuen Alltag mit Arbeit, und so auch das Image der Post positiv prägen, sorgen
Familie und Unterstützung von älteren Menschen zu sich ausserdem, sich selbst bei Kunden anzustecken
gestalten, ist nicht immer einfach: Ich vermisse den oder Träger zu sein und den Virus an Dritte zu über-
persönlichen Austausch mit dem Team und den Men- tragen – trotz Einhaltung der Hygienemassnahmen.
schen in meinem Arbeitsumfeld. Damit ich auch in Ich habe grossen Respekt vor den Mitarbeitenden an
meinem vorübergehenden Büro – zu Hause – gesund der Front und deren direkten Führungspersonen.
bleibe, mache ich zwischendurch eine Bewegungs-
übung und achte darauf, meinen Arbeitsplatz ergono-
misch so gut wie möglich einzurichten.
Die Post 02-2020Schwerpunkt 13
Sind Menschen, die psychisch schon vor Corona grosse
Herausforderungen zu meistern hatten, nun im Vorteil,
da sie krisenerprobt sind, oder sind sie eher nochzusätz-
lich belastet?
Es sind nicht die Herausforderungen an sich, die uns
stärken, sondern wie wir damit umzugehen lernen.
Wir können unsere psychische Widerstandsfähig-
keit, die Resilienz, trainieren und gestärkt aus einer
Krise kommen. Beispielsweise können wir trotz
Krise achtsam bleiben und Beziehungen pflegen. Der
Zugang zur eigenen Kreativität ist aktuell sicher hilf-
reich, weil wir den Kontakt zu Freunden und Familie
Gemeinsam für
neu gestalten müssen. Spaghettiplausch via Grup-
pen-Videochat? Das wäre doch durchaus eine span-
nende Alternative.
die Schweiz:
Welche Tipps haben Sie für den schwierigen Nichtalltag,
der der neue Alltag ist? Wie bleiben wir jetzt konkret
Helfen Sie mit!
psychisch gesund?
Tipps, um aktiv und gesund zu bleiben, kursieren Die Corona-Krise trifft einige
aktuell überall. Auch wir im Gesundheitsmanage-
ment haben uns Gedanken gemacht und die Wich-
Menschen in der Schweiz beson-
tigsten im Bereich der psychischen Gesundheit ders hart. Mit der Briefmarke
zusammengestellt (siehe Infos zu Corona im Post-
Web und Interview auf S. 17). Wichtig ist, dass sich
«COVID-19 Solidarität» ruft die
jede und jeder das herauspickt, was in der aktuellen Post zur Solidarität und Unter-
Situation am besten umsetzbar ist. Ich sorge etwa
dafür, dass ich regelmässig Pausen mache, und versu-
stützung dieser Menschen auf.
che, zwischen Arbeit und Familie abzugrenzen.
Manchmal verzichte ich auch absichtlich auf Nach-
richten oder Social Media und nutze die Zeit, um mit
Freunden und Familie im Austausch zu bleiben. Ich
versuche, mich in Gelassenheit zu üben, wenn die
Kinder keine Lust auf die Bastelsachen aus dem Kin- Solidaritätsmarke
dergarten haben, der Haushalt auf der Strecke bleibt Corona.
und sich die Mailbox füllt. In diesen Situationen
nehme ich mir eine Minute, um tief durchzuatmen,
und bin dankbar, dass wir gesund sind.
Die Sozialberatung Post ist auch
in der Corona-Krise da Der Erlös aus dem Verkauf der Marken geht vollum-
fänglich und je zur Hälfte an die Glückskette und an
Die Sozialberatung ist auch in dieser Krise für Mit- das Schweizerische Rote Kreuz. Sie unterstützen damit
arbeitende, Führungspersonen und Pensionierte Menschen, die aufgrund der Corona-Krise dringend
da. Bleiben Sie nicht allein mit Ihren Sorgen und Hilfe brauchen.
Ängsten, privat oder beruflich. Wir unterstützen Der Taxwert beträgt 1 Franken, der Zuschlag 5 Franken.
Sie neutral, unkompliziert und kostenlos – auch bei Die Kunden bezahlen nur den Zuschlag, die Kosten des
finanziellen Problemen. Rufen Sie uns an oder Taxwerts übernimmt die Post.
schreiben Sie uns:
Sozialberatung Post, Tel. 058 341 40 40, Machen Sie mit! Mit dem Kauf der Briefmarken
gesundheitundsoziales@post.ch leisten Sie gemeinsam mit der Post einen Solidari-
tätsbeitrag: Sie spenden 50 Franken, die Post
schenkt Ihnen 10 Franken Briefmarken.
In akuten Krisen erhalten Sie rund um die Uhr Die Briefmarke ist im 10er-Bogen für 50 Franken auf
Unterstützung unter: postshop.ch erhältlich oder unter der Telefonnum-
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Die Post 02-2020Senden und Empfangen 15
«Wir geben der Basis mehr
Verantwortung ab»
Am 1. Mai startet die neue Teamorganisation bei PostNetz. Ueli Lüdi, Leiter Netzmanagement,
spricht über Chancen und Herausforderungen. Zu Letzteren gehört auch die aktuelle Corona-Krise.
Text: Näher bei den Kunden sein, sie flexibler und besser tion und die Besetzung der Zusatzrollen wird nicht
Susanna Stalder beraten: So das Ziel der neuen Teamorganisation bei per 1. Mai eingeführt. Die Gesundheit der Mitarbei-
PN3 Netzmanagement, die per 1. Mai eingeführt tenden hat höchste Priorität.
wird. Das heisst zum Beispiel, dass die Mitarbeiten-
den mehr Verantwortung erhalten. Und dass alle Einige ehemalige Führungskräfte haben nun keine Vor-
Zugangspunkte im Einzugsgebiet eines Teams durch gesetztenfunktion mehr. Wie gehen sie damit um?
dieses gemeinsam betreut werden. Ab Mai gibt es Die Situation ist für die betroffenen Kolleginnen und
306 Teams, die schweizweit in 48 Gebieten und sie- Kollegen nicht einfach. Mit den freiwilligen vorzeiti-
ben Regionen zusammengefasst sind. Sämtliche Füh- gen Pensionierungen und Massnahmen zur berufli-
rungspositionen sind ausgeschrieben und neu besetzt chen Neuorientierung innerhalb und ausserhalb der
worden. Post unterstützen wir die betroffenen Personen nach
bestem Wissen und Gewissen. Grundsätzlich haben
Ueli Lüdi, wie ist die Stimmung bezüglich der neuen wir allen Filialleitenden, die nicht in eine Vorgesetz-
Teamorganisation bei den Mitarbeitenden? tenfunktion gewählt worden sind, angeboten, künf-
Aktuell erleben wir aufgrund der Corona-Krise eine tig als Kundenberater/-in tätig zu sein.
schwierige Phase. Die Mitarbeitenden in den Filialen
leisten in dieser Situation grossartige Arbeit – einen Welche Chancen bietet die neue Teamorganisation aus
herzlicher Dank dafür! Auch danke ich an dieser Ihrer Sicht?
Stelle allen Vorgesetzten, die in der Übergangsorga- Wir geben der Basis mehr Verantwortung. Die
Ueli Lüdi, Leiter nisation seit Januar den Betrieb am Laufen gehalten Teams entscheiden künftig selber, wie sie das Tages-
Netzmanagement haben. Dass die Einführung der Teamorganisation geschäft handhaben. Durch kürzere Entscheidungs-
eine gewisse Unsicherheit mit sich bringt, ist ver- wege und den Einbezug der Mitarbeitenden können
ständlich. Bisher waren vor allem die Vorgesetzten wir schnell und effektiv auf Veränderungen reagie-
betroffen, die sich neu bewerben mussten. Nun kom- ren, was in der heutigen Zeit sehr wichtig ist.
men die Veränderungen auch direkt auf die Mitarbei-
tenden zu, wenn auch vorerst nicht so, wie ursprüng- Und wo liegen die Herausforderungen?
lich geplant. Es braucht sicherlich Zeit, bis sich die neuen Abläufe
und Verantwortungen eingespielt haben. Diese Zeit
Was heisst das? nehmen wir uns.
Beispielsweise finden die Kickoffs in veränderter
Form statt, und die Teamworkshops werden auf Weitere Informationen:
einen späteren Zeitpunkt verschoben. Auch die Rota- web.post.ch/organisationPN316 Leute
Und nebenbei
Buchautorin
Die PostFinance-Mitarbeiterin Dörte
Mergeler-Horn liest ihren Kindern
Geschichten vor, seit sie auf der Welt sind.
Wie die Kommunikationsspezialistin selbst
zur Kinderbuchautorin wurde, davon
handelt diese Geschichte.
Text: Lea Freiburghaus «Oskar war ein grosser Baustellenfan», erinnert sich
Foto: Monika Flückiger Dörte Mergeler-Horn an die Zeit, als ihr Sohn gerade
mal 14 Monate alt war. Die junge Familie wohnte damals
in der Nähe einer Grossbaustelle, und Mutter und Sohn
verbrachten viel Zeit damit, den Bauarbeitern bei ihrer
Arbeit zuzuschauen. Die schweren Maschinen be-
eindruckten Oskar, eines seiner ersten Worte war
«Bagger».
Also machte sich Dörte auf die Suche nach Baggerlek-
türe für Kleinkinder. «Ich komme aus einer Lesefamilie»,
erzählt sie, «Bücher sind mir wichtig». Schon nach kur-
zer Recherche musste sie enttäuscht feststellen, dass es
nichts Passendes gab für die Altersklasse ihres Sohnes.
Und so begann sie eines Abends, als Oskar wieder nicht
ins Bett wollte, vom Bagger auf der Baustelle nebenan
zu erzählen, der jetzt müde sei vom Schuften und auch
schlafen gehe. «Mein Mann und ich haben die
Geschichte dann immer weitergesponnen», so Dörte,
«und ich habe ein paarmal gedacht, jetzt machen wir
uns einfach unser eigenes Bettzeit-Bagger-Buch». Mann Illustrator und Art Director. Und so kam das
Ganze ins Rollen. 2014 erschien ihr erstes gemeinsames
Selbst ist die Verlegerin Kinderbuch «Sleep tight, Digger Dan!», im Eigenverlag,
Diesen Gedanken hatte sie jedoch nicht weiterverfolgt, weil sie weder in Deutschland noch in Australien einen
bis sie während ihrer Ferien in Deutschland – Dörte lebte interessierten Verlag finden konnten.
damals im australischen Melbourne – einer Freundin «Aufgeben und das Buch in der Schublade verschwin-
davon erzählte. Wie es der Zufall wollte, war deren den lassen, das war für mich keine Option», erinnert sie
sich. «Mein Unternehmergeist war geweckt». Als ehe-
malige Verlagsmitarbeiterin hatte sie Kontakte zu chine-
sischen Druckern, schon bald darauf gingen die ersten
ung 1000 Exemplare in Melbourne in den Verkauf. «Und die
Verlos Mail
t ein E- Bücher gingen weg wie warme Semmeln!» Dörte las in
ic k e n Sie jetz a g ger
Sch k «B Buchläden, Kindergärten und Bibliotheken, klein Oskar
d e m Vermer s t .c h und
m it io n@p o und zu dem Zeitpunkt auch ihr zweites Kind Mathilda
a k t ag-
Ben» a
n re d
e s v o n fünf B oft mit dabei. Und sie kümmerte sich zusammen mit
in
en Sie e ahme-
gewinn -Büchern. Teiln . zwei Agenten um den Vertrieb und das Marketing.
ger-B e n ai 2020
c h lu s s : 31. M
s Durchstarten im zweiten Anlauf
Mit dem Umzug in die Schweiz vor fünf Jahren kam der
Verkauf des Buches in Australien zum Erliegen. «Mein
Illustrator Philipp Stampe schickte die Bücher in dieser
Zeit noch einmal an verschiedene Verlage in Deutsch-
© Helmut Lingen Verlag land und auf einmal war da mehrfaches Interesse», erin-
GmbH, Köln | Dörte Horn | nert sie sich. Der Helmut Lingen Verlag aus Köln nahm
Philipp Stampe dann die deutsche Version «Schlaf gut, Bagger Ben» in
sein Sortiment auf. Seitdem sind zwei neue Bag-
Die Post 02-2020Leute 17
Dörte Mergeler-Horn Familienalltag in Ausnahmezeiten:
schreibt Baggergeschichten
für kleine Baustellenfans. drei Fragen an die Expertin
Homeoffice machen und gleichzeitig Kinder be-
treuen, das ist schwer unter einen Hut zu bringen.
Petra Schneider, seit fünf Jahren als Beraterin bei
147.ch und der Pro Juventute Elternberatung tätig,
gibt Tipps, wie Familien diese anspruchsvolle Zeit
meistern können.
Die Corona-Krise stellt den Alltag von
Familien komplett auf den Kopf: Die
Schulen und die Tagesstrukturen sind
geschlossen, Musikstunden, Sporttrai-
nings und organisierte Freizeitaktivitä-
ten abgesagt. Wie schafft man es als
Familie trotzdem, einen einigermassen
geregelten Alltag zu führen?
Wir befinden uns alle in einer Ausnahmesitu-
ation, die es so noch nie gegeben hat. Wich-
tig ist, dass Eltern es trotz Corona-Krise
schaffen, ihrem Familienleben auch in den kommenden Wochen
Struktur zu geben – für sich selbst, aber vor allem auch für die Kinder.
Planen Sie also feste Zeiten ein, um den Tag zu starten, und bespre-
chen Sie mit den Kindern, welche Zeiten für die Schule eingeplant
werden und welche für die Freizeit. Positiv ist, dass viele Eltern mehr
Zeit mit ihren Kindern verbringen können. Vielleicht gibt es ein Projekt
in Ihrer Familie, das Sie schon lange in Angriff nehmen wollten. Auch
gemeinsame Spiele und Spaziergänge sorgen für Abwechslung und
Struktur. Und vergessen wir eines nicht: Es muss jetzt nicht alles per-
fekt laufen. Es darf auch mal Langeweile herrschen, und nicht jede
Schulaufgabe muss perfekt gelöst werden.
Wie bringen Eltern Kinderbetreuung, Homeschooling und
Homeoffice / Arbeit unter einen Hut?
Hier braucht es individuelle Lösungen und Absprachen. Idealerweise
teilen sich die Eltern die Betreuung der Kinder untereinander auf. Ist
ger-Ben-Bücher auf Deutsch dazugekommen sowie dies nicht möglich, kann das Gespräch mit dem Arbeitgeber oder der
Übersetzungen der Bücher in Ländern wie Südkorea. Schule hilfreich sein.
Immer noch schreibt Dörte die Geschichten – neben
Arbeit und Familie. Bei der Konzeption neuer Bücher Was macht die Ausnahmesituation mit unseren Kindern? Wie
arbeitet sie eng mit Illustrator Philipp Stampe zusam- kann man als Eltern Sicherheit geben?
men. «Ohne ihn wären die Bücher nicht, was sie sind. Für Kinder und Jugendliche ist es besonders schwer, von ihren Freun-
Seine Illustrationen sind einfach wunderschön», meint den getrennt zu sein. Gerade für Jugendliche ist die Orientierung an
Dörte anerkennend. der Peergruppe sehr wichtig. Der direkte Kontakt zu Freunden kann
durch Skype oder WhatsApp etwas kompensiert werden. Wichtig ist,
Glänzende Kinderaugen mit den Kindern im Gespräch zu bleiben. Reden Sie mit ihnen über
Der gelbe Bagger verfügt inzwischen über eine beträcht- Ängste und Befürchtungen. Und nehmen Sie diese ernst.
liche Fangemeinschaft kleiner Baustellenliebhaber.
«Doch mit Kinderbüchern wird man nicht reich, es sei Weitere Infos finden Jugendliche auf 147.ch und Eltern
denn, man hat Harry Potter geschrieben», lacht Dörte. auf projuventute.ch.
Aber das macht nichts: «Ich finde es super süss, dass
Bagger Ben so viele kleine Fans hat. Oft schicken mir
Eltern ein Foto von ihren Kindern mit dem Buch, taggen Tipps
mich auf Social-Media-Plattformen oder sie besuchen Kleine Kinder lieben das freie Spiel. Das heisst, sie müssen nicht
den Stand des Verlags während der Frankfurter Buch- rund um die Uhr von uns Eltern unterhalten werden. Wichtig
messe.» Dörtes Sohn Oskar gehört schon längst nicht ist, ihnen Material zur Verfügung zu stellen, das die Fantasie
mehr zur Zielgruppe. Wenn sie aber gemeinsam in der anregt. Hier einige Ideen:
Buchhandlung sind und er sagt: «Das ist Mamas Buch», –– Sich verkleiden und ein Theater einüben. Dieses kann dann
dann mache sie das immer wieder stolz. am Abend den Eltern vorgeführt werden
–– Aus Recyclingmaterial etwas basteln
Mehr Infos und Downloads unter –– Selbst ein Spiel erfinden
baggerben.de –– Naturmaterialien sammeln und damit etwas gestalten18 Leute
Wandererlebnisse
für Gipfelstürmer und Gemütliche
Abwechslungsreiche Wanderideen für Familien.
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Die Post 02-2020Leute 19
Welcher Wandertyp sind Sie?
Text: Claudia Langenegger
In der guten Stube lässt sich prima die Wandersaison vorbereiten: durch steile Felsen, der Adler entdeckt am liebsten abwechslungs-
Die neue Broschüre der Post versorgt Sie mit tollen Ideen und reiche Flecklein mit Aussicht.
abwechslungsreichen Touren. Zu jeder Route gehört ein Tier. Die Und Sie? Wandern Sie verträumt wie ein Schmetterling oder mutig
Strecke des Murmeltiers ist gemütlich, jene des Steinbocks führt wie ein Steinbock? Finden Sie es im Quiz heraus!
Ausrüstung? Natürlich meine Wan-
derschuhe!
Ja Ich bin nie allein unterwegs, sich zu
Viele Höhenmeter rauf? Nein unterhalten gehört dazu.
Unbedingt! Und schnell!
Ja Ja
Nein
Nein
Ich verliere mich gerne in der Natur
und folge einer neuen Route. Das Picknick habe ich gewissenhaft
Gipfelfoto?! Ja, am Vorabend vorbereitet.
Ja Ja
Ja sicher! Nein
Nein Nein
Ich kenne die meisten Blumen. Wenn nicht,
schaue ich sie in meiner App nach.
Ja Nein Die ausgiebige Rast in der
Ich poste die Fotos unterwegs Hüttenbeiz ist das Highlight.
laufend auf Social Media.
Ja
Nein
Ja
Nein
Wanderfuchs
Ob Felsformationen, eine Blumenwiese
oder eine abenteuerliche Schlucht – Gruppentier
Hauptsache, es gibt etwas zu entdecken
und zu lernen. Alle Bestimmungs-Apps Plaudern, lachen und geselliges Beisam-
sind auf dem Smartphone dabei. mensein – das ist der perfekte Wander-
plausch. Es soll nicht zu anstrengend sein
und Sie zehren noch Tage von dem schö-
nen, sozialen Naturerlebnis.
Naturliebhaberin
Gipfelstürmerin Mal ist es streng, mal nicht. Steil hoch
wandern Sie nur wegen des Aussichts-
Bitte ein paar hundert Höhenmeter! fotos. Sie posten ihre Wanderpics laufend Genusswanderer
Wenn es steil hinaufgeht und die Zivili- und finden es wichtiger, flatternde
sation fern ist, sind Sie glücklich. Auf Schmetterlinge zu beobachten, als einer Wo ein Wanderweg ist, da sind auch
dem Gipfel ein Foto, die Pause ist kurz: genauen Route zu folgen. Beizli, saurer Most und ein Käseplättli.
Schliesslich wollen Sie schneller sein als Sie sind nie alleine unterwegs, und der
die Wegweiserzeit. genüssliche Teil ist wichtiger als der
Weg, den Sie zurücklegen.
post.ch/wandernRoger Mossier, seit 25
Jahren bei IT Bellinzona,
und Cem Koca, geboren
in der Zeit, als IT Bellin-
zona gegründet wurde.
Es war einmal eine Floppy Disk …
Vor 30 Jahren gründete die PTT eine IT-Abteilung in Neu- Erste verwendete Software
enburg und vor 25 Jahren eine in Bellinzona. Es war die R. M.: Wir spielten bei einem Freund Computerspiele
auf einem Commodore 64. Die erste Software auf
Zeit der Floppy Disks, der Anfänge des Internets und der meinem PC war DOS (Disk Operating System).
PTT. Wir haben einen Mitarbeitenden der ersten Stunde, C. K.: Ich habe den Umgang mit Microsoft Word in
der Sekundarschule gelernt.
sowie einen jungen Mitarbeitenden zur Welt der Infor-
matik von damals und von heute befragt. Videokonferenzen
R. M.: Diese Technologie fand ich von Anfang an
Text: Claudia Iraoui Was kommt Ihnen bei diesen Begriffen in den Sinn? höchst interessant. Zuerst führten wir Telefonkonfe-
Fotos: Monika Flückiger renzen durch, danach die ersten Videokonferenzen,
World Wide Web allerdings funktionierte die Technik nicht sehr gut.
Roger Mossier: Damals hiess es Arpanet. Was für tolle Heute sind Videokonferenzen normale Arbeitsinstru-
neue Kommunikationsmöglichkeiten! mente.
Cem Koca: Es ist wie eine gigantische Online-Biblio- C. K.: Von den Videoanrufen mit Freunden auf Whats-
thek, in der man jederzeit und überall Antworten auf App bis zu den Skype-Videokonferenzen im Beruf ist
(fast) alle Fragen findet. Aber wo hat man solche Infor- es nur ein kleiner Schritt …
mationen vorher gefunden? Ich weiss es nicht …
Grösse von Computern
Mobiltelefon R. M.: 1995 waren Computer grosse, laute und teure
R. M.: Ich war 1986 glücklicher Besitzer eines der ers- Kisten. Mein erster PC war ein 386er mit 2 MB RAM-
ten Autotelefone, eines Natel D, weil mein Vater sie Speicher samt Ventilator, der klang wie ein Haarfön …
verkaufte. Es war ein Motorola, ein kleiner, tonnen- C. K.: Fest installierte Desktop-PC sind immer noch
schwerer Koffer. Ich hätte nie gedacht, dass Mobiltele- riesig, deshalb nutze ich zu Hause nur mobile Geräte,
fone eines Tages so weit entwickelt sein würden, dass natürlich auch, weil sie sehr praktisch sind. Man kann
das Telefonieren nur noch Nebensache ist! im Bett, unterwegs und sonst überall arbeiten.
C. K.: Ich habe es immer dabei, egal, wohin ich gehe.
Ich verwende es, um Musik zu hören, Videos zu Bildschirm
schauen, mit Freunden in Kontakt zu bleiben, Infor- R. M.: Kathodenstrahlröhre, klein, schwer, auf der man
mationen zu suchen, und zur Unterhaltung. die einzelnen Pixel sah. Ich werde nie vergessen, wie
Die Post 02 -2020Leute 21
man damals Programme dokumentierte: Bildschirm- PTT
fotos machte man einfach mit einer Polaroidkamera. R. M.: Die grosse Familie der
C. K.: Auch wenn ich bis 14 einen Röhrenfernseher Post-, Telefon- und Telegra-
hatte, fällt es mir heute schwer, mir einen nicht fla- fenbetriebe: alles bestens orga-
chen Bildschirm vorzustellen. nisiert und reglementiert,
Beamtenstatus mit vordefi-
Floppy Disk nierten Lohnerhöhungen, ein
R. M.: Biegbar, aus Karton, 5¼ Zoll, mit einer Spei- Manna in dieser Zeit. Seither
cherkapazität von 360 bis 720 KB. Auf den festen, 3½ ist viel Wasser den Rhein hin-
Zoll grossen hatten 1,44 MB Platz. Programme befan- untergeflossen; heute ist alles
den sich manchmal auf zehn Floppy Disks, und sie zu anders und das ist auch gut so:
installieren, brauchte natürlich viel Zeit und Geduld. Das Unternehmen ist dynami-
Ich werde nie das Geräusch des Motors vergessen, scher, agiler, und die Löhne
wenn die Disk zu laufen begann. basieren auf der Leistung.
C. K.: Wir haben die Floppy Disk in der Schule durch- C. K.: Ehrlich gesagt hatte ich
genommen, aber ich habe nie selbst eine verwendet, nicht die geringste Ahnung,
denn als ich mit Computern zu arbeiten begann, exis- was die Abkürzung bedeutet.
tierten bereits Festplatten. Ich musste sie googeln …
Notebook Badge
R. M.: Das erste, das ich sah, war ein IBM. Es wurde R. M.: Ein runder, gelber,
wie ein Koffer geöffnet. Lange wurden in der Ent- treuer Begleiter.
wicklung nur wenige Notebooks eingesetzt, weil sie C. K.: Sehr praktisch. Ich
sehr teuer und schwer waren und keinen Akku hat- denke, dass Badges schon bald
ten. Auch ihre Bildschirme waren lächerlich. durch die modernere Technik
C. K.: Mein erstes Notebook habe ich 2013 gekauft, der Fingerprint-Leser ersetzt
ein HP Pavilion M6, bei dem man sich schon per Fin- werden.
gerabdruck anmelden konnte. Nach nicht einmal zwei
Jahren habe ich es ersetzt, weil es mit gut 2,5 Kilo zu
sperrig war, um es in die Schule mitzunehmen!
Analoges Modem
R. M.: Heute muss man schmunzeln, wenn man daran Ausbau in Neuenburg und Bellinzona
denkt. Nur schon bis die Verbindung hergestellt war, Die IT-Abteilungen in Neuenburg und Bellinzona sind seit vielen Jahren das Aus-
dauerte es manchmal eine Minute! Zuerst kam der hängeschild der Informatik Post (I). Sie feiern dieses Jahr ihr 30- bzw. 25-jähriges
Anruf übers Telefonnetz und dann das typische Ver- Bestehen. In Neuenburg sind 22 ICT-Fachleute und -Experten angestellt, in der
bindungsgezirpe. Später gab es digitale ISDN-Mo- Tessiner Hauptstadt 40. Bis 2024 will die Post an beiden Standorten neue, inter-
dems, die sich rasch ins Internet einwählen und viel essante Arbeitsplätze schaffen und damit auch die Kompetenzen in den Berei-
mehr Daten übertragen konnten. Sie schienen extrem chen Projektmanagement, Applikationen, Testmanagement und Sicherheit aus-
schnell. Aber das war natürlich nichts im Vergleich zu bauen. Zusätzlich wird in Neuenburg das Competence Center E-Vote mit
den Geschwindigkeiten von heute. kryptografischem Know-how ausgebaut, um das Thema E-Voting zu stärken.
C. K.: Wir haben in den Vorlesungen an der Universität Darüber werden wir zu einem späteren Zeitpunkt aus Neuenburg berichten.
darüber gesprochen; ich habe nie eines in Aktion gesehen.
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Name:
Sylvia Rudin-Leu
Geburtstag:
29.03.1920
Erste Funktion:
Buchhalterin Checkam
t
Letzte Funktion:
Postschalterbeamtin
Hobbies:
K lavier spielen,
meinen Garten pflegen
Familie:
Z wei Söhne und eine To
chter,
7 Enkelkinder, 7 Urenke
«
lkinder
Text: Magalie Terre
Vor 100 Jahren erblickte ich das Licht der der Post in Bex angestellt war und im sel-
Welt in Witterswil im Kanton Solothurn. ben Zimmer wohnte wie ich damals. So
Obwohl es zu dieser Epoche für junge kamen wir ins Gespräch, und er besuchte
Mädchen unüblich war, im Welschland eine mich gelegentlich im Büro für einen kleinen
Schule zu besuchen, durfte ich mein Schwatz. Nach ein paar Wochen lud er
10. Schuljahr im Collège Scientifique in mich zu einem Kaffee ein. Da lernten wir
Bex im Kanton Waadt absolvieren. Dort uns besser kennen und entdeckten unsere
lebte ich ein Jahr lang bei der Familie des Liebe zur Musik. Er spielte Geige in einem
Postverwalters. Später, mit 20 Jahren, fing Orchester und ich Klavier und Orgel. Fortan
ich bei der Post in Basel an zu arbeiten. fuhr Peter bei jeder Gelegenheit mit seiner
Eines Tages kam ein junger Postbeamter ‹Lambretta› zu mir nach Hause, und wir
»
auf mich zu und fragte mich, ob ich Sylvia übten fleissig zusammen Geige und Klavier.
Leu sei und die Schule in Bex besucht habe. So kam es, dass unsere Verbindung immer
Ich war ganz verwirrt und fragte ihn, woher stärker wurde. Die Liebe liess nicht lange
er denn das wisse? Er erzählte mir, dass er auf sich warten, und schon bald läuteten
nach seiner Ausbildung vor vier Jahren bei die Hochzeitsglocken.
Die Post 02-2020Personal 23
Treue zur Post Lauber Annette, Selzach
Meister Carola, Diessenhofen
Werren Urs, Bauma
Widmer Heinz, Ostermundigen
Rechsteiner Doris, Uster Wildbolz Stephan, Grosshöchstetten
50 Jahre Salzmann Therese, Biel Wirz Peter, Zürich
Schmutz-Geinoz Justine, Epalinges Würsch Beat, Davos
PostMail Schnurrenberger Susanna, Schaffhausen Zürcher Heinz, Nänikon
Herzog Siegfried, Olten Trepp Alfred, Thusis
Tschalèr Andreas, Andeer PostLogistics
PostAuto Wyss Fritz, Bern Baumgartner Beat, Frauenfeld
Ricklin Markus, Uznach Zuppinger Marlise, Arbon Bischof Rene, Frauenfeld
Fieni Giantilio, Cadenazzo
PostFinance Hegner Marcel, Hinwil
45 Jahre Fankhauser Bruno, Thun Müller Rosmarie, Urdorf
Jucker Ursula, Winterthur Panzeri Franco, Cadenazzo
Post Immobilien Management Von Rohr Sibilla, Zofingen Schaad Eugen Werner, Ostermundigen
und Services AG Schäfli Dominik, Frauenfeld
Stäger Roland, Basel PostAuto Schmet Lucas, Landquart
Gregori Luca, Faido Wick Magnus, St. Gallen
Finanzen und Konzerneinkauf Riechsteiner Bernadette, Aarau
Strub-Ansermet Eliane, Neuchâtel PostNetz
SecurePost Arn Beatrix, Lyss
Personal Kindler Beat, Oensingen Augsburger André, Neuchâtel
Tanner Liselotte, Aarau Balzer Heinrich, Davos
Bodenmann Erika, St. Gallen
PostMail 40 Jahre Burkhardt-Burkhalter Brigitte, Bützberg
Arpagaus Christian, Chur Bürki Catherine, Neuchâtel
Augustin Paolo, Zürich Informatik Casagrande Gabriela, Teufen AR
Bagnoud-Karlen Liliane, Sion Huber Markus, Zürich Cottet Nicolas, Romont FR
Bolliger Sandro, Wettingen Oppliger Beatrice, Bern Frischherz Michael, Frick
Brunner Hanspeter, Grosshöchstetten Giuliano Sabine, Wald ZH
Brutschy Urs, Rheinfelden Finanzen und Konzerneinkauf Häcki Stephan, Olten
Caduff Johann, Flims Waldhaus Rufener Beatrice, Basel Hendry-Baselgia Karin, Chur
Frei Ulrich, Schüpfen Schmid Ursula, Gümligen Huber Ruth, Meiringen
Gisler Walter, Luzern Stillhard Cornelia, St. Gallen Hug-Müller Brigitte, Däniken SO
Greub-Berner Monika, Basel Huguenin-Elie Claude, Bern
Grütter-Maurer Doris, Sumiswald Personal Keller Ruth, Herisau
Hatt Stefan, Thayngen Wüthrich Claudia, Bern Kobel Hanspeter, Bellinzona
Holdener Josef, Unterägeri Lacher Monika, Windisch
Huber-Kehrli Maja, Meiringen PostMail Marti Irene, Wangen SZ
Huggler Erich, Adliswil Abel André, Zürich Mosimann Brigitta, Münsingen
Kellerhals Hans-Peter, Bern Aregger Josef, Willisau Pochon Michel, Léchelles
Keusch Renato, Zürich Bieber Stephan, Zürich Rossel Jean-Philippe, Chernex
Lovey Jean-Daniel, Lausanne Brandenberger Manfred, Zürich Schelbert Oskar, Altdorf UR
Nett Reto, Hinwil Brunner Hans Ulrich, Brienz BE Schneider Cornelia, Liestal
Patt Maurus, Chur Buchwalder Nicolas, Delémont Tièche-Ceppi Marièle, La Neuveville
Portner Jean-Jacques, Moutier Bühler Urs, Zürich Tschannen Marlies, Bern
Rebetez Alain, Laufen Bührer Thomas, Thayngen Von Moos Adrean, Ehrendingen
Roschi Jürg, Subingen Cabalzar Vitus, Trun Wenger Barbara, Heimberg
Schläpfer Samuel, Tägerwilen Colella Massimo, Zürich Zürcher Bruno, Einsiedeln
Schmid Peter, Ostermundigen Coray Mario, Flims Waldhaus
Schmidmeister Fritz, Tägerwilen Fellmann Rudolf, Täuffelen PostFinance
Schneider Martin, Winterthur Freiermuth Titus, Möhlin Düscher Ursula, Bern
Schnurrenberger Urs, Embrach Freitag Rolf, Zürich Flury-Meister Jacqueline, Bern
Schrag Urs, Burgdorf Greder Thomas, Grenchen Hirter Marianne, Bern
Schwarz Kurt, Würenlingen Hasler Thomas, Sirnach Kessler Theres, Netstal
Siegenthaler Albrecht, Trubschachen Häutle Dominik, Lenzburg Kohler-Huber Evelyn, Bern
Stadler Elmar, Gossau SG Hinterberger Werner, Nesslau Ritz Judith, Netstal
Wandfluh Beatrix, Bern Holenstein Silvan, Sirnach
Weber Peter, Ennenda Imhasly Reinhard, Thun PostAuto
Wicki Josef, Muri AG Jäger Kurt, Härkingen Anthamatten Martin, Saas-Fee
Wild Stefan, Uzwil Kuhn Robert, Zürich Chionna Antonio, Lugano
Wildi Stephan, Oensingen Leemann-Bögli Verena, Härkingen Grob Christian, Winkel
Zimmermann Rudolf, Fällanden Lepori Guido, Lugano Klötzli Walter, Moutier
Zumstein Fritz, Roggwil BE Lüscher Daniel, Oberentfelden Loosli Adrian, Bern
Zurmühle Pio, Arbedo Mathys Hans-Ulrich, Unterlangenegg Schenk Christine, Bern
Meili Thomas, Lyss Walker Hugo, Brig
PostLogistics Mettler Emil, Pfäffikon SZ
Fässler Marcel, Wädenswil Muoth Corsin, Trun Presto AG
Hermann Urs, Frauenfeld Passera Mario, Pregassona Walker Norbert, Zürich
Louis Felix, Urdorf Rasi Urs, Zürich
Saner Peter, Härkingen Reusser Peter, Münsingen
Rohner Felix, Zürich
PostNetz Ruesch Jürg, Flums
Affenzeller Monika, Dübendorf Rüesch Daniel, Zürich
Di Nardo-Tommasi Luciana, Thun Sassi Stefano, Mendrisio
Flepp Verena, Pfäffikon SZ Schwab Martin, Aarau
Frei Hans, Winterthur Sidler Bruno, Küssnacht SZ
Hartmann Walter, Samedan Soom Sonja, Zürich
Hofmann Heinz, Untersiggenthal Stutz Markus, Fahrwangen
Janka Georg, Ilanz Ursenbacher Erwin, OstermundigenSie können auch lesen