BN AKTUELL KREISGRUPPE FÜRSTENFELDBRUCK - 50 Jahre BUND Naturschutz Kreisgruppe Fürstenfeldbruck - BUND Naturschutz in Bayern eV

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BN AKTUELL KREISGRUPPE FÜRSTENFELDBRUCK - 50 Jahre BUND Naturschutz Kreisgruppe Fürstenfeldbruck - BUND Naturschutz in Bayern eV
Mitgliedermagazin 2020 – Jubiläumsausgabe

BN AKTUELL
KREISGRUPPE FÜRSTENFELDBRUCK

                                                                                       Stengelloser Enzian (Gentiana clusii); Foto: Herta Marke

50 Jahre BUND Naturschutz Kreisgruppe Fürstenfeldbruck
                      1970-2020

                                                 www.fuerstenfeldbruck.bund-naturschutz.de
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EINLADUNG & FESTTAGSPROGRAMM

             Unsere BUND Naturschutz-Kreisgruppe
                 Fürstenfeldbruck feiert 2020
                    ihr 50-jähriges Bestehen
      Aus diesem Anlass laden wir Sie herzlich zu einem BUND Naturschutz-Festtag ein:

     Samstag, 4.Juli 2020, 14:00 Uhr
     KOM (Kulturwerkstatt Olching am Mühlbach) Hauptstraße 68, 82140 Olching

     Programm:
     14:00 Uhr: 4 parallele naturkundliche Führungen in den Amperauen
                  •   Wald (Hans-Jürgen Gulder, Förster)
                  •   Libellen (Sebastian Böhm, Gebietsbetreuer Ampertal)
                  •   Heuschrecken (Dr. Oliver Hawlitschek, Biologe)
                  •   Käfer (David Hauth, Käfer-Spezialist)

     16:30 Uhr: Kaffeepause

     18:00 Uhr: Festakt
     		• Begrüßung (Eugenie Scherb, Kreisvorsitzende Fürstenfeldbruck)
     		• Grußwort (Richard Mergner, Vorsitzender, BUND Naturschutz in Bayern e.V.)
     		 • Festrede (Prof. Dr. Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender des BUND Naturschutz
                   in Bayern e.V. und BUND e.V.)

     19:30 Uhr: Abendessen und gemütliches Beisammensein
     		• Das Ensemble Trio tonART begleitet den Festakt und den ganzen Abend.

                  Bitte melden Sie sich vorher an,
                  Sie erleichtern uns damit die Planung!

                  Unsere Kreisgeschäftsstelle ist geöffnet am:
                  Di & Do von 9 bis 12 Uhr
                  (Bitte beachten Sie wegen Corona aktuelle Informationen auf unserer Webseite)

                  Telefon: 08141/ 6967; Mail: fuerstenfeldbruck@bund-naturschutz.de

2 •••                                                                     BN-Magazin der Kreisgruppe FFB
     2 •••                                                                BN-Magazin der Kreisgruppe FFB
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EDITORIAL

                                       Landkreis ein. Dank Eures Einsat-
                                       zes wird der BUND Naturschutz
                                                                                     Inhalt
                                       ernst genommen und gehört. Na-
                                                                                     EINLADUNG & FESTTAGSPROGRAMM . . 2
                                       türlich wünschen wir uns noch
                                       mehr Umsetzungen unserer For-                 EDITORIAL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
                                       derungen. Daraus folgt nur eins:              • Vorwort • Inhalt • Impressum
                                       Es braucht unseren Einsatz auch
                                       in Zukunft!                                   KREISGRUPPE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4-7
                                       Unsere Geschäftsstelle ist ein
                                                                                     NATURSCHUTZFLÄCHEN . . . . . . . . . . . 8/13
                                       Herzstück unserer Arbeit. Ohne
                                       die Unterstützung von Petra Kot-              WALD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14/15
                                       schi und Barbara Sandmeir wäre
                                       die Organisation unserer mitt-                LANDWIRTSCHAFT . . . . . . . . . . . . . . 16/17
                                       lerweile großen Kreisgruppe gar

L
                                                                                     VERKEHR . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18/19
    iebe BN-Mitglieder                 nicht denkbar, vielen Dank für Eu-
    und Freunde der Natur im           ren Einsatz.                                  ENERGIE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20/21
    Landkreis Fürstenfeldbruck         Nicht zuletzt gilt mein Dank Ihnen,
                                       liebe Mitglieder und Unterstützer             GENTECHNIK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22-23
Das Jahr 2020 ist für die Kreis-       des BUND Naturschutz im Land-
                                                                                     MÜLL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24-27
gruppe Fürstenfeldbruck ein ganz       kreis Fürstenfeldbruck. Sie finan-
besonderes Jahr – wir können           zieren unsere Arbeit, ein wichti-             UMWELTBILDUNG . . . . . . . . . . . . . . . 28-33
dieses Jahr unser 50-jähriges Be-      ges Element, auf das wir dringend
stehen feiern. Das ist eine lange      angewiesen sind. Sie geben uns                ORTSGRUPPENBERICHTE . . . . . . . . . 34-55
                                                                                     • Althegnenberg . . . . . . . . . . . . . . . . 34/35
Zeit, in der viel geschehen ist. Mit   das Gefühl, dass wir mit unseren
                                                                                     • Eichenau & Alling . . . . . . . . . . . . . 36/37
dem vorliegenden Heft wollen wir       Anliegen nicht alleinstehen. Ihre             • Fürstenfeldbruck & Emmering . . . 38/39
Ihnen einen Eindruck über diese        Rückmeldungen sind uns wichtig.               • Germering . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .40/41
Geschehnisse vermitteln. Wir bli-      Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim              • Grafrath, Schöngeising & Kottgeisering 42/43
cken einerseits auf die letzten 50     Lesen dieses Heftes und hoffe,                • Gröbenzell . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44/45
                                                                                     • Maisach . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46/47
Jahre zurück, wollen aber gleich-      dass jede und jeder für sich An-
                                                                                     • Mammendorf . . . . . . . . . . . . . . . . .48/49
zeitig auch die anstehenden Auf-       regungen findet und den ein oder              • Olching . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .50/51
gaben darstellen und Ihnen so          anderen Ansatz bei uns aktiv mit-             • Puchheim . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .52/53
zeigen, wie wichtig es ist an un-      zuarbeiten.                                   • Türkenfeld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54/55
seren Aufgaben weiterzuarbeiten.                      Ihre Eugenie Scherb
                                                                                     Aus unserem BN-Leben (Fotocollage). . .56/57
An dieser Stelle bedanke ich mich
herzlich bei dem großen Autoren-       Impressum                                     TERMINE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58/59
Team dieses Heftes, das diese          Herausgeber & Redaktionsan-
Jubiläumsausgabe möglich ge-           schrift von „BN Aktuell“:
macht hat. Ebenso gilt mein Dank       Bund Naturschutz
all denjenigen, die dieses Heft zu     Kreisgruppe Fürstenfeldbruck
Ihnen/Euch nach Hause gebracht         Am Brunnenhof 14
haben. Wegen der enorm gestie-         82256 Fürstenfeldbruck
genen Postgebühren haben wir           Telefon: 08141/6967
uns entschlossen diese Arbeit          Mail: fuerstenfeldbruck@bund-naturschutz.de
des Verteilens selbst zu erledigen.    www.fuerstenfeldbruck.bund-naturschutz.de
Ein ganz großer Dank geht an die       Redaktion: Eugenie Scherb
vielen Aktiven in den Ortsgruppen      Satz/Gestaltung: Petra Kotschi
und der Kreisgruppe. Unermüd-          Redaktionsschluss: 15.02.2021
lich setzt Ihr Euch ehrenamtlich       Fotos: laut Bildunterschrift
für die Anliegen des Natur- und        oder BN-Archiv
Umweltschutzes in unserem              Druck: Senser Druck, Augsburg

BN-Magazin der Kreisgruppe FFB                                                                                                       ••• 3
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KREISGRUPPE

Die Kreisgruppe Fürstenfeldbruck
Der BUND Naturschutz Landes-      In den großen Städten in Bayern,      Landesbeauftragte, Helmut Stei-
verband wurde bereits 1913        vor allem in München, gab es früh     ninger und Dr. Paul-Eckard Salz-
als landesweiter Verein in Bay-   örtliche Organisationen, die den      mann, zu dieser Zeit Schriftführer
ern gegründet.                    Verein von der Basis aus gestützt     im Landesvorstand, beschlossen
Wir haben 2013 zum 100-jäh-       haben. Ansonsten gab es aber          zusammen mit dem damaligen
rigen Bestehen ein großes Fest    lange Jahre keine Kreisgruppen.       Landesvorstand, mehr Kreisgrup-
im Landkreis gefeiert.            Nach dem zweiten Weltkrieg            pen zu gründen. Ziel war es, die
                                  entwickelte sich die Industrie        Arbeit vor Ort effektiver gestalten
                                  in Deutschland und damit auch         zu können und näher am örtli-
                                  die große Umwelt- und Naturzer-       chen Geschehen zu sein.
                                  störung. Gleichzeitig wuchs das       So kam es, dass Dr. Salzmann am
                                  Bewusstsein, dass es notwendig        17.6.1970 in seinem Wohnsitz-
                                  wird, sich um unsere Lebens-          Landkreis die Kreisgruppe Fürs-
                                  grundlagen als Bürger*innen zu        tenfeldbruck gründete. Der BUND
                                  kümmern. Ende der 1960er Jah-         Naturschutz hatte zu diesem Zeit-
                                  re wuchs die Mitgliederzahl im        punkt 269 Mitglieder im Land-
                                  BUND Naturschutz. Der damalige        kreis Fürstenfeldbruck.

                                  Unter seiner Leitung wurde die ge-    beit mit der Unteren Naturschutz-
                                  samte Organisation unserer Kreis-     behörde dieses Projekt zum Er-
                                  gruppe aufgebaut. Nach und nach       folg führen.
                                  wurden unsere 11 Ortsgruppen
                                  gegründet. Nach etlichen Jahren       Auch das Haspelmoor und die
                                  wurde klar, dass die Kreisgruppe      Amperauen hat Dr. Salzmann bis
                                  eine Geschäftsstelle braucht und      zur Unterschutzstellung und dar-
                                  so wurde die spartanische Ge-         über hinaus betreut. Er hat in all
                                  schäftsstelle in der Dachauerstr.     den Jahren die Pflanzen im Land-
                                  und später am Stockmeierweg           kreis kartiert.
                                  (auch nicht viel luxeriöser) einge-
                                  richtet.                              Nachlesen können Sie die Natur-
                                                                        entwicklung im Buch „Der Land-
                                  Unter seiner Leitung hat sich der     kreis Fürstenfeldbruck“. Dort hat
                                  Mitgliederstand fast verachtfacht-    Dr. Salzmann die Natur und Geo-
                                  eine Steigerung, die nicht mehr       logie des Landkreises umfassend
                                  so leicht zu erreichen sein wird.     beschrieben.
                                  Als Biologe wusste Dr. Salzmann,
                                  wie wichtig die Ausweisung von        Unsere Hoffnung war, mit Dr. Salz-
                                  Schutzgebieten ist. Sein größtes      mann dieses Jahr unser Jubiläum
                                  Bemühen galt dem Ampermoos.           feiern zu können. Leider ist er im
                                  Es gelang ihm mit wissenschaft-       Herbst letzten Jahres im Alter von
                                  licher Unterstützung die Schutz-      98 Jahren verstorben. Als BUND
1970 -1989                        würdigkeit des Ampermooses            Naturschutz danken wir ihm für
Dr. Paul-Eckard Salzmann,         nachzuweisen und schließlich          seine großen Einsatz und seine
Vorsitzender der Kreisgruppe      konnte er in enger Zusammenar-        Weitsicht bei all seinen Projekten.

4 •••                                                                    BN-Magazin der Kreisgruppe FFB
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KREISGRUPPE

feiert ihr 50jähriges Bestehen . . .

                                                                                                              Foto:
                                                                                                              rechts im Bild
                                                                                                              Dorothea
                                                                                                              Hickethier;
                                                                                                              Pressefoto

1989 -1993 Dorothea Hickethier, Vorsitzende der Kreisgruppe

Unter der Leitung von Dorothea        für die Verbesserung unserer        damit wertvolle 30 Jahre Zeit ge-
Hickethier wurde das Aufgaben-        Bäche und Flüsse ein. Sie unter-    wonnen werden.
gebiet des BUND Naturschutz im        stützte die Ortsgruppe Eichenau
Landkreis entscheidend erwei-         bei dem ersten großen Hochwas-      Ein wichtiges Ziel in diesen Jah-
tert.                                 serschutzkonzept im Landkreis,      ren war, auch die chemische
                                      der sogenannten Hochwasser-         Belastung im Landkreis Fürsten-
Dorothea Hickethier verfolgte die     freilegung am Schwarzen Graben.     feldbruck zu reduzieren. Ganz
großen Naturschutzprojekte wei-       Im Heft zum 25-jährigen Jubiläum    gegenwärtig sind mir heute noch
ter. So musste die Wiedervernäs-      steht noch, dass die Zukunft zei-   die vielen Sitzungen zur Alumi-
sung des Ampermooses erkämpft         gen muss, ob sich die Projekte      niumschmelze in Emmering, die
werden. In vielen Stellungnahmen      bewähren. Heute wissen wir, dass    vielen Bürgern große Sorgen be-
hat sich der BUND Naturschutz in      das Konzept bei mehreren großen     reitete. Das Aluminiumwerk ist
dieser Zeit für die neu definierten   Hochwassersituationen      seine    mittlerweile stillgelegt. Ob sich
Naturschutzflächen und deren          Wirksamkeit gezeigt hat.            die Bodenbelastung seither voll-
fachgerechte Renaturierung ein-                                           ständig reduziert hat, ist leider
gesetzt.                              Die Betrachtung der Verkehrspla-    nicht gewiss.
                                      nung wurde in der Kreisgruppe
Neu hinzu kam das Bewusstsein,        zusehends wichtiger. So konnten     Wir sind Dorothea Hickethier
dass die Natur nur zu schützen        damals noch große Umgehungs-        sehr dankbar. Sie hat die
ist, wenn auch die Umweltschä-        straßenprojekte wie z.B. die B2-    Kreisgruppe auf den Kurs
den zurückgehen.                      Umgehung bei Hattenhofen und        gebracht, den wir auch
Dorothea Hickethier setzte sich       Althegnenberg verhindert und        heute noch verfolgen.

BN-Magazin der Kreisgruppe FFB                                                                      ••• 5
BN AKTUELL KREISGRUPPE FÜRSTENFELDBRUCK - 50 Jahre BUND Naturschutz Kreisgruppe Fürstenfeldbruck - BUND Naturschutz in Bayern eV
KREISGRUPPE

                                                                     Geschäftsstelle unsere heutige        sere wenigen Wälder langsam zu-
                                                                     Bleibe im Brunnenhof in Fürsten-      kunftssicherer umzugestalten.
                                                                     feldbruck, die zwar klein, aber für   Christa Spangenberg hat für die
                                                                     uns praktisch und funktional und      Kreisgruppe wichtige Entschei-
                                                                     von den Kosten her gut zu tragen      dungen beim Grundstückskauf
                                                                     ist. Sie organisierte die Arbeit in   getroffen. Die Kreisgruppe Fürs-
                                                                     der Kreisgruppe neu und sorgte        tenfeldbruck besitzt und/oder
                                                                     für ein gutes Ablagesystem. Wir       pflegt mittlerweile nahezu 20 ha
                                                                     bekamen dauerhaft eine kleine         Fläche im Landkreis. Wir konn-
                                                                     Bürostelle zur Unterstützung der      ten unser Juwel, das Quellstau-
                                                                     Vereinsarbeit.                        moor Hohenzell erwerben und
                                                                                                           zu einem wunderschönen Biotop
                                                                     Landesweite politische Anforde-       entwickeln. Dabei war es Christa
                                                                     rungen nahm Christa Spangen-          Spangenberg immer wichtig, die
                                                                     berg an und setzte sich dafür ein,    Hilfe der ansässigen Landwirte zu
                                                                     dass die Naturschutzaspekte im        bekommen und ihr ist es gelun-
                                                                     Landkreis gesehen wurden.             gen, dass uns bis heute Herr Drexl
                                                                                                           sen. und jun. und Herr Wohlmuth
                                                                     Sie kümmerte sich um die Trink-       bei unserer Arbeit vor Ort helfen.
                                                                     wassersituation im Landkreis. In
                                                                     unzähligen Stellungnahmen hat         Ein wichtiges Anliegen war Chris-
                                                                     sich der BN für die Ausweisung        ta Spangenberg die Umweltbil-
                                                                     von Wasserschutzgebieten ein-         dung. Unter ihrer Leitung ist es vor
                                                                     gesetzt, von denen wir heute alle     allem Brigitte Thema gelungen,
                                                                     profitieren.                          die Naturpädagogik im Landkreis
                                                                                                           zu professionalisieren und in
                                                                     Allein drei große Volksbegeh-         den Grundschulen zu verankern.
                                                                     ren hat Christa Spangenberg für       Daneben wurde durch Vorträge,
                                                                     den BN im Landkreis mitorgani-        Diskussionen und Führungen
                                                                     siert: Das Bessere Müllkonzept,       die Erwachsenenbildung nicht
                                                                     das Waldvolksbegehren und das         vernachlässigt. Nicht zuletzt hat
                                                                     Volksbegehren Gentechnik-freies       sie die Zertifizierung „Umweltbil-
                                                                     Bayern. Da diese Volksbegehren        dung.Bayern“, ein Qualitätssiegel
                                                                     landesweit nicht gewonnen wer-        des Umweltministeriums, für die
                                                                     den konnten, hat Christa Span-        Kreisgruppe beantragt und erhal-
                                                                     genberg in mühevoller Basisarbeit     ten.
                                                                     dafür gesorgt, dass die wesentli-
   1993 -2013. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   chen Inhalte der Volksbegehren        Die Öffentlichkeitsarbeit wurde
                                                                     wenigstens im Landkreis FFB Re-       verstärkt. Seit 25 Jahren gibt es
                       Christa Spangenberg,                          alität wurden. Zusammen mit der       jetzt BN Aktuell, unsere Mitglie-
                       Vorsitzende der Kreisgruppe                   Landrätin Rosemarie Grützner ist      derzeitung, die Sie jedes Jahr
                                                                     es z.B. gelungen, für den Land-       über unser Tun informiert. Auch
                                                                     kreis ein damals sehr fortschritt-    der Weg ins Internet wurde unter
                                                                     liches Müllkonzept umzusetzen.        ihrer Leitung begonnen.
                       Christa Spangenberg übernahm                  Die Gentechnik-Versuche im
Christa Spangenberg;   alle bisher verfolgten Projekte               Landkreis wurden eingestellt.         Es ist nicht möglich, alles zu nen-
Foto: Ariane Zuber     und stellte sich und uns weitere                                                    nen, was Christa Spangenberg
                       große Aufgaben.                               Beim Umbau der Staatswälder           geleistet hat. Wir sind ihr zu gro-
                                                                     ist es dank Berücksichtigung von      ßem Dank verpflichtet. Natürlich
                       Unter ihrer Leitung wuchs die                 Klima- und Naturschutzaspekten        freut uns, dass ihr Tun mit der
                       Kreisgruppe zu der Größe, die                 und der engen Zusammenarbeit          Verleihung der Bayerischen Na-
                       wir heute haben. Sie fand für die             mit dem Forstamt gelungen, un-        turschutzmedaille vom Landes-

                       6•••                                                                                 BN-Magazin der Kreisgruppe FFB
BN AKTUELL KREISGRUPPE FÜRSTENFELDBRUCK - 50 Jahre BUND Naturschutz Kreisgruppe Fürstenfeldbruck - BUND Naturschutz in Bayern eV
KREISGRUPPE

verband gewürdigt wurde.
Seit 2013
Eugenie Scherb,
Vorsitzende der Kreisgruppe

Die Kreisgruppe Fürstenfeldbruck
hat dank mehrerer professionel-
ler Mitgliederwerbeaktionen mitt-
lerweile 4.058 Mitglieder und ca.
600 Förder*innen.

Wir haben alle Projekte aus der
Vergangenheit übernommen und
führen sie weiter.

Wir setzen einige neue Schwer-
punkte:
Weitere Professionalisierung der
Geschäftsstelle: Seit Juli 2019
verstärkt Barbara Sandmeir un-
sere Geschäftsstelle. Wir haben
unsere Büroorganisation weiter
ausgebaut und auf den neuesten
technischen Stand gebracht.

In den letzten Jahren haben wir      In den letzten Jahren ist der Ein-   Dank der finanziellen und organi-   Beim Kreisgrup-
uns in einigen Großprojekten         satz für den Artenschutz verstärkt   satorischen Unterstützung unse-     penausflug;
engagiert und vielleicht dazu        worden. Natürlich bleiben unsere     rer Nachbar-Kreisgruppe Dachau      Foto:
beitragen können, dass die Um-       Bemühungen um die Amphibien          konnten wir ein großes Biodiver-    Annette Kotzur
weltzerstörung nicht ungehindert     im Frühjahr immer unsere ersten      sitätsprojekt im Fußbergmoos be-
weitergeht: Beim Flughafengelän-     Einsätze in jedem Jahr. Das Leben    ginnen, das uns in den nächsten
de Fürstenfeldbruck wurde uns        aller Wildtiere und da besonders     Jahren begleiten wird.
der Erhalt der FFH-Flächen von der   das Überleben des Bibers ist eine
Politik zugesagt. Die Süd-West-      Aufgabe, der wir uns immer wie-      Aus unserer langjährigen Arbeit
umgehung Olching wurde noch          der stellen.                         ist eine Erkenntnis sehr wichtig:
nicht gebaut und wir haben neue                                           Natur- und Umweltschutz braucht
Einspruchsmöglichkeiten. In eini-    Durch die fachliche Weiterbildung    einen langen Atem und wir trai-
gen großen Bauvorhaben wurden        vor Ort versuchen wir unsere Ar-     nieren schon lange dafür und
unsere Einwendungen teilweise        tenkenntnis zu erhalten und wei-     sind daher auch für die Zukunft
berücksichtigt.                      ter auszubauen. Hier ist eine sehr   gewappnet. Über den Natur-
                                     fruchtbare Zusammenarbeit mit        schutz werden wir dem dringend
Wir engagieren uns im Hochwas-       der Zoologischen Staatssamm-         erforderlichen Klimaschutz ge-
serschutz und hoffen auf diesem      lung München entstanden, über        recht. Beides muss Hand in Hand
Weg neue Schutzgebiete im Land-      die wir uns sehr freuen (Artenken-   gehen.
kreis zu bekommen.                   ner-Reihe seit 2016). Daher war
                                     uns der intensive Einsatz beim       Natürlich brauchen wir die Hilfe
Die Bildungsarbeit im Landkreis      Volksbegehren „Rettet die Bie-       aller Aktiven und Naturinteres-
konnten wir ausbauen. Mittler-       nen“ 2019 so wichtig und wir sind    sierten. Die Vernetzung im Verein
weile arbeiten sechs Umwelt- und     stolz auf den Erfolg.                und mit vielen Organisationen im
Naturpädagoginnen für den BN in                                           Landkreis macht unsere Arbeit vor
den Kindergärten und Grundschu-      Der Landschaftsschutz ist und        Ort erst möglich.
len.                                 bleibt uns ein wichtiges Anliegen.                     Eugenie Scherb

BN-Magazin der Kreisgruppe FFB                                                                      ••• 7
BN AKTUELL KREISGRUPPE FÜRSTENFELDBRUCK - 50 Jahre BUND Naturschutz Kreisgruppe Fürstenfeldbruck - BUND Naturschutz in Bayern eV
NATURSCHUTZFLÄCHEN

              Naturschutzflächen und Artenschutz
                 im Landkreis Fürstenfeldbruck
              Unser Landkreis wurde durch           Naturschutzgebiete auszuweisen.        Wir sind ein kleiner Landkreis,
              die Gletscher der letzten Eiszeit     Der Gründer der Kreisgruppe            der dicht besiedelt ist. Nur 2%
              geprägt. Im Verlauf von 10 000        Fürstenfeldbruck, Dr. Paul-Eckard      der Landkreisfläche stehen unter
              Jahren verlandeten die Seen, die      Salzmann, erkannte diese Chan-         Naturschutz, bundesweit sind es
              sich nach dem Schmelzen der           ce sofort und beantragte dement-       6 % der Gesamtfläche im Durch-
              Gletscher gebildet hatten und es      sprechend die Ausweisung ver-          schnitt. Klima- und globale Natur-
              entstanden große Moorflächen,         schiedener Naturschutzgebiete in       schützer fordern, dass 50 % der
              in der Regel Wald frei. Nur auf den   Abstimmung mit den Behörden.           Erde unter Naturschutz gestellt
              Hügeln der Endmoränen konnten         Bei der Festlegung aller Natur-        werden. Wir sollten also auch bei
              sich Waldflächen entwickeln. Be-      schutzflächen im Landkreis war         uns im Landkreis nicht nachlas-
              sonders abwechslungsreich ist         der BUND Naturschutz maßgeb-           sen und weitere Ausweisungen
              die südliche Hälfte unseres Land-     lich beteiligt, insbesondere Dr.       von Naturschutzgebieten fordern.
              kreises. Ausführlich beschrieben      Paul-Eckard Salzmann und Chris-        Was zeichnet eine Naturschutzflä-
              ist die Geologie sowie die Natur-     ta Spangenberg sind hier zu nen-       che aus:
              entwicklung der Tier- und Pflan-      nen.                                     • Ausreichende Größe
              zenwelt unseres Landkreises in        Alle Naturschutzflächen im Land-         • Eingriff durch den Menschen
              dem Buch „Der Landkreis Fürs-         kreis Fürstenfeldbruck wurden            nicht erforderlich
              tenfeldbruck – Natur, Geschichte      also erst vor längstens 38 Jahren        • Pflege nur, um die Ausgangs-
              und Kultur“, das 1990 erschie-        definiert und gesichert, sie sind        situation der Entwicklung zu
              nen ist und das jede Bücherei im      noch jung. Die weniger geschütz-         verbessern und Menschen ver-
              Landkreis besitzen dürfte.            ten    Landschaftsschutzgebiete          ursachte Schäden schnell zu
              Das Bundes-Naturschutzgesetz          sind im Schnitt 10 Jahre älter.          beheben.
              und die entsprechenden gesetzli-      Im Augenblick sind keine Verfah-       Im Folgenden stellen wir Ihnen
              chen Regelungen in Bayern schu-       ren anhängig, aber wir haben Ide-      die wichtigsten Naturschutzflä-
              fen ab 1976 die Voraussetzungen,      en.                                    chen im LKS Fürstenfeldbruck vor.

              Ampermoos . . . .                     ist. Das Seebecken wurde durch
                                                    die Eismassen und die Schmelz-
                                                                                           Seit 1930: biologische und ins-
                                                                                           besondere ornithologische Be-
                                                    wässer des Ammerseegletschers          obachtungen des Ampermooses
                                                    gebildet. Besiedlung, landwirt-        (Reisinger, Laubmann, Dießel-
                                                    schaftliche Nutzung, Wege- und         horst, von Frisch)
                                                    Straßenbau und besonders der           1968: Diplomarbeit zur Land-
                                                    Wasserbau an der Amper haben           schaftsplanung von Meier fordert
                                                    dazu geführt, dass das Moos            die Unterschutzstellung des Am-
                                                    zunehmend ausgetrocknet und            permooses
                                                    seinen Charakter als Feuchtge-         1975: Der Bund Naturschutz be-
                                                    biet verloren hat. Sehr früh hat Dr.   antragt unter dem Kreisvorsitzen-
                                                    Salzmann (unser damaliger Kreis-       den Dr. Paul-Eckard Salzmann die
                                                    vorsitzender) erkannt, dass das        Ausweisung eines Naturschutzge-
                                                    Ampermoos unter Schutz gestellt        bietes Ampermoos einschließlich
Ampermoos;    Das Ampermoos ist ein Nieder-         werden muss.                           der Ausweisung des Umlandes
Fotos:        moor, das in der letzten Eiszeit      Hier der zeitliche Ablauf der Unter-   als Landschaftsschutzgebiet
Herta Marke   vor 10 000 bis 15 000 Jahren          schutzstellung, der anschaulich        1975: Die Ramsar-Konvention
              als Verlandungsteil des histori-      verdeutlicht, welch langen Atem        zum Schutz und Erhalt von Feucht-
              schen Ammersees entstanden            man im Naturschutz braucht:            gebieten tritt in Kraft.

              8 •••                                                                         BN-Magazin der Kreisgruppe FFB
BN AKTUELL KREISGRUPPE FÜRSTENFELDBRUCK - 50 Jahre BUND Naturschutz Kreisgruppe Fürstenfeldbruck - BUND Naturschutz in Bayern eV
NATURSCHUTZFLÄCHEN

1976: tritt Deutschland diesem        2001: Beginn des Planfeststel-       so kann das Moor seine Funktion
internationalen Abkommen bei          lungsverfahrens zum Bau der          im Klimaschutz voll entfalten und
und weist 33 Feuchtgebiete, da-       Sohlschwelle in der Amper bei        für einen besseren Hochwasser-
runter auch Gebiete um den Am-        Grafrath                             schutz sorgen. Aber ein Anfang ist
mersee und das Ampermoos als          2006:         Planfeststellungsbe-   gemacht und die ersten Erfolge
Ramsar-Gebiete aus                    schluss zur Wiedervernässung         zeigen sich schon.
1975-1982: Gutachten, Beobach-        am 03.01.2006                        Der große Brachvogel ist zurück-
tungen, Diplomarbeiten und wis-       2009: Die Klagen einiger Anlie-      gekehrt. Dank der unermüdlichen
senschaftliche     Veröffentlichun-   ger gegen den Beschluss und die      Arbeit von ehrenamtlichen Hel-
gen und politische Diskussionen       Wiedervernässung müssen noch         fern und dem Gebietsbetreuer
5.8.1982: Das Ampermoos wird          entschieden werden.                  für das Ampermoos gelingt mitt-
Naturschutzgebiet                     2009-2013: Bau der rauen Sohl-       lerweile der Gelegeschutz und
1986/87: Erstellung eines Land-       rampe                                die Brachvögel konnten schon
schaftspflegeplans;     wichtigste    2013: feierliche Einweihung die-     mehrfach Junge großziehen. Auch
Maßnahme zur Wiederherstel-           ser Amper-Anstauung, über die        für andere Wiesenbrüter wie die
lung des Mooses ist die Wieder-       sich Dr. Paul-Eckard Salzmann,       Bekassine ist dieser Lebens-
vernässung. Eine Sohlschwelle in      damals 92 Jahre alt, sehr gefreut    raum sehr wichtig. Die Fläche
der Amper bei Grafrath soll dieses    hat.                                 des Ampermooses ist so groß,
Ziel verwirklichen helfen             Das Moos wird seither um den         dass Insekten sich ausreichend
1996: Gründung der Schutzalli-        40 cm höheren Wasserstand der        entwickeln können. Diese Insek-
anz für das Moos und die Amper        Amper angestaut. Diese Anstau-       ten sichern das Überleben der
zur Realisierung der Wiederver-       ung ist noch nicht ausreichend.      Vögel. Die Pflanzen erholen sich
nässung; Mitglieder in dieser Alli-   Langfristig muss die Amper um        auch wieder. Hier sind vor allem
anz sind die Umweltverbände aus       weitere 40 cm angestaut werden,      Mehlprimel und Enzian zu nen-
Starnberg, Landsberg, Fürsten-        damit sich das Moos wieder voll-     nen, aber auch die für Moose ty-
feldbruck und engagierte Bürger       ständig regenerieren kann. Nur       pischen Gräser und Seggen.

Haspelmoor . . . .                    regenerieren. In vielen Führungen
                                      konnten die Landkreisbürger das
                                                                            des Haspelmoores ist das Buch
                                                                           „Das Haspelmoor - Geschichte(n)
                                                                                                                Haspelmoor;
                                                                                                                Foto:
Das Haspelmoor ist ein besonde-       Kleinod kennenlernen.                 einer Landschaft und ihrer Be-      Herta Marke
res Juwel. Es ist ein Nieder- und     Sehr wichtig für das Verständnis      wohner“ von Toni Drexler.
teilweise sogar ein Hochmoor.
Obwohl es jahrelang zum Torf-
abbau verwendet wurde, hat man
erkannt, dass dieser einzigartige
Lebensraum unbedingt geschützt
werden muss. In der Planungs-
phase der Unterschutzstellung
war Dr. Paul-Eckard Salzmann in-
tensiv damit beschäftigt, Pflanzen
und Tiere zu kartieren und so den
wertvollen Lebensraum zu doku-
mentieren und nachzuweisen. In
enger Zusammenarbeit mit dem
Forstamt und der Unteren Natur-
schutzbehörde konnte 1985 das
Haspelmoor mit einer Fläche von
159 ha unter Naturschutz gestellt
werden. Auch hier konnte sich die
Tier- und Pflanzenwelt seither gut

BN-Magazin der Kreisgruppe FFB                                                                       ••• 9
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                                                                                                           Die BUND Naturschutz-Kreisgrup-
                                                                                                           pe Dachau betreut ein schönes
                                                                                                           Moosprojekt im Palsweiser Moos,
                                                                                                           das sich direkt an das Fußberg-
                                                                                                           moos anschließt. Die KG Dachau
                                                                                                           hat uns angeboten, ihr Biodiversi-
                                                                                                           tätsprojekt auch auf das Fußberg-
                                                                                                           moos zu erweitern und wir haben
                                                                                                           dankbar angenommen.
                                                                                                           Unser gemeinsames Ziel ist es,
                                                                                                           die bestehende Artenvielfalt im
                                                                                                           Fußbergmoos zu erhalten, die
                                                                                                           Lebensräume der Leitarten wie-
                                                                                                           der herzustellen, die Streuwiesen
                                                                                                           durch eine schonende Mahd zu
                                                                                                           pflegen und auch Grundstücke
                                                                                                           zu erwerben, um den Zustand der
                                                                                                           Flächen dauerhaft sichern zu kön-
                                                                                                           nen. Dieses Projekt wird in enger
                                                                                                           Zusammenarbeit mit den Unteren
Fußbergmoos;           Fußbergmoos . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                   und Oberen Naturschutzbehör-
Foto:                                                                                                      den beider Landkreise durchge-
Rudolf Ende            Das Fußbergmoos ist bis jetzt                    genutzt. Seit vielen Jahren hält   führt.
                       Landschaftsschutzgebiet. Über                    der Landesbund für Vogelschutz     Auch hier leisten wir eine wichtige
                       viele Jahrzehnte wurde auch hier                 im Fußbergmoos die Heckrinder      Arbeit für den Klimaschutz.
                       Torf abgebaut. Die Ränder des Ge-                und pflegt dort eine Reihe von     Ein wunderschöner Flyer zeigt
                       bietes werden landwirtschaftlich                 Grundstücken.                      dieses Projekt im Detail.

Naturdenkmal „Quellstaumoor bei Hohenzell“; Fotos:                      Hohenzell . . . . . .              In Hohenzell konnte die Kreis-
Schwalbenwurz-Enzian (Helmut Nachtigell) und Heil-Ziest (Herta Marke)                                      gruppe unter Leitung von Christa
                                                                                                           Spangenberg das Quellstaumoor
                                                                                                           erwerben. Es ist eine kleine Na-
                                                                                                           turschutzfläche, ein sogenanntes
                                                                                                           Naturdenkmal. In diesem Gebiet
                                                                                                           entspringt die Maisach und die
                                                                                                           Fläche des Quellstaumoores wird
                                                                                                           ausreichend mit Grundwasser ver-
                                                                                                           sorgt. Durch mehrjährige Pflege
                                                                                                           ist es gelungen die Artenvielfalt in
                                                                                                           dieser Fläche zu stützen und wie-
                                                                                                           der zur vollen Entfaltung zu brin-
                                                                                                           gen. Schwarzes und Rostbraunes
                                                                                                           Kopfried, Enzian, Duftlauch, Pfei-
                                                                                                           fengras und Mückenhändelwurz
                                                                                                           sind Beispiele für die Vielfalt der
                                                                                                           Pflanzenwelt. Amphibien finden
                                                                                                           in dieser Wiese ideale Bedingun-
                                                                                                           gen und die Insekten stehen für
                                                                                                           ein gesundes Biosystem.

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                                                                                                            BN-Magazin derKreisgruppe
                                                                                                                           KreisgruppeFFB
                                                                                                                                       FFB
NATURSCHUTZFLÄCHEN

Allinger Moos . . .
Wie schon erwähnt, wollen wir
mehr Landschaft im Landkreis
unter Naturschutz stellen. Das
Allinger Moos ist so ein Wunsch-
projekt, an dem wir in den nächs-
ten Jahren arbeiten könnten. Das
Allinger Moos erfüllt alle Be-
dingungen für einen sinnvollen
Hochwasserschutz. Wenn dieses
Moos renaturiert werden könnte,
könnte die Wasserrückhalte-Ka-
pazität der Fläche entscheidend
verbessert werden. Gleichzeitig
könnte auch hier damit ein großer
Beitrag zum Klimaschutz in unse-
rem Landkreis geleistet werden.
Vielleicht gelingt es uns diesen
Traum zu erfüllen.                    Allinger Moos; Foto: Eugenie Scherb

                                                                                                     Amperauen;

Amperauen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
                                                                                                     Foto:
                                                                                                     Rufolf Ende

Ein anderer wichtiger Landschafts-
typ in unserem Landkreis sind die
Amperauen. Entlang der Amper
wurden schon in den 1980er Jah-
ren die meisten Au- und Wiesen-
flächen unter Naturschutz gestellt.
Begonnen wurde mit dem Fluss-
abschnitt zwischen Schöngeising
und Fürstenfeldbruck. Hier hat
sich ein wunderschönes Gebiet
erhalten, das vielen Tier- und
Pflanzenarten eine Heimat bietet.
Dieser Flussabschnitt muss leider
immer wieder gegen die vielen
Freizeitnutzer*innen    verteidigt
werden. Bootfahren und Anlan-
den auf Naturschutzflächen be-
hindern die ungestörte Entwick-
lung der Natur.
Weitere Flussabschnitte wie das
Emmeringer Hölzl in Fürsten-
feldbruck und die Amperauen in
Olching wurden in Folge als FFH-
Flächen ausgewiesen. Hier sind
wahre Vogelparadiese zu finden.

BN-Magazin der Kreisgruppe FFB                                                            • • • 11• • • 7
NATURSCHUTZFLÄCHEN

                                                                                           Lange Jahre haben wir mit gro-
                    Gute Aussichten für das Flughafen-                                     ßem Aufwand für das Gelände
                                                                                           des ehemaligen Flughafens Fürs-
                    gelände Fürstenfeldbruck (Fursty)                                      tenfeldbruck zwischen Maisach
                                                                                           und Fürstenfeldbruck gekämpft.
                                                                                           252 ha Flachland-Magerwiesen
                                                                                           sind neben der Startbahn ent-
                                                                                           standen und auch als FFH-Flä-
                                                                                           chen anerkannt worden. Lange
                                                                                           Jahre bestand der Plan, in diesem
                                                                                           Gebiet eine Rennstrecke für BMW
                                                                                           zu bauen.
                                                                                           Zu unserer großen Freude hat letz-
                                                                                           tes Jahr die Gemeinde Maisach
                                                                                           beschlossen, diese Wiesen auf
                                                                                           jeden Fall zu erhalten. Wir hoffen
                                                                                           jetzt, dass sich das Gelände vor
                                                                                           allem für Wiesenbrüter wieder zu
                                                                                           einer wertvollen Naturschutzflä-
                                                                                           che entwickeln kann, wenn die
                                                                                           Probleme der Altlasten gelöst
                                                           Fursty; Foto: Claus Ehrenberg   sind.

                    Artenschutz im Landkreis Fürstenfeldbruck . . . . . . . . .
Biberbau;
Foto:
                    Biber . . . . . . . . . .
Rudolf Ende         Neben dem Landschaftsschutz,
                    der für alle Biosysteme die Grund-
                    vorrausetzung ist, kümmern wir
                    uns auch um einzelne Arten.
                    Ein Beispiel ist unser Einsatz für
                    den Biber. Biber sind nach der
                    Besiedelung der Donau, der Isar
                    und der Amper auch in unseren
                    Landkreis eingewandert. Anke Si-
                    mon, unsere ausgebildete Biber-
                    Beauftragte kümmert sich um ein
                    fachgerechtes Biber-Management
                    im Auftrag des BUND Naturschutz.
                    Schon oft ist es uns gelungen,
                    durch Aufklärung und Führungen
                    für dieses Tier mehr Verständnis
                    zu erreichen.
                    Biber sind wichtige Landschafts-
                    gestalter. Es gelingt ihnen die Bio-
                    diversität in ihrem Lebensraum zu
                    verbessern und neue Lebensräu-
                    me für viele Arten zu schaffen.

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                                                                                            BN-Magazin derKreisgruppe
                                                                                                           KreisgruppeFFB
                                                                                                                       FFB
NATURSCHUTZFLÄCHEN

Amphibien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
                                                                                         Erdkröten;
                                                                                         Foto:
                                                                                         Claus Ehrenberg
Mit neun geförderten Amphibi-        Wir hoffen, durch diesen gro-
enschutzmaßnahem im ganzen           ßen Aufwand dieser Entwick-                         alle Texte der
Landkreis sorgen wir für das Über-   lung Einhalt gebieten zu                            Rubrik „Natur-
leben von Fröschen, Molchen,         können. Diese beiden                                schutzflächen:
Kröten und Unken in unserer was-     Beispiele stehen für                                Eugenie Scherb
serreichen Landschaft.               eine Vielzahl weiterer
Eine Vielzahl von Menschen hel-      Maßnahmen, die vom
fen uns im Frühjahr jeden Morgen     BUND Naturschutz im Landkreis
und Abend, diese Tiere sicher        Fürstenfeldbruck durchgeführt
über die Straßen zu bringen. Alle    werden. Sie finden dazu
Amphibienarten sind stark ge-        mehr in den Ortsgrup-
fährdet.                             penberichten.

BN-Magazin der Kreisgruppe FFB                                                • • • 13• • • 7
WALD

                        Der Wald im Brucker Land – 50 bewegte Jahre
                                                                              Flächenbilanz . . . . . . . . . . . . . . . . . .
                                                                              In den letzten 50 Jahren hat der             wirksames Instrument, weitere
                                                                              Wald erfreulicherweise nur wenig             Begehrlichkeiten    abzuwehren
                                                                              an Fläche verloren. Von 1980 bis             (1985). Sorgen bereiten derzeit
                                                                              2013 wuchs er sogar um 12 ha,                Entwicklungen wie in Grafrath
                                                                              weil die Verluste im Siedlungsbe-            (schleichende Fragmentierung),
                                                                              reich durch Ersatzaufforstungen              der Hasenheide (naturnaher Ei-
                                                                              kompensiert wurden. Der stärks-              chenwald) und der Kiesabbau in
                                                                              te Rodungsdruck bestand bereits              der Rothschwaig (Erholungswald).
                                                                              vor 1970, wo die Bevölkerung                 Die zunehmende Innenverdich-
                                                                              und damit der Wohnungsbau am                 tung der Gemeinden erhöht den
Es ist beschlossene Sache, dass sich der Kiesabbau in der Rothschwaig         stärksten zunahmen.                          Druck auf die wenigen noch ver-
noch viele hundert Meter in den angrenzenden Erholungswald fressen            Die Ausweisung von Bannwäldern               bliebenen kleinen Waldbestände,
soll. Damit verliert der am meisten frequentierte Wald der Brucker Bevöl-     (Germering,      Fürstenfeldbruck            Baumgruppen sowie Einzelbäu-
kerung viel von seiner Anziehungskraft; Foto: Gero Brehm                      bis Eichenau) erwies sich als ein            me.

                                                                                                                           zelschäden) und den Anstieg der
                                                                                                                           Nitratwerte im Trinkwasser. Das
                                                                                                                           giftige Blei aus dem Autoverkehr
                                                                                                                           belastet die Böden bis heute.
                                                                                                                           Der radioaktive Fallout von
                                                                                                                           Tschernobyl (1986) reicherte sich
                                                                                                                           in der Bodenvegetation und im
                                                                                                                           Auflagehumus an. Daher werden
                                                                                                                           bis heute bei einem Teil des erleg-
                                                                                                                           ten Schwarz- wie auch Rehwildes
                                                                                                                           überhöhte Cäsiumwerte gemes-
                                                                                                                           sen.
                                                                                                                           Durch Überseehandel einge-
                                                                                                                           schleppte, bisher unbekannte
                                                                                                                           pilzliche Erreger führten zu teil-
                                                                                                                           weise existenzbedrohenden Aus-
                                                                                                                           fällen bei der Bergulme (fast To-
                                                                                                                           talausfall ab Ende 70er Jahre), der
                                                                                                                           Schwarzerle (seit Ende 90er Jah-
Das Eschentriebsterben dezimiert seit 2008 vor allem die jüngeren Bestände. Heute sind keine 10 % der Eschen mehr völlig   re) sowie der Esche (seit 2008).
gesund. Die Situation ist dramatisch, Rettung ist nicht in Sicht; Foto: Gero Brehm                                         Wiederholte       Sturmereignisse
                                                                                                                           (1990, 1999, 2007, 2015) und
                                                                                                                           Extremsommer (2003, 2015,
                        Unheil von allen Seiten . . . . . . . . . .                                                        2018) begünstigen die Massen-
                        Der jahrzehntelange luftgetrage-                      nen in den Folgejahren verhinder-            vermehrung der Borkenkäfer an
                        ne Schwefeleintrag hinterließ in                      te Schlimmeres. Die anhaltend                der Fichte.
                        unserem dicht besiedelten Land-                       hohen Stickstoffeinträge verstär-            Die überhöhten Rehwildbestän-
                        kreis erstmals sichtbare Spuren,                      ken das Baumwachstum, begüns-                de behinderten massiv den Auf-
                        als ab 1981 viele ältere Fichten                      tigen aber auch die verjüngungs-             wuchs der für einen stabilen
                        leichte Nadelverluste aufwiesen                       hemmenden Brombeeren. Die                    Zukunftswald dringend notwen-
                        („Waldsterben“). Die erfolgreiche                     Säureeinträge     beschleunigten             digen Baumarten (v. a. Eiche, Tan-
                        Reduktion der Schwefelimmissio-                       die Bodenversauerung (Feinwur-               ne).

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WALD

Mischwald . . . . .
1970 betrug der Anteil der robus-
ten und ertragreichen, jedoch zu-
nehmend risikobehafteten Fichte
noch weit über 80 %. Seitdem ver-
lor sie stetig an Fläche, verstärkt
seit den Orkanen von 1990. Be-
günstigt durch professionalisierte
staatliche Beratung und finanzi-
elle Förderung wurden viele Kahl-
flächen v.a. mit Bergahorn, Esche
und Stieleiche bepflanzt. Dazu
kamen Birke und Vogelbeere aus
Samenflug. Auch der vorsorgen-        Die naturnahen Buchenwälder im FFH-Gebiet um den Jexhof weisen trotz ihres „jungen Alters“ bereits eine hohe Diversität
de Waldumbau kam langsam in           an Arten und Lebensräumen auf. Davon profitieren die Vorkommen von Hohltaube und Schwarzspecht; Foto: Gero Brehm
Fahrt, indem Buche und Tanne im
Schutz der noch stehenden Altbe-
stände ausgebracht wurden. Die        Wald-Naturschutz . . . . . . . . . . . . . . .
Douglasie gewann wegen ihrer
hohen Wuchskraft und Klimahär-        Angesichts der ungünstigen Ausgangslage hatte es der Wald-Natur-                                       Bild l. u. :
te an Boden, ohne deswegen „in-       schutz schwer (Waldarmut, Fichtendominanz, „junge“ Wälder). Unter                                      In den letzten Jah-
vasiv“ zu werden.                     diesen Vorzeichen waren die für eine hohe Artenvielfalt unverzichtba-                                  ren ist die Forst-
                                      ren Habitatstrukturen selten geworden (z. B. Totholz, Höhlenbäume).                                    verwaltung       sehr

Klimawandel . . .                     1978 wies die Bayer. Forstverwaltung oberhalb Kottgeisering das 19 ha
                                      große Buchen-Naturwaldreservat „Schönwald“ aus. Dort ruht seitdem
                                                                                                                                             erfolgreich
                                                                                                                                             das
                                                                                                                                                             darin,
                                                                                                                                                      Augenmerk
Etwa seit 1990 schreitet der Kli-     die Axt und die Waldnatur kann sich ungestört entwickeln.                                              der    Waldbesitzer
mawandel rasant voran. Die Jah-       Ein Meilenstein war 1992 die Ausweisung von drei FFH- Gebieten:                                        verstärkt auf die
resdurchschnittstemperatur stieg        • Buchenwälder um den Jexhof (Schutz von Buche, Gelbbauchunke,                                       seltene und wär-
seitdem um fast 1 °C, die Nie-             Kammmolch)                                                                                        meliebende        Els-
derschläge sanken um 10%. Mit           • Amperauen (Schutz naturnaher Auwälder)                                                             beere zu richten;
Werten bis 10,3° C (2018) nähern        • Haspelmoor: Hier unterstützen seit einigen Jahren Aufstauungen                                     Foto: Gero Brehm
wir uns allmählich dem „Wein-             die Renaturierung der bedrohten Nieder- und Hochmoore.
bauklima“. Die vermehrten Heiß-           Ebenso im benachbarten Roten Moos.
Trockenphasen über mehrere            Der Staatswald betreibt seit der Forstreform 2005 ein richtungsweisen-
Wochen führten bei allen Baum-        des Naturschutzkonzept (mehr Laubbäume, Tannen, Altbäume, Habi-
arten zu Zuwachsverlusten und         tatstrukturen, Höhlenzentren, Moorrenaturierung, Berater für Insekten-                                 Bild r. u. :
frühem Blattverlust (2003, 2015).     lebensräume). Auch für den Privatwald gibt es inzwischen Fördermittel                                  So     schaut     der
Sollten diese Extrema weiter zu-      für Naturschutzmaßnahmen. In der Summe wird sich also die Biodiver-                                    klimastabile      Zu-
nehmen, wird die flachwurzelnde       sität erhöhen, allerdings in langen Zeiträumen.                                                        kunftswald       aus:
                  und hitzeemp-                                                                                                              Aus reiner Fichte
                  findliche Fich-                                                                                                            erwachsen         un-
                  te am meisten                                                                                                              gleichaltrige,
                  darunter    lei-                                                                                                           reich strukturierte
                  den. Dies gilt                                                                                                             Mischbestände mit
                  insbesondere                                                                                                               Tanne und Buche;
                  für den nieder-                                                                                                            Foto: Gero Brehm
                  schlagsärme-
                  ren nördlichen                                                                                                             Text
                  Landkreis und                                                                                                              Rubrik „Wald“ :
                  die trockenen                                                                                                              Hans-Jürgen
                  Schotterböden.                                                                                                             Gulder

BN-Magazin der Kreisgruppe FFB                                                                                              • • • 15
LANDWIRTSCHAFT

              Unsere Landwirtschaft . . . . . . .                                      Erzeugung von
                                                                                       Lebensmitteln
                                                                                       liegt, war das
                                                                                       Verhältnis zum
                                                                                       BN anfangs nicht
                                                                                       immer ungetrübt. Mit
                                                                                       der Zeit bildete sich aber
                                                                                       bei Brucker Land eine Bio-
                                                                                       Linie heraus. Der BN freut sich
                                                                                       natürlich über dieses wachsende
                                                                                       Bio-Angebot.
                                                                                       Unter maßgeblicher Beteiligung
                                                                                       der Kreisgruppe gründete sich
                                                                                       2018 der Ernährungsrat , dessen
                                                                                       Ziel die regionale, nachhaltige
                                                                                       Lebensmittelversorgung der Be-
                                                                                       völkerung ist. Hier machen neben
                                                                                       Politikern Erzeuger und Vermark-
                                                                                       ter bis hin zu gastronomischen
                                                                                       Betrieben mit.
                                                                                       Inwieweit die Metzgereien das
                                                                                       Fleisch von ökologischen, d.h.
Fotos:         Die Landwirtschaft spielt      im dargemeinschaft „Brucker Land“,       auch dem Tierwohl verpflichteten
Toni Schmid    Landkreis trotz zunehmender in der sich Bauern zu schonender            Betrieben beziehen, hat die BN-
               Verstädterung flächenmäßig im- Erzeugung unter Verwendung re-           Ortsgruppe Puchheim durch eine
               mer noch eine große Rolle – gut gionaler Futtermittel verpflichte-      Befragung der örtlichen Fleisch-
               die Hälfte der Kreisfläche, mit ten. Brucker Land schaffte es, den      verkaufsstellen versucht heraus-
               Schwerpunkt in der Westhälf- Handel mit einzubeziehen, und              zubringen (Ergebnis s. Internet-
               te, ist landwirtschaftlich genutzt. bald weitete sich das Modell über   seite der OG).
               Davon wurden 1970 3 % ökolo- den Landkreis hinaus zur Marke             Neben diesem Anschub durch
               gisch bebaut, heute sind es 12 % „Unser Land“ aus. Da der Schwer-       die Bemühungen des BN sorg-
               der Fläche bei 10 % der Betriebe. punkt nur auf der regionalen und      ten auch negative Schlagzeilen
               Damit sind wir noch weit entfernt nicht unbedingt ökologischen          über die konventionelle Landwirt-
               vom 30 % - Ziel aus dem Volksbe-
               gehren für ganz Bayern bis 2030.
               Der BN bemüht sich seit jeher,
               den ökologischen Landbau zu
               fördern. Auch die Kreisgruppe hat
               wiederholt Vorträge und Betriebs-
               besichtigungen zu dem Thema
               angeboten und die Verbraucher
               aufgefordert, regionale und mög-
               lichst Bio-Produkte zu kaufen.
               Viele Bauernhöfe verkaufen ihre
               Produkte direkt auf dem Hof oder
               auf den Wochenmärkten und die
               KG hat dazu 2001 ein Faltblatt
              „Ökologisch einkaufen im Land-
               kreis Fürstenfeldbruck“ heraus-
               gebracht.
               1994 gründeten engagierte Leute
               aus kirchlichen Kreisen die Soli-

              16 • • •                                                                  BN-Magazin der Kreisgruppe FFB
LANDWIRTSCHAFT

                   schaft für den    im Grundwasser, die Versöhnung
                   verstärkten       der widerstreitenden Interes-
                  Kauf von Bio-      sen der Landwirtschaft und des
                 produkten: Nach     Naturschutzes bei der Wieder-
               2000 vor allem        ansiedlung der Biber sowie vor
             der    BSE-Skandal;     allem die Abkehr von der Agrar-
          später und bis in unse-    industrie. Innerhalb der AGENDA
     re Zeit die großflächige Ver-   21 kam hier, ausgehend von Ger-
wendung von Glyphosat als „Un-       mering, die Arbeit 1995 richtig in
krautvernichter“, das im Verdacht    Schwung. Und 2001 stellte Prof.
steht, Krebs zu verursachen. Mit     Dr. Hubert Weiger in Emmering
der Unkrautvernichtung zerstört      im Wege der Aktion „Agrarwende
es aber auch die Lebensgrund-        mit dem Einkaufskorb“ fest, man
lage für Insekten. Diese nehmen      müsse wegkommen von einer
auch durch die Verwendung von        Politik, wo viele an der Landwirt-
anderen Insektiziden rapide ab,      schaft verdienen, aber Landwirt-
und mit ihnen die Vögel. Der BN      schaft selbst nichts verdient, wo
mit seinen engagierten Ortsgrup-     Tiere zu Produktionsfaktoren he-
pen unterstützte daher 2019 mit      rabgewürdigt werden, wo Tiere,
großem Erfolg das Volksbegeh-        um Marktpreise zu halten, getö-
ren zum Erhalt der Artenvielfalt.    tet werden müssen, und wo eine
Mehrere unserer Kommunen             Tonne Getreide billiger gehandelt
erzielten sogar über 30 % Zu-        wird als eine Tonne Abfall. - Der
stimmung (landesweit 18,4 %).        BN wird sich nach wie vor dafür
Inwieweit sich die gesetzliche       einsetzen, die Artenvielfalt und
Umsetzung des Volksbegehrens         unsere Kulturlandschaft zu erhal-
auf die landwirtschaftliche Praxis   ten und die kleinteilige, regionale
auswirken wird, ist ungewiss. Ers-   und ökologische Landwirtschaft
te kleine positive Auswirkungen      wieder in den Mittelpunkt der
sind neu angelegte Blühstreifen.     Gesellschaft zu ziehen. Nur eine
Weitere Anstrengungen unserer        echte, solidarische Gemeinschaft
Kreisgruppe betreffen vor allem      kann die notwendige Agrarwende
die Senkung des Nitratgehalts        herbeiführen. Wenn wir nur ein-        fach auf Politik
                                                                            und Staat war-
                                                                            ten, sind die jet-
                                                                            zigen Bauern bald
                                                                            nicht mehr dabei.
                                                                            Seit dem 21.01.2012
                                                                            demonstrieren auch die Mit-
                                                                            glieder der KG jährlich in Berlin   Fotos:
                                                                            unter dem Motto „Wir haben es       Toni Schmid
                                                                            satt! - Bauernhöfe statt Agrarin-
                                                                            dustrie“. - Wir alle aber haben
                                                                            die Aufgabe, wenigstens mit dem
                                                                           „ökologischen Einkaufskorb“ dar-
                                                                            an mitzuwirken, das kurzsichtige
                                                                            Planen nur für die augenblick-
                                                                            liche Produktionsmaximierung
                                                                            zugunsten einer ökologisch
                                                                            verantwortlichen, nachhaltigen
                                                                            Landwirtschaft zu wenden.
                                                                                                Reinhard Gatz

BN-Magazin der Kreisgruppe FFB                                                                      • • • 17
VERKEHR

                    Verfehlte Verkehrspolitik auch im Landkreis Fürstenfeldbruck
                                                                                                mengestutzt. Es ist bereits heute
                                                                                                absehbar, dass die 3 Gleise zum
                                                                                                Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahme
                                                                                                (2030?) nicht ausreichen werden.
                                                                                                Zusätzliche Verkehre aus dem All-
                                                                                                gäu und der Schweiz sind vorpro-
                                                                                                grammiert.
                                                                                                Allein aus Klimaschutzgründen
                                                                                                müssen wir unnötige Fahrten
                                                                                                vermeiden und viel mehr Leute
                                                                                                vom Auto in den Umweltverbund
                                                                                                (Fußgänger, Fahrräder, Busse und
                                                                                                Bahnen) bringen. Der Landkreis
                                                                                                und die Kommunen bemühen
                                                                                                sich dabei, trotz der finanziellen
                                                                                                Defizite des ÖPNV, Streckennetze
                                                                                                und Takte zu verdichten, Express-
                                                                                                buslinien zu ergänzen und das
                                                                                                Tarifsystem kostengünstiger und
                                                                                                einfacher zu gestalten. Das Rad-
                                                                                                wegenetz im Landkreis wird neu
                                                                                                konzipiert und ein Radschnellweg
                                                                                                von FFB nach München geplant.
                                                                                                Die Mitglieder des BN vor Ort leis-
                                                                                                ten hier seit Jahren zusammen mit
Vorweihnachtli-     Die Gründung der BN-Kreisgruppe       Straßen könnte man die Verkehrs-      dem ADFC und dem Verkehrsfo-
ches Verkehrs-      Fürstenfeldbruck fiel in eine Zeit,   probleme lösen, ist längst wider-     rum FFB wertvolle Zuarbeit.
chaos in der        in der mit der Olympiade in Mün-      legt. Seit 50 Jahren läuft man der    Beim Straßenausbau im östlichen
Innenstadt von      chen eine riesige Verkehrsinfra-      staatlich geförderten Zunahme         Landkreis wurde vor Jahrzehn-
Fürstenfeldbruck;   struktur-Ausbauwelle losgetreten      des motorisierten Individual- und     ten schon vorausschauend der
Foto:               wurde. Zu unser aller Glück waren     Güterverkehrs nur hinterher. Jede     Rahmen gesetzt, durch ein leis-
Thomas Brückner     die Verantwortlichen damals so        neue Straße versiegelt wertvollen     tungsfähiges Tangentenviereck
                    weitsichtig und haben mit U- und      Boden, zerschneidet Landschaft,       aus A8, A99, B2 und B471 den
                    S-Bahn-Netz den Grundstein un-        zerstört Natur und erzeugt mehr       motorisierten Verkehr aus den
                    serer heutigen Massenverkehrs-        klimaschädlichen Verkehr. 50          Großgemeinden weitestgehend
                    mittel gelegt. Jedoch wurde mit       Jahre verfehlte Verkehrspolitik       fern zu halten. In einem Jahrzehn-
                    zunehmendem Wohlstand von             rächen sich jetzt. Sowohl der Stra-   te dauernden Kampf zusammen
                    der Politik dem Auto der absolu-      ßenverkehr als auch der ÖPNV          mit Bürgerinitiativen, Emmeringer
                    te Vorrang eingeräumt. Der Traum      stehen in München vor dem Kol-        Hölzl Verein und Verkehrsforum
                    von der autogerechten Stadt geis-     laps.                                 FFB konnten unsinnige Stadt und
                    terte durch die Köpfe. Zügelloser     Der drohende Kollaps zwingt nun       Natur zerstörende Trassen durch
                    Straßenbau war die Folge, wäh-        zum entschiedenen Handeln             das geschützte Hölzl oder den
                    rend der zögerliche Ausbau des        beim Ausbau des ÖPNV, soll-           Park am Marthabräuweiher (Dei-
                    ÖPNV mit der wachsenden Be-           te man glauben. Aber trotz der        chenstegtrasse) in FFB verhindert
                    völkerung im Großraum München         vollmundigen Versprechen von          werden.
                    nicht Schritt halten konnte. Die      CSU/FW-Regierungsmitgliedern          Inakzeptabel sind Versuche mit
                    Politik hat den Ausbau des ÖPNV       zum Ausbau der S4 (Fertigstel-        Ortsumgehungen (Bsp. Südwest-
                    schlichtweg verschlafen!              lung 2010), wurde der 4-gleisige      Umgehung Olching), die getroffe-
                    Der irrwitzige Glaube der Politiker   Ausbau nach FFB-Buchenau auf          ne Vereinbarung zu unterlaufen.
                    und Straßenplaner, durch neue         3 Gleise bis Eichenau zusam-          Einzelne Umgehungsstraßen in-

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                                                                                                           Vorhaben (zum Teil
                                                                                                           schon realisiert) im
                                                                                                           Landkreis Fürsten-
                                                                                                           feldbruck;
                                                                                                           Thomas Brückner

nerhalb des Tangentenvierecks       meidung und die Verlagerung des     Der BN wird sich deshalb auch in   Vierstreifiger Aus-
besitzen nur geringe Entlastungs-   Restverkehrs auf den Umweltver-     den nächsten Jahrzehnten gegen     bau der B471,
wirkung, ziehen aber massiv neu-    bund als Entwicklungsziele umzu-    diesen Straßenwahn mit allen le-   hier bei Geisel-
en Verkehr an, dem sich dann die    setzen. Wir brauchen keine einzi-   galen Mitteln zusammen mit den     bullach
Nachbarkommunen (hier Eiche-        ge neue Straße mehr in unserem      Bürgern wehren.                    Foto:
nau, Puchheim und Gröbenzell)       übererschlossenen     Landkreis.                    Thomas Brückner    Thomas Brückner
ausgesetzt sehen. Bedauerlicher-
weise drohen auch im westlichen
Landkreis eine ganze Reihe z.T.
gigantischer neuer Umwelt zer-
störender    Straßenbauprojekte
entlang der B2, von der 4-spu-
rigen Osttangente Augsburg bis
Mering, bis zu den Umfahrungen
Althegnenbergs, Hattenhofens
und Mammendorfs.
Die Beispiele zeigen, wie weit
unsere Regierungen noch von ei-
ner Verkehrswende entfernt sind.
Immer noch wird die Zunahme
des motorisierten Individual- und
Güterverkehrs als gegeben hin-
genommen, anstatt endlich ge-
genzusteuern, und Verkehrsver-

BN-Magazin der Kreisgruppe FFB                                                                 • • • 19
ENERGIE

                   Sonne, Wind und Wasser . . . . . . . . . . . . . . . . . .
                                                                                              den ablehnt. Die BN-Kreisgruppe
                                                                                              FFB begrüßt und beteiligt sich
                                                                                              deshalb auch am Projekt „Amper
                                                                                              rhei“ (Amper fließt) des Wasser-
                                                                                              wirtschaftsamtes München, das
                                                                                              zum Ziel hat, dem Fluss, seinen
                                                                                              Auen und seiner Flora und Fauna
                                                                                              wieder mehr Raum zu geben.

                                                                                              Windkraft
                                                                                              Der Landkreis FFB galt, wie viele
                                                                                              andere Landkreise in Südbayern,
                                                                                              lange Zeit als wenig attraktiv bis
                                                                                              ungeeignet für die Stromerzeu-
                                                                                              gung durch Windkraftanlagen
                                                                                              (WKA). Doch bedingt durch stei-
                   Mit 100% aus erneuerbarer Ener-      Wasserkraft                           gende Nachfrage wurden von
                   gie hat die elektrische Energie-     Den Anfang der Stromerzeugung         den Herstellern auch WKAs für
                   versorgung des Landkreises Fürs-     im Landkreis FFB machte 1884          windschwächere Standorte ent-
                   tenfeldbruck vor rd. 140 Jahren      das private Wasserkraftwerk der       wickelt. Dies führte im Jahr 2013
                   einmal angefangen. Damals war        Holzzeugwerke in Olching. Ein         dazu, dass die Gemeinden des
                   elektrischer Strom ein Luxusgut      weiteres Wasserkraftwerk an der       Landkreises (leider mit zwei Aus-
                   und nur sehr wenige Kommunen         Amper wurde von Oskar-von-Mil-        nahmen) einen interkommunalen
                   und Betriebe, ganz zu schweigen      ler geplant und 1892 in Schön-        Teilflächennutzungsplan      Wind-
                   von Privatpersonen, konnten sich     geising errichtet. Es ist heute das   kraft aufstellten, um „Wildwuchs“
                   diesen Luxus leisten. Wie Wasser     älteste, noch in Betrieb befindli-    von Windkraftanlagen zu vermei-
                   aus dem Wasserhahn, so selbst-       che öffentliche Wasserkraftwerk       den und im Ausschlussverfahren
                   verständlich, zuverlässig und kos-   Deutschlands. Es folgten weite-       an Hand sachlicher Kriterien eine
                   tengünstig kommt heute Strom         re Kraftwerke am sog. Olchinger       angemessene Anzahl von Kon-
                   aus der Steckdose. Kaum jemand       Mühlbach (Amper) und in der           zentrationsflächen zu ermitteln.
                   macht sich Gedanken („Aus den        Stadt FFB (Obermühle). Sie sind,      Die BN-Kreisgruppe FFB hat diese
                   Augen, aus dem Sinn.“) über die      natürlich nach mehrfacher Mo-         Verfahren sehr begrüßt und aus
                   Herkunft der elektrischen Ener-      dernisierung, noch heute in Be-       naturschutzfachlicher Sicht aus-
Wasserkraftwerk    gie, denn die großen Atom- und       trieb und liefern eine Gesamtleis-    führlich dazu Stellung genommen.
Schöngeising,      Kohlekraftwerke stehen nicht in      tung von ca. 3,3 MWel.                Leider wurde der Teilflächennut-
Baujahr 1892;      unserer schönen Region. Das Ziel     In Folge des Erneuerbaren-Ener-       zungsplan rasch obsolet, weil
Fotos:             der Energiewende ist klar: Wieder    gie-Gesetzes aus dem Jahr 2000        die Bayr. Staatsregierung durch
Claus Ehrenberg    100% Anteil der erneuerbaren         und den attraktiven Einspeisever-
                   Energien erreichen, allerdings       gütungen wurden einige der zahl-
                   unter gänzlich anderen Randbe-       reichen Korn- und Sägemühlen im
                   dingungen. Die Bevölkerung ist       Landkreis (an der Maisach, Glonn
                   auf rd. das 10-fache von damals      u.a.) in Wasserkraftwerke umge-
Welcher Mast ist   gewachsen bei schier unendlich       baut. Deren Beitrag zur Deckung
der Schönste im    gestiegenem, elektrischem Ener-      des Strombedarfs ist äußerst
Land?              gieverbrauch pro Kopf. Außerdem      gering. Dies ist auch der Grund,
Windkraftanlage    darf es nicht nochmal 140 Jahre      warum der BN das Potential der
Malching der       dauern, bis das Ziel erreicht ist.   Wasserkraft sowohl im Landkreis
Stadtwerke FFB     Was also tun? Welche erneuerba-      als auch in ganz Bayern für aus-
Foto r.u.:         ren Energiequellen müssen aus-       geschöpft hält und den Neubau
Claus Ehrenberg    gebaut werden?                       von Wasserkraftwerken entschie-

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ENERGIE

                                     Biomasse
die sog. 10-H-Regelung (Abstand      Im Landkreis sind zwei Biogasan-
10x Höhe der WKA von der nächs-      lagen in Betrieb, die überwiegend
ten Wohnbebauung) den Wind-          mit Mais „gefüttert“ werden und
kraftausbau faktisch zum Erliegen    die Biomethan, Strom und/oder
gebracht hat. Übrig geblieben        Wärme erzeugen und diese ins
sind erfreulicherweise zwei Wind-    jeweilige Verteilnetz einspeisen.
kraftanlagen mit je rd. 3,1 MWel     Ein weiterer Ausbau ist nicht er-
Nennleistung, die die Stadtwerke     strebenswert, da schon heute rd.
FFB an den Standorten Mammen-        2% der Landkreisfläche für den
dorf und Malching errichtet haben    Anbau von Energiepflanzen ge-
und erfolgreich betreiben. Die       nutzt werden. Stattdessen fordert
15-20 Windräder, die für eine er-    die BN-Kreisgruppe in Einklang
folgreiche Energiewende im Land-     mit dem Energiewendeverein
kreis notwendig wären, müssen        ZIEL21 und anderen Akteuren die
leider noch auf ihre Realisierung    ökologische bessere Lösung: Die
warten bis sich auch der „politi-    flächendeckende Einführung der
sche“ Wind gedreht hat.              Biotonne und die Errichtung ei- prinzipiell möglich, jedoch mit       Platz ist auf der
                                     ner Biomasse-Vergärungsanlage. einem hohen technischen und            kleinsten Hütte für
Sonnenenergie                        Neben der Erzeugung von Bio- finanziellen Aufwand verbunden.          Photovoltaik
Mit rund 1.250 kWh/m² jährlicher     methan, das ins Erdgasnetz ein- Die zu erwartenden Heißwasser-        Foto:
globaler      Sonneneinstrahlung     gespeist wird, entstünde hoch- temperaturen betragen nur 80-90        Claus Ehrenberg
gehört der Landkreis FFB zu den      wertiger Kompost, mit dessen °C (Heizkraftwerk München-Frei-
Spitzenreitern in Deutschland. Es    Ausbringung der Nährstoffkreis- ham) und sind somit ungeeignet
liegt also nahe, diesen Standort-    lauf geschlossen werden könnte. zur Stromerzeugung. Die Tiefen-
vorteil zu nutzen und auszubau-      Die Stadt FFB und die bevölke- geothermie wird also bestenfalls
en. Photovoltaikanlagen mit einer    rungsreichen Kommunen im östli- einen Beitrag zu regenerativen
elektrischen Gesamtleistung von      chen Landkreis könnten auf diese Wärmeversorgung leisten können
rd. 100 MWpeak sind bereits land-    Weise einen Betrag zur Biogaser- und dies auch nur dort, wo ober-
kreisweit installiert, davon knapp   zeugung leisten.                   irdisch entsprechend Wärmeab-
ein Viertel in Freiflächenanlagen.                                      nehmerpotentiale und am besten
Um eine klimaneutrale elektri-       Geothermie                         schon Fernwärmenetze vorhan-
sche Energieversorgung bis 2040      Die Tiefengeothermie wird im den sind (Puchheim, Germering,
zu erreichen, fordert der Bund Na-   Landkreis auf absehbare Zeit kei- Olching, FFB). Ein geplantes Geo-
turschutz einen massiven Ausbau      nen Beitrag zur elektrischen Ener- thermie-Heizwerk in Puchheim
der Photovoltaik (PV), bayernweit    gieversorgung leisten können. wurde 2018 in einer Bürgerab-
um Faktor 4. Da dies alleine mit     Das Anbohren und -zapfen der in stimmung mit großer Mehrheit
Dachanlagen nicht zu schaffen        ca. 2,5 bis 3 km liegenden Heiß- abgelehnt.                           Foto r.u.:
ist, plädiert der BN auch für die    wasser-Aquifer-Speicher ist zwar                   Claus Ehrenberg    Claus Ehrenberg
Errichtung von Freiflächen-PV-
Anlagen unter Berücksichtigung
naturschutzfachlicher Rahmen-
bedingungen. PV-Freiflächen-An-
lagen bringen einen wesentlich
höheren kWh-Ertrag im Vergleich
zu Mais/Biogas-Anlagen und
können zu einer Entlastung der
Böden (keine Versiegelung, keine
Düngung, kein Gifteinsatz) und
eine Steigerung der Biodiversität
beitragen.

BN-Magazin der Kreisgruppe FFB                                                                 • • • 21
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