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Unsere Wirtschaft                                                             Ausgabe 1-2/2018

Region                        Region                             Region

Vision: Coburg als mögliche   Unternehmer Wolfgang Schulze       Konjunktur: Heimische Wirtschaft
„Digitale Freiheitszone“      mit Staatsmedaille ausgezeichnet   stark ins neue Jahr gestartet

                                               Datenschutz: Ab Mai
                                               drohen neue Bußgelder
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2 Inhalt

   Region
   Coburger Ausnahme-Unternehmer Michael                 6
   Stoschek vollendete 70. Lebensjahr
   Brose will in Coburg innerhalb von drei Jahren        7
   weitere 180 Millionen Euro investieren
   Freistaat Bayern zeichnete Rödentaler Möbel-          8
   händler Wolfgang Schulze mit Staatsmedaille aus
   Kunststoffspezialist Gaudlitz schließt                9
   transatlantische Kooperationsvereinbarung

   Standortpolitik
   Technologietransferzentrum Automotive Coburg         10
   will Kraftstoffforschung fortsetzen

   Spezial
   IHK-Konjunkturbericht zum Jahresbeginn:              11
   Heimische Wirtschaft legt erneut weiter zu

   Aus- und Weiterbildung
   Habermaass (Bad Rodach) hat zum 10. Mal einen        14
   Jahrgangsbesten auf nationaler Ebene ausgebildet
                                                             16 IHK-Pilotprojekt auf Wunsch von Unternehmen erweitert
   Förderung des Freistaates Bayern erleichtert         15
   Mittelständlern, Weiterbildungschancen zu nutzen          Zusätzliche Berufsausbildungen bei „1+3“
   Sonderthema: lT und Büroorganisation
                                                             Im Rahmen des öffentlich geförderten      ten Fachkräftebedarfs in diesen Berufen
   IHK-Informationsveranstaltung zu den neuen           17
   Datenschutzauflagen am 21. Februar 2018                   IHK-Pilotprojekts „1+3“ können junge      angeregt. Zum Start der entsprechen-
   Bußgeld droht: Landesamt für Datenschutz kündigt     18   Flüchtlinge jetzt auch zu Fachlageris-    den „1+3“-Modellklasse werden 12 ge-
   Überprüfung kommerzieller Websites an                     ten und Fachkräften für Lagerlogistik     eignete Teilnehmer benötigt, mit denen
   ERP-Systeme sollen Unternehmen schneller,            19   ausgebildet werden. Dies hatten Unter-    Unternehmen Ausbildungsverträge ab-
   effizienter und schlagkräftiger machen                    nehmen vor dem Hintergrund des aku-       schließen müssen.
   Existenzgründung und Unternehmensförderung
   Online-Datenbank für Start-ups und Investoren        22
   soll Förderprogramm „INVEST“ beschleunigen                23 Zukunft.Coburg.Digital startet neuen Service

   Innovation und Umwelt                                     Informationen im Vorübergehen direkt aufs Smartphone
   Förderrichtlinien für Energieberatung: weniger       24
   Geld - jedoch mehr Möglichkeiten                          Mithilfe stationärer Bluetooth-Senso-
   Intel hat Mühe, schwerwiegende Sicherheitslücke      25   ren, sogenannten „Beacons“, können in
   in Computerprozessoren zu stopfen                         Coburg ab sofort Informationen direkt
                                                             auf die Smartphones vorübergehen-
   Wirtschaftsjunioren                                       der Passanten gesendet werden, sofern
   Landesverband erklärt Coburger Dr. Florian Bertges 26
   durch offizielle Auszeichnung zum „Mittelstandshelden“
                                                             diese eine entprechende App installiert
                                                             und aktiviert haben. Der zunächst tou-
   International                                             ristisch genutzte neue Service ist auch
   Im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht sind auch         27   für Unternehmen interessant.
   2018 eine Reihe von Änderungen zu beachten

   Recht
   EuGH: Hersteller von Luxuswaren dürfen Vertrags-     28   4 MdB Sattelberger will Umfeld für Hightech-Gründungen verbessern
   händlern bestimmte Verkaufsplattformen verbieten
                                                             Erstmals „Dinner Speech“ bei der IHK zu Coburg
   Landesarbeitsgericht definiert Ausnahmen für         29
   geschlechtsspezifische Personalsuche im Handel
                                                                                                       In der ersten „Dinner Speech“ bei der IHK
   Experten für neues Versicherungsvertriebsrecht       30
   in IHK-Verstaltung gefragte Ansprechpartner                                                         zu Coburg hat der Bundestagsabgeord-
                                                                                                       nete Dr. h. c. Thomas Sattelberger seine
   Bekanntmachungen                                                                                    Vorschläge erläutert, wie auch Coburg
   Beitragsordnung der IHK zu Coburg                    32                                             die digitale Transformation von Wirt-
   Gebührenordnung der IHK zu Coburg                    35                                             schaft und Gesellschaft zu ihrem Vorteil
   Nachtragswirtschaftssatzung 2017 der IHK zu Coburg   36                                             gestalten könnte. Sattelberger plädiert
   Wirtschaftssatzung 2018 der IHK zu Coburg            36                                             für besonders geförderte „Digitale Frei-
                                                                                                       heitszonen“.

 Unsere Wirtschaft 1-2/2018
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Editorial 3

                      An der Zeit:
                      – Entlastungen für Innovationen! –
                      „Rekord“ ist derzeit ein viel benutztes Wort,   Einen hoch interessanten Ansatz hat der ehemalige Vorstand in
                       um die wirtschaftliche Lage zu beschreiben:    diversen Dax-Unternehmen, der jetzige Bundestagsabgeordnete
 Rekord-Steuereinnahmen, -Beschäftigung, -Exportgeschäft,             Thomas Sattelberger, in seinem Vortrag im Anschluss an unsere
-Überschuss etc.                                                      IHK-Vollversammlung vorgestellt (Bericht auf Seiten 4 und 5).
 Tatsächlich befinden wir uns aktuell in einer Position der wirt-     Er spricht sich für „digitale Freiheitszonen“ aus, mit besonders
 schaftlichen Stärke, was allerdings zugleich die Gefahr von „Wei-    günstigen Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit von
 ter so“ mit sich bringt – während die rasante Entwicklung auf        Start-ups mit etablierten Firmen und projektbezogene Gemein-
 den Märkten ständig neue Fakten schafft. Zu berücksichtigen          schafts-Forschung von Hochschulen und Unternehmen, um Di-
 ist auch, dass unsere gegenwärtige Prosperität vor allem auf         gitalisierungsprozesse motivierend voranzubringen.
 zyklisch schwankenden Faktoren basiert: wie z.B. verbesserte
 Unternehmenserträge, niedrige Leitzinsen, gute Arbeitsmarkt-         Der Wirtschaftsraum Coburg mit innovativen Unternehmern,
 entwicklung – wofür es leider keine langfristigen Garantien          der Hochschule, dem Fraunhofer-Anwendungszentrum, unse-
 gibt. Deshalb brauchen wir wettbewerbsfähige Rahmenbedin-            rem Technologietransferzentrum TAC und Gründungsinitiati-
 gungen, auf die wir langfristig zuverlässig bauen können, da-        ven wie dem Netzwerk „Zukunft.Coburg.Digital“ bietet sich mit
 mit beispielsweise auch unsere exportorientierten Coburger           idealen Bedingungen als Pilotregion für eine „digitale Freiheits-
 Unternehmen weiterhin zu sprudelnden Steuerquellen und               zone“ geradezu an. „Wir werden nacharbeiten!“
 Wohlstand beitragen können, Investitionen tätigen, Arbeits-
 plätze erhalten und neue schaffen können.                            Um es klar herauszustellen: Für unseren derzeit starken Coburger
                                                                      Wirtschaftsstandort – wie für Oberfranken generell – kommt es
Es herrscht in der Tat Handlungsbedarf angesichts von Themen,         jetzt darauf an, mit strategischem Weitblick über Innovations-
wie Demographiewandel, Fachkräftesicherung, Digitalisierung,          projekte die Zukunftsfähigkeit zu festigen. Demgegenüber sind
Mobilität, internationaler Protektionismus und Steuerwettbewerb.      konsumbasierte Ausgabenambitionen der designierten Koali-
Die Verkündung der designierten Koalitionäre, auf Steuererhö-         tionäre – wie Einführung einer Grundrente, Stabilisierung des
hungen zu verzichten, ist nach einer Legislaturperiode mit kos-       Rentenniveaus auf 48 % etc. – Wegweiser in die falsche Rich-
tenzehrenden, sozialpolitischen Projekten schlichtweg zu wenig.       tung. Solche Wohltaten sind kostspielig, reißen Löcher in den
Uns geht es gar nicht um Steuergeschenke, sondern um Chan-            Haushalt und müssen bei der nächsten Rezession wieder über
cengleichheit. Entlastungen unserer Firmen sind dringend ge-          Zuschüsse oder steigende Beiträge finanziert werden.
boten, beispielsweise über bessere Abschreibungsmöglichkeiten,
wettbewerbsgerechte Ertragssteuersätze, Belohnung von For-            Umdenken ist dringend angezeigt, die Rückbesinnung auf
schung und Entwicklung oder auch Senkung der EEG-Umlage.              alte Zeiten ist aufzugeben, Politik muss sich ernsthaft und
Stattdessen lassen die bislang bekannt gewordenen Sondie-             sachorientiert mit den Themen unserer Tage und der Zukunft
rungsergebnisse kontraproduktiv Mehrbelastungen bei Lohn-             beschäftigen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Bereit-
zusatzkosten erwarten. Erschwerend kommt außerdem hinzu,              schaft dazu derzeit kaum zu erkennen ist, wo es uns doch so
dass die Senkung der Unternehmenssteuern in den USA, Groß-            gut geht, mit Rekord-Steuereinnahmen, -Beschäftigung, -Ex-
britannien und Frankreich unsere Wirtschaft im internationa-          portgeschäft, -Überschuss etc.
len Wettbewerb enorm herausfordern wird.
                                                                      Es wäre schön, wenn ich eines Besseren belehrt würde.
Es gilt deshalb umso mehr, den gegenwärtig üppigen finanziel-
len Spielraum für Entlastungen zugunsten von Innovationen             Ihr
und Modernisierung zu nutzen. Und zur nachhaltigen Siche-
rung der Wettbewerbsfähigkeit unseres Standortes sind eben
auch politische Visionen und Mut erforderlich.                        Friedrich Herdan, Präsident

                                                                                                               Unsere Wirtschaft 1-2/2018
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4 Titelthema

               Thomas Sattelberger und IHK-Präsident Friedrich Herdan sind sich einig, dass das Verständnis von Digitalisierung in der Wirtschaft nicht auf
               „Industrie 4.0“-Fabriken beschränkt sein darf.

 VISION MIT POTENZIAL:
      COBURG ALS „DIGITALE FREIHEITSZONE“
               Im Anschluss an die IHK-Vollversammlung ging es um die Digitalisierung
               von Wirtschaft und Gesellschaft

               Mit einem Veranstaltungsteil im neuen Format ist die letz-
               te IHK-Vollversammlung des Jahres 2017 ausgeklungen.
               Zum Dinner mit Dinner Speech konnte Präsident Fried-
               rich Herdan zahlreiche Vollversammlungsmitglieder so-
               wie Ehrengäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft
               begrüßen. Festredner war Dr. h.c. Thomas Sattelberger,
               der vor seinem Mandat als Bundestagsabgeordneter über
               viele Jahre als Top-Manager in Dax-Konzernen wie Luft-
               hansa, Continental und Telekom tätig war.

               I
                  n seiner Begrüßung wies Präsident Herdan darauf hin, dass
                  die exportstarke Coburger Wirtschaft außer vom globalen
                  Wettbewerb insbesondere durch zwei Entwicklungen gefor-
               dert wird: der Wandel Chinas von einer verlängerten Werkbank
               hin zum internationalen Schwergewicht im Maschinenbau so-               Hauptgeschäftsführer Siegmar Schnabel (links) bedankt sich mit
               wie die rasante Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft         einem Präsent bei Thomas Sattelberger für seine informativen
               in den USA. „Deshalb ist es entscheidend wichtig, unsere bisher         Ausführungen.
               noch gefragten Stärken in den Bereichen Automotive, Maschi-
               nen- und Anlagenbau durch digitale Kompetenz schnellstmög-              rung, Innovations- und Zukunftsfähigkeit von Wirtschaft und
               lich auszubauen und abzusichern“, betonte der IHK-Präsident.            Gesellschaft ging Thomas Sattelberger in seinem Festvortrag
               Als Experte für Themenbereiche wie Gründungen, Digitalisie-             auf diese Punkte ein.

 Unsere Wirtschaft 1-2/2018
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Titelthema 5

   „Wir laufen Gefahr, zur verlängerten Werkbank der Big-Data-
 Konzerne zu werden“, so Sattelberger. Deshalb sei die digita-
 le Transformation der deutschen Wirtschaft unerlässlich. Für
 das Gelingen dieses Prozesses braucht es laut Sattelberger:
- die Erneuerung etablierter Unternehmen,
- Start-ups für Quantensprung-Innovationen sowie
- Zusammenarbeit und Austausch zwischen bestehenden und
    aufstrebenden Firmen.
    Zudem sei es notwendig, das Verständnis von Digitalisierung
 nicht auf die „Industrie 4.0“-Fabrik zu begrenzen: „Wir brau-
 chen nicht nur smarte Unternehmen, sondern vor allem Smart
 Services“, betonte Sattelberger. Die Politik müsse entsprechen-
 de Rahmenbedingungen schaffen, forderte der Festredner und
 warb in diesem Zusammenhang für seine Idee digitaler Frei-
 heitszonen, verzahnt mit mittelständisch-industriellen Clus-
 tern im ländlichen Raum.

Digitalisierung zügig vorantreiben                                  MdB Thomas Sattelberger will „digitale Freiheitszonen“ mit
In diesen klar abgegrenzten Regionen sollten besonders güns-        besonders günstigen Rahmenbedingungen für Hightech-
tige Rahmenbedingungen für junge, forschungsintensive               Gründungen mit mittelständisch-industriellen Clustern verzahnen.
Hightech-Gründungen sowie innovative Mittelstandstöch-
ter oder Spin-offs herrschen: günstiges Bauland und Gebäu-
deinfrastruktur, schnelles Internet, reduzierte Einkommens-,        Wirtschaftsplan und -satzung 2018
Körperschafts- und Gewerbesteuern, Deregulierung von Vor-           einstimmig verabschiedet
schriften und Bürokratie, steuerliche Innovationsförderung          In der Sitzung der IHK-Vollversammlung informierte Präsident
sowie Vernetzung von Gründer- und Transferzentren mit ex-           Friedrich Herdan über die aktuelle Geschäftslage der Coburger
zellenten, praxisorientierten Hochschulen. Ein entscheidender       Wirtschaft, die noch als überwiegend gut eingeschätzt wird.
Erfolgsfaktor ist dabei laut Sattelberger, „dass an der Hochschu-   Das Wachstumstempo, insbesondere in der Industrie, verläuft
le leidenschaftliche Überzeugungstäter solche Entwicklungen         jedoch etwas abgeflacht.
vorantreiben“. Als gelungenes Beispiel einer solchen Sonder-           Ausführlich ging Herdan auf die finanzielle Situation der IHK
wirtschaftszone nannte er den 1968 gegründeten südfran-             zu Coburg und die hohen monetären Anstrengungen der letzten
zösischen Technologie-Campus Sophia Antipolis, wo heute             Jahre in Modernisierung, Projektumsetzung und Beitragssen-
1350 Unternehmen, 34.000 Hightech-Arbeitsplätze und 60              kungen ein. Dem gesetzlich geforderten Abbau der Liquidi-
Bildungszentren angesiedelt sind.                                   tätsrücklage ist die IHK zu Coburg durch temporäre Senkung
                                                                    des Umlagesatzes von 0,18 auf 0,15 % für die Jahre 2016 und
 Coburg bietet ideale Bedingungen                                   2017 nachgekommen, der zuvor über zehn Jahre konstant war.
„Eloquent, ehrlich, ein Highlight.“ Mit diesen Worten bedankte      Für 2018 wurde eine Wirtschaftsplanung mit ausgeglichenem
 sich Friedrich Herdan bei dem Festredner für die „grandiosen       Ergebnis vorgelegt. Um dies zu erreichen, hat der Finanz- und
 Ausführungen“. Die Idee digitaler Freiheitszonen gefiel dem        Etatausschuss vorgeschlagen, dass ab 2018 wieder der Umla-
 IHK-Präsidenten: „Diesen Gedanken sollten wir gemeinsam            gesatz von 0,18 % gilt und die Grundbeiträge moderat ange-
 mit unserer Hochschule weiterentwickeln.“ Die Charakterisie-       hoben werden. Die Vollversammlung hat Wirtschaftsplan und
 rung der Regionen, die Thomas Sattelberger zur Einrichtung         Wirtschaftssatzung 2018 einstimmig verabschiedet.
 digitaler Freiheitszonen präferiert, klinge ein Stückweit wie         Hauptgeschäftsführer Siegmar Schnabel gab einen Über-
 eine Beschreibung des Wirtschaftsraums Coburg: Die Region          blick über die Jahreszielplanung der IHK zu Coburg, die auf den
 ist vom demografischen Wandel stark betroffen. Coburg ver-         strategischen Zielen „Coburg als starken Wirtschaftsraum in
 fügt über mehrere Entwicklungskeimzellen, beispielsweise die       Nord-Bayern weiterentwickeln“, „Unternehmen sensibilisieren,
 Hochschule für angewandte Wissenschaften, das Fraunhofer-          befähigen und stärken“, „Hoheitliche Aufgaben aktiv mitge-
 Anwendungszentrum für Drahtlose Sensorik sowie das Tech-           stalten und erfüllen“ sowie „Interne Performance auf ein ho-
 nologietransferzentrum Automotive. Außerdem existieren in          hes Niveau heben und halten“ fußen, und geht ausführlich auf
 Coburg erfolgversprechende Gründungsinitiativen: insbeson-         die aktuellen Förderprojekte ein.                              
 dere das Netzwerk „Zukunft.Coburg.Digital“ und das Förder-
 projekt „Innovative Hochschule“.
    Die IHK zu Coburg treibt das Thema weiter, zwischenzeit-
 lich wurden vertiefende Gespräche geführt, um auszuloten,
 wie eine solche Freiheitszone für unseren Wirtschaftsraum
 realisiert werden kann.

                                                                                                                          Unsere Wirtschaft 1-2/2018
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6 Region

               Prägende Unternehmerpersönlichkeit der Wirtschaftsregion
               IHK zu Coburg gratuliert ihrem früheren Präsidenten Michael Stoschek zur Vollendung des 70. Lebensjahrs

                                                                                                         regelmäßig mit dem Vorsitzenden der
                                                                                                         Geschäftsführung aus.
                                                                                                            Außerhalb von Brose übernahm Michael
                                                                                                         Stoschek Verantwortung als Mitglied der
                                                                                                         Vollversammlung der Industrie- und Han-
                                                                                                         delskammer zu Coburg und von 2007 bis
                                                                                                         2008 als Präsident. In seiner Geburts-
                                                                                                         stadt Coburg setzt er sich für den Er-
                                                                                                         halt der historischen Bausubstanz ein,
                                                                                                         engagierte sich für die Neugestaltung
                                                                                                         des Marktplatzes und initiierte mit wei-
                                                                                                         teren Unternehmern und Architekten
                                                                                                         das „Neue Innenstadtkonzept“. Von 2004
                                                                                                         bis 2016 war er Vorsitzender des Kura-
                                                                                                         toriums der Stiftung Weltkulturerbe der
                                                                                                         Stadt Bamberg.
                                                                                                            Auf Betreiben von Michael Stoschek
                                                                                                         fördert die Brose Unternehmensgrup-
                                                                                                         pe seit Jahrzehnten an ihren weltweiten
                                                                                                         Standorten Sport, Bildung, Kultur und So-
                                                                                                         ziales. Privat engagiert er sich auf viel-
 Michael Stoschek vor Fertigungsanlagen der Brose Gruppe                                                 fältige Weise: Er unterstützt mehr als 50
                                                                                                         Institutionen, Projekte und Personen in
                Im engsten Familienkreis hat Michael         schäftigte das Unternehmen fast 1.000       seiner Heimatgemeinde Ahorn, der Re-
                Stoschek, Vorsitzender der Gesell-           Mitarbeiter in Coburg und erzielte einen    gion und in aller Welt.
                schafterversammlung der Brose Gruppe,        Umsatz von 55 Millionen Deutsche Mark          Für sein unternehmerisches Wirken er-
                im Dezember seinen 70. Geburtstag            (28 Mio. Euro).                             hielt Michael Stoschek 2003 den Initia-
                gefeiert.                                       Ende der 1980er-Jahre startete Michael   tivpreis der Stiftung Industrieforschung.
                                                             Stoschek mit den ersten beiden Aus-         Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes

              D
                      er in Coburg geborene Enkel von Fir-   landsstandorten im britischen Coventry      1. Klasse, wurde mit dem Bayerischen
                      mengründer Max Brose übernahm          und im spanischen Rubi die Internatio-      Verdienstorden gewürdigt, als Familien-
                      1971 das Metallwerk und entwi-         nalisierung von Brose. Im Sinne seines      unternehmer des Jahres ausgezeichnet
               ckelte es zu einem weltweiten Hersteller      Großvaters legte er großen Wert auf         und hat die Goldene Ehrennadel der In-
               mechatronischer Komponenten und Sys-          eigenfinanziertes Wachstum. Möglich         dustrie- und Handelskammer zu Co-
               teme für Fahrzeugtüren und -sitze, wie        wurde dies auch durch die Zurückhaltung     burg erhalten.
               auch von Elektromotoren und Elektronik.       der Gesellschafter bei den Entnahmen.          Auch als Leistungssportler machte er
               Er startete die Internationalisierung des     Systematisch baute der geschäftsfüh-        sich einen Namen: Michael Stoschek war
               Familienbetriebs: Unter seiner Führung        rende Gesellschafter das Unternehmen        zweimal bayerischer und viermal fränki-
               expandierte Brose in dreieinhalb Jahr-        zu einem weltweit tätigen Mechatronik-      scher Meister im Springreiten. 2006 wur-
               zehnten in 19 Länder, zugleich stieg der      Spezialisten aus.                           de er Europameister im Rallyesport mit
               Umsatz um nahezu das Hundertfache.               2005 zog sich Michael Stoschek aus       historischen Fahrzeugen. Beim neunma-
               Seit 2006 vertritt Michael Stoschek im        dem operativen Geschäft zurück und          ligen deutschen Basketballmeister Brose
               Unternehmen die Interessen der Eigen-         übernahm den Vorsitz der Gesellschaf-       Bamberg ist er Aufsichtsratsvorsitzender.
               tümerfamilie.                                 terversammlung. Zu diesem Zeitpunkt            Die IHK zu Coburg gratuliert Michael
                  Nach dem Abitur am Gymnasium Casi-         hatte sich der Umsatz von Brose auf         Stoschek zum Geburtstag und dankt für
               mirianum in Coburg absolvierte Michael        2,2 Mrd. Euro erhöht, die Zahl der Stand-   sein vielfältiges, herausragendes Engage-
               Stoschek eine Stammhauslehre bei der          orte war weltweit auf 39 angewachsen        ment zum Wohle des Wirtschaftsraums
               Siemens AG. Auf Wunsch seines ver-            und der Automobilzulieferer beschäftig-     Coburg und der IHK-Organisation, ver-
               storbenen Großvaters übernahm er am           te fast 9.000 Mitarbeiter. Bis heute ver-   bunden mit dem Wunsch für anhaltende
               1. Oktober 1971 im Alter von 23 Jahren        tritt Michael Stoschek die Interessen der   Gesundheit, Schaffenskraft und Erfül-
               die Leitung des damaligen Metallwerks         Eigentümer gegenüber dem Manage-            lung.                                   
               Max Brose & Co. Zu diesem Zeitpunkt be-       ment und nach außen und tauscht sich

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Region 7

Brose legt im Wachstum weiter kräftig zu
Umsatz auf 6,3 Mrd. Euro gestiegen - Milliarden-Investitionen geplant

Die Brose Gruppe hat ihr Geschäfts-         der Entwicklung eigener Produkte wer-
volumen auch im Jahr 2017 ausgebaut         den auch Kooperationen zum Ausbau
und erwartet eine Umsatzsteigerung          unseres Produktportfolios beitragen“,
von 2,6 Prozent auf knapp 6,3 Mil-          betonte Otto.
liarden Euro.                                 2017 gab die Brose Gruppe 525 Mio.
                                            Euro beziehungsweise 8 Prozent vom               Die Probleme der Rödentaler Hummel-
                                                                                             Manufaktur sieht Bernd Förtsch im

B
       is 2025 rechnet die Geschäfts-       Umsatz weltweit für Forschung und Ent-
       führung mit einem Umsatz von         wicklung aus. Gleichzeitig wurden rund           Vertrieb.
       9,5 Mrd. Euro. Zwischen 2018 und     400 Mio. Euro in Produktionsanlagen,
2020 investiert das Familienunterneh-       Informationstechnologie sowie in den
                                                                                             Hummel-Figuren sollen
men 1,4 Mrd. Euro.                          Ausbau der Immobilien investiert. An             gerettet werden
  „Auch im Jahr 2017 konnte Brose sei-      seinen fränkischen Standorten Coburg,            Bernd Förtsch übernimmt
ne Marktposition ausbauen und stärker       Bamberg und Würzburg wird Brose in               Rödentaler Manufaktur
wachsen als die Branche. Die für unse-      den nächsten drei Jahren mehr als 300
re Eigenfinanzierung wichtige Zielren-      hochqualifizierte Mitarbeiter einstellen,        Der Kulmbacher Unternehmer
dite konnten wir erreichen“, erklärte       um die technologischen Entwicklungen für         Bernd Förtsch übernimmt die tra-
der bis 31.12.2017 Vorsitzende der Bro-     das geplante Wachstum voranzutreiben.            ditionsreiche Hummel Manufak-
se Geschäftsführung, Jürgen Otto, bei                                                        tur in Rödental.
der Versammlung von Gesellschaftern         Hohe Investitionen in Coburg

                                                                                             D
und Beiräten in Bamberg. Seit der Wirt-     Am Standort Coburg investierte Brose                    as Unternehmen musste im No-
schaftskrise 2009 hat Brose das ach-        im vergangenen Geschäftsjahr rund 50                    vember zum wiederholten Mal
te Jahr in Folge sein Geschäftsvolumen      Mio. Euro. Mit mehr als 3.300 direkten                  Insolvenz anmelden und soll nun
ausweiten können.                           und 2.000 indirekten Beschäftigten bei            von Grund auf neu aufgestellt wer-
   Alle Geschäftsfelder des Familien-       Zulieferern ist der Mechatronik-Spezia-           den. Rödental wird als Produktions-
unternehmens trugen zu der positiven        list der größte Industriearbeitgeber der          standort beibehalten, ein Großteil der
Entwicklung bei: Das von Bamberg aus        Region. In den kommenden drei Jahren              Belegschaft wird übernommen. Kern-
geführte Geschäft mit Türsystemen er-       sind Investitionen in Höhe von rund 180           punkt der Sanierung wird ein völ-
wirtschaftete 3,2 Mrd. Euro (+2,7 %) und    Mio. Euro in die Coburger Immobilien und          lig überarbeitetes Vertriebskonzept.
steuerte die Hälfte des Gruppenumsat-       Produktionsanlagen geplant.                      „Das Problem der vergangenen Jahre
zes bei. Das weltweite Geschäft mit Sitz-      Im Raum Bamberg investierte Brose              lag weder in der Produktion noch bei
systemen wird von Coburg aus gesteuert      im vergangenen Geschäftsjahr rund 22              den Figuren selbst“, so Bernd Förtsch.
und wuchs um 1,7 Prozent auf über 2         Mio. Euro. Mit 2.200 Beschäftigten ist               So soll der Fokus zukünftig auf
Mrd. Euro. Die Sparte Elektromotoren        das Familienunternehmen zweitgröß-                dem Direktvertrieb und einem um-
aus Würzburg setzte über 1 Mrd. Euro        ter Industriearbeitgeber. Rund 130 Mio.           fassenden Community-Konzept zur
um und legte vor allem bei zukunftsge-      Euro werden zwischen 2018 und 2020                Einbindung der großen Sammlerge-
richteten Produkten zu. So verbesserte      im Bamberger Raum investiert, unter an-           meinde liegen.
sich der Umsatz mit mechatronischen         derem ist die nächste Ausbaustufe auf               „Hummel ist ein weltbekanntes Tradi-
Antrieben trotz auslaufender Erzeugnis-     dem Gelände am Berliner Ring geplant.             tionsunternehmen aus meiner Heimat
se um 2,7 Prozent. Weltweit hat die Bro-       Für einen neuen, am Standort Würzburg          Oberfranken“, erklärt Förtsch weiter,
se Gruppe 2017 rund 1.000 neue Stellen      entwickelten, elektrischen Kältemittelverdich-   „eine starke Marke mit einer langen
geschaffen. Zurzeit arbeiten 25.600 Mit-    ter hat Brose zum Jahresende einen Groß-          Historie und Spitzen-Produkten, die
arbeiter an 60 Standorten in 23 Ländern,    auftrag erhalten: Über einen Zeitraum von         wie kaum eine andere für deutsche
davon 8.600 in Deutschland.                 10 Jahren liefert der Mechatronik-Spezialist      Handwerkskunst und Tradition steht.
   Die Entwicklungen in der Automobil-      ab 2021 mehr als zwei Millionen Systeme           Diese Tradition soll auch in Zukunft
industrie hin zu mehr Elektrifizierung      an einen Premiumhersteller. In das Würz-          fortbestehen. In diesen unruhigen Zei-
und der anhaltende Bedarf an Komfort        burger Werk investierte der Automobilzu-          ten muss man dafür sorgen, dass alte
und Sicherheit sind die Basis für weite-    lieferer 2017 fast 40 Mio. Euro. Mit über         Werte erhalten und gepflegt werden.“
res Wachstum der Brose Gruppe. „Mit         1.800 Beschäftigten ist Brose der größte             Begleitet wurde die Insolvenz vom
unserer Kompetenz in der Verbindung         Industriearbeitgeber in der Residenzstadt.        Fachanwalt für Insolvenzrecht Klaus-
von Mechanik, Elektrik, Elektronik und      Aus dem Investitionsprogramm der Jah-             Christof Ehrlicher von der Kanzlei
Sensorik sind wir für neue Anwendun-        re 2018 bis 2020 entfallen rund 130 Mio.          Linse & Ehrlicher aus Coburg.       
gen im Fahrzeug gut aufgestellt. Neben      Euro auf Würzburg.                         

                                                                                                                          Unsere Wirtschaft 1-2/2018
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               Wolfgang Schulze mit Staatsmedaille ausgezeichnet
               Freistaat würdigt besondere Verdienste des Rödentaler Möbelhändlers um die bayerische Wirtschaft

                Der Freistaat Bayern hat den Röden-
                taler Unternehmer Wolfgang Schul-
                ze, Inhaber der nach ihm benannten
                Möbelstadt Schulze, mit der Staats-
                medaille für besondere Verdienste
                ausgezeichnet.

              D
                     amit würdigt der Freistaat eine
                     im Möbel-Einzelhandel bemer-
                     kenswerte unternehmerische Er-
               folgsgeschichte, die 1964 mit einer
               Raumausstatter-Lehre im elterlichen
               Unternehmen begann und 1987 zur Über-
               nahme der Geschäftsführung des vom            Zur hohen Staatsauszeichnung gratulierten Wolfgang Schulze (v. l.): Corinna Boerner von
               Vater aufgebauten Einrichtungshauses          der Regierung von Oberfranken, IHK-Hauptgeschäftsführer Siegmar Schnabel, Staatssekre-
               in Rödental führte. Wolfgang Schulze          tär Josef Pschierer, Rödentals Bürgermeister Marco Steiner, Coburgs Landrat Michael Busch,
                                                             Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Rödentals Altbürgermeister Gerhard Preß.
               entwickelte daraus das heute größte in-
               habergeführte Möbelhaus zwischen Er-          zwischen jährlich bis zu 15 Ausbildungs-       engagiert er sich seit Jahren als stellver-
               furt und Bamberg mit zwei Standorten          plätze zur Verfügung. Schulze liege seine      tretender Kreisvorsitzender für die Stadt
               in Rödental und Ilmenau.                      Heimat sehr am Herzen und er setze sich        und den Landkreis Coburg im Handels-
                  Wirtschaftsministerin Ilse Aigner er-      über sein eigenes Unternehmen hinaus           verband Bayern e. V. sowie in vielfälti-
               innerte bei der feierlichen Auszeichnung      für die Wirtschaft der Region Oberfran-        ger Art und Weise für Gemeinwesen und
               in München daran, dass im Zuge der Ex-        ken ein. Seit 1991 ist der Unternehmer         soziale Projekte.
               pansion insgesamt rund 250 Arbeitsplät-       Mitglied der IHK-Vollversammlung und              Die Industrie- und Handelskammer
               ze in Oberfranken geschaffen wurden.          bringt seine Erfahrung aktiv im Einzel-        zu Coburg gratuliert herzlich zur hohen
               Außerdem stelle das Unternehmen in-           handelsausschuss ein. Darüber hinaus           Auszeichnung.                           

                                                             Goldbeck goes Coburg
                                                             Baudienstleister eröffnet Büro in Dörfles-Esbach

                                                             Die Goldbeck GmbH, Deutschlands                Nachunternehmen und Dienstleistern
                                                             größtes inhabergeführtes Bauunter-             weiterentwickeln, mit denen wir regio-
                                                             nehmen, eröffnet einen Vertriebs-              nale Bauprojekte gemeinsam realisieren“,
                                                             standort bei Coburg.                           freut sich der zukünftige Büroleiter And-
                                                                                                            reas Truckenbrodt auf die neuen Aufgaben.

                                                             D
                                                                   amit ermöglicht das Unterneh-              Zur feierlichen Einweihung der Büro-
                                                                   men im Sinne seiner dezentralen          räume in Dörfles-Esbach mit rund 30
                                                                   Organisation einen noch engeren          geladenen Gästen gratulierte Hauptge-
                                                             Kontakt zu Kunden und Dienstleistern           schäftsführer Siegmar Schnabel im Na-
                 Jubiläum im                                 im nördlichen Oberfranken. Die nächst-         men der IHK zu Coburg. Qualität und
                 Landgasthof Rose                            größeren Standorte befinden sich in            Stärke verbindet Goldbeck und den Wirt-
                                                             Nürnberg sowie im thüringischen Suhl.          schaftsraum Coburg, stellte er fest. Mit
                 Zu erfolgreichen 25 Jahren als Gastro-
                 nom konnte IHK-Hauptgeschäftsführer
                                                              „Wir sind professioneller Ansprech-           5.100 Mitarbeitern, einem Umsatz von
                 Siegmar Schnabel IHK-Vollversammlungs-      partner für das Planen, Realisieren und        rund 2,5 Mrd. Euro und 40 Niederlassun-
                 mitglied Thomas Rose gratulieren. Dieser    Betreuen komplexer Bauprojekte in den          gen in Deutschland sowie in sechs Län-
                 hatte 1992 die seit 1730 familiengeführte   Landkreisen Coburg und Kronach so-             dern Europas agiere das Unternehmen
                 Traditionsgaststätte „Landgasthof Goldene   wie der Stadt Coburg. Der neue Stand-          höchst erfolgreich. Erst vor wenigen Wo-
                 Rose“ in Grub am Forst von seinen Eltern
                 übernommen und engagiert sich darüber
                                                             ort bei Coburg ermöglicht es uns, noch         chen wurde Goldbeck als „Entrepreneur
                 hinaus im Hotel- und Gaststättenverband     schneller und direkter auf die Bedürfnis-      Of The Year 2017“ ausgezeichnet, der re-
                 sowie IHK-Prüfungsausschuss.                se der Kunden vor Ort eingehen zu kön-         nommierte Wirtschaftspreis honoriert
                                                             nen. Zudem möchten wir unser Netz aus          unternehmerische Spitzenleistungen. 

 Unsere Wirtschaft 1-2/2018
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Region 9

Gaudlitz vereinbart Kooperation                                                                Neue Veranstaltungs-
Zusammenarbeit mit Plastiques Moore (Kanada) – Vertriebsbüro in USA
                                                                                               reihe gestartet
Der Coburger Kunststoffspezialist            strategische Zusammenarbeit, um inter-            Fachvorträge für planende und
Gaudlitz erweitert sein internationales      national noch flexibler agieren zu können         ausführende Firmen
Produktionsnetzwerk. Eine Koopera-           und gleichzeitig noch näher an unseren

                                                                                              M
tion mit dem kanadischen Präzisions-         Kunden zu sein“, erklärte der Geschäfts-                     it einem Fachvortrag zum
spritzgussunternehmen Plastiques             führer der Gaudlitz-Gruppe, Niels Roe-                       derzeit hoch aktuellen Thema
Moore Inc. ebnet den Einstieg in die         lofsen. Entsprechend können ab sofort                        im Tiefbau – „Homogenbe-
NAFTA-Region.                                auch Aufträge mit Entwicklung und Fer-            reiche“ – Neuordnung von Boden-
                                             tigung im nordamerikanischen Raum für             klassen gemäß VOB / C“ – ist die

D
      ie Plastiques Moore Inc. mit Haupt-    lokale Kunden umgesetzt werden. „Nach             Veranstaltungsreihe „Fachvortrag im
      sitz in Quebec, Kanada, beliefert      langer, sorgfältiger Suche haben wir mit          Bauwesen“ in den Räumen der Inge-
      namhafte Unternehmen aus den           Plastiques Moore einen Partner gefun-             nieurgruppe Knörnschild & Kollegen
Geschäftsfeldern Automobil, Medizin,         den, der technologisch, kulturell, aber           gestartet. Hintergrund: Alle Boden-
Industrie sowie Militär mit hochpräzi-       auch in seiner Ausrichtung und Größe              und Felsklassifizierungen in den Aus-
sen Spritzguss-Bauteilen und System-         optimal zu uns passt. Daher sind wir der          führungsvorschriften des Tiefbaus
baugruppen. In über 25 Jahren hat sich       festen Überzeugung, dass wir den Ein-             werden nunmehr einheitlich durch
der Systemlieferant besondere Kompe-         tritt in den nordamerikanischen Markt            „Homogenbereiche“ ersetzt. Unsi-
tenzen in den Bereichen Mehrkompo-           besonders schnell und nachhaltig um-              cherheiten dazu klärte der Referent
nentenspritzguss, Reinraumfertigung          setzen können“, so Roelofsen.                     Dipl.-Ing. (FH) Dietmar Johannsen
(Klasse 8), Baugruppenmontage, Werk-            Die neue Partnerschaft ebnet beiden            von GMP-Geotechnik ausführlich.
zeug- und Produktentwicklung erarbeitet.     Unternehmen den Eintritt in lukrati-              Weitere Vorträge zu Fachthemen
Mit einem weiteren Fertigungsstandort        ve Märkte. „Unsere Zusammenarbeit ist             sind geplant, Interessierte können
in Monterey, Mexiko, ist das Unterneh-       keine Einbahnstrasse nach Nordameri-              sich im Verteiler des Organisators
men leistungsstark und innerhalb der         ka. Schließlich kann und soll Plastiques          aufnehmen lassen, per E-Mail an:
Nordamerikanischen Freihandelszone           Moore ab sofort auch von den Gaud-                jek@ig-knoernschild.de. Auch die
(NAFTA) breit aufgestellt.                   litz-Tochtergesellschaften in Europa              künftigen Fachvorträge werden kos-
  Seit Dezember 2017 bündeln nun bei-        und Asien profitieren und hier seiner-            tenfrei veranstaltet, freiwillige Spenden
de Unternehmen ihre Kompetenzen. „Als        seits den Markteintritt vollziehen“, be-          kommen gemeinnützigen Einrich-
Entwicklungspartner unserer Kunden sind      tonte Roelofsen.                                  tungen (vorzugsweise Jugendarbeit)
wir dazu verpflichtet, einen gewissen Ser-      Die Kooperation ist den Angaben zu-            zugute. Die Spende der ersten Veran-
vice global anzubieten. Und genau das        folge der erste Schritt im NAFTA-Raum.            staltung ging an KaOs (Kanu- und
tun wir mit diesem Schritt. Die unter-       In wenigen Tagen soll das erste Vertriebs-        Outdoorsport Coburger Land e. V.). 
zeichnete Kooperationsvereinbarung ist       büro Gaudlitz Inc. in den USA eröffnet
der Startschuss für eine nachhaltige und     werden.                                

                                                                                      Kompetenz für ...
                                                                                          Johann-Mois-Ring 18
                                                                                          92318 Neumarkt/Opf.           Fon 0 91 81 / 4 06 92-0
                                                                                          info@koelblbau.de             Fax 0 91 81 / 4 06 92-19

                                                                                                                             Unsere Wirtschaft 1-2/2018
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10 Standortpolitik

                 TAC WILL KRAFTSTOFFFORSCHUNG FORTSETZEN
                 Workshop zur Zukunft von Technologieplattform „Kraftstoffmodellregion Oberfranken“

                 Die Verortung der Technologieplatt-           in Coburg verbleiben können und dem         wissenschaftlichen Schwerpunkt im Be-
                 form „Kraftstoffmodellregion“ ist             TAC der HAW Coburg keine laufenden          reich der Kraftstoffforschung entwickelt.
                 offen. Das ergab ein Workshop des             Projekte entgehen werden, verdeutlichte     Besondere Aufmerksamkeit fand das Pro-
                 federführenden „Technologietrans-             Dr. Schröder, kommissarischer Leiter des    jekt Diesel R33. Dieser in Coburg entwi-
                 ferzentrum Automotive (TAC)“ mit              TAC-Ressorts Analytische Chemie und         ckelte und erprobte nachhaltige Kraftstoff
                 mehr als 30 Konsortialpartnern an             Kraftstoffforschung. Er werde kurzfris-     spart 20 Prozent Klimagase ein und fand
                 der Hochschule Coburg. Wichtige               tig mehrere Förderanträge an das Bay-       bislang als einziger Sonderkraftstoff Euro-
                 Teile der Kraftstoffforschung sollen          erische Wirtschaftsministerium stellen      pas Eingang in die europäische Renewa-
                 am TAC verbleiben.                            und habe darüber hinaus auch weitere        ble Energy Directive.
                                                               Projekte in Vorbereitung. Das TAC wer-         Das TAC unterhält eine Vielzahl natio-

                D
                        as Treffen wurde einberufen, um        de weiterhin ein Leuchtturm der Kraft-      naler und internationaler Kontakte zur
                        über das weitere Vorgehen zu bera-     stoffforschung bleiben.                     Automobil- und (Bio)Kraftstoffindust-
                        ten, nachdem sich für die Techno-         In der öffentlichen Diskussion um den    rie, zu Hochschulen, Verbänden, Kom-
                 logieplattform „Kraftstoffmodellregion        Verbrennungsmotor wird derzeit das          munen, Politik und gesellschaftlichen
                 Oberfranken” keine Fördermittel des Wirt-     alleinige Heil im Elektroauto gesehen.      Einrichtungen. Aus diesem Netzwerk ent-
                 schaftsministeriums generieren ließen. Die    Unbestritten: Die Elektromobilität wird     wickelte das TAC ein Konsortium aus ca.
                 Teilnehmer wurden von der Präsidentin         wesentlich zu nachhaltigen Verbesse-        60 Partnern mit dem Ziel, aus Coburg he-
                 der Hochschule, Prof. Dr. Christiane Frit-    rungen des Klimaschutzes beitragen,         raus in Oberfranken die bundesweit ers-
                 ze, ermutigt, die Arbeiten weiterzuführen.    ist aber beim Einsatz limitiert. Energie-   te Kraftstoffmodellregion einzurichten.
                 Neben IHK zu Coburg nahmen auch MdL           experten prognostizieren zwar, dass die     Diese steht nicht in Konkurrenz zu den
                 Jürgen W. Heike und Neustadts Oberbür-        Zahl der elektrisch betriebenen Autos auf   vielen E-Mobilitätsregionen, sondern ver-
                 germeister Frank Rebhan am Workshop           den Straßen auf der ganzen Welt stark       steht sich ergänzend.
                 teil und brachten ihre Einschätzungen         steigen wird. Dennoch werde durch die-
                 zur Zukunft der Kraftstoffmodellregion        sen Wandel im Verkehrssektor der glo-       Ziel: Reallabor für Kraftstoffe
                 konstruktiv ein.                              bale Ausstoß des Treibhausgases CO2 bis     Zur Kraftstoffmodellregion Oberfranken
                                                               zum Jahr 2040 voraussichtlich nur um        wurde ein abgestimmtes Konzept entwi-
                 Projekte bleiben am TAC                       1 Prozent sinken. Daher ist es notwendig,   ckelt und dem Bayerischen Ministerium
                 Das Konsortium hat erkannt, dass die          den Verbrennungsmotor zur Aufrecht-         für Wirtschaft und Medien, Energie und
                 Entwicklung einer Kraftstoffmodellre-         erhaltung einer optimal funktionieren-      Technologie im November 2016 vorge-
                 gion nur in einer Umgebung stattfin-          den Wirtschaft zu erhalten und weiter       legt. Das Konzept sieht vor, Oberfranken
                 den kann, wo das auch erwünscht ist.          fortzuentwickeln. Einen vielversprechen-    mit dem Wissenschaftsstandort Coburg
                 Das ist in Coburg nicht der Fall. Eine Op-    den Lösungsansatz bilden hierbei rege-      zu einem Reallabor für neue, nachhal-
                 tion bietet das NRW-Regionalentwick-          nerative Kraftstoffe.                       tige Kraftstoffe auszubauen. Konkret
                 lungsprogramm „Das neue UrbanLand“.                                                       sollten die Sparten Diesel-, Benzin- und
                 Im Rahmen dieses Programms wird sich          TAC als Technologietreiber                  Gaskraftstoffe weiterentwickelt werden
                 die Region Lemgo um die Ansiedlung            Das Technologietransferzentrum Auto-        sowie neue Technologien entworfen, er-
                 der Kraftstoffmodellregion bewerben.          motive der Hochschule Coburg gehört zu      probt und in die Wirtschaft transferiert
                 Dennoch ist es gelungen, dass einige          den Technologietreibern der Region und      werden. Das TAC hat beispielsweise meh-
                 wichtige Teile der Kraftstoffforschung        hat neben anderen Aktivitäten auch einen    rere Kraftstoffsensoren entwickelt, die
                                                                                                           derzeit für die Serienanwendung adap-
                                                                                                           tiert werden.
                                                                                                              Ziel aller Aktivitäten ist es, mit dem
                                                                                                           Verbrennungsmotor nachhaltige, klima-
                                                                                                           schonende Mobilität zu gewährleisten.
                                                                                                           Das kann nur im Verbund vieler Partner
                                                                                                           gelingen, sodass die Kraftstoffmodellre-
                                                                                                           gion Oberfranken nicht als Projekt, son-
                                                                                                           dern als Technologieplattform anzusehen
                                                                                                           ist.                                    
                                                                                                             Kontakt
                 Das Technologietransferzentrum Automotive der Hochschule Coburg (TAC) will ein Leucht-      Björn Cukrowski, Tel.: 09561 7426-27
                 turm der Kraftstoffforschung im Wirtschaftsraum Coburg bleiben.                             E-Mail: bjoern.cukrowski@coburg.ihk.de

   Unsere Wirtschaft 1-2/2018
Konjukturbericht IHK-Bezirk Coburg Jahresbeginn 2018 11

                                                                                                                                                                    2018
KONJUNKTURBERICHT                                                                                                              JAHRESBEGINN

IHK-KONJUNKTURUMFRAGE ZUM JAHRESBEGINN 2018:
Coburgs Wirtschaft bleibt auf Wachs-                      wartungen für die kommenden Monate                     te Verzicht auf Steuererhöhungen für
tumskurs. Das ergab die Konjunkturum-                     zusammensetzt, steigt gegenüber dem                    unsere Unternehmen ist schlichtweg zu
frage der IHK zum Jahresbeginn 2018.                      Herbst 2017 um weitere 4 Punkte auf                    wenig! Dringend geboten ist Entlastung
Aktuell bewerten 90 % der Betriebe ihre                   131. Damit nähert sich der Indikator wie-              unserer Firmen, etwa über bessere Ab-
Geschäftslage als gut oder befriedigend.                  der langsam dem Allzeit-Höchstwert von                 schreibungsmöglichkeiten, Absenkung des
Auch mit Blick auf die kommenden Mo-                      136 Punkten.                                           Spitzensteuersatzes, steuerliche Beloh-
nate zeigt sich die heimische Wirtschaft                     „Der Aufschwung ist kein Selbstläufer“,             nung von Innovationen, Forschung und
mit einem Erwartungssaldo von 24 Punk-                    warnt IHK-Präsident Friedrich Herdan. „Es              Entwicklung und Senkung der EEG-Umla-
ten (+9 Punkte zur Vorumfrage) äußerst                    ist nun höchste Zeit, dass die Politik den             ge. Positiv zu bewerten sind die geplanten
optimistisch. Der Konjunkturklimaindex,                   konjunkturellen Rückenwind nutzt, um                   Mehr-Investitionen in den Breitbandaus-
der sich aus den Bewertungen der Unter-                   deutliche Impulse für mehr Zukunftsin-                 bau sowie die Zusage zusätzlicher Mittel
nehmen zur Geschäftslage und den Er-                      vestitionen zu setzen. Der beabsichtig-                für die Berufsbildung“, so Herdan.

Konjunkturindex für Coburg 2010 - 2018

 170

 160

 150

 140

 130

 120

         langfristiges Mittel des Konjunkturklimaindikators
 110
                                (=116)

 100
        F10    H10    J11     F11    H11      J12   F12       H12   J13   F13     H13   J14    F14   H14   J15     F15   H15   J16   F16   H16   J17   F17    H17   J18

          Industrie          Dienstleistung          Handel           Tourismus          Gesamt

Geschäftslage                          Geschäftserwartungen                                   Beschäftigungspläne                          Investitionsabsichten
12 Konjukturbericht IHK-Bezirk Coburg Jahresbeginn 2018

                 INDUSTRIE
                 Die Coburger Industrie startet stark ins                                 Auch die Aussichten für die kommen-                             hals bei der Abarbeitung der Aufträge
                 neue Jahr. Die befragten Produzenten                                  den Monate bleiben günstig: 40 Prozent                             ist zunehmend der Fachkräfteengpass.
                 äußern sich fast ohne Ausnahme zufrie-                                der Betriebe rechnen mit einer weiteren                               Für 64 Prozent der befragten Industrie-
                 den mit den aktuellen Geschäften, nur                                 Verbesserung und lediglich 7 Prozent mit                           betriebe stellt der Fachkräftemangel das
                 7 Prozent melden rückläufige Umsät-                                   einer Eintrübung ihrer Geschäftsentwick-                           – mit Abstand – größte Geschäftsrisiko
                 ze (Vorumfrage 12 %). Positive Impul-                                 lung. Die Industrie wird damit im Vergleich                        dar (+4 Prozentpunkte zur Vorumfrage).
                 se verzeichnet die Industrie sowohl aus                               zur Vorumfrage wieder stärker wachsen.
                 dem Inland als auch aus dem Ausland,                                  Nach einem Saldo von 12 Punkten bei der
                 wobei Produkte aus Coburg besonders                                   Vorumfrage liegt die Differenz aus op-
                 in der Euro-Zone, in Nordamerika und                                  timistischen abzüglich pessimistischer
                 China gefragt sind.                                                   Stimmen nun bei 33 Punkten. Flaschen-

                                                            Marianne J. I pixelio.de

                                                                                                                                     Jurec I pixelio.de

                                                                                                                                                                                                       Rainer Sturm I pixelio.de
                 VORLEISTUNGSGÜTER                                                     MASCHINENBAU                                                       (POLSTER-)
                 INKL. AUTOMOBILZULIEFERER                                                                                                                MÖBELINDUSTRIE

                 Auch Coburgs Automobilzulieferer sind                                 Insbesondere aus dem Ausland wach-                                 Die Geschäftslage der befragten Ge-
                 in guter Stimmung. Die Gründe hierfür                                 sen die Bestellungen für Maschinen aus                             brauchsgüterproduzenten zeigt sich
                 sind die erfreuliche gesamt(welt-)wirt-                               dem Wirtschaftsraum Coburg weiter und                              im Vergleich zur Vorumfrage etwas bes-
                 schaftliche Entwicklung, hohe Beschäfti-                              sorgen für gut gefüllte Auftragsbücher.                            ser. Dank einer moderat gestiegenen In-
                 gungsquote, gute Einkommenssituation                                  Dementsprechend positiv fallen die La-                             landsnachfrage ist die große Mehrheit der
                 der Konsumenten und weiterhin niedriges                               geurteile aus: 80 Prozent der befragten                            regionalen Möbler mit ihren Geschäften
                 Zinsniveau. Zudem treibt die Umstiegs-                                Unternehmenslenker bezeichnen ihre                                 zufrieden. Drei Viertel der Betriebe be-
                 prämie für Neuwagenkäufe den inländi-                                 gegenwärtige Geschäftslage als „gut“.                              richten von voller bzw. befriedigender
                 schen Markt an. So bezeichnen derzeit 48                                 Dank positiver Indikatoren, die auf                             Kapazitätsauslastung.
                 Prozent der Betriebe ihre gegenwärtige                                Fortsetzung des globalen Aufschwungs                                  Sorgen bereitet den heimischen Herstel-
                 Geschäftslage als gut (+4 Prozentpunk-                                hindeuten, bleiben die Aussichten für                              lern die zunehmende Konkurrenz durch
                 te zur Vorumfrage), 42 Prozent schätzen                               die kommenden Monate günstig. Mehr                                 Anbieter aus Fernost, die insbesondere
                 die Situation als befriedigend ein und 9                              als die Hälfte unserer Maschinenbauer                              durch Niedrigpreise massiv auf den euro-
                 Prozent klagen über schlechte Geschäf-                                rechnen mit weiter steigenden Umsätzen.                            päischen und deutschen Markt drängen.
                 te (-5 Prozentpunkte zur Vorumfrage).                                                                                                       Die Möbler im IHK-Bezirk Coburg bli-
                    Der Blick der Automotive-Betriebe in                                                                                                  cken dennoch optimistisch auf das neue
                 die Zukunft bleibt weiter positiv. Aber                                                                                                  Jahr: Die große Mehrheit geht davon aus,
                 nur jeder fünfte befragte Unternehmer                                                                                                    dass die gute aktuelle Geschäftslage in
                 möchte in den kommenden Monaten                                                                                                          den kommenden Monaten anhält. Zu-
                 mehr investieren.                                                                                                                        dem erwartet man, dass die Nachfrage
                                                                                                                                                          aus dem Inland weiter anzieht.

                   VORLEISTUNGSGÜTER                                                    MASCHINENBAU                                                       (POLSTER-)
                   INKL. AUTOMOBILZULIEFERER                                                                                                               MÖBELINDUSTRIE

                   Geschäftslage                                                        Geschäftslage                                                      Geschäftslage

                   Geschäftserwartungen                                                 Geschäftserwartungen                                               Geschäftserwartungen

                   Beschäftigungspläne                                                  Beschäftigungspläne                                                Beschäftigungspläne

                   Investitionsabsichten                                                Investitionsabsichten                                              Investitionsabsichten

   Unsere Wirtschaft 1-2/2018
Konjukturbericht IHK-Bezirk Coburg Jahresbeginn 2018 13

                       „Unsere breit aufgestellte, hochinnovative Coburger Wirtschaft entwickelt sich weiter positiv – weder der bevor-
                       stehende Brexit noch protektionistische Tendenzen insbesondere in der US-Wirtschaftspolitik beeinträchtigen bis-
                       her die Geschäfte unserer Unternehmen. Niedrige Zinsen und hohe Beschäftigung sowie eine starke Nachfrage aus
                       dem Ausland beflügeln den Absatz von Gütern „made in Coburg“ weiter und sorgen für Vollauslastung vieler Be-
                       triebe. Einziger Wermutstropfen: Die sich hinziehende Regierungsbildung in Berlin sowie weiter schwelende welt-
                       weite Krisenherde führen zunehmend zu Unsicherheit unter unseren Unternehmern, die daraufhin ihre expansiven
                       Investitionspläne vom Herbst 2017 deutlich relativieren.“
                       Friedrich Herdan, IHK-Präsident

                                          Stephanie Hofschlaeger I pixelio.de

                                                                                                                                                                         Rainer Sturm I pixelio.de
HANDEL                                                                          DIENSTLEISTER                               TOURISMUS

Der stark durch die Binnennachfrage                                             Zufrieden mit der aktuellen Situation       Die regionalen Beherbergungs- und
geprägte konjunkturelle Aufschwung                                              zeigt sich das Versicherungs- und Fi-       Gastronomieunternehmen berichten
hat den Coburger Einzelhändlern eine                                            nanzgewerbe. Alle Unternehmen sind          insgesamt von zufriedenstellenden Ge-
durchweg gute Saison beschert. Nach                                             voll bzw. befriedigend ausgelastet. 40      schäften. 9 von 10 Unternehmen be-
Abschluss des Weihnachtsgeschäfts be-                                           Prozent der Branchenvertreter konnten       zeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als
werten 36 Prozent der Unternehmen ihre                                          ihre Geschäftslage nochmals verbessern.     „gut“ oder „befriedigend“. 70 Prozent der
Lage als gut (+3 Prozentpunkte zur Vor-                                         Für die kommenden Monate rechnet ein        Hoteliers sprechen von „guter“ bzw. „be-
umfrage), weitere 46 (+4) Prozent sind                                          Drittel der Branchenvertreter mit weiter    friedigender“ Zimmerauslastung in den
zufrieden, 18 (-7) Prozent unzufrieden.                                         steigenden Umsätzen.                        letzten sechs Monaten.
Die große Mehrheit der Einzelhändler                                               Im personenbezogenen und unterneh-          Auf die kommende Frühjahrssaison
geht auch in den nächsten Monaten von                                           mensnahen Dienstleistungsgewerbe hat        blickt die Branche verhaltener. 58 Pro-
keiner Negativ-Entwicklung bei der Kon-                                         sich die Einschätzung der aktuellen Lage    zent und damit die Mehrheit rechnet mit
sumneigung der Verbraucher aus – le-                                            marginal verschlechtert, bewegt sich aber   einer stabilen Geschäftsentwicklung, der
diglich 9 Prozent der Befragten rechnen                                         weiter auf höchstem Niveau. 90 Prozent      Anteil der Pessimisten (21 %) und der Op-
mit schlechteren Geschäften.                                                    der Befragten berichten von guter bzw.      timisten (21 %) halten sich die Waage.
  Nach einem guten Geschäftsjahr steigt                                         befriedigender Geschäftslage. Die Bran-        Erhebliche Probleme bereitet den Unter-
die Lagebeurteilung der Coburger Groß-                                          che profitiert von steigenden Erwerbstä-    nehmen der Fachkräftemangel, der da-
händler zum Jahresanfang deutlich an.                                           tigenzahlen und Einkommen sowie von         mit auch im Tourismus zunehmend zur
Über die Hälfte der Unternehmen berich-                                         der florierenden konjunkturellen Entwick-   Wachstumsbremse wird.
tet von verbesserter Geschäftslage, nur                                         lung der anderen Wirtschaftsbereiche.
14 Prozent vom Gegenteil. 57 Prozent                                               Bei den Prognosen für die kommenden
der Befragten gehen von einer weiteren                                          Monate stehen die Zeichen auf Stabili-
Verbesserung insbesondere der Inlands-                                          tät. 72 Prozent der Betriebe gehen von
geschäfte aus.                                                                  einer gleichbleibenden Entwicklung aus.

 HANDEL                                                                          DIENSTLEISTER                               TOURISMUS

 Geschäftslage                                                                   Geschäftslage                               Geschäftslage

 Geschäftserwartungen                                                            Geschäftserwartungen                        Geschäftserwartungen

 Beschäftigungspläne                                                             Beschäftigungspläne                         Beschäftigungspläne

 Investitionsabsichten                                                           Investitionsabsichten                       Investitionsabsichten

                                                                                                                                                           Unsere Wirtschaft 1-2/2018
14 Aus- und Weiterbildung

                  DEUTSCHLANDS BESTER HOLZMECHANIKER KOMMT AUS COBURG
                  Zum 10. Mal hat der Spielwarenhersteller Habermaass einen Jahrgangsbesten auf nationaler Ebene ausgebildet

                                                              – und das unter mehr als 300.000 Prü-         be, Berufsschulen und IHK –, die sich in
                                                              fungsteilnehmern! Die Ehrung der bun-         herausragender Weise für die Fachkräf-
                                                              desbesten IHK-Azubis fand bereits zum         tesicherung und damit für die Zukunfts-
                                                              zwölften Mal in Berlin statt. Eric Schweit-   fähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes
                                                              zer, Präsident des Deutschen Industrie-       Coburg engagieren.“ In den letzten Jahren
                                                              und Handelskammertages (DIHK), und            hat Habermaass schon zehn Mal einen
                                                              Günther H. Oettinger, EU-Kommissar            „Bundesbesten“ ausgebildet – ein deutli-
                                                              für Haushalt und Personal, überreichten       cher Beweis für die Ausbildungsqualität.
                                                              den Preisträgern Urkunden und Pokale.            Wer eine duale Ausbildung anstrebt,
                                                              An der Preisverleihung, durch die Mo-         kann aus einer Vielzahl an spannenden
                                                              deratorin Barbara Schöneberger führte,        und modernen Berufen den für sich pas-
                                                              nahmen rund 1.000 Gäste teil.                 senden auswählen. Allein im IHK-Bezirk
                                                                 „Den Bundesbesten gebührt meine            Coburg gibt es rund 340 Unternehmen,
                                                              größte Anerkennung und mein Respekt“,         die in mehr als 100 Berufen ausbilden.
                                                              betonte DIHK-Präsident Schweitzer, Ber-       Die Ausbildung des Nachwuchses ist für
   DIHK-Präsident Eric Schweitzer (rechts) überreichte        lin. „Dennoch ist der Blick auf unseren       die Coburger Wirtschaft das wichtigste
   Lukas Scheler den Pokal.                                   deutschen Ausbildungsmarkt nicht unge-        Instrument zur Fachkräftesicherung. „Die
                                                              trübt: Für junge Menschen wird es zwar        Deckung des Fachkräftebedarfs wird in
                  Lukas Scheler ist der bundesbeste           immer leichter, einen Ausbildungsplatz        verschiedenen Bereichen zum bestim-
                  IHK-Azubi in seinem Ausbildungs-            zu finden. Für Unternehmen aber wird          menden Faktor für die Geschäftsent-
                  beruf Holzmechaniker, Fachrichtung          es immer schwerer, ihre offenen Aus-          wicklung. Deshalb haben Stärkung und
                  Möbelbau und Innenausbau.                   bildungsplätze zu besetzen.“                  Ausbau beruflicher Aus- und Weiterbil-
                                                                 Der Präsident der IHK zu Coburg, Fried-    dung höchste Priorität. Und es gilt mehr

                 D
                         er junge Mann, der seine Ausbil-     rich Herdan, äußert seine Freude über         denn je, die duale Bildung als gleichwer-
                         dung bei der Firma Habermaass        die herausragende Leistung des Haber-         tige Alternative zu Abitur und Studium
                         GmbH in Bad Rodach absolvier-        maass-Azubis und betont die Bedeutung         in der Gesellschaft zu verankern, gerne
                  te, hat in der IHK-Abschlussprüfung die     der dualen Berufsbildung. „Hinter diesem      auch durch mehr wertende Aussagen der
                  höchste Punktzahl erreicht und ist damit    Erfolg stehen die Partner unseres dua-        Bundes- und Landespolitik“, so Friedrich
                  in seinem Beruf der Beste Deutschlands      len Bildungsmodells – Ausbildungsbetrie-      Herdan abschließend.                   

                  Türen für Mädchen weit offen
                  Beteiligung von Firmen am „Girls’Day 2018“ noch möglich

                  Mehr als 500 junge Frauen interes-          gerade in technischen und technikna-
                  sierten sich beim „Girls’Day“ im letz-      hen Bereichen zunehmend qualifizier-
                  ten Jahr für technische Berufe und          te Nachwuchskräfte“, so Rainer Kissing,
                  Ausbildungsmöglichkeiten in rund            Leiter des Bereichs Berufliche Bildung
                  70 Unternehmen der Region. An der           der IHK zu Coburg.
                  Neuauflage 2018 können sich wie-              Die Veranstaltungsreihe „Girls‘Day“
                  der Firmen in Stadt und Landkreis           wurde ins Leben gerufen, um speziell
                  Coburg beteiligen.                          junge Frauen auf die Vielfalt von Berufs-
                                                              möglichkeiten in der Region aufmerksam

                 N
                          ach wie vor entscheiden sich        zu machen – auch und gerade in techni-
                          Mädchen im Rahmen ihrer Aus-        schen Aufgabenfeldern, die längst mehr
                          bildungs- und Studienwahl noch      Hirn und Geschick als Kraft erfordern. 
                                                                                                              Information
                  immer häufig für „typisch weibliche“ Be-                                                    www.girls-day.de
                  rufsfelder. „Während sie ihre Berufsmög-      Der „Girls‘Day 2018“ findet
                  lichkeiten im Hinblick auf viele Optionen     am Donnerstag, 26. April statt.               Kontakt
                  in technischen Tätigkeiten leider nicht       Alle Coburger Unternehmen sind                Christina Rittmaier, Tel. 09561 7426-32
                                                                eingeladen, sich zu beteiligen.               E-Mail: christina.rittmaier@coburg.ihk.de
                  voll ausschöpfen, fehlen vielen Betrieben

   Unsere Wirtschaft 1-2/2018
Aus- und Weiterbildung 15

Freistaat Bayern fördert IHK-Weiterbildungsinitiative
Klein- und Mittelbetriebe sowie Existenzgründer profitieren von stark reduzierten Seminarkosten

Gerade für unseren mittelständisch            Aufgrund dieses rasanten Wandels sind
geprägten Wirtschaftsraum ist das             KMU jedoch nicht immer in der Lage,
Programm interessant, mit dem das             dringend gebotene Qualifizierungsmaß-            Das Portfolio umfasst Vertrieb und
Bayerische Wirtschaftsministerium             nahmen am Arbeitsplatz alleine zu ver-        Marketing, kaufmännische bzw. betriebs-
2018 die überbetriebliche Berufli-            mitteln. Zweck der Fördermaßnahme ist         wirtschaftliche Themen, bis hin zu Per-
che Weiterbildung zur Verbesserung            es, die Fähigkeit des Mittelstands sowohl     sonal und Führung. Auch Social Media
der Fachkräfteversorgung der baye-            zur Schaffung und Sicherung von Arbeits-      und Digitalisierung stehen im Fokus der
rischen Wirtschaft fördert.                   plätzen als auch die Wettbewerbsfähigkeit     Förderung.
                                              und Innovationskraft von Unternehmen             Durch die Förderung ist der Semi-

F
     örderrahmen ist das neue Programm        zu erhalten und zu steigern.                  narpreis stark reduziert, 40 Prozent der
     „Weiterbildungsinitiative Existenz-         Das Programm läuft bayernweit unter        Seminarkosten werden vom Bayerischen
     gründung und KMU der bayeri-             Beteiligung von fünf Industrie- und Han-      Staatsministerium für Wirtschaft, Infra-
schen Industrie- und Handelskammern“          delskammern, wobei die IHK zu Coburg          struktur, Verkehr und Technologie getra-
das jetzt ausgelobt wurde.                    als Interessensvertreter der gewerblichen     gen.                                  
  Geschäftsprozesse und Arbeitsabläufe        Wirtschaft und strategischer Partner für
                                                                                              Kontakt
werden flexibler und die Anforderungen        die regionalen Klein- und Mittelbetriebe        Doris Köhler, Tel.: 09561 7426-23
an die Arbeitnehmer immer spezifischer.       spezielle Seminare anbietet.                    E-Mail: doris.koehler@coburg.ihk.de

Passgenaue Hilfe für Ausbildungserfolg
100-Tage-Bilanz des staatlich geförderten IHK-Projektes „AZUBI-Support“

„Wir können es uns nicht leisten, poten-      den. Zu viele Ausbildungsverträge wer-
 zielle Fachkräfte zu verlieren – und         den vorzeitig gelöst, so liegt die Quote
 genau an dieser Stelle setzt ,AZUBI-         der Ausbildungsabbrüche im IHK-Bezirk
 Support‘ an“, erklärte IHK-Präsident         Coburg aktuell bei 17 Prozent.
 Friedrich Herdan bei der Vorstellung            „AZUBI-Support – mit Unterstützung
 der 100-Tage-Bilanz des Projekts, das        zur Ausbildung mit Erfolg“ lautet der voll-
 vom Bayerischen Staatsministerium            ständige Projektname. Das Besondere ist
 für Arbeit und Soziales, Familie und         die explizite, individuelle Ausrichtung auf
 Integration für drei Jahre mit rund          den jeweiligen Jugendlichen. Ganz gleich,     Rainer Maier, Geschäftsführer der VHS Coburg, Annette
 293.000 Euro aus dem Arbeitsmarkt-           ob Teilnehmer berufsvorbereitender Bil-       Ratay, Referatsleiterin Bayerisches Arbeitsministerium und
 fonds gefördert wird.                        dungsmaßnahmen, unversorgte Jugend-           IHK-Präsident Friedrich Herdan (von links) freuen sich über
                                                                                            erste Erfolge von „AZUBI-Support“ im IHK-Bezirk Coburg.
                                              liche, Flüchtlinge oder Migranten: Jeder,

D
       ie Sicherung des Fachkräftebedarfs     der den erfolgreichen Abschluss einer
       ist eine große Herausforderung für     dualen Berufsausbildung anstrebt, er-         te entwickelt, wobei auch Ausbildungs-
       die Coburger Wirtschaft, wichtigstes   hält die für ihn optimale Unterstützung.      betriebe und Elternhäuser einbezogen
Instrument ist die Ausbildung des Nach-       Passgenaue Hilfsangebote gibt es auch         sind. Bei der Umsetzung der vorgese-
wuchses. So haben im Herbst 2017 rund         für Unternehmen, die leistungsschwäche-       henen Fördermaßnahmen arbeiten die
800 Schulabgänger eine duale Berufsaus-       ren Auszubildenden eine Chance geben.         Projektpartner – die Industrie- und Han-
bildung in Betrieben in Stadt und Land-          Ziel von „AZUBI-Support“ ist, jun-         delskammer zu Coburg sowie die Volks-
kreis Coburg begonnen. Die Unternehmen        ge Erwachsene ohne Ausbildungsplatz           hochschule Coburg Stadt und Land – mit
hatten insgesamt 1.326 zu besetzende          und potenzielle Ausbildungsabbrecher          Kammern, Verbänden und Vertretern re-
Ausbildungsstellen in gewerblich-techni-      individuell zu beraten und zu betreuen.       gionaler Betriebe eng zusammen. Nach
schen und kaufmännischen Berufen ge-          Dazu werden zunächst die fachlichen,          100 Tagen nutzen bereits 31 Teilnehmer
meldet – ein Zuwachs von 3,4 Prozent.         methodischen, sozialen und persona-           die Möglichkeiten von „AZUBI-Support“,
Gleichzeitig sank aber die Zahl der Be-       len Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie        acht unversorgte Jugendliche wurden in
werber (um 2,3 %) auf 836.                    die Motivation der Teilnehmer erfasst.        eine duale Berufsausbildung vermittelt. 
   Neben der Stärkung des dualen Ausbil-      Dann werden, abgestimmt auf den je-             Kontakt
dungsmodells geht es insbesondere auch        weiligen Bedarf, passende Beratungs-,           Rainer Kissing, Tel.: 09561 7426-29
darum, Ausbildungsabbrüche zu vermei-         Schulungs- und sonstige Hilfsangebo-            E-Mail: kissing@coburg.ihk.de

                                                                                                                             Unsere Wirtschaft 1-2/2018
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