JUDISCHE GEMEINDEZEITUNG FRANKFURT - JÜDISCHE GEMEINDE FRANKFURT
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JUDISCHE
GemeindeZeitUnG franKfUrt
Amtliches Organ der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main Juli 2016 · 49. Jahrgang · Nr. 2 · תשע“ו5776 · 2,50 Euro
WAHLEN 2016
Zahlen und Fakten
50 JAHRE LICHTIGFELD-SCHULE
Geschichte und Geschichten
JOM HA’AZMAUT
Feiern und genießenGemeinDeratswahl 2016
in Zahlen
am 3. Juli 2016 waren 5.512 stimmberechtigte mitglieder
der Jüdischen Gemeinde frankfurt aufgerufen,
den neuen Gemeinderat zu wählen.
5.512
Wahlberechtigte
22,66% Wahlbeteiligung
23
Kandidaten
JGZ 2/2016 | Juli Seite 2Editorial
Prof. Dr. Salomon Korn
Sommer 2016
Foto: Jens Ihnken
„Besonderes Augenmerk wird neben dem Leistungs
anspruch auf die Werteerziehung gelegt.“
50 Jahre Isaak Emil Lichtigfeld-Schule
Am 18. April 1966 wurde in Frankfurt am Main in aller Stille die erste jüdische Schule in Deutschland nach der Shoah
eröffnet. Benannt wurde sie im Dezember 1968 nach ihrem Mitbegründer Isaak Emil Lichtigfeld, dem damaligen Lan-
desrabbiner der Juden in Hessen und Gemeinderabbiner der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main. Untergebracht
war die Schule im Seitentrakt der Westend-Synagoge an der Friedrichstraße. Dort nahm sie ihren Unterricht mit einer
ersten und einer zweiten Klasse mit insgesamt 30 Schülern, darunter vier nichtjüdischen Schülern, auf.
Jüdische Bildung als Ziel
Ziel der Schule war es von Beginn an, jüdische Inhalte sowohl in den Unterricht als auch in das Schulleben einfließen
zu lassen und sich dabei nicht nur auf jüdische Religion zu beschränken. Daher wurden auch die gemeinsame Vorbe-
reitung der jüdischen Feiertage sowie das Erlernen israelischer Lieder, israelischer Tänze und der hebräischen Sprache
in den Unterricht und in das schulische Leben mit integriert. Das wurde so erfolgreich umgesetzt, dass 1968 bei einem
in Hessen vorgenommenen Vergleich von Schulleistungen im 4. Schuljahr die Lichtigfeld-Schule am besten abschnitt.
Die auch dadurch wachsende Schülerzahl führte 1986, zwanzig Jahre nach Gründung der Lichtigfeld-Schule, zu ei-
nem Umzug in das gerade fertiggestellte Jüdische Gemeindezentrum in der Savignystraße. Die Einwanderer aus der
früheren UdSSR, die seit 1989 verstärkt nach Deutschland kamen, prägten die weitere Entwicklung der Schule ent-
scheidend mit. Deren Kinder waren mit dem deutschen Schulsystem nicht vertraut und mussten vor allem so schnell
wie möglich die deutsche Sprache erlernen, was zur Einstellung einer russischen Lehrerin führte. Durch die weiterhin
stark wachsende Schülerzahl reichten die vorhandenen Klassenräume bald nicht mehr aus. Schließlich bot die Stadt
Frankfurt der Jüdischen Gemeinde an, die Schule in das historische Gebäude des Philanthropin in der Hebelstraße
umziehen zu lassen. 2004 wurde der Jüdischen Gemeinde das Philanthropin zurückgegeben; zwei Jahre später konnte
dort die Schule als Ganztagsschule mit Gymnasial-Angebot den Unterricht bis zur neunten Klasse fortsetzen.
Die Zukunft unserer Kinder und Enkel
Heute wird die einzige jüdische Schule Hessens für ihre familiäre Atmosphäre geschätzt. Nach wie vor stehen Neu-
hebräisch, jüdische Kultur und jüdischer Religionsunterricht auf dem Lehrplan. Besonderes Augenmerk wird neben
dem Leistungsanspruch auf die Werteerziehung gelegt. So suchen sich die Schüler selber Sozialprojekte aus, treten in
Altenheimen auf, pflegen verwitterte Grabsteine auf jüdischen Friedhöfen oder haben, wie kürzlich geschehen, ein
Programm für den Deutschunterricht von Flüchtlingen entwickelt. Auch im 50. Jahr ihres Bestehens geht die Entwick-
lung der Schule weiter. Die Jüdische Gemeinde plant, an der Lichtigfeld-Schule eine gymnasiale Oberstufe aufzubau-
en, die mit dem Schuljahr 2018/19 ihren Unterricht aufnehmen soll. Geplant ist dafür ein Neubau auf dem Grund-
stück des Gemeindezentrums in der Westendstraße, in den die Grundschule einziehen soll; damit wird Platz geschaffen
für die Errichtung eines Gymnasiums im Philanthropin. „Wer ein Haus baut, will bleiben, und wer bleiben will, erhofft
sich Sicherheit“ – dieser Spruch wurde anlässlich der Eröffnung des Jüdischen Gemeindezentrums im September 1986
geprägt. Und wenn dieses Haus zudem eine Schule ist, dann kann kein Zweifel am Willen der Verantwortlichen beste-
hen, die Zukunft der Nutzer dieses Hauses – die Zukunft unserer Kinder und Enkel – dauerhaft zu sichern. Zu diesem
Vorhaben wünsche ich der Schule, den Schülern, deren Eltern, den Lehrern und uns allen Glück und Erfolg.
Salomon Korn
JGZ 2/2016 | Juli Seite 3hn und
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JGZ 2/2016 | Juli Seite 4inHaltSVErZEicHniS
Sommer 2016
13. Juli
Festakt
50 Jahre
Isaak Emil Lichtigfeld-Schule
Bericht in der nächsten
Ausgabe der JGZ
SEITE 14
2. Juni
GemeindeVersammlUnG
3. Juli 4. bis 11. september
Die letzte Versammlung dieser haUPtWahltaG JÜdische filmtaGe
Legislaturperiode mit mehr Kontinuität und Eine Palette
als 100 Teilnehmern Generationswechsel neuer Filmproduktionen
SEITE 08 SEITE 6 SEITE 50
2016
Juni Juli August September
editorial 20 Schüler machen Zeitung 36 Ausflug zu lag ba’omer 48 tagung „Faszination funda-
3 50 Jahre isaak Emil lichtigfeld- 22 Jugendzentrum „amichai“ 37 Familienseminar in Bad mentalistischer weltbilder“
Schule. 23 Jewish Experience Sobernheim 49 Grundsteinlegung Jüdisches
Von prof. Dr. Salomon Korn 25 Sozialabteilung und 38 Gebetsordnung Museum
Seniorenclub 39 Gebetszeiten der Synagogen 49 ausstellung: „Von Föhrenwald
GemeindePanorama 26 Jüdische Volkshochschule 39 Schiurim und Feiern des nach Frankfurt“
6 wahlen 2016 – Ergebnisse Egalitären Minjan 50 Kulturvorschau
7 Dienstjubiläen der Mitarbeiter nachGefraGt 39 Gebetszeiten der Synagoge in 51 Konzert des tehillim-
8 Bericht der Gemeinde- 29 Vier Fragen – vier antworten: der Budge-Stiftung psalmen-projekts
versammlung trude Simonsohn zum 51 Bücherrubrik Dr. rachel
40 Mitteilungen des rabbinats
10 Jom Ha‘azmaut 95. Geburtstag Heuberger
42 nachruf zum tod von
12 Kindergarten westend 30 interview prof. Dr. andreas
Moritz neumann sel. a.
13 Kindergarten röderbergweg wirsching über die kritische aKtUell
43 Die Verstorbenen
14 50 Jahre isaak Emil lichtigfeld- Edition von „Mein Kampf“ 7 nachrichten aus dem
Schule KUltUr Zentralrat
reliGiöses leben 13 Sommerrätsel für Kinder
16 Schawuot in der i. E. lichtig- 46 positive prognosen und
34 Die Sommermonate im
feld-Schule neue perspektiven? 52 aus den institutionen
Judentum.
18 Gedenken zu Jom Ha’Shoah Kulturrückblick april 58 Simches
So. 04.09.2016 – So. 11.09.2016
Von rabbiner Julian-chaim
19 lesewettbewerb Soussan
bis Juni 2016 Jüdisches
62 nachrichten aus der Stadt
„read and win“ Filmfest
Frankfurt
2016
6 8 10 50
„ZWISCHEN-
TÖNE“
www.juedischesfilmfestfrankfurt2016.de
Wahlen zum Gemeinderat Gemeindeversammlung 2016 Jom Ha‘azmaut Jüdische Filmtage 2016
Jüdische Gemeinde
Frankfurt am Main K.d.ö.R.
Kulturamt
JGZ 2/2016 | Juli Seite 5auS DEr GEMEinDE
Gemeinderatswahlen 2016
Fotos: Jens ihnken
kontinuität unD
Marc Grünbaum Prof. Dr. Salomon Korn
762 Stimmen 719 Stimmen
Generationswechsel
Harry Schnabel Prof. Dr. med. Leo Latasch
670 Stimmen 640 Stimmen
Das ist das Ergebnis der wahlen
zum Gemeinderat 2016.
1.249 der 5.512 Wahlberechtig- tät, der Dialog der Generationen
ten haben am Vorwahltag, dem sowie kulturelle Vielfalt im Vor-
Alon Meyer Miriam Adlhoch
22. Juni, und am Hauptwahltag, dergrund. 614 Stimmen 605 Stimmen
dem 3. Juli, ihre Stimme abge- Die Wahlen in der Jüdischen
geben, was einer Wahlbeteili- Gemeinde, das ist immer auch
gung von 22,66% entspricht. ein Stelldichein der Gemeinde-
Die Liste um den bisherigen vertreter und der Gemeindemit-
Vorstand, die allein 15 der 23 glieder. Um jeden Wähler wird
Kandidaten stellte, ist vollstän- bis zum Schluss eifrig gekämpft, Dr. med. Andrei Mares Benjamin Bloch
dig in den neuen Gemeinderat denn jede Stimme zählt. Das Er- 559 Stimmen 548 Stimmen
gewählt worden, was die Be- gebnis spiegelt ja schließlich auch
Foto: rafael Herlich
stätigung der bisherigen Arbeit eine ganz persönliche Bilanz der
zum Ausdruck bringt. Arbeit der jeweiligen Mandats-
Alle 23 Kandidaten, die sich träger wider und ist ein Vertrau-
für die 17 Plätze beworben ha- ensvorschuss für die neu gewähl-
ben, hatten, mit geringfügigen ten Kandidaten. Dr. phil. Rachel Heuberger Roman Kuperschmidt
Unterschieden in ihren Wahl- Von dieser Seite aus gratulie- 532 Stimmen 499 Stimmen
programmen, die positive Zu- ren wir den gewählten Kandida-
kunft der Jüdischen Gemeinde ten und wünschen dem neu ge-
Frankfurt fest im Blick. Bei allen wählten Gemeinderat ein glück-
standen eine qualitativ hoch- liches Händchen bei der Weiter-
wertige jüdische Bildung, die entwicklung der Geschicke unse-
Stärkung der jüdischen Identi- rer Gemeinde. // rED. Boris Milgram Aviva Goldschmid
496 Stimmen 494 Stimmen
Das Ergebnis
in Zahlen 1.249
Gemeindemitglieder Cornelia Maimon-Levi Dr. Orna von Fürstenberg
haben gewählt 478 Stimmen 472 Stimmen
103 Jahre alt
war die älteste Wählerin.
Sie lebt in der
Budge-Stiftung
Miroslaw Meir Lisserman Alla Spanz
449 Stimmen 446 stimmen
5.512
Foto: rafael Herlich
Wahlberechtigte
22,66%
Wahlbeteiligung
Michael Bakhchiev
432 Stimmen
JGZ 2/2016 | Juli Seite 6KurZ notiErt
Nachrichten
aus dem Zentralrat /
Dienstjubiläen
„weisst Du, 70 Jahre
wer ich Bin?“ JüDische allGemeine
Mit einer rund 80-seitigen Sonderausgabe würdigte die „Jüdische Allge-
Das projekt der drei großen religionen für ein
meine“ in der Ausgabe vom 30. Juni ihre Gründung vor 70 Jahren. Die
friedliches Zusammenleben, das zwischen 2004
einzige jüdische überregionale Wochenzeitung wurde 1946 mit Geneh-
und 2011 vom Bundesministerium des innern migung der britischen Militärregierung in Düsseldorf als „Jüdisches Ge-
und dem Europäischen integrationsfonds geför- meindeblatt für die Nord-Rheinprovinz und Westfalen“ gegründet. Später
dert wurde, wurde im Mai 2016 neu aufgelegt. erschien sie in Bonn als „Allgemeine Jüdische
Wochenzeitung“. Seit 2002 trägt sie den Titel
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutsch- „Jüdische Allgemeine“ und erscheint in einer
land (ACK) sowie vier muslimische Verbände und der Zen- Druckauflage von 10.000 Exemplaren. Der Prä-
tralrat der Juden haben sich zusammengeschlossen, um sident des Zentralrats der Juden in Deutschland,
gemeinsam die Hilfe für Flüchtlinge zu stärken und die Dr. Josef Schuster, würdigte die Zeitung als ein
Integration voranzubringen. Für alle Kooperationspartner führendes jüdisches Medium in Deutschland
steht dabei der interreligiöse Dialog im Mittelpunkt, mit und erklärte, die Gründung der Zeitung nur ein
dem Ziel, Projekte in der Flüchtlingshilfe zu fördern. Jahr nach Kriegsende sei etwas Außergewöhn-
Gefördert werden Projekte, bei denen mindestens zwei liches gewesen, waren doch die meisten Juden
© Jüdische allgemeine
Religionsgemeinschaften (in Gemeinden, Institutionen, in Deutschland nicht aufs Bleiben ausgerich-
Initiativen) im Bereich der Flüchtlingshilfe und Integrati- tet. Er würdigte die ausführliche und differen-
on zusammenarbeiten. Dazu können jeweils bis zu 15.000 zierte Berichterstattung auch über Israel, die
Euro ausgeschüttet werden. Weitere Informationen unter: es so in keiner anderen Zeitung in Deutsch-
www.weisstduwerichbin.de. // rED. land gibt. // rED.
DienstJuBiläen
Zwischen Januar und Juni dieses Jahres haben zahlreiche
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jüdischen Gemeinde ein
Dienstjubiläum gefeiert. Die Geschäftsführung und der Vorstand
gratulieren und danken für die jahrelange engagierte und
zuverlässige Zusammenarbeit.
10 Jahre 25 Jahre
Barbara Galbas alina altmann
Klila Jagoda Mehrnaz asgarian-nahavandi
Elena lel Margarita Monastyrski
Sebastian Macieja rivka Zaltzman
Svetlana tkatchenko
20 Jahre 30 Jahre
Schlomo raskin Marlit Bachmann
JGZ 2/2016 | Juli Seite 7GemeindePanorama
Die Gemeindeversammlung
Bericht Der Gemeindeversammlung
Etwa hundert Gemeindemitglieder nahmen an der diesjährigen Mitgliederver-
sammlung am 2. Juni 2016 im Festsaal des Ignatz Bubis-Gemeindezentrums teil.
In seinem Bericht ging Vorstandsvorsitzen- lände bekommen, sodass im Lauf der nächs- defizitären Bereiche sind nach wie vor die
der, Prof. Dr. Salomon Korn, zunächst auf ten Jahre eine große Anzahl neuer Gräber Schule, die Sozialabteilung und das Alten-
die Zahl der Gemeindemitglieder ein. Gegen- angelegt werden kann. Ein neuer behinder- zentrum. Durch die Einführung des Pflege-
über dem Vorjahr sei die Zahl um 104 Perso- tengerechter Zugang mit Parkmöglichkeiten neuausrichtungsgesetzes im Januar 2016 hat
nen auf 6.516 zurückgegangen. wurde vom Marbachweg aus angelegt. Die sich die Anzahl der Pflegestufen von bisher
Haltestelle an der Eckenheimer Landstraße drei auf eine Vielzahl erhöht. Welche finan-
Kultus wird demnächst behindertengerecht umge- ziellen Auswirkungen dies für das Altenzen-
baut. trum haben wird, ist noch nicht absehbar.
Im Kultusbereich ist Rabbiner Julian-Chaim Im November 2015 fand auf dem Fried- Das erhöhte Steueraufkommen der letz-
Soussan derzeit für alle religiösen Belange hof Rat-Beil-Straße die Ehrung der jüdi- ten Jahre hat ermöglicht, die von vielen El-
zuständig. Seine Arbeit findet in allen Ge- schen Soldaten im Ersten Weltkrieg statt. tern gewünschte gymnasiale Oberstufe in
meindeinstitutionen einen großen Anklang. Führungen auf den drei großen jüdischen Angriff zu nehmen. Derzeit wird der Neubau
Ab August wird er sich die Arbeit durch die Friedhöfen Frankfurts finden nach wie vor in der Westendstraße konzipiert. Die Bauge-
Neueinstellung von Rabbiner Avichai Apel ein großes Interesse bei der Stadtbevölke- nehmigung der Stadt Frankfurt wird für den
teilen. rung. späten Herbst erwartet. Die Stadt Frankfurt
Seit knapp zehn Jahren ist der Egalitäre und das Land Hessen werden die Kosten
Minjan im linken Anbau der Westend-Syn- Kultur voraussichtlich mit je 1/3 übernehmen. Die
agoge beheimatet. Nach wie vor genießt das Verlängerung des Stadt- und des Staatsver-
„Frankfurter Modell“ eine Vorbildfunktion Seit Februar 2016 hat Frau Dr. Susanna Ke- trags bis 2021 ermöglichen eine hohe Pla-
in der Bundesrepublik Deutschland. val neben der Gemeindezeitung auch das nungssicherheit. In diesem Zusammenhang
Kulturressort der Jüdischen Gemeinde über- hob Harry Schnabel die vertrauensvollen
„Religionsschule Jeschurun“ nommen. Seitdem fanden mehrere Lesun- Beziehungen der Jüdischen Gemeinde zur
gen, Vorträge und Podiumsdiskussionen zu Stadt Frankfurt und dem Land Hessen her-
Die Schule bietet von Montag bis Donners- aktuellen Themen statt. Zurzeit werden das vor.
tag Religionsunterricht für etwa 150 Kinder Herbst- und das Frühjahrsprogramm vorbe-
ab der 5. Klasse bis zum Abitur an. Unter reitet. Verwaltung
der Leitung von Gabriela Schlick-Bamberger Prof. Korn dankte allen festen und eh-
wurde das Konzept „Lernen durch Erleben“ renamtlichen Mitarbeitern, allen Gemein- Auf fester und freier Basis beschäftigt die Jü-
durch regelmäßige Kabbalat Schabbat-Fei- deräten und Kommissionsmitgliedern für dische Gemeinde Frankfurt derzeit 450 Mit-
ern und dem Feiern der Feste erweitert. 28 ihr Engagement für die Jüdische Gemeinde, arbeiterinnen und Mitarbeiter. Viele leitende
Schülerinnen und Schüler nehmen derzeit ohne die ein solches Gemeindeleben, wie Positionen wurden in den letzten zwei Jah-
an der Abitursklasse teil, 18 von ihnen wer- das der Frankfurter Gemeinde, nicht auf- ren neu besetzt. Nach dem Ausscheiden von
den das Abitur im Fach Religion ablegen. rechterhalten werden könnte. Rafael Luwisch wurde Dr. Klaus Hartenfeller
als Konrektor eingestellt. Mit Stefan Kulesza
Friedhof Finanzen wurde auch die Stelle des Hausmeisters neu
besetzt.
Im Jahr 2015 gab es 103 Sterbefälle. Mit Un- Finanzdezernent Harry Schnabel berichtete,
terstützung der Stadt Frankfurt konnte die dass der Haushalt bis auf ein Defizit von ca.
Jüdische Gemeinde zusätzliches Friedhofsge- 107.000 Euro nahezu ausgeglichen sei. Die
JGZ 2/2016 | Juli Seite 8Der diesjährige Deutsch-israelische Freund-
schaftstag der Stadt Frankfurt fand am 19.
Mai in der Aula des Philanthropin statt. Das
Schuljubiläum, 50 Jahre Lichtigfeld-Schule,
findet am 13. Juli statt.
Frühkindliche Erziehung
Foto: Gemeindezeitung
Der zuständige Dezernent Marc Grünbaum
stellte fest, dass alle 163 Kindertagesstätten-
und alle 33 Krippenplätze belegt seien. Die
Ernährung in allen Einrichtungen wird der-
zeit an die DGE-Richtlinien zur Ernährung
in Kindertagesstätten angepasst. Diesbezüg-
Der Gemeinderat lich wurde auch eine Informationsveranstal-
der Jüdischen Gemeinde tung für die Eltern durchgeführt. Das regel-
Frankfurt
mäßige Elterncafé und der Elternbabytreff
initiiert durch Daphna Baum, haben sich in
den Gemeinderäumen inzwischen etabliert.
Im Hort werden derzeit 92 Kinder be-
treut. In der Tagesbetreuung „Emuna Sche-
li“ im Philantropin werden wöchentlich 181
Schülerinnen und Schüler betreut.
Marc Grünbaum dankte allen Mitarbei-
terinnen und Mitbarbietern, insbesondere
Liegenschaften vor ein beliebter Treffpunkt für bis zu 120 aber Elvira Güver für ihren steten Einsatz für
aktive Senioren. die Rechte der Kinder.
In mehreren Liegenschaften werden bzw.
wurden Sanierungen durchgeführt. In der Altenzentrum
Westend-Synagoge wurde die Dachkuppel Jugend und junge Erwachsene
erneuert, das Stibel wurde klimatisiert. Die Benjamin Bloch berichtete, dass im Alten-
Verwaltungsräume in der 3. und 4. Etage der zentrum die Belegung des Hauses und der Das Jugendzentrum wird an den Sonnta-
Westendstraße wurden den heutigen Anfor- Tagespflege nach wie vor gut seien. Das ge- gen von bis 90 Kindern und Jugendlichen
derungen angepasst. Im Altenzentrum wird plante Wohnhaus für Behinderte ist noch besucht. Mini-Machanoth und das Begehen
der Behandlungsraum für die Behinderten- in Planung. Der Heimbeirat wurde neu ge- von Gedenktagen und Feiern wie Jom Ha-
einrichtung erstellt und in der Altenwohn- wählt. Seit drei Jahren leiten Prof. Dr. Leo sikaron oder Ha’azmaut bereichern das re-
anlage behindertengerechte Aufzüge einge- Latasch und Prof. Dr. Esther Weitzel-Polzer gelmäßige Angebot in den Peuloth. Der neu
baut. In der Wohnanlage Saalburgallee wird das Haus kommissarisch. Benjamin Bloch ins Leben gerufene „Club Sababa“, in dem
die Fassade neu gemacht. dankte ihnen sowie allen Mitarbeiterinnen sich einmal monatlich junge Erwachsene zu
und Mitarbeitern für die hervorragende Ar- gemeinsamen Aktivitäten treffen, hat inzwi-
Sozialabteilung beit. schen bei Facebook über 500 Follower.
Prof. Dr. Leo Latasch ging in seinem Bericht Die Isaak Emil Lichtigfeld-Schule Anträge
auf die allgemeine Situation der Sozialabtei-
lung ein. Der Arbeitsumfang hat sich in den Die Lichtigfeld-Schule wird derzeit von 385 Der Antrag von Herrn Ovitz, das Schieds-
letzten Jahren weiter ausdifferenziert, dazu Schülerinnen und Schülern besucht und von gericht aufzulösen und stattdessen eine
zählen die regelmäßigen Hausbesuche durch einem Kollegium von 65 Lehrerinnen und Schiedsperson einzusetzen, wurde wegen
die Gemeindekrankenschwestern, das Ange- Lehrern unterrichtet. Nach dem Abschied Unschlüssigkeit abgewiesen. Herr Walzer
bot für die körperlich und geistig Behinder- des Konrektors Rafael Luwisch im Januar zog drei seiner Antragspunkte zurück und
ten sowie die Seniorenausflüge. Unverän- 2016 hat der Biologie- und Geschichtslehrer seine restlichen Anträge zur Satzungsände-
dert nimmt die Jüdische Gemeinde an dem Dr. Klaus Hartenfeller die Nachfolge angetre- rung wurden an die Rechtskommission ver-
Programm „Würde im Alter“ teil und koope- ten. Die Schule beteiligt sich an zahlreichen wiesen.
riert mit dem Internationalen Bund und der Projekten, mit denen sie bereits mehrere
ZWST. Auch der Seniorenclub ist nach wie Wettbewerbe gewonnen hatte. // Dr. Susanna Keval
JGZ 2/2016 | Juli Seite 9Gemeindepanorama
Jom Ha‘atzmaut
Alle Fotos: Rafael Herlich
Der Chor und das Orchester der I. E. Lichtigfeld-Schule
Im Zeichen der Verbundenheit
Bei der Jom Ha’azmaut-Feier im Ignatz Bubis-Gemeindezentrum
am 12. Mai war wieder für jeden etwas dabei. 68
Wie wichtig dieser Tag für uns Juden ist, das bekräftig- Der Höhepunkt des Nachmittags
te der Vorstandsvorsitzende, Prof. Dr. Salomon Korn, in war das Anzünden der 12 Kerzen
seinem Grußwort. Am 14. Mai 1948, dem Tag der Staats- für die 12 Stämme Israels durch
gründung, tanzten die Menschen im neu gegründeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Staat auf den Straßen – und wir tun es ihnen bis heute und den Vorstandsvorsitzenden der
nach, wenn wir gemeinsam diesen Tag begehen. Jüdischen Gemeinde.
Diesen Tag begehen, das bedeutet, israelische Lie- Ein großes Dankeschön an alle, die an der Vorberei-
der singen, wie es zuvor der Chor und das Orchester der tung und Gestaltung der Feier mitgewirkt haben, allen
Lichtigfeld-Schule unter der Leitung von Martina Georgi voran Jennifer Marställer und Doris Adler und ihrem
taten, und zu tanzen, wie die israelische Interpretin Miri Team, dem Hausmeister Walter Uhlmann, Stefan Kulesza
Mesika und ihre Band den Saal mit ihrer Musik zum und Frank Wergin für den Aufbau in den Räumlichkei-
Vibrieren brachten. Das bedeutet aber auch, eine große ten und an alle beteiligten Institutionen, darunter Young
blau-weiße Torte anzuschneiden und mit israelischen WIZO, die ZJD, die I. E. Lichtigfeld-Schule sowie das
Spezialitäten verwöhnt zu werden. Eine Jahrmarktstim- Jugendzentrum Amichai und Zvi Bebera, der mit einer
mung machte sich auf dem Hof und im Foyer bei all den großen Gruppe Jugendlicher an vielen Ständen tatkräftig
kulinarischen Ständen breit, und Spiel und Spaß für die mitgeholfen hat.
Kinder durften bei alledem nicht fehlen. Toda Raba und Am Israel Chai. // Red.
links:
Bei der Musik von Miri Mesika und
ihrer Band hielt es kaum noch
jemanden auf den Stühlen.
rechts:
Die große blau-weiße Geburts-
tagstorte gehört bei einer Jom
Ha’azmaut-Feier selbstverständlich
dazu.
JGZ 2/2016 | Juli Seite 11GemeindePanorama
Kindergarten Westend
Der Kindergarten
Westend feiert
Kabbalat Schabbat
„Dass wir jetzt in die Schule gehen,
das freut uns wirklich sehr.
Wir sind zu groß für den Kindergarten,
drum kommen wir nicht mehr.“
Foto: robi Güver
Erzieherinnen, Mütter und Töchter entzündeten gemeinsam die Schabbatlichter.
Unter diesem Motto stand die große Kabbalat Tänzen der einzelnen Gruppen. Zum Dank Ein großes DANKESCHÖN
Schabbat Feier am 17. Juni im Festsaal des für ihre Mitwirkung erhielten die kleinen Dem hervorragenden Kindergartenteam, das
Ignatz Bubis-Gemeindezentrums, bei der sich Stars von Morgen ihre schon sehnsüchtig er- mit unermüdlicher Energie, Kreativität und
unsere zukünftigen Schulkinder gemeinsam warteten bunten Schultüten und eine Lek- Liebe mit den Kindern das bunte, schöne
mit Kindern aus dem Kindergarten Bereschit türe zum Schulanfang. Programm vorbereitet und gestaltet hat, sei
in die Sommerferien verabschiedeten. Dann war es so weit, Erzieherinnen, an dieser Stelle ein großes Dankeschön aus-
Mütter und Töchter zündeten gemeinsam gesprochen. Ebenso an Rabbiner Soussan.
Festliche Stimmung die Schabbat-Kerzen an und Rabbiner Juli- Für die großartige Unterstützung von Dani-
Weiß gekleidete Jungen und Mädchen kamen an-Chaim Soussan eröffnete vor den etwa ela Sobol bei der Planung für die Feier und
zusammen mit ihren Eltern, Geschwistern 200 Gästen den offiziellen Teil des Kabbalat für die Hilfe unserer beiden Hausmeister Ste-
und Großeltern, ja sogar Tanten und Onkeln. Schabbat. Das anschließende leckere Festes- fan Kulesza und Walter Ullmann ebenfalls
Nach der Begrüßung begann das Pro- sen vom Sohar´s Restaurant schmeckte allen ein herzliches DANKESCHÖN.
gramm mit den im Kindergarten eingeübten gut und trug zur festlichen Atmosphäre bei. // ElVira GüVEr,
leIteRIn DeS KItA- beReICHS WeStenD
Fotos: rafael Herlich
Jom Ha‘atzmaut
Mit einer großen blau-weißen leckeren
torte, israelfähnchen und fröhlichen
israelischen tänzen feierten die Kinder
des Kindergartens und der Krippe
gemeinsam den 68. Geburtstag des
Staates israel.
Schawuot
Fotos: rafael Herlich
Bei strahlendem
Sonnenschein feier-
ten wir im großen Kreis auf unserem Spielplatz
auch das Schawuot-Fest. Mit Blumenkränzchen
auf dem Kopf, Obstkörbchen auf den Schulten
und kleinen Thorarollen in den Händen wur-
de getanzt und sich vergnügt. Das milchige
Eis für die Kinder war eine gelungene
Überraschung obendrein.
JGZ 2/2016 | Juli Seite 12Gemeindepanorama
Kindergarten Röderbergweg /
Sommerrätsel
Foto: Kindergarten Röderbergweg
Kindergarten Passend zum bevorstehenden Schawuot-Fest, das mit
Röderbergweg einbezogen werden sollte, kamen die Kinder weiß
gekleidet, mit wunderschönen Blumenkränzen ge-
Für unser Sommerfest schmückt. Unter der Regie von Tamar Noemark
war uns das wahrlich tauchten die Gruppen mit Tänzen und Liedern das
unbeständige diesjährige Außengelände des Kindergartens in festliches Licht.
Wetter glücklicherweise gut Nachdem die Bikkurimkörbchen auf dem prachtvoll
gestimmt und alle Aktivitä- geschmückten Tisch abgestellt worden waren, began-
ten konnten unter freiem nen die einzelnen Gruppen mit ihren Vorführungen.
Himmel stattfinden. Nach der Bühnenshow ging der Spaß auf dem
Spielplatz weiter. Ein wunderbares Buffet des Restau-
rant Sohar‘s und andere Köstlichkeiten brachten die
Kinderaugen zum Leuchten.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle,
die uns bei der Vorbereitung tatkräftig unterstützt haben.
// Shira Malloy,
Leiterin des Kindergartens Röderbergweg
Die Auflösung zu den Rätseln findet Ihr auf der Seite 57
JGZ 2/2016 | Juli Seite 13Gemeindepanorama
Jubiläum
Die I. E. Lichtigfeld-Schule
50 Jahre I. E. Lichtigfeld-Schule
In diesem Jahr begeht die Schule der Jüdischen Gemeinde Frankfurt ihr 50-jähri-
ges Bestehen. Die Geschichte einer außergewöhnlichen Bildungsstätte.
1804 bis 1942 200 Schülerinnen und Schüler konzipiert, doch stieg die
Als 1804 Mayer Amschel Rothschild seinen Prokuristen Zahl durch die Zuwanderung der Juden aus der ehema-
Siegmund Geisenheimer damit beauftragte, eine Bil- ligen Sowjetunion schon bald auf über 330 an.
dungsstätte für jüdische Jungen aus bedürftigen Fami-
lien zu gründen, ahnte noch niemand, welchen Stein er 9. Februar 2004
damit ins Rollen bringen würde. Das Gebäude des Philanthropins in der Hebelstraße
In den darauf folgenden mehr als hundert Jahren wurde an die Jüdische Gemeinde zurückgegeben.
entwickelte sich das Philanthropin zu einer Bildungsein-
richtung, in der moderne Pädagogik, religiöse Reformen 29. August 2006
und Bildung für Mädchen und junge Frauen eine einma- Das Schuljahr 2006/2007 markierte für die I. E. Lich-
lige Verbindung eingingen. 1939 fand die letzte Abitur- tigfeld-Schule eine neue Ära. Sie umfasste den Um-
prüfung statt. 1942 wurde die Schule durch die Natio zug aus der Savignystraße in die Hebelstraße sowie
nalsozialisten endgültig geschlossen. die Erweiterung zur Ganztagsschule und um den
Gymnasialzweig bis zur 9. Klasse.
18. April 1966 All dies erforderte einen komplexeren Schul-
Auch als an diesem Tag in der Friedrichstraße 29 die ers- betrieb als bisher. Die Einführung von Förderpro-
te Jüdische Grundschule der Nachkriegszeit in Deutsch- grammen für hochbegabte und lernschwache Schü-
land eröffnet wurde, ahnte noch niemand, welche Ent- lerinnen und Schüler und die technisch modernste
wicklung damit angestoßen wurde. Ausstattung waren die Folge. Mit zeitweise bis zu 400
Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt, fing die Schule jüdischen und nichtjüdischen Schülerinnen und Schü-
mit einer Ersten und einer Zweiten Klasse mit insgesamt lern und einem Lehrkörper von bis zu 70 Lehrerinnen
30 Kindern an. Als ein „Experiment und ein zartes Pflänz- und Lehrern hat die Schule die Größe erreicht, die je-
chen, das noch viel begossen werden muss“, bezeichnete nem Philanthropin, das 1908 erbaut wurde, entspricht.
Rabbiner Lichtigfeld die Schule bei der Eröffnung. Alexa Brum, die 1992 die Schulleitung von Ruth
Mit Ruth Moritz als Schulleiterin gewann die Ge- Moritz übernahm, hat all diese Entwicklungsschritte mit
meinde eine Pädagogin, die den offenen Charakter der entfaltet und speziell die jüdischen Fächer weiter im Un-
Schule repräsentierte und sich in die Situation der dama- terrichtsprogramm verstetigt.
ligen Nachkriegsgemeinde einfühlen konnte. Bis zu ihrer
Pensionierung im Jahr 1992 leitete sie die Schule, die seit Juni 2014
dem Tod von Rabbiner Isaak Emil Lichtigfeld 1967 dessen Nach der Verabschiedung von Alexa Brum in den Ru-
Namen trägt. 1968 erhielt die Schule die staatliche Aner- hestand, übernahm Dr. Noga Hartmann die Schullei-
kennung und entwickelte sich schnell zu einer zentralen tung. Ihre Einstellung geht einher mit der Planung der
Einrichtung der Jüdischen Gemeinde. gymnasialen Oberstufe, deren Realisierung für das Jahr
2018/19 vorgesehen ist. Die Pläne sehen vor, dass die
14. September 1986 Grundschule aus dem Philanthropin in einen Neubau in
Der Bau des neuen Gemeindezentrums beinhaltete auch der Westendstraße umzieht und damit Platz macht für
den Umzug der Schule. Zwei Etagen des Neubaus in der die gymnasiale Oberstufe.
Savignystraße und der Ausbau um die zweijährige För-
derstufe haben die Schule räumlich und inhaltlich auf Der Festakt zum Schuljubiläum fand am 13. Juli statt.
ein neues Niveau gehoben. Das Schulgebäude war für Die JGZ berichtet darüber in der nächsten Ausgabe.
// Dr. Susanna Keval
JGZ 2/2016 | Juli Seite 141966 – 1986
2006 – 2016 Die erste Station der Schule
im Gebäudekomplex der
Westend-Synagoge
Das heutige Domizil im
Philanthropin in der
Hebelstraße
Ein historischer Tag. Die Schuleröffnung
am 18. April 1966. v.l.n.r.: Schulleiterin
Ruth Moritz, Mitglied des Gemeinderats
Moritz Gertler und Gemeinderabbiner
Dr. Isaak Emil Lichtigfeld
Foto: Jüdisches Museum Frankfurt/M
Foto: privat
ABC-Schützen von damals: Die Schultüten
waren auch 1966 bereits ein Muss.
Einbringung der Thorarolle im
Dezember 2009
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Fotos: Rafael Herlich
1986 – 2006
Einweihung des Basketballkorbs auf
dem Schulhof
Die zweite Station im neu
erbauten Gemeindezentrum
in der Savignystraße
JGZ 2/2016 | Juli Seite 15GemeindePanorama
i.e. Lichtigfeld-Schule
Schawuot
Alle Fotos: Rafael Herlich
oben:
Schawuot in der Lichtigfeld-Schule
Zum Schmücken bereit:
die Thora-Rolle der
Lichtigfeld-Schule
Der Einzug der
E1- und E2-Kinder
Es ist schon Tradition, dass zu Schawuot die Kinder der Eingangsstufe ins Phi-
lanthropin kommen, um, weiß bekleidet und mit prächtigen Blumenkränzen
rechts: geschmückt, bei schönem Wetter auf dem Schulhof zu israelischen Melodien zu
Rabbiner Julian-Chaim
Soussan erläutert singen und zu tanzen.
die Bedeutung des
Thoraschmucks.
Dieses Jahr jedoch war das Schawuot-Fest ver- Eine große Bereicherung für alle und eine weitere
bunden mit einem ganz besonderen Ereignis. Etappe in der Verstetigung des religiösen und li-
Als am 8. Juni die E1- und E2-Kinder die Aula turgischen Wissens der Schülerinnen und Schüler,
betraten, konnten sie erleben, wie die Thorarol- freute sich Schuldirektorin, Dr. Noga Hartmann,
le, die die Schule 2009 erhalten hatte, wie eine bei der Begrüßung, denn auf diese Weise können
Braut unter einem Traubaldachin von Schülern die Jungen bereits lange vor ihrer Bar Mizwa auf
in die Aula gebracht wurde. Dann wurde sie mit ihren großen Auftritt vorbereitet werden.
Rimonim und einem prächtigen Thoraschild ge- Das Kollegium, die Elternvertreter und Schü-
schmückt und mit einem Jad, dem Thorazeiger, lerinnen des Kaiserin-Friedrich- Gymnasiums in
versehen. Damit kann die Thorarolle, nun mit Bad Homburg waren zu Gast und genossen die
dem traditionellen Zierwerk ausgestattet, für feierliche und zugleich ernste Atmosphäre.
G“ttesdienste benutzt werden. Und tatsächlich:
Seit Schawuot bietet Rabbiner Julian-Chaim
Soussan jeden Donnerstagmorgen vor Unter- Schawuot – ein alljährliches
richtsbeginn einen G“ttesdienst mit einer Thora
lesung an.
Fest der Sinne
Ermöglicht wurde der Kauf des Thora-
schmucks durch die Spende des Bankhauses Sal. Nachdem Rabbiner Soussan die Bedeutung des
Oppenheim, die die Lichtigfeld-Schule im ver- Thoraschmucks erläutert hatte, erklärten die
gangenen Jahr bekam und die für diesen Zweck Sechstklässler die Bedeutung von Schawuot.
verwendet wurde. Yodfat Rosenblatt, Lehrerin Danach gab es wie immer für alle Klassen
für Religion, ist eigens nach Israel gefahren, um die traditionelle Quarkspeise, die gemeinsam in
den Thoraschmuck zu besorgen. den Klassenräumen verzehrt wurde. // Red.
JGZ 2/2016 | Juli Seite 16American Hebrew Academy
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I. E. Lichtigfeld-Schule
Jom Ha‘Shoah
Es ist wichtig und richtig,
A
m 4. Mai fand die Gedenkstun-
de erstmals im Festsaal des Ignatz
hier zu stehen
Bubis-Gemeindezentrums statt. Die
Schülerinnen und Schüler hatten dafür im
Deutschunterricht Biografien von Familien-
angehörigen oder von Bekannten recher-
Das Gedenken anlässlich Jom Ha‘Shoah, gestaltet von Schülerinnen und chiert und deren Schicksale sorgsam aufge-
schrieben. Sechs dieser Lebenswege wurden
Schülern der 8. Klasse der Lichtigfeld-Schule, gehört seit vielen Jahren
der Sekundarstufe, den Eltern, Lehrkräften
zum festen Bestandteil der Erinnerungskultur der Jüdischen Gemeinde
und Gemeindemitgliedern vorgetragen.
Frankfurt. Zuvor erinnerte der Vorstandsvorsit-
zende, Prof. Dr. Salomon Korn, dass allein
Alle Fotos: Rafael Herlich
in Israel heute noch an die 190.000 Holo-
caustüberlebende leben. Viele von ihnen
werden von der Hilfsorganisation Amcha be-
treut, viele aber können bis heute über das
erlittene Leid nicht sprechen. Umso wichti-
ger sei es, dass die Lichtigfeld-Schule mit die-
sem Projekt diesen Überlebensgeschichten
einen Ausdruck verleiht.
Wie fühlt es sich an, über den Holocaust
zu recherchieren? Das war eine der Aus-
gangsfragen, die sich die Schülerinnen und
Schüler dieses Jahr stellten. Es fühlt sich
wichtig und richtig an, war das Fazit.
Illustriert mit Fotografien von damals
und von heute konnten die Zuhörer dann
die bewegenden Geschichten von Efraim
Leibowitz, dem Urgroßvater von David Lie-
bensohn hören, der das Vernichtungslager
„Jechol isch jesch Auschwitz überlebt hatte und von Schihe
schem – Jeder Mensch Katz, dessen Odyssee durch mehrere Ghettos
hat einen Namen“
seine Enkelin Vanity schilderte.
Jennifer Esther Steinitz berichtete über
das Schicksal von Eva Szepesi, das vielen in
der Jüdischen Gemeinde durch ihre eigenen
Erzählungen bekannt ist. Claudia Alexandra
Feldmann, schilderte, wie ihr Großvater Ale-
Fotos: Rafael Herlich
xandr in der ehemaligen Sowjetunion den
Beginn des Zweiten Weltkriegs erlebt hat-
te, und Bella Endzweig die Geschichte ihres
Großvaters Felix.
Es fühlt sich gut an, die Familiengeschichten zu recherchieren. Im Anschluss an jede der sechs Ge-
schichten wurde in Gedenken an diese Per-
son und die sechs Millionen Opfer der Shoah
eine Kerze angezündet.
Amelie Fischmann sang in Begleitung
des Schulchors das Lied „Jechol isch jesch
schem – Jeder Mensch hat einen Namen“.
Rabbiner Julian-Chaim Soussan und Rab-
biner Avichai Apel sprachen das Kaddisch-
gebet. Kantor Yoni Rose sang das El Mole
Prof. Dr. Salomon Korn erinnerte an Rachamim. // Red.
die 190.000 Holocaust-Überlebenden,
die in Israel leben.
Sechs Kerzen für sechs Einzelschicksale und sechs
Millionen Opfer
JGZ 2/2016 | Juli Seite 18GemeindePanorama
I. E. Lichtigfeld-Schule
Lesewettbewerb
„Read and Win“
Unter diesem Motto stand der diesjährige Lesewettbewerb
der Lichtigfeld-Schule am 17. Mai.
Vor der gesamten Schul-
gemeinschaft aufzutreten,
das ist für die E1- und E2-
Kinder eine echte Heraus-
forderung.
Die glücklichen Gewinner
der Klassenstufen 2 bis 9
Lesetechnik, Interpretation und Lesetempo. Das sind die
drei Kriterien, auf die es bei diesem Lesewettbewerb an-
kommt und um die die Sieger der Klassen E 1 bis 9 um
den besten Vortrag wetteiferten.
Der vor zwei Jahren von der Fachkonferenzleiterin
für Deutsch, Dr. Elke Maiwald, ins Leben gerufene Wett-
bewerb gehört inzwischen zum festen Bestandteil des
Schullebens und ist bei den Schülern und Lehrern glei-
Fotos: Dorothea Imre-Fecske
chermaßen beliebt. Denn angesichts der digitalen Medi-
en gerät das laute und öffentliche Vorlesen immer mehr
in den Hintergrund. Vor allem die Eingangsstufenkinder
sind bei dem Wettbewerb besonders engagiert. Vor der
gesamten Schulgemeinschaft auf der Bühne zu sein und
Gehör zu finden, das ist schon aufregend, wenn man das
Lesen gerade erst gelernt hat. Und auch in diesem Jahr
war zu beobachten, dass die Jüngeren für die Älteren rigsten Worte klar und deutlich ausgesprochen wurden.
eine Motivation sind, ihr Lesevermögen zu verbessern. Die Jury, bestehend aus Konrektor Dr. Klaus Har-
Nicht umsonst wurden die E1- und E2-Kinder von der tenfeller, Herrn Bender von der Deutschen Nationalbi-
Schulgemeinschaft besonders angefeuert. bliothek und Frau Kummetat, Ausbilderin an der Lich-
So gaben sich die Abenteuer des „Drachens Kokos- tigfeld-Schule, freuten sich über das Engagement der
nuss“, des „Bärs, der ausreist“ der befreundete „Leopard Kinder.
Rigo und die Maus Rosa“, der Froschkönig und die Ge- Schulleiterin Dr. Noga Hartmann gratulierte den Ge-
schichte „Bitterschokolade“ von Mirjam Pressler auf der winnern, und die Trommel AG unter der Leitung von
Bühne die Hand, und die Kinder beeindruckten mit ih- Herrn Heidenreich heizte mit dem Groove „I like to
rem gut verstehbaren Vortrag, bei dem auch die schwie- move it, move it“ in den Lesepausen richtig ein. // RED.
JGZ 2/2016 | Juli Seite 19GemeindePanorama
I. E. Lichtigfeld-Schule
Schüler machen Zeitung
Zum 400. GeBurtstaG
von miGuel De cervantes
En un lugar de la Mancha ...
An einem Ort in der Mancha...
So beginnt der wohl bekannteste spanische Ro-
man „Don Quijote de la Mancha“. Miguel de
Cervantes Saavedra ist der Autor. Er verfasste
viele Romane und Novellen und hatte ein inte-
ressantes Leben. Am 22. April 2016 lag der Tod
Foto: i. E. lichtigfeld-Schule
des Schriftstellers genau 400 Jahre zurück.
1547 wurde Cervantes in Alcalá de Hena-
res geboren. Er stammte aus ärmlichen Verhält-
nissen und wurde Soldat in der Armee des spa-
nischen Königs. Am 7. Oktober 1571 kämpfte
er in der Schlacht um Lepanto (Italien), in der
Die Enkel des ehemaligen er eine Hand verlor. Das Pech verfolgte ihn je-
Sportlehrers Emil Stelzer zu doch weiter und 1575 wurden sein Bruder und
Besuch im Philanthropin. er in Argel versklavt, bis sie fünf Jahre später
Gäste aus üBersee freigekauft wurden. Zwei Jahre später verfasste
Cervantes sein erstes Werk „El trato de Argel“.
Im Jahre 1597 holte ihn das Pech wieder ein:
im rahmen des programms der Stadt Frankfurt Als Steuereintreiber der Kirche wurde er be-
am Main, ehemalige jüdische Frankfurter, inzwi- schuldigt, er habe einen Teil des gesammelten
schen auch der zweiten und dritten Generation, Geldes für sich behalten. Während der Haft be-
in ihre frühere Heimatstadt einzuladen, durf- gann er sein Meisterwerk, „El ingenioso hidalgo
ten wir, die Schüler der Klasse 9a, am 23. Mai Don Quijote de la Mancha“ zu schreiben. Wegen
zwei Enkel und einen urenkel von Emil Stelzer, seiner kritischen Haltung der Kirche gegenüber
einem ehemaligen Sportlehrer im philanthropin, wurde Cervantes aus der Kirche verbannt. Doch
begrüßen. die Menschen auch außerhalb Spaniens erkann-
ten sein Talent – darunter auch William Shake-
speare. Er und sein Schriftstellerkollege John
Unsere Schule war, bevor sie 1942 von den Nationalso-
Fletcher verfassten gemeinsam ein Buch, in dem
zialisten geschlossen wurde, das größte und älteste jüdi-
einer der Charaktere – so glaubt man – auf Don
sche Gymnasium in Deutschland. Emil Stelzer und seine
Quijote zurückgeht. Heute gilt Miguel de Cer-
Frau Else wurden Anfang des Jahres 1944 im Konzentra-
vantes neben William Shakespeare als einer der
tionslager ermordet. Ihre beiden Töchter Marianne und
größten Literaten der Welt.
Ilse, damals gerade ein und sieben Jahre alt, wanderten
Habt ihr jetzt nicht auch Lust, Cervantes zu
nach dem Krieg mit ihrem Großvater, Emil Stelzers Va-
lesen?
ter, in die USA aus und wurden dort adoptiert.
Héctor Pío-Rendón Gutmann, 5b
Mariannes in Kalifornien lebende Söhne Mark (53 J.)
und Steve Novins (50 J.) sowie ihr Enkel Trevor (17 J.)
erzählten die Geschichte ihrer Eltern und Großeltern,
von der sie selbst erst vor kurzem erfahren hatten, denn
zuhause wurde über diese Geschichte kaum gesprochen.
Sie zeigten uns alte Fotos und waren tief berührt, vor
dem ehemaligen Haus ihrer Familie unweit der Schule
die Stolpersteine zu sehen, aber auch davon, wie man
sich in Deutschland mit dem Thema Nationalsozialismus
auseinandersetzt.
Mara Fehlberg, 9a
JGZ 2/2016 | Juli Seite 20GemeindePanorama
I. E. Lichtigfeld-Schule
Schüler machen Zeitung
Interview mit dem israelischen
Generalkonsul Dr. Dan Shaham
Anlässlich des 4. Deutsch-Israelischen Freund-
schaftstages fand in der Aula unserer Schule
am 19. Mai eine Festveranstaltung statt, bei
der unsere Zeitung Gelegenheit hatte, mit dem
Schüler im Philanthropin von damals
israelischen Generalkonsul, Dr. Dan Shaham, ein
Interview zu führen.
Interview mit Uri Seller, Wie sehen Sie heute die Beziehungen zwischen Deutschland
und Israel?
in der NS-Zeit Grundschüler Die Beziehungen und vor allem die diplomatischen Be-
Foto: Rafael Herlich
am Philanthropin
ziehungen zwischen Israel und Deutschland sind sehr
wichtig. Es ist wichtig, dass Israel als einzige Demokratie
im Nahen Osten, die Unterstützung von der Bundesre-
Uri Seller, ein ehemaliger Schüler des Philanthropin, be- publik erhält. Israel hingegen kann mit einer
suchte am 25. Mai seine ehemalige Grundschule und gab der besten High-Tech-Industrien der
uns ein Interview. Welt sowie seinen besonders kreati-
ven Menschen ebenfalls Deutsch-
Als Erstes interessierte uns, wie er sich als Holocaust-Überlebender land unterstützen.
heute in Deutschland fühlt:
„Es ist nicht das Deutschland, wie es früher war. Das Leben geht Welche Auswirkung hat die
weiter und der Holocaust ist schon viele Jahre her. Die Menschen Flüchtlingssituation auf die Bezie-
haben sich verändert und ich denke, dass das die Deutschen nie wie- hungen der beiden Staaten?
der zulassen würden.“ Es ist wichtig, den Flüchtlingen
Er fühle sich wohl hier, jedoch Deutsch habe er seit seinem ach- und ihren Kindern zu zeigen,
ten Lebensjahr nicht mehr gesprochen. Als er noch sehr klein war, dass der demokratische Rahmen
erlebte er den Antisemitismus in Deutschland und erinnert sich noch ihnen und ihren Kindern ein besse-
heute daran, wie er von nichtjüdischen Kindern ausgelacht und ge- res Leben bietet, ein Leben in Ruhe und
hänselt wurde. Seller hatte Angst und verstand nicht, was um ihn Frieden.
herum geschah. Ständig verschwanden Kinder und Lehrer seiner
Schule und kehrten nicht wieder zurück. In der Hoffnung, ihren Wie beurteilen Sie die Beziehungen zwischen Deutschland
Sohn zu retten, schickte seine Mutter Uri im Alter von neun Jahren und dem Iran?
mit einem Kindertransport nach England. Uri Seller beschäftigt bis Die Beziehungen mit dem Iran beruhen lediglich auf
heute die damalige Sicht seiner Mutter: wirtschaftlichen Interessen.
„Ich kann es mir nur sehr schwer vorstellen, wie eine Mutter
ihr Kind gehen lassen kann. Zwar in Sicherheit, aber trotzdem in ein Wie sehen Sie das Verhältnis zwischen Israel und dem Dias-
fremdes Land und in eine ungewisse Zukunft. Von da an war ich in pora-Judentum?
einer anderen Familie.“ Die kümmerte sich um ihn und er begann Für mich sind die Israelis und die Juden in der Diaspora
sich wohl zu fühlen, aber: „Wir waren von unseren richtigen Eltern wie eine große Familie und eine große Gemeinschaft.
getrennt und nicht mehr auf sie angewiesen. Das heißt nicht, dass
wir unsere Eltern nicht doch brauchten und dass wir uns nicht ein- Was mögen Sie an Deutschland und was vermissen Sie?
sam fühlten, aber wir haben es akzeptiert und einfach weitergelebt.“ An Deutschland mag ich die Promenaden an Rhein und
In England war er zwar in Sicherheit, aber trotzdem in ständiger Main, die Wälder und die Berge. Besonders vermisse ich
Angst, der Krieg könne auch dorthin kommen, doch reden konnte er die israelische Sonne und ein paar besondere Menschen.
über seine Angst nicht.
„Als Kind, habe ich mich nicht getraut zu fragen. Ich konnte Interview und Übersetzung aus dem Hebräischen
einfach nicht glauben, wie Menschen anderen Menschen so etwas May Hartmann, 9a
Grausames antun konnten.“
Heute redet Uri Seller offen über seine Erfahrungen. Keiner aus
seiner Familie hat den Holocaust überlebt.
Lyel Ehrlich, 7b
JGZ 2/2016 | Juli Seite 21GemeindePanorama
Jugendzentrum Amichai
Ausflug in den Europa-Park in Rust /
Jom Hasikaron
Foto: Jugendzentrum
Der Besuch im Europa-Park in Rust ist ein Highlight im Veranstaltungskalender des Jugendzentrums „Amichai“.
Amichai-Fun im Europa Park
Vom 5. bis zum 6. Mai besuchten wir mit 70 Kindern und J ugendlichen den Europa-Park in Rust in Baden-Württemberg.
Auf diesen Tag wurde schon lange hin gefiebert, denn die Kinder freuten sich nicht nur auf zwei volle Tage mit ihren Freunden, son-
dern auch auf die Übernachtung in Tipi-Zelten mit Lagerfeuer und Grillen. Am Donnerstagnachmittag tobte sich unsere Gruppe im
Park aus und erkundete die vielen Attraktionen und am Abend genossen alle die entspannte Atmosphäre am Lagerfeuer. Zum Ab-
schluss hatten die Madrichim ein amüsantes Abendprogramm vorbereitet. Am nächsten Tag, nach einem reichhaltigen Frühstück,
stürmten die Kinder erneut in den Park und bekamen vom Achterbahnfahren, Wasserparkrutschen und den Stunt-Shows nicht ge-
nug.Müde, aber zufrieden ging es dann für alle am Spätnachmittag nach Hause. Macht Euch heute schon bereit auf Europa-Park 2017!!!
// Zvi Bebera, Leiter des Jugendzentrums „Amichai“
Jom Hasikaron
Anlässlich Jom Hasikaron fand im Jugendzentrum das
Gedenken an die gefallenen israelischen Soldaten statt.
In Anwesenheit von Gemeindevorstand Marc Grün-
baum, Rabbiner Julian Chaim Soussan und Kantor Yoni
Rose haben die Jugendlichen Texte und Gedichte vor-
Foto: Rafael Herlich
getragen, die teilweise von den Angehörigen der Gefal-
lenen, manche aber auch von den gefallenen Soldaten
selbst geschrieben worden waren. Das Gefühl der Trauer
hielt den ganzen Abend an und erzeugte bei allen ein
Gefühl enger Verbundenheit. Ein stilles Gedenken an die gefallenen israelischen Soldaten
JGZ 2/2016 | Juli Seite 22GEMEinDEpanoraMa
Jewish Experience
PlatZ für familien, stuDenten unD JunGe erwachsene
Auch in den letzten Monaten hat Jewish Experience eine Vielzahl
von Aktivitäten angeboten.
Dabei freuen wir uns vor allem über Interpretationen von Dr. Eli Quensel und die „Mishpacha“ heißt. Dieses anspruchsvolle
den neuen Eventadministrator, Konsta Fallstudien zur jüdischen Geschäftsethik von Programm, das für Kinder und Eltern gleich-
Der neue Dulin, der das Team unserer Volon- Meir Lisserman fesselten die Teilnehmer bis zeitig angeboten wird, erfreut sich immer
Eventadmi- täre seit Juni 2016 unterstützt. Nach zum Sonnenaufgang. größerer Beliebtheit. Die Erfolge bleiben
nistrator
seiner aktiven Zeit bei J-Exp hat Lest auf Facebook über „Jewish Experi- nicht aus. So traten in diesem Schuljahr die
Konsta
Konsta freiwilligen Dienst bei der isra- ence“ und kommt zu unserem nächsten gro- Mishpacha-Kinder bei „Jugend musiziert“
Dulin
elischen Armee absolviert, eine Jeshi- ßen Event – der Rosh Hashana Experience, und beim Mendelssohn-Wettbewerb auf.
wa besucht und kam nach fast zwei die vom 2. bis 4. Oktober stattfinden wird. Ins neue Schuljahr starten wir am Sonn-
Jahren zurück nach Frankfurt, um hier sein tag, 28. August, und freuen uns auf Sie.
Studium zu beginnen. Er unterstützte uns Sonntagsschule Mishpacha
bereits bei der Organisation des Schawuot- Bereits seit August 2011 gedeiht in der Jü- Anmeldung unter mishpacha@j-exp.de
Seminars und der alljährigen Lernnacht, ei- dischen Gemeinde Frankfurt eine einzig- www.j-exp.de · info@j-exp.de
ner erfolgreichen Kooperation zwischen dem artige Sonntagsschule, die nicht umsonst Anastasia, Inna, Konsta, Meir und Polina
Rabbinat der Jüdischen Gemeinde und J-Exp.
Trotz der Fußball EM nahmen an die siebzig
Gemeindemitglieder und Gäste an den inspi-
rierenden Schiurim teil. Die spannende Reise
durch die Zehn Gebote mit Gemeinderabbi-
ner Julian-Chaim Soussan, entlang der Glau-
bensgrundsätze mit Dr. Ilja Levkovich, die
Fotos: Jewish Experience
Die Schawuot-Experience 2016
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