Sollen wir loslegen? Erkennen, vorausschauen und chatten mittels KI - PRÜFPFLICHTEN - VH Kiosk
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HANDWERKSKAMMER POTSDAM №
HANDWERK IN BRANDENBURG 05
21
Sollen wir
loslegen?
Erkennen, vorausschauen und
chatten mittels KI
PRÜFPFLICHTEN
Worauf Handwerker
achten müssen
Foto: © Kittipong Jirasukhanont /123RF.com
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DHB 05.2021
K E I N M AT E R I A L :
KOMMT JETZT DIE NÄCHSTE KRISE FÜR DAS HANDWERK?
Liebe Handwerkskolleginnen und Handwerkskollegen,
endlich Lichtblicke! Die Neuinfektionen mit dem Corona-Virus sinken auch in Bran-
denburg. In den meisten Landkreisen pendeln sich die Sieben-Tage-Inzidenzen bei
unter 100 ein. Für unsere Handwerksbetriebe bedeutet das mehr Freiheiten. Ver-
kaufsstellen des Einzelhandels können wieder öffnen. Auch Betriebe der körpernahen
Dienstleistungen, wie Kosmetikstudios und Friseursalons, dürfen ihre Leistungen
Foto: © HWK Potsdam | Lüder
wieder komplett anbieten und müssen weniger Auflagen erfüllen als bisher.
Der Weg zur vollständigen Normalität ist aber noch weit. Jetzt gilt es, durch zügiges
Impfen die Pandemie endgültig in den Griff zu bekommen. Brandenburg braucht
dafür deutlich mehr Tempo. Solange der Impfstoff noch knapp ist, wird priorisiert.
Für Handwerksbetriebe der kritischen Infrastruktur und Mitarbeiter mit Kunden-
kontakten gilt der Vorrang. Und wenn genügend Impfstoff verfügbar ist, müssen
die Impfstrukturen auch die Betriebe mit ihren Beschäftigten erreichen. Dafür sind
die Betriebsärzte schnellstmöglich einzubeziehen.
Das Handwerk erwies sich in der Pandemie als Konjunkturstütze. Doch so groß die
Freude über die neuen Pandemie-Erleichterungen ist, warten an anderer Stelle
schon die nächsten Herausforderungen. Große Sorgen bereiten vielen Betrieben
die aktuellen Lieferschwierigkeiten bei Vorprodukten und die extrem dynamischen
Preisentwicklungen. Die Situation führt vielfach dazu, dass das Handwerk Aufträge
nicht mehr abarbeiten kann.
Preise explodieren, Material wird immer knapper. Diese Entwicklung gefährdet die
konjunkturelle Erholung unserer Betriebe nach der Pandemie. Baustopps und Kurz-
arbeit drohen. Die Politik ist aufgefordert, schnell Lösungen anzubieten, damit es
nicht zu einer Vollbremsung bei Investitionen kommt. Und unsere Betriebe sind gut
beraten, Angebote zu befristen und Preisgleitklauseln zu vereinbaren, um am Ende
nicht auf den Mehrkosten sitzenzubleiben.
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DHB 05.2021 www.hwk-potsdam.de S 3S
16
Roboter können Handwerker nicht
ersetzen, aber Künstliche Intelligenz,
kurz KI, kann dem Handwerk
helfen, die Herausforderungen
Foto: © Kittipong Jirasukhanont /123RF.com
der Zukunft zu meistern.
Foto: © privat / Kathrin Koczessa / Zimmerei Fielitz
S
06
Wie blickt das Handwerk aus
Westbrandenburg auf Corona
zurück? Wir haben nachgefragt
in den Betrieben.
Foto: © Schich
S
12
Die Elektromobilität nimmt Fahrt auf in Bran-
denburg. Der Bildungs- und Innovationscampus
Handwerk in Götz hat ein neues Seminar zum
Thema entwickelt. Aufgrund der hohen Nachfrage
gibt es bereits erste Zusatztermine.
S 4 DHB 05.2021 www.hwk-potsdam.deInhalt
DHB 05.2021
KAMMERREPORT PANORAMA
6 Corona-Rückblick: Wie geht es 42 Schaufenster
den Betrieben der Region?
8 Ausbildungsprämie kommt an
KAMMERREPORT
10 Energie-Einsparung mittels
Online-Tool 4 8 Azubine des Monats kämpft für
ein gutes Leben in Deutschland
11 Service-Termine
49 Amtliche Bekanntmachung,
12 Elektromobilität im Handwerk Unterstützung Lehrlingssuche
1 4 Bildungsangebote 50 Betriebsbörse
51 Nachgefragt bei:
der Sattlerei Hennig
POLITIK
52 SIK-Holz übergibt Staffelstab,
16 Künstliche Intelligenz im Foto des Monats
Handwerk: Warum nicht?
53 Wir gratulieren
20 Klimaanlagen in Serverräumen
vorausschauend warten 54 Mitarbeiter für Grünheide
gesucht
22 »Crafty« als digitaler
Mitgliedswerber 56 Das lange Warten auf die
Corona-Hilfen
26 Bürokratieabbau: Handwerk
hofft auf schnelle Taten 58 Impressum
28 Rasche Erholung der
Binnenwirtschaft erwartet
BETRIEB
31 Handwerker muss Unterlagen
des Kunden prüfen
32 Prüf- und Hinweispflichten
von Handwerkern
3 4 Verfahrensdokumentation:
Ein Handbuch für den Prüfer
36 Sexistische Sprüche:
Werberat rügt kleine Betriebe
3 8 Aktuelle Tablet-PCs: Ihre
Großer Überblick
Grundfähigkeits-
41 Miss und Mister Handwerk absicherung
2022 gesucht
mit SI WorkLife.
DHB 05.2021 www.hwk-potsdam.de www.signal-iduna.deKammerreport
DHB 05.2021
»MEINE ERSPARNISSE SIND
AUFGEBR AUCHT«
C ORON A-R EGEL UNGEN: SEI T ENDE A P RIL GELT EN BUNDES W EI T EINHEI T L ICHE
R EGEL UNGEN FÜR C ORON A-BES CHR Ä NK UNGEN BEI EINER IN Z IDEN Z ÜBER 100.
F ÜR BE T RIEBE GILT DIE P FL ICH T, IHREN MI TA RBEI T ERN T ES T S A N Z UBIE T EN.
W IE SIEH T DA S REGION A L E H A NDW ERK DIE REGEL UNGEN, W IE SIND SIE BISHER
DURCH DIE PA NDEMIE GEKOMMEN?
Text: Katja Wolf — Ostprignitz-Ruppin:
Zimmerermeister Sven Fielitz führt seinen Betrieb
D
in Lichtenberg bei Neuruppin und sorgt sich um die
ie Inzidenzen in Brandenburg sinken. Für das nächsten Monate.
Handwerk bedeutet das Aufatmen. Laut Bun-
desregelung treten Erleichterungen in Kraft, »2020 sind wir noch relativ gut durch die
Foto: © Zimmerei Fielitz
wenn die regionale Inzidenz über fünf Werktage in Folge Krise gekommen. Aber in den letzten Mona-
unter 100 liegt. Inzwischen können sich im Land weitere ten mussten Mitarbeiter wegen fehlender
Personen impfen lassen. Die Priorisierung für Astrazeneca Kinderbetreuung zu Hause bleiben, zwei
ist aufgehoben. Berechtigte der Priorisierungsstufe Drei waren in Quarantäne. Die Kostenerstattung,
können sich auch mit anderen Präparaten impfen lassen. die es dafür geben soll, ist bei mir noch
Dazu gehören Handwerker, wenn sie in systemrelevanten nicht eingetroffen. Laut Steuerbüro brauche
Gewerken tätig sind, etwa im Bestattungswesen, in der ich vor Sommerende nicht damit zu rechnen.
Wasser- und Energieversorgung und im Lebensmittel-
einzelhandel. Auch das Friseur- und Kosmetikgewerbe Was mir viel mehr Sorgen bereitet, ist aber aktuell die
zählen wegen des unmittelbaren Kundenkontakts zu den Entwicklung der Materialpreise und die Materialknapp-
priorisierten Gruppen. heit. Wir bekommen kein Holz mehr. Ich habe schon bei
zwölf Sägewerken angefragt. Gerade musste ich einen
Trotz Lockerungen dauern die wirtschaftlichen Folgen der Auftrag absagen, der uns sechs Monate Arbeit gesichert
Krise im Handwerk an. Die Frühjahrsumfrage der Hand- hätte – ich bekomme das Material nicht. Anderen geht es
werkskammer Potsdam zeigte: Die ähnlich, und es kann sein, dass Dachdecker und Zimmerer
Corona-Hilfsprogramme, insbe- Die Corona- deshalb in den nächsten Monaten sogar Mitarbeiter nach
sondere das Soforthilfeprogramm Hause schicken müssen.
Hilfsprogramme
im letzten Jahr, federten für vie-
le Unternehmen die schlimmsten federten für viele Dabei sind wir auf dem Land noch gut dran. Ich kann mit
Auswirkungen der Pandemie und Unternehmen meinen Kunden über die Preise reden, arbeite für Privat-
der Lockdowns ab. Gerade regio- die schlimmsten kunden, die haben Verständnis. Unternehmen, die aktuell
nale Dienstleistungsbetriebe und Verträge abgeschlossen haben, werden richtige Schwie-
Auswirkungen der
die Kfz-Branche aber sind zum Teil rigkeiten bekommen. Und auch die Testpflicht für Betriebe
in Existenznot und setzen auf die Pandemie und sehe ich kritisch. Warum soll ich als Unternehmer das aus
aktuelle Überbrückungshilfe III. der Lockdowns ab. meiner Tasche bezahlen?«
S 6 DHB 05.2021 www.hwk-potsdam.deFoto: © iStock / Drazen Zigic
Oberhavel: Potsdam-Mittelmark:
Kraftfahrzeugmechanikermeister Günter Koczessa Kosmetikerin Nancy Neumann aus Stahnsdorf muss
ist Obermeister der Kfz-Innung Oberhavel ihr Geschäft wieder schließen, sobald die Inzidenz
und betreibt eine freie Werkstatt in Oranienburg: mehr als drei Tage über Einhundert liegt.
»Ich arbeite gemeinsam mit einem Mitarbei- »Die aktuelle Situation ist eine Katastro-
Foto: © Kathrin Koczessa
Foto: © privat
ter. Ich stelle ihm Masken, er hat die Corona- phe. Die Soforthilfe im März letzten Jahres
Zulage bekommen. Wir merken in der Werk- kam relativ schnell, auch die November- und
statt natürlich Einschränkungen. Es kommen Dezemberhilfen habe ich unkompliziert er-
weniger Kunden, denn es wird ja auch weniger halten. Aber aus der Überbrückungshilfe III
gefahren. Ich habe die Arbeitszeiten redu- habe ich noch gar nichts erhalten. Aufgrund
ziert, am Freitag sind wir derzeit nicht in der der Betrugsfälle schauen die Fördermittelge-
Werkstatt. Kurzarbeit musste ich für meinen ber jetzt ganz genau hin. Das ist auch richtig,
Mitarbeiter nicht beantragen, wir regeln das aber meine Ersparnisse sind aufgebraucht.
über die Stunden, er bekommt sein volles Gehalt weiter. Ich beschäftige noch eine Mitarbeiterin und möchte eine
Auch Corona-Hilfen nutze und nutzte ich nicht – nach der weitere Kraft einstellen, die ich nun aber schon seit Wo-
Beratung mit dem Steuerberater war klar, dass unsere chen hinhalten muss. Das tut mir leid, aber in der aktuellen
Umsatzrückgänge nicht so groß sind, um eine Förderung Situation kann ich nicht einstellen. Ich will den Staat auch
beantragen zu können. nicht mit weiterer Kurzarbeit belasten.
Bei meinen Innungskollegen, die auch Handel betreiben, Und selbst wenn ich nach aktueller Regelung des Bundes
sieht die Lage ganz anders aus. Der Umsatz bei den Verkäu- wieder öffnen kann: Ich vereinbare mit den Kunden einen
fen ist stark eingebrochen, die haben massive Probleme. Termin, und das Risiko besteht, dass zu dem vereinbar-
Deshalb finde ich es nicht in Ordnung, wenn die Kosten ten Zeitpunkt die Praxis eventuell schon wieder zu ist.
für die Tests den Betrieben auch noch aufgedrückt wer- Ein weiteres Problem: Die Kunden wollen sich auch nicht
den. Prinzipiell halte ich es für richtig und sinnvoll, viel testen lassen. Schon am Telefon wird mir gesagt: »Nur,
zu testen und so das Risiko zu minimieren. Daran sollte wenn ich keinen negativen Test brauche«. Ist die Praxis
sich jeder Mitarbeiter beteiligen. Ich bin enttäuscht, dass geschlossen, biete ich ausschließlich Fußpflege an. Dafür
es so lange dauert, bis genügend Impfstoff in Deutsch- fahre ich einmal im Monat in drei Pflegeheime. Das ist ein
land zur Verfügung steht. Meiner Meinung nach hätte die Tropfen auf den heißen Stein, aber ich freue mich über
Regierung hier härter verhandeln müssen.« jeden Auftrag – denn meine Existenz ist bedroht.«
DHB 05.2021 www.hwk-potsdam.de S 7Finanziell entlasten und
Ausbildung sichern
P O T SDA M: VOR RUND SECHS WOCHEN ERL EICH T ER T E DA S BUNDESK A BINE T T
DIE FIN A NZIEL L E F ÖR DERUNG UND UN T ER S T Ü T Z UNG FÜR A USBIL DUNGSBE T RIEBE,
UM IN DER C ORON A-K RISE W EI T ER A USBIL DUNGSBE T EIL IGUNG ZU SICHER N.
Text: Ines Weitermann_ Ausbildern oder Ausbilderinnen bezuschusst werden.
Auch die Ausbildungsvergütung bleibt zuschussfähig.«
R
Das Förderprogramm entlastet Ausbildungsbetriebe in
und 130 Ausbildungsbetriebe aus Westbran- diesen schwierigen Zeiten und hilft, dringend benötigte
denburg stellten inzwischen den Antrag auf Fachkräfte für die kommenden Jahre zu sichern. 500 Mil-
die Ausbildungsprämie (plus), einen Zuschuss lionen Euro befinden sich in diesem Jahr im Fördertopf.
zur Verhinderung von Kurzarbeit oder eine Übernahmeprä- 2022 sind es noch einmal 200 Millionen Euro.
mie eines Auszubildenden aus einem insolventen Betrieb.
UNK O MP L I Z IER T E A N T R A G S T EL L UN G
»Für das neue Ausbildungsjahr werden die Prämien für Aus- Die Andreas Ehrl Potsdam GmbH & Co. KG ist einer der rund
bildungsverhältnisse, die ab dem 1. Juni 2021 beginnen, von 130 Betriebe im Kammerbezirk, die das Angebot nutzten.
2.000 und 3.000 Euro auf 4.000 beziehungsweise 6.000 Sie ist nicht nur begeistert von der Unterstützung, sondern
Euro verdoppelt«, motiviert der Abteilungsleiter Berufs- rät auch den Berufskollegen, den Förderantrag zu stellen:
bildung, Andreas Körner-Steffens, die Ausbildungsbetrie- Für das neue Ausbildungsjahr »Selten habe ich eine solche unkomplizierte Antragstel-
be, das Förderprogramm zu nutzen: »Auch die Zuschüsse ab Juni 2021 gibt es doppelt lung erlebt«, so Verwaltungsleiter Marc Warwel zum An-
so hohe Prämien als bisher.
zur Vermeidung von Kurzarbeit während einer Ausbildung Auch andere Zuschüsse zur meldeprozedere. »Über das Internet erfuhren wir von dem
werden attraktiver. Künftig kann auch die Vergütung von Ausbildung steigen deutlich. Programm, dort zogen wir auch gleich die Anträge. Diese
sind einfach und verständlich konzipiert, unkompliziert
auszufüllen, sprich unbürokratisch – das muss man wirk-
lich loben. Die Handwerkskammer unterstützte uns schnell
bei der Ausstellung der notwendigen Bescheinigung. Die
Bundesagentur für Arbeit bewilligte den Antrag ebenfalls
schnell. Da die Auszahlung an das Bestehen der Probezeit
Foto: www.amh-online.de
geknüpft ist, mussten wir diesen Zeitpunkt natürlich bis
zur Auszahlung abwarten. Aber auch hier lief es super:
Automatisch erhielten wir das Geld nach Probezeitende.«
Insgesamt erhielt der Kfz-Betrieb 10.000 Euro für vier
Auszubildende. »Aufwand und Nutzen haben sich hier echt
gelohnt. Die finanziellen Hilfen, gerade in einer Zeit, die
uns alles abverlangt, sorgen dafür, dass wir unsere Aus-
bildung in geordneten Bahnen weiterführen konnten.«
Das Programm richtet sich an Unternehmen mit bis zu 499
Mitarbeitern. Ein neuer Sonderzuschuss erreicht Kleinst-
unternehmen, die im zweiten Lockdown ihre Geschäftstä-
tigkeit weitgehend einstellen mussten: Betriebe mit bis zu
vier Mitarbeitern können pauschal 1.000 Euro bekommen,
wenn sie ihre Ausbildungstätigkeit für mindestens 30 Tage
fortgesetzt haben.
S 8 DHB 05.2021 www.hwk-potsdam.deKammerreport
DHB 05.2021
PRIGNITZ
NEUES ENERGIE-TOOL IM INTERNET DECKT
EINSPARPOTENZIALE AUF
Foto: © iStock / simpson33 / Montage
»Das Tool ist eine sehr
einfache und übersicht-
liche Möglichkeit des
Energiemanagements
für Handwerksbetriebe.«
Jan-Hendrik Aust, Teamleiter Innovation
und Technik der Handwerkskammer Potsdam
Jedes Jahr mehr Energiekosten – liegt das am Verbrauch die Photovoltaikanlage bringt ja auch Einnahmen. Von dem
oder an Preissteigerungen? Und wie lässt sich der Ener- neuen Energietool erwarten wir eine noch detailliertere
gieverbrauch im Unternehmen optimieren? Fragen, die Analyse unseres Verbrauchs, um weitere Einsparpoten-
sich insbesondere Unternehmer aus den Gewerken Kfz, ziale aufzudecken«, so Betriebsleiter Thorsten Schalow.
Lebensmittelproduktion und Bau stellen, denn diese So kann das Unternehmen in Zukunft beispielsweise ge-
Handwerksbetriebe schultern im Branchenvergleich be- nau verfolgen, wie sich der Energiekostenanteil an den
sonders hohe Energiekosten. Produktionskosten entwickelt und gezielt Maßnahmen
umsetzen und deren Wirksamkeit verfolgen.
Deshalb hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks
gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium das »Das Tool ist eine sehr einfache und übersichtliche
»E-Tool« entwickelt, das online zur Verfügung steht. Be- Möglichkeit des Energiemanagements für Handwerks-
triebe können hier kostenfrei ihre Energiedaten eintragen betriebe. Es ist besonders für größere oder sehr ener-
und erhalten Auswertungsgrafiken, Energiespar-Tipps gieintensive Betriebe geeignet, die ihre Energiekosten
und Branchenvergleiche. Das Portal liefert auch Hinwei- analysieren und optimieren wollen. Das Programm be-
se darauf, ob sich eine Photovoltaikanlage lohnt, ob ein inhaltet zahlreiche Tipps, mit denen sich richtig Geld
Anspruch auf Steuervergütung besteht oder wie sich der sparen lässt – von der Steuerersparnis bis zu Investi-
neue CO2-Preis auf den eigenen Betrieb auswirkt. tionsmöglichkeiten«, so Jan-Hendrik Aust, Teamleiter
Innovation und Technik der Handwerkskammer Potsdam.
T IP P S Z UM G EL D SP A R EN Das neue E-Tool im Netz: www.energie-tool.de Katja Wolf
Die Rabau Fenster- und Türenbau GmbH aus Lenzen an der
Elbe ist einer der ersten Betriebe in Westbrandenburg,
der das neue Tool nutzen will. Das Unternehmen trägt das
↘ Zum Tool und Energieeinspar-Möglichkeiten
berät das Team Innovation und Technik der
Brandenburger Umweltsiegel und investierte bereits in
Handwerkskammer Potsdam.
neue Kompressortechnik und eine Photovoltaikanlage, um
seinen Stromverbrauch zu reduzieren, der vorher Kosten Ansprechpartner:
von 120.000 Euro im Jahr verursachte. »Damit konnten wir Jan-Hendrik Aust, Telefon: 033207/34-209
unsere Energiekosten um rund 75 Prozent senken, denn jan-hendrik.aust@hwkpotsdam.de
DHB 05.2021 www.hwk-potsdam.de S 9Kammerreport
DHB 05.2021
Ausbildung mit Hindernissen
P O T SDA M-MI T T EL M A R K : DIE K R A MER EL EK T RO-A NL AGEN GMBH IN R A NGSDOR F
BIL DE T A K T UEL L NICH T NUR Z W EI JUNGE M Ä NNER Z U EL EK T RONIK ERN A US,
S ONDER N N A HM A UCH A M Z UK UNF T S TA G BR A NDENBURG T EIL . Z UM ER S T EN M A L
FA ND DIESER A M 2 2 . A P RIL A USS CHL IESSL ICH ONL INE S TAT T.
digitales Meeting. Von acht angemeldeten seien schließ-
lich vier Jugendliche dabei gewesen, die sich brennend
für das Thema interessierten. »Wir haben über erneuer-
bare Energien, Gebäudesystemtechnik und Elektromo-
bilität gesprochen. Aber ich habe auch die Grundlagen
der E-Technik sowie Ausbildungsinhalte vorgestellt, und
mir war es besonders wichtig, die jungen Leute zu Wort
kommen zu lassen. Es interessierte mich, was schulisch
aktuell läuft. Es zeigte sich: Themen der Physik werden
derzeit nicht hinreichend vermittelt, auch andere Lehr-
inhalte bleiben auf der Strecke«, so Kramer.
P R Ä SEN Z I S T W I C H T I G
Auch in den letzten Jahren beteiligte sich der Handwerks-
betrieb am Zukunftstag und mietete extra einen Bus, um
Foto: © GlamourEffekt - www.glamoureffekt.de
nach Berlin zu fahren und Baustellen zu besuchen. »Wir
sind mit dem Außenaufzug in die 17. Etage in einen Roh-
bau gefahren, an dem wir arbeiteten. Dabei konnten die
Jugendlichen sehen, wie das Bauwerk entsteht, und wir
konnten den beruflichen Alltag erlebbar machen«, sagt
Kramer, die im Betrieb für Personal, Öffentlichkeitsarbeit
und Organisation der Ausbildung zuständig ist.
Text: Katja Wolf — Ihr Fazit: »Man kann nicht alles digital machen. Wir hatten
ein Hygienekonzept erstellt, aber fünf Tage vor dem Event
I
mussten wir doch umplanen. Zwei Teilnehmer konnten
n erster Linie wollten wir Schülerinnen und Schüler aufgrund technischer Probleme unserer Zoom-Konferenz
für die Elektro-Technik begeistern«, begründet Antje nicht folgen. Das war echt schade.«
Kramer ihr Engagement beim Zukunftstag, bei dem »Wir behandeln
jedes Jahr Schülerinnen und Schüler aus Brandenburg bei unsere Kinder im Überhaupt sorgt sich die Unternehmerin um
verschiedenen Organisationen und Betrieben einen Ein- die aktuelle Schulbildung. »Wir behandeln
Distanzunterricht
blick in den Beruf bekommen können. Aktuell können im unsere Kinder im Distanzunterricht so, als
Betrieb Praktika stattfinden. Und auch für den Herbst so, als wären wären sie Studierende. Da kommen viele
liegen dem Betrieb, der heute 32 Mitarbeiter beschäftigt sie Studierende.« nicht mit«, sagt die Geschäftsfrau und Mut-
und vorwiegend für Gewerbekunden und im öffentlichen Antje Kramer ter. Distanzunterricht in den Schulen, wie er
Bereich tätig ist, bereits Bewerbungen vor. aktuell laufe, könne kaum Bildung vermitteln.
Mit dem Engagement des Oberstufenzentrums in Teltow,
V IER JU G END L I C HE IM C H A T das ihre beiden Auszubildenden besuchen, ist sie sehr
Trotzdem bereitete sich Antje Kramer intensiv auf diese zufrieden. Dennoch reiche dieser Unterricht nicht. Der
Veranstaltung vor – zunächst als Präsenzveranstaltung, Betrieb beschult seine beiden Auszubildenden zusätzlich
und als klar wurde, dass vor Ort überhaupt nichts geht, als an zwei Tagen die Woche vom Betrieb aus.
S 10 DHB 05.2021 www.hwk-potsdam.deK O S T E N F R E I E V E R A N S T A LT U N G E N F Ü R H A N D W E R K S B E T R I E B E
AUSBILDERWORKSHOPS Unterstützung in der Ausbildung ONLINE-SEMINARREIHE
18. Juni, 9 bis 11 Uhr, Online-Veranstaltung
Berufsbildungsrecht von A-Z Online-Präsenz für Handwerksbetriebe:
31. Mai, 13 bis 17 Uhr Hier geht es um (finanzielle) Unterstützungs- So stärken Sie Ihr Image mit einem
Handwerkskammer Potsdam/ möglichkeiten für Azubis und Werkzeuge für wirksamen Außenauftritt
Bildungs- und Innovationscampus die Ausbildungsbetriebe zu verschiedensten 17. Juni, 9.30 Uhr, Online-Veranstaltung
Handwerk (BIH) Götz, Am Mühlenberg 15 Problemlagen der Azubis: Unterstützung in
Kaufverhalten und Angebotssuche werden
14550 Groß Kreutz (Havel) der Fachtheorie, Finanzierung von Fahrtwe-
oftmals durch Internetrecherche oder den
gen, Auslandsaufenthalten, persönliche Pro-
In diesem Workshop werden Rechte und Online-Shop beeinflusst. Die Corona-Krise
bleme wie Liebeskummer oder Drogen, regel-
Pflichten von Ausbildungsbetrieben und fordert von allen mehr denn je, den Weg der
mäßige Verspätungen, Schwierigkeiten mit
Azubis besprochen. Schwerpunkte sind die Digitalisierung zu gehen. Hier unterstützen
der »echten Arbeitswelt« …
rechtlichen Grundlagen der Berufsausbil- wir. Ziel ist es, für Kunden weiterhin sichtbar
dung. Es geht um Ausbildungsordnung, Pro- ↘ Ansprechpartnerin: zu bleiben und gleichzeitig Kontakte digital
bezeit, Arbeitszeit, minderjährige Azubis, Silvana Kathmann, Tel.: 0331 3703-138 zu pflegen sowie zusätzlich Beratung im In-
Berichtsheft, ÜLU und Schulbesuch. Prüfun- silvana.kathmann@hwkpotsdam.de ternet professionell anzubieten. Sie können
gen, Abmahnungen, Kündigung, Zeugnisse. sich aktiv mit Ihren Erfahrungen beteiligen,
RENTENBERATUNG FÜR es ist eine spezielle Fragerunde eingeplant.
Mit Plan durch die Ausbildung HANDWERKER ↘ Ansprechpartnerin:
8. Juni, 9 bis 13 Uhr Maria Baumann-Wilke
7. Juni, 10 Uhr
Handwerkskammer Potsdam/ Tel.: 033207/34-203
Kreishandwerkerschaft Ostprignitz-Ruppin
Bildungs- und Innovationscampus maria.baumann-wilke@hwkpotsdam.de
Karl-Gustav-Straße 4, 16816 Neuruppin
Handwerk (BIH) Götz, Am Mühlenberg 15
14550 Groß Kreutz (Havel) Die Kreishandwerkerschaft informiert im
Einzelgespräch und beantwortet individuelle AZUBI-WORKSHOP
Was kommt auf Betriebe und Azubis zu? Hier
Fragen. Die Beratung für Handwerker zur Fit für die Prüfung
gibt es neben Tipps und Anregungen für ei-
Rentenkontenklärung erfolgt durch Jörg Sto- (für Azubis aller Lehrjahre)
nen erfolgreichen Start in die Ausbildung
bel, Versicherungsberater der Deutschen 17. Juni, 9 bis 15 Uhr
auch Materialien und Empfehlungen für die
Rentenversicherung (Bund). Handwerkskammer Potsdam/Bildungs- und
Strukturierung der Lehre. Es geht darum, wie
Jugendliche ticken, um den betrieblichen ↘ Ansprechpartnerin: Innovationscampus Handwerk (BIH) Götz
Ausbildungsplan, Probezeit, Ausbildungs- Bianka Soost, Tel.: 03391/821-800 Am Mühlenberg 15, 14550 Groß Kreutz (Havel)
nachweis, Prüfungen, die Rolle als Ausbilder, bianka-soost@ Prüfungen gehören zur Ausbildung! Viele
Berufsschule und ÜLU-Stätten und Unter- kreishandwerkerschaft-opr.de Azubis tun sich allerdings schwer. Dieser
stützungsleistungen. Workshop für Azubis ist keine berufsspezifi-
↘ Ansprechpartnerin: SEMINARREIHE HANDWERK sche Prüfungsvorbereitung, sondern bein-
Silvana Kathmann, Tel.: 0331/3703-138 haltet wichtige Informationen zum Ablauf von
Neues Gesetz zur Fachkräfteeinwanderung Prüfungen, Tipps zum Überlisten des »inne-
silvana.kathmann@hwkpotsdam.de
— was ist zu Corona-Zeiten möglich? ren Schweinehundes« und dem Umgang mit
21. Juni, 10 bis 12 Uhr, Online-Veranstaltung Prüfungsangst sowie Strategien zur individu-
ONLINE-AUSBILDER- ellen Vorbereitung und Lernstrategien.
Um ein Grundverständnis der TeilnehmerIn-
WORKSHOPS
nen zu schaffen, wird das Fachkräfteeinwan- ↘ Ansprechpartnerin:
Ausbildung jetzt? Erst recht! derungsgesetz (FEG) erklärt sowie die not- Silvana Kathmann, Tel.: 0331/3703-138
4. Juni, 9 bis 11 Uhr, Online-Veranstaltung wendigen Verfahrensschritte des normalen silvana.kathmann@hwkpotsdam.de
und des beschleunigten Verfahrens darge-
Wie kann ich meine Ausbildung besonders in
stellt. Anhand von Fallbeispielen werden die
diesen Zeiten gut strukturieren? Was läuft
wichtigsten Paragraphen praxisnah erläutert. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen und sich weiter
gut, was ist derzeit schwierig? Wie halte ich verändernder politischer Rahmenbedingungen informieren
In der anschließenden Diskussionsrunde
meinen Azubi in der Ausbildung? Zu diesen Sie sich bitte insbesondere für Präsenztermine auf
können individuelle Fragen gestellt werden. unserer Internetseite, ob die Veranstaltung stattfindet:
und anderen Fragen wollen wir informieren,
in den Austausch kommen und Unterstüt- ↘ Ansprechpartnerin: hwkpotsdam.de/termine
Bitte melden Sie sich für die Veranstaltungen an. Die Plätze
zungsmöglichkeiten durch die Handwerks- Dagmar Grüner, Tel.: 0331/3703-300 sind begrenzt. Die Veranstaltungen sind für Mitglieds-
kammer Potsdam aufzeigen. dagmar.gruener@hwkpotsdam.de unternehmen der Handwerkskammer Potsdam kostenfrei.
DHB 05.2021 www.hwk-potsdam.de S 11Elektromobilität: Branchen-
übergreifendes Thema im Handwerk
P O T SDA M-MI T T EL M A RK / T ELT OW-FL Ä MING : 19.6 7 2 L A DES ÄUL EN V ER Z EICHNE T E
DIE BUNDESNE T Z AGEN T UR A NFA NG A P RIL DIESES J A HRES FÜR G A NZ DEU T S CHL A ND.
BR A NDENBURG GEHÖR T MI T 410 L A DES ÄUL EN IM G A NZEN L A ND MI T Z U DEN
S CHL USSL ICH T ERN. DA MI T DIE EL EK T ROMOBIL I TÄT AUCH BEI DIESEM T HEM A A N FA HR T
AUFNIMM T, BR AUCH T ES QU A L IFIZ IER T E H A NDW ER K ER , DIE DA S T HEM A UMSE T Z EN.
Text: Katja Wolf / Ines Weitermann —
Foto: © Schich
D och spielen bei der Elektromobilität nicht nur
technische, sondern auch rechtliche Fragen
sowie Fördermittel eine wichtige Rolle, weiß
Diplom-Ingenieur Ernst-Peter Jeremias. Gemeinsam mit
dem Bildungs- und Innovationscampus Handwerk in Götz
konzipierte der Diplom-Ingenieur deshalb eine Weiter-
bildung zum Thema Elektromobilität für das regionale
Handwerk. Das Interesse war so groß, dass gleich die
ersten beiden Kurse ausgebucht waren. Neben Kfz- und
Elektrobetrieben nahmen auch Akteure aus der Verkehrs-
branche und der Wohnungswirtschaft teil. Im Herbst folgt
ein weiterer.
»Die Herausfor- NE UE G E S C H Ä F T SF EL DER ER S C HL IE S SEN
derungen für »Die Zulassungszahlen bei E-Autos steigen aktu-
ell deutlich. Das liegt zum einen an der größeren
uns liegen nicht
Vielfalt der Fahrzeuge, auch bei den Nutzfahr-
in der Technik, zeugen, und der attraktiven Förderung. So gibt
sondern bei den es aktuell über das Bundesamt für Wirtschaft
rechtlichen und Ausfuhrkontrolle BAFA bis zu 9.000 Euro
Zuschuss bei Kauf eines Elektrofahrzeuges. Auf
Grundlagen und
der anderen Seite haben Hersteller wie VW ihre
der Abrechnung.« Zurückhaltung aufgegeben und treiben den Ab-
Marcus Schich, Elektrotechnikermeister satz voran«, so Jeremias. Auch für den Aufbau
der Ladeinfrastruktur gibt es Zuschüsse. Bis 2030
sollen nach Plänen des Bundes zehn Millionen elektrische
Kraftfahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs und ei-
ne Million öffentlich zugängliche Ladesäulen in Betrieb
sein. »Das ist ein ambitioniertes Ziel, für das es zualler-
erst qualifiziertes Personal braucht, diese zu installieren,
in Betrieb zu nehmen und entsprechend für die richtigen
Abrechnungsmodi zu sorgen. Mit dem neuen Weiterbil-
S 12 DHB 05.2021 www.hwk-potsdam.deKammerreport
DHB 05.2021
dungsangebot bieten wir den Interessenten an, diese seinen Betrieb 2019 gründete. »Die Herausforderungen für
fundierten Kenntnisse zu erwerben und sich damit auch uns liegen nicht in der Technik, sondern bei den rechtlichen
neue Geschäftsfelder erschließen zu können«, erläutert Grundlagen und der Abrechnung. Wir würden gern in die
der Leiter des Bildungscampus, Tilo Jänsch, das Angebot. Liste der KfW-Förderung aufgenommen werden. Um hier
sattelfest zu sein, besuchte ich auch den Kurs in Götz«, er-
Ernst-Peter Jeremias unterstreicht, dass »das The- klärt Schich. Eine erste Ladesäule habe der Betrieb bereits
ma dezentrale Energieversorgung, beispielsweise produziert und für den Eigenbedarf aufgestellt.
über Photovoltaikanlagen, in den kommenden Jah-
ren an Fahrt aufnehmen wird. Für die Wirtschaft Die Handwerkskammer Potsdam berät zum Thema Elek-
wird dies in ganz unterschiedlicher Form eine tromobilität und bietet Weiterbildungen an.
Foto: ©Fotoschlick - stock.adobe.com
Herausforderung. Mit dem Kurs bietet die Hand-
werkskammer einen Einstieg in das Thema an.«
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Elektrotechnikermeister Marcus Schich will sich sven.ellinger@hwkpotsdam.de
mit dem Thema Elektromobilität ein weiteres
Weiterbildung »Praxisseminar
Standbein für seinen noch jungen Betrieb auf-
Elektromobilität und Infrastruktur«
bauen. »Wir bauen Schaltanlagen und Schalt-
Christine Zeidler, Tel.: 033207/34-231
schränke und möchten gern eigene Ladesäulen
christine.zeidler@hwkpotsdam.de
entwickeln und für Geschäftskunden aufbauen«,
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und § 1 Arbeitnehmerinnen
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(gemäß Teilzeit- und Befristungsgesetz – TzBfG)
© Tyler Olson – stock.adobe.com
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und Herrn/Frau geb. am
vollständige Anschrift
Auflage 2020: Um
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mit Arbeitnehmern im Handwerk § 1 Inhalt, Beginn und Ende des Arbeitsverhältnisses
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Bitte anhand der
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S 16 DHB 05.2021 PolitikPolitik
DHB 05.2021
W erden bald intelligente Roboter selbst-
ständig defekte Wasserleitungen re-
parieren oder historische Fachwerk-
häuser restaurieren? »Wohl nicht in nächster Zeit«, ist
Philipp Hartmann überzeugt, der an der Technischen
wird es auch zukünftig Arbeitsschritte geben, die selbst-
verständlich von einer KI erledigt werden.«
Klar ist aber auch: KI ist kein Wundermittel und keine
»schwarze Kiste«, die automatisch alle Probleme löst.
Universität München (TUM) zu den Wettbewerbsfakto- Sie ist immer nur ein Werkzeug – je nach Anwendungsfall
ren beim Einsatz von künstlicher Intelligenz promoviert jedoch ein sehr mächtiges. Allerdings müssen auch die
hat. Dennoch sollte das Handwerk die Augen offenhalten, Voraussetzungen geschaffen werden. Typischerweise ist
denn immer mehr KI-Anwendungen werden auch für das eine Digitalisierung der Prozesse die Voraussetzung, dass
Handwerk relevant und können helfen, die zentralen He- auch komplexere KI-Methoden verwendet werden können.
rausforderungen –Mangel an geschultem Personal und
immer weiter steigende Anforderungen durch technischen Macht sich ein Handwerksbetrieb auf den Weg, KI einzu-
Fortschritt – zu bewältigen. setzen, sollte im besten Fall ein Verantwortlicher gefun-
den werden, der die Entwicklung und Implementierung
Als erstes ist es wichtig zu verstehen, dass KI keine vorantreibt. Im ersten Schritt sollte sich derjenige mit
Science-Fiction ist – vermutlich nutzen schon heute die den Grundlagen von KI vertraut machen. Dafür gibt es
meisten Handwerker auf die eine oder andere Weise ei- inzwischen eine Vielzahl sehr guter Onlinekurse, wie
ne »künstliche« Intelligenz: Wer seine Route durch den etwa »The Elements of AI«. »Diese Person ist idealer-
Feierabendverkehr plant, weise im gesamten Betrieb sehr gut vernetzt und ver-
»Fangen Sie heute eine Nachricht in sein Smart- steht die Kernprozesse«, sagt Philipp Hartmann. Mit
phone diktiert oder seine E- den folgenden Fragen sollte sich der KI-Verantwortliche
an, über die
Mails automatisch klassifi- beschäftigen:
Möglichkeiten von zieren lässt – hinter all diesen
KI nachzudenken, Anwendungen stecken schon - Welche Prozesse laufen nicht rund?
dann werden Sie heute lernende Systeme oder - Welche Prozesse werden eher aus Tradition
»künstliche Intelligenz«. so geführt, wie sie sind?
morgen nicht vom
- Welche Prozesse sind von zentraler Bedeutung
Wettbewerb Darüber hinaus gibt es aber für das Kerngeschäft?
überrascht.« auch viele Anwendungs- - Gibt es die Möglichkeit, Daten rund
Philipp Hartmann, Applied AI möglichkeiten, die spezifi- um diese Prozesse zu sammeln?
sche Herausforderungen im
Handwerk adressieren. Dazu zählt Hartmann die Planung Die wenigsten Handwerksbetriebe dürften einen KI-
von Aufträgen und die Materialbeschaffung. Außerdem Experten in ihren Reihen haben. Müssen sie auch nicht,
können KI-basierte Tools mögliche Kollisionen, Verzö- meint Philipp Hartmann. Schließlich gebe es auch bereits
gerungen und Änderungen erkennen. Auf einer Baustelle fertige Lösungen, etwa für die vorausschauende Wartung
können zum Beispiel Bildaufnahmen von Drohnen durch von Maschinen oder für den Kundendialog via Chatbots.
eine KI automatisch analysiert und so mögliche Fehler/ Eine Übersicht von KI-Anwendungen bietet etwa die Platt-
Abweichungen vom ursprünglichen Bauplan während der form »Lernende Systeme«.
Bauphase erkannt werden. Auch der Einsatz von Robotern
in der Werkstatt ist mit KI verbunden. Ebenfalls schon Zurzeit arbeitet Applied AI eher mit großen Unternehmen
heute möglich: der Einsatz von KI in der Datenverarbei- zusammen. Philipp Hartmann und sein Team möchten je-
tung. »Viele langwierige Arbeitsschritte wie das Erstellen doch auch das Handwerk und den Mittelstand von Beginn
von Angeboten oder auch Teile der Buchhaltung können an mitnehmen. Schließlich habe Künstliche Intelligenz
KI-gestützte Programme übernehmen und so Mitarbeiter das Potenzial, ganze Branchen und Geschäftsmodelle
effektiv entlasten«. grundlegend zu revolutionieren. »Fangen Sie heute an,
über die Möglichkeiten nachzudenken, dann werden Sie
Philipp Hartmann ist überzeugt davon, dass KI als neues morgen nicht vom Wettbewerb überrascht«, appelliert der
»Werkzeug« letztlich alte Arbeitsschritte ablösen wird, Director of AI Strategy an die Handwerksbetriebe.
ähnlich wie es die Elektrizität vor über 100 Jahren gemacht
hat: »So wie der Schreiner heute in der Regel seine elekt- elementsofai.de
rische Hobelmaschine nutzt, um Holz abzurichten, und nur plattform-lernende-systeme.de
in Ausnahmefällen einen mechanischen Hobel verwendet, appliedai.de
DHB 05.2021 Politik S 17Konsortium entwickelt
KI-Module für die Landwirtschaft
DAS FO R S CHU NGS PR O JEKT A GRI-GA IA WILL K I FÜR DIE LA NDWIRTSCHA FT NUTZBAR E R
M A CHEN. HER ST EL L ER U ND BESITZER VON LA NDMASCHINEN KÖ NNTEN DATEN VO N
S PEZIEL L FÜ R IHR E ZW EC KE ENTWICK ELTEN K I-MODULEN A NA LYSIEREN LASSEN .
Foto: © iStock / AndreyPopov
Text: Bernd Lorenz_
K ünstliche Intelligenz (KI) ist ein weites Feld.
Sie umfasst viele unterschiedliche Verfahren
zur Verarbeitung unsicherer und unvollständi-
ger Daten, zum Beispiel Lernverfahren. KI-Anwendungen
können etwa dazu beitragen, Texte zu verstehen oder Bil-
liche neuronale Netze seien dort bereits vorinstalliert,
lägen aber nur als Code vor. »Ihnen fehlt noch die spe-
zifische Anwendung«, so der Leiter des Forschungsbe-
reichs Planbasierte Robotersteuerung am Deutschen
Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI).
der zu erkennen. Die dazu notwendigen Software-Module
sind vielfach frei verfügbar. »Google TensorFlow enthält Für die Landwirtschaft gibt es nun einen solchen konkre-
einen Katalog solcher Lernmodule«, führt Professor Dr. ten Anwendungsfall mit dem Projekt »Agri-Gaia«. Das
Joachim Hertzberg als Beispiel an. Verfahren wie Künst- Bundeswirtschaftsministerium fördert das zu entwickeln-
S 18 DHB 05.2021 PolitikPolitik
DHB 05.2021
Jeder Landwirt weiß, wie Unkraut aussieht. Es ließe sich
von Maschinen, die über KI gesteuert werden, gezielt
entfernen. »Man kann Lernverfahren so trainieren, dass
sie Pflanzen wie Ackerfuchsschwanz erkennen«, sagt der
Wissenschaftler, der neben seinem Forschungsbereich
am DFKI auch die Forschungsgruppe »Wissensbasierte
Systeme« an der Universität Osnabrück leitet. Ein Trai-
ningsmittel sind Fotos. Je hochwertiger und zahlreicher
DAT E N I N F R AST R U K T U R G A I A - X sie vorliegen, desto mehr lernt beispielsweise ein neuro-
nales Netz einen Ackerfuchsschwanz zu erkennen und ihn
Das Forschungsprojekt Agri-Gaia ist Teil eines von anderen Pflanzen zu unterscheiden.
größeren Ganzen, quasi eine Nische im Ökosystem
der europäischen Dateninfrastruktur Gaia-X. Darin Jeder KI-Entwickler weiß, wie »Ein Lohnunternehmer
sollen dem Bundeswirtschaftsministerium zufolge solche Module für KI-Lernver- könnte den riesigen
»Daten und Dienste verfügbar gemacht, zu- fahren gestaltet werden. Aller-
Datensatz seiner
sammengeführt und vertrauensvoll geteilt werden dings mangelt es ihnen oft an
können«. Das Konzept stelle den akuten Bedarf und landwirtschaftlichem Know- Mähdrescherflotte
Mehrwert für die Anwender in den Fokus, was how. Diese Lücke soll Agri-Gaia mittels eines
Bedarfsbeispiele (sogenannte Use Cases) illustrie- schließen helfen, indem die Datenanalyseverfahrens
ren. Diese Use Cases werden innerhalb einzelner Konsortialpartner – darunter
so auswerten lassen,
Projekte wie Agri-Gaia erarbeitet. »Alle KI-Module Softwarehäuser und die beiden
stehen auf Gaia-X zur Verfügung, damit sich Hochschulen in Osnabrück – Re- dass er die Parameter
Entwickler oder Nutzer anschauen können, wie sie ferenz-Anwendungen vorgeben, der Maschinen besser
funktionieren«, verdeutlicht Professor Dr. Joachim an denen sich KI-Experten, die einstellen kann.«
Hertzberg. Auch der Marktplatz soll dort zu finden Software-Module für die Land- Professor Dr. Joachim Hertzberg, DFKI
sein. Gaia-X wird benötigt, damit Europa dauerhaft wirtschaft schreiben wollen,
und unabhängig von den Cloud-Angeboten orientieren können. »Es werden
außereuropäischer Anbieter digital souverän Algorithmen entwickelt, um Daten aus landwirtschaftlichen
agieren kann (Datensouveränität), innerhalb der Prozessen auswerten zu können«, so Professor Hertzberg.
Dateninfrastruktur vertrauensvoll, sicher und
transparent Daten ausgetauscht und verarbeitet Zum Einsatz kommen bereits frei verfügbare Informa-
werden können (Datenverfügbarkeit) sowie inno- tionen wie Wetter- und Geo-Daten sowie Datensätze
vative Produkte geschaffen werden, die Unter- von Maschinen aus anderen Forschungsprojekten. Doch
nehmen und Geschäftsmodelle aus Europa heraus auch aus der Praxis dürften noch viele digitale Schätze
weltweit wettbewerbsfähig machen (Innovation). zu heben sein. Der Wissenschaftler denkt dabei etwa an
dfki.de den Maschinenpark eines Lohnunternehmers. »Er könnte
den riesigen Datensatz seiner Mähdrescherflotte mittels
eines Datenanalyseverfahrens so auswerten lassen, dass
er die Parameter der Maschinen besser einstellen kann.«
Ein Ziel des auf drei Jahre angelegten Forschungsprojekts
ist es, einen Marktplatz aufzubauen und zu betreiben. Auf
der Plattform von Agri-Gaia sollen die Software-Firmen
de KI-Ökosystem mit rund zwölf Millionen Euro. An der ihre für die Landwirtschaft entwickelten KI-Lösungen
Spitze des Konsortiums steht das DFKI. Zu den Partnern zur Datenauswertung anbieten können. Als Nutzer dieser
gehören namhafte Hersteller von Landmaschinen wie etwa Dienstleistung kommen vor allem kleine und mittelstän-
die Amazonen-Werke H. Dreyer GmbH & Co. KG, Claas E- dische Unternehmen aus der Agrarbranche infrage. Dazu
Systems GmbH, Josef Kotte Landtechnik GmbH und die Ma- gehören Landmaschinenhersteller, Landwirte oder Lohn-
schinenfabrik Bernard Krone GmbH & Co. KG. »Im Rahmen unternehmer. »Die Anbieter von KI-Modulen analysieren
von Agri-Gaia werden wir einen Methodenkasten von KI- deren Daten, aber sie bleiben bei demjenigen, der sie
Anwendungen aufbauen, die speziell auf die Landwirtschaft generiert hat«, erklärt Professor Hertzberg. Agri-Gaia sei
abgestimmt sind«, erklärt Professor Dr. Joachim Hertzberg. nicht der Versuch, eine neue Datenkrake zu erschaffen.
DHB 05.2021 Politik S 19Klimaanlagen in Serverräumen
vorausschauend warten
W E N N S E R VER R ÄU ME Ü BER HIT ZEN, DROHT DER VERLUST WICHTIGER DATEN. K ÜNSTLICH E
I N T E LLI G E N Z ER KENNT MIT ZEIT L IC HEM VORLA UF, OB SICH BEI DEN K LIMA A NLA GEN EIN E
STÖ R UN G A NKÜ NDIGT. DA MIT KÖNNEN SIE VORA USSCHA UENDER GEWA RTET WERDEN.
Text: Bernd Lorenz_ den, dass die Vorhersage möglichst zuverlässig ist. Die
KI-Software-Lösung von IS Predict erreiche eine Quote
D
von etwas mehr als 98 Prozent.
as ist schon eine beachtliche Hausnummer
– 9.000 Klimaanlagen verschiedener Herstel- Das Verfahren basiert auf Deep Learning. »Allerdings
ler, verschiedener Modelle und verschiedener arbeiten wir nicht mit neuronalen Netzen, sondern haben
Größen«, sagt Britta Hilt. Den Namen ihres Kunden kann ein eigenes ,predictive intelligence‘-Netz entwickelt,
die Geschäftsführerin des Saarbrücker Softwarehau- woraus eine erklärende KI entsteht«, erklärt Britta Hilt
ses IS Predict nicht nennen. Es handele sich um »einen den technischen Hintergrund. Um den Selbstlernalgorith-
großen Betreiber von IT-Service-Centern«. Dem ist es mus aufzubauen, der die Prognosen ermöglicht, werden
Durch die wichtig, dass die Kühlgeräte zuverlässig ihren Dienst Daten aus der Vergangenheit benötigt. Der Betreiber der
vorausschauende tun. »Server gehören zur kritischen Infrastruktur. Fallen IT-Service-Center etwa hat IS Predict zunächst zwischen
Wartung der sie wegen Überhitzung aus, können Daten verloren ge- zehn und 15 Datenpunkte von 100 bereits installierten
KI-Software hen. In vielen Branchen bedeutet das den Super-GAU«, Klimaanlagen bereitgestellt. Daraus lässt sich ein erstes
halten sich beschreibt Britta Hilt, die IS Predict vor zehn Jahren zu- Berechnungsmodell aufbauen. »Bevor die Nummern 9,
Nachtschichten sammen mit einem ehemaligen Kollegen von IDS Scheer 35 oder 86 ausgefallen sind, haben sich die Datenmuster
sowie sowie mit der Scheer Holding gegründet hat, das mög- verändert. Das merkt sich die KI und wendet das Gelernte
Feiertags- und liche IT-Horrorszenario. künftig an.«
Wochenenddienste
in Grenzen. Bislang laufe die Wartung der Geräte regelbasiert ab. Dieser Prozess wiederholt sich, bis die Vorhersagen möglichst
»Nach einer bestimmten Laufzeit inspizieren die Service- präzise sind. Danach wird die KI für eine größere Anzahl von
techniker die Klimaanlagen und tauschen gegebenenfalls Geräten getestet. In die Trainingsphase bezieht IS Predict die
Komponenten aus, die nach den Erfahrungen der Herstel- Fachleute der jeweiligen Kunden ein. »Bei den Klimaanlagen
ler bald ausfallen könnten.« Der Einsatz von Künstlicher suchen wir mit ihnen nach den Gründen, warum die Anomalie-
Intelligenz sorgt für einen »Paradigmenwechsel«. Die kennzahl bei zehn Ausfällen super anschlägt, aber beim elften
KI »hebt erst die Hand«, wenn sich wichtige Werte der oder zwölften Mal nicht«, führt Britta Hilt als Beispiel an. Mit
Klimaanlagen wie Druck, Temperatur und Ventilstellung dem eingebrachten Know-how der »Domänen-Experten«
allmählich zu einem außergewöhnlichen Muster verdich- verbessert sich die Genauigkeit der KI immer weiter.
ten. Dies wird als Anomaliekennzahl dargestellt.
A B END S EIN G E S T EL LT, M O RG EN S V ER F Ü G B A R
Als Vergleich für den KI-generierten Wert zieht Britta Seit Ende 2019 ist die »Predictive Intelligence«-Software
Hilt die Elektrokardiografie (EKG), die Änderungen der beim Betreiber der IT-Service-Center im Regelbetrieb. Die
elektrischen Spannung im Herzen sichtbar macht. »Je KI überwacht nun alle 9.000 Klimaanlagen. »Deren Daten
nachdem, wie stark die Anomaliekennzahl steigt, wird stellt der Kunde abends in seine Datenbank auf unserer
dem Operations Team signalisiert, dass die Anlage bei Cloud ein, die Analytics wertet sie in wenigen Minuten aus,
Gelegenheit oder dringend innerhalb der nächsten zwei so dass die Ergebnisse am nächsten Morgen bereitstehen.«
Wochen gewartet werden muss.« Wichtig sei dem Kun- Gemeldet werden nur die kritischen Fälle. Die Nachricht
S 20 DHB 05.2021 PolitikPolitik
DHB 05.2021
kann als einfache E-Mail verschickt, aber auch im System Dem Betreiber der IT-Service-Center hilft die voraus-
des Kunden als Instandhaltungsauftrag generiert werden. schauende Wartung durch die KI dabei, die Investiti-
onskosten zu senken. »Um die Kühlung der Serverräume
Der Faktor Zeit spiele im Falle der Serverräume eine eher sicherzustellen, musste als Backup immer noch eine wei-
untergeordnete Rolle. »Die Betreiber wollen rund zwei tere Klimaanlage vor Ort sein«, verdeutlicht Britta Hilt.
Wochen im Voraus wissen, wann sich ein Gerät auffällig Dies entfällt nun. Zudem sorgt die »Predictive Intelli-
verhält.« Eine Übermittlung der Daten sei aber auch im gence« dafür, dass sich die Laufzeit der Kompressoren
Bereich von Millisekunden »near realtime« möglich. Dies verlängert.
werde etwa für die Schweißroboter in der Automobilin-
dustrie gefordert, da die direkte Bandsteuerung davon A T T R A K T I V ER ER A R B EI T G EB ER
abhinge. Bei den Herstellern sei die KI auf deren Server Bei den Anwendungen von Industrie 4.0 gehe es aber nicht
oder deren privater Cloud abgelegt, so dass die Daten nur darum, Geld zu sparen und die Technik zu verbessern.
innerhalb der Firewall bleiben. Durch die vorausschauende Wartung der KI-Software
»Wichtig
ist dem
Kunden,
dass die
Vorhersage
möglichst
zuverlässig
ist. Die KI-
Software
von IS
Predict
erreicht
eine Quote
von etwas
mehr als 98
Foto: © Sattachit Phochanasrichai/123RF.com
Prozent.«
Britta Hilt, IS Predict
Datenserver gehören in vielen Unternehmen zur
kritischen Infrastruktur. Die Räume, in denen sie
stehen, werden von Klimaanlagen gekühlt. Die KI- halten sich Nachtschichten sowie Feiertags- und Wo-
Software von IS Predict soll voraussagen, wann ein
Gerät gewartet werden muss. chenenddienste in Grenzen. »Überall herrscht Fachkräf-
temangel«, so Britta Hilt. »Qualifizierte Fachkräfte dürf-
ten Arbeitgeber bevorzugen, bei denen sie neben einem
angemessenen Einkommen, einem guten Arbeitsumfeld
und räumlicher Nähe zum eigenen Wohnort auch famili-
enverträgliche Arbeitszeiten vorfinden.«
DHB 05.2021 Politik S 21Sie können auch lesen