2 taylor swift neil young andreas gabalier robbie williams the sinderellas soundgarden milow - Tipps von Deinem plaTTenlaDen

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taylor swift
gratis | november 2012

                         neil young
                         andreas gabalier
                         robbie williams      all my music
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                         Tipps von Deinem Plattenladen
2 taylor swift neil young andreas gabalier robbie williams the sinderellas soundgarden milow - Tipps von Deinem plaTTenlaDen
inhalt
AMM IM november 2012 | 03 titel: Eros Ramazzotti | 04 Taylor
Swift | 05 Neil Young | Robbie Williams | 06 The Sinderellas |
Aerosmith | Peter Gabriel | 07 Jonathan Jeremiah | Kylie Minogue
| Rea Garvey | 08 Milow | Andreas Gabalier | 09 Amy Winehouse |
Queen | 10 Soundgarden | Rolling Stones | Velvet Underground |
11 Purple Schulz | die liedermacher I Blumentopf | 12 album-tipps
| 14 highlights | 15 album-tipps | 16 all my jazz | 17 album-tipps |
20 hörstoff | 23 Plattenladen des Monats | plattenläden

auf tour
amm präsentiert: Carminho
                              Mit gerade einmal 27 wird die Portugiesin Carminho von den Kritikern bereits mit dem Titel der künf-
                              tigen Fado-Prinzessin geadelt. Trotz ihres geringen Alters trägt sie die traditionelle Fadomusik mit
                              der typischen Tragik, tiefer Sehnsucht und emotionalem Schmerz vor. Ihr Debütalbum ‚Fado‘ (2009)
                              erreichte in ihrer Heimat Platinstatus, und auch international begeistert sie mit ihrer kräftigen und klaren
                              Stimme Fans und Kritiker. Anlässlich ihres jetzt erschienenen zweiten Albums ‚Alma‘ kommt die Fadista
                              für einige Shows nach Deutschland.

                              23.11. Freiburg: Jazzhaus, 24.11. Saarburg: Altes Offizierscasino, 25.11. Mainz: Frankfurter Hof, 1.12.
                              Hannover: Pavillon, 2.12. Bremen: Schlachthof, 4.12. Wolfsburg: Hallenbad, 5.12. Bonn: Harmonie, 6.12.
                              Karlsruhe: Tollhaus

amm präsentiert: Nina Attal
Nina Attals Vorbilder heißen B.B. King, Etta James, Lenny Kravitz und Prince.
Kein Wunder, dass die Songs der Französin Soul, Funk, R&B, Blues und Pop
verbinden. Auf ihrem Debütalbum ‚Yellow 6I17‘ bringt die 20-Jährige zudem
afroamerikanische Sounds mit ein. Wer bei dieser Mischung noch stillsitzen
kann, wird ihre Deutschland-Tour im Dezember zeigen.

5.12. Berlin: A-Trane, 6.12. Hamburg: Nachtasyl @ Thalia Theater, 7.12. Lüding-
hausen: Burg Vischering, 8.12. Bochum: Jahrhunderthalle, 9.12. Frankfurt/Main:
Brotfabrik, 11.12. München: Unterfahrt, 12.12. Bonn: Harmonie

 amm
 ACHTUNG: Wie immer lohnt es sich, auf die Verlosungshinweise im Heft           Mitarbeiter DIESER AUSGABE: Marcel Anders (ma), Helmut
 zu achten! Einsendeschluss ist der letzte Tag des Monats dieser Ausgabe.       Blecher (hb), Yannick André Kaliner, Dagmar Leischow (dl), Nadine
 Ausreichend frankierte Teilnahmekarten an folgende Adresse schicken: amm       Lischick (nli), Simon Meister, Patrick Niemeier (nie), Henning Richter (hr),
 Musikmagazin, Stichwort, Steintorweg 8, 20099 Hamburg. Oder per E-Mail an      Steffen Rüth (sr)
 verlosung@amm.de. Bei allen Verlosungen ist der Rechtsweg ausgeschlossen.
 amm-Mitarbeiter sind von den Verlosungen ausgeschlossen.                       Fotografen dieser Ausgabe: Universal Music (1, 3 Eros
                                                                                Ramazzotti, 5 Robbie Williams, 7 Jonathan Jeremiah, 10 Soundgarden), Sarah
 IMPRESSUM:                                                                     Barlow (4 Taylor Swift), Emily Dyan Ibarra (5 Neil Young), Christian Barz (6 The
 HERAUSGEBER: Aktiv Musik Marketing GmbH & Co. KG, Steintorweg 8,               Sinderellas), EMI Music (7 Kylie Minogue), Nela König (7 Rea Garvey), Gerald
 20099 Hamburg. Sitz: Hamburg, HR A 105205, UstID: 187995651                    Lobenwein (8 Andreas Gabalier), JOKKO (8 Milow), Bettina Koch (11 Purple
 FON: 040 / 468 9928 – 0, FAX: 040 / 468 9928 – 15, E-Mail: info@amm.de         Schulz), 11 Christoph Neumann (11 Blumentopf)
 Persönlich haftende Gesellschafterin: Aktiv Musik Marketing Verwaltungs GmbH
 Steintorweg 8, 20099 Hamburg, Sitz: Hamburg, HR B 100122                       Druck und Vertrieb: Möller Druck und Verlag GmbH,
 Geschäftsführer: Jörg Hottas.                                                  Zeppelinstraße 6, 16356 Ahrensfelde
 Redaktionsanschrift: amm Musikmagazin, Steintorweg 8, 20099                    Erscheinungsweise: Monatlich (gültig ist die Anzeigenpreisliste
 Hamburg E-Mail: redaktion@amm.de Internet: www.amm.de                          2011/2012)
 FON: 040/468 9928-17                                                           Druckauflage: 60.000
                                                                                HINWEIS: Farbgenauigkeit, Anzeigeninhalte und abgedruckte Termine
 Redaktions- und Anzeigenleitung: Daniel Ahrweiler                              ohne Gewähr.
 (verantwortlich für den Inhalt)

 Endkorrektur: Katrin Zabel

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titel

Das neue Wir-Gefühl
Mehr als 30 Jahre währt die Karriere des Eros Ramazzotti. Der erfolgreichste
Sänger und Songschreiber Italiens kann über 50 Millionen verkaufte Alben und
weltweite Tourneen auf seiner Habenseite verbuchen. Nun legt er mit ‚Noi‘ (Wir) sein
mittlerweile zwölftes Studioalbum vor, auf dem er autobiografische Balladen mit
vielen Soft-Rock-Einflüssen präsentiert.
Garant für die Top-Positionen der Charts – auch bei uns –        radiofreundlichen Beats ausgestatteten Opener „Un Angelo
sind die Singles und Alben des vor wenigen Tagen 50 Jahre        Disteso Al Sole“ („Ein Engel, der in der Sonne liegt“) seine
alt gewordenen Eros Ramazzotti, der 1985 mit dem Song            Gedanken an eine unerreichbare Frau in Worte zu fassen
„Una storia importante“, gesungen beim Sanremo-Musik-            versucht, bekennt er in dem mitreißenden „Io Sono Te“,
festival, seinen großen internationalen Durchbruch schaffte.     das er im Duett mit Giancarlo Giannini singt, eins zu sein
Seither erscheinen all seine Alben auch auf Spanisch. Von        mit seinem Gegenüber. Mit Nicole Scherzinger (Pussycat
Anfang an war alles perfekt geplant: Selbst der Schriftzug       Dolls) wird Eros Ramazzotti in „Fino All‘estasi“ von der
„Eros Ramazzotti“ taucht bis zum heutigen Tag unverändert        Ekstase umarmt, während er mit dem Opern-Pop-Trio Il
auf sämtlichen Alben auf. Allerdings tauschte Eros zwi-          Volo das gefühlvolle „Così“ anstimmt. Einen wilden Herzen-
schenzeitlich sein Team aus: Piero Cassano (früher Mitglied      sturm entfacht der Römer mit dem Club Dogo in „Testa A
der Gruppe Matia Bazar) komponiert nunmehr die Musik             Cuore“, und mit der belgischen TripHop-Band Hooverphonic
für ihn, Adelio Cogliati (noch heute sein Texter) schreibt die   eröffnen sich für den Sänger in „Solamente Uno“ ganz neue
Songtexte und Celso Valli (mit dem er ebenfalls nach wie         Klangwelten. ‚Noi‘ wird ein weiterer Klassiker im Schaffen
vor arbeitet) ist für sämtliche Arrangements verantwortlich.     des Eros Ramazzotti, mit dem er im nächsten Jahr eine
Auf ‚Noi‘, seinem neuen, mittlerweile zwölften Studioalbum,      große Tour durch Europa plant. In Deutschland sind neun
schlägt Ramazzotti nach drei Jahren des Wartens ein              Konzerte angesetzt. In München, Halle, Oberhausen, Köln,
neues Karriere-Kapitel auf. Seinem unverwechselbaren Stil        Nürnberg, Frankfurt, Stuttgart und Berlin wird der smarte
treu, präsentiert er autobiografische Balladen und rhyth-        Italiener dabei live auf der Bühne stehen.
musgeladene Pop-Rock-Songs, die seine Hörer abermals                                                         Helmut Blecher
dahinschmelzen lassen werden. Was das neue Album mit
seinen insgesamt 14 Songs – die es wie üblich nicht nur in
                                                                                   Eros Ramazzotti – Noi (Universal) CD
italienischen, sondern auch in spanischen Versionen geben
                                                                                   3720582, ab 16.11. im Handel
wird – so besonders macht, sind die Kooperationen, die Eros
mit hochkarätigen Gästen eingeht. Nachdem er in dem mit

                                                                                                                                3
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album des monats

  In Deckung, Jungs!
  Viereinhalb Millionen Dollar sind für Taylor Swift eine vergleichsweise übersichtliche
  Investition, hat sie 2011 laut „Forbes“-Magazin doch lässige 57 Millionen eingenom-
  men und ist damit die finanziell erfolgreichste Musikerin des Jahres. Auch scheint die
  Summe für eine Villa in Hyannis Port an der US-amerikanischen Atlantikküste ange-
  messen zu sein, speziell, wenn man bedenkt, dass in der Nachbarschaft der Kennedy-
  Clan ein Anwesen hat. Bisschen doofes Timing ist bloß, dass sich Taylor nach ein paar
  zartromantischen Monaten gerade erst vom 18-jährigen Conor Kennedy getrennt
  haben soll. Aber Swift macht wie immer das Bestmögliche aus der Situation: Kauft
  sich die Bude trotzdem, und wird, da muss man kein Hellseher sein, den kleinen
  Conor auf ihrem nächsten Album im einen oder anderen Song verewigen.
  „Wer sich mit mir einlässt und eine Beziehung beginnt“, so     zwar ständig und dann auch immer in die Falschen, doch
  gab Swift jüngst unumwunden in einem Interview mit der         das nimmt ihr niemand krumm. Schließlich kleidet sie
  britischen „Daily Mail“ zu bedenken, „der unterschreibt        sich züchtig und konservativ-verspielt, und vor allem: Sie
  praktisch die Einverständniserklärung dafür, dass ich          behält die Kleidung in der Öffentlichkeit an. „Mein Körper
  ihm eines oder auch mehrere Lieder widme.“ Und die             soll in meiner Karriere keine Hauptrolle übernehmen“,
  versammelten Verflossenen können, pardon, ein Lied             so Taylor. „Es soll nur um die Musik gehen.“ Mit der hat
  davon singen. Seit die 22-Jährige, die in Nashville lebt,      sie sich auf ‚Red‘ noch weiter von ihren Countrywurzeln
  2006 ihr Debüt veröffentlichte und alsdann im Abstand          entfernt als zuvor. Swift schreibt ihre Songs nach wie
  von jeweils zwei Jahren die hypererfolgreichen Alben           vor selbst, hat sich aber für eine Reihe von Stücken Hilfe
  ‚Fearless‘ und ‚Speak Now‘ folgen ließ, war sie sowohl         geholt, unter anderem von den schwedischen Pop-Genies
  im Lieben als auch im Trennen und anschließenden               Max Martin und Shellback. „Trouble“ basiert denn auch
  emotionalen Abrechnen sehr emsig. So musste sich Joe           auf einem sanften Breakbeat, während „We are never
  Jonas hinterhersingen lassen, dass er das Gegenteil eines      ever ...“ mit seiner präzisen Poppigkeit auch von Katy
  Gentleman sei, auch John Mayer bekam in „Dear John“            Perry stammen könnte. Bei „State of Grace“ beschleicht
  sein Fett weg. Aktuell gilt „We are never ever getting back    den Hörer die Vermutung, dass Taylor zur Inspiration
  together“, die erste Single vom vierten Album ‚Red‘, als       Rihannas „We found Love“ hörte und die Synthesizer
  Nachruf auf die gescheiterte Liaison mit Schauspieler Jake     durch Bass, Gitarre, Schlagzeug ersetzte. Sehr schön ist
  Gyllenhaal. Swift selbst nimmt grundsätzlich nie direkt        „The Last Time“, eine Kollaboration mit Gary Lightbody
  Stellung zu ihren Ex-Boyfriends, sie sagt nur, „dass die       von Snow Patrol. Und über ihren Duettpartner Ed Sheeran
  Jungs in der Regel schon wissen, wenn sie gemeint sind.“       im flotten „Everything has changed“ äußerst sich Taylor so
  Zum Albumtitel schreibt sie im CD-Booklet: „Mich ziehen        euphorisch („Ich liebe seine Songs“), dass man fast schon
  die roten Beziehungen an. Das sind jene, die von null auf      glauben könnte, das albumabschließende „Begin Again“
  hundert beschleunigen, dann an die Wand krachen und            handele von ihr und Ed. Aber so schnell liebt wahrschein-
  explodieren.“ Vorsicht, Jungs. Amerikas Lieblingssängerin      lich nicht einmal Miss Swift.
  ist Taylor Swift trotz ihrer etwas vampirhaften Kreativtech-                                                  Steffen Rüth
  nik geworden. ‚Red‘ ist das erste Album seit Lady Gagas
  ‚Born this Way‘, das in den USA in der Erscheinungswoche                        Taylor Swift – Red (Universal) CD 3717305 /
  mehr als eine Million Mal gekauft wurde. Die Verehrung                          Del. Ed. 3717314 / Ltd. Zinepack 3718497;
  ist generationsübergreifend, in Konzerten versammelt sie                        jetzt im Handel
  ein Publikum vom Kind bis zum Greis. Taylor verliebt sich

4 Der amm-NewSletter – JETZT BESTELLEN: www.allmymusic.de
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legends

                                                 HIPPIE-PILLE
Das 35. Album seiner Karriere ist eine echte Offenba-
rung: Eine musikalische Wunderpille für eine bessere
Welt mit unkonventionellen Songs, freier Liebe, ehr-
lichen Politikern und ganz legalen (weichen) Drogen.
Ein halbes Jahr ist seit dem Coveralbum ‚Americana‘ ver-        Effekte setzt. Und auch lyrisch bleibt sich der passionierte
gangen, und schon legt er nach. Wieder mit seiner Lieblings-    Poncho-Träger treu: Es geht um Jesus, Picasso und Maharishi.
begleitband Crazy Horse, wieder aufgenommen auf seiner          Aber auch um Tugenden, Traditionen und Werte sowie einen
Farm bei San Francisco und wieder mit einem bekifften           letzten Appell an seine „fellow Americans“, bei der kommen-
Rumpel-Rock, der vor allem eine Frage aufwirft: Wenn der        den Präsidentschaftswahl ja keinen Bockmist zu verzapfen.
66-Jährige auf Anraten seines Arztes nicht mehr kiffen darf     „Wir alle haben die Verpflichtung, das Beste aus dieser Welt
– wie viel Rest-Marihuana hat er dann noch im Blut? Denn        zu machen – und dieser Aufgabe müssen wir uns stellen“, so
was old Neil hier mit Knödel-Stimme, exaltierten Soli und       Young, der mit dieser Pille für ein natürliches High sorgt.
scheppernder Rhythmussektion initiiert, kann kaum nüchtern                                                       Marcel Anders
entstanden sein. Schon gar nicht der 27-minütige Opener            Neil Young & Crazy Horse – Psychedelic Pill (Reprise/Warner)
„Driftin‘ Back“, der etwas von einem vertonten Trip hat, oder   2CD 9362494859; jetzt im Handel / 3LP 9362494860 / Blu-ray
das psychedelische Titelstück, das auf wirre Multitracking-     Audio 7599399724; ab 23.11. im Handel

                                                                 Der zweite Anlauf
                                            Die letzten Jahre waren nicht leicht:
Der Superstar der späten Neunziger und frühen 2000er schien ausgebrannt und
leer. Was sich nun ändern soll. Mit seinem neuen Album wagt der 38-Jährige einen
weiteren Angriff auf den Pop-Olymp.
„Ich brauchte einfach eine Pause. Eben weil ich 15 Jahre        Songwriter setzt. „An zwei Songs wirkt Gary Barlow mit.
durchgearbeitet habe, völlig ausgepowert war und erst mal       Ansonsten habe ich alles alleine gemacht – mit ein paar
an mich denken musste“, so der Brite mit Wohnsitz Los           jungen, unbekannten Typen aus Australien. Wir waren zehn
Angeles. Folglich hat er sich seit 2006 merklich aus dem        Tage im Studio, haben Bier getrunken, Spaß gehabt und
Musikgeschäft zurückgezogen, ist nur noch sporadisch            wild drauflos geschrieben.“ Eine Spontaneität, die man
aufgetreten und hat mit seinen letzten Alben ‚Rudebox‘          ‚Take The Crown‘ in jeder Note anhört: hymnischer Gute-
und ‚Reality Killed The Video Star‘ sogar regelrechte Flops     Laune-Pop mit Ohrwurm-Garantie. „Ich will wieder nach
gelandet. „Ich war nicht hundertprozentig bei der Sache.        oben“, grinst Robbie. „Und das ist das Album dafür.“
Und ich habe versucht, ein bisschen zu experimentieren.                                                     Marcel Anders
Aber jetzt will ich wieder Songs, die ein großes Publikum          Robbie Williams – Take The Crown (Island/Universal) CD
erreichen und Stadien füllen.“ Eine ehrgeizige Mission, für     3716807 / Ltd. Roar Ed. 3716804 / Ltd. Del. Ed. (CD+DVD)
die der frischgebackene Vater auf sein eigenes Können als       3716805 / LP 3716806; jetzt im Handel

                                                                                                                                  5
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highlights

  MitreiSSender Mix aus Musik und Burlesque
  Seit dem 26. Oktober weht auf dem Hamburger Kiez eine mitreißende Mischung
  aus Erotik, Tanz, Burlesque Show, Musik und Mode über die Bühne des Gruen-
  span auf der Großen Freiheit.
  Verantwortlich für die elegant-sündige Show ‚Secret & Sins‘         fünf junger Frauen, die sich nur ihrer Leidenschaft verpflichtet
  zeichnen The Sinderellas aus Berlin und Hamburg, die ihrer Lust     fühlen. Geschmackssicher produziert von Stefan Örn, breiten die
  an glamourösen Outfits mit einem rasanten Mix aus Modern-Pop        lasziven Ladies viele ihrer Geheimnisse und Sünden in gut abge-
  mit Retro-Soul, Rockabilly und einem Schuss Vintage-Pop frönen.     henden Songs wie „Miss Drama Queen“, „Some Rings“ oder
  Begleitet von einer siebenköpfigen Live-Band, sorgen Julietta la    „Bon Appétit“ aus. The Sinderellas vertreiben mit ihrem Album
  Doll, Nathalie Tineo, Belle la Donne, Eden und Lily of The Valley   und ihrer Show den wenig aufregenden Mainstream unserer
  für sinnliches High-Class-Vergnügen, das sowohl den Revue-          Tage mit starken Stimmen und knisternder Erotik.
  Fan als auch Nachteulen fesselt. Das parallel dazu erschienene                                                     Helmut Blecher
  Album ‚Secrets & Sins‘, das The Sinderellas in Stockholm und            (Harder Records/Warner) CD 505310541732 / LP+CD
  Berlin eingespielt haben, enthält zwölf musikalische Statements     505310541731; jetzt im Handel

                                                      Aerosmith
                                                      Music From Another Dimension
                                           Seien wir ehrlich: Mit diesem Album hätte wohl selbst der kühnste Fan nicht
                                           mehr gerechnet. Sei es, weil seit dem Vorgänger ‚Just Push Play‘ geschlagene
                                           elf Jahre vergangen sind. Weil das Verhältnis der Bandmitglieder untereinander
                                           zuletzt alles andere als freundschaftlich schien. Und weil das Quintett aus Boston
                                           inzwischen auch schon über 60 ist, beziehungsweise wohl eher an ein sonniges
                                           Rentendasein unter Palmen denn an neue musikalische Höchstleistungen denkt.
                                           Doch weit gefehlt: Das 15. Studio-Album der inzwischen 42-jährigen Bandge-
                                           schichte ist tatsächlich eines der besten. Ganz einfach, weil Aerosmith hier genau
                                           das machen, was man von ihnen erwartet – und zwar richtig gut. Angefangen bei
  einem soliden Mix aus kraftvollem Hardrock, dreckigem Blues und triefenden Balladen über Texte, die mit jeder Menge Sex
  kokettieren, bis hin zu Steven Tylers unvergleichlichem Kreischgesang und Joe Perrys markanten Gitarrensoli. Ein tolles
  Spätwerk, das Klassikern wie ‚Rocks‘ oder ‚Pump‘ in nichts nachsteht. (ma)
     (Columbia/Sony) CD 88725442812 / CD+DVD+5“ Single 88725479082 / 2LP+CD 88725442811; jetzt im Handel

                                                      Peter Gabriel So (2012 Remastered –
                                                      25th Anniversary Edition)
                                              Im Mai 1986 wurde ‚So‘, Peter Gabriels ultimatives Studioalbum, erstmals veröffent-
                                              licht, sodass die jetzt remasterte Neu-Edition dieses Klassikers eigentlich die „26th
                                              Anniversary“-Ausgabe wäre. Doch was schert es den Fan des Kult-Künstlers, der nach
                                              seinem Ausstieg bei Genesis zwischen 1977 und 1982 vier Soloalben vorlegte, die mit
                                              Song-Highlights wie „Solsbury Hill“, „Biko“ oder „Shock The Monkey“ seinen vielfältig
                                              bestückten musik-stilistischen späteren Alben den Boden bereiteten. Mit ‚So‘ fuhr er
                                              dann die volle kreative Ernte ein. Die Arbeit an dem Meisterwerk, produziert von dem
                                              Kanadier Daniel Lanois, einem langjährigen Brian-Eno-Protégé, und eingespielt von
                                              Cracks wie Tony Levin (Bass) oder Manu Katché (Schlagzeug), dauerte ein rundes Jahr
  und brachte unter den neun Albumtiteln allein sechs Top-Nummern hervor. So zum Beispiel „Sledgehammer“ mit einem der besten
  Musikvideos aller Zeiten oder das monumentale „Big Time“. In drei Formaten liegt die ‚25 Anniversary Edition vor‘: als Standard-
  CD, als 3CD-Set und als Deluxe-Box-Set im LP-Format mit raren unveröffentlichten Tracks. (hb)
    (EMI) CD 0800134 / Spec. Ed. (3CD) 0800135 / Del. Boxset 0800140; jetzt im Handel

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highlights
                      Jonathan Jeremiah
                        Ein Fall für Bond
In den vergangenen zwei Jahren hat der schlaksige Brite viel erreicht: Sein
Debüt ‚A Solitary Man‘ entpuppte sich als Bestseller, eine Fluggesellschaft
buchte ihn kostenlos in die Business Class um (weil sie ihn für Nickelback-
Sänger Chad Kroeger hielt) und Starkomponist David Arnold bezeichnete
ihn als „Riesentalent“. „Der erste Schritt zum eigenen Bond-Soundtrack“,
lacht Jonathan. „Was für mich die Erfüllung aller Träume wäre.“ Denn der
32-Jährige könnte sich nichts Besseres vorstellen, als den Titelsong zu einem
007-Abenteuer zu liefern. „Ich würde etwas Klassisches machen – mit jeder
Menge Streichern und Bombast.“ Also im Grunde nichts anderes als auf seinem
neuen Werk „Gold Dust“, für das er ein 65-köpfiges Sinfonieorchester sowie
zwölf Stücke zwischen gefühlvollen Lovesongs und Ausflügen in Folk, Motown
und 60s Psychedelia auffährt – alles entstanden in seiner Wahlheimat Berlin.
„Für mich ist das eine große Sache. Zum einen, weil ich noch nie mit so vielen Leuten gearbeitet habe. Zum anderen aber auch,
weil ich zum ersten Mal richtig lange von zu Hause weg war und mich unsterblich in diese Stadt verliebt habe.“ (ma)
   Jonathan Jeremiah – Gold Dust (Island/Universal) CD 3717076 / LP 3717449; jetzt im Handel

                                                                Kylie Minogue
                                                                Klassiker im neuen
                                                                Arrangement
                                                              Über 25 Jahre währt mittlerweile Kylies Karriere, die mit Hits
                                                              wie „I Should Be So Lucky“, „Can‘t Get You Out Of My Head“
                                                              oder „Come Into My World“ zur internationalen Pop-Ikone
                                                              avancierte. Sechzehn Klassiker aus ihrem umfangreichen
                                                              Oeuvre wurden jetzt radikal überarbeitet in Londons legen-
                                                              dären Abbey Road Studios zusammen mit Kylies langjähriger
                                                              Live-Band und einem kompletten Orchester aufgenommen,
                                                              Stargast Nick Cave hat seinen Part des Duetts „Where The
                                                              Wild Roses Grow“ neu eingesungen. Weitere Höhepunkte sind
                                                              das ergreifende „Better The Devil You Know“, das unverwüst-
                                                              lich großartige „Confide In Me“, eine sinnliche Version von
                                                              „On A Night Like This“, das muntere „All The Lovers“ und
das wunderschöne „Finer Feelings“. Und direkt aus den swingenden und rollenden Fifties könnte die neue Fassung von „The
Locomotion“ stammen. Nie zuvor kamen die 16 Songs so stark rüber, wie in ihren neuen Sound-Gewändern. Nie zuvor kam
die emotionale Bedeutung und Tiefe dieser Hits so zum Tragen, und nie zuvor klang Kylie Minogues Stimme voluminöser und
besser als bei diesem Projekt. (hb)
   Kylie Minogue – The Abbey Road Sessions (Parlophone/EMI) CD 0150232 / Special Edition 0150222 / LP+CD 0158611;
jetzt im Handel

                       Rea Garvey
           Die Weiterentwicklung
                  des Solodebüts
Rea Garvey, der bei der zweiten Staffel von „The Voice Of Germany“ die Trophäe
unter allen Umständen mit nach Hause nehmen will, wartet topaktuell mit einem
Re-Release seines Solodebüts auf. ‚Can’t Stand The Silence – The Encore‘ heißt
die Fortsetzung, die neben fünf brandneuen Tracks auch eine Bonus-DVD mit der
Aufzeichnung des fantastischen Unplugged-Sets aus der ZDF-Kulturreihe „ZDF
Bauhaus“, vier Live-Clips und die Musikvideos der ersten drei Singles aus ‚Can’t
Stand The Silence‘ enthält. Mit „Wild Love“, das mit starken Synthieklängen
aufwartet, hat Rea Garvey bereits einen weiteren Single-Hit in der Pipeline, und
auch der dramatische Song „Rise Before You Fall“ hat beste Aussichten, ein
Ohrwurm zu werden, wurde er doch als Titelsong des Sat.1-Blockbusters „Das
Vermächtnis der Wanderhure“ ausgewählt. „Love Someone“ ist eine Rockbal-
lade mit einem unter die Haut gehenden Refrain, und „Follow Your Heart“ besticht mit sattem Drive und einer einprägsamen
Melodie. Last but not least erweist sich „Life Up Ahead“ als eine gut abgehende Nummer mit balladesken Zügen. (hb)
   Rea Garvey – Can‘t Stand The Silence – The Encore (Island/Universal) CD 3718265 / Del. Ed. (CD+DVD) 3718267; jetzt im Handel

                                                                                                                                  7
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live-highlights

  „WARUM WAR ICH NICHT BEI DIESEM KONZERT?“
  Wer Milow schon live gesehen hat, der hat es bemerkt: Der belgische Song-
  writer fühlt sich auf der Bühne pudelwohl. „Ich mag es einfach, meine Lieder live
  zu singen“, sagt der 31-Jährige.
  „Purer kann die Seelenkraft der Lieder nicht sein und die        sind „You Don´t Know“ oder „Ayo Technology“ plötzlich über
  Reaktionen der Zuhörer nicht unmittelbarer. Deshalb liebe        sieben Minuten lang. Das Album funktioniert aber vor allem
  ich es, meine Konzerte auf CD zu bannen.“ Mit ‚From North        deshalb so gut, weil die Konzert-Atmosphäre spürbar ist.
  To South Live‘ tut er das nun zum zweiten Mal. 50 Konzerte       Milows Publikum klatscht, jubelt und singt aus voller Kehle
  ließ er während seiner Tour im Herbst 2011 aufzeichnen,          mit. „Ich mache auch deshalb so gerne Live-Platten, weil ich
  anschließend wählte er seine 13 Lieblingssongs aus. „Die         die Leute überzeugen will, ins Konzert zu gehen“, sagt er.
  wichtigsten Platten in meinem Schrank sind Live-Alben“, ver-     „Die mp3-Generation soll meine Lieder in Echtzeit hören und
  rät er. „Durch sie habe ich meine Lieblingskünstler entdeckt.    sagen, verdammt noch mal, warum war ich nicht bei diesem
  Neil Young etwa oder Bruce Springsteen habe ich erst dann        Konzert?“ Könnte durchaus klappen.
  wirklich verstanden, als ich ihre Live-Alben gehört habe.“                                                   Nadine Lischick
  Dass Milows Songs live anders klingen als auf Platte, versteht      Milow – From North To South (live) (B1/Universal) CD
  sich: Wenn seine Band zu jammen und improvisieren beginnt,       3710923; jetzt im Handel

                                                                       Die Almhütte rockt
                                                   Andreas Gabalier feiert über alle Gen-
  res hinweg Erfolge. Jetzt veröffentlicht der Österreicher, der mit seinen drei Alben seit
  Monaten auf den vordersten Plätzen der Austro-Charts rangiert, sein Live-Album.
  Wenn Gabalier auf der Bühne steht, kreischen seine Fans wie      geweih. Seine Songs sind ebenso wenig einzuordnen wie der
  bei einem Justin-Bieber-Konzert. Der von der Presse gern als     Mann selbst. Es kracht, stampft, rockt und brennt die Almhütte
  der „Robbie Williams der Volksmusik“ betitelte Rock‘n‘Roller     genauso wie der Subwoofer. Die DVD zeigt den Shootingstar
  genießt das Bad in der Menge. Die Ziehharmonika und die          beim Abschlusskonzert seiner ersten Tournee mit Band in der
  Lederhose lassen Rustikales vermuten, die Haartolle und sein     ausverkauften Wiener Stadthalle vor über 12.000 Fans. Das
  berühmter „Arschwackler“ sind das genaue Gegenteil. „Ich         Bonusmaterial zeigt unter anderem Andreas Gabalier ganz
  schreibe und singe darüber, wie ich das Leben sehe, Situati-     privat in seiner Hotelsuite oder auf dem Weg zum Auftritt.
  onen erlebe und ich glaube, das ist es, weshalb sich so viele                                                  Helmut Blecher
  Menschen in den Liedern wiederfinden“, sagt Gabalier. Damit         Andreas Gabalier – Volksrock’n’Roller Live (Koch/Univer-
  das alles auch optisch nicht in Normalität abgleitet, baut er    sal) 2CD 3713430 / DVD 3713440 / Premium Ed. (2CD+DVD)
  sich selbst einen Mikrofonständer aus Wurzelholz und ein Reh-    3713441; jetzt im Handel

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highlights

Wahre Juwelen
                                        Viel unveröffentlichtes Material hat sie nicht
                                        hinterlassen. Das verdeutlichte schon die Com-
                                        pilation ‚Lioness: Hidden Treasures‘ von 2011.
                                        Eine Sammlung von Demos und Outtakes, die
                                        zeigte, dass Frau Winehouse in ihren letzten
                                        Jahren tatsächlich ein Fall für die Reha war.
                                        Weshalb der Ansatz, dem Plattenfirma, Manage-
                                        ment und Erbverwalter mit ‚At The BBC‘ folgen,                                                        präsentiert
                                        auch ein viel besserer, weil respektvoller ist.
                                        Denn: Er setzt auf Masse wie Klasse. Sprich: Ein
                                        kunstvolles Boxset mit umfangreichem Booklet       guter klang
                                        sowie drei DVDs und einer CD, auf der sich
                                        echte und vor allem hochwertige Raritäten in           ist besser
                                        Bild wie Ton finden. Seien es Ausschnitte aus
Auftritten in der TV-Show von Impressario Jools Holland, aber auch Live-Sessions bei
der BBC, ein komplettes Konzert von 2008 und nicht zuletzt ein Kurzfilm mit Interviews
sowie einem ungewöhnlichen 20-minütigen Gig in einer Kirche. Aufnahmen, die zeigen,
was für eine großartige, stimmgewaltige Performerin Amy doch war – eben eine Frau mit
Ausstrahlung, Charme und Leidenschaft, die jeden Song zum musikalischen Hochgenuss
gemacht hat. Nicht auszudenken, was da noch hätte kommen können ... (ma)
   Amy Winehouse – At The BBC (Island/Universal) CD+DVD 3721973 / Special                  Friedemann Echoes
Edition (3DVD+CD) 3715116; ab 9.11. im Handel                                              Of A Shattered Sky
                                                                                           Souverän hantiert hier ein Klangmaler mit
                                                                                           seiner akustischen Soundpalette und zeigt
                                                                                           sich zugleich offen für neue Farbtupfer.

Historisches
Konzertereignis                                                                            Mark Knopfler
                                    „Wir freuen uns sehr, dass Queen-Fans                  Privateering
                                                                                           Entspannte und tiefgründige Blues- und
                                    weltweit endlich die Chance haben, diesen
                                                                                           Folk-Schemata prägen die Songs auf
                                    erstaunlichen Moment in der Bandgeschich-              dem siebten Solowerk des 63-Jährigen.
                                    te zu erleben“, erklären Roger Taylor und
                                    Brian May anlässlich der Veröffentlichung
                                    des Ereignisses aus dem Jahr 1986 auf DVD
                                    und Blu-ray, „wir wussten damals, dass
                                    ein Stadion-Konzert in Budapest wegwei-
                                    send war. Aber wir hatten nicht erwartet,
                                    was für eine historische Nacht es werden
                                    würde.“ ‚Hungarian Rhapsody – Queen Live
                                    In Budapest‘ ist ein unverzichtbar sehens-             Warsaw Village Band
                                    wertes Konzerterlebnis, das in HD-Qualität             Nord
                                                                                           Ein wahres Füllhorn an unverbrauchten
                                    mit superbem 5.1-Surround Sound erhältlich             Klängen jenseits des Mainstreams – und
ist. Neben dem Konzert enthält die DVD die 25-minütige Dokumentation „A Magic              exzellent aufgenommen dazu.
Year“. Sie begleitet Queen nach ihrem historischen Auftritt bei Live Aid in London
im Juli 1985 durch ein Jahr, das seinen Abschluss im Budapester Konzert fand.
Tragischerweise war die „Magic“-Tour die letzte Konzertreise mit Freddie Mercury.
Das Queen-Konzert im Népstadion war das erste Stadion-Konzert einer westlichen               Mehr Dynamik –
                                                                                             mehr Musik
                                                                                             Mitreißend, lebendig, überwältigend: Boxen,
                                                                                             Amps und Player, die Musik zum Erlebnis machen

Rockband hinter dem Eisernen Vorhang. Dessen Bedeutung erfüllte die ungarischen            Tannoy &
                                                                                           Klipsch
                                                                                           Klassischer Look, ziviler
                                                                                           Preis, riesiger Hörspaß

Behörden und Filmbranche derart, dass sie die besten Techniker und Kameraleute                Weiss
                                                                                              MAN301
                                                                                              Ausgereift und neutral:
                                                                                              Der Schweizer unter
                                                                                              den Musikservern

entsandten, um das Konzert für die Nachwelt auf Zelluloid zu bannen. (hb)                  Analog
                                                                                                            Mehr guten Klang
                                                                                           Pro-Ject Debut Carbon:
                                                                                           Viel Faser für wenig Kohle

   Queen – Hungarian Rhapsody – Live In Budapest (Island/Universal) CD 3714621 /                            gibt es in der aktu-
Blu-ray 3714622 / Blur-ray+2CD 3718308 / DVD+2CD 3714623; jetzt im Handel                  ellen Ausgabe der AUDIO, jetzt im
                                                                                           Handel erhältlich.
2 taylor swift neil young andreas gabalier robbie williams the sinderellas soundgarden milow - Tipps von Deinem plaTTenlaDen
highlights
                                                                              Soundgarden
                                                                              Sag niemals nie
                                                                              „Ich fürchte, dazu wird es nie kommen. Ein-
                                                                              fach, weil wir uns zu weit voneinander entfernt
                                                                              haben.“ Ein Satz, mit dem Chris Cornell Ende
                                                                              2008 jede weitere Frage nach einer Sound-
                                                                              garden-Reunion abblockte – nur, um zwei
                                                                              Jahre später dann doch rückfällig zu werden.
                                                                              Eben weil seine Solokarriere stagnierte, Bassist
                                                                              Ben Sheppard vor der Privatinsolvenz stand
                                                                              und Gitarrist Kim Thayil wieder mit Drummer
                                                                              Matt Cameron jammte. „Es begann mit einem
                                                                              lockeren Treffen – unserem ersten seit 1997“,
                                                                              erklärt Cornell. „Dabei haben wir erkannt, dass
  wir die Flinte vielleicht zu früh ins Korn geschmissen haben, dass wir unsere Probleme besser hätten lösen sollen und dass
  wir immer noch eine gemeinsame Basis haben.“ Nämlich die Lust an druckvollem, manisch intensivem Rock, wie sie ihn auf
  dem Comeback-Album ‚King Animal‘ zelebrieren. Mit doomigen Gitarren-Riffs, komplexer Polyrhythmik, kraftvoller Stimme
  und gepflegter Schwarzmalerei, die beim Hörer für gesträubte Nackenhaare beziehungsweise multiple Ohrgasmen sorgen.
  „Es ist Soundgarden. Nur: Wir sind kein Nostalgie-Act, der die frühen Neunziger aufleben lässt, also dieses Grunge-Ding.
  Sondern wir schreiben moderne Songs, die jeden Rockfan ansprechen dürften.“ In der Tat ... (ma)
    Soundgarden – King Animal (Mercury/Universal) CD 3719823 / 2LP 3719818; ab 9.11. im Handel

                           The Rolling Stones
                             50 Jahre und kein
                               bisschen leiser
  1963 begann ihre Karriere mit der ersten Single, einer temporeichen Version
  von Chuck Berrys „Come On“. Mit ‚GRRR!‘ werden die Stationen der größten
  Rock‘n‘Roll-Band der Welt noch einmal abgefeiert. Als Bonbon gibt es zwei
  neue Studioaufnahmen obendrauf. Erstmals seit ‚A Bigger Bang‘ (2005)
  waren die Stones gemeinsam im Studio, um die neuen Songs „Gloom And
  Doom“ und „One Last Shot“ aufzunehmen. Sie bilden das Sahnehäubchen
  der Werkschau, die alle Highlights in der 50-jährigen Bandgeschichte
  präsentiert – die Super Deluxe Edition gar mit 80 Tracks. Die kreative Part-
  nerschaft von Mick Jagger und Keith Richards hat bis heute ein Repertoire hervorgebracht, das die Musikwelt nachhaltig
  beeinflusst hat. Immer wieder brechen sie ihre eigenen Rekorde und erzielen mit Balladen wie „Angie“ oder „Fool To Cry“
  einen ebenso großen Effekt wie mit „Respectable“, ihrer Antwort auf die Punks 1978. Kein bisschen leiser sind die nach Bill
  Wymans Ausstieg zum Quartett geschrumpften Stones seither geworden. (hb)
     The Rolling Stones – GRRR! (Polydor/Universal) 2CD 3710816 / 3CD 3710914 / 3CD Lim. Del. Ed. 3710919 / Ltd. Super Del.
  Ed. 3712341 / 5LP 3711006; ab 9.11. im Handel

                                                             The Velvet Underground
                                                             & Nico
                                                             Ein Meilenstein
                                                             der Musikgeschichte
                                                Nur wenige Alben haben die Rockgeschichte so aufgemischt wie das im März
                                                1967 veröffentlichte Debüt der von Lou Reed und John Cale in New York
                                                gegründeten Band The Velvet Underground. Zum 45. Jubiläum des kraftvoll-
                                                düsteren Meilensteins der Popgeschichte liegen nun frisch remasterte
                                                Neuauflagen vor: als LP inklusive eines abziehbaren Bananen-Covers, das
                                                von Andy Warhol entworfen wurde, als 2CD-Deluxe-Edition (mit der Stereo-
  Version, den „Factory“-Rehearsals und den Scepter Studio Sessions), in einem hochwertigen Digipak oder als limitierte 6CD-
  Super-Deluxe-Box, die die Entwicklungsphase der Velvets beleuchtet, beginnend mit den Probeaufnahmen in der „Factory“
  im Januar 1966 bis zur Albumveröffentlichung. Auch wenn die Band schon lange Geschichte ist, hat das Album bis heute
  nichts von seiner Bedeutung eingebüßt. Komplementär zur Retrospektive enthält die 6CD-Box das komplette 1967er-Debüt
  ‚Chelsea Girl‘ der deutschen Schauspielerin, Warhol-Kollaborateurin und VU-Sängerin Nico. (hb)
     The Velvet Underground & Nico – The Velvet Underground & Nico – 45th Anniversary Edition (Polydor/Universal) CD 3715319
  / Del. Ed. (2CD) 3705468 / Super Del. Ed. (6CD) 3705469 / LP 3717108; jetzt im Handel

10 Der amm-NewSletter – JETZT BESTELLEN: www.allmymusic.de
highlights
                          Purple Schulz
                     So und nicht anders
‚Verliebte Jungs‘ katapultierte den Kölner Sänger und Songschreiber auf Anhieb in
die Oberliga der deutschen Popmusikszene. Mit seinem neuen Longplayer ‚So und
nicht anders‘ zeigt sich der Meister des Songwritings und eindringlichen Interpre-
tationen gereifter und intensiver aufspielend denn je. Schon mit dem Opener, dem
mutmachenden „Ich hab Feuer gemacht“, zeigt Purple Schulz, dass gute Popmusik
aus mehr bestehen kann als den ewig gleichen Akkorden. Unterstützt von den Sän-
gerinnen Sabine van Baaren, Anne Haigis und Didem Cengiz, entzündet er ein furios
knisterndes Feuerwerk, das mit dem Gassenhauer „Uns kann nix passieren“ fortge-
setzt wird. Hier ist Heinz Rudolf Kunze mit von der Partie, der in dem Frontalangriff
auf skrupellose Banker gern seine Stimme erhebt. In „Fragezeichen“ schlüpft Schulz
einfühlsam und zurückhaltend in die Rolle eines Alzheimer-Patienten und lässt uns
mit großen Augen auf eine nicht zu begreifende Welt blicken, während er sich in „So
macht das keinen Spaß“ bissig und sarkastisch mit den Weltreligionen auseinandersetzt. Purple Schulz 2012 macht mit seiner
Band in 14 Songs das, was er am besten kann: Popmusik für Erwachsene, mit Themen, die diese Generation beschäftigen. (hb)
   Purple Schulz – So und nicht anders (Rakete/GoodToGo) CD 9485302; jetzt im Handel

                                                     Wader, Wecker, Degen-
                                                     hardt, Danzer, Hirsch
                                                     Die Liedermacher
                                                   Ihre Bedeutung in der deutschsprachigen Musikszene ist unumstritten.
                                                   Franz-Josef Degenhardt lüftete im Nachkriegsdeutschland den Muff
                                                   unter den Talaren. Hannes Wader ist immer noch die Stimme der
                                                   Alternativszene. Mit doppelbödigen, dunkelgrauen Liedern wurde der
                                                   Wiener Ludwig Hirsch zur Kultfigur. Sein Landsmann Georg Danzer
                                                   begründete den Austro-Pop. Und als Querdenker, Rebell und Hedonist,
                                                   mit „Wut und Zärtlichkeit“, schlug der Münchener Konstantin Wecker
                                                   hohe Wellen. Die legendären Künstler, die mit ihren Alltagsbeschrei-
                                                   bungen, Gefühlswallungen und politischen Statements das Lebensge-
                                                   fühl ihrer Generation reflektierten, sind bis heute nicht aus der Mode
gekommen. Die jetzt vorliegende Edition ‚Die Liedermacher‘ stellt das essenzielle Repertoire der großen fünf plus Bonus-
Live-Aufnahmen vor. Die Booklets enthalten ausführliche Künstlerbiografien vom Journalisten und kritischen Intellektuellen
Ingar Solty, ebenso gibt es rare Fotos und sämtliche Liedertexte. Die 5CD-Box wird in einer limitierten Ausstattung mit
hochwertiger Tragetasche veröffentlicht. (hb)
   Wader/Wecker/Degenhardt/Danzer/Hirsch – Die Liedermacher (Pure/Universal) 5-CD-Box 5340047 (auch einzeln erhältlich);
jetzt im Handel

            Blumentopf
               Weg vom
           Businessplan
HipHop in Deutschland hat in den vergangenen
Jahren hier und da ein wenig gelitten. Bis auf
Phänomene wie Cro, Materia und Casper, die die
Stilgrenzen an den Rändern erweiterten, gab es
wenig Neues zu berichten. So liegt die Bürde erneut
auf den Schultern alter Helden, die die Herausforde-
rungen gerne annehmen: Max Herre kommt hörens-
wert zurück, und auch das HipHop-Fünfgestirn
Blumentopf ist wieder da. Wie Herre orientiert man sich an dem Bereich des Stils, mit dem man groß wurde. ‚Nieder mit der
GbR‘ steht für die Rückkehr zum Arbeiten als Sprechgesangs-Kollektiv und Abkehr von Businessplänen, Karriereentscheidungen
und Konzeptdiskussionen rund um Charthits. Zu den Blumentopf-Stärken gehört neben Sprachwitz auch die Tatsache, dass sie
etwas zu sagen haben, was nicht nur in sozialkritischen Tracks wie „Alles im Lot“ oder „Wunderbare Welt“ deutlich wird. Es
bleibt auch Platz für Features mit Pohlmann oder Sportfreunde Stiller. In „Rosi“ wird die Geschichte der Rosi aus „Skandal im
Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang weiterzählt, samt Feature von Günther Sigl. Blumentopf zeigt, dass HipHop keine reine
Teenager-Bewegung ist – ohne Anbiedern, sondern dank guter Samples, Talent, Eigenständigkeit und Glaubwürdigkeit. (nie)
   Blumentopf – Nieder mit der GbR (Virgin/EMI) CD 9781202 / Del. Ed. (2CD) 9781190 / 2LP 9781201; jetzt im Handel

                                                                                                                                11
album-tipps
                                                      Benjamin Gibbard
                                                      Former Lives
                                              Im Leben von Benjamin Gibbard, seines Zeichens Frontmann von Death Cab For Cutie,
                                              ist viel passiert in den vergangenen acht Jahren. Und so ist der Titel seines Soloalbums
                                              durchaus wörtlich zu nehmen: Gibbard blickt auf diese Jahre und seine früheren Leben
                                              zurück und schließt mit ihnen ab. Die Songs auf ‚Former Lives‘ sind während dieser Zeit
                                              entstanden, zwischen Alben seiner Band, zu der sie nicht passen wollten. Diese lange
                                              Entstehungsphase hört man dem Album an: ‚Former Lives‘bietet eine große Bandbreite
                                              an Folk und Americana, mal mehr, mal weniger poppig, mal bluesig, mal luftig-leicht.
                                              Meist klingt all das sehr entspannt, in jedem Fall geradeheraus: Gibbard findet ohne
                                              Umwege zur Melodie und stellt diese ohne unnötige Schnörkel in den Mittelpunkt. Ob’s
  zu einem weiteren Soloalbum in den nächsten zehn Jahren reicht, bezweifelt er allerdings: Als Songwriter fange er zum ersten Mal
  seit Langem bei null an. Das sei befreiend und erschreckend, so Gibbard – „doch zum größten Teil befreiend“. (da)
     (City Slang/Universal) CD SLANG 50029; jetzt im Handel

                                                      Mando Diao
                                                      Infruset
                                             Mando Diao sind inzwischen Spezialisten in Sachen Überraschungen. Erst Caligola,
                                             das Projekt der Sänger Gustaf Norén und Björn Dixgard, das sich irgendwo zwischen
                                             HipHop, Pop und Soul bewegt, und nun das schwedische Album ‚Infruset‘. „Wir
                                             hatten kein schwedisches Album geplant“, so Norén, „aber was könnte besser auf
                                             einen Disco-Hit folgen als eine langsame Ballade aus Schweden?“ Die Idee ent-
                                             stand, weil Norén 2011 anlässlich des 100. Todestages des Poeten Gustaf Fröding
                                             gebeten wurde, eines seiner Werke zu vertonen. Davon inspiriert zog die Band sich
                                             vergangenen Sommer in eine umgebaute Scheune zurück, wo sie gemeinsam mit
                                             ihrem Produzenten Björn Olsson ein ganzes Album mit alten Gedichten Frödings
  aufnahmen. „Wir haben keine besonders guten Texte in Englisch, weil wir die Sprache nicht zu 100 Prozent beherrschen“, so
  Norén. „Somit war es geradezu magisch, sich den Texten in unserer Muttersprache zu widmen.“ Magisch wirkt allerdings auch
  die Musik: Die leicht folkigen Songs sind meist schlicht mit Akustikgitarre und Klavier instrumentiert und wirken im Gegensatz
  zu Caligola und Mando Diao wahnsinnig entspannt. Eine echte Überraschung eben. (nli)
     (Vertigo/Universal) CD 3720112; jetzt im Handel

                                                      The Weeknd
                                                      Trilogy
                                          The Weeknd aus Toronto setzt mit seinem Debüt ‚Trilogy‘ zum Sturm auf die inter-
                                          nationalen Albumcharts an. Seine apokalyptisch-eingängigen Klänge zwischen sphä-
                                          rischem Soul und im Rausch ertränktem R&B haben Abel Tesfaye, so der bürgerliche
                                          Name, längst einen Platz unter den wichtigsten Newcomern gesichert. Nicht erst seit
                                          seinen Arbeiten für Rap-Sensation Drake, Lady Gaga oder Florence + the Machine
                                          zählt er zu den hoffnungsvollsten jungen Künstlern des Landes, der seine drei gefei-
                                          erten Mixtapes „House Of Balloons“, „Thursday“ und „Echoes of Silence“ von 2011
                                          endlich neu abgemischt und gemastert als ‚Trilogy‘ veröffentlicht, erweitert um exklu-
                                          sive Bonus-Tracks. Selten waren sich die Kritiker so einig in ihren Lobeshymnen wie
  bei diesem 22-jährigen wagemutigen Sänger, Produzenten, Soundtüftler und Remixer. Mit seinem jetzt vorliegenden offiziellen
  Debütalbum und der ersten Single „Wicked Games“ hat er beste Chancen, zum Shootingstar des Jahres zu werden. (hb)
    (Republic/Universal) CD 3719793; ab 9.11. im Handel

                                                      ZEDD
                                                      Clarity
                                           Der in Russland geborene und in Kaiserslautern aufgewachsene Remixer, Pro-
                                           duzent und DJ ZEDD aka Anton Zaslavski gilt als Senkrechtstarter in der House-
                                           Music-Szene. Innerhalb kürzester Zeit wurde er durch seine Remixe für Skrillex,
                                           The Black Eyed Peas, Fatboy Slim und Lady Gaga zu einem der gefragtesten
                                           Produzenten und Remixer weltweit. Seine erste Single „Spectrum“ feat. Matthew
                                           Koma sorgte in den USA bereits für Aufsehen und erreichte Platz eins der
                                           Billboard-Dance-Charts. Dieses Jahr war ZEDD bei allen großen Festivals wie
                                           dem Lollapalooza, Coachella und beim Melt. Lady Gaga verpflichtete ihn dieses
                                           Jahr auch als Touropener für ihre „Born This Way“-Tour in Asien. Auf seinem nun
  vorliegenden Debütalbum ‚Clarity‘ präsentiert ZEDD eine nahtlos ineinander übergehende, bassbetonte Songfolge, die sich
  durch ein Höchstmaß an Eingängigkeit auszeichnet, wie „Fall Into Sky“ feat. Ellie Goulding, der Titelsong „Clarity“, dem
  Foxes ihre Stimme leiht, oder „Lost At Sea“ feat. Ryan Tedder. (hb)
    (Interscope/Universal) CD 3716098; ab 9.11. im Handel

12 Der amm-NewSletter – JETZT BESTELLEN: www.allmymusic.de
album-tipps
                                                                     Bushido
                                                                        AMYF
Bushido, Deutschlands bekanntester Rapper, hat viel zu erzählen. Er hat geheiratet, ist
Vater einer kleinen Tochter geworden und hat politische Ambitionen. So lässt er seine
Zuhörer in Songs wie „Grenzenlos“ oder „Anis Ferchichi“ an Erfahrungen und Gedanken
teilhaben, über die die Presse in den vergangenen Wochen und Monaten nur spekulieren
konnte. Doch trotz der erhöhten Aufmerksamkeit bleibt Bushido seiner Art zu provozieren
treu. Bushido ist und bleibt ein Charakter, der aneckt. Und so findet sich diese Facette des
fünffachen Echo-Preisträgers, Bambi-Preisträgers und Inhaber zahlreicher Gold- und Pla-
tinplatten auch auf ‚AMYF‘ wieder. Auf „Kleine Bushidos“ und „Nicht so wie Ihr“ mischt
er die selbstverliebte Deutschrap-Szene auf und holt sich dafür einige alte und neue
Wegbegleiter mit ins Boot, darunter Sido und Mo Trip. ‚AMYF‘ ist Ausdruck des Bushido-Sounds 2012. Als Musiker hat er niemandem
mehr etwas zu beweisen. Dennoch gebieten ihm Ehrgeiz und Perfektionsdrang, nicht weniger zu arbeiten als früher. (hb)
    (Bushido/Sony) CD 88725467452 /Premium Edition (2CD) 88725467482; jetzt im Handel

                                           Die Fantastischen Vier
                                                 MTV Unplugged II
Nicht nur Fanta-4-Fans springen auf den meist ziemlich spaßigen Sprechgesang ihrer
Helden an. Die schwäbischen Rapper sind die einzigen, die MTV zu einer zweiten
„Unplugged“-Session eingeladen hat. Also haben die HipHop-Veteranen zwölf Jahre
nach ihrem ersten Akustik-Konzert in der Balver Höhle im Sauerland wieder die Stecker
rausgezogen. Mit einem 80-köpfigen Orchester reimen sie genauso lässig wie sonst auf
Beats. Auch ohne Strom ringen Thomas D., Smudo, Michi Beck und And.Ypsilon ihren
Nummern erstaunlich viel Energie ab. „Populär“ ist geprägt von Salsa-Rhythmen, die
Streicher bewegen sich bei „Ernten was wir säen“ tatsächlich in Richtung Rock. „Gebt
uns ruhig die Schuld (den Rest könnt ihr behalten)“ entpuppt sich als radikal groovendes
Ungetüm. Gastbeiträge des spanischen Gitarristen Rafael Cortés, eines Gospelchors oder der kubanischen Bongo- und Conga-Frakti-
on verdichten die Songs. So entsteht eine nuancenreiche CD, die den Fans die Wartezeit aufs nächste Studioalbum versüßt. (dl)
   (Columbia/Sony) CD 88725430792 / Del. Edt. 88725442202 / CD+DVD 88725442232 / DVD 88725442269 / Blu-ray
88725442259 / LP 88725442211; jetzt im Handel

                                                         Moses Pelham
                                                        Geteiltes Leid 3
Moses Pelham, HipHop-Legende, Erfolgsproduzent, Label-Betreiber und Rapper der
ersten Stunde, legt nun den letzten Teil seiner Trilogie ‚Geteiltes Leid‘ vor. Nach
drei Jahren intensiver Arbeit am neuen Werk durchbricht es nicht zuletzt dank der
konsequenten Einbindung der Moses-Pelham-Band viele Genre-Grenzen. ‚Geteiltes
Leid 3‘ begegnet dem Rap-Zeitgeist mit Liebe und Hinwendung, denn nur die Liebe
kann den Hass vertreiben. Wer die drei Alben hintereinander hört, kann miterleben,
wie Moses Pelham erwachsen und vernünftig wird, ohne seine Hoffnung zu verlieren
oder zynisch zu wirken. Mit viel Gefühl tröstet der Mann als Multi-Musikarbeiter den
Himmel. Schließlich gibt sich das Paradies erst dann als Paradies zu erkennen, wenn
wir daraus vertrieben werden. Wo viel Licht ist, ist viel Schatten. Und wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß wie Wolken rie-
chen. Moses Pelham bringt in seinen 14 Tracks die Welt wieder ins Lot. ‚Geteiltes Leid 3‘ bricht das gefrorene Meer in unseren
Herzen und schickt uns auf die Reise in Richtung Glück. (hb)
   (Columbia/Sony) CD 88725497742 / 2LP 88725497761; ab 9.11. im Handel

                                     Mario Barth
             Männer sind schuld, sagen die Frauen
Deutschlands bekanntester Comedian meldet sich zurück: Mario Barth präsentiert
auf einer Live-CD sein topaktuelles, von den Fans lange erwartetes viertes Programm
‚Männer sind schuld, sagen die Frauen‘, mit dem er wieder die Stadien des Landes
füllt. Über 400.000 Fans haben sich bereits ein Ticket gesichert. Vor rund 12.000
Fans aufgezeichnet, erlebt man darauf einen grandios komischen Mario Barth, der
die Halle mit seinen Geschichten zum Kochen bringt. „Diesmal“, so verspricht Mario
Barth, „gibt es bei mir die ultimative Lösung für eine glückliche Beziehung: „Männer
sollten einfach immer alles zugeben und sich zur Sicherheit jeden Schuh anziehen.
Der Satz ‚Schatz, das war mein Fehler’ wirkt oft Wunder. Denn eines steht doch
fest: Die Männer sind meistens schuld.“ Der Berliner Comedian bringt dabei alle Themen, die zwischen den Geschlechtern für
Probleme sorgen, in seiner unvergleichlichen Art auf den Punkt. Männer und Frauen lachen dabei Tränen. Und am Ende steht
die Erkenntnis: „Männer sind schuld, sagen die Frauen“. (hb)
   (Spaßgesellschaft/Sony) CD 88691946242; jetzt im Handel

                                                                                                                                   13
highlights

                                                  Zeit für Gefühle, Zeit für Kinder
                                         Musik versetzt uns in Stimmung und beeinflusst Stimmungen, das gilt für moderne
                                         Popmusik, insbesondere aber für klassische Kompositionen. Populäre Komponisten
                                         und ihre Werke, eingespielt von grandiosen Interpreten, stehen im Mittelpunkt der
                                         Reihe „Zeit für Musik“.
                                         Dem gesamten Spektrum der menschlichen Gefühlspalette widmet sich die Zusam-
                                         menstellung ‚Zeit für Gefühle‘: Von tiefer Trauer (zum Beispiel Gustav Mahlers
                                         Adagietto aus der Sinfonie Nr. 5 in cis-Moll oder Edward Elgars „Nimrod“ aus den
                                         Enigma-Variationen) über romantische Träumerei von Rachmaninoff und Debussy
                                         bis zu verliebter Sehnsucht (Schumanns „Wiegenliedchen“, Bernsteins „Marie“ oder
                                         Tschaikowskis Liebesthema aus „Romeo und Julia“) wird jede emotionale Saite
                                         angeschlagen. Interpretiert werden die 33 Stücke von namhaften Orchestern – unter
                                         anderem den Berliner Philharmonikern oder dem Gewandhausorchester –, die von
                                         nicht minder namhaften Dirigenten (Masur, Mehta u.a.) geleitet werden.
                                         Dem Thema „Kinder“ widmet sich die zweite Doppel-CD, die wir dieses Mal vorstel-
                                         len: Auf der ersten Disc sind Wolfgang Amadeus Mozarts „Kleine Nachtmusik“, das
                                         „Nannerl-Septett“ und der „Musikalische Spaß“ zu hören. Disc zwei wird eröffnet von
                                         der Kindersinfonie in C-Dur von seinem Vater Johann Georg Leopold Mozart sowie
                                         dessen Trompeten-Konzert in D-Dur, zudem werden Werke von Elgar, Sor und Robert
                                         Schumann präsentiert. Wie bei der gesamten, 30 Doppel-CDs umfassenden „Zeit für
  Musik“-Reihe beeindrucken auch diese beiden Zusammenstellungen nicht nur durch den Inhalt, sondern wissen auch durch
  die ansprechende Optik im wertigen Digi-Pack zu überzeugen.
     (Warner Classics) Zeit für Kinder 2CD 2564662390; Zeit für Gefühle 2CD 2564662586; jetzt im Handel

                                                      One Direction
                                                      Take Me Home
                                            One Direction sind derzeit die erfolgreichste Band der Welt. Zwölf Millionen verkaufte
                                            Tonträger, Nummer-eins-Alben in 17 Ländern, Nummer-eins-DVDs in 27 Ländern
                                            sowie ein BRIT Award und unzählige gebrochene Rekorde sowie Mädchenherzen
                                            sprechen Bände – dazu fällt die Ehre, bei der Abschlussfeier der olympischen
                                            Sommerspiele in London aufzutreten, auch nicht jeder Band zu. Dabei begegneten
                                            sich die fünf Bandmitglieder zunächst als Konkurrenten: Harry Styles, Zayn Malik,
                                            Liam Payne, Louis Tomlinson und Niall Horan begegneten sich erstmals 2010, als
                                            sie als Solosänger in der britischen TV-Show „X Factor“ gegeneinander antraten. Im
                                            sogenannten „Bootcamp“ jedoch formte man aus den fünf Solisten ein Quintett und
  legte so den Grundstein für die sensationellste Boyband-Karriere, die es aktuell zu beobachten gibt. Nachdem die Single „Live
  While We’re Young“ bereits weltweit Rekorde brach, erscheint nun am 9.11. das von den Fans heiß ersehnte zweite Album
  ‚Take Me Home‘. Und es braucht nicht viel Mut, um darauf zu wetten: Ein paar Millionen verkaufte Tonträger weltweit und viele
  gebrochene Mädchenherzen werden in den nächsten Wochen hinzukommen. (da)
     (Syco Music/Sony) CD 88725439722; ab 9.11. im Handel

                                                      Carminho
                                                      Alma
                                            Als die portugiesische Sängerin Carminho 2009 ihr Debütalbum ‚Fado‘ vorlegte,
                                            erlangte sie nicht nur in ihrem Heimatland höchste Aufmerksamkeit. Auch hier-
                                            zulande hinterließ die junge Künstlerin mit ihren Liedern voller melancholischer
                                            Tragik und tief empfundener Leidenschaft einen nachhaltigen Eindruck. Nun legt die
                                            moderne Vertreterin des musikalischen Nationalerbes Portugals mit ‚Alma“ ihr heiß-
                                            ersehntes Nachfolgealbum vor, das noch mehr als das Debüt den Schmerz und die
                                            tiefe Sehnsucht des Fado verinnerlicht. Neben dem eigenen Stück „Folha“, haben
                                            Klassiker des Fado- und Saudade-Genres wie Chico Buarque, Joa Linhares Barbos,
                                            Vinicius De Moraes und Carlos Conde Songs für diesen Longplayer beigetragen.
  Den Weltschmerz mit glasklarer Stimme auf den Lippen tragend, vermag Carminho selbst die kleinsten Dynamikunterschiede
  fein nuanciert auszudrücken. Mit ihrer hochkarätigen Band wird sich die Portugiesin im November und Dezember 2012 auf
  Deutschlandtournee begeben, präsentiert von amm. (hb)
     (Capitol/EMI) CD 6386402; jetzt im Handel

14 Der amm-NewSletter – JETZT BESTELLEN: www.allmymusic.de
album-tipps
                                                           Julian Maeso
                                                        Dreams Are Gone
Von großer kreativer Freiheit und tiefer musikalischer Spiritualität sind die Songs
auf Julian Maesos ‚Dreams Are Gone‘. Der als einer der wichtigsten Künstler der
spanischen Independent-Szene geltende Sänger und Songschreiber erinnert mit
seinem Mix aus Blues, Rock, Soul, Folk und Country an das Lebens- und Erlebens-
Gefühl der Sechziger und Siebziger. Schwer zu begreifen, dass der Spanier bei
seinem musikalischen Können nicht schon längst ein gefeierter Star ist: Die Sounds
und Harmonien von Cream, The Band, Bob Dylan, Van Morrison und Crosby Stills &
Nash schimmern durch seine akustischen und elektrifizierten Tracks, die Maesos
Interpretationskunst viel Raum zu stimmlicher Entfaltung geben. Die 19 Songs auf
dem Doppelalbum bewegen sich jenseits ausgetretener Pfade. Unterstützt von einer grandiosen Musikerschar, die in Spanien
für gehaltvolle Melodien steht, ist ‚Dreams Are Gone‘ ein Muss für Liebhaber erlesener Klänge. Anspieltipps: Der Opener „A
Hurricane Is Coming“, „We Live Behind A Shadow“ und „Men & Ladies“. (hb)
   (Sony) 2CD 88725412982; jetzt im Handel

                                                             Mick Flannery
                                                               Red To Blue
Den Iren fasziniert die Populärkultur Nordamerikas, auch Americana genannt. Was
Lyrik und Musik angeht, steht Flannery im Bann von Vorbildern wie Bob Dylan, Tom
Waits, Johnny Cash, Neil Young und Leonard Cohen. Hier und da meint der Hörer,
Elemente seiner Idole wiederzuerkennen, allerdings setzt der Mann von der Insel sie
in einen neuen Kontext. Im Gegensatz zu Dylan mit seinem Hang zu geheimnisvollen
Sentenzen, redet Mick Flannery Klartext. ‚Red To Blue‘ ist bereits das dritte Album
des sanften Singer/Songwriters aus Cork, das kürzlich zur Nummer eins der irischen
Charts avancierte. Anstelle von rot zu blau, wie im Albumtitel, könne man auch von
Liebe zu Leid sagen, erläutert der 28-Jährige. „Gone Forever“ bezieht sich zum Bei-
spiel auf Leute in der Musikindustrie, die gestern noch Gelage mit Kokain und Champagner feierten und heute auf der Straße
stehen. „Keepin´ Score“ schrieb er aus der Perspektive seiner ehemaligen Freundin, die er schlecht behandelte. So entsteht ein
stimmiges Album, das irische und amerikanische Folkmusik zusammenbringt. (hr)
   (EMI) CD 6387312; jetzt im Handel

                                                                        Red Lamb
                                                                        Red Lamb
Dan Spitz, Mitbegründer und Leadgitarrist von Anthrax, und Megadeth-Aushängeschild
Dave Mustaine, die beide zusammen an die 50 Millionen Platten verkauft und so um die 15
Grammy-Nominierungen erhalten haben, machen gemeinsame Sache: Als Mustaine eines
Tages ein paar Songs von Spitz‘ Band Red Lamb hörte, fragte er, ob er „irgendwie helfen
könne“, so der Ex-Anthrax-Gitarrist im „Metal Insider“-Interview. Konnte er: Mustaine hat
das selbstbetitelte Album des Trios co-produziert und an den Lyrics mitgeschrieben, was
man teils deutlich hört. Dennoch: Hier singt – auch wenn man es stellenweise kaum glau-
ben mag – Dan Chaffin. Die Thrash-Schlagseite des Albums ist über das gesamte Album
allerdings nicht so stark, wie man vielleicht bei den beteiligten Personen denken würde. So
wenig man den Megadeth-Einfluss leugnen kann: Auf der Suche nach Referenzen stolpert man sehr schnell über Bands wie Disturbed
oder die frühen Rage Against The Machine. Das Album braucht ein paar Takte, bis es einen hat, lässt den Hörer dann allerdings so schnell
nicht mehr frei. Anhörpflicht für alle, die auch nur entfernt Sympathien für Rock und Metal übrig haben! (da)
    (Haensel & Gretel/Sony) CD 88551370012; ab 9.11. im Handel

                                                                  The Chevin
                                                                 Borderland
Nein, an Selbstbewusstsein mangelt es The Chevin wirklich nicht. „I am a champion“
schmettert Sänger Coyle Girello gleich im Eröffnungsstück ihres Debütalbums „Bor-
derland“ immer wieder. Und auch sonst spart das 2010 gegründete Quartett aus der
britischen Kleinstadt Otley nicht gerade an großen Gesten. Ihre im Indie-Rock verwur-
zelten, hymnenhaften Stücke sind mit reichlich Synthesizern und Keyboards wahrlich
opulent instrumentiert. Hätten die vier sich nicht nach einer Gebirgskette in Yorkshire
benannt, wir hätten unseren letzten Cent drauf verwettet, dass sie sich in Las Vegas
einen Proberaum mit The Killers teilen. Wobei – so bombastisch wie The Chevin klingen
selbst The Killers nicht. Im epischen Titelsong ertönen Chöre und eine Orgel, „Colours“
ist ein Ausflug in die Achtziger-Jahre-Disco und „Love Is Just A Game“ steigert sich von einer ruhigen Ballade zum theatralischen
Rock-Exkurs in Muse-Manier. Am Ende ist ‚Borderland‘ so over the top, dass es schon wieder gut ist. (nli)
    (Columbia/Sony Music) CD 88725498512; jetzt im Handel

                                                                                                                                           15
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