Radio Zukunft Tage der Audiokunst 7.-10. März 2013 - Kulturstiftung des ...

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Radio Zukunft Tage der Audiokunst 7.-10. März 2013 - Kulturstiftung des ...
Radio Zukunft
Tage der Audiokunst
7.–10. März 2013
Radio Zukunft Tage der Audiokunst 7.-10. März 2013 - Kulturstiftung des ...
Ein Festival der Akademie der Künste und der Kulturstiftung des Bundes
in Kooperation mit der Hans-Flesch-Gesellschaft

                  Tagesprogramm Symposien und Künstler-
                        gespräche zur Medientransformation in
                         den akustischen Künsten · Studio

              Schnittmuster der Wirklichkeit Ein Special
zur Wahrnehmung der Welt in Wissenschaft und Kunst · Studio

Live-Acts Performance, Hörspiele und Hörkunst live – internationale
Künstlerinnen und Künstler treten auf · Studio

Nostalghia Hörspielklassiker, die Geschichte machten: eine
Auswahl von 1930–1979 · Clubraum

Sound Stage Ein Panorama zeitgenössischer internationaler
AudioArt-Produktionen in Stereo- und Mehrkanaltechnik · Bühne
im Studio

Hörtheke Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkstationen aus
Deutschland, Österreich und der Schweiz stellen jeweils drei heraus-
ragende Werke ihres Repertoires vor · Foyer
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Intro _1

Die akustischen Künste müssen sich um ihren Fortbestand
keine Sorgen machen. Das Genre lebt in der größten Vielfalt,
die es je hatte. Wer die letzte documenta besuchen konnte,
wer sich die Hörspiel- und Feature-Programme der öffentlich-
rechtlichen Sender anschaut, die Fülle an Veranstaltungen
und den Markt der kommerziellen Hörbücher, erkennt sofort
die Attraktivität und Faszinationskraft der Ohrenkunst.
Ist dies gewiss, so ist doch vieles ungewiss. Sorgen machen
muss man sich um den Bestand der gewachsenen Strukturen,
in denen diese empfindlichste, weil flüchtigste aller Künste
entstanden ist. Wir leben an einer historischen Schwelle, die
durch eine der größten Medientransformationen der Geschichte
geprägt ist. Der Rundfunk verändert seine Gestalt, das Mediale
als solches treibt unser Leben um im WEB 2.0-Format.
Radio Zukunft ist ein Innehalten im Strudel der rapiden
Veränderungen, ein Nachdenken über die zukünftige Gestalt
des Radios und der Hörkunst insbesondere.
Vier Tage Radio Zukunft sind eine Demonstration zeitgenös-
sischer Produktionen und neuester Formate im Zeitalter der
digitalen Wende. Sie sind wissenschaftliches Symposium
und Künstlerwerkstatt in einem: Analyse und Performance,
Reflexion und Bühne. Radio Zukunft versteht sich als eine
Bestandsaufnahme des Umbruchs, in dem sich die akusti-
schen Erzählformen befinden. Und als Schau ihrer Dynamik.
Und wer es nicht gar so gewichtig haben möchte, komme
einfach, höre und staune und lasse sich treiben durch die
lebendige Szene der akustischen Kunst.
Oliver Sturm
Radio Zukunft Tage der Audiokunst 7.-10. März 2013 - Kulturstiftung des ...
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     Donnerstag 7. 3. 2013

     My Vision
     of Radio
Radio Zukunft Tage der Audiokunst 7.-10. März 2013 - Kulturstiftung des ...
Donnerstag 7. 3. Medienpolitischer Tag _3

90 Jahre Rundfunk. Welche Gestalt wird das Radio der Zukunft
haben? Und welchen Platz wird die Kunst darin einnehmen?
»Was wollen wir überhaupt senden«, fragt Schorsch Kamerun –
frei nach Heißenbüttel – in seiner Performance Kann mir nicht
vorstellen, dass es weitergeht. Der Rundfunk in seiner demo-
kratischen Funktion findet sich wieder in einer Postdemokratie.
Das Kulturradio seinerseits als ein von Machern und Entschei-
dungsträgern gesteuertes Medium sieht sich inmitten einer
ungesteuerten Welt des Internets, deren Wesen es ist, sich
amorph auszubreiten und interaktiv zu entwickeln. Die Zeitun-
gen verlieren ihre Print-Ausgaben, bieten dafür Audio-Apps an,
das Fernsehen wandert auf den Tablet-PC, das Web-Radio
lädt sich mit visuellen Inhalten auf: die Grenzen verschwimmen.
Wie ist das zusammenzubringen, der Schutz und lebendige
Fortbestand einer gewachsenen (Minderheiten-)Kultur und
die Notwendigkeit einer zeitgemäßen Evolution des Rund-
funks? Am Ende dieser Entwicklung werden wir unsere alten
Medien wohl nicht mehr wiedererkennen und müssen deshalb
jetzt dafür sorgen, dass wir uns selbst im Neuen wiedererken-
nen und als Subjekte eines neuen kulturellen Gewebes unsere
Stimme behalten.
Hörkunst im Rundfunk ist die Möglichkeit, an der Radio-
Utopie mitzuarbeiten, ist die Möglichkeit, die Dinge anders zu
sagen – und folglich ein Politikum. Wie steht es um die Exis-
tenzgrundlagen und die Zukunft des Genres im gegenwärti-
gen Umbau dessen, was wir früher einmal ›Radio‹ nannten?
Radio Zukunft Tage der Audiokunst 7.-10. März 2013 - Kulturstiftung des ...
_4   > Mitschnitte und Gespräche bei Litradio.net

10.00 Begrüßung
 Oliver Sturm, Klaus Staeck Präsident der Akademie der Künste

10.15 Begrüßung
 Hortensia Völckers Künstlerische Direktorin
 der Kulturstiftung des Bundes

10.30 Kann mir nicht vorstellen,
 dass es weitergeht
 Schorsch Kamerun Performance · Ausgehend
 von seinem neusten Hörspiel fragt Schorsch
 Kamerun in seiner Performance, wie Sender
 und Empfänger noch einmal zueinander
 finden können. Danach ist vielleicht etwas
 weniger von dem verschwunden, was als
 nicht mehr zu retten galt.

                                                    Schorsch Kamerun
11.00 Keynote und Tagesmoderation
 Ralf Homann

11.10 Refeudalisierung und Postdemokratie
 Sighard Neckel Vortrag · Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, nach dem
 Krieg als zentrales Medium unserer Demokratie neu begründet, operiert
 heute vor dem Hintergrund einer postdemokratischen Gesellschaft, in der
 politische Entscheidungsprozesse wesentlich durch Strategien der media-
 len Aufmerksamkeit und wirtschaftliche Interessen gesteuert werden.

11.35 Das Radio - Arche Noah im multimedialen Netz
 Wolfgang Hagen Vortrag · Es scheint, als ob das Radio im vernetzten
 Relaunch aller Oberflächen und Interfaces der Medien keine Rolle mehr
 zu spielen scheint. Für eine Marginalisierung des Hörfunks indes gibt es
 keinen Grund. Vielmehr müssen die alten Stärken herausgestellt und neue
 Programm-Modelle und Formate erprobt werden.

12.00 Kaffeepause
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Donnerstag 7. 3. Medienpolitischer Tag _5

12.10 Disembodied theatre: the state of radio fiction in Europe
 Marie Wennersten Vortrag · From Ireland to Croatia, from France to Russia,
 how are archives and cultural heritage treated, when moving in, if at all,
 to the new digital platforms? Marie Wennersten, Swedish radio drama
 director and Chairman of the Radio Drama group of the European Broad-
 casting Union, looks at current works and trends in terms of prioritized
 versus homeless productions.

12.30 Media transformation and its effects on radio drama in Hungary
 Otilia Cseiscner Vortrag · Radio drama in Hungary has survived the trans-
 formation of media institutions. However, these changes did have an effect
 on form and content of last year’s productions. Cseiscner, who has worked
 as a dramaturg of radio fiction for many years, investigates on this process.

12.50 Mittagspause

13.50 Der ‘Kulturauftrag’: Evolutionsmöglichkeiten des
 öffentlich-rechtlichen Kulturradios
 Dieter Dörr Vortrag · Wie ist der im Rundfunkstaatsvertrag genannte ›Ver-
 sorgungsauftrag‹ in Hinsicht auf die Kulturprogramme auszulegen? Was
 schreibt die neue Gebührenordnung den Sendern ins Stammbuch? Der
 Medien-Jurist Professor Dieter Dörr erläutert die objektiven juristischen
 Auflagen, Möglichkeiten und Grenzen eines Kulturradios in Deutschland.

14.25 Letale Affären - Zur Psychodynamik sterbender Institutionen
 Adrian Gaertner Vortrag · Der Analytiker und Coach Professor Adrian Gaertner
 betrachtet institutionelle Apparate aus psychoanalytischer Perspektive.

14.50 Keynote Ralf Homann

15.00 Vermessene Zahlen: Der Funk und die Fakten
 Uwe Kammann Vortrag · Ist das Schrumpfen der Sendeplätze und Bud-
 gets nur ein Gerücht? Was sagen die Zahlen: eine auswertende Analyse
 der Entwicklung von Hörkunstproduktionen in Deutschland.

15.20 Sound-Pause
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15.30 My Vision of Radio
 Robert Wilson · Der amerikanische
 Theaterkünstler entwickelt seine persönliche
 Radio-Utopie.

15.45 Kaffeepause

16.00 Diskussion
 Die Zukunft der Kunst in der Anstalt
 Mit Wolfgang Hagen, Schorsch Kamerun,                                          Robert Wilson

 Dietrich Leder, Martina Müller-Wallraf,
 Ruben Jonas Schnell

17.30–19.30 Nostalghia: Meine Klassiker
Hörspielpräsentationen mit Ulrich Gerhardt · gewidmet Hermann Naber

 Die Geschichte vom Franz Biberkopf von Alfred Döblin
 Regie: Max Bing, Franz Biberkopf, Reichs-Rundfunk-Gesellschaft 1930, 78 Min.
 Mit der Hörspieladaption seines Romans Berlin.Alexanderplatz wollte der
 Schriftsteller Alfred Döblin mehr erreichen, als die bloße Übertragung
 des Buchs in das andere Medium Rundfunk. Die Aufnahme von 1930 wurde
 zum Meilenstein in der Entwicklung des Hörspiels.

 Fünf Mann Menschen von Ernst Jandl und Friederike Mayröcker
 Regie: Peter Michel Ladiges, SWF 1968, 14 Min.
 Im Zeitraffer werden zentrale Lebensereignisse durchgespielt: von der
 Gebärklinik über mehrere Lebensstationen hinweg wieder zurück zur
 Gebärklinik. Denn »solange es Kinder gibt, wird es Kinder geben«. Das
 Hörspiel wurde 1969 mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden aus-
 gezeichnet und eröffnete in seiner Nachfolge die Ära des sogenannten
 ›Neuen Hörspiels‹.
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Donnerstag 7. 3. Medienpolitischer Tag _7

20.00 Live-Act
 Epiloghi - Sei modi di dire Zangtumbtumb von Arturas Bumšteinas
 Christine Kessler Cembalo · Audio-Art mit Cembalo
 Deutschlandradio Kultur 2013, ca. 40 Min., Ursendung: 0.05 Uhr auf Deutschlandradio Kultur, Klangkunst
 1913 veröffentlichte Luigi Russolo das futuristische Manifest L’arte dei rumori
 und proklamierte das Zeitalter der maschinengezeugten Geräusch-Töne. Der
 litauische Komponist Arturas Bumšteinas begibt sich auf die Suche nach den
 Vorzeichen des Futurismus. Fündig wird er im Barock, als Schallautomaten
 Einzug ins Theater hielten. Barockmusik trifft futuristische Effektgeräusche.

Sound Stage · Technische Realisierung durch                     TAUCHER Sound Environments
21.30 Nah und fern von Mauricio Kagel
 WDR 1994, 41 Min.
 Kagels Radiostück für Glocken und Trompeten mit Hintergrund wirkt wie
 ein akustischer Film von rhythmisch-musikalischer Struktur, voll von zu
 entdeckenden Geschichten.

23.00 A Collection of Smiles von Alessandro Bosetti
 5.1-Mehrkanalproduktion, WDR, 2011, 51 Min.
 Fasziniert vom Klang der Worte sucht der Komponist Alessandro Bosetti nach
 Wegen, Musik aus Sprache zu generieren. In A Collection of Smiles konzen-
 triert er sich auf die Polyphonie alltäglicher privater Gesprächssituationen.

23.30 Nachtschicht von Vostiklap & Scherzer
 3D Sound, TAUCHER Sound Environments 2012, 11 Min.
 Nachtschicht ist ein begehbares Klangstück, in dem sich der Besucher in
 einer nächtlichen Fabrikzone wiederfindet, deren geheimnisvolle Vorgänge
 sich im Raum nach und nach manifestieren.

23.50 Die 50 Skulpturen des Instituts für Feinmotorik
 von Institut für Feinmotorik SWR 2011, 47 Min.
 »Das Künstlerkollektiv reizt in experimentellen Performances die Möglich-
 keiten seiner Medien aus – in der Arbeit mit DJ-Mischpulten und Platten-
 spielern, auf denen Gummibänder, Büroklammern und Klebeetiketten
 abgetastet werden. […] Es entsteht ein Aggregat in Klang geformter Körper
 von rätselhafter Archaik.« (Karl-Sczuka-Preis 2011, aus der Begründung
 der Jury)
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     Freitag 8. 3. 2013

     Tag des
     Produzenten
Freitag 8. 3. Tag des Produzenten _9

Künstler und Rezipient: Beide machen im Zuge der Medien-
transformation einen fundamentalen Umbau durch. Die Produ-
zierenden erleben das nicht nur in Form sich verändernder
Arbeits- und Beschäftigungsstrukturen. In ihrem künstleri-
schen Medium selbst erfahren (und erleiden) sie eine perma-
nente Erweiterung ihrer technischen Möglichkeiten und
Fähigkeiten. Das ist eine auch euphorisierende Erfahrung der
digitalen Wende: auf einmal so viel zu beherrschen und neue
ästhetische Lösungen realisieren zu können, die bis vor kurzem
noch als utopisch galten.
Mehrkanaltechnik, mobile Audio-Apps, Gamification und WEB
2.0 vergrößern das Spielfeld der akustischen Kunst sprunghaft
und bringen völlig neue Formen hervor. Mit ihnen entstehen
andere Erzählweisen. Entstehen auch neue Inhalte? Wie beein-
flusst der Medienwandel unsere akustischen Erzählweisen
und wie sehen die Stücke von morgen aus? Irritierend ist die
Beobachtung, dass technologisch avancierteste Produktions-
weisen sich gern ausgerechnet den rohesten Klangformen und
dem Authentizisimus verschreiben. ›Natur‹ ist das Motto
gegen die Welt des digitalen Scheins. Nie klang die Wirklichkeit
wirklicher, nie war die Produktion künstlicher als heute.
_10   > Mitschnitte und Gespräche bei Litradio.net

10.00 Wir müssen reden
 Mila Burghardt Video-Performance für das Hörspiel · Hörspiel und Anstalt.
 Aber danke, trotzdem. Da war schon ganz viel Schönes drin. Und wie fühlt sich
 das jetzt für Sie an? Wir müssen reden fordert Mila Burghardt in ihrer Video-
 Performance, denn mit dem Hörspiel ist es wie überall: Lust, Macht und Abhän-
 gigkeit haben in die Krise geführt. Also jetzt noch einmal ohne Pathos, bitte.

10.30 Keynote und Tagesmoderation Guido Graf

10.40 Die technische Avantgarde der Mehrkanaltechnik
 Christoph Sladeczek · Audio wird in der Bearbeitung bisher immer noch
 kanalbasiert gedacht. Am Fraunhofer Institut in Ilmenau arbeiten Forscher
 daran, wie man Sound objektorientiert bearbeiten und auf ganz verschie-
 dene Arten räumlich wiedergeben kann.

11.00 Die künstlerische Avantgarde der Mehrkanaltechnik
 Alessandro Bosetti und Marcus Gammel · Die Möglichkeit, Klang im Raum
 konkret platzieren und ihn innerhalb des Lautsprecherfeldes überall hin
 wandern zu lassen, ist immer noch teuer und aufwendig. Der Komponist
 Alessandro Bosetti stellt im Gespräch mit dem Redakteur Marcus Gammel
 sein Werk A Collection of Smiles vor und spricht über das akustische Erzäh-
 len mit Mehrkanalsystemen.

                                                                 Mila Burghardt
Freitag 8. 3. Tag des Produzenten _11

11.50 Konzepte des mobilen Hörens – Nibelungen: Ring
 und die Konstruktion medialer Zeit-Räume
 friendly fire · Bei akustischen Wanderungen überlagert sich erzählte
 Geschichte mit real erlebter: augmented reality – erweiterte Wirklichkeit.
 Im Rahmen des Leipziger Hörspielsommers haben die Künstler eine Leip-
 ziger Wohnsiedlung, den Nibelungenring als Hintergrund genutzt, um
 Assoziationen, die der deutschesten aller Sagen anhängen, zusammenzu-
 führen und hörbar zu machen.

12.30 An die Hand nehmen und mitschleifen –
 Oder wie man den Hörer überrumpelt und fesselt
 Hermann Bohlen · Jeder Geschichte die ihr gemäße Erzählweise, jedem
 Stoff seinen Ton. Hühner hören Radio. Gibt es eine Evolution der Erzähl-
 techniken und Atavismen des Erzählens? Wie frei sind wir in der Wahl
 unserer Erzähltechnik? An die Hand nehmen, an der Nase herumführen,
 nicht lange gängeln sondern gleich fesseln. Aus meiner Erzählpraxis.

12.45 Mittagspause

13.45 Keynote Guido Graf

13.50 Technik-Radio-Hörspiel: eine Ultrakurzgeschichte
 Hans–Jürgen Krug · Wie unmittelbar technologischer Wandel auch die
 Ästhetiken des Hörspiels verändert, entzieht sich in der Regel unserer
 direkten Wahrnehmung. Doch jede neue Radio-Technologie hat künstleri-
 sche Kämpfe und Wandlungen ausgelöst. Dargestellt werden die wichtig-
 sten Wendepunkte, ganz kurz, ultrakurz.

14.10 Im Jenseits der Medien oder:
 Was die Klangkunst mit Computerspielen gemein haben könnte
 Martin Burckhardt · So wie das körperlose Hörspiel in Bereiche vordringen
 kann, die man gemeinhin atmosphärisch nennt, die aber eine Form des
 ›outer space‹ markieren, so ist das Computerspiel im unfassbaren Raum
 verhaftet: Eine Bastardkunst, die zwischen den Unwegsamkeiten der
 Abstraktion und einer großen Unbefangenheit schwankt. Der Erfahrungs-
 bericht eines Autors, eines Startups, eines neuartigen Computerspiels:
 TwinKomplex.
_12   > Mitschnitte und Gespräche bei Litradio.net

14.55 Digitales Manifest von Heiko Martens und Andreas Bick
 Zeit für ein Manifest: Die Hörkunst findet im Netz statt, zuerst und für
 immer! Retweete das an deine Follower! Oder auch: Im Netz wird das
 Hörspiel eine neue Form annehmen und neue Erzählformen ermöglichen.
 Vielleicht ist es Zeit für zwei Manifeste. Oder drei. Wir werden sehen...

15.20 Kaffeepause

15.50 Keynote Guido Graf

16.00 Diskussion
 Lineares Erzählen im crossmedialen Zeitalter
 Mit Michael Lentz, Hofmann und Lindholm, Katrin Moll und Daniel
 Eschkötter · Herrschen in den neuen digitalen Formaten andere Gesetz-
 mäßigkeiten für Spannung, Handlungsaufbau und Identifikation?
 Ein neuer Werkbegriff, ein durch kollektives Arbeiten veränderter Begriff
 vom Produzenten scheint sich anzubahnen. Moderiert von Guido Graf
 diskutieren Autoren, Wissenschaftler und Redakteure, inwieweit sich die
 Erzählweisen verändert haben.

17.30–19.30 Nostalghia: Meine Klassiker
Hörspielpräsentationen mit Ulrich Gerhardt · gewidmet Hermann Naber

 Berta Garlan von Arthur Schnitzler
 Bearbeitung und Regie: Max Ophüls, SWF 1956, 151 Min.
 Der Filmregisseur Max Ophüls begann seine Karriere am Theater und
 mit Arbeiten für den Rundfunk. Auch in seinen Filmen dem Autor Arthur
 Schnitzler verbunden, bearbeitete er den Roman Berta Garlan für das
 Radio. Seine legendäre Inszenierung wies dem Hörspiel neue Wege.
Freitag 8. 3. Tag des Produzenten _13

20.00 Foyer
 My Vision of Radio
 Joe Davis’ Vortrag zur Eröffnung der Ausstellung Xstal Radio · Der ame-
 rikanische Wissenschaftler und Künstler Joe Davis spricht über seine
 Faszination mit dem unersetzbaren Medium Radio und dessen Zukunft.

21.00 Keynote Jochen Meißner
 Das Radioselbst. Vom Normativen zum Deskriptiven (und zurück),
 Die selbstkritische Frage, die sich der Autor und Rundfunkredakteur
 Helmut Heißenbüttel 1970 stellte: »Was sollen wir überhaupt senden?«,
 stellen sich heute vor allem Intendanten, Wellenchefs und Programm-
 reformatoren und zwar in der Regel außerhalb des Programms. Das Radio
 hat offensichtlich Schwierigkeiten, sich selbst zu thematisieren.

 Anschließend Gespräch zum folgenden Live-Hörspiel mit
 Nathalie Singer, Jochen Meißner und Rafael Jové

22.00 Live-Hörspiel
 Das Radio ist nicht Sibirien von Rafael Jové, mit Bernd Moss
 Mit Live-Sendung im rbb-kulturradio, Prod.: Bauhaus-Universität Weimar in Koproduktion mit der Akademie
 der Künste, Berlin und dem rbb 2011/2013, ca. 50 Min.
 Als an diesem Tag beim Radiosender FDR 2 das Mikrofon aufgeht, ist es für
 Hagen Pollaschek – Moderator FDR 2 Mittagstisch – das eine Mal zuviel.
 Der idealistische Eifer, mit dem er einst das erträumte Redaktionsvolonta-
 riat bei FDR 2 antrat, ist tiefster Frustration gewichen. Die Arbeit im strikt
 formatierten Kulturfunk unter der Knute der statistisch ermittelten Hörer-
 zahlen hat Pollaschek jeden Glauben an die Radioarbeit genommen.

Sound Stage · Technische              Realisierung durch TAUCHER Sound Environments
23.15 Continuity Illusions von LMS (Jörg Lindenmaier, Anthony Moore,
 Peter Simon), 5.1-Mehrkanalproduktion, WDR 2003, 15 Min.
 Eine Komposition über Geschwindigkeit, Wahrnehmung und Raum-/Zeit-
 Konzepte. Kurze Klangpartikel und -ausbrüche rotieren in wechselnden
 Geschwindigkeiten durch die Lautsprecher. Scheinbare Überlappungen
 entwickeln sich und setzen sich in einer Wellenbewegung durch das
 Klangfarbenspektrum fort in einem behutsam gesteuerten Experiment
 mit linearen Sequenzen und nachlassender Stille.
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23.35 Chronostasis von Andreas Bick
 5.1-Mehrkanalproduktion, WDR 2009, 33 Min.
 Chronostasis meint die Eigenschaft des Gehirns, Augenblicke subjektiv ver-
 längern zu können. Das Stück setzt der Klangwelt der aus unserem Alltag
 verschwundenen Uhrwerke ein Denkmal und stemmt sich gegen das uner-
 bittliche Fortschreiten der Zeit, indem es ihren Klang entmaterialisiert.

00.10 Att fälla grova träd är förknippat med risker von Hanna Hartman
 Swedish Concert 2005, 9 Min.
 »Diese Klangkomposition wird von den beiden im Titel angedeuteten
 Motiven des Fällens und Fallens bestimmt. Durch die hörlupenartige Prä-
 sentation des Materials verlieren die Klänge ihre umstandslose Identifi-
 zierbarkeit, [...] sie beginnen zu schillern und ein musikalisches Eigenleben
 zu entfalten.« (Karl-Sczuka-Preis 2005, aus der Begründung der Jury)

00.20 Folgen Sie mir pausenlos von Antje Vowinckel
 Deutschlandradio Kultur 2012, 51 Min.
 Neun Personen gehen über den ehemaligen Berliner Flughafen Tempelhof.
 Mit Headset-Mikro und einem individuellen Audioguide verfolgen sie
 nacheinander denselben Weg. Dabei sprechen sie ohne Unterbrechung.
 Verschiedene Perspektiven überlagern sich, es entsteht eine Art akusti-
 sches Schielen. Ein Ort im Umbruch.
Rafael Jové
Samstag 9. 3. 2013

Tag des
Rezipienten
Samstag 9. 3. Tag des Rezipienten _17

Das Publikum: Der elektronisch vergesellschaftete Mensch
erfährt einen dem Produzenten analogen Wandel. Nicht mehr
das Radio, sondern das Internet, das Smartphone, der MP3-
Player, der e-Book-Reader oder auch die zunehmenden öffent-
lichen Vorführungen bestimmen die Rezeptionsformen des
neuen Hörers. Die Rezipienten können heute ihre Hör-Produkte
aus dem breitesten Spektrum vom traditionellen Handlungs-
hörspiel bis hin zu Soundscapes und Randgebieten der Neuen
Musik wählen. Alle gemeinsam sind sie Objekt der Begierde
einer Kulturindustrie, die sich ihre Kundschaft passgenau
zurechtschneidert.
Das ist die alte Lesart. Zugleich ist der Rezipient im Zeitalter
von Facebook und interaktiven Formaten aber heute mehr
denn je auch Subjekt der Medienindustrie. Er ist schon längst -
der Software sei Dank – selbst zum Produzenten, zum Remix-,
zum Mash-up-Künstler geworden.
Der Hörer ist ein gefräßiger Konsument und möchte alles, was
es gibt, als Download haben. Er versteht nicht, weshalb er ein
Hörspiel aus dem Jahr 1989 nicht einfach genauso herunter-
laden kann wie er das mit jedem Musiktitel auch tut. Das Netz
seinerseits will alle kulturellen Schöpfungen digitalisiert
sehen und miteinander verbinden. Es ist nur eine Frage der
Zeit, bis das World Wide Web zur universalen Enzyklopädie
und Bibliothek auch der Audiokunst wird. Wie steht es da um
die Archive des Rundfunks und das Urheberrecht?
_18   > Mitschnitte und Gespräche bei Litradio.net

10.00 Keynote und Tagesmoderation Golo Föllmer

10.15 Multimedialität und neue Plattformen des Rundfunks
 Andreas Wertz · Was erhofft sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk vom
 multimedialen Produzieren? Andreas Wertz, Unternehmensentwickler beim
 RBB, spricht über die Entwicklung medienübergreifender Formate und
 erläutert Perspektiven für das Radio im Zeitalter der digitalen Konvergenz.

10.40 Der Hörer als Akteur: CrowdRadio.de
 Hannes Mehring (frischr GbR) · Mit der App CrowdRadio haben Hörer die
 Möglichkeit, direkt und mobil Radioprogramm mitzugestalten, während
 zeitgleich die Rundfunkredaktionen auf Hörermeinungen reagieren kön-
 nen. CrowdRadio wurde 2012 mit dem »Deutschen Radiopreis für die Beste
 Innovation« ausgezeichnet.

11.20 Entwicklung neuer akustischer Formen bei Audiogent
 Cornelius Huber · Perry Rhodan, Geister-Schocker und Sherlock Holmes
 als Hörspiele, die außerdem noch interaktiv sind: Das alles macht die
 Firma Audiogent, die sich innovativen narrativen Lösungen verschrieben
 hat und neue Formate mit populären Stoffen verbindet.

11.50 Erfolgsstorys: Der Kontakt mit dem Hörer
 Jens Wawrczeck, Andreas Fröhlich und Richard Gutjahr · Die Drei Fragezei-
 chen sind mehr als nur ein Mythos: Als Marke haben sie auch wirtschaftlich
 zum Überleben der Gattung auf dem freien Markt beigetragen. Was macht
 ihre Erfolgsstory aus? Richard Gutjahr, Journalist, Blogger und Radio-Inno-
 vationsdenker fragt, wie die Kommunikation mit dem Publikum geschieht.

12.30 Mittagspause

13.30 ›50 Shades of Grey‹: Die Schwierigkeiten akustischer Drastik
 von Horror bis Porno, mediengeschichtlich betrachtet
 Dietmar Dath · Formen der Drastik wie z.B. Pornografie oder auch Horror
 haben die Medienentwicklung von Comics über Video bis zum Netz ent-
 scheidend vorangetrieben. Im Akustischen aber hat diese Innovations- und
 Zuspitzungslogik ihre Tücken.
Samstag 9. 3. Tag des Rezipienten _19

14.00 Pasted! – Remixes, Mashups und das Lob der Kopie
 Andreas Bick und Ingo Kottkamp · Der Hörer ist viel mehr als nur Hörer, er ist
 vom Objekt zum Subjekt der Medienindustrie geworden, er steht als Prosu-
 ment zwischen Urheberrecht und Kreativität. Am Beispiel des Feature Pasted!
 beschreiben Autor und Redakteur das sich daraus ergebende Problem.

15.00 Kaffeepause

15.30 Diskussion
 Der totale Download- Zugriff oder Übergriff?
 Über das Urheberrecht mit Karl-Nikolaus Peifer, Constanze Kurz, Herbert
 Kapfer, Fred Breinersdorfer · Die Frage danach, wie die Rechte von Men-
 schen gesichert werden, die ihren Lebensunterhalt mit Kunst verdienen,
 wie die Rechte derer abgegolten werden, deren Werke in den Archiven
 liegen und wie der Zugriff auf künstlerische Werke trotzdem gewährleistet
 bleiben kann, ist eine der brennendsten in der Kreativindustrie.

17.30–19.30 Nostalghia: Meine Klassiker
Hörspielpräsentationen mit Ulrich Gerhardt · gewidmet Hermann Naber

 Die Grünstein-Variante von Wolfgang Kohlhaase
 Regie: Günther Rücker, Rundfunk der DDR 1976, 51 Min.
 Paris 1939. In der Zelle eines Untersuchungsgefängnisses sitzen drei
 Männer in Abschiebehaft: der deutsche Seemann Lodek, ein Grieche von
 der Insel Korfu und der jüdische Schlachter Grünstein aus Polen. Lodek
 bringt Grünstein das Schachspielen bei und der Lehrling muss zunächst
 viele Niederlagen einstecken.
 Anschließend Gespräch
 Mit Wolfgang Kohlhaase, Barbara Plensat und Ulrich Gerhardt

 Der Tribun von Maurico Kagel              Regie und Musik: Mauricio Kagel, WDR 1979, 56 Min.
 Vom Balkon seiner Residenz übt der erste Mann im Staat eine jener endlos
 dahinfließenden Reden, die er häufig auf Massenkundgebungen vorzu-
 tragen pflegt. Die Zugänge zum Hauptplatz sind gesperrt; heftiger Applaus
 wird eingespielt. Über Lautsprecher werden Märsche eingespielt – ein
 filmisches Szenario.
_20   > Mitschnitte und Gespräche bei Litradio.net

20.00 Live-Act
 Kirkjubaerjarklaustur - Radio fiction live von Sebastian Dicenaire
 Mit Maja Jantar, Vincent Tholomé und Sebastian Dicenaire
 Atelier de Création Sonore Radiophonique 2011 (Belgien), 40 Min., Französisch mit Live-Übersetzung
 Island im Jahre X: eine Welt, mit der es den Bach hinuntergeht. Der
 Durchschnittstourist Sven wird von seinen Freunden in einem wüsten
 Moor zurückgelassen. Wie rasend wandert er durchs Gelände und trifft
 dabei auf philosphische Vögel, unfreundliche Einheimische und auf
 ein Ehepaar – zwei Poltergeister – die ihr Gedächtnis verloren haben.
 Ein wahnhaft-absurder Roadmovie, der nur aus Stimmen gemacht ist.
Samstag 9. 3. Tag des Rezipienten _21

Sound Stage · Technische Realisierung                 durch TAUCHER Sound Environments
21.30 Agon von Werner Cee
 8-Kanal-Mischung, Deutschlandradio Kultur 2010, 46 Min.
 Kurz vor seinem Tod zieht sich Luis Buñuel gemeinsam mit Jean-Claude
 Carrière zum letzten Mal in sein mexikanisches Lieblingshotel zurück,
 um an einem Drehbuch zu arbeiten. Der Film wird nie gedreht. 30 Jahre
 später konfrontiert der Klangkünstler Werner Cee das apokalyptische
 Skript mit dem Sound der Karfreitagsprozessionen aus Buñuels Heimat-
 stadt Calanda.

Ab 22.00 Foyer Musik mit DJ Rafael Jové

22.30 Orphée mecanique von Felix Kubin
 BR 2012, 50 Min.
 »[…] Der Musiker Felix Kubin hat ein Hörspiel geschaffen, das sich auf eine
 Suche nach Formen begibt, die den medialen Entwicklungen der Zeit ent-
 sprechen. Das Psykotron – ein Instrument, das Orpheus’ Hirnströme direkt
 in Töne verwandelt – erzeugt eine Kunstform, die ohne das Radio nicht
 denkbar wäre: den ›Hit‹.« (Hörspiel des Jahres 2013, aus der Begründung
 der Jury)

23.30 Songs of War and Love von Cathy Milliken
 HR 2005, 42 Min.
 Claudio Monteverdis »Madrigali guerrieri et amorosi« ist eine Sammlung
 unterschiedlicher Spielarten weltlicher Vokalmusik, in denen der
 Dreißigjährige Krieg widerhallt. Songs of War and Love versucht in einem
 Crossover der musikalischen und textlichen Stile für Liebes- und
 Kriegserfahrung aus heutiger Perspektive einen Ausdruck zu finden.
_22

      Sonntag 10. 3. 2013

      Schnittmuster
      der Wirklichkeit
Sonntag 10. 3. Schnittmuster der Wirklichkeit _23

Schnittmuster der Wirklichkeit fokussiert die Technik der Welt-
wahrnehmung in der Wissenschaft und den Künsten – die immer
neuen Ansätze, Welt und Mensch zu zerlegen, zu erfassen und
zugleich das Erfasste abzubilden, zu transformieren, zu kon-
struieren, zu rekonstruieren, zu singen, zu schneiden, zu hören.
Das erste deutschsprachige Hörspiel Die Zauberei auf dem
Sender. Versuch einer Rundfunkgroteske von Hans Flesch greift
bereits im Jahr 1924 das Thema Schnittmuster der Wirklichkeit
auf: die das Rationale überschreitende Macht der Medien und
den Appell an das ihnen innewohnende Imaginationspotenzial.
Die Hans-Flesch-Gesellschaft lädt Künstler_innen und Wissen-
schaftler_innen ein, Film, Martenot-Wellen, Flötenklänge und
Störsignale im Hinblick auf Paukenhöhlen, Steigbügel, Gänse-
haut und Hirnrinden zu durchforsten: Wie ist vergangenes Hören
heute vorstellbar? Sind die künstlerischen und programmieren-
den Möglichkeiten der Schallwelle schon ausgereizt? Wie sah
und sieht der Versuch aus, Grenzen auszuloten, über sie hinaus
zu denken? Und welcher Plan des rezipierenden und/oder pro-
duzierenden Menschen steckt dahinter?
Indem die Vortragenden zurückhorchen, eröffnen sie die
Perspektive auf ein neues Hinhören, auf einen auditive turn.
Kuratorinnen: Barbara Meerkötter, Corinna Volkmann, Marianne Wendt
_24

 Hirnschnitt
10.00 Studio Begrüßung
 Barbara Meerkötter, Corinna Volkmann und Marianne Wendt
 Andreas Feddersen Moderation

10.10 Hörspiel
 Das Rätsel der Qualia. Eine Versuchsanordnung in 5.1 Surround
 von Sabine Worthmann · HR 2011, 56 Min.
 Karl Lukowski, Drogeriefachberater, ist angeflanscht an das hochpotente
 Express-35-Brain-Interface. Es ermöglicht die Übertragung komplexer
 neurophysiologischer Prozesse in 5.1 Surround und 3D. Feinmolekulare
 Strukturen werden enthüllt, Innengeplapper erlauscht, Ich-Modelle,
 Gefühle und selbst Träume werden im neuronalen Netz dingfest gemacht.
 Frau Doktor kreist beim Durchkämmen der Hirnlappen auch die letzten
 Schlupfwinkel des subjektiven Geistes ein.

11.15 Gespräch
 Die Hörspielmacherin über den subjektiven Erlebnisgehalt eines
 mentalen Zustandes
 Mit Sabine Worthmann und Andreas Feddersen

11.40 Fallstudie und Gespräch
 Der Neue Mensch und die Störung von und mit Wolfgang Hagen
 Hans Fleschs Hörspiel Zauberei auf dem Sender von 1924

12.30 Mittagspause

13.30 Fallstudie
 Ein/Schnitte zwischen geschlossenen Augen und offenen Ohren
 von Claudia Reiche · Überlegungen zu Dziga Vertovs Tonfilm Enthusiasmus,
 SU 1930

14.00 Fallstudie
 Tönende Muster von Marc Ries · Auf der Suche nach dem, was den
 Menschen von morgen mit der Welt vor dem Menschen, den kommunisti-
 schen Menschen mit dem kommunizierenden materiellen Universum
Sonntag 10. 3. Schnittmuster der Wirklichkeit _25

 vereinigt. Überlegungen zum elektroakustischen Musikinstrument
 Ondes Martenot (1928) und seiner Allgegenwart

14.30 Gespräch
 Auditive turn und neues (Hin)hören
 Mit Claudia Reiche und Marc Ries · Das Akustische im Fokus wissen-
 schaftlicher und künstlerischer Aufmerksamkeit

15.00 Kaffeepause

 Schnittstelle
15.30 Fallstudie
 Neurostreams®- Das erste Gehirnwellenradio der Welt
 von Tim Daugs · Webunternehmer Tim Daugs gewährt Einblick in die Welt
 psychoakustischer Live-Streams.

 Klangmuster
15.45 Gesprächskonzert
 Warum bewegt uns Musik? Vom Klang zur Gänsehaut
 von Dr. med. Eckart Altenmüller

16.30 Fallstudie
 Struktur als Musik von Markus Hübner · Über den Einfluss von Politik,
 Gehirnwellenmustern, Architektur oder Erdbebendaten auf die Komposition

17.00 Gespräch
 Ist Musik die Sprache der Gefühle? Mit Eckart Altenmüller und
 Markus Hübner · Wie Universalien, Hörbiographie und die Lernfähigkeit
 des auditiven Systems unsere Wahrnehmung verändern.

17.30 Pause

18.00 Diskussion
 Wie hörbar ist die Wirklichkeit?
 Mit Alfred Behrens, Andreas Bick, Andrea Getto, Ulrich Gerhardt,
 Barbara Plensat, Antje Vowinckel · Hörspielmacher_innen der Hans-
 Flesch-Gesellschaft und ihre Schnittmuster
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19.30 Live-Performance
  Movement#1 von Markus Hübner
  Movement#1 ist die inszenierte
  Vertonung eines Gruppenentwicklungs-
  modells des amerikanischen Psycho-
  logen und Organisationsforschers
  Bruce W. Tuckmann.

Der Tag Schnittmuster der Wirklichkeit ist kuratiert und organisiert von der
Hans-Flesch-Gesellschaft e.V. – Forum für akustische Kunst mit Unterstützung der
Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL).

  Ausstellung
  Xstal Radio von Joe Davis und Thomas Kaiser · Zu Pioneerzeiten des
  Rundfunks war eine Technologie sehr verbreitet, die mit Kristall-
  Detektoren arbeitete. Diese Detektorempfänger, auch Detektorradios
  genannt, brauchten schon damals keine Stromquelle, denn der Emp-
  fänger konnte direkt mit der Energie der Radiowellen gespeist werden.
  Inspiriert von dieser Etappe der Technikgeschichte hat der amerika-
  nische Künstler und Wissenschaftler Joe Davis bereits unzählige
  Crystal Radios gebaut. Dabei verwendet Davis aber auch Materialien,
  die normalerweise nicht im Bereich der Radioelektronik verwendet
  werden. Die schönsten und außergewöhnlichsten Radios werden im
  Foyer der Akademie zu sehen sein. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht
  dabei die Installation Hertzsprung, die Davis gemeinsam mit dem
  deutschen Ingenieur Thomas Kaiser eigens für Radio Zukunft entwickelt
  hat. Davis und Kaiser verfolgen mit dieser Arbeit den Gedanken, dass
  Radiowellen Photonen sind und diese sich deshalb ähnlich verhalten
  wie für jeden sichtbares Licht – u. a. eine Erkenntnis, zu der Heinrich
  Hertz mit seinen Experimenten von 1888 gelangte.
Ausstellung _27
_28

Hörtheke
Ein ›Best-of‹ des deutschen, schweizerischen und österreichischen
Rundfunks mit Stücken von: Ror Wolf, Heiner Müller, Dylan Thomas, Eran
Schaerf, Philippe Soupault, George Tabori, Wajdi Mouawad, David Zane
Mairowitz, Liquid Pinguin Ensemble, Urs Widmer, Eberhard Petschinka,
James Joyce, Paul Plamper und SheShePop – und vielen anderen mehr
zum individuellen Anwählen.

Bayerischer Rundfunk (BR)
die alarmbereiten von Kathrin Röggla
BR 2009, 55 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Leopold von Verschuer
Conversations with birds von Ergo Phizmiz
BR 2012, 45 Min., Originalhörspiel int.
fm-scenario – Sendesprache – verdeckte Operation –
Ansage – Fehler von Eran Schaerf
BR 2013, ca. 40 Min., Realisation: Eran Schaerf, Montage: Inke Arns

Deutschlandfunk (DLF)
Germania III - Gespenster am toten Mann von Heiner Müller
DLF/ORB/SDR 1996, 84 Min., Regie: Ulrich Gerhardt
Torschlußpanik von William Gaddis
DLR/BR/WDR 1999, 89 Min., Originalhörspiel int., Regie: Klaus Buhlert
Karl Marx: DAS KAPITAL, Erster Band von Rimini Protokoll
DLF/WDR 2007, 52 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Helgard Haug, Daniel Wetzel
Vogelherdrecherche von Ulrike Janssen
DLF/HR 2011, 47 Min. Originalhörspiel dt., Regie: Ulrike Janssen

Deutschlandradio Kultur (DKultur)
Testament von She She Pop
DKultur 2011, 53 Min., Originalhörspiel dt., Regie: She She Pop
Der Neger von Philippe Soupault
DKultur 2002, 47 Min., Regie: Heinz von Cramer
Erste Nacht, letzte Nacht von George Tabori
RIAS/NDR 1986, 90 Min., Originalhörspiel int., Regie: Jörg Jannings
Hörtheke _29

Hessischer Rundfunk (HR)
Schwierigkeiten beim Umschalten von Ror Wolf
HR 1978, 18 Min. (Mono), Originalhörspiel dt., Regie: Ror Wolf
Lovecraft von Heinz von Cramer
HR 2008, 77 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Heinz von Cramer
Verbrennungen von Wajdi Mouawad
HR/DLF 2009, 106 Min., Regie: Ulrich Gerhardt

Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)
Heute Morgen von Andreas Albrecht
MDR 1993, 40 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Holger Rink
Santo Subito von Eberhard Petschinka
MDR/ORF 2007, 54 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Eberhard Petschinka
Die Sicherheit einer geschlossenen Fahrgastzelle von Thilo Reffert
MDR 2009 57 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Stefan Kanis

Norddeutscher Rundfunk (NDR)
Unter dem Milchwald von Dylan Thomas
NDR 1954, 91 Min. (Mono), Originalhörspiel int., Regie: Fritz Schröder-Jahn
Weissmann und Rotgesicht von George Tabori
NDR 1978, 62 Min., Regie: Jörg Jannings
Tschick von Wolfgang Herrndorf
NDR 2011, 84 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Iris Drögekamp (Hörspiel basierend auf dem Roman
Tschick von Wolfgang Herrndorf. Copyright © 2010 by Rowohlt Berlin Verlag GmbH, Berlin)

Österreichischer Rundfunk (ORF)
Mein Körper ist ein Schlachtfeld von Elodie Pascal
ORF 2008, 43 Min., Regie: Elisabeth Putz
Rafael Sanchez erzählt »Spiel mir das Lied vom Tod«
von Rafael Sanchez und Eberhard Petschinka
WDR/ORF/MDR 1998, 59 Min., Originalhörspiel int., Regie: Eberhard Petschinka
March Movie von Peter Klein und Michael Köhlmeier
ORF 1983, 50 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Peter Klein und Michael Köhlmeier
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Radio Bremen (RB)
Wer hat Angst vor dem Milchmann? von Theo Gallehr
RB 1979, 73 Min. (Mono) – Originalhörspiel dt., Regie: Theo Galle
Ralph ist zurück von Alexander Adolph
RB 1990, 38 Min. Originalhörspiel dt., Regie: Gottfried von Einem
Engel von Bremen von Carl Ceiss
RB/SR 2009, 70 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Ulrich Lampen

Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB)
Die graue staubige Straße von Ilona Jeismann und Peter Avar
SFB 1997, 61 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Ilona Jeismann
Im Krokodilsumpf von David Zane Mairowitz
RBB 2004, 49 Min., Originalhörspiel int., Regie: David Zane Mairowitz
Boxhagener Platz von Torsten Schulz
RBB 2005, 56 Min., Regie: Gabriele Bigott

Saarländischer Rundfunk (SR)
Gras wachsen hören von Liquid Penguin Ensemble
SR 2007 64 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Liquid Penguin Ensemble
W wie ihr Name/Avec un double v von Cécile Wajsbrot
SR/DLR/France Culture 2012, 59 Min., Originalhörspiel int., Regie: Marguerite Gateau
Gespräche mit Lebenden und Toten von Swetlana Alexijewitsch
und Frank Werner SR/NDR/SFB-ORB/WDR 1998, 78 Min., Regie: Ulrich Gerhardt

SRF (Schweizer Radio und Fernsehen)
Mit den Waffen einer Maus von Jens Nielsen
SRF 2012, 48 Min., Originalhörspiel int., Regie: Claude Pierre Salmony
SumSum von Laura de Weck
DRS 2010, 50 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Reto Ott
4 Schreckmümpfeli (4 Kurzhörspiele aus der Kultreihe des Schweizer Radios)
Mord auf Tonband von Ralf Schlatter
DRS 2005, 14 Min., Regie: Geri Dillier
Auferstehung von Ernst W. Heine
DRS 2004, 13 Min., Regie: Reto Ott
Der Gärtner von Urs Widmer
DRS 2002, 10 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Geri Dillier
Amuse-Gueule von Gion Mathias Cavelty SRF 2011, 10 Min., Originalhörspiel dt.
Hörtheke _31

Südwestrundfunk (SWR)
Ulysses (1.Teil »Telemachos«) von James Joyce/Klaus Buhlert
SWR/DLF 2012, 43.30 Min., Regie: Klaus Buhlert
Leben und Tod des Kornettisten Bix Beiderbecke aus Nord-Amerika
von Ror Wolf SWF/HR/NDR/WDR 1986, 73 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Heinz Hostnig
Enigma Emmy Göring von Werner Fritsch
SWR 2006, 54 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Werner Fritsch

Westdeutscher Rundfunk (WDR)
TOP HIT leicht gemacht - In 50 Minuten an die Spitze der Charts
von Paul Plamper
WDR/NDR 2002, 52 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Paul Plamper
Kann mir nicht vorstellen, dass es weitergeht von Schorsch Kamerun
WDR 2012, ca. 53 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Schorsch Kamerun
Rocky Dutschke 68 von Christoph Schlingensief
WDR 1997, 50 Min., Originalhörspiel dt., Regie: Christoph Schlingensief

Dank an

Dank an
Litradio.net begleitet und dokumentiert das Festival durch Mitschnitte und Gespräche in Form von Pod-
casts. Litradio.net ist ein Internetportal, das sich ganz der Literatur in ihrer akustischen Form widmet:
Ein Literaturradio mit Lesungen und Vorträgen, Gesprächen und Hörspielen, bei dem sich die Benutzer
ihr jeweils eigenes Programm selbst zusammenstellen; wann und wo immer sie wollen.
TAUCHER Sound Environments sorgt für die technische Realisierung der Sound Stage bei Radio Zukunft.
TAUCHER ist eine Agentur für Klangszenografie, die begehbare dreidimensionale Klangräume für Aus-
stellungen, räumliche Inszenierungen und Bewegtbild realisiert. In der Arbeit mit immersiven Klangsze-
nen wird untersucht, wie sich das Empfinden von Raum verändert, das Gehörte ins Haptische übergeht.
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Dr. med. Eckart Altenmüller ist Direktor am Insti-            Hannes Mehring ist Medienwissenschaftler, Gründer
tut für Musikphysiologie und Musikermedizin an der            und Visionär. Seit 2007 leitet er seine Agentur frischr in
Hochschule für Musik und Theater Hannover. Lehrtätig-         Erfurt für Social Media-Beratung und Entwicklung von
keit und Aufbau einer Spezialambulanz für Musiker-Er-         mobilen Apps. Die CrowdRadio-Technologie wurde 2012
krankungen. Derzeit laufendes DFG-Projekt zur Emotion         mit dem Deutschen Radiopreis für die Beste Innovation
in der akustischen Kommunikation.                             ausgezeichnet
Alfred Behrens hat mehr als 5o Hörspiele geschrie-            Otilia Cseicsner graduated from the University of
ben und realisiert sowie eine Reihe von Filmen gedreht;       Theatre and Film in Budapest, has participated in foreign
zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Lehre an ver-           study programs in Berlin, Munich and Vienna and worked
schiedenen Hochschulen. 2013 wird der Essay-Film Der          as a dramaturg in fields of theatre, television and radio
Schatten des Körpers des Kameramanns fertiggestellt,          drama, including TIE (Theatre in Education) projects, a do-
zusammen mit Benjamin Dickmann.                               cumentary film and some 20 radio plays.
Andreas Bick ist Klangkünstler, Hörspiel- und Fea-            Dietmar Dath, Schriftsteller, Publizist, Filmkritiker und
tureproduzent und Komponist für Film, Fernsehen und           Übersetzer, 1998-2000 Spex-Chefredakteur, seit 2001
Radio. Seine Radiokompositionen wurden mehrfach aus-          Redakteur bei der FAZ. Bücher u. a. Die Abschaffung der
gezeichnet. Die letzte Produktion war das Feature über        Arten. Roman (2007), Maschinenwinter. Streitschrift.
die Urheberrechtsdebatte: Pasted – Wir sind die Zukunft       (2008) und Pulsarnacht. Roman (2012).
der Musik.
                                                              Tim Daugs macht und unterrichtet Internet-Marketing.
Hermann Bohlen, Studium der Sinologie, seit 1994 Hör-         Dies darf er, denn er kann auf erfolgreiche Webprojekte
spielautor und -produzent. Urheber des Plopp!-Wettbe-         verweisen. Seit Jahren nun schart er ein treues, unsicht-
werbs für unabhängige Hörspielmacher. Mitglied der Aka-       bares digitales Publikum um sich, das er hin und wieder
demie der Künste.                                             mit neuen und gewagten Webseiten überrascht.
Alessandro Bosetti, sound artist, composer and per-       Joe Davis, is a research affiliate in the Department of
                                                          Biology at MIT and in the George Church Laboratory at
former. His focal point of work lies on the small area that
separates spoken language from music. One of the most     Harvard Medical School. His research and art includes
                                                          work in the fields of molecular biology, bioinformatics,
prolific radio art authors of his generation received piece
commissions from WDR, DeutschlandRadio, RTBF, ORF,        ›space art‹, and sculpture, using media including but not
RAI etc.                                                  limited to centrifuges, radios, prosthetics, magnetic fields,
                                                          and genetic material. Goldene Nica, Ars Electronica
Fred Breinersdorfer, Drehbuch-, Hörspiel- und
                                                          (2012).
Krimi-Autor und Rechtsanwalt. Zahlreiche Auszeichnun-
gen, darunter eine Oscar-Nominierung. Filme u. a. Der Sebastian Dicénaire is a french writer and a radio
Hammermörder (1990), Sophie Scholl - Die letzten Tage artist living in Brussels, Belgium. He has published two
(2005), Borowski und der freie Fall (2012).               books of experimental poetry (Döner-kebab; Personnolo-
                                                          gue). He performs his texts in various places like theatres,
Arturas Bumšteinas, (*1982, Lithuania) is sound ar-
                                                          public libraries, cafés, festivals and accompanies himself
tist, composer of acoustic and electronic music and foun-
                                                          with self-composed soundtracks.
ding member of ensembles such as Quartet Twentytwen-
tyone, Works and Days, Zarasai and Wolumen. He lives Dieter Dörr, Jurist, ist seit Ende 1995 Inhaber des
and works in Vilnius and Warsaw.                          Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Völker- und Europa-
                                                          recht, Medienrecht der Johannes Gutenberg-Universität
Martin Burckhardt, Audiokünstler, ›elektrischer
                                                          Mainz und seit 2000 Direktor des Mainzer Medieninsti-
Autor‹. Projekte u. a. zur Genealogie der Maschine. Dem
                                                          tuts.
Imbroglio der unterschiedlichsten Neigungen und Talente
folgte die Gründung von Ludic Philosophy, eine Firma, die Daniel Eschkötter, Film-, Literatur- und Medienwis-
sich mit transmedialen Erzählformen beschäftigt.          senschaftler, arbeitet seit 2010 als wissenschaftlicher
                                                          Koordinator an der Universität Weimar. In seiner For-
Mila Burghardt, Video-Performance-Künstlerin. Ihre
                                                          schung widmet er sich unter anderem Gespenstern der
Arbeiten setzen sich mit Körper und Macht auseinander.
                                                          Geschichte im Kino und der Literatur ›Arbeitsästhetiken‹
Ausstellungen und Performances unter anderem am MIT
                                                          des Films und Institutionen in Filmen und Fernsehserien.
in Boston, in den Nordischen Botschaften Berlin und im
                                                          Letzte Publikation: The Wire (diaphanes Verlag)
Naturhistorischen Museum Wien.
Biografien _33

Andreas Feddersen, Musikwissenschaftler und Di-             Guido Graf unterrichtet Kulturjournalismus an der Uni-
plom-Mediengestalter, arbeitet als Autor, Audio- und        versität Hildesheim, Gründer von Litradio, Moderator und
Filmregisseur und Komponist. Seit 2008 ist er künstleri-    Autor von Feature und Hörspielen. 2012 erschien: Unsere
scher Mitarbeiter an der Professur Experimentelles Radio    Freiheit ist wahrscheinlich unendlich.
an der Bauhaus-Universität Weimar, wo er viele preisge-
                                                            Richard Gutjahr, Journalist, arbeitet als freier Mitar-
krönte Hörspiel- und Featureproduktionen dramatur-
                                                            beiter in der Chefredaktion des Bayerischen Fernsehens,
gisch betreut hat.
                                                            als Reporter für die ARD, moderiert die Spätausgabe der
Golo Föllmer, Klavierbauer, arbeitet als Klangkünstler, Rundschau und schreibt für die Münchner Abendzeitung
Klangforscher und Kurator. Seit 2007 lehrt er als Junior- und den Berliner Tagesspiegel.
professor mit Schwerpunkt Audiokulturforschung am
                                                            Wolfgang Hagen, Medienwissenschaftler und Professor
Dept. Medien- und Kommunikationswissenschaft der
                                                            für Rhetorik an der Leuphana Universität Lüneburg. Zahl-
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
                                                            reiche Veröffentlichungen zur Geschichte und Theorie des
Friendly Fire, freie Theater- und Performancegruppe Computers, des Radios, der digitalen Bildlichkeit und der
(gegründet Ende 2011). Die Kernmitglieder Melanie Al- Medien. Seit 1978 Redakteur für verschiedene Sender,
brecht und Michael Wehren realisieren in wechselnden zuletzt bis 2012 Leiter der Kultur- und Musikabteilungen
Konstellationen Arbeiten an den Schnittstellen von Text, bei dradio.
Performance und Installation. Bisherige Produktionen:
                                                            Hofmann und Lindholm, Hannah Hofmann und Sven
u.a. Bildbeschreibung (2012), Invisible Orange (2012), Ni-
                                                            Lindholm realisieren als Regie- und Autorenduo seit 2000
belungen:Ring (2012).
                                                            interdisziplinäre Projekte, die zwischen szenischer, bil-
Andreas Fröhlich arbeitet als Sprecher, Schauspieler, dender und akustischer Kunst changieren. Dabei handelt
Dialogbuchautor, Dialogregisseur und Hörbuchproduzent. es sich um Stadtrauminterventionen, Theaterabende,
Er wurde bekannt als Stimme von Bob Andrews in der Hörstücke, Videoinstallationen und Filme.
Kulthörspielserie Die drei ???.
                                                            Ralf Homann, Künstler und Autor, studierte Rechtswis-
Adrian Gaertner, Psychoanalytiker, Supervisor und senschaften und Bildhauerei. Seit 1989 Tätigkeit für den
Coach, Hochschullehrer em. für Sozialpsychologie, Hörfunk, von 1999 bis 2007 Leiter des Experimentellen
Forschungsgebiete: Supervisions- und Beratungs-for- Radios der Bauhaus-Universität Weimar.
schung, Literatur- und kulturanalytische Studien zur Ent-
                                                            Cornelius Huber, Ingenieur der Computervisualistik,
wicklung der Moderne, insbesondere zu Baudelaire, Goya,
                                                            Visionär und Künstler, arbeitet seit 2007 an seiner Erfin-
Redon und zur »Medialen Formatierung der Identität«.
                                                            dung, dem ›Interaktiven Hörspiel‹, das er vor kurzem re-
Marcus Gammel studierte Musikwissenschaft, Germa- alisieren konnte. Heute erzählt er als Produzent und Autor
nistik und Philosophie und arbeitete als freier Radioautor, Geschichten auf einem der modernsten und vielseitigsten
Musikjournalist und Theaterdramaturg. Prix Phonurgia Medien für interaktives Storytelling.
Nova 2005 und Prix Marulic 2008 für das Feature Europas
                                                            Markus Hübner komponiert seit 2004 für Theater, Film
Wahn. Seit 2009 Redakteur für Hörspiel / Klangkunst bei
                                                            und Hörspiel Musik und Klänge sowie Sounddesign für
Deutschlandradio Kultur.
                                                            Oper und Hörspiel. Sound/Multimedia-Installationen und
Ulrich Gerhardt studierte Schauspiel und ist seit Performances.
1960 als Hörspielautor - und regisseur tätig. Erstmals
                                                            Maja Jantar, voice artist working in the fields of perfor-
ausgezeichnet 1963. Mehrfach waren seine Arbeiten
                                                            mance, music theatre, poetry and visual arts. She has
»Hörspiel des Jahres« und erhielten auch in der Akade-
                                                            been giving performances since 1995. She also created
mie der Künste Preise. Von 1970 bis 1986 war er Abtei-
                                                            many pieces as a voice artist and is an active member of
lungsleiter bei RIAS Berlin sowie beim SFB. Mitglied der
                                                            the group Krikri. Performance together with Dicenaire and
Akademie der Künste.
                                                            Thomlomé at Centre Pompidou for the Bruits de Bouche
Andrea Getto, Studium der Theaterwissenschaft und festival.
der Spanischen Romanistik, lebt als Autorin und Hör-
                                                            Rafael Jové, Mediengestalter, Tontechniker und DJ.
spielregisseurin in Berlin. Kinderhörspielpreis 2006 für An
                                                            Studium an der Bauhaus-Universität Weimar ›Medien-
der Arche um Acht von Ulrich Hub und Hörspielpreis der
                                                            kunst‹ mit Schwerpunkt ›Experimentelles Radio‹. Er pro-
Jahres 2011 für Vier Lehrmeister von Liao Yiwu.
                                                            duziert Radiohörspiele und -feature.
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Schorsch Kamerun lebt in Hamburg und wurde be-               Mareike Maage studierte Bildende Kunst und Experi-
rühmt als Sänger der Goldenen Zitronen. Längst auch in       mentelles Radio in Weimar, Nagoya und Tokio. Sie arbeitet
der Theaterszene erfolgreich, inszeniert er eigene Stücke    als Künstlerin und Autorin für verschiedene Rundfunkan-
an zahlreichen deutschsprachigen Häusern. Für sein           stalten der ARD.
WDR-Hörspiel Ein Menschenbild, das in seiner Summe
                                                           Heiko Martens hat Drehbuch und Dramaturgie an der
null ergibt nahm er 2007 den Hörspielpreis der Kriegsblin-
                                                           Hochschule für Film und Fernsehen ›Konrad Wolf‹ in
den entgegen.
                                                           Potsdam studiert und arbeitet seit 2008 als Autor für
Uwe Kammann ist seit 2005 Geschäftsführer des Grimme- Film, TV und Computerspiele. Seine Hörspielserie Prof.
Instituts. Autor, Kommentator und Diskutant im Radio Sigmund Freud wurde 2012 dreifacher Ohrkanus-Ge-
und im TV. Kammann war u.a. Jurymitglied beim Deut- winner.
schen Fernsehpreis, dem Fernsehfilmpreis der Deut-
                                                           Barbara Meerkötter, nach vielen Theaterjahren 2000
schen Akademie der Darstellenden Künste, sowie beim
                                                           Wechsel zum akustischen Medium, Autorin und Regis-
Hörspielpreis der Kriegsblinden, dessen Vorsitzender er
                                                           seurin für Hörspiel, Hörbuch und Audiodeskription. Sie
von 1996 bis 2001 war.
                                                           unterrichtet Theatergeschichte und Hörspiel an der
Herbert Kapfer, Leiter der Redaktion Hörspiel und Hochschule für Musik und Theater in Rostock und an der
Medienkunst beim Bayerischen Rundfunk, Autor, Heraus- UdK, Berlin.
geber, Regisseur, Initiator intermedialer Kunst-Projekte
                                                           Jochen Meißner, Hörspielkritiker für den Medienfach-
und Festivals u.a. intermedium; Veröffentlichungen zu
                                                           dienst Funkkorrespondenz. Autor und Herausgeber von
den Themen Mediengeschichte, Exilforschung und Dada.
                                                           Sendungen und Texten zu Geschichte und Ästhetik des
Wolfgang Kohlhaase, Schriftsteller, Drehbuchautor, Hörspiels. Von 2006 bis 2009 künstlerischer Leiter des
Regisseur, gilt als einer der wichtigsten Drehbuchautoren Hörspielsymposions in Rendsburg. 2012 Jurymitglied
der deutschen Filmgeschichte. Mitglied der Akademie der zum Hörspiel des Monats an der Deutschen Akademie
Künste, Drehbücher u. a. Berlin – Ecke Schönhauser der Darstellenden Künste.
(1957), Ich war neunzehn (1967), Solo Sunny (1979), Som-
                                                           Martina Müller-Wallraf, seit 1990 Redakteurin und
mer vorm Balkon (2005).
                                                           Moderatorin für verschiedene Redaktionen im WDR Köln,
Ingo Kottkamp, Autor, Regisseur und Produzent für das seit Ende 1996 Hörspieldramaturgin und seit 2009 dort
Radio, seit 2007 Redakteur für Künstlerisches Feature bei Leiterin der Hörspielredaktion. Zusammenarbeit mit den
Deutschlandradio Kultur.                                   Autoren Christoph Schlingensief, Schorsch Kamerun, An-
                                                           dreas Ammer und F.M. Einheit, Console, Paul Plamper, Ri-
Hans-Jürgen Krug, Medienwissenschaftler und Pub-
                                                           mini Protokoll u. a.
lizist, langjähriger Lehrbeauftragter am ›Institut für
Medien und Kommunikation‹ der Universität Hamburg. Katrin Moll, Medienwissenschaftlerin und Tonmeiste-
Publikationen u.a. Kleine Geschichte des Hörspiels (2008), rin. Sie arbeitet als freie Autorin, Regisseurin und Drama-
Stellungskriege. Das Kulturradio muss neu gedacht wer- turgin für Hörspiele, Features und Crossmedia Projekte
den (epd medien 2012).                                     mit Fokus auf Sound.
Constanze Kurz, Informatikerin, wissenschaftliche Pro-       Sighard Neckel ist Professor für Soziologie und Dekan
jektleiterin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft    des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften an der
Berlin am Forschungzentrum ›Kultur und Informatik‹,          Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zugleich ist er
Themen: Überwachungstechnologien, Datenschutz und            Mitglied des Kollegiums des Frankfurter Instituts für So-
Kulturtechniken. Sprecherin des Chaos Computer Club.         zialforschung und gehört dem Vorstand der Deutschen
                                                             Gesellschaft für Soziologie (DGS) an.
Dietrich Leder, Publizist für Tages- und Wochenzei-
tungen, Fachzeitschriften, Hörfunk und Fernsehen sowie Karl-Nikolaus Peifer, Mitbegründer des kölner
als Dokumentarfilmer. Seit 1994 Professor für Fernseh- forum medienrecht (kfm), Direktor des Universitätsinsti-
kultur an der Kunsthochschule für Medien Köln.            tuts für Medienrecht und Kommunikationsrecht sowie
                                                          des Instituts für Rundfunkrecht. Seit 2003 ist er Richter
Michael Lentz, Autor und Musiker. Zuletzt: Offene
                                                          beim Oberlandesgericht Hamm. Im Jahr 2011 Sachver-
Unruh (Gedichte), Textleben (Essays). Hörspiele, zuletzt:
                                                          ständiger in der Enquete-Kommission des Deutschen
Klinik (BR), Die ganz genaue Erinnerung (BR); Uwe Dick:
                                                          Bundestages ›Internet und Digitale Gesellschaft‹.
Sauwaldprosa. 12 Hörspiele (BR; Regie). Professor am Li-
teraturinstitut der Universität Leipzig.
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