Hessen spiegel Das Panzermagazin - AusgAbe 2019 - Bundesheer

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Hessen spiegel Das Panzermagazin - AusgAbe 2019 - Bundesheer
Hessen              1. Ausgabe 2019

                            Spiegel
                            Das Panzermagazin
Foto: HBF/Daniel Trippolt
Hessen spiegel Das Panzermagazin - AusgAbe 2019 - Bundesheer
Worte des Chefredakteurs

                                                             Inhalt
                                                             Inhalt/Impressum/Worte des Chefredakteurs                                    2

                                                             Worte des Bataillonskommandanten                                             3

                                                             worte des KOmmanounteroffizier                                               4

                                                             worte des brigadekommandanten                                                5

geschätzte leserinnen und                                    rückblick truppenbesuche 2018                                                6

leser, freunde und                                           Antrittsbesuch Brigadekommandant                                             7
soldaten des pzb14!
                                                             Assistenzeinsatz schnee 2019                                             8/9
Als neuer Chefredakteur des Hessenspiegels ist es mir eine
große Freude, Sie in einem ereignisreichen Jahr 2019 zur     gefechtsübungszentrum des heeres                                      10/11
Lektüre unseres Panzermagazins willkommen heißen zu
dürfen.                                                      Duellsimulationssystem                                                12/13

Nachdem wir ein anstrengendes, lehrreiches und überaus       Garnisonsball 2019                                                         14
erfolgreiches Jahr 2018 mit unserer traditionellen Weih-
nachtsfeier im Stift Lambach ausklingen ließen, begann das   Social Media	                                                              15
Jahr 2019 gleich mit zwei großen Aufgaben. Bereits in der
zweiten Woche des noch jungen Jahres versank Österreich      Panzerfahrschule                                                      16/17
meterhoch im Schnee und auch wir 14er rückten im Rahmen
des Assistenzeinsatzes SCHNEE 2019 mit einer Kompanie        Einrückungstermin Jänner 2019                                         18/19
aus, um, wie bereits 2006, Schuldächer und Betriebsge-
bäude von ihrer tonnenschweren, weißen Last zu befreien.     heeressportverein                                                          20
Hierbei wurden unsere Soldaten mit Gerät des „Netzwerk für
Katastropheneinsatz in Oberösterreich“ unterstützt, denn     Sport                                                                      21
für jede Aufgabe braucht man das richtige, moderne Gerät.
                                                             bataillonsweihnachtsfeier                                                  22
Zeitgleich stellten sich die Soldaten der KPE mit ihren
Kampfpanzern in Schnöggersburg, der in Deutschland ge-       personelles                                                                23
legenen größten Häuserkampfanlage Europas, den Heraus-
forderungen der urbanen Einsatzführung. Unter Kommando       MILIZ	24-26
des Gebirgsjägerbataillons 231 der deutschen Bundeswehr
konnten die 14er einmal mehr die Leistungsbereitschaft der   Einschaltung BMLV	                                                         27
österreichischen Panzersoldaten unter Beweis stellen und
für das in der 4. Panzergrenadierbrigade so wichtige Thema   Spender                                                                    28
der urbanen Einsatzführung wichtige Erkenntnisse gewin-
nen.                                                         IMPRESSUM
Mit der Jahresserie für 2019, in welcher bedeutenden         Amtliche Publikation der Republik Österreich/ Bundesminister für Landesverteidigung
                                                             Medieninhaber, Herausgeber und Hersteller:
Schlachten des IR14 näher beleuchtet werden, muss ich Sie    Republik Österreich/Bundesminister für Landesverteidigung; BMLV, Roßauer Lände1,
aufgrund der Vielzahl an Themen leider auf die 2. Ausgabe    1090 Wien
                                                             Redaktion: BMLV, Panzerbataillon 14, Hessenkaserne, Garnisonstraße 1,
des Jahres 2019 vertrösten.                                  4600 Wels, 050201 43 - 31100
                                                             Chefredakteur: Mjr Stephan Länglacher
Ich hoffe, mit dieser Ausgabe an die hohe Qualität meines    Grafik, Layout, Versand: StWm Harald Mitterhuemer, Gfr Markus Mikstetter
                                                             Erscheinungsjahr: 2018
Vorgängers anschließen zu können und wünsche Ihnen viel      Fotos/Titelbild: Archiv PzB 14, Daniel Trippolt, Thomas Erhardt
Spaß mit dem besten Panzermagazin Österreichs – bleiben      Druck: Heeresdruckzentrum, Kelsenstraße 4, 1030 Wien, 14-8674

Sie uns gewogen!                                             Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzung und geringfügige Änderungen zur
                                                             Wahrung des Gesamtbildes vor.

 2                              Major Stephan Länglacher
Hessen spiegel Das Panzermagazin - AusgAbe 2019 - Bundesheer
Worte des bataillonskommandanten m.d.F.b.

Von Schneemassen und leeren Kassen

Mit dem Jahr 2019 zeigt sich, dass auch das 21. Jahrhun-
dert in das Alter der Wehrpflicht erwachsen ist. Die Rekruten
der vier Einrückungstermine Jänner, April, Juli und Oktober
beim PzB14 werden heuer schon Millennials umfassen. Die-
se Generation wird sich sicher auch gut in den #panzerhort
einfügen, so wie es auch die letzten Jahrgänge des 20. Jahr-
hunderts machen und gemacht haben. Die verbindende Kon-
stante all dieser Jahrgänge an Soldaten sind die bewahrten
und weiterentwickelten Tugenden, die auch bei den Welser
Hessen hochgehalten werden. Kameradschaft, Leistungswil-
le und der Dienst an der Allgemeinheit werden auch 2019
das Leben in der Garnison füllen und die Zeit in Uniform zu
einer besonderen machen.                                                               Oberstleutnant Mag. (FH) Jörg Loidolt, MA

Die Soldaten des Einrückungstermins Oktober 2018 haben          Wels bei der ILÜ (Informationslehrübung) vertreten sein und
dies im Schneeeinsatz hervorragend bewiesen. Mitten aus         die Zusammenarbeit mit den deutschen Kameraden weiter
der Panzerausbildung ging es in die Pyhrn/Priel Region um       vertiefen. Die SETC, die von 2016 bis 2018 fixer Bestandteil
dort Dächer von der Schneelast zu befreien. Um der Bericht-     im Kalender war, ruht heuer. Die Wiederauflage ist aber ab
erstattung über den Einsatz genug Raum zu geben, werden         2020, und von da an im Zwei-Jahres-Takt, geplant. Sie sehen
wir die Jahresserie auch erst mit der Ausgabe 2/19 begin-       die Auftragslage ist dicht und unsere Panzer wieder stark ge-
nen. In dieser werden wir 3 Schlachten des IR14 vor dem Ers-    fordert.
ten Weltkrieg, die am Hessendenkmal in Linz verewigt wur-
den, betrachten. Es sind dies Kolin (1757), Aspern (1809)       Hier zeigt sich langsam aber sicher die Achillesferse. Unsere
und Magenta (1859). Die Schlacht von Magenta, die sich          Leoparden bestehen zum Gutteil aus Baugruppen, die nun
heuer zum 160. Mal jährt, wird dabei besonders Augenmerk        stramm auf den 50er zugehen und damit ziemlich 80´s sind.
erhalten, war dies doch der erste Regimentsgedenktag, be-       Auch wenn das Bundesheer im AssE SCHNEE wieder in der
vor dieser vom Sturm auf den Monte San Gabriele in der 11.      Lage war erhebliche Kräfte in den Einsatz zu stellen, so darf
Isonzoschlacht als solcher abgelöst wurde. Mit dem unver-       der vordergründige Zweck des Heeres nicht außer Acht gelas-
klärtem Blick in die Vergangenheit soll das tradierungswür-     sen werden. So sind die Forderungen nach verfassungskon-
dige an diesen Waffengängen herausgearbeitet und an die         former finanzieller Bedeckung der Streitkräfte durch unseren
kommenden Hessen weitergegeben werden.                          Obersten Befehlshaber, Bundespräsident Dr. Alexander Van
                                                                der Bellen, sowie gleichlautenden durch Bundesminister
Natürlich geben wir auch anderes Wissen weiter. So bleibt       Kunasek nur zu unterstreichen. Gerade bei der Panzerwaffe
die Ausbildung an unserem Hauptwaffensystem Leopard             ist es hoch an der Zeit, die Fähigkeiten der Soldaten nicht
2A4 und deren Anwendung bei nationalen und internationa-        durch das Wegbrechen von einsatzfähigem Gerät zu gefähr-
len Übungen das Alleinstellungsmerkmal des Panzerbatail-        den. Sicherheit hat ihren Preis, der am Besten in kleinen Ra-
lons 14. Schnöggersburg, die modernste Ortskampfanlage          ten im Frieden bereitgestellt wird, um das Schlimmste von
Europas, wurde schon im Jänner durch uns beübt. Im Zuge         unserer Republik abzuhalten. In diesem Sinne, bleiben sie
der Handwerk 19 in Allentsteig wird das Zusammenwirken          dem #panzerhort treu.
von Berufssoldaten aller Dienststände mit Rekruten und Mi-
lizsoldaten am Kampfpanzer eine schöne und notwendige
Herausforderung sein. Auch hier zeigt sich, das PzB14 ist                                     Panzer Voraus, Welser Hessen!
in der wiedererstarkenden Landesverteidigung ein verläss-
licher Teil.                                                                                   Ihr Oberstleutnant Jörg Loidolt

Noch im ersten Halbjahr wird ein Kampfgruppenschießen der
4. Panzergrenadierbrigade unter Einbindung von Kräften des
Partnerverbandes PzBtl 104 der Deutschen Bundeswehr aus
Pfreimd stattfinden. Die Ausbildung des Unteroffiziersnach-
wuchses für unsere Raubkatzen begleitet uns wieder von Fe-
bruar bis August. Im Herbst werden erneut Panzerzüge aus

                                                                                                                                   3
Hessen spiegel Das Panzermagazin - AusgAbe 2019 - Bundesheer
Worte des kommandounteroffiziers

Meine zeit als kommandounteroffizier

Wenn Sie diese Zeilen lesen, ist meine aktive Dienstzeit im      on als KdoUO hatte ich viele
Österreichischen Bundesheer bereits beendet. Seit 01. Fe-        Möglichkeiten die Anliegen
bruar 2019 befinde ich mich im Ruhestand. Über 42 Jahre          und Bedürfnisse der Truppe
durfte ich in unserer „Vierten“ in verschiedenen Funktionen      sowie das Stimmungsbild aus
und Führungsebenen Dienst versehen und aktiv mitgestal-          der Truppe nach ganz oben
ten. Anfangs als Pioniergruppen- und Zugskommandant,             zu tragen. Diese sich hier
dann als Dienstführender Unteroffizier und seit 2008 als         bietende Rückmeldemöglich-
Kommandounteroffizier (KdoUO) in der „Vierten“. In allen         keit nutzte ich allumfassend,
meinen Funktionen war es mein oberstes Bestreben meine           bei jeder Gelegenheit und an                   Vizeleutnant Franz Peer
Berufung Unteroffizier authentisch und glaubhaft zu leben.       jedem Ort. Meine Mitarbeit in
Ob mir das gelungen ist, werden meine Kommandanten,              unzähligen Arbeitsgruppen ermöglichten mir meine, unsere,
Freunde, Kameraden und langjährigen Weggefährten be-             Ideen und Vorstellungen einzubringen und dadurch positi-
urteilen. Die nachfolgenden Zeilen sind meine gedankliche        ve Ergebnisse zu erwirken. Als „Corporate Identity Aktivist“
Nachbetrachtung bzw. eine persönliche Bilanz über meine          konnte ich an der Gestaltung und Etablierung der Marke „die
Zeit als KdoUO der „Vierten“.                                    Vierte“ federführend mitwirken und mich dabei höchst aktiv
                                                                 an der Etablierung einer positiven Organisationskultur betei-
Pionierarbeit                                                    ligen. Für die jungen UO-Kameraden durfte ich der „Unter-
                                                                 offiziersvater“ und nicht nur in der regulären Dienstzeit An-
Wie bereits erwähnt, wurde ich 2008 durch den damaligen          sprechperson sein. Ich konnte unglaublich viel auf den Weg
Brigadekommandanten Bgdr Mag. Prader in die Funktion             bringen, erfolgreich mitgestalten und damit einen Beitrag zur
des KdoUO berufen. Da es bis dahin diese wichtige und            positiven Entwicklung unserer „Vierten“ leisten.
verantwortungsvolle Funktion im Brigadebereich nicht gab,
erwartete mich hier im wahrsten Sinn des Wortes Pionierar-       Danke für die gemeinsame Zeit
beit. Es ist nun weder erforderlich noch zielführend, die Auf-
gaben und Arbeit des KdoUO zum wiederholten Mal darzu-           Meine 42 Jahre in unserer „Vierten“ waren höchst abwechs-
stellen oder im Detail zu beschreiben. Jene Kameraden, die       lungsreich und herausfordernd. Die intensivste Zeit jedoch
bereit sind über den Tellerrand zu blicken und das Feld der      war jene, in der ich der KdoUO der „Vierten“ sein durfte. Ich
Vorurteile zu verlassen, haben längst die höchst positiven As-   erlebte dabei Höhen und Tiefen und nicht alles war immer
pekte dieser Funktion erkannt. Manche Kameraden, denen           schön und gut. Was jedoch für immer in meinem Herzen blei-
ich über Jahre meine Aufgaben, Tätigkeiten und Absichten         ben wird sind vorbildhafte Kommandanten, treue Freunde
darzustellen versuchte, wollten oder konnten ihre einzemen-      und ehrliche, verlässliche Kameraden. Also jene Menschen
tierte Denkweise nicht verändern und stehen immer noch           und langjährige Wegbegleiter, die Herz und Seele der „Vier-
eher ablehnend der Funktion des KdoUO gegenüber. Bei             ten“ sind und die große Militärfamilie 4. Panzergrenadierbri-
manchen Kameraden ist und war dies darüber hinaus nicht          gade bilden.
nur auf die Funktion selbst gerichtet.
                                                                                                              Franz Peer, Vzlt
Was bleibt                                                                                ehem. KdoUO der „schweren“ Vierten

Ich durfte über 10 Jahre KdoUO in der „Vierten“, euer KdoUO
sein. Eine höchst ehrenvolle und schöne, jedoch überaus
fordernde Funktion. Alle Brigadekommandanten sowie alle
Bataillonskommandanten brachten mir persönlich und der
Funktion KdoUO höchste Wertschätzung, Anerkennung und
Respekt entgegen. Stets bereit, mich in der Aufgabenerfül-
lung mit voller Kraft und viel Verständnis zu unterstützen
bzw. zu begleiten. Dafür herzlichen Dank. In meiner Funkti-

 4
Hessen spiegel Das Panzermagazin - AusgAbe 2019 - Bundesheer
worte des brigadekommandanten

soldatinnen und soldaten der
4. panzergrenadierbrigade!

Nachdem ich mit 1. Dezember des Vorjahres meinen Dienst          Um nun all diese Vorhaben
als neuer Kommandant der 4. Panzergrenadierbrigade an-           erfolgreich bewältigen zu
treten durfte und am 22. Jänner des laufenden Jahres vom         können, habe ich drei Ziele
Kommandanten der Landstreitkräfte die Standarte der Briga-       in der Brigade aufgestellt, die
de als sichtbares Zeichen der Kommandoführung überreicht         es nun gilt, konsequent um-
bekam, darf ich nun erstmals verschriftlicht meine Worte an      zusetzen: Erstens eine klare
Sie richten. Auch nach den letzten Jahren der vollen Auftrags-   Schwergewichtsbildung mit
bücher der Brigade wartet mit dem Jahr 2019 ein durchaus         unseren begrenzten materiel-
anspruchsvolles Jahr auf uns. Bereits jetzt befinden sich ins-   len und personellen Ressour-              Brigadier Siegward Schier
gesamt drei Kompanieäquivalente in laufenden Einsätzen           cen auf die Ausbildungs- und
der Brigade – entweder im Auslandseinsatz oder im Assis-         Einsatzvorhaben der Vierten unter weitestgehender Reduk-
tenzeinsatz Migration an der österreichischen Staatsgrenze.      tion aller anderen Nebenaufträge und sonstigem Beiwerk.
An kommenden Einsätzen warten zwei weitere Kompanie-             Zweitens eine Konzentration all unserer Bemühungen auf die
einsätze an der Staatsgrenze und die Ge-                                            Stärkung unserer klaren Kernkompetenz,
stellung der nationalen Verstärkungskraft                                           dem Kampf der verbundenen Waffen im
ebenfalls in Kompaniestärke auf uns.                                                konventionellen Gefecht, auch unter ver-
                                                                                    stärkter Abstützung auf die Ausbildungs-
Des Weiteren führen wir die Kaderanwär-                                             kooperation mit unseren deutschen Part-
terausbildung 1 in einem kleinen Verband                                            nerverbänden. Und drittens das Forcieren
und die Kaderanwärterausbildung 2 in                                                des Führungsprinzips „Führen durch Auf-
den Waffengattungen Panzer, Panzerg-                                                trag“ inklusive der Gewährung der maxi-
renadier und Artillerie durch, um den so                                            malen Handlungsfreiheit für die Bataillo-
notwendigen eigenen Nachwuchs sicher-                                               ne in der Umsetzung der Aufträge. Hinzu
zustellen. Und schließlich werden über                                              kommt mein zusätzliches Ziel für das lau-
1700 Grundwehrdiener im Laufe des Jah-                                              fende Jahr: das erfolgreiche Verhindern
res durch Kräfte der 4. Panzergrenadier-                                            eines Einbruchs der Führungsleistung in
brigade ausgebildet, welche wir vorrangig                                           der Brigade trotz des erfolgten Komman-
zur Werbung von weiterem Nachwuchs                                                  dantenwechsels.
benötigen. Doch auch neben den bereits
erwähnten Einsatz- und Ausbildungsvor-                                              Im Wissen um die notwendige Leistungs-
haben warten weitere große Herausfor-                                               bereitschaft, Flexibilität und Einsatzwille
derungen auf uns. Durch die zusätzliche                                             im Sinne unseres Leitspruches „Handeln
Durchführung der Verbandsübung Handwerk und eines Bri-           mit Weitblick“ zur erfolgreichen Bewältigung dieses fordern-
gadegefechtsschießens, der Teilnahme an der Stabsrahmen-         den Jahres darf ich uns allen in der 4. Panzergrenadierbriga-
übung Schutz 2019 der Landstreitkräfte, der Durchführung         de somit ein erfolgreiches Jahr 2019 wünschen.
einer Brigadeverlegung an den Führungssimulator und der
Ausrichtung eines nationalen Evaluierungskurses wird das                                                             Vierte Voran!
laufende Kalenderjahr eines der intensivsten Jahre für die 4.
Panzergrenadierbrigade seit Langem.                                                                                  SCHIER, Bgdr

                                                                                                                                 5
Hessen spiegel Das Panzermagazin - AusgAbe 2019 - Bundesheer
rückblick truppenbesuche 2018

besuche mit erlebniswert
Bericht: Stabswachtmeister Harald Mitterhuemer
Foto:    Stabswachtmeister Harald Mitterhuemer

Im vergangenen Jahr durften wir eine stolze Zahl von rund
1100 Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Begleit-
personen aus nahezu allen Bildungseinrichtungen, Vereinen,
Unternehmen und öffentlichen Institutionen im Rahmen von
Truppenbesuchen und Informationsveranstaltungen in der
Hessenkaserne begrüßen.

Die interessierten Besucherinnen und Besucher wurden in
das Panzerbataillon 14 und das Heereslogistikzentrum, wel-
ches auch am Standort in Wels disloziert ist, eingewiesen
und aktiv eingebunden.
                                                                Schülerinnen und Lehrkräfte der Bundesanstalt für Elementarpädagogik Linz
Die Möglichkeiten an interessanten Führungen teilzuneh-
men werden sehr gerne in Anspruch genommen. Wir sind
dabei sehr bemüht, einen kleinen Einblick in das Österrei-
chische Bundesheeres zu geben.

Zudem durften wir trotz schlechten Wetters am Girls´Day in
Wels rund 300 junge Frauen über den Beruf als Soldatin und
den abwechslungsreichen Soldatenalltag informieren. Die
Veranstaltung in der Hessenkaserne gewährte im Rahmen
einer Leistungsschau den interessierten Besucherinnen Ein-
blicke in die beruflichen Möglichkeiten beim Bundesheer.

Im Sinne der zeitgemäßen Informationsoffensive möchten
wir im Rahmen der Truppenbesuche auch die Gelegenheit
nutzen wichtige Botschaften zu vermitteln, bevor es aus-
schließlich die Massenmedien tun.
                                                                        Die dynamische Panzervorführung — Höhepunkt jeder Veranstaltung
Wir wollen die Leistungsvielfalt unseres Heeres für Öster-
reich auf den Punkt bringen. Wir haben allen Anlass, stolz zu
sein auf das, was wir täglich leisten.

Wir brauchen für unser Heer den besten Nachwuchs. Vie-
le junge Menschen wissen nicht, welche spannenden und
verantwortungsvollen beruflichen Aufgaben bei uns auf sie
warten. Wir wollen junge Menschen ansprechen und sie ge-
winnen, sei es für eine Berufs- bzw. Milizlaufbahn oder einen
Auslandseinsatz.

Wir wollen in der Bevölkerung die Wertschätzung für un-
ser Heer und seine Leistungen erhöhen. Denn klar ist: Je
besser und nachhaltiger das Bundesheer in der Bevölkerung
verankert ist, desto sicherer ist die Zukunft eines mit den
entsprechenden finanziellen Mitteln modern ausgestatte-
ten, voll einsatzbereiten Bundesheeres.
                                                                      Zielgenauigkeit ist auch am Schießsimulator der Schlüssel zum Erfolg

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Hessen spiegel Das Panzermagazin - AusgAbe 2019 - Bundesheer
antrittsbesuch des neuen brigadekommandanten der schweren vierten

brigadier schier übernimmt
kommando
Bericht: Stabswachtmeister Harald Mitterhuemer
Fotos: Stabswachtmeister Harald Mitterhuemer

Am 6. Dezember absolvierte der neue Kommandant der 4.
Panzergrenadierbrigade, Brigadier Mag. Siegward Schier,
seinen Antrittsbesuch beim PzB 14. Dabei nutzte der Briga-
dekommandant die Gelegenheit, sich ein Bild vom Panzer-
bataillon 14 zu machen und die ersten Eindrücke über das          Der Brigadekommandant mit dem Bataillonskommandanten und Standartentrupp
Panzerbataillon des Heeres zu sammeln.

Nach der Meldung und Begrüßung durch den mit der Führung
betrauten Bataillonskommandanten Oberstleutnant Mag.
(FH) Jörg Loidolt vor dem Hauptwaffensystem des PzB14,
dem Kampfpanzer Leopard 2A4, wurde Brigadier Schier aus
erster Hand über die vielfältigen Aufgaben, die aktuelle Lage
sowie den Herausforderungen an das Panzerbataillon be-
richtet. Dabei wurde ebenso über die Zusammenarbeit des
Bataillons mit dem Heereslogistikzentrum und die beabsich-
tigte Leopard- Nutzungsverlängerung informiert.

Im Anschluss an die theoretische Einweisung folgte ein Ka-
                                                                Brigadier Schier im Gespräch mit dem Zugskommandanten der Kaderpräsenzeinheit
sernenrundgang durch die Hessenkaserne, um die Infra-
struktur und die erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen
kennenzulernen. Im Rahmen des Rundganges erhielt der
Brigadekommandant zudem eine Einweisung in die Kompa-
nien des Bataillons. Die jeweiligen Kommandanten berichte-
ten dabei über ihre Aufgaben, Arbeitsabläufe und die anste-
henden Anforderungen an ihre Einheiten.

Beim gemeinsamen Mittagessen mit den Führungskräften
des Bataillons in der Truppenküche führte Bgdr Schier eini-
ge Gespräche mit dem im Panzerbataillon eingesetzten Per-
sonal und informierte sich dabei über deren Anliegen.

Nach der Inspizierung und den abschließenden Ausfüh-
                                                                               Der Bataillonskommandant beim informativen Gedankenaustausch
rungen beendete Bgdr Schier seine Dienstaufsicht beim
Panzerbataillon 14. Er bedankte sich für die ausführliche
Einweisung im Zuge seines Antrittsbesuches und für die
Möglichkeit, sich einen persönlichen Eindruck vor Ort ma-
chen zu können.

Wir wünschen dem neuen Kommandanten der Schweren
Vierten viel Soldatenglück und eine erfolgreiche Zusammen-
arbeit mit den Welser Hessen.

                                                                                               Unterwegs beim umfassenden Kasernenrundgang

                                                                                                                                         7
Hessen spiegel Das Panzermagazin - AusgAbe 2019 - Bundesheer
assistenzeinsatz schnee 2019

Helfer im kampf
gegen den schnee
Bericht: Stabswachtmeister Harald Mitterhuemer
Fotos: Archiv PzB14

In den frühen Morgenstunden zum 10. Jänner wurden Sol-        An den beiden letzten Einsatztagen wurden unsere 14er zur
daten der bereits am Vortag formierten und in Bereitschaft    Hilfe auf die Wurzeralm gerufen. Das Dach des Landjugend-
versetzten Assistenzkompanie des Panzerbataillons 14 un-      hauses wurde aufgrund der anhaltenden Schneefälle der
ter dem Kommando von Hauptmann Markus Hinteregger in          letzten Tage durch eine meterhohe Schneedecke bedroht
den Einsatzraum Spital am Pyhrn entsandt, um den Kampf        und musste, ebenso wie an den Einsatzorten zuvor, freige-
gegen die weißen Massen aufzunehmen, die große Teile          schaufelt werden.
Oberösterreichs in den Ausnahmezustand versetzten.
                                                              Nach mehrtägiger Hilfeleistung an der Seite der zivilen Ein-
Nach der Beurteilung und Zuweisung des Einsatzraumes          satzkräfte wurde der Einsatz für die Welser Hessen beendet,
durch den Einsatzstab des Militärkommandos Oberöster-         die sich verständlicherweise auf einen freien Tag freuten.
reich wurde den eingesetzten Soldaten die erste Einsatzauf-
gabe zugeteilt. Mit Schneeschaufeln ausgerüstet waren die     Der 19-jährige Rekrut Alen Filipovic, der zurzeit die Ausbil-
aufgetürmten Schneemassen am Dach der Volksschule in          dung zum Panzersoldaten bestreitet, schildert seine Eindrü-
Spital am Pyhrn von den schweren Schneelasten zu befrei-      cke so: Der Assistenzeinsatz, der abrupt unsere Panzeraus-
en. Dies gelang mit reibungsloser Unterstützung durch die     bildung unterbrach, kam für mich doch etwas überraschend,
Feuerwehr und einer Teleskopmastbühne der Firma Felber-       aber es macht wirklich stolz, wenn man sieht wie alle zu-
mayr Holding.                                                 sammenstehen und zupacken. Es ist schön einen sinnvollen
                                                              Einsatz für mein Land und die Bevölkerung Österreichs zu
Nach zweitägiger Räumung des Daches konnten die Sol-          leisten.
daten zum ersten Mal aufatmen. Die Verschnaufpause
währte allerdings nur kurz, denn an den beiden darauffol-     Insgesamt standen 80 Soldaten des Panzerbataillons 14
genden Tagen galt es das Dach der Produktionshalle eines      im Einsatz, die in unermüdlicher Weise Stärke und Zusam-
holzverarbeitenden Betriebes in der Gemeinde Rosenau          menhalt sowie eine enorme Hilfs- und Einsatzbereitschaft
am Hengstpass freizuschaufeln. Leider stürzten trotz der      demonstrierten.
schweißtreibenden Arbeit Teile des Daches ein. Glücklicher-
weise standen zu diesem Zeitpunkt keine Personen auf dem
Dach, sodass nur Sachschaden entstand.

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Hessen spiegel Das Panzermagazin - AusgAbe 2019 - Bundesheer
assistenzeinsatz schnee 2019

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Hessen spiegel Das Panzermagazin - AusgAbe 2019 - Bundesheer
gefechtsübungszentrum des heeres

Kaderpräsenzeinheit im
kampf um schnöggersburg
Bericht: Oberleutnant Lukas-Rudolf Blaha
Fotos: Archiv PzB14

Die Kaderpräsenzeinheit des Panzerbataillons 14 erhielt         wurden Ausbildungsdurchgänge stets nachbesprochen und
Anfang des Jahres 2018 den Auftrag im Zuge des Briga-           waren aufgrund der Tatsache, dass alle Übungsteilnehmer
de-Schwergewichts „military operations in urban terrain“        mit Duellsimulatoren und Echtzeitauswertung ausgestattet
(MOUT) im Jänner 2019 mit der Deutschen Bundeswehr              waren, immer nachvollziehbar. Dadurch war jeder Durchgang
(DBW) auf einer Übung im GÜZ (Gefechtsübungszentrum)            gewinnbringend und trug bereichernde Erfahrungswerte mit
teilzunehmen. In den vergangenen Jahren ist dort die größ-      sich.
te Häuserkampfanlage Europas entstanden die, obwohl sie
noch weiter ausgebaut wird, bereits jetzt einem klassischen     Am Sonntag verlegte dann der gesamte Gefechtsverband im
Dorf in ihrer Größe gleichkommt: Schnöggersburg. Eine Anla-     Bataillonsmarsch in einen neuen Verfügungsraum, welcher
ge, die in ihrer Struktur dem Prinzip der europäischen Städte   sich im Nordwesten des GÜZ befand. Dieser Verfügungsraum
nachempfunden ist und alle Facetten eines urbanen Raumes        war der Ausgangspunkt für die folgenden Tage, welche eine
aufweist. Von Altstadtkern und Vororten über Industriegebiet    durchgehende Übung beinhalteten.
bis hin zu Regierungsviertel mit Konsulaten, Botschaften und
Hochhäuser. Hinzu kommen ein Stadtfluss mit zerstörbaren        Während in Phase 1 alle Soldaten in einem strukturierten
Brücken, ein Flughafen, eine Autobahn, ein Elendsviertel, ein   Zeltlager die Nächte verbracht haben, stützte sich die Phase
U-Bahn Tunnel, ein Stadion u.v.m., also kurz gesagt bereits     2 auf keine Infrastruktur mehr: Leben im Kampfpanzer sowie
jetzt schon äußerst große Ausmaße.                              mitgeführte SALEWA Zelte waren für den I.PzZg das Gebot der
                                                                nächsten Tage. Vollgepackt mit Ausrüstung, Munition und Ver-
Als Vorbereitung für die Verlegung wurde innerhalb der Ka-      pflegung wurden bei widrigsten Witterungsbedingungen die
derpräsenzeinheit im 4. Quartal gemeinsam mit der Unter-        Nächte ausgeharrt und ein Gefechtsvorposten zum Schutz
stützung von Major Klaus Kuss (Hauptlehroffizier für Sonder-    des Gefechtsverbandes durch unseren PzZg eingesetzt.
ausbildung am Institut Jäger an der Heerestruppenschule)
eine Ausbildung für den Kampf im urbanen Umfeld durch-          Am Montag erging der Angriffsbefehl zum Nehmen des An-
geführt, um die vielseitigen Aspekte des Häuserkampfes für      griffszieles (AZ) Schnöggersburg. Dieser sah vor, dass der Ge-
alle Soldaten darzustellen sowie die eigene konventionelle      fechtsverband vorerst die Randbezirke aus drei Richtungen
Einsatzführung dadurch anzupassen.                              jeweils mit kompaniestarken Kräften nimmt, um in weiterer
                                                                Folge den Angriff tief gestaffelt aus dem Süden zu gewähr-
Nach mehr als einem Monat Vorbereitung im November und          leisten. Verteidigt wurde Schnöggersburg von verstärkten,
Dezember verlegten in der Zeit vom 7. – 18. Jänner 2019         kompaniestarken Feindkräften, welche Infanterie, Panzerg-
22 Soldaten bestehend aus dem Kontingentskommando und           renadiere, Panzerabwehr sowie Kampfpanzer und Steilfeuer
dem I. Panzerzug der Kaderpräsenzeinheit in das GÜZ nörd-       zu Verfügung hatten. Gefürchtet waren hierbei die kleinen,
lich von Magdeburg. Nach dem Entladen der Kampfpanzer           leicht gepanzerten Kettenfahrzeuge WIESEL-TOW. Durch ihre
sowie einer kurzer Einweisung wurde der Panzerzug dann mit      äußerst kleine Silhouette sind diese nur schwer aufzuklären
dem Gefechtsverband zusammengeführt und dem Komman-             sowie zu bekämpfen. Die darauf montierte Panzerabwehr-
danten des Gebirgsjägerbataillons 231, Oberstleutnant Arno      lenkwaffe machte keinem Panzersoldaten das Leben leichter
Schöberl, unterstellt, um gemeinsam mit der 2. Panzergre-       und sind damit ein definitiv nicht zu unterschätzender Geg-
nadierkompanie/371 die Übung zu bestreiten. Gesamt be-          ner.
fanden sich etwa 1000 Soldaten in diesem Verband sowie
nahezu dieselbe Anzahl an Soldaten für die Realversorgung.      Im Angriff befand sich der I.PzZg mit der 2./371 in der Südflan-
                                                                ke, wo dieser den Einbruch der Grenadierkompanie in das An-
Die Verlegung selbst gliederte sich in zwei Phasen:             griffsziel Gefängnis durch Flachfeuer unterstützte. Ständiger
Phase 1 – Kompanietrainingstage, Phase 2 – Angriff auf          Kampf gegen feindliche Infanterie, Schützen- und Kampfpan-
Schnöggersburg. In der Phase 1 wurden die notwendigen           zer zur Unterstützung der eigenen Grenadierkompanie präg-
Gefechtstechniken unter der Leitung der Kompanie und dem        te das Bild unseres Panzerzuges. In finaler Phase fand sich
Zugstrainer aus dem GÜZ hergestellt sowie die Integration un-   der I.PzZg dann in der Nordflanke wieder, um innerhalb einer
seres Panzerzuges und weiterer unterstellter Teile innerhalb    deutschen Panzerkompanie die feindliche Nachschubsachse
der Kompanie sichergestellt. Hoch kompetent und strukturiert    nach Schnöggersburg endgültig abzuschneiden.

 10
Panoramabild von Europas größter Häuserkampfanlage

      Nach vier durchgehenden, harten Übungstagen fand am Mitt-                          gen. So hatte der I.PzZg auch mit Panzerabwehrlenkwaffen
      woch den 16. Jänner die Übung ihr Ende. Die Eindrücke, die                         auf Hausdächern zu kämpfen, die nach jeder Schussabgabe
      der I.PzZg/KPE14 hier erhalten durfte, waren von einer ab-                         stets einen Stellungswechsel durchführten.
      soluten gefechtsnahen Ausbildung und Übung geprägt. Be-
      sonders hervorgehoben sei hier der Kampf der verbundenen                           Summa summarum war es eine gefechtsnahe zweiwöchige
      Waffen, welche anschaulich und stets für alle Übungsteilneh-                       Verlegung, die nicht nur das Bestehen im Kampf abverlang-
      mer sichtbar stattgefunden hat. Jedes Asset sowie jede Wir-                        te, sondern auch das Bestehen in den Umfeldbedingungen
      kung wurde dargestellt. Das GÜZ hat hier jede Facette von                          notwendig machte. Durch hoch kompetente Ausbildung und
      Darstellungsmittel. Als Beispiel sei der GÜZ-Wirkungsdarstel-                      Struktur ergaben sich gewinnbringende Erfahrungswerte im
      lungstrupp genannt, welcher z.B. aus einer VW-Pritsche eine                        GÜZ, die sowohl dem I.PzZg/KPE als auch unserem PzB14
      Nebelwand aufzieht, um Blendfeuer darzustellen. Kampf mit                          zugutekommen. Es lässt sich sagen: Fordernd und lehrreich,
      feindlichen Panzerabwehrlenkwaffen aus nahezu jeder Ecke                           eine Erfahrung, die wir genossen haben und jederzeit wieder
      in Schnöggersburg war einer der größten Herausforderun-                            machen wollen!

                                     Befehlsausgabe für den Angriff auf Schöggersburg                                Der Panzerzug hält sich für weitere Aufträge bereit

            Die Betankung der österreichischen Leos wurde durch die DBW sichergestellt             Die wenigen Brücken machten die Beurteilung der Lage nicht leichter

                                                                                                                                                                  11
Duellsimulationssystem

duellsimulatoren
sind unverzichtbar
Bericht: Stabswachtmeister Harald Mitterhuemer, Vizeleutnant Harald Viereckl
Fotos: Archiv PzB14

Simulatoren ermöglichen bataillonsstarken Kampfgrup-                folg“ oder „Misserfolg“ im Gefecht wird nun ausschließlich
pen alle Einsatz- und Aktionsarten effizient zu üben. Da-           durch die Ausbildung sowie den gesetzten taktischen Maß-
mit kann sich die Truppe realistisch auf Einsätze vorbe-            nahmen bestimmt.
reiten. Bei Übungen auf Gegenseitigkeit zeigen sie z. B.
unmittelbar die Auswirkungen von Fehlverhalten auf dem              Zurzeit sind nahezu alle Waffengattungen und somit der
Gefechtsfeld. Damit lässt sich die Qualität der Ausbildung          Großteil der Kampftruppen des Österreichischen Bundes-
erheblich steigern.                                                 heeres mit Duellsimulationssystemen ausgestattet und kön-
                                                                    nen so mit ihren Hauptwaffensystemen gefechtsnah üben.
Die Übung läuft seit Stunden und mehrere angreifende
Kampffahrzeuge der Partei „Orange“ sind mit Verzögerungs-
kräften von „Blau“ bereits eng verzahnt. Ein Kampfpanzer
der Verteidiger erhält einen „Volltreffer“.

Doch von wem? Mehrere Kampffahrzeuge in der Enge süd-
lich der Ortschaft stehen nahe beisammen. Deshalb vermu-
tet der eingeteilte Schiedsrichter einen Eigenabschuss - also
die Folge eines schweren Ausbildungsmangels. Was früher
mitunter zu endlos langen Diskussionen unter Schiedsrich-
tern und Panzerbesatzungen geführt hätte, ist in kurzer Zeit
zweifelsfrei geklärt: Der „Abschuss“ des Panzers erfolgte
nicht durch eigene Kräfte, sondern durch einen rund 1000
Meter weit entfernten „Leopard 2A4“ der Gegenpartei, der
                                                                                  Durch blitzende Detektoren erkennt man die getroffenen Panzer
in Wannendeckung selbst kaum sichtbar, den vorne einge-
setzten Kampffahrzeugen erfolgreich Feuerschutz gegeben
hatte.                                                              Wie funktioniert der Duellsimulator?

Die rasche, zweifelsfreie Klärung ist nur deshalb möglich,          Charakteristisch für die Duellsimulatoren auf Basis der
weil die eingesetzten Kampfpanzer mit Duellsimulatoren              BT46-Technologie von „Saab Training Systems“ ist die Zwei-
ausgestattet sind. Für die Kampfpanzer „Leopard 2A4“ wer-           teilung der Aufgaben zwischen dem schießenden System
den 20 Duellsimulatoren Saab BT46 verwendet. Diese wur-             und dem Zielsystem.
den nach laufenden Bedarfsanalysen bereits des Öfteren
modifiziert, um die Effizienz der Nutzung und die Möglichkei-       Das schießende System (Laser, Messeinheit) simuliert die
ten der Systeme zu steigern.                                        Schussauslösung und überträgt die Daten der eingesetzten
                                                                    Waffe zum Ziel. Dieses wird dabei u. a. über die Munitionsart
Duellsimulatoren helfen, Soldaten auf das richtige Handeln          und die Identität des Schießenden informiert. Die Messein-
in Kampfsituationen effizient vorzubereiten. Sie stellen mit-       heit errechnet unter Berücksichtigung der ballistischen Pa-
tels Laser die Waffenwirkung analog zum scharfen Schuss             rameter (einschließlich der Streuung) die Flugbahn der si-
dar. Demnach muss die Panzerbesatzung z. B. die Waffen-             mulierten Geschosse.
bedienung, die Munitionswahl, das Laden, das Richten, das
Entfernungsmessen und das Abfeuern wie beim scharfen                Das Zielsystem (Detektoren, Zielrechner) errechnet, ob und
Schuss durchführen und sich dabei selbst gefechtsmäßig              wo das simulierte Geschoss „einschlägt“, sowie in Verbin-
verhalten, um zu „überleben“. Denn die Duellsimulatoren             dung mit einem vorgegebenen Verwundbarkeitsmodell, des-
zeigen die Auswirkung jedes Fehlers unmittelbar und objek-          sen Wirkung (von Treffer ohne Wirkung bis zum Totalausfall).
tiv.                                                                Die Treffer werden optisch und akustisch angezeigt und für
                                                                    die spätere Auswertung aufgezeichnet. Die Duellsimulato-
Alle Duellsimulatoren sind miteinander kompatibel, so kann          ren für den Kampfpanzer „Leopard 2A4“ verfügen außer-
realitätsnah „auf Gegenseitigkeit“ geübt werden. Der „Er-           dem über ein zweites Verwundbarkeitsmodell, welches dem

 12
duellsimulationssystem

Schutzwert des Kampfpanzers T-72 nachempfunden ist. So-          Wie bei jeder Ausbildung bedarf es aber auch einer gedie-
mit können auch mögliche „Feindpanzer“ simuliert werden.         genen Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung, um
Die Duellsimulationssysteme sind, um die Auswirkungen            einen möglichst hohen Nutzen aus dieser Ausbildung und
realistischer darstellen zu können, mit einem akustischen        den Möglichkeiten des Simulationssystems zu ziehen. Das
Abschussdarstellungsgerät für die Panzerkanone und das           steigert den Personalaufwand zum Betrieb der Ausbildungs-
Maschinengewehr sowie einer pyrotechnischen und akusti-          mittel, der deshalb nicht durch Zweitfunktionen abdeckbar
schen Ausfallsdarstellung ausgestattet.                          ist.

Ein Großteil der vorhandenen Simulatoren ist mit Datenfunk       Je knapper die Ausbildungszeit sowie die Personal- und
ausgestattet, wodurch eine Echtzeitauswertung ermöglicht         Gerätekapazitäten sind, desto wichtiger wird der Einsatz
wird. Damit wurden zwei Ziele erreicht: Einerseits kann die      moderner Ausbildungsmittel, um die Ausbildungsziele und
Übungsleitung bzw. die DuSim-Auswertegruppe das Übungs-          somit die erforderliche Einsatzbereitschaft zu erreichen. Si-
geschehen in Echtzeit verfolgen, Fehler sofort erkennen und      mulatoren können helfen die Qualität der Ausbildung enorm
unmittelbar steuernd eingreifen. Andererseits dient die Um-      zu steigern. Dies aber nur, wenn der auszubildenden Truppe
setzung der Auswerteergebnisse in weiterer Folge auch als        Personen zur Verfügung stehen, die diese Ausbildungsmittel
Grundlage für künftige Übungsplanungen.                          effizient anwenden können.

Über Datenfunk sind zusätzliche indirekte Wirkungen auf          Die Gesamtheit der eingeführten Duellsimulationssysteme
dem Gefechtsfeld darstellbar. Die Übungsleitung kann z. B.       war und ist aufgrund der notwendigen Modifizierungen und
Steilfeuer oder Minenfelder einspielen. Befindet sich z.B. ein   weiteren Beschaffungen eine Herausforderung im Bereich
Kampfpanzer im Zielgebiet, sendet der Rechner der Übungs-        der adäquaten Erhaltung von Ausbildungsmittel. Im Zusam-
leitung einen Code an dessen Simulator und löst damit die        menwirken mit anderen Simulatoren (z. B. Schießsimulato-
entsprechende Wirkung aus.                                       ren) und Ausbildungsmitteln verfügt das Panzerbataillon 14
                                                                 über ein unverzichtbares Instrument, um ihre Soldaten best-
Die Simulatoren müssen vor jedem Gebrauch program-               möglich auf den Einsatz vorbereiten zu können.
miert werden. Dabei kann zwischen dem Ausbildungsmodus
(dient der Richtschützen- und Kommandantenausbildung)
und dem Duellmodus bei realen Gefechtsübungen gewählt
                                                                           Lautsprecher für
werden.
                                                                           die akustische
                                                                           Waffenabfeuerung und
                                                                           Ausfallsdarstellung           pyrotechnische
                                                                                                         Ausfallsdarstellung

                                                      Abschussdarstellungsgerät
              Laser-Messeinheit                       für die Panzerkanone

                                                                                                 Detektor
                                                                                                 mit GPS-Empfänger

                                                                                                                          13
Garnisonsball 2019

spass und tanz
Bericht: Stabswachtmeister Harald Mitterhuemer
Fotos: Thomas Erhardt (Heereslogistikzentrum)

Ein Ballhighlight des Jahres stellt zweifelsohne der jährlich     Wem das Tanzen zu anstrengend wurde, dem halfen die in
stattfindende Garnisonsball in der Welser Hessenkaserne           liebevoller und mühseliger Kleinarbeit durch die Angehöri-
dar. Der Ball, der im Kalender der Stadt Wels nicht fehlen        gen der in der Hessenkaserne dislozierten Dienststellen
darf, ist ein Garant für lustige Stunden bis spät in die Nacht.   errichteten Bars wie die Western-Bar, Panzerbar, Mechani-
                                                                  kerbar, Weinbar oder die Cafeteria und Sektbar dabei, die
Am Abend des 8. Februar 2019 war es wieder soweit. Nach           Batterien wieder aufzuladen. Für das leibliche Wohl sorgte in
einer anstrengenden und intensiven Vorbereitungszeit wur-         altbewährter Manier das Küchenteam der Hessen-Kaserne,
de zur traditionellen Veranstaltung in den abwechslungsreich      welches mit „Schmankerln“ die Gäste verwöhnte.
und kreativ gestalteten Räumlichkeiten der Hessenkaserne
eingeladen, um allen Balltigern, Tänzern und Freunden das         Um Mitternacht überzeugte als Überraschung die Tanzfab-
alljährliche Vergnügen bei schönem Ambiente und in netter         rik Pandora aus Eferding die beeindruckten Gäste mit einer
Gesellschaft zu ermöglichen.                                      gelungenen Tanz- und Showeinlage und sorgten so für be-
                                                                  sonderes Flair.
Mit dem Welser Opernsänger Klaus Kuttler, der seine Ba-
riton- Stimmlage zum Besten gab, und der klassischen Fä-          Im Hauptsaal garantierte das Tanzorchester Royal Sound Big
cherpolonaise der Tanzschule Hippmann wurde der Welser            Band bis in die frühen Morgenstunden mit guter Big Band
Garnisonsball in der Hessenkaserne eröffnet. Nach der Er-         und Ballmusik, ausgiebig das Tanzbein zu schwingen. Her-
öffnung konnte der „Hausherr“, der Welser Garnisonskom-           vorragende Instrumentalisten und natürlich auch Solisten
mandant Oberst Alfred Kaser, zahlreiche Vertreter des öf-         verliehen der Band den richtigen Sound.
fentlichen Lebens, der Einsatzorganisationen, des Militärs,
Gäste und Freunde der Garnison Wels herzlich willkommen           Für das junge und jung gebliebene Publikum stand eher Mu-
heißen.                                                           sik und Tanz in der Western-Bar im Mittelpunkt des Gesche-
                                                                  hens. Die Band „Top Two“ sorgten dort mit einem bunten
Unter den Gästen befand sich der Vizebürgermeister der            Unterhaltungsprogramm für tolle Partystimmung. Für jeden
Stadt Wels, Gerhard Kroiß, die Abgeordneten zum oö. Land-         Geschmack war etwas dabei.
tag, Dr. Peter Csar, Michael Gruber und Mag. Silke Lackner,
der Kommandant der Heeresunteroffiziersakademie Bri-              Die Veranstalter gaben wie üblich ihr Bestes und der Erfolg
gadier Nikolaus Egger, Oberst Hans-Otto Hrbek, Leiter des         konnte sich sehen lassen. Nach einer durchtanzten und von
Institutes Panzer und Panzergrenadiere an der Heerestrup-         vielen Höhepunkten geprägten Ballnacht endete der Garni-
penschule, Oberst Mag. Dietmar Huber aus dem Verteidi-            sonsball mit der Gewissheit, dass sich die Veranstalter auch
gungsministerium, der Kommandant des Panzerbataillons             für den nächsten, im Februar 2020 stattfindenden Ball eini-
14 Oberstleutnant Jörg Loidolt sowie zahlreiche andere            ges einfallen lassen werden.
Persönlichkeiten, die sich den Ball der Garnison Wels nicht
entgehen ließen.

 14
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panzerfahrschule

fahrer marsch!
Bericht: Stabswachtmeister Harald Mitterhuemer
Fotos: Stabswachtmeister Harald Mitterhuemer

Sechs Grundwehrdiener sowie sechs Kadersoldaten des           Gefühl. Nur so zähmt man als Fahrschüler die 1500 Pfer-
Panzerbataillons 14 stellten sich der Herausforderung die     destärken.
Berechtigung zum Steuern des Kampfpanzers Leopard 2A4
zu erwerben und wurden am Truppenübungsplatz Großmit-         Der 21jährige Fahrschüler Maximilian Haberl, der vor dem
tel im Bezirk Wiener Neustadt-Land zu Panzerfahrern aus-      Grundwehrdienst die Tourismusschule absolvierte und künf-
gebildet.                                                     tig als Panzerfahrer in der 2. Panzerkompanie eingesetzt
                                                              werden wird, schildert seine bisherigen Erfahrungen so:
Aufgrund der Bereitstellung der Infrastruktur beim Panzer-
grenadierbataillon 35 war es zielführend, den vor den Toren   Als Fahrschüler müssen wir in der Lage sein uns schnell in
der Kaserne liegenden Übungsplatz für das Fahren auf We-      den Panzer hineinzuversetzen.
gen und im Gelände zu nützen.
                                                              Der Panzer reagiert mit seiner Kette ganz anders als ein
Das Fahren auf zivilen Straßen wurde im geschlossenen         Auto auf der Straße.
Straßenmarsch auf einer Streckenlänge von rund 45 Kilo-
metern rund um die Liegenschaft der Jansa-Kaserne durch-      Gerade beim Kurvenfahren im Gelände haben viele Fahr-
geführt. Diese Strecke wurde zweimal befahren, um allen       schüler deshalb so ihre Probleme. Anders als im Auto, wo
Fahrschülern die Möglichkeit zu bieten, eine ausreichende     man in der Kurve eher vom Gas geht, um nicht von der Stra-
Anzahl an Kilometern zurückzulegen. Als Ausbilder am Pan-     ße abzukommen, müssen wir dort Gas geben. Sonst springt
zer fungierten während der gesamten Fahrschulausbildung       die Kette vom Zahnkranz.
zwei erfahrene Panzerfahrlehrer des Panzerbataillons.
                                                              Im Ernstfall wäre der Panzer dann nicht mehr einsatzfähig.
Die Führerscheinausbildung dauerte einschließlich der Prü-    Zumindest so lange, bis die Besatzung die Kette wieder auf
fung und Nachbereitung von 12. November bis 14. Dezem-        den Zahnkranz befördert hat. Das kann eine sehr anstren-
ber 2018. Als Fahrschulpanzer wurden speziell umgebaute       gende Arbeit sein, erzählt Haberl weiter.
Leopard 2A4 verwendet.
                                                              Entscheidend ist viel mehr, dass die Fahrschüler den Pan-
Auf dem Programm standen unter anderem die Themenbe-          zer im Gelände optimal angepasst bewegen und ihn situa-
reiche wie                                                    tionsabhängig einsetzen können. Der Panzerfahrer ist das
                                                              einzige Besatzungsmitglied, das direkten Einfluss auf die Be-
•     die besonderen Regelungen für den Fahrbetrieb,          wegungen des Panzers nehmen kann und trägt damit eine
•     der Panzerfahrdienst,                                   besondere Verantwortung.
•     die Panzertechnik,
•     das Fahren auf Wegen und im Gelände,                    Schließlich sitzt die Panzerbesatzung in einem Waffensys-
•     der motorisierte Straßenmarsch,                         tem und soll in erster Linie ihren Auftrag so effektiv wie mög-
•     der Eisenbahntransport,                                 lich erfüllen.
•     das Ab- und Anschleppen,
•     die planmäßige Benutzermaterialerhaltung                Bevor sie allerdings alleine die Verantwortung im Fahrer-
•     sowie die Kommandos und die Einweiserzeichen.           stand übernehmen durften, mussten die Fahranfänger erst
                                                              noch Prüfungen am Ende ihrer Ausbildung meistern.
Die Einweiserzeichen sind Arm- und Lichtzeichen und dienen
dem Einweiser, der stets Sichtverbindung zum Panzerfahrer     Im Anschluss an die Fahrschule findet die erweiterte Panzer-
hält, den Panzer sicher durch z.B. Engstellen zu lotsen.      fahrausbildung in den Panzerkompanien statt, die ebenso
                                                              sehr fordernd ist.
Ein straffes Pensum für die jungen Fahranfänger. Doch die
Fahrlehrer halfen ihnen dabei mit praktischen Tricks und      Gerne möchten wir an dieser Stelle auf eine Reportage des
Kniffen.                                                      ÖAMTC hinweisen, die diesen Artikel perfekt ergänzt. Auto
                                                              touring fährt Panzer. Ein interessanter Bericht und Videos
Um einen Panzer im Gelände optimal zu beherrschen             dazu finden sich auf:
braucht man neben der guten Fahrtechnik auch jede Menge
                                                              https://www.oeamtc.at/autotouring/reportage/
                                                              auto-touring-faehrt-panzer-27940159
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Die Fahrlehrer Vizeleutnant Franz Hermetinger (1.v.l.) und Oberwachtmeister Anton Tondl (2.v.r.) mit den zwölf erfolgreichen Fahrschülern aus dem Panzerbataillon 14

              Auch das Durchfahren von seichten Gewässern stand auf der Tagesordnung          Das Rückwärtsfahren mit hoher Geschwindigkeit erforderte den Mut der Fahrschüler

 Ohne Sicht nach unten ist eine Geländekante keine einfache Übung für den Panzerfahrer       Der Leopard in seinem Element

                                                                                                                                                                         17
einrückungstermin jänner 2019

stets bereit!
Bericht: Vizeleutnant Klaus Karigl, Stabswachtmeister Harald Mitterhuemer
Fotos: Vizeleutnant Klaus Karigl, Stabswachtmeister Harald Mitterhuemer

Am Montag, dem 7. Jänner 2019, rückten mehr als fünfzig                der Waffen- und Schießdienst weiter ausgebildet, um in der
wehrpflichtige junge Männer in Wels ein, um ihren Grundwehr-           darauffolgenden Woche die erlernten Abläufe, Schießhaltun-
dienst in der 2. Panzerkompanie zu leisten. Von den fünfund-           gen und Schießtechniken mit scharfer Munition umzusetzen.
fünfzig avisierten Grundwehrdienern kamen vierundfünfzig.
Im Laufe der ersten beiden Wochen wurden einige krankheits-            Die Woche vom 21.01. bis zum 25.01. war eindeutig vom
bedingt entlassen, sodass achtundvierzig die Basisausbil-              Scharfschießen mit dem StG 77 A1 am Schießplatz Ramsau/
dung Kern positiv absolvierten und nach der Angelobung acht-           Molln bestimmt. Dort wurden alle achtzehn Schulschieß-
undzwanzig in die Stabskompanie, zwei in die 1. Kompanie               übungen absolviert. Um die Zeit möglichst optimal zu nutzen,
versetzt wurden und achtzehn Rekruten in der 2. Kompanie               verlegte der gesamte Ausbildungszug für diese Woche direkt
verbleiben. Diese werden großteils zu Panzersoldaten ausge-            auf den Schießplatz und bezog dort auch seine Unterkunft.
bildet.                                                                                                 Am Freitag wartete dann
                                                                                                        noch eine Herausforderung
Im Zuge der Basisausbil-                                                                                auf die Rekruten. Der etwa
dung Kern erlernten die                                                                                 10 Kilometer lange Fuß-
Grundwehrdiener in der                                                                                  marsch von der Unterkunft
ersten Woche das rich-                                                                                  des Schießplatzes bis in
tige Herstellen der ein-                                                                                die Ortschaft nach Molln.
zelnen     Adjustierungen,                                                                              Die gesamte Marschstrecke
die Grundkenntnisse des                                                                                 wurde von nahezu allen Re-
Exerzierdienstes,     ers-                                                                              kruten bewältigt. Die nicht
te Handhabungen des                                                                                     mehr „Marschfähigen“ wur-
Sturmgewehres 77 und                                                                                    den in die Obhut des Sani-
erhielten eine Vielzahl an                                                                              tätsunteroffiziers überge-
Belehrungen und Unter-                                                                                  ben, sodass schlussendlich
richten, um ihnen auch                                                                                  der gesamte Zug mit dem
das theoretische Rüst-                                                                                  Bus die Heimreise nach
zeug für ihre Zeit beim                                                                                 Wels antreten konnte.
ÖBH mitzugeben.
                                                                       Die letzte Woche der Basisausbildung Kern beinhaltete zwei
In der 2. Ausbildungswoche waren die Schwergewichte der                weitere Höhepunkte. Einerseits den territorialen Wachdienst
„Erste Hilfe Kurs“, die ABC-Ausbildung, die den richtigen Um-          und die in dieses Thema integrierten Grundtechniken der
gang und Verwendung der ABC-Selbstschutzausrüstung, die                Nahkampfausbildung. Dabei wurde den jungen Rekruten klar,
vor atomar,- biologisch- und chemischer Kampfstoffeinwirkung           weshalb die fordernde Nahkampfausbildung ein hohes Maß
helfen soll. Diese Ausbildung wurde mit der gespannt erwar-            an Körperausbildung voraussetzt, die in der Basisausbildung
teten Hauptdichteprüfung im ABC-Prüfraum abgeschlossen.                auch nicht zu kurz kam. Andererseits wurde noch intensiv
Begleitend wurden jedoch sowohl der Exerzierdienst als auch            exerziert, um für den Festakt der Angelobung gerüstet zu sein.

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einrückungstermin jänner 2019

Bei winterlichen Temperaturen wurde im Garten der kaiserli-                             Weiters erschienen viele Gäste aus Politik, Wirtschaft, Bun-
chen Burg im Stadtzentrum von Wels ein besonderer Höhe-                                 desheer, die militärische Geistlichkeit, die Abordnungen der
punkt von jungen Grundwehrdienern gefeiert.                                             Traditionsverbände sowie Vertreter der Einsatzorganisatio-
                                                                                        nen.

                                                                                        Verteidigungsminister Mario Kunasek, Landeshauptmann
                                                                                        Mag. Thomas Stelzer sowie der Bürgermeister der Stadt Wels
                                                                                        versuchten in ihren Ansprachen, den angetretenen Rekru-
                                                                                        ten die Notwendigkeit ihres Dienstes näher zu bringen. Der
                                                                                        Präsenzdienst ist ein wichtiger Beitrag für die Basis des Bun-
                                                                                        desheeres, um seine immer größer werdenden Aufgaben zu
                                                                                        erfüllen. Die anwesenden Grundwehrdiener leisten einen
                                                                                        unmittelbaren Beitrag dazu, damit diese Auftragserfüllung
                                                                                        überhaupt erst möglich ist. Die Redner betonten in diesem
                                                                                        Zusammenhang die erbrachten Leistungen im Rahmen des
                                                                                        Assistenzeinsatzes zur Bewältigung der Schneemaßen im ver-
Alexander Lehner aus Wels (links) leistet seinen Treueeid auf die Republik Österreich   gangenen Monat.

Rund 350 Grundwehrdiener aus den Garnisonen Wels und                                    Sie dankten allen Rekruten, dass sie sich entschlossen ha-
Hörsching waren angetreten, um unter den Augen der zahl-                                ben, ihre Wehrpflicht beim Bundesheer abzuleisten und da-
reichen Angehörigen, Gäste und Bewohner der Stadt ihr                                   mit eben diese Kernaufgaben auch zu erfüllen. Sie alle leisten
Treuegelöbnis auf die Republik Österreich zu leisten. Dieses                            damit einen Beitrag für unsere Heimat und Bevölkerung.
schallte durch den Burggarten und erwärmte für wenige Au-
genblicke das Umfeld.                                                                   Nach der Beendigung des Festaktes und dem geschlossenen
                                                                                        Ausmarsch unter klingendem Spiel der Militärmusik hatten
Ein Kampfpanzer des Panzerbataillons 14 vor der Welser                                  die zahlreich erschienenen Angehörigen und Freunde der an-
Stadthalle stimmte die zahlreich erschienenen Zuseher auf                               gelobten Soldaten noch die Gelegenheit sich bei einem klei-
den bevorstehenden Festakt ein und war auch nach der An-                                nen Imbiss aus der Truppenküche in der Stadthalle von Wels
gelobung ein beliebter Anziehungspunkt für die angelobten                               zu stärken und die angelobten Soldaten für das wohlverdiente
Rekruten und deren Angehörige.                                                          Wochenende in Empfang zu nehmen.

Vor zahlreichen Fest- und Ehrengästen meldete der Kom-                                  Ab 4. Februar begann die bereits von vielen erwartete Waffen-
mandant der ausgerückten Truppe, Major Mag. (FH) Christian                              und Geräte spezifische Ausbildung, wie z.B. die Fahrschulen
Brunmayr, pünktlich um 11:00 Uhr dem Bundesminister für                                 oder die Panzerausbildung.
Landesverteidigung, Mario Kunasek, den Beginn der feierli-
chen Angelobung.

Die musikalische Umrahmung der Angelobung und ein an-
schließendes Platzkonzert wurde durch die Militärmusik des
Militärkommandos OÖ unter der Leitung von Kapellmeister
Leutnant Gernot Haidegger sichergestellt.

Die Ehrengäste waren trotz der Kälte zahlreich erschienen,
darunter der Bundesminister für Landesverteidigung, Marion
Kunasek, der Landeshauptmann von Oberösterreich, Mag.
Thomas Stelzer, der Militärkommandant von Oberösterreich,
Generalmajor Mag. Kurt Raffetseder, sowie der Bürgermeis-
ter der Stadt Wels, Dr. Andreas Rabl.
                                                                                                      Die angelobten Rekruten beim Ausmarsch aus dem Welser Burggarten

                                                                                                                                                          19
heeressportverein

Mitglieder des Zweigvereins Tauchen auf Tauchstation
Ein wahrhaft schönes Wochenende durften die Taucher des Zweigvereins Tauchen erleben. Einen teilweise schwerelosen
Vereinsausflug in Hinterstoder auf die Höss.

Im Vordergrund stand hier aber nicht das Wandern, sondern wie fast zu erwarten, das Tauchen.
Mit einem Heereskraftfahrzeug wurden das schwere Equipment und die umfangreiche Campingausrüstung zur Zielstation des
Sessellifts auf rund 1800 Meter Seehöhe gebracht.

Dort wurde zunächst das Lager aufgeschlagen, um dann den Spei-
chersee und natürlich das wunderschöne Panorama einmal zu be-
gutachten.

Die beiden Organisatoren Armando Comoli und Franz Manderscheid
versteckten zum Wohlgefallen aller Tauchenden mehrere Schätze
im See, die dann von den Teilnehmern gesucht und letztlich auch
geborgen werden konnten.

Es gab auch die einmalige Gelegenheit die Installationen im See für
die Schneekanonen zur Herstellung von Kunstschnee anzuschauen.

Nach zwei wunderschönen Bergseetauchgängen konnten wir den
herrlichen Sonnenuntergang am Berg genießen und schließlich den
Abend gemütlich am Lagerfeuer ausklingen lassen.
                                                                                                 Abgeblubbert und wieder Aufgetaucht

Wir hoffen, dass so ein Event wieder einmal ermöglicht wird.

Erfolgreiche Moto Cross Veranstaltung
Perfekte Streckenverhältnisse, 150 Moto Cross Sportler und viele
Zuschauer, doch dann kam der Regen und damit schwierige Renn-
bedingungen zum Finale der OÖ MX Landesmeisterschaft und OÖ
MX Cup am 23. September 2018 in Taufkirchen a.d. Trattnach.

Im Endergebnis der OÖ MX Landesmeisterschaft 2018 erreichte in
der Klasse MX2 Christoph Zeintl den OÖ-Landesmeistertitel für den
Zweigverein Motorsport des HSV Wels.

In der Klasse MX Open ging der OÖ-Landesmeistertitel 2018 an
Andreas Schmidinger.

Trotz der schwierigen Wetterverhältnisse gelang es dem HSV Wels –
ZV Motorsport ein würdiges Finale in der MX Sportsaison 2018
abzuwickeln.                                                                                            Ich mags laut und schmutzig!

 20
sPORT

spaSS mit dem ovalen ball
Bericht: Stabswachtmeister Harald Mitterhuemer
Fotos: Stabswachtmeister Harald Mitterhuemer

Um den Grundwehrdienst auch im Bereich des Sportes so
attraktiv wie möglich zu gestalten, ist es bereits seit Jahren
gängige Praxis, neben dem Heeressportzentrum und deren
Leistungssportler, auch externe Vereine sowie Soldaten, die
sich in einem Sportverein engagieren, als Impulsgeber beim
Panzerbataillon 14 begrüßen zu können.
                                                                 Trotz vieler Kontaktsituationen gehört Rugby nicht, wie
                                                                 fälschlicherweise angenommen, zu den verletzungsanfäl-
                                                                 ligsten Sportarten. Im Gegensatz zu den Vorurteilen gegen-
                                                                 über Rugby gibt es ein sehr striktes Regelwerk. Die Grundla-
                                                                 gen sind jedoch leicht zu erlernen.

                                                                 In diesem Kampf- und Ballspiel versuchen zwei Mannschaf-
                                                                 ten zu je 15 Spielern in 80 Minuten den Rugby-Ball am Geg-
                                                                 ner vorbeizutragen und Punkte zu erzielen. Das Spielfeld ist
                                                                 ungefähr so groß wie ein Fußballfeld. Ziel des Spiels ist es,
                                                                 mehr Punkte als die gegnerische Mannschaft zu erzielen.

                                                                 Einige Grundregeln müssen dabei eingehalten werden. Der
                                                                 ovale Ball darf nicht nach vorne geworfen werden. Nur der
Nach der Einweisung von zwei erfahrenen Rugbyspielern            ballführende Spieler darf „getackelt“ werden. Eine für Rug-
aus dem Rugby Club Linz durften sich die Rekruten als Rug-       by typische Technik die erlaubt den balltragenden Spieler
byspieler versuchen. Ohne die jungen Rekruten mit Technik        zu Fall zu bringen, indem der Verteidiger mit der Schulter
und Taktik zu überfordern und der umsichtigen Unterstüt-         und seinen Armen den Spieler kontrolliert zu Boden bringt.
zung durch die Vereinsspieler konnten sich die Grundwehr-        Der Kontakt muss dabei unterhalb der Schultern stattfinden.
diener der ungewohnten Herausforderung stellen.                  Schutzausrüstungen sind bis auf einen Mundschutz verbo-
                                                                 ten.
Rugby ist ein dynamischer Mannschaftssport, der nicht nur
Kampfgeist, sondern auch Respekt für die Mitspieler und
den Gegner verlangt und sich mittlerweile auch in Österreich
größter Beliebtheit erfreut. Er stellt hohe physische und psy-
chische Anforderungen an seine Spieler. Die Augen-Hand-
motorik, die Koordination, analytisches Denken, Entschei-
dungen treffen und peripheres Sehen wurden dabei von
jedem einzelnen gefordert.

                                                                 Die schweißtreibende aber lustige und willkommene Ab-
                                                                 wechslung wird für viele unvergessen bleiben. Nicht ohne
                                                                 Grund wird Rugby in England, Frankreich, Wales, Irland,
                                                                 Schottland, Neuseeland und Australien an fast jeder Schule
                                                                 gespielt.

                                                                                                                          21
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