Biowerkstoff-RReeppoorrtt - Das Nachrichten-Portal - nova-Institut

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Biowerkstoff-RReeppoorrtt - Das Nachrichten-Portal - nova-Institut
ISSN 1867-1195   1. Quartal 2009

Das Nachrichten-Portal

Biowerkstoff-Report
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                                                                 Rohstoffpreise
                                                                 im Jahr 2009
                                                                 Biowerkstoffe im Aufwind
                                                                 Seite 14

                                                                 Biowerkstoff
                                                                 des Jahres 2008
                                                                 Favoriten im Portrait
                                                                 Seite 20

                                                                 Holzwerkstoffe
                                                                 Woraus besteht die Spanplatte
                                                                 von morgen?
                                                                 Seite 28

                                                                 Hanf-Kalk-Baustoff
                                                                 Leicht gespritzt
                                                                 Seite 29
Biowerkstoff-RReeppoorrtt - Das Nachrichten-Portal - nova-Institut
FORSCHUNG · TECHNIK
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2   Biowerkstoff-Report, 1. Quartal 2009
Biowerkstoff-RReeppoorrtt - Das Nachrichten-Portal - nova-Institut
1. Quartal 2009

                                                                                                  INHALT

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Michael Carus
Geschäftsführer
nova Institut GmbH

                     Biowerkstoff-Report                                                          Rohstoffwende & Biowerkstoffe
Kommentar
                                                                                                  Kongress BIO-raffiniert V                      10
Werte Leser des Biowerkstoff-Reports,                                                             Rohstoffpreise im Jahr 2009 –
                                                                                                  Biowerkstoffe im Aufwind                       14
ist es nicht immer wieder beeindruckend, welche spannenden Entwicklungen sich bei Biowerk-
stoffen zeigen?
                                                                                                  Biowerkstoff des Jahres 2008:
Die Dynamik könnte sich in den nächsten Jahren noch deutlich erhöhen. So hat die EU bioba-
                                                                                                  Bio-Pen / Barktex / NaBasCo                    20
sierte Produkte zu einem ihrer Leitmärkte erkoren (Lead Market Initiative). Die EU will u.a. in   BIB’09: Die Biowerkstoffbranche
diesem Bereich ein Leitmarkt für neue Technologien, Produkte und Dienstleistungen werden, der
Beschäftigung und Wachstum generiert und einen wichtigen Beitrag zu den aktuellen Heraus-
                                                                                                  auf einen Blick                                24
forderungen wie Gesundheit, Energie und nachhaltige Produktion leistet. Die EU wird hierzu        Gutes Klima
geeignete politische Rahmenbedingungen schaffen und Programme zur Projektförderung um-
setzen. Auch das aktuelle FP7-Forschungsprogramm enthält bereits eine Reihe von Ausschrei-
                                                                                                  für die Biokunststoffbranche                   25
bungen zum Thema biobasierte Produkte.                                                            Conference on Sustainable Packaging –
In Deutschland wird es im Sommer 2009 erstmalig einen „Biomasse-Aktionsplan Stofflich“            Die Zukunft der Food-Verpackung 26
geben, der unter Federführung des BMELV mit einer Reihe anderer Ministerien abgestimmt
wird. Damit wird die stoffliche Nutzung Nachwachsender Rohstoffe politisch und öffentlich
sichtbar und es sind Maßnahmen zu erwarten, welche die bisherige ungleiche Förderung zwischen
energetischer und stofflicher Nutzung reduzieren.
                                                                                                  Naturfasern & Verbundwerkstoffe
Schließlich steht der „Rat zur Stofflichen Nutzung Nachwachsender Rohstoffe“ vor seiner Grün-
dung, dessen Aufgabe es sein soll, die Politik über die Verwendung Nachwachsender Rohstoffe
in der industriellen Produktion zu informieren und dahingehend zu beraten, wie die stoffliche     Welcher Rohstoff
Nutzung zukünftig in allen neuen Regularien der energetischen Nutzung gleichgestellt werden       für die Spanplatte der Zukunft?                28
kann. Dabei geht es nicht darum, die alten, sektoralen Instrumente zur Förderung der energeti-
schen Nutzung auf die stoffliche Nutzung zu übertragen, sondern neue politische Rahmenbe-         Hanf-Kalk-Baustoff:
dingungen zu entwickeln, welche die möglichst effiziente und nachhaltige Nutzung von              Leicht gespritzt statt schwer gemauert 29
Agrarressourcen sicherstellen. Mehr zu diesem Thema in der nächsten Ausgabe des Biowerk-
stoff-Reports.                                                                                    Nachhaltigkeit der eigenen
Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle für die langjährige Mitarbeit von Christian Gahle,      WPC-Produktion einfach bewerten                 34
Abteilungsleiter Biowerkstoffe, der Ende Januar auf eigenen Wunsch das nova-Institut verlas-
sen hat und sich nun an anderer Stelle neuen Herausforderungen im Themenfeld Holzwerkstoffe
stellt. Viel Erfolg!
                                                                                                  nova-Institut
Viel Spaß beim Lesen.
Mit freundlichen Grüßen
                                                                                                     Facilitating the Energy
                                                                                                  and Raw Material Shift                         37
Dipl.-Phys. Michael Carus                                                                         Die Energie- und
GF der nova-Institut GmbH                                                                         Rohstoffwende gestalten                        38
                                                                                                  Projekte & Veranstaltungen                     39
Biowerkstoff-Report beziehen
                                                                                                  Impressum                                      37
Im Abo: Unter www.biowerkstoff-report.de bestellen, 75 € / Jahr inkl. Zugang
zum Nachrichten-Portal www.nachwachsende-rohstoffe.info                                           Titelbild: Waschbecken mit Naturfasern (hier in der
Einzelhefte: Unter www.nova-shop.de bestellen, 15 € / Ausgabe (Druckfas-                          Produktion) – Platz 3 beim Wettbewerb „Biowerkstoff
sung) bzw. 10 € (pdf-Zeitschrift)                                                                 des Jahres 2008“ (siehe Seite 23).
■                                                                                                 Bild: Thomas Fasting, Lizenz: NPSP Composites

Weitere aktuelle Meldungen: www.nachwachsende-rohstoffe.info                                       Biowerkstoff-Report, 1. Quartal 2009   3
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News

Research & Development                             • How to best dispose these plastics in           GreenBottle was 48% lower than the
                                                     composting or other bioconversion faci-         HDPE (plastic) polybottle equivalent.
Genetically modified switchgrass                     lities.                                         The GreenBottle was invented by Martin
for biofuels and bioplastics                       A scientific paper on the technology entit-       Myerscough, using a process similar to egg
Metabolix demonstrates viability of                led “Production of polyhydroxybutyrate in         carton technology in which office waste
co-production of bioplastics                       switchgrass, a value-added co-product in          paper is washed and moulded into the di-
                                                   an important lignocellulosic biomass crop”        stinctive bottle shape. The bottle has been
In greenhouse trials of the US company             was published in Plant Biotechnology              designed to fit standard fridge units. Dai-
Metabolix, genetically engineered switch-          Journal (Vol. 6, Issue 7).                        ries can adapt existing systems to fit the
grass plants (German: Rutenhirse) using            Source: Metabolix Inc., August 2008 and Biomass   new bottle.
Metabolix multi-gene expression techno-            magazine, October 2008.                           Source: Greenbottle Ltd., August 2008.
logy produced significant amounts of PHA           www.metabolix.com                                 www.greenbottle.com
bioplastics in leaf tissues. According to the
company, this is the first successful ex-
pression of a new functional multi-gene            Packaging                                         Products
pathway in switchgrass. Metabolix is com-
mercializing the PHA-based bioplastic              UK: Milk bottle with 90% waste                    Medical products made with
Mirel in a joint venture with Archer Da-           paper                                             guayule rubber
niels Midland Company (ADM).                       GreenBottle cardboard system moving               Natural alternative for people with
“Metabolix has been developing techno-             into the market                                   latex allergies
logy to produce PHA polymer in switch-
grass for over seven years,” said Dr. Oliver       A new system is now available in the UK           Yulex Corporation has announced the re-
Peoples, Chief Scientific Officer.                 which allows dairies to reduce waste and          lease of its line of guayule-based natural
Growing the plastic in a plant will allow          plastic usage in the bottling procedure.          rubber emulsions with four medical-grade
the switchgrass to produce both bioplastics        Suffolk-based dairy Marybelle has signed          formulations. Yulex RHA and KOA Natu-
and use residual biomass for energy, accor-        an agreement with packaging independent,          ral Rubber Emulsions are formulated for
ding to the company. Switchgrass is a na-          GreenBottle Limited, to provide its semi-         use in surgical or examination gloves, me-
tive prairie grass that can be grown in            skimmed milk in the new “GreenBottles”            dical adhesives, latex wound care products
abundance in the United States. It has been        going on sale in ASDA stores located in the       and catheters that are safe for people with
identified by the Department of Energy             East of England, starting with the Lowest-        latex allergies. Yulex HA+2 and KOA+2
and the Department of Agriculture as a             oft branch.                                       Natural Rubber Emulsion Compound Sy-
prime feedstock for producing next gene-           90.7% of the GreenBottle is made of waste         stems are vulcanize-on-demand emulsions
ration biofuels and bioproducts.                   paper. An inner plastic lining (9.3%) is          intended for use in all dipped, cast, threa-
However, there are still hurdles to be over-       currently made of Low Density Polypropy-          ded, sprayed, foamed or sheeted medical
come, including:                                   lene, but could also be made with biopla-         device applications.
• How to harvest the plastic from the plant        stics. A Life Cycle Assessment (LCA) for          All four products are derived from the
• The cost of recovering plastic from plant        GreenBottle completed by PIRA Interna-            guayule shrub, an arid climate plant indi-
  leaves                                           tional found that the carbon footprint of         genous to the Southwest U.S., are free from

Switchgrass, object of research for bioplastics.   Yulex Senior Vice President of Research and Development Katrina Cornish, Ph.D. examines a
Picture: Peggy Greb, USDA                          balloon catheter made from guayule rubber. Picture: Yulex Corp.

4   Biowerkstoff-Report, 1. Quartal 2009
Biowerkstoff-RReeppoorrtt - Das Nachrichten-Portal - nova-Institut
News

the proteins associated with Type 1 latex        stry states association: The paper addresses    made and should be included in LCA. The
allergy and are manufactured using Yulex         the careful and knowledgeable use of it and     position paper “Life Cycle Assessment of
Corporation’s proprietary processes.             calls for the involvement of the industry.      Bioplastics” can be downloaded from the
“We’ve specially formulated these Yulex          Bioplastics are designed on sustainability      Website of European Bioplastics.
emulsions for those in the medical device        criteria thus aiming to improve environ-        Source: European Bioplastics e.V., December 2008.
industry seeking to make products with           mental performance. It is of vital importance   www.european-bioplastics.org
high-performance natural materials that are      that the reliable instrument LCA is guiding
safe for people with latex allergy,” said Jef-   the market and technology development of
frey Martin, CEO at Yulex Corporation.           bioplastics and not obstructing it.             Book review
“We know there is a strong need for natu-        Topics such as sustainable development,
ral rubber emulsions in the United States        availability of fossil and natural resources,   Environmentally compatible food
with up to 17% of health care workers suf-       global climate change and waste reduction       packaging
fering from latex allergy and 8.2% of the        are more and more dominating political
general population sensitized. Yulex is          and industrial agendas. Therefore, the rele-    “Environmentally Compatible Food Packa-
pleased to offer the only safe and natural al-   vance of the environmental performance of       ging” covers new developments in bio-
ternative to Hevea.”                             processes, products and services in decision-   based food packaging as well as issues
New Yulex HA uses Ammonium Hydro-                making is rapidly growing and LCA results       concerning applications for recycling. The
xide as a pH modifier and stabilizer while       are increasingly being considered as a key      authors cover a wealth of aspects, from
the KOA formulation uses Potassium Hy-           input. For that reason European Bioplastics     classification and properties to production,
droxide. The vulcanize-on-demand emulsi-         has taken the opportunity to outline its po-    processes and testing. Environmental as-
ons were developed for manufacturers that        sition on LCA.                                  pects are covered in considerable detail.
require extra-long shelf life for the uncom-     Bioplastics are based on different raw ma-      The first part of the book looks at advances
pounded material.                                terials, produced and processed using di-       in bio-based food packaging materials. Part
Source: Yulex Corporation, Dezember 2008.        verse technologies, tailored to various         two discusses the factors involved in choo-
www.yulex.com                                    applications and recovered or disposed of       sing alternative packaging materials. Part
                                                 through multiple waste management sy-           three contains chapters on the applications
                                                 stems. Consequently the results from LCAs       of environmentally-compatible materials in
Bioplastics industry welcomes                    are also complex and do not allow simple        particular product sectors. The book finis-
Life Cycle Assessment                            conclusions. The environmental perfor-          hes with a summary of the legislation and
“LCA should guide the development                mance of bioplastics can only be assessed       certification of environmentally-compati-
of bioplastics”                                  case by case.                                   ble packaging in the EU.
                                                 LCA has been used by the industry in order
European Bioplastics recently released a po-     to optimise processes and the environmental     E. Chiellini (ed.), 2008: Environmentally
sition paper on Life Cycle Assessment (LCA)      performance of products for years. The opti-    compatible food packaging. Woodhead Publi-
of bioplastics outlining the opportunities       misation potential of bioplastics is huge.      shing, 592 pages, hardback, € 200.00,
and needs of the analytical tool. The indu-      Hence projections for improvements can be       ISBN 1 84569 194 6.
                                                                                                                                   Aktuelles

Preisentwicklung heimische
Naturfasern

Die Preise für technische Kurzfasern aus
Hanf und Flachs bleiben weiterhin stabil.
Gegenüber den preislich seit einiger Zeit
stark schwankenden Hauptkulturen Mais,
Weizen oder Raps erweisen sich Hanf und
Flachs damit für die Erzeuger als verlässli-
che Alternative. Zu den Abnehmern der
Kurzfasern zählen die Automobilindustrie
(u.a. für Bauteile im Auto-Innenraum),
Hersteller von Verbundwerkstoffen und
von Spezialpapieren. (Stand: 2/2009)
Quelle: nova-Institut

Weitere aktuelle Meldungen: www.nachwachsende-rohstoffe.info                                        Biowerkstoff-Report, 1. Quartal 2009             5
Biowerkstoff-RReeppoorrtt - Das Nachrichten-Portal - nova-Institut
Aktuelles

Werkstoffe                                    stoffe dagegen zielen eher auf den Bau-       Die einzelnen SwissCell-Waben lassen sich
                                              stoffmarkt der Industrieländer.               zudem zu „Vacuum Isolated Panels“ (VIPs)
FKuR: Transparentes Biopolymer                Bei herkömmlicher Waben-Technologie           verarbeiten, so dass im Innern des Paneels
für die Blasfolienextrusion                   müssen die Zellkerne aus einem Material       ein Feinvakuum herrscht. Dieses Vakuum
Verarbeitung auf herkömmlichen                bestehen, das bei geringem spezifischen       bleibt auch bei der Montage fast vollstän-
Anlagen                                       Gewicht hohen mechanischen Belastungen        dig erhalten, da nur die Waben an den
                                              standhält, beispielweise Aluminium. Das       Schnittkanten belüftet werden. Die Dämm-
Das neue Biopolymer Bio-Flex VA 5100          macht die Fertigung aufwändig, teuer und      leistung evakuierter SwissCell-Paneele
CL der FKuR Kunststoff GmbH ist nach          energieintensiv. Bei SwissCell dagegen        entspricht etwa dem Zehnfachen her-
Herstellerangaben weltweit das erste trans-   besteht das gesamte Paneel – Waben und        kömmlicher Hartschaumplatten bei nur
parente Biopolymer für die Blasfolienex-      initiale Deckschichten – aus kunstharz-       einem Drittel der Kosten.
trusion und kann auf herkömmlichen            getränkter Cellulose, die sich in einem ei-   Für Gerd Niemöller, Erfinder der Swiss-
Blasfolienanlagen verarbeitet werden, ohne    gens entwickelten Verfahren unter großem      Cell-Paneele und Verwaltungsrat der The
dass aufwändige Anpassungen an Schnek-        Druck und hohen Temperaturen zu hauch-        Wall AG, geht mit der Fertigstellung
ken, Düsen und Nachfolgeeinrichtungen         dünnen, extrem stabilen und sehr leichten     eines Prototyps des zum Einsatz in Ent-
vorgenommen werden müssen.                    Strukturen verwandelt. Zell- und Deck-        wicklungsländern vorgesehenen „Universal
Das bereits bekannte transparente Biopo-      schichten sind homogen miteinander ver-       World House“ ein Traum in Erfüllung:
lymer PLA lässt sich lediglich auf Sheet-     bunden, SwissCell-Paneele sind damit          „Der Prototyp unseres Universal World
und Castfilmanlagen verarbeiten. Die          witterungsbeständig und lassen sich sogar     House besteht vollständig aus dem von uns
Neuerung, eine gemeinsame Entwicklung         zu Wasserbecken verbauen. Aufgrund der        entwickelten Hybrid-Bauelementen, sogar
von Fraunhofer UMSICHT und FKuR,              geringen Rohstoffpreise und der vollauto-     Regale und Bettgestelle sind aus Swiss-
verbindet erneuerbare Basispolymere mit       matischen Produktion ohne manuelle            Cell.“ 36 Quadratmeter beträgt die Grund-
speziellen Additiven und Kopplern mittels     Montageschritte sind die Platten ausge-       fläche, das Haus ist wetterfest und stabil.
eines angepassten Biocompoundierungs-         sprochen kostengünstig herzustellen. Sie      Nur rund 5.000 Dollar kostet ein „Univer-
prozesses von FKuR.                           liegen beim Quadratmeterpreis erheblich       sal World House“ inklusive Basiseinrich-
Aus Bio-Flex VA 5100 CL hergestellte          unter vergleichbaren Waben-Paneelen und       tung. Nicht nur der Zusammenbau soll
Blasfolie eignet sich für verschiedene An-    zielen daher auf einen Massenmarkt, so        später vor Ort erfolgen, sondern auch die
wendungen wie z.B. Blumenfolie, Verpak-       Gerd Niemöller, SwissCell-Erfinder und        Produktion der Paneele.
kung von Brot, frischen Lebensmitteln &       Verwaltungsrat des Herstellers.               Quelle: Profact, Januar 2009.
Gemüse, Umverpackung von Schalen,
Papierbeschichtung, verschiedene Tiefzieh-
anwendungen sowie als Barrierefilm für
Mehrschichtsysteme.                                                                         Universal World House aus SwissCell –
Quelle: Plasticker (www.plasticker.de).                                                     polymerisierten Cellulosewaben.
www.fkur.de                                                                                 Bild: The Wall AG

Wetterfeste Papierwaben für Bau
und Dämmung
Produktion von Hybridpanelen
aus kunstharzgetränkter Cellulose
angelaufen

Eine Vorserie witterungs-
beständige Hybridpanele
in Waben-Technologie aus
kunstharzgetränkter Cellulose produ-
ziert das schweizer Unternehmen The
Wall AG seit Anfang des Jahres in Kiel.
Den Einsatz der leichten und kostengün-
stigen Montagepaneele sieht der Hersteller
SwissCell unter anderem im Baubereich.
Auf den Einsatz in Entwicklungsländern
ausgerichtet ist das aus SwissCell-Paneelen
gefertigte „Universal World Haus“, dessen
Prototyp in Kiel aufgebaut wurde. Vakuu-
mierte Paneele als Hochleistungs-Dämm-

6   Biowerkstoff-Report, 1. Quartal 2009
Biowerkstoff-RReeppoorrtt - Das Nachrichten-Portal - nova-Institut
Aktuelles

Tiefziehen großer, dickwandiger                    wurde intensiv „genetzwerkt“, Theoretiker
Teile aus biologisch abbaubaren                    trafen Praktiker, Designer Ingenieure, Er-
Kunststoffen                                       finder Großindustrielle, Einkäufer Ver-
                                                   käufer. 1.000 Produktkataloge wurden
Gemeinsam mit den Firmen Biotec und                zielgerichtet verteilt; zahllose Fachartikel
Tecnaro hat die Bauer Kunststofftechnik            publiziert; auch auf Messen war die Kam-
GmbH ein biologisch abbaubares Polymer             pagne präsent. So sind neue Geschäfts-
entwickelt, das sich für die Herstellung           kontakte, Entwicklungen und Ideen ent-
großer und dickwandiger Teile im Tief-             standen, die diesen Werkstoffen nachhaltig
ziehverfahren eignet. Als erste Anwendung          zugute kommen.
wurde ein hochwertiger, biologisch ab-             Dennoch: Der Markt für PP-NF und
baubarer Sarg entwickelt. Hierfür wird das         WPC liegt noch hinter den Möglichkeiten
von Tecnaro entwickelte biologisch abbau-          zurück. Da das Spritzgießverfahren das
bare Naturstoffcompound „Arboblend“                größte Potenzial bietet und diese neue
verwendet.                                         Werkstoffgeneration ein ganz besonderes
Derzeit werden biologisch abbaubare                Eigenschaftsprofil mitbringt, lohnt es sich,
Werkstoffe durch Extrusion und Spritzgie-          diesen Weg weiter zu entwickeln.
ßen weiterverarbeitet und vorwiegend im            In der Regel sind es konsumentennahe
Bereich Verpackungen und kurzlebige                Produkte, die in NFK- oder WPC realisiert
Verbrauchsgüter eingesetzt. Für das Her-           werden: Möbel, Industrieanwendungen
stellen großer, dickwandiger Teile aus             mit Vorteilen in Arbeitsschutz und Ent-
                                                                                                  Invercote-Kartonverpackungen bietet Igge-
biologisch abbaubaren Werkstoffen im               sorgung, dazu Konsumgüter sowie die
                                                                                                  sund jetzt auch mit Biokunststoff-Beschich-
Tiefziehverfahren gab es bisher noch keine         mengenmäßig wichtigen Verpackungsmit-
                                                                                                  tung an. Bild: Iggesund Paperboard
Erfahrungen – weder für die Extrusion des          tel und Bauprodukte. Für viele Anwen-
Plattenmaterials oder die Verarbeitung im          dungen ist das Image des naturbasierten
Tiefziehverfahren, noch für die mechani-           Werkstoffs ein (Verkaufs-) Argument,           „Es besteht eine eindeutige Nachfrage nach
sche Belastbarkeit oder die biologische            angeregt durch die Diskussionen um Kli-        Barrierewerkstoffen, die biologisch abbaubar
Abbaubarkeit bei größeren Materialstär-            maschutz und Nachhaltigkeit. Designer          sind und kompostiert werden können.“ er-
ken.                                               interessiert die natürlich anmutende Ober-     klärt Ola Buhrman, Produktmanager für die
Die Entwicklung wurde im Rahmen des                fläche und Haptik. Die Automobilbranche        kunststoffbeschichteten und folienkaschier-
Pro Inno Programms des Bundesministeri-            ist an einer unabhängigen Rohstoffversor-      ten Produkte von Iggesund Paperboard.
ums für Wirtschaft und Technologie mit             gung sowie an Kosten- und Gewichts-            Quelle: Iggesund Paperboard, Dezember 2008.
120.000 € Zuschuss unterstützt.                    vorteilen interessiert. Kritisch können
Quelle: Spitzmüller AG, November 2008.             bestimmte mechanische Kennwerte und
www.bauer-kunststofftechnik.de, www.tecnaro.de ,   der Geruch sein. Für ein dauerhaftes           Bambus stärkt Kunststoff
www.zim-bmwi.de                                    Marktwachstum sind weitere Info- und           Kernfasern für spritzguss- und
                                                   Marketingmaßnahmen wichtig; auch die           extrusionsfähige Verbundwerkstoffe
                                                   politischen Rahmenbedingungen haben
Naturfaser-Spritzguss                              Einfluss auf die Zukunft der Branche.          Die holländische Transmare Compounding
Großes Potenzial mit hohem                         Quelle: nova-Institut, Januar 2009.            B.V. hat eine Reihe von Kunststoffen mit
Informationsbedarf                                 www.nova-institut.de / pp-nf /                 Verstärkungsfasern aus 100% erneuerbaren
Das von März 2007 bis Dezember 2008                                                               Rohstoffen eingeführt. Wie die K-Zeitung
von der Fachagentur Nachwachsende Roh-                                                            berichtet, basieren die unter dem Mar-
stoffe e.V. (FNR) geförderte Projekt „Na-          Forschung & Entwicklung                        kennamen Transmare vertriebenen neuen
turfaser-Spritzguss-Kampagne II“ hatte                                                            Compounds auf Polypropylen (PP) und
zum Ziel, die Möglichkeiten und Poten-             Bioplastik für Karton mit                      biologisch abbaubarer Polymilchsäure
ziale von Naturfasern und WPC im Spritz-           Barriereschicht                                (PLA), zu deren Verstärkung Bambusfasern
guss der Industrie bekannt zu machen und                                                          eingesetzt werden. Bambusfasern als er-
diese Werkstoffe dauerhaft in neuen                Iggesund Paperboard aus Schweden bietet        neuerbare Ressource bieten Verarbeitern
Branchen zu etablieren. Mehr als 1.200             den Verpackungskarton „Invercote“ jetzt        eine umweltverträgliche Alternative zu tra-
Interessenten haben auf Kongressen und             auch mit einer biologisch abbaubaren           ditionellen Verstärkern. Während Bambus-
Seminaren die Vorträge verfolgt; über 25           Barriere aus Nachwachsenden Rohstoffen         rohr ein uralter Baustoff ist, gilt die
Firmen wurden vom nova-Institut (Hürth),           an. Der Biokunststoff erfüllt die Euronorm     Gewinnung und Nutzung seiner harten
von der Hochschule Bremen / BIONIK, M-             EN 13432 für Kompostierbarkeit. Zu den         Kernfasern als eine vergleichsweise junge
Base Engineering + Software (Aachen) und           Anwendungsbereichen des beschichteten          Technologie. Die Faserfraktionen reichen
von der Kommunikationsagentur Scheben              Kartons gehören Verpackungen für Le-           von sehr groben Fasern bis hin zu mikro-
Scheurer & Partner (Hürth) beraten. Es             bensmittel und Trinkbecher.                    skopisch feinen Pulvern, die frei fließen.

Weitere aktuelle Meldungen: www.nachwachsende-rohstoffe.info                                         Biowerkstoff-Report, 1. Quartal 2009       7
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Aktuelles

                                                                                            Joghurt, Käse, Fleisch oder Fischfilet. Die
                                                                                            Produktionsanlage wird unter Praxisbe-
                                                                                            dingungen bei dem slowenischen Verpak-
                                                                                            kungshersteller Lajovic Tuba Embalaza
                                                                                            d.d. (TUBA) aufgestellt. Das gesammelte
                                                                                            Know-how wird im dritten Jahr der Lauf-
                                                                                            zeit in Trainingseinheiten interessierten
                                                                                            Anwendern vermittelt.
                                                                                            Quelle: ttz Bremerhaven, Dezember 2008.

                                                                                            Verpackungen bedrucken mit
                                                                                            Harz, Cellulose und Zitronensäure
                                                                                            DBU fördert Entwicklung
                                                                                            ökologischer Industrietinte
    Fleischfolie. Bild: ttz Bremerhaven
                                                                                            Haltbarkeitsdaten und Chargennummern
                                                                                            auf Lebensmittelverpackungen werden mit
„Mit Bambusfasern verstärkte Compounds        de Catalunya. Aus Deutschland sind das        Industrietinte gedruckt. Diese kann giftige
lassen sich auf gleiche Weise spritzgießen    Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik     und reizende Stoffe enthalten, die bei der
oder extrudieren wie anderweitig verstärkte   und Verpackung in Freising, das ttz Bre-      Produktion Umwelt und Gesundheit bela-
Kunststoffe“, sagt Vertriebsleiter Robin      merhaven und die Meierei-Genossenschaft       sten. Das Druckfarben-Unternehmen pro-
Beishuizen von Transmare. Auch die Ein-       Langehorn beteiligt.                          metho aus Bonefeld zeigt jetzt, dass
satzbereiche seien ähnlich, von Telefon-      Gute Verpackung fungiert als Schutz           industrielle Tinte in keinem Fall ökolo-
und Notebookgehäusen bis hin zu Möbeln        gegen Feuchtigkeit, Gerüche und Sauer-        gisch und gesundheitlich bedenklich sein
und Fahrzeugbauteilen. Gleich hohe Ver-       stoff, die den Geschmack, den Nährwert        muss. Seine neu entwickelte Industrietinte
stärkungsmöglichkeiten bieten sie in          und das Aussehen von Lebensmitteln be-        soll nahezu vollständig aus Nachwachsen-
Kombination mit Biopolymeren wie PLA          einträchtigen. Durch den Einsatz von          den Rohstoffen bestehen. Die DBU fördert
für kurzlebige Produkte, die am Ende ihrer    Hightech-Materialien lassen sich weitere      die Entwicklung mit rund 78.000 €.
Nutzdauer natürlich verrotten sollen.         Funktionalitäten sicherstellen: Im Projekt
Quelle: PolykumNews, Dezember 2008.           „Wheylayer“ soll ein Material entwickelt      Natürliche Zutaten ersetzen
                                              werden, das durch antimikrobielle Inhalt-     synthetische Bestandteile
                                              stoffe von Molkeproteinen die Haltbarkeit     „Lösemitteldämpfe steigen durch Wärme
Molkeprotein-Beschichtung für                 steigern und ein Ranzigwerden durch den       und Luftzirkulation in den Produktions-
Verpackungen                                  Aufbau einer natürlichen Sauerstoffbarriere   stätten auf. Die Gesundheit der Arbeiter,
Verbundprojekt „Wheylayer“ ent-               verzögern soll. Zudem könnten mit Mol-        die diese Dämpfe einatmen, kann dabei ge-
wickelt wirtschaftliches Herstellungs-        keprotein beschichtete Plastikfilme in der    fährdet sein“, erklärt der Pressesprecher der
verfahren                                     Sortierungs- und Reinigungsphase des Re-      Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)
                                              cyclings möglicherweise die Auftrennung       Elpers. Statt problembelasteter Chemika-
Polymerschichten in Verpackungen sollen       der Einzelkomponenten erleichtern.            lien sind nun natürliche Harze, Cellulose
künftig durch ein abbaubares Naturpro-        Der Einsatz natürlicher Materialien verrin-   oder Zitronensäure die Zutaten der neuen
dukt ersetzt werden. Mit Molkeproteinen       gert die CO2-Emissionen bei der Herstel-      Ökotinte.
beschichtete Plastikfilme können hervorra-    lung und erlaubt eine Material sparende
gende Barrieren gegen Sauerstoff und          Produktion.                                   Neue Druckflüssigkeit soll extreme
Feuchtigkeit sein. Antimikrobielle Be-        Im Rahmen des Projektes „Wheylayer“           Ansprüche erfüllen
standteile in der Verpackung sind dazu ge-    soll die Beständigkeit verschiedener Poly-    Vor allem die Lebensmittelindustrie stelle
eignet, die Qualität von Frischeprodukten     merbeschichtungen ebenfalls untersucht        in Sachen Druck besondere Anforderungen:
länger zu erhalten.                           werden. Das Haftvermögen der Molkepro-        die Tinte müsse nicht nur störungsfrei in
Für die Entwicklung eines wirtschaftlichen    teinschicht soll verbessert werden. Alter-    den verschiedenen Druckern betrieben
Herstellungsverfahrens bündeln im Projekt     nativ können die Auswirkungen einer           werden können oder auf besonders glatten
„Wheylayer“ zehn Unternehmen und Ver-         Koronabehandlung auf eine Erhöhung der        und belastbaren Oberflächen haften, son-
bände aus der Verpackungs- und Milchin-       Haftbarkeit untersucht werden. In einem       dern auch schnell trocknen. „Ohne Berüh-
dustrie sowie vier Forschungspartner ihre     späteren Projektstadium werden drei Pro-      rung und in Sekundenschnelle werden
Kompetenzen unter der Leitung des spani-      totypen für Standard-Verpackungen ent-        nämlich die Informationen auf unter-
schen Innovationscenters Innovacio i Re-      wickelt: eine Folie zur Verpackung von z.B.   schiedliche Verpackungen gebracht“, so
cerca Industrial i Sostenible und des         Obst, ein standfester Beutel für Saucen,      prometho-Geschäftsführer Jens-Christoph
KMU-Verbandes Petita i Mijana Empresa         Dressings etc. und eine Plastikschale für     Hoffmann. Die neue Druckflüssigkeit aus

8    Biowerkstoff-Report, 1. Quartal 2009
Biowerkstoff-RReeppoorrtt - Das Nachrichten-Portal - nova-Institut
Aktuelles

                                                                                                 methoden zur Bestimmung wichtiger Qua-
                                                                                                 litätsparameter am Einzelkorn sollen ent-
                                                                                                 wickelt werden und in die Züchtung neuer
                                                                                                 Gerstenlinien mit speziellen Inhaltsstoff-
                                                                                                 profilen einfließen.
                                                                                                 Beteiligt sind GEA Westfalia Separator
                                                                                                 Process GmbH, die Jäckering Mühlen- und
                                                                                                 Nährmittelwerke GmbH, das Deutsche In-
                                                                                                 stitut für Lebensmitteltechnik (DIL e.V.),
                                                                                                 das Institut für Lebensmittel- und Um-
                                                                                                 weltforschung (ILU e.V.), das Julius-Kühn-
                                                                                                 Institut (JKI) sowie als assoziierte Partner
                                                                                                 Kampffmeyer Food Innovation GmbH
                                                                                                 (KFI) und Solvay GmbH. Die Projektko-
                                                                                                 ordination liegt bei Dieckmann Seeds.
                                                                                                 Quelle: Dieckmann Seeds, Januar 2009.
  Gerste – künftig auch ein Rohstoff für die stoffliche Nutzung? Bild: nova-Institut
                                                                                                 www.dieckmann-seeds.de

Nachwachsenden Rohstoffen solle diese ex-         Züchtung erfolgte durch klassische Selek-
tremen Ansprüche erfüllen.                        tion. Während übliche Getreidesorten ca.       Automobil
                                                  70% der verzweigtkettigen Stärke Amylo-
Nicht nur Lebensmittelverpackungen                pektin und 30% der geradkettigen Amy-          Toyota: Künftig mehr Öko-Kunst-
können bedruckt werden                            lose enthalten, liegt der Amylopektinanteil    stoffe im Auto
Überall dort, wo Chargennummern ge-               von waxyGerste bei 95%. Amylopektinrei-        2009 bis zu 60% Bioplastik im Interieur
druckt werden, kann sie laut Hoffmann             che Stärken eignen sich in besonderem
künftig zum Einsatz kommen. Und das               Maße für technische Produktionsverfahren.      Toyota will künftig mehr Kunststoffe auf
nicht nur bei Lebensmittelverpackungen:           Sie verkleistern bei niedrigen Temperatu-      Pflanzenbasis in ihren Fahrzeugen einset-
Glas, Kunststoff, Kabel, elektrische Bau-         ren und zeigen eine stabile Wasserbindung.     zen. Den Auftakt macht ein Hybridfahr-
teile, Autoteile – „Wir machen vor keiner         Bislang wird Gerste kaum als Stärkefrucht      zeug, das 2009 auf den Markt kommt. Die
Anwendung Halt“, sagt der Tinten-Ex-              und in der stofflichen Verwertung genutzt.     Biokunststoffe werden in Schutzabdeckun-
perte.                                            Da die Proteine der Gerste ein anderes Lös-    gen, Sitzpolstern, im Dachhimmel und an-
Ansprechpartner für Fragen zum Projekt:           lichkeitsverhalten aufweisen als z.B. Wei-     deren Interieur-Komponenten verarbeitet.
J.-C. Hoffmann, prometho GmbH, Tel.:              zenproteine, könnten Gerstenmehle und          Im Laufe des Jahres wolle Toyota den An-
02634 9804 - 88, Fax: 02034 9804 - 88.            Schrote jedoch in bestimmten Produkti-         teil von Biokunststoffen bei den Interieur-
Quelle: DBU, Dezember 2008.                       onsverfahren Stärke ersetzen und zur           Komponenten in bestimmten Fahrzeugen
                                                  erhöhten Energieeffizienz, verbesserten        auf rund 60% steigern, heißt es in einer
                                                  Umweltbilanz und zu Kosteneinsparungen         News des Online-Portals autosieger.de.
Stoffliche Anwendungen                            beitragen.                                     Die Verwendung von ökologischen Mate-
für Amylopektin-reiche Gerste                     Das Projekt wird erstmals umfassend die        rialien sei Teil der Toyota-Strategie zur
                                                  chemischen und physikalischen Eigen-           Schaffung und Stärkung einer nachhaltigen
„Innovative Gerstensorten als Nachwach-           schaften von waxyGerstenmehl und -stärke       Mobilität. Als weltweit erster Automobil-
sender Rohstoff“ lautet der Titel eines           für die stärkebasierende Industrie analysie-   hersteller stellte das Unternehmen im Mai
Forschungsprojektes, das vom Bundesmi-            ren und die spezifischen Eigenschaften und     2003 mit dem in Japan angebotenen
nisterium für Ernährung, Landwirtschaft,          technische Nutzungsbereiche dieses neu-        Toyota Raum ein Serienfahrzeug vor, des-
Forsten und Verbraucherschutz über die            artigen Rohstoffs beschreiben. Verfahren       sen Interieur-Komponenten zu 100% auf
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe ge-           zur stofflichen Aufarbeitung und Verwer-       natürlichen Materialien basieren.
fördert wird. In dem dreijährigen Projekt         tung werden entwickelt, um neue Verwen-        Öko-Kunststoffe erfüllen alle Anforderun-
sollen in einem Entwicklungs- und For-            dungsmöglichkeiten im Non-Food-Bereich         gen an Qualität, Hitzebeständigkeit und
schungsverbund von sechs Partnern aus             aufzuzeigen und Marktpotenziale zu er-         Widerstandsfähigkeit, die an Bauteile in
Industrie und Wissenschaft stoffliche An-         schließen.                                     Fahrzeug-Innenräumen gestellt werden.
wendungsbereiche für Gerste erschlossen           Die Zusammenarbeit von Partnern aus            Dies wird durch moderne Produktions-
werden. Im Mittelpunkt der Forschungs-            Wissenschaft, Pflanzenzüchtung und In-         technologien wie die Molekülbindung und
arbeiten steht waxyGerste als neuer heimi-        dustrie strebt den Aufbau einer komplet-       die homogene Vermischung von Pflanzen-
scher Nachwachsender Rohstoff.                    ten Wertschöpfungskette für waxyGerste         und Erdöl-Rohstoffen sichergestellt.
2008 erhielt Dieckmann Seeds als erstes           an. Im Verbund sollen optimierte Eigen-        Quelle: Plasticker, Dezember 2008.
Züchterhaus in der EU die Zulassung für           schaftsprofile für Gerste als Nachwachsen-     www.plasticker.de
die ertragreiche waxyWintergerste. Die            der Rohstoff erarbeitet werden. Schnell-

Weitere aktuelle Meldungen: www.nachwachsende-rohstoffe.info                                        Biowerkstoff-Report, 1. Quartal 2009   9
Biowerkstoff-RReeppoorrtt - Das Nachrichten-Portal - nova-Institut
Rohstoffwende & Biowerkstoffe

         KONGRESS: BIO-RAFFINIERT V
         Nutzung Nachwachsender Rohstoffe in Bioraffinerien
         Oberhausen, 24. – 25. März 2009

         Was kann die integrierte stoffliche und energetische Nutzung Nachwachsender Rohstoffe zur Lösung unserer
         Energieprobleme wie auch zum Ersatz erdölbasierter Chemikalien, Werkstoffe, Brenn- und Kraftstoffe leisten?
         Antworten liefert der Kongress BIO-raffiniert V – Nutzung nachwachsender Rohstoffe in Bioraffinerien.

                                                       1. Tag: Versorgung, Märkte, Ökologie          Unternehmen aus dem Umfeld der Nut-
                                                       Am ersten Kongresstag geht es um die          zung Nachwachsender Rohstoffe und deren
                                                       Randbedingungen der Versorgung mit            innovative Produkte und Dienstleistungen
                                                       dem Rohstoff „Biomasse“, um die Märkte        kennenzulernen. Unternehmen, die sich auf
                                                       der neuen nachhaltigen Produktlinien und      der Ausstellung präsentieren möchten,
                                                       um ökologische Aspekte. Auf dem Podium        wenden sich an:
                                                       diskutieren wir die Frage, wie Industrie,     Dominik Vogt, nova-Institut GmbH
                                                       Politik, Natur- und Ingenieurwissenschaft     Tel.: 02233 4814 - 49
                                                       sowie Ethik Nachwachsende Rohstoffe           dominik.vogt@nova-institut.de
                                                       charakterisieren. Sind sie das grüne Wirt-
                                                       schaftswunder und die Chance für techno-      Kaffee-Bar
                                                       logische Neuerungen oder doch eher            In den Pausen bietet die Kaffee-Bar einen
                                                       Preistreiber für Rohstoffmärkte und Nah-      Treffpunkt, um über die Vorträge zu dis-
                                                       rungskonkurrenten?                            kutieren und eine Tasse Kaffee oder Tee zu
                                                                                                     genießen, oder um einen Blick auf die
                                                       2. Tag: Technik                               Fachausstellung zu werfen. So lassen sich
                                                       Der zweite Tag steht im Zeichen der Tech-     Ideen für ein Projekt austauschen, Projekt-
                                                       nik. Er gibt einen Überblick über Bioraffi-   partnerInnen finden oder Infos zu Förder-
                                                       nerietechnologien, lässt Anlagenbetreiber     möglichkeiten erhalten: die anregende und
                                                       mit Erfahrungsberichten zu Wort kommen        entspannte Atmosphäre dieses „Kongress-
                                                       und zeigt Technologietrends auf. Bedeut-      Hot-Spots“ ist auch ideal, um Kontakte zu
Bild: Fraunhofer UMSICHT                               same Netzwerke und Förderinformationen        knüpfen oder zu vertiefen. Die Veranstal-
                                                       runden das Programm ab.                       ter sind gerne bereit, Kontakte aus dem
                                                       Der Kongress bringt Personen aus allen In-    Kreis der Gäste, Referentinnen und Refe-
         Der Kongress stellt die Bandbreite der        dustriebereichen, Politik und Gesellschaft    renten zu vermitteln.
         Biomassenutzung von ersten Versuchen bis      mit Aktiven aus Forschung, Entwicklung
         zu marktfähigen Dienstleistungen und          und Anwendung entlang der Wertschöp-          Partner
         Produkten dar. Technologietrends und          fungskette Nachwachsender Rohstoffe zu-       • Verein zur Förderung der Umwelt-,
         angewandte Technik werden dabei ebenso        sammen. Damit sich auch Gäste aus dem           Sicherheits- und Energietechnik e.V.
         ausführlich dargestellt, wie über Hinter-     europäischen Raum auf dem Kongress              (UMSICHT Förderverein)
         gründe der Biomassenutzung, Fördermög-        wohl fühlen, besteht das Angebot für Si-      • Wrocławskie Centrum Badan´ EIT+
         lichkeiten und Perspektiven für wirtschaft-   multanübersetzungen ins Englische. Teil-        Sp. z o.o.
         liches Wachstum aufgeklärt wird.              nehmer teilen den Organisatoren bereits       • Wissenschaftszentrum Straubing
                                                       bei der Anmeldung mit, ob Sie den Dol-        • Unidad de Desarrollo Tecnológico
         Unter dem Dach der Kongressreihe BIO-         metscher-Service in Anspruch nehmen             (UDT)
         raffiniert bündeln Fraunhofer UMSICHT,        möchten.                                      • Gesellschaft für Chemische Technik
         das nova-Institut und die EnergieAgen-                                                        und Biotechnologie e.V. DECHEMA
         tur.NRW ihre Expertise in den Bereichen       Fachausstellung
         Nachwachsende Rohstoffe, Ressourcen-          Als Marktplatz für Kontaktanbahnung und
         management, Biowerkstoffe und Prozess-        Informationsaustausch bietet der Kongress
         technik. Die Veranstaltung steht unter der    erstmals eine Fachausstellung an, die par-
         Schirmherrschaft von Dr. Jürgen Rüttgers,     allel zum Kongress stattfindet. Die Teil-
         Ministerpräsident des Landes NRW.             nehmer erhalten damit die Möglichkeit,

         10   Biowerkstoff-Report, 1. Quartal 2009
Rohstoffwende & Biowerkstoffe

                                                                             bersetzung
                                                               Mit Simultanü
                                                                            nglisch !
                                                               Deutsch  E
                                                                            iniert.de
                                                               www.bio-raff

Veranstaltungsort
Rheinisches Industriemuseum Oberhausen        Veranstalter
Hansastraße 20                                Die drei Veranstalter bündeln ihre Expertise
                                              in den Bereichen Nachwachsende Roh-
46049 Oberhausen                              stoffe, Ressourcenmanagement, Biowerk-
                                              stoffe und Prozesstechnik. Ziel ist es, die
Kontakt:                                      vielfältigen Facetten der industriellen Nut-
Iris Kumpmann                                 zung Nachwachsender Rohstoffe bewusst
                                              aus verschiedenen Blickwinkeln darzustel-
Fraunhofer UMSICHT                            len.
Stellv. Abteilungsleiterin MKU
Tel.: 0208 859812 - 00                        Fraunhofer UMSICHT entwickelt indu-
Fax: 0208 859812 - 89                         strienahe Verfahrenstechnik für die Um-
                                              welt-, Werkstoff-, Prozess- und Energie-
iris.kumpmann@umsicht.fraunhofer.de           technik. Im Bereich Nachwachsende Roh-
www.bio-raffiniert.de                         stoffe bietet das Institut langjährige Exper-
                                              tise in der stofflichen und energetischen
                                              Biomassenutzung. Kunststoff- und Biogas-
                                              anlagentechnik sowie Biokraftstoffprozesse
Teilnahmegebühr                               bilden FuE-Schwerpunkte. Studien zum
                                              Ressourceneinsatz, zur Kreislaufwirtschaft
 Beide Tage                                   und zu erneuerbaren Energien runden das
                                  600 €       Spektrum ab.
 inkl. Abendveranstaltung
                                              www.umsicht.fraunhofer.de
 Nur am 1. Tag
                                  400 €
 inkl. Abendveranstaltung                     Die nova-Institut GmbH ist seit 15 Jahren
                                                                                              Bild: Fraunhofer UMSICHT
                                              weltweit im Bereich Nachwachsende Roh-
 Nur am 1. Tag
                                  360 €       stoffe in Marktforschung, Beratung sowie
 ohne Abendveranstaltung                      Projektmanagement tätig. Bestehend aus
                                              den Fachabteilungen Ökonomie & Res-
 Nur am 2. Tag                    360 €       sourcenmanagement, Biowerkstoffe sowie
                                              Kommunikation lautet das Motto des Ins-
In der Teilnahmegebühr enthalten sind die     tituts, die Energie- und Rohstoffwende zu
                                              gestalten.
Tagungsunterlagen auf einem USB-Stick,        www.nova-institut.de/ nr
der Zugang zum Downloadbereich der
Vorträge, der Dolmetscher-Service sowie       Die EnergieAgentur.NRW ist eine strate-
Erfrischungen und Mittagessen.                gische Plattform mit breiter Kompetenz im
                                              Energiebereich: von der durchgehenden
                                              Förderung der Forschung bis zur techni-
Studierende und Mitglieder des UM-            schen Entwicklung, Demonstration und
SICHT-Fördervereins erhalten 50% Ra-          Markteinführung, von der Energieberatung
batt. Bitte vor der Anmeldung melden bei:     bis hin zur beruflichen Weiterbildung. Zu
                                              den Schwerpunktthemen im Bereich Er-
Manuela Rettweiler                            neuerbare Energien gehören die energeti-
Tel.: 0208 859814 - 12                        sche und effiziente Nutzung von Biomasse
manuela.rettweiler@umsicht.fraunhofer.de      sowie Kraftstoffe und Antriebe der Zukunft.
                                              Grundlegend sind Projekte und Initiativen
                                              zur Energieeffizienz, die u.a. von Kom-
                                              petenz-Netzwerken initiiert werden. Das
                                              Thema „Bioraffinerie“ ist von strategischer
                                              Bedeutung und auch Bestandteil der Ener-
                                              gie- und Klimaschutzstrategie des Landes
                                              Nordrhein-Westfalen.
                                              www.energieagentur.nrw.de

                                                                                              Bild: Fraunhofer UMSICHT

Weitere aktuelle Meldungen: www.nachwachsende-rohstoffe.info                                  Biowerkstoff-Report, 1. Quartal 2009   11
Rohstoffwende & Biowerkstoffe

KONGRESS: BIO-RAFFINIERT V
Programm

Dienstag, 24. März 2009

09:00 Uhr      Registration und Get-together                          SESSION 3: ÖKOLOGIE
                                                                      15:30 Uhr   Von der Wiege bis zur Bahre:
09:45 Uhr      Eröffnung                                                          Life Cycle Assessment (LCA) biobasierter Produkte
               Prof. Dr. Eckhard Weidner, Fraunhofer UMSICHT,                     Dr. Martin K. Patel, Universität Utrecht, Utrecht,
               Oberhausen                                                         Niederlande
09:55 Uhr      Grußworte                                              16:00 Uhr   Globale Flächenverfügbarkeit
               MinDirig Clemens Neumann, Bundesministerium                        Dr. Stefan Bringezu, Wuppertal Institut für Klima,
               für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz                Umwelt, Energie GmbH, Wuppertal
               BMELV, Berlin (angefragt)                              16:30 Uhr   Rohstoffe aus Pflanzen – was kann die Gentechnik?
               Dr. Beate Wieland, Ministerium für Innovation,                     Dr. Mathias Boysen, Berlin-Brandenburgische Akademie
               Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes                 der Wissenschaften, Berlin
               NRW, Düsseldorf
10:30 Uhr      Impulsreferat                                          17:00 Uhr   Kaffeepause
               Nachwachsende Rohstoffe: Wie packen wir das
               globale Ressourcenproblem an?
                                                                      17:15 Uhr   Podiumsdiskussion:
               (Referent angefragt)
                                                                                  Nachwachsende Rohstoffe: Grünes Wirtschafts-
                                                                                  wunder und Chance für technologische
SESSION 1: NACHWACHSENDE ROHSTOFFE
                                                                                  Neuerungen oder Preistreiber für Rohstoffmärkte
           UND IHRE MÄRKTE
                                                                                  und Nahrungskonkurrenten?
11:00 Uhr      Horses for courses: Criteria for feedstock selection
                                                                                  Steffen Bauer, Deutsches Institut für Entwicklungspoli-
               Willy de Greef, EuropaBio, Brüssel, Belgien
                                                                                  tik, Bonn
11:30 Uhr      Randbedingungen der Rohstoffversorgung:
                                                                                  Michael Carus, nova-Institut GmbH, Hürth
               Daten und Fakten – Zusammenfassung der
                                                                                  Dr. Stefan Bringezu, Wuppertal Institut für Klima,
               Highlights des Internationalen Kongresses
                                                                                  Umwelt, Energie GmbH, Wuppertal
               „Rohstoffwende & Biowerkstoffe“
               Michael Carus, nova-Institut GmbH, Hürth                           Dr. Mathias Boysen, Berlin-Brandenburgische Akademie
                                                                                  der Wissenschaften, Berlin
12:00 Uhr      Mittagspause                                                       Prof. Dr. Eckhard Weidner, Fraunhofer UMSICHT,
                                                                                  Oberhausen

SESSION 2: PRODUKTE – MARKT – PROGNOSEN                                           Dr. Karsten Block, Landwirtschatszentrum Haus Düsse,
                                                                                  Zentrum für nachwachsende Rohstoffe NRW, Bad
13:30 Uhr      Biobased chemicals and materials in the Nether-
                                                                                  Sassendorf
               lands: Product inventory and selection
               Dr. Johan van Groenestijn, TNO, Zeist, Niederlande                 Moderation
                                                                                  Dr. Christian Patermann, Berater der Landesregierung
14:00 Uhr      Mit Biotech zu neuen Produkten
                                                                                  NRW für wissensbasierte Bioökonomie, Bonn
               Dr. Holger Zinke, BRAIN AG, Zwingenberg (angefragt)
14:30 Uhr      Bioraffinerie:
               Von der Nischenlösung zum Markttreiber                 19:30 Uhr   Beginn des Abendprogramms
               Dr. Görge Deerberg, Fraunhofer UMSICHT, Oberhausen                 Buffet mit Live-Musik (Ausklang 23:00 Uhr)

15:00 Uhr      Kaffeepause

12   Biowerkstoff-Report, 1. Quartal 2009
Rohstoffwende & Biowerkstoffe

                                                                                  bersetzung
                                                                    Mit Simultanü
                                                                                 nglisch !
                                                                    Deutsch  E
                                                                                 iniert.de
Mittwoch, 25. März 2009                                             www.bio-raff

SESSION 4: INTEGRIERTE BIORAFFINERIE-TECHNO-                            14:30 Uhr      Bio-Refinery – coherence and viability of
           LOGIEN – EIN ÜBERBLICK                                                      technologies
08:30 Uhr     Industrielle Bioraffineriesysteme – Eine Bilanz                          Ir. Henk Geut, Aker Process B.V, Zoetermeer,
              12 Jahre nach der Publikation des Buches                                 Niederlande
              „Die Grüne Bioraffinerie“
              Prof. Dr. Birgit Kamm, Forschungsinstitut Bioaktive       15:00 Uhr      Kaffeepause
              Polymersysteme biopos e.V., Teltow
09:00 Uhr     Furan chemicals and their application in new
                                                                        SESSION 6: BEDEUTSAME NETZWERKE UND WICHTIGE
              materials
                                                                                   FÖRDERINFORMATIONEN
              Dr. Ir. Hans Hoydonckx, TransFurans Chemical bvba,
              Geel, Belgien                                             15:30 Uhr      Bioraffinerie als Baustein für eine Bioökonomie –
                                                                                       Aktivitäten und Förderung des Landes NRW
09:30 Uhr     Biobased chemicals and materials in the
                                                                                       Dr. Hans-Georg Bertram, Ministerium für Innovation,
              Netherlands: Exploring the market potential
                                                                                       Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes
              Dr. Maarten van Dongen, InnoTact Consulting BV,
                                                                                       NRW, Düsseldorf
              Leusden, Niederlande
                                                                        15:50 Uhr      Cluster industrielle Biotechnologie CLIB2021:
                                                                                       Kooperation mit exzellenten Partnern in Akade-
10:00 Uhr     Kaffeepause                                                              mia, KMU und Industrie ist der Schlüssel zum Er-
                                                                                       folg.
10:30 Uhr     Nachhaltige, dezentrale Produktion von                                   Dr. Manfred Kircher, Cluster Industrielle Biotechnologie
              Bioethanol – Intelligente Prozessführung –                               e.V. CLIB2021, Evonik Industries AG, Düsseldorf
              geschlossene Stoffkreisläufe                              16:10 Uhr      Unterstützung für Forschung, Entwicklung und
              Benedikt Sprenker, Grünes Zentrum Agrar-Service                          Markteinführung im Bereich Nachwachsender
              GmbH, Warendorf                                                          Rohstoffe – aber bitte!
11:00 Uhr     Algen: Aquatische Tausendsassas oder                                     Dr. Dietmar Peters, Fachagentur Nachwachsende
              Mogelpackung?                                                            Rohstoffe e.V., Gülzow
              Ute Ackermann, VDI / VDE-Innovation und Technik           16:30 Uhr      Sie entwickeln umweltfreundliche Produkte und
              GmbH, Berlin                                                             Prozesse? Wir fördern so was!
11:30 Uhr     The biorefinery as a source for renewable                                Dr. Maximilian Hempel, Deutsche Bundesstiftung
              materials – from technology push to market pull                          Umwelt, DBU, Osnabrück
              L.J. Mikael Lindström, STFI-Packforsk AB, Stockholm,      16:50 Uhr      7. EU Forschungsrahmenprogramm – Inhalte der
              Schweden                                                                 nächsten Aufrufe, Hinweise zur Antragsstellung
                                                                                       und Informationen zum Lobbying für Projekt-
                                                                                       ideen
12:00 Uhr     Mittagspause
                                                                                       Dr. Wilfried Diekmann, Projektträger Jülich, Nationale
                                                                                       Kontaktstelle Lebenswissenschaften, Bonn
SESSION 5: TECHNOLOGIETRENDS UND ANLAGENBAU
13:30 Uhr     Biofuels aus der Sicht eines Großanlagenbauers            17:10 Uhr      Schlusswort
              Dr. Stephan Reimelt, MAN Ferrostaal AG, Essen
14:00 Uhr     BtL-Produktion aus der Zellstofffabrik
                                                                        17:30 Uhr      Ende des Kongresses
              (Referent angefragt)

                                                                        (Stand: 20. Januar 2009)

Weitere aktuelle Meldungen: www.nachwachsende-rohstoffe.info                                       Biowerkstoff-Report, 1. Quartal 2009     13
Rohstoffwende & Biowerkstoffe

ROHSTOFFPREISE IM JAHR 2009 – BIOWERKSTOFFE
IM AUFWIND
nova-Kongress „Rohstoffwende & Biowerkstoffe“

Knapp 200 Biowerkstoff-Experten verschafften sich Anfang Dezember 2008 in Köln auf dem von der nova-
Institut GmbH (Hürth) veranstalteten Kongress „Rohstoffwende & Biowerkstoffe“ einen Überblick über die
Einsatzmöglichkeiten moderner Biowerkstoffe. Die Teilnehmer nahmen intensiv am Kongress teil und spra-
chen von „neuen Einsichten und vielen Anregungen“ in Bezug auf die Vielfalt, Anwendungen und Zu-
kunftspotenziale von Biowerkstoffen.

Ziel war es, Unternehmen und Institutio-      ßen geben. Wegen des außerordentlich po-      tuts vor. Im Jahr 2002 begann die Preis-
nen aus einer Vielzahl von Branchen zu-       sitiven Feedbacks der Teilnehmer soll das     Rallye bei fast allen fossilen und minerali-
sammenzuführen und über das Thema             neue Kongress-Konzept in Zukunft fortge-      schen Rohstoffen, die nach sechs Jahren erst
Biowerkstoffe zu informieren und zu dis-      setzt werden. Nahezu alle Vorträge stehen     im Sommer 2008 stoppte – seitdem stellt
kutieren: Chemie- und Kunststoffindu-         auch für Nicht-Teilnehmer zum Download        man einen rapiden Verfall der Preise fest.
strie, Automobil- und Bauindustrie, Agrar-    bereit (siehe unten).                         Bei Agrarrohstoffen begann die Preis-Ral-
und Holzindustrie, Verpackungs- und Le-                                                     lye erst zwei Jahre später, endete aber
bensmittelindustrie, Textilindustrie, Ma-                                                   ebenso im Jahr 2008. Die Agrarpreise fal-
schinenbau, Rohstoffhandel, Finanzwelt,       ROHSTOFFWENDE                                 len seitdem im gleichen Maß wie die
Forschung und Politik trafen sich auf dem     Preis-Rallyes bei Rohstoffen und der          Preise von fossilen und mineralischen Roh-
Kongress.                                     Verfall im Jahr 2008                          stoffen.
                                              Der erste Kongresstag war dem Thema
Der Kongress konnte, daran lassen die zahl-   „Rohstoffwende“ gewidmet. Michael Carus,      Laut Carus kann man die Preisentwicklun-
reichen positiven Rückmeldungen keinen        Geschäftsführer des nova-Instituts und „Er-   gen der letzten sechs Jahre recht gut mit
Zweifel, den Teilnehmern neue Einsichten      finder“ des Begriffes „Rohstoffwende“,        Angebot und Nachfrage erklären – ver-
liefern und eine Vielzahl von Denkanstö-      stellte die neuesten Analysen seines Insti-   stärkt durch Spekulanten.

Knapp 200 Experten trafen sich Anfang Dezember 2008 in Köln auf dem von der nova-Institut   Solarthermisches Großkraftwerk mit
GmbH, Hürth, veranstalteten Kongress „Rohstoffwende & Biowerkstoffe“, um sich über die      Parabolrinnen-Technologie.
aktuelle Rohstoffsituation und die Entwicklung zu informieren. Bild: nova-Institut          Bild: BSW-Solar/Solar Millennium

14   Biowerkstoff-Report, 1. Quartal 2009
Rohstoffwende & Biowerkstoffe

Seit 2002 ist die Nachfrage nach Rohstof-     aber wird sich die weltweite Wirtschaft          (BGR), Hannover, das Erdöl. Er hält Preise
fen vor allem durch die Nachfrage der         wieder erholen?                                  von über 150 US$ pro Barrel schon im
rohstoffintensiven Industrien der aufstre-                                                     Jahr 2010 oder 2011 für wahrscheinlich.
benden Schwellenländer China, Indien,         Nach Meinung vieler Ökonomen befinden            Rempel zeigte eindrucksvoll, wie schnell
Russland und Brasilien stark gestiegen.       wir uns aktuell bereits in einer Rezession,      wir die Reserven – zu heutigen Preisen
Das Angebot, vor allem begrenzt durch         die sich im Jahr 2009 verfestigen wird und       und mit heutiger Technik wirtschaftlich
fehlende Kapazitäten und Investitionen in     vermutlich sogar noch das Jahr 2010 mit          gewinnbare Mengen – aufbrauchen und
der Rohstoff-Primärproduktion, konnte         einbeziehen wird. In der Vergangenheit           dann nur noch schwer und teuer er-
mit der Nachfrage nicht mehr mithalten.       dauerten Rezessionen meist drei bis vier         schließbare Vorkommen übrig bleiben.
Im Jahr 2008 drehte sich die Situation: Hi-   Jahre – es könnte also sein, dass die Welt       Zudem liegen 71% der konventionellen
storisch hohe Rohstoffpreise und die Fi-      sogar erst im Jahr 2011 wieder auf Wachs-        Erdölreserven und 69% der Erdgasreser-
nanzkrise im Spätsommer kühlten die           tumskurs kommt.                                  ven in der „strategischen Ellipse“, die
Weltwirtschaft ab, die Nachfrage sank und                                                      Saudi Arabien, Irak, Iran, Russland und
die Preise fielen in den Keller.              Das bedeutet für die Preise fossiler und         Kasachstan umfasst.
                                              mineralischer Rohstoffe: Sie werden im
Moderat steigende, aber im Vergleich          Jahr 2009 etwas steigen, sich dann einpen-       Solarenergie auf Wachstumskurs
zu den Vorjahren niedrige Rohstoff-           deln, im Vergleich zu den letzten Jahren         Mittel- bis langfristig wird die Nachfrage
preise im Jahr 2009                           aber niedrig bleiben; dies kann sich noch        nach Erdöl maßgeblich von einem neuen
Bei einem recht konstanten Angebot be-        bis ins Jahr 2010 fortsetzen. Wenn in die-       Akteur beeinflusst: Der Solarenergie. Mat-
stimmt vor allem die Nachfrage den Preis.     sen Jahren das Angebot nicht massiv er-          thias von Armansperg (Syntegra Solar Ltd.,
Und am Angebot wird sich nur wenig än-        höht wird – und aktuell spricht wenig            Offenbach) öffnete vielen Teilnehmern die
dern, da die aktuell niedrigen Rohstoff-      dafür, wird spätestens im Jahr 2011 die          Augen, als er den aktuellen weltweiten
preise sowie Liquiditätsengpässe bei der      nächste Preis-Rallye starten, die dann min-      Wachstumskurs der Solarenergie umfas-
Finanzierung den notwendigen Ausbau           destens das Niveau der letzten Steigerun-        send aufzeigte. Etliche Milliarden fließen
der Kapazitäten verzögern. Sobald die         gen annehmen wird.                               derzeit in den Aufbau neuer Solarkapazi-
Weltwirtschaft wieder anzieht, werden die                                                      täten, während gleichzeitig die Produk-
Rohstoffpreise innerhalb kurzer Zeit wie-     Der erste Rohstoff, der dann wirklich            tionskosten fallen. Experten aus der
der ihr Niveau vom Frühjahr 2008 errei-       knapp und vor allem teuer werden wird,           Solarindustrie schätzen, dass bereits im
chen und vermutlich sogar übertreffen.        ist nach Meinung von Hilmar Rempel von           Jahr 2015 Solarzellenkraftwerke in son-
Dies gilt vor allem auch für Erdöl. Wann      der Bundesanstalt für Geowissenschaften          nenreichen Gegenden Strom preiswerter

                                              Im Jahr 2002 begann bei fast allen fossilen und mineralischen Rohstoffen eine Preis-Rallye,
                                              die nach sechs Jahren erst im Sommer 2008 stoppte – seitdem stellt man einen rapiden
                                              Verfall der Preise fest. Bei Agrarrohstoffen begann die Preis-Rallye erst zwei Jahre später,
                                              endete aber ebenso im Jahr 2008. Quelle: nova-Institut

Weitere aktuelle Meldungen: www.nachwachsende-rohstoffe.info                                     Biowerkstoff-Report, 1. Quartal 2009        15
Rohstoffwende & Biowerkstoffe

erzeugen werden als Kohlekraftwerke. Zu-
nehmende Anteile von Solar- und Wind-
strom bei gleichzeitig aufkommenden
Elektrofahrzeugen machen Biokraftstoffe
immer unattraktiver. Von Armansperg
zeigte Kalkulationen, nach denen Solar-
strom für Elektroautos pro Fläche um den
Faktor 35 bis 425 mal effizienter ist als
Biokraftstoffe und Solarwärme 100 bis 275
mal effizienter als Brennholz.

Agrarrohstoffpreise mit hoher Dynamik
und Preissteigerungen in 2009
Auch Agrarrohstoffe haben seit 2004 bis
zum Frühsommer 2008 deutliche Preis-
steigerungen gezeigt, die allerdings im
Durchschnitt unter denen von fossilen und
mineralischen Rohstoffen lagen und damit
eigentlich moderat blieben. Inflationsbe-
reinigt lagen die Agrarpreise Anfang 2008
bei weitem noch nicht auf der Höhe der
Agrarpreise in den 1970er Jahren.                Nur scheinbar unbegrenzt verfügbar: Der Rohstoff Holz. Bild: Holzabsatzfonds

Hauptpreistreiber für die Agrarpreise war      zusätzliche Nachfrage bedeutete. Der Bio-      und Wirtschaft den Rohstoff Holz für noch
die Zunahme der Weltbevölkerung und die        energie-Boom, vor allem in den USA, war        nicht ausgereizt halten und Holz in gro-
Umstellung der Ernährungsgewohnheiten          laut Isermeyer eine wichtige Ursache des       ßem Maße für die BtL-Produktion und als
in den Schwellenländern hin zu Milch,          Agrarpreisanstiegs im Jahr 2007. Im Jahr       Rohstoff für Bioraffinerien verplanen,
Käse und vor allem Fleisch. Insbesondere       2008 nutzte die globale Agrarwirtschaft ihr    konnte Kibat zeigen, dass allein die von der
der steigende Fleischkonsum führte zu          Expansionspotenzial, so dass die Agrarpreise   EU anvisierte energetische Nutzung von
einer stark wachsenden Nachfrage nach          wieder sanken. Dieses Expansionspotenzial      Holz schon zu Engpässen bei der Versor-
Futtermitteln. Heute gehen bereits über        hat aber seine Grenzen: Der Anteil der Bio-    gung der Möbel-, Bau- und Papierindustrie
70% aller Agrarrohstoffe in diesen Bereich.    energie an der Energieversorgung kann von      führen werde. Kibat forderte ein Ende der
Biokraftstoffe spielen bei der Nachfrage       heute 10% auf maximal 20% steigen – falls      einseitigen Förderung der energetischen
bisher eine noch untergeordnete Rolle.         dies bei der boomenden Solarenergie über-      Nutzung von Holz und eine realistischere
Nach Carus sind Biokraftstoffe für nur etwa    haupt notwendig sein wird.                     Betrachtung der Potenziale.
5 bis 10% der Agrarpreissteigerungen ver-
antwortlich. Trotz weiter wachsender Bio-      Die wieder stark gesunkenen Agrarpreise        Stoffliche kontra energetische
kraftstoff-Produktion sind die Preise für      im Jahr 2008 machen aktuell gerade den         Nutzung
Agrarrohstoffe in 2008 wieder erheblich        Getreideanbau wenig attraktiv, so dass mit     Ganz bewusst lag der Schwerpunkt des
gefallen. Anders als bei fossilen Rohstoffen   einem Rückgang der Anbauflächen und            Kongresses auf der stofflichen Nutzung
kann im Agrarbereich das Angebot inner-        entsprechenden Preissteigerungen im Jahr       von Agrarrohstoffen und Holz, die welt-
halb eines Jahres – durch Produktivitäts-      2009 zu rechnen ist. Erschwerend hinzu         weit und auch in Deutschland eine sehr
steigerungen und Flächenausweitungen –         kommt die Finanzkrise, die notwendige In-      viel wichtigere Rolle spielt als die energe-
deutlich erhöht werden und damit preis-        vestitionen im Agrarbereich verzögert. Erst    tische Nutzung, aber dennoch oft über-
dämpfend wirken. Die Preissenkungen re-        wenn die Preise in 2009 wieder gestiegen       sehen wird.
sultieren daher nicht aus einem Einbruch       sind, werden neue Investitionen erwartet.
der Nachfrage, sondern aus einer Auswei-       Höhere Agrarpreise sind notwendig, um          So dienen laut nova-Institut weltweit etwa
tung des Angebots.                             mittel- und langfristig Versorgungssicher-     95 Mio. Hektar Agrarfläche der stofflichen
                                               heit garantieren zu können.                    Nutzung (wichtigster Rohstoff Baum-
Prof. Dr. Folkhard Isermeyer vom Johann                                                       wolle), während Biokraftstoffe auf ca. 25
Heinrich von Thünen-Institut (vTI),            Holz – der knappe Rohstoff                     Mio. Hektar Agrarfläche gewonnen wer-
Braunschweig, kam in seinen Analysen zu        Die Frage nach der Verfügbarkeit von Holz      den. Aufgrund einseitiger Förderpolitik zu-
ähnlichen Ergebnissen, konnte aber ein-        war eine der meist diskutierten Fragen auf     gunsten der energetischen Nutzung gerät
drucksvoll demonstrieren, dass die schnell     dem Kongress. Dr. Klaus-D. Kibat vom           die stoffliche Nutzung weltweit unter
expandierende Biokraftstoff-Produktion         Verband Deutscher Papierfabriken (Bonn)        Druck – obwohl sie zukünftig immer
doch einen größeren Einfluss auf die Preis-    zeigte die Grenzen der Mobilisierbarkeit       wichtiger werden wird. Im Gegensatz zur
steigerungen hatte, weil sie eine neue und     von Holz in Europa auf. Während Politik        Energie aus Biomasse, zu der es zahlreiche

16   Biowerkstoff-Report, 1. Quartal 2009
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