Geschäftsbericht 2012 Departement der Industriellen Betriebe
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2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Bild: Bauarbeiten für Glasfasernetz
Geschäftsbericht 2012
Departement der Industriellen Betriebe
Geschäftsbericht 2012 Departement der Industriellen Betriebe 313Inhaltsverzeichnis Geschäftsbericht
Departement der Industriellen Betriebe
1. Vorwort 315
2. Legislaturziele und Jahresschwerpunkte 316
3. Kennzahlen Departement der Industriellen Betriebe 317
4. Departementssekretariat, Fachstellen, Dienstabteilungen 318
4.1 Departementssekretariat 318
4.1.1 Aufgaben 318
4.2 Energiebeauftragte 318
4.3 Wasserversorgung 319
4.3.1 Aufgaben 319
4.3.2 Jahresschwerpunkte 319
4.3.3 Kennzahlen Produktion und Leitungsnetz 319
4.3.4 Personal 320
4.3.5 Arbeitssicherheit und Umwelt 320
4.3.6 Finanzen und Informatik 320
4.3.7 Produktion 320
4.3.8 Wasserverteilung 321
4.3.9 Qualitätsüberwachung 322
4.4 Elektrizitätswerk 322
4.4.1 Aufgaben 322
4.4.2 Jahresschwerpunkte 322
4.4.3 Stromzukunft und Unternehmensstrategie 323
4.4.4 Energieproduktion 323
4.4.5 Markt und Kunden 327
4.4.6 Energieberatung 327
4.4.7 Energiedienstleistungen 328
4.4.8 Netzbetrieb 328
4.4.9 Telecom 331
4.4.10 Stromsparfonds 331
4.4.11 Mitarbeitende 331
4.4.12 Finanzielles 331
4.5 Verkehrsbetriebe 332
4.5.1 Aufgaben 332
4.5.2 Jahresschwerpunkte 332
4.5.3 Kennzahlen Fahrgäste und Angebot 333
4.5.4 Nutzen für die Kundschaft 333
4.5.5 Fahrzeuge, Systeme und Anlagen 337
4.5.6 Substanzerhaltung 337
4.5.7 Mitunternehmerinnen und Mitunternehmer 338
4.5.8 Finanzen 338
5. Parlamentarische Vorstösse 339
Geschäftsbericht 2012 Departement der Industriellen Betriebe1. Vorwort
Das ewz steht aber auch in seinem Kerngeschäft vor grossen
Herausforderungen. Nicht nur muss das ewz die Wind- und
Solarenergie massiv ausbauen und konsequent darauf hinar-
beiten, dass es die Wasserkraft in Graubünden weiterhin nutzen
kann. Darüber hinaus ist das ewz einem teilweise freien Markt
ausgesetzt und muss alles daransetzen, seine Kundinnen und
Kunden zu behalten und neue hinzuzugewinnen.
Auch im Jahr der VBZ sind Meilensteine zu verzeichnen. Für
den weiteren Ausbau des Liniennetzes hat der Stadtrat dem
Gemeinderat 11,4 Mio. Fr. für den städtischen Beitrag an die
Tramverbindung Hardbrücke beantragt und damit die politi-
sche Diskussion über das Projekt eingeleitet. Auch auf dem
Papier haben die VBZ etwas bewegt, indem sie sich mit dem
ZVV auf eine Zielvereinbarung geeinigt haben. Somit steht fest,
dass die VBZ bis 2016 ihre Kosten dauerhaft um gut 16 Mio. Fr.
Andres Türler. (Bild: Désirée Good) senken und die Erträge aus der Verkehrsmittelwerbung um
mindestens 2,5 Mio. Fr. steigern müssen. Im Gegenzug erfolgt
«Das Ja zum Objektkredit in dieser Periode keine Ausschreibung von Fahrleistungen.
ist ein Bekenntnis für die Glasfaser Bei der Wasserversorgung standen keine Projekte für eine
grössere Erneuerung oder Veränderung an. Einmal mehr hat
als zeitgemässe Kommunikations- sie aber ihren Grundauftrag, nämlich, rund um die Uhr frisches
technologie, aber auch dafür, Trinkwasser in bester Qualität zu liefern, einwandfrei erfüllt.
Medien versuchten zwar, mit Mitteilungen über Medikamen-
dass ein solches Netz in die Hand tenrückstände am guten Ruf des Züriwassers zu rütteln. Dabei
haben sie ausser Acht gelassen, dass Spurenstoffe in jedem
der Öffentlichkeit gehört.» Lebensmittel enthalten sind und dank ausgeklügelter Techno-
logie auch in jedem Trink- oder Mineralwasser nachgewiesen
Höhepunkt des DIB-Jahres war für mich das klare Abstim- werden können. Die Wasserversorgung weist diese Werte auf
mungsergebnis zum ewz.zürinet. Mit einem Ja-Anteil von ihrer Homepage regelmässig aus.
knapp 65 % zum Objektkredit von 400 Mio. Fr. haben die Stimm-
berechtigten grünes Licht für den Anschluss der Stadt Zürich
an die Zukunft gegeben: Das ewz und die Swisscom bauen
gemeinsam ein flächendeckendes Glasfasernetz. Das Ja ist
ein Bekenntnis für die Glasfaser als zeitgemässe Kommuni-
kationstechnologie, aber auch dafür, dass ein solches Netz Stadtrat Andres Türler
in die Hand der Öffentlichkeit gehört. Vorsteher Departement der Industriellen Betriebe
Geschäftsbericht 2012 Departement der Industriellen Betriebe 3152. Legislaturziele und Jahresschwerpunkte
Das Departement der Industriellen Betriebe ist aktuell an keinem jeweiligen Kapiteln erscheinen. Zudem gibt der Vorsteher in
gesamtstädtischen Legislaturziel direkt beteiligt. Daher erüb- seiner Einleitung einen Überblick über die Hauptereignisse des
rigt sich eine Berichterstattung an dieser Stelle. zurückliegenden Jahres. Auf ein weiteres Zusammentragen
derselben Inhalte wird an dieser Stelle verzichtet.
Die Jahresschwerpunkte des Departements ergeben sich aus
denjenigen der Dienstabteilungen, die unter Punkt 2 in den
316 Geschäftsbericht 2012 Departement der Industriellen Betriebe3. Kennzahlen Departement der Industriellen Betriebe
2008 2009 2010 2011 2012
Mitarbeitende total 3 554 3 655 3 740 3 740 3 833
– davon Frauen 577 612 627 650 691
– davon Männer 2 977 3 043 3 113 3 090 3 142
Ø Stellenwert-Äquivalent 3 324 3 395 3 461 3 498 3 537
Führungskader total 386 389 394 398 408
– davon Frauen 39 42 45 46 44
– davon Männer 347 347 349 352 364
Lernende total 88 91 88 91 84
– davon Frauen 19 23 17 12 11
– davon Männer 69 68 71 79 73
Anstellungen mit Beschäftigungsgrad ≥ 90.00 % (Vollzeitstellen)
Total 3 039 3 107 3 146 3 146 3 233
Frauen 325 340 354 365 401
Männer 2 714 2 767 2 792 2 781 2 832
Frauen in % 10.7 10.9 11.3 11.6 12.4
Männer in % 89.3 89.1 88.7 88.4 87.6
Anstellungen mit Beschäftigungsgrad = 50.00–89.99 % (Teilzeitstellen I)
Total 413 450 464 476 467
Frauen 207 221 224 239 239
Männer 206 229 240 237 228
Frauen in % 50.1 49.1 48.3 50.2 51.2
Männer in % 49.9 50.9 51.7 49.8 48.8
Anstellungen mit Beschäftigungsgrad = 0.01–49.99 % (Teilzeitstellen II)
Total 258 236 257 196 205
Frauen 60 63 61 56 61
Männer 198 173 196 140 144
Frauen in % 23.3 26.7 23.7 28.6 29.8
Männer in % 76.7 73.3 76.3 71.4 70.2
Personalaufwand 401 336 262 418 468 504 429 863 274 430 162 018 449 043 958
Sachaufwand 543 931 498 604 824 493 613 269 429 580 655 913 584 312 494
Übriger Aufwand 547 917 991 779 325 301 480 952 218 500 436 387 493 205 716
Total Aufwand 1 493 185 751 1 802 618 298 1 524 084 921 1 511 254 318 1 526 562 168
Bruttoinvestitionen 1 342 801 126 824 958 157 327 215 885 296 062 814 282 124 140
Definitionen:
In den jeweiligen Zahlen sind diejenigen Mitarbeitendenkreise berücksichtigt, die in den gesamtstädtischen Personalkennzahlen im Stadtratsteil genannt sind. Es werden alle Mitarbeitenden mit aktiver Anstellung
im Dezember gezählt. Mehrfachanstellungen werden einzeln mit dem entsprechenden Beschäftigungsgrad ausgewiesen .
1
2009 inkl. Aufwertung und Ausgliederung Übertragungsnetz ewz 453,6 Mio. Fr.
Geschäftsbericht 2012 Departement der Industriellen Betriebe 3174. Departementssekretariat, Fachstellen, Dienstabteilungen
4.1 Departementssekretariat
4.1.1 Aufgaben
Das Departementsekretariat ist der eigentliche «Konzernstab» Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten die Dienstabtei-
des Departementsvorstehers der Industriellen Betriebe. Es lungen in strategischen, rechtlichen und formalen Fragen und
unterstützt ihn bei der Entwicklung von Zielen und Strate- stehen ihnen bei der internen Kommunikation und der Öffent-
gien sowie deren Umsetzung. Es leistet ihm Support bei der lichkeitsarbeit zur Seite. Sie sorgen für einen reibungslosen
Vorbereitung und Erledigung der Geschäfte der Dienst- Informationsfluss zwischen den Dienstabteilungen und dem
abteilungen Wasserversorgung, Elektrizitätswerk, Verkehrs- Vorsteher und wirken ausserdem als Bindeglied zu andern
betriebe, der Erdgas Zürich AG und weiterer Beteiligungs- städtischen Dienststellen, aussenstehenden Organisationen,
gesellschaften. Einwohnerinnen und Einwohnern.
4.2 Energiebeauftragte
Die Energiebeauftragten führten die Umsetzung der Mass- Gesellschaft» vertreten die Energiebeauftragten in verschie-
nahmen gemäss Masterplan Energie der Stadt Zürich fort. denen Gremien die Interessen der städtischen Energiepolitik.
Gemeinsam mit siebzehn Dienstabteilungen und Werken, die
Ausserdem wirkten die Energiebeauftragten in verschiedenen
im Umsetzungsprozess involviert sind, definierten sie zahl-
Arbeitsgruppen mit, so stadtintern in der Umwelt- sowie in der
reiche energiepolitsche Massnahmen für 2012 und unterzo-
Fahrzeugkommission. Auch begleiteten sie die Überarbeitung
gen die jeweiligen Aktivitäten des Vorjahres einem Controlling.
der regionalen Richtplanung, die Umsetzung des Energie-
Ferner passten sie den Masterplan Energie hinsichtlich Metho-
coachings, das Projekt ewz-Stromzukunft 2012–2050, und sie
dik und Zielvorgaben an die Leitlinien der 2000-Watt-Gesell-
hatten Einsitz in der Strategiegruppe Entwicklung sowie in der
schaft an, was sich in einem Stadtratsbeschluss nieder-
Gruppe, die die Grundlagen für eine städtische Suffizienzstra-
schlug.
tegie erarbeitet. Stadtextern waren sie an der Stellungnahme
Die Energiebeauftragten trieben verschiedene strategische zur Energiestrategie 2050 des Bundes beteiligt, u. a. auch als
Vertiefungsprojekte voran, die auf dem «Konzept Energie- mandatierte Experten des Schweizerischen Städteverbands.
versorgung 2050 für die Stadt Zürich» basieren und langfristig
In der Funktion «Direktor des städtischen Stromsparfonds»
eine möglichst effiziente und CO2-arme Wärmeversorgung
prüften die Energiebeauftragten bei rund 400 Beitragsgesu-
zum Ziel haben. Zudem waren sie federführend bei der
chen, ob die massgebenden politischen Richtlinien eingehal-
Verlängerung der Stilllegungsfristen des Gasnetzes im Fern-
ten waren.
wärmegebiet Zürich-Nord.
Ausserdem tauschten sie national und international Erfahrun-
Erneut wurde die Stadt Zürich mit der höchsten Auszeichnung,
gen aus: regelmässig mit der kantonalen Energiefachstelle
«Energiestadt Gold», und dem European Energy Award Gold
und durch die Mitarbeit im Vorstand des schweizerischen
prämiert. Trotz verschärften Auditkatalogs erreichte sie ein
Trägervereins «Energiestadt», ferner in der Steuergruppe
landesweites Spitzenresultat. Die Energiebeauftragten be-
«EnergieSchweiz für Gemeinden», als Leiter der Arbeitsgrup-
gleiteten die Rezertifizierung.
pe der Energiebeauftragten der grossen Städte der Schweiz
Bei der Umsetzung des Forschungsschwerpunkts «Energie- und im Rahmen verschiedener Referate zur 2000-Watt-Gesell-
forschung Stadt Zürich – ein ewz-Betrag zur 2000-Watt- schaft an internationalen Fachtagungen.
318 Geschäftsbericht 2012 Departement der Industriellen Betriebe4.3 Wasserversorgung Die Wasserversorgung hat die Versorgungssicherheit mit
Trinkwasser in allen Lagen zu gewährleisten. Dazu zählen
im Speziellen die darin enthaltenen Vorkehrungen für die
4.3.1 Aufgaben Notwasserversorgung.
Die Wasserversorgung Zürich beliefert die städtischen Haus-
anschlüsse sowie im Rahmen vertraglicher Verpflichtungen 4.3.2 Jahresschwerpunkte
weitere 67 Gemeinden der Region mit qualitativ einwandfrei- Die Anlagen der Wasserversorgung sind in die Jahre ge-
em Trinkwasser. Sie ist für den gesamten Prozess von der Roh- kommen und verlangen nach umfangreichen, mehrjährigen
wassergewinnung über Aufbereitung und Qualitätskontrollen Sanierungs- und Erneuerungsmassnahmen, sodass auch in
bis zur Verteilung des Wassers im städtischen Leitungsnetz Zukunft die Versorgung der Stadt und der Region gewähr-
verantwortlich. Darin enthalten ist auch der Laborbetrieb. leistet ist. Beide Seewasserwerke – Moos und Lengg – sowie
Gleichzeitig erstellt, betreibt und unterhält sie die dazu nötigen das Grundwasserwerk Hardhof mussten dafür zeitweise
Anlagen. Darüber hinaus wird bei Neubauten die Erstellung der ausser Betrieb genommen werden. Gleichzeitig war eine
Wasserinstallationen kontrolliert. Der Bau und der Betrieb der Erneuerung der Steuerung erforderlich, wobei es sich um
städtischen Brunnen ergänzen die Aufgaben. ein mehrjähriges Projekt handelt. Darüber hinaus schränkten
Baumassnahmen den Betrieb zusätzlich ein, sodass die
Anlagendisposition stark gefordert war. Ohne den neuen
«Trinkwasserstollen Uetliberg», der die drei Produktions-
werke sowie die grössten Reservoire über ein grosskalibriges
Transportsystem miteinander verbindet, wären einige dieser
notwendigen Investitionen nicht möglich gewesen, ohne
die Versorgung zu gefährden. Der Nutzen des Stollens
wurde somit bereits deutlich. Auch die kommenden Jahre
werden im Zeichen dieser umfangreichen Erneuerungs-
projekte stehen.
4.3.3 Kennzahlen Produktion und Leitungsnetz
Die Kennzahlen zur Produktion und zum Leitungsnetz geben
einen Einblick in die Entwicklung der letzten fünf Jahre. Die
Ergebnisse von 2012 liegen im Bereich des Vorjahres. Ein-
Neuplatzierung «Sirius-Brunnen» beim Hallenstadion. (Bild: Wasserversorgung) deutige Tendenzen lassen sich nicht erkennen.
Kennzahlen Produktion und Leitungsnetz
2008 2009 2010 2011 2012
Produktion Seewasser (Mio. m3) 40.59 40.87 42.15 39.08 37.09
Produktion Grundwasser (Mio. m3) 5.15 7.83 6.37 9.23 10.75
Produktion Quellwasser (Mio. m ) 3
7.79 6.76 6.68 6.81 6.72
Wasserabgabe Stadt (Mio. m ) 3
43.66 45.06 45.58 43.50 44.19
Mittlere Tagesabgabe Stadt (m3) 119 291 123 447 124 833 119 171 120 750
Maximale Tagesabgabe Stadt (m3) 146 192 145 881 165 405 146 279 143 473
Wasserabgabe Partner (Mio. m ) 3
9.87 10.40 9.61 11.61 10.33
Mittlere Tagesabgabe Partner (m ) 3
26 964 28 507 26 339 31 822 28 225
Maximale Tagesabgabe Partner (m3)) 37 193 44 952 46 163 52 454 45 058
Mittlerer Tagesverbrauch (Liter pro Person) 317 322 326 324 310
Max. Tagesverbrauch (Liter pro Person) 388 380 432 379 368
Erneuerungsrate Rohrnetz (%) 1.89 2.30 2.30 2.50 2.00
Rohrbrüche 526 496 575 565 576
Geschäftsbericht 2012 Departement der Industriellen Betriebe 3194.3.4 Personal 4.3.7 Produktion
Ende 2012 waren bei der Wasserversorgung 269 Mitarbeite- Das Jahr war ereignisreich, verlief aber ohne Komplikationen.
rinnen und Mitarbeiter beschäftigt (ohne Lernende und Prak- Aufgrund einer ungewöhnlichen Kältewelle im Februar froren
tikantInnen), die sich 260,7 Stellenwerte teilten. 30 Mitarbei- zahlreiche Notleitungen ein, was entsprechend viele Pikett-
tende waren dabei in einem Teilzeitpensum angestellt, wobei einsätze auslöste. Als Gegenmassnahme wurde vermehrt ab
der Anteil bei den Männern knapp 5 %, bei den Frauen 41 % Hardhof gefördert, weil das Grundwasser um diese Jahreszeit
betrug. Der Anteil der Frauen an den Beschäftigten lag im rund 6 °C wärmer ist als das Seewasser.
Dezember bei 17,1 %.
Das Reglement zur Videoüberwachung wurde durch den
Die Fluktuation war mit 1,9 % (ohne Pensionierungen) weiter- städtischen Datenschutzbeauftragten geprüft und für gut
hin tief. Einschliesslich der Altersrücktritte betrug die Fluk- befunden.
tuation 5,6 %.
Bei den drei Werken Lengg, Moos und Hardhof kam es zu
4.3.5 Arbeitssicherheit und Umwelt insgesamt sieben Werksabstellungen mit einer Dauer von
achtzig Tagen. Im Mai war während zehn Tagen keine Hang-
Die Zahl der gemeldeten Berufsunfälle ist mit 21 Fällen gegen- beziehungsweise Bergzonenförderung möglich. Grund dafür
über 26 im Vorjahr etwas tiefer ausgefallen; davon war glück- waren undichte Flanschverbindungen im Hangzonenkollektor.
licherweise keiner schwer oder tödlich. Über die letzten Jah- Alle Werksabgabezähler wurden einer umfassenden volume-
re betrachtet liegt die Kennzahl wieder im langjährigen Mittel. trischen Überprüfung unterzogen. Die technische Erneuerung
Beinahe die Hälfte aller Ereignisse sind sogenannte Baga- Zentralsteuerung (TEZ II) ist weit fortgeschritten. Bis auf die
tellunfälle mit einer Ausfallzeit von weniger als drei Tagen. 40 % Anlagen Sonnenberg 1 und 2 sind alle Anlagen in der Etappe
der Ereignisse sind Stolper- und Sturzunfälle, und ein Viertel Sonnenberg bereits umgebaut.
der Unfälle fiel bei Tätigkeiten mit unkontrolliert bewegten
Arbeitsmitteln an. Am häufigsten traten Verletzungen an den Seewasserwerk Lengg
Fingern auf (Quetschung, Schnitt).
Das Seewasserwerk Lengg war zweimal während total
Unfälle in der Freizeit gab es 22. Das sind erfreulicherweise 28 Tagen abgestellt. So wurde zu Jahresbeginn nach zwei-
nur noch etwa halb so viele wie im Vorjahr (41). Über 36 % der jährigen Sanierungsarbeiten das letzte Viertel der Schnellfilter
Nichtberufsunfälle ereigneten sich bei Sport und Spiel, 32 % bei in Betrieb genommen. Die Qualität der Erstfiltrate verbesserte
Tätigkeiten in Haus und Garten. Der Rest verteilt sich auf die sich dadurch im Vergleich zum ursprünglichen Zustand merk-
verschiedensten Lebensbereiche. Weitaus am meisten Sport-
lich. Es wurde in drei Aktivkohlefiltern die Kohle ausgetauscht.
unfälle entfallen auf die Ballsportarten (50 %).
Die Neuinstallation der Online-Analytik verlief wie vorgesehen.
Absturzsicherungen: Die Dächer der Anlagen müssen für
Das im Vorjahr gestartete Projekt zur Prozesskontrolle bei den
Unterhaltsarbeiten begehbar sein – die erstellten Geländer
sanierten Schnellfiltern konnte mit der Inbetriebnahme der An-
minimieren die Gefahren.
lagen für die Schnellfiltergruppe Nord abgeschlossen werden.
Sicherheitshandbuch: Es wurde ein Sicherheitshandbuch
Ausserdem wurden die gesamte Umzäunung und einige
erstellt. Dieses vermittelt Grundlagenwissen zum sicherheits-
Zugangstüren ersetzt. Die Überwachung erfolgt neu über eine
bewussten Arbeiten.
Kombination von Wärmebildkameras, Bewegungsmeldern
Gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Mit einer Kampagne und Türkontakten. Nächster Schritt bei der Sanierung wird der
wurden die Mitarbeitenden über die gesundheitlichen Risikofak- Ersatz der Ozonanlage sein.
toren informiert. Darüber hinaus erfolgte im Zusammenhang mit
dem Chemikalien-Kontakt eine «Risikoanalyse Mutterschutz» Seewasserwerk Moos
für die Laborantinnen sowie eine diesbezügliche Instruktion.
Das Seewasserwerk Moos war viermal während total
Gutachten: Im Zusammenhang mit den geplanten Instandset- 42 Tagen abgestellt. Eine neu erstellte Öffnung in der Decke
zungsarbeiten in den Seewasserwerken wurde ein Asbest- und des Schwemmwasserreservoirs vereinfacht den Zutritt zum
PCB-Gutachten erstellt. Pumpensumpf. Zudem wurden drei Langsamfilter durch den
Biogas-Anteil: Ab 2013 wird die Wasserversorgung für das Werkservice abgeschöpft.
Seewasserwerk Lengg erneuerbares und nahezu CO2- In der Kaverne Moos (Entwässerungspumpwerk) musste die
neutrales Biogas beziehen. Dieses wird von Erdgas Zürich gesamte Kunststoff-Druckleitung im Treppenhaus von der
ausschliesslich aus der Vergärung von Abfallstoffen oder aus Kaverne bis zum Schachtkopf des Betriebsgebäudes gemäss
Klärgas gewonnen. Auflage der Feuerpolizei mit einer nichtbrennbaren Schacht-
konstruktion umhüllt werden.
4.3.6 Finanzen und Informatik
Die Laufende Rechnung schliesst mit einem positiven Betriebs- Grundwasserwerk Hardhof
ergebnis von 7,68 Mio. Fr. bei einem Aufwand von 98,43 Mio. Fr. Im Grundwasserwerk Hardhof war trotz umfassender
und einem Ertrag von 106,11 Mio. Fr. Sanierungsmassnahmen nur ein Unterbruch nötig. Nach der
Aufgrund der neuen Investitionen in Höhe von 36,1 Mio. Fr. und Sanierung konnte der Horizontalfilterbrunnen D im Sommer
der Abschreibungen in Höhe von 24,11 Mio. Fr. ergibt sich ein wieder in Betrieb gesetzt werden. In diesem Zusammen-
Buchwert aller Anlagen von 220,56 Mio. Fr. Die Verpflichtun- hang führte die Wasserversorgung entlang den Horizontal-
gen gegenüber der Finanzverwaltung sanken um 4,47 Mio. Fr. filtersträngen geophysikalische Messungen und Kamera-
auf 152,45 Mio. Fr. befahrungen durch.
320 Geschäftsbericht 2012 Departement der Industriellen BetriebeQuellwasser aus dem Sihl- und dem Lorzetal und gleichzeitig diverse Hausanschlussleitungen saniert sowie
ein neuer Überflurhydrant erstellt.
Die Quellwasserversorgung aus dem Sihl- und dem Lorzetal
verlief gut: Mit 1734 mm fiel in Sihlbrugg rund 30 % mehr
Rohrnetzplanung und hydraulische Berechnungen
Niederschlag als im langjährigen Mittel. Das überschüssige
Quellwasser wurde während der Abschaltungen im See- Das Projekt der risikobasierten Erneuerungsplanung wurde
wasserwerk Moos jeweils abgeleitet. Ausserdem wurde im abgeschlossen. Die neue Software wird nun eingesetzt,
Februar und März das Quellwasser aus dem Lorzetal wegen um den mittel- und langfristigen Erneuerungsbedarf bei der
Bauarbeiten der Korporation Baar sicherheitshalber abge- Wasserverteilung zu planen.
leitet.
Das «Monitoring Rohrnetz» soll Veränderungen der Trinkwas-
serqualität und der hydraulischen Verhältnisse erfassen. Hier
Zürcher Quellwasser
wurden erste onlinefähige Sensoren im Schacht Sonnegg-
Zu Beginn des Jahres kam es zu einem Ölunfall innerhalb strasse eingebaut – mit dem Ziel, erste Betriebserfahrungen
der Schutzzone Fennenwies. Bei einer defekten Forstmaschine zur Zuverlässigkeit und Genauigkeit der installierten Senso-
traten rund 50 l Hydrauliköl aus. Die Quelle wurde unverzüg- ren zu erhalten.
lich in Verwurf genommen. Proben ergaben, dass die Fassung
unbeeinträchtigt geblieben war. Im Altstetterwald wurden zwei Bauverfahren
Brunnenstuben saniert, eine weitere auf dem Uetliberg.
Die Wasserversorgung bearbeitete rund 600 Baugesuche
Automatischer Verwurf: Bei erhöhter Trübung im Quellwasser und erteilte auf elektronischem Weg gegen 2000 Auskünfte
wird in den Quellwasserfiltern Glaubten und Lyren neu auto- zu den Wasser- und Werkleitungen. Im Zirkulationsverfahren
matisch die Einlaufklappe geschlossen und das Wasser ab- beurteilte sie insgesamt 261 Vorhaben von anderen Werken
geleitet. Die Planung für ein weiteres automatisches Verwurf- und Dienstabteilungen und gab dazugehörige Stellungnahmen
system im Quellwasserfilter Rehalp ist abgeschlossen. ab. Die Installationskontrolle (Haustechnik) der Wasserversor-
gung kontrollierte für 293 Sanitärfirmen mit Installationsbewil-
Innovationen Dienstgebäude ligung insgesamt 1181 Installationsanzeigen und nahm 2509
Installationen ab.
Im Dienstgebäude des Grundwasserwerks Hardhof konnte
die neue Wärmepumpenanlage erfolgreich in Betrieb genom- Ausgelöst durch Leitungsneubauten im öffentlichen Grund
men werden. Die neue Anlage arbeitet mit einer wesentlich wurden 338 Hausanschlussleitungen erneuert beziehungs-
besseren Leistungszahl. Unverändert werden Uferinfiltrat und weise Abklärungen mit den Hauseigentümerinnen und -eigen-
Maschinenkühlwasser aus dem Zonenpumpwerk als Wärme- tümern durchgeführt.
quellen eingesetzt. Im gleichen Projekt wurde auch die Versor-
gung des Brauchwarmwassers neu eingerichtet. Substanzerhaltung beim Rohrnetz
Wassereintritte machten eine Sanierung der Dachterrasse Die Wasserversorgung verlegte rund 30 km neue Leitungen,
des Dienstgebäudes Hardhof erforderlich. Die Dachfläche was einer Erneuerungsquote von 2,0 % der Rohrnetzlänge
ist nun teilweise befahrbar, was den Unterhalt der Fassaden entspricht. Insgesamt investierte die Wasserversorgung rund
und der technischen Infrastrukturen im obersten Geschoss 21,1 Mio. Fr in die Erneuerung des Rohrnetzes. Gesamthaft
ermöglicht. wurden 12 km Hauszuleitungen neu erstellt – eine Folge der
grossen Neubautätigkeit in der Stadt Zürich.
4.3.8 Wasserverteilung
Die Wasserversorgung forcierte mehrere Projekte, die auf Rohrleitungsbrüche
eine kontinuierliche Substanzerhaltung der Wasserverteilung Es gab 576 Rohrschäden, davon 47,4 % an den Hausan-
abzielen. So initiierte sie wichtige Leitungsprojekte für den schlussleitungen. Die Trinkwasserversorgung war in allen Fällen
Ersatz von bruchgefährdeten und störungsanfälligen Rohr- gewährleistet.
leitungen.
Anspruchsvolle Leitungsbauten
Rohrleitungsbau in der Sihl unter dem Hauptbahnhof Zürich: Im
Zusammenhang mit dem Umbau des Hauptbahnhofs muss-
te die abgebrochene Transportleitung, welche die gesamten
Gleisanlagen unterquert, im Bereich der Postbrücke teilweise
zurückgebaut werden. Für den Neubau der Leitung entlang
den Brückenfundamenten wurde in diesem Abschnitt der Sihl
ein provisorischer Damm aufgeschüttet und das Sihlbett frei-
gelegt. Diese Arbeiten wurden innert kurzer Frist bei Niedrig-
wasser der Sihl ausgeführt.
Altstetterstrasse, Abschnitt Altstetterplatz bis Baslerstrasse:
Die achtzig Jahre alten Wasserleitungen in der Altstetter-
strasse sind in den letzten Jahren mehrmals geborsten und
haben auf der stark befahrenen Strasse grosse Verkehrsbe-
hinderungen verursacht. Daher wurden die Leitungen ersetzt Rohrleitungsbau entlang der Sihl. (Bild: Wasserversorgung)
Geschäftsbericht 2012 Departement der Industriellen Betriebe 321Brunnenplanung und -instandhaltung versteilnetz nur vier Proben mit einem den Toleranzwert über-
schreitenden Befund gemessen, also ausgesprochen wenige.
Die Wasserversorgung begleitete federführend die Reno-
Im Quellwasser und im quellwassereigenen Verteilsystem des
vation des «Sirius-Brunnens» von Annemarie Fontana. Spezi-
Notwassers mussten 54 Überschreitungen festgestellt werden.
alisten der Brunnenplanung zeichneten für die Neuplatzierung
Dieser Befund hängt mit den Regenfällen in den Sommer-
in der Tramwendeschlaufe beim Hallenstadion mit den zuge-
monaten bis Ende Oktober zusammen. Für die Konsumentin-
hörigen Tiefbauarbeiten und Brunneninstallationen verant-
nen und Konsumenten bestand zu keiner Zeit eine Gefährdung.
wortlich.
Produktion und Qualitätskontrolle
4.3.9 Qualitätsüberwachung
Beanstandete Proben:
Das Labor führte im vergangenen Jahr nach einem festgeleg-
ten Untersuchungsprogramm die Qualitätsmessungen im
Rohwasser, in den Aufbereitungsprozessen, in den Reser- Ort der Anzahl Gschäfts- Vorjahr
voiren und im Verteilnetz durch. Insgesamt wurden im Labor Probennahme jahr in % in %
15 662 Proben untersucht. Es wurden 20 722 mikrobio- Werkausgänge 5 0.04 % 0.10 %
logische, 11 695 limnologische, 27 400 chemische und
47 915 Spurenstoffanalysen durchgeführt. Die Stichproben Verteilnetz
0 0.00 % 0.35 %
der Überwachungsbehörde waren ausnahmslos negativ. und R
eservoire
Quellwasser
Insgesamt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr an den Werk- 54 2.60 % 0.85 %
und - verteilnetz
ausgängen in den Trinkwasserreservoiren und im Trinkwasser-
4.4 Elektrizitätswerk
4.4.1 Aufgaben 4.4.2 Jahresschwerpunkte
Das ewz beliefert rund 220 000 Kundinnen und Kunden mit In der Energiebranche hat sich viel bewegt. Der Markt hat sich
Strom, hauptsächlich in der Stadt Zürich und im Kanton Grau- weiter geöffnet, im In- und Ausland sind die Strommarktprei-
bünden. Es vereint Produktion, Transport und Verteilung von se zerfallen, und die Erträge am europäischen Grosshandels-
Strom unter einem Dach. Das städtische Unternehmen erbringt markt sind gesunken. Dabei hat die starke Aufwertung des
aber auch weitere mit Strom zusammenhängende Dienstleis- Schweizer Frankens den Wettbewerb und den Margendruck
tungen – dies immer mit dem Anspruch von Wirtschaftlich- im Inland weiter verstärkt.
keit, Zuverlässigkeit und Umweltverträglichkeit. Ausserdem
Vor diesem bewegten Hintergrund hat das ewz die Unterneh-
kümmert sich das ewz um die gesamte öffentliche Beleuch-
mensstrategie 2012–2030 und eine neue Vertriebsstrategie
tung der Stadt Zürich und betreibt über 340 öffentliche Uhren.
entwickelt. Grundlage dazu bildete die umfassende Studie
Das ewz produziert Strom in eigenen und Partnerkraft- Stromzukunft, in der verschiedene Produktions- und Absatz-
werken. Je knapp die Hälfte der Produktion liefern Wasser- szenarien skizziert werden. Die Kernaussage der neuen Stra-
kraft und Kernkraft. Damit ist eine solide und zuverlässige De- tegie lautet: «Unsere Zukunft ist erneuerbar! Wir wollen das
ckung des Strombedarfs zu günstigen Preisen gewährleistet. In führende Energiedienstleistungsunternehmen in der Schweiz
Zukunft sollen die neuen erneuerbaren Energien ein zusätz- mit einer klaren Vorreiterrolle in den Bereichen Ökologie und
liches Standbein der Stromversorgung bilden. Das ewz bezieht Energieeffizienz werden.» Entsprechend wird das ewz den
mittlerweile Strom aus über 280 Solarstromanlagen der ewz. Anteil der Stromproduktion aus neuen erneuerbaren Energien
solarstrombörse sowie aus Windkraft- und Biomasseanlagen. weiter stark erhöhen und in Wind- und Solarenergie investie-
Die Strombeschaffung aus Wind, Sonne und Biomasse wird ren. Angestrebt wird ausserdem die Rekonzessionierung der
in den nächsten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Zudem er- bestehenden Wasserkraftanlagen. Auch für die Energiedienst-
forscht eine vom ewz und anderen Energieversorgungsunter- leistungen, den Bereich Telecom und das Verteilnetz hat sich
nehmen neu gegründete Gesellschaft die Geothermie weiter. das ewz ehrgeizige Ziele gesetzt.
Das Geschäftsfeld Telecom baut gemäss seinem Leistungsauf- Das Engagement für Ökologie und Energieeffizienz ist beim ewz
trag das Glasfasernetz ewz.zürinet. Das Geschäftsfeld Energie- tief verwurzelt, was im vergangenen Jahr auch mehrfach aus-
dienstleistungen plant, finanziert, baut und betreibt ökologisch gezeichnet wurde. Das ewz und die Lataria Engiadinaisa SA
und ökonomisch ausgerichtete Energieversorgungsanlagen für (Lesa) erhielten den Solarpreis in der Kategorie «Anlagen» für
Wohnbauten, Dienstleistungsgebäude und Spezialobjekte. Das die Hochtemperatur-Solaranlage in Bever (Graubünden) – lan-
Geschäftsfeld Netzdienstleistungen unterstützt Unternehmen desweit die erste dieser Art. Die Anlage liefert der Lesa Wärme
kompetent beim Planen, Erstellen, Betreiben, Erneuern und in Form von Dampf für die Milchverarbeitung. Im Rahmen eines
Optimieren elektrischer Anlagen und Energieverteilungen auf Energie-Contractings ist das ewz für die Planung, die Finanzie-
allen Spannungsebenen. rung, den Bau und den Betrieb der Solaranlage verantwortlich.
322 Geschäftsbericht 2012 Departement der Industriellen BetriebeSzenario erfordert Investitionen von etwa 100 Mio. Fr. pro Jahr
für den Ausbau der neuen erneuerbaren Energien sowie für die
Rekonzessionierung der Wasserkraftanlagen.
Eine weitere Herausforderung ist die Integration ins Netz-
system. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien steigt der
Anteil der Wind- und Solaranlagen an der Gesamtproduktion
auf bis zu 60 %. Die Produktionsplanung wird mit zunehmen-
der Anzahl solcher Anlagen schwieriger. Für die neue Situ-
ation braucht es Mittel und Wege, damit das Netzsystem
stabil bleibt und die Versorgung gesichert ist. Das ewz
strebt deshalb den innovativen Umbau des Netzes an, zum
Beispiel mit dem Projekt Smart Metering, und investiert in neue
Speichertechnologien.
4.4.4 Energieproduktion
Hochtemperatur-Solaranlage auf dem Dach der Lesa. (Bild: ewz)
Insgesamt haben die eigenen Kraftwerke, die Beteiligungen
an Partnerwerken und die Anlagen Dritter 4931,8 Gigawatt-
Zur Auszeichnung «Energiestadt Gold» und zum «European
®
stunden (GWh) und somit 3,1 % mehr als im Vorjahr produ-
Energy Award Gold» hat das ewz mit dem zehnjährigen Pro-
ziert. Die Jahresproduktion lag damit über dem langjährigen
gramm «Energieforschung Stadt Zürich» und der Ökologisie-
Produktionsmittelwert.
rung der Stromversorgung wesentlich beigetragen.
Weitere Meilensteine waren die Fertigstellung des Geschie- Produktion in hydraulischen Werken
beumleitstollens in Solis und das positive Abstimmungser-
Die eigenen hydraulischen Werke sowie die hydraulischen
gebnis für den Bau des flächendeckenden Glasfasernetzes
Partnerwerke haben mit 2307,3 GWh 6,1 % mehr als im
im Herbst.
Vorjahr erzeugt. Mit dieser Produktion konnte das ewz 76 %
des Bedarfs der Stadt Zürich decken. Die Zuflüsse betrugen
4.4.3 Stromzukunft und Unternehmensstrategie
2227,8 GWh, was 105,6 % des zehnjährigen Mittels entspricht.
Atomausstieg, Klimaziele, Marktliberalisierung, neue Techno-
Die gute Schneesituation in den Bergen führte zu einer ent-
logien: Der Elektrizitätsmarkt ist im Umbruch und stellt Ener-
sprechend hohen Schneeschmelze, sodass die Zuflüsse über
gieunternehmen, Politik und Gesellschaft vor grosse Heraus-
dem langjährigen Mittel lagen. Wegen Revisionsarbeiten beim
forderungen. Der Bericht «ewz-Stromzukunft 2012–2050»
Partnerkraftwerk Hinterrhein musste deren Speichersee zu Be-
analysiert vier Szenarien für die zukünftige Stromproduktion
ginn des Winters erneut entleert werden. Entsprechend war
und beurteilt diese nach energetischen, ökologischen und
die Speicherfüllung Anfang Oktober lediglich bei 84,7 %. Die
finanziellen Aspekten.
Produktion der Maggia-Kraftwerke wurde wie in den Vorjahren
Das ewz und dessen Eigentümerin – die Stadt Zürich – vollständig an eine andere Gesellschaft abgetreten.
haben sich für die Strategie entschieden, die neuen erneuer-
baren Energien massiv auszubauen und die Wasserkraft lang- Produktion in Kernkraftwerken
fristig zu nutzen.
Die Produktion der Kernkraftwerke unterschritt mit 2212,1 GWh
Die Produktion mit neuen erneuerbaren Energien (Wind, Bio- das Vorjahresergebnis um 25,1 GWh bzw. 1,1 %. Dies hängt
masse, Solarthermie und Photovoltaik) soll in den nächsten fünf insbesondere damit zusammen, dass die AG für Kernener-
Jahren um das Sechsfache auf 1200 Gigawattstunden jähr- giebeteiligungen weniger Strom zur Verfügung stellen konnte.
lich steigen. Das entspricht rund 40 % des heute in der Stadt Der ewz-Anteil an der Jahresproduktion des Kernkraftwerks
Zürich verbrauchten Stroms. Zusammen mit dem Strom aus Gösgen war gegenüber dem Vorjahr um 25 GWh bzw. 2,1 %
Wasserkraftwerken könnte die Stadt Zürich somit bereits in fünf tiefer und betrug 1210,8 GWh. Die Kernkraftwerke produzier-
Jahren vollständig mit erneuerbaren Energien versorgt werden. ten 42,5 % der gesamten Energieerzeugung.
Der Zubau von Wind- und Solaranlagen erfolgt hauptsächlich
im Ausland. Gleichzeitig lässt das ewz die bestehenden Be- Bergeller Kraftwerke
teiligungen und Bezugsrechte an Kernkraftwerken auslaufen.
Das ewz hat die 30-MW-Speicherpumpe Löbbia einer Gross-
Verschiedene Punkte sprechen für den starken Ausbau der revision unterzogen. Dabei zeigte sich, dass die Verschleiss-
neuen erneuerbaren Energien und für die Rekonzessionie- teile stärker als erwartet abgenützt waren. Da einzelne Kom-
rung der Wasserkraftanlagen (Bewilligung der jeweiligen ponenten neu gefertigt werden mussten, verzögerte sich der
Gemeinden und Kantone für die langfristige Nutzung). Die Abschluss der Revision. Dank überdurchschnittlichem Was-
Kosten der erneuerbaren Technologien sinken, die Beteiligun- serzufluss und forciertem Einsatz der übrigen zwei Pumpen
gen und Bezugsrechte an Kernkraftwerken laufen aus, und der Kraftwerksgruppe konnte der Albignastausee trotzdem
die Stadt Zürich hat sich mit den Vorgaben zur 2000-Watt- gefüllt werden.
Gesellschaft hohe ökologische Ziele gesetzt.
Am Piz Cengalo im Bondascatal lösten sich Ende 2011 rund
Das ewz will das führende Energiedienstleistungsunterneh- 1,5 Millionen Kubikmeter Felsmassen und donnerten ins unbe-
men in der Schweiz mit einer klaren Vorreiterrolle in den Berei- wohnte Tal hinab. Nach heftigen Gewittern im Sommer bildete
chen Ökologie und Energieeffizienz werden. Das angestrebte sich beim Bergsturz ein Rückstau, der danach eine über sechs
Geschäftsbericht 2012 Departement der Industriellen Betriebe 323Meter hohe Flutwelle auslöste. Die Sand- und Schlammmas- Die Projektierungsarbeiten und Umweltuntersuchungen für das
sen erreichten die Wasserfassung Prä und füllten das gesamte Kleinwasserkraftprojekt Adont in Mittelbünden hat das ewz im
Stollensystem des Kraftwerks Bondo. Die Räumungsarbeiten vergangenen Jahr ebenfalls weitergeführt. Neu ist neben den
dauerten drei Wochen. Nach einem weiteren heftigen Gewit- Gemeinden Riom-Parsonz und Salouf auch Cunters als Kon-
ter löste sich im Bereich des Felssturzes erneut eine grössere zessionsgemeinde in die Planung einbezogen. Weiter hat das
Menge Geschiebe, das die Wasserfassung Prä massiv be- ewz für das Wasserkraftprojekt im Bergell mit dem Namen
schädigte. Erst Anfang Oktober nahm das Kraftwerk teilweise Bondea, das die Gefällstufe der Maira zwischen Stampa und
wieder den Betrieb auf. Aufgrund dieser Vorfälle hat sich die Castasegna nutzt, das Konzessionsgesuch bei der Gemeinde
Jahresproduktion des Kraftwerks Bondo deutlich reduziert. Bregaglia eingereicht. Der für die Konzessionserteilung not-
wendige Umweltverträglichkeitsbericht liegt vor, und das ewz
Kraftwerke an der Limmat hat ihn mit den Umweltverbänden sowie den Amtsstellen des
Kantons besprochen.
An der Limmat musste aufgrund der grossen Schneemenge
mit einem Jahrhunderthochwasser gerechnet werden. Um Windkraft
damit verbundene Schäden zu vermeiden, hat das ewz in
Absprache mit den zuständigen kantonalen und eidgenössi- Die Windparkprojekte des ewz befinden sich in sehr unter
schen Behörden erstmals den Zürichsee vorausschauend um schiedlichen Entwicklungsstadien, was dem ewz erlaubt, breit
rund 30 cm abgesenkt. Die Massnahme war erfolgreich: Sie gefächerte Erfahrungen zu sammeln. Die Verfügbarkeit der fünf
verhinderte Schäden, und zusätzlich führte der gleichmässi- Windparks in Deutschland entsprach den Erwartungen. Deren
gere Abfluss der Limmat zu energiewirtschaftlichen und öko- Energieproduktion lag aufgrund der herrschenden Windver-
logischen Vorteilen. Zur Verbesserung der Fischdurchgängig- hältnisse leicht unter dem Zielwert. Der Windpark Høg Jæren
keit beim Kraftwerk Höngg erarbeitete das ewz ein Bauprojekt in Norwegen übertraf die Produktionserwartungen im ersten
für je eine Fischaufstiegshilfe beim Wehr und beim Kraftwerk. vollen Betriebsjahr sehr deutlich. Mit der erfolgreichen Inbetrieb-
Ferner will das ewz eine Vorrichtung bauen, die den Fischen setzung von weiteren sechs Turbinen mit einer Leistung von je
den ungefährlichen Abstieg ermöglicht. 2,3 MW konnte das ewz diesen Park auf 32 Turbinen erweitern.
Beim geplanten Windpark Mollendruz äusserte der Kanton
Kraftwerke Mittelbünden Waadt Vorbehalte bezüglich der Integration in die Landschaft.
Im Frühjahr führte das ewz am Generatorrotor der Maschi- Die Alternativvorschläge hat er noch nicht beurteilt. Romande
nengruppe 1 im Kraftwerk Sils eine Grossrevision durch. Die Energie und ewz gründeten die Projektgesellschaft Eoliennes
nach 60-jähriger Laufzeit entstandenen Schwachstellen im de Provence SA. Bei diesem in der Gemeinde Provence (VD)
Werkstoff der Maschine wurden beseitigt. Die Maschine pro- geplanten Windpark hat sich der Kanton Waadt in intensiven
duziert seit dem Abschluss der Revision im April wieder zu- Verhandlungen mit dem Nachbarkanton Neuenburg über den
verlässig Energie. möglichen Projektperimeter geeinigt. Zwar hat sich damit die
mögliche Parkgrösse massiv reduziert, dafür wird die Rea-
Seit Mitte Jahr ist der Geschiebeumleitstollen in Solis funk- lisierung wahrscheinlicher. Im Rahmen der altaventa sursel-
tionstüchtig. Der Stollen wird zukünftig bei Hochwasser das va ag wurden diverse Untersuchungen durchgeführt mit dem
Geschiebe – also Steine und Schlamm, die mit dem Fluss in Ziel, das Potenzial dieses in Lumbrein / Obersaxen geplan-
den Stausee eingebracht werden – um die Staumauer leiten ten Windparks zu ermitteln. Das ewz möchte gemeinsam mit
und so eine Verlandung des Stausees verhindern. norwegischen Partnern rund achtzig Kilometer südlich von
Beim Kraftwerk Tinizong hat das ewz die erste Etappe der Stavanger den Windpark Egersund realisieren und hat dafür
Gesamterneuerung abgeschlossen. Diese erste Projektphase erste Abklärungen vorgenommen.
beinhaltete die bauliche Aufstockung des Maschinenhauses
für die neue Generatorschaltanlage und die Talversorgungs- Solarthermie
transformatoren sowie den Bau von zwei Steuerhäusern in der Das Solarthermiekraftwerk Puerto Errado 2 bei Murcia in Spa-
220-kV-Freiluftschaltanlage zur Unterbringung der notwendi- nien, an dem das ewz über die ewz (Deutschland) GmbH mit
gen Leit- und Schutztechnik. 10 % beteiligt ist, wurde mit leichter Verzögerung erfolgreich
in Betrieb genommen.
Kleinwasserkraft
Geothermie
Für das gemeinsame Kraftwerksprojekt Tiefencastel Plus mit
der Axpo und dem Elektrizitätswerk Davos hat das ewz feder- Die im Besitz des ewz und von sechs Partnern befindliche
führend die Projektierungsarbeiten weiter vorangetrieben. Ende Geo-Energie Suisse AG wird in einem nächsten Schritt meh-
Februar genehmigte die Regierung des Kantons Graubünden rere Tiefengeothermie-Projekte bis zur Baubewilligung parallel
die von der Gemeinde Tiefencastel erteilte Wasserrechtsver- entwickeln und beabsichtigt, am geeignetsten Standort eine
leihung. Die Konzession gilt für 75 Jahre. erste Explorationsbohrung durchzuführen.
324 Geschäftsbericht 2012 Departement der Industriellen BetriebeEnergiebeschaffung
Kraftwerksanlagen 2011 Anteil 2012 Anteil +/– Veränd.
mit physischer Stromübernahme GWh in % GWh in % 2011–2012
in %
1. Erzeugung in eigenen Werken
Kraftwerke an der Limmat
Letten 20.1 0.4 25.2 0.5 25.6
Höngg 8.2 0.2 9.1 0.2 10.6
Wettingen 117.8 2.3 161.1 3.1 36.7
Kraftwerke Mittelbünden
Tinizong inkl. Nandro 211.9 4.2 219.7 4.2 3.7
Tiefencastel-Ost 161.2 3.2 167.9 3.2 4.2
Tiefencastel-West 64.4 1.3 90.4 1.7 40.4
Sils und Dotierturbine Solis 89.0 1.8 114.7 2.2 28.8
Rothenbrunnen 199.0 3.9 224.4 4.3 12.8
Solis 17.8 0.4 26.6 0.5 49.6
Bergeller Kraftwerke
Castasegna 259.2 5.1 275.6 5.3 6.3
Bondo 16.9 0.3 12.6 0.2 – 25.6
Löbbia (Albigna) 98.9 2.0 107.3 2.1 8.5
Löbbia (Forno und Plancanin) 36.5 0.7 31.1 0.6 –14.7
Lizun 18.9 0.4 18.9 0.4 – 0.2
Windenergie, Windpark Dörmte (D) 19.0 0.4 31.7 0.6 66.7
Brennstoffstelle Zürich (ab Nov. 2010) 1.6 0.0 1.4 0.0 –14.3
Total 1 1 340.6 26.6 1 517.8 29.1 13.2
2. Erzeugung in Partnerwerken
Hydraulische Werke
AG Kraftwerk Wägital 53.7 1.1 68.5 1.3 27.6
Kraftwerke Oberhasli AG 312.7 6.2 369.2 7.1 18.0
Blenio Kraftwerke AG 167.8 3.3 115.0 2.2 – 31.5
Kraftwerke Hinterrhein AG 319.9 6.3 270.0 5.2 –15.6
Zwischentotal hydraulische Werke 854.1 16.9 822.6 15.8 -3.7
Kernkraftwerke
AG für Kernenergiebeteiligungen 1 051.3 20.8 1 001.3 19.2 – 4.8
Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG 1 185.8 23.5 1 210.8 23.2 2.1
Zwischensumme Kernkraftwerke 2 237.2 44.4 2 212.1 42.5 –1.1
Total 2 3 091.3 61.3 3 034.7 58.2 –1.8
3. Erzeugung Dritter
Anlagen erneuerbare Energien
Wasserkraft 175.9 3.5 213.3 4.1 21.3
Photovoltaik (inkl. Solarstrombörse) 13.5 0.3 12.9 0.2 – 4.1
Windenergie 21.2 0.4 7.8 0.2 – 63.0
Biomasse (Biogas / Klärgas) 19.5 0.4 31.6 0.6 62.2
Anlagen nicht erneuerbare Energien
Gas / Diesel 1.7 0.0 1.4 0.0 –18.6
Abfälle, Kehrichtverbrennungsanlagen 120.9 2.4 112.3 2.2 – 7.1
Total 3 352.7 7.0 379.3 7.3 7.5
Total 1 bis 3 4 784.6 94.9 4 931.8 94.6 3.1
Geschäftsbericht 2012 Departement der Industriellen Betriebe 325Kraftwerksanlagen 2011 Anteil 2012 Anteil +/– Veränd.
ohne physische Stromübernahme * GWh in % GWh in % 2011–2012
in %
Wasserkraft
Maggia Kraftwerke AG 133.2 2.6 158.3 3.0 18.8
Windenergie
Windpark Crussow (DE) 11.3 0.2 10.3 0.2 – 9.2
Windpark Schermen (DE) 35.3 0.7 32.1 0.6 – 9.1
Windpark Dörmte (DE) 1 18.5 0.4 – – –100.0
Windpark Vogelsberg (DE) 13.6 0.3 13.7 0.3 0.4
Windpark Kleinbrembach (DE) 23.0 0.5 23.1 0.4 0.4
Windpark Høg-Jæren (NO) 2 24.6 0.5 40.2 0.8 63.3
Solarthermie
Kraftwerk Puerto Errado 2 (E) – – 1.2 – –
Total 259.6 5.1 278.8 5.4 7.4
Total Energieerzeugung mit und ohne physische Stromübernahme
Total 5044.2 100.0 5210.6 100.0 3.3
* Hinweise
– Maggia-Kraftwerke:
Die Produktion wurde wie in den Vorjahren vollständig an eine andere Gesellschaft abgetreten (ewz-Anteil: 10 %).
– Besitzverhältnisse und Stromübernahme:
– Die Windpärke in Deutschland sind im Besitz von ewz-Tochergesellschaften.
1
Beim Windpark Dörmte wird hier nur die Einspeisemenge Januar bis Juli 2011 gezeigt. Seit August 2011 wird die physische Energie inkl. ökologischem Mehrwert von ewz übernommen
(siehe Seite 325; 1. Erzeugung aus eigenen Werken; Pos. Windenergie).
2
Beim Windpark Høg-Jæren (Norwegen) ist die ewz (Deutschland) GmbH mit 20 % an der Gesellschaft beteiligt. Die Inbetriebnahme der ersten 26 von den 32 geplanten Windturbinen
erfolgte im Mai 2011. Die zusätzlichen 6 Turbinen wurden per Ende November 2012 planmässig in Betrieb genommen. Gezeigt wird 20 % der eingespiesenen Energiemenge
analog zu obenerwähnter Beteiligung.
Bei den restlichen Windparkanlagen wird die produzierte Energie in das lokale Netz in Deutschland eingespiesen. Dafür erhalten die Windparkgesellschaften einen kostendeckenden Förderpreis.
Zu einem späteren Zeitpunkt ist vorgesehen, den Strom inkl. ökologischem Mehrwert zu importieren.
– Beim Solarthermiekraftwerk Puerto Errado 2 bei Murcia in Spanien ist die ewz (Deutschland) GmbH mit 10 % beteiligt. Das Kraftwerk wurde im August 2012 in Betrieb genommen.
Energiehandel
2011 Anteil 2012 Anteil +/– Veränd.
GWh in % GWh in % 2011–2012
in %
1. Energiebeschaffung
Bezug aus eigenen hydraulischen Kraftwerken 1 340.6 25.4 1 517.8 28.4 13.2
Bezug aus Partnerwerken 3 091.2 58.5 3 034.7 56.9 –1.8
Bezug von Dritten 352.7 6.7 379.3 7.1 7.5
Handel 499.6 9.5 404.2 7.6 –19.1
Total 5 284.1 100.0 5 336.1 100.0 1.0
2. Energieabgabe
Abgabe an Netzbetreiber Zürich 1 3 010.9 57.0 3 023.8 56.7 0.4
Abgabe an Netzbetreiber Mittelbünden 1 127.0 2.4 122.4 2.3 – 3.7
Abgabe an Netzbetreiber Bergell 1 0.5 0.0 0.7 0.0 34.2
Wiederverkäufer und Dritte 564.9 10.7 497.3 9.3 –12.0
Abgabe Speicherpumpen 132.5 2.5 135.7 2.5 2.4
Handel 1 448.2 27.4 1 556.2 29.2 7.5
Total 5 284.1 100.0 5 336.1 100.0 1.0
1
Lastgangsummen Lieferant ewz (exkl. Pumpenenergie und Eigenbedarfe der Kraftwerke)
326 Geschäftsbericht 2012 Departement der Industriellen Betriebe4.4.5 Markt und Kunden Die Nähe zu den Kundinnen und Kunden war weiterhin ein
wichtiges Anliegen. Ein Beispiel ist das Online-Spiel mit Tipps
Die Produktionskosten sind aufgrund hoher Investitionen in
zum Energiesparen, bei dem es auch attraktive Preise zu
den letzten Jahren gestiegen, und der Bund verlangt seit der
gewinnen gab. In Graubünden hat das ewz unter vielen
Einführung des neuen Stromversorgungsgesetzes zusätzli-
anderen Engagements das Origen Festival Cultural, das sich
che Abgaben. Das ewz musste deshalb die Stromtarife in der
der Förderung und Produktion von neuem, professionellem
Stadt Zürich und im Marktgebiet Graubünden nach zwanzig
Musiktheater widmet, als Hauptsponsor unterstützt.
Jahren erstmals wieder erhöhen. Auch die neuen Stromtarife
des ewz gehören im landesweiten Vergleich zu den tiefsten.
4.4.6 Energieberatung
Die Grosshandelsmarktpreise in Deutschland sind 2012 kon-
Die Energieberatung ist eine wichtige Dienstleistung des ewz,
tinuierlich gesunken. In Kombination mit dem anhaltend star-
um die Ziele in Energieeffizienz und Ökologie zu erreichen.
ken Franken zeigt sich in der Schweiz das gleiche Bild. Des-
halb haben dieses Jahr viele marktberechtigte Grosskunden Die Energieberatung des ewz erbringt verschiedenste Dienst-
die Energiebeschaffung am freien Markt getestet. Auch das leistungen für Geschäftskunden, wie das Beispiel Schweizer
ewz hat Kunden im angestammten Versorgungsgebiet verlo- Radio und Fernsehen SRF zeigt: Für ausgewählte Mitarbeiten-
ren, wobei die Verluste dank der hohen Kundenzufriedenheit de führte die Energieberatung drei Schulungen zu den Themen
und den attraktiven Preisen marginal blieben. Gleichzeitig hat Beleuchtung, Motoren und Rechenzentrumsbetrieb durch.
das ewz verschiedene neue Kunden in der ganzen Schweiz Weiter erstellte das ewz für Radio und Fernsehen die verbind-
gewonnen und machte damit einen ersten Schritt in Richtung lichen Zielvereinbarungen mit dem Kanton Zürich zur Steige-
Etablierung auf dem Schweizer Markt. rung der Energieeffizienz und nahm einen neuen Standort da-
rin auf. Auch mit dem Jahresreporting zuhanden des Kantons
Ökologie Zürich ist das ewz beauftragt. Auf Basis der Zielvereinbarun-
gen erhält SRF wie rund 220 weitere Geschäftskunden den
Das ewz entwickelt die Stromprodukte stetig weiter und konn- ewz.effizienzbonus: 10 % Rabatt auf die Stromrechnung.
te dank Investitionen in Windparks den Anteil der Windenergie
in ewz.ökopower und ewz.naturpower bedeutend erhöhen. Energieeffizienzanlässe im Kundenzentrum
Das ewz liefert an die Mehrheit seiner Kundinnen und Kunden
umweltschonende Stromprodukte mit dem Label naturemade Das ewz-Kundenzentrum hat wiederum umfassende Energie-
basic oder naturemade star und ist somit einer der führenden beratungen angeboten und viele Fragen rund um die Energie
Anbieter dieser Qualitäten. Diese Marktstellung will das ewz beantwortet. Von besonderem Interesse war die Energie-
in Zukunft noch weiter ausbauen mit dem Ziel, das führende effizienz. An den ewz-Energieeffizienz-Fachtagungen haben
Energiedienstleistungsunternehmen in der Schweiz mit einer private Hausbesitzende, Handwerkerinnen und Handwerker,
klaren Vorreiterrolle in den Bereichen Ökologie und Energie- Planungs- und Ingenieurbüros sowie Liegenschaftsverwal-
effizienz zu werden. tungen und Energietechnik-Fachleute teilgenommen. An den
Publikumstagen präsentierte das ewz neben dem Beratungs-
Gesamtlösungen angebot ein vielseitiges Wissens- und Unterhaltungspro-
gramm.
Das ewz bietet Energieversorgungsunternehmen und Ge-
meinden in der gesamten Schweiz attraktive Lösungen in den Energieeffizienz in Graubünden
Bereichen Energie, Ökologie, Energieeffizienz und Dienstleis-
tungen. In Graubünden beliefert das ewz verschiedene Ener- Seit 2011 tritt die Energieberatung im Kompetenzzentrum
gieversorgungsunternehmen und Gemeinden neu mit ökologi- Bau und Energie in Savognin als permanenter Aussteller und
schen Stromprodukten oder ökologischem Mehrwert, darunter Energieberater auf. Neu ist das ewz auch Hauptpartner der
die IBC Energie Wasser Chur. Zudem hat das ewz verschie- IG Kompetenzzentrum Bau und Energie. An verschiedenen
denen Organisationen Unterstützung in Projektmanagement, Anlässen konnte das ewz vielen Interessierten das Thema
Marketing sowie Kommunikation und Schulung geboten. Für Energieeffizienz näherbringen.
die Gemeinden Vaz / Obervaz und Klosters, die beide ihren
Wärmeverbund ausbauen wollen, erarbeitet das ewz entspre- Forschung
chende Projekte. «Energieforschung Stadt Zürich» ist ein Forschungsprogramm
über zehn Jahre, in dem untersucht wird, wie Haushalte ver-
mehrt zum Energiesparen motiviert werden können und wie
Verkauf Stromprodukte 2011 2012
der Gebäudebestand saniert werden kann. Im kommenden
Absatz 1 Absatz 1
Jahr testen die Forschenden erste Erfolg versprechende Mass-
MWh MWh
nahmen im Feld. Weiter untersuchen sie, wie unterschiedliche
ewz.solartop naturemade star 9 118 9 420 Arten von Anreizen auf energieeffizientes Verhalten wirken.
ewz.wassertop naturemade star 2
283 060 – Amphiro-Aktion – intelligent duschen
ewz.ökopower naturemade star 55 180 55 780 und bis zu 25 % Energie sparen
ewz.naturpower naturemade basic 1 486 700 1 529 490 Im Dezember verkaufte das ewz bei einer Online-Aktion innert
kurzer Zeit rund 400 Stück Amphiro a1. Das Gerät zeigt den
ewz.mixpower 1 142 001 1 140 180 Verbrauch an und motiviert zu einem effizienten Wasser-
1
Basis: Abgabemengen im Kalenderjahr Tarifprodukte
verbrauch beim Duschen. Entwickelt hat es ein Spin-off der
2
auslaufend bis 2011 (wird ab 2012 ersetzt mit ewz Tarifprodukte) ETH Zürich, den das ewz massgeblich förderte.
Geschäftsbericht 2012 Departement der Industriellen Betriebe 327Einführung Ökostrom-Vignette ewz die bestehende Heizanlage und ersetzte sie durch die
neuen Energieerzeugungsanlagen. Herzstück der erneuer-
Das ewz lancierte im Februar zusammen mit fünf Partnern die
ten Anlage ist eine Wärmepumpe, die Grundwasser als Ener-
Ökostrom-Vignette für Elektrofahrzeuge. Die Vignette garan-
giequelle nutzt. Der Wärmebedarf wird zu über 70 % CO2-frei
tiert, dass der Strom für das Fahrzeug aus erneuerbaren Quel-
gedeckt. Konkret kann künftig pro Jahr rund 1,6 Mio. Kubik-
len stammt. Im Jahresverlauf hat das ewz die Vignette und das
meter Erdgas gespart werden, was einer CO2-Reduktion von
Engagement für die Elektromobilität an rund zwölf Fach- und
3200 Tonnen entspricht.
Publikumsveranstaltungen und in zahlreichen Fachpublika-
tionen vorgestellt. Im Herbst erhielten Kundinnen und Kunden Das ewz hat langjährige Erfahrung sowie die nötige Kompetenz
in der gesamten Deutschschweiz ein Schreiben zum Thema im Einsatz natürlicher Kältemittel und verwendet solche für
Ökostrom-Vignette. Über 200 Vignetten wurden bis Ende Jahr die beschriebenen Anlagen. Damit erfüllt das ewz die neuen
verkauft. Ziel ist, dass die Vignette zum Standard für umwelt- Anforderungen der revidierten Chemikalien-Risiko-Reduktions-
freundliche Elektromobilität in der Schweiz wird. Auch bei der verordnung (ChemRRV), die bestimmte Kältemittel bei grossen
eigenen Flotte geht’s vorwärts: Bereits 24 Fahrzeuge sind elek- Anlagen verbietet.
trisch unterwegs.
Energiedienstleistungen per Ende 2012
4.4.7 Energiedienstleistungen
Bewilligte Projekte (Kredite) 277,672 Mio. Fr.
Eines der Hauptthemen war die Nutzung von Abwärme
aus Rechenzentren. Die lokal anfallende Abwärme dient als Total Investitionen (netto) 170,748 Mio. Fr.
Energiequelle für Wärmepumpenanlagen und kommt im
Total Ertrag 2012 GF EDL
Energieverbund Binz (Erweiterung der Abwärmenutzung), im 35,094 Mio. Fr.
inkl. interner Leistungen
Energieverbund Aargauerstrasse, bei der Siedlung Albisrie-
den der Gewerkschaftlichen Wohn- und Baugenossenschaft CO2-Reduktion 2012 22 100 t
(Gewobag) und im nächsten Jahr auch beim Projekt der Bau-
Energieverkauf 2012 (Wärme und Kälte) 188 GWh
genossenschaft mehr als wohnen auf dem Hunziker-Areal
zum Einsatz.
4.4.8 Netzbetrieb
Neuer Energieverbund Aargauerstrasse
Die Abteilung Netzdesign entwickelt innovative Strategien, um
Erstmals in Zürich baute das ewz ein eigenes Gebäude, um erneuerbare Energien effizient ins Netz zu integrieren. Im Pro-
eine Energiezentrale unterzubringen. Die Kernstücke der neuen jekt VEiN beispielsweise untersucht das ewz die dezentrale
Zentrale sind zwei grosse Wärmepumpen, die neben der Ab- Einspeisung in Verteilnetze (z. B. Auswirkungen auf das Netz
wärme des Swisscom-Rechenzentrums Herdern auch Grund- bei gehäuftem Einsatz von Solarstromanlagen). Träger des Pro-
wasser nutzen. Für den Spitzenbedarf steht ein Ölheizkessel jekts sind mehrere Verteilnetzbetreiber in der Schweiz sowie
zur Verfügung. Eine Photovoltaikanlage an der Südfassade das Bundesamt für Energie. Zur Integration der wetterabhän-
des Gebäudes liefert einen Teil des für den Betrieb der Anla- gigen und deshalb unregelmässig einspeisenden Wind- und
gen benötigten Stroms. Ab 2013 versorgt das ewz mit dieser Solaranlagen können Energiespeicher einen Beitrag leisten.
Energiezentrale die Überbauung Westlink sowie bestehende Eine vielversprechende neue Technik von ABB ist der elektro-
Gewerbebauten im Rahmen eines Energie-Contractings mit thermische Energiespeicher ETES. Der ETES ist standortunab-
Wärme und Kälte zu 80 % CO2-frei. Die Energiezentrale ist so hängig und für grosse Energiemengen geeignet. Er schliesst
konzipiert, dass noch weitere Gebäude an den Verbund an- somit die Lücke zwischen standortabhängigen Pumpspeicher-
geschlossen werden können. kraftwerken und Batterien mit kleiner Kapazität. Das ewz und
ABB beabsichtigen, auf dem Gelände des Unterwerks Auwie-
sen gemeinsam eine Pilotanlage zu erstellen.
Projektierung und Realisierung
Für den Ersatz der beiden Transformatoren im Unterwerk
Fällanden wurden die elektromechanischen Arbeiten abge-
schlossen. Beim Erneuerungsprojekt Unterwerk Aubrugg
ist eine Teilübergabe an den Betrieb erfolgt. Beim Neubau-
projekt Unterwerk Oerlikon verzögerte ein hydraulischer Grund-
bruch bei den Aushubarbeiten die Arbeiten. Beim neuen Tras-
see der 150-kV-Doppelkabelleitung Sempersteig–Fällanden
sind 1,3 km gebaut.
Für die Spannungsumstellung 11 / 22 kV wurden die letzten
Transformatorenstationen in den Gebieten Aubrugg und Her-
dern umgebaut und die erforderlichen Leitungen ersetzt. Das
Einbau der Wärmepumpe in der Energiezentrale Aargauerstrasse. (Bild: ewz)
Unterwerk Herdern ist nun das dritte Unterwerk, das aus-
schliesslich mit 22 kV betrieben wird. Die Umstellarbeiten im
Erneuerung Energiezentrale Hardau
Gebiet Aubrugg werden bis zum Frühling 2013 abgeschlos-
Die Erneuerung der Energiezentrale an der Bullingerstrasse sen sein; Höhepunkt 2012 bildete die Spannungsumstellung
war anspruchsvoll. Bei laufendem Betrieb demontierte das des Kehrichtheizkraftwerks Hagenholz.
328 Geschäftsbericht 2012 Departement der Industriellen BetriebeSie können auch lesen