TÄTIGKEITSBERICHT 2017 - Biosphärenpark Wienerwald
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
Einleitung 5 Editorial 7 Teil 1 Biosphärenpark Wienerwald 8 Teil 2 MA 49 44 Teil 3 ÖBf AG 60 Abkürzungen und Akronyme 78 Executive Summary 79
EINLEITUNG
EINLEITUNG
PID/Votava
Weinfranz
©PID/Votava
© Weinfranz©©Weinfranz
© Votava PID
©
SEHR
SEHR GEEHRTE
GEEHRTE LESERINNEN
LESERINNEN UND
UND LESER,
LESER,
Mit
Mit 2015
2015 geht
geht für
für den
den Biosphärenpark
Biosphärenpark Wienerwald
Wienerwald ein
ein besonderes
besonderes und
und aufregendes
aufregendes Jahr
Jahr zu
zu
SEHR
Ende. GEEHRTE
Zum einenLESERINNEN
durfte 10 UND
Jahre LESER,
Biosphärenpark gefeiert werden – dieses Jubiläum wurde
Ende. Zum einen durfte 10 Jahre Biosphärenpark gefeiert werden – dieses Jubiläum wurde
ausgiebig
ausgiebig mit
mit zahlreichen
zahlreichen Aktivitäten,
Aktivitäten, Veranstaltungen
Veranstaltungen undund Publikationen
Publikationen gefeiert
gefeiert –– und
und zum
zum
der in
anderenden Bundesländern
anderen fanden
fanden viele
viele großeWien und
große Projekte Niederösterreich
Projekte ihren
ihren Abschluss. liegende
Abschluss. Mit
Mit dem Biosphärenpark Wienerwald
dem „Biodiversitätsmonitoring
„Biodiversitätsmonitoring in ist
in den
den
eine besondere
Kernzonen
Kernzonen des Lebensregion, Wienerwald“
des Biosphärenpark
Biosphärenpark in der Menschging
Wienerwald“ undeines
ging Naturder
eines gleichermaßen
der bisher
bisher größtenihren
größten Platz finden und
Monitoringprojekte
Monitoringprojekte
voneinander
Österreichs profitieren sollen. Wir sind stolz auf deren Einzigartigkeit,
Österreichs zu Ende. Die erstaunlichen Ergebnisse wurden in einem Buch „Wälder im
zu Ende. Die erstaunlichen Ergebnisse wurden in einem Buch die geprägt
„Wälder imist durch
Wiener-
Wiener-
die
wald“Vielfalt von Natur,
zusammengefasst Kultur
und und
Ende des nachhaltiger
Jahres Bewirtschaftung
präsentiert.
wald“ zusammengefasst und Ende des Jahres präsentiert. am Rande der Großstadt
Wien.
Zehn
Zehn Jahre
Jahre sind
sind seit
seit der
der Anerkennung
Anerkennung des des Wienerwaldes
Wienerwaldes durch durch die
die UNESCO
UNESCO zum zum Biosphären-
Biosphären-
Durch
park die Auszeichnung
vergangen. Seit dem zum
hat Biosphärenpark
sich der durch
Biosphärenpark die
nicht UNESCO
nur durch im Jahr
seine
park vergangen. Seit dem hat sich der Biosphärenpark nicht nur durch seine einzigartige 2005 gilt Lage
einzigartige es, den
Lage an
an
Wienerwald
einer Großstadtauch
undfür die
seinernachfolgenden
besonderen Generationen
Kulturlandschaft lebenswert
einen Namenzu erhalten
gemacht,
einer Großstadt und seiner besonderen Kulturlandschaft einen Namen gemacht, sondern auch und die
sondern gesam-
auch
durch
durch die
die herausragende
te Region zum Vorteil aller
herausragende Arbeit aller
weiter
Arbeit zuAkteure.
aller Zahlreiche
entwickeln.
Akteure. Ideen
Ideen zum
Es ist sozusagen
Zahlreiche Schutz
zumauch
Schutzeinund Förderung
Angebot
und der
an eine
Förderung der
viel
viel geschätzten
Region, Landschaft
die Zukunft
geschätzten selbst inund
Landschaft dieArtenvielfalt
und im
im Wienerwald
Hand zu nehmen.
Artenvielfalt Das Teamsowie
Wienerwald der
der Erhaltung
Erhaltung des
der Biosphärenpark
sowie Gebietes
Wienerwald
des Gebietes
als Lebens-
Lebens- und
Management
als Erholungsraum
undGmbH für
für die
die Menschen
ist daher bestrebt,
Erholungsraum bei ihrenin
Menschen der
der Großstadt
inProjekten Wien
Wien und
möglichst
Großstadt und den
alle niederösterrei-
Aspekte
den der Nach-
niederösterrei-
chischen
chischen Biosphärenpark-Gemeinden,
haltigkeitBiosphärenpark-Gemeinden, konnten
– also Ökologie, Ökonomie, konnten in
Sozialesinundden vergangenen
denKulturelles
vergangenen Jahren
– zuJahren umgesetzt
umgesetzt werden.
berücksichtigen und ihre
werden.
Begeben
Partnerinnen
Begeben Sie sich
Sie und auf
auf den
sichPartnerdenimfolgenden
Sinne der Seiten
folgenden Seiten auf
auf eine
eine Zeitreise
Biosphärenpark-Idee durch
durch die
die letzten
zu unterstützen.
Zeitreise letzten 10
10 Jahre
Jahre
Biosphärenpark
Biosphärenpark Wienerwald
Wienerwald undund tauchen
tauchen Sie
Sie ein
ein in
in die
die vielfältigen
vielfältigen Projekte
Projekte und
und Aktivitäten.
Aktivitäten.
Als StellvertreterInnen der Stadt Wien und des Landes Niederösterreich freuen wir uns über
Als
die VertreterInnen
Als der
der Stadt
erfolgreiche Arbeit
VertreterInnen Wien
Wien und
und dem
dem Land
im Biosphärenpark
Stadt Niederösterreich
Wienerwald,
Land freuen
die in den
Niederösterreich wir
wir uns
folgenden
freuen über
über die
unsSeitendie er-
über-
er-
folgreiche
blicksmäßig
folgreiche Arbeit des
des Biosphärenpark-Teams
dargestellt
Arbeit und
wird. Mit Unterstützung
Biosphärenpark-Teams und der
der PartnerInnen
beiden Länderund
PartnerInnen UnterstützerInnen
Wien
und in
in der
und Niederösterreich
UnterstützerInnen der
Region.
durch den
Region. Wir sind
sind uns
WirForst- uns sicher,
und dass
dass wir
wir gemeinsam
Landwirtschaftsbetrieb
sicher, der auch
gemeinsam auch in
Stadt den
den nächsten
inWien Jahren
(MA49) und
nächsten den eine
Jahren eine nachhaltige
Österreichischen
nachhaltige
Lebensweise in der
Bundesforstenin(ÖBf)
Lebensweise Bevölkerung vorantreiben
wird der Wienerwald
der Bevölkerung können
alskönnen
vorantreiben und
Modellregiondamit
und damit kommenden
fürkommenden Generationen
nachhaltigesGenerationen eine
Leben und Wirt-
eine
lebenswerte
lebenswerte Heimat
schaften stetigHeimat sichern.
sichern.
weiterentwickelt und auch in den kommenden Monaten werden weitere Ideen
und konkrete Projekte zur Förderung der Region und Erhaltung der jahrhundertealten Natur-
und Kulturlandschaften entwickelt und umgesetzt.
Mag.
Mag.a Ulli
a
Ulli Sima
Sima Dr.
Dr. Stephan
Stephan Pernkopf
Pernkopf
Stadträtin
Stadträtin für
für Umwelt
für und
Umwelt und
Umwelt und Niederösterreichischer
in derLandesrat
Niederösterreichischer
LH-Stellvertreter Landesrat für
für
Wiener Stadtwerke
Wiener Stadtwerke
Stadtwerke Umwelt, Landwirtschaft und
und Energie
Umwelt, LandwirtschaftLandesregierung
Niederösterreichischen Energie
55
7
BPWW-Tä
BPWW-Tättigkeitsbericht-2016-8.indd
igkeitsbericht-2016-8.indd 55 11.05.16
11.05.16 10:01
10:01EDITORIAL
© D. Seebacher
LIEBE LESERINNEN UND LESER!
Der Biosphärenpark Wienerwald gilt als Modellregion für Nachhaltigkeit in den Bereichen Ökologie, Öko-
nomie und Soziales. Um die Vorbildfunktion des Biosphärenparks Wienerwald weiter auszubauen, wurden
im Jahr 2017 eine Reihe vorbildhafter Projekte umgesetzt – sei es zum Erhalt wichtiger Kulturlandschaften
und Landschaftspflege, sei es zur Förderung nachhaltig produzierter Produkte oder auch Bildungsprojekte im
Sinne von Artenvielfalt und Nachhaltigkeit.
Der Biosphärenpark ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Mit unseren PartnerInnen aus den Bereichen Landwirt-
schaft, Gastronomie und Beherbergung, sowie Bildung arbeiten wir bei der Umsetzung unserer Projekte eng
zusammen – allen voran mit den Österreichischen Bundesforsten und der MA 49 – Forst- und Landwirt-
schaftsbetrieb der Stadt Wien.
Bewährtes weitergeführt und Erfolge vertieft. 2017 vergab der Biosphärenpark Wienerwald bereits zum elf-
ten Mal die Auszeichnung „Wienerwald Wiesenmeister“ an Landwirtinnen und Landwirte aus der Region,
die durch die nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Wiesen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturland-
schaft und Artenvielfalt im Wienerwald leisten. Besonders freut mich, dass wir mit unserer jährlich stattfin-
denden Weinprämierung aufzeigen, in welch hohem Maße extensive Bewirtschaftung, Naturschutz und
hervorragende Qualität verbunden sind. Dank der sehr positiven Entwicklung der letzten Jahre konnte die
Prämierung auf Betriebe beschränkt werden, die nachweislich ohne Einsatz von Herbiziden wirtschaften.
Bildung ausgebaut. Im Rahmen des Projektes „Wiesenmeister-Wiesenpartner“ setzen wir mit Umweltbil-
dung schon bei den Jüngsten an: Letztes Jahr konnten wir allen 3. Klassen Volksschule eine Biosphären-
park-Schulstunde anbieten. Die 100. Schulstunde durften unsere Pädagoginnen in der Egon Schiele Volks-
schule in Tulln abhalten.
Die nachfolgenden Seiten geben einen guten Überblick über das Schaffen und Tun der Biosphärenpark
Wienerwald Management GmbH und ihren engsten PartnerInnen, der Magistratsabteilung 49 der Stadt
Wien und der Österreichischen Bundesforsten im Jahr 2017 – Viel Freude beim Durchblättern!
Herzlichst Ihr
Dr. Herbert Greisberger
Direktor
901
02
LEITBILD
BIOSPHÄRENPARK WIENERWALD MANAGEMENT
Der Wienerwald wurde 2005 von der UNESCO als Biosphärenpark in
die Liste der weltweiten Biosphärenparke aufgenommen. Biosphä-
renparke sind Gebiete, die im Rahmen des UNESCO Programms „Der
»
Mensch und die Biosphäre“ (Man and the Biosphere – MAB) interna- Schutz, nachhaltige Entwicklung,
tional ausgezeichnet sind. Damit ist der Wienerwald eine Modellre-
gion für nachhaltiges Leben, Wirtschaften, Bilden und Forschen
Bildung und Forschung sind die Ziele
geworden. des Biosphärenpark Wienerwald.
Erhaltung von Landschaften, Ökosystemen, Arten und genetischer
»
Vielfalt, Förderung einer ökologisch, ökonomisch und soziokulturell
nachhaltigen Entwicklung, Unterstützung und Förderung von Um-
weltbildung & -ausbildung sowie Forschung und Monitoring sind die
Ziele des Biosphärenpark Wienerwald. Durch die gleichwertige Be- Wir, das Biosphärenpark Wienerwald Management, verstehen uns
rücksichtigung der drei Aspekte der Nachhaltigkeit – Ökologie, Öko- als Vertretung der Region Wienerwald nach innen und nach außen.
nomie und Soziales – sollen gute Lebensbedingungen für gegenwär- Wir sind ein gemeinnütziges Unternehmen, das von den Ländern
tige und künftige Generationen gesichert werden. Niederösterreich und Wien im Jahr 2006 gegründet wurde.
© BPWW/M. Graf
© BPWW/M. Graf
© BPWW/M. Graf
© BPWW/M. Graf
© BPWW/M. Graf
12WIR ARBEITEN
mit der Natur und für die Natur
mit den Menschen und für die Menschen
in der Region Wienerwald
WIR WOLLEN
die Anforderungen der UNESCO an einen Biosphärenpark langfristig erfüllen.
Dazu zählt vor allem die Entwicklung einer Modellregion für nachhaltiges Leben, Arbeiten, Lernen
und Erhalten.
gemeinsam mit PartnerInnen in der Region die Zukunft des Wienerwaldes gestalten und für
kommende Generationen erhalten sowie miteinander Wege zur Verbesserung der
Lebensqualität gehen.
Vielfalt in Natur, Kultur, Wirtschaft und Bildung fördern und erhalten.
dazu beitragen, dass Aspekte des Umwelt- und Naturschutzes feste Bestandteile der
Aktivitäten im Biosphärenpark sind.
dazu beitragen, die Wertschöpfung in der Region Wienerwald zu erhöhen. Regionale Produkte und
Angebote sowie nachhaltige Initiativen der Regionalentwicklung sollen dazu im Besonderen beitragen.
Forschung und Monitoring mit Schwerpunkt auf Mensch-Umwelt-Beziehungen unterstützen.
mit dem Biosphärenpark-Gedanken verstärkte Identität schaffen.
DAS WERDEN WIR ERREICHEN
indem wir zu natur- und umweltverträglichen Nutzungen anregen und diese unterstützen.
indem wir alternative Bewirtschaftungsformen aufzeigen, die eine Balance zwischen wirtschaftlichem
Erfolg und intakten Lebensräumen gewährleisten.
indem wir über die Besonderheiten und Aktivitäten der Region informieren.
indem wir Ansprechpartner für regionale Anliegen der Biosphärenpark-Idee sind.
indem wir Schulungs- und Bildungsangebote für Umwelt-Mensch-Beziehungen anregen und unterstützen.
indem wir AkteurInnen in der Region vernetzen und nachhaltige Projekte initiieren.
indem wir national und international mit nachhaltigen Regionen zusammenarbeiten, Erfahrungen
austauschen und diese im Wienerwald umsetzen.
indem wir konkrete Forschungsprojekte und -ideen initiieren und begleiten.
indem wir vorhandenes Wissen über die Region und in der Region vernetzen und verfügbar machen.
indem wir Vorbild für nachhaltiges Handeln sind.
1302
GLOBALE ZIELE
FÜR MENSCHEN UND UMWELT
DIE 17 SUSTAINABLE DEVELOPMENTS GOALS (SDG)
DER VEREINTEN NATIONEN
Im September 2015 fassten alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft als auch
Nationen gemeinsam einen Plan mit dem Ziel, eine bessere Zukunft BürgerInnen von Anfang beteiligt waren. Die Verwirklichung dieser
für alle zu erreichen. Konkret soll in den nächsten 15 Jahren mit ei- Ziele bedarf einer beispiellosen Anstrengung von allen Sektoren in
ner globalen und gemeinsamen Kraftanstrengung extreme Armut der Gesellschaft.
beendet, Ungleichheit und Ungerechtigkeit bekämpft und unser Pla-
net geschützt werden. Das Herzstück der „Agenda 2030“ sind die Auch der Biosphärenpark Wienerwald ist bestrebt, in seinen Projek-
17 Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG). ten möglichst viele dieser Globalen Ziele zu berücksichtigen, um die
Welt in unserem Umfeld ein Stück weiter zu verbessern und zu ent-
Diese neuen Globalen Ziele (http://www.un.org/sustainable- wickeln. Um dies zu verdeutlichen, befinden sich im Tätigkeitsbericht
development/sustainable-development-goals/) ergeben sich aus ei- 2017 bei den Projekten des Biosphärenpark Wienerwald die jeweils
nem Prozess, der umfassender war als je zuvor und in dem sowohl zuordenbaren SDGs symbolisch abgebildet.
1415
02
12
WIENERWALD WIESENMEISTER – WIESENPARTNER
BEWUSSTSEINS-BILDUNG FÜR NATUR AUS MENSCHENHAND **
15
17
EXEMPLARISCHES PROJEKT
WIESENMEISTER – BESONDERES ENGAGEMENT
WIRD AUSGEZEICHNET
Seit dem Jahr 2006 organisiert der Biosphärenpark Wienerwald die
Wiesenmeisterschaft. Dabei wird jährlich die Arbeit besonders en-
gagierter LandwirtInnen zum Erhalt der Landschaft, ökologisch wert-
voller Lebensräume und Arten ausgezeichnet und soll so ins Be-
wusstsein der Bevölkerung gebracht werden. Denn vielen
BewohnerInnen im Wienerwald ist nicht bewusst, dass die blüten-
reichen Wiesen und Weiden erst durch menschliche Bewirtschaf-
tung entstanden sind und eine fortführende Bewirtschaftung in Form
von Mahd oder Beweidung für die Erhaltung unbedingt notwendig
ist.
© BPWW/N. Novak
WIESENPARTNER – VERSTÄNDNIS FÜR LEBENSRAUM
UND BEWIRTSCHAFTER
Die bunte Wiesenlandschaft im Wienerwald ist ein ideales Naher-
holungsgebiet für viele Menschen in der Region. Deswegen wird die
Bevölkerung – als Wiesenpartnerin – für den Wert der Wiesen und
das richtige Verhalten sensibilisiert. Denn Hundekot und Hunde-
Stöckchen oder ein Picknick in der hohen, ungemähten Wiese brin-
gen zahlreiche Probleme für Bewirtschaftung und Erhalt der Wiesen
mit sich. Gleichzeitig hilft der Einkauf von regionalen Wiesenproduk-
ten bei vorbildlichen LandwirtInnen, das Einkommen der LandwirtIn-
nen zu sichern und so die wertvolle Wiesenlandschaft im Wiener-
wald zu erhalten.
JÄHRLICHE SCHWERPUNKTGEBIETE MIT UMFANGREI-
CHEM PROGRAMM
Seit 2011 findet die Wiesenmeisterschaft nicht mehr im gesamten
Biosphärenpark, sondern jährlich in fünf bis sechs ausgewählten Bio-
sphärenparkgemeinden bzw. ein bis drei Wiener Biosphärenparkbe-
zirken, sogenannten Wiesenmeisterregionen, statt. Dafür wird ein
deutlich umfangreicheres Bildungs-Programm geboten. In Zusam-
menarbeit mit LandwirtInnen aus der jeweiligen Region werden kos-
tenlos Wiesenführungen für die Bevölkerung und alle Schulklassen
der Gemeinden bzw. für rund 50 Klassen aus den Wiener Wiesen-
meisterbezirken durchgeführt. Alle Schulklassen-Wiesenführungen
werden von ausgebildeten NaturpädagogInnen des Biosphärenparks
© BPWW/N. Novak
durchgeführt. Wichtige und erfolgreiche Folgeprojekte aus dem Bil-
dungsprogramm der letzten Jahre sind die Wiesenpflege der Him-
melswiese und Neubergwiese in Wien, Liesing sowie die Pflege des
Schulbergs in Berndorf-St. Veit.
16© BPWW/N. Novak
Über das breite Bildungsangebot wird das Verständnis für den hohen Zwischen den Jahren 2011 und 2016 gab es nun in jeder der fünf
Wert der Mähwiesen, Obstwiesen und Weiden, die aktuelle und histo- Wiesenmeisterregionen eine Wiesenmeisterschaft. Damit war das
rische landwirtschaftliche Nutzung, sowie die aktuelle Produktion Biosphärenpark Management in dieser Zeit in jeder Gemeinde in NÖ
nachhaltiger regionaler Produkte wie Extensivwiesen-Heu, Streuobst- und jedem Bezirk in Wien mit der Wiesenmeisterschaft vor Ort. Im
wiesenprodukte, Weiderind und -lamm und das richtige Verhalten auf Jahr 2017 konnte so mit der zweiten Runde durch den BPWW begon-
den Wiesen von den Kindern bis zu den Erwachsenen gefördert. nen werden. Die hohe Zahl an Anmeldungen 2017 zeigte deutlich,
dass die Wiesenmeisterschaft bei den LandwirtInnen angekommen
BIOSPHÄRENPARK SCHULSTUNDE – ist und sich großer Beliebtheit erfreut.
MEIN BIOSPHÄRENPARK Seit dem Jahr 2011 nahmen an den Angeboten im Rahmen der Wie-
Im Rahmen der Wiesenmeisterschaft ergab sich der Bedarf, den senmeisterschaft in NÖ und Wien rund 23.000 Personen darunter
SchülerInnen schon vor den Wiesenexkursionen näher zu bringen, rund 21.000 Schulkinder teil.
was ein Biosphärenpark ist und bedeutet. Die Idee war es, die Kinder
in einer Schulstunde im Rahmen eines Biosphärenpark-Spiels für
den Biosphärenpark zu begeistern. Dieses wurde in Kooperation des
Biosphärenparks, der Österreichischen Bundesforste und AVL ge-
meinsam entwickelt und 2012 als UN-Dekadenprojekt der UNESCO
ausgezeichnet.
Nach einer Einführung zum Biosphärenpark Wienerwald meistern
die SpielerInnen einen Aufgabenparcour und modellieren anhand
eines Geländemodells ihren eigenen Biosphärenpark. Dabei werden
die Wahrnehmung für das eigene Lebensumfeld geschärft, öko-
logische, soziale und ökonomische Zusammenhänge aufgezeigt,
über die Besonderheiten der Region informiert und die Wertschät- © BPWW/N. Novak
zung für den Wienerwald gestärkt. Die Schulkinder können sich als
Teil ihres Biosphärenparks wahrnehmen und werden zum Mitdenken
und zum aktiven Mitgestalten motiviert. Seit 2017 wird das Bio-
sphärenpark-Spiel für alle 3. Volksschulklassen im Biosphärenpark
angeboten.
Projektlaufzeit: aktuell 2015 bis 2018
Die Hälfte der Schulstunden in Niederösterreich werden von den
Österreichischen Bundesforsten, die andere Hälfte und alle Stunden Projektkoordination: BPWW
in Wien werden von den NaturpädagogInnen des Biosphärenparks
Projektfinanzierung: BPWW, LE-Fonds 14-20: EU, Land NÖ, Land
durchgeführt.
Wien
GROSSER ERFOLG ProjektpartnerInnen: AVL, MA 22 – Wiener Umweltschutzabtei-
Die TeilnehmerInnenzahlen der letzten Jahre zeigen, dass das Pro- lung, MA 49 – Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt
jekt Wiesenmeister-Wiesenpartner ein großer Erfolg ist und sich Wien, BPWW-Bildungspartner, ÖBf
großer Beliebtheit erfreut.
1702
4
8
WEIN UND TRAUBENSAFT **
12 EXEMPLARISCHES PROJEKT
15
17
Der Wienerwald ist nicht nur das größte noch existierende Laub- Die faszinierende Artenvielfalt in der Region zu erhalten, ist eines der
waldgebiet Mitteleuropas mit einer ausgesprochen wertvollen Wie- Ziele des Biosphärenpark Wienerwald Managements. In der Land-
senvielfalt. An seinen Abhängen, die vom warmen, pannonischen wirtschaft spielt dabei eine extensive, nachhaltige Produktionsweise
Klima geprägt sind, liegen auch hervorragende Weinbaulagen mit eine wichtige Rolle. Dadurch wird wertvoller Lebensraum für bedroh-
einer Fläche von ca. 3.000 ha. Von Norden nach Süden erstreckt sich te und seltene Arten bewahrt. Der Biosphärenpark prämiert daher
zwischen Judenau-Baumgarten und Klosterneuburg, in Wien und an jährlich in einem Wettbewerb mit Blindverkostung Weine und Betrie-
der Thermenlinie Niederösterreichs eine ausgedehnte, außerge- be der Region. Seit 2017 ist die nachweisliche Bewirtschaftung ohne
wöhnlich vielfältige Weinbaulandschaft. Im Vergleich zu anderen Herbizideinsatz – bio-zertifiziert oder durch Teilnahme an der entspre-
großen Weinbaugebieten sind die Weingärten hier relativ kleinflä- chenden Maßnahme des Österreichischen Programms zur Förderung
chig angelegt. Dazwischen bereichert eine Vielzahl von Strukturen einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum
wie Böschungen, Raine, Hecken und Feldgehölze, vielfältige Bra- schützenden Landwirtschaft (ÖPUL) – Teilnahmebedingung für den
chen, Obstbäume, Lesesteinriegel und Trockensteinmauern die Land- Wettbewerb.
schaft. Das Vorkommen seltener und auch europaweit geschützter
Arten in dieser Kulturlandschaft war mit ein Grund für die Anerken- Jedem prämierten Betrieb wird in Form einer „Patenschaft“ eine be-
nung der Region zum UNESCO-Biosphärenpark. sondere Tier- oder Pflanzenart seiner Weinbauflächen zugeordnet, die
© BPWW/M. Graf
18© BPWW/M. Graf
er durch die nachhaltige Bewirtschaftung seiner Weingärten schützt Mit dem Kauf dieser Produkte kann der/die KonsumentIn somit nicht
und erhält. Diese Art wird bei einem Betriebsbesuch der Flächen er- nur ausgezeichnete Weine bzw. Traubensäfte der Region genießen,
mittelt. In einer eigens produzierten Broschüre werden sowohl die sondern gleichzeitig zur Erhaltung der einzigartigen Weinbauland-
Betriebe und Weine als auch die besondere Tier- oder Pflanzenart schaft im Biosphärenpark Wienerwald mit ihrer Vielfalt an Pflanzen
näher vorgestellt. und Tieren beitragen.
Die besten Weine der einzelnen Kategorien wurden im November
2017 in Wien prämiert. Zusätzlich wurden 12 WinzerInnen, die mit
Projektlaufzeit: seit 2006
mindestens drei eingereichten Weinen Top-Bewertungen erreichten,
in Anerkennung für die hervorragende Leistung der Betriebe als „TOP Projektkoordination: BPWW
WINZER 2017“ ausgezeichnet.
Projektfinanzierung: LE-Fonds 14-20: EU, Land NÖ, Land Wien,
BPWW
Seit 2016 findet im Spätherbst auch ein zweiter Wettbewerb statt,
bei dem die besten nachhaltig erzeugten weißen und roten Trauben- ProjektpartnerInnen: HBLAuBA Klosterneuburg, WBS Krems,
säfte aus der Region ermittelt werden. So findet der Weinwettbe- beteiligte WinzerInnen
werb eine alkoholfreie Ergänzung.
© BPWW/N. Novak
1903
PROJEKTE UND AKTIVITÄTEN
NATURRAUMMANAGEMENT
BILDUNG, KOMMUNIKATION & ENTWICKLUNG
MEDIEN-ECHO
VERANSTALTUNGEN
20NATURRAUMMANAGEMENT 03 PROJEKTE
15 MOUNTAINBIKEN IM BIOSPHÄRENPARK WIENERWALD
Das Auslaufen der bestehenden vertraglichen Regelungen für ein
Moutainbike-Streckennetz im Wienerwald und das von allen Seiten
erfolgte Bekenntnis, Mountainbiken in der Region Biosphärenpark
weiterentwickeln zu wollen, führte zu zahlreichen Aktivitäten im Jahr
2017.
Die Plattform Mountainbiken im Wienerwald, bestehend aus dem
Forstbetrieb der Stadt Wien – MA49, den Österreichischen Bundes-
forsten, dem Forstbetrieb Stift Klosterneuburg, dem Wienerwald Tou-
rismus, dem Verein WienerwaldTrails und dem Biosphärenpark Wie-
© M. Wessig
nerwald, setzte ihre Arbeit fort und formulierte Ansprüche an und
Voraussetzungen für das künftige Streckennetz.
Bereits zu Jahresanfang wurde – moderiert durch die Niederösterrei-
chische Umweltanwaltschaft – ein partizipativer Prozess am Annin-
ger, einem der beliebtesten Mountainbike-Gebiete im Wienerwald,
umgesetzt. Das dabei erarbeitete Konzept dient vorerst als Grundlage
für weitere Gespräche zur Adaptierung des Wegenetzes.
Der Verein „Niederösterreich-Wien – Gemeinsame Entwicklungsräu-
me“ beauftragte die Agentur iNuF mit der Erstellung eines Grobkon-
zepts MTB 2017+, um einerseits Potenziale der Region Wienerwald
darzustellen und andererseits skizzenhaft mögliche weitere Pilotge-
biete zu identifizieren. So wurden vier regionale Workshops abgehal-
© G. Waiss
ten, um mit lokalen Akteuren Stärken, Schwächen, Chancen und Risi-
ken von MTB im Wienerwald aufzuzeigen. Da die Freigabe neuer
Strecken häufig von der Klärung der Haftungsfrage abhängt, folgte im
Herbst 2017 eine Informationsveranstaltung, unterstützt durch die Ab-
teilung Wirtschaft, Sport und Technologie des Landes Niederöster-
reich, zum Thema Haftung und Versicherungsschutz. In weiteren
Workshops konnten die TeilnehmerInnen ihre Wünsche und Vorstel-
lungen an ein angepasstes Streckennetz einbringen und Schwerpunkt-
regionen definieren.
Erstes MTB Trailcenter & MTB-Infotag
Im Juni eröffnete das erste MTB Trailcenter im Biosphärenpark Wie- © G. Ringler
nerwald: Auf der Hohen Wand Wiese stehen BikerInnen derzeit zwei
Downhill- und eine Uphill-Strecke zur Verfügung. In das Gesamtkonzept
sind unter anderem ein Gastronomiebetrieb, ein Rad-Verleih und eine
Bike-Schule integriert, die mittlerweile auch als Biosphärenpark- Alle Entwicklungen können umfassend auch auf der Homepage des
Bildungspartner ausgezeichnet wurde. Biosphärenpark Wienerwald Managements unter www.bpww.at nach-
Im Herbst lud das Biosphärenpark Management zum MTB-Infotag, um gelesen werden.
die Erfahrungen mit Mountainbiken seit Freigabe des Trailparks Weid-
lingbach und der Shared Trails zu präsentieren und zu diskutieren. Die Laufzeit seit 2014
Veranstaltung brachte einen regen Austausch. So forderte unter ande- Projektkoordination BPWW, SUM, Plattformpartner
rem die Freiwillige Feuerwehr Weidlingbach ein Sicherheitskonzept Finanzierung Eigenleistungen und Förderprojekt des Verein Nie-
bei der Planung von Mountainbike- Strecken, das Institut für Land- derösterreich-Wien – Gemeinsame Entwicklungsräume
schaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung der BOKU Partner BPWW, ÖBf, MA 49, Forstbetrieb Stift Klosterneuburg,
bescheinigte dem Trailpark Weidlingbach eine sehr gute Besuchs- Wienerwald Tourismus, Verein WienerwaldTrails, iNuF, BOKU,
frequenz. Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und
Im Jahr 2018 sollen die bisher gewonnenen Erkenntnisse mit den Naturschutzplanung (ILEN), stadt-umland-management wien/
Grundeigentümern weiterentwickelt und die Freigabe neuer Strecken niederösterreich, Niederösterreichische Gemeinden und Wiener
thematisiert werden, um den gemeinsamen Weg erfolgreich fortzu- Gemeindebezirke im BPWW, Klein- und Leader-Regionen im
setzen. Wienerwald, Grundeigentümer
21NATURRAUMMANAGEMENT 03 PROJEKTE
9 LIFE + WIRTSCHAFT UND NATUR NIEDERÖSTERREICH Wirtschaftskammer in St. Pölten abgeschlossen. Es konnte über den
11 Natur ist unser Kapital! – Unter diesem Motto hat sich das LIFE+ Pro- kompletten Projektzeitraum ein positives Feedback gezogen werden.
12 jekt Wirtschaft und Natur Niederösterreich zum Ziel gesetzt, das Be- Viele Maßnahmen, insbesondere die Beratung zum naturnahen Fir-
13 wusstsein für Biodiversität und Ökosystemleistungen in den niederös- mengelände des Biosphärenpark Wienerwald, kamen bei den Firmen
terreichischen Unternehmen zu verankern. In den Jahren 2014 bis gut an und wurden rege genutzt.
17
2017 engagierte sich der Biosphärenpark Wienerwald mit seinen
PartnerInnen – Energie und Umweltagentur Niederösterreich und dem Projektlaufzeit: 2014 bis 2017
Umweltdachverband – dafür, gemeinsam mit Unternehmen den Ver- Projektkoordination: BPWW, eNu, Umweltdachverband
lust von Artenvielfalt aufzuhalten und ein Bewusstsein dafür zu schaf- Projektfinanzierung: BPWW, EU-Fond: Life+
fen, dass wirtschaftliches Handeln direkten Einfluss auf die Biodiver- ProjektpartnerInnen: WKNÖ, niederösterreichische Unternehmen
sität hat.
Besonderes Engagement zeigte der Biosphärenpark in der Ausbildung
von BeraterInnen für die naturnahe Gestaltung von Firmengeländen.
Es wurde eine geförderte Beratung entwickelt, die von der Wirt-
schaftskammer Niederösterreich in ihr Beratungs-Portfolio aufgenom-
men wurde, und auch über das Projekt hinaus weitergeführt wird.
Neben dem Angebot von Landschaftspflegeterminen, von denen im
Jahr 2016 zwei mit Unternehmen durchgeführt wurden, wurden auch
Patenschaften zum Schutz von Arten und Lebensräumen entwickelt.
Im Jahr 2017 wurde das Projekt mit einer Abendveranstaltung in der
13 WEINBAULANDSCHAFT AN DER THERMENLINIE IN NÖ – einen Böschungspflegeplan, der den Bedürfnissen der besonderen Arten
15 TEILPROJEKT „ MANAGEMENT FÜR DIE BÖSCHUNGS- auf den Böschungen gerecht wird, aber auch dem Bauhof keinen zusätz-
17 PFLEGE IN PFAFFSTÄTTEN“
*
Böschungen in der Weinbaulandschaft mit ihren zahlreichen Struktur-
lichen Aufwand verursacht. Auch nach Abschluss der Erstellung des
Pflegekonzeptes steht das Biosphärenpark Wienerwald Management
elementen wie Wiesen, Trockenrasen, Steinhaufen, Asthaufen, Ge- der Marktgemeinde beratend zur Seite.
büschen und Feldgehölzen sind eine wichtige Basis für den ökologischen
Wert der Weinbaulandschaft, für das Vorkommen von „Nützlingen“ für Projektlaufzeit: abgeschlossen 2015, lfd. Beratungen für Teilprojekt
den Weinbau und Rückzugsraum vieler seltener Tier- und Pflanzenarten Projektkoordination: BPWW
wie etwa Adriatische Riemenzunge und Osterluzeifalter. In Pfaffstätten Projektfinanzierung: BPWW, EU-Fonds: EU, Ministerium für ein
ist die Gemeinde für die Pflege von vielen Böschungen zuständig. Als die lebenswertes Österreich, Land NÖ
Gemeinde sich vor einigen Jahren ein neues Gerät zur Pflege der ProjektpartnerInnen: Gemeinde Pfaffstätten, Weinbauverein
Böschungen kaufte, erstellte das BPWW-Naturraummanagement Team Pfaffstätten © BPWW/I. Drozdowski
22NATURRAUMMANAGEMENT 03 PROJEKTE
15
17
HABICHTSKAUZ
**
Rückblickend kann das Jahr 2017 als ein sehr erfolgreiches für das Wie-
deransiedlungsprojekt Habichtskauz bezeichnet werden. In nicht weniger
als 11 Nistkästen wurden brütende Habichtskauz-Weibchen angetroffen.
Insgesamt dürfte sich der Bestand auf rund 15 Reviere erhöht haben. Erst-
mals gibt es handfeste Beweise, dass auch im Wienerwald Habichtskäuze
unentdeckt in Greifvogelhorsten oder Baumhöhlen brüten. Insgesamt
scheint es eine ähnlich hohe Anzahl von Paaren auch rund um das zweite
Freilassungsgebiet im Wildnisgebiet Dürrenstein zu geben. Auch aus dem
Zuchtnetzwerk gab es erfreuliche Nachrichten: 41 Jungvögel konnten er-
folgreich aufgezogen werden; davon wurden 32 freigelassen – 13 im Bio-
sphärenpark Wienerwald. Leider – so machte es den Anschein – wurden
im Herbst 2017 weder an Buchen noch Eichen viele Samen entdeckt, wo-
durch das Nahrungsangebot (Mäuse) für die Habichtskäuze Anfang 2018
als gering einzustufen ist. Dementsprechend erwarten die ExpertInnen im
Frühjahr 2018 ein unterdurchschnittliches Brutgeschehen. Doch Schwan-
kungen im Fortpflanzungserfolg liegen in der Natur der Käuze – mit Grund
dafür, dass Habichtskäuze bis zu 28 Jahre alt werden können.
Projektlaufzeit: seit 2009
Projektkoordination: FIWI
Projektfinanzierung: LE-Fonds: EU, Land NÖ, Land Wien 2007–
2013 & 2014–2020; Projektpartner w.u.a.
© G. Waiss
ProjektpartnerInnen: EGS, OZO, Land NÖ – RU5, RU2, FIWI, Wild-
nisgebiet Dürrenstein, ÖBf, Stadt Wien – MA 49, MA 42, BPWW
KERNZONEN 15
Bekanntlich wurde auf fünf Prozent der Biosphärenpark Wiener-
wald-Fläche die forstliche Bewirtschaftung eingestellt und diese
Waldflächen sind weitestgehend sich selbst überlassen. In Summe
sind es 37 Kernzonen, die im Eigentum von neun verschiedenen Grund-
eigentümern stehen. Diese, aber auch Erholungssuchende, Anrainer-
Innen der Kernzonen oder Gemeinden treten mit speziellen Anliegen
an das Biosphärenpark Management heran. Diese Herausforderun-
gen, wie beispielsweise Nachfragen aus der Bevölkerung warum in
Kernzonen entlang der offiziell markierten und angebotenen Wege
weiterhin vom Umstürzen bedrohte Bäume gefällt werden, gilt es ge-
meinsam zu lösen. Im konkreten Fall: Um für die sogenannte Wegesi-
cherheit zu sorgen. Diese Verantwortung trifft gemäß der österreichi-
schen Gesetzlage, auch in Landschafts- und Naturschutzgebieten,
den/die GrundeigentümerIn. Er/Sie hat die Verpflichtung für eine ge-
fahrlose Benutzung der Wege zu sorgen.
Im Rahmen einer gemeinsamen jährlichen Begehung der Kernzonen
werden Fragen direkt vor Ort geklärt und die beeindruckende Entwick-
lung in den „Urwäldern von morgen“ dokumentiert.
© BPWW/B.Wolff
Projektlaufzeit: seit 2017
Projektkoordination: BPWW
Projektfinanzierung: BPWW
ProjektpartnerInnen: Kernzonen-Grundeigentümer
23NATURRAUMMANAGEMENT 03 PROJEKTE
4
11
BIOSPHERE VOLUNTEER
**
„Gemeinsam für unsere Natur“ ist das Motto des Projektes „Biosphe-
13 re Volunteer“. Mit Freiwilligen, Vereinen, Firmen und Schulen werden
15 Landschaftspflegetermine umgesetzt, die zur langfristigen Erhaltung
17 bzw. Wiederherstellung ökologisch wertvoller Lebensräume und ihrer
typischen Arten im Offenland des Biosphärenpark Wienerwald beitra-
gen. Durch die Einbindung verschiedener Gruppen und InteressentIn-
nen, entsteht ein Netzwerk an naturinteressierten Menschen, die sich
intensiv für den Schutz der Offenlandlebensräume im Wienerwald
© BPWW/P. Friedrich
einsetzen. Zu diesen Lebensräumen zählen z.B. Trockenrasen, magere
Wiesen und Weiden und ihre Brachen, Feuchtwiesen/Brachen, Quell-
bereiche, Nassgallen, Gewässerufer, Steinbrüche, Böschungen und
Raine sowie Flächen mit invasiven Neophytenbeständen.
Seit dem Jahr 2010 werden an der Thermenlinie und in Wien regelmä-
ßig Landschaftspflegetermine durchgeführt. Diese werden seit 2015 im Neben allgemeinen Terminen für die Bevölkerung, wurden auch mit
„Biosphere Volunteer“ Projekt weitergeführt und durch weitere Flächen Organisationen und Vereinen aus der Region Pflegemaßnahmen
in neuen Gemeinden ergänzt. In der Offenlanderhebung zwischen 2011 durchgeführt. Insgesamt setzten sich im Jahr 2017 über 650 Men-
und 2013 wurden zahlreiche Flächen festgelegt, die einen dringenden schen für den Schutz und die Erhaltung verschiedener Lebensräume im
Handlungsbedarf aufweisen. In vielen Regionen im Biosphärenpark Biosphärenpark Wienerwald ein. Darunter auch zahlreiche Flüchtlinge
wurde die Bewirtschaftung auf naturschutzfachlich wertvoller Lebens- oder Asylsuchende aus Traiskirchen und Bad Vöslau, die mit großer
räume eingestellt. Durch die Hilfe engagierter Menschen können diese Begeisterung dabei waren. Ein besonderes Highlight war der Pflege-
Lebensräume mit ihrer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt auf Dauer er- termin in Pfaffstätten mit ca. 140 PfadfinderInnen aus Wien.
halten bleiben.
Projektlaufzeit: 2015 bis 2018
Jede helfende Hand zählt Projektkoordination: BPWW
Landschaftspflegetermine mit Schulen sind ein wichtiger Bestandteil Projektfinanzierung: BPWW, LE-Fonds 14-20: EU, Land NÖ, Land Wien
des Projekts. Im Jahr 2017 waren in Wien und Niederösterreich über ProjektpartnerInnen: Land NÖ – RU5, Freiwillige, ÖBf, Private
1.400 SchülerInnen bei der Pflege wertvoller Trockenrasen, Halbtro- Grundeigentümer, Gemeinden, Gemeindebezirke, MA 49 Forst-
ckenrasen und Wiesen dabei. Mit ihrem Engagement leisteten die und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien, MA 22 Wiener Um-
Kinder einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung dieser Lebensräume. weltschutzabteilung, BPWW Pädagoginnen
© BPWW/P. Friedrich
24NATURRAUMMANAGEMENT 03 PROJEKTE
4 GEODATENMANAGEMENT –
15 SAMMELN UND AUFBEREITEN VON FUNDDATEN
**
Der Biosphärenpark Wienerwald ist reich ausgestattet mit ökologisch
hochwertigen Lebensräumen in Wald und Kulturlandschaft sowie
zahlreicher dort lebender Arten. Eine wichtige Aufgabe eines aktiven
Schutzgebietsmanagements vor Ort ist das Sammeln von Informatio-
© BPWW/N.Novak
nen über diese zu schützenden Güter. Erkenntnisse aus Datenerhe-
bungsprojekten dienen als wesentliche Basis für Beurteilungen des
Zustands einzelner Flächen sowie der Gesamtregion als auch für Um-
setzungen im Naturschutz.
Der Geodatenbestand der BPWW Management GmbH umfasst ein viel-
fältiges Spektrum an Informationen zu den Verwaltungsgrenzen, der Zo-
nierung, dem Natur- und Umweltschutz, der Verkehrsinfrastruktur, dem
Freizeitwegenetz sowie diverser Fachdaten. In fachlich-systematischen
© BPWW/N.Novak
Erhebungsprojekten werden seit dem Jahr 2005 sogenannte Funddaten
zu den im Wienerwald vorkommenden Arten gesammelt. So konnten bei-
spielsweise im Rahmen der Biotoptypenkartierung im Offenland sowie
dem Biodiversitätsmonitoring in den Kernzonen und im Wirtschaftswald
bis zu 140.000 Arten-Funde gesammelt werden. Bei Veranstaltungen wie
dem Tag der Artenvielfalt kommen jährlich ca. 4.000 neue Funde hinzu. Bäche und Flüsse) und Polygonen (z.B. abgegrenzte Offenland-, Wald-
Von der Beobachtung und Bestimmung einer Art über das Eintragen in und Siedlungsflächen) zugeordnet. Die einheitliche Aufbereitung aller
eine Datenbank bis zur Abfrage und Darstellung ist es ein weiter Weg. Funddaten ermöglicht dem BPWW Management, Informationen in un-
Funddaten werden dem BPWW Management in unterschiedlichen Va- terschiedlichen Detailgraden zu erheben und ganzheitlich darzustellen.
rianten geliefert. Sowohl handgeschriebene Listen als auch digitale
Geodaten werden überprüft, ergänzt und weiterverarbeitet. Zu beach- Projektlaufzeit: laufend
ten sind u.a. Angaben zur Benennung der Art, wissenschaftlich und Projektkoordination: BPWW
deutsch (sofern vorhanden), deren Einteilung in Gruppen, Fundort, Projektfinanzierung: BPWW, LE-Fonds: EU, Land NÖ, Land Wien
Funddatum und FinderIn. ProjektpartnerInnen: Expertinnen und Experten aus den unter-
Essentiell für räumliche Auswertungen ist der Fundort. Funde werden schiedlichen Datenerhebungsprojekten, Betreiber wissenschaft-
Punkten (z.B. mittels GPS Messung im Feld), Linienzügen (z.B. kartierte licher Funddatenbanken
© BPWW/W. Schranz
25NATURRAUMMANAGEMENT 03 PROJEKTE
3 WEGE FÜR MOBILITÄTSEINGESCHRÄNKTE PERSONEN
Der Biosphärenpark Wienerwald soll künftig auch für mobilitätseinge-
schränkte Personen einfacher „erfahrbar“ werden. Ziel des 2015 be-
gonnenen Projekts ist die Veröffentlichung von Routenvorschlägen für
RollstuhlfahrerInnen und gehbehinderte Personen. Eine detaillierte
Streckenbeschreibung mit Angaben zu Steigung und Bodenbeschaf-
fenheit sowie Hinweise auf behindertengerechte Infrastruktur soll die
Einschätzung erleichtern, wie gut eine Route bewältigt werden kann.
Auf den Homepages von ÖBf und BPWW ist ein Prototyp für die ersten
Routen bereits als Download verfügbar – weitere sollen folgen. Feed-
back zu den Routen und Vorschläge für neue Strecken sind ausdrück-
lich erwünscht.
© BPWW/W. Schranz
Projektlaufzeit: seit 2015 laufend
Projektkoordination: BPWW
Projektfinanzierung: BPWW, Land NÖ – RU2, Land Wien
ProjektpartnerInnen: ÖBf, MA 22 – Wiener Umweltschutzabtei-
lung, MA 49 – Forst und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien
4 DIPLOMARBEITEN
Forschungsarbeiten liefern wichtige Grundlagen für Entscheidungen,
Lösungsansätze und Umsetzungen in der Region. Das Biosphärenpark
Wienerwald Management vernetzt jene Stellen, die Forschungsfragen
haben, mit jenen, die Forschung betreiben. Oftmals handelt es sich
dabei auch um Ideen des Biosphärenpark Managements, die im Rah-
men von universitären Abschlussarbeiten bearbeitet werden. Junge
WissenschafterInnen werden bei der Abstimmung mit Grundeigen-
tümerInnen bei der Beschaffung von vorhandenem Datenmaterial, so-
wie fachlichen Abstimmung ihrer Diplomarbeiten und Dissertationen
unterstützt.
Im Jahr 2017 wurde die bereits abgeschlossene Masterarbeit „Ver-
wendung multitemporaler Sentinel-2 Daten für die Landbedeckungs-
und Baumartenklassifikation im Biosphärenpark Wienerwald“ von
Martin Neuwirth unterstützt. Dabei konnten Landbedeckungs-Modelle
entwickelt werden, die 97,2 Prozent Klassifikationsgenauigkeit auf-
weisen. Bei Verwendung multitemporaler Modelle wurde bei 13 ver-
schiedenen Baumarten eine Klassifikationsgenauigkeit von 80 Prozent
– unter Berücksichtigung weiterer Eingangsparameter – von 84 Pro-
zent erzielt.
Zudem sind derzeit mehrere Diplomarbeiten unterschiedlich weit fort-
geschritten, zum Beispiel zum Thema Mountainbiken „Einflussfakto-
ren auf die Biodiversität im Laubwald“ oder zu den Bedürfnissen mo-
bilitätseingeschränkter Personen bei der Erholung im Wald.
Projektlaufzeit: laufend
© ÖBf-Archiv/H. Köppel
Projektkoordination: BPWW
Projektfinanzierung: BPWW
ProjektpartnerInnen: BOKU, Universität Wien
2603 PROJEKTE
© BPWW/M. GrafNATURRAUMMANAGEMENT | BILDUNG, KOMMUNIKATION & ENTWICKLUNG
4 FACHVORTRÄGE, -FÜHRUNGEN, -EXKURSIONEN
17 UND INFOVERANSTALTUNGEN
**
Um die Anliegen und Aufgaben des Biosphärenpark Wienerwald auch
in der Bevölkerung zu kommunizieren und zu verbreiten, eignet sich der
direkte Kontakt auf Veranstaltungen, Festen und bei Führungen sehr
gut. Das Team des Biosphärenpark Wienerwald Managements betreu-
te auch 2017 zahlreiche Infostände oder informierte im Rahmen ver-
© BPWW/I. Lemberger
schiedener Vorträge interessierte BesucherInnen: Beispielsweise wur-
den im März ein Vortrag zu Böschungen und Güterwegen in Pfaffstätten
gehalten und die Veranstaltung „Ökologische Grünraumgestaltung im
öffentlichen Raum in Biosphärenpark Wienerwald Gemeinden“ in Klos-
terneuburg organisiert. Auch bei Veranstaltungen wie den Frühlings-
festen im Lainzer Tiergarten und im Naturpark Sparbach, sowie dem
„Kinder- und Familienfest“ im Kongresspark Ottakring konnten wir vie-
le naturbegeisterte BesucherInnen an unseren Infoständen begrüßen.
© Feichter-Forstzeitung
Zum viel diskutierten Thema der Neobiota boten wir gemeinsam mit
den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) für die Bevölkerung im Mai
eine Exkursion in Mauerbach an.
Forstvereinsexkursion in Wien
Im Zuge der Forsttagung führte am 2. Juni 2017 eine Exkursion – gelei-
tet vom Forstbetrieb der Stadt Wien und den ÖBf auf die Sophienalpe, von Biosphärenpark Wienerwald Management und der MA49 – Forst-
um den TeilnehmerInnen den Interessensausgleich im Biosphärenpark und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien. Beeindruckende Bilder
Wienerwald näherzubringen. Gastgeber und ÖBf-Betriebsleiter Johan- zeigten die Artenvielfalt der heimischen Wälder und Bewirtschaftungs-
nes Wimmer führte die TeilnehmerInnen durch das Revier, wobei der überlegungen des Forstbetriebs. Wald ist das prägende Landschafts-
Biosphärenpark Wienerwald und seine intensive Erholungsnutzung, element im Wienerwald, seine Bewirtschaftung eine herausfordernde
Beispiel eines Öko-Sponsorings zugunsten der Schmetterlingsfauna, Tätigkeit, der sich die FörsterInnen der MA 49 täglich stellen. Den Aus-
Eichenwaldgesellschaften als waldbauliche Ziele und die Errichtung gleich verschiedenster Nutzungsinteressen in und um die Millionen-
eines Trailparks durch den Verein „WienerwaldTrails“ die Haupt- stadt Wien zu schaffen, ist ein wichtiges Betriebsziel des Forstbetriebs
schwerpunkte des diskussionsreichen Tages waren. der Stadt Wien. Rund 130 Interessierte folgten der Einladung ins
Naturhistorische Museum Wien.
Vortrag „Waldbewirtschaftung und Artenvielfalt“
im Naturhistorischen Museum Projektlaufzeit: 2015 bis 2018
Am 22. November 2017 stand das Thema Waldbewirtschaftung im Bio- Projektkoordination: BPWW
sphärenpark Wienerwald im Fokus einer gemeinsamen Veranstaltung Projektfinanzierung: BPWW, LE-Fonds: EU, Land NÖ, Land Wien
© BPWW/M. Kehrer-De Campos
28BILDUNG, KOMMUNIKATION & ENTWICKLUNG 03 PROJEKTE
4
10
OBSTBAUMAKTION UND OBSTBAUMTAG 2017
**
Weingartenpfirsiche, Mandeln, Kirschen, Äpfel, Birnen, Dirndln, Nüs-
park Wienerwald zu stärken. Für die Unterhaltung der jüngsten
BesucherInnen sorgte ein buntes, themenbezogenes Bastel-Rahmen-
12 se, Zwetschken, Elsbeere oder Speierling – lange Zeit wurden diese programm.
13 Früchte in der traditionellen Kulturlandschaft – auf Streuobstwiesen,
15 in Weingärten, aber auch als Alleen – kultiviert. Heute sind hochstäm- Projektlaufzeit: seit 2009
17 mige Obstbäume in den Weingärten aber auch generell im Wiener- Projektkoordination: BPWW
wald zur Seltenheit geworden. Dabei gehören Streuobstwiesen mit Projektfinanzierung: NÖ Landschaftsfond, LE-Fonds: EU, Land Wien
ihren hochwüchsigen und langlebigen Obstbäumen zu den arten- ProjektpartnerInnen: MA 49, Stadtgemeinde Neulengbach,
reichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Mehrere tausend verschie- Arche Noah, Gärtnerei Bauer, Klosterbauer
denen Tier- und Pflanzenarten sind in großen Beständen zu finden. Das
Biosphärenpark Management bemüht sich seit 2009, diese Vielfalt zu
erhalten.
Im Rahmen der Obstbaumaktion 2017 wurden für LandwirtInnen,
Forstbetriebe, Bezirke/Gemeinden aber auch Privatpersonen geförder-
te Obstbäume und Heckensträucher für die Auspflanzung auf landwirt-
schaftlichen Flächen im Biosphärenpark Wienerwald in Niederöster-
reich sowie im ländlichen Gebiet Wiens ohne komplizierte
Förderabwicklung angeboten. Beratung, Bestellabwicklung, Koordina-
© BPWW/I. Lemberger
tion, Organisation der Obstbaum-Ausgabe sowie die Vorfinanzierung
des Förderanteils übernahm die Biosphärenpark Management GmbH.
So soll die Nachpflanzung und Neuanlage von Streuobstwiesen er-
leichtert werden.
In Schnittkursen wurde die Theorie und Praxis zu Pflanzschnitt, laufen-
der Pflege und Verjüngung vermittelt.
Im Oktober 2017 fand in Kooperation mit der Stadtgemeinde Neu-
lengbach ein Obstbaumtag statt. MitarbeiterInnen des Biosphären-
park Wienerwald gaben viele Tipps für einen naturnahen Garten und
zur Förderung der Artenvielfalt. Bei Pomologin DI Katharina Vara-
di-Dianat, Obfrau der Arge Streuobst, wurden mehr als 200 Frucht-
muster zur Sortenbestimmung abgegeben, darunter Raritäten wie der
© BPWW/I. Lemberger
Weiße Winterkalvill, Kalterer Böhmer und Fießers Erstling. Mittels
fachkundiger Beratung konnte auch die richtige Obstsorte und die
passende Baumform für eine Neupflanzung schnell gefunden und vor
Ort erworben werden. FeinschmeckerInnen ließen sich die Möglich-
keit nicht entgehen, sich mit Bio-Schmankerln aus dem Biosphären-
© BPWW/I. Lemberger
29BILDUNG, KOMMUNIKATION & ENTWICKLUNG 03 PROJEKTE
4
9
TROCKENSTEINMAUERN IM WIENERWALD
**
Der Trockenbau von Steinmauern – das heißt das Bauen eines Mauer-
15 werkes durch Legen und Verkeilen der Steine ohne Zement – ist ein
17 uraltes, traditionelles Handwerk. Bei fachkundiger und handwerklicher
Fertigung halten diese Mauern oft über Jahrhunderte hinweg. Für ihre
Errichtung ist, abgesehen von menschlicher Muskelkraft, kaum Energie
nötig. Für zahlreiche Tierarten wie Insekten, Reptilien, Amphibien ja
© BPWW/I. Lemberger
sogar Fledermäuse bieten diese außerdem einen hervorragenden Le-
bensraum. Im Biosphärenpark Wienerwald finden sich diese Strukturen
vor allem in der Weinbaulandschaft.
Um dieses Handwerk zu fördern, wurden 2017 bereits zum neunten
Jahr in Folge in Kooperation mit der Obst- und Weinbauschule Krems je
ein Trockensteinmauerbau-Praxiskurs in der Thermenregion sowie ein
Kurs in Wien angeboten, die auf großes Interesse stießen. Dabei wur-
de das nötige Fachwissen an die TeilnehmerInnen vermittelt und es
entstand eine neue Trockensteinmauer in Sooß; in Wien Döbling wurde
eine verfallene alte Steinmauer wieder aufgebaut und erweitert.
Projektlaufzeit: seit 2009
© BPWW/I. Lemberger
Projektkoordination: BPWW
Projektfinanzierung: LE-Fonds 14-20: EU, Land NÖ, Land Wien
ProjektpartnerInnen: Obst- und Weinbauschule Krems, Marktge-
meinde Sooß, Mag. Heimo Schedl (Boku)
8 PARTNERBETRIEBE und eine besondere Produktqualität werden zum großen Teil durch
9 Nachhaltigkeit und Regionalität werden für KonsumentInnen immer bestehende Gütesiegel, Auszeichnungen oder Teile des Agrarumwelt-
11 wichtiger. Ziel dieses Projekts ist es daher, Betriebe auszuzeichnen, programms abgedeckt. Das Partnernetzwerk umfasst 2017 16 Betriebe
12 die die Biosphärenpark-Idee mittragen, im täglichen Wirtschaften um- aus den Bereichen „Landwirtschaft mit Direktvermarktung“ und „Gas-
15 setzen und so als MultiplikatorInnen in der Region wirken. Die Part- tronomie & Hotellerie“.
17 nerbetriebe erfüllen Nachhaltigkeits- und Qualitätskriterien, die unab-
hängig überprüft werden und mit den Zielen und Aufgaben des Projektlaufzeit: seit 2010
Biosphärenparks in Einklang stehen. Merkmale wie verantwortungs- Projektkoordination: BPWW
volles Wirtschaften, Erhaltung der Kulturlandschaft, Umweltschutz Projektfinanzierung: BPWW
© BPWW/I. Lemberger
30BILDUNG, KOMMUNIKATION & ENTWICKLUNG 03 PROJEKTE
4
11
GEO-TAG DER ARTENVIELFALT
*
Zum elften Mal lud der Biosphärenpark Wienerwald zum GEO-Tag der
12 Artenvielfalt, um gemeinsam mit ExpertInnen und NaturliebhaberIn-
15 nen die Natur und Vielfalt im Wienerwald zu erforschen. Dieses Jahr
17 konnten in der Biosphärenparkgemeinde Alland, dem diesjährigen
Veranstaltungsort, über 1.200 neue Arten entdeckt werden, darunter
auch naturschutzfachliche Highlights wie der Schwarze Apollo (Par-
nassius mnemosyne) und der Hohldotter (Myagrum perfoliatum).
Rund 90 WissenschaftlerInnen machten sich bereits am Freitag auf den
© BPWW/N. Novak
Weg, um im gesamten Gemeindegebiet nach Tier- und Pflanzenarten zu
forschen. Die ExpertInnen tragen am Tag der Artenvielfalt jedes Jahr
ein eigens dafür gefertigtes T-Shirt in einer auffallenden Farbe, das sie
für die Bevölkerung und die BesucherInnen leicht erkennbar macht. So
soll für alle die Möglichkeit eröffnet werden die ForscherInnen anzu-
sprechen, Fragen zu stellen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und
ihnen bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Für Alland zierte die
Allander Höhlenschrecke das, in diesem Jahr weinrote, Tag der Arten-
vielfalt T-Shirt. Das ist eine Art, die in der Allander Tropfsteinhöhle zu
finden ist und an die dunklen und feuchten Bedingungen bestens ange-
passt ist.
Regen Besucherandrang gab es dann auch beim großen Fest der Arten-
vielfalt, wo ein abwechslungsreiches Kinder- und Familienprogramm
© BPWW/N. Novak
geboten wurde: Gemeinsam mit BiologInnen konnte man sich bei Natur-
führungen auf die Suche nach der heimischen Vielfalt im Wald, der Wie-
se, in Gewässern machen oder die Vogelwelt erkunden. An den Info-
ständen verschiedener Umwelt- und Naturschutzorganisationen holten
sich viele interessierte Gäste Tipps, wie sie die Artenvielfalt im eigenen
Garten, am Balkon und in der Umgebung fördern können. Das Mikrothe-
ater des Naturhistorischen Museums Wien zeigte die Wunderwelt der
Insekten groß auf der Leinwand. Bei einem Open Air Konzert mit der
Jazzband „3to4“ fand der Tag einen gemütlichen Ausklang.
Projektlaufzeit: 2017 bis 2019
Projektkoordination: BPWW
Projektfinanzierung: BPWW, LE-Fonds: EU und Land NÖ, Gemein-
© BPWW/N. Novak
de Alland
ProjektpartnerInnen: ExpertInnen, NHM Wien, Universitäten Wien,
Salzburg und Graz, wiss. Vereine, NGO‘s, Direktvermarkter, ÖBf, Uni-
versität für Bodenkultur, FF Alland, VOR
© BPWW/N. Novak
31BILDUNG, KOMMUNIKATION & ENTWICKLUNG 03 PROJEKTE
17 INTERNATIONALER AUSTAUSCH tete unter anderem einen Workshop über „Die Verbindung zur Natur
Im Laufe des Jahres 2017 konnten wir internationale Delegationen und Wohlbefinden“ und konnte dabei auch Aktivitäten des Biosphä-
aus Ungarn, Kasachstan und Deutschland im Biosphärenpark Wiener- renpark Wienerwald, zum Beispiel im Bereich „Green Care“, vorstel-
wald begrüßen und über unsere Projekte und Aktivitäten informieren. len. Das EuroMAB Treffen findet alle zwei Jahre statt. Das nächste
Das Treffen der BiosphärenparkmanagerInnen von Europa und Nord- Mal in Irland, im Biosphärenpark Dublin Bay, der große Teile der Stadt
amerika, die EuroMAB Konferenz 2017, fand diesmal in Frankreich, im Dublin beinhaltet.
Dordogne Becken Biosphärenpark, statt. Hier wurde diskutiert, wie die
Biosphärenparks zum Lima-Aktionsplan 2016–2025, dem multilatera- Projektlaufzeit: laufend
len Umweltabkommen (MEAs) und dem Pariser Abkommen zum Klima- Projektkoordination: BPWW
wandel 2015 beitragen können. Der Biosphärenpark Wienerwald lei- Projektfinanzierung: BPWW
© Mayer
15 LEISTUNGSVERTRAG LAND NIEDERÖSTERREICH –
17 ÖSTERREICHISCHE BUNDESFORSTE AG
Im Zuge einer Kooperationsvereinbarung mit dem Land NÖ erbringen die
Österreichischen Bundesforste (ÖBf AG) umfangreiche Leistungen für den
Biosphärenpark Wienerwald. Sie sind auch an der Entwicklung und Umset-
zung zahlreicher Forschungs- und Naturraumprojekte beteiligt. Die Projekte
und Aktivitäten, die im Rahmen dieses Leistungsvertrages in den letzten
beiden Jahren von der ÖBf AG erbracht wurden, sind in diesem Tätigkeits-
bericht im Teil „Leistungen der Österreichischen Bundesforste für den Bio-
sphärenpark Wienerwald“ beispielhaft gesondert beschrieben.
Projektlaufzeit: seit 2007
Projektkoordination: BPWW
© G. Waiss
Projektfinanzierung: Land NÖ – RU2
ProjektpartnerInnen: Land NÖ – RU2, ÖBf
32Sie können auch lesen