World High Life Plc. EQUITY RESEARCH - Fair Value: 23,7 Mio. € Unternehmensanalyse vom 25.10.2019
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EQUITY RESEARCH
World High Life Plc.
Fair Value: 23,7 Mio. €
Unternehmensanalyse vom 25.10.2019
Bitte beachten Sie die Hinweise zu möglichen Interessenkonflikten und den Disclaimer auf den letzten Seiten dieser Studie.World High Life Plc | Unternehmensanalyse | 25.10.2019
INHALTSVERZEICHNIS
ÜBERSICHT UND KENNZAHLEN 03
DAS UNTERNEHMEN – HISTORIE & ORGANISATION 04
ORGANE, MANAGEMENT & AKTIONÄRSSTRUKTUR 05
STRATEGISCHE ANSATZPUNKTE 06
MARKT- UND WETTBEWERBSUMFELD 07 2
DIE MEDIZINISCHE BEDEUTUNG VON CANNABIDIOL (CBD) 08
DER AKTUELLEN TRENDS IN DER CANNABIS-INDUSTRIE 12
DIE VERLOCKUNG LIEGT IN DEN STEUEREINNAHMEN (USA) 12
WORLD HIGH LIFE LTD. – DIE OPPORTUNITÄTEN IN DER EU 13
DER LEGALE CANNABIS WELTMARKT – MEDIZIN ÜBERHOLT THC 16
OPERATIVER ÜBERBLICK 17
DIE FINANZPLANUNG DER WORLD HIGH LIFE LTD. 18
DIE PEERGROUP DER BÖRSENNOTIERTEN CANNABIS-UNTERNEHMEN 20
SWOT-ANALYSE UND DCF-MODELL 24
BEWERTUNG, FAZIT UND ABSCHLIESSENDE ANMERKUNGEN 27
GLOSSAR, ANLAGEN, DISCLAIMER & INTERESSENKONFLIKTE 32
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ÜBERSICHT und KENNZAHLEN
EMITTENT World High Life Plc
• Die Gesellschaft bezweckt das Halten,
UNTERNEHMENSSITZ London, U.K. Verwalten und Verkaufen von
WEBSITE www.worldhighlife.uk Beteiligungen an in- und ausländischen
Unternehmen aller Art.
GRÜNDUNGSJAHR 30.01.2019
LEI tbc • Die Gesellschaft wurde am 30. Januar
2019 als Anlagevehikel gegründet, um
GRUNDKAPITAL 1.408.980,91 Mio. Pfund Investitionsmöglichkeiten und
ANZAHL AKTIEN 140,898,091 Stk. Akquisitionen in Unternehmen
vorzunehmen. Ziel ist es, das sich rasch
GATTUNG Namenaktien verändernde regulatorische Umfeld im
NENNWERT 0,01 GBP Zusammenhang mit legalem
medizinischem Cannabis zu nutzen sowie
SEDOL BK777P7 GB
Investitionsmöglichkeiten in den Hanf-
ISIN GB00BK777P75 und CBD-Wellness-Sektoren zu
identifizieren.
REGISTRATION 11797850 in U.K.
WKN A2PR1J • Die Adresse des Firmensitzes in
U.K. lautet:
KÜRZEL (BÖRSE WIEN) LIFE
Heytesbury Corporate LLP
BÖRSE NEX Exchange
7-9 Swallow Street,
ANTRAGSTELLER Peterhouse Capital Limited London W1B 4DE
SEGMENT Growth Market +44 (0) 7926 397 675 3
Info@worldhighlife.uk
HANDELSMODELL Fortlaufender Handel
REGISTRAR Share Registrars Ltd.
AUDITOR PKF Littlejohn LLP
Quelle: World High Life Plc / Capitallounge GmbH
World High Life Ltd. (Love Hemp) in GBP 2019e 2020e 2021e 2022e
GESAMTLEISTUNG 4.200.000 6.300.000 9.450.000 14.175.000
UMSATZKOSTEN -3.150.000 -4.410.000 -6.615.000 -9.922.500
EBITDA 1.050.000 1.890.000 2.835.000 4.252.500
EBITDA-MARGE 25% 30% 30% 30%
OVERHEAD-KOSTEN (WHL-HOLDING) -440.000 -745.000 -973.000 -1.416.500
ABSCHREIBUNGEN -200.000 -385.000 -667.000 -933.500
OPERATIVER FREE-CASHFLOW 610.000 1.145.000 1.862.000 2.836.000
NETTOGEWINN (WHL-HOLDING) 410.000 760.000 1.195.000 1.902.500
EXPANSIONSPLANUNG (noch nicht
2 5 9 14
in den Zahlen enthaltene Akquisitionen)
Quelle: World High Life Plc
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Das Unternehmen – Historie & Organisation
Die World High Life Plc (WHL) wurde am 30. Januar 2019 als Investmentvehikel gegründet, um
Beteiligungsstrategien und Übernahmen in Unternehmen aus der Pflegemittel- und
Gesundheitsbranche zu identifizieren. Sie wurde von den Gründern von Supreme Cannabis
(TSX: FIRE) und 1933 Industries (CSE: TGIF) ins Leben gerufen, beides Unternehmen die sich
schnell an die Spitze der legalisierten Cannabisindustrie vorarbeiten konnten. Mit dieser
Expertise wurde WHL gegründet, in der Erwartung die enormen Möglichkeiten zu nutzen, die
im Vereinigten Königreich und in Europa mit legalem Cannabis zur Verfügung stehen. Es wird
erwartet, dass aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte des europäischen Kontinents der
relevante Markt innerhalb von fünf Jahren das größte Absatzgebiet der Welt sein wird.
Hauptbetätigungsfeld von World High Life (WHL) ist insbesondere das sich schnell ändernde
regulatorische Umfeld des medizinischen Cannabis sowie die erweiterten Bereiche der
Hanfnutzung, z.B. CBD-Anwendungen und Wellnessprodukte (CBD siehe Glossar). Dabei gilt es,
strategische Beteiligungen im aufstrebenden CBD-Markt zu identifizieren und noch innerhalb
einer fairen Bewertungsdimension zu erwerben. Diese vorliegende Buy-and-Build-Strategie
zielt darauf ab, neue Beteiligungen schnell weiterzuentwickeln, notwendiges Kapital
zuzuführen und die nächsten Expansionsschritte operativ zu begleiten. Innerhalb dieses
Ansatzes kommt es in Zukunft zu einer Reihe von Akquisitionen von Unternehmen, die es sich
zur Aufgabe gemacht haben, die Vorteile des hoch dynamischen und regulatorischen Umfelds
4
rund um Medical Cannabis (CBD), derivativer Handelsprodukte und marktgerechter CBD-
Wellnesssektoren zu nutzen und relevante Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Noch nicht allzu lange auf dem Markt, kam es im Herbst 2019 bereits zu einer markanten
Übernahme im britischen CBD-Sektor. Für rund 10 Mio. Britische Pfund erwarb man die im Jahr
2015 gegründete Love Hemp. Love Hemp ist einer der führenden CBD- und Hanf-
Produktlieferanten im Vereinigten Königreich und verfügt über mehr als 40 Produktlinien, die
Öle, Sprays und Dämpfe sowie eine Vielzahl von essbaren und wasserbasierten CBD-Produkten
umfassen. Love Hemp hat Beziehungen zu über 1.200 Filialen in Großbritannien aufgebaut,
darunter führende Marken wie Ocado, Holland & Barrett und WH Smith.
ORGANE und MANAGEMENT
• David Stadnyk (56, Chairman, Founder & CEO / Chief Executive Officer)
Mit mehr als 30 Jahren als Erfahrung, ist David Stadnyk ein Visionär im
Bereich der Gründung und Entwicklung börsennotierter Unternehmen
in aufstrebenden Märkten. Er verfügt über die notwendige
Vorausschau und Innovationskraft mit der Fähigkeit, Trends rechtzeitig
zu erkennen. Das hat zu einer bemerkenswerten Erfolgsbilanz geführt,
die den Aktionären seiner Unternehmen bislang einen erheblichen
Mehrwert beschert hat.
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David Stadnyk identifiziert Investmentmöglichkeiten, entwickelt die strategische Ausrichtung für
jedes Unternehmen und stellt spezialisierte Teams zusammen, um die operativen Ergebnisse zu
maximieren. Er ist seit 2012 an der Spitze des Cannabissektors in Kanada und war ein wichtiger
Mitwirkender an den Marihuana for Medical Purposes Regulations, die zwischen 2013 und 2016 in
Kraft traten. Er war seit dieser Zeit an einer Reihe von Unternehmen in diesem Bereich beteiligt,
darunter The Supreme Cannabis Company, 1933 Industries ehemals Friday Night Inc., Weekend
Unlimited und FSD Pharma.
• Robert Payment (37, CFO / Chief Financial Officer)
Robert Payment ist Wirtschaftsprüfer mit 12 Jahren Erfahrung in den
Bereichen Finanzen, Reporting, regulatorische Anforderungen,
Verwaltung öffentlicher Unternehmen, Aktienmärkte und Finanzierung
von börsennotierten Unternehmen. Er begann seine selbstständige
Karriere in 2007 und ist seit 2014 als Berater für eine Reihe von TSX
Venture Exchange und Canadian Securities Exchange (CSE) börsennotierten Unternehmen tätig.
Robert Payment verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Cannabis-, Fertigungs-, Rohstoff- und
Einzelhandelsbranche. Er erhielt einen BBA von der Simon Fraser University und ist Mitglied der
Chartered Professional Accountants of British Columbia.
• Kevin Ernst (55, Non-Executive Director)
5
Kevin Ernst verfügt über mehr als 30 Jahren Erfahrung im Investment-
banking, nachdem er seine Karriere in der Vermögensverwaltung bei
Merrill Lynch und später bei UBS begonnen hatte. Zuvor war er 9 Jahre
als Händler an der New York Stock Exchange, für über 150 Notierungen
von nordamerikanischen und asiatisch-pazifischen Unternehmen
zuständig. Er ist derzeit Partner einer Private-Equity-Gruppe mit Sitz in
Toronto, die sich auf strategische Beratung und Investitionen in private
Technologie- und Gesundheitsunternehmen spezialisiert hat. Kevin Ernst besitzt sowohl einen
Abschluss in Wirtschaftswissenschaften als auch einen MBA der Rutgers University sowie einige
NASD-Wertpapierlizenzen.
• Charles (Charly) Lamb (37, Non-Executive Director)
Charlie Lamb verfügt über mehr als 10 Jahre Erfahrung als kanadischer
Unternehmens- und Wertpapieranwalt in einer großen internationalen
Anwaltskanzlei in New York. Mit seiner umfangreichen Erfahrung im
internationalen Gesellschafts- und Wertpapierrecht hat er an
zahlreichen Unternehmenstransaktionen mitgewirkt: Fusionen und
Übernahmen, öffentliche und private Angebote für Investmentfonds
(PPPs), Private-Equity-Fonds und andere alternative Anlagevehikel auf den kanadischen Märkten.
Darüber hinaus verfügt er über umfangreiche Erfahrung in der Beratung von Brokern, Beratern und
Fondsmanagern in kanadischen Compliance-Fragen. Charlie Lamb graduierte an der University of
Victoria, British Columbia und ist Mitglied der Law Society of Upper Canada, der Canadian Bar
Association und der American Bar Association. Seit 2009 lebt er in New York.
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AKTIONÄRSSTRUKTUR
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt 1,409 Mio. GBP, es gliedert sich in 140.898.091 Mio.
Aktien im Nennwert von 0,01 GBP. Die Gesellschaft bezweckt das Halten, Verwalten und
Verkaufen von Beteiligungen an in- und ausländischen Unternehmen im Bereich medizinischer
Hanfprodukte (CBD). Die World High Life Plc (Börsenkürzel: LIFE) wurde am 30.01.2019
gegründet, sie besitzt seit 18.Oktober 2019 alle Anteile an der Love Hemp Ltd. Für den Erwerb
wurden zusätzlich 30 Mio. Aktien emittiert, welche einer Sperre von 12 Monaten unterliegen.
Die größten Aktionäre vor Übernahme der Love Hemp (Stand: September 2019):
AKTIONÄR BENEFICIAL OWNER ANZAHL AKTIEN PROZENT
Christine McIntosh Christine McIntosh 19.333.333 17,51%
David Stadnyk Davis Stadnyk 13.501.000 12,23%
Paul Saunders Paul Saunders 10.666.667 9,66%
Andrew MacDonald Andrew MacDonald 9.180.000 8,32%
Fortius Research & Trading FRT Corp. 5.700.000 5,16%
Diverse / Free Float Diverse 52.517.091 47,36%
GESAMT 110.898.091 100,00%
Quelle: World High Life Plc., September 2019
6
STRATEGISCHE ANSATZPUNKTE
World High Life Plc (WHL) ist eine Investment-Holding mit dem Ziel, Investitionsmöglichkeiten in
den Bereichen Medicinal Cannabis, Hanf und CBD weltweit zu identifizieren, mit einem besonderen
Fokus auf die europäischen und kanadischen Märkte. Die Anlagestrategie konzentriert sich auf
Märkte, die international bereits als gut entwickelt bezeichnet werden können und entsprechende
Gesetze und Vorschriften in Bezug auf die Forschung und Produktion von medizinischem Cannabis,
Hanf und CBD verabschiedet haben. Für die Konsumgütermärkte sind therapeutische Cannabis-
Derivate einschließlich Nutraceuticals, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Produkte
besonders wichtig. Das Management von WHL ist überzeugt, dass es unterbewertete Unternehmen
innerhalb der CBD Wellness-, der Hanf- und der medizinischen Cannabis-Industrie gibt.
Der Umfang der Forschung im Zusammenhang mit medizinischem Cannabis hat in den letzten
Jahren deutlich zugenommen, abzulesen an der extremen Steigerung (Faktor 9) der damit
verbundenen wissenschaftlichen Veröffentlichungen zwischen den Jahren 2000 und 2017. Dieser
Trend dürfte sich in seiner Intensität noch weiter fortsetzen. WHL möchte sich mit Abstimmung
seines Verwaltungsrats und der Expertise des technischen Beirats auch an den Investitionen für
neue Forschungsprojekte beteiligen. Man ist der Ansicht, dass durch die Forschungsnähe und dem
damit verbundenen Wissensaufbau und Vernetzung in der medizinischen Cannabisindustrie und
ihren wesentlichen Player, eine tiefere Due-Diligence ermöglicht wird und der Auswahlprozess der
Investments sich deutlich professionalisiert.
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Durch internes und externes Wachstum soll so in den nächsten 10 Jahren ein bedeutendes Portfolio
an Cannabis-Beteiligungen aufgebaut werden. Mit entsprechender Zunahme der Investments wird
man auch die Zahl der leitenden Direktoren und der externen Berater erhöhen, um die
Managementleistung weiterhin gewährleisten zu können, wenn dies erforderlich ist. Um in dem
noch jungen Geschäftsfeld entsprechende Rechtssicherheit zu erhalten, wird man seitens der
Konzernmutter sicherstellen, dass jedes Unternehmen, das gegründet wird oder in das man
investiert, den geltenden lokalen Gesetzen und Vorschriften entspricht. In den meisten Fällen wird
man externe Beratungsleistungen hinzuziehen, um den Vorstand in seinen Entscheidungen zur
Anlagestrategie zu unterstützen. WHL fokussiert sich auf die Sektoren Medizinisches Cannabis,
Hanf und CBD, einschließlich ihrer Nebenindustrien und Dienstleistungen.
Das beinhaltet auch den Anbau von Cannabis und
Hanf sowie die Herstellung und den Vertrieb von
medizinischem Cannabis, Hanf- und CBD-
Produkten. WHL kümmert sich auch um die
pharmakologische Kommerzialisierung des
medizinischen Cannabis und der Einbeziehung
der derivativen Produkte in die professionelle
Verschreibung durch Heil-Praktiker und
Pflegeeinrichtungen.
Quelle: World High Life Plc., Oktober 2019
7
Mit wohl definierten Partnerschaften wird man auch Themen wie statistische Testreihen in Labors
und Compliance-Regularien für Behörden erarbeiten, die die Entwicklung von CBD im Wellness-
Sektor unterstützen. Durch die Übernahme von Love Hemp besitzt man bereits Zugang zu gefragten
Einzelhandelsprodukten wie Pflaster, Salben, Tinkturen, Getränken und
Nahrungsergänzungsmitteln in Pulverform. Große Wachstumsaussichten erwartet man auch für
den Genusssektor mit Produkten wie Verdampfungskapseln, E-Flüssigkeiten und Ölen.
World High Life hat bereits eine geografische Strategie entwickelt, um die wichtigsten Märkte
strategisch zu adressieren: So gibt es in Europa bereits 13 Staaten mit bestehenden medizinischen
Cannabis-, CBD- und Hanfindustrien und den zugehörigen Nebendienstleistungen. Diese Industrien
sind alle in den letzten drei Jahren entstanden, nach Auffassung der Branchenkenner steht der
Deregulierungsboom aber erst am Anfang einer weltweiten Liberalisierung auf dem Gesundheits-
und Genussmarkt. Das größte Marktpotenzial erwartet man nach wie vor in Kanada, wo die
geschätzte Gesamtmarktgröße von medizinischem Cannabis bis zum Jahr 2025 voraussichtlich 2,4
Mrd. CAD erreichen wird (gegenüber 600 Mio. CAD im Jahr 2017), also eine Vervierfachung
innerhalb von acht Jahren. In Afrika und Südamerika, wo die kostengünstige Produktion von
Cannabis und Hanf sehr gut mit dem Bau von Infrastruktur in Verbindung gebracht werden kann,
sieht man eine Top-Location für die Herstellung von Derivaten für den Wellness- und Medizinmarkt.
Israel, als High-Tech-Standort, ist einer der Vorreiter in der Produktentwicklung von essbaren,
löslichen und topischen, also äußerlich anwendbaren Cannabinoiden. Hier arbeitet man mit
Hochdruck daran, die Art und Weise zu verbessern, wie medizinisches Cannabis und CBD-Produkte
mit hohen Wirksamkeitsgraden verabreicht werden können.
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Traditionell ist Israel ein gut finanzierter, pharmazeutischer Entwicklungsstandort, weshalb sich die
lokalen CBD-Forschungslabors in ihrer Zahl vervierfacht haben. Ein noch ferneres Projekt ist
sicherlich Asien. Hier hat man es mit einer sehr dynamischen Bevölkerungsentwicklung zu tun; die
fortgesetzte Modernisierung der Infrastruktur und die noch kostengünstige Produktion schaffen
perfekte Voraussetzungen für die Wahl eines Produktionsstandortes. Ebenso darf nicht vergessen
werden, dass die Förderung von medizinischen und biotechnologischen Innovationen gerade in
China als ein bedeutender Teil des Fünfjahresplans der neuen Regierung verabschiedet wurde.
Die strategischen Eckpunkte der WHL-Investmentstrategie bestehen aus der Kombination
folgender Erfolgsfaktoren:
1. Hohe Expertise des Management-Teams mit einem beeindruckenden Track Record seit 2012
2. Einer der First-Mover im Vereinigten Königreich zur Erschließung des Europäischen Kontinents
3. Gute Finanzierungsmöglichkeiten durch eine bereits erfolgte Börsennotierung
4. Strikte Anwendung eines wohldefinierten Investmentplans mit eingehender Due-Diligence
5. Absicherung der Investment-Entscheidungen durch Hereinnahme externer Fachberatung
6. Controlling und Weiterentwicklung der Beteiligungen innerhalb einer Buy-and-Build-Strategie
7. Fokussierung von günstigen Produktionsstandorten sowie Absatzmärkten rund um den Globus
8. Beteiligung an der lokalen Forschungsarbeit, um regulatorische Hürden zu beseitigen
8
MARKT- UND WETTBEWERBSUMFELD
Die medizinische Bedeutung von Cannabidiol (CBD)
Cannabidiol (CBD) ist ein nicht psychoaktives Cannabinoid aus dem weiblichen Hanf (Cannabis).
Cannabidiol wird zu den sogenannten Cannabinoiden gezählt. Cannabinoide sind Wirkstoffe,
die hauptsächlich in der Hanfpflanze (Cannabis sativa bzw. Cannabis indica) gefunden wurden.
Die bekanntesten Cannabinoide sind Cannabidiol und Tetrahydrocannabinol (THC siehe
Glossar). Letzteres ist für die berauschenden Effekte von
Hanfpflanzen verantwortlich. Im Vergleich zu anderen
Pflanzenwirkstoffen wurden die Cannabinoide erst relativ
spät entdeckt. Erst in den 70er-Jahren des vergangenen
Jahrhunderts gelang es Forschern, die Struktur von
Cannabidiol und THC zu entschlüsseln. Zum Vergleich:
ein anderer wichtiger pflanzlicher Wirkstoff, die
sogenannte Salizylsäure, wurde bereits hundert Jahre
vorher entdeckt. Die späte Entdeckung der Cannabinoide führte
dazu, dass die medizinische Anwendung von Cannabis im letzten Jahrhundert leider in
Vergessenheit geriet. Schließlich hatte die Medizin seit dem 20. Jahrhundert den Anspruch,
genau über Wirkung, Eigenschaften und Dosierung von Wirkstoffen Bescheid zu wissen.
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Erst mit der Entdeckung der Cannabinoide, der Wirkstoffe der Hanfpflanze, wurde Cannabis
wieder für die moderne Medizin interessant. Medizinisch wirkt CBD entkrampfend,
entzündungshemmend, angstlösend und gegen Übelkeit. Weitere pharmakologische Effekte
wie eine antipsychotische Wirkung werden derzeit noch erforscht.
Die Entdeckung des Endocannabinoid-Systems
Zunächst hatten die Forscher also die Struktur von Cannabidiol und anderen Cannabinoiden
untersucht. Schnell war ihnen klar, dass die Cannabinoide für die Wirkungen von Cannabis
verantwortlich sein müssen. Jetzt wollten sie klären, wie es zu dieser Wirkung kam. Bei diesen
Untersuchungen stießen sie auf ein bis dahin unbekanntes Areal in unserem Körper: das
Endocannabinoid-System.
Im Jahr 1987 konnte Professor Allyn Howlett von der Saint-Louis-Universität in Missouri (USA)
zum ersten Mal zeigen, dass Cannabinoide über körpereigene Rezeptoren wirken. Nach seinen
Studien verfügt der menschliche Körper über mehrere Rezeptoren, die auf Cannabinoide
reagieren. Die bekanntesten sind der Cannabinoid-Rezeptor 1 (CB1) und der Cannabinoid-
Rezeptor 2 (CB2). Der CB1 findet sich im zentralen Nervensystem und im Nervensystem des
Darms. Der CB2 findet sich auf Zellen des menschlichen Abwehrsystems und auf Zellen, die den
Knochenstoffwechsel regulieren. Diese
9
beiden Rezeptoren sind Teil des
sogenannten Endocannabinoid-Systems,
was der Regulierung von Körperabläufen
dient. So hat es einen Einfluss auf die
Leistung des Abwehrsystems, die
Schmerzwahrnehmung, die Entstehung von
Ängsten, die Stimmungslage und die
Regulation von Appetit, Schlaf und
Körpertemperatur.
(Quelle: Pixabay 3678222)
Das Endocannabinoid-System kann nicht nur durch Cannabinoide aus den Hanfgewächsen
beeinflusst werden, denn der Körper selbst bildet Stoffe, die sogenannten Endocannabinoide,
welche erheblichen Einfluss auf das System nehmen. Eins der bekanntesten ist Anandamid, es
findet sich vor allem im zentralen Nervensystem und vermittelt dort seine schmerzstillenden
und stimmungsaufhellenden Effekte. Aufgrund der zentralen Rolle des Endocannabinoid-
Systems im Körper ist es heute nachvollziehbar, dass dieses einen entscheidenden Einfluss auf
unser Wohlergehen und auf eine mögliche Genesung im Krankheitsfall haben kann. Aus diesem
Grund wurden Cannabinoide wie Cannabidiol und THC in den letzten Jahrzehnten genauer
unter die Lupe genommen. Allerdings dauern die Forschungen an und man bewegt sich noch
zu weit im Terrain der Vermutungen. Für die Schulmedizin und die Naturheilkunde stellt sich
eine entscheidende Frage gleichermaßen…
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Kann CBD Antworten auf schwer heilbare Erkrankungen liefern?
Schätzungen zufolge nutzen über fünfzig Prozent der Krebspatienten naturheilkundliche
Therapien neben dem schulmedizinischen Behandlungsangebot. Die Patienten erhoffen sich
davon eine Steigerung ihrer persönlichen Heilungschancen und die Linderung typischer
Beschwerden. Die Naturheilkunde bietet verschiedenste, lang bewährte Methoden, mit denen
bereits vielen Krebspatienten zur Schmerzlinderung geholfen werden konnte. Noch ist die
Skepsis in den westlichen Industrienationen groß, ob man durch die regelmäßige Einnahme von
CBD-Produkten eine wirklich positive Beeinflussung von gängigen Krankheitsbildern erwarten
kann. In einer von der EARSandEYES GmbH in Deutschland durchgeführten Online-Umfrage im
Juli 2019 zu medizinischen Anwendungsgebieten von Cannabidiol (CBD) gaben rund 58 Prozent
der befragten 16 bis 29-Jährigen an, dass Sie sich eine medizinische Wirksamkeit von CBD z.B.
bei Schlaflosigkeit vorstellen könnten. Weitere Effekte erwartet man sich laut Umfrage auch
bei Überlastung und Nervosität, zur Linderung entzündlicher Erkrankungen und zur Behandlung
von Suchterkrankungen. Hier eine Übersicht der erzielten Ergebnisse:
10
Andere Umfragen im Internet berichten von Patienten, die mit Cannabis-Derivaten ihren Krebs
und sogar andere Krankheiten erfolgreich besiegt haben. Hier fehlt aber der empirische Beweis
für diese Äußerungen. Somit konzentrieren wir uns in der vorliegenden Studie, um die
Potenziale, die in der Vermarktung der Produkte liegen und überlassen die Diskussion über die
Anwendungsfelder und vermuteten Wirksamkeiten lieber den CBD-Fans und Promotoren.
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CBD wäre nicht das erste Produkt, welches durch Internet-Foren, große Marketing-Budgets und
letztlich durch Meinungsmacher in eine steile Entwicklung getrieben wird. In den USA und
Kanada sprechen wir von einer durchaus steil aufstrebenden Industrie. Immerhin hat die
Pharmaindustrie die Entwicklungen auf dem Markt für Nahrungsergänzungsmittel zur Kenntnis
genommen und hat das Thema CBD bereits in die Forschung integriert.
Als Nahrungsergänzungsmittel schon jetzt der Renner in Deutschland
Lebensmittel mit Cannabinol werden in Deutschland im Nahrungsergänzungsmittel-Bereich
ohne gesundheitsbezogene Auslobung aber mit dem ausdrücklichen Hinweis auf das
enthaltene CBD angeboten. Die Verkehrsfähigkeit dieser Produkte wird gelegentlich in Zweifel
gezogen, dennoch füllen sie immer mehr die Regale von Apotheken und Drogerien. Tatsächlich
enthalten auch andere Lebensmittel auf Hanfbasis (z. B. Hanföle oder Hanfsamen) durchaus
nennenswerte Mengen CBD. Die Europäische Kommission hat 2019 anlässlich der Anfrage
einzelner EU Mitgliedsstaaten den Eintrag betreffend der Hanfpflanze "canabis sativa" im Novel
Food-Katalog präzisiert, indem die Einträge „cannabinoids“ und "cannabidiol" hinzugefügt
wurden. Im Unterschied zur Hanfpflanze, welche vor 15. Mai 1997 ganz oder teilweise als
Lebensmittel konsumiert wurde, wird dies für die Stoffe CBD und andere Cannabinoide
verneint. Gleiches soll auch für Extrakte der Hanfpflanze gelten. Das Bundesamt für
Verbraucherschutz (BVL) betrachtet daher alle Lebensmittel, insbesondere Nahrungs-
11
ergänzungsmittel, welche CBD oder andere Cannabinoide enthalten, als neuartiges
Lebensmittel und somit nur nach vorheriger
Zulassung verkehrsfähig (Stand: März 2019).
CBD-Öl wird auch für die kosmetische
Verwendung angeboten. In der Schweiz und
Österreich wird Hanf mit einem hohen CBD-
Gehalt und niedrigen THC-Gehalt als
Tabakersatzprodukt verkauft. Allgemein
unterliegt Cannabidiol, anders als THC, keinen
betäubungsmittelrechtlichen Regelungen. Ein
vom Branchenverband EIHA beauftragtes Rechtsgutachten des Frankfurter Anwaltes Thomas
Büttner kommt abweichend hiervon zum Ergebnis, dass Extrakte der Hanfpflanze sehr wohl der
Hanfpflanze gleichzustellen seien, da einerseits hinreichende Anhaltspunkte für einen
nennenswerten Konsum als Lebensmittel bereits vor dem 15. Mai 1997 vorlägen und
andererseits auch ein systematischer Widerspruch bestehe zum allgemeinen Einstufungs-
paradigma, wonach traditionelle Extraktionsverfahren das Lebensmittel selbst nicht in
gesetzlich relevanter Weise verändern. Dementsprechend wären neben den auf völlig
neuartige Weise hergestellten Hanfextrakten nur solche Lebensmittel als neuartige
Lebensmittel einzustufen, zu welchen reines CBD oder andere Cannabinoide als Zutat zugesetzt
wurden und nicht generell alle Lebensmittel, welche CBD in irgendeiner Form enthalten. Bis zur
endgültigen Klärung werden die Gerichte noch einige weisende Urteile fällen müssen.
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Die aktuellen Trends in der Cannabis-Industrie
Die aktuell höchsten Bewertungen im Cannabis-Markt haben die Produzenten von reellem
Marihuana, also dem Wirkstoff THC. Zur Image-Verbesserung haben diese Unternehmen
natürlich längst medizinische CBD-Divisionen gegründet, denn immerhin kann somit auch der
andere Teil der Ernte gewinnbringend und nachhaltig an die Konsumenten gebracht werden.
Nach der Verabschiedung des Cannabis Act in Kanada (2015) und wenn man bedenkt, dass zwei
Drittel aller US-Bundesstaaten inzwischen Cannabis auf die eine oder andere Weise legalisiert
haben, wurde die legale Cannabis-Industrie als legitimes Geschäftsmodell validiert. Es wird
erwartet, dass sich das Wachstum der weltweiten THC/CBD-Nachfrage in den Jahren 2020 bis
2025 nochmals verdreifacht. Laut einem im Februar 2019 veröffentlichten gemeinsamen
Bericht von Arcview Market Research und BDS Analytics beliefen sich die weltweiten
Marihuana-Umsätze im Jahr 2018 auf geschätzte 12,7 Milliarden US-Dollar und diese werden
im Jahr 2019 voraussichtlich um 38 % auf 16,9 Milliarden US-Dollar ansteigen. Glaubt man
mehreren US-Analysehäusern, dann kann man bis zum Jahr 2025 einen Jahresumsatz von über
50 Milliarden US-Dollar erwarten.
Die große Verlockung liegt in den Steuereinnahmen
Wie mit jedem anderen Genussmittel, den Lotterien oder sonstigen verbotenen 12
Freizeitbeschäftigungen gibt es einen schlagenden Grund, warum der Staat die Hand auf solche
Geschäftsmodelle legen will: Steuereinnahmen. Wenn Politiker öffentlich denken, dann fällt
das Argument, dass eine Legalisierung zu erhöhtem Drogenmissbrauch führt. Andere sind
bestürtzt über die möglichen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit, die mit Cannabis
zusammenhängen könnten. Viele sorgen sich, dass
Jugendliche eher mit Marihuana in Berührung kommen,
wenn es für Erwachsene legal ist. Im US-Bundesstaat
Colorado ging es in 2012 aber überraschend schnell mit der
Legalisierung. Und diese Ankündigung lieferte, bildlich
betrachtet, gleich eine Milliarde Gründe, warum bis heute
weitere neun US-Staaten Stück um Stück nachgezogen
haben, zuletzt Michigan (2018) und Illinois (2019). Denn die
öffentlichen US-Haushalte sitzen auf 25 Billionen US-Dollar
Schulden und müssen wegen leerer Kassen ihre Beamten gegen Jahresende (Gov Shutdown)
wieder in den Zwangsurlaub schicken. Colorado hat seit der ersten richtigen
Kommerzialisierungswelle in 2014 mehr als 1 Milliarde US-Dollar an Einnahmen aus
Marihuanasteuern, Lizenzen und Gebühren verdient. Das ist der höchste Betrag, den ein Staat
bisher aus der Legalisierung von Marihuana gezogen hat. Die Gesamtverkäufe von Marihuana
seit der Eröffnung des legalen Marktes in Colorado im Jahr 2014 belaufen sich auf über 6,56
Milliarden US-Dollar, der Steuersatz beträgt 15 Prozent. Was hat Colorado mit dem Geld
gemacht, das es durch die Legalisierung verdient hat?
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90 Prozent der staatlichen Verbrauchssteuer auf Cannabis aus dem Einzelhandel geht an einen
öffentlichen Fonds, der vor allem Schulen baut, während 10 Prozent lokal für die Nutzung durch
Städte und Landkreise einbehalten werden. Derzeit gibt es knapp 3.000 lizenzierte Marihuana-
Unternehmen im Staat mit rund 42.000 Personen, die für die Branche arbeiten – schon heute
eine regelrechte Job-Maschine. Die Legalisierung in den restlichen US-Staaten wird dem Muster
der staatlichen Lotterien folgen, aber in einem noch schnelleren Tempo. Vor 1964 verfügte kein
US-Bundesstaat über eine Lotterie, heute hat jeder Staat mindestens eine. Höhere
Steuereinnahmen zur Finanzierung staatlicher Programme sind einfach zu verlockend. Und
Colorado hat gezeigt, wie man mit der Legalisierung von Marihuana jede Menge
Steuereinnahmen erzielen kann. In 2018 kam die Legalisierung in Kanada hinzu, innerhalb von
Europa unterscheidet sich die Drogenpolitik der einzelnen Länder aber erheblich. In den
Niederlanden wird seit Jahrzehnten Cannabis quasi legal an Erwachsene verkauft. Spanien und
Belgien erlauben in unterschiedlichem Umfang Cannabis
Social Clubs. Portugal hat vor mehr als 10 Jahren den
Drogenkonsumenten vollständig entkriminalisiert. Laut
Berechnung des Deutschen Hanfverbands können derzeit
weltweit knapp 130 Mio. Menschen Hanf frei konsumieren
(Grafik) – die Liberalisierung steht also erst am Anfang.
Seit Mitte 2018 boomt die Branche und lockt Kapitalgeber aus der ganzen Welt in die
Neugründungen. Zuletzt hat der Markt eine 50% Korrektur erlebt, die Markt-Kapitalisierung des 13
neuen Sektors entspricht heute ungefähr 120 Milliarden USD. Vieles spricht dafür, daß mit den
medizinischen Anwendungen wieder Schwung in den Markt kommt und der gesamte Sektor
noch einmal eine große Welle vor sich hat, wie damals im Jahr 2000 als nach dem anfänglichen
Techno-Boom, ab 2003 erst die richtige Web 2.0 – Rallye in Gang gesetzt wurde.
World High Life Plc. – Die Opportunitäten in der teilregulierten EU
World High Life wird die Deregulierung von medizinischem Cannabis als Ganzes und
insbesondere in Europa weiterhin überwachen, um keine Investmentchance zu verpassen,
sobald die Ampeln auf Grün schalten. Die ersten privaten als auch öffentlichen Unternehmen
sind bereits am Start - teilweise noch in der Frühphase, manche schon operativ, das
Produktprogramm nimmt bereits zu. World High Life wird ein aktiver Investor sein und in
bestimmten Situationen sicherlich die Kontrolle übernehmen, wenn das
Geschäftsmodell besondere Chancen bietet. Wie ist der aktuelle Stand?
Die Cannabisregulierung in der EU bleibt ein Flickenteppich lokaler und
nationaler Vorschriften. In mancher Hinsicht ist der Marihuana-Markt
für CBD bereits ausgereift, oftmals aber immer noch ein Produkt für
Fangemeinden. In Österreich zum Beispiel ist es legal, Marihuana
anzubauen, solange die THC-haltigen Knospen nicht verkauft werden.
Damit hat sich in der Alpenrepublik aus kleinen Cannabis-Gärtnereien eine Einzelhandels- und
Großhandels-Struktur etabliert, welche bereits legale Anbauer in der gesamten EU beliefert.
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In Deutschland wurde medizinisches Marihuana erst 2017 legalisiert, und der Markt beginnt
gerade erst zu starten, während das Vereinigte Königreich erst im Februar 2019 seine erste
Charge medizinisches Cannabis erhalten hat. In Spanien ist Marihuana im Grunde wie in
Portugal entkriminalisiert, obwohl die Durchsetzung von der einzelnen Provinz abhängt. Einige
Startups entwickeln hochentwickelte Produkte für den pharmazeutischen Markt, während
andere Startups sich auf Produkte mit wenig bis gar keinem Cannabidiol (CBD) oder
Tetrahydrocannabinol (THC) konzentrieren. Banken und Finanziers zögern oft, diese Startups
zu unterstützen, aus Angst, in ein Netz internationaler Drogenhandelsgesetze verstrickt zu
werden, so dass diese Unternehmen oft im Hinterhof und mit niedrigen Budgets arbeiten,
scharf an der Grenze bestehenden Rechts. Folgend einige beispielhafte Branchen-Vertreter:
Harmony mit Sitz in Barcelona erkundet die Grenzen der Cannabinoiden-Wissenschaft mit dem
Ziel, die effizientesten und erschwinglichsten Hanfprodukte auf dem Markt zu schaffen, um
Wellness und Harmonie in das Leben der Menschen zu bringen. Harmony verwendet
zertifizierten, legalen Hanf als Quelle von Cannabidiol (CBD) und Terpenen, zwei legale
Komponenten von Hanf, die eine Reihe von Anwendungen haben.
MedPayRx ist ein deutsches Insurtech- und
Medtech-Startup mit dem Ziel, "den Schmerz und
den Papierkram aus rezeptischen Vorschriften" zu
nehmen. Mit einer einfachen App verbindet
MedPayRx medizinische Cannabispatienten, Ärzte,
14
Versicherer und Apotheken in Deutschland.
MedPayRx kümmert sich nicht nur um Cannabis-
Patienten, sondern auch um alle, die ein Rezept
benötigen. Über seine Plattform können Patienten verschreibungswillige Ärzte und ausge-
wählte Apotheken finden sowie Rezepte und Versicherungszahlungen verwalten. MedPayRx
wurde 2017 gegründet, hat seinen Sitz in Frankfurt und nutzt die Blockchain-Technologie, um
Smart Contracts für anonymes und sicheres Transaktionsmanagement zu erstellen.
Prohibition Partners mit Sitz in London und 2017 gegründet, strebt danach, die weltweit
führende Quelle unabhängiger Daten, Erkenntnisse und Strategien für die Cannabisindustrie zu
sein. Hier hat man die Erwartung, dass ihre Daten, Erkenntnisse und Bildungsbemühungen die
gesellschaftlichen und kommerziellen Potenziale von Cannabis offenlegen. Das Beratungsteam
von Prohibition Partners arbeitet mit Investoren, Betreibern und Regulierungsbehörden
zusammen, um Chancen in mehreren Rechtsordnungen zu identifizieren und aktiv zu nutzen.
Hanfgarten wurde 2015 gegründet und ist ein österreichischer Online-Händler von CBD-
Produkten und einer der größten Distributoren von Hanfprodukten in Europa. Der Online-Shop
verkauft CBD-Öl, Hanfsamen, Pflanzen, Gras, Weine und Tees auf Cannabis-Basis und sogar jede
Menge lustige Accessoires, wie Anbausets, Düngemittel, LED-Leuchten, Verdampfer, Seife,
Weihrauch und Raumsprays. Das Startup liefert nach ganz Europa aus, solange das Produkt im
Bestellerland legal ist. Mit Sitz in Graz schloss Hanfgarten im April 2016 eine
Finanzierungsrunde in Höhe von 300 000 Euro ab. Das Kölner Medizin-Marihuana-Startup
Cannamedical Pharma GmbH ist einer der führenden Cannabisgroßhändlern der EU.
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Zu seinen Produkten gehören hochwertige Cannabissorten, Cannabinoidöl, medizinische
Marihuana-Schleifmaschinen und Patientenausweise zur Behandlung von Erkrankungen wie
Krebs und chronischen Schmerzen. Derzeit haben rund 60.000 Patienten in Deutschland eine
Lizenz zum Konsum von medizinischem Cannabis, und unabhängige Untersuchungen zeigen,
dass bis zu drei Prozent der Bevölkerung von einer Behandlung profitieren könnten, was etwa
2,5 Millionen Menschen in Deutschland entspricht. Für die EU insgesamt könnte die
Patientenpopulation letztlich etwa 15 Millionen Patienten betragen. Cannamedical wurde 2016
gegründet und hat im Januar in einer Series-A-Runde gerade 15 Millionen Euro eingesammelt
– die bisher größte, öffentlich bekannte Finanzierung eines europäischen Cannabis-Startups.
Growth Mavericks wurde 2017 in London gegründet und bezeichnet sich selbst als "die
weltweit erste Cannabis-Wachstums-Hacking-Agentur", die Marihuana-Startups durch digitales
Marketing beim Wachstum hilft. Es bietet verschiedene
"Wachstums"-Pakete, zum Beispiel sein Facebook-
Wachstumspaket, Instagram-Wachstumspaket, Twitter-
Wachstumspaket, Digital Optimization Package und das
ultimative Dispensary Package. Pakete beginnen zwischen
299 und 999 US-Dollar, einschließlich Dienstleistungen wie
Content-Erstellung, Content-Strategie, Conversion-Optimierung, Optimierung der Kunden-
akquise, SEO-Optimierung, Markenbotschafter-Programm und allgemeine Social-Media-
Optimierung, bis hin zu Newsletter- und Website-Erstellung und -Optimierung. 15
Da immer mehr Regierungen Marihuana legalisieren, erwartet das in Duillier ansässige
Schweizer Unternehmen Hempfy, dass Cannabis Rauchen den Alkoholkonsum als bevorzugte
soziale Droge der Welt ersetzen wird. Cannabis ist jedoch eine Pflanze, die für ihren Geschmack
nicht sehr geschätzt wird. Um dieses Problem anzugehen, hat Hempfy Cannabis-Infusionen
entwickelt und vermarktet sie, die “die besten Aromen aus der
Cannabispflanze hervorbringen, indem sie die sanfte pflanzliche
Bitterkeit, einen reichen Geschmack und eine leichte
Karbonisierung perfekt ausbalancieren". Im Moment werden
Hempfy-Produkte aus Cannabis-Stämmen mit niedrigem CBD-
Niveau hergestellt, die keine bekannten psychoaktiven Wirkungen
haben. Hempfy produziert auch ein Cannabis ätherisches Öl mittels
Dampfdestillation von natürlichem Hanf aus der Schweiz. Laut
seinem CEO Constantin Marakhov erhielt Hempfy 2017 die
Genehmigung der Schweizer Regierung, seine THC-freien Getränke und ätherischen Öle zu
entwickeln, zusammen mit dem Segen der mächtigen Schweizer Pharmaindustrie.
Wie man sieht, kommt die Durchdringung mit Hanf-Startups in Europa trotz noch offener
Regulierungsthemen bereits in Gang. Wir erwarten, dass World High Life die bald anstehende
Konsolidierung der Branche zum aktiven Einkauf nutzen wird. Durch die Korrektur des
gesamten Sektors könnten sich jetzt gute Einstiegs-Niveaus herausbilden.
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Der legale Cannabis Weltmarkt – Medizin überholt THC
Für die verschiedensten Marktteilnehmer im Cannabis-Sektor ist es entscheidend, wann die
legalisierten Produktarten für den medizinischen, lebensmittelorientierten und
erholungsorientierten Wellness-Bereich am THC-Geschäft vorbei ziehen und in welchen
Schritten dies vollzogen wird. Der Jahresbericht der Cannabisindustrie aus dem Jahr 2017 hat
ergeben, dass der Verkauf von medizinischem und Freizeitmarihuana im Jahr 2018 anfangen
wird durchzustarten. Die Verkäufe
werden in diesem Jahr 4,75 Mrd.
USD bzw. 6 Mrd. USD erreichen. Bis
2023 werden beide Formen höher
als 20 Mrd. USD sein, bevor sie im
Jahr 2025 dann die 24 Mrd. USD-
Marke erreichen werden.
Was für die USA gilt, wird sich
ebenso in Kanada, und vielleicht mit
leichter Verzögerung auch Europa
und Asien vollziehen. Entscheidend
für alle Marktteilnehmer bleibt die
Zeit, die ein Unternehmen für den Aufbau der unterschiedlichen Prozessketten aufwenden
16
möchte. Durch die hohe Verfügbarkeit an Investorenkapital haben sich einige Großkonzerne
etabliert, die die gesamte Kette selbst abdecken (z.B. Canopy Growth oder Tilray). Dieses Bild
hat sich aber jüngst stark verändert, denn die Liquidität ist heute bei weitem nicht mehr so
üppig vorhanden, wie in den Jahren 2015-2018. Gut die Hälfte aller Marktkapitalisierung ist
auch schon der Korrektur zum Opfer gefallen, die Initiatoren gehen heute wieder den steinigen
Weg der privaten Gründung bis hin zum späteren Exit über die Börse. Die im Friends and Family-
Bereich einwerbbaren Mittel sind natürlich ungleich geringer als die Überschussliquidität der
Investment-Banker der Wall Street. Hier haben wird exemplarisch dargestellt, wie der
Unternehmens-Gründungsprozess idealisiert von statten geht, wenn es auch mal etwas länger
dauern darf.
World High Life Plc
tritt als Investor in
den Markt ein - mit
dem großen Vorteil,
dass man sich in der
Auswahl der
Investments bereits auf die erfolgreich agierenden Zielunternehmen konzentrieren kann, d.h.
es wird kein Geld verbrannt, sondern mit einem gewissen Proof-of-Concept investiert. Dabei
darf man als Geldgeber weder zu schnell agieren, weil man dann der Gefahr erliegt, in ein nicht
ausgereiftes Frühprojekt zu investieren, andererseits ist Time-to-Market gefragt, denn sich
bereits etablierende Vertriebe werden im Preis sehr schnell ansteigen.
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OPERATIVER ÜBERBLICK – World High Life Plc kauft Love Hemp
World High Life Plc führte seine erste Kapitalisierung im Sommer 2019 durch und sammelte 4
Mio. GBP unter privaten Investoren ein. Mit der Notierung an der alternativen Börse NEX ergab
sich ein rechnerischer Börsenwert von etwa 12 Mio. GBP. Durch die jüngste Übernahme des
britischen CBD-Händlers LOVE HEMP für ca. 10 Mio. GBP (zahlbar in mehreren Tranchen) steigt
die Anzahl der Aktien auf knapp 141 Mio. Stk. an, die Kapitalisierung beträgt nun umgerechnet
20 Mio. Euro. Zusätzlich wurden Wandelanleihen von 4 Mio. GBP emittiert mit weiteren 23
Mio. Wandelrechten zu einem Kurs zwischen 0,10 und 0,15 GBP.
Die aufgenommenen Mittel werden von der Gesellschaft verwendet, um
den Erwerb von Love Hemp zu finanzieren und Betriebskapital für Due
Diligence und weitere Investitionen in Übereinstimmung mit der
Anlagepolitik des Unternehmens bereitzustellen. Love Hemp ist ein in
London ansässiger Anbieter einer Reihe von CBD- und Hanfprodukten mit
umfangreichen Vertriebsvereinbarungen mit führenden britischen Supermärkten und
Lebensmittelgeschäften im Gesundheitswesen. Das Management von World High Life wird sich
auf die Expansion von Love Hemp in Großbritannien und Europa konzentrieren, mit
besonderem Augenmerk auf Deutschland im Laufe des Jahres 2020. Mit Love Hemp erhält
World High Life Zugang zu einem Online-Vertriebsnetz sowie eine beachtliche Präsenz in ca.
17
1.200 Convenience-Stores, darunter bei führenden High-Street-Marken wie Ocado, Holland &
Barrett und WH Smith.
World High Life Plc – Love Hemp wächst im Produktgeschäft
Love Hemp wurde 2015 von den zwei Londoner Unternehmern Tony Calamita und Thomas
Rowland gegründet, nachdem sie eine Marktlücke für eine hochwertige und innovative CBD-
Marke entdeckt hatten. Von Anfang an war das Unternehmen leidenschaftlich dabei, eine
neuartige und innovative Palette an vertrauenswürdigen CBD-Produkten zu entwickeln. Alle
Love Hemp Hanf Produkte sind THC-frei zertifiziert und haben eine garantierte CBD-
Konzentration. Jeder Partner und lizensierter Drittanbieter wird unter strengen
Laborbedingungen getestet. Die Marke Love Hemp ist stolz darauf, in einem unregulierten
Markt sehr reguliert zu agieren. Das Herzstück von Love Hemp war das
erste funktionelle Quellwasser in Großbritannien, das mit CBD
angereichert wurde. Es folgten Öle, Sprays, Dämpfe, Schokolade,
Geleekuppeln und Schönheitsprodukte, darunter auch die erste CBD-
Gesichtsmaske und diverse Körpersalben. Die Marke hat sich eine Reihe
von bemerkenswerten Kampagnen mit führenden Einzelhändlern
gesichert und wurde in Umfragen der britischen Tagespresse als eine der
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trendigsten Wohlfühlmarken bezeichnet. Ein guter Einstieg von WHL in den britischen Markt.
(Quelle: www.love-hemp.com)
Die Finanzplanung von World High Life Plc. 2019-2023
WHL hat nach seiner Gründung im Januar 2019 und dem Börsengang im Sommer 2019 große
Energien in den strategischen Aufbau des Unternehmens gesteckt. Viele Branchen-Experten
können ihre jahrelange Erfahrung nun in einem ausgefeilten Investmentprozess unter Beweis
stellen, dies ist eine Stärke, die im fragmentierten CBD-Markt bestens ausgespielt werden kann.
Seit 6 Monaten fallen nun auch die Referenzpreise börsennotierter Konkurrenten, was bei
M&A-Verhandlungen preisdämpfend wirkt. Da das Unternehmen bis vor Kurzem nur als Cash-
Holding aktiv war, ziehen wir zur ersten Bewertung das Zahlenwerk der aktuell übernommenen
Love Hemp als Richtungsgeber möglicher Bewertungs-Ansätze heran. In einem vereinfachten
Verfahren wollen wir die derzeit einzige operative Tochter mit ihrem Zahlenwerk als
Benchmark-Investment betrachten und gehen davon aus, dass WHL die ersten Cashflows und
weitere Kapitalinjektionen dazu nutzen wird, das Beteiligungsportfolio opportunistisch nach
vorne zu bringen. Wir erwarten, dass sich weitere Investitionen noch bis zum Ende des Jahres
2019 anschließen. In der Konzernbetrachtung gehen wir für die nähere Zukunft davon aus, dass
die im Sommer eingeworbenen Mittel vollständig in die Love Hemp-Übernahme geflossen sind.
Zusätzlich wurden einige Teile des Übernahmepreises von rund 10 Mio. GBP auch über
Fremdkapital in Form von zwei Wandelanleihen finanziert. Die Bewertung der WHL beläuft sich
in der Status Quo-Betrachtung somit auf die Konzern-Mutter als Management-Einheit und Love 18
Hemp als derzeit operative Einheit. In der Holding stehen die Managementkosten zu Buche, sie
betragen laut Unterneh-
mensangaben 50.000-
Love Hemp
Produktumsätze und Kosten 75.000 GBP im Monat, also
geschätzt 600 bis 900
Tausend britische Pfund
pro Jahr unter Annahme
keines größeren
(Quelle: Eigene Schätzungen; Word High Life, 2019) Mitarbeiteraufbaus. WHL
kann sich bereits aus der getätigten Übernahme vollständig refinanzieren, denn unter
Einbeziehung der operativen Umsätze in Höhe von 2,83 Mio. GBP zum Halbjahr (30.06.2019),
erreichte der Rohertrag bereits 1,25 Mio. GBP. Dies wäre in Annahme von laufenden
Investitionen von ca. 15% des Umsatzes eine kostendeckende Gewinngröße auch nach
Abschreibungen und Zinszahlungen auf 4 Mio. GBP Verschuldung. Es liegt in der Natur der
Sache, dass das zugrundeliegende Handelsgeschäft mit CBD-Produkten nach Markteinführung
noch sehr hohe Margen abwirft, denn eine vergleichsweise starke Konkurrenzdichte wie in den
herkömmlichen Konsumsektoren ist im Cannabis-Markt noch nicht gegeben. First-Mover
dürften noch etwa zwei Jahre Zeit haben, ihr Geschäftsmodell gegen aufkommende Rivalen
robust aufzustellen und feste Lieferkontrakte mit Handelsketten langfristig zu fixieren. Wir
haben die Planung von Love Hemp unter dieser Prämisse beurteilt und kommen aktuell zu dem
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Schluss, dass der herausragende Bekanntheitsgrad der Marke bereits ein wertschaffendes
Alleinstellungsmerkmal für WHL definiert.
Die Finanzplanung der World High Life Plc ist in unserer Bewertung mit den aktuell bekannten
Risiken und Markterwartungen im Basis-Szenario auf die nächsten 5 Jahre von 2019 bis 2023
dargestellt. Sie setzt die Möglichkeit einer jederzeit gesicherten Eigenkapital- und Fremd-
kapitalaufnahme voraus. Derzeit besteht eine langfristige Verschuldung von ca. 4 Mio. GBP, das
Eigenkapital summiert sich zu knapp 14 Mio. GBP. Der aus dem Fremdkapital erwachsende
Kapitaldienst mindert den ausschüttungsfähigen Gewinn nur unwesentlich um ca. 0,2 Mio. GBP
per annum. Das anstehende Listing in Wien kann für die britische Holding eine deutlich
verbesserte Eigenkapitalausstattung bringen. Die gesamte betriebliche Kapitalbindung (Capital
Employed) summiert sich derzeit auf etwa 15 Mio. GBP, die Rendite auf dieses Kapital (ROCE)
wird im ersten unvollständigen Geschäftsjahr bei etwa 3% liegen, steigt aber gemäß
Businessplan bis 2022/2023 auf 22-29% an. Die durchschnittlichen Investitionen (CAPEX)
betragen anfangs 3-5%, die erwarteten Abschreibungen liegen bei ca. 7% des Umsatzes. Ein
leichter Preisverfall wegen aufkommender Konkurrenz sollte ab dem Jahr 2020 durchaus
erwartet werden. Das macht die Planungen aus unserer Sicht deutlich realistischer.
Love Hemp erwartet ausgehend von einer aktuellen Gesamtleistung im Konzern von etwa 4,2
Mio. GBP im Jahr 2019 einen organischen Anstieg der Umsätze auf 9,45 Mio. in 2021 respektive
21,3 Mio. GBP im Jahr 2023. Die EBITDA-Marge erhöht sich durch Effizienzsteigerungen über
den gesamten Zeitraum von 25% auf knapp 30%. Grund für die Margenausdehnung sind 19
Skalierungs- und Kosteneffekte
durch effizientere Liefersysteme
und Großhandelsstrukturen. Für
das Wachstum der World High
Life Plc Gruppe ist u.E. eine Buy &
Build-Strategie der wesentliche
Treiber für die Zukunft. Mit jedem
externen Zukauf von weiteren
CBD-Anbietern erzielt WHL einen
verbesserten Skaleneffekt und
erhält mehr Verhandlungsmacht
gegenüber seinen Lieferanten. Einen deutlichen Schub könnte durch den Eintritt in
verschiedene geografische Schlüsselregionen wie Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal,
Polen und Griechenland folgen. Grundsätzlich wird u.E. die Intensität der WHL-Expansion der
regulatorischen Fortentwicklung in Kontinentaleuropa folgen, in den USA wird eine
Versechsfachung des Marktes bis ins Jahr 2030 erwartet (siehe Chart).
Weitere Werttreiber für die Gruppe könnten aber auch vertikale Expansionsüberlegungen sein,
wie die Integration verschiedener Vorhandelsstufen bis hin zu einer eigenen
Pflanzenproduktion, um die Margen des Anbaus ebenfalls in den Konzern zu integrieren.
Grundsätzlich kann man durch die guten Cashflows ab 2022 auch mit einer steigenden
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Innenfinanzierungs-Möglichkeit kalkulieren - eine anhaltende Verwässerung durch
Kapitalerhöhungen wäre dann nicht mehr unbedingt notwendig.
Durch die zunehmende Größe könnte World High Life aber selbst zum Übernahmeobjekt
werden, vor allem wenn sich die Refinanzierungsmöglichkeiten der Branche wieder nachhaltig
verbessern. Neue Aktionäre sollten erwarten, dass das Umfeld rund um die Cannabis-Industrie
noch sehr volatil bleiben wird, denn es gibt mittlerweile über 400 börsennotierte
Gesellschaften. Im folgenden Kapitel sehen wir uns die Peergroup der WHL an.
Die Peergroup der börsennotierten Cannabis-Unternehmen
World High Life Ltd. ist eine Holdinggesellschaft, die aufgrund ihrer Beteiligungsstrategie nur
bedingt mit anderen Unternehmen verglichen werden kann. Um eine operative
Vergleichbarkeit dennoch herzustellen, betrachten wir die Tochter Love Hemp mit ihren
Parametern im Medical Cannabis-Markt als Referenzgröße.
Die gesamte Branche ist von starken Aufbauinvestitionen in Produktion und Logistik geprägt,
die meisten Neulinge müssen sich aber erst einer langen Zertifizierungsrunde von bis zu 36
Monaten unterziehen, bevor sie operativ loslegen können. Um ein Gefühl für die Börsen-
bewertung der Peergroup zu bekommen, haben wir eine Grundgesamtheit von 12
verschiedenen Unternehmen in unserer Vergleichsgruppe gegenübergestellt.
20
Alle Unternehmen haben sich jüngst in den
CANNABIS Aktien P/Sales MCAP Sales EBITDA
Bereich Medical Cannabis fortentwickelt,
Canopy Growth 15,2 9817 645 -506
Branchenführer sind klar Canopy Growth,
Tilray 16,2 2984 184 12 Aurora Cannabis, Tilray, Cronos und Aphria.
Agraflora 16,5 214 13 -6,3 Als Bewertungsparameter verwenden wir das
Aphria 4,8 1672 349 -78 Ratio Marktkapitalisierung zu Umsatz, denn
Avicanna 7,9 78,8 10 -44 die meisten Werte befinden sich noch in der
Aurora Cannabis Inc 19,2 4925 256 -178
Verlustphase, bauen aber schon an ihrem
nachhaltigen Umsatzmodell.
Cronos Group 9,5 3914 412 37
Hexo Corp 13,5 902 67 6 WHL als Holding verzeichnet bislang sogar
Medipharm Labs 10,4 583 56 -34
leichte Gewinne, kann aber aufgrund einer
überschaubaren Entwicklungsdynamik der
Green Organic Dutchman Ltd 5,6 319 57 -44
Tochter Love Hemp auch keine wirkliche
TransCanna Holdings 10,2 17,4 1,7 0,3
Wachstumsrelation zur Peergroup aufbauen.
DURCHSCHNITT / Arith Mittel 11,7 902,0 67,0 -34
Die Aufstellung zeigt aber deutlich, wo die
Peergroup in ihrer operativen Entwicklung
World High Life Ltd 4,6 32 7 1,7
Zahlen in Kanadische Dollar (CAD) steht. Im Ergebnis bleibt die Feststellung,
Vergleichstabelle erstellt am 22.10.2019; Quelle: Capital Lounge Research
dass WHL gegenüber dem Branchenschnitt
nicht überbewertet ist, sondern in etwa nur der Hälfte der durchschnittlichen Peer-Bewertung
auf die Waage bringt. Nur 5 von 12 Unternehmen arbeiten auf EBITDA-Basis überhaupt im
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